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Full text of "Satiren und Pasquille aus der Reformationszeit"

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SATmEN  UND  PASQUILLE 


isn'^ 


SATIREN  UND  PASQUILLE 


AUS  DER 


REFORMATIONSZEIT 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


OSKAR  SCHADE 


ERSTER  BAND 


zwbitb:  a.xjso-^bb: 


HANNOVER 

CARL    RUMPLE  R. 
1863. 


M^s    ist    el>eii   so  lehrreich   und   interessant  wie  durch 
TateTUküdiscIies    Gefiihl  gebotene   Pflicht,   die   Anfänge   des 
großen   Cultarprocesses ,   in   dem    wir   augenblicklich    noch 
stehen,  zu  dessen  Vollziehung,   als  zur  endlichen  nationalen 
Gestaltiing  eines  nach  innen  und  außen  freien  Deutschlands, 
wir  neuerdings   wieder  bedeutende  Anstrengungen  gemacht 
haben,    es  ist  Pflicht,   die  großen  Anfänge  dieses  Processes, 
die  man  mit  dem  Namen  Reformation  zu  bezeichnen  pflegt, 
nach  allen  Seiten  ihrer  Erscheinung  zu  betrachten   und   zu 
beleuchten.    Die  lange  vorbereiteten  und  wo  sie  früher  ein- 
zeln   aufgetreten  waren   rasch   durch  die   brutalste   Gewalt 
unterdrückten  Ideen  brachen    endlich  gegen  Ausgang  des 
z^^nreiten  Decenniums  des  sechszehnten  Jahrhunderts  mit  sol- 
cher Entschiedenheit  hervor,  imter  solch  kolossaler  Beteili- 
gung der 'Massen  und  so  unerschrockenen  großen  Führern, 
daß   ein  halbes  Menschenalter  später  ihr  Sieg   bereits  ent- 
scliieden,  wenn  auch  noch  nicht  allseitig  gesichert  war.   Ge- 
rade diese  energische  Beteiligung  der  Massen  war  entschei- 
dend:  ohne  ihre  Ausdauer  wären   die  Führer   erlegen,    der 
Rachsncht  ihrer   Oegner    zum  Opfer  gefallen   und   unsere 
Xation  um  die  Glorie  der  schönsten  That  betrogen  gewesen. 
Was  nun  die  Massen  damals  alles  bewegte,  wie  man  sie  für 
und  wider  anspornte,  wie  sie  über  das  Ganze  der  Bewegung, 
über  einzelne  Erscheinungen,  Ereignisse  und  Persönlichkeiten 
dachten,   ihre  religiösen,   nationalen   und   socialen  Wünsche 
in  all   ihrer  Mannigfaltigkeit,    —    darüber   erhalten  wir  die 
beste  Auskunft   in   den  zahllosen  Flugschriften,   die   damals 
wie  eine  Flui  übers  Land  fuhren.  Sie  kennzeichnen  sich  fast 
alle  (sofern  sie  nicht  bloße  Zeitungen  sind)  durch  ein  scharfes 


VI 

satiiusches  Element,  beispiellosen  Freimut,  mitunter  durch 
große  Derbheit  und  Leidenschafdiehkeit :  denn  wo  eben  die 
Massen  frei  eintreten  und  Massen  in  so  sinnlicher  Kraft  wie 
unsere  Vorfahren  damaliger  Zeit,  da  kann  von  einem  Über- 
wiegen umsichtiger  leidenschaftloser  Ruhe  keine  Rede  mehr 
sein.  Diese  Flugschriften  behandeln  die  Zeit&agen  in  volks- 
tümlicher, allgemein  verständlicher  Sprache,  mit  derbem^ 
Witze,  kurz  und  bündig  auf  wenigen  Blättern,  höchstens 
wenigen  Bogen,  in  Prosa  und  in  Versen,  als  Lieder,  Sprüche, 
in  dialogischer  oder  dramatisierender  Form  mit  interessanten 
redenden  oder  handelnden  Personen,  bald  roh,  bald  geschickt, 
je  nach  dem  Bildungstande  und  der  XJbung  des  Verfaßers, 
oft  mit  scharfem  Blicke,  gesundem  Verstände  und  sittlichem 
Ernste,  in  siegesgewisser  Gesinnung ;  fast  alle  sind  dazu  mit 
Holzschnitten  ausgeziert,  die  die  redenden  Personen  dar- 
stellen oder  den  Inhalt  der  Schrift  veri^innlichen  oder  kar- 
rikieren:  —  musten  sie  nicht  reißenden  Absatz  und  Verbrei- 
tung finden,  nicht  von  der  aufgeregten  Menge,  die  auf  den 
unausbleiblichen  Schlag  immer  begieriger  wurde,  mit  Heiß- 
hunger verschlungen  werden?*) 

Es  bilden  also  die  Satiren  und  Schmähschriften  die 
ganze  Reformationszeit  hindurch  einen  eigenen  breiten  Zweig 
der  Literatur,  der  neben  seiner  praktischen,  unmittelbar  ins 
Leben  eingreifenden  Bedeutung  auch  in  literarischer  und 
sprachlicher  Beziehung  erkannt  sein  will« 

Eine  vollständige  wolgeordnete  Sammlung  dieser  Schrif- 
ten wäre  eine  der  wichtigsten  und  dankenswertesten  Unter- 
nehmungen, wenn  sie  überhaupt  möglich  wäre.  Aber  welcher 
Einzelner  wäre  im  Stande  diesen  Ungeheuern  Ap^farat  zu- 
sammenzubringen, und  hätte  er  ihn  beisammen,  zu  bewältigen ! 
Es  kostete  mehr  als  ein  Mensch  an  Zeit,  Mühe  und  Aufwand 


"*)  Vgl.  über  Pafquille,  Spottlieder  und  Schmähschriften  aus  der 
ersten  Hiilfte  des  sechszehnten  Jahrhunderts.  Von  Johannes  Voigt« 
In  Raumers  historisch.  Taschenbuche  9.  Jahrg.  1838.  S.  321—624.  Die 
Fingschriftenliteratur  ist  auch  behandelt  in  dem  so  lehrreichen  Buche 
Dr.  Karl  Hagens  Deutschlands  literarische  und  religiöse  Yorhältnisso 
im  Reformationszeitalter.   2.  Band  S.  176—219, 


VII 

daran  zu  setzen  vermag.  Und  wer  wollte  diese  Bibliothek 
dann  yerlegen,  wer  sie  kaufen!  Diese  Flugschriften  sind 
ja  nirgend  beisammen^  über  ganz  Deutschland  sind  sie  ver- 
streut in  privaten  und  öffentlichen  Bibliotheken:  in  prote- 
stantKBcfaen  finden  sich  nicht  die  katholischen^  in  katholischen 
nicht  die  Schriften  der  protestantischen  Gegner.  Denn  gleich 
beim  Erscheinen  ist  alles  Oegnerische  vertilgt  und  verbrannt, 
wo  es  sich  erhalten,  später  als  gefährlich  ausgemerzt  worden. 
Doch  die  gröste  Masse  dieser  Literatur  findet  sich  nicht 
eiüinal  mehr  in  Deutschland,  sie  ist  von  Engländern  aufge- 
kauft  und  nach  London  ins  britische  Museum  gewandert 
Wer  könnte  also  eine  vollständige  Sammlung  veranstalten! 

Bei  der  Unmöglichkeit  vollkommenes  zu  leisten  muß 
man  sich  begnügen  unvollkommenes  möglichst  vollkommen 
zu  thun. 

Ich  habe  es  nun  unternommen  eine  Sammlung  der  für 
Geschichte  des  Staates  und  der  Kirche,  für  Literatur  und 
Sprache  interessantesten  dieser  Schriften  herauszugeben  aus 
den  Quellen  and  Hilfsmitteln  die  mir  die  hiesige  großherzog- 
liehe  Bibliothek  in  Weimar  und  die  benachbarten  in  Jena  und 
Gotha  boten.  Hiermit  übergebe  ich  den  ersten  Band,  dem 
ein  zweiter  bald  folgen  wird.  Die  weitere  Fortsetzung  muß 
Ton  der  Teilnahme  des  Publikums  abhängig  bleiben,  das 
einem  so  nützliehen  Unternehmen  seinen  Beifall  hoffentlich 
nicht  versagen  wird. 

Was  meinen  Plan  hinsichtlich  der  Anordnung  der  ein- 
seben Stücke  anlangt,  so  schien  mir  eine  streng  chronolo- 
gische Folge  nicht  rätlich,  also  so  daß  ich  etwa  in  den  ersten 
Band  die  betreffenden  Schriften  aus  den  Jahren  1517 — 1520 
gebracht  hätte,  in  den  zweiten  die  der  nächsten  Jahre  u.  s.  f. 
Ich  hatte  mir  dadurch  die  Hände  gebunden,  denn  die  wäh- 
rend der  Arbeit  zulaufenden  Quellen,  sofern  sie  eine  frühere 
bereits  behandelte  Zeit  angiengen,  hätten  müßen  unberüok- 
üehtigt  bleiben,  wenn  ich  die  einmal  angenommene  Ordnung 
nicht  doch  hätte  stören  wollen.  Das  angemeßenste  und  nütz- 
lichste schien  mir,  in  dieser  Hinsicht  möglichst. frei  zu  ver- 
fahren, ohne  gerade  ganz  fremdes  wild  durch  einander  zu 
werfen.  Ich  habe  allgemeine  Gruppeir  gebildet,  die  bei  ihrem  j 


I 


VIII 

ersten  Auftreten  ihren  Gegenstand  nicht  erschöpfen  wollen, 
weil  dieß  ja  unmöglich  ist,  zu  denen  Gruppen  in  späteren 
Bänden  Ergänzungen  bringen  werden.  So  gehen  in  diesem 
vorliegenden  ersten  Bande  die  sieben  ersten  Stücke  haupt- 
sächlich auf  kirchliche  Zustände  allgemeiner  ein,  die  sechs 
folgenden  beziehen  sich  auf  Herzog  Heinrich  von  Braun- 
schweig und  sein  Treiben,  das  nächste  behandelt  einen  noch 
späteren  speciellen  Vorfall  aus  Salzburg,  das  letzte  endlich 
ganz  allgemein  die  sittlichen  und  gesellschaftlichen  Zustände 
um  die  Mitte  des  Jahrhunderts.  So  ist  mehrfachem  Interesse 
vorgesehen  und  man  hat  den  Vorteil  in  einem  Bande  ohne 
Vereinzelung  verschiedenes  zu  finden. 

Was  die  Texte  selber  anlangt,  so  habe  ich  mich  nicht 
entschließen  können  die  alten  Drucke  mit  Haut  imd  Haar 
kritiklos  wieder  zu  geben.  Die  Schreibung  muste  geregelt, 
durch  strenge  Interpunction  der  Satzbau  bloßgelegt  und  das 
Verständnis  dadurch  gefördert,  es  .muste  in  Sprache,  Vers 
und  Reim  die  Absicht  des  Verfaßers  aus  der  Verwilderung 
heraus  zur  Geltung  gebracht  werden.  -Wie  schwierig  das 
alles  gerade  bei  kleineren,  leicht  tmd  zufällig  entstandenen 
Werken  ist,  wird  jeder*  wißen  der  darüber  schon  gedacht 
und  gearbeitet  hat.  Bei  jedem  einzelnen  war  die  Art  und 
somit  die  Grundsätze  der  Herstellung  eine  andere.  Man.  durfte 
keinem  unterschieben  was  ihm  fremd,  nicht  beßem  was  von 
Haus  aus  schlecht  war,  nicht  Consequenz  einführen  wollen 
wo  Inconsequenz  im  Sinne  und  der  Weise  des  Verfaßers 
herschte.  Sehr  selten  bekezmen  sich  Stücke  zu  einem  so 
fest  ausgeprägten  metrischen  Grundsatze  wie  Nro.  XIH., 
bei  dem  daher  dip  Unebenheiten  im  Versbau,  wie  sie  der 
Druck  gab,  leicht  und  mit  Sicherheit  zu  beßem  waren.  Ich 
bin  in  dieser  Hinsicht  der  äußersten  Vorsicht  mir  bewust. 

Daß  auch  die  Schreibung  in  versclüedenen  Stücken 
mehrfach  verschieden  sein  muste,  liegt  in  der  Natur  der 
Sache,  namentlich  unterschieden  sich  hier  streng  die  in  Nie- 
derdeutsclJand  entstandenen  von  den  oberdeutschen,  die  beide 
ihre  bestimnken  Gesetze  nicht  verläugnon.  In  wie  weit  mund- 
artliche Formen  ihr  Standrecht  behielten  oder  bloß  von  Setzern 
eingeschmuggelt  waren,    muste  untersucht,   konnte  jedoch 


IX 

freiUch  nicht  immer  aufs  reine  gebracht  werden.  Unorga- 
nische Häufung  der  Consonanten  wurde  beseitigt:  die  besten 
Drucke  kennen  sie  kaum  und  nur  in  seltenen  Fällen.  Aus 
diesen  muß  überhaupt  die  Schreibung  fUrs  16.  Jahrhimdert 
gelernt  werden.  Hinsichtlich  des  VocaUsmus  verdienen  u  und 
sein  Umlaut  u  nähere  Beachtung.  In  schweizerischen  Texten 
könnte  man  sie  getrost  nach  dem  dort  geltenden  Idiom  in 
no  und  üe  auflösen,  neben  welchen  Diphthongen  sie  auch 
als  kürzere  Zeichen  vorkommen.  Zweifelhaft  bleibt  diese 
ihre  diphthongische  Aussprache  in  Texten  die  aus  anderen 
oberdeutschen  Gegenden  stammen,  wo  uo  entweder  zu  ue 
oder  schon  zu  ü  geworden,  ebenso  üe  zu  ü:  sie  scheinen 
öfters  nur  verwendet,  weil  man  diese  Typen  in  den  Drucke- 
reien aus  früherer  Zeit  noch  vorrätig  hatte.  Mit  Ende  *  der 
dreißiger  und  in  den  vierziger  Jahren  verlieren  sie  sich  all- 
malig.  In  niederdeutschen  Drucken  erscheinen  sie  nur  ganz 
ausnahmsweise.  Ich  habe  sie  in  oberdeutschen  Texten  stehen 
gelaßen  zumal  man  gerade  bei  solchen  unmittelbar  aus  dem 
Volke  hervorgegangenen  und  aufs  Volk  wieder  berechneten 
Stacken  mehr  mundartliche  Formen  finden  kann  als  bei  an- 
deren. Es  steht  dann  beides  frei  &  und  u  entweder  als  uo 
und  üe  oder  ab  ü  und  ü  zu  lesen.  Häufig  war  auch  wol 
die  Aussprache  sehr  schwankend.  Für  die  andern  Umlaute 
brauchte  man  nur  die  Zeichen  ä,  ö  und  ü  (in  den  alten 
Drucken  gewöhnlich  durch  i,  6  und  u  gegeben)  ohne  Schei- 
dung organischer  Länge  und  Kürze,  die  in  dieser  Zeit  weder 
bezeichnet  zu  werden  pflegte  noch  überhaupt  in  ihrer  ur- 
sprunglichen Reinheit  bestand.  Rechten  kann  man  darüber, 
ob  nicht  gewisse  Vocalverdoppelxmgen  anzuwenden  gewesen 
wären,  die  sich  fast  durchgehends,  obwol  nicht  in  den  aller- 
besten Drucken  finden,  ich  meine  ee  für  e  in  eer,  eere  (honor), 
leer,  leere  (doctrina),  wo  die  niederdeutschen  Drucke  ehr, 
ehre  und  lehr,  lehre  geben.  Wer  jedoch  in  (eum)  von  in  (in) 
scheiden  kann,  der  wird  auch  er  (honor)  nicht  mit  er  (is) 
Terwecbseln.  3Ian  kann  überhaupt  gut  und  gern  verlangen, 
isß  einer  im  Lesen  seine  Gedanken  beisammen  hat.  Die 
Lesarten  die  in  den  Anmerkungen  gegeben  sind  und  deren 
Auswahl  durchaus  nicht  ohne  Absicht  ist,  sollen  teils  ein  Bild 


X 

der  Drucke,  auch  ihrer  Verwilderung  geben^  teils  die  Schrei- 
bung, indem  sie  auf  Besonderheiten  hinweisen,  rechtfertigen. 

Ich  habe  in  den  Anmerkungen  zu  jedem  Stücke  Erklä- 
rungen gegeben.  Daß  das  überhaupt  nötig  war,  unterliegt 
keinem  Zweifel:  nur  das  Wie  kann  in  Frage  kommen,  ob 
man  sie  nemlich  auf  gelehrte  oder  ungelehrte  Leser  berechnet. 
Ich  habe  mich  bei  diesem  Bande  für  das  letztere  entschieden 
und  zwar  deshalb.  Das  Buch  wird  (wie  sein  Inhalt  erkennen 
läßt)  von  vielen  benutzt  werden,  die  nicht  deutsche  Philologen 
von  Fach  sind,  also  weder  das  nötige  Zeug  zum  klaren 
sprachlichen  Verständnis  mitbringen,  noch  die  Hilfsmittel 
besitzen  oder  ihre  Behandlung  kennen,  tun  dieses  Verständnis 
sich  leicht  zu  vermitteln.  Es  werden  Geschichtsforscher  und 
Freunde,  es  werden  Theologen  über  das  Buch  kommen:  — 
warum  diesen  nicht  förderlich  sein,  warum  imsere  Wißen- 
schaft  wie  eine  Geheimlehre  hüten?  Deshalb  habe  ich  einer 
möglichst  populären  Erklärung  den  Vorzug  gegeben  obwol 
wißend  daß  ich  durch  Aufstiefelung  von  Gelehrsamkeit  (die 
mir  nicht  schwer  gefallen  wäre)  mehr  Ruhm  erlangt  hätte. 
Nun  die  Einführung  auch  der  Laien  in  die  oft  recht  schwie- 
rige Sprache  dieser  Zeit  geschehen  ist,  kann  ich  in  späteren 
Bänden  den  an  der  Gelehrsamkeit  begangenen  Fehler  (wenn 
es  einer  ist)  um  so  sicherer  gut  machen. 

Es  wäre  vermeßen  gerade  bei  Schriften  der  Art  wie  die 
vorliegenden,  zu  behaupten,  alle  und  jede  Schwierigkeit, 
sprachliche  und  sachliche,  lösen  zu  können:  manches  muß 
imgelöst  bleiben  und  wird  erst  später  seine  Erklärung  finden. 
Leider  habe  ich  auch  manche  weitere  Excurse  über  verschie- 
dene in  den  Satiren  berührte  Gegenstände,  zumal  kulturhisto- 
risches Inhalts,  die  für  die  Anmerkungen  bestimmt  waren, 
einstweilen  zurück  legen  müßen,  damit  der  bestimmte  Um- 
fang des  Buches  nicht  zu  sehr  vergrößert  würde :  sie  werden 
späteren  Bänden  an  passender  Stelle  einverleibt  werden.  Auch 
weitere  historische  Bemerkungen,  wie  z.  B.  über  den  hart 
mitgenommenen  Herzog  Heinrich  von  Braunschweig,  konnten 
hier  keine  Aufnahme  finden.  Überdies  lag  es  auch  nicht  im 
Zwecke  dieser  Arbeit,  die  dargebotenen  Schriften  nach  allen 
Seiten  hin  eingehend  zu  beleuchten,  was  für  den  Historiker 


XI 

^eser  Zeit  von  Fach  schon  große  Schwierigkeiten  haben 
würde.  Ich  begnüge  mich  mit  dem  eigentlich  philologischen 
und  literarischen  Anteile:  das  übrige  möchte  ich  nur  als  Zu- 
wage  betrachtet  wißen. 

Schließlich  muß  ich  leider  auf  eine  Reihe  von  Druck- 
fehlern aufmerksam  machen,  die  ich  vorm  Gebrauche  des 
Buches  zu  verbeßem  bitte.  Ich  fiige  zugleich  mehrere  kleine 
Änderungen  hie  und  da  für  den  Text  bei. 

Seite  8  ZeUe  33  lies  als  für  all.         Z.  63  pfar  for  pfat. 
S.  10  Z.  124  Hes  hfir  für  h&t.         S.  12  Z.  200  L  armer  für  armen. 

8. 15  Z.  76  1.  keinem  für  keinen.         Z.  79  wirt  für  würd. 
8.  17  Z.  144   darin   für   darum.  Z.  158   rüeft  fiir  rüefet. 

Z.  173  lies  in  den  kntten  für  in  der  k.  8.18  Z.  203  lies  gSten 
nnd  Z.  204  gftter  für  guten  und  guter.  8. 19  in  der  ersten  Zeile 
des  Textes  lies  Seiest  für  Seiet.         Sw20  Z.  15  L  Dann  für  Denn. 

8.21  Z.  53  1.  nüt  für  nit.  8.  22  Z.  100  fchftflin  für  schäf- 
lein.         8.  23  Z.  131  1.  gangen  für  gegangen.  8.  29  Z.  97  1. 

than  für  thfin.  8.  31  Z.  164  1.  söl  für  soll.  8.  33  Z.  245  lies 
d&Q  fi  die  k.  Z.  251  1.  gmeinen.  8.  39  Z.  36  Deutfchen. 
S.  40  Z.  56  daß  wir  erlangen  ewigs  leben.  Z.  64  1.  uf  für 
an/.  8.  42  Z.  1451.  manger  fiir  mancher.  8.  44  Z.  6  chriftn- 
heit.  8.  50  Z.  67  wortn.  8.  51  Z.  122  stets.  8.52  Z.  157 
ghorfam.  8.  54  Z.  9   üb  er  haut.  8.  55  Z.  23   ist  nach   ver- 

achten ein  Komma  zu  setzen.  Z.  28  ir.  8.  56  Z.  69    Er  hat. 

Z.  77  mityerwanten.  8.  57  Z.  106   fürft.  S.  58  Z.  134 

Pox.  Z.  140   kriegesman.  Z.  145   drumb.  8.  60  Z.  179 

oder  wer  ich  bin.         Z,  194  nim.         8.  64  Z.  308  teufelswürm. 

8.  65  Z.  333  solt.  8.  66  Z.  363  gleuben.  8.  70  Z.  49 

▼  ortrauwet.  8.  73  Z.  170  Darümb.  Z.  172  vortranwen 

8.  74  Z.  211  izunt.  8.  76  Z.  298  iderman.  8.  78  Z.  29 

ime.         S.  82  Z.  65  unfletign.         Z.  82  gwachsen.         Z.  86  one. 

S.  84  Z.  170  Welchs.  8.  86  Z.  211  für  aller.  8.  88  Z. 
299   beBer  außrichten.  8.  90.  Z.  383  lies  nie  für  nit.  8.93 

Z.  502  fnrm.  Z.  506  lieber  sagn.  8.94  Z.  538.  beßere  wer  in 
wern.  8.  95  Z.  586  schelmischn.  8.  96  Z.  620  Nach  dem 
er  eure.  8.  102  Z.  101   künstler.  8.  108  Z.  269  Yerzeuh. 

Z.  286  Plutonl.  8.  109  Z.  292  zu   fteter   fart.  8.  113 

Z,  77  tilge  das  Komma  nach   und.  8.  118  Z.  266   fetze  nach   hell 

«n  Komma.  S.  119  Z.  301  Plutonis.  8.  120  Z.  343  lies  in  für 
ir.  S.  121  Z.  365  ander.  Z.  386  möcht.  8.  122  Z.  420  ist 
das ÜTooima nach  Juliam  vielleicht  zu  tilgen;  f.  dicAnm.        8.  123  Z.  448 


xn 


Phorbautis?         S.  124  Z.  468  Amasis?         S.  130  Z.  114  Bron^. 
Z.  115  drengen.         S.  132   Z.   203   Ues   herligkeit  für   her- 
tigkeit         S.  133  Z.  219  glück.         Z.  246  Aufs.         S.  138  Z.  427 
Ciniras.  8.142  Z.  585  sie.  8.  143  Z.  612  wol   zeuht. 

8.    155    Z.  26   auf  genante  zeit.  8.    156  Z.    48    lies    frid    für 

frend.  8.  157  Z.  112  thcten  mein  fpotten.  8.  171  Z.  601 

da   man  uns  mit  plagt.  BeQere   die  Verszahlen  510  und  515  in 

610  und  615. 

Möge  dieses  Buch  eine  freundliche  Aufnahme  finden 
und  zur  Erkenntnis  jener  großen  bewegten  Zeit,  die  der 
Stolz  unserer  Nation  ist,  das  seinige  beitragen! 

Weimar  am  10.  November  1855. 


D«  OSKAE  SCHADE. 


INHALT 


Seite 

I.  Ein  clag  and  bitt  der  dentfchen  nation  an   den   almech- 
tigen  got  nmb  erlosnng  anB  dem  gefenknis  des  Antichrist  1 

II.  Der  cnrtisan  und  pfründenfre^er 7 

III.  Ich    kan   nit  tu  neues   erdenken,   ich   mnß   der  katzen 
dfchellen  anhenken 13 

IV.  Die  götliche  müle 19 

Y.     Ein    fproch   von   dem   bofen   misbrauch   in   der  heiligen 

cbrUleuheit  entftanden 27 

VI.     Von  dem  jabeljar. 38 

Vn.     Ein  ie  deam  laudamos  von  baplt  Paulo  dem  dritten  ver- 
dentfcht  durch   bSpftlicher  heiligkeit  gfuten  freund  Eras- 

mos  Albems 44 

Vni.     Ein  getichte  darin  angezeigt  wird  wie  from  lierzog  Hein- 
rich  von  Braunfchweig    und    wie    böfe   die   lutherifchcn 

fern 48 

DL  l^n  Inftag  gefprftch  der  teufel  und  etlicher  kriegsleute 
von  der  flucht  des  großen  Scharrhanfen  herzogen  Hein- 
richs von  Braunschweig 64 

X.     Bekentnis  und  clag  herzog  Heinrichs  von  Braunfchweig 

des  jungem 68 

XI.  Bruder  Veits  landsknechts  im  lager  vor  Wolfenbüttel  treu- 
liche wamung 77 

XII.     Warhafdge.  contrafactnr    herzog  Heinrichs    des  jungem 

von  Braunfchweig  und  feiner  gefellfchaft 80 

Xm.     Drei  neue  und  luftige  gefpreche,   wie  der  woIf,  fo  etwan 
doch   nicht  lang  ein  menfch  Heinz  Wolfenbüttel  genant, 

in  abgmnd  der  hellen  vordamt  fei 99 

XTV.     Paaquillus   vom   lalzburgifchen   baumgjait,  gefchehen  im 

fiben  und  fünfzigsten  jar  umb  Ruperti  im  herblt 145 

XV.     Ein   gefprech   des  Herm   mit  S.  Petro  von   der  iotzigen 

weit  lauf  und  irem  verkertem  böfem  wefen 154 

Anmerkungen 177 


EIN  CLAG  UND  BITT  DER  DEUTSCHEN 

NATION  AN  DEN  ALMECHTIGEN 

GOT  UMB  ERLOSUNG  AUSZ 

DEM  GEFENKNIS  DES 

ANTICHRIST. 

O  ewiger  vater  durch  dein  gotlich  almechikeit, 

O  gebenedeiter  son  des  ewigen  vaters  Weisheit, 
O  heiliger  geist,  des  vaters  und  sons  lieb  und  gutikcit. 

Drei    person    ein   gotlich  wesen,  hilf  und  beschirme 

die  Christenheit! 
O  Jesu  Christ,  Bfarien  der  reinen  junkfrauen  son, 

Erlös  uns  auß  dem  gefenknis  des  Antichrist  zu  Rom! 
Der  deine  scheflein  nit  weidet,  sunder  bestrickt, 

Mit  seinen  gesetzen  und  tyrannei  die  unterdHickt. 
Dein  gebot  und  schrift  er  ganz  veracht 

Und  erhebet  seine  gesetze  mit  großer  pracht. 
Daß  wir  nit  dorfen  glauben  hoffen  und  lieben  dich, 

Dringet  uns  zu  seinem  gedichte  unchristKch, 
Wil  die  heilige  schrift  ganz  unterdrucken, 

Deine  scheflein  also  fhret  zur  hellischen  brücken. 
O  herre,  mit  unsem  sunden  haben  wirs  verschult 

Daß  du  sulch  bürde  über  uns  so  lange  hast  gedult. 
€(utiger  herre,  wach  auf  von  deinem  gotlichen  zom! 

Du  bist  ja  umb  unsemt  willen  mensch  gebom. 
Wir  wißen  und  gleuben  daß  du  nach  hast  die  gewalt 
Die  uns  von  dem  tyrannen  kan  erlosen  halt. 
Verhenge  nicht  lenger  daß  der  Antchrist 

1 


2 

Mitdeinem  heiligen  namen  sein  geiz  und  bosheit  außricht. 
Wil  darzu  ein  herre  der  ganzen  werlt  sein: 
Das  du  verachtet  hast  und  die  junger  dein. 
ft5    O  ir  Christen  y  weinet  und  vergießet  blutige  zem 

Daß  die  heilige  schrift  ist  undergedruckt  mit  gefem! 
Denn  der  Antichrist  und  großer  anliank 

Die  heilige  gschrift  han  gestoßen  under  die  bank, 
Ire  gesetze  und  heidenisch  kunst  hervor  gezogen: 
so     Da  mit  sie  laut  und  leute  haben  betrogen, 

Daß  vil  menschen  durch  ire  werk  selig  hoffen  zu  werden, 
So  doch  aleine  durch  Christum  mußen  hie  auf  erden 
Mit  heiligen  glauben  hofihung  und  rechter  liebe 

Seligkeit  erlangen,  aber  komen  zun  hellischen  diebcn. 
95    Tumcrei  sein  etwan  von  Christen  reichlich  gestift 

Daß  man  da  selbst  lernet  das  volk  die  heilige  schrift, 
Auch  daß  die  armen  Christi  versorget  wurden  und  emert: 

Nu  wirt  das  von  mußigen  tumherm  verzert 
Das  der  Antichrist  also  verordenet  hat 
40     Und  dreet  Christo  mit  seinen  namen  ein  stroem  bart. 
Oot  hat  eroffiiet  durch  Hieremiam  am  XXXVI  capitel, 

Wie  er  die  prelaten  wil  strafen  und  außleschen  ire  titel 
Die  do  verschmeen  und  verachten  das  gotlich  wort: 
Außgerott  sollen  sie  werden,  verfolget  und  ermort. 
45    List  man  den  propheten  am  selbigen  capitel  eigentlich, 
Wirt  man  erkennen  den  gotlichen  zom  ernstlich. 
Also  ist  es  leider  den  prelaten  in  Grecia  ergangen 

Die  do  zu  Eostnitz  im  concilio  sich  haben  understanden, 
Mit  andern  vil  das  gotlich  wort  underdruckt  han: 
50     Dar  umb  got  über  sie  gesant  hat  vil  heidenische  man 
Die  Constantinopel  und  Greciam  hau  gewunnen, 
Da  selbst  die  Christen   erschlagen  und  verkauft,  sein 

gar  wenig  entrunnen. 
Des  halben  hat  keiser  Sigmond  verloren  den  streit, 
Dar  zu  all  sein  volk,  auch  kaum  selb  vierde  entreit 
55    Es    sein    auch    zwei  keisertumb,    vier   konigreich  von 

Christen  komen, 
XX  lender,   CC  stete,  unzelig  volk  von  den  Christen 

genomen, 


Als  der  redner  der  Venediger  gar  eben 

Sixto  dem  vierdenzugeredtundza  verstehen  hat  gegeben. 
Welche  der  Türke  nach  dem  concilio  zu  Kostnitz   hat 

gewunnen* 
Nach  wollen  wir  blint  sein  bei  der  hellen  sunnen. 
Za  der  zeit  ist  nit  vorhanden  gewest  die  drackerei: 

Daromb  ist  die  schrift  seltsam  gewest^  als  ich  schrei. 
Den  druck  ans  Deutschen  got  zugeschickt  hat 

Zu  lernen  die  schrift  und  erkennen  der  Römer  art 
Welche  die  heilige  schrift  wollen  nnderdrucken. 
So  wir  nicht  wem  und  flegeln  ire  rucken, 

So  wirt  über  uns  komen  der  gotlich  zom 

Derganz  Greciam  umb  sulch  sache  hat  laßen  werden  ver- 
Am  achtzigsten  psalm  lis  den  konig  David,  [lom. 

Der  saget  de  selbst  die  warheit  gar  ernstlich. 
Bepsdichen  ablaB  und  stroem  kolen        * 

Die  darf  vorwar  niemants  weit  holen: 
Denn  mnbs  gelts  willen  ist  er  erftinden, 

Za  betriegen  lant  und  leut  in  allen  stunden. 
Der  bapst  vil  heiligen  mit  prengen  hat  erhaben : 

An  Zweifel  vil  auß  den  seint  in  der  helle  begraben. 
Bapst  und  bischof  suchen  nichts  denn  reichtumb  und  gewalt, 

Schinden  und  martern  von  Christen  das  gelt  manichfalt 
Sie  leben  nicht  nach  der  lere  Pauli  des  zweifboten, 

Predigen  nit,fireßen  und  saufen,  helfen niemant  auß  noten. 
Auf  schöne  frauen,  golt  und  gelt  sie  achtung  han, 

Laßen  die  schaf  Christi  ane  weide  irre  gan. 
Hit  laden  bannen  blitzen  und  donnern  si, 

Martern  und  schinden  auch  die  glidmaß  crucifixi. 
Sie  dringen  den  ab  ir  gelt  und  gut 

Und  gagen  die  seien  zur  hellen  glut. 
0  we  wir  armen  christenleute ! 

Wie  übel  geht  man  mit  uns  umb  heute! 
Vonrar  die  bischof  in  der  heidenschaft 

Beweisen  den  iren  guts  in  aller  craft. 
Unser  bischof  wollen  mit  vil  pferden  reiten. 

Mit  fur8ten  und  herren  kriegen  und  streiten, 
Auf  kosdichen  bankpfoln  trinken  mancherlei  wein, 

1* 


Aleine  den  namen  han  daß  si  chrifitlich  bischof  sein 
»5  Und  BUsten  vil  erger  sein  denn  die  braminen 
Die  zu  Calikuck  öffentlich  dem  teufel  dienen. 
Si  füren  mit  al  ir  tat  ein  heidenisch  wesen. 

Ser  wollen  sie  gefurcht  sein  und  in  gewalt   schweben, 
Nört  wollen  sie  herschen  und  nicht  predigen  oder  leren. 
100      Die  ermsten  pfaffen  mußen  sie  mit  Steuer  emeren. 
O  herre  Jesu,  laß  dich  erbarmen 

Daß  sie  sich  beweisen  so  tyrannisch  gen  den  armen ! 
Gestehe  in  nicht  mer  under  deinen  namen  sulch  geberde ! 
Thu  dein  gnade  und  straf  sie  hie  auf  erden 
105  Daß  sie  wider  komen  in  den  rechten  stant 

Do  zu  sie  sanct  Pauel  verbunden  hat  mit  munt  und  hant ! 
Ein  gemein  gericht  ist  auf  erden: 

Der  Antchrist  und  sein  Anliftng  aal  vertilget  werden 
Der  under  gedrucket  hat  die  evangelisch  warheit 
110      Auf  daß  sein  wille  erfüllet  wurde  und  geizigkeit. 
Als  sich  anfieng  der  glaub  des  beiden  Machomet, 

Hat  sich  der  bapst  in  tyrannei  gen  Christen  erhebt. 
Vorhin  des  bapst  gebit  über  die  Christen  was  unbekant. 
Der  keiser  Focas  und  Heraclius  taten  den  tyrannen 

beistant. 
115  Mit  listen  liegen  triegen  und  tyrannisch  art 

Ist  komen  der  romisch  bischof  zu  der  großen  hoflTart 
Und  wil  über  alle  bischof  gebieten  mit  recht^ 
Mit  eiden  sie  bestricken  daß  sie  seint  seine  buttel  und 

knecht 
Und  mußen  von  im  die  bischofinentel  keufen: 
ISO      Umb  groß  gelt  er  sie  thut  unchristlich  schätzen« 
Und  auf  daß  ja  niemants  vom  bapste  habe  ein  bösen  wan, 

So  muß  man  in  nennen  den  aller  heiligsten  man^ 
Der  zu  Rom  sant  Peters  successor  wirt  genant, 
Wie  wol  sant  Peter  in  der  weise  Rom  ist  unbekant: 
m  Denn  sie  können  nimmer  mer  in  der  schrift  beweren       j 
Daß  sant  Peter  ie  sei  komen  auf  die  römische  erden. 
Die  bischof  aber  des  schaden  sich  an  dem  volk  erholen,  i 

Es  sei  erschunden  geraubt  oder  gestolen^ 
Daran  ist  in  nicht  groß  gelegen:  i 


iv>       Des  reichs  Christi  han  sie  sich  ganz  erwegen, 
Alein  daß  sie  leben  in  woUust  nach  irein  gefallen, 

Frunde  reich  machen,  achten  nit  daß  sie  in  die  helle  fallen. 
Horent  nn  und  merken  alle  Christen  man, 

Wie  ein  schentlich  unchristlich  leben  die  bischof  han! 
13.V  Die  nnder  den  namen  Christi   heilig   und   wirdig  wollen 

sein  genant, 
Ir  leben  und  ihun  ist  erger  denn  der  beiden  schand. 
Sie  bulen  freßen  saufen  brachten  und  trinken  wein, 
Qelt  und  golt  einzunemen  muß  ire  beste  tat  sein. 
Do  mit  sie  vil  geldis  und  gut  uberkumen 
149       Zu  suchen   gotis   ere   und  unser  Seligkeit,  werden  sie 

zu  stummen. 
Auß  gotUcher  vorsichtikeit  es  geschehen  ist 
Im  aufgank  und  nidergank  zu  dieser  fnst, 
Im  mittage  an  allen  orten  auch  zu  mittemacht. 

Daß  vor  aller  weit  der  bapst  und   bischof  bosheit  an 

tag  ist  bracht. 
143  Ist  irgent  ein  reichs  doster  das  apt  oder  eptin  hat, 
Die  achten  nicht  wie  es  mit  gotis  dienst  zu  gat. 
Yfie  vil  Personen  sie  haben  in  iren  convent, 

Ab  ir  schon  nit  vil  ist,  machen  do  von  dein  comment, 
Aleine  daß  sie  vil  gutis  und  geldis  erubem  mugent: 
159      Das  achten  sie  vor  die  groste  und  geistlichste  tugent. 
Underdrucken  und  schinden  ir  arme  leute, 

Fragen  nichts  darnach,  alein  daß  in  werde  außbeute 
Die  helle,  auch  ewik  smerzen  tmd  pein, 
Verzeigen  sich  gerne  des  himels  schein. 
1S5  Die  selben  Stiefeltern  gen  brudem  und  Schwestern  erkant 
Achten  nicht  daß  man  von  in  saget  alle  schand. 
Wie  sie  die  iren  so  hart  halten  in  dem  orden, 

Mit  beten  fasten  capiteln  sotten  sie  sich  ermorden. 
So  füren  sie  ein  herlichs  weMichs  leben: 
IM      Des  orden  stant  ist  in  ganz  und  gar  nit  eben, 
Nor  da0  sie  herschen  und  nemen  ein  das  gut. 
Mach  christlichem  leben  ist  gar  nicht  ir  mut. 
Des  gleichen  die  orden  des  bettelstabs 
Heucheln  schmeicheln  imd  liebereden  dem  bapst. 


/ 


165  Daß  sie  durchs  bapsts  Privilegien  bleiben  frei  imgestraft 
Und  ja  nicht  erkant  werden  under  iren  decklach. 
Ja  selten  sie  Christum  nach  eins  nageln  ans  creuze. 

So  underdrucken  sie  die  schrift  und  betriegen  die  leute : 
Das  ist  ir  andacht  und  heiligkeit 
170      Gotis  er  zu  suchen  und  der  menschen  heil,  das  wer  in  leit. 
Also  rieht  sich  iederman  nach  dem  romischen  Antichriat. 

Bischof  cardinal  pfaff  monich  sein  hofg^sinde  ist. 
Die  sich  alle  mit  dem  Antichrist  vereinet  han 
Daß  sie  betriegen  und  verfuren  alle  Christen  man. 
175  Der  almechtig  got  wolle  uns  von  dem  erlösen. 
Daß  wir  gutis  thun  und  vermeiden  das  bosel 
Darzu  helf  uns  die  evangelische  warheit ! 
Es  gebe  uns  sein  gnade  got  vater  undsonundheiliger  geist ! 


•  n. 

DER  CÜKTISAN  UND  PFBÜNDENFRESZER. 


Der  eniÜBaii  und  pfirfladenfreOer  wttrde  Ich  billich 

Hi«  Wirt  mdne  bileberei  bekam  genant. 

Dem  banren  und  gemeinem  man. 

Ich  rfief  und  schrei  on  abelan 

Zoom  adel  nnd  aller  obexkeit 

Besieh  mtehl  du  findest  guoten  beseheit 


Nemt  war,  ir  framen  Christen  g&t, 
'  ""^ßie  Chri«tu8  Jesus  mit  seim  felftt 
Am  stam  des  creuz  erlöset  hot, 

Durch  sein  leiden  und  bittem  tot 
»  Für  unser  sünd  genftg  gethan: 

Des  teufeis  list  solt  ir  verstau. 
Daß  solche  gfitthat  würd  vergeßen, 

Vil  menschen  herzen  hat  er  bseßen: 
E4e  habent  uns  gelemet  bauen 

Auf  uns  und  unsem  werken  vertrauen^ 
Dfe  golden  got|^h^^^^^^e^,  , 

Ir  träum  und  menschen  oicht  geschwäzt 
Von  singen  lesen  und  großem  gschrei, 

Von  pfiEiffen  und  münchen  mancherlei 
Durch  die  wir  selten  selig  werden« 

Oleich  ob  Christus  Jesus  nie  auf  erden 
Komen  were  und  selbs  geseit,  \^  ^  ''J\^ 

Wie  des  menschen  Seligkeit      ^^^ 
Stund  alein  im  glauben  frei: 
<  Darauß  fließ  brudfid^ph  lieb  und  treu  ^ 
Und  andere  gAte  frücht  des  glauben: 


,  W       ,1'  Darumb  sein  erben  nieman  berauben 

Muste  und  sein  gflt  in  kirchen  geben 
Damit  er  kern  ins  ewig  leben, 
«5    Und  wolle  da  mit  got  vemugen       • 

Das  er  ^ewunnen  mit  liegen  und  betriegen 
Und  almusen  z&  geben  hat  vergeßen 
\  D^lßv^  noch  ist  im  leben  gewesen 

;        Und  Defeleh  s^in  sele  münchen  und  pfaffen 
S^^  30  ^  i)ie  got  ini  geben  und  geschaffen. 
Es  seint  fiirwar>all  große  äffen: 
^    ,  ,     .         So  wir  doch  haut  nur  einen  got 
\^-i^.  .«  .  Mct  vFiiK     ZÄ  dem  all  unser  heil  stot, 

^'^i*^  ^  !\V7 ^  ^^®^  ^^  ^"^*  sollen  ganz  ergeben: 
,(i(  .*u  **  *.  ctCiÄ^      Fürwar  er  ist  das  ewig  leben. 
A-^  <t''  *Vt€t^j^  .      Das  vater  unser  leri\t  uns  wol 
Wie  eins  fiirs  ander  bitten  sol 
)(      Auß  bruderlicher  lieb  und  nit  umbs  gelt: 

Das  selb  gebet  got  wol  gefeit. 
<4o   Auch  th&t  sant  Paulus  clärlich  sagen 

Wie  einer  des  andern  bürd  sol  tragen. 
Als  dann  erftillen  wir  das  gesetz.  l 

Was  dürfen  wir  der  menschen  geschwätz 
Die  nutzes  halben  lang  und  vil  .^^^^i^^ 
45       Uns  haben  gelernt  das  widerspfl? 

Solch  1er  hatgenaert^der  pfaffen  znl .  ^  ^.i  ^  ^       ,  ^^ 

Die  manfftlr  heireql  halten  sal.  f '^T  '  - 

Zftvor'äer  pfründenfreßer  scharf 
Die  möcht  kein  man  erzelen  gar, 
'  ^"  50    Die  stet  und  dörfer  seint  ir  vol, 

Alle  lanty  das  sieht  man  leider  wol. 
Vor  der  gewalt  und  buberei 

Kein  pfat  oder  Stiftung  mag  bleiben  frei. 
Sie  wellens  mit^gewalt  als  han 
u,'   i  '       i5      ,Und  treuen  bei  des  bapstes  ban 
f'^  '''r^  ^  »^  ^  ^^^  nieman  leg  darwider  sich. 
.^^^r-    *•  **^  gQ  haben  sie  gar  listiglich)  '.  .j^n^ 

Fürsten  und  herren  lang  geplent/»/* 
;  Ir  armen  leut  geschezt  und  geschent. 


9 


lx-£,^^«-Al 


CO   Der  bäben  seint  vil  übend 

Den  einzige  p&ünden  seint  sa  schmal^ 
Vil  pfarren  und  vil  timerei^ 

Probsteien  pfründen  auch  da  bei 
Hat  mancher  under  seiner  hant 
€>       Dem  die  geschrift  ist  unbekant;  j 

Denkt  nimer  was  im  zAgehör,  ^ 

Wie  wol  er  went  ein  namen  for      "^f 
Sein  weihe  oder  priesterlichen  stat,      j 
Doch  niehts  denkt  mit  hilf  und  rat 
!•   Wie  er  verhüten  müg  sein  hert: 

Alein  der  milch  und  wollen  begert 
Und  schint  die  bauren  ganz  imd  gar 
Daß  in  bleibt  weder  haut  noch  har, 
DaB  sie  ir  leutbet  möchten  geben,      1 
n      Lm  hals  hörn  ziehen  auch  dameben 
Hit  fron  und  ander  dienstbarkeit. 
So  bringt  si  all  in  herzigs  leit 
Der  pfirtindenfreßer  schinderei, 
Die  si  emeren  und  auch  da  bei 
M   Ir  stolzen  hfiren  und  ire  knecht. 
Diß  1»»  ^^x  f^f^riAt^n^f^t^T  recht 
Die  das  laut  vergiften  mit  bösen  exemplen 

Und  nichts  künden  dann  pfründen  ^emplen 
ZA  Rom  und  auch  in  teutschen  landen. 
»5       Phei  phei  dich  der  großen  schänden!  Scoid 

Sie  achten  gar  nichts  der  seien  heil, 
Diq^weil  sie  tragen  offelichen  feil 
Die  pfirSnden  und  alle  j^^fj^^ 
Vil  und  groß  absen^ ^Iffemnon, 
»0   Darz&  regress  undTreservat. 

Der  teufel  diß  also  erdacht  hat,  /  ,   . 

Der  curtisaner  heneen  beseßen  * 

Daß  sie  ir  seien  heil  vergeßen 
Und  stellen  tag  und  nacht  nach  gfit:  ..^ 

>i       Dimn  nimer  wirterßilt  ir  m&L 

Oleich  als  wöltens  ewig  leben,  ^^ 

Kan  in  niemants  gnAg  me  geben.  .^ 


4i.^>U.   i^.4hV^   iL.«>W',vu 


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' "       ^ '     ..  Die  zehenden  kom  und  auch  der  wein 

p  \^cil^'t.*-ff        Muß.  alles  zuvor  ir  sein, 

100  Darz&  die  groBen  item  all:  7 

Damach  sftchens  überal. 
-'  * '; ''  '^ ''^^  jj  ^     Eim  armen  pfaffen  der  nit  kan 
U)^^  jük^A^.  vCi  Oder  ist  ein  solich  man 

u.Ä^.j.^j  u>4m,       Der  fro  ist  daß  er  möge  han 
yQf>^-i .  -fr>  CX-<uMiio6  Ein  bleibens,  darzfl  sich  emeren^ 
:.  *ii  »i'^  ^4v.c*uwa  i-'i '  Des'  hungers  oder  beteis  erweren, 
^M^  fi  a'X  ,  Dem  künden  sie  dann  sagen  wol, 

S-c    fi'<.4.#-vv^-  Wie  er  sich  da  emeren  sol, 

Von  eim  dorf  ins  ander  laufen, 
110      Das  öl  und  sacrament  verkaufen 
vi  Und  mit  dem  selbfich  faren  umbher: 

_:  ^vij^^®  brinfft  die  bauren  idl  in  Jc.ummer. 

,.  f  'f  '  *.  Hie  sohezt  man^am^die  arinen ieu!,         . ^ ^" 

Nimts  har  hinweg  und  auch  die  betit^ 
'     ■  "^'  115  Die  armen  pfaffen  arbeit  han,     "^  •? 

So  pfründenfreßer  müßig  gan.  /  * 
'ix\^  tx.^L>vo^  -.j  Die  geint  iez(^rren  in  der  welt/^ 
44vi-  A>«^.  na,\K^  \w^^>  Den  amen  wirt  zugestelt, 
i.w<:>cwct    :      MÄßenTpItfeiii  freßen  und  die  lügen 

La.*-,  c''>v  i'-^^^jjj^      Und  darzft  auch  im  stro  ligen, 
^^^t^"^*'^^         Hant  kein  kleider  anzÄthon, 

So  pfiründenfreßer  in  steten  gon 

^^  ^^XM  i  vA.-H-^     Mit  seiden  schauben  und  wol  bekleit 
^c.  ^CK^^^t.LQ^  j^  ^j^g  j^^^j^  jj^^  ^.^. 

If' M,*jLjUvV.^^vil^uP*^  ^^^  ^®^  *™^  "^^'^  *^8  bezalen. 
isLi  f^^  f  Wem  solichs  nun  thfit  wol  gefallen, 

'  '^    .     CDer  mftß  nit  sein  ein  Christen  man. 
"^     ll^^^^*  ^^^  schreiben  mer  darvan, 
*-  So  sieht  mans  leider  nur  zfi  vil. 
AW*ÄA\lS».3o      Darumb  alein  ich  manen  wil 
^^^^,^frv vurK  '  '^     Geistlich  und  weltlich  oberkeit 
Daß  solcher  Ungerechtigkeit 
Von  in  kein  schütz  schirm  noch  beistant  geschech^ 
Auf  daß  da  got  nit  ewig  rech 
ISO  Und  seinen  zom  dann  laße  außgan 


11  ' 


■,^       ,.- 


Über  weiber  kint  und  auch  die  iiianixv\ 
Und  strafe  ako  zorniklich 

Uns  alle  sampt  gemeinlich.  ^äw^a  f^<»-/w  ^^    ('  «  .  _ 

IPes  spilj  ist  worden  gar  sA  vil:  ^^^  ,,,,.  ^^^^.^XtZ^-^ 

140      Dammb  die  kugel  eilt  z8m  ziL 

Es  seint  zA  vil  ungelerter  pfaffen,    -^^^     -   -  ■  ''         *       ^  nr-Aju 
[Der  bauer  wil  sieb  nimer  laßen  affen,J"J^  ^,^4^  oilcdL^^^ 
Das  merkt,  ir  forsten  herren  und  regenten!        [__ 
Es  seint  furwar  nit  blaue  enten,^ 
145  Es  ist  der  ernst  und  warheit  gar.  ^"-'V  t"'''  ^^^  «^   ^i 

Oot  wirts  nit  me  dulden ,  sag  ich  furwar.    ^^^' 
"  So  ir  dann  sitz^f  an  gotes  stat^      ^  po^.^^  ^'  -, ^^   -^  1 

Von  im  ir  euem  gewalt  hat.        * 
Weren  «tcafeni  das  ist  mein  rat  p^is-w^^^ 

IM  Fürter  lant  kein.pfaffen  zfl  weihe  gan, 
Er  künde  dann  vorhin  verstau 
Das  alt  und  neuwe  testament 
Das  uns  got  hat  von  himel  gesent^r^v^«.^   ^vm  ^«  ^»  r-  ini  t  r.  • 
Und  den  gebrauch  der  sacrament, -  ^  ft%ju  ^^^^  t    -!(,<  .^tv^i-  xV. 
IM  Darzft  auch  sei  eins  erbem  leben        *»^^^^    ^  ,  ^^  ^^  h^->^^^i  dl. 
Daß  er  ein  g&t  exempel  geben  a-^  -^c^>» 

Und  künt  das  volk  wol  weisen  und  leren. 

Hiemit  werdt  ir  den  glauben  meren,  ^'^ 

Wo  ir  verschafft,  ein  iede  herd  ^  .  ■ 

IM      Mit  eim  gAten  hjrtgn^  versehen  werd     ^  '^  r  i  ^  -^  <  '^  <\  ♦  * '  -^ '"  ^ 
Der  sie  weid  mit  gAter  1er, 

DarzA  kein  priester  furter  mer 
Sitz  offlich  in  unelichem  stat  u.^<-<   '^'^  "      • 

Den  got  veimaleaeiet  hat, 
icft  Als  uns  die  heilige  schrift  thAt  deuten« 
Billich  Bchampten  sie  sich  vor  leuten 
In  solchem  schentlichem  stat  zA  sitzen. 

Ein  firumer  möcht  von  engsten  schwitzen 
Oder  gedenkt  die  geschrift  die  sei  nit  recht, 
m      Der  weil  so  offlich  dar  w^dei^  focht 
Der  pfaffen  leben  unj'ats  ir  thon.' 
Wie  möcht  es  iedoch  schantlicher  ston!  ^  ^'  - 

O  ir  ffirsten  und  herren,  lonts  euch  zA  herzen  gon ! 


\2 

i  .      ,'\\  Dann  unrecht  z&  strafen  hant  ir  geschworn, 

175      Do  ir  z&  heiTen  seint  erkom. 
Habt  in  gedechtnus  euem  eit! 
f  w,.N<^-vc  i.vviii^k.i^'c      Thftnt  ab  Bolich  Ungerechtigkeit 

Deren  ir  gfit  wißens  han :  q  ^ 

/•♦vvNAt.<».tvT/^  So  möcht  ir  dester  baß^bestan  y^t/ 

^*  ^oi.4^'^1iM^4^^^^  Vor  got  an  seinem  strengen  gericht.  ^         ^ ^x^'^f  ^ 
c^tcL   -^  Wo  aber  solichs  nit  beschicht,       -> 

H4xy^«,u^    '^'^^erdt  ir  zfi  ewiW  verOampnisganr    /^^^ 

Darumb  so  greifens  dapfer  an!  ^^ 

.i(  t^i-^\vct<>  (j  ,  >   LAuf  euch  die  sach  ä^achs^n  ist     f^ 
c^  />irx.  jg^      Darumb  schont  niemants  z&  diser  frist! 

,(a  c^  J»*<t''ilAA.^i  ^^''*'^*  ®^°^  ^*  irren  der  pfaffen  sperren 
t^ttA^i'^^  A  I^^6  recht  z&  thon  sich  wollen  weren    , 

pvU^<^.  ^Üft^u^  Und  hie  wider  wöUen  fechten 

dt>:}  U>  c^.H,cryu^    ^*  pcivüegien  gewanheit  und  Jkapsts /echten! 
cU-txH^   a#>v*^<>  L^nt  euch  nit  blenden  eure  freunt^ 


^Brfider  Schwester,  w^die  seint! 

geinemSn^'fUtmeh  wassen! 


CA.p>        ^      iLants ''nit  An  fireinemlln^^me] 


,    i   .  ,       i     Auf  daß  von  inen  nit  werd  vergoßen 

,,c/  -  topsjx^^oL*'*^*"^  unschuldig  chnsten  blöt 
cv>vt^;    LtÄvw.'C-^»i^">^  Th&nt  darzfl  (es  deucht  mich  gftt) 
^\    ^LV-vv^Yv/e^'*'*  '  Und  gestaten  fUrhin  nit 
c  /   ^<>'**  ^  Daß  Wfit  und  schweiß  der  armen  lüt 

\    V-  *  •  r'^  **     gQ  üppiglichen  werd  veraert 

Und  so.  yil  laster  damit  emert! 
800  Erbarmen  euch  der  armen  leut! 
Fürwar  es  ist  iezt  an  der  zeit 
Secht  an  euere  underthanenl 

Die  seint  von  verflachten  curtisanen 
Von  mark  biß  auf  das  bein  genagt 
S05     ^Greifens  an!  sieint  unverzagt! 
ti   .,^^,  J^^®^  ^^  ^^  ®^^^  8^^  sicher  geben 
Kxol "       ]     Hie  glück  und  hei^j^  dgrt  ewigs  leben. 
V  Dißbitten  gemeinlich,  weib  und  man! 

Also  wil  ich  beschießen  han. 
ijT»^  (^Kert  euch  zu  got,  ir  curtisan!^. 


^*k:«  cxi-*^>vv.V 


III. 


ICH  KAN  NIT  VIL  NEUES  ERDENKEN 

ICH  >rUSZ  DER  KATZEN  DSCHELLEN  ANHENKEN. 


Die  weit  wirt  gar  ser  betrogen. 

wölt  goty  es  war  als  erlogen 

das  hernach  gesehriben  stat 

und  uns  iez  zu  banden  gat. 
s  ach  got!  wie  sol  wir  es  greifen  an 

daß  da  nit  so  manig  man 

yerfiiert  werd  durch  des  teufeis  list 

und  auch  des  bösen  Endechrist 

der  iez  regiert  in  diser  weit: 
10  hat  uns  betrogen  umb  das  gelt, 

er  hat  uns  großen  ablaß  geben 

und  zugesagt  das  ewig  leben. 

daran  ein  großer  zweifei  is 

daß  wir  unsem  herm  Jesum  Christ 
IS  und  sein  reich  lunb  gelt  soln  kaufen 

und  von  einer  kirch  zfi  der  andren  laufen, 

so  Christus  seinen  jungem  hat  befolcht 

das  auß  zA  teilen  umb  keinen  solt. 

nnn  merken  iez  zA  diser  zeit, 
so  wie  uns  das  hemblein  so  nach  anleit! 

das  gelt  wöl  wir  wider  han 

und  wagen  leib  und  sei  daran. 

ist  nit  ein  feiner  list  erdacht? 

das  gelt  hat  man  uns  wider  bracht. 
n  das  hat  gethan  des  babsts  legat 

mit  des  teufeis  und  menschen  rat. 


14 


das  gelt  hat  er  uns  wider  geben, 
darumb  abkauft  sei  er  leib  und  leben, 
hat  das  ie  kein  mensch  gehört? 

30  also  seint  wir  Christen  iez  verkört. 
was  werden  wir  von  dem  gelt  genießen 
dann  ein  großes  bl&tvergießen : 
das  sag  ich  euch  on  allen  spot. 
fürwar  es  schreit  räch  zfi  got. 

95  laßt  uns  got  biten  früe  und  spat 
daß  er  uns  gebe  seinen  rat, 
daß  wir  uns  selbs  mügent  erkennen 
und  uns  nit  von  einander  zertrennen 
als  er  uns  zAsamen  gefüeget  hat. 

40  nun  merkt  wo  mit  die  weit  umb  gat. 
die  weit  ist  also  ganz  verkert 
daß  einer  von  dem  andern  lert 
das  uns  got  selber  verboten  hat: 
das  treiben  wir  iez  früe  und  spat. 

45  das  wil  ich  got  von  himel  klagen, 
ich  m&ß  den  butzen  außher  sagen 
daß  sich  der  gwalt  mit  gelt  laßt  zwingen 
und  von  dem  rechten  also  tringen. 
das  hat  gethan  ein  welscher  man, 

50  der  hat  ein  braune  kappen  an, 
wolt  inen  sagen  wer  si  sint: 
do  schwelgten  si  gleich  als  ein  kint 
das  an  das  bet  geschißen  hat 
sag  an,  ist  das  ein  weiser  rat? 

55  ich  sagen  dir,  du  frumer  man, 
nimb  dich  diser  sach  gar  nichts  an! 
man  möcht  wol  bei  der  sach  versten, 
es  würd  ein  andren  auch  angen. 
ich  dar  den  selben  nit  nennen: 

60  die  Teutschen  Franzosen  th&nt  in  kennen, 
darauf  haut  sie  die  sach  gespilt, 
obs  schon  dem  gemeinen  man  nit  gefeit 
aber  man  solt  die  gemeind  auch  fragen, 
ob  si  die  bürde  möchten  ertragen: 


15 

ts  es  würd  villeicht  ein  bößers  geraten 
und  nicht  gefolgt  den  bdsen  thaten, 
wann  got  auch  sein  hilf  darzu  thät, 
80  in  niemants  daromb  bat 
und  daß  wir  ließen  von  der  sünd. 

7«  als  dann  Jonas  hat  verkünt 
der  großen  etat  Niniphe  genant, 
da  hant  si  ire  sünd  bekant, 
die  in  vierzig  tagen  solt  ondergan, 
hant  si  von  stund  an  b&ß  gethan, 

76  thet  inen  got  barmherzigkeit  ^ 

die  er  keinen  menschen  nie  verseit. 
wami  wir  uns  aber  nit  thfin  bekeren 
und  nicht  förchten  got  den  herren^ 
so  würd  uns  got  nichts  übersehen, 

so  gleich  als  den  fünf  steten  ist  beschehen« 
da  fant  got  nur  einen  man 
der  im  da  wäre  underthan: 
da  ließ  er  die  stat  verderben 
und  in  den  Sünden  ako  sterben. 

tö  wil  uns  die  forcht  xdt  darzfi  zwingen 
und  die  liebe  gotes  nit  tringen^ 
so  bit  ich  dich,  gedenk  daran, 
was  Christus  fiir  uns  hab  gethan, 
daß  er  zft  uns  herab  ist  kumen, 

90  hat  die  menschheit  an  sich  genumen, 
hat  uns  erlöst  mit  seinem  blfit 
und  nit  erkauft  umb  zeitlich  gfit, 
ist  got  dem  vater  gehorsam  gsein, 
hat  geliten  vil  schmach  und  pein. 

05  das  wil  man  iezunt  nit  betrachten, 
man  thfit  sein  leiden  gar  verachten, 
man  schwort  bei  seinem  creuz  und  wunden: 
wo  hat  man  das  ie  mer  erfunden 
daß  ein  volk  hab  seinen  got 
100  also  gar  fttr  einen  spot! 

was  Üifint  unser  obren  und  herren 
daß  si  es  so  gar  nicht  weren? 


\ 


1(1 


fürwar  f^war  es  ist  nit  gfit 

und  wirt  genomen  freud  und  mAt, 
105  wann  uns  got  strafet  zfi  der  zeit^ 

so  er  das  letste  urteil  geit 

darumb  so  laßt  uns  das  nit  verachten 

und  das  leiden  Christi  betrachten 

damit  er  uns  erlöset  hat 
110  und  daran  unser  säligkeit  stat! 

laßt  uns  hie  büeßen  unser  sünd! 

wie  Johannes  hat  verkünty 

da  er,  in  die  wüestin  saß 

und  kein  menschliche  speise  aß. 
115  was  hat  der  heilig  Johannes  gethan? 

o  du  gewalt,  gedenk  daran! 

er  hat  Herodi  die  warheit  verktint 

und  in  gestrafet  um  die  sünd 

daß  er  seim  brAder  sein  weib  het  genomen, 
120  das  zimet  warlich  keinem  fromen: 

des  hat  er  im  sein  leben  genomen. 

es  ist  warlich  iezunt  darzA  komen, 

welicher  iez  die  warheit  thAt  sagen, 

den  thAt  man  iez  so  hoch  verklagen. 
185  man  spricht,  er  wöll  die  weit  verfUeren, 

so  er  die  schäflein  gern  wölt  nören. 

man  spricht  darbei,  er  sei  ein  ketzer: 

das  thAnt  nur  die  üppigen  schwetzer 

in  denen  kein  rechte  erkantnus  ist 
ISO  nun  bit  ich  dich,  herr  Jesu  Christ, 

daß  du  uns  die  sünd^wöUest  verzeihen 

und  wollest  uns  dein  gnad  verleihen, 

wie  du  sant  Paulum  hast  bekert 

und  in  die  rechten  warheit  gelert 
135  und  so  mengen"  sünder  groß : 

die  liebe  auß  der  goiheit  floß. 

ach  got,  das  thA  zA  diser  zeit, 

wann  uns  iez  notturft  anleit! 

o  herr,  das  thAn  ich  dir  erklagen. 
uo  ich  mÄß  auch  etwas  von  heiligen  sagen. 


n 

mancher  thftt  zA  den  heiligen  laufen 
und  wil  da  großen  ablaß  kaufen: 
80  red  ich,  daß  zfi  dieer  firist 
darum  ein  großer  irtum  ist. 

lAh  wer  die  heiligen  thAt  eren 

und  nit  anbetet  got  den  herren, 

der  thut  wider  das  erst  gebot 

'du  Bolt  anbeten  und  eren  einen  got.' 

wer  in  die  heiligen  sezt  sein  yertrauen, 

IM  verlaßt  den  alten  got  und  sficht  ein  neuen, 
wer  zfi  den  heiligen  reit  oder  gat, 
der  selb  kein  rechten  glauben  hat: 
er  meint,  der  heilig  sol  im  helfen  auß  not^ 
ab  ob  unser  rechter  got  sei  tot. 

1&6  wer  die  heiligen  th&t  rüefen  an, 
der  wil  got  nit  für  ein  vater  han, 
so  man  doch  in  der  natur  fint, 
den  vater  rtiefet  doch  an  das  kint, 
wie  Christus  im  pater  noster  lert. 

ICO  also  seint  wir  Christen  iez  verkert. 
es  spricht  iez  vil  menger  man 
^ich  mftß  wol  ein  fursprechen  han." 
der  redt  wider  gots  barmherzigkeit, 
so  Christus  selber  hat  geseit 

165  <koment  zfl  mir  all  die  betrüebt  sint' 
gleich  wie  ein  vater  seinem  kint. 
in  den  sollen  wir  vertrauen: 
furwar  es  wirt  uns  nit  gerauen. 
nun  hörent  hie  zfi,  jung  und  alt! 

170  daß  sein  got  von  himel  walt! 
merkent  auch  hie,  man  und  weih! 
das  ist  iez  der  pfaffen  keib 
und  auch  der  münchen  in  der  kutten: 
baut  uns  gelert  und  auch  geboten 

175  das  inen  am  meisten  anleit, 
ir  eigen  nutz  und  auch  ir  geit, 
künnent  ir  wort  gar  wol  blüemen. 
ein  ietlicher  thfit  sein  heiligen  rüemen. 

2 


18 


haut  auch  vil  brfiderschaft  gemacht: 
180  ist  als  umb  den  geit  erdacht. 

haben  uns  die  warheit  verschwigen 

und  manche  Zauberei  getriben, 

went  das  evangeli  nit  erkennen 

und  thänt  des  Luthers  büecher  verbrennen. 
185  das  seint  die  beschomen  knaben, 

weiten  ein  eignen  heiligen  haben. 

z&  Bern  hant  si  in  außerweit: 

ist  inen  tief  ins  kot  gefeit. 

im  rauch  seint  sie  z&  himel  gfaren. 
190  die  warheit  sagen  eim  die  narren. 

und  die  noch  seint  in  irem  leben 

was  wöUent  si  z&  antwort  geben? 

si  künnen  nit  sagen,  es  sei  erlogen: 

der  teufe)  hat  si  daran  betrogen. 
195  man  reit  inen  iez  in  das  spil 

und  truckt  man  auch  der  büecher  vil 

die  sagent  nicht  in  iren  sack. 

das  bedunkt  si  gar  ungeschmack: 

inen  get  an  dem  opfer  ab, 
soo  hant  si  gar  für  ein  großen  schad. 

es  möcht  wol  menger  han  gedacht 

^hat  mich  der  teufel  ins  kloster  bracht.' 

ich  wil  in  geben  ein  guten  rat, 

guter  werkman  kam  nie  z&  spat. 
805  die  jungen  sollen  die  kutten  abziehen 

und  weit  von  dem  kloster  fliehen, 

soUent  sich  neren  mit  ir  band  arbeit, 

wie  got  der  vater  hat  geseit. 

die  alten  sol  man  laßen  bleiben, 
210  in  gotes  dienst  ir  zeit  vertreiben 

biß  daß  sich  endet  ir  leben, 

ir  gfit  den  armen  leuten  geben: 

das  war  den  armen  leuten  fäg. 

es  wären  dannocht  pfaffen  gn&g. 
215  darmit  hat  diser  sprach  ein  end. 

daß  uns  got  allen  kummer  wend!  amen. 


IV. 
DIE  GÖTLICHE  MÜLE. 


Dm  hont  xwen  Schweizer  bauren  fremacht 
Pürwar  s!  hont  ©ii  wol  bptracht. 


1521. 


Der  erst  baur. 

Seiet    gegrüeßet  aller  tiefgnmdister  und  hoehgelertster 

rauller!  dein  müli  aoß  den  vier  evangelisten  mit  sampt  dem 

aoBerwelten  vaß  Paulo  zfi  malen  ist  angelaßen,  auf  welcher 

male    daa  allerzartest  heilsam  imd  honigsußest  m^l  der  göt- 

iichen  warheit  zfl  einem  trost  christenliehem  volk  teglichen 

malt,     darauß  das  best  brot  gebaehen,  iedoch  yerdampter 

gei%  durch  einblasung  Satane   sölich  mel  nit  für  honigsüß, 

sonder    als   bitter   galten   erkent  wirt    in   hofihung    unser 

Schöpfer  werde  mit  seinen  götliehen  gnaden  gedachtem  müller 

(welchen  ich   acht  filr  den  andren  Dänielem  als  ein  waren 

Propheten,  auß  dem  ungezweiflet  der  heilig  geist  redt)  bei- 

stant  ^thftDL^amit  das  suß  mel  in   scherpfe  seiner  vemimft 

gehinue^^BüTch  die  unverstendigen  blinden  tollen  verstopften 

geitig^n  und  hochfertigeny'so  sich  achten  gelert  sein,  in  iren 

verkerten  blintheiten  verharren£jnit  gehindert,   sunder  uns 

armen  sfinder  sölich  außerweit  gebachen  brot,   das  Christus 

selb  ist,  zfi  erfolgung  ewiger  säligkeit  gedienen  möge.  amen. 

Der  ander  baur. 
Einher  got,  in  ewigkeit  ^ 

Job  er  und  dank  sei  dir  geseit 

2* 


o  1 


V   l'      a' 


'1    X 


Der  liebe  so  du  z&  uns  hast, 
.,    uns  in  der  wüste  nit  verlast. 
'  5  Also  angesehen  daß  wir 

darin  so  lang  sint  gangen  irr, 
Da  durch  kumen  in  große  not, 

gibst  du  uns  iez  das  himelbrot. 
Auch  als  deinem  volk  Jsrael 
10      z&  aufenthaltung  unser  sei 
Sendest  du  uns  iez  dein  gnad, 
,    da  durch  dein  müli  aber  gat 
Die  so  lang  ist  gestanden  lär 

als  ob  der  müUer  gstorben  war.   ^i    ^^^  ^ 
ir»  Denn  das  (waßerj3er  waren  1er,         \ 
was  von  dem  rechten  weg  fast  ferr 
Gerannen  also  lang  biß  daß 
die  evangelisch  warheit  was 
'*    An  vil  orten  verschwigen  gar. 
xo      got,  des  hastu  genomen  war, 
Den  großen  mangel  gsehen  an, 

so  dein  volk  lang  zeit  hat  getban 
Jn  disem  laut  vil  jar  imd  tag, 
nach  Amos  des  propheten  sag,  /    y^  ^ 

25  Als  er  an  dem  achtenden  spricht  ^ 

^großer  hunger  wirt  z&gericht, 
Der  wirt  weren  ein  lange  zeit 

auf  allem  ertrich  nach  und  weit.' 
Doch  wirt  es  nit  ein  hunger  sein 
30      daß  mangel  werd  an  brot  und  wein. 
Sunder  meint  er  am  selben  ort 

alein  den  mangel  des  gots  wort 
Das  man  understat  zft  weren, 
lang  nieman  hat  laßen  leren: 
s&  Da  durch  dann  iez  also  blint 

in  rechtem  glauben  worden  sint 
Wir  all,  daß  kaum  ist  zjk  bescheiden, 

ob  wir  Christen  oder  beiden 
Seint    doch  hat  got  die  verstentnus 
4»      viler  menschen  erleucht  in  uns. 


21 


DaB  si  in  klarlicher  sehen 

dann  vor  hat  mögen  besehehen, 
Da  der  geiz  die  münch  und  pfaffeu 
im  eignen  nutz  gelert  hat  schaffen, 
«s  Die  sich  rumen  solcher  eren 

daß  si  zA  dem  reich  des  herren 
Habent  den  schlüßel  und  den  gwalt, 
I  hat  aber  um  si  also  ein  gstalt:' 
Si  hant  nit  wollen  hinein  gan, 
öo       ander  nit  wellen  darein  lan. 
Aber  man  sieht  iez  offenbar 
in  dem  evangelio  ^förwar, 
Daß  anders  gar  nit  fst  dann  die  f^    -  ^ 

kraft  gotes  die  uns  armen  hie 
.%5  Elin  heilsamkeit  eim  ieden  ist. 

welcher  wil  sein  ein  warer  clirist, 
Sol  in  dem  evangeli  lernen: 

da  findet  man  den  rechten  kernen, 
Oot  lieb  zfi  haben /f&rEair)mer. 
«•      dann  wir  finden  InTeiher  1er, 
Wie  gnädiklich  er  uns  hat  bedacht, 

die  offnen  Sünder  nit  verschmachte 
Wie  oft  ist  er  bei  inen  gseßen, 
mit  inen  gtrunken  und  auch  geßen, 
•3  Ir  silnd  miltiklich  nachgelan, 
also  daß  wir  lernen  verstau 
X>ie  vili  der  genaden  sein. 

diß  ist  sein  ganze  meinung  gsem, 
Mit  seiner  gÄte  uns  zft  im  . 
70       zA  ziehen:  des  v^rnör  sein  stimm, 
Da  er  spricht  ^wem  vil  nach  wirt  glan, 

derselb  wirt  auch  vil  lieb  han.^ 
8o  aber  rauber  worden  sint, 
die  mit  listen  so  gar  geschwind 
zb  Beraubent  unser  sei  und  leib, 
es  sei  jung  alt  man  oder  weiK 
.pie^Jreie  kinder  sein  sollen 
Christi  des  herren,  die  wollen 


0    9^;.U'-j 


{       ^i 


^t    .x,>.    .1        -■.' 


22 

8i  machen  inen  eigen  kneeht 
»0      mit  ganzem  gwalt  on  alles  recht, 

Wie  Pharo  in  Egypten  thet,  ^ 

der  das  volk  hart  betrucket  bet 
Mit  strengen  werken  schwer  und  groß, 
unzalberlich  über  die  moß.      ^^^-^ .  .<.v .  p    l 
»5  Also  man  auch  iez  mfiß  klagen 
die  schw&re  burdi  so  wir  tragen. 
Die  si  nit  wellen  anr&ren 

mit  einem  finfi^er,  sunder  f&ren 
Mit  großem  böch  uns  armen  leut, 
i)o      Sagent  gebeut  wider  gebeut^ 
Wart  hicy  wart  dort,  wart  widerumby 

ein  wenig  hie,  Trenig  dort  umb: 

Da  durch  si  sich  selbs  girret  hant 

darum  ist  dem  propheteii'  ant, 

9b  Die  milch  der  armen  schafen  freßen, 

das  feist  getödt  und  auch  geeßen. 

Das  mit  der  wollen  wart  verweist, 

das  schäflein  gots  wart  nit  gespeist 
Inen  solt  wol  sein  bekant 
100      daß  wir  doch  schäflein  seint  genant, 
Nit  ochsen^  und  da  bei  leren 

daß  si  uns  nit  selten  beschwären 
Mit  keinem  joch^  sunder  lan 

bleibenfwie  Christus  hat  gethan]         < 

105  Daß  aber  nit  ist  beschehen, 
diß  eilend  hat  angesehen 
Got  der  herr  und  zfl  uns  gesant 

in  die  wilsti,  das  ist  Teutschlant, 
(Das  die  Römer  nit  me  betrachten, 
110      schnöder  dann  ein  wüesti  achten) 
Ein  scheiterpuschen  angezünt: 

das  ist,  so  uns  nun  wirt  verkünt 
Das  evangeli  grechtiklichen 
durch  den  übertreffenlichen 
115  Weit  berumpten  hochgelerten  man 
Erasmus  von  Rotterdam; 


23 


Hat  uns  den  wefip  recht  a«%fit^fti^, 


daß  wir  sicherlich  mögen'gan 

Z5  der  waren  heiligen  gschrifi  ^^l-^ 

die  alle  ding^  weit  übertnffi,  V'^^^^M      *  '   /- " 

Nach  1er  und  frümkeit  der  alten  ^u*-*    ' 

disen rposchl brinnend  behalten, 

DcM^h  nit  verzert  z&  keiner  firist:  \^*-^'A-  c 


t    f.itX 


kJi 


das  ander  nit  bedeuten  ist/ 
125  Dann  daß  die<j^tt%en  und  die 

ungerechten  understant  ie 
In  z&  loschen,  mags  doch  nit  sein, 

dann  er  von  got  hat  seinen  scheih. 
Diß  hat  der  hochgiert  getreu  man 
ISO      Martin  Luther  gesehen  an  /^a^l^u 

Und  ist  näher  gegangen  hin  z&^  " 

dann  kein  toller  ^an{ast  mog  thä,  ^       , ,  , .  . 
JQia^es  nach  menschlichem  verstant  hM^> 

alles  samen  ermeßen  haut. 
135  Noch  seint  andQJt.me  die  leren: 

der  stimm  mir  leie^  geren  hören, 
Dann  sie  reden  die  gotes  stimm.    ,. 

das  hören  seine  sch^  von  im  ,v  <  ^  < .» 

Fast  gern  und  kennen  in  wol, 
140      wie  ein  christ  seinen  hirten  sol 
Erkennen^  daß  er  warlich  ist 

unser  getreur  hirt  Jesus  Christ 
^Ich  bekenn  auch  si  (er  selber  spricht) 

meine  schaf  und  verschmäheü^  nicht.' 
145  Das  hat  Erasmus  betrachte  .   /<  ^ 

sich  eilents  z&  der  müli  gmacl^t^ 
Daß  er  zeitlich  dar  ist  komen^ 

hat  sich  des  malens  angenomen  )  , . 

Der  heiligen  gschrift  müUerknecht|  .    ^ 

160       so  uns  das  mel  lert  beutlen_recht^  _  I  ^  '^*'f^ 
Mit  seinen  gschriften  manigfalt, 

daß  es  sein  s&ßen  gschmack  behalt,  -  ^ 

Daß  warer  glaub  ist  gotes  er.  '  .w   v«    ^ 

doctor  Luther  der  waren  Icr 


24 

ihi  Ein  herolt  in  disen  sachen 

hat  sich  angenoroen  z&  bachen. 
Das  waßer  zA  dem  mel  gethan, 

den  teig  wol  in  griffen  gehan,   k 
Da  mit  das  war  mel  werd  z&  brot. 
u^>  *AJi>^     ^160'   nja  durch  er  komen  ist  in  not: 
Die  ^hilistine«  woltent  in 

geren  töten,  das  hant  si  im  sin: 
Die  brunnen  si  verworfen  haben 
^7  SO  Abrahams  knecht  hant  graben. 

165  Das  ist  der  bninn  daranß  uns  kunt  ^  ^.• 
des  eVangeliums  rechter  grünt, 
Auß  Velchem  doctor  Luther  nam 

das  waßer  so  z&  seinem  mel  kam. 
Aber  si  werden  schaffen  neut:  y 
170    ^jea  seint  noch  vil  erTber  bider  leut, 
4««  Wol  me^dann  siben  tausent  man 

''",*,u>,        die  ir  knie  hit  gebogen  han 
Ui^'uu .  Vor  Bai  dem  abgot  der  beiden, 
<  c^l^        hant  sich  von  Christo  nie  gescheiden, 
175  Die  auch  iren  munt  aufwjthan  hant  ^^  "^^ 
zfi  ring^umb  in  dem  teutschen  lant, 
^"^  Daß  der  nebel  wie  vor  und  e 

wirt  sauren  ie  lenger  und  me, 
Also  das  brot  gebachen  werd 
180      z&  nutz  <uns  armen  hie  auf  erd. 
C^Das  also  wart  brot,  ist  das  wort, 
da  Christus  spricht  an  einem  ort 
'Der  mensch  lebt  nit  alein  im  brot, 
sunder  das  wort  gots  ist  im  not.' 
^^"185  Das  sich  auß  gnaden  meret  faßt 

si  hant  gehept  kein  rn  noch  rast 
Biß  si  den  schaz  funden  haben 
'  '  ^  den  weder  rost  noch  die  schaben 

Verzeren  mögen  hie  in  zeit, 
-^  nro      den  acker  gsehen  da  er  leit. 
O  himlischer  beck  und  unser  got, 
\  wie  weit  hat  uns  dise  rott 


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25 


Verföeret  von  deiner  götÜchen  mtilen! 
o  heiTy  mir  wellen  kein  andern  erwölen 
I9&  Wenn  den  man^oß^  deiner  warheit  thAt  ächten  '^ 
nnd  kein  marter  straf  thftt  dammb  schieben   ^ 
Da  hin  in  die  hant  vergraben  ^ 

die  in  vor  gestolen  haben. 
Genant  beck  wirt  nit  nach  lan, 
so«      wie  es  im  iemer  sol  ei^an, 

Pen  schaz  wirt  er  herauß  bringen, 
daß  die  warheit  für  mög  tringen, 
Seite  er  schon  dammb  geben 

was  er  hat,  sein  leib  und  leben :  jt  < .  y  ^  ^ 

w.Dann  so  si  den  leib  nemen  hin,  .  >     .    / 

^^^ÄiogÄra  der  sei  nit  schädlich  sin. 

Er  wurd  es  alles  wagen  dran        ,^^  ^     •  -    > 

in  hoffiimig,  got  werds  mit  im  han. 
Karsthans  seinen  flegel  noch  hat:  K  H 

«0       der  die  heilig  gschrift  iez  auch  verstat. 
Welt  man  in  betriegen  wie  vor, 

so  ist  er  so  ein  grober  tor,  .  ^  ' 

Er  schlüge  mit  dem  flegel  drein,, 
>  ^        solt  joch  sein  studens^  einer  sein,       y 
«15  Giltet  gleich  ob  im  der^^grint  blut.        ? 
auch  die  unnützen  roten  hut>^ 
Geisig  münch  und  reibig  pfaffon     "-  4c  ^u        .  ^ 

wurdent  all  nicht  vor  im  schaffen  f 
^8  die  wölf  wurd  ers  verjagen.  ,  _^ 

**o       doch  sollen  wir  nit  verzagen,^^ 
Den  almechtigen  got  rufen  an, 
ein  g&te  hoffiiung  zfi  im  han, 
In  dammb  bitten  allermeist, 

daß  er  uns  send  den  heiigen  geist^ 
ti5  Den  er  Petro  gegeben  hat 
da  er  in  seiner  gnaden  bat 
Umb  daß  er  hat  verleugnet  seiD.  7 

also  thA  uns  sein  hilfe  schein,' 

So  wir  in  auch  verleugnet  hant, 

SM      seiW  worden  sent  unbekant, 


rr  >  *  /  C- 


26 


Daß  er  uns  mit  barmherzigkeit 

ansehe,  da  durch  wir  bereit 
Seient  nach  ze  TQJgfi&de  im 

als  unsers  rechten  hirten)Btimmy 
235  Daß  wir  erkennen  disen  tag 

der  uns  zfi  heil  gedienen  mag, 
Umb  daß  sein  müli  durch  gezwang 

nit  widerumb  so  mußig  gang. 
Sunder  daß  diß  hunksuß  mel  werd 
240      zfi  broty  da  durch  wir  hie  auf  erd 
Werden  bereit  zu  seinem  reich 

das  er  verheißet  ewikleich 
Abraham  und  seinem  samen. 

das  yerleich  er  uns  allen!  amen. 


V. 


EIN  SPRUCH 

VON  DEM  BÖSEN  MISBRAUCH 

IN  DER  HEILIGEN  CHRISTENHEIT  ENTSTANDEN. 

Hört  zii^  ir  herren,  meiner  sag! 

Die  weit  f&rt  iez  ein  große  klag^ 
Wie  auf  wöl  Btan  yil  ketzerei, 

Irtiunb  im  glauben  auch  d^bei. 
5  So  man  doch  ChriBti  1er  fürhelt, 

Werden  vil  from  fär  ketzer  zeit. 
Merkt  wie  es  gangen  ist  bißher 

Hit  merlin  gaukelprediger 
Die  sich  ein  fimd  habent  erdacht, 
10      Zeichen  der  heiligen  aufgebracht, 
GroB  walfart  ailenthalb  verkünt. 

Wie  gescheut  sei  worden  ein  blint, 
Toub  gehörent,  stum  redent,  lamer  gerad, 

Habent  gemacht  ein  seltsam  wildbad 
15  Und  ander  wunder  auch  on  zal: 

Des  ist  vol  worden  borg  und  tal. 
Daß  man  die  heiligen  r&fet  an. 

Laßt  leider  gotes  hilf  stil  stan,  , 

So  si  mich  doch  in  nöten  ließen, 
SV      Wenn  ich  seinr  g&theit  nit  sölt  genießen 
Die  er  gethan  hat  hie  auf  erden 

Daß  ich  der  möcht  teilhaftig  werden. 
Fürbit  der  heiligen  ist  iez  für  nicht, 


28_ 

Sie  hettens  dann  bei  leben  außgerieht. 
85  Auch  gibt  uns  Christus  zfl  verston. 
Was  wir  sein  vater  in  himels  thron 
Recht  bittent  in  seim  namen  zwar, 

Das  werd  er  uns  geweren  gar. 
Also  was  unsers  herren  1er: 
so      So  dürfen  wir  keins  andern  mer, 
Als  auch  die  rechten  prediger  verkünden 

Die  sich  beim  ewangeli  lant  finden, 
Geschweigent  ander  faselteding  und  lupperei 
Und  sagent  was  die  warheit  sei. 
85  Das  wil  die  gmein  nit  haben  für  gfit: 

Auf  merlin  und  zeichen  sezt  si  im  mfit, 
Darmit  die  einfeltigen  in  große  irrung 

Gebracht  seint  worden  und  verfürung. 
Das  macht  alein  des  pfennings  lieb, 
40      Hat  auß  uns  gmacht  rauber  und  dieb. 
Der  geiz  und  unser  eigner  nutz 

Macht  manigen  seltsam  fasnachtbutz : 
Har  wachs  imd  kleider,  ketten  groß 
Henken  wir  far  der  heiligen  gnoß, 
45  Als  ob  sie  kramer  imd  kaufleut  seien 
Und  uns  von  aller  krankheit  freien. 
Darumb  schenken  wir  in  silber  und  golt 

Und  seint  in  doch  nit  änderst  holt 
Dann  daß  si  uns  ir  hilf  beweisen 
50      Und  thfint  groß  zeichen,  sunst  lant  wir  reisen 
Unser  andacht  und  nit  darnach  stellen 

Daß  wir  wurden  der  heiligen  gesellen 
Dort  ewiklich  in  jenem  leben. 
Die  er  alein  dem  Schöpfer  geben 
55  Der  alle  wunder  einig  thftt. 

Und  er  selbs  ist  das  öberst  gAt. 
Es  hat  geredt  sein  götlich  munt 

'Wenn  nun  wirt  komen  dise  stund 
Daß  falsch  prediger  werden  aufstan 
60      Die  dich  heißen  z&n  hülen  gan, 
Da  gschehen  große  wunder  zeichen: 


29 

Volg  in  nitl  dann  du  wirdst  geleichen/ 
Nun  sieht  die  weit  iezunder  wol 
Daß  alle  lant  seint  wal£art  vol. 
«s  Darbei  wir  vil  geprechen  hont 

Und  got  unser  danunb  nit  schont. 
Maniger  sagt,  er  hab  hilf  erworben. 
Ach  goij  wer  er  darfär  gestorben, 
Dann  daß  er  die  heiligen  an  liegen  thnt 
7o       Und  verfurt  maniges  fromen  mfit! 
So  man  dann  solichs  weren  wil^ 
So  komen  der  romanisten  vil 
Mit  irer  straf  und  feurem  vulcan, 
WöUent  verprennen  iederman 
76  Daß  keiner  die  warheit  sol  sagen 

Und  thfint  si  auß  der  kirchen  jagen. 
Daß  weißt  iez  maniger  biderman 

Der  anders  wenig  lesen  kan. 
Noch  ist  ein  anders  auch  vor  banden. 
M      Die  Römer  habens  nit  für  schänden 
Daßs  geistlich  gaben  bieten  feil 

Und  hat  daran  kein  armer  teil. 
Wer  aber  pringt  ein  seckel  hert 
Mit  gelt,  der  ist  in  benevenert, 
SS  flndt  gnig  zA  tauschen  und  zfi  kaufen. 

Heimlich  th&nt  si  sich  selbs  drumb  raufen. 
Kein  firomer  glerter  darf  hinzfi. 

Ist  einer  ungeschickter  dann  ein  kA, 
Es  hat  kein  not,  gibt  er  nur  vil, 
90      Man  leicht  im  was  er  haben  wil 
Und  laßt  den  armen  hinder  der  tür 

Stil  stan  und  nimer  mer  herfiir. 
Wirt  enn  ein  predicatur  beschert, 
So  mAß  er  heinen  ir  gefert 
9»  Und  ligen  auf  Sophisterei 

Von  opfern  anders  auch  darbei, 
Und  wie  die  heiligen  thfin  groß  zeichen, 

Dardurch  si  gelt  und  git  erreichen. 
Das  hat  den  glauben  ser  vergift 


30 

100      Und  aUoB  das  sei  und  leib  antrifft. 
Noch  eins  het  ich  vergeBen  schier, 

Das  wil  ich  heimlich  sagen  mir 
In  still  und  in  geheim  alein: 
Es  hörts  iez  niemant,  als  ich  mein. 
105  VU  prediger  seint  iez  in  der  welt^ 

Geben  beßer  landsknecht  in  das  feit 
Dann  prediger  gottes  kunst  und  wort 
Das  si  doch  selbs  nie  haut  gehört 
Si  selten  ander  leut  weisen  und  leren, 
110      So  sagent  si  von  seltsamen  meren. 
An  der  kanzel  die  leut  auBrichten: 

Darauf  thfint  si  studieren  und  dichten. 
Machent  zank  und  hader  in  der  gmein: 
Es  gefeit  in  nur  ir  ding  alein. 
IIb  Ein  gftt  spil  habent  si  darmit 

Daß  man  in  darein  darf  reden  nit 
Wie  möcht  nun  baß  gesein  eim  gauch 

Dann  so  man  im  erlaubet  auch 
Daß  er  ander  zfi  fantasten  dürft  machen! 
ISO      Des  würd  er  hinderm  wein  oft  lachen. 
Ein  prediger  sol  füren  ein  schlechtes  leben. 

Dem  volk  ein  g&t  exempel  geben. 
Es  seint  aber  iez  etlich  keiben 

Die  nichts  dann  gaukelwerk  thunt  treiben. 
185  Ich  darf  es  warlich  nit  laut  sagen: 

Wie  die  ros  ziehent,  also  gat  der  wagen. 
Es  geschehen  große  wanderzeichen: 

Darmit  th&t  man  die  leut  oft  leichen. 
Laufent  all  lant  tmd  winkel  auß, 
130      Bauent  all  tag  ein  neu  gotshaus, 
Laßent  die  alten  fallen  damider, 

Tragent  knobloch  auß  und  zwifel  herwider. 
Der  Mumer  hat  solich  narren  erzelt, 
In  seiner  narrenbeschwerung  gemelt. 
^3^  Sebastian  Brant  ist  auch  im  spil: 
Der  hat  anzeigt  der  narren  yil 
Die  niemant  sunst  ie  het  crkent 


31  _ 

DaB  sie  auch  narren  weren  genent. 
So  si  antragen  seide  wat, 
IM       Man  Bolt  nit  merken  ir  nerrbche  that, 
Vermeinen  si  in  irem  sin: 

Noch  dennocht  wirt  man  sein  wol  in. 
Schied  nit  yU  daB  einer  ein  narr  wer. 
Wenn  er  nur  im  selbs  behielt  sein  1er 
145  Und  ließ  sein  predigen  nnder  wegen^ 
Thet  sich  seiner  torheit  alein  pflegen, 
Tret  nit  daher  als  künt  er  wol, 

Verfart  nit  mit  im  ein  stat  vol. 
Wie  wol  ich  aach  bin  ein  ordenman, 
150       So  hab  ich  mußen  sagen  darvon 

Daß  man  solt  predigen  den  rechten  grünt. 

Alles  das  geredt  hat  Christus  munt 
Und  predigen  auch  wie  Paidus  thet 
Der  iederman  filr  Schwester  und  bruder  het. 
is»  Die  leut  hat  er  nit  also  gescholten, 
Seiner  1er  hat  niemant  entgolten, 
Als  iez  bei  unsem  predigem  geschieht. 

Haniger  ein  fSasnaohtspil  anrieht, 
Daß  man  vergeßen  sol  dameben 
i«o      Wie  er  fürt  so  ein  schentlich  leben, 
Kan  nichts  dann  große  switracht  machen 

Und  seines  nechsten  Unglück  lachen. 
Hat  er  nit  Juden  teufel  und  hell, 
Weißt  er  nit  was  er  predigen  soll, 
les  Darumb  kompt  oft  die  reu  hernach 
Die  geraten  hat  ein  solcher  gach. 
Fürwar  es  gehört  keim  prediger  zu 
Daß  er  im  volk  mach  solch  unrA^ 
Sonder  sol  machen  firid  und  san: 
170      Das  stat  eim  fromen  prediger  wol  an. 
Aber  diß  seint  die  selben  knaben 

Von  denen  Christus  selbs  thftt  sagen 
'Si  leren  aber  nit  auß  mir. 
flin  beispil  wil  ich  sagen  dir 
106  (Spricht  Christus  in  seiner  waren  1er): 


32 

Sie  gant  gleich  wie  die  schaf  daher 
Und  seint  doch  reißend  wölfe  innen.' 

Stellent  nur  nach  zeitlichem  gwinnen 
Und  achten  nit  der  Bcheflein  heil, 
180      Laufent  mit  andern  am  narren  seil 
Und  dörften  selber  baß  der  straf 

Dann  alle  ire  arme  schaf. 
Noch  ist  ein  seltsams  mer  vorhanden. 

Ein  große  schatzxmg  in  allen  landen. 
18&  £6  seint  auch  iez  gar  vil  betler, 

Machen  kist  käst  und  seckel  1er. 
Sie  reiten  im  lant  her  und  hin, 

Erdenken  manigen  clAgen  sin. 
Wider  si  darf  keiner  ichts  sagen: 
190      Furcht  ieder  in  wurden  die  heiligen  plagen. 
So  wil  ich  dennocht  nit  gar  schweigen, 

Ich  furcht  mir  nit  am  köpf  der  geigen. 
Von  betlem  so  wil  ich  nit  laßen 

Die  tag  und  nacht  schlemmen  und  prassen. 
19.5  Alm&sen  ist  ein  g&te  ihat, 

Welcher  es  recht  außgeben  hat. 
Die  beüer  reiten  hohe  pfert  daher: 

Also  kompt  der  heilig  Antonier, 
Der  selbig  samlet  vil  der  schwein, 
200      Damach  so  kompt  sant  Bemhardcin 
Und  sagent  uns  vil  merlein  dar, 

Man  kan  si  nit  erfüllen  gar. 
Denn  kompt  sant  Valtin  von  Rufach: 

Der  selb  sagt  auch  von  seiner  sach 
205  Und  samlet  da  der  pfenning  vil. 

Sitzent  zfim  prass  und  zfi  dem  spil. 
Zu  teutsch  heißen  sie  stationierer. 

Si  seint  ein  teil  groß  verfurer: 
Gensbein  för  heiltumb  forens  um, 
210      Bestreichen  darmit  die  Völker  frum, 
Oewinnent  darmit  hab  imd  g&t 

Und  ftirent  ein  herlichen  mAt 
Darein  sol  man  in  gar  nichts  sprechen, 


33 

Solist  werden  es  die  heiligen  rechen.' 
115  Die  heiligen  seint  im  himelreich: 
Wölt  got,  wir  weren  in  geleich! 
Sie  haben  solichs  getriben  nit. 

Dann  si  hetten  vil  gewunnen  mit. 
Aber  wer  got  treulich  röfet  an 
tt9      Der  heiligen  verdienst  zfi  genießen  lan, 
So  darf  er  kein  gelt  darumb  geben^ 

Er  genenßt  der  lieben  heiligen  leben. 
Damach  so  kompt  der  barfußer, 
Der  ist  ein  rechter  erzbeüer, 
^s  Sagt  von  drei  reglen  sant  Francisc: 
Das  warlich  alles  erlogen  ist. 
Sant  Francisc  was  ein  fromer  man, 
Er  knnt  mit  solchem  nit  umbgan: 
Aber  sein  nachkomen  habens  erdacht, 
S30      Zfi  Rom  die  freiheit  zfl  wegen  bracht. 
Das  wil  ich  also  laßen  sein. 

Nun  trit  unser  frauen  brfider  herein: 
Wie  im  der  nam  sei  geben  worden,  * 
Ich  hör  vom  Carmeliten  orden. 
tu  Augustiner  bleiben  daheimen  nit, 
Si  siunlen  und  betlen  auch  mit. 
Prediger  wer  wol  ein  rechter  orden 

Dem  betlen  zA  eim  erb  ist  worden, 
Im  und  auch  allen  sein  nachkomen, 
t4o       Dann  si  seint  die  rechten  und  fromen. 
Man  heißt  sie  meister  der  ketzerei. 

Merkt  y  wie  ich  es  auch  mein  darbei! 
NH  daß  si  ketzer  sollen  sein, 
Also  ist  nit  die  meinung  mein: 
t*s  Sunder  daß  si  ketzer  kennen  wol, 
Wie  man  si  all  verpreimen  sol. 
Doch  wie  irs  merkt,  schlag  ich  in  die  «chanz. 

Sie  haben  gemacht  den  rosenkranz, 
Darzfi  den  psalter  hochgelobt: 
SS«      Darmit  si  haben  zAgeschopt 

Dem  firoroen  gemeinen  volk  die  oren 

3 


34 

Und  81  gemacht  zu  großen  toren. 
Der  beüer  sack  wirt  nimer  vol: 

Wie  man  in  ftilt,  so  bleibt  er  hol. 
855  Der  geiz  ist  apt  in  iedem  orden. 

Des  seint  die  lant  der  münch  vol  worden, 
Nit  darumb  daß  si  geistlich  seien^ 

Nur  daß  si  sich  vor  armfit  freien, 
Darumb  werden  si  closterleut. 
200      Verzweiflen  an  dem  der  in  die  narung  goit, 
Das  ist  die  ursach  daß  si  werden 

Geistlich  personen  hie  auf  erden. 
Sölten  si  groß  armfit  erleiden, 

Sie  würden  geistlich  orden  meiden. 
idh  Wer  wolt  werden  ein  ordens  man, 

Der  vil  abbrach  im  selbs  solt  than. 
Sölt  er  auch  schneiden  hacken  reuten, 

So  blib  er  bei  den  andern  leuten 
Und  wirket  als  sein  eitern  theten. 
270      Lernet  wie  Christus  junger  beten! 
Gar  wenig  wort  seient  es  zwar 

Und  seint  uns  gnfig,  sag  ich  förwar. 
Ein  ieder  wil  sich  mit  betlen  neren. 

Des  künden  wir  uns  vor  in  nit  erwercn : 
275  Doch  laßen  wir  die  armen  Christen  stan. 

Wie  uns  got  hat  leren  gethan 
<Was  ir  den  armen  th&nt  in  meim  namen/ 

Meint  er  die  armen  blinden  krumen  laraen. 
Groß  prelaten  seint  betler  worden. 
280      All  heiligen  im  himel  müßen  in  den  orden, 
Christus,  Maria  müßen  auch  daran, 

Sant  Peter  zä  Rom  fürt  selb  den  fan. 
Laßent  die  kranken  vor  der  kirchen  sterben, 

Die  hausarmen  auch  gar  verderben 
SA»  Und  helfent  Rom  zu  irem  geiz. 

Secht  aufl  trifft  man  die  geiß  so  leits. 
Hiemit  wil  ich  es  laßen  sein 

Von  betlem  allen  in  gemein 
Die  uns  das  ganz  jar  also  beschetzen 


-35 


290       Hit  irem  klaffen  und  geschwefzsen. 
Den  wir  nichts  schuldig  weren  von  recht. 
Der  priester  ist  gots  und  unser  knecht. 
Forwar  sant  Peter  kein  münch  was 
Noch  Pauls  das  außerwelet  vaß. 
<»^  Christus  hat  si  über  uns  gesezt; 
Si  hant  uns  nit  also  geschezt 
Umb  unser  gät  und  unser  gelt: 

Si  weren  sunst  nit  heiligen  gezelt. 
Wa  man  in  geben  wolt  gelt  und  lant, 
»•»o       Flühen  si  all  hinweg  zA  hant. 
Ahn&sen  sol  man  denen  geben 

Die  gar  nichts  übemächtigs  heben. 
Die  pfarrer  sölent  haben  rent 
Und  nit  der  betler  convent, 
36S  Die  sacrament  umb  sunst  auBteilen, 
Die  armen  Christen  darmit  heilen. 
Also  hat  Christus  selbs  gelert: 

Man  hats  im  aber  iez  verkert. 
£r  sprach  4r  habt  nichts  darumb  geben 
310      Zft  besitzen  das  ewig  leben« 
Auch  sölt  ir  andern  also  thon: 

So  habt  ir  mit  in  ewigen  Ion.' 
Zfi  Rom  hat  man  noch  eins  erdacht, 
Vil  ablaß  in  teutsch  lant  gebracht, 
315  Die  leut  darmit  ser  übemomen. 

O  we!  wa  seint  iez  die  armen  fromen 
Lerer  der  ersten  christenlichen  kirchen? 

O  we  daß  wir  die  hell  nit  fürchten! 
Das  machen  alles  die  ablaBbrief, 
SSO      Daß  etlich  faren  also  tief 
Daß  in  nit  mer  geholfen  wirt. 

Zfi  Rom  da  sizt  der  Christen  hirt: 
Von  Schafen  ist  er  gewichen  zu  weit^ 

Hat  schier  verschom  schaf  woU  und  heut : 
3ts  Nun  gat  es  inen  an  die  bein. 

Er  laßt  die  schaf  all  stan  alein 
Und  achtet  nit  daß  er  hat  knecht, 

3* 


30 

ReiUent  wöIf  über  menschlich  geschlecht. 
Das  gelt  nimpt  er  parteisch  ein, 
330      Auß  Schafen  laßt  er  werden  schwein. 
So  man  die  warheit  schweigen  sol^ 
So  ist  die  kirch  iez  schaben  vol: 
Es  schindt  und  schabt  ein  ieder  dahin 
Alein  daß  er  hab  eignen  gwin, 
335  Hat  gar  kein  acht  sunst  auf  das  sehaf, 
Ob  es  schon  zfi  der  hell  ablaf. 
Ablaß  der  sünd  wirf  ich  nit  zi.  ruck, 

Sonder  ist  im  glauben  ein  michel  stuck. 
Ich  sag  von  Rom  und  seim  ablaß 
340      Und  walfart  ligen  auf  der  straß. 
Kein  ablaß  mag  man  so  groß  begeren, 
Man  findt^  ein  glos  kan  si  geweren 
Und  sagent  in  vor  bloße  wort 
Von  wunderzeichen  hie  und  dort, 
315  Das  ist  etwan  kaum  halben  war. 

Noch  nimpt  der  bapst  die  gülden  bar, 
Bestetiget  sdles  was  si  sagen. 

O  we !  wem  sollen  wir  das  klagen  ? 
Was  Christus  ie  verboten  hat, 
350      Das  wirt  umb  gelt  ein  rechte  that. 
'Zeichen  seint  nit  allweg  gerecht, 

Du  verflfichts  ebrecherisch  geschlecht!' 
Also  sagt  Christus  mimt  zu  dir. 

'Ich  thet  dann  zeichen,  nit  glaubtest  mir.' 
355  Zeichen  gehören  nit  eim  ieden  zfi. 

Daß  er  glaub  das  ein  heiig  zeichen  thfi 
Mit  einem  sünder  hie.  auf  erden: 

Er  mfiß  vor  durch  gnad  rechtvertig  werden, 
Durch  beicht  b&ß  reuw  und  alles  das 
360      So  reinigen  mag  ein  sündig  vaß 
Und  anders  das  gehört  darzA. 

Daß  got  mit  eim  ein  zeichen  thfi 
Und  nit  ein  alt  geschnitzeltes  holz 
Oder  ein  gemaltes  bild  so  stolz, 
365  Daß  es  thu  zeichen  zfi  einicher  stunt, 


37 

So  es  hat  weder  geist  noch  munt: 
Das  laß  ich  iez  in  r&wen  stan. 

Das  einfeltig  volk  wil  zeichen  han: 
Des  genießen  die  prelaten  wol 
:^7o      Und  wirt  ir  seckel  geltes  vol. 

Wie  mocht  man  ein  bequemere  Schätzung  machen 

Dann  mit  solichen  gaukelsachen ! 

Ich  mfiß  der  abenteur  selbs  schier  lachen. 
Der  bapst  ist  daran  schuldig  zwar 
97»      Mit  seinem  gnadenreichen  jar, 
Und  kein  concilium  haben  wil, 

Laßt  es  hin  schleifen  in  der  still. 
So  darf  es  sunst  anregen  kein  man, 

Er  würd  for  ein  ketzer  griffen  an. 
^40  Solicher  ndsbrauch  ist  on  zal, 

Hat  überhant  gewonnen  überal. 
Ich  hoff,  Karl  der  durchleuchtig  held 

Werd  es  z&  herzen  nemenselb 
Und  laßen  berufen  ein  gmein  concilium: 
M5      So  findt  man  an  der  sach  das  recht  trum. 
So  wöl  wir  bitten  got  aller  ding 

Daß  dem  frumen  fUrsten  wol  geling 
Und  im  got  geb  sein  herz  gerecht: 

So  werden  vil  krumer  sachen  schlecht. 


VI. 
VON  DEM  JUBELJAR. 


Ditt  bKecIilein  sagt  gar  offeabar 

von  Bwtfeltlgem  Jabe^ar. 
Da«  ein  des  harren  Jesu  Christ, 

das  ander  des  bapsts  Jarmarkt    ist. 
Welcher  dlQ  bttechlein  recht  besieht, 

der  lauft  gen  Rom  umb  ablaO  nicht. 

Rom  wirt  ein  haubt  der  weit  genant  : 
daramb  kein  geist  Ist  da  bekant 

Wann  nuor  der  bös  und  ffint  der   vrolt : 
daher  Rom  liebt  für  got  das  gelt. 
1585. 


Ein  ieder  christ  ist  des  verpflichte 

wann  er  sein  brftder  irren  sieht; 
Daß  er  in  weis  und  zeig  im  an 

den  rechten  weg  den  er  sol  gan. 
5  Nfin  hab  ich  kurz  bi  nacht  gedocht, 

weil  ich  etwan  nit  schlafen  mocht, 
Daß  man  das  fünf  und  zwenzig  jar 

iezt  zelen  wurd.  da  dacht  ich  zwar, 
Das  ist  das  jar  da  von  man  seit , 
10      was  großer  gnad  und  heiligkeit 
ZA  Rom  gefunden  werd  mit  schal : 

welcher  die  kirchen  suche  all, 
Der  werd  ledig  von  Sünden  gar, 

und  heißt  man  es  das  jubeljar. 
15  Da  fiel  mir  zd  ,  wie  wir  bißher 


39 


verfurt  sint  mit  der  falschen  1er 
Daß  wir  des  wegs  gefeit  han  ganz, 

biß  daß  uns  got  der  gnaden  glänz 
lez  scheinen  lat  so  kreftiglich. 
::«       da  dacht  ich  mein  zeit  hinder  sich, 
Was  ich  vom  jubeljar  hab  ghört 

damit  wir  lang  zeit  sint  betört 
Durch  den  Entchrist  den  bapst  z&  Koni, 

was  er  hat  gmacht  für  ablaßkrom. 
25  Die  weil  man  aber  noch  vil  findt 

die  des  falschs  nit  berichtet  sint, 
Die  merken  uf  diß  kurz  gedieht, 

so  werden  si  gar  wol  bericht 
Wo  si  recht  gnad  und  ablaß  finden 
rv<»       und  bleiben  dannocht  bei  im  kinden. 
NAn  hört !  der  jubeljar  sint  zwei : 

das  ein  hat  gar  ein  groß  geschrei 
Und  hat  doch  wollen  wie  ein  schwein ; 

das  ander  dunkt  mich  beßer  sein. 
S5  Das  ein  das  hat  der  bapst  erdicht, 

der  deutschen  gelt  darmit  gericht: 
Das  ander  zeigt  uns  Jesus  Christ 

der  aller  gnad  ein  geber  ist. 
Das  ein  ist  falsch  und  eitel  trug, 
4o       das  ander  warhaft  und  kein  lug. 
Im  jubeljar  des  bapsts  man  seit 

daß  durch  die  weite  Christenheit 
Der  ablaß  werd  ganz  ufgehaben: 

wer  ablaß  well^  gen  Rom  mfiß  traben, 
4o  In  Jesu  Christi  jubeljar 

dem  Sünder  wirt  verzigen  gar, 
Er  sei  gleich  wo  er  sei  uf  erden, 

darf  nit  zfi  Rom  ein  pilger  werden. 
Im  jubeljar  des  bapsts  man  fort 
ho       duTchgangen  ist  die  gülden  port 
Daß  man  der  sünd  möcht  ledig  sein. 

so  spricht  Christus   ^wer  nit  gat  ein 
Durch  mich  in  stal  ,  der  ist  ein  dieb.' 


40 


der  bapst  on  gelt  hat  nienian  lieb: 
55  So  hat  uns  ChristuB  umb  sunst  geben 
das  i^ir  verlangen  ^  ewigs  leben. 
Das  jubeljar  des  bapsts  fürwar 

kumpt  erst  in  fünf  und  zwenzig  jar. 
Das  jubeljar  des  herren  Christ 
60      all  jar  all  tag  all  stunden  ist: 
Zfi  welcher  zeit  man  gnad  begert, 
so  wirt  man  der  von  got  gewert. 
Im  jubeljar  des  bapsts  man  halt 
gar  vil  auf  seine  gnad  und  gwalt 
65  Und  wirt  da  Christus  gar  veracht 
der  uns  die  gnad  alein  hat  bracht. 
Im  jubeljar  des  bapsts  (nfin  hört!) 

wirt  mancher  uf  der  straß  gemört: 
Im  jubeljar  Christi  wirt  geben 
70      den  toten  daß  sie  ewig  leben. 
Im  jubeljar  des  bapsts  man  irt 

und  mangem  ist  die  straß  verwirt; 
Aber  in  Christi  jubeljar 

mag  nieman  irren  umb  ein  har, 
75  Wann  er  das  leben  ist  und  weg, 
die  warheit  und  der  rechte  steg 
Durch  den  man  kumt  ins  vaterlant. 

im  jubeljar  des  bapsts  ze  haut 
Zeigt  man  vil  toten  bein  ze  Bom: 
80      da  mit  treiben  sie  iren  krom. 
Im  jubeljar  Christi  wirt  zeigt 

in  des  namen  sich  alzeit  neigt 
Ein  iedes  knie  im  himelrieich, 
uf  erden  ,  hellen  algeleich. 
85  Im  jubeljar  des  bapsts  ist  vast 
demutigkeit  ein  frembder  gast, 
Aber  hoflfart  und  bracht  ist  groß: 

das  treibt  der  bapst  on  underloß. 
Das  geben  im  die  teutschen  narren, 
90      die  dort  im  wagen  \  hie  im  karren 
SUits  ziehen  mußen  ewiklich, 


_41 

so  ferr  sie  nit  lant  wenden  sich. 
Dar  gegen  Jesus  Christus  kam, 

die  gstalt  eins  knechts  er  an  sich  nani, 
»5  Hat  nit  da  er  sein  haubt  hin  legt, 

wart  aber  herlich  uferwegt. 
Also  wirt  er  was  nidrig  ist 

erhöhen  euch  z&  seiner  frist. 
Im  jubeljar  des  bapsts  ist  gar 
100       liegen  und  triegen  offenbar; 
Im  jubeljar  des  herren  Christ 

ja  ja  f  nein  nein  die  rede  ist. 
Ze  Rom  wirt  mangem  vil  gestolen, 

80 «er  vermeint  ablaß  ze  holen: 
105  Im  jubeljar  Christi  (ich  sag) 

kein  dieb  den  schaz  nit  stelen  mag. 
Im  jubeljar  des  bapsts  gemein 

machen  die  pilger  müde  bein, 
Wann  sie  gen  Rom  umb  ablaß  loufen, 
11«      den  sie  umb  gelt  doch  mußen  koufen. 
Christus  in  seinem  jubeljar         • 

Gibts  als  imib  sunst  und  spricht  ^kumpt  liar! 
Welcher  glich  mud  von  arbeit  ist, 

ich  wil  in  Sterken  z&  der  frist.' 
115  Im  jubeljar  des  bapsts  ze  haut 

verlaßt  manger  sin  vaterlant, 
Ouch  weib  und  kint  und  zeucht  gen  Rom 

und  bringt  ein  brieflin  für  ein  krom: 
Das  sol  die  gstalt  sein  Jesu  Christ, 
iio       doch  schwerzer  dann  der  teufel  ist. 
Damit  hat  Rom  die  weit  betrogen. 

ich  gloub  genzUch,  es  sei  erlogen 
Was  man  von  Fronica  ußspreit, 

die  weil  die  gschrift  darvan  nüt  seit. 
125  An  Christi  jubeljar  man  gat 

da  man  das  recht  vaterlant  hat. 
Da  wirt  kein  christ  wider  umbkeren 

der  hant  anlegt  an  pfläg  zfi  eren, 
Wann  Christus  Jesus  im  nit  leugt, 


42. 


130      noch  in  mit  falscher  gstalt  betreugt. 
Im  jubeljar  des  bapsts  hie  bei 

wer  eigen  ist,  der  wirt  nit  frei, 
Wie  bei  den  alten  ist  gewesen, 
als  man  Levitici  mag  lesen. 
135  Auch  ist  kein  geistlich  freiheit  da: 
wer  die  begert,  sich  anderswa, 
Wann  das  hat  sich  genzlich  beftmdcn, 
wie  hart  man  uns  hat  angebunden. 
Die  speis,  die  e  und  die  vastag, 
HO      die  iederman  frei  bruchen  mag, 
Darzft  die  beicht  und  sacrament 

hat  man  uns  in  ein  gsatz  gewent. 
Im  jubeljar  Christi  wirt  geben 

die  recht  freiheit  des  geists  (merkt  eben) 
145  Und  nit  des  fleischs  die  mancher  sftcht 
des  sin  nach  got  gar  wenig  rieht 
Im  jubeljar  des  bapsts  mfiß  man 
zÄ  Rom  die  tempel  s&chen  gan 
In  allen  gaßenJiin  und  her, 
150      gleichsam  ob  got  verloren  wer 
Oder  spilet  der  blindermaus 

daß  man  in  sfich  von  haus  z&  haus : 
Und  uns  die  gschrift  doch  clarlich  seit 
'ir  sint  der  tempel  gots  bereit 
155  Und  got  wont  in  keim  tempel  nicht 
durch  menschen  hende  ufgericht.' 
Im  jubeljar  des  bapsts  verAcht 

das  reich  gots  wirt  zu  Rom  gesucht: 
Und  Christus  spricht  mit  Worten  dar 
100       <das  reich  gots  ist  in  üch  förwar.* 
Und  wir  wollen  gen  Rom  drum  loufen, 

die  gnaden  gots  um  gelt  erkoufen, 
Gleich  wie  Simon  der  Zauberer 
an  Petrum  thet  der  gleich  begemV 
i<i5  Ze  Rom  uß  großer  heißer  not 

gar  mancher  ißt  und  trinkt  den  tot. 
Im  jubeljar  Christi  (merkt  eben !) 


43 

neußt  man  und  trinkt  das  ewig  leben. 
Das  jubeljar  des  bapsts  on  gschrift 
170       nfir  uß  dem  geiz  ist  ufgestift: 
Das  jnbeljar  Christi  on  zal 

mit  gschrift  bewart  ist  liberal. 
Daher  in  des  bapsts  jubeljar 

der  gnad  gefalt  wirt  ganz  und  gar  : 
175  So  Christas  mit  sim  eignen  blut 

der  gnaden  gots  uns  werschaft  thät. 
Was  sol  ich  lang  darvon  vil  sagen? 

von  Rom  wirt  kein  gAt  gwißen  tragen. 
Danunb  rat  ich  eim  ieden  christ, 
i^       die  weil  es  nüt  dann  falscheit  ist, 
Daß   er  sich  hut  vor  diser  fart 

and  bei  sim  haus  der  gnaden  wart. 
Langent  den  ablaß  den  ir  hant 

von  Jesu  Christo  üch  benant: 
u5  Den  armen  speist  und  gebt  im  trank, 

wirt  er  eilend  oder  ist  er  krank! 
Ist  er  nackend  y  in  gfengnis  gleit, 

gant  z&  im  ,  thftnt  im  dienstbarkeit! 
O  got  y  so  wir  das  grifen  an, 
190       ließ  got  uns  nimmer  leit  zfi  stan: 
Er  würd  uns  geben  durch  sein  namen 

recht  ewig  gnad.  das  gschech  uns  !  amen. 


vn. 

EIN  TE  DEUM  LAUDAMUS 
VON  BAPST  PAULO  DEM  DRITTEN 

VERDEUTSCHT 

DURCH  BÄPSTLICHER   HEILIGKKIT 

GUTEN  FREUND 

ERASMUM  ALBERUM. 

Pasquillus 
Dein  heiligkeit  verfluchet  ist, 

MarsoriuB 
Du  mensch  der  stind  und  Widerchrist. 

Pasquillus 
Dem  satan  deim  heubt  hengstu  an 

Marsorius 
Der  nichts  denn  liegn  und  würgen  kan. 

Pasquillus 
5  All  dein  Schmeichler  imd  hofgesind 

Marsorius 
Der  Christenheit  ergst  verreter  sind. 

Pasquillus 
Die  ganze  rott  der  bschomen  schar 

Marsorius 
Rumen  von  dir  mit  großem  schal 

Pasquillus 
*Du  allerheiligster ! 

Marsorius 
10  O  allerheiligster! 


46 

Pasquillus 
Vil  heiiger  bist  denn  der  gecreuzigt  Christ.' 

MarsoriuB 
Doch  sagen  wir  daß  himl  und  erd 

Pasquillus 
Vom  gstank  deins  greuls  betrübet  werd. 

Marsorius 
Von  dir  helt  nur  der  heuehler  schar  : 
Pasquillus 
IS  Was  die  sagen  das  ist  nicht  war. 
Marsorius 
Buben  und  knabnschender  on  zai 

Pasquillus 
Mit  einem  mund  dich  loben  all. 

Marsorius 
Dagegn  die  ganz  Christenheit  werd 

Pasquillus 
Helt  dich  jf&m  ergst  böswicht  auf  erd, 
Marsorius 
to  Denn  eitel  lugen  ist  dein  1er 
Pasquillus 
Die  von  dem  teufel  komet  her. 

Marsorius 
Dein  son  im  hurenbett  gebom 

Pasquillus 
Ist  ein  Sodomit  wie  du  verlorn. 

Marsorius 
Solch  greulich  sünd  treibt  ir  vil  i^ 
Pasquillus 
»5  Denn  daß  ir  zulaßt  priestere. 
Marsorius 
Du  lestermaul  und  teufeis  kind 

Pasquillus 
Mit  alle  deinem  hofgesind, 
Marsorius 
Du  hast  einr  nonn  leib  nicht  verschmecht 

Pasquillus 
Zu  meren  das  verdampt  geschlecht. 


46 


Marsorius 
30  Das  himelreich  zugschloßen  hast, 

Pasquillus 
Beschwert  die  leut  mit  ewiger  last. 

Marsorius 
Derhalbn  bistu,  gröster  böswicht, 

Pasquillus 
Zur  ewign  verdamnis  hingericht. 

Marsorius 
Hilf  nu  deim  volk  und  mach  sie  reich ! 

Pasquillus 
35  Cain  dehn  vater  bistu  gleich. 

Marsorius 
Mit  dir  in  der  hell  han  sie  teil. 

Pasquillus 
Dein  ablaß  wird  nu  nimer  feil. 

Marsorius 
Dein  rott  lert ,  daß  die  ablaßkist 

Pasquillus 
Die  sünd  vergeh  gwisser  denn  Christ. 

Marsorius 
40  Deins  götzndiensts  und  abgötterei 

Pasquillus 
Sind  wir  ,  got  lob  !  nu  forthin  frei. 

Marsorius 
Teglich  ,  bapstesel ,  wir  fluchn  dir 

Pasquillus 
Und  Christus  namen  preisen  wir. 

Marsorius 
Weil  der  auf  unser  Seiten  steht, 

Pasquillus 
45  Das  bapstumb  gwis  zu  trümmem  geht. 

Marsorius 
Got  wolt  ja  gnedig  dafür  sein 

Pasquillus 
Daß  uns  nicht  eff  der  heuchler  schein. 

Marsorius 
Der  liebe  got  wol  uns  erhörn 


47_ 

Pasquillus 
Und   das  verflucht  bapstomb  zcrstörn. 
Marsorius 
so  Oot  zeig  uns  sein  barmherzigkeit. 
Pasquillus 
£>er  bapst  ligt ,  das  ist  uns  nicht  leit. 

Marsorius 
Die   auls  bapsts  gnad  und  lere  trauen 

Pasquillus 
Werden  gottes  reich  nimer  schauen 
Amen. 

Versiculus 
Danket  got  daß  der  mensch  der  sünden  ofFcnbarct  ist! 
Wir  danken  got  durch  unsem  herm  Jesum  Christ. 


VIII. 

EIN  QETICHTE 

DARIN  ANGEZEIGT  WIRD 

WIE  FROM  HERZOG  HEINRICH  VON  BRAUNSCHWEIG 

UND  WIE  BÖSE  DIE  LUTHERISCHEN  SEIN. 

HERZOG  HEINRICH  VON  BRAUNSCHWKIG 

Neue  mttnsc  schlag  ich, 
Die  kMten  vol  hab   ich, 

AU  elgcnwillisch  wider  mich, 
Henog  Heinrich  bleib  ich. 

CONTRARIITM 

Neue  tflcke  braaeh  ich, 
NichU  erlichs  handel  ich, 

Drnmb  all  evangelisch  wider  mich, 
Ein  tchelm  und  bttswicht  bleib  ich. 


Cunz  Braun  ist  der  frome  man 

Der  wider  er  und  eid  thun  kan. 
Ein  gesprech  hat  er  drücken  laßen 

On  titel  und  namen  der  maßen, 
Daß  er  die  weit  damit  wil  blenden 

Und  frome  leut  on  schult  sehenden, 
Wie  auch  fleißig  haben  gethan 

Im  kamergericht  sein  compan, 
Daß  sie  habn  gethan  in  die  acht 


49 


to       Anß  lauter  mutwil  wol  bedacht 
Zu  Goslar  die  erliehen  leut 

Die  noch  unschuldig  sind  heut 
Und  nie  wider  das  reich  haben  gethan 
Und  auch  izt  in  gehorsam  stan. 
IS  Das  hat  herzog  Heinrieh  gemacht 
Der  allezeit  nach  unfrid  tracht. 
Er  wolt  gern  die  stat  verderben 
Und  brengen  unter  sein  erben. 
Er  wolt  sich  an  inen  rechen. 
^0       Ir  lantwer  thet  er  einbrechen, 
Mit  feur  er  sie  verbrent  gar 

Und  erstach  ir  bürger  vorwar. 
Dnunb  han  sie  mit  gutem  gwißen 
In  kriegs  nöten  eingerißen 
tb  Ein  kloster  vor  ir  stat  gelegen, 

Dafür  sie  sich  nicht  künden  regen. 
Er  war  mit  sein  reutem  schon  bereit, 
(Wie  man  das  weiß  guten  bescheit) 
Er  wolt  sich  izt  darein  legen 
so      Und  daratiß  die  stat  befehden. 
Das  stunt  Goslar  nicht  zu  leiden. 
Derhalben  solchs  zu  vermeiden 
Theten  sies  kloster  auß  seim  gsicht, 
Wie  denn  von  steten  oft  geschieht 
s5  Und  im  gleichm  fal  on  hinderlist 
Jdermann  mit  recht  erleubt  ist. 
Noch  müßen  sie  sein  in  der  acht 
Für  der  weit  mit  großer  pracht, 
Alein  daß  Heinz  der  bösewicht 
40       Sein  lügn  hat  bracht  fiir  ir  gericht. 
Wer  hat  größer  imrecht  ie  gehört 
Und  die  weit  ie  so  hoch  betört? 
Laße  dirs  doch  erbermlich  sein, 
O  goty  lieber  herre  mein! 
4s  Gedenke  doch,  herr  got,  daran. 

Wie  böslich  und  unrecht  hat  gethan 
Das  keiserlich  kamergericht 

4 


50 


Daß  es  sein  eid  und  pflichte  bricht^ 
Dazu  er  und  tugent  vergißt 
50      Auß  lauter  bosheit  und  arglist^ 
Daß  sie  den  von  Goslar  helfen  nicht 

Wider  Heinz  den  erzbösewicht, 
Der  solche  verreterliche  that 
Wider  die  arme  stat  gethan  hat 
65  Des  gleichen  nie  gehöret  ist 

So  lang  die  weit  gestanden  ist, 
Die  im  auch  mit  freflicher  that 

Gefangen  imd  ermordet  hat. 
Ins  keisers  gleit  sie  griffen  an, 
Go      Da  sie  soltn  billich  sicher  stan. 
Und  als  sie  in  sein  hend  sint  komen, 

Hat  er  in  mit  gewalt  genomen 
Ir  hab  und  das  keiserlich  gleit 
Das  zu  irem  schütz  war  bereit 
G5  An  zweifei  und  zu  großer  ere 

Der  keiserlichen  macht  und  höhe, 
Davon  er  mit  werten  so  vil  helt 

Daß  er  im  selbst  niemant  gleich  zeit. 
Solcher  bubenstücke  vil  mer 
70      Wider  got  recht  und  alle  er 
Hat  der  leichtfertig  verlogn  man 
Andern  leuten  wol  mer  gethan, 
Wie  sein  böse  gerüchte  laut. 
Auch  von  der  begrabene  braut 
75  (Die  heut  zu  tag  noch  leben  sal 
Und  sich  emert  in  seinem  stall) 
Der  Goslar  citation  melt 

Und  der  ganzen  weit  furhelt, 
Auch  sein  verreterliche  that 
80      Die  er  am  pfafih  begangen  hat, 
Den  er  vest  hat  eingeschloßen 

Und  mit  blei  das  schloß  begoßen, 
Da  er  hat  müßen  verterben, 
Des  hungers  jemerlich  sterben. 
85  Solchs  gerücht  muß  er  behalten 


51 


Und  bei  aller  weit  laßn  walten 
Biß  er  klerlich  purgiere  sich 

Fht  gerieht:  solches  helt  den  stioh. 
£r  muß  schweren  den  eid  gar  rein 
'^      Selb  sibn  die  im  ebnbürtig  sein. 
Wo  das  nicht  bald  aufm  fuß  geschieht, 

So  muß  er  bleibn  ein  bösewicht. 
Das  wirt  im  nicht  abwaschn  der  Rein, 

Vil  weniger  das  pochen  sein, 
»s  Es  ist  der  feign  und  verzagtn  art 

Daß  sie  scharren  und  pochen  hart, 
Da  doch  gar  nichtes  hinder  ist 

Denn  daß  sie  zu  haus  auf  irm  mist 
Wie  die  verzagten  hunde  beUen 
IM      Die  an  helsen  tragen  schellen. 
Wider  disen  untreuen  man 

Qoslar  kein  recht  erlangen  kan 
Aufl  keiner  andern  Sachen  nit 

Denn  daß  si  sint  lutherisch  mit: 
ifts  Denn  die  lutherischen  knaben 

Mußen  alzeit  unrecht  haben. 
Wenn  sie  auch  gleich  gehorsam  sein 

Gh>t  dem  herm  und  irm  keiser  fein. 
Alle  zeit  müßen  haben  recht 
11»     Bapst  mönch  pfaffen  und  ire  kneoht, 
Wenn  sie  gleich  wider  got  leben, 

Auch  Widers  keisers  gsetz  streben, 
So  ists  in  alles  vergeben, 

Wenn  sie  nur  den  bapst  erheben, 
n:>  Wider  den  Luther  heftig  reden, 

Über  got  und  sein  wort  schweben. 
Und  das  ist  kein  wunder  nicht 

Daß  solchs  zu  diser  zeit  geschieht, 
Dweil  ins  keisers  kamergeiicht 
»»     (Wie  alle  weit  ist  wol  bericht) 
Eitel  pfaffen  knechte  sitzen 

Die  wider  uns  etsts  erhitzen 
Konig  und  fursten  hocfagebom. 


52 


Den  fromen  keiser  außerkom 
Hb  Zu  zom  und  grim  bewegen 

Daß  er  sich  wider  uns  sol  legen, 
(Wie  Ciinz  Brauns  gesprech  anzeigt      • 

Und  mit  großem  vleiß  anregt) 
Zu  vergießen  unschuldig  blut, 
ISO      Daß  wir  komen  umb  leib  und  gut. 
So  hau  sie  sich  im  gesprech  erzeigt. 

Wie  sie  zum  Md  sein  geneigt 
Got,  laß  dichs  ewig  erbarmen! 
Hilf  uns  elenden  und  armen  I 
135  Laß  widerfaren  kein  leit 
Deiner  götlichen  warheit! 
Erhalt  und  schütz  in  diser  not 

Dein  götlich  und  heiliges  wort! 
Du  wolst  tilgen  und  außrotten 
140      Alles  was  menschen  han  geboten, 
All  lügen  ketzrei  und  irrtumb 
In  einem  itslichen  bistumb! 
Auß  mutwil  woln  sie  uns  zwingen 
Und  mit  gewalt  dahin  dringen 
i4fi  Daß  wir  der  jüden  äffen 

Die  opfer  und  messpfaffen 
Wider  einsetzen  sollen 

Und  sie  widerumb  laßen  brüllen 
In  unser  kirchen  uberal 
IM      Des  bapst  messen  mit  großem  schal 
Und  im  sonst  gehorsam  leisten 

In  seinen  gsetzen  am  meisten. 
Das  können  und  woln  wir  nicht  thun, 
Wenn  man  uns  gleich  geh  ein  caphuu 
1&5  Das  feister  und  herlicher  wer 

Denn  der  ganzen  weit  macht  und  er. 
Christo  wollen  wir  gehorsam  sein, 
Sein  wort  und  befel  halten  rein: 
Da  wollen  wir  fest  bei  bleiben, 
uo      Wenn  sie  uns  gleich  selten  aufreiben. 
Es  dürft  vorwar  nicht  vil  tobens, 


5n 


Denn  all  artikel  des  glaubens 
Oleuben  predigen  und  bekennen  wir: 

Das  bezeugen  wir,  got,  für  dir. 
I«»  Sollen  wir  denn  dammb  sterben 

Und  an  leib  und  gut  verterben, 
So  ^esche  dein  götlicher  will 

Heimlich  verborgen  in  der  still, 
Wie  dein  gewonheit  alzeit  ist: 
170       I>aztt  du  ein  rechter  meister  bist 
Das  uroln  wir  dir  befolen  han: 

Du  bist  der  herr  ders  wol  machen  han. 


IX. 


EIN  LUSTIG  GESPRÄCH 

DER  TEUFEL  UND  ETLICHER  KRIEGSLEUTE 

VON  DER  FLUCHT  DES  GROSZEN  SCHARRHANSEN 

HERZOGEN  HEINRICHS  VON  BRAUNSCHWEIG 

anno  MDXLIl. 


Lucipers  des  hellischen  erzteufels 
rede  zu  seinen  bellgenoßen 
Ei  lieben  heim,  ich  hör  jemerlich  klagen 

Und  erschreckliche  neue  zeitunge  sagen, 
Daß  herzog  Heinrich  von  Braunschweig  der  jünger  mein 

Sol  von  seinem  laut  entronnen  und  verjagt  sein. 
Wie  hats  denn  versehen  der  küne  helt? 

Ich  meint,  er  solt  haben  den  beren  gefeit 
Der  so  grausamlich  bremmet  in  der  weit 

So  hilft  weder  practicieren  verreterei  noch  gelt, 
Der  lutherische  häufe  nimpt  über  haut, 

Das  evangelium  breitet  sich  in  alle  lant. 
Jderman  wil  dem  selbigen  anhangen, 

Manch  mensch  tregt  darnach  groß  verlangen: 
Die  setzen  alle  wider  unser  hellische  list 

Mit  irem  herm  und  könig  dem  gecreuzigten  Christ. 
Der  hat  uns  einmal  ins  maul  gegriffen. 

Für  seiner  gewalt  uns  noch  die  äugen  triefen. 
Unser  reich  wil  schier  gar  untergehen, 


55 

Es  wil  weder  bapst  noch  Bein  gescfawürm  bestehen. 
Wir  haben  all  mit  vleiß  zusammen  gethan, 
to      In  der  weit  alles  Unglück  zu  richten  an: 

Eis  wil  aber  gar  nicht  nach  unserm  willen  gau. 
Was  wir  mit  unsem  anschlegen  thun  tichten  und  trachten 
Das  begint  die  christliche  verstentnis  gar  zu  verachten 
Lagt  uns  im  weg  an  allem  ort 
i2      Daß  imsere  Sachen  nirgent  gehen  fort. 
Das  TerdreuBt  ims  ser  on  alle  maßen: 
Doch  können  wir  unsem  jungem   von   Braunschweig 

nicht  trostlos  laßen. 
Darumby  Pluto  und  Belial,  ihr  getreuen  freimd, 
(Wir  wißen  nicht  beßer  botschaft  die  man  zu  im  send 
^u  Denn  euch)  nu  schnell  auf  die  fart! 
Tractiert  in  erlich  nach  seiner  art! 
Saget  im  unser  huld  und  hellischen  grüß! 

Belial,  kanstu  nu  vil  liegen  und  triegen,  lieber^  thues ! 
Und  bringet  im  von  uns  diso  mere, 
rv-.      Daß  uns  sein  ungefel  gehet  zu  herzen  sere. 
Wollen  uns  auch  sein  mit  ernst  nemen  an. 
Alle  unser  hellische  macht  setzen  daran. 
Wir  haben  noch  vil  getreuer  reicher  genoßeji, 
Wollen  all  unser  gift  zusamen  stoßen 
i<*  Mit  verreterei  practicieren  und  vinanzen  : 

Können  im  noch  wol  hülf  und  rat  zuschanzen. 
Er  Tcrlaß  sich  nur  darauf  und  backe  nicht. 
Vertrauet  er  uns,  so  wirts  wol  außgericht. 
Wir  haben  wol  eher  einem  also  gethan, 
4  *      Können  unsem  jungem  auch  in  hindern  Spiegel  sehen  lan, 
Da6  im  geholfen  wiri  in  unser  hellen  reich: 

Dahin  gehört  er  und  sein  gleich 
Und  sint  alle  unser  wilkomen  gest 
Sehet,  helft  ime  darzu  treulich  und  thut  das  beKt! 

Pluto  und  Belial  antworten 
^'  Großmecbtiger  fürst  des  hellischen  grünt, 

Zu  diser  botschaft  sint  wir  der  rechte  außbunt. 
Daß  man  auch  dison  löblichen  man, 


56 

Der  alle  wege  hat  nach  eurm  willen  gethan, 
Trostlos  solt  laßen  und  im  helfen  nicht, 
55      Da  er  doch  alle  sachen  nach  teuflischer  bosheit  außgerich  t, 
Das  were  die  gröste  Undankbarkeit 

Und  seiner  vil  großen  potentaten  leit: 
Denn  diser  man  hat  ein  gut  gehör 
Bei  euer  majestet  vicario  dem  bapst  und  ander  mer, 
(*>o  Cardinalen  bischoven  und  großen  pfaffen^ 
Bei  den  selbigen  unsem  teufeis  äffen. 
Dazu  bei  großen  königen  fürsten  und  weltherrn, 

Die  alle  zu  euerm  reich  gehöm. 
Folgen  im  gerne  und  gaffen  auf  in, 
*(5      Auf  im  stehet  al  ir  trost  und  sin: 

Denn  er  kan  das  glöcklein  nach  irem  klang  gießen* 
Sie  haben   in  auch  weidlich  mit  der  silbern  büchsen 

mußen  schießen. 
£i  lieber  eins  umbs  ander,  keins  umb  sust, 
Es  hat  sein  stal  gar  wol  da  mit  gebust. 
70  Er  meinet,  hets  im  ser  gut  gemacht. 

Pochte  heftig  auf  die  vermeint  kammergerichtacht. 
Die  zwo  erlich  stet  Braunschweig  und  Goslar 

Selten  für  im  stehen  große  gefar. 
Die  wolt  er  der  maßen  treiben  und  zwingen, 
75      Daß  sie  im  müsten  seins  gefallens  ein  liedlin  singen. 
Es  würde  im  niemant  dürfen  weren, 

Er  wolt  sich  auch  an  ir  mit  verwanten  nicht  keren: 
Denn  sein  anschleg  und  praktik  wer  also  verwart, 
Wolt  sich  wol  zu  rechter  zeit  machen  auf  die  fai^t 
Ro  Und  den  vortanz  aller  erst  haben  angefangen. 

Wenn  er  alle  euer   hellische  reichgenoßen  het  an  siel) 

gehangen. 
Also  wolt  ers  greifen  weislich  an. 

Ich  het  selbs  nicht  gemeint  daß  im   die  schanz   solt 

gefeiet  han. 
Er  hoffet,  es  solt  sein  praktik  erst  bestehen. 
^5      Wer  kans  aber  alles  zu  bolzlin  drehen? 
Es  habens  ander  leut  am  lernen  verstau 
Daß  die  vorsitzer  im  flößen  ein  vorteil  han 


Und  daB  aufsehen  sei  im  spil  das  best. 

Ist  niclit  gut  daß  man  einem  zu  vil  vorteil  leßt. 
9o  Danunb  hat  sich  die  verstentnis  kurz  besimnen, 

Sint  dem  firomen  man  zu  frü  auf  die  kerwei  kiunen^ 
Haben  im  also  ein  rang  abgelaufen. 

Furcht  warlichy  sie  werden  im  ein  kappen  kaufen. 
Man  hat  sie  so  tief  laßen  einreißen, 
1*3      Es  wil  kunst  sein^sol  man  sie  nu  außbeißen. 

Wir  wollen  uns  aber  in  eile  zu  unserm  herzog  machen. 

Man  muß  mit  ernst  thun  zu  disen  Sachen. 
Wir  wollen  kein  vleiß  noch  müe  sparen, 
Wollen  mit  im  in  der  weit  umbher  faren, 
KM  Hilf  und  rat  suchen  bei  den  die  wir  wol  kennen: 
Ist  on  not  daß  wir  sie  alle  nennen. 
Man  muß  nicht  offenbaren  alle  sachen. 

Wenn  man  wil  heimliche  praktiken  machen, 
Denn  wir  habens  zwar  bereit  dahin  bracht 
fi      Daß  unser  sonst  nirgent  wirt  wol  gedacht. 
Aber  großmechtiger  Fürst  und  herr  mein, 

Ir  müßet  selber  mit  meister  sein 
IGt  eingeben  zuschüren  und  aufblasen. 

Daß  wir  die  leut  mögen  füren  bei  der  nasen 
II«  Und  daß  unter  einem  erbam  heiligen  schein 
Die  grösten  erzbubenstück  verborgen  sein. 
Sich  etlich  stellen  als  fechte  sie  es  nicht  an, 

Sprechen  *ach  wie  erleb  ich  die  zeit,  ich  arm  alter  man', 
Thun  doch  alle  practiken  helfen  machen, 
113      Kernen  sich  denn  gar  nichts  an  der  Sachen, 
Laßen  einen  andern  das  redlein  treiben. 

Dürfen  dennoch  guts  glucks,  sols  verschwigen  bleiben. 
Darumb  gebt  uns  mit  der  teufel  genug 

Daß  wir  haben  die  wir  mögen  schicken  wider  zu  ruck 
i;«  Und  entbieten  euch  alle  Sachen. 

Nu  wir  wollen  uns  auf  die  fart  machen. 

Ein  ander  klein  teuflin. 
Gluck  zu!  sagt  Hewenstreit. 

Nu  laßt  sehen,  wer  den  andern  geheit! 


58 

Pluto  Belial,  die  abgefertigte  botschaft 
und  ire  zugegebene  rotte  sint  nu  auf. 

Pluto 
Wo  wollen  wir  hinauß?  wo  treffen  wir  denn  an 
125      Herzog  Heinrich  den  guten  erlichen  man? 
Ich  acht;  wir  ziehen  zum  nehesten  hinauß 

Nach  Wolfenbüttel  zu  seinem  ser  festen  haus. 
Auf  dem  wege  wollen  wir  wol  erfaren  neu  Zeiten. 
Können  darnach  zu  im  die  post  reiten. 
130  Sehet  zu!  dort  kompt  ein  landsknecht  her. 
Der  wirt  uns  sagen  neue  mer 
Wie  es  umb  des  herzogen  Sachen  stehet 
Und  wie  es  in  seinem  lande  zugehet 

Der  landsknecht 
wider  sich  selber 
Poz  Veiten!  was  kömpt  dort  für  ein  schwarzes  her, 
135      Obs  wol  der  freidige  herzog  von  Braunschweig  wer! 
Es  ist  ein  seltsame  gesante  hab: 

Ich  mein  daß  der  teufel  mit  seiner  muter  her  drab. 
Sie  dringen  daher:  ich  muß  stil  stan. 
Ich  sehe,  sie  wollen  mich  sprechen  an. 

Beizebub  der  reuter  marschalk 
140  Wazm  her,  kriegsmann,  wann  her? 

Was  sagestu  vom  kriege  für  gute  mer? 
Ist  Wolfenbeutel  hart  bedrengt? 

Haben  sie  schier  die  rüben  umbher  versengt? 
Ich  mein,  sie  sollen  anlaufen 
115      Und  sich  noch  wol  ein  weil  darumb  raufen. 

Kriegsman 

Potz  macht!  ich  bin  von  Wolfenbeutel  kaum  entrannen. 

Sic  schießen  hinein  wie  sant  Veltens  wunnen. 
Wir   meinten,   der   böse   herzog   solt  uns   haben  rettun«^ 

gethan. 

Er  bleibt  auß.  daß  in  muß  sant  Küris  rauch  be^^Uin! 


59 

i»  Ich  mein,  man  hat  im  sein  wolfesnest  zugericht, 
Wer  es  noch  eina  so  fest,  so  hilfts  alles  nicht. 
£a  hat  sich  warlich  der  herzog  wol  bedacht 

Daß  er  sich  hat  von  dannen  gemacht. 
Het  er  noch  so  ein  kirnen  mut, 
1^      So  weiß  er  daß  weit  davon  ist  für  den  schuß  gut. 

Marschalk 
Höre  weiter,  lieber  kriegsman  mein! 
Sagt  man  nicht,  wo  sol  der  herzog  sein  ? 

Kriegsman 
Ich  weiß  es  sälver,  poz  Veiten!  nicht. 
Der  povel  yon  im  seltsame  rede  ticht 
i«o  Man  wil  sagen,   er  sei  zu  frau  Marien  gen  Burgund  ge- 
zogen. 
Man  weiß  nicht  wo  er  hin  ist  gestoben  oder  geflogen. 
£r  hat  uns  recht  in  der  suppen  laßen  stan. 

Ich  diene  im  nicht  mer^  solt  ich  umb  brot  gan. 
Es  mag  im  der  teufel  helfen! 
1«      Zu    Wolfenbentel    zeuget    er    schwerlich    mer  junge 

Gwelfen. 

Marschalk 
fä  ob  du  an  im  verzagest,  lieber  man, 

Man  wirt  im  dennoch  wol  helfen  und  beistan. 
Hau  imer  hin,  lieber  gesell! 

Ich  sehe,  du  scheuest  dich  auch  fiu*  der  hell. 
170  Der  laur  hat  uns  lang  gehalten  auf: 

Wir  müßen  flugs  wider  stechen  drauf, 
Wollen  rucken  den  berg  hinan. 

Sihe  dort  sehen  wir  ein  heuflein  reiten  oder  gan. 

Ein  gemein  teufelchin 
Herr  Marschalk,  die  dort  von  femis  ziehen  her, 
17&       Das  sint  zehen  oder  zwelf  reuter. 

Ich  sehe  daß  sie  gleich  her  auf  uns  draben : 
Da  wollen  wir  aber  weiter  fragen. 


Marschalk 
Schort,  euer  vier  rucken  balt  hinauß  zu  in! 

Sagt  in  aber  nicht^  wer  wir  sein  oder  wo  ich  bin! 
180  Nemet  von  inen  bescheit  und  saget  wir  sint  freund! 

Daß   wir  ungern  wolten  frid  machen,    darzu   sint  wir 

gesent. 
Sagt  in,  wir  wollen  sie  gütlich  sprechen  an. 
Sie  sollen  kein  scheu  für  unserm  häufen  han. 

Herr  Hans  ungenant  ritter 
zu  seinen  knechten 
Ir  gesellen,  dort  ziehen  vil  reuter  im  grünt, 
ibö       Qehören  sie  nicht  zu  unserm  frides  bunt. 
So  werden  sie  uns  weidelich  sprechen  an 
Und  ein  reuterspil  mit  uns  wollen  han. 

Reuter  Hensel 
Herr,  sehet  dort!  sie  schicken  von  sich. 
Deuchts  euch  gut,  so  wollen  Wolf  Strauch  und  ich 
190  Auch  zu  inen  reiten  und  guten  bescheit  geben, 
Gefeit  es  uns  andern  und  ist  uns  eben. 

Herr  Hans  ungenant  ritter 
Ja  rucket  hinzu,  ir  lieben  knecht. 

Und  haltet  euch  in  der  sachen  nach  reutors  recht! 

Reuter  Hensel 
Hau  drauf,  gesell,  nimm  meiner  war! 
105      Ich  weiß  wol,  das  du  thust,  das  ich  thun  thar. 

Wolf  Strauch 
Thu  gemach!  sie  eilen  auch  ser  her. 
Sihe,  es  sint  fürwar  seltsame  reuter. 

Schort 
der  teufel  vomemster  vordraber 
Wer  sint  die  reuter  ?  wo  denkt  ir  hinauß  ? 


61 

Beuter  Hensel 
Ki  lieber  stalbruder  y  wo  gehört  ir  zu  haus '? 

Schort 
s«o  Unsere  herm  und  reuter  das  sint  iegaten 
Und  eins  großmechtigen  herm  amasaten. 
Sie  haben  uns  yorauß  zu  euch  gesant, 

Zu  fragen  ob  ir  kernet  auß  dem  Brunsehwiger  laut 
Und  wie  da  selbs  stehen  die  Sachen, 
t«s       Denn  sie  wollen  ungern  fride  machen. 

Wolf  Strauch 
O  lieben  gesellen ,  die  motten  ist  schon  gesongen^ 

Wolfbeutel  und  das  ganze  laut  ist  schon  gewonnen. 
Ir  hett  ehe  müßen  thun  zu  den  sachen. 
Wenn  man  hett  wollen  fride  machen. 
210  Wolfenbeutel  hat  gehalten  ein  strauß: 

Die  gest  sint  drin  y  der  wirt  ist  herauß. 
Das  wolt  ir  eturen  herren  sagen. 

Der  von  Braunschweig  hett  die  leut  nicht  so  solt  plagen. 
Auf  anderer  herm  schaden  nicht  haben  practiciert, 
S15      Auch  so  vil  leut  auf  sich  gefurt 

Und  gedreuet  haben  den  backenstreiche  ; 

Oedacht,  sihe  daß  num  dir  nicht  widemmb  einreiche: 
So  were  er  bei  laut  und  leute  bliben. 
Es  het  in  auch  niemant  so  halt  vertriben. 
tf  Da  er  aber  so  yil  reitens  hat  wollen  haben, 

Hat  man  im  das  röslein  dazu  müßen  beschlagen, 

Schort 

Nn  unsere  herm  komen  heran: 

Sie  werden  ein  ander  selbs  sprechen  an. 

Pluto 

Lieber  herr  oder  was  ir  seit, 
n&       Habt  nicht  verdrieß  daß  ich  zu  euch  reit! 
Ich  wolt  euch  anreden  in  freuntschaft  * 
Und  bitten  gute  kuntschaft. 


62 

Reitet  ir  auß  dem  lager  her? 
Bit ,  saget  mir  doch  on  alles  gefer, 
230  Wie  es  alda  zugehet 

Und  wie  es  umbs  lant  zu  Brunschwig  stehet, 
Wo  doch  der  herzog  Heinrich  mag  sein, 

Denn  wir  denken  auch  zu  im  hinein. 
Welten  uns  schlagen  in  die  Sachen, 
235      Ob  wir  künden  ein  löcherigen  friden  machen. 

Herr  Hans  ungenant  ritter 
Herr ,  ir  wolt  mir  nicht  für  übel  han 

Daß  ich  euem  rechten  titel  nicht  geben  kan, 
Denn  furwar,  herr,  ich  kenn  euer  nicht. 
Ich  wil  euch  aber  sagen  on  alles  geticht: 
240  Das  lant  zu  BrUnschwig  mit  alle  festen  ist  gewonnen, 
Der  herzog  ist  davon  entronnen, 
Er  hat  schendlich  verlaßen  sein  lant  und  leut: 

Wil  gern  sehen  wo  er  sich  erhole  einer  solchen  beut. 
Er  hat  sich  von  seinem  weißen  röslein  selber  gehörzt. 
245      Got  hat  sein  ubermut  imd  hoffart  zu  bodem  gestörzt. 
Daß  er  nu  ist  ein  herzog  on  lant, 

Sein  tyrannei  und  tück  iderman  gemacht  bekant. 
Gottes  heilwertiges  wort  hette  er  gern  auß  der  weit  getriben, 
Auß  hofertigem  stolz  sich  an  iderman  geriben, 
250  Notfeur  gesucht  an  allen  orten, 

Umb  sich  geschmeißt  mit  weibischen  schmeeworten. 
Hat  den  erlichen  rautenkranz  hart  gegrifen  an, 

Gemeint ,  wer  im  niemant  zu  gut  dem  künen  man : 
Hat  aber  nicht  türren  erwarten  der  roten  schwort, 
255      Furcht  man  möcht  im  gestrigelt  han  sein  weißes  pfert. 
Der  Stern  hat  im  auch  so  ser  in  die  äugen  geschinen. 

Hat  gedacht  <wol  auf !  nur  weit  von  hinnen ! 
Hie  helfen  weder  wolfes  löcher  noch  steinbrucken. 
Ich  hab  zu  hoch  gefaren ,  ich  muß  mich  nu  tucken.' 
2C0  Ei  ja ,  lieber  herr ,  so  gehet  es  den  die  got  verachten, 
Andern  leuten  nach  im  eren  und  gelimpf  trachten. 
Wollen  nirgent  an  und  oben  rauß: 
Ehe  man  sich  umbsihet ,  so  ists  mit  inen  auß : 


G3 

Es  helfen  weder  starke  Heuser  noch  festen. 
'<3     AOes  dinges  ein  maß  ,  das  ist  am  besten. 
Menschlichier  trotz  muß  untergan: 

Alein  gotes  wort  bleibt  ewig  bestan. 
Denn  wenn  von  anbegin  diser  armen  weit  wesen 
Alle  historien  und  geschieht  worden  durchauß  gelesen , 
t:)  So  findt  man  ^  was  sich  hat  wider  got  gesetzt. 

Das  hat  dennoch  alles  müßen  untergehen  zuletzt. 
Widerumb  wer  auf  got  hofft  und  dem  vertrauet, 

Der  hat  im  ein  starke  festen  gebauet, 
£r  wirt  auch  verlaßen  nimer  mer: 
:t:^     Got  hat  in  schütz  sein  leib  sei  gut  und  er. 
Das  solt  der  stolze  herzog  auch  haben  bedacht. 
So  het  er  sein  sach  gar  vil  beßer  gemacht. 

Pluto  antwort  zomiglich 
£i  mein  lieber  guter  freund  und  berr, 
Ir  gebt  ein  ser  guten  prediger. 
:">•»  Memt  ir ,  der  herzog  sei  nu  ganz  und  gar  verlaßen? 
Nein  •  es  stehen  cUe  Sachen  der  maßen, 
Der  bapst  cardinal  bischof  und  der  teufel  in  der  hellen 

äint  all  in  disen  Sachen  sein  mitgesellen. 
So  ist  al  sein  thun  imd  leben  auf  unrue  gericht, 
2^     Dammb  er  vil  wunderlicher  und  seltsamer  anschlege 

erticht : 
Hat  sich  nacht  und  tag  damit  getragen. 

Er  meint  aber  nicht  sich  selbs  zu  verjagen. 
Aber  daß  imer  iemant  darin  solt  erm. 
So  schlehet  untreu  iren  eigen  herm. 
öo  Er  wirt  dennoch  genzlich  nicht  ablan, 
Wirt  sehen  und  richten  ein  neues  an. 
So  lauem  izxmt  auch  sonst  sein  bunds  verwanten, 

Denn  daß  man  in  so  überraschet  hat ,  sant  Anten ! 
Het  gemeint ,  ea  solt  aber  uberredens  gelten 
^''     Und  man  würde  noch  lenger  schreiben  und  sich   mit 

im  schelten. 
So  wandelt  man  die  feder  in  büchsen  und  lange  spielt, 
Fragt  nichts  darnach  ,  wem  das  verdrieß, 


l>4 

Ob  papisten  tcufel  und  all  sein  bundsherren 
Heftig  darumb  toben  Avüten  und  zörnen. 
300  Aber  man  wirts  nicht  unter  wegen  laßen: 

Können  wol  wider  ein  stein  zusamcn  blasen 
Der  die  evangelische  verstentnis  stoß  für  die  stirii 

Und  selten  wir  auch  den  Türken  zu  hilfe  fttrn. 
Und  ich  selber  wil  einer  sein, 
S05      Mein  samen  auch  weidlich  mengen  drein. 

Herr  Hans  imgenant  ritter 
Es  ist  ein  geschieft  man  ,  muß  fort  wogen : 

Der  es  in  seiner  hant  hat,  sitzt  im  himel  droben: 
Den  müßen  die  teufelwtirm  auch  drümb  fragen. 

Wir  wollen  für  dem  geschmeiß  nicht  so  hart  zagen. 
310  Der  got  der  lebet  und  alles  erhelt, 

Hat  den  selbigen  teufelsköpfen  alle  bereit  ein  urteil  gefeit 
Die  wider  got  sein  heiliges  wort  und  alle  erbarkeit  stre- 
ben wollen, 
Daß  sie  gehören  in  den  abgrunt  der  hellen. 
Denn  das  wüste  auch  herzog  Heinrich  der  fromc  man 
315      Daß  im  der  seine  bosheit  steuren  kan. 

Darumb  da  herzog  Georg  von  Sachsen  verscliideii  was, 

Auß  großem  mitleiden  und  betrübnis  sprach  er  das 
*Nu  wolt  ich  daß  got  im  himel  wer  gestorben!* 
Ei  lieber  ja  ,  so  weren  seiner  erlichen  anschlege  nicht 

so  vil  verdorben, 
320  Sint  sie  im  aber  all  zurück  sint  gangen 

Und  alles  was  er  mit  seiner  teufeis  rotten  hat  angefangen 
Ist  zuschmulzen  wie  der  sehne, 

So  thut  es  nu  dem  firomen  herm  we 
Daß  er  gar  damider  gestürzet  ist. 
325      Da  für  loben  wir  den  herm  Jesum  Christ: 

Der  wirt  sein  wort  und  die  dem  anhangen  wol  erhalten. 

Den  selbigen  starken  got  wollen  wii-s  laßen  walten. 
Ziehet  hin ,  lieber  herr  oder  was  ir  seit! 
Ich  wil  auch  sehen  wo  ich  hin  reit. 


Gö 


Pluto 
ist  zornig 
^  Reit  hin  in  meinem  namen  wer  du  bist! 

Was  Bchmetterstu  von  deinem  Jesu  Christ? 
Ir  lutherische  müßt  uns  noch  har  lan. 
Und  sölt  euch  alles  Unglück  bestan. 

Herr  Hans 
wirft  sein  hengst  rumb 
Behalt  dirs  ,  lieber  gesel !  ich  reit  davon. 

Reuter  Hensel 
53.-.  War  für  halt  ir ,  gestrenger  herr  ,  dise  reuterei  ? 

Ich  mein  daß  er  der  wütige  teufel  auß  der  hellen  sei. 
Ich  kan  mich  in  ire  rüstung  gar  nicht  schicken. 

Sie  haben  sich  wunderlich  müßen  zusamen  flicken. 
Je  lenger  ich  sie  hab  gesehen  an, 
M«     Je  mer  kam  mich  ein  grausen  an, 
Auch  was  ganz  wunderlich  ir  herr. 

Da  ir  von  gotes  gewalt  redet  y  wart  er  gar  irr, 
Kunde  euch  gar  nicht  zuhören  mer, 
Es  roch  im  säur  in  die  nase  die  evangelische  ler. 
2«^  Er  wirt  freilich  zum  herzogen  von  Braunscliweig  draben : 
Der  muß  nu  solche  tröster  haben, 
Die  helfen  aufwickeln  und  redlin  treiben, 

Denn  es  wil  kein  redlich  man  sonst  bei  im  bleiben. 
Man  hat  in  lernen  kennen  zu  wol: 
^4     Seins  guten  gerüchts  ist  die  ganze  weit  vol. 

Herr  Hans 
Ich  wüst  auch  nicht  wie  ich  mit  im  dran  was. 

Bei  meinen  eren  rede  ich  das. 
Ich  were  lieber  gewesen  weit  davon. 
Denn  daß  ich  im  solt  lange  reden  außston. 
^  Sie  mügen  imer  hin  weit  von  uns  draben, 

Die  drüs  und  beul  mit  dem  herzogen  haben! 


m 

Pluto   redet 
da  Bie  von  ander  koinen 
Diser  ritter  ist  filrwar  ein  trotziger  man, 

Daß  er  so  tapfer  von  Sachen  reden  kan. 
Dies  thiin  wil  ich  noch  weiter  strecken 
3ßo      Und  unsers  herzogen  anschifter  ser  erschrecken. 
Wenn  sie  es  wollen  angreifen  mit  solcher  tapferkeit. 

So  wirt  manchem  sein  practicieren  noch  werden  leit. 
Wer  hets  können  glauben  noch  außsinnen 
Daß  man  die  große  festen  so  halt  solt  gewinnen? 
30r>  Hat  man  den  reien  so  risch  getanzet  auß, 

So  verlaß  sich  nur  keiner  auf  sein  festes  haus. 
Belial  und  ir  andern  gesellen, 

Wir  müßen  schließen  was  wir  thun  wollen. 
Weil  wir  des  herzogen  wesen  nicht  können  erfaren, 
370      So  wollen  wir  unsere  müe  und  vergebens  reisen  auch 

sparen. 
Zu  disen  Sachen  gehöret  aller  papisten  und  teufel  list  und 

kunst. 
Ich  fiirchty  was  wir  izt  fÜmemen,  das  ist  umb  sunst. 
Wir  müßen  bedechtig  und  ernste  ratschleg  darüber  han. 
Ich  acht,  wir  reisen  zu  rück  und  zeigens  unserm  herm 

Luciper  an 
375  Und  berichten  im  alle  Sachen: 

Der  wirts  wol  wißen,  wie  ers  wil  weiter  machen 
Daß  er  bleib  in  der  hellischen  pein 

Und  helfe  allen  unsem  unruigen  papisten  auch  hinein. 

Das  klein  teufelchin 
wirft  sich  rumb 
Wend  dich,  röslin  !  wir  haben  ein  vergebene  reise  gethan. 
380      Ich  furcht,  es  werden  uns  noch  wol  mer  anschlege  zu 

liicke  gan. 

Beschluß  des  dialogi 
iiot  hat  aber  eins  beweiset  seine  macht 

Und  den  papisten  ein  denkzedel  bracht. 
Darinnen  sie  mügen  lesen  und  sehen 


67 

Daß  ir  practik  und  anschlege  gar  nicht  woHen  bestehen  : 
»^  Denn  wie  hoch  sie  scharren  trotzen  und  pochen, 
So  wirt  dennoch  in  die  schanz  gebrochen. 
Wenn  sie  haben  zum   höchsten  auf  irs   anhanges  macht 

vertrauet, 
Der  groBe  festen  auß  dreck  und  stein  gebauet, 
Und  wollen  pochen  die  ganze  weit, 
s:^      So  hat  sie  got  gai*  balt  herunter  gefeit 
Und  müßens  laßen  nach  seinem  li^öllen  gan: 

Denn  sein  wort  bleibt  furhin  ewig  stan. 
Es  sint  sonst  so  gar  vergenglich  alle  ding 
Die  auf  diser  armen  elenden  weit  sint. 
in  Wir  werden  auch  nicht  ewig  leben, 

Hüßen  zu  letzt  ein  schwere  rechenschaft  geben 
Daß  wir  also  gotlos  leben  wüten  und  toben: 

Es  wirt  alles  zu  letzt  ein  ende  haben. 
Und  wer  hie  nach  gotes  willen  nicht  hat  gethan, 
4"«      Wirt  dort  ewig  den  spot  ziun  schaden  han. 

Der  liebe  got  wol  seins  worts  Verfolger  auch  bekcren 

Und  iren  bösen  giftigen  anschlegen  ftirder  weren. 
Daß  sie  mügen  zu  erkentnis  der  warheit  komen, 
Ire  grausame  sünden  durch  gotes  barmherzigkeit  werden 

entnomen 
4«  Daß  sie  auch  bracht  werden  zu  der  Seligkeit: 
Dazu  helf  uns  allen  got  in  ewigkeit! 
Amen. 


X. 


BEKENTNIS  UND  OLAG 

HERZOG  HEINRICHS  VON  BRAUNSCHWEIQ 

DES  lÜNGERN. 

Injuste  efrl  «t  Iniqnltati^in  foci. 

DEM  LESER 

Es  kan  sich  ein  ieder  erinnern  wol 

Daß  man  einen  vogel  bei  den  federn  kennen  roI. 

Was  ich  nun  für  ein  man  geacht, 

Das  hab  ich  in  dise  schrift  gemacht, 

Und  hab  es  danunb  gethan, 

Damit  man  es  solt  wi^en  han, 

Wie  ich  gehandelt  bei  meinem  leben, 

Was  ich  gethan  und  getriben  eben. 

Dises  sol  anch  mein  epitaphiam  sein 

Daranf  ich  znbring  das  leben  mein. 


Vor  Zeiten  war  darnach  ein  groß  gedrang 

Daß  ein  ieder  nach  lob  und  ere  rang, 

Damach  thet  man  sich  bewerben 

Solches  alles  mit  vleiß  zu  ererben. 

Aber  des  selben  hab  ich  mich  nicht  beflißen, 

Darfs  wol  sagen  bei  meinem  gewißen. 

Sondern  neue  tück  hab  ich  gebraucht  vil. 

Armer  leut  gemachet  one  zil 

Mit  meinem  öffentlichen  mortbrant, 

Der  ist  in  ganzer  weit  bekant. 


69^ 

« 

Dammb  die  christliche  vorstentnus  wider  mich : 

Von  inen  bin  vorjaget  worden  ich, 

(Das  hab  ich  immer  und  ewig  schand) 

Muß  meiden  mein  leut  und  lant 
15     Aber  darnach  ich  selbe  hab  gerungen, 

Also  ist  es  mir  auch  gelungen. 

Und  damit  man  mich  mag  kennen, 

So  wil  ich  meinen  namen  nennen: 

Heinrich  herzog  von  Braunschweig  genant 
»»    Der  jünger,  in  aller  weit  wol  bekant, 

Ein  oberheubtman  meiner  genoßen: 

Von  denselben  haben  sie  mich  vorstoßen. 

In  bösen  sachen  hab  ich  das  best  gethon 

Und  zulezt  bekomen  den  Ion 
Sä    Nach  dem  gemeinen  Sprichwort  recht 

Wie  der  henker  lonet  seinem  knecht. 

Dann  als  ich  gedienet  dem  Lucifero, 

So  wirt  mir  gelonet  wie  dem  Pharao 

Der  die  kinder  von  Israel  vortreiben  wolt 
so    All  evangelisch  ich  auch  vortilgen  solt 

Iklit  meiner  mortbrenner  schar, 

Vil  gelt  darzu  gegeben  war: 

Hab  ser  darnach  gerungen 

Und  ist  mir  auf  die  lezt  mislungen, 
35    Da  ich  mein  gwalt  verloren  hab, 

Vor  got  und  der  weit  ganz  schabab. 

Muß  mich  nun  weiter  thun  bewerben. 

Besehen  ob  ich  könt  Beelzebub  erben. 

Seine  macht  und  das  ganz  hellisch  reich : 
40      Ich  were  in  vast  auch  nicht  ungleich. 

Dann  ich  schreib  mich  den  geringsten  im  spil, 

Hab  aber  gleichwol  gedan  so  vil 

Als  andre  meins  gleichen  mügen  sein 

Zuge&llen  den  herren  mein. 
4s     Und  er  ich  mich  zu  in  verpflicht, 

So  bedenke  ich  mir  noch  eins  gebricht. 

Es  ist  war,  ich  bin  ein  först  wolbokant 

In  deutscher  nation  mein  vaterlant. 


70 

Wichtige  Sachen  wurden  vertrauwet  mir, 

r>o    Bei  meinem  bunt  war  ich  der  vornemste  schier. 
Die  hendel  hab  ich  mir  obligen  laßen 
Mit  hogem  vleiß  in  aller  maßen, 
Wie  ich  von  denselben  bevel  hat, 
Unangesehen  wem  es  auch  schat, 

üb    Und  ließ  mich  gebrauchen  in  Sachen  zwar 
Die  mir  niemals  bevolen  war, 
Alein  damit  mocht  angerichtet  werden 
Mort  büberei  und  anders  auf'  erden, 
Darf  wol  sagen  krieg  und  des  gleichen. 

G«j    Het  vorhoflft,  es  must  mir  ein  ider  weichen. 
Das  reidlein  hab  ich  weidlich  getriben: 
Es  ist  aber  leider  das  best  vorbliben. 
Doch  darf  man  mir  die  schult  nicht  geben, 
Dann  ich  het  darbei  gewagt  leib  und  leben. 

i;5    An  mir  war  gar  kein  mangel  gespürt, 
Ich  wolt  auch  die  Sachen  habn  außgefürt: 
Der  anschlag  war  darauf  gar  gericht. 
Obs  erlich  gewesen,  mich  nicht  anficht: 
Dann  es  darumb  nicht  angefangen  war 

70     (Wann  man  die  warheit  sagen  thar) 
Daß  wir  ursach  gehabt  haben  selten. 
Wann  es  nur  gangen  wer  wie  ynr  wolten, 
Der  Sachen  wer  wol  rat  gefunden. 
Erst  wolten  wir  uns  weiter  haben  vorbunden 

75    Andere  stück  zu  richten  an 

Die  izunt  niemant  außsinnen  kan. 
Aber  das  spil  thet  sich  also  wenden 
Unversehens  under  unsem  henden. 
Daß  ich  lieber  hett  gewolt, 

80    Der  got  im  himel  sterben  solt 
Dann  ein  einig  mensch  auf  erden 
Dardurch  es  must  underlaßen  werden. 
Noch  an  einem  es  auch  mangeln  thet : 
Bei  etlichen  potentaten  ich  kein  volge  het, 

^n    Die  wolten  den  fuchs  nicht  beißen. 

Vor  bosheit  het  ich  mich  mügen  zureißen. 


_  71 

Nun  ist  es  verbliben  biß  auf  disen  tag, 

Qanz  uud  gar  vordorben  dlser  anschlag. 

Darf  wol  sagen,  ich  wolt  darumb  geben, 

£wig  vorlom  haben  mein  leib  und  leben, 

Daß  mir  alcin  were  geraten 

Und  angegangen  die  selben  thatini. 

Aber  eins  hab  ich  nicht  bedacht  dai*bei, 

Daß  es  wider  des  höchsten  willen  »(n 

Zu  vortilgen  sein  götlichs  wort 

Durch  krieg  blut  brant  oder  mort. 

Das  selbig  hab  ich  also  nicht  geacht. 

Zwar  meine  gesellen  habens  auch  nicht  bedacht 

(Dann  wie  sich  das  spil  gewendet  hat, 

Das  were  ich  inne  alzuspat), 

Haben  mich  gefiirt  also  in  das  spil 

Daß  ich  schiddig  bin  weiß  nicht  wie  vil, 

Vorlom  hab  all  redlicheit  treu  und  er, 

Glauben  gut  und  was  es  mer^ 

Der  ich  doch  vil  gehabt  haben  sol. 

Man  darfs  nicht  sagen,  weiß  vorhin  wol. 

Wie  es  izt  ergangen  ist  vor  wenig  zeit, 

Do  mir  al  mein  macht  damider  leit. 

Wolfenbüttel  mein  haus  fester  dann  fest 

Haben  mir  dfurein  gesetzt  solche  gest, 

Wider  die  ich  mich  lang  het  vormeßeu 

Bei  inen  die  früsuppen  zu  eßen : 

Die  haben  mirs  wüst  zugericht. 

Aber  das  mich  am  sersten  anficht: 

All  mein  hendel  und  practicieren 

Muß  ich  auch  darüber  verlieren. 

Dann  die  selben  Sachen  vorwar 

Hab  ich  aldo  ligen  laßen  gar, 

Do  ich  mich  von  meinen  ai'men  leuten  droben 

Über  geschwomen  eid  flüchtig  erhoben, 

In  der  nacht  macht  ein  einigen  brief 

Der  mir  den  tag  vor  die  haut  lief, 

Do  mir  von  einem  abgesaget  war: 

Ein  erlicher  man  ich  in  nicht  nennen  thar. 


72 

i»b    Das  spil  dorft  ich  nich  erwarten: 

Gedacht,  sie  möchten  also  mit  der  kai*teuy 
Wie  sie  weiten  .  wer  billich  frei, 
Hets  wol  verdient,  sags  gleich  darbei. 
In  denselben  hendeln  begriffen  ist 

isu    AU  mein  büberei  und  falsche  list, 

Was  ich  vom  anfang  biß  zum  end  getriben 
Und  wie  es  entlich  ist  vorbliben: 
Der  selben  sein  nicht  wenig,  ab  man  meint. 
Dann  ich  bedacht  hab  michs  gar  voreint, 

135    Mir  solt  kein  schalkheit  groß  noch  klein 
Die  selbig  außzurichen  zu  vil  sein. 
Wie  ich  auch  getriben  mein  hurerei 
Mit  der  toten  junkfrau,  steht  auch  darbei, 
All  mein  prakticiem  und  falscher  bericht 

uo    Der  keiser  könig  und  dem  reich  beschicht, 

Wie  ich  auch  doctor  Delinghausen  den  fromen  man 
Ermordet  und  in  den  wall  hab  graben  lan: 
Das  ist  man  auch  ganz  gewis. 
Umb  des  wegen  ich  mein  sei  vorlies. 

u5    Dann  mich  etlich  berichtet  haben, 
Der  churfärst  hab  in  laßen  aufgraben. 
Nun  hab  ich  etlich  mal  dafür  geschworen, 
Er  sei  meinethalben  unvorlorpn. 
Wie  ich  auch  mein  zeuberei  getriben 

150    Durch  Schwarz  Albrechten,  bleibt  nicht  vorschwigen, 
Der  mich  gefiiret  durch  schwarze  kunst 
XJber  stock  und  stein:  ist  alles  umb  sunst 
Auch  wie  ich  mein  sigel  und  brief  gebrochen 
Und  meinen  Übermut  weidlich  gerochen 

155    An  den  beiden  steten  im  reich 
Goslar  und  Braimschweig  zugleich, 
Die  selben  auf  das  hertst  bedrengt. 
Aber  das  mich  am  sersten  krenkt: 
Ich  hab  sie  nicht  können  zwingen  wie  ich  gewolt, 

iGo    Wie  säur  ich  mich  dagegen  gestalt. 
Auch  wie  ich  mit  den  mandaten  gethan 
Die  keiser  und  könig  her  gesendet  han, 


73 

Auch  etliche  vor  mich  laßen  machen 

Und  darauf  geschriben  die  besten  sachen: 
i«5    Das  alles  weiß  man  ganz  imd  gar. 

In  warheit  ichs  auch  nicht  leugnen  thar. 

Doch  das  alles  mich  wenig  anficht, 

Ist  bei  mir  noch  ein  leicht  gewicht. 

Alein  eins  leit  mir  in  dem  kröpf, 
170    Darumb  ich  mich  krau  hinder  dem  köpf. 

Ich  darf  es  schier  nicht  sagen  wol : 

Weiß  gleichwol  nicht,  wem  ichs  vertrauwen  sol. 

Dann  etliche  meine  ret  und  getreuwen  vorwar 

Sein  vom  teufel  komen  gar,    . 
175    Als  Stechau  mein  großvogt  alein, 

Darzu  den  canzler  ich  mein. 

Die  solden  wol  wißen  dammb  tragen. 

Muß  sie  gleich  wol  darumb  laßen  fragen, 

Dann  mir  leit  gar  vil  daran : 
im>    Derhalben  muß  ichs  nicht  ligen  lan. 

£ine  große  summa  gelt  (ist  offenbar) 

Hab  ich  empfangen  zur  mortbrenner  schar, 

Darvon  ich  sie  besoldet  frei. 

Sein  nun  verfloßen  zwei  jar  herbei, 
itö    Do  ich  das  selbig  genomen  an. 

Nun  weiß  ich  nicht  wo  ichs  gelaßen  han 

Die  selben  hendel  und  alle  außgab 

Wohin  und  auf  wen  ichs  gewendet  hab. 

Ich  habs  bevolen,  sol  es  nicht  zureißen: 
IM     Sonst  würde  mich  warlich  der  teufel  bescheißen. 

Hat  man  es  denn  do  laßen  ligen. 

So  bleibt  es  so  vil  weniger  vorschwigen. 

Wolt  vil  lieber  wünschen  zurißen  sein. 

Und  were  es  noch  der  schade  mein. 
196    Ich  muß  dannoch  darvor  gar  eben. 

Wohin  es  kome,  rechnung  geben. 

Were  es  nun  sach  daß  es  verloren 

Oder  von  den  feinden  gefunden  worden, 

So  werde  ich  vor  got  und  der  weit  zu  schant: 
t*9    Das  bezeuget  mich  mein  eigen  haut. 


74 

Bei  meinem  häufen  werde  ich  vorhaßt  gemacht. 

Zwar  mich  iezunt  niemant  mec  acht, 

Daß  ich  ire  Sachen  nicht  beßer  vorholen 

Dann  wie  sie  mirs  in  geheim  bevolen. 
2»:.    Sol  ich  nun  irer  gnaden  leben. 

So  darf  ich  nur  frei  denken  eben. 

Man  glaubt  und  traut  mir  nur  so  weit 

Als  wie  ein  han  mit  einem  fuß  schreitt. 

Zuvor  bin  ich  ir  trost  und  held, 
:eiu    Ir  heubtman  und  ir  got  gezelt. 

Zwar  iezunt  denken  sie  'du  bist  nicht  wert 

Daß  dich  vor  uns  treget  die  erd.' 

Was  ich  aber  vor  stücklein  mer  gedan, 

Das  ich  izt  nicht  außsinnen  kan : 
2i:>    Dann  meine  ret  und  getreuen  dahindeu  bliben. 

Die  haben  es  vleißig  aufgeschriben. 

Den  ich  aber  gerne  sehen  wolt, 

Der  es  in  seiner  memoria  alles  behalden  soll. 

Darf  wol  sagen,  man  wirt  keinen  finden 
SSO    Vor  einen  meisjter  der  mich  solt  überwinden: 

Ich  wolt  wol  behalden  den  plan 

Und  mich  er  darüber  reufen  lan. 

Nun  weiß  ich  nicht,  wie  ich  thu  der  that: 

Ich  darft  wol  einer  klugen  frauen  rat. 
2^5    Es  muß  ein  anders  angefangen  sein, 

Wann  es  schon  kost  das  leben  mein. 

Dann  daran  ist  nicht  vil  verloren: 

Ich  bin  bereit  dem  Pluto  außerkoren. 

Ich  steck  in  solcher  not  zu  diser  frist 
S30    Als  ie  ein  mensch  gewesen  ist. 

Het  mich  nicht  vorsehen  zu  den  vorwanten  mein 

Daß  ich  also  solt  vorlaßen  sein. 

Weil  aber  meine  thaten  so  offenbar, 

So  ist  keiner  der  mir  beistehen  thar. 
2»»    Dann  ich  sie  darumb  nicht  vordenken  thue. 

Wollen  sie  anders  bei  dem  iren  haben  rue. 

Was  darf  man  auch  von  mir  singen  oder  sagen, 

Moins  unfais  halben  schreien  oder  klagen? 


An  einem  wolf  man  kein  wiltban  bricht. 

ii(t    Mir  nicht  mer  dann  noch  zu  wenig  geschieht. 
Wie  wol  ich  vor  ir  capital  geseßen^ 
So  hab  ich  doch  er  und  eid  weit  vorgeBen. 
Was  nun  von  solchem  wer  mein  Ion, 
Darumb  darf  man  nicht  fragen  don. 

2»45    Dann  wie  etliche  gelarte  leut  vorwar, 
Zwelf  henker,  wenn  mans  sagen  thar, 
Etlich  urteil  und  sentenz  haben  geschloßcn, 
Welchs  alle  auß  meiner  büberei  entsproßen: 
Do  kont  man  mir  balt  ein  urteil  feilen 

2&0    Und  naich  darauf  vor  gericht  stellen. 

Darumb  ich  das  selbig  auch  nicht  wagen  thar, 
Möcht  sonst  komen  in  größere  far. 
Doch  kan  ich  bei  mir  nicht  ersinnen, 
Daß  in  ganzer  weit  weren  zu  erfinden 

25S     Solche  büberei  und  große  schand 
Die  ich  geübt  hab  mit  meiner  hant. 
Sol  ich  mich  nu  weiter  umb  dienst  bewerben, 
So  furcht  ich  die  untreu  möcht  auf  mich  erben. 
Aber  nach  dem  Sprichwort  war, 

riw     Was  schats,  wann  mans  vorsuchen  thar? 
Meine  botschaft  hab  ich  auß  gesant 
Mich  zu  wenden  in  seltsame  laut, 
Zu  begeben  in  den  gewaltigen  häufen 
Do  die  engel  mit  brenden  laufen. 

«65     Dann  gleicher  gestalt  geachtet  die  herrn  mein, 
Also  wirt  auch  ir  diener  sein. 
Do  wil  ich  mich  erst  gebrauchen  lau 
Nach  allem  vorteil  wie  ichs  gelemet  hau, 
Ewig  und  alzeit  ein  merer  im  reich, 

»70     (Dem  Pluto  dar  niden  ich  mich  vorgleich) 
lUch  setzen  zu  seiner  rechten  hant 
Ein  gubemator  im  selben  laut. 
Ein  furstentumb  wil  er  mir  geben  ein : 
Das  sol  ich  besitzen  vor  das  mem. 

t7u    Meine  Sachen  wil  ich  dahin  richten 
Und  al  mein  thun  darauf  schlichten 


76 

Daß  mein  reime  bleibt  war 
Welchen  ich  gefuret  manche  jar. 
All  meine  tage  in  unrue 
280    Breng  ich  hie  dises  leben  zu. 

Nach  dem  selben  ist  mir  vorheischen  worden, 
Darzu  auch  meinem  ganzen  orden, 
Auch  ein  leben  in  ewigkeit 
Von  aller  angst  und  not  bereit. 

Beschluß 
285    Auß  disem  allen  hat  ein  ieder  vomomen 

Daß  ich  auß  keinem  stein  gesprungen, 

Sondern  daß  ich  ein  man  von  tugent  reich 

Also  daß  man  nicht  findt  meins  gleich. 

Es  ist  aber  nicht  gut  daß  ich  mich  selbs  lob, 
290    Sondern  habs  wol  gehört  darob. 

Wie  meine  Sachen  gelegen  sein, 

Das  habt  ir  alles  vomomen  fein. 

Weil  mir  aber  die  nachbam  übel  geraten. 

So  muß  ich  selbs  loben  meine  thaten. 
2»5    Aber  nach  dem  gemeinen  Sprichwort  war 

Das  werk  den  meister  loben  thar. 

Also  vorhoffe  ich  wol  zu  bestan 

Vor  meinen  herren  vor  iederman. 

Wil  nun  besehen  wer  mich  wil  feilen, 
300    Weil  ich  gezogen  bin  in  die  heUen 

Und  da  warten  der  gesellen  mein: 

Vorhoff,  sie  sollen  auch  nicht  lang  außen  sein. 


XL 

BRUDER  VEITS 

LANDSKNECHTS  IM  LAGER  VOR 

WOLFENBÜTTEL 

TREULICHE  WARNUNG. 

1542. 

Der  got  der  himel  und  erden  mechtig  ist 

Hat  Bern  macht  beweiset  zä  diser  frist. 

Dem  sei  alein  lob  und  preis  in  ewigkeit! 

Der  ie  den  seinen  zn  helfen  alweg  bereit, 
j  Hat  iez  den  löblichen  fursten   von  Sachsen  und  Hessen 

zAgleich, 

Die  von  forstlichen  tugent  hoch  begabt  und  tugentreich, 

Wolfenbüttel,   des   untreuen  von    Braunschweig  festung 

und  macht, 

In  ir  hend  und  gewalt  ganz  und  gar  gebracht. 

Und  ist  geschehen  den  zwelften  Augusti  zu  mittag, 
10  Da  alles  in  Wolfenbüttel  verzagt  damider  lag: 

Dann  die  nachtigaln  falken  und  schlangen 

Hetten  etliche  tage  darför  also  angefangen 

Zfi  singen  mit  erschrecklichen  donnerlichen  ton, 

Daß  ein  icder  in  Wolfenbüttel  gewünscht  er  were  darvon , 
1»  Und  weil  sie  sich  dann  keiner  hilf  zfi  vertrösten  gewüst 

Und  darzfi  verfloßen  war  die  zeit  und  firist 

Darin  ir  herr  vertröst  inen  zu  hilf  zA  kumen, 

Welchs  im  aber  got  hat  untemumen 

Und  also  wie  er  gotlose  pflegt  in  die  flucht  geschlagen, 
-'  Daß  er  .sich  mit  briefen  auß  dem  land  hat  laßen  verjagen 


78 

Welche  aber  niemant  wunder  nemen  boI, 

Dann  der  von  Braunschweig  ist  alles  falsch  und  untreu  vol: 

Hat  das  an  den  christenlichen  verwanten  redlich  beweist 

Und  ganz  teutsch  nation  mit   seiner  listigen  praktikcn 

umbkreißt. 
25    Dardurch  er  der  armen  stete  Goslar  und  Braunschweig 

Vermeint  mechtig  und  ir  herr  zA  sein  zu  gleich. 

Darin  im  aber  got  von  wegen  seiner  bösen  übelthat 

Nit  hat  räum  geben  wollen  noch  stat: 

Dann  es  ist  im  durch  sein  verhenknus  abo  ein  kappen 

geschniten 
30    Die  er  nimmer  mer  mit  seinem  pochen  wirt  vermiten 

Und  muß  abo  in  zeit  seins  lebens  irre  gon, 

Wie  dann  solchs  der  gotlosen  verdienter  Ion. 

Es  ist  aber  solichs  olles  gotes  werk, 

Der  die  löblichen  chür  und  forsten  weiter  sterk! 
35    Daß  auch  dem  von  Braunschweig  solt  unrecht  geschehen, 

Wirt  kein  erliebender  der  do  lebt  küimen  verjehen: 

Dann  er  ie  alle  böswicht  stück  hat  getriben, 

Welchs  im  auch  vor  dem  reich  unverschwigen  bliben, 

Und  dem  trotzer  pocher  und  scharrer  oberzelt 
^^    Von  nu  an  biß  ans  end  wirt  nachgesagt  in  aller  weit. 

Ime  geschieht  auch  kaum  recht  daran: 

Dann  solche   salsen  von  rautenkraut  gehört  auf  den  un- 
treuen man 

Der  mit  seinem  weißen  schelm  das  aufzufreßen  gedacht : 

Aber  wie  bitter  das  were,  aber  das  ende  nit  betracht. 
45    Vil  weniger  hat  er  gedacht  an  die  katzenelnbogische  katzen 

Die  warlich,  wann  sie  bew^egt,  auch  kan  kratzen: 

Wie  man  warUch  das  iezo  vor  Wolfenbüttel  gesehen  hat. 

Die  katz  hat  sich  redlich  geregt  den  morgen  fru  und  spat. 

Laßt  nu  sehen,  wer  dem  von  Braunschweig  wil  beifal  geben : 
50    Den  wil  ich  der  leichtfertigkeit  und  untugent  eben 

Vergleichen,  wie  herzog  Heinrichen  den  untreuen  man: 

Das  sage  ich  brfider  Veit  an  allen  wan. 

Und  mag  ein  ieder  in  diser  zeit  wol  aufsehen 

Und  sich  so  leicht  in  far  nicht  begeben, 
b:*    Dann  der  löbliche  churfiirst  mit  dem  schwert 


_    79 

Ist  sächsischer  art,  steif  fest  und  hert 
Und  sein  brflder  lantgraf  Philips  aller  müe  unverdroßen. 
Sie  selten  wbl  noch  reißen  ein  solchen  bossen. 
Wo  in  ursach  von  iemants  darzft  wirt  geben, 
Do  sie  doch  sunst  lieber  nach  fride  und  rue  streben. 
So  ist  brflder  Veit  und  sein  gesinde 
Auch  abenteurlich  seltsam  und  geschwinde 
Und  zu  solchen  hendeln  zfl  vermögen  gar  leicht. 
Was  aber  letzUch  darauß  erfolget  tmd  erreicht, 
Das  nem  ein  ieder  von  dem  Braunschweig  ein  ebenbild 
Und  laß  got  den  herm  sein  den  besten  schilt, 
Der  zfivor  auch  mechtiger  könige  hat  gestürzt 
Und  iren  stolz  und  toben  wider  inen  und  die  seinen  ver- 
kürzt, 
Die  sich  so  bös   als    der  von  Braimschweig  immerraer 

gedeucht 
Und  letzlich  im  gründe  des  meres  erseuft. 
Danunb  sich  wider  got  kein  mensch  legen  wöUe^ 
Auch  sein  heilwertiges  wort  keiner  verhindern  solle: 
Es  wirt  im  sonst  gehn  wie  dem  von  Braunschweig 
Und  verlaßen  mußen  sein  gewalt  und  reich. 
Das  zeig  ich  treuer  meinimg  wol  an 
Und  ein  ieder  erliebender  wöU  es  zfim  besten  verstan, 
Auch  den  von  Braunschweig  dahin  laßen  hauen, 
Dem  iez  vor  einem  rauschenden  blat  thAt  grauen, 
Und  sich  hüten  vor  brflder  Veit: 
Das  rat  ich  im  zfl  aller  zeit. 

Und  der  almechtige  verleie  uns  allen  sein  gotseligkeit ! 
Amen. 


xn. 

WARHAFTIGE  CONTRAFACTUR 

HERZOG  HEINRICHS  DES  lÜNGERN 

VON  BRAUNSCHWEIQ 

UND  SEINER  GESELLSCHAFT. 


Kenat  oder  haut  nie  gseben  in 
Und  nie  von  im  gehört  furliin: 
Dn  lernst  in  wol  kennen  hierin. 
Vnrwar  ich  dir  darfter  gni  bin. 


Wolan,  wolan  und  doch  wolan! 
Ich  contrafei  hie  einen  man 
Der  got  dem  herren  fluchen  thar 
Unverholen  ganz  offenbar, 

r.    Welcher  sich  vil  mer  thut  verlan 
Auf  menschen  kinder  wol  gethan 
Dann  daß  er  het  die  Zuflucht  sein 
Zu  got  dem  herm  im  himel  fein. 
Vorwar  es  ist  ein  feiner  man: 

lu    Wo  ers  doch  mag  gelemet  han! 
Mich  dünkt,  so  ichs  sagen  sold, 
Gar  bald  ich  dirs  anzeigen  wold. 
David  der  prophet  lobesan 
Der  wlrt  es  in  geleret  han. 

lu    Das  widerspil  vemim!  dann  hör: 
Ir  solt  nicht  han  (ist  Davids  1er) 
Hofihung  auf  irgent  einen  man. 
80  sagt  David,  got  wöls  nicht  han. 


s\ 


Verlaßet  euch  Buf  fürsten  nicht ! 
90    Höre  wie  David  weiter  spricht: 

Sie  sint  menschen  kinder  wolan 

Der  keiner  etwas  helfen  kan. 

Wer  wider  dise  lere  thut, 

Der  machts  so  hin,  er  machts  nicht  gut. 
fö    Im  feilen  stets  die  anschleg  sein^    ^ 

So  einer  nicht  von  herzen  fein 

Vertrauet  got  im  himel  dort. 

Merk  und  schleuß  ins  herz  dise  wort, 

Heinz  von  Braunschweig^  lieber  Worsthans ! 
30    Du  traute  außerweite  gans, 

Hast  den  David  wol  gelesen. 

Pfui,  sich  an  dein  gotloses  wesen! 

Lieber,  was  lestu  dünken  dich? 

Ach,  lieber,  underrichte  mich! 
35    War  nicht  herzog  Görg  auch  sterblich 

Als  ich  und  du,  als  du  und  ich? 

War  er  nicht  auch  von  menschen  gborn? 

la  zwar,  doch  hatstu  in  erkorn 

Nicht  anders  dann  für  ein  got  dein: 
40     AI  heil  und  Seligkeit  gar  fein 

War  dir  gelegen  an  dem  man. 

Ich  weiß,  wirsts  nicht  wollen  wort  han. 

Du  kanst  nicht  darvon  komen  baß. 

Sprich  nur,  es  sei  erlogen  das, 
IS    So  habs  der  teufl  geredt,  wolan! 

lür  leit  zwar  sonderlich  nichts  dran. 

Du  hast  wol  ehe  glogen  frei. 

Es  ist  mit  dir  heuer  nicht  neu: 

Von  lügen  bist  gar  oben  vol. 
&o    Hör  was  ich  dir  izt  sagen  sol! 

Werstu  gstorben  zum  ersten  an 

Der  ersten  lügen  (zweifl  nicht  dran) 

Du  weists  gewis,  o  lieber  got, 

Wir  weren  alle  mancher  not 
&5     Überhaben,  die  ganz  weit  würd  sich 

Erfreuen  des  nur  gewislich. 

() 


82  _ 

Du  Heinz,  werst  Icngst  dahin  ins  bad. 

Auch  wer  verblibn  manch  böse  that, 

Darzu  du  rat  gegeben  hast, 
no    Du  Heinz,  hansworstiseber  fantast, 

Wie  wol  dirs  nie  geglücket  hat. 

Da  magst  nu  sein  bös  oder  quat, 

So^nstu  doch  kein  rat  darzu, 

Mit  wasser  weis  möchst  komen  du 
r.5     Auß  disem  unfletigen  seubad. 

Die  warheit  dich  bezwungen  hat: 

Dein  leugnen  hie  kein  räum  mag  hau. 

Da  herzog  Georg  nu  war  darvan, 

Alda  man  von  dir  hat  gehört 
70    Solch  red.     wer  hat  dich  so  betört? 

Ach  wie  ist  es  ein  ubelthat 

80  bös  weit  über  alles  quat! 

Was  wars  für  red?   sie  lautet  so: 

Er  wold  lieber,  got  im  himel  do 
75    Wer  gestorben,  daß  nur  alein 

Herzog  Görg  möcht  lebendig  sein. 

80  dises  möcht  geschehen  so, 

Dann  wold  er  singen  fro  fro  fro. 

Dünket  dich  nicht  daß  solchem  man 
Bu    Die  red  hab  wol  gestanden  an? 

Wie  sold  er  anders  singen  zwar 

Dann  wie  im  der  Schnabel  gewachsen  war. 

Pfui  du  gotloser  bösewicht! 

Sich  was  du  gthan!  schemstu  dich  nicht? 
»5    Darfstu  im  himel  deinen  got 

So  gar  verachten  ohne  not 

Und  so  setzen  die  hofihung  dein 

Auf  menschen  die  all  sterblich  sein? 

Was  hat  der  prinz  nu  gholfen  dir? 
90    Ich  bit  dich,  lieber,  sag  es  mir! 

Darfst  nu  nicht  sterben  gleich  wie  er. 

O  warlich  mordio  und  zeter  1 

Ist  über  dich  zu  schreien  zwar,  I 

Daß  du  hast  vergeßeu  so  gar 


88 


»5     Des  edlen  gots  und  schepfers  dein 
Und  dich  zugethan  so  gar  fein 
Der  creatur.  du  großer  nar, 
Vermaledeit  bistu  vorwar. 
Die  heilig  schrifl:  die  zeiget  diß, 

100     Da  sie  also  spricht  ganz  gewis: 
Verdampt  ewiglich  sei  der  gar 
Der  sein  vertrauen  setzen  thar 
Auf  einen  menschen,  man  gleubs  mir 
Daß  diser  Heinz  Worsthans  alhier 

105     Sei  auß  des  teufeis  engein  schar. 
We  seiner  armen  seien  dar, 
Weil  er  also,  wie  ich  vermelt, 
Von  got  und  seim  wort  wenig  helt, 
Diso  weit  im  zu  aller  frist 

HO     Vil  vil  und  zehn  mal  lieber  ist! 

Freilich  gunst  und  gnad,  großes  gelt, 
Des  babsts  und  fürstn  huld  im  baß  gfeit, 
Vorwar  im  baß  gfelt  denn  daß  er 
Im  himel  wer  ein  einwoner. 

115     Doch  wer  weiß,  wie  sichs  noch  dort  helt. 
Wer  hat  uns  von  dort  her  vermelt, 
Ob  im  himl  solch  gut  wesen  sei? 
Hans  Worst  der  helt  es  dafür  frei, 
Daß  nach  disem  leben  sei  kein  leben : 

120     Diß  ist  sein  glaub,  das  merk  man  eben. 
Er  gleubt  vorwar  kein  ander  weit 
Und  hats  auch  drumb  so  hingestelt 
Nach  aller  gotlosn  art  und  weis. 
Leicht  glückts,  die  hell  ist  nicht  so  heiß 
isn  Wie  sie  die  pfaffen  izt  thun  machen. 
Er 'gibt  daran  nichts  dann  ein  lachen. 
Er  denket  so  *het  wir  nur  preis 
All  lutherischen,  wie  würd  da  fleiß 
Angewendet  werden!'  vorwar 
ISO  So  es  gieng  nach  seim  willen  gar, 
So  würd  er  sagen  'reis  nu,  reis. 
Reis  hau  und  stich  mit  allem  ileiß 

0* 


84 


Wer  da  kan  und  wu  man  weiß  nur 
Die  lüthrisch  sein,  ich  sage  dir, 

135     Got  geschichts  zum  großen  preis, 
Zur  grösten  er,  so  ire  weis 
Wirt  ausgerottet  überal: 
Got  dir  solches  belonen  sah 
Darzu  wenn  wir  sie  han  als  dann 

140     Alle  zugleich  zu  tod  geschlan, 
Dann  woUn  wir  gute  tage  han.' 
Ja  SOS  nicht  reint,  lieber  Heinz  Narr, 
Was  wiltu  mer  thun?  sag  auß  gar! 
'Wir  woUn  den  raub  aufm  mummen  plon, 

115     Ir  laut  und  leut  außteilen  schon. 
Alle  zwar  die  lutherisch  sein 
Solu  sehen  was  wir  künnen  fein. 
Wittenberg  wolln  wir  schleifen  lan, 
Es  sal  kein  stecken  bleiben  stan: 

loo    AU  Unglück  ist  komen  darvan.' 

Ach  mein  Heinz,  laß  doch  bleiben  ein, 
Dran  du  binst  den  weißen  schelm  dein! 
*Die  chtlr  wolln  wir  von  Braunschweig  han: 
Der  chürfUrst  der  sol  undergan.' 

155    Du  armer  chürfiirst,  gnad  dir  got! 
Du  wirst  komen  in  große  not! 
^Braunschweig  die  stat  zum  ersten  an, 
Magdeburg,  Zerbist  wolgetan  — ' 
Es  kost  nicht  mer  dann  nur  ein  wort. 

luü    Dann  fert  er  immer  weiter  fort: 
^Obs  den  steten  gfall  oder  nicht, 
Dasselbig  uns  nicht  ser  anficht. 
Vorwar  es  leit  uns  nicht  vil  dran, 
Sie  mügens  gleich  gut  wißen  han,     - 

165     Wir  wollen  sie  fein  nemen  ein. 
Weil  sie  uns  so  gelegen  sein. 
Wir  wollen  weidlich  darein  schlan, 
Es  sol  keiner  komen  darvan. 
Unser  volk  dajs  setz  wir  drein, 

170     Welches  in  sol  bringen  schwere  pein.' 


85 


Sols  denn  also  bleiben  hierbei^ 
^lieh  dünket  zwar,  das  so  gnug  sei. 
^Ja  ja  solds  bereit  genug  sein. 
Ander  stete  mer  groß  und  klein 

175     Mußen  hernach  auch  herhalten: 
Ir  aller  sol  der  teufel  walten. 
Sie  soln  uns  all  wol  dienen  nein 
In  unser  liebes  küchelein.' 
Herr  von  Braunschweig,  mein  lieber  herr, 

i^o     Ach  seit  doch  nicht  so  gsch winde  ser! 
^Spot  wie  du  wilt!  du  seist  wol  sehn 
Obs  nicht  gar  balde  werd  angchn. 
Merk  auf!  vil  ander  fürsten  fein, 
Die  mit  uns  noch  halten  gemein, 

1»^     Solln  wol  etwas  bringen  für  sich: 

Sol  sie  nicht  reuen,  als  nemlich         * 
Die  bischof  drauß  am  Mein  und  Kein 
Solln  auch  all  guter  nemen  ein. 
Der  luthrischn  lender  alle  frei, 

1941    Nach  dems  iderm  gelegen  sei.' 

Wol  an,  mein  lieber  Heinz,  hör  mich! 
Du  hast  es  traun  ganz  lustiglich 
Bedacht  bei  dir:  doch  dünkt  mich  das, 
Wiltu  mich  hörn,  ich  sag  dir  was. 

195    Ich  gleube  nit^ht  daß  du  alein 
Solches  hast  bedacht  so  gar  fein, 
Sondern  dein  rete  han  gwislich 
Dir  geholfh  in  der  sach  (dünkt  mich) 
Und  sich  ser  tief  besimnen  zwar, 

tco     Ungferlich  (so  ichs  sagen  thar) 
Etwan  ein  spanne  under  sich 
Vom  nabel.   ei  ich  versprach  mich: 
Mein  Hans  Worst,  verzeih  mir  das! 
Ich  sag  dir  nu  die  rechte  maß : 

tvs     Ein  halbe  meil  wolt  sagen  ich 
In  himel  nein  ganz  über  sich. 
Evangelmm,  ich  rat  dir, 
Schau  far  dich  imd  folge  du  mir! 


86 


Bit  deinen  allerliebsten  got, 

210    Weil  er  dich  außgesendet  bot, 
Daß  er  für  alle  not  scbtLtz  dicb! 
Er  sals  wol  thun,  das  boff  ich, 
Daß  er  Steuer  Heinzs  bösen  rat 
la  ich  hoff,  der  herr  Zebaot 

215    Sol  dich  verteidigen  ganz  wol. 
Er  hats  gethan  zum  oftem  mal, 
Er  thuts  noch  als  ein  warer  got, 
Daß  er  dicb  schütz  für  Heinzens  rott. 
Eins  wer  mir  wol  not  zu  fragen, 

220     So  mirs  Heinz  wolt  on  spot  sagen: 
Der  herr  der  alls  geschaffen  bot, 
Lebt  er  noch  oder  ist  er  tot, 
Der  liebe  got  im  himelreich? 
Mein' Heinz,  ich  bit  dich  seuberleich, 

225    Sage  mirs  doch!  dergleichen  ir, 
Ir  lieben  papisten,  sagt  mir 
Auch  wie  Heinze  der  fiirste  reich! 
Wie  wol  ich  bin  euch  gar  ungleich. 
Ich  bin  ein  luthriscb  denk  nur, 

280    Doch  lieben  herren,  saget  nur: 
Meint  ir  daß  got  im  himelreich 
Euch  armen  madensecken  weich? 
Wen^laßt  ir  euch  dünkn  daß  ir  seit? 
Meint  ir  daß  herkomn  sei  die  zeit 

235    Darein  sein  Uebs  wort  sol  fiir  euch 
Verzweifeln,  welchs  so  gnadenreich? 
Ein  guter  anschlag  wers  vorwar 
Und  ist  auch  bald  gesaget  zwar. 
Wolauf !  wir  wollen  hin  mit  braus, 

240    Got  sein  biml  einnemen  mit  strauß. 
Truz  dem  der  uns  solchs  weren  thar ! 
Wir  wollen  stracks  die  neue  lar 
Nicht  leiden  under  uns,  wolan! 
Solt  wir  was  anders  setzen  dran. 

246     Wir  habn  an  uns  ein  große  schar: 
Unser  ist  mer  dann  irer  zwar. 


87 


Wir  wollen  sie  vertilgen  bald, 
Wer  dann  daß  got  nicht  haben  wold. 
Ich  gleub  nicht  daß  der  engel  schar 
2^0    Sei  so  groß  als  des  Heinzen  dar. 
Ein  große  gfar  steht  drauf  gar  wol 
Daß  sie  gestorben  all  zumal 
Und  keiner  ist  im  himel  mer. 
Auch  wol  villeicht  got  selbs  sich  ser 
t':>&     Ser  furchten  thut  der  gute  man, 
Weil  im  sein  diener  so  abgan 
Durch  den  tot  und  ^er  mortbrenner 
Heinz  Heinzichen  so  gar  ser 
Dreuet  und  flucht  dem  lieben  got 
2«u     Den  tot  und  die  aller  gröst  not. 
Vorwar  weil  er  dises  darf  thun, 
So  muß  es  sein  ein  fromer  son, 
Und  gleub  nicht  anders  zwar  dann  er, 
Er,  der  liebe  got,  auß  beschwer, 
»69     Auß  großer  kummernus,  auß  gram, 
Auß  disen  stücken  allzusam 
Meinstu  nicht  daß  in  jamer  ser, 
Auß  großer  furcht  darzu,  muß  er 
Sterben?  ja  er  ist  gstorbn«  bereit. 
t'iO    Ach  gnad  im  doch  ein  gute  zeit 
Daß  er  mit  wimn  und  freude  fein 
Schreit  wider  auß  dem  grabe  sein ! 
Hört  mich!  ich  sag  euch  den  bescheit. 
Got  ist  nicht  tot,  sondern  er  leit, 
27:>     Er  lauscht  und  schleft  sein  zeit  und  weil, 
Wirt  einmal  (füjrcht  ich)  komn  mit  eil 
Zwar  ehe  dann  man  sichs  versieht: 
Als  dann  er  diso  bösewicht, 
Dise  so  gar  gotlose  leut 
t^*)     An  zweifl  recht  nach  gelegenheit 
Heimsuchen  wirt.  was  gilts,  wolan ! 
Es  sol  in  drüber  nicht  wol  gan. 
Wirt  sie  verstoßn  in  ewigkeit: 
Was  gilts?  es  sol  in  werden  leit. 


88 

285    O  ir  tollen  narren,  sagt  nur, 

Habt  ir  auch  got  im  himl  zu  für 

Gefraget  ie  mit  einem  wort, 

Den  großen  got  im  himei  dort? 

Wiewol  ich  wil  wol  sagen  schier 
290    Daß  euer  got  nicht  ist,  dann  ir 

Seiner  nicht  bedörft.  sag  an  hier, 

Habt  ir  in  auch,  ir  wilden  tier, 

Ir  giganten,  gefraget  ie,  — 

Ich  furcht,  es  sei  geschehen  nie  — 
2U5    Ob  ers  auch  von  euch  leiden  wil 

Daß  ir  nach  euer  maß  und  zil 

Im  seines  schönen  himels  zier 

Umbreißen  wollet?  gleubet  mir,  ' 

Ir  wert  so  vil  außrichten  als  nichts : 
900    Doch  künt  irs  enden,  gschichts,  man  sichts. 

Heinz,  lieber  Heinz,  laß  sagen  dir, 

Es  gilt  ein  ochsen  oder  vier, 

Darzu  ein  gute  orten  hier. 

Du  leist  auf  deiner  nasen  schier 
S05    Mit  all  deim  häufen  groß  und  klein. 

Got  (hoff  ich)  wirt  den  himel  sein 

Wol  ftir  dir  und  den  dein  allen 

Schlitzen  und  fein  verteidigen. 

Welches  dir  sol  sein  ein  pein  groß. 
310    Hans  Worst,  hör!  verstehstu  das? 

Er  thuts  durch  ein  einigs  wörtlein. 

Eben  durch  das  wort  welchs  muß  sein 

Der  papisten  aller  zumal 

Hon  spot  und  schmach  fr^  uberal. 
315    Aber  Heinzlein,  liebs  Heinzlein  mein, 

Heinzlein  Koter,  merk  du  mich  fein! 

Merk  du  mir  den  punct  zu  gefallen 

Disen  under  andern  allen! 

So  ir  euch  gleich  auf  drümlein  klein 
320    Zureißen  thetet  all  gemein. 

So  wil  doch  unser  got  kurz  um 

Daß  sein  wort  summa  summarum 


81) 


Bleiben  sol  und  kein  mangel  han 

Zu  sampt  denen  die  gleuben  dran, 
sis    Die  so  haben  ein  reines  herz 

Und  die  sein  wort  lieben  on  scherz. 

Got  wil  sie  nimer  mer  verian, 

Er  wil  in  ewiglich  beistan. 

lustin  Henger,  du  bösewicht, 
SSO    Diß  magstu  doch  ganz  und  gar  nicht 

Hör,  Hans  Worst!  ich  wil  dir  sagen  schon 

Vom  churfurstn:  gleub  du  künlich  dran! 

Got  der  herr  ist  sein  freunt  gar  gut, 

Er  helt  in  stets  in  seiner  hut. 
SS5     Für  dir  wirt  er  kein  mangel  han, 

Dergleich  sein  treue  underthan. 

Du  solt  sie  wol  zu  fride  lan, 

Solt  des  darzu  kein  dank  nicht  han. 

Er  ist  ein  fürst  so  lobesan. 
S40     Du  bist  nicht  wert,  du  loser  man, 

Daß  du  in  nur  solt  sehen  an 

Mit  all  deim  papistischen  gsind. 

Du  heillos  loses  teufeis  kint, 

Wiße  daß  die  lutherischn  sint 
S45     Frisch  frei  frölich.  dein  practik  gschwind 

Die  du  getriben,  die  zurint. 

Und  ob  die  ganze  weit  abbrint. 

Doch  die  lutherischn  getrost  sint. 

Ider  sein  wonung  wider  fint 
360    Im  himel  als  die  lieben  kint 

Bei  got  dem  vater,  da  sie  sint 

Angenem.  ir  aber  so  blint, 

Unverstendiger  dann  ein  kint, 

Unvemünftiger  dann  ein  rint, 
S55     Schlagets  so  gar  dahin  in  wint. 

Saget  mir  doch,  ich  frage  euch, 

Ir  papisten  alle  zugleich. 

Sonderlich  Heinzman  seuberleich, 

Sag  mir,  du  fürst  so  tugentreich, 
»^     Hat  auch  ie  einer  under  euch 


90 


Gedacht,  so  solch  geschrei  im  reich 
Außkomn  würd,  daß  all  stend  zugleich 
Des  reichs  würden  es  also  euch 
Gut  laßen  sein  und  seuberleich 

365    Euch  danken  darzu  alln  zugleich? 
la  gute  derbe  keulenstreioh, 
Wenn  man  darmit  bezalet  euch, 
Die  het  ir  verdient  all  zugleich. 
Wer  weiß  was  noch  wirt  thun  das  reich. 

370    Zum  andern  thut  mir  den  bericht: 
Meint  ir,  man  würds  erfaren  nicht, 
Wer  solches  hette  angericht? 
Got  geb  euch  die  nerrischen  gicht, 
Ir  mortbrennischen  bösewicht! 

375    Vorwar  ider  der  nur  mit  icht 
Etwas  verstehen  kan,  der  spricht 
'Diß  spil  hat  kein  mensch  zugericht 
Dann  die  papistn  das  ottergzücht' 
Schempt  euch  in  euer  angesicht! 

380    Ach  ir  heimischen  bösewicht, 
Man  sehe  an  all  eure  gschicht 
Was  ir  bißher  habt  angericht, 
Ir  habt  doch  nit  gedorft  ans  licht. 
Alzeit  habt  ir  gebraucht  solch  stück, 

385    Heimische  böse  neue  tück, 
Die  ir  uns  habt  in  unsem  rück 
Gethan,  wie  wol  got  nie  kein  glück 
Darzu  gegeben  und  die  krück 
Nu  gar  im  ofh  leit.   o  welch  stück 

3D0    Habt  ir  gebraucht!  kein  augenblick 
Sein  wir  gewest  für  euerm  strick 
Sicher:  doch  auß  gotes  geschick 
Haben  solch  euer  meuchelstück 
Alle  müßen  gehen  zu  rück. 

395    Wir  achtens  nu  als  nur  ein  blick. 
Got  aber  bitten  wir  umb  glück, 
Daß  er  uns  sein  gnade  zuschick, 
Daß  er  uns  die  nicht  entzieh  nur: 


91 


Alles  wolln  gerne  leiden  wir. 

tot»    Doch  80,  Heinzman,  ich  red  mit  dir: 
So  wir  küunen  kernen  zufur 
Deiner  Schelmerei,  gleube  mir, 
Nicht  laßn  solch  ander  wegen  wir. 
Der  gleichen  muß  man  auch  von  dir 

105     Sagen,  was  dein  lieb  im  schilt  fiir, 
Heinz  Justine,  das  merk  alhier. 
Mit  warheit  thut  mans,  gleub  es  nur, 
Auf  daß  man  sich  wiße  für  dir 
Zu  hüten,  zwar  ich  gleube  schier, 

410    Weil  du  dich  nu,  der  du  zufur 
Ein  fUrste  im  reich  warst  alhier, 
Zxmi  henger  machst  dich  selber  nu, 
So  wirt  ein  ider  sehen  zu 
Daß  er  sich  forthin  des  abthu, 

415     Hab  mit  dir  nichts  zu  schickn,  weil  du 
Dich  selber  machst  zum  henger  nu. 
Lieber  meister  Just,  hört  nur  zu 
Was  ich  euch  izt  zu  wißen  thu! 
Ich  hab  daheim  ein  tote  ku 

4to     Und  auch  ein  tote  sau  darzu. 

Wolt  ir  sie  holn  und  schinden  nu? 
Heinz  Just  von  Warheitsbrun,  merk  du! 
Da  wtLrds  anders  schreien  'juch  zu'. 
Wenn  derselbige  dein  huhu 

4S5     Ganz  warhaftig  wer,  und  so  du 
Bestendiglich  könts  machen  war 
Daß  alles  das  welches  du  dar 
In  deinem  hengertractat  klar 
Für  warheit  sagest  offenbar, 

430    Das  auch  darfur  bestünde  gar, 
Und  auch  dergleichen,  so  du  war 
Rededest,  lögest  nicht  80  gar 
In  deinen  lesterschriften  dar 
Wider  den  chürfärsten  offhbar. 

435    Aber  iderman  weiß  es  zwar, 
Ein  iderman  solchs  sagen  thar 


92 


Nicht  heimlich y  sondern  bell  und  klar. 
Daß  du  nicht  redest  ein  wort  war. 
Ich  gleub  es  traun  auch  selber  zwar. 

440    Du  Heinz,  mit  deiner  druckerei 
Drückst  wol  lügen  für  warheit  frei. 
Ein  idem  wilt  bereden  frei 
Und  meinst  daß  eins  wies  ander  sei. 
Ein  idem  wilt  bereden  frei, 

445    Daß  solche  deine  schenderei 
Die  lauter  klare  warheit  sei. 
Sonderlich  thut  gar  yil  darbei 
Der  namn  an  deiner  hengerei, 
Nemlich  wie  meister  Justin  sei 

450    Von  Warheitsbrun.   ei,  der  galg,  eil 
Wer  könts  doch  erdenken  so  frei, 
Wenns  nicht  so  wer!   es  bleib  darbei, 
Sag  mir  doch  wus  gelegen  sei! 
Pfiii  deiner  Wulfenbuttelei ! 

455    Hört!  Justinus  heißt  der  meister, 
Als  thet  er  recht,  seht  alle  her! 
Als  het  sich  der  von  Braunschweig  des 
Alzeit  geflißn  (e  ichs  vergeß) 
Daß  er  der  warheit  stets  nachtracht 

460    In  allen  Sachen  tag  und  nacht. 

Er  schreibet  nichts  nicht  dann  nur  war, 
Ist  ein  fromer  fürst,  nein  er  zwar 
Mit  eitler  fromkeit  uberschut 
Gleichwie  mit  muschln  auß  pilgrams  hut. 

465    In  Heinzen  gar  kein  böses  ist, 

Nur  daß  im  fom  und  binden  gbrist 
Von  art  ein  schelm  und  bösewicht: 
Aber  furm  hut  sihet  maus  nicht. 
Er  kumt  daher  mit  seinem  thun 

470    Dort  weit  weit  her  von  Warheitsbrun. 
Diß  ist  sein  hut  und  deckel  schon, 
Darmit  er  meint  wol  auf  dem  plan 
Sig  und  triumph  zu  behalten. 
Got  weiß  all  ding:  der  mags  walten! 


93 


476    Bistu  gerecht,  mein  lieber  kneclit, 
Wolan  BO  bleibst  on  zweifei  recht. 
Aber  vorwar  die  zwelf  knaben 
Die  aber  dich  urteil  haben 
Semptlich  und  sonderlich  beschloHn, 

4H0     Dieselbn  sich  anders  hören  laßn. 
Auch  Satan  dein  oberstes  heubt, 
Welchem  dein  herze  vil  mer  gleubt 
Dann  got  dem  hcrrn  im  himelreich. 
Mich  dünket  zwar,  er  lobet  euch, 

485     Euch  papisten  alle  zumal. 

Er  wirt  euch  auch  mit  reichem  schal 
Geben  den  Ion  unverdroßen. 
Du,  mein  Heinz,  wolst  ja  nicht  laßen 
Auf  seine  bit  zu  nacht  und  tag, 

490     So  er  anders  etwas  vermag 
Bei  dir,  du  wollest  mit  triegen, 
Hit  morden  brennen  und  liegen, 
Mit  allen  bösen  stücken  dein 
In  seinem  dienst  ganz  treue  sein, 

495     Auch  mit  ftirstnschenden,  anderm  mer, 
Damit  du  bzichtigt  so  gar  ser. 
Des  du  dich  kanst  erledign  nicht: 
Must  bleibn  ein  schelm  und  bösewicht. 
Dann  warlich  warlich  one  wan 

500    Merk  was  ich  dir  iz  zeige  an! 
Wiltu  sein  ein  aufrichtig  man 
Und  wilt  furn  reich  iz  wol  bestan, 
(Wie  dann  eim  forsten  lobesan 
Geburt,  daß  man  im  nichts  bös  kan 

505    Auflegen,  feischlich  mein  ich)  wolan 
So  mustu  mit  warheit  sagen  schon, 
£s  sei  ja  war  was  du  hast  lan 
Drücken,   zwar  ich  dirs  günnen  kan: 
Furcht  aber,  es  feil  gar  vil  di'an. 

510     O  Heinz,  du  wirst  ein  blosen  schlan. 
Ich  wil  dir  aber  wol  ein  man 
Anzeigen  und  nennen  gar  schon, 


94 


Sich,  der  darfs  Heinzen  zeigen  an. 
Was  erlichr  thaten  er  gethan. 

515    Heinz,  sag,  wie  wiltu  nu  beBtan 

Mit  der  warheit  ganz  hell  und  klar? 
Ja  Heinz,  merks!  es  ist  alles  war 
Und  ist  wol  sehier  zu  wenig  zwar. 
Doetor  Martinus  Luther  dar 

520    Der  ists:  die  ganze  weit  vorwar 
Auch  gar  nieht  anders  sagen  thar, 
Dann  daß  er  dir  sampt  deiner  schar, 
Deinen  mortbrennischn  gsellen  dar, 
Hat  gpreiset  euer  lob  vorwar, 

525    Dameben  auch  die  selig  lar 

Des  glaubens  so  gar  herzlich  zwar 
Verteidigt  und  sein  fiirsten  dar 
Verantwortet  darzu.    Heinz  Nar, 
So  hastu  des  fürsten  buch  dar, 

530    Darbei  und  drauß  magst  erfam  schier 
Daß  der  churfiirst  auch  noch  papir 
Tint  und  federn  hat,  damit  dir 
Dir  imd  deinem  gewesch  ist  zwir 
Zwir  und  doppelt  (gleub  du  mir) 

535    Geantwort.   darzu  dann  wir 
Vorwar  zu  Wittenberg  alhier 
Leut  haben  welche  feilen  dir. 
Got  lob  und  wer  gleich  deiner  vier 
Und  all  teufl  mit  dir,  doch  wißn  wir, 

540    Daß  ir  all  mit  einander  schier, 

All  papistn  mit  den  teufln  von  hier 
Mußen  dohin:  dargegen  wir 
Uns  tröstn  des  schönen  himels  zier, 
Nach  dem  wir  gleuben  gotes  gnad 

545    Die  uns  sein  wort  verkündigt  hat, 
Welch  uns  auch  oft  für  euerm  rat 
Beschüzt:  wie  wir  dann  mit  der  that 
Befinden,  daß  fast  alles  quat 
Welchs  euer  lieb  uns  bestelt  hat^ 

550    Dasselbig  feine  reine  bad 


95 


Habt  ir  außgebadet  gar  drat 
Ist  also  war,  ein  böser  rat 
Schadt  nur  dem  der  in  geben  hat. 
Euer  mortbrennische  that 

555    Wem  bringet  sie  das  meiste  quat? 
Es  ist  war  daB  sie  uns  geschat 
Und  yU  armer  leut  gemacht  hat. 
Wir  wohis  leiden  geduldiglich, 
Es  ist  hie  zeitlich  (versteh  mich) : 

5C0     An  zweifei  got  erbarmet  sich, 
Er  wirts  vergelden  ewiglich 
In  jener  weit  schick  aber  dich 
Auf  richtige  antworte  sag  ich^ 
Was  darzu  hat  verursacht  dich 

565     Nicht  aleine  hie  zeitlich, 

Dort  dort  wirt  es  erst  machen  sich. 
Wirt  dirs  geschenkt,  so  wunderts  mich. 
Hie  wirt  dirs  ja  nicht  (das  weiß  ich) 
Geschenkt,  das  hastu  gewislich, 

570     Augnscheinlich  darzu.  ach  solt  mich 
Mein  gewißen  so  drückn  als  dich, 
Wie  wer  mir  das  ein  marter  schwer  l 
Kein  Fürst  im  reich  kanstu  sein  mer, 
Bsondem  du  bist  ein  mortbrenner, 

576    Ein  verruchter  junkfrauschender, 
Ein  gotloser  ehebrecher. 
Du  heilloser  linker  schecher, 
Du  giftiger  böser  meuchler, 
Du  bist  ein  abgfeimbter  mörder 

580    Dort  zu  Warheitsbrun,  du  henker, 
la  du  unverschempter  lügner. 
Der  du  wider  got  und  all  er 
Frome  fursten,  ander  leut  mer 
Sehendest  und  scfamehest  so  gar  ser. 

585    Die  ganze  weit  schreit  iz  zeter 
Über  dich  schebniscben  bösewicht. 
Sich,  Heinz,  so  hastus  außgericht: 
Dem  gschrei  kanstu  entfliehen  nicht. 


96 


Kein  mensch  auf  erden  anders  spricht 

f'Do    Dann  daß  dir  hierin  recht  geschieht. 
Bistu  nu  solch  ein  bösewicht 
Daß  dich  dises  gar  nicht  anficht? 
Du  meinst  es  soi  so  bleibn  bericht 
Dein  mortbrennen:  ich  weiß  es  nicht. 

59a    Hör!  noch  einer  dich  drumb  anspricht. 
Der  bischof  von  Hildesheim  ficht, 
Ficht  dich  auch  an  und  gar  hart  sticht 
Auf  dich  daher,  er  leuget  nicht, 
Du,  tyran,  habst  soichs  zugericht. 

coo    Mich  dünkt,  es  solt  dir  straf  gnug  sein, 
So  dus  bedöchst  im  herzen  dein, 
Alhie  von  diser  weit  gemein 
Für  ein  solches  fromes  kreutlein 
Gescholdn  werden  von  groß  und  klein. 

605    Wirts  traim  dem  reich  gefallen  fein 
Und  der  keiser  leßts  auch  gut  sein, 
So  Bchreibs  zu  deim  krausen  herlein! 
Der  herr  aber  im  himel  fein, 
Obs  sonst  verbleibt,  er  wirts  alein 

610    Bezalen  nach  dem  willen  sein. 
All  henker  auf  der  weit  gemein, 
Derselben  vil  zu  wenig  sein 
Zu  strafn  die  groß  ubelthat  dein. 
Got  der  herr  der  der  sterkste  ist, 

615    Der  biß  hieher  zu  diser  irist 

Beschützet  hat  sein  lieben  Christ, 
Sein  wort  darzu.  hör,  du  papist, 
Auch  er  anderen  alle,  wißt, 
Daß  er  nu  schon  geschicket  ist, 

630    Nach  dem  eure  falsche  list 
Offenbaret  zu  diser  frist. 
Wißet  daß  im  kein  macht  gebrist! 
Im  augenblick  er  euch  aufirißt. 
Heinz,  du  hast  auß,  du  leist  im  mist, 

625    Durch  gotes  gwalt  schon  verzert  bist: 
Ein  iderman  der  gleub  nur  dran. 


97 


Iz  wenn  du  wirst  herwider  gan, 
Der  liebe  David  zeigt  dirs  an: 
So  du  wirst  ein  nacfaforschung  hau 

cso    Nach  dem  gotlosen  (gedenk  dran!), 
So  ist  er  schon  bereit  darvan, 
Sein  wesen  das  kan  nicht  besten. 
Die  papistn,  die  meuchler  (wolan), 
Es  muß  bekennen  iderman, 

635    Was  sie  bißher  geratschlagt  han, 
£s  hat  in  nie  wollen  fortgan. 
Diß  haben  sie  traun  wol  gethan. 
Mit  großer  furcht  zum  ersten  an 
Habn  sie  erschrecket  manchen  man: 

S40     Doch,  lieber  got^  lob  dank  und  er 
Sei  dir  gesagt!  wider  dein  1er, 
Wider  dein  wort  (was  woUn  wir  mer?) 
Zu  streiten,  herr,  es  ist  gar  schwer. 
Hats  doch  der  babst  mit  seinem  her, 

645    Die  meuchlisch  sect  der  mortbrenner, 
Der  fledermeusische  henger, 
Er  imd  auch  irer  ganz  keiner 
Zu  der  helft  nie  gbracht.    ach  leider 
Was  denken  sie  doch  immer  mer! 

e&o    Nu  wir  künnen  nicht  darwider. 
Er  sizt  im  himel  dort  der  herr, 
Vorwar  nicht  leßts  ungerochn  er. 
Diß  sei  dir  gschenkt,  Heinz!  iz  nicht  mer. 
Den  beschluß  wil  ich  hengen  an. 

S55    Gleubs,  der  zu  Hessen  wolgethan 
Bleibet  für  dir  wol  ungeschlan 
Oleich  dem  churfursten  lobesan, 
Auch  dem  von  EQldesheim.  wolan! 
Und  bistu  du  denn  so  böser  man, 

cco    Yerantwort  dich  fürs  keisers  krön 
Wes  sie  dich  izunt  klagen  an. 
Sie  thuns  nicht  auß  eim  losen  wan, 
Wie  du,  Just  Henker,  hast  gethan: 
Warheit  bringen  sie  auf  den  plan, 

7 


98 


üti.')    Mit  warheit  zeigen  sie  all  an, 
Wie  du  seist  so  ein  loser  man. 
Ich  {urchty  du  mxist  noch  teuflisch  dran. 
Hör!  an  zweifl  dein  Just  Henker  zart 
Der  wirt  sein  teil  in  seinen  hart 

G70    Widerumb  kriegen  also  fort 

Hab  sorg,  wirt  müßen  über  port: 
So  du  in  kanst  erretten  frei 
Neben  deiner  mortbrennerei, 
Auch  neben  deinem  lestem  groß 

675  Der  fiirsten,  welches  one  maß, 
Wolan,  wolan!  es  ist  fast  zeit^ 
£  dich  ein  starker  galge  reit. 


xni. 

DREI  NEUE  UND  LUSTIGE 

GESPRECHE 

WIE  DER  WOLF 

SO  ETWAN  DOCH  NICHT  LANG  EIN  MENSCH 

HEmZ  WOLFENBÜTTEL  GENANT 

IN  ABGRUNT  DER  HELLEN 

VORDAMT  SEL 

REIMWEI8 
AUSZ  DEM  LATEIN  INS  DEUTSCH  GEBEN. 

1542. 


Das  erste  gesprech. 

Die  namen  der  Unterhändler 
Megera,  Thesiphone,  Minos,  Charon,  Lycaon. 

Megera 
Bei  Styge  dem  hellflnß  ich  schwer, 
I>jiß  ich  ein  lange  zeit  anher 
Nichts  hab  gesehn  das  gschehen  wer, 
l^elchs  mich  gelüstet  het  so  ser. 
Als  ich  izt  sah  on  alles  gferd: 
Zu  tod  ich  mich  des  lachen  werd. 

Thesiphone 
Eün  schad  ist  gschehn,  das  feilt  mir  nicht, 
Weil  die  also  ein  glachts  anrieht: 

7* 


100 

Denn  wir  hellwütrin  habn  die  art, 
10    Man  sieht  uns  lachen  zu  keinr  fart. 
Es  sei  denn  daß  mit  ach  und  we 
Was  kleglichs  und  ser  böses  gscheh. 
Abr  hör,  Megera^  liebe,  hör! 
Wo  auß?  wes  lachstu  doch  so  ser? 
Megera 

if>    Wer  ich?    ei  solt  ich  lachen  nicht? 
Für  unser  rachn  ein  gut  gericht 
Uns  abermals  ist  wordn  zu  teil, 
Doran  wir  uns  (hoflF  ich)  ein  weil 
Erlüsten  wöUn.   traun  Charon  war 

20    Ein  steifer  held  auf  diß  mal  zwar. 
Vor  lachen  kan  ichs  schwerlich  sagn, 
Was  lustigs  sich  hat  zugetragn 
Izt  wie  ich  gangen  war  hinauß  — 

Thesiphone 
Nu  was  denn?  sags  doch  bald  herauß! 
Megera 

«5    Wie  ich  neulich  außgangen  war 
Spacieren  hin  zum  heulfluß  dar, 
Da  wart  von  seien  mancherlei 
Erhört  groß  jemerlich  geschrei, 
So  groß  daß  hart  thet  wider  schalln 

80    Auch  auß  den  höln  und  ufern  alln, 
In  des  zum  ufer  drangen  dar 
Plüzling  der  sein  ein  große  schar. 
Ich  frag,  wer  doch  die  alle  sint. 
Man  sagt,  ein  fürst  mit  seim  ^esind, 

35    Der  gerne  über  faren  wolt. 

Charon  der  ferman  fant  sich  balt: 
Und  wie  er  sein  gewonheit  helt, 
Er  erstlich  fordert  sein  fergelt, 
E  denn  er  ein  nam  in  sein  kan: 

40    Welchs  sie  im  theten  all  abschlan. 
Er  aber  mant  sie  vest  und  hart 
Biß  er  auch  drob  erzürnet  wart, 
Dreut  in  Plutonis  ungenad. 


101 


Hierauf  balt  einer  an  dem  stad^ 

45    Mer  denn  die  andern  all  geziert. 

Von  grad  und  leibs  sterk  wol  staffiert,  — 
Lang  plänschlicht  war  sein  angesicht, 
Schwarz  augn  er  hat  zur  erdn  gericht 
Und  hangend  wangn  die  (wie  ich  spürt) 

so    Gleich  warn  mit  blutdurst  vorglasiert, 
Totgel  war  seines  angsichts  färb,  — 
Nach  dem  der  selbig  sich  bewarb 
Aufs  höchst  und  best  gegn  dem  Charon, 
Schwur  ^er,  die  andern  ghörtn  in  an 

ib    Und  wem  sein  hofgesind;  abr  er 
Ir  aller  fürst  und  herzog  wer. 
Auch  fumemlich  er  das  furwant. 
Er  wer  Plutoni  wol  bekant 
Und  sein  gar  alter  buntgenoß. 

60     Drumb  in  vom  Charon  ser  vordroß 
Daß  er  in  uberßim  nicht  wolt: 
Mutt  gleich  mit  gwalt  daß  ers  thun  solt, 
Denn  im  solchs  billich  widerfür. 
Charon  hielt  im  hingegen  für 

66    Die  alt  gewonheit  von  vil  jam, 
Daß  auch  die  münch  so  uberfam 
Im  stets  habn  müßen  gebn  sein  Ion, 
Der  gleichen  vil  bischof  auch  gthon, 
All  könig  die  gwest  sein  auf  erdn, 

70    Habn  sie  wöUn  ubergfliret  werdn: 
Nam  doch  ins  schif  den  herzog  ein, 
Ließ  stehn  am  stad  das  hofgsind  sein: 
Welchs  derhalbn  thet  der  alt  Charon 
Daß  er  sich  geb  Plutoni  an. 
Thesiphone 

7i^    Es  ist  ein  wunder  (sag  ich  wol) 
Daß  diser  geiz  den  Charon  sol 
So  hart  anfechten,   aber  hör! 
Sag  was  sich  hat  begeben  mer! 
Denn  ich  so  args  noch  nicht  veruiin, 

so     Derhalbn  sich  groß  gelechter  zun. 


102 

Megera 
Hör  fort  wes  ich  thet  lachn  so  ser 
Daß  ich  auch  schier  zuprastet  wer! 
Wie  Charon  izt  abstößt,  wil  fam, 
Kund  er  sich  nicht  so  wol  bewam. 

85     Der  sich  (wie  ghort)  ein  herzogn  nant. 
Bracht  im  ein  büntlein  alzuhant 
Heimlich  ins  schif :  drin  stak  ein  bejn, 
War  mit  Salpeter  gfället  fein, 
Doran  ein  zochen  glimmend  hieng 

90    Der  mit  eim  drum  ins  pulyer  gieng, 
Hierzu  künstlich  so  angericht 
(Wies  denn  auch  het  gefeilet  nicht) 
Daß  über  etslich  stund  und  zeit, 
Balt  so  der  fürst  wer  komen  bseit, 
95    Das  pulyer  aufgefaren  wer 

Und  het  das  schif  und  sonst  was  mer 
Mit  feuer  plüzling  gzündet  an. 
Und  wer  Charon  verdorbn  sein  kan, 
Denn  ers  des  orts  hat  underbracht 

100    Da  ''s  schif  mit  pretem  ist  vormacht 

Thesiphone 
Der  künster  uns  wilkimi  sol  sein. 

Megera 
Charon  der  alt  den  tuck  markt  fein. 
Und  balt  wie  er  zu  Stade  kam. 
Den  bündel  er  zu  banden  nam, 

105    Und  wie  er  fant  die  Schelmerei, 

Dem  ftirsten  ers  ins  gsicbt  schlug  frei. 
Zur  gegenwer  der  ftirst  sich  stalt: 
Du  gleubst  nicht,  wie  keck  war  der  alt. 
Ein  dapfern  kämpf  du  hetst  gesebn, 

110    Wie  frei  zusamen  trafh  die  zwen. 
Charon  (wiewol  er  schwach  und  alt) 
Sich  erlich  imder  augn  im  stalt 
Und  ritterlich  im  widerstunt. 
Der  fürst  sein  tück  braucht,  wo  er  kunt. 


103 

115    Bei  zweien  stunden  (ist  gwis  war) 
Der  kämpf  stont  zweifelhaftig  gar. 
Lezlich  der  ftirst  wirt  gschlagn  und  fleucht: 
Der  Charon  sich  des  rümlich. freut 
Abr  schau!  der  Minos  kümpt  hieher. 
120     Sich  wunder,  wie  er  eilt  so  ser! 
Megera 
Ich  halt,  er  fragt  dem  fürsten  nach. 

Thesiphone 
Es  sei  gleich  wie  es  wöU  ein  sach, 
VU  tapfer  teufet  umb  in  seint: 
Drumb  ists  kein  scherz  welchs  hieran  scheint. 
Minos 
it5     Ir  hellwütrin,  wo  seit  ir  nur? 

Den  neuen  gast,  denkt,  stellt  mir  für 
Der  hat  den  lermen  angericht! 
Charon,  ist  der  der  bösewicht? 

Charon 
Herr,  ja. 

Minos 
Wolan  wer  bistu  denn? 
IM     Das  denk  und  gib  mirs  zu  verstehn! 
Wenn  denn?  schweigstu  izt,  du  unlustV 
Hörst  nicht?  sagn  soltu,  wer  du  bist. 

Lycaon 
Ich  bins. 

Minos 
Wer  denn?  Megera,  dran! 
Greif  in  mit  schlangn  und  peitschen  an ! 
135     Was  gilts,  er  leßt  was  schnapn. 
Lycaon 

O  we! 
Minos 
So  recht,  wilt  dich  nun  nennen  he? 

Lycaon 
Ich  bin  ein  färst. 

Minos 
Wied  heist,  zeig  an! 


104 

Lycaon 
Mit  namen  heiß  ich  Lycaon. 

Minos 
Bifltu  ein  fUrst  Lycaon  gnaat? 
140    Der  nam  ist  mir  vor  auch  bekant. 
Lycaon 
Vorwar,  Minos,  eins  mich  verdreußt, 
Daß  mir  solch  mier  wirt  beweist. 
Alhie  niemant  wil  kennen  mich: 
So  ich  mich  doch  ganz  sicherlich 
145    Zu  rümen  hab,  daß  nur  ser  vil 
Hie  seint  der  teufel  die  ich  wil 
Auch  überzeugen  daß  ich  sie 
Bewirtet  hab,  und  eben  die, 
So  hie  auch  nit  die  grinsten  sein. 
Minos 
150    Bistu  denn,  wie  mir  izt  feit  ein, 
Lycaon  von  Lycoperan? 
Lycaon 
Ja  ebn  bin  ich  der  selbig  man. 

Minos 
Der  welcher  anher  etslich  jar 
Plutoni  unserm  hellhem  zwar 
155    Umb  bsoldung  hat  gedient  jerlich  ? 
Lycaon 
Ja  recht:  der  selbig  fürst  bin  ich. 

Minos 
Der  du  widr  recht  und  billigkeit 
Dein  bruder  hast  ein  lange  zeit 
Gefenglich  ghaltn  und  tribuliert 
160    Daß  du  nur  hast  alein  regiert? 
Lycaon 
Traun  ja :  ich  bin  der  selbig  fürst. 

Minos 
Der  mit  schandlastcrlicher  turst, 
Auch  mit  dem  unartigen  lehn 
Zum  tod  hast  große  ursach  gebn 
165    Der  erliohn  muter  dein? 


105 

Lycaon 

Ja,  herr. 
MinoB 
Bericht  mich  forti  da  bist  ja  der 
Der  in  der  weit  beschriben  ist^ 
Daß  da  dorch  heimlich  tück  and  list 
Ein  jongfraalein  ganz  lobesam, 
170     Gebom  von  adelichem  stam, 
Anß  deinem  fraaenzimer  bracht 
Und  sie  ir  em  entsezt  mit  macht, 
In  dem  böslich  dein  elichs  weib 
Vorschmecht  und  ir  gestoln  dein  leib. 
175     Hast  auch  ein  leich  geticht  daher, 
Als  ob  die  Jungfrau  gstorben  wer. 

Lycaon 
Ich  bin  es,  ja:  ich  laugn  es  nicht. 

Minos 
Hör  mer,  gib  mir  auch  des  bericht! 
Du  bist  der  hat  genomen  gelt 
190     Von  den  tyrannen  auf  der  weit 
Die  gotes  wort  verdrückten  gern, 
Hasts  gebn  den  die  dir  musten  schwem, 
Sie  wolden  mit  feur  und  mit  brant 
Verderben  der  rechtglaubign  laut. 
Lycaon 
195     Ja  doch,  ich  bins. 

Minos 
Du  weist  doch  bscheit 
Umb  £inbeck  wo  das  ist  und  leit? 

Lycaon 
Einbeck  ist  mir  wol  gwest  bekant. 

Megera 
Recht  redt  er  daß  ers  hab  gekant: 
Denn  sein  anschleg  habn  gmacht  seiuther 
I90     Daß  man  es  schier  nicht  kennet  mer. 
Minos 
So  sag  mir  mer!  bistu  der  man 
Der  im  lang  zeit  hat  treumen  lan, 


106 

Du  seist  des  reichs  ein  oberster, 
Und  immer  ghoffit,  du  werdst  ein  her 

vjh    Wider  diejenign  fiiren  thun 
Die  Christum  izt  bekennen  nun 
Der  etwan  war  ein  zimerman. 
Die  (wie  ich  mich  entsinnen  kan) 
Ir  lutrisch  heiBt  und  schelten  thutV 
Lycaon 

200    Ich  bins  und  habs  gehabt  im  mut. 
Minos 
Es  steht  noch  recht  mir  wil  uichs  raer 
Zufalln,  darnach  zu  fragen  wer. 
Abr  ubl  hastu  dich  forgesehn. 
In  großer  ungnad  thustu  stehn 

205    Beim  herm  Pluto. 

Lycaon 

Das  hoff  ich  nicht. 
Minos 
Es  ist  wie  ich  dich  hab  bericht. 

Lycaon 
Nun  hab  ich  doch  mein  bests  gethan. 

Minos 
Hetstu  (wie  ich  vormerken  kan) 
Gehandelt  recht^  so  gieng  dirs  recht 

210    Und  werst  izt  nicht  so  gar  vorschmecht. 
Dein  sin  dich  ser  betrogen  hat. 
Falsch  ist  dein  ho&ung  und  dein  rat, 
Weil  du  auf  deine  list  mer  baust 
Denn  auf  Plutonis  Weisheit  traust 

215    Der  auch  der  oberst  ubr  uns  ist. 
Und  weil  du  gmeint  zu  diser  frist, 
Mit  deinem  frevel  und  gewalt 
Wolst  unserm  rat  vorkomen  halt 
Und  weist  nicht  daß  man  solche  sach 

220    Muß  fordern  weilich  und  gemach, 
Treibstu  mit  gar  zu  schwinder  eil 
Auch  nicht  alein  dein  glück  und  heil 
Zurück,  ja  brengst  uns  alln  auch  zwar 


107 

Gegn  den  im  himel  in  gefar. 

nb    Daromb,  so  ich  recht  sagen  sol, 
Du  hie  zu  hof  nicht  stehest  wol. 
Ser  übel  hastu  dich  verdient« 
Was  warstu  doch  so  args  gesint 
Daß  du  wolst  gebn  das  fergelt  nicht 

tso    Dem  Charon,  wie  er  hat  bericht? 
Lycaon 
Ich  hat  sein  nicht,  denn  wie  wir  all 
Vom  tod  erwischt  warn  dazumal 
Und  auf  die  bam  gelegt^  habn  wir 
Die  beutel  und  auch  alle  zier 

»85    Gleich  mit  dem  leben  hingelegt. 
Minos 
Was  hat  dich  abr  hierzu  bewegt 
Daß  du  dem  guten  alten  man 
Sein  schif  mit  feur  wolst  legen  an? 

Lycaon 
Vorzeih  mir  das !  bit  ich  mit  vleiß : 

»40    Denn  solchs  ist  von  natur  mein  weis: 

Drum  kunds  vor  mir  nicht  werdn  vordeckt, 
Die  weil  er  mich  zu  zom  bewegt. 
Auch  weistu  freilich  (wie  man  spricht) 
Daß  art  von  art  kan  laßen  nicht. 
Megera 

S45    Er  ist  gelert  und  wie  Ichs  acht. 
Hat  er  daheim  zu  tag  und  nacht 
Gehort  ein  wolberedten  man, 
Weil  er  die  sprüch  so  hübschlich  kan 
Anziehen,  wie  izt  ist  erhört. 

Minos 

ISO    Künstlich  du  redst,  es  darf  nicht  wort. 
Ob  aber  deins  wolredens  kunst 
Werd  hel£a  daß  du  Plutonis  gunst 
Bekomen  magst,  da  sich  du  fürl 
Abr  izunt  ist  befolhen  mir 

255    Daß  ich  dir  bind  all  vier  behend. 


108 

Drumb  kurz!  denk,  reich  mir  her  dein  hend! 
Ir  büttel,  bint  im  seine  fiißl 
Und  daß  er  seinen  frevel  büß, 
Sezt  in  zn  halber  gürtel  fein 

260    Im  nechsten  feuerofo  hinein 
Der  auf  das  hertste  sieden  thut 
Mit  öl  und  heißem  Schwefel  gut. 
Biß  nur  zeigt  Pluto  weiter  an, 
Wie  ers  mit  im  wöll  ghalten  han! 

265    Izt  darf  ich  lenger  warten  nicht, 
Muß  im  des  handeis  gebn  bericht. 

Lycaon 
O  Minos,  halt  ein  wenig  inn! 

Minos 
Ich  hör  izt  nicht,  ich  geh  dohin. 

Lycaon 
Verzeih,  mein  vaterl  bit  ich  ser. 
Minos 
870  Was  ist  es  denn?  sags  balde  her! 
Lycaon 
O  lieber  vater,  weil  ich  steh 
In  euer  ungenad  und  seh 
Daß  ich  hab  wider  euch  gethan 
(Wiewol  ich  stets  geglaubet  han, 

876    Alls  was  ich  thet  gefiel  euch  wol), 
Bit  ich,  so  ser  ich  immer  sol. 
Durch  aller  feurign  werkstet  willn 
Die  schwefeis  voll  seint  in  der  helln 
Von  allr  gequelten  seien  wegn 

280    Die  jemerliches  heulens  pflegn. 

Durch  die  menschliche  lieb  ganz  ser 
Ich  bit  und  was  sonst  sein  kan  mer: 
Hab  ich  iemals  (dafür  ichs  acht) 
Durch  mortbrant  her  zur  hellen  bracht 

285     Etslich  vil  sein,  so  bit  ich  dich, 
Du  wolst  gegn  dem  Plutone  mich 
Vorbiteu  und  mein  beistant  sein 
Und  thun  als  mein  sach  selbs  wer  dein. 


109 

Was  ich  geirret  hab  so  ser, 

f9o     Das  kümpt  nur  aus  furwar  doher 
Daß  ich  euch  hab  geliebt  so  hart 
Und  het  euch  gern  zur  steten  fart 
Alls  was  ich  kunt  zu  gfalln  gethan. 
Solchs  (bit  ich)  breng  meinthalben  an! 
Minos 

s»5     So  etwas  dich  kan  helfen  nun, 

So  kans  furwar  dein  groß  lieb  thun, 
Der  gleichen  deine  stete  er 
Die  du  uns  hast  gethan  bißher. 
Doch  wil  ich  auch  hie  thun  mein  fleiß 

300     Gewisy  so  vil  ich  kan  und  weiß. 
Lycaon 
Billich  halt  ich  dich  ewig,  her. 
Abr  izt  noch  eins  bit  ich  dich  ser: 
Du  wolst  auch  uberfiiren  lan 
Die  ich  am  ufer  glaßen  han, 

SOS     Fumemlich  wil  ich  zeigen  an 
Mein  großvogt  von  Lycoperan, 
Auch  mein  canzler  und  treuen  rat 
Der  wunder  gnad  zu  reden  hat. 
TJbr  das  bit  ich  dich  weiter  mer, 

sio     Du  wolst  mir  laßen  füren  her 
Hein  liebe  preceptores  bed 
Die  mit  yerstant  und  schöner  red 
Mir  alzeit  tröstlich  sein  gewest 
Und  mir  geraten  stets  das  best. 

si»     Denn  unter  den  der  eine  zwar 
Im  cammergricht  saß  etslich  jar. 
War  so  enzückt  in  euerm  geist 
Daß  er  euch  hielt  fürs  best  und  meist, 
Hat  so  nach  euch  sein  sin  gericht 

SSO     Daß  er  nach  keinem  got  fragt  nicht. 
Auf  erdn  er  auch  keins  menschen  acht, 
Seins  gfallns  die  recht  yerkart  und  macht, 
Rieht  auf  nach  seinem  lust  mandat 
Nor  daß  er  euch  zu  gfalln  was  that. 


110 

325    Dem  andern  giengs  so  glücklich  gar: 
Im  reich  er  vicecanzler  war, 
Wiewol  von  wegen  vil  untreu 
Und  seiner  schelmsvorreterei 
Wart  er  vom  selben  ampt  entsezt 

330    Und  must  mit  großer  schand  zulezt 
Heimlich  in  eil  sich  stein  darvan. 
Ich  wil  dir  zeign  ir  namen  an. 
Der  erst  heißt  Braun,  der  ander  Helt. 
Ich  bit  dich,  schaff  daß  werd  besteh 

335    Daß  sie  Charon  auch  (lir  hieher, 
Denn  sie  sich  engsten  wunderser, 
Wie  ich  an  irem  heuin  thu  spüm 
Welchs  sie  izt  jenst  dem  waßer  fum. 

Minos 
Far  hin,  Charon,  und  breng  sie  her! 

340    Was  schimmert  abr  plüzling  so  ser 
Mit  so  gewaltigm  hellem  schein? 
Schwingt  sich  von  obn  ein  geiet  herein? 
Ei  still!  es  ist  der  genius 
Nach  dem  sichs  alles  richten  muß. 

345    Der  gute  geist  er  gnant  wirt  sxmst 
Von  den  die  mer  tragn  lieb  und  gunst 
Zu  den  die  obn  im  himel  sein 
Denn  zu  uns  allen  in  gemein. 
Mich  wundert  gleichwol  trefflich  ser, 

350    Was  er  uns  brengt  für  neue  mer: 
Denn  wir  uns  nicht  zu  freuen  han. 
Wenn  er  vom  himel  zeigt  was  an. 
Für  angst  und  furcht  ich  zitter  gar, 
Seint  ich  sein  worden  bin  gewar. 


111 
Das  ander  gesprech. 

Plato,  Mioo8,  Lycaon,  Geniiu,  Braun,  Helt  and  der  cansler  etc. 

Pluto 

Es  ist  zwar  wie  du  gibst  bericht, 

Minos.   auch  leugnen  wir  das  nicht. 

Ob  er  in  unserm  ampt  wol  war, 

Daß  wir  auf  in  erzömt  warn  gar. 
5     Ja  nicht  alein  erzömt  gwest  seint, 

Wir  warn  im  auch  aufs  höchste  feint. 

Die  ungnad  hat  im  nichts  erweckt 

Denn  daß  sich  hat  in  im  erregt 

Alzeit  ein  frech  unbsunnenheit 
10    Und  forbündiger  gschickligkeit 

Sein  selbs  ein  falsch  vermeinter  wan, 

Darmit  er  oft  widr  uns  gethan. 

Denn  het  er  hierauf  geben  acht 

Und  nur  nach  unserm  willn  gemacht 
t6     Die  hendel  so  wir  im  befoln, 

Die  baß  verdackt  und  auch  verholn, 

Auf  sein  selbs  klugheit  nicht  stolziert 

(Der  doch  an  im  wirt  nichts  gespürt) 

Und  hett  sich  nicht  vornemen  lan 
to    Als  ders  uns  gern  zuvor  het  gthan: 

So  wer  kein  zweifei  in  meim  mut, 
,    Deutschbmt  schwüm  izt  zum  teil  im  blut. 

Wer  auch  zum  teil  durch  brant  verwust 

Und  trug  den  schadn  nach  dem  uns  lust: 
£3    Wiewol  wir  das  auch  nemen  an 

Zu  dank  und  uns  des  wol  gehan, 

So  er  uns  was  auß  freveln  mut 

Vorschau  jiiät  das  uns  kümpt  zu  gut. 
Minos 

Bei  meinem  eid  er  schweren  thar, 
so     Was  er  geirt,  das  sei  furwar 

Auß  sonderlicher  lieb  geschehn 

Zu  uns  und  daß  er  sich  versehn, 


112 

Er  wolt  uns  habn  hiermit  verert. 
Nicht  daß  er  het  deins  reiche  begert. 
Pluto 

3&    Mit  schwem  redt  er  mir  nichs  in  sin 
Der  ich  der  lügen  vater  bin, 
Wil  der  auch  bleibn  und  gnennet  werdn^ 
Es  sei  im  himel  odr  auf  erdn. 
Zu  dem  sol  er  mir  thun  kein  eit^ 

40    Seintmals  ich  kuntschafb  hab  kein  meit 
Mit  dem  den  man  der  grechtigkeit 
Ein  brunn  und  Schützer  nent  alzeit. 
Wie  weniger  er  aber  weiß 
Von  grechtigkeit  und  irem  preis, 

45    Je  lieber  er  uns  alln  sol  sein. 
Kein  haß  thu  ich  im  aber  zeihn: 
Thum  frevel,  ktin  Verwegenheit 
Ich  im  schult  geb  zu  diser  zeit. 

Lycaon 
O  we  mir  gar  vordampten  man! 

50    Ach  ewig  not  ich  für  mir  han! 
O  ach  und  we  der  harten  pein, 
Ach,  ach!  dorin  ich  stets  muß  sein! 
Ach,  ach!  mein  glück  imd  Zuversicht 
Welchs  sich  so  ganz  uud  gar  fint  nicht! 

55    O  strenge  richter  hat  die  hell: 
Hie  jamert  kein  mein  ungefell. 
Niemant  het  mich  beredt  auf  erdn 
Daß  hie  mit  mir  also  würd  werdn, 
Daß  auch  eur  freuntschafb  ewiglich 

60    Von  mir  solt  mügen  wenden  sich 
Den  ich  so  bin  verbunden  gwest, 
An  euch  mich  auch  gehengt  so  vest 
Daß  ich  mein  sei,  mein  leib  nnd  lehn 
G^utwillig  hab  für  euch  dar  gebn 

65    Der  hoffnung,  alles  was  ich  wolt, 
Von  euch  mir  widerfaren  solt, 
Bevor  was  mir  möcht  helfen  ser 
Zu  unterdrücktmg  Christi  er. 


113 


Gebt  ir  mir  eurem  felthaubtman 

70     Fm*  meine  treu  ein  solchen  Ion? 
Ist  das  also  bei  euch  die  weis 
Zu  em  ein  der  mit  höchstem  vleiß 
Und  mü  eur  reich  beid  frü  und  spat 
Zu  meren  nicht  alein  furhat, 

79     Besonder  hat  auch  wol  im  sin 
Mit  herskraft  für  den  himel  hin 
Zu  ziehen  und,  so  irs  wolt  han, 
Auch  mit  eim  stürm  zu  laufen  an? 
Ich  bit  euch,  o  ir  heUwütrin, 

HO    &Ct  underschüren  haldet  inn! 

Macht  nicht  so  heiß  das  siedend  öl 
Welchs  sunst  hart  gnug  braust  in  der  hell ! 
Ich  fleh  und  bit  nochmab,  schont  mein ! 
So  euch  mag  anders  wißen  sein 

fo    Daß  ich  hab  ie  und  ie  mein  lust 
Gehabt,  so  feur  was  hat  vorwust, 
Und  daß  ich  bin  der  erst  'gewest 
Der  mit  mortbrennen  hat  das  best 
Gethan,  darzu  mit  höchstem  vleiß 

»o     Solch  kunst  aufbracht  auf  neue  weis 
Daß  leichtHch  würdn  verderbt  mit  braut 
Vil  schöner  stet,  auch  leut  und  lant. 
Abr,  o  zu  Rom  du  leidigr  babst, 
Ach  we  des  trosts  den  du  mir  gabst! 

»5    Ir  treulosn  bischof,  we  und  ach! 

Ist  das  mein  Ion,  mein  ru  und  gmach, 
Wie  ich  mich  hab  euch  ganz  vortraut, 
Auch  al  mein  thun  hierauf  gebaut  ? 
Hab  ich  derhalben  tag  und  nacht 

i«H>    Auf  mancher  reis  mäsam  zubracht 
Mit  wachen  reiten  hin  und  her? 
Hab  ich  mich  darumb  gmüt  so  ser 
Und  alls  an  allem  end  versucht, 
Kein  weg  mich  laßen  bschweren  nicht? 

lo:^     Hab  ich  der  halbn  von  eurent  wegn 
All  tück  zu  brauchn  mich  laßn  bewegn 

8 


n4_ 

Daß  ich  alhie  in  ewigkeit 

Auch  unaußsprechlich  schmerzen  leid, 

Werd  in  die  feuerflammen  gsezt^ 

110    Schmerzlich  geengstet  und  vorlezt? 
O  leider,  achl  wo  bista  heut 
Der  du  warst  primas  gnant  die  zeit 
Under  den  andern  aUn  den  ich 
Gefolget  hab  ser  unweislich? 

UÄ    Darumb  ich  hie  vorlaßen  steh  *— 
Wo  bistu  nun,  Pyrobule, 
Der  du  hast  alle  weg  und  weis 
Gebraucht  und  mich  mit  höchstem  vleif^ 
Hierzu  vermocht,  mir  auch  geredt 

ito    Groß  gschenk  der  ich  zu  gwarten  het? 
Ja  auch  durch  dein  instruction 
Ich  gwilligt  und  gelemet  hon, 
Wie  ich  der  luterischen  gwalt 
Solt  schwechen  und  erlegen  halt, 

125    Der  du  hast  gmacht  mit  deim  vorstant 
Daß  ich  mit  sampt  meim  ganzen  lant 
Mich  hab  von  in  als  ketzern  gwent. 
Achl  mochstu  mir  nicht  sagn  diß  ent? 
O  Pluto,  gwaltigister  herr, 

130    Unilberwintlichster  herscher, 
Auß  des  geheiß  gutwilliglich 
Die  bischof  habn  besoldet  mich, 
Ich  bit  dich  uberauß  herzlich, 
Erbarm  dich  heut  doch  über  mich 

135    Und  laß  mir  lindem  meine  pein! 
Gnad  doch  dem  der  ist  eigen  dein! 

Minos 
Hörst  nicht,  Pluto,  wie  Lycaon 
Dich  ruft  und  schreit  so  kleglich  an, 
Wie  er  für  schmerzlichr  angst  und  quäl 
HO     Sich  rümpft  imd  wint  gleich  wie  ein  al? 

Pluto 
Ich  hab  sein  winseln  lang  gehört. 


115 

MinoB 
Meins  achtens  wer  er  gnaden  wert, 
Weil  er  dein  reich  auf  alle  weis 
Het  gern  gemert  mit  höchstem  vieiß, 

145     Wenns  müglich  wer  und  künt  gesein 
Daß  eim  erlaßen  würd  die  pein 
Hie  in  der  helln,  da  nach  der  streng 
Alls  wirt  gericht  und  nach  der  leng, 
Weil  die  strafiiemer  gar  kein  meit 

130     Nicht  wißen  von  barmherzigkeit. 
Pluto 
Du  sagst  unsy  Minos,  recht  und  wor, 
Auch  wie  wir  gmeldet  haben  vor, 
Daß  bilfich  werd  ein  ieder  gliebt 
Von  uns  nach  dem  er  hat  geübt 

ISS     Der  laster  vil  und  mancherlei, 

Seintmals  man  merken  kan  hierbei 
Daß  sie  uns  gleich  gesinnet  seint. 
Weil  der  so  gar  denn  unser  freunt 
Ist  gwest,  wer  recht  und  gieng  wol  hin 

i6«i    Daß  man  sein  schont  und  welet  in 
[Inder  der  unsem  teufel  stant, 
Daß  er  dest  fiischer  und  ermant 
Durch  alle  pein  sich  wirken  künt 
Und  daß  zu  seinem  willen  stund 

1«»    Nach  seinem  lust  auch  andre  sein 
Zu  peinign  martern  engsten  queln. 
Abr  weil  wir  müßen  ghorsam  sein 
Dem  den  wir  haßen  ein  und  ein 
Als  den  wir  ftirchten  müßen  hart 

170    Und  uns  obleit  zu  steter  fart, 

Der  nichs  ungstraft  auch  leßt  hingehn, 
So  er  was  sieht  das  sei  geschehn 
Zu  wider  im  und  uns  zu  gut,  — 
Ubr  das  mir  auch  zufallen  thut, 

17»    Weil  unsere  natur  und  art 

Wir  laßen  mügn  zu  keiner  fart, 
Habn  sonderlich  vil  lusts  hiervan, 

8* 


1^ 

So  wir  nur  mügen  legen  an 

Die  menschen  ser  vil  angst  und  spot, 

180    Es  sei  am  leben  oder  tot: 

So  wil  sichs  keins  wegs  leiden  zwar 
Daß  man  der  quäl  in  freiet  gar. 
Ob  dirs  abr  gfelt  und  recht  dünkt  sein, 
Magstu  im  mildem  seine  pein. 
Genius 

185    Truz  euch!  daß  ir  vorfluchten  geist, 
Die  ir  ewig  verdammet  heißt, 
Thut  anders  denn  got  furcht  imd  soIumU 
Ewiglich  und  zu  aller  zeit! 
Ja  dem  almechtign  herm  und  got 

ii»o    Der  alles  in  sein  henden  hot, 
Für  dem  erschrecken  zittern  hart 
Sol  ewiglich  sein  euer  art, 
Und  daß  ir  die  diß  habn  verdient, 
Ewig  zu  plagn  solt  sein  gesint, 

195    So  vil  euch  wirt  von  got  nach  gebn! 
Ubr  das  wißt  ir  auch  wol  hiemebn, 
Daß  ir  die  frum  gotselig  sein 
Zu  frid  müßt  lan  mit  solcher  pein. 

Minos 
Au!  deshalb  ist  mir  gwesen  angst. 

2üo    Denn  ich  in  gsehen  hab  vorlangst 
Daß  er  mit  einem  hellen  schein 
Sich  in  die  hell  schwingt  obn  herein. 

Pluto 
Mir  wirt  gar  bang,  erschrockn  ich  bin. 
Kum,  laß  uns  irgent  fliehen  hin! 
Genius 

:iü5    Bei  gwalt  der  ewign  maiestat 

Und  höchsten  kraft  des  der  als  hat 
In  gewalt,  auch  alls  in  allem  ist, 
Gebiet  ich  izt  zu  diser  frist 
Euch,  ir  unreinen  geist,  alln  gleich, 

sio    Von  hin  daß  keiner  kein  schrit  weich, 
Und  wil  auch  habn  auf  dises  mal 


117 

Daß  ir  still  seit  und  schweiget  all, 
Macht  kein  getümmel  noch  gemor, 
Kein  wemerleichen  und  geschnürt 

Hie  schweigts  nnd  wirt  alles  still. 

?i5    Neulicher  zeit  (wie  ir  wol  wißt) 
Zu  euch  anher  bracht  worden  ist 
Auch  einer  auß  der  menschen  schar 
Ganz  ungeratner  art  iurwar, 
Ein  herzog,  gnennet  Lycaon, 

ito    Der  hof  hielt  zu  Lycoperan. 

Was  der,  wie  er  noch  war  am  lehn, 
Nachmals  als  er  sich  euch  ergebn 
Hat,  ganz  und  gar  für  laster  schaiid, 
*Unerlich  auch  fürstlichem  stant, 

2S5    Getriben  hat  im  deutschem  lant, 
Ist  fireilich  euch  alln  wol  bekant 
Als  den  auß  der  anreizung  er 
Im  nichts  hat  laßen  sein  zu  schwer 
Welchs  er  acht,  das  möcht  fordern  ser 

tM\    Gar  zu  vorfinstem  gödich  er, 

Daß  er  den  leuten  ja  möcht  wem 
Das  recht  erkantnus  got  des  herm. 
Mort,  ebruchy  heßlich  hurerei. 
Rauberei,  meineit  und  dieberei, 

2S5    Untreu  und  wer  kans  sagen  alls  — 
Er  hat  alein  mit  dem  dis  falls 
All  schand  und  bosheit  Übermacht  -- 
Das  er  so  emsig  hat  getracht, 
Auf  daß  würdn  außgerott  im  lant 

240     Die  Christum  haltn  für  im  heilant, 
Mortbrenner  auch  so  vil  bestelt, 
Dergleichn  nie  ghort  ist  in  der  weit 
So  lang  die  selb  gestanden  ist. 
Alein  durch  in  vor  kurzer  frist 

245     Die  höchst  schand,  mördrisch  meuchlerei 
Getribn  ist  worden  mancherlei, 
Daß  auch  die  mit  im  ein  vorstant 


m 

Hetten  gemacht  (wie  er  das  nant), 

In  steten  und  in  dörfern  gmein 
tbo    Feur  allenthalben  legten  ein, 

VorBchonten  weder  jung  noch  alt, 

Wie  sie  denn  warn  von  im  bestalt. 

Mit  feur  namen  sie  hin  gar  schwind 

Haus  hof  gesindy  ja  weib  und  kint. 
i&ö    Dieweil  abr  nun  in  solcher  not 

Der  frumen  gbet  durchdrungen  hot 

Die  himel  und  ist  kernen  dar 

Für  got,  hat  er  vorschaffet  «war 

Daß  sterben  must  der  gotes  feint 
X60    E  denn  ers  selber  dacht  odr  meint 

Und  wtird  gejagt  zur  hellen  zu 

Ins  tiefst  zu  ewiger  unru. 

Derhalbn  ich  als  von  got  gesant. 

Der  alles  hat  in  seiner  haut 
ä65    Und  was  er  wil  im  himel  schafft. 

Auch  in  der  hell  der  bosheit  straft^ 

Die  frurobkeit  und  gotseligkeit 

Höchlich  belont  zu  aller  zeit, 

Zeig  euch  auß  seim  befel  ich  an, 
270    Daß  got  gestrackts  von  euch  wil  han. 

Daß  ir  nach  groß  und  glegenheit 

Der  lastcr  so  bei  seiner  zeit 

Lycaon  böslich  hat  getribn, 

Eum  ganzen  ernst  und  scherf  solt  übn, 
275    Die  pein  denkt,  im  zuteilt  und  sprecht 

Die  er  ewig  verdient  zu  recht. 

Minos 
Wir  bitten  so  vil  unser  sint, 
Du  wolst  nicht  fam  so  ernst  und  schwint: 
Denn  wie  ich  hör,  er  seiner  that 
280    Rechtlich  exceptiones  hat 

Genius 
Was  sagstu  mir  von  außred  vil? 
Sag  an!  von  dir  ich«  h^ren  wil. 


119 


Mino8 
Er  hat  Juristen  hie  mit  im: 
Dieselbign  magstu  fragen  drüm. 
Braun 
1165     Ich  bin  drüm  hie,  wil  man  mich  hörn. 
Genius 
Juristerei  vor  got  dem  herm 
In  solchen  Sachen  wirt  vorschmecht: 
Oot  ist  ubr  alle  gsetz  und  recht 

Braun 
Harr^  recht  ein  stich  muß  ich  im  gebn. 
290     Hör,  wer  du  seist,  und  merk  mich  ebn! 
Wie  kan  der  wider  deinen  got 
Vorbrechen  was,  der  niemals  bot 
Erkant  sein  namen,  wie  denn  der 
Von  seiner  jugent  biß  anher 
?95    Kein  fursten  hat  erkant  der  weit 
Denn  was  im  Pluto  ist  vermelt. 

Minos 
Ei  gar  zu  lam!  mich  speiert  frei. 

Braun 
Demnach  so  merk  noch  eins  hierbei! 
Weil  got  eign  herschaft  hat  und  gricht, 
34PO    Welchs  sich  vorgleicht  in  keim  ding  nicht 
Mit  des  Plutoni  unsers  herm 
Herschaft,  so  mügn  die  in  anghöm 
Seins  grichtzwaugs  brauchen  imerdar. 
Dir  abr  wil  nicht  gebüren  zwar 
905    Ein  endlich  urteil  hie  zu  felln. 

Dein  klag  widr  in  du  magst  anstclin 
Zu  recht:  dir  aber  nicht  gebürt 
Daß  er  von  dir  verurteilt  wirt. 
Denn  wie  uns  Baldus  des  bericht, 
310    Sol  kein  beklagter  werdn  gericht 
Odr  einigen  richter  gestraft, 
Denn  dem  er  mit  grichtszwang  vorhält. 
Und  so  derselb  dein  got  und  herr 
Ja  ist  so  klug  und  witzig  ser 


120 


S1&    Daß  er  aus  was  geschehen  ist 

Und  noch  wirt  gschehn  zu  steter  frist 
Kan  wißen  und  nicht  wirt  betrogn,  — 
Warumb  hat  er  nicht  auch  gepflogn 
Der  Weisheit  und  zeitlich  vorwart 

s»o    Daß  in  Lycaon  nicht  so  hart 

Het  mügn  betrübn,  wie  er  izt  klagt? 
Weiß  er  nicht,  was  das  recht  hie  sagt? 
Wer  schaden  merkt,  vorkömpt  den  nicht, 
Ob  in  der  trifft,  kein  gwalt  im  gschicht. 

»85    Denn  weil  ers  weiß  und  schweiget  still, 
Scheints  gleich  als  ob  ers  haben  wil. 

Helt 
Wir  wollen  das  izt  laßen  stehn 
Und  der  vommift  nur  stracks  nach  gehn. 
Drum  erstlich:  weil  Lycaon  gsehn 

SSO    Hat,  wie  auf  erden  all  ding  gehn 
On  Ordnung  durch  einander  her, 
Nur  wie  es  kümpt  on  alls  gefer,  — 
Etslich  groß  er  erlangn  auf  erdu, 
Eins  teils  hiergegn  zu  betlem  werdn, 

S86    Ir  vil  treibn  hin  und  her  im  lant 
Auch  ungestraft  all  sünd  und  schand, 
Hinwider  vil  durch  ir  frumkeit 
Sich  selber  fiim  in  großes  leit,  — 
Und  daß  auf  erdn  zu  keiner  frist 

340    Nichts  gwis  in  keinem  handel  ist,  — 
Ubr  das  ist  er  auch  worden  gwar, 
Wie  daß  fast  alle  menschen  zwar 
Die  (wie  ir  etslich  träumen  lan) 
Von  got  dem  eingn  ir  urkunft  han 

S4A    Und  nach  seim  bUdnus  all  seint  gmacht, 
Wie  da  ein  ider  denkt  und  tracht 
Nach  seinem  gfaln  zu  dienen  got 
Und  habn  so  manche  sect  und  rott. 
Der  götter  vil  und  mancherlei 

350    Sie  eren  thun  mit  vilerlei:  — 
Hat  er  mit  uns  geglaubt  dis  fais. 


121 

Daß  not  halbn  so  must  gehen  alU 
Odr  aber  gieng  on  alls  gefer 
Plambshalbn  so  durcheinander  her, 

HDä    Und  wolt  sein  tag  das  nie  in  in, 
Daß  nach  eins  einign  gotes  sin 
All  ding  regieret  solden  werdn, 
Weils  geht  so  wunderlich  auf  erdn. 
Und  wer  ein  solcher  einigr  got 

3«o    (Wie  irs  auß  eurem  träum  fhrsclüaht) 
Der  stets  wer  selber  mit  im  ein: 
So  sag  mir  doch,  wie  künds  gesein 
Daß  er  solch  unbestendigkeit 
Erdulden  solt  zu  aller  zeit? 

365    Fürs  anders:  weil  er  vil  gehört 
Und  des  von  jugnt  berichtet  wart, 
Im  auch  oft  het  getraumbt  hiervan, 
Wies  in  der  helln  ein  ort  solt  han 
Genant  campum  Elisium/ 

370    Der  80  genennet  wirt  darum 
Daß  er  den  ist  alein  besteh 
Die  durch  vil  angst  und  mü  der  weit 
Als  küne  beiden  bstendiglich 
Endlich  durchdrungen  ritterlich: 

S75    Hat  er  alln  fleiß  gewant  hieran, 
Daß  er  des  möcht  erfarung  han, 
Wer  doch  des  orts  gewislich  wer, 
Daß  er  sich  in  nach  hielt  dest  mer. 
Derhalben  weil  im  wart  vormelt 

3(M>    Der  einig  und  recht  fürst  der  weit 
Pluto  alhie  (wie  ich  in  kenn 
Und  eren  halben  für  euch  nenn), 
Wie  auch  dohin  kem  keiner  sunst, 
Es  gscheh  denn  durch  Plutonis  gun^t: 

:ift5    Hat  er  gedacht  auf  weg  und  weis, 
Wie  er  im  dienen  mocht  mit  fleiß, 
Darmit  er  auß  armseligkeit 
Würd  gnomen  in  die  freuntligkeit 
Der  ewign  gselschaft  der  da  pflegn 


122 


390    Die  80  sich  deshalbn  alla  erwegn 
Hie  in  der  hellen  an  dem  ort 
Den  ich  hab  neulich  gmelt  zu  vort. 
Derhalben  weil  er  deinem  got 
Zu  dienst  noch  nie  gestanden  hot, 

395    Auch  nie  mit  icht  ist  gwest  vorwant 
In  all  seim  wesen  lehn  und  stant, 
Het  got  sein  klag  widr  in  mügn  fäm: 
Abr  urteiln  wil  im  nicht  gebüm. 

Minos 
Dich  lobt  ich  doch:  du  bist  ein  man 

ioo    Ders  meisterlich  furbrengen  kan. 
Canzler 
Ermals  erzaist  du  mancherlei 
Mort,  ebruch,  schendlich  hurerei,      ^ 
Schwechung  der  jungfraun^  weiß  was  als, 
Sam  wer  es  vor  erfam  niemab 

•105    Daß  solche  laster  gschehen  wern 

(Obs  laster  sein,  wezms  thun  solch  herrn) 
Von  den  die  auch  zu  irer  zeit 
Seint  gwest  groß  herrn  und  dapfer  leut. 
Auch  gleich  sam  spürt  nicht  iederman 

410    Daß  solchs  den  hangt  am  meisten  an. 
Die  zwingt  und  anficht  Ynmder  schwind. 
Die  von  natur  was  freuntlich  sint. 
Ja  auch  wie  serer  ein  solchs  lüst, 
Je  gleicher  er  eim  menschen  ist. 

416    Wies  abr  mit  euch  im  himel  geht 
Die  ir  euch  selber  untersteht 
Und  götter  wolt  genennet  werdn, 
Hab  ich  nie  mügn  erfam  auf  erdn. 
Nun  sag  mir  doch  (ich  bit  dich  drtun), 

420    Wie  achstu  keiser  Julimn, 
Augustum  und  vil  andre  mer, 
Bevor  den  großn  Alexander 
Der  auch  von  wegn  vfl  großer  that 
Den  namen  ^groß'  bekomen  hat? 

i2ö    Warn  die  nicht  auch  zu  irer  zeit 


123 

Frei  beiden  und  recht  dapfre  leut? 
Habn  sie  in  nicht  durch  krieges  macht 
Ein  ewign  nun  zu  wege  bracht? 
Wie  vil  habn  abr  die  ersten  zwen 

4S0    (Wie  ir  mir  all  des  mußt  gestehn) 
Erlicher  weibsbild  umb  ir  er 
Wol  bracht?  ich  schweig«  sonst  anders  mer 
Vom  Alexander  merkt  hierbei. 
Nicht  wil  ich  sagn  von  hurerei: 

435    So  blutdürstig  er  aber  war 

(Wie  denn  gebürt  eim  beiden  zwar) 
Daß  er  eins,  wie  er  hatt  ein  trank. 
Auch  sein  selbs  nicht  war  mechtig  guunk, 
Clitum  nur  umb  etsliche  wort 

440    Sein  gheimsten  freunt  selb  selbs  ermort. 
Wer  hat  abr  lobs  erhalten  mer 
Bei  den  gschichtschreibem  alln  bißher 
Denn  Hercules  und  Achilles 
Den  ir  zeit  niemant  war  gemeß  ? 

445    Doch  Achilles  Briseidam 

Durch  gwalt  zu  seinem  lust  bekam, 
Dei^leichen  Diomedam  zwar 
Die  des  Phebantis  tochter  war. 
Also  auch  schriftlich  wirt  gemelt, 

450    Daß  Hercules  der  teure  helt 
Pyrenem  und  Augen  hab  bracht 
Zu  seinem  willn  durch  zwang  und  macht. 
Auch  neben  dem  hastu  vermelt, 
Vil  dieberei  und  raubs  vorzelt, 

455    Kirchen  beraubung  und  darbei 

Bds  heimisch  tück  und  groß  untreu, 
Gleich  als  sein  künt  ein  regiment 
Darein  sich  solchs  nicht  flecht  behent 
Und  wie  auf  erden  izt  nicht  mer 

iif0    Dei^leichen  zu  befinden  wer. 
Arsaces  (wie  ir  all  wißt  zwar) 
Des  Parther  volks  ein  k5nig  war: 
Jedoch  die  alt^n  gschribnen  gschicht 


124 


Von  im  uns  geben  den  bericht, 
465    Daß  er  der  dieb  und  rauber  frei 

Ein  unterweiser  gwesen  sei. 

War  nicht  ein  herlichr  könig  auch 

Der  Amesis?  doch  war  sein  brauch 

Daß  er  sich  stelens  gar  nicht  schembt, 
470    Dieblich  umbschlich,  frembds  guts  gerembt. 

Nero,  als  der  zu  Rom  regiert, 

All  kirchen  in  der  stat  spoiiert. 

Dergleichen  er  durch  Asiam 

Und  fort  durch  ganz  Achaiam 
475    Die  bilder  auß  den  tempeln  nara, 

Weil  er  vil  schmuks  doran  bekam. 

Dergleichen  man  bekennen  muß, 

Das  auch  thet  Dionisius 

Der  könig  in  Sicilien. 
480    Und  wie  uns  mer  gibt  zu  vorstehn 

Der  Cicero,  so  hat  solchs  auch 

Cajus  Verres  gehabt  im  brauch: 

Drum  er  in  Dionisio 

Vorgleicht,  weil  er  auch  thet  also. 
4t(5    Abr  denkt,  wie  das  auch  waren  leut 

Und  wie  ir  lob  bißher  zur  zeit 

Bei  menniglich  bleibt  groß  und  hoch. 

Was  aber  thut  belangen  noch 

Verschlagne  tück  und  listigkeit, 
4t)o    Hat  auch  sein  sonderlichen  bscheit. 

Wer  kan  billich  verachten  drum 

Pisistratum,  Sartorium, 

Ulissem  und  auch  andre  mer 

Der  vil  hie  anzuzeigen  wer, 
495    Der  doch  von  wegn  ir  gschickligkeit 

Vorgeßen  wirt  zu  keiner  zeit? 

So  denn  nun  die  erworben  han 

(Wie  wir  gwis  gein  und  zweivels  an) 

Daß  sie  am  gmelten  freuden  ort 
500    Der  freuntlichn  gselschaft  fort  und  fort 

Sich  brauchen  bei  irs  gleichen  mer 


12Ö 


In  allen  frenden  last  und  er,  — 
Was  künd  denn  das  zu  izger  zeit 
Geachtet  werden  für  ein  neit, 

f^&    Daß  diser,  der  nichts  gringer  ist 
Denn  die  ich  gmelt  hab  diser  irist, 
Solt  so  mit  unerhörter  pein 
Stets  ewiglich  gequelet  sein? 
Was  wers  auch  für  unbilligkeit 

öio    Daß  unter  der  botmeßigkeit 
Seins  ordentlichen  richters  der 
Solt  werden  bracht  zu  ewign  gier 
Durch  frembder  richter  Urteils  gwalt? 
Das  hett  ie  gar  kein  form  noch  gstalt. 
G-enius 

515     Wer  Satans  ist  und  mit  im  helt. 
Der  redt  auch  stets  was  im  gefeit. 
Ich  gbiet  euch  abr,  ir  ottergzücht, 
Halts  maul!  kein  wort  redt  weiter  nicht! 
Eur  tugent  wol  verdienter  Ion 

5io    Izunder  vor  der  tür  thut  ston. 

Den  hunden  sol  nach  rechter  maß 
Wol  geben  werdn  ir  rechtes  aß. 
Ir  hellschirganten,  aber  was 
Drukst  ir  und  laust  on  unterlaß? 

T>ib    Ja  auch  ir  richter  allesampt. 
Wie  laß  seit  ir  in  euerm  ampt? 
Es  sol  euch  nicht  zu  gut  außgehn, 
Hart  ir  und  thut  die  schanz  vorsehn, 
Daß  ich  euch  fort  muß  zeigen  an, 

530    Was  ich  ubr  euch  befelchs  mer  han. 

Drum  schleift  den  schelm  nur  her  geschwind 
Mit  sampt  sein  reten  und  gesind! 
Für  gricht  mit  urteil  und  nach  recht 
Ewig  vordampt  zur  helln  in  sprecht! 

SS5    Ach  ach!  wie  ists  ein  elend  sach 
Daß  die  verderbt  natur  so  schwach 
Muß  seini  die  seint  von  irer  art 
Sunst  hart  und  vest  zu  steter  fart 


126 


Geneigt,  daß  sie  all  schand  und  plag 

f>4o    Volnbrengen  sollen  nacht  und  tag. 
Sie  hettens  auch  nicht  nnderlan, 
Ob  ich  in  schon  kein  gbot'  gethan, 
Sie  hetten  den  auch  ungeaoht 
Daß  er  in  gleich  all  schand  vorbracht 

54r>    Darmit  er  in  het  gern  behagt, 

Auf  ergst  teuflisch  und  hart  geplagt. 
Weil  ich  sies  abr  geheißen  hab 
Und  sie  nicht  dürfen  stehen  ab 
Götlichem  gwalt  und  müßen  dran, 

550    Woldn  sie  den  hunt  gern  hinken  lan. 
Abr  dise  meinung  hats  hiermit: 
Ein  böser  sin  und  teuflisch  gblüt, 
So  mans  seins  gfallens  handeln  leßt, 
Denn  ists  gefreut  und  thut  das  best. 

555    So  halt  es  aber  zwank  thut  füln, 

Obs  schon  zu  schadn  sunst  het  ein  willn, 
Jdoch  fumemlich  es  sich  stelt 
Wies  im  am  besten  selbs  gefeit. 


Das  dritte   gesprech. 

Alecto,  Mcgera,  Minos,  Pluto,  Rhadamantiis ,  Oerichtskneoht,  Lycaon, 
Genins,  Aeacns. 

Alecto 
Ins  halseisn  mit  der  alten  glatzn 
Die  nichts  mer  kan  denn  unnütz  schwatzn ! 
Der  gnippend  grubensucher  der! 
Im  hals  er  hat  kein  zan  nicht  mer. 
5    Was  hat  er  nur  für  recht  hie  hin 
Daß  ers  wil  habn  alls  nach  seim  sinV 
Wes  darf  er  pochn  und  schäm  also 
Und  solchen  lermen  machen  do? 


127 

Oehts  im  so  hin  als  wie  ers  macht? 

10    Die  ganze  hell  er  hat  aufbracht 

Noch  nie  ist  ghort  wordn  in  der  helln 
Ein  solch  geschwürm  von  allen  sein, 
Anch  gedenkt  solchs  auflanfs  nicht  mer 
Der  schwerlicher  zu  stilin  gwest  wer. 

if>    Niemant  wil  stehn  zu  frid  und  ru, 
Sie  laufen  mit  haufii  alle  zu: 
Und  die  so  auch  in  tausent  jam 
Niemant  gesehen  hat  hievom, 
Sie  tummeln  schreien  schnum  daher, 

io    Sie  grimgranen  ie  lenger  mer. 
Diß  alls  wohin  ichs  deuten  sol, 
Kan  ich  bei  mir  nicht  finden  wol. 
Es  wer  denn  daß  sichs  ziehen  wolt 
Zu  aufrur  die  halt  folgen  solt. 
Megera 

s3    Billich  uns  thut  verdrießen  hart 
Der  sein  ungwönlich  stolz  unart. 
Denn  so  sie  hörn  daß  unser  herrn 
So  werdn  gehaltn  in  gringen  em, 
Wie  in  denn  hie  der  alt  erweist 

30    Den  du  ein  grubenkticker  heist, 
Dann  nemen  sie  in  iren  sin, 
Als  was  sie  thun,  das  geh  wol  hin 
Und  sonderlich  wenn  der  hie  ist. 

Alecto 
Was  ist  die  irrung  diser  frist? 
Megera 

S5    Man  kans  nicht  sagen  so  behent. 
Den  genium  sich  diser  nent. 
Ich  weiß  nicht,  wo  irgnt  sei  ein  got, 
Des  diener  sei  er  und  sein  bot. 
Drumb  wil  er  daß  man  alzuhant 

4o    Hie  einen  der  Lycaon  gnant, 

Der  den  im  himl  ist  gwest  entgegn 
Auf  unsers  herrn  Plutons  anregn, 
Den  sol  man  zu  der  höchsten  pein 


128 

Vonirteiln  und  stracks  ziehen  ein. 

4fi    Demnach  man  tu  hat  disputiert 
Und  beiderseits  scharf  red  gefiirt: 
Doch  bleibt  der  stets  auf  seinem  wert. 
Man  Bol  kurz  mit  der  scherf  fam  fort. 
Drum  Pluto  gleich  hat  i^uß  eim  zwang 

50    Die  ratsherm  heischen  lan  on  lang. 
Darauf  ist  ghalten  worden  rat 
Und  kurz,  wies  der  begeret  hat, 
Also  das  urteil  ist  gefeit 
Und  wider  Ljcaon  gesteh. 

»5    Drumb  hie  auch  auf  die  linkhant  halt 
Zu  disem  handel  ist  bestalt 
Plutonis  der  groß  feurig  sal, 
Da  publicierct  werden  sal 
Das  urteil  über  Lycaon 

Go    Der  klag  nach  die  ubr  in  gcthan. 
Die  grichtsbenk  auch  gesetzet  sein, 
Die  schöpfen  halt  werdn  sezen  ein. 
Minos  auch  auß  dem  türm  gar  halt 
In  fürs  gericht  wirt  fum  mit  gwalt. 

B5    Abr  trit  hieher  baß!  sichstu  nicht, 
Wie  Minos  gfurt  bringt  für  gericht 
Ein  ganzen  häufen  die  all  seint 
Beklagt  als  Lycaonis  freunt, 
Sein  diener  und  sein  treue  retV 
Alccto 

70  Ich  sehs.  wer  ist  der  mitten  geht 
Gleich  zwischen  Minos  drabanten 
Die  man  für  feur  kan  nerlich  sehn? 

Megera 
Der  selbig  ist  der  Lycaon. 

Alecto 
Bei  all  mein  schlangn!  er  ist  wolan 

75    Ein  feiner  hübscher  weidlicbr  holt. 
All  sein  geberd  mir  wol  gefeit. 
Sein  gstalt,  sein  trit,  sein  angesieht 
Ist  alls  heroldisch  abgericht. 


129 

Wie  daß  er  aber  nicht  auch  wirt 
so     Oebmiden  wie  die  andern  gfärt? 

Megera 
Weil  er  ein  fürst  geboren  ist, 
Oschicht  im  die  er  zu  diser  frist. 

Alecto 
Wie  daß  er  abr  sein  angesicht 
So  nider  schlecht  nnd  nicht  aufriebt? 
85    Ist  im  selbs  leit  bei  seiner  sach? 

Megera 
Ich  glaub  nicht  daß  das  selbig  mach. 
Denn  wie  mir  sunst  von  im  gesagt, 
Hat  ers  wol  e  frisch  gnug  gewagt. 
Ich  halt  daß  er  so  schamhaft  sei, 

w>    Weil  er  sich  nicht  umbsicht  recht  frei, 
Odr  wirt  in  gdanken  gwislich  gehn, 
Wie  er  dem  handel  möcht  furstehn 
Und  sich  nach  not  vorantworten, 
Der  klag  für  gricht  hie  zu  entgehn : 

»&    Denn  auch  die  red  von  im  sunst  geht, 
Er  sei  vorstendig  und  beredt, 
Daß  in  die  sein  vergleicht  oi%  han 
Ulisse  dem  gescheiden  man. 

Minos 
Ho  ho!  was  sol  das  gtümel  sein? 
i«o    Wie  daß  die  sein  so  dringn  herein 
So  frach  gleichsam  mit  einer  gwalt? 
Ir  hellwütrin,  treibt  sie  wol  halt 
Von  dan!  peitscht  zu!  macht  räum  dem  gricht! 
Schafft  daß  man  kein  geheims  hört  nicht! 

Pluto     ' 
i«&    Bereit  ists  aus:  es  feilt  nichts  mer. 
Minos  bereit  auch  kümpt  daher. 
Ir  schöpfen,  balt  daselbs  euch  sezt! 
Radamantfaus  sei  nicht  der  lezt! 
Auf  disen  stul  setz  dich  daher! 


130 

RhadamantuB 

110    Microphlegon,  geh  her  und  hör! 
Den  seepter  tunk  mir  dreimal  fein 
In  hellpfui  Stygium  hinein  I 
Ubrzogn  mit  schwefl  und  angezunt 
Bring  mir  den  wider  auf  der  stimt! 
Megera 

115    Wie  dringen  sie  sich  alzumal 
So  ungestüm  ins  richters  sal? 
Für  rauch  abr  und  vor  dicker  loh 
Wir  nichts  recht  künnen  sehen  do. 
Was  härm  wir  denn  und  gehen  nicht 

120    Auch  mit  hinein  baß  fürs  gerioht? 
Ich  seh  abr  wol,  es  feilt  nicht  fem 
Daß  wir  zu  langsam  komen  wem. 
Der  grichtsknecht  zwir  außgschrien  hat 
Der  klag  nach  seiner  laster  that. 
Qerichtsknecht 

185    Herr  richter^  aller  gstrengster  herr, 
Wenns  dein  geheiß  und  wille  wer, 
So  wolt  ich  Schrein  zum  dritten  mal 

Rhadamantus 
Du  hast  mein  laub  in  disem  fal. 

Gerichtsknecht 
Zum  dritten  mal  ich  zeter  schrei 

130    Über  den  Lycaon  hierbei, 
Den  herzogn  von  Lycoperan, 
Und  klag  in  peinlich  ewig  an, 
Daß  er  der  meuchelbrennerei 
Ein  heubt  und  erster  Stifter  sei. 

135    Seins  Vaterlands  ein  feint  er  ist, 

Welchs  er  gern  lengst  het  gar  vorwüst. 
Gemeinen  frid  und  ru  im  lant 
Er  hat  zurütt  gesohweeht  geschant. 
Er  ist  ein  mörder,  kirchenreubr, 

140    Hat  bracht  zu  fal  vil  fromer  weibr, 
Hat  jimgfraun  auch  an  em  geschont 
Am  leben  und  nach  irem  end, 


131_ 

Der  auch  getriben  hat  hierbei 
Mit  blutvorwanten  hurerei. 

145    Ein  briefvorfelscher  ist  er  auch, 

Schelmstreu  und  rauben  ist  sein  brauch. 
Vorleumbdens  hat  er  vil  gemacht, 
Auch  got  im  himel  selbs  voracht. 

Rhadamantus 
Was  sagstu  hierzu,  Lycaon? 

IM)    Auf  daß  man  kernen  mag  darvon. 
Ljcaon 
Herr  richter,  ja  es  ist  nicht  an: 
Ich  hab  das  alb  und  gern  gethan. 
Denn  ich  bißher  hab  gsweifelt  nicht, 
All  «chand  die  ich  hab  angericht 

J&5    Sei  euch  gereicht  zu  gfalln  und  dank, 
Dieweil  ich  auch  mein  leben  lang 
Solchs  alls  nach  euerm  willn  und  gheiß 
Hab  aiißgericht  mit  höchstem  vleiß. 
Denn  Pluto,  gwaltigister  herr, 

i6o    Bei  meinem  höchsten  eid  ich  schwer, 
Bei  disem  herlichn  scepter  dein, 
Bei  den  gestüln  die  umbher  sein, 
Bei  all  dem  hellsehen  loh  und  feur 
Ich  nochmals  schwer  auch  tief  und  teur, 

165    Daß  ich  dir  hab  zu  em  und  gfalln 
Nichts  underlaßen  in  dem  alln 
Darmit  verdunkelt  würd  die  er 
Des  gotes  der  sol  (wie  ich  hör) 
Im  himel  ubr  uns  sein,  ja  mer 

170    Was  mich  dünkt  das  möcht  helfen  ser, 
Daß  menschlieh  freuntschaft  würd  vorwüst, 
Hab  ich  mieh  gvleißt  zu  steter  firist. 
Und  wie  d6r  Xerxes  hatt  ein  art, 
Daß  er  Neptuno  dreuet  hart, 

m    Er  wolt  in  gfenglich  nemen  an, 
Welt  auch  die  sonn  verfinstern  lan 
(Wie  mir  noch  ist  ser  wol  bewust, 
Daß  ichs  oft  hab  gehört  mit  lust 


J32 

Von  meinen  treuen  reten  gut)^ 

180    So  hatt  ich  auch  für  mir  ein  mut: 
Wer  nun  sein  mag  der  selbig  got, 
Ich  wolt  in  bringn  in  angst  und  not 
Sampt  allen  die  im  hangen  an, 
Wie  ich  im  denn  geflucht  oft  han. 

185    Dergleichn  ich  hab  gedacht  noch  mer. 
Wie  vom  Oaligula  ich  hör 
Der  deines  reichs  ein  große  zier 
Ist  gwest,  wie  ich  an  werken  spür, 
Daß  er  gewünscht  het  und  gewolt 

190    Daß  alles  volk  zu  Rom  habn  solt 
Nur  einen  hals,  daß  der  dest  er 
In  eim  streich  abzuschlahen  wer: 
So  hab  ich  gwünscht  oft  und  getracht, 
Wie  in  eim  hui  mit  gsambter  macht 

195    Ich  die  lutrischen  ketzer  all 

Weg  reumen  möcht  flugs  auf  einmal, 
Die  deinem  reich  und  deiner  er 
So  wider  seint  gewest  bißher 
Und  weiß  nicht  was  ftir  lar  sie  doch 

200    Bekennen  und  sich  rümen  hoch, 
Die  in  vom  himel  sei  gegebn, 
Damach  alein  sie  thun  und  lehn. 
Nicht  zwar  on  deiner  hertigkeit 
Qroß  schmelerung  zu  diser  zeit. 

205    Drumb  mir  nicht  kleine  freud  aufstunt, 
Als  ich  erstlich  bei  mir  entpftint, 
Daß  du  die  eiferig  andacht 
Mir  heimlich  in  mein  herz  batst  bracht. 
Die  mir  ließ  tag  und  nacht  kein  ru 

«10    Biß  ich  mein  bestes  thet  darzu, 

Mit  list  erdacht  die  mördrisch  brunst, 
Welchs  ist  ein  fein  hübsch  lustig  kunst, 
Die  fein  und  meisterlich  angeht 
Daß  man  zu  aschen  macht  die  stet. 

815    Nichts  reut  mich  auch  so  ser  und  hart 
Denn  daß  ich  so  verstöret  wart 


133 

Ganz  unebn  durch  des  todes  macht 
£  denn  ich  vollent  hat  vorbracht 
Was  ich  mit  gutem  gluck  und  heil 

i2o    Anfiengy  welchs  auch  angieng  zum  teil. 
Seintmals  abr  dem  nun  ist  also, 
Auf  daß  ichs  nicht  lang  mach,  Pluto, 
Hett  ich  mein  lebtag  nie  gedacht, 
Daß  wer  bei  dir^so  gring  geacht 

ttb    Mein  treuer  fleiß  den  ich  gethan 

Und  du  mich  so  entpfangn  soltst  han. 
Ich  hab  wol  vorhin  oft  gehört 
Von  viln,  daß  in  der  heUn  kein  ort 
Sei  da  man  sich  hinkeren  künt, 

X90    Kit  bech  und  schwefel  alles  brünt. 
Hab  doch  geglaubt  in  disem  fal, 
Es  würden  die  zu  teufein  all 
Die  dir  gedienet  hetten  recht, 
Daß  sie  kein  pein  verletzen  möcht. 

SS&    Drum  ich  stets  hab  gehofft  auf  erdn, 
Ich  ward  hie  auch  vereret  werdn, 
Von  dir  irgnt  in  ein  ampt  gesteh 
Odr  unter  deine  ret  erweit 
Und  durch  all  kerker  ungeheur 

S40    Auch  in  der  grösten  hitz  und  feur 
Durch  alle  marter  quäl  und  pein 
Zu  herschen  haben  in  gemein. 
Dieweil  mir  abr  mein  hofnung  feit, 
Unüberwintlichr  fUrst  der  weit, 

t45    Vor  deinen  fußen  ich  hie  lig, 

Auf  demütigst  mich  neig  und  bieg. 
Ich  bit  und  fleh  zu  diser  frist 
Aufis  aller  unterthenigist, 
Wolflt  doch  verschaffen  gnediglich 

250    Daß  freuntlichr  werd  gehalden  ich. 
Genius 
Ich  wil  abr,  Pluto,  habn  von  dir: 
Schaff  daß  gefall  das  urteil  schier! 
Nun  wenn  denn?  wils  nicht  schier  angehn? 


134 

Pluto 
Wenn  du  ja  wilt,  so  muß  geschehn. 

S55    Du  Radamante,  weist  wol  zwar, 
Was  sei  dein  ampt.   darum  fort  far! 

Radamantus 
Wolan!  die  weil  du,  Lycaon, 
Die  stück  so  man  dich  klaget  an, 
Wie  die  stückweis  dir  seint  emant, 

*6o    Vor  in  der  scharfen  frag  bekant, 
Auch  hie  frei  gsagt  für  iederman. 
Du  habst  solchs  alls  und  gern  gethan: 
So  werdn  wir  richter  in  der  hell, 
Wie  ieder  hat  sein  wird  und  stell, 

266    Bezwungn  von  wegn  der  grausamkeit 
Der  laster  die  nun  weit  und  breit 
Weiß  iderman,  du  habsts  gethan. 
Auch  weil  wir  des  befelich  han 
Von  dem  des  macht  und  herUgkeit 

jt7o    Wir  furchten  müßen  alle  zeit, 

Und  habn  sampt  unserm  perlament 
Nach  ghaldnem  rat  durch  alle  stend 
In  unserm  camergricht  gefeit 
Ein  urteil  welchs  in  schrift  gesteh 

S7Ö    Und  gwis  mit  der  bescheidenheit 
Wie  wir  stets  pflegn  so  vil  sich  leit. 
Der  genius  wil  aber  han 
Daß  maus  außruf  für  iderman. 
Und  solches  sei  hierzu  sein  gut 

860    (Wie  genius  das  deuten  thut), 
Daß  hie  all  seien  hörn  und  sehn, 
Wie  keine  gwalt  dir  thut  geschehn, 
Daß  du  auch  kein  exception 
Fort  wider  den  proces  magst  hon. 

285    Seit  still  und  murmel  keiner  merl 
Du  Aacus,  die  schrift  lis  her! 

Aeacus 
Hört  zu!  das  urteil  ich  vorzel 
Darmit  die  richter  in  der  hell 


135 

Ewig  zur  helln  vordammet  haii 

i^    Lycaon  von  Ljcoperan. 

Vors  erst:  weil  er  von  kinilieit  bah 
Sein  gmüt  auf  untugnt  hat  gestalt 
Und  alzeit  sich  erzeigt  hierbei 
Als  der  ab  tugent  hab  ein  scheu 
t9b    Und  sonderliche  ueigligkeit 

Zu  großer  heßlichr  schand  bosheit, 
Auch  stets  auf  glegenheit  getracht, 
Wie  er  für  sich  auch  tag  und  nacht 
Dem  algemeinen  vaterlant 

soo    Her  möchte  sein  ein  schad  und  schand 
Denn  nutz  und  er,  und  hat  dis  fals 
Mit  höchstem  fleiß  getriben  alls, 
Wie  er  heimliche  meuterei 
Erregen  möcht  auch  mer  lüerbei 

305    Durch  gmein  aufi-ur  bei  seiner  zeit^ 
Deutschlant  in  ewig  not  und  leit 
Nur  füren  halt  und  felln  zu  grünt: 
Darum  wir  im  izt  diser  stunt 
Wolln  setzen  folgend  straf  und  pein:. 

310    Daß  man  in  werfen  sol  hinein 
in  kerker  welcher  fome  an 
Gemacht  ist  nebn  der  vorhelln  plan, 
Da  die  aufrürer  sitzen  in. 
Die  schlangen  und  die  würmer  drin 

S1&     Er  speisen  sol  mit  jamer  zwar 
Von  seinem  leib  ein  ganzes  jar. 
Sylla  und  Catilina  söUn 
Im  zuzusehen  sich  darstelln. 
Die  hellwütrin  in  auch  solln  reclit 

390    Durchhönen  daß  er  prasten  möcht, 
äpeiwort  und  blutger  stich  vil  gebn, 
Giftige  schlangn  und  würm  damebn 
Alzeit  volauf  im  bringen  zu, 
Daß  er  kein  augenblick  hab  ru. 

3S5        Fürs  andr:  weil  er  sein  loben  lank 
An  hurübl  ist  gelegen  krank, 


136 


Als  ob  er  nun  noch  nimer  mer 
Mit  solcher  schand  zurfiillen  wer, 
So  daß  er  auch  on  underscbeit 

»so    Seim  willen  nach  wer  gwest  bereit 
Mit  Weibspersonen  allerlei 
Zu  üben  schand  und  hurerei. 
Wie  gring  oder  hohen  Stands  die  wem 
Gwest,  ungeachtet  aller  em: 

SS&    So  sprechen  wir  vor  recht  alhie, 
Daß  er  an  stat  des  Titii 
Den  g  eiern  hie  werd  gworfen  für 
Die  nichs  mer  thun  denn  fireßen  nur, 
So  daß  sie  auch  in  ewigkeit 

840    Sat  werden  mügn  zu  keiner  zeit, 
Die  im  sein  hurisch  lebem  zwar 
Recht  soln  zurfleischn  und  machen  gar, 
Ubr  das  geizig  zu  zwacken  beid 
Sein  fleisch  am  leib  und  eingeweid. 

»46    Den  wir  hiernebn  gebieten  wölln, 
Daß  sie  in  kurz  nicht  laßen  sölln 
Ein  augenblick  unangetast, 
Auch  tag  und  nacht  in  engsten  fast 
Biß  daß  vorgeht  ein  jares  frist, 

jiäo    Und  was  im  abgefreßen  ist 
Am  tag,  sol  im  zu  großer  pein 
Zu  nacht  gewachsen  wider  sein. 

Fürs  dritt :  weil  er  vil  jar  und  zeit 
Auch  wider  recht  und  billigkeit 

S55    Sein  bruder  ghalden  hat  gfenglich 
Ganz  unvorschult  ser  hertiglich, 
Und  den,  wie  sein  bekantnus  steht, 
Lang  gern  vom  lebn  zum  tod  bracht  het, 
Wenn  sichs  hett  schicken  soln  und  sein, 

360    Daß  er  kriegt  hett  das  laut  alein: 
Wolln  wir  daß  er  an  gleicher  stat 
Da  Cambyses  gebüßet  hat, 
Ein  jar  auch  sitz  und  leiden  sol 
Biß  er  im  feur  gebüßt  hab  wol. 


137 

3ft6        Zum  vierden:  weil  er  perturbiert 
Hat  kirchn  und  clöster,  auch  spoliert 
Die  guter  so  mit  recht  gehöm 
Zur  fördnmg  götlichr  dienst  und  ern, 
Misbrauchent  böslich  hat  gewant 

370    Zu  merer  ubung  sund  und  schant: 
Sol  er  mit  Dionisio, 
Wie  auch  Phlegiaa  und  Nero, 
Zu  sonderlicher  straf  und  pein 
Auch  auf  ein  jar  vorurteilt  sein. 

376        Zum  fünflen:  weil  wiBlich  ist  daß 
Er  hat  auf  gmeiner  freier  straß, 
Darzu  in  keiserlichem  gleit 
Gefangen  gnomen  dapfer  leut; 
Die  auch  gfenglich  gehalden  hart, 

SSO    Biß  er  sie  endlich  gar  ermort, 
in  ein  schloßwal  vorgraben  hat, 
Widr  keiserliche  maiestat 
Crimen  les»  maiestatis 
Begangen,  wie  solchs  ist  gewis, 

S85    Hat  heimlich  mörder  auch  besteh 
Und  den  darumb  verheischen  gelt 
Daß  sie  zu  Sachsn  den  churförsten. 
In  Hessen  auch  den  lantgraven 
EIrschießen  imd  ermorden  soldn, 

s»o    Hat  auch  sein  hofgsind,  wie  die  woldn 
Sich  auß  dem  steigreif  neren  lan, 
Solchs  ¥rißentlich  mit  fleiß  gethan: 
So  sol  er  tragn  die  plag  imd  büß 
Die  isunt  hat  der  Sisiphus, 

395    Daß  er  den  großen  schweren  stein. 
Der  imer  wider  walzt  herein, 
So  oft  den  berk  muß  welzn  hinan, 
Wie  oft  der  rabwarts  laufen  kan. 
Darzu  in  denn  der  Sisiphus 

iiHi    Hart  brügeln  sol  daß  er  fort  muß, 
Der  bei  im  sein  sol  imerdar 
So  lang  biß  daß  vorgehn  zwei  jar. 


138 


Zum  sechsten:  weil  er  hat  goschwecht 
£in  Jungfrau  auß  adlichem  gsohlecht 

105    Die  erlich  eidern  hat  gehat, 
Den  er  von  wegen  vil  wolthat 
Ser  großen  dank  wer  schuldig  gwest 
In  em  bei  ir  zu  thun  das  best, 
Wie  er  solchs  teuer  gschworen  hat, 

410    Er  wölt  ir  gnadn  an  tochter  stat,  — 
Die  hat  er  seiner  treu  ungacht 
Auß  seins  weibs  frauenzimer  bracht, 
Sie  heimlieh  gfäret  auf  ein  schloß 
Da  sie  sein  must  sein  betgenoß, 

415    Den  freunden  schrieb  ertichte  mär, 
Als  wie  die  Jungfrau  gstorben  wer 
(Wie  denn  zur  erden  wart  bestat 
Ein  falsche  leich  auß  seinem  rat): 
So  haben  wir  zu  recht  erkant, 

iio    Daß  er  geworfii  sol  werdn  zu  hant 
In  die  latrin  dorinne  seint 
Die  selbs  behum  ir  nahe  freunt, 
Welchs  gmach  zu  sonderlicher  büß 
Balt  wie  der  hellen  finstemus 

425     Sich  vom  anhebt,  ist  zugericht. 
Drin  sol  er  habn  kein  ru  gar  nicht. 
Besunder  Cinira  sol  auch 
Gegn  im  nach  sonderlichem  brauch 
Sampt  Thieste  und  Nicteo 

480    Mit  andern  die  auch  ligen  do, 
Als  die  ir  eigne  töchter  habn 
So  großer  schand  nicht  uberhabn, 
Stets  sein  verdrießlich  wunderser 
Und  im  des  Unglücks  wrmschen  mer. 

435        fHirs  sibend:  weil  er  hat  voracht 
Sein  fromes  weib  und  stets  getracht, 
Wie  er  erlicher  weiber  vil 
Durch  teglichs  anlign  one  zil 
Brecht  umb  den  schaz  weiblicher  er, 

110    Dardurch  er  wol  verdient  het  mer, 


139 

Doch  weil  sich  sein  so  hoch  annam 
Der  zwelft  Joannes  bapst  zu  Rom 
Der  im  ebrach  auch  gleicher  gstalt 
BegriffiL  und  drob  getödt  wurd  balt, 

445     Dromb  er  das  auBlau&  ewig  hat 
Und  er  groß  er  den  bebsten  that: 
Wolln  wir  von  wegen  solcher  er 
(Weil  auch  der  gnant  babst  bitt  so  ser) 
Im  linder  setzen  seine  büß, 

4&0    Gebieten  daß  er  sol  und  muß 
Auf  drei  jar  lang-  auch  alle  tag 
Den  babst  Joan  (merk  was  ich  sag!) 
So  oft  aufs  wintloch  küssen  fein, 
Wie^fky  wenn  solchs  hett  ktinnen  sein, 

465    Er  het  vorert  mit  seinem  küs 
Den  dreien  bebsten  ire  füß, 
Leoni  und  Clementi  zwar, 
Auch  Paulo  der  der  dritt  gnant  war. 
Vors  acht:  weil  er  bekennet  frei, 

464)    Daß  er  der  meuchelbrennerei 
Ein  meister  und  anstifter  ist, 
Darzu  er  hat  mit  seiner  list 
Auf  aller  römischn  bisehof  gelt 
Vil  bdses  gsinds  heimlich  besteh; 

46d    Rümbt  sich  auch  daß  er  sie  gelert, 
Wie  sie  heimlich  zu  großem  gferd 
Elin  feuerzeug  soln  werfen  ein. 
Der  nachmaLs,  so  sie  weit  weg  sein, 
Plüzling  angeht  auf  gwisse  stunt 

470    Mit  feur  welchs  aUs  verderbt  zu  grünt; 
Demnach  bekomen  ist  hiervon, 
Daß  den  dies  evangelion 
Lieb  haben  und  bekennen  das, 
Auf  die  er  heimlich  trug  sein  haß, 

475    Ir  stet  weld  dörfer  nicht  alein, 

Vil  tausent  menschn  hiemebn  auch  sein 

Mit  so  erzelten  feuers  not 

Kleglicfa  verderbt  und  bracht  zum  tot: 


140  _ 

Drum  unser  ernste  meinung  ist, 

4ao    Und  woln  kurz  habn  zu  diser  frist, 
Daß  man  in  erstlich  werf  geschwint 
Des  orts  da  die  feunrogel  sint; 
Am  heulbach  schreien  greßlich  hu 
Die  schleiereuln  und  die  huhu, 

4b5    Die  sonderlich  seint  auBgeschert, 
Zu  allem  Unglück  werdn  emert, 
Die  mit  im  krumen  schnebeln  soln 
Von  im  eins  nach  dem  andern  holn 
Und  stückweis  in  die  long  und  quer 

4i)o    Füm  in  die  feueröfii  umbher. 

Die  so  mit  Schwefel  feur  und  bech 
Laut  platzen  als  ob  was  zubreoh, 
Daß  so  sein  glider  mancherlei 
Zufurt  hart  leiden  allerleL 

495    Zum  andern,  wenn  er  solchs  erlidn, 
Sol  er  von  unsem  helleschmidn 
Widrum  zusamen  werdn  geschweißt 
Und  folgend  erst  recht  abgepeißt 
Im  Ach^ronte  dem  hellfluß, 

500    Dorein  er  sich  auch  setzen  muß, 
Der  selb  für  eiter  gift  und  blut 
Trüb  ist  und  gleichsam  schweren  thut. 
Denn  sol  er  in  ein  türm  gar  halt, 
Der  hierzu  sonderlich  bestalt, 

505    Gesetzet  werdn  biß  schier  an  d'  arm: 
Da  sols  an  einer  Seiten  warm 
Sein  und  nur  trefflich  grausam  heiß, 
Zur  andern  selten  kalt  wie  eis, 
Daß  eine  seit  die  hitz  derr  hart, 

510    Vor  frost  die  ander  gar  erstart 
Hierzu  in  hungern  dürsten  sol, 
Daß  er  mag  nimer  werden  vol: 
Welchs  in  sol  engsten  an  und  an. 
Darob  niemant  sol  mitleidn  han. 

515        Fürs  neunt:  weil  er  bei  seiner  zeit 
Churfürstliche  durchleuchtigkeit 


141 


Zu  Sachen  und  den  lantgraven  auch 
(Die  er  und  tugent  habn  im  brauch, 
Gerecht  und  löblich  forsten  seint^ 

520     Von  den  gotseligkeit  stets  scheint), 
Dammb  daß  sie  gotselig  1er 
Des  chrisüicfan  glaubens  habn  bißher 
Wider  römische  tyrannei 
Oeschüzt  und  der  gestanden  bei, 

S25    Mit  falsch  ertichten  schmehungen 
Und  wider  recht  iniurien 
Durch  Schandbüchlein  und  böswichts  rat 
Zu  bschwem  sich  unterstanden  hat, 
Darrait  er  sie  bei  iederman 

&90    In  schände  gern  gefurt  wold  han 
Und  sonderlich  in  ungenad 
Bei  keiserlicher  maiestat: 
So  wolln  wir  im  auflegen  daß 
Er  hungr  und  durst  on  unterlaß 

&3&    So  hart  als  imer  mer  kan  sein, 
Und  werd  in  pfiü  gesezt  hinein 
Da  izunder  der  Tantalus 
In  angst  und  quäl  sich  leiden  muß, 
Und  sol  dxin  sitzen  biß  ans  kin, 

S40    So  daß  vil  lieblichs  obß  umb  in 
Von  öpfeln  bim  und  was  mer  ist, 
Söln  heufig  ligen  der  in  glüst; 
Keins  waßers  sol  er  gnießen  mügn, 
Wie  gschwint  er  sich  hiernach  thut  biegn ; 

545    Und  daß  er  auch  die  gunst  nicht  hab 
Daß  er  mit  einer  frucht  sich  lab. 
Und  wenn  zu  trinken  er  sich  tuck, 
Das  waßer  im  gehling  entrück, 
So  er  auch  gleich  nach  öpfeln  schnapt, 

550    Daß  er  doch  nimer  kein  ergrapt: 
Und  sol  auf  zwei  jar  dise  pein 
Unnachleßlich  im  aufglegt  sein. 

Zum  zehenden:  dieweil  er  got 
Der  alle  ding  erschaffen  hat 


U2 

555    Auch  nicht  alein  für  nichte  geacht, 

Sieh  auch  nicht  gfurcht  für  seiner  maclit^ 
Besonder  hat  den  ie  zu  hant 
Auch  zugezogen  alle  achand 
Und  für  ein  lautem  spot  geacht, 

560    Mit  höchstem  vleiß  hiemach  getracht, 
Wie  ers  fumem  und  brecht  auch  fort 
Daß  er  das  seligmachend  wort 
Sambt  allen  die  da  gleuben  dran 
Möcht  gar  zu  grünt  vertilget  han: 

565    So  habn  on  widersprechlich  wir 

Entpfangn  ein  schwind  mandat  alhier, 
Daß,  so  er  durch  die  quäl  und  pein 
Die  im  durch  uns  zugsprochen  sein 
Herdurcher  ernstlich  gnomen  wirt, 

570    Von  eim  zum  andern  wol  tractiert, 
Sol  man  in  nachmals  setzen  ein 
In  tiefstcoi  türm  der  mag  gesein 
Zu  underst  in  der  hellen  hie 
Und  herter  quelen  denn  vor  nie* 

575    Dem  wir  so  wollen  nach  gelebn, 
Verdammen  echten  ubergebn 
In  hiermit,  daß  in  menniglich. 
Es  sei  in  gmein  odr  sonderlich, 
Mit  aller  marter  die  man  kan 

580    Erdenken  frei  mag  greifen  an. 
Den  teufein  allen  in  der  helln 
Wir  in  ganz  mechtiglioh  dar  stelhi. 
Den  hellwütrin  wir  in  uhrgebn. 
Ja  alln  den  greßlichn  tiem  damebn, 
585    Wes  Stands  gesdilechts  und  art  si  sint, 
Wie  ungeheur  man  die  auch  fint: 
Den  allen  sei  er  hingestelt 
Mit  im  zu  thun  was  den  gefeit, 
Gebn  alln  auch  volle  macht  imd  gwalt 
5no    Gegn  im  zu  wüten  manichfalt. 
Eim  iden  sol  erleubt  auch  sein 
Daß  er  seins  gfalns  erdenk  ein  pein 


_  143 

Die  er  meint  daß  sie  andern  weit 
Sei  Torzuziehn  an  grausamkeit. 

:>»d    Wir  wolln  auch  ernstlich  haben  das 
Daß  man  im  ra  kein  augnblick  laß 
Und  daß  die  quelung  angst  und  pein 
Bei  im  stets  bleibn  und  sollen  sein 
Von  izt  an  biß  in  ewigkeit. 
Genius 

«oo    So  recht!  so  bleibs  zu  aller  zeit! 
Lycaon 
O  we  mir  armen  imer  mer! 
Das  würd  mir  werden  yil  zu  schwer^ 
Wenn  dises  urteil  in  sein  kraft 
Solt  gehn  ubr  mich  in  diser  haft. 

«05    So  lang  ich  aber  admen  kan, 
So  wil  ich  ungehoffk  nicht  lan* 

Minos 
Umb  sunst  dem  hoffen  leider  ist, 
Weils  urteil  gfelt  ist  diser  irist. 
Was  hin  ist^  kümpt  herwider  nicht. 

«10    Abr  schanty  wie  gel  und  blaß  er  sieht. 
Die  furcht  der  pein  so  engstet  in 
Daß  er  für  amacht  zeucht  dahin. 

Genius 
Das  ist  nichts  daß  du  sorgst  für  in. 
Er  wirt  ubr  das  noch  kriegn  fünf  sinn 

615    Daß  er  ja  greiflich  ftilen  kan 
Die  pein  so  im  gelegt  wirt  an, 
Wie  grausam  heftig  scharf  sie  sint. 
Wohin  abr  ist  sein  hofgesind? 

Minos 
Sein  großyog^  von  Ljcoperan 

620    Ist  hie.   was  sol  ich  zeigen  an 

Sein  schelmstück  all?  furwar  er  ist 
Ein  Schalk  gewest  zu  aller  frist. 
Er  bkent,  er  hab  gegeben  gelt 
Den  die  zum  brennen  sein  besteh. 

•**    Dergleichen  seine  ret  all  drei 


144 

Hie  sagen  und  bekennen  frei, 
Daß  sie  irm  heim  habn  rat  gegebn 
Und  Schandbücher  gemacht  damebn. 
Drumb  dünkt  mich  wol  das  gleichste  sein, 

630    Man  urteil  sie  zu  gleicher  pein. 
Es  wer  furwar  ein  groß  unrecht, 
Wenns  beßer  haben  soltn  die  knecht 
Denn  ebn  der  färst  und  oberherr. 

Rhadamantus 
Ir  teufel,  euch  ich  hie  vorer 

635    Mit  den  die  macht  ir  haben  solt. 
Machts  mit  in  wie  ir  selber  wolt! 
Ir  büttel  dran!  das  hellgesind 
Schleift  imer  hin  zur  pein  geschwind! 
Bint  zert  sie  flugs  und  thut  zur  sach 

640    Und  unserm  bfel  mit  ernst  kümpt  nach! 
Genius 
Fart,  ir  vorfluchten,  jemerlich 
In  die  vordamnus  ewiglich. 
Daß  ir  fort  mer  zu  keiner  zeit 
On  marter  heuin  und  seufzen  seit! 

045    Farty  ir  vordamten,  imer  hin! 
Also  wer  in  seins  herzen  sin 
Seins  gots  vorgeßen  thut  auf  erdn, 
Sol  in  die  hell  gestürzt  auch  werdn. 


XIV. 

PASQUILLUS 
VOM  SALZBURGISCHEN  BAURNGJAIT. 


GESCHEHEN  IM  SIBEN  UND  FÜNFZIGSTEN 
lAR  ÜMB  RUPERTI  IM  HERBST. 


Pedell  pfaffenscherch. 

Fürwar  ich  m(k$ht  wol  billich  sagen, 
Darzu  rechte  warheit  klagen. 
Daß  an  dem  hof  schier  keiner  wer 
Den  doch  sein  dienst  kompt  an  so  schwer. 

s    Als  halt  gen  hof  nen  mär  wirt  bracht 
(Darauf  sonst  niemant  hat  kein  acht. 
Sonder  ieder  darför  heftig  scheucht, 
Hölzel  und  pölzel  zu  holn  weit), 
So  beruft  man  mich  vil  armen  man. 

10    All  botschaft  ich  außrichten  kan. 
Als  wenn  mein  herm  Pangedim 
Schön  firaun  bei  dem  tanz  herumb  föni 
Und  leben  frölich  in  vollm  saus, 
Muß  ich  los  botschaft  richten  auß 

15    Und  laufen  die  nacht  sampt  dem  tag 
flin  gaßen  auf,  die  ander  ab. 
Solchs  schwecht  mir  gleich  den  ganzen  Icib, 
Doch  wart  ich  in  daß  er  feist  bleib : 
Der  ho&uppen  thu  ich  nach  schnappen 

-«    Und  sauf  mir  oft  ein  gute  kappen, 

10 


146 

Wiewol  es  nit  gebürt  eiiu  Christ: 
Die  weU  es  aber  der  bofbrauch  ist. 
Zu  dem  sie  auch  sint  stet  vol  wein 
Die  unser  vorgeer  soln  sein, 

25    Schlemmen  lind  prassen  all  geleich 
Als  wißen  sie  kein  bimelreich. 
Der  bauchföl  thun  sie  fleißig  pflegen, 
Weils  halten,  nach  disem  leben 
Kein  urstent  vortliin  nimmer  sei. 

30    Dem  leben  wone  ich  treulich  bei. 

Die  weil  sich  niemant  beßert  umb  ein  har, 
Bin  ich  auch  darin  verstocket  gar. 
Der  teufel  hat  uns  all  verblent: 
Ich  halt,  umb  uns  wirt  sein  das  ent. 

.sft    Die  botschaft  wil  ich  richten  auß, 

Ob  schon  der  teufl  würf  dzungen  herauß, 
Den  bäum  helfen  jagen  und  hetzen. 
Sol  ich  mein  sei  noch  einisten  versetzen 
Dem  teufel  so  vorhin  hat  darauf 

40    Ein  Schilling  pfenning  auf  den  kauf, 
Doch  ist  mir  wunderlich  zu  sagen 
Daß  man  wirt  bäum  fär  wiltpret  jagen. 
Cornelius  Tacitus  ein  heid 
Braucht  mit  den  Christen  auch  solch  gjeit, 

45    Das  sich  der  salzburgerisch  man 
lezunder  auch  thut  understan, 
Wil  hetzen  lan  ein  armen  bäum. 
Thun  das  sein  Jäger,  so  seins  groß  laum. 
Doch  meinem  hantwerk  schats  nicht  ser: 

50    Ich  bin  ein  pfaffenscherch  und  nit  mer. 
Die  botschaft  wil  ich  richten  auß, 
Den  Jäger  suchen  in  seinem  haus. 
Wie  wird  ich  sein  so  gar  wilkom 
Als  ein  gefrorner  dreck  von  Rom  I 

55    Hoischo,  Jäger,  thu  auf  behentl 

Mein  herr  bischof  mich  zu  dir  sendt 
Sich  hat  getragen  jinfal  zu: 
Dammb  mein  herr  hat  gar  kein  rue. 


147 

Ein  beuerlein  aaß  armnt  groß 
60    Hat  gefeit  ein  hirsch  mit  dem  geschoß: 

Darumb  ist  im  morgen  ein  rechtstag  angesezt, 
Mit  hunden  soI  er  werden  gehezt. 
Derhalben  dir^  woLQäger  guet. 
Mit  ernst  der  bischof  schaffen  thut, 
«6    Daß  du  und  der  hunt  Geselman 
Sich  dises  gjeits  solt  understan. 

Jäger. 
Was  hör  ich?  in  mein  alten  tagen 
Sei  ich  erst  bauren  helfen  jagen? 
Was  gehen  mich  doch  die  bäum  an? 
70    Zum  wiltpret  bin  ich  ein  jägersman. 
Ob  der  baur  verwirkt  hat  vil, 
Darumb  ich  sein  henker  nit  sein  wii. 

Pedell. 
Lieber  woligäger,  du  hast  recht, 
Doch  gehet  der  gewalt  fürs  recht. 
75     Wir  sein  nun  knecht  in  dem  geding : 
Des  brot  ich  iß,  des  lied  ich  sing. 
Drumb  rat  ich  dir,  thus  willig  gern. 
Schaff  dir  damit  ein  gnedigen  herm. 

Jäger. 
Ich  wil  mich  bedenken  recht  und  wol, 

HO    Ob  ich  das  gjait  verrichten  sol. 
Farhin,  pedeÜ,  weiter  dein  straß 
Zu  andern  jägeml  verkünd  in  das! 
Ich  wil  gehn  zu  meinem  Geselman  sehen, 
Wie  es  im  dauß  im  stal  thut  gehen. 

ü^    O  Geselman^  lieber  Gselman  guet, 
Hets  du  menschlichen  sin  und  muet, 
Du  würdest  vil  änderst  sein  gesint       • 
Gegn  menschlichem  geschlecht  und  kint 
Das  got  nach  im  hat  geformiert. 

9o    Zu  ercn  dir  solches  gebürt, 

Wie  dann  des  hunds  art  sich  befleißt 
Zu  eren  den  so  ine  speist. 

10* 


148 


Aber  der  mensch  so  gar  verkcrt 
Oot  nit  erkent  so  in  doch  nert. 

v5    Ach  daß  dir  wer  zu  reden  kunt 
In  maßen  wie  dem  esopischen  huut 
Und  got  durch  dich  ein  zeichen  thet. 
Daß  du  erkennest  das  wiltpret 
So  dir  wirt  heut  für  äugen  gesteh. 

KU)    Zu  förchten  das  bistu  erweit. 
Ach  daß  dir  got  geb  in  dein  sin 
Daß  du  den  hirsch  liest  laufen  hin 
On  allen  schadn  und  thetst  dich  wenden 
In  deinen  herm  mit  grimmigen  zenden! 

105    Wie  denn  die  hunt  Aseon  bißen, 

Im  eignen  herm  zu  stücken  zerrißen. 

Geselman  der  hunt 
Was  klagst  dich^  JÄger,  g^g^  nur  hart 
In  deinem  alten  grauen  hart? 
Got  hat  erhört  dein  schreiende  stim. 

HO    Zu  reden,  Jäger,  mich  vemim! 
Sol  ich  erst  menschen  fahen  than, 
So  ich  vor  altr  kaimi  laufen  kan? 
Der  mensch  mit  Weisheit  ist  begabt, 
Der  hirsch  mit  Unvernunft  ist  erhabt. 

115    Und  ich  der  selben  vil  gefeit. 
Gefangen  frei  auf  weitem  feit, 
Ist  das  der  Ion  so  mir  und  dir 
Umb  unser  dienst  wirt  gstellet  fiir? 
Des  bauren  henker  sol  ich  sein 

120    Und  du  der  scherg?  das  ist  nit  fein. 

Jäger. 
Geselman,  du  sagst  gar  wol  darvon. 
Ich  bin  lang  gwesen  ein  jägersman 
Una  mich  des  weitwerks  wol  geniet: 
Vor  solchem  Ion  mich  got  behut! 

Gesellman  leithunt. 
125    Sol  ich  erst  menschen  fangen  than^ 
So  ich  schier  in  der  weit  weiß  kain 


149 

Der  menschlich  als  ein  christ  thut  leben  V 
Zu  Ion  Wirt  mir  schmal  suppen  geben. 
Man  henkt  mich  lieber  an  ein  bäum, 

ISO    An  disem  hof  het  ich  nit  räum. 
Wann  ich  aber  solt  wilde  tier 
Mit  sodomiflchem  lust  und  gir 
Fähen  die  menschen  sein  behielt, 
Den  tag  wolt  ich  fahen  an 

135    Wie  die  hunt  den  Anteon, 

So  in  hirschen  gestalt  verkert  wart, 
Sein  lehn  verlorn  zur  selben  fart 

Jäger. 
Ja  Geselman,  wann  sie  recht  hirschen  wcrn, 
Als  wolf  Schwein  löwen  und  bem, 

140    Wolt  ich  das  weitwerk  auch  noch  treiben. 
Hunt. 
Kein  wolf  solt  mir  im  schafbeiz  bleiben. 
Die  beren  wolt  ich  stellen  an 
Zum  Schuß  stich  wie  dus  weitest  han^ 
Etlich  mit  löwen  heutn  bedeckt 

145    Blfitgirig  zen  in  fUrher  blekt, 
Darunter  etlich  schwarz  beklait, 
Die  fugen  auch  zu  disem  gjait. 
Thet  ich  in  ir  paret  abdecken, 
Würden  sie  die  oren  recken. 

150    Ach  daß  man  pfaffen  jagen  thet! 
Dem  teufel  wers  ein  rechts  wiltpret. 

Jäger. 
Solchs  wiltpret  uns  verboten  ist 
Der  teufel  behelts  zu  seiner  frist, 
Wirt  mit  in  haben  ein  falken  baiß, 

155    Es  möcht  in  wem  hindern  oren  haiß, 
Dann  got  einmal  wirt  fragen  drunib, 
Was  ursach  man  den  bauren  frumb 
Hat  aufgestelt  f&r  wildes  tier 
Oder  was  es  sei  für  ein  manier. 

i«o    Wann  ich  gedenk  der  haiden  zeit 


150 

Und  wie  die  Römer  betten  freit 

Daß  sie  ein  schauspil  richteten  an, 

Ir  gefangen  leut  musten  bestan 

Mit  kämpf  und  streit  die  wilde  tier, 
165    So  iez  bei  den  Christen  komt  herfär. 

Vergeh  mirs  got  daß  Ichs  also  nenn, 

Weil  ichs  für  wilde  tier  erkenn. 

So  vol  sein  sie  mördrischer  lüst 

Als  oft  ein  härlein  an  in  ist. 
Hunt. 
170    Horch,  Jäger,  wie  laut  man  mir  schreit! 

Ich  bit,  sei  still  und  bei  mir  bleib! 

Thue  nicht  yermailigen  deine  hent, 

In  unschuldig  blut  mir  nicht  went! 

Wir  wölln  heimlich  thim  zu  sehen 
175    Wie  es  dem  bauren  wirt  ergehen. 

Sih  I  dort  stelt  man  den  baur  auf  den  branger : 

Nach  disem  hirsch  hab  kein  verlangen. 

Er  ist  so  dür  mager  und  ran, 

Ein  feisten  ich  wol  finden  kan. 
18U    O  marggraf  Albrecht,  hetstu  das  leben, 

Nach  disem  hirschen  wiirdstu  streben 

Und  den  armen  bäum  faren  lan. 

Er  hat  ein  ghüme  schön  geziert^ 

Von  edlen  gstein  und  golt  paliert, 
185    Vom  bapst  hat  er  das  kaufen  Ion 

Umb  sechzig  tausent  sonnencron, 

Es  sieht  einem  bischofhuet  gleich, 

Obs  schon  ein  narr  tregt  der  ist  geweicht. 

Auß  disem  ghüm  und  fasnacht  huet 
190    Macht  man  der  eisnen  vil  und  guet. 

Jäger. 
Ach  got,  laß  dirs  bevolhen  sein 
Den  armen  bäum  und  diener  dein! 
Wie  magstu  doch  sehen  an 
Daß  er  so  ellent  dort  muß  stan? 
i!»5    Er  ruft  zu  dir  on  allen  scheuch, 


151 


Sagt  'gefeite  dir,  got,  so  leid  ichs  gleich." 
Das  er  iest  hat,  het  er  nit  glaubt. 
Ak  hirschen  ghüm  auf  seinem  haubt 
Sei  nit  fest  sten  und  also  stät 

ioo    Daß  er  sol  werden  eingenät 

Von  einem  bischof  in  ein  hirschhaut. 
Het  solichs  im  nit  zugetraut 
Dem  von  Küenberg  und  Baalspfaffen, 
Do  er  nichts  anders  het  zu  schaffen 

205    Denn  arm  leut  also  zu  schinden, 
Verjagen  von  im  weib  und  kinden, 
Salzmeut  und  aufschleg  zu  richten  an. 
So  vor  nie  hat  gehört  kein  man, 
Sein  stolz  und  hoffart  dest  baß  zu  furn 

310    Mit  freßen  saufen  und  jubiliem. 
Nem  er  recht  seiner  pfaffen  acht, 
Trieb  nit  also  epicurischen  bracht, 
Thet  ir  laster  strafen  eben, 
Sech  auf  siCi  wies  fürten  ein  leben ! 

S15    Wie  dann  ie  erst  iezunt  auf  der  ban, 
Daß  ein  pfaff  hat  gefangen  an, 
Weil  im  sein  mess' nimmer  das  tregt, 
Hab  er  gelt  zu  gewinnen  pflegt, 
Im  Wirtshaus  außgeschrien  frei, 

tto    Wer  nit  geb  ein  creuzer  oder  drei, 
Wolt  er  mits  wirts  diem  zu  haut 
Öffentlich  treiben  sodomische  schand. 
Hat  kerzen  und  karten  genomen  bhent, 
Der  diem  auf  der*  schäm  verbrent. 
ttb     Solche  1er  findt  man  geschriben  stan 
In  bttchera  so  iez  von  Salzburk  außgan, 
Begeren  nit  vil  passport. 
Vom  bäum  gjut  wir  nit  vil  sagen 
Biß  man  ein  mal  thut  pfaffen  jagen. 

Bischof. 

330    Ach  we  mir  armen  unseligen  man 
Daß  ich  mich  hab  verfuren  lan 


152 

Die  faLschen  rät  die  ich  hab  pflegt. 
All  mein  vertraun  auf  sie  gelegt! 
Hett  ich  def  sach  baß  nach  gedacht 

835    Die  mir  kein  ru  leßt  tag  und  nacht! 
Man  thet  mir  raten  g|ur  behent, 
Ich  sol  den  bauren  han  verblent. 
Man  zeigt  mir  an,  es  were  der  brauch, 
Im  Bairlant  es  geschehen  auch, 

240    Ir  etlichen  die  äugen  außgestochen : 

Solchs  hieß  das  wiltpret  recht  gerochen. 
Doch  Yolget  ich  nicht  solchem  rat. 
Ein  ander  zu  mir  förher  trat. 
Ich  sol  den  bauren  hetzen  laßen 

24r.    Mit  hunden  durch  die  stat  all  gaßen. 
Ich  muß  verzweifeln  und  verzagen 
Daß  ich  verbracht  hab  solches  jagen. 
Mein  gewißen  ficht  mich  zu  beißen  an 
Gleich  wie  die  hunt  den  baursman, 

260    Es  thut  mich  nagen  und  zufreßen. 
Ach  wer  ich  tot  und  hets  vergeßen. 
Was  laster  spot  und  große  schand 
Schreibt  man  von  mir  in  alle  laut! 
Het  ichs  doch  recht  zu  sinnen  gefaßt, 

255    Daß  der  geistlich  staut  verhaßt 
Und  iederman  uns  feintschaft  tregt! 
lezunder  ichs  erst  recht  erwegt. 
Was  sol  ich  thun  oder  gedenken? 
Het  ich  ein  strick,  ich  wolt  mich  henken. 

260    Der  teufel  hats  geraten  mir. 

Teufel. 
Du  leugst  als,  pfaff.  ich  dörft  dir  schier 
Geben  ein  maultauschen  also  guet 
Daß  dir  abfiel  dein  fasnachthuet 
Du  loser  pfaff,  wie  leugst  so  ser? 
265    Sich  ich  gleich  deinem  Jägermeister? 
Hab  ich  ein  karrok  oder  platten 
Die  dir  solchs  haben  geraten? 


153 


Ich  w^r  so  freudig  nit  geweat 

DaB  ich  ein  menschen  mit  hundeu  hezt. 
270    Die  weil  dus  aber  thust  fahen  an, 

Wil  ich  balt  pfaffen  jagen  than, 

Dir,  dein  gsalbten  und  gschomen  gselln 

Ros  wagen  foer  und  schif  bestelln. 

Henk  oder  trenk  dich  nur  geschwint! 
»73    Den  Caron  ich  dort  schlafen  find. 

Caron,  wach  auf!  wie  schiefst  so  ser? 

Von  Salzburg  bring, ich  dir  gute  mär. 

Ein  p£Eiffen  gjait  hab  ich  bestelt: 

Zu  fahen  diei  bin  ich  erweit. 
980    Dammb  ich  dir  iez  schaffen  thu. 

All  deine  schif  wölst  richten  zu. 

Fürs  über  den  hellischen  Stix! 

Schau  daß  du  von  in  verzettest  nichts ! 

Caron. 
Die  botschaft  thut  erfreuen  mich 

S85    Daß  die  warheit  verkeret  sich. 

IGt  landsknechten  hab  ich  lange  zeit 
Gehabt  zum  überfuren  streit. 
Es  ist  ein  volk  on  gelt  so  bloß. 
Es  hat  nit  wert  eins  hellers  groß. 

»90    Noch  hab  ichs  mußen  überfum 
Und  alles  furlon  frei  yerliem. 

Teufel. 
Hie  dörfstu  mnb  kein  gelt  nit  sorgen, 
Den  pfEiffen  nit  ein  heller  borgen. 
Für  sie  nur  eilends  zu  mir  ein! 
»•6    Ich  wil  fiirs  furlon  bürge  sein. 
Valete. 


XV 

EIN  GESPRECH 

DES    HERRN    MIT    S.    PETRO 

VON  DER  lETZIGEN  WELT  LAUF 

UND  IREM  VERKERTEM  BÖSEM  WESEN. 


S.  Peter. 
Ach,  mein  lieber  Herr  und  Got, 
Laß  mein  bit  sein  kein  spot! 
Ich  bit,  du  wollest  mich  geweren 
Das  ich  iezt  von  dir  thu  begeren. 
5    Laß  mich  doch  faren  in  die  weit, 
Daß  ich  beschau  wie  sie  sich  holt, 
Obs  auch  noch  sei  wie  in  den  jaren 
Da  ich  und  du  da  niden  waren. 

Der  Herr. 

Petre,  dieweil  du  mich  anredst  mit  deiner  bit^ 
10    Weiß  ich  dirs  abzuschlagen  nit. 

Dieweil  dich  erregt  dein  sin  dazu, 

So  far  du  hin  in  frid  und  ruh. 

Aber  schau  eben  zu,  daß  dichs  nicht  gereut, 

Denn  die  weit  hat  sich  gar  vemeut. 
S.  Peter. 
16    Derhalben  so  wil  ich  hinunter, 

Auf  daß  ich  anschau  das  wunder, 

Was  die  weit  hat  fiir  ein  glauben. 


155 

Herr,  wie  lang  wiltu  mir  erlauben 
Daß  ich  mag  außen  bleiben  von  dir? 
Der  Herr. 
io    Petre,  ein  monat  erlaub  ich,  glaub  mir. 

Aber  du  seit  da  niden  nit  schelten  und  pochen. 

S.  Peter. 
£7,  Herr,  ich  bit  umb  Bechs  wochen: 
Denn  ich  möcht  da  niden  auf  erden 
Bei  guten  gesellen  verzogen  werden« 
s5    Ich  wil  mich  halten  nach  aller  bilUgkeit, 
Aach  widerkomen  auf  genaue  zeit. 

Der  Herr. 
So  far  hin,  du  getreuer  knecht! 
Schau  du,  wie  sich  helt  menschlich  geschlecht ! 
Du  wirst  in  wenig  kurzen  tagen 
90    Vil  wißen  von  inen  zu  sagen, 
Denn  es  sind  vil  secten  und  orden 
In  der  weit  aufgerichtet  worden: 
Mein  kirch  ist  gar  zertrent  und  zerrüt, 
IGt  menschen  1er  gar  überschüt. 
S.  Peter.  ' 
»    Nun  wolan,  ich  far  dahin: 
Zu  der  reis  ich  fertig  bin. 
Füre  uns,  Herr,  nicht  in  vorsuchtmg! 
Nun  kömpt  Petrus  wider  zu  dem 
Herrn  und  ist  nur  vierzehen  tage 
außen  gewesen,  denn  es  gefeit  im 
nichts  auf  erden,  und  klagt  dem 
Herrn  über  die  weit. 

Der  Herr. 
Sich,  Petre,  woher  so  bei  zeit? 
Ich  gedacht,  du  werest  von  hinnen  weit. 
40    Wie  hat  sichs  mit  dir  zugetragen 
Auf  der  weit?  das  solt  du  mir  sagen. 

S.  Peter. 
O  g*^tiger  Qot,  ich  bin  etliche  zeit  gewandert. 
Auf  erden  hat  sichs  gar  verändert. 


156 

Hör  nur  mein  klag,  das  bit  ich  dich, 
45    Wie  die  menschen  so  verachten  dich! 
Dein  wort  und  gebot  acht  niemand: 
Es  gehn  die  menschen  in  laster  und  schand, 
Es  ist  da  niden  kein  freud  noch  ruh. 
Were  ich  also  vil  Got  als  du, 
50    Alle  firmament  müsten  sich  bewegen, 
Ich  wolt  laßen  feur  und  Schwefel  regen, 
Ich  wolt  die  ganze  weit  umbkeren. 
Ich  bit,  Herr  Got,  woUst  mich  geweren: 
Gib  mir  das  regiment  nur  einen  tag, 
55    Auf  daß  ich  die  weit  strafen  mag.' 

Der  Herr. 

Nein,  Peter,  die  weis  taug  gar  nicht. 

Mein  sin  ist  nicht  dahin  gericht. 

Daß  ich  solt  strafen  also  bald: 

Denn  ich  die  straf  an  viln  enthalt. 
CO    Denn  ich  bin  gnedig  milt  und  gütig, 

Ich  bin  barmherzig  und  nicht  wütig. 

Denn  wenn  ich  solt  strafen  nach  der  that,  — 

Es  lebt  kein  mensch  der  nicht  sünde  hat. 

Ich  geh  zu  weilen  plag  und  zeichen. 
65    Damit  thu  ich  ir  herz  erweichen: 

So  laßen  sie  von  Sünden  und  thun  büß. 

Also  die  meinen  ich  reizen  muß: 

Denn  sie  kosten  mich  nit  silber  golt  oder  gut, 

Sondern  hab  sie  mit  meinem  teuren  blut 
70    Errettet  auß  des  teufeis  gewalt 

Von  jamer  engsten  manigfalt. 

Ich  hab  nicht  lust  an  des  Bünders  tot, 

Sondern  daß  er  sich  beker.    ein  solcher  Got 

Bin  ich  und  mach  den  fromen  frid, 
75    Thu  inen  wol  biß  ins  tausend  glid. 

Aber  denen  die  mein  wolthat  verspotten, 

Der  geschlecht  wil  ich  ausrotten, 

Ich  wil  sie  strafen  an  leib  und  sol 

Und  stoßen  in  die  ewig  quel. 


157  • 

S.  Peter. 
M    Ach,  lieber  Oot,  hör  Wunderding, 

Wie  es  mir  doch  so  seltsam  gieng, 

Da  ich  auf  erden  komen  bin. 

Erstlich  fiel  mir  in  meinen  sin, 

Wo  ich  eine  kirche  fiinde, 
s3     Ob  auch  noch  darinne  stünde 

Dein  götlich  wort  und  heilsam  1er, 

Ob  auch  noch  vorhanden  wer 

Dein  götlich  wort  das  du  in  hast  gelaßen. 

In  dem  kam  ich  eben  zu  maßen 
M    Da  man  hub  zu  predigen  an. 

In  der  kirchen  warn  kaum  über  fünfzig  man, 

Welches  mich  gar  ser  verwundert: 

Aber  auf  dem  kirchhof  warn  me  dann  zwei  hundert. 

Ich  dacht  wie  daß  die  nit  woUn  zu  hören: 
»5    Die  sach  thet  mich  gar  betören, 

Daß  sie  spazierten  umb  den  ring. 

Zu  lezt  ich  auch  mit  umbher  gieng. 

Da  hört  ich  wort  so  manigfalty 

Wie  mancher  auf  den  pfaffen  schalt 
100     Ala  ich  hört  des  scheltens  so  vil, 

Kund  ich  nit  lenger  schweigen  still 

Und  sagt  ^ach,  wie  hat  euch  der  teufel  gebleut. 

Daß  ir  so  Gk>tes  diener  scheut? 

Qot  der  Herr  wirts  an  euch  rechen.' 
io5    Von  stund  an  thet  einer  sprechen 

'Got  geb  dir  die  drüs  und  den  ritten! 

Was  hastu  uns  zu  gebieten? 

Ich  weiß  nichts  nütz  in  der  kirchen  zu  sein: 

Darinnen  schenkt  man  weder  hier  noch  wein. 
114    Denn  da  zecht  der  pfaff  und  kaplan, 

Sie  trinken  alein,  geben  mir  nichts  davon.' 

Die  andern  theten  mich  spotten  und  lachen. 

Ich  schwieg  stil,  kunt  nichts  darauß  machen. 

Damach  nicht  weit  von  einer  ecken 
11.»    Sah  ich  ein  ströem  kränz  rauß  stecken. 

Darinnen  hört  ich  ein  groß  geschrei: 


158  _ 

Es  daucht  mich  frembd,  ich  gieng  auch  dabei. 

Da  sagt  man  mir,  man  schenket  wein. 

Mich  dürstet  ser,  ich  gieng  auch  hinein. 
120    Da  sah  ich  würfel  und  kartenspil. 

Zu  dem  wein  warn  ir  dreimal  so  vii 

Als  zuvor  in  der  kirchen  warn. 

Da  was  zeren  und  kein  spam. 

Ich  sazt  mich  nider  auf  ein  bank 
125    Und  hieß  mir  bringen  auch  ein  trank. 

Da  kam  einer  auß  iren  zechen, 

Thet  freundlichen  zu  mir  sprechen, 

Bot  mir  sein  hant,  thet  mich  grüßen. 

Mit  der  andern  haut  thet  er  mich  berußen. 
130    An  die  büberei  het  ich  nicht  gedacht. 

Ein  ieder  schrei  auf  mich  und  lacht. 

Wie  ein  eul  unter  den  vögeln  ich  was. 

Lieber  Herr,  wie  verdroß  mich  das! 

Den  spot  het  ich  gern  gerochen, 
135    Vorwar  ich  het  in  erstochen,  — 

Da  gedacht  ich  die  andern  möchten  im  helfen. 

Mich  verdroß  ser  ir  schreien  und  gelfen. 

Der  Herr. 
Petre,  sein  auch  noch  gotfurchtige  ieut  vorhanden 
Und  getreue  prediger  in  den  landen 
140    Und  Schulmeister  die  die  Jugend  fleißig  leren, 
Auf  daß  sich  bei  inen  möchte  meren 
Mein  gebot  und  heilsam  wort? 

S.  Peter. 

Ja,  Herr,  man  findet  an  manchem  ort 

Dein  götlich  wort  klerUch  gedeut: 
uö    Aber  es  sein  vil  der  gotlosen  ieut 

Die  nur  dein  wort  im  munde  fären 

Und  im  herzen  wenig  spüren. 

Sie  schinden,  schaben,  iren  nechsten  betriegen: 

Alein  der  arme  man  muß  sich  schmiegen. 
150    Wenn  einer  durch  betrug  hat  etwas  zu  sich  gezogen, 

Sie  achtens  nit  als  wers  abgelogen: 


159 

Sie  nennens  Weisheit  Vorsichtigkeit  mit  listen, 

Rümen  sieh  auch  frome  Christen. 

Sie  wißen  yil  vom  evangelio  zu  schneiden: 

ibb    Gleichwol  wollen  sie  das  nicht  leiden. 
Wenn  man  in  von  iren  tücken  sagt: 
Als  denn  ein  ieder  über  den  pfaffen  klagt. 
Auch  bin  ich  gewest  an  etlichen  enden 
Da  sich  die  leut  woUen  gern  wenden 

i«o    Zu  dir  und  deinem  göüichen  wort: 
Werden  sie  drumb  ertöt  und  ermort, 
Werden  von  einer  stat  zu  der  andern  gejagt, 
Im  gefengnis  mit  hunger  und  durst  geplagt. 
Diser  zwispalt  kömpt  her  von  ungelerten  leuten, 

i«:5    Die  nach  iren  köpfen  deuten, 

Glosieren  die  schrift  nach  irem  sin. 
Bei  vilen  priestem  ich  gewesen  bin. 
Die  künden  kein  predigampt  verwalten, 
Sie  künden  nichts  denn  messe  halten: 

iio    Sie  zieren  nicht,  Herr  Got,  deinen  tempel. 
Sondern  geben  den  leien  bös  exempel,^ 
Daß  sich  vil  ergem  an  deinem  wort: 
Ich  habs  von  vilen  leuten  gehört. 
Straft  man  die  leien  umb  bösen  misbrauch, 

175     Sagen  sie  ^uts  doc;)i  unser  herr  pfarrherr  auch. 
Wenn  im  sein  predigt  ein  ernst  were, 
Würde  er  sich  auch  daran  keren.' 
Ick  kan  nicht  gnugsam  davon  sagen 
Was  sich  so  seltsam  thut  zutragen. 

i»o    Es  sind  mancherlei  glauben  im  laut, 

Papisten,  Luther,  Pikarten,  Zwingler  genant. 
Welche  ich  nicht  alle  weiß  zu  erzelen: 
Ein  ieder  wil  im  ein  sondern  glauben  erwelen : 
Auch  kam  ich  einmal  in  eine  stat, 

itö    Darin  es  ein  schön  kirchen  hat 
Darinne  ich  ein  priester  fant. 
Der  selbig  predigt  nur  menschen  tant, 
Er  sucht  nur  in  der  predigt  seinen  nuz: 
War  noch  erbötig  seinen  truz 


160 

190    Der  im  sein  lere  veracht. 

O  Qoty  het  ich  gehabt  dein  macht, 

Ich  het  in  laßen  den  donner  erschlagen. 

Weiter  muß  ich  dir  sagen, 

Es  hant  sich  yerkert  alle  ding: 
195    Es  ist  nimmer  wie  ich  in  die  schule  gieng. 

Zu  der  zeit  hatten  wir  erbar  frome  Schulmeister, 

Waren  der  Jugend  eerleister, . 

Sie  lereten  den  armen  als  den  reichen. 

Zogen  mer  mit  werten  denn  mit  streichen. 
200    Izunt  sein  die  großen  Hansen  in  den  schulen, 

Die  können  nichts  denn  saufen  fireßen  und  buien, 

Üben  sich  auf  lautenschlagen  und  pfeifen. 

In  acht  tagen  sie  kein  buch  angreifen. 

Sie  sizen  alein  bei  schönen  weibern, 
205    Befelhen  die  lection  armen  Schreibern  : 

Die  selben  müßen  die  schul  versorgen. 

Kömpt  das  quatember  heut  oder  morgen, 

Ire  preces  wollen  sie  haben. 

Got  weiß  was  die  armen  knaben 
210    Gelemct  haben!  könnem  kaum  das  ABC. 

Auch  Schemen  sich  Schulmeister  me 

Mit  den  knaben  in  die  kirch  zu  gehn: 

Vil  lieber  sie  fiir  dem  Spiegel  stehn, 

Trinken  daheim  ein  brantewein: 
215    Damach  können  sie  gut  latein. 

Ich  kam  einmal  zu  maßen 

Da  etliche  magistri  cantores  beisamen  saßen. 

Ich  dacht,  sie  repetierten  den  Cisioianum: 

So  decünierten  sie  den  Grobianum. 
'220    Sie  theten  sich  gar  nichts  Schemen  für  den  knaben, 

Welche  darin  büberei  ehe  gemerkt  haben, 

Denn  etwas  götlichs  auß  der  schrift. 

Also  wirt  die  jugent  vergift. 

Im  alter  kan  sie  denn  niemant  halten  in  zäum. 
225    Ich  gleich  die  jugent  eim  jungen  bäum : 

Wirt  er  nicht  gebunden  und  gezogen, 

Im  alter  ist  er  krumb  und  gebogen. 


m  _ 

Derhalben  lern  sie  lasier  in  der  jugent, 
Dnunb  ist  in  der  weit  kein  er  noch  tugent, 
?«'    Kein  fröroigkeit  wirt  nicht  angesehen. 
Herr  so  sich,  wirt  dein  zukunft  nehen 
Und  wirst  abthun  das  bös  auf  erden, 
So  werden  wenig  menschen  selig  werden. 

Der  Herr. 

Peter,  warum  predigstu  nit  meinen  willen? 
rib    Villeicht  hetestu  sie  können  stillen. 
S.  Peter. 

0  Herr,  ich  weiß  mich  nicht  zu  bewaren. 

Da  weist  wie  sie  mir  vor  haben  mit  gefaren, 

Wie  sie  mich  fiengen  und  steupten 

Und  deinem  wort  gar  nicht  gleubten. 
MO   Denn  wer  auf  der  weit  die  warheit  sagt, 

Der  wirt  gepeinigt  und  verjagt: 

Denn  Ungerechtigkeit  ist  bei  in  entstanden, 

Die  gerechtigkeit  aber  leit  in  banden. 

Das  recht  wirt  in  der  weit  gar  verdruckt, 
sib   Der  gewaltige  wirt  herfur  gezuckt. 

Wenn  des  gewaltigen  sach  ist  nichtig, 

IGt  gelt  macht  man  sie  wider  wichtig. 

Es  ist  nichts  so  hoch,  mit  gelt  feit  maus  nider. 

Es  wirt  nichts  verlorn,  gelt  bringts  herwider. 
2>^    Es  ist  nichts  so  fest,  mit  gelt  wirts  erobert. 

Es  ist  nichts  so  weis,  nut  gelt  wirts  betöbert. 

Gut  und  das  leidige  gelt 

Regiert  ieznnt  die  ganze  weit. 

Ich  gleich  das  weltliche  recht  einr  webe  der  spin: 
'^    Große  humeln  reißen  durch,  mucken  bleiben  drin. 

Ich  nem  ein  quenüein  gunst  wol  bereit 

Vor  zehen  pfunt  gerechtigkeit. 

Im  recht  sieht  man  den  reichen  an. 

Man  sagt  <das  ist  ein  erbar  man.^ 
i^   Man  gleubt  im  mer  dann  einem  armen. 

Lieber  Herr,  laß  dichs  erbarmen ! 

Denn  oberkeit  hat  ein  Sprichwort  gemacht, 

11 


162      . 

Sie  sagen  'wie  es  wirt  in  die  mül  gebracht, 

Also  wirts  auch  gemalen.^ 
265    Ja,  wo  hats  der  arme  zu  bezalen, 

Der  procuratom  kan  vemügen? 

Ja,  wo  hats  der  arme  in  vermügen? 

Geldes  halben  verleust  der  arme  das  recht. 

O  Herr  Got,  straf  menschlich  geschlecht! 
270     Wie  kanstu  doch  so  gütig  sein? 

Ich  schlüge  fürwar  mit  keulcn  drein. 

Der  Herr. 

Peter,  du  bist  wunderlich  in  deinem  sin. 
Weistu  nicht,  daß  ich  so  gütig  bin? 
Warumb  heißt  die  weit  ein  jamertal? 

S.  Peter. 

275     0  Herr,  höre  mich  noch  einmal! 
Das  nötigst  het  ich  schier  vergeßen, 
Wie  sich  die  weit  helt  in  saufen  und  frcßen. 
Darin  helt  man  kein  maß  noch  weis, 
Ein  ieder  hat  darauf  seinen  flciß. 

280    Ein  neue  manier  hat  man  erdacht, 
Ein  Würfel  in  ein  glas  gemacht. 
Wer  rüttelt  ein  quatwer,  es  oder  zinken, 
So  vil  mal  muß  ers  glas  außtrinken. 
Ein  anders  hat  man  vorgenomen, 

2^85    Das  heißt  man  einen  gotwilkomen. 

Den  schenkt  man  ein  mit  lautem  wein, 
Gehen  zehn  oder  zwelf  maß  drein : 
Damit  vereret  man  den  frembden  gast, 
Der  muß  sich  beladen  mit  der  last. 

2!>o    Welcher  den  wilkomen  nit  gar  außmacht, 
Der  selb  wirt  für  ein  narren  geacht. 
Auch  sah  ich  mer  vil  neuer  fiind: 
Das  acht  ich  fKr  ein  große  sünd. 
Lieber  Herr,  hör  mich  nun! 

295    Sie  saufen  aus  hantfaßen  imd  auß  schucn, 
Sie  freßen  glas  zu  einander,  auch  die  Hecht : 


163 

Das  zum  oftermal  bei  inen  geschieht. 

Auch  sah  ich  vil  leut  bei  in,  der  athem  stinken, 

Hatten  geschwollen  föß,  musten  hinken, 
s<M>    Vil  armer  leut  mit  großem  häufen: 

Das  haben  sie  aus  vom  übrigen  saufen. 

Denn  es  lebt  mancher  noch  so  lank, 

Ließ  er  den  übrigen  getrank. 

Manch  laster  und  schand  bliebe  verhüt, 
MS    Wenn  man  des  weins  nicht  so  vil  einschüt 

Und  tränke  den  wein  mit  maßen: 

Es  würd  mancher  seinen  klndem  erb  laßen. 

Der  wein  geht  ein,  der  sin  geht  auß: 

Es  bringt  manchen  man  umb  sein  haus. 
310    O  Herr,  sie  gebrauchen  unnüzlich  deine  gaben. 

Davon  sich  könt  der  arme  laben, 

Dann  sie  könten  leisten  den  armen  treu, 

Das  selbig  speigen  sie  vor  die  seu. 

Es  ist  noch  ein  schedlichs  laster  vor  der  hant, 
äi:>    Das  treibt  man  iezt  im  ganzen  lant. 

Dises  laster  hat  man  so  hoch  gebracht, 

Daß  mans  vor  ein  ere  acht. 

Welcher  ein  statlicher  buler  ist, 

Weiß  darauf  vil  renk  und  list, 
^io    Den  selben  acht  man  fiir  den  besten 

Und  ist  der  frölichst  unter  den  gesten. 

So  sie  sizen  beisamen  in  eim  glag. 

So  ist  die  red  den  ganzen  tag 

Von  Unzucht  und  von  hurerei, 
■^i»    Schonen  auch  keines  menschen  dabei. 

Vor  Zeiten  wenn  die  alten  sein  beisam  gewesen, 

Hat  man  etwas  geistlichs  gesungen  oder  gelesen. 

Izunt  thut  man  gar  anders  reformiem, 

Man  thut  den  Grobianum  declamiem. 
i^o    Welcher  kan  am  besten  spotten, 

Den  heißt  man  meister  in  der  rotten. 

Es  sint  vil  leut  die  glauben  fest, 

Dieweil  du^  Herr,  nicht  folgen  lest 

Deine  straf  nach  der  that, 

ir 


164 

385    Denken  sie,  ehebruch  ist  kein  schad. 

Das  iaster  nicht  alein  die  mannen  treiben, 
Es  geschieht  von  Jungfrauen  und  weihen. 
Auch  von  alten  die  da  gehn  auf  der  gruben : 
Die  sein  auf  die  sach  die  ergsten  buben, 

340    Die  verursachen  die  frauen  mit  gelt  dazu. 
Lieber  Herr,  warum  strafest  nicht  du? 

Der  Herr. 

Petre,  welcher  über  dise  wort  wirt  sündigen, 

Wie  in  S.  Paulus  thut  verkündigen, 

Daß  denn  wirt  gesagt  einem  ieder: 
345    Unser  leib  (spricht  er)  sein  Christus  gUder. 

Euch  wirt  widerfaren  zu  der  frist, 

Wie  Christo  Jesu  widerfaren  ist, 

Daß  er  wirt  wider  erwecket  werden 

Und  stehen  auf  von  der  erden. 
360    Warumb  wolt  ir  eurn  leib  Christo  nemen 

Und  euch  der  herlichen  ere  Schemen, 

Auß  eurem  leib  humglider  machen? 

Da  merk  ein  ieder  auf  die  Sachen. 

Treiben  sie  auß  disen  werten  spot, 
355    So  sint  sie  gescheiden  von  Got 

Und  ich  wone  nicht  mer  in  in. 

Laß  sie  laufen  immer  hin! 

Von  wegen  der  die  da  nit  wißen  was  gut  oder  böse  ist, 

Geb  ich  der  weit  noch  lenger  frist. 

S.  Peter. 
360    Ach  Herr,  wie  ich  von  dir  schied  darnach  am  4.  tag 

Des  nachts  ich  in  einer  herberg  lag. 

Die  sach  wil  ich  dir  deuten. 

Was  mir  geschah  von  den  kriegsleuten. 

In  aller  untugent  sint  sie  aufgeblasen. 
365    Biß  auf  die  fuß  hiengen  in  die  hosen. 

Ich  gleub  on  allen  zweifei, 

Daß  in  der  hellen  sei  kein  teufel 

Der  da  het  solch  gestalt  und  manier. 

Weiter  wil  ich  sagen  dir: 


m  _ 

.170    Ich  saß  in  einem  winkel  gar  alein. 
Kam  zu  mir  der  selbigen  gesellen  ein, 

Der  sagt  ^bruder,  hab  ein  guten  mut!" 

Mit  solchen  listen  stal  er  mir  mein  hut, 

Gieng  hin,  verkauft  den  einem  bauen 
S75    Es  verdroß  mich  ser,  ich  sah  sauer: 

Gleiehwol  must  ich  schweigen  stil. 

Herr,  hör  was  ich  weiter  sagen  wil! 

Ein  ander  landsknecht  kam  zu  mir, 

Der  sagt  'ein  kazentrunk  bring  ich  dir!' 
>«    Ich  sagt  'sogen  dirs  got!'  verstunt  sein  meinung  nicht. 

Bald  spritzt  er  mir  das  hier  ins  angesicht: 

Da  wart  ich  allenthalben  naß. 

Lieber  Herr,  wie  ser  verdroß  mich  das! 

Ich  dorfi  mich  aber  gar  nicht  regen, 
3»5    Denn  sie  hatten  alle  spieß  und  degen. 

Bald  kam  ir  ein  ander  part. 

Die  zogen  auch  auf  der  gart. 

Die  kamen  auch  zu  den  andern  nein. 

Da  hießen  sie  einander  also  gotwilkomen  sein 
m    'Wilkomen  ins  teufeis  namen! 

Komcn  wir  also  hie  zusamen? 

Daß  dich  Sanct  Veltens  wunden  riiren! 

Von  wannen  thut  dich  der  teufel  füren? 

Ich  gedacht,  du  werest  vorlangst  gehangen. 
7»h    Potz  wunder!  wie  hat  es  dir  ergangen?' 

Kein  guts  wort  gieng  auß  irem  munt: 

Ein  ieder  flucht  das  ergst  das  er  kunt. 

Im  alten  testament  hab  ich  gelesen. 

Was  Josua  für  ein  kriegsman  sei  gewesen. 
«00    Der  selbig  fiel  zu  der  erden  und  ruft  zu  6o( 

Daß  er  in  errettet  auß  aller  not, 

Daß  er  wolt  erzeigen  seinen  gnedigen  willen, 

Daß  die  sonne  solt  stehen  stille, 

Auf  daß  er  seinen  feint  ereilt. 
«"i    Herr  Got,  du  hast  im  mitgeteilt, 

Du  gehorchtest  des  einigen  niannes  stini, 

Damit  greif  er  den  feint  an  mit  grini, 


166 

Ließest  im  still  stehn  die  sonn  tag  und  nacht: 

In  solcher  gnad  gewan  er  die  große  schlacht. 
41U    Das  beten  aber  von  den  izigen  unsern  kriegsleuten 

(Welchs  geschieht  zu  allen  zeiten) 

Das  ist  mit  so  vil  Herrgots  wunden. 

Das  sacrament  flucht  man  bei  pfimden, 

Dein  marter  leiden  rückt  man  dir  auf, 
115    Sie  fluchen,  schweren  Gotes  tauf, 

Dein  lung,  leber,  dein  heiligs  sterben: 

Davon  sich  wol  möcht  entferben 

Die  sonn  und  mond,  alles  firmament, 

Daß  man  deine  glider  so  lesterlich  scheut. 
420    Die  zu  Sodom  und  Gomorra,  auch  in  der  sündflut 

Haben  nit  so  ^etobet  und  gewut: 

Doch  ließestu  sie  verderben. 

Du  thetest  nicht  für  sie  sterben 

Als  du  vor  dise  hast  gethan, 
485    Wärest  gegeiselt  imd  geschlan, 

Du  litest  fär  sie  schmerzen  und  zank: 

lezunt  geben  sie  dir  den  dank, 

Sie  spotten  deiner  wolthat  hiemit. 

Lieber  Herr,  ich  weiter  bit, 
4J0    Laß  dein  wort  nicht  also  sehenden, 

Thu  in  pestilenz  und  unglück  senden, 

Schick  in  doch  zu  wunder  und  zeichen,  ^ 

Ob  du  köntest  ir  herz  erweichen 

Daß  sie  möchten  werden  frum 
435    Und  nicht  bleiben  in  Sünden  stum! 

Erger  kan  es  nicht  werden  denn  es  iezt  ist: 

O  steur  in,  Herr  Jesu  Christ! 

Der  Herr. 
Petre,  ich  weiß  wol  meine  zeit. 

S.   Peter. 
Noch  eine  sach  mir  im  sinne  leit, 
44U    Wie  sich  der  gemeine  man  so  hoch  erbricht. 
Keinen  gehorsam  halten  sie  nicht. 
Sie  Hgen  tag  und  nacht  zum  wein, 


107 

Zu  keiner  fart  daheime  sein. 

Und  wenn  sie  alles  haben  verzert 
4^:>     Und  denn  mit  großer  armut  sein  beschwert, 

So  sagen  sie  denn  mit  imgedult 

Und  geben  dir,  lieber  Herr,  die  schult, 

Daß  du  in  nicht  wilt  glück  geben. 

Sie  betrachten  aber  nicht  daneben, 
45U    Daß  sie  das  selbig  haben  verprast 

Das  du  in,  Herr,  zuvor  gegeben  hast 

Durch  gesuntheit  und  dergleichen. 

Damach  klagen  sie  über  den  reichen, 

Sie  sollen  in  keine  hülf  beweisen. 
4:>9     Auch  thut  sich  iezt  der  baursman  befleißen 

Auf  große  pracht,  gleicht  sich  eim  edelmao. 

Der  richtet  alles  Unglück  an   • 

Mit  seinem  gut  und  seinem  gelt. 

Mir  begegnet  ein  baur  in  dem  feit: 
460    Der  selbig  bauer  ein  edelman  beschembt, 

Er  hat  ein  rok  an  mit  samt  verbrembt. 

Der  selbig  bauer  war  gar  vol. 

Er  sprengt  mit  dejn  ros  als  were  er  toi, 

Er  sprengt  hin  und  her  auf  dem  wek 
4«j:>     Und  rit  mich  zwei  mal  in  den  drek. 

Ach  Herr,  ich  bit  dich  durch  dein  götliehcu  willen, 

Thu  den  bauren  iren  hochmut  stillen, 

Thu  inen  das  glück  mit  den  pferden  verkereu, 

Laß  sie  wider  reiten  auf  ackermeren! 
47a     Triff,  Herr,  mit  inen  ein  mittel 

Und  jag  sie  wider  in  die  henfenkittel ! 

Sint  sie  haben  die  großen  pfert  goriten, 

Ist  bei  in  abkomen  unterthenig  siten. 

Denn  wo  kein  straf  an  den  bäum  geschiebt, 
475     So  wirt  furwar  kein  bauer  selig  nicht: 

Denn  der  bauer  sich  erbrochen  hat. 

Wenn  sie  komen  in  die  stat, 

Fragen  sie  nach  dem  besten  wein, 

«Saufen  sich  vol  wie  die  schwein, 
(HO    Schlagen  oft  einander  auch  wol  gar  zu  tot, 


168 

Sagen  dennoch  wol  ^es  hat  kein  not, 

Mit  gelt  ichs  wol  bezalen  kan.^ 

Noch  eins  muß  ich  dir  sagen  an, 

Was  bei  der  weit  ist  für  ein  recht. 
485    Wenn  einer  einen  hunt  erschlegt. 

So  wirt  er  an  sein  eren  verlezt^ 

Von  redlichen  leuten  hindan  gesezt. 

Wenn  aber  einer  vergeul5t  Christen  blut, 

Mit  gelt  macht  man  denselben  gut. 
490    Man  acht  das  fünfte  gebot  nimer  groß  in  der  weit: 

Wer  es  verbricht,  löst  sich  mit  gelt. 

O  Herr,  so  du  nicht  wirst  der  weit  tag  verkürzen, 

So  werden  sie  dich  von  deinem  thron  stürzen. 

Der  Herr. 
O  Peter,  ich  bin  in  vil  zu  hoch  geseßen. 

S.  Peter. 
495    Das  best  het  ich  schier  vergeßen. 

Ich  muß  dir  auch  sagen  von  man  und  weihen, 

Wie  sie  so  große  hoffart  treiben 

Mit  iren  kindem  so  manigfalt« 

Wirt  eim  sein  son  funfzehen  jar  alt, 
500    So  muß  er  hosen  haben  von  mancherlei  färben, 

Solts  gleich  vater  und  muter  darben. 

Siht  die  tochter  daß  der  son  ist  gekleit, 

Von  stund  an  fängt  sich  an  ein  neit. 

Wil  der  vater  fride  haben, 
505    So  muß  er  die  tochter  auch  begaben, 

Wil  er  haben  der  tochter  huld. 

Damit  kömpt  der  arme  man  in  schuld. 

Die  muter  kauft  ir  ein  rok  oder  drei, 

Zwen  mentel,  ein  schwebisch  schürz  auch  dabei, 
510    Wezker,  schwebisch  erml,  güldn  gürtl,  schnür  und  zopf. 

Das  sie  ir  bindet  umb  den  köpf. 

Auf  der  gaßen  gehn  sie  mit  gülden  köpfen  rot : 

Daheim  han  sie  kaum  das  truken  brot 

Zu  eßen  und  das  waßer  zu  trinken 
515    Und  laßen  sich  so  herlich  dünken. 


.  169 

Sie  thun  sich  gar  nicht  der  hoffart  scheuien. 

Und  wenn  sie  denn  menner  nemen 

Und  zeugen  mit  einander  ein  kint^ 

So  verkaufet  der  man  was  er  fint 
htt>    Und  gibts  nur  umbs  halbe  gelt. 

Herr,  du  gleubst  nit,  wie  seltsam  in  der  weit 

Es  zugehet  in  allen  stenden. 

Aller  handel  thut  sich  verwenden. 

Weiter  ich  dir  sagen  muß: 
htb    lezunt  sint  kremer,  die  laufen  zu  fuß, 

Die  thun  würz  auf  dem  naken  umbtragen, 

Geben  sie  neher  denn  der  mit  ros  und  wagen 

Damit  auf  dem  lant  reist  und  handelt. 

Auch  ist  die  selbige  war  ganz  verwandelt 
»3o    Von  den  selbigen  kremem,  das  ich  wol  weiß. 

Darmit  ziehen  sie  ab  den  armen  blut  und  schweiß 

Mit  irem  falschen  gewicht 

Auch  ist  die  war  falsch  von  inen  zugericht: 

Unter  dem  pfeffer  thut  man  finden 
»6    Vil  harter  gestoßen  brotrinden, 

Desgleichen  unter  dem  ingwer  die  dürren  brosen, 

Unter  den  safran  werden  gestoßen 

Gelb  eierdotter  und  gedörte  mandelkem: 

Solche  beide  thun  beschwem 
MO    Das  gewicht  an  der  wagen:  — 

Daß  ich  nicht  alles  kan  sagen 

Wie  einer  den  andern  betreugt, 

Eäier  dem  andern  falsch  war  einleugt. 

Darzu  schweren  sie  bei  deinem  namen  und  angesichts 
S45    Die  war  sei  gefelschet  nicht. 

Dein  teuer  nam  befestigt  ir  schand: 

Es  ist  iezt  aller  betrug  im  lant. 
Der  Herr. 

Petre,  wie  halten  sich  die  nachbam,  sage  mir  beschoit. 

Leben  sie  auch  in  einigkeit? 
S.  Peter. 
SM    Ja,  Herr,  wie  hunt  und  katzen, 

Wo  einer  den  andern  kan  betriegcn  und  kratzen. 


_  1 70_ 

le  weiter  nachbary  ie  beßer  freunt. 
Die  aber  nahe  bei  einander  seint, 
Haben  stetigs  zu  hadern  und  zu  zanken. 
r»55    Grüßt  einer,  so  wil  im  der  ander  nicht  danken. 
Wenn  sie  trunken  sein  auf  der  gaßen. 
So  hört  man  schelten  über  die  maßen, 
Heißen  einander  scheknen  und  dieb. 
Lieber  Herr,  das  ist  der  nachbar  lieb. 

Der  Herr. 
500    Lieber  Petre,  daran  thun  sie  nicht  recht. 
Wie  halten  sich  denn  mägd  und  knecht? 

S.  Peter. 

Ach,  Herr,  sie  thun  was  sie  selber  wollen. 

Wenn  sie  etwas  arbeiten  sollen, 

So  murren  sie  und  thun  das  nicht. 
565    Wenn  inen  der  herr  darumb  zuspricht, 

So  woln  sie  Urlaub  hau  und  laufen  davon. 

Damach  muß  der  herm  dienät  ledig  ston. 

Aber  darzu  sein  sie  geschickt, 

Wenn  man  die  teller  auf  den  tisch  legt, 
570    Da  eßen  sie  daß  sie  schwitzen  an  der  stirn : 

Über  der  arbeit  woln  sie  gar  er&iem. 

Zu  der  arbeit  haben  sie  keinen  lust. 

Achten  nit  wo  der  herr  nimpt  Ion  und  kost. 

Befilcht  der  herr  dem  gesind  vor  mittag  ein  Sachen, 
575    Nach  mittag  muß  ers  selber  machen. 

Wil  er  daß  sein  arbeit  sol  werden  verbracht. 

Muß  er  drauf  haben  selber  acht. 

Des  gesinds  halben  gieng  zu  boden  des  herren  gut. 

Es  ist  ins  andern  or  zu  schneiden  wie  in  ein  filzhut. 
5H0    Darumb  verstehe  mich  recht. 

Man  fint  wenig  frome  mägd  und  knecht: 

Denn  ich  habs  gesehen  was  da  ist  ir  sin, 

Denn  ich  auch  eins  mals  dazu  komen  bin, 

Wenn  ich  mich  hatte  verspet, 
585    Im  ganzen  dorf  ich  kein  herberg  het, 

Kam  ich  in  ein  rockonstubcn. 


171 

Alda  fant  ich  beisamen  hum  und  buben. 

Sie  jagten  einander  unter  tisch  und  benken : 

So  nerrisch  kan  maus  nicht  erdenken. 
&do     Sie  theten  alle  Unvernunft  beginnen, 

Wenig  theten  sie  am  rocken  spinnen. 

Sie  triben  büberei  daß  schand  was. 

Ich  kunt  nicht  schweigen,  straft  sie  umb  das 

Und  weret  in  der  Unvernunft 
*otf5    Und  sagt  in  von  der  zukunft 

Deins  gerichts,  du  würdest  sie  strafen. 

Da  hub  ein  altes  weib  an  zu  klaffen. 

Sie  sprach  zu  mir  mit  Worten  balt 

'Ich  bin  bei  sechzig  jaren  alt 
6O0     Man  hat  stetigs  vom  jüngsten  tag  gesagt : 

Es  sint  fabeln  da  man  uns  von  sagt. 

Het  ich  so  lang  rote  gülden  zu  zelen, 

Ich  wolt  mir  kein  beßer  sach  erwelen, 

So  lang  biß  da  kem  das  jüngste  gericht. 
&05     Es  ist  nichts  daran,  iBt  nur  pfaffen  gedieht. 

Warumb  selten  wir  nicht  guter  ding  sein? 

Sonderlich  die  jungen  leut  ich  mein: 

Ich  war  vor  Zeiten  auch  frölich  in  der  jugent. 

Da  sprach  ich  zu  ir  'du  bist  vol  untugent. 
510    Du  solt  die  jungen  leut  leren, 

Inen  solche  laster  weren. 

Qot  der  Herr  wirts  an  dir  rechen.' 

Das  alte  weib  thet  zu  mir  sprechen 

'Schweig,  du  kalköpfichter  tropf! 
515     Oder  wirst  geschmirt  umb  deinen  köpf.' 

Sie  schlug  mich  arm  man  mit  dem  rocken : 

Da  must  ich  mich  vor  inen  bocken. 

Die  mägd  alle  theten  mich  raufen: 

Ich  must  inen  auß  der  stube  entlaufen 
«fo     Und  must  mich  in  die  scheun  verstecken. 

Es  war  kalt,  ich  het  nichts  über  zu  decken. 

Lieber  Herr,  straf  das  laster  an  dem  gesind! 

Wenig  fromer  megd  und  knecht  ich  find. 


172 

Der  Herr. 

Petre,  ich  kan  wol  tragen  ein  zeit  lang  gedult: 
C25    Zu  hanf  wil  ich  rechen  ire  schult. 

Wo  sie  sich  nicht  von  Sünden  kern, 

Wil  ich  sie  mit  ewiger  straf  beschwem: 

Da  ist  eitel  ernst  und  keines  erbarmen. 

Petre,  wie  helt  sichs  mit  den  armen 
H30    Leuten  die  kein  narung  nicht  haben? 

Empfahen  sie  auch  von  den  reichen  gaben? 

Denn  die  gedultigen  armen  siiit  mir  wert. 

S.   Peter. 

Ach,  Herr,  der  arme  man  auf  erd 

Der  ist  so  ganz  tmd  gar  veracht. 
635    Ein  ieder  nur  der  armen  lacht. 

Es  erbarmt  sich  niemant  der  armen  not. 

Kein  heller  pfennig  und  kein  brot 

Langet  man  den  armen  zu  speisen^ 

Niemant  wil  sich  gegen  inen  beweisen. 
640    Gibt  einer  etwas  (merk  es  eben), 

So  seint  ir  zehen  dargegen  die  nichts  geben. 

Es  verderbts  auch  ein  betler  dem  andern. 

Es  sint  ir  vil  die  im  lant  rumb  wandern, 

Die  sich  mit  gesundem  leib  drauf  neren 
045    Damit  sie  sich  nur  der  arbeit  erweren. 

Sie  stelln  sich  als  heten  sie  großen  gebrechen, 

Machen  sich  krank,  komen  sie  aber  zu  zechen, 

Sie  freßen  saufen  und  sein  vil  kecker 

Denn  mancher  der  hat  wisen  und  ecker. 
650    Denn  ich  thet  ir  eins  mals  im  kretschem  vil  ergreifen : 

Da  tanzten  sie  nach  der  sackpfeifen 

Und  spilten  mit  einander  der  örter. 

Auch  hetten  sie  seltsam  Sprichwörter, 

Daß  ich  darin  kein  deutsch  verstunt. 
(:55    Auch  hetten  sie  bei  inen  einen  hunt^ 

Der  kunt  tanzen  und  überspringen: 

Da  lachten  sie  der  selben  dingen. 

Wenn  der  hunt  thet  tanzen  imd  huppen, 


173 

Ließen  sie  im  machen  ein  feiste  suppen, 
«i<u>    Scfaniten  im  auch  semel  drein: 

Koch  wolt  der  hunt  nicht  hungrig  sein, 

£r  wolt  nicht  gern  dran  riechen. 

Damach  theten  sie  in  iren  secken  stichen, 

Da  funden  sie  semel,  die  sciunirten  sie  mit  butter: 
•^5     Das  firaß  der  hunt  ftir  sein  fiitter. 

Damach  theten  sie  mit  dem  hunde  kurzweil  treiben. 

Auch  waren  bei  im  etliche  weiber. 

Die  heten  sich  verbunden  und  verhuselt, 

Waren  beschißen  und  betuselt. 
670     Ire  mentel  waren  ganz  liberal  geplezt, 

Allenthalben  mit  flecken  besezt 

Schwarze  schleier  und  böse  schu. 

Höre  nu  was  trug  sich  zu! 

Wie  sie  gezecht  hatten  auß  den  flaschen, 
€73     Theten  sich  die  weiber  waschen: 

Da  waren  sie  gerad  von  leib 

Als  irgent  eines  bürgers  weib. 

Des  morgens  wie  sie  aufstunden, 

Ir  angesicht  sie  wider  verbunden: 
cüö    Da  sahen  sie  heßlich  wie  der  teufel, 

Daß  ich  gleub  on  allen  zweifei 

Sie  weren  lam  von  mutterleib  geborn. 

Ich  het  darauf  ein  cid  geschworn, 

Sie  weren  lam  an  iren  glidem, 
685    Welche  sie  doch  wol  kunten  bidem. 

Wenn  es  nun  die  leute  erfam, 

Daß  sie  mit  solchen  bösen  stücken  farn, 

Thun  sie  ire  gaben  spam, 

Ire  gaben  die  sie  geben  solten: 
C90    Also  wirts  den  fromen  mit  den  bösen  vergolten. 

Denn  es  weiß  sich  keiner  zu  bewam  vor  irem  list. 

Welchen  zu  geben  oder  nicht  zu  geben  ist. 

Weiter  weiß  ich  noch  einen  orden, 

Der  ist  auch  hoch  in  betlem  worden: 
fi»s    Das  sint  die  landsknecht  die  ziehen  auf  der  gart, 

Die  plagen  auch  den  baursman  hart. 


174  _ 

Die  selben  biten  nicht  in  demuts  gestalt, 

Sondern  fodem  das  mit  gewalt 

Gibt  man  in  nicht,  sie  thunfi  selber  nemeu, 

700    Denn  sie  thun  sich  des  betehis  Schemen: 
Sie  nennens  auf  der  gart  gezogen. 
Durch  sie  wirt  mancher  man  betrogen. 
Denn  betclleut  und  lantsknecht  stant. 
Die  sint  einander  so  nahe  verwant, 

705    Daß  sie  nicht  dürften  me 

Einander  die  kinder  geben  zur  ee. 

Der  Herr. 
Petre,  es  hat  sich  alles  verwant. 

S.   Peter. 
Ja,  Herr,  ich  gleub  daß  in  der  weit  kein  stant 
Ist,  der  da  nicht  were  zerrüt. 

710    Alle  ding  sint  mit  laster  beschüt. 
Auch  sint  alle  hantwerker  verderbt, 
Die  vorteil  und  list  haben  vil  geerbt: 
Es  ist  iumier  einer  über  den  andern. 
Kömpt  was  neues  auf,  das  alte  muß  wandern. 

715    Hat  ein  baur  ein  lamen  son. 

Ein  hantwerk  wil  er  in  lernen  Ion. 
Wenn  er  denn  nu  hat  außgelemt, 
Damach  er  sich  auf  den  dörfem  nert, 
Stört  und  pfuscht  wo  er  kan. 

720    Also  verdirbt  der  hantwerksman : 

Denn  sie  machen  nichts  guts,  nemen  halb  gelt. 
Das  selbig  thut  gefallen  der  weit. 
Wenn  man  nur  wenig  gelt  drumb  gibt: 
Den  edelleuten  das  auch  wol  geliebt. 

Der  Herr. 

I 

I  7jer>    Petre,  dieweil  kein  Ordnung  ist  und  kein  recht, 

I  So  wil  ich  kurz  strafen  menschlich  geschlecht. 

I  Dieweil  die  weit  also  thut  wüten  und  toben, 

Mein  wort  nicht  fürchten  und  mich  loben, 
I  So  wil  ich  sie  strafen  in  meinem  grim. 


175 

7S0    Ich  wil  in  schicken  (du  mich  recht  vcrnim!) 

Unglück  in  alle  ire  lant, 

Hunger,  pestilenz,  krieg,  mort  und  brant. 

Villeicht  wirt  sie  not  leren  beten 

Und  werden  die  meinen  zu  mir  treten. 
735     Von  iren  Sünden  werden  sie  laßen, 

Mein  götlich  wort  zu  oren  faßen, 

Ire  sünd  wirt  sie  von  herzen  reuen 

Und  werden  sich  meiner  zukunft  freuen. 

Als  denn  geb  ich  in  ewige  freud  und  wonne, 
uo    Sie  ifrerden  leuchten  wie  die  sonne. 

Aber  bei  denen  die  mein  wolthat  verschmehen, 

Wirt  sein  heulen  und  flehen: 

Sie  müßen  in  die  ewige  pein 

Da  nimmer  kein  freud  noch  end  wirt  sein. 
U5    Derbalben,  Petre,  geh  du  wider  für  die  pfort 

Und  bab  du  achtung  auf  mein  wert! 


ANMERKUNGEN 


12 


Alter  Druck  o.  O.  u.  J.     4  Bll.  in  4.     Auf  der  erften  Seite  fteht 
Eyn  clag  vnd  bitt  der  dentTchi 
Nation  an  den  almechtigen 
gott  vmb  erlofzüg  aufz 
dem  gefencknis  des 
Antichrift. 
Auf  der  Riickfeiie  des  1.  Bl.  ein  fchöner  Holzfchnitt:   der  Pabft  mit 
Cardinilen  sn  Roffe  reitet  in   die  Holle.     Auf  der   dritten  Seite  beginnt 
du  Gedicht  nnd  geht  bis  nnten  auf  die  liebente,  wo  noch  fteht 

Amen.     Gott  alleyn  lob  vfi  ehre. 
Die  letzte  Seite  ift  leer.     Die  Seite  hat  36  Zeilen. 

Der  Draek   gibt  Z.  28   gfchriff.  48  Koftnitzt.  73   Den 

75  erhoben.         77  den.        80  n6ten.         95  den.         123  gnadt. 
143   alle.         166   ftiffeeldern.         169  eyn  hertzlichs   wört- 
liche 1.         165  Bapft         175  wolde.  ^     176  bo6en. 

Z.  12  so  feinen  onchriAlichen  Erdichtnngen.  21  verhengen  ge- 
fehehen  laden,  solaren.  23  werlt  ältere  Form,  fo  im  mhd.  Welt. 
25  zern  Zäihren.  26  gefern  d.  i.  gefieren;  gefsere  ft.  nentr. 
Betrag;  hier  Dat.  Plnr.  mit  Betrügereien.  32  fo  fiirsPron.  relat.  welche, 
tof  *menfchen*  bezogen.  34  aber  hier  in  der  Bedtg  oder.  lernet 
fSr  leret.  54  entreit  entritt,  ritt  hinweg.         66  flegeln   bef.  von 

4n  Garben  gefagt,  fie  yorlänfig  mit  der  Drifchel  abklopfen,  ehe  He  anf- 
(eloß  und  aasgebreitet  werden,  Schmeller  1,  686;  den  rücken  fle- 
geln den  Rficken  ausklopfen,  durchprügeln.  74  in  allen  ftunden 
a  afler  Zeit.  75  heiligen  Genitiv  von  vil  abhängig.  mit  p ren- 
ken mit  Prangen,  Geprilnge.  79  der  zwelfbote  der  Apoftel. 
B2  aae  ohne.  86  gagen  jagen.  93  bankpfoln  wol  Bankpfuhlen, 
e«pollterten  Bänken,  Ottomanen;  mhd.  pfnlwe  Pfuhl,  Federkiden. 
d5  fuften    fonft.  98   gefurcht   gefürclitet.         99    nört    nur. 

12* 


180 

102  gen  (mit  DatW)  gegen.  103  gcftehe  geftehe  eu,  erlaube.  108 
fal  foU.  110  geizigkeit  mhd.  gitekeit  Gierigkeit.  112  gen 
chriften  gegen  die  Chriften  (Dativ).  113  gebit  d.  i.  gebiet, 
gebiete  nentr.  Recht  zu  gebieten.  118  bnttel  Büttel,  Gerichtsbote. 
121  niemants  niemand.  124    in   der   weise,  in   diefer  Weife 

neml.  als  Pabft.  Rom  Dativ.  125  beweren  d.  i.  bewseren  als 
wahr  beweifen.  130  fich  eines  ding  es  erwegen  (Ich  davon  zorück 
bewegen,  es  preisgeben.  137  brachten  lärmendes  Gefchrei  verführen, 
mhd.   der  braht  das  lärmende   Gefchrei.  148   comment   Stiftung 

zu  einem  Altar  um  MeiTen  daran  zu  unterhalten.  154  verzeigen, 
mhd.  verzlhen  verzichten.  162  ift  nicht  ir  mut  fteht  nicht  ihr 
Sinn.         166  decklach  Bettdecke. 

Die  langen  Zeilen  in  denen  4a8  ganze  Stück  abgefaßt  ift  mag  man 
zu  den  ähnlichen  des  Gedichtes  vom  Leiden  der  heiigen  Machabäer  hal- 
ten das  ich  in  meinen  niederrheinifchen  Gedichten  S.  361  fgg.  mitgeteilt 
habe.  Wild  wie  der  Versbau  find  auch  die  Reime,  fo  beftrickt: 
unterdrückt  7,  fon  :  Rom  5,  liebe  :  dieben  33,  erlofen  : 
bofe  175,  geberde  :  erden  103,  beweren  :  erden  125,  we- 
fen  :  fchweben  97,  vergangen  :  underftanden  47,  crenze  : 
leute  167,  ungeftraft  :  decklach  165,  bettelftabs  :  bapft 
163,  Machomet  :  erhebt  111,  David  :  ernftlich  69,  bat  : 
art  63,  warhoit  :  gel ft  177  und  am  aller  ungenauften  keufen  : 
fchatzen  119. 

Der  YerfaBer  ift  unbekannt.  Was  feine  Heimat  anlangt,  fo  läßt 
auch  diefe  ßch  nicht  genau  beftimmen.  Niederdeutfche  Einflüfie  zeigen 
zern  (zähren)  im  Reime  auf  gefern  25,  und  außer  dem  Reime  ab  für 
ob  wenn  48,  fal  für  fol  108,  irgent  145  und  die  Endung  is,  fo- 
wol  die  genitivifche  geldis  139,  gutis  und  geldis  149,  gotis  140. 
146.  147  als  die  adjectivifche  in  gutis  (accuf.)  176,  femer  der  mehr- 
fache Mangel  des  Umlauts,  fo  wie  i  für  ie,  o  für  u,  u  für  uo;  ob  auch 
nört  99  und  nor  161  laße  ich  dahin  geftellt. 

Anhaltpunkte  für  die  Beftimmung  der  Abfaßungszeit  gewährt  das 
Gedicht  nicht:  höchft  wahrfcheinlich  ftammt  es  aus  dem  Anfang^  der 
Reformationszeit. 


181 


n. 

Alte  Flugfchrift,  4  Bll.  in  4,  ohne  Ort  und  Jahr.  Auf  der  Titel- 
feite  Hebt 

Der  Cnrtifan  vnnd  pfrifndenfreffer 
Würde  ich  billich  genannt 

Hie  würdt  mein  Bftberey  bekant 
Dem  Banren  vnd  gemainem  man 
Ich  rieff  vnd  fchrey  On  abelan 
Z&m  Adel  vnd  aller  Oberkayt 

Befich  mich  da  findeft  guten  befchayd. 
Daronter  ein  großer  Holzfchnitt  Ein  Pfaffe  fitzt  auf  einer  Bank 
einer  Kirche  gegenüber:  ein  in  der  Luft  fchwebender  Teufel  bat  ihm  die 
abgebrochene  Tfaurmfpitze  in  den  Mnnd  gefteckt,  ein  anderer  Teufel  in 
der  Luft  xeigi  in  jeder  Hand  eine  Tafel  auf  der  zwei  Schlüßel  Heb  kreu- 
xen.  Daa  Gedicht  beginnt  auf  der  RUckfeite  des  erften  Blattes  und  geht 
bis  gegen  Ende  der  vordem  Seite  des  letzten.  Am  Schluße  fteht  AMEN. 
IHe  letzte  Seite  ifl  leer.  Jede  Seite  hat  36  Zeilen.  Am  Bande  kurze 
Inhaltsangaben  nnd  Gloflen. 

Der  alte  Druck  gibt  Zeile  1  Kempt.         frümen.         3  ftaül. 
creotz.       hat.         4  todt         6  ynfer  find.         gethon.         6  vcr- 
ftonn.         7  das  folliche  g&tth&t         vergeffen.         8  bfeffen. 

9  bawen.  10  Auff.         yertrawen.  11   gef&tzt.  12 

gfcbw&tzt.  Z.  12—16  am  Bande  Ain  hibft  deckmentlin  des 
lofelifch«  betrngcks.  17  KoüEen.  gefeyt.  19  allain. 
20  trey.  24  Ine.  25  verniegen.  Z.  23—25  am  Rande  An 
^i«  wcde  Tfi  6lleg6tzen.  27  vergeffen  :  geweffen:  31 
feindt  groffe.  32  band.  gott  33  als,  und  fo  im  Text 
Tom  zQ  tetxen,  wo  durch  Druckfehler  all  (teht.        ft6tt.        36  vatter. 

37  ains.  foll.  38  vnnd.  geltt.  39  gott  Z.  38—40 
am  Rande  Gemain  gebet  das  beft  gebet.  41  aines.  42  ge- 
fäts.        Z.  43  fgg.  am  Rande  Codex  Lodex  Decretal.         46  leer* 

zall.         47  fall.         50   voll.         51   landt.         layder  woll. 

52  vnnd.         53  pfar.     So  auch  vom  in   den  Text  zu   fetzen  für 
pfat        Am  Rande  So  wol  thfit  mftffig   gan.         55   trewen. 
baan.         56  Das.         57  liiftiglich.        65  am  Rande  Haiffen  do- 
lores Bnllati.         67  wendt.         70  verbieten.    Am  Rande  Merck 
irl  groffen  geyd.         75  halB  h5ren.         76  fr6n.        79   fy. 
H)  am  Rande  Ain  erlich  banßgefind.         83  kinden.         86  hail* 

87  fayl.  89   wend.         91    diO   ßc.         94   gfttt   :  mfttt. 

'•^5  wurt  erfilt.  97  mee.         99  ir   fyn.         102    am   Rande   Sind 


182 

gemal  Scotiften.         104   das.  107    kinden.         109   laaffcn. 

110    verkaaffeu.  Am   Bande    Nit   vmb   fünft.  112    am 

Rande  Baur  gib  gelt         113  leyt.         114  Nimpta.         die   faeyt. 

115  hon  :  gon.  117  ietzt.  Vorn  im  Texte  (tobt  iez,  be^er 
fchreibe   man   iezt.         hern   in.         119   3ffiffen.  kleigen« 

122    ftetten.         124  b dir.     So    vorn   im  Texte    zu   fcbreiben  für   den 
Druckfehler  hftt.        treydt.        Am   Rande  fteht  Mfi6  auch  gen  ad 
fraw  baiffen.         128   daruon.         129  zA.         131   öberkait 
132    Das.  133   fch&tz.         beyftäd.  134  Anff  das.         185 

laffen  anß  gon.  136  kind.  138  Vn3.  140  zum.  Im  Texte 
fleht  zfim,  was  nicht  notwendig  lA.  142  ba wer.  nim.  Am 
Rande  Klagt  der  banr  auch  etwan  zft  Rom  efel  treyber  ge- 
weffen.  144  blawe.  146  me  ßc.  147  ftatt.  148  ewe- 
ren  g.  habt.  150  Fürter  lont.  gon.  151  kynde.  ver- 
fton.  153  gefeut  ßc.  154  gepranch.  155  erbern  ßc. 
156  Das.  157  Vnnd  kindt.  158  meeren.  159  herdt. 
160  werdt.  161  leer.  162  meer.  163  vneelichem  ftadt. 
164  vermalideyet.  165  deyten.  167  ftadt.  Am  Rande 
Schandt  wil  mit  gewalt  Eer  fein.  173  londs.  174  bant 
fic.  175     feint  ßc.  176    ewern   eydt.  182    Werd. 

verdampnis  ßc.  184  erwachffen.  185  fg.  am  Bande  Ach 
nos  fnmns  exempti.        186  Londt.        187  tbonßc.        190  Lond. 

ewere  freindt.  191  feint  ßc.  Am  Rande  Wir  fint  Geift- 
lieb  leüte.         192  Londs.         193  Anff  dss  ßc.  Dnickf.    für  das. 

yergoffen.  197  armen  leit.  200  der  armer  leit.  Im 
Texte  armen.  Möglich,  daß  es  im  alten  Dracke  ein  Dmckfehler  ift, 
da  Z.  197  armen  iteht:    indes  gienge  die  (larko  Dedination  immer  an. 

203  feint  ßc.  205  feindt         Am  Rande    Ir  frnme  Tefit- 

fchen.  209  am  Rande  Die  zeit  ift  knrtz.  Unter  der  letzten 
Zeile  fteht    AMEN. 

Zelle  2  feim  feinem.        11  die  habent  zu  ergänzen  aus  Z.  9. 
12  menfchen  dicht  Erdichtungen  der  Menfchen.         17  gefeit  feit 
bette.         25  vernftgen   Genüge  tliun.         29   befelch  Conj.  Pnef. 
befehle.         30  die  auf  feie  bezogen.         36  lernt  für  lert  wie   auch 
45  gelernt  für  g eiert.  40   clärlich   mit  Klarheit,   deutlich. 

45  widerfpil  das  Gegentheil.  49  erzelen  gar  vollftändig  aufzah- 
len. 53  Kein  pfar  (nicht  pfat)  keine  Pfarre,  Pfarrei.  54  als 
alles.  67  er  wendet  zwar  einen  Namen  vor  feine  Weihe  und  prierter- 
liehe  Stellung,  d.  h.  er  nennt  ßch  zwar  Scelenhirt,  tliut  aber  nichts  fürs 
Weiden   feiner   übernommenen   Hcerden.  70   verhüten    fein   hcrt 

(d.  i.  her  de)  feine  Hcerdo   durch  Hüten  bewahren.         74  fg.   mir   un- 


183 

vcrftüadlich.  83  gprempleu  Handel  treiben,  trödeln.  Frifch  ^  ,  376. 
HtAlder  1,  470.  Schtteller  2,  110;  pfründen  gremplen  (vgl.  oren 
grempeln)  mit  Pfründen  Handel  treiben,  Simonie  treiben.  Grempler 
ia  Trödler,  grempel markt  Trödelmarkt.  89  fie  went  Ho  wollen, 
zur.  geC  ans  wellent.         93    ir  feien   b.  ibrer  Seelen  H.  95   ir 

m&t  ihr  Verlangen;  He  worden  nie  fatt.  97  niemanta  unorg.  Form 
fiir  nie  man  niemand.  102  der  nit  kan^der  ßch  auf  folche  Dinge 
nicht  verfteht  und  daher  nichts  hat^  104  fg.  der  firoh  ift  daß  er  nur 
eine  ßchere  StStte,  ein  Obdach  hat,  wo  er  bleiben  kann.  109  eim 
d.  i.  einem.  llf  felbfich  ill  wol  das  Buch,  in  das  fromme  Stiftun- 
gen, legata  pro  remedio  animie,  eingetragen  werden*  Vgl.  Schmeller  3, 
327.         113  einen  fchetsen  ihm   das  Qeld  abnehmen«  119  fprü 

mhd.  fprin  tL  n.  Spreu,  Plur.  fprUwer  fpreuwer  fprü  wem  fprü- 
ern  fprüren.  Unfer  Femininum  ift  erfk  aus  dem  Plural  entftanden. 
kl  ige  fehw.  Fem.  Kleie.  128  die  fchauben  oine  Art  Über- 
kleid der  Mannsperfonen ,  befonders  ein  Talar  oder  auch  ein  mit  Rauch- 
werk gefutterter  und  verbrämter  Kaftan,  Schmeller  3,  306.  124  hfir 
(nicht  hdt  wie  vom  durch  Druckfehler  fteht)  Hure.  136  die  mau 
die   Milnner.  144    blaue    enten    Ocgenfats    zur    emften   Wahrheit, 

(fiehe  den  folg.  Vers)  alfo^lQgenhaftes,- fcherzhaftes  Geredey  Blau  auch 
fonft  filinlich  gebraucht  z.  B.  einem  etwas  Blaues  vormachen,  ihm 
etwas  Torliigen.  147  ir  fitzen  d.  i.  ir  fitzent  ihr  ßtzt  149 
weren  ftrafen  für  werdcnt  ftr.  werdet  ftr.  ftrafl.  155  erbern 
ehibaren,  Sit.  Spr.  ßrbsBren.  159  Wo  ihr  das  zu  Wege  bringt,  daG 
eine  jede  Heerde  etc.  \li^\%  ir  thon  d.  i.  alles  ir  thun  ihr 
gtase«  Thun  und  Treiben.  172  fton  für  ftan  ftehn.  173  lonts 
d.  L  \kik%  es  ladt  es.  183  greifens  d.  i.  greifent  es  greift  es. 
184  erwach fen  gerathen,  kommen.  Die  Sache  ift  jetzt  an  euch 
gekommen,  fo  daß  ihr  ße  in  die  Hand  nehmen  mtißt.  Schmeller  4,  13 
fg.  189  gewanheit  Qewohnheit.  192  waffen  fSr  wachfen  : 
lafit  es   nicht  an   den  gro6en  Haufen  kommen  1     Vgl.   Z.   184.  194 

etwan  mitunter.  195  es  deucht.  Die  Form  deucht  für  dunkt 
oder  dfinkt  ift  durchaus  fchlecht  und  falfch,  Rq  ift  aus  dem  Präteritum 
nrit  niMM^ganifchem  Umlaute  geworden.  Von  Rechts  wegen  foU  man  immer 
fKgea  im  Frafens  mich  d&nkt,  und  im  Präteritum  wenigftens  mich 
däuchte,  wenn  man  das  eigentlich  richtige  dauchte  nicht  mehr  durch- 
bringen kann;  däuchte  ift  ftreng  genommen  nur  richtig  für  den  Cou- 
jonctiv  des  Präteriti.  197  Ifit  für  lüte  Leuto.  200  erbarmen 
d.  i.  erbarment  erbarmet;  fo  auch  greifens  greifts  in  Z.  205,  bit- 
ten bittet  208. 


184 

An  fprachlichen  Eigentümlichkeiteii  bemerke  man  fal  (:  cal)  47, 
för  (:  Eogehor)  67,  w äffen  (waohfen)  :  yergoflen  192.  Ferner  I  noch 
nicht  in  ei  verändert  in  kllgen  (:  ligen)  119  und  ü  für  eu  in  lut 
(:nit)  196;  A  rein  geblieben  in  hat  (zreferrat)  91  und  (:flat)  164,  aber 
sn  ö  getrübt  in  hot  (:  tot)  8,  ftot  (:  got)  32,  fton  (:  thon)  121,  171. 
Ungenane  Beime:  Ittt  :  nit  196,  frei  :  tren  19,  seit  :  leut  200, 
vernfiegen  :  betriegen  25,  vergoBen  :  waffen  192,  ver- 
geben :  gewefen  27;  nmbher  :  Kummer  111  ift  wol  durch  die 
Schreibung  ummer  ins  Gleiche  an  bringen.  Über  fie  went  89  f  aum 
nftchiten  Stücke.  Der  Yerebau  des  Gedichtes  ift  nicht  (treng.  Drei 
Zeilen  durch  den  Beim  gebunden  29  fgg.  102  tgg,  147  %g.  152  fgg. 
171  fgg.  208  fgg.    Heimat:  die  Schweia. 

Über  Wefen  und  Treiben  der  Curtifanen  wollen  wir  noch  Nao- 
georgs  Schilderung  anführen  im  Begnum  papifticum  lib.  2.  Ausg. 
von  1559  S.  56  fgg. 

Bit  genus  invifum  quoque,  quos  ego  curtifanos 
accipio  dici.    hi  oontemptis  ante  magiftris 
Improbitate  oita  et  fortaCfe  parente  relicta, 
Bomam  perveniunt  inopes  lacerique  mifelle 
atque  inibi  Xtabulis  irrepunt  forte  jnbente 
cardinei  coetus  ci^usdam  aut  prefuUs  alti, 
etjus  eqnos  ftndiofe  et  longo  tempore  mulos 
curant,  interea  victn  ufi  pene  canino, 
polt  annos  donec  multos  durosque  labores 
mercedem  domini  tandem  illis  reddere  fed  non 
de  proprio  ftatuunt  aliquam  (nam  tota  papalis 
curia  gratnitos  üamulos  amat  adque  tenendum 
promptior  ao  dandum  ett  et  luxu  mille  dncatos 
profufos  nauci  facit  :  at  jam  frigore  pene 
contracto  tunicam  famulo  vel  reddere  benam, 
Jactnram  cenfet  :  tanta  eil  dilectio  Bomaa) ,  — 
presbyieros  eigo  ftununt  de  more  creari, 
inftmctosque  dolis  pariterqne  diplomate  mittnnt 
in  patriam,  qui  ubicunque  vacantes  menfe  papali 
pingues  aocipiunt  pnebendas.    porro  fagaces 
hie  i^t  mirifice.    band  projecta  cadavera  vultur 
tarn  cito  odoratur,    non  tarn  cito  tranfilit  ignis 
ad  napbtham,  aut  confpecta  volncres  noctiia  cogit, 
mox  adfunt  menfemque  allegant  jure  papalem 
atquo  animo  tumido  coUata  diplomata  jactant. 


185 

contradicenti  lites  et  ac«rba  nuDantur 
jadicia  idqne  foro  in  proprio  Bomseqae,  abi  rnnltum 
jnsque  papale  yalet  patroniqne  optima  magni 
gratia.    qiiia  Utes  qnaerat  Tel  danma  libenter? 
qnifl  ftiper  ineertia  Bomam  petat  atqno  diploma 
▼ineat  mimeribiis  ?  (fiqnidem  nil  jure  teneri 
pofTe  liqnet)  —  nimia  hoc  animofi  et  divitU  effet. 
eoUator  Itapet  et  tacite  indigoator,  ab  iUia 
jnia  loa  infnngi*    cedant  doctiqae  boniqae 
talibuB  et  Romas  nolmat  contendere  monlbris. 
non  fönt  coateati  tarnen  ona ,  divite  quamvis : 
invadont  aliaa  fimili  qnoqne  fraude  modoqne 
tarn  pro  fe  quam  pro  cuictamm  antore  patrono, 
ut  fefe  exbibeant  gratos.    ipfiqne  patroni 
hujvtB  gratia  habent  omni  in  regione  clientea, 
nt  fibi  pnebendaa  aliquot  venentnr  opimas. 
nonnnllia  etenim  hinc  cenfoa  fuppletor  et  arca. 
at  cnrtiliMii  refident  cnramqne  locomm 
ftiacipiant  interdam ,  interdnmqne  hisce  relictia 
atqae  fibi  paeto  verfate  abfentibns  auro 
ad  majora  parant  fefe  Bomamqae  recnrrant, 
in  menfesqne  alios  renovata  diplomata  captant. 
interdam  vero  fibi  nil  pro  jure  refervant, 
omnia  fed  rendant  tacite ,   non  inde  Simonis 
horrentea  crimen,    nee  enim  illi  jura  neo  ulloe 
mortales  metamit,  vemm  metanntnr  ab  omni. 
Rom»  dantazat  crednnt  repntantqne  timendos 
elTe  homines,  nbi  cen  propria  verfantmr  harena. 
fönt  qni  pr»bendaa  alia  miraque  prehendant 
arte,    diplomatibns  fomptia  et  menfe  notato 
immatant  habitam,  mendicos  mricolasqae 
aflironlaat ,  donec  pateat  tempUve  domuave 
janna  pnebendie.    mos  (timma  altaria  fcandunt 
omnibna  attonitia,  qiuenam  fint  monftra  fiitara. 
atqne  alii  fiont  fabito  dicuntqae  papali 
fe  jmre  illios  templi  coetusque  yel  wrm 
nactos  prsBbendaa ,  feque  omnis  velle  rogatoa 
tarn  collatorem  quam  alios,  ne  forte  refiftant 
commacnlentqne  manna  temere  Romamqne  citentar, 
nam  fe  Teile  tenere  manu  qumounque  papalis 
conceffit  fedes.     quid  mnlta?  hoc  nomine  cunctos 
deterrent     cedit  collator,  cedit  et  ille 


186 

cui  fpcm  collator  fecit  vel  coniulit  aute. 
RomoniB  horrori  cunctis  fönt  nomina  fedis. 
longinqnas  metonnt  litea  noluntqae  citari 
cumqae  viris  nihili  paiiterque  aadacibus  horas 
conterere  et  nnmmos.    fio  ingrediontar  et  ledes 
taiiqaam  jure  fuo  mandantqae  excedere ,  ß  qni 
incoluere  prins,  claves  rapiantqae  tenentqne. 
adjuyat  andaces  xnifro  fortnna  padore. 
ta  fortaffe  pntas  doctos  rebtuqae  pneelTe 
legitime  poffe  et  maltnm  pollere  docendo, 
Qt  non  magna  ferant  ignotie  incommoda  plcbi. 
crras:  funt  paaci  docti,  pars  maxima  prima 
vix  elementa  tenet,  nempe  ut  qnae  napcr  equilo 
deferoit  nulUsque  nnqnam  eft  detrita  paleltris 
grammatici  coetus.     nonnalli  idiomata  lingue 
illius  ignorant  popali  qaoque ,  ut  omnibiu  inde 
fint  odio  merito  Romanasqae  infaper  artes 
dcvoveant  omnes  ,  pneri  juvcnesqne  fenesqnc 
ut  qnie  perturbent  divexentqne  omnia  paHim. 

Buroard  Waldis  iiberfetzt  dies  in  feiner  Verdeutfchung  des  Rcg- 
nuui  papidicum  fo,  ßehe  daf.  2  Buch  5  Cap.  *) 

Die  glidcr  in  des  babftes  reich 

Sein  nit  in  iren  ämbtem  gleich. 

Etlich  die  heißen  curtifanen, 

Das  fein  gar  wunderfeltfam  hauen. 

Die  fein  zum  erften  jung  gefelleii, 

Die  aller  büberei  nach  ftellen. 

Bald  fie  kummen  zu  achtzehn  jorn. 

Entlaufen  iren  preceptom, 

Ir  frume  eitern  übergeben, 

Daß  ungeftraft  frei  mügen  leben, 

Kummen  gen  Rom  bloß  arm  und  nackct. 

Dennoch  ir  keinr  im  weinberg  hacket, 

Ligen  bcin  maulen  in  den  [teilen, 


*)  Der  volIftJindige  Titol  lautet  i  Das  PapftiTch  Reych.  Ift  oin  Bach  \MÜg  %n 
Icfon  allen  fo  die  warholt  lieb  haben  |  Darin  der  Babst  mit  feinen  gelidom  |  leben  | 
glauben  |  Gottsdlcnft  |  gebrellchcn  rnd  Ccrimonlen  |  fo  vil  muglich  |  warhaflUg  vnd 
auffs  kUrzefle  bofchrlcben  |  gctheilt  in  vier  Burher  )  Durch  Thomam  Rlrehmair  1555. 
Die  Vorrede  ift  mit  Burcardun  Waldis  unterxelcfanet  und  trügt  das  Datum  I.Juli  1554. 


187 

Den  groBen  herren  dienen  wollen. 
Wo  fie  da  in  die  knntfeluift  knmmen, 
Werdens  sn  dienen  angenommen. 
Da  m&Bena  roia  nnd  maulen  wifchen. 
Was  ahfelt  von  der  herren  tifchen, 
Damit  gefpeifet  wird  der  hnnd, 
Be6er  kombts  nit  vor  Iren  mnnd. 
Wann  di6  yU  jar  na  hat  gewert^ 
Der  lange  dienft  fie  dann  befchwert^ 
Vom  eardinal  furdem  den  Ion, 
Bit  in  einr  fnpplication, 
Da6  er  in  gnaden  fein  gedenk. 
Dann  gibt  er  im  ein  romfch  gefchenk. 
Doch  nit  vom  feinen  ers  im  gibt. 
Dann  er  fo  Ter  den  pfennig  liebt, 
Tanfent  dncaten  fchlüg  in  bock. 
Dann  dafi  erm  diener  geh  ein  rock. 
So  ghortB  auch  loa  papiftifch  leben, 
Lieber  m  nemen  dann  sn  geben. 
Dermaßen  fein  fie  alle  firom: 
Daa  iA  die  chriftlich  lieb  eu  Rom. 
Dann  vordert  em  mit  allem  yleiß, 
Daß  er  recht  nach  römifcher  weis 
Befchoren  werd  nnd  wol  gefchmert: 
Schadt  nit,  ob  er  ift  nngelert, 
Wann  er  nach  irer  weis  ift  klag 
Anf  finanzen  liA  nnd  betrag. 
Dnrch  ballen  gibt  er  im  gewalt, 
An&  befl  gefpickt  anch  der  geftalt 
Naa6  sieben  in  fein  vaterlant 
Da  er  am  heften  ifb  bekant 
Was  da  ins  bablles  mond  gefeit. 
Dem  felben  er  von  ftnnd  nach  ftelt. 
Die  feiften  nnd  bellen  prebenden 
Bekreißt  rerbeats  an  allen  enden. 
Anf  folche  fach  fein  Re  fo  witzig, 
Gleich  einer  fcbarpfen  nadel  fpitzig. 
Wie  einem  as  nachfucht  der  geir 
Und  wie  der  fchwam  empfecht  das  fcur, 
So  bald  findens  Heb  auch  dahin 
Anf  iren  vorteil  nnts  nnd  gwin. 
Des  babftes  mond  gar  bald  einfüren, 


188 

Ir  privilegi  allegieren, 

Aufmutzen  im  römifchen  gwalt, 

Trntsen  auf  bullen  aller  gftalt. 

Wo  in  dann  iemand  wider  ficht, 

Dem  dranens  mit  römifchem  grivlit, 

Berufen  fich  auf  ir  patron, 

Von  den  He  folcho  bullen  hon. 

Dafür  erfchrickt  dann  iederman: 

Niemand  hebt  gern  ein  hader  an. 

Wer  wil  (ich  zRom  gern  underfangen 

Ein  ungewiffes  zu  erlangen? 

Wo  bringt  einr  fo  vil  gelte  zu  wegen, 

Die  römfchen  bullen  zu  erlegen? 

Du  dorftcft  wol  glucks  und  vil  rechts. 

Wann  dgleich  ein  fack  mit  krönen  brechts, 

Wann  auch  bei  dir  (tund  dein  collator, 

Steh  (ich  wie  ein  treu  procurator: 

Wann  er  des  Ions  nit  mit  geneußt, 

Dennoch  in  diO  gar  hart  verdreu6t, 

Daß  er  von  väterlicher  gab 

So  fchendlich  wird  getriben  ab. 

Mäßen  beid  frumme  und  die  roichen 

Der  heiigen  römfchen  bullen  weichen. 

Wer  wollt  mit  folchen  buhen  fechten 

Vomemlich  an  dem  römfchen  rechten? 

Doch  gnfigt  in  nit  an  einr  prebenden : 

Sie  fifchen  auch  an  andern  enden 

Mit  gleicher  maß  und  triegerei, 

Zurlangen  gleicher  pfriinden  drei. 

Und  das  nit  gar  alein  vor  Heb, 

Sondern  (wie  man  berichtet  mich) 

Dankbar  zu  fein  mit  reichen  gaben 

Denen  die  in  geholfen  haben. 

Drumb  He  wie  die  rechten  anwaltcn 

In  andern  landen  diener  halten, 

Daß  Rq  prebenden  zfamen  tragen 

Und  was  los  wird,  irm  herm  nnfngcn. 

Daß  He  auch  keinen  fchaden  hnn, 

Kriegen  ofb  ein  gut  ftück  davan. 

Der  curtifan  nach  feiner  witz 

Wolet  im  felb  ein  guten  fitz. 

Da  er  fein  nutz  in  feekel  fchafit. 


189 

Wann  ers  hat  alls  znfamn  gerafft, 
Schickt  (ich  widenunb  noch  Rom  slauft'ii, 
Her  und  beßer  bullen  zu  kaufen, 
Die  helt  drei  feilt  canonicat, 
Ein  abtei  und  epifcopat. 
Mit  den  erften  die  weil  hantieren, 
Verkaufen,  heimlich  refignieren  — 
Di6  alla  leßt  in  der  babft  felb  frei. 
Sunlt  iftB  ein  fiind,  heiOt  fimonei. 
Doch  forchtens  fich  für  keiner  fünd  : 
Sie  fein  alein  die  gottos  fründ, 
Verachten  all  menfchen  gemein, 
Weil  He  alln  lenten  forchtfam  fein. 
Alein  zu  Rom  mü^en  He  forcbten 
Da6  He  irm  oberberm  gehorchten, 
Weil  He  da  felb  aleine  hon 
Alln  gwalt  und  juriadiction. 
Etlich  bringen  au  Iren  henden 
Gar  wunderlich  die  feift  prebende%. 
Sie  hau  acht  auf  des  babftes  mond, 
Ir  bullen  auch  zun  banden  houd, 
VerSndem  ir  gewonlich  kleit, 
Kommen  wie  bäum  und  betlerslent, 
Bi^  Re  die  tür  fehen  ftehn  offen 
Der  prebenden  darauf  fie  hoffen 
Und  fteigena  au£i  hohe  altar. 
Das  Yolk  erfchreckt,  dunkta  wunderbar 
Daß  fo  ein  gringer  man  her  kilmbt, 
So  hohen  gwalta  lieh  undemimbt. 
Denken,  was  wird  da  folgen  noch. 
Dann  Iteht  der  auf  dem  altar  hoch, 
Winkt  mit  der  haud ,  thut  auf  fein  mund, 
Spricht  '  lieben  leut,  dlß  fei  euch  kund! 
Zu  Rom  von«  babftea  heiligkeit 
Ift  mir  verbrieft  und  zugefeit, 
Daß  ich  auf  difem  fron  altar 
Sol  priefter  fein  und  pfarrherr  gar. 
Hie  ift  die  bull  und  YoUer  gwalt. 
Dmmb  bit  ich  euch  beid  jung  und  alt, 
Auch  die  lehnherren  und  patronen, 
Ir  wolt  eur  und  der  enm  yerfchonen 
Und  gebt  all  euren  wiln  dazn, 


190 

Weil  icha  nit  anß  nratwillen  thu, 

Kein  unlaft  wider  mich  wolt  regren, 

Fräflich  oar  hend  an  mich  sn  legen, 

DaO  ir  nit  werdt  gen  Rom  citiert 

Und  in  groß  koft  and  fchaden  gfUrt. 

Dann  ich  dem  babft  gefchwom  und  globt, 

DaO  alls  womit  er  mich  begobt 

Wil  ich  verfechten  aller  maßen, 

Solt  ich  drob  leib  und  leben  laßen. 

Ja  was  fol  einr  dasu  vxl  Tagen? 

Sie  werden  all  fttm  köpf  gefchlagen. 

Er  tlmts  zu  folcher  forcht  bewegen, 

Ir  keiner  darf  ein  finger  regen. 

Der  lehnherr  fohweigt,  fo  fchweigt  auch  der 

Dem  der  lehnherr  auch  lengft  vorher 

Belehnt  damit  odr  soTag  than 

Daß  er  die  felbig  pfarr  folt  han. 

Dann  wer  den  römfchen  namen  hört, 

Furcht  fich',  erfchrickt  und  gar  verfert. 

Sie  laßen  fleh  nit  gern  dtieren 

Und  fchendlich  bei  der  nafen  füren 

Von  folchen  leuten  los  nnd  nichtig 

Die  nur  alein  cum  hader  tüchtig. 

Wer  wolt  fein  gelt  mit  den  yerkriegen 

Die  nichts  können  dann  liegen  triegen, 

Mit  folcher  weis  die  leute  zwingen, 

Sich  in  die  felben  guter  dringen 

Als  hettens  götlich  recht  dazu, 

Gebieten  bald  das  in  oim  nu 

Die  vor  drin  wonen  auß  zu  ziehen, 

Wöln  He  dem  fchweren  bann  empfliehen : 

Von  ftnnd  die  fchlüßel  zu  fleh  nemen. 

In  hilft  das  glück,  weils  floh  nit  fchemen. 

Du  meinft  villeicht,  ir  große  kunft 

Hab  in  erlangt  beim  babft  die  gunft 

Daß  man  fo  vil  von  in  muft  halten, 

Kunten  das  ambt  recht  wol  verwalten, 

Mit  leren  und  mit  gutem  leben 

Frucht  fchaffen,  gut  exempel  geben; 

Auch  was  von  vem  pflegt  her  zu  kummen 

Des  meint  man  zhaben  großen  frummen. 

Pas  feit  gar  weit     fein  nit  gelert, 


191 

Nit  Til  latin  man  von  in  hört. 
EÜich  fein  wol  gelert  fo  tief, 
Sie  lefen  kanm  ein  tentfchen  brief, 
Als  die  zn  Rom  die  manlen  ^ribcn 
Und  mit  dem  (trigel  lang  gefchribcn. 
Den  Donat  han  He  einft  gelefen : 
Das  ifb  ir  gröft  ftndiom  gewefen. 
Und  noch  die  fprach  erft  lernen  follen 
Der  lent  bei  den  fie  wonen  wollen: 
Nor  daß  He  fein  toI  römfcher  tUck, 
Yol  bfiberei  nnd  fchelmen  ftfick« 
Derhalb  die  lent  fie  billich  haßon 
Und  hin  zum  teufel  faren  laljen. 
Dmmb  warn  ich  hiemit  jung  und  alten, 
Sie  wöllens  nimer  mit  in  halten, 
Dieweil  ir  keiner  nichts  mer  kan 
Und  anderft  nit  gelemet  han 
Dann  fchand  nnd  fchaden  richten  an. 

Interefliuit  ilt  femer  eine  hieher  einfchlügige  Fabel  von  Bnrcar- 
dns  Waldis  aus  dem  4.  Buche  feines  Efop  Nr.  83.  Wir  nehmen 
keinen  Anfland,  He  ans  dem  jetzt  fo  feltenen  Werke  aber  in  geregelter 
Schreibung  mitzuteilen.     Sie  lautet: 

Von  einem  curtifan. 
Vor  zelten  in  den  alten  jam 
Da  die  leut  gnr  vil  frömmer  warn 
Denn  iezt  in  difer  böfen  zeit, 
Da  der  fathan  verböft  die  lent, 
Da  warn  die  welch  man  geiftlich  nnnt, 
Nit  fo  wie  iezt  der  weit  bekant. 
Im  titel  da  mit  eren  fürten, 
Mit  guter  1er  und  leben  zierten, 
Warn  nit  fo  auf  den  geiz  gericht 
Wie  man  iezt  von  in  allen  ficht, 
Warten  der  fchrift  in  rechtr  einfalt. 
Retten  ein  gringen  aufenthalt, 
Warn  holzen  kelch  nnd  gülden  pfaffen, 
Die  man  nit  tadlen  kunt  noch  (trafen. 
Iezt  aber  habens  kelch  von  golt 
Und  fein  dem  geiz  dameben  holt. 
Und  fein  die  pfaffen  iezt  gar  hülzen 


192 

Und  gar  vil  grober  denn  der  riilzen. 
Zur  felbcn  zeit  (wie  iezt  gefagt) 
Wart  nit  fo  nach  dem  gelt  gefragt. 
Den  wacher  nantens  (imonei, 
War  nit  wie  iezt  gelaßen  frei. 
Iezt  aber  weil«  der  babft  thut  felb, 
Gibt  er  zu  irer  azt  ein  helb. 
Und  wo  der  apt  le|}t  wSHel  walten, 
Mögn  die  brüder  wol  fchanzen  halten. 
Solch«  treiben  ße  gar  nnverfchampt 
Und  bans  doch  in  irm  recht  verdampf, 
Vor  ßmonei  nnd  wncher  gfcholten. 
Ja  wenn  win  ieznnd  rechnen  weiten, 
So  hat  der  bapft  vil  gröOem  hon 
Und  mer  fchadens  der  weit  gethon 
Denn  der  Simon  fo  Troia  zltört 
Und  den  welchen  Sanct  Peter  rQrt, 
Dem  er  des  heiigen  geiltes  gab 
Mit  großem  gelt  wolt  kaufen  ab. 
Ja  wenn  mans  acht  nnd  recht  bedenkt, 
So  ficht  man  daß  ers  keinem  fchenkt. 
Wer  ein  officium  wil  haben, 
Der  muO  mit  gelt  und  großen  gaben 
Erlangen:  fonft  gewinnt  er  nit. 
Wie  man  zu  Rom  offenlich  fiht. 
Ja  warum  folt  ers  nit  verkaufen. 
Weil  die  lent  teglich  darnach  laufen 
Und  er  auch  felber  fein  papat 
Vergebens  und  umbfünft  nit  hat? 
Drumb  in  das  gbot  gar  nit  anficht, 
Das  duirkus  zu  fein  Jüngern  fpricht 
'Weil  ira  umbfunft  entpfangen  haben, 
Solt  ir  dafor  begem  kein  gaben.' 
Koft  in  vil  giilden  nnd  vil  krönen : 
Warumb  folts  nit  der  arbeit  Ionen? 
Vil  bifchtnmb  muß  drumb  geben  hin. 
Die  im  fonft  trügen  guten  gwin, 
Den  cardinaln  gut  feifl  probenden. 
Die  reichen  klofter  in  commenden. 
Drum  hat  er  im  auch  oingeleibt 
(Wie  er  in  feinen  rechten  fchreibt) 
All  bifchtnmb  ftift  und  gute  pfriind 


193 

Die  er  verkauft  on  alle  fimd. 

Wers  nit  mit  gelt  und  bei  im  facht, 

Der  hats  dolofe  nnd  ift  verflacht. 

Doch  werden  Re  damit  getröft. 

Er  nimpt  das  klein,  lefit  in  das  gröft. 

Drumb  ift  in  folchs  ie  wol  zn  raten, 

Wo  man  mit  einem  kleinen  braten 

Ein  feiten  fpecks  mag  werfen  ab, 

Ift  warlich  nit  ein  gringe  gab. 

Und  ift  ein  grofch  wol  aufi  zn  geben, 

Der  eim  ein  gülden  mag  erheben. 

So  halt  ein  pfriint  erft  ledig  ftirbt, 

Der  denn  balt  kampt,  die  felben  erbt, 

Wie  in  der  mfiln  der  erft  kompt ,  malt : 

Doeh  dringt  vor  all  des  ^elts  gewalt. 

So  hat  fichs  aach  bei  meinem  leben 
Mit  einem  curtifan  begeben. 
Da  war  ein  feifte  tamberei 
Im  ftift  zu  WQrzburg  worden  frei : 
Macht  er  (ich  auf  zun  felben  zeiten 
Mit  großer  eil  nach  Born  zu  reiten. 
Wie  er  kam  an  des  Teutfohlands  end 
Ins  Welfchlant  da  das  gbirge  wendt, 
Wart  im  fein  pfert  gar  heftig  hinken, 
Vor  onmacht  gunt  zur  erden  linken. 
Er  dacht  'zu  fuß  kanftu  nit  laufen,' 
Forfcht  ob  er  fOnd  ein  pfert  zn  kaufen, 
Gedacht  'wirft  den  termin  verfenmen, 
So  wird  ein  ander  vor  dir  fcheumen.' 
Kam  zn  eim  wirt  ,  der  het  ein  pfert, 
Das  lobt  er  teor  und  hielts  gar  wert, 
Doch  wars  ein  fchelm  in  feiner  haut. 
Der  curtifan  fein  werten  traut, 
Nams  hin  und  zeit  dem  wirt  das  gelt, 
Sattelts  und  wolt  damit  ins  velt. 
Der  wirt  fprach  'er  ift  refch  und  geil, 
Nur  daB  er  hat  ein  kleinen  feil : 
Im  anfang  ift  er  treg  im  gang. 
Dasfelbig  wert  aber  nit  lang: 
Wo  im  nur  reiten  daß  er  fchwizt 
Und  da6  er  nur  einmal  erhizt, 


13 


194 

So  lauft  er  ttots  in  vollem  traben  , 
Daß  ir  gnng  dran  xa  halten  haben.' 
Ja  wol.     da  er  in  außhin  bracht, 
Da  het  er  weder  kraft  noch  macht, 
Wolt  nit  fort  daß  er  het  mocht  fchwitzen. 
Zlezt  kunt  nit  lenger  auf  im  fitzen, 
Gieng  nach  zu  faß  nnd  trieb  in  fort. 
Gedacht  oft  an  des  wirtes  wort 
Und  fprach  'ob  ich  mOcht  baß  fort  kam!' 
Bant  er  dem  pfert  fein  mantel  um, 
Begoß  in  anch  dasn  mit  härm: 
Half  aber  nit,  er  wart  nit  warm. 
Er  war  fein«  nnglaek6  nit  faft  fro. 
Znlezt  nam  er  ein  bSndel  ftro, 
Das  gnnd  er  um  das  pfert  m  binden 
Unden  und  oben,  vom  und  binden 
Und  fonft  vil  ander  lift  erdacht, 
Auf  daß  er  im  erwermen  mocht. 
Half  aber  nit  fein  witz  und  kunft. 
War  an  dem  gorren  gar  umbfunft. 
Da  wart  er  fchellig,  naro  ein  feur 
Und  fprach  'ftündftu  mich  noch  fo  teur, 
Laß  fehen,  ob  ich  dir  den  fchweiß 
Außtreiben  kau,  daß  dir  werd  heiß!' 
In  dem  das  felbig  ftro  anzunt. 
Das  pfert  von  ftnut  laufen  begunt. 
So  lang  er  mocht,  folgt  er  im  nach, 
Biß  ers  zu  lezten  nimmer  fach. 
Er  trollt  (ich  gmachlich  über  d*heid. 
Lacht  feins  fchadens  vor  großem  leid 
Und  fprach  'nun  hat  der  wirt  die  gülden: 
Doch  weiß  ich  in  nit  zu  befchtilden. 
Weil  er  mir  thet  diu  warheit  fagen, 
Hab  ich  nit  über  in  zu  klagen. 
Derhalben  muft  yon  Rom  wol  bleiben 
Und  diß  meim  unverftant  zufchreiben.' 

Der  wirt  hat  fchwerlich  gftindet  dran. 
Daß  er  ein  folchen  ftummon  man 
Verhindert  hat  ein  folche  reis: 
Dieweil  das  iederman  wol  weiß, 
Daß  der  bapft  in  feim  abeuteßcn 


las 

Des  felbea  ftücks  nit  hat  veigeOen, 
In  feiner  bnll  verflucht  verdampt 
AU  die  da  fein  fo  unverfchAmpt 
Und  iemont  an  der  romfchen  reifen 
Verhindern  und  kein  hilf  beweifen. 
Weichs  difer  wirt  nit  hat  bedacht 
Oder  villeicht  den  fluch  veracht, 
Da6  er  im  nit  gehorfam  g:wefen, 
Hat  leicht  des  Luthers  hücher  glefen, 
Wie  auch  fooft  iext  die  ganse  weit 
Aufs  bapfts  gebot  zwar  nicht  vil  helt. 
ledoch  wil  ich  in  des  entheben 
Und  weü)  im  nit  yil  fchult  lu  geben. 
Weil  er  im  hat  die  warheit  gfagt 
Und  der  curtifan  in  nit  Terhlagt. 
Geh  daß  He  all  mit  folchen  pferden 
Auf  folcher  reis  belaOen  werden! 


ffl. 

Alter  Dmck,  4  BU.  in  4.  o.  O.  u.  J.    Um   die  Utelfeite  geht  ein 
Ilohfchnittrahmen,  darin  fteht  oben 

leb  kau  nit  vil  newes  erdencke 
Ich  muB  der  katzen  tfchellen  anhencken. 
Dtnmter  ein  fchoner  Holzfchnitt:  ein  Narr  legt  einer  Katze  Schellen  an. 
Auf  der  Bückfeite  des  erften  Blattes  beginnt  oben  das  Gedicht  und  geht 
bis  in  die  RUckfeite  des  letzten.    Am  Schlüge  fteht 
Exitus  rerum  prüden- 
tia  metitur. 
Die  Seite  h&lt  34  Zeilen, 

Der  Dmck  gibt  Zeile  1  würt.        feer.        2  war  als.        4  pnd 
fir  Tnd  Dmckfohler.        yetz.        5  foU.        greyffen.         6  das. 

7  Yerfüert.         8   Endchrift.  11   groffen   applaS-  18 

ain  groffer.         14  das.         herren  Jhefum.         19  yetzt.         20 
hemblein  Hc.         26  gethon.        30  feind.         31  gonieffen. 
3S  Tergieffen.         33  fpott         34  gott.  35  früe.  36  das. 

13* 


IflO 

30  gäbe.         37  mUgcnd.         39  er  fehlt.         43  verbotten. 
46  außh&r.  61  war.  feind.  67  verftee  :  angee.         63 

gemajndt.  66  böffers  geratten.  66  thatten.  70  ver- 
kündt.  71  groffen  ftatt.  72  hond  (y.  73  iii.  vnder- 
gan  :  gethon.        76  lies  vorn  im  Texte  keinem.        82  vnderthon. 

83  ftatt         87  gedenck.         88  gethon.         89  kommen. 
90  genommen.       91  erl68t.        93  vatter.       gefein.       98  meer. 

102  wörcn.         104  würt.  106  ftraffet.         114  fpeyO- 

116  gethon.         118  jnn.  fündt  120  zymmet.  138  not- 

tnrfft.         144  darinn.     Vom   im  Texte   Hob  darin   für   darum, 
jrthnm.  146  eeren.  146  nitt   anbettet.  148  anbetten 

vnd  eeren.         160  nenwen.         164  todt.  166  rüeffen.         167 

findt         168  rüefft.     Lies  vom  im  Texte   rüeft  ftatt  rüefet 
167  Tertrawen.         168  wttrt.         gerawen.         1C9  zu.         173  lies 
im  Texte  vom  den  für  der.        174  hond.        178  tfant.        179  hond. 

bruderfchafft.  182   zai^bererex.  184  thand.  187 

aufferw61t.  188    gefolt.  203   gnten.     Lies  im  Texte  vom 

gfiten.         204  guter.     Vom  gfiter.         207  n6ren.  212  gut. 

212  leUten  fic.         fug  :  gnug.         214  warend. 

Zeile  2  als  alles.  6  fol  wir  foUen  wir.  Endechrift  An- 
tichrift.  17  befolcht  nnorganifche  fchwache  Form  für  befolchen, 
befoln.  19  merken  für  merkent  merkt  20  hemblein  wol 
zu  hämpel  gehörig,  wovon  Schmoller  2,  197  die  Bedeutung  Teufel  an- 
gibt. 21  wöl  wir  wider  han  wollen  wir  zurück  haben.  23  der 
lift  Kunft,  KnnlUtück.  Als  Femininum  aus  dem  Niederdeutfchen. 
29  ie  kein  menfch  jemals   ein  Menfch.  30  leint  wir  find  wir. 

verkort  ift  mundartl.  fchweizerifche  Form  für  verkert  was  41 
fteht.  33  on  allen  fpot  Fordiel,  weniger  *  alles  Emftes'  als  'ficher 
gewis.'  42  lert  f3r  lernt;  beide  werden  häufig  verweehfelt. 
46  derbntse  verlarvte,  vermummte  Perfon,  Kobold,  dann  auch  luftiger 
Streich,  Poffe:  fo  hier,  was  man  aus  fagen  erfleht.  Ob  Z.  46—66 
richtig  interpungiert  ift,  wage  ich  nicht  zu  behaupten.  Vielleicht  muß 
nach  klagen  ein  Komma,  nach  fagen  ein  Punct  ftehn.  48  trin- 
gen  für  dringen,    hier  in  transfitiver  Bedeutung  drängen,  verdrängen. 

62  fie  fchwe igten  d.  i.  fie  fchwiegen,  kaum  wol  als  Verwechs- 
lung mit  dem  Factitivum  fchweigen  (a.  Spr.  fweigen)  zum  Schwei- 
gen bringen  zu  betrachten,  fondem  als  fchwache  Nebenforan  zum  ftarken 
Präteritum  fchweig  (a.  Spr.  fweic),  jetzt  fchwieg,  die  auch  fonHt 
und  fehon  frühe  vorkommt  z.  B.  im  Rolandslied e  thie  furften  ge- 
fwichten  alle  d.  h.  fchwiegen.  62  an  das  bet  ins  Bett  69 
ich  dar  d.  i.  tar  ich  wage;    wnhrfchcinlicher  aber  hier  fiir   darf:    ich 


197 

Inoche  Um  nicht  za   nennen,    man   kennt  Um   fchon  aUgemein.  64 

möchten  Plor.  da  g-emeinde  ein  CoUectivbegr.  Ul.  65  buOers 
d.i.  be^ert.  79  fSr  ward  (was  aach  der  alte  Dmck  gibt)  wird 
dudi  lieber  wirt  an  fetxen  fein:  wenn  wir  nps  nieht  bekehren,  fo  wird 
ü.  f.  w.  97  man  f  eh  wert  m.  fchwort.  113  als  er  in  die  Wufte 
(Ich  gefetxt  hatte:  fitzen  hier  in  der  Bedentang  von  fich  fetzen. 
126  noren  mdartl.  lUr  neren  nähren,  aber  nieht  in  der  heatigea  Bedtg 
iQutrire),  fondcm  (aU  Factitivum  za  genefen)  vorm  Verderben  bewahren 
«xler  davon  befreien.  135  mengen  manchen.  139  erklageu  mit 
ftSrkerer,  intenfiverer  Bedeotang  als  das  einfache  klagen:  tüchtig,  za 
Ende  ond  (ich  fatt  klagen.  151  reit  reitet.  157  fint  findet. 
162  der  fürfpreche  der  Fürfprache  that.  172  keib  Eifer,  eifern- 
des Schelten.  176  geit  Habfacht.  188  das  kot  (t  Neatr.  der 
Koth.  feilen  Factit.  za  laUen,  faUen  machen,  so  Falle  bringen, 
niederwerfen.  190   eim  einem.  195   reit   von  reiten    rechnen, 

nachrechnen:  man  rechnet  ihnen  in  Oir  Spiel,  d.  h.  mau  ift  hinter  ihre 
Schliche  gekommen  and  verfolgt  de  nnn.  198  angefchmack  an- 
fchnuickhaft,  widerlich.  204  werk  man  Arbeiter,  der  an  einem  Werke, 
welcher  Art  immer  es  fei ,  durch  Rat  oder  That  mithilft.  207  m  i  t  i  r 
band  arbeit  eigtl.  mit  ir  bände  arbeit  mit  der  Arbeit  ikrcr  Uändc. 
SU  dannocht  unorgan.  für  dann  och,  noch  nicht  im  Sinne  anferes 
dennoch  trotz  dem,  fondem  dann  (zu  dem  Zcitponcte)  noch:  es  gäbo 
<U2m  noch  immer  Pfaffen  genug. 

Diefer  Sprach  llammt  offenbar  aas  der  Schweiz:  das  erdeht  man 
weniger  aas  der  Erwähnung  eines  Yorfnlles  in  Bern  Z.  186  fgg.  als  ans 
den  Sprachformen  des  Stückes.  So  ift  wüeftin  113  fchweizcrifch,  Nom. 
wuefti.  Die  Endung  in  i  findet  fleh  auch  in  andern  Denkmälern  aus 
der  Schweiz,  fo  im  Etter  Heini  lemi  Lahmung  1626.  2906,  die  vili 
Vielheit  3576,  trSgi  Trägheit  1560.  1564,  thfiri  1348,  ungehuri  841, 
lest  869.  1112,  verruochti  215,  ftanthafti  209.  854  etc.  Ferner 
üt  fchweizcrifch  die  Form  fio  wcnt  183,  fie  wollen,  ans  fio  wollent. 
Sie  begegnet  fehr  häufig,  fo  auch  in  FUnkelins  Neujahrsfpiole  421.  498. 
972,  im  Etter  Heini  162.  Wellent  ift  unorganifche ,  nach  Analogie 
{gebildete  Form:  auch  das  volle  richtige  wellen  findet  fich  in  jonom 
^Ae  Fünkelins  (:  gcfellen)  30  neben  wollend  daf.  419.  Das  went 
pH  dann  natürlich  auch  für  die  zweite  Perfon,  ir  went,  ihr  wollt,  fo 
Eidgen.  57.  60  Etter  Heini  894  und  im  Reime:  behend  £.  H.  598,  :  ir 
Ternent  dav.  2778;  endlich  auch  für  die  erfte,  volamas,  fo  in  Fünkelins 
Netijahrsfpiel  58.  1223.  1268.  1295.  Etter  Heini  587.  Teil  png.  50. 
'^^  und  im  Reime  :  behend  Funk.  Nciy.  463.  1184,  :  eiid  TcU  pag.  107. 
^^  ciicT  geboren  dem  fchwcizcrifchcu  Idiom  in   unfcrem  Stücke   an  v  e  r  - 


198 

kört  30,  nören  126.  Die  Reime  find  auch  lüer  ung^nati,  in  confo- 
nantifcber  Beziebnug  ab  :  fcbad  199,  getriben  :  verfcbwigen 
161,  folt  :  befolcbt  17,  in  yocalifcber  geboten  :  kutten  173, 
yertrauen  :  nenen  149,  nören  :  yerffieren  126,  gefpilt  :  ge- 
feit 61.  Der  Versbau  folgt  keinem  feften  Principe,  bald  find  die  Silben 
gesShlt;  bald  auch  nicht;  neben  Verfen  mit  regelmüGig  abwechfelnder 
Hebung  und  Senkung  ftehen  andere  mit  mehrfilbiger  oder  gar  fehlender 
Senkung. 

Was  die  Zeit  der  Abfaßnng  anlangt,  fo  wird  Zeile  186  auf  eine 
Gefchichte  ajUgefpielt,  die  1609  zu  Bern  pafiierte  oder  vielmehr  damals 
endigte,  Z.  184  ilt  aber  die  Rede  von  der  Verbrennung  der  Bficher 
Luthers,  defien  erfte  Schriften  (die  an  vielen  Orten  verbrannt  wurden) 
ins  Jahr  1617  fallen.  Danach  dürfen  wir  das  Gedicht  ans  Ende  des 
zweiten  Decenniums  des  16  Jhdts  alfo  etwa  in  die  Jahre  1518—1620 
fetzen. 


IV. 

Alter  Druck  ohne  Ort  vom  Jahre  1621,  6  Blätter  in  4.    Auf  der 
Titelfeite  fteht  oben 

Das  hond  zwen  fch- 
weytzer  bauren  gemacht.    Ffirwar 
fy  hond  es  wol  betracht 
Darunter  ein  gro6er  Holzfchnitt  der  die  allegorifche  Mühle  verfinnlicht. 
Auf  der  Räckfeite  des  erften  Blattes  fleht  die  profaifche  Rede  des  erften 
Bauern.     Auf  dem  zweiten  beginnt  das   Gedicht  und  geht  bis    in  die 
Räckfeite  des  fünften.    Darunter  ein  kleiner  Holzfchnitt  in  dem  die  Zahl 
M.  D.  XXI  zu  lefen  ift.    Das  ganze  letzte  Blatt  ift  leer. 

Der  alte  Druck  gibt  in  der  Rede  des   erften  Bauern  Z.  1  Seyeft. 
Vom  am  Texte   fleht  falfch  Seiet:   es  mu6   Seieft  heißen.         Z.   2 
dein   müly   zft   malen   au6  den.         Z.  14  in  fehlt.        Überfchrift 
des  Gedichts  Der  ander  Paur.        Vers  4  vorlaft  fic.        6  das. 
15  lies  vom  im  Texte  dann  ftatt   denn.         leer.  16    faft   feer. 

30  das.        34  uieman  fic;        87  das  kom  ift.        44  jren. 


199 

53  niii,  uad  fo  vom  im  Texte  zu  Tchreiben  für  u it.  58  find t. 

64   getruncken.  72   würt.  75   Beraubeut  lic.  84   die 

BS«.  91  ddrt.  92  d6rt.  100  fch&fflin.  Lies  vorn  fchftf- 
lin  fSr  fch&flein.         102  bfchw&ren.  112    würt.  113   go- 

rochtiklichen.         116  eraBman.         118  gon  :  auff  gethon. 
123  brfinnend.         129  hochgelert.  130  marti.  131   gan- 

zen vom  im  Texte  für  gegangen  zu  lefen.  136  h&ren.         142 

getre&wer.  150  leer  beüttlen.  161  inn.  163  fi  fehlt  im 
Dr.  165  knnd.  168  Für  feinem  vielleicht  feim  zu  lefen:  dann 
ift  dem  Ycrfe  geholfen.  172   knüe.  174  hond  fy  von.         175 

thon  band.  177  £e.  178  würt.  183  jm  Cc.  186  gehept 
fic         r&  fic.  189jmKeyt  191    bdck.  192   rot.  194 

her.        195  Wefi  dem  man.        196  fcheyhen.        199  B6ck  würt. 
201  würt.         206  mogents.         feyn.         209    pflegel   und  fo 
213.  215  gründ  bl&t.  217   reubig.  218   nücht.  227 

Terlegnet.         230  worten  fend.         231  Das  nnd  fo  235.  237. 
344  er  fehlt. 

Zeile  2  gefeit  gefngt.  5  angefehen  brauchte  nicht  als  rein 
participialirche  Conlbmction  zn  faßen  fein,  fondem  mit  Ergänzung  von 
haft  aus  Zeile  3,  freilich  mehr  dem  Sinne  als  der  ftrengen  Folge  nach: 
Dank  fei  dir  für  die  Liebe,  die  du  zu  uns  haft,  daO  du  uns  in  der 
Wofte  nicht  verlifit,  daß  du  unfere  Verirrung  angefehen  haft.  Dann 
mnfte  man  den  Punct  hinter  verlaft  in  jein  Komma  verändern.  Eine 
wol  zu  fchwierige  Verbindung.  Einfacher  fcheint  angefehen  als  Partie!- 
piom  Pneteriti  Activi  zu  nehmen  (angefehen  habend) :  nachdem  du  unfere 
Verimmg  angefehen  und  dich  darüber  erbarmt  haft,  gibft  du  uns  das 
Himmelbrot;  obfehon  man  in  diefer  Fügung  das  leichtere  alfo  anfe- 
heade  (gerundivifch)  erwartet  hiltte.  10  aufenthaltung  Aufrecht- 
kaltong;  enthalten  erhalten,  auf  enthalten  aufrecht  erhalten. 
16  faft  ferr  fehr  fem.  17  biß  hier  nicht  in  der  jetzigen  Bedeutung, 
fondem  *So  lange  ab.*  ^4*  fag,  fage  Ausfprach.  39  die  verftent- 
aas  das  Yerftändnis,  der  Yerflaud.  40  in  uns  unter  uns.  53  nüt 
(nicht  Bit)  nichts.         67  die  vili  die  Vielheit         68  gfein   gewefen. 

70  verhör,  verhöre  Imperativ.  79  inen  eigen  knecht  d.  i. 
ni  ihnen  eigenen  Knechten.  84  über  die  maß,  über  die  maße 
über  das  liafi  hinaus.  86  burdi  Bürde.  89  der  hoch  das  Prah- 
len. 94  ant,  ande  Zorn,  Unluft;  mir  ift  ant  ich  bin  zornig. 
1|4  übertreffe  nl  ich  hier  in  activer  Bedeutung  *  fehr  trefflich',  mit 
'•Ol  Hanpttono  auf  der  PröpoHtion  und  dem  Nebentone  auf  'treff*,  wüh- 
nnA  das  paflivifche  übertrefflich  (was  übertroffen  wird  oder  werden 
^um)  den  Hauptton  auf  'trefft  hat.         118  mögen  können.         124  es 


200 

ift  bedeuten  ea  bedeutet.  126  geitig  gierig,   habgierig.  132 

fantaft  Betrüger,  neml.  romifcher.  133  die  dem  Sinne  nach  con- 
ftruiert  auf  eine  in  kein  fantaft  (leckende  Mehrzahl.  144  ich  ver- 
fchmähens  ich  verfchmähe  iie.  156   bachen  backen.  158   in 

griffen  geh  an  d.  i.  er  hat  den  Teig  gut  in  Griffen  gehabt,  ihn  tüch- 
tig durchgegriffen,  durchgeknetet,        161  woltent  unorganifch  für  wei- 
ten.        165  kunt  bedeutet  hier  nicht  etwa   bekannt   und   fteht  für 
kunt  ift,  fondem  ift  fchweiserifche  Form  für  kumet  kommt,  wie  a.  B. 
auch  in  dem  von  Kottiuger  als  Vorfpiel  zum  Etter  Heini  herausgegebenen 
Spiel  von  der  Eidgenoßenfchaft  diefe  Form  Z.  198  im  Reime  fteht,  kunt: 
grünt.         169  neut  nichts,    eigentl.   nüt,    nint,   ahd.    niuwet. 
170  erber  ehrbar.         176  e6  ring  umb  ringsum.         177  der  hebel, 
auch  he  fei  fchweiz.  die  Hefe  mit  der  man  den  Sauerteig  bereitet;  j^e- 
hefeltes  brot   ift  geHiuerteiB  Brot,   ungehefeltes  ungeßluertes. 
178  Witt  fauren  durchTänert,  vollzieht  den  Durchfä^nerungaprocefs. 
185  faft  fehr.         191  beck  Bäcker.  195  von  wegen.         ächten, 

mhd.  «hten  von  Gerichts  wegen  verfolgen.  196  fc hieben  zaghaft, 
fchüchtem,  fchou  werden  und  in  Folge  deffcn  Heb  abfeits  entfernen.  So 
im  Büchl.  V.  d.  Tochter  Sion  254  wer  fach  mich  ie  gevliehen, 
.  zeglich  üz  wege  fchiehen?  Der  Sinn  der  Stelle  hier  ift:  Wir 
wollen  keinen  andern  erwählen,  außer  den  man  um  deiner  Wahrheit 
wiUen  verfolgt,  den  aber  darum  keine  Strafe  der  Marter  fliehen  macht 
von  dem  Orte  wo  u.  f.  w.         206  mo genta  können  (ie.  208   m.   i. 

han  mit  ihm  halten.  209  Karfthans  ein  in  damaligen  Pafquillen 
viel  gebrauchter  Name  um  den  Bauern  au  bezeichnen.  210  der  be- 
zieht (ich  weiter  zurück  auf  Karfthans,  nicht  auf  flegel.  214 
joch  auch,  fogar.  215  griut   Grind,    fchweizerifch   wie  noch  jetzt 

Kopf,  fo  in  Halbfuters  Lied  von  dem  Streit  zu  Sempach  12.  3 

Da  antwurt  im  gar  gfchwinde 

ein  burger  uß  der  ftat 

'wir  went  fi  fchlau  umb  dgrinde 

gar  fchier  in  irem  mat  — * 
und  ebdf.  38,  6 

fi  fchlugent  in  uf  den  tot, 

fi  huwend  in  in  grinde, 

daß  er  im  blut  lag  rot. 
blAt  d.  i.  blüct  Umlaut  im  Conjunctiv.  217  reibig  in  gofcblechtl.  Bo- 
Ziehung  ansfchweifend ;  riben  heißt  mhd.  neben  fncare  auch  zur  Wol- 
luft  reizen,  franz.  riber;  ribe  ahd.  hriba  proftituta.  218  wurde nt 
unorg.  für  wurden.  221  rufen  d.  i.  rüofon  fchwaches  Verbum, 
rufen;    ruofen   ift  ftark.  228    hilfe   ift  Nominativ:    alfo    möge   uns 

feine  Hilfe  fchein  machen,  hell  machen,  erleuchten.       233  fcient  uuorg. 


201 

for  feien.         se  volgende,  eigtl.  ze  volgenne   als  decliiiicrtcr  In- 
finitiv; das  d  ift  unorganifch  wie  in  niemandes  Itatt  niemannes. 
239  hnnkfi^B  honigfriO. 

Das  Stück  ift  fcliweizerifch ,  nicht  allein  dem  Titel  nach:  es  trägt 
deatUche  Züge  feiner  Abftammnng,  fo  die  Reime  knnt  (kumet)  :  grünt 
165,  oent  (:  lent)  1G9,  die  Formen  in  i  wie  müli  12.  146.  237,  die 
vili  Vielheit  67,  die  wüefti  108.  110,  die  burdi  Bürde  86  und 
Aasdnicke  wie  fcheiterpufch  111  d.  i.  znfammen  gebundenes  ge- 
fcheitertes  Holz,  hnnkfüeß  239.  Das  Participinm  gfein  gewefen 
(:  fein  68)  iü  nicht  allein  fchweizerifch.  Sonlt  ii%  zu  merken  die  Ter- 
dankelang  des  Ainö,  mAßin  m6B84  darch  den  Beim  (groß)  ver- 
langt. Aach  t  haftet  noch  für  ei  in  fin  elfe  (:  hin)  206,  während  fonft 
ei  gilt.  Schwanken  iA  auch  in  der  Form  md  (:  d)  178,  für  die  auch 
mer  (:  l^r)  59  gebraucht  ift.  Stark  vertreten  ift  jenes  unorganifche  t 
in  Verbalformen,  das  nach  falfcher  Analogie  aas  der  3  Flur.  Prief.  nicht 
nnr  in  diefelbe  8.  Pliir.  des  Prieteriti,  fondem  auch  in  die  der  Conjunc- 
tive  mid  fogar  in  die  erfte  Perfon  Ploralis  diefer  Tempora  und  Modi 
übergegangen  ift.  Im  Reime  fteht  229  wir  hftnt  (:  unbekant);  ftreng 
richtig  wäre  snr  wir  hAn.    Vielfach  andere  Beifpiele  außer  dem  Reime. 

Die  Reime  anlangend,  fo  Hnd  Re  weder  g^nz  fein  (vgl.  gerech- 
tiklichen  :  übertreffenlichen  113)  noch  ganz  rein.  Vocalifch 
mrein  lind  Idren  :  befchwären  101,  mülen  :  erwölen  193,  con- 
fonaotifch  man  ;  Rotterdam  115,  verftentnus  :  uns  40;  doppelt 
anrein  ift  der  Reim  ächten  :  fchiehen  195. 

Der  Versbaa  ift  in  diefem  Stücke  ohne  ein  feftes  Princip:  manch- 
mal werden  die  Silben  gezählt,  manchmal  wird  nur  nach  Hebungen  ge- 
me6en  and  die  Zahl  der  Senkungen  ift  mehr  als  eine;  auch  der  Auftact 
fehlt  mitanter. 

Der  Verfaßer  des  Stückes  ift  unbekannt.  Ob  es  mit  der  Angabe, 
daß  ea  von  zwei  Schweizerbauem  verfaßt  fei,  feine  Richtigkeit  habe, 
maß  bezweifelt  werden. 

Das  am  Schlnße  genannte  Druckjahr  1521  wird  auch  wol  das  Jubr 
der  Abfaßung  fein. 


202 


V. 

Alter  Druck  ohne  Ort  und  Jahr,  8  Bll.  in  4.  Auf  der  vordem  Seite 
des  erften  fteht 

Ain  fchoner  fpruch  von  dem 

bofen  mißprauch  in  der  hayligen  Chri- 

rtenhait  entftanden. 

Die  Rückfeite  ifl:  leer.    Auf  dem  zweiten  Blatte  oben  beginnt  das  Gedicht 

und  geht  hia  auf  die  vordere  Seite  des  letzten.    Die  Seite  hat  32  Zeilen. 

Der  Druck  gibt  Zeile  2  fiert.  groffe.  4  Irthumb.  6  1er 
fic.  10  auffgepracht.  12  gefehent  He,  und  im  folg.  geho- 
renty  redent.  14  Habont  fic.  feltzam.  23  Fürbit  Hc. 

27  bittent  fic.  88   Gefchweigent  fic.  84   fagent   fic, 

u.  f.  w.  bei  diefen  Formen  t  im  Auslaute.  86  fy  immer  mit  y  wenn 
es  ohne  e  Aeht        88  Ge  pracht.  40  au8  immer.         gemacht. 

42  faßnacht  buz.  43  Har  fic.  47  gold  :  hold.  52 
das.  58  jhenem.  54  eer.  71  w6ren.  81  Dafs.  Nicht 
fiir  daß  fondem  fiir  daßs  d.  i.  daß  fi.  87  gelerter.  96  Von 
fic.      Vielleicht   und?  97    th&en.     Im    Texte  vom   lies  thun   für 

thun.  Es  ift  der  Conjunctiv  Prsefentis  der  den  Umlaut  aus  der  erwei- 
terten Form  tüejen  bewahrt  hat:  er  muß  mit  allerhand  Betrug  umgehen, 
wie  die  Heiligen  wol  Zeichen  thun  möchten.  99  Ter.  104  nye- 

mant.  107  Hinter  p rediger  fehlt  nichts:  der  Genitiv  gottes  ift 
abhUngig  von  den  beiden  ihm  folgenden  Subftantiven,  Prediger  der  Wißen- 
fchafb  und  des  Wortes  Gottes  d.  i.  göttlicher  Wißcnfchaft  und  des  gött- 
lichen Wortes.  108  hond  gehurt  130  Bawent.  neüw 
gotzhauß.  187  nyemant.  erkent  :  genent.  140  folt. 
Vielleicht  beßer  vom  im  Texte  fölt.  153  predigent.  154  fchw6- 
rter.  het  fic.  164  f61.  Vom  im  Texte  föl  zu  lefen  fiir  föll, 
Couj.  Pr«ef.  a.  Spr.  fiil,  unfer  folle.          165    rettw.          171  diß  fic. 

179  fcheflen.         181  ftraff  :  fchaff.         192  Ich  furcht  mir 
nit  am  kopff  der  geygen  fic.         194  fchlemen.         209  vmb. 
280  pracht.  282  trit  fic.  frawen.  289   fein.  245   In 

den  Text  vom  fetze  die  vor  ketzer.         251  lies  vom  gm  einen. 
254  ffilt  fic.         264  Orden.         269  feine.         276  Nit  wie  vns. 
Nit  muß  Drockfehler  fein,  da   es  nur  heißen  kann:  auf  die  Axt  wie 
Chriftns  es  uns  gelehrt  hat,  meint  er  die  wirklich  Armen.        286  leyts. 

290  Mit  irem  klaffern.         294  aufferwölet.         808  fdlent. 

814   gopracht.  817    Lerer   fic.  823    fchaffen,  834 

gewin.         867  in  rawcn  fic.    Vgl.  fan  169.         870  geltes  fic. 
382  Karel. 


203 

Zeile  1  die  fag,  fage  Kede,  Sprach.         5  fürhelt  vorbUlt  und 
jene  Befcholdigimg  damit  vergleicht,  daran  ermißt.         6  zeit  d.  i.  ge- 
selt  gezählt.       8  merlin  d.  i.  maBrltn  Märchen,  Gcnit.  Plur.  Gaukel* 
prediger  von  Märchen,  die  Märchen  predigen.       14  wildbad  ein  natür- 
liches warmes  Bad,  Mineralbad.     Schmeller  4,  64.  Ißbergund 
tal  die  ganze  Welt.        17  fg.  Daß  man  die  Heiligen  anmft,  zeigt  einen 
'StiUftaad  im  Glauben   an   Gottes   helfende   Kraft.         20  gfttheit  Güte 
Ffenndlichkeit  und  Milde  des  Characters.     Schmeller  2,  86.       27  zwar 
mhd.  ze  wäre  in  Wahrheit,   wahrhaftig.          30   dürfen  bedürfen. 
33  fafelteding  daffelbe  was  narrenteiding  Narrenhandel,  Foffen; 
teiding  ((Uürkes  Neutr.)  ans  tageding  heiBt  eigtl.  eine  auf  einen  be- 
ftinmiten  Tag  anberaumte  Gerichtsyerhandlung,  Tennin,   dann  fchlechthin 
eine  Unterhandlung,  bis  es  hier  in  der  Zufammenfetznng  noch  mehr  zum 
Begriffe   bloßer  Handlung   rerallgemeinert  iXt.     Die  Form   teding  ift 
f ehweizerif ch :  in  den  neuen   cafus  monaft  St.  Galli  von  Chriftian  dem 
Kuehemeifter  fteht  teding  Wack.  altd.  Lefeb.  889,   11.   840,   12   und 
ebdf.  839,  8  tsedinger  (Unterhändler).         lupperei.    Schmeller  gibt 
2,  486   fg.   die,   das   lupp,  lüpp   Salbe,   bef.   giftige;   Zaubermittel, 
Besanberung;    althochd.  luppdn  üalbeu,   bef.   mit  Gift,  vergiften,   vor- 
saabem;    lupperei   muß   daher  Zauberei    bedeuten,    wol    meift    durch 
Beftreichnng,  hier  mit  Hinllcht  auf  Beftreichung  durch  Bollquien,  ver- 
gleiche   Zeile    10   fgg.          36    merlin    f.    zu   Zeile    8.  39    pfen- 
ning  denaxius,  der  zwölfte  Theil   eines  Schillings,   hier  allgemein  für 
Geld.        42  der  bnze  (fchwaches  Mafc.)  eigtl.  klopfender  Kobold  zu 
bdsen  klopfen,  vgl.  Jac.   Grimms  Mythologie  288  fg.,   dann  GefpenXt, 
Yeriarvter,  vermumte  Perfon;   fasnachtbuz  Kobold,  Knecht  Ruprecht. 
Schmeller    1,   229   fg.     Die   Heiligen  bekommen   dnreh   die    fondcrbare 
Aosfchmückung   das  Anfehen  von  verlarvten  Fasnachtgefpenftem.         46 
freien  befreien,  frei  machen.         48  und  wir  (ind  ihnen  auf  keine   an- 
dere Weife  ergeben,  unter  keiner  anderen  Bedingung,   als  wenn  He  uns 
hdfen  und  Wunder  thun.       50  reifen,  ahd.  rifan,  mhd.  rifen  fallen, 
meift  von   fchadhaften  Dingen,    die   abfallen.     Unfere  Andacht  füllt  ab, 
gldchlam  wie   fchadhaftes  Obft  oder  welke  Blätter   vom  Baume.    Vgl. 
Schmeller   3,    129  fg.          54  feil,   daß  wir  die  Ehre  allein  etc.  56 
und  er  felbs  etc.  während  er  doch,  wiewol  er  doch  felber  das  oberfte 
Gut  ift.         60  hüle  ft.  fem.   Höhle,    dial.   meift  Lache,   eine  Höhlung 
im  Boden  die  mit  Wa6er  angefüllt  ift,  vgl.   Schmeller  2,    174.         77 
«ei0t  unorgan«   für   weiß«          84   benevenert   willkommen.          90 
man  leicht  mau    verleiht.         93  eim    einem.          94   das  gefert, 
mhd.  geverte   die  Umftände,   Lebensverfaältiüite.         he  inen  f.  v.  a. 
heien  fchatzen,   pflegen,   hüten?   Schmeller  2,    128.     Benecko-MüHor 
1,  649.      100  was  Leib  und  Seele  anbetrifft,  angeht.      121  fchlochtcs 


204 

d.  i.  fchllchtes,  einfaches.  124  kib,  keib  ift  Drang,  heftiger  Eifer; 
ein  keibe  mäfte  danach  ein  Eiferer,  Zelot,  Zänker  fein;  keibeu, 
keifen  ift  fcheltend  zanken.  128  leichen  mit  dem  Accuf.  einem 
einen  Poffen  fpielen,  ihn  betrügen.  Ein  Yocabolar  von  14-15  und  1419 
bei  Schmeller  2,  420  gibt:  'fophifticare  laichen,  fophifta  ain  betrieger, 
fophiftria  laicherei':  woraus  erHchtlich  daß  auch  fophifterei,  wie  oben 
95,  geradezu  Betrug  bedeutet.  139  feide  wat  d.  i.  feidene  wat,  vgl. 
oben  73  mit  feurem  vulcan;  wAt   ift  SUeidung.  142  dennoch t 

unorgn.  für  dennoch;  noch  deunocht  noch  in  diefom  Zeitpunkte, 
noch  bei  diefen  UmXtänden.  fein  genitivus  neutr.  gen.  delTen,  dicfer 
8ache,  neml.  daß  fie  Narren  find.         in  d.  i.  inne.  143  es  fchied 

nit  yil  daß  es  läge  nicht  viel  daran,  daß.  169  fan  Verfohnnng? 
alth.  fuana  fuona,  mdartl.  fuen,  fun,  föne.  Schmeller  3,  263  fg.; 
vride  nnde  fnone  findet  ßch  häufig  zufammen.  247  diu  fchanse, 
fchanz  Wurf  mit  Würfeln,  frz.  la  chance,  dann  Glücksfall,  Vorteil;  iu 
die  fchanz   fchlagen   au&  Spiel   fetzen.  250   zfifchoppen   zu- 

ftopfen.     Schmeller  3,  376.         258  freien  befreien.  260  geit  gibt. 

266  than  f.  v.  a.  thTin  thun.  271  feicnt   für   feint.  28G 

leits  liegt  iie.  289  befc hetzen  das  Geld  abnehmen.  299  wa 

wo.  302  Die  überhaupt  gar  kein  vergängliches  Gut  bedtzen;  über- 
nächtig über  Nacht  vergänglich:  wir  ßnd  alle  übernächtig,  d.  i.  mor- 
tales,  können  über  Nacht  fterben,  Schmeller  2,  672.  heben   haben, 

fchweizerifch  wie  fegen  für  fagen.     Etter  Heini  1475.         311    thon 
thun.       329  parteifch  nach  Parteien,  von  jeder  Partei,  Abteilung. 
336  ablaf  hinablaufe.       842  glos,  gldfe  Auslegung  einer  Schriftltellc. 

360  vaß  wie  294  Gefäß.  365   z&   einicher   ftunt  zu   irgend 

einer  Zeit         385  trum  und  drum  Stück,   Endftück,    dann  Endo. 
389  fehl  echt  gerade. 

Der  Yerfaßer  diefes  Stückes  nennt  fich  nicht,    wir  erfehen  aber  aus 
Zeile  149  daß  er  einem  gelftlichen  Orden  angehorte 

wie  wol  ich  auch  bin  ein  ordenman, 

fo  hab  ich  mußen  fagen  darvon. 
Deshalb  darf  er  nicht  laut  fprechen  125,  fondem  nur  heimlich  und  in 
der  Stille  102  fg.  Er  nennt  keinen  der  Reformatoren  mit  Namen  und 
hält  fleh  fehr  allgemein ,  tadelt  aber  auch  die  reformatorifchen  Bcftre- 
bungen  nicht.  Er  bezieht  iich  133  fg,  auf  Thomas  Mumer  und  feine 
Narrenbefchwörung,  die  im  Jahre  1512  bei  Mathias  Hüpfiif  in  Straßburg 
zuerft  gedruckt  wurde.  Zum  Schluße  ruft  er  den  Kaifer  Karl  an,  382. 
Mit  dem  375  envähnten  gnadenreichen  Jahre  kann  nur  das  Jubeljahr 
1525  gemeint  fein.  Es  muß  alfo  diefes  Stück  in  diofem  Jahre  oder  doch 
wonig  vorher  nach  Ausfchroibon  dcsfolbcn   gedichtet  fein.     Der  Verfaßer 


205 

fchciut  ein  Schweizer  gewefen  zu  fein,  worauf  an^er  nndcrom  die  Form 
heben  für  haben  im  Reime:  geben  302  fchlieOen  lil^t,  wol  auch  das 
merkwürdige  fan  169 :  an,  wenn  anders  es  wirklich  für  fun  lieht  und 
wofür  Tielleicht  denilicher  fon  su  fchreiben  wftre  mit  unreinem  Reime 
wie  man  :  von  150.  Der  Alant  fchwebt  zwifchen  a  und  o  und  zwar, 
wie  es  fcheint,  nicht  allein  A,  fondem  auch  a.  Eine  Analogie  wäre 
than  für  tfafin,  auch  in  unferm  Stücke  266  im  Reime  auf  man,  und 
Tonft  häufig  mit  reinem  a,  wo  kaum  an  fchwankenden  Olant  zu  denken. 
Neben  than  geht  aber  außer  thuon  auch  thon,  oben  Zeile  311  im 
Reime  auf  Ion  Lohn  und  fonft  fchweizerifch :  kon  Ettcr  Heini  891  und 
nberhaupt  fehr  viel  auch  anderweitig  bei  allen  rüddeutfchen  Dichtem 
diefer  Zeit  Sonlt  findet  Xich  ein  bemerkenswerter  Alaut,  der  fich  zum 
Ö(terreichifchen  hinneigt,  in  ablaf  (:  fchaf)  336,  für  ablouf,  wo  die 
Schreibung  ablof  :  fchof  die  Schwierigkeiten  heben  würde,  alfo  mit 
Terdunkelong  des  A  in  fchaf  zu  d  und  Übergange  des  ou  in  ablouf 
ZQ  d,  was  auch  fonft  in  fchweizerifchen  Mundarten  häufig  ilt,  z.  B.  tdb 
(:  grob)  Eiter  Heini  1280,  bdm  (:  föm  Samen)  daf.  1890,  verfchiedene 
Haie  6eh  fSr  ouch  im  Reime  auf  h6ch,  femer  höpt  (:  gelopt)  Wil- 
hehn  Teil  5.  86.  Übergang  des  e  in  o  zeigt  der  Reim  hell  :  föll  163. 
HahifiM^h  reimt  i  auf  ü,  fo  blint  :  verkünt  11,  finden  :  verkün* 
den  31,  dann  ei  auf  eu,  fo  geit  :  leut  169,  weit  :  heut  323,  ie 
tsf  fie  in  rtationierer  :  yerfüerer  208  nud  fogar  (weit  fchlimmer 
Boch  als  jenes  paufieren  :  irren  Etter  Heini  3239)  irrung  :  yer- 
fSerung  37.  Danach  kan  fchier  :  mir  101  nicht  mehr  auffallen.  An 
konfonsntifch  ungenauen  Reimen  kommt  hier  vor  knaben  :  fagen  171, 
Francifc  :  ift  225,  held  :  felb  382,  kirchen  :  fürchten  318, 
üngenauigkeiten  die  fich  auch  fonft  viel  in  fchweizerifchen  Stücken  da- 
maliger Zeit  finden,  fo  fagen  :  haben  Eidgen.  125.  241,  fi  yerd er- 
beut :  üf  erden  daf.  2,  gnAd  :  tag  196,  fchwtgen  :  bllben  215, 
•b  :  pflag  452,  pflegen  :  geben  698.  fach  :  betracht  Etter 
Heini  2948,  mach  :  nacht  df.  2975,  grimmen  :  befinnen  Wilh. 
TeU  5.  85,  entrinnen  :  finden  daf.  S.  93,  betrachten  :  machen 
8.  68,  brechen  :  knechten  S.  113,  brüchen  :  nndertrucken  S. 
130  n.  f.  w.  Drei  Zeilen  hinter  einander  durch  einen  Reim  gebunden 
finden  fich  in  unferm  Stücke  371  fgg.     Der  Versbau  ift  fehr  wild. 


206 


VI. 

Alter  Druck  4  Bll.  in  4,  ohne  Ort  vom  Jahre  1626.     Titel  auf  der 
Torcicm  Seite  des  erften  Blattes 

Von  ds  Jubel  Jar 
genant  das  gülden  Jar. 
Darunter 

Di()  bftchlin  Tagt  gar  offenbar  etc. 
und 

Rom  würt  ein  baubt  der  weit  genant  etc. 
und  die  Jahrszahl  M.  D.  XXV.     Das  Gedicht  beginnt  auf  der  Buckfeite 
des  erften  Blattes  oben  und  geht  bis  zum  SchluBe  der  vorderen  des  letz- 
ten.   Die  hinterfte  Seite  ift  leer.    Jede  Seite  httlt  82  Zeilen.    Am  Eando 
find  Bibeirtellen  citiert. 

Der  Druck  gibt  Zeile  8  das.  weyB*  16  find.  leer.  17 
hond  gantz.  21  gehört  28  find  bed6rt.  28  Endtchrift. 
24  gemacht  f.  splaBk.  29  splafi.  89  trüg.  40  lüg.  42 
das.  48  fg.  aplaB«  44  wel.  46  würt  48  bilger. 
Am  Bande  Joan.  4.  62  gadt  Am  Bande  Joan.  10.  66  das 
wir  erlangen  e.  1.  Diefe  Zeile  muß  Tom  im  Texte  lauten  das  wir 
erlangen  ewigs  leben.  62  würt  64  vff.  Im  Texte  vom  zu 
lefen  nf,  nicht  auf.  gewalt  68  würt  70  das.  76  am 
Bande  Joan.  14.         80  fy.         81  würt         83  am  Bande  Philip  2. 

84  all  geleich.        88  dreibt        vnderlaß.        91  Stäts. 
92  lond.         93  am  Baude  Philip  2.         94   geftalt         96  a.  R. 
Luce  9.    1  Thimo.  3.       98  a.  B.  1  Petri  6.       102  a.  B.  Matt  6. 

106  a.  B.  Matt  6.        108  bilger.        109  vmb  ablo8  louffen. 

113  glyeh.  116  Bapft  zehand.         116  tyn  vatterland. 

126   gadt  :  hadt         Am   Bande  Joan.  8.  127   widerumb 

keren.         128  a.  B.  Luce.  9.         130  a.  B.  Joan.  14.         134  a.  B. 
Leni.  26.  27.         139  die  £e.        a.  B.  1  Thimo  4.  Colloff.  2. 
146  manger,  und  fo  anch  im  Texte  vom  zn  lefen  für  mancher. 
149  gaffen.        160  gott        164  find.         166  gott  wondt         am 
Bande  1  Cor.  3.  6.     2  Curinth.   6.     Efaio    66.  Act  7.         160  in 
vch.         am  Bande  Luce  17.         164  begert         a.  B.  Act  8. 
166  yffzt         dringt         168  dringt         a.  B.  Joan  4.         172  a. 
B.  Luce.  vlti.     Joan.  6.         173  Do  her.         176  a.  B.  Boma  3. 
£phe.  1.     Coilofs.  1.     1  Joan.  1.  177  foU.  178  g&tt 

179  eyden  Drackf.  für  yeden.  181  Das.  183  abloß.  a.  B. 
Matt  26.  184  vch.  188  gond.  189  griffend.  192  go- 
fchach. 


207 

Zcilo  5  gedocht  gedacht.  6  w&hrend  ich  manchmal  nicht  fchla- 
fen  konnte.  9  man  feit  man  Tagte.         12  fftche  auffache  und  be* 

foche.  13  gar  gänzlich.  20   hinder  fich  znrilck.  23  £nt- 

chrift  AntichriTt.  SO  dannocht  nnorganifche  Form  für  dannoch 
d.  i.  danno  noch  noch  sn  dem  Zeitpunkte,  wol  noch  nicht  flreng 
im  Sinne   nnferes   dennoch  trotzdem.  33  d.  h.   keine  Wolle,   man 

bat  davon  nichts.  36  dem  Qelde  der  Dentfchen  damit  eine  Richtnng 
l^geben,  in  der  hin  es  gefpendet  wird.         43  afgehaben  aufgehoben. 

46  wirt  yersigen   gar   wirt  völlig  verziehen.  48   darf  nit 

bmacht  nicht.  68  gemört  gemordet.  74  mag  kann.  75  wann 
demi.  78  zo  hant  fogleich.  82  feil,  der,  in  des  n.  85  vaft 
fehr.  87  bracht  ift  in  der  altem  Sprache  lärmendes  Getümmel.  Von 
brehen  glänzen  kommend,  alfo  eigentlich  das  was  in  die  Angen  fällt, 
ift  es  nach  bekannter  Yerfchiebung  auf  das  was  in  die  Ohren  fallt,  fiber- 
tngen.  UnTer  heutiges  Pracht  hat  den  urfprfinglichen  Sinn  wieder 
aufgenommen.  93  fo  ferr  fo  fem,  in  fo  fem.  95  hatte  nicht  wo  er 
fein  Haupt  hinlegen  konnte.  96  uf  erwogen  aufwärts  bewegen,  empor 
beben,   hier  von  Chrifti  Himmelfahrt.  112   knmpthar  kommt  her. 

123  Fronica  Veronica.  uBfpreiten    ausfpreizcn,    über   ein 

Fliehe  hin  ausbreiten,  pandere:  hier  im  übertragenen  Sinne  wie  aus- 
breiten. 124  darvan  davon.  nüt  nichts.  128  eren  pflügen, 
aekeni.  Z.  127  fg.  verftehe  ich  fo:  bei  Chrilti  Jubeljahr  braucht  kein 
Chrift  vom  Pfluge  d.  h.  allgemeiner  gefaßt,  von  feinem  Gefchäfte  fich 
m  entfernen  und  es  zu  vemachlä.6igen ,    er  findet  doch   fein  Vaterland. 

132  eigen  leibeigen.  136  anderswa  irgend  wo  anders.  146 
r&chen  Rackficht  nehmen,  beforgt  fein,  Hch  kümmern.  154  ir  fint 
ir  feid.  155  keim  keinem,  168  neußt  geneußt,  genießt.  170 
Qfgeftift  aufgeftütet  d.  L  geftiftet,  gegründet.  174  werfchaft  das 
£itt(tehen,  Gutftehen,  die  Garantie;  w.  thftn  eines  d.  wofür  gutitehn, 
etwas  garantieren.         180  nüt  dann  nichts  als,  nur.  183  langent 

den  ablaß,  dürfte  wol  weniger  die  Bedeutung  haben  anbelangend,  quod 
^net  ad,  als  langent  im  Sinne  von  belangent  ftehn,  cupidi,  wenn 
üur  verlangt.  Der  Sinn  der  Stelle  ifb  dann:  wenn  ihr  vorgenannten  Ab- 
hi6  von  Chrifto  begehrt,  fo  müßt  ihr  eurer  Seite  die  Armen  fpeifen,  die 
Nackenden  kleiden,  die  Leidenden  tröAen.  187  gleit  gelegt.  188 
gant  gehet. 

Der  ungenannte  Verfaßer  diefes  Stückes  muß  ein  Schweizer  gewefeu 
fein,  wie  die  fprachlichen  Formen  zeigen,  fo  vorfchiedene  außerhalb  des 
^ines,  wie  nüt  nichts  n.  a.  besonders  aber  im  Reime  das  har,  kumpt 
^*r  :  Jubel jar  112  das  entfchieden  im  fchweizerifchen  Stücken  auf- 
^tt,  I.  B.  auch  in  dem  Spiele  von  der  Eidgenoßenfchait;  das  Kottingcr 


208 

als  Vorrpiol  zum  Etter  Heini  hefauagegebea  hat,  Z.  41,  :  gar  54.  146, 
dann  im  Etter  Heini  1124.  1336.  2497.  2687,  :  war  3,  :  jar  37,  :  er- 
far  155,  :  ungefar  1370,  nnd  in  Buffs  Wilhelm  Teil  Seite  57,  :  wider* 
far  S.  58,  :  bewar  S.  61.  Aach  ou  illt  hier  noch  gewönlich,  im  obigen 
Stücke  konfen  :  loofen  109.  161.  SonTt  findet  (ich  Verdonkelnng  des 
n  in  0  bei  gedockt  (gedacht)  :  mocht  5,  krom  (Kram)  :  Rom  24. 
80.  118,  underloD  :  groß  88.  Von  ungenanen  Reimen  (d.  h.  die  für 
diefe  Zeit  welche  find)  begegnet  nur  zauberer  :  begern  163.  Woa 
die  metrifche  Behandlang  anlangt,  fo  gehört  diefes  Stück  ohne  Frage  za 
den  beßeren  der  damaligen  Zeit.  Seine  AbfaBangazeit  geht  ans  Zeile 
7  fg.  hervor. 

Über  den  damaligen  ZafUind  Roms,  der  in  diefem  Gedichte  eben 
nicht  als  mufterhaft  gefchildert  wird,  wollen  wir  noch  eine  andere  Stimme 
vernehmen,  die  des  Barcard  Waldis  in  der  24.  Fabel  des  4.  Bachs 
feines  Efop. 

Von  einer  romifchen  reife. 

Eins  mals  gedacht  za  werden  from 

Und  zoh  aa6  Teatfchlant  hin  nach  Rom  : 

Doch  ward  ich  aof  der  reis  nit  bider, 

Trag  zwibeln  hin,  bracht  knobloch  wider. 
5  Denn  das  ift  ie  ein  alte  weis 

(Wie  ieder  folches  felb  wol  weiß: 

Wer  da  gewcft,  darf  maus  nit  fagen), 

Za  Rom  holt  man  ein  böfen  magen. 

Ein  leren  feckel,  bös  gewißen, 
10  Und  wirt  gar  oft  ambs  gelt  befchißon. 

Da  gieng  ich  in  das  tentfche  hana 

Und  fordert  den  patron  heraaß. 

Ein  jong  gefeil  kam  aaßher  gähn 

Und  fah  mich  an  der  türen  Itahn, 
15  Grüßt  mich  nnd  halt  fragen  begand, 

Wie  es  in  tentfchen  landen  ftand. 

Ich  thet  im  bricht  von  allen  fachen 

Und  ganten  weiter  kantfchaft  machen. 

Zolezt  gab  fich  zorkeanen  mir, 
so  Wie  daß  er  einr  von  Haaftein  wer. 

Waren  beid  alte  fchnlgefellen : 

Da  thet  er  fich  zwar  frenntlich  ftellen. 

Wie  ich  mein  fach  het  außgericht, 

Sprach  er  'heat  wöUn  wir  fchoiden  uiebt/ 


209 

25   Fflrt  mich  und  mein  gefelln  nitfern 
Am  Campoflor  in  ein  tabem 
Umbs  Seigera  acht  am  morgen  fru. 
Ou  gÜBr  kam  noch  ein  gfeü  dam, 
Ein  PreoBf  fo  ich  mich  recht  bedenk, 

so  Der  hie6  Achaei  yon  der  Trenk. 
Er  fie6  halt  fpeia  und  brot  auftragen 
Und  nach  dem  heften  cnrfa  fragen. 
Wir  fezten  nns:  ich  fchmeckt  den  wein. 
Balt  kamen  anch  awen  mönch  herein 

S5  Und  fprachen  *bon  pro£az  miflier! 
Mochtn  wir  ein  jnli  oder  vier 
Verseren  in  enr  companei.' 
Achaei  fprach  *fezt  euch  herbeil' 
Zwei  weiber  folgten  auch  den  beiden, 
40  Welche  die  monch  betten  befcheiden. 
Die  festena  bei  Heb  an  die  feiten, 
Wie  (ichs  gebürt  eelichen  leuten. 
Das  gmach  war  offen  breit  und  weit, 
SaGen  umbher  mancherlei  leut. 
4&  Zulezt  gunt  fie  der  wein  bewegen, 
Der  alte  Adam  wolt  fich  regen, 
Und  fah  fo  yil  der  groben  boffen 
DaO  ich  lulezt  ward  gar  yerdroßen. 
Gedacht,  ea  ift  alhie  zu  Rom, 

60  Da  fohen  ie  die  leut  fein  from. 
Dazu  fein  diB  geifUich  perfon, 
Die  folten  ie  das  felb  nit  thon, 
Han  Tor  den  leuten  keine  fcheu, 
Und  fprach  'nun  wil  ich  auf  mein  treu 

55  Hin  gehn  und  lafiens  fo  gefchehen. 
Ich  mag  die  fchand  nit  lengr  anfehen. 
An  irer  fOnd  kein  teil  nit  han.' 
Da  antwort  mir  der  edelman 
Der  mich  dafelben  het  geladen, 

60  Sprach  'ftztl  es  ift  euch  one  fchaden. 
Wo  ir  wolt  bleiben  lang  zu  Rom, 
MOßt  euch  nit  ftellen  alzu  from 
Und  euer  eer  fo  fer  nit  fchonen. 
Ir  müOt  des  landes  weis  gewonen. 

65  Habt  ir  eur  tag  Ton  Rom  nie  gbort, 
Wie  man  fagt  im  gmeinen  fprichwort. 


14 


210 

Daß  eim  za  ßom  kein  Hind  nit  fchad? 
Alein  fo  er  kein  gelt  mor  hat, 
Das  iXt  die  allergröfte  fünd, 
70  Welch  nit  der  bapft  vergeben  künd.' 

Hie  magftu  merken,  wie  gar  fein, 
Wie  fchün,  wie  züchtig  keufeh  und  rein 
Idt  zu  Rom  der  papiften  leben: 
Schlangen  möcht  man  damit  vergeben. 

75  Noch  dörfen  He  fleh  gottes  rümen 
Und  mit  der  fchrift  ir  fach  verblUmen. 
Ich  hört  einmal  vom  Parafeil, 
^       Ein  großer  Hans  und  kluger  gfoll, 
Da  man  Tagt  von  götlichen  fachen, 

80  Daß  ers  gar  hönifch  thet  belachen 

Und  fprach  'ßnt  der  zeit  und  den  (tundcn 
Daß  die  geiftlichen  han  erfunden 
Daa  himelrcich  und  die  hellen, 
Vexiem  uns  leien  wie  ße  wollen, 

85  Tichten  ein  leben  nach  dem  tot, 
Wenn  doch  all  ding  ein  ende  bot. 
Wem  Petrus,  Paulus  hieher  nit  komen, 
Rom  het  fo  fer  nit  ab  genomen. 
Fart  mit  eurm  himl  wo  ir  wolt  hin! 

90  Ich  geb  vor  als  nicht  ein  quatrin.' 
Drumb  auch  das  fprichwort  warhafk  ift: 
le  neher  Rom,  ie  böfer  chrift. 


VI. 

Alter  Druck  8   Bll.     (2  Bogen)  in  4.   vom  Jahre  1641   o.  O.    Auf 
der  Titelfeite  Iteht 

Newe  zeittung  von 

Rom  I  Woher  das 

Mordbrennen 

kome? 

M.  D.  XLI. 


211 

ßuekfeite  leer.     Auf  dem  zweiten  und  dritten  Blatte  fteht: 
Newe  Eeitiuig  von  Rom  | 
Woher  das  Mordbrennen  kome? 
Ich  weis  dir  |  lieber  Bmder  |  nichts  uewes  sn  fchreiben  |  Denn  das  Bepft- 
fiehe  Heiligkeit  |  mit  Rat  vnd  hülffe  der  Cardinel  |  Bifchone  und  anderer 
6ei(Uichen   |  weia  nicht  |  wie  Tiel  taufcnt  Ducaten   ins  Deadfchland  ge- 
Tcbiekt  hat  |  damit   man  b6re  verwegrene  Leute  |  die  gern  gelt  hetten  | 
md  nicht  erbeiten  wollen  noch  mögen  |  Auch  zum  teil   die   der  Lutheri- 
Tchen  ketzerey  fcind  find  |  dinge   md   beHielle  |  Die  Lntherifche  Stedte 
zonerbrennen. 

Denn  BeplUiche  Heiligkeit  hat  ein  gros  mitleiden  mit  der  Deudfchen 
landen  |  welche  auff  kein  beder  weife  auszutilgen  find  |  denn  durch  fewer. 
Zq  dem  aoch  Bepftlicher  Heiligkeit  von  altersher  gewonheit  ift  |  die  Ketzer 
mit  fewer  snaerbrennen. 

DarAmb  ßhet  jre  Heiligkeit  für  gut  an  |  Das  zu  verbrennen  des 
Deodfchenlands  verordnet  vnd  gegeben  werde  |  folch  gelt  |  das  {  weiland 
jre  Heiligkeit  für  Ablas  vnd  Butterbrieue  im  Deudfchland  hat  famlen 
UfiTen  ]  Denn  folch  gelt  foUe  billicher  anders  nirgend  zu  dienen  |  denn 
ZQ  folchem  Göttlichen  werck  |  Deudfcher  Nation  zu  gut. 

£s  wolt  fleh  je  Bepftliche  Heiligkeit  in  dem  gern  danckbar  erzeigen 
for  der  Deudfchen  wolthat  |  vnd  mit  jrem  gelt  |  Ketzerey  ausrotten  [  Auff 
<Us  Dendfche  Nation  durchs  fewer  von  aller  Ketzerey  ausgefeget  |  Bepft- 
liebe  Heiligkeit  wider&mb  diene  in  heiligkeit  vnd  gerechtigkeit  |  die  jr 
^efellig  ift  |  Wie  fleh  das  von  alters  her  eignet  vnd  gebürt 

Auch  gibt  Bepftliche  Heiligkeit  dem  hochwirdigen  vnd  wolgelarton 
Herrn  herm  Jörgen  Wetzein  jerlich  dreihundert  gülden  |  das  er  defto 
frejdiger  |  angefehen  folcho  ehrliche  Snmtna  Gelds  {  wider  die  Lutheri- 
Tchen  fchreibe.  Alfo  braucht  Bepftliche  Heiligkeit  |  aus  fonderlichen  vnd 
iobrfinftiger  Liebe  wider  verffirte  Deudfcher  Nation  |  beide  Fedder  vnd 
Fewer  |  Wil  Fedder  nicht  helffen  |  So  mus  Fewer  helffen  |  Vulcanus  mns 
^  befle  thnn  |  vnd  der  Ketzerey  ftewem  |  Denn  es  ift  ia  beffer  |  das 
die  Lutherifchen  hie  zeitlich  geftraiFt  werden  |  denn  dort  ewiglich  |  beffer 
mit  zeitlichem  |  dejpi  mit  ewigem  fewer. 

Derhalben  fol  mau  Bepfllicher  Heiligkeit  fnmemen  für  gnade  |  barm- 
Hertzigkeit  vnd  danckbarkeit  |  gegen  der  Deudfchen  wolthaten  achten  | 
AU  die  nicht  gern  fihet  |  das  fle  in  das  Hellifch  fewer  geworden  werden 
I  Denn  zeitlich  flraffe  ift  gnad  gegen  der  ewigen  ffcraffe  |  Vnd  zeitlich 
fewer  lefCt  fleh  lefchen  |  Aber  ewig  fewer  ift  nicht  anszulefchen  |  On 
durch  Vigilien  |  Seelmeffen  |  vn  verdienft  der  Heiligen  |  Munchskap- 
pen  etc. 

Aach  hat  8.  Paulus  von  diefem  Mordbrennen  Deudfcheslands  ver- 
kündiget j.  Corin.  3  da  er  fpricht  |  Wird  jemands  werck   verbrennen  |  fo 

14* 


212 

wird  er  gelbrafft  werden  |  Er  felbs  aber  wird  feiig  werden  |  Aber  doch 
durchs  fewer  |  Denn  mit  fewer  kan  man  viel  ketxerey  Tertilgen  |  Ala  wenn 
man  die  Ketzer  mit  Hans  vnd  Hoff  |  Weib  ynd  Kind  verbrennet  |  welchs 
ein  Opffer  ift  zum  fArfen  gemch  |  Anff  das  die  armen  Seelen  felig  werden. 

Anch  weil  die  Lntherifchen  fagen  |  Der  Jiknglletag  foy  fnr  der  th&r 
I  ynd  er  werde  mit  Fewer  offenbart  werden  (Welchs  Bepftliche- Heilig- 
keit fampt  jrem  Qefind  |  Cardinelen  |  Bifchonen  etc.  hie  an  Rom  tu  in 
Italia  fnr  ein  lauter  Fabel  halten)  So  wxl  Bep(Uiche  Heiligkeit  der  Deud- 
fchen  torheit  (traffen  |  vnd  jrem  Termeinton  Jüngftentag  ein  preludium 
machen  |  vnd  fpottet  jres  Jüngflentags  der  mit  fewer  komen  fol  vnd  lefft 
Mordbrenner  beftellen  |  auf  das  die  Deudfchen  keinen  mangel  an  Fewer 
haben  au  jrem  J&ngften  tag. 

Weil  He  ia  Inft  haben  zum  Fewer  des  JAngftentags  |  So  wil  jnen 
BepfUiche  Heiligkeit  den  lüften  bäfTen  |  vnd  fewers  gnng  verfchaffen. 
Denn  Bepftliche  Heiligkeit  thuts  alles  vmbs  heften  willen  |  Anff  das  doch 
ein  mal  die  Törichten  Deudfchen  klug  werden  |  vnd  fich  wider&mb  be* 
keren. 

Hiemit  Qott  befohlen.     Schreib   mir  auch  |  lieber  Bruder  |  welcha 
Glaubens  du  feieft  |  Hut  dich  ia  bey  leib  für  dem  Lntherifchen  Qlauben  | 
anff  das  du  nicht  auch  den  Mordbrennern  zu  teil  werdeCt. 

Was  ich  aber  dir  von  Bepftlicher  Heiligkeit  gefchrieben  habe  |  ift 
noch  heimlich  |  Ich  vertrau  dirs  aber  |  als  meinem  lieben  Bmder  |  Be- 
halte bey  dir  vnd  las  bey  leib  nicht  auskommen  |  das  die  Lntherifchen 
Ketzer  nicht  zu  wiffen  kriegen  |  Sie  möchten  fonft  der  fachen  naehden- 
cken  I  das  Bepftliche  Heiligkeit  |  mit  jren  Cardinelen  vnd  Bifchonen  fo 
gütlich  vnd  freundlich  nicht  meinet  |  wie  He  für  gibt. 

Datum  zu  Rom  |  am  tag  Petri  vnd  Pauli  |  Anno 
1641. 

Die  antwort  auff  die  Bpiftel  |  folget  nach  dem  To  Denm  Laudamus. 

Auf  der  vordem  Seite  des  vierten  Blattes  fteht  dann 

Ein  new  Te  De- 

um  laudamus  |  Vom  Bapft  ^ 

Paulo  dem  dritten  |  Welchs 

zu  Rom  in  Lateinifcher 

Sprach  gefnngen  haben  |.PasqnilluB 

vnd  Marforius  fein  Oefetz  vmbs 

ander.    Yerdeudfcht  durch 

Bepftlicher  Heiligkeit 

guten  Freund  | 

Erasmum  Albernm. 


213 

Apocalipn«  18. 
Bezalet  fle  |  wie  fie  euch  besalet  hat  |  vnd 
macht«  jr.  zwioeltig  |  nach  jren  wcrckeii 
Vnd  mit  welchem  Kelch  He  euch  eingc- 
Tchenckt  hat  |  fehenckt  jr  zwiacltigr  ein.    Wie 
viel  He  fich  herrlich  gemacht  |  vnd  jrcm 
matwillen  gehabt  hat  |  So  viel  fehenckt  jr 
quäl  vnd  leid  -ein. 

Auf  der  Bäckfeite  des  vierten  Blattes  noch  einmal  die  Überfchrifl, 
dann  folgt  daa  Gedicht  das  bis  oben  auf  die  Biickfoitö  des  fechdon  geht. 
Dtfonter  Acht  noch  folgendes  Qebet: 

Laft  VHS  beten. 
HERH  Gott  Himelifcher  Vater  |  Der  du  durch  deinen  heiligen  GeiA  | 
deinem  lieben  Apoftel  8.  Paulo  verkündiget  haffc  |  das  der  MenCch  der 
fluiden  vnd  das  boshafftige  Kind  des  Verderbens  fol  su  feiner  seit  offen- 
baret I  vnd  nait  dem  Geilt  deines  Munds  vmbbracht  |  vS  alles  jamers  anff 
Srden  ein  ende  gemacht  werden.  Wir  bitten  dich  |  Du  w6Ueffc  dein  an* 
fe£uigen  werck  wider  das  Teuffelifch  Reich  des  Widderchrifts  |  nach 
deiner  Verheiffung  hinaus  f&ren  |  vnd  das  grewlich  Bapftthumb  voUend 
uftören  |  Darch  vnfem  H£REN  Jhofum  Chriftnm  deinen  lieben  Son  vn- 
fera  HERRN  Amen. 

Darnach  folgt  auf  2  Seiten  und  etlichen  Zeilen  noch  folgendes  Stück : 
Antwort  Conradi  Ribaldi  |  auff  feins 
Brüdern  Petri  Ribaldi  Sehrifft  |  an 
jn  aus  Rom  gethan. 
FVeundlicher  lieber  Bruder  |  deine  SchriffI  hab  ich  gelefen  |  vnd  kan 
mich  nicht  ^ugfam  verwundem  |  Das  du  fo  kune  bifl  |  vnnd  darffit  von 
deinem  Herrn  |  dem  Bapft  |  folch  dinge  fcbreiben  dergleichen  fo  lang  die 
Veit  geitanden  nie  erhört  iit.    Ich  hab  wol  offt  dauon  gebort  |  habs  aber 
nicht  kiknnen  gleuben  |  Bis  das  du  felbs  danon  fchrcibelt. 

So  wil  ich  dir  nu  wider  Antwort  geben.  Das  |  von  Gottes  gnaden  | 
der  Mordbrenner  |  ehe  denn  Sie  fchaden  thun  |  vil.  gefangen  vnd  ver- 
bremiet  werden.  Die  bekennen  eben  auch  das  öffentlich  |  das  du  mir  in 
geheim  fchreibft.  Dasn  man  hat  eine  Sehrifft  von  etlichen  Bogen  von 
der  Mordbrenner  handelnng  vnd  bekentnis  in  Truck  laffen  ausgehen  |  Dar- 
amb  ift  die  Sach  nicht  fo  heimlich  |  wie  du  meinest. 

Auch  foltu  wifTen  Das  die  Dendfchen  nicht  wol  sufriden   find  |  mit 
des  Bapfts  guter  meinnng  |  vS  gnediger  (traffe  |  wie   du  dauon  fchreibfL 
^ie  ^ftehen  euch  Romaniften  auch  keins  wegs  |  das   He  Ketzer  feien  | 
Sondcni   beweifeft  das  widerfpicl    mit    öffentlicher  heiiger  Sehrifft  |  vor- 


214 

fchen  Heb  auch  |  Gott  werde  bald  drein  feben  |  vnd  das  gantz  Bapftamb 
in  abgrund  der  Hellen  rtoffen  |  vnd  mit  ewigem  Fe  wer  verbrennen. 

Vnd  ftebet  wol  draufif  |  Das  die  vnfeligen  Papiften  anch  hie  zeitlich 
jre  ftraffe  empfaben  mdcbten  |  Denn  macben  He  es  zu  viel  mit  jrem  Mord- 
brennen mögen  He  znfeben  |  das  jnen  die  fancken  nicht  vntcr  die  äugen 
ftieben  |  Denn  die  Deudfcben  FArlten  |  die  zum  teil  bisher  blind  gewefen 
I  Nu  aber  von  dem  liecbt  des  Mordfewers  febend  vnd  wacker  werden  ) 
haben  kleinen  gefallen  dran.  Derhalben  möchts  leicht  gefchehcn  |  das 
etwa  ein  newer  Herr  Georg  von  Fronsberg  gen  Rom  kome  |  vnd  Bepft- 
licbe  Heiligkeit  |  von  Deudfcher  Nation  wegen  |  die  fuffe  k&fTete. 

Das  du  aber  von  dem  verlornen  Buben  Wetzel  fchreibft  |  h6ren  wir 
gern  |  das  der  Bapltefel  (für  dem  fich  vor  zeiten  jderman  |  auch  Keifer  f 
Konige  vnd  Fürften  f&rchten  mußten)  doch  zu  lezt  in  folche  Verachtung 
komen  ilt  |  das  er  nu  ein  armen  elenden  Bacchanten  |  vmb  hfilffe  wider 
die  Lutberifchen  anruffen  mus  |  Vnd  der  zuuor  gewonet  war  |  gelt  von 
jderman  zunemen  |  mus  nu  gelt  ausgeben  |  das  fallend  Widerchriftnmb 
ein  kleine  zeit  vnd  Galgen  frift  |  auffzuhalten  |  Denn  feer  bald  wirds  mit 
dem  Bapftibumb  aus  fein« 

Vnd  ich  rat  dir  trewlich  |  mein  lieber  bruder  |  du  wolleft  dich  anffs 
fchirft  von  Rom  hinweg  machen  |  Auff  das  du  nicht  mit  den  Gottlofen 
verdampt  werdet.  Thue  wie  Lot  |  vnd  mache  dich  dauon  |  vnd  verlas 
Sodom  vnd  Gomorra.  H6re  was  die  himelifche  ftimme  fpricht.  Apoc. 
XVIII.  Gehet  aus  von  jr  |  mein  Yolek  |  das  jr  nicht  teilhaffhg  werdet 
jrer  funden  |  auff  das  jr  nicht  empfahet  etwas  von  jrer  plagen  |  Denn  jre 
fnnde  reichen  bis  an  den  Himel  |  vn  der  H£rr  gedenckt  an  jren  freuel  etc. 

Die  Papiften  m6gen  des  JAngften  tags  jmmer  hin  fpotten  vnd  lachen  | 
Aber  gewislich  wird  er  nicht  lang  auffen  bleiben  |  Darümb  mach  du  dich 
ans  der  Rdmifchen  Epicurer  land  |  vnd  ziehe  zu  vns  |  da  man  das  heilig 
Enangelium  lauter  vnd  rein  prediget  |  Das  wil  ich  dir  aus  brüderliche  lieb 
geraten  haben.  Hiemit  fey  Gott  befolhen.  Datum  NAmberg  |  am  tag 
Laurentij  Anno  1541. 

Der  Druck  gibt  im  Gediehte  fclber  immer  Marforius,  (tatt  Mar- 
fori  US  (wie  der  Name  wirklich  bei^t),  was  nur  auf  dem  Titel  und  in  der 
Überfchrift  fteht.  Ich  hatte  keine  Befugnis,  die  falfche  Form  eines  Na- 
mens zu  berichtigen.  Z.  2  fnnd.  Widderchrift.  6  Chriftn- 
heit.  Im  Texte  vom  ifb  das  e  der  zweiten  Silbe  zu  tilgen.  Yer- 
rheter.  11  Viel.  19  Bofwicht.  24  fund.  ehe.  25  zn- 
laft  Priefterehe.  38  Rot.  39  fund.  45  ghet.  46  da- 
für.         51   leitt.         52  1er  traweu.         53  Gotts.         54  funden. 


215 

Daß  diefer  Pafqnill  wirklich  Verdontfchong  eines  lateinirchen  i(t 
(wie  die  Angabe  auf  dem  Titel  lantet),  das  fcheint  feine  Richtigkeit  sa 
itAben.  Johannes  Vogt  in  feiner  Abhandlung  'Über  Pasqnille,  Spottlieder 
und  Schmähfchriften  ans  der  erften  Hälfte  des  16  Jhdts'  in  Ranmcrs 
hiftor.  Tafchenb.  9.  Jahrg.  1838  S.  321—524)  führt  S.  376  einen  Pas- 
quill des  Titels  an '  Pasquilli  et  Marphorii  Hymnus  in  Paulum  Tertinm 
Pontificem  Maxim,  quem  alternatim  Rom®  cecinerunt,  factus  ad  nume- 
mm  Te  Deom  laudamus.'  Er  befindet  fich,  wie  Vogt  angibt,  als  flie- 
gendes Blatt  im  geheimen  Archive  zu  Königsberg.  Das  wird  wol  das  Ori- 
^nal  nnferer  Verdeutfchung  fein« 

Der  Papft,  den  diefer  Pasquill  fo  hart  angreift,  ift  Paulus  UI 
ein  Weltkind  fo  gut  wie  irgend  ein  Päpft  vor  ihm'  (Ranke,  die  römi- 
fchen  Päpfte  1,  ^37).  Er  war  ein  Römer  von  Geburt,  Alexander  Far- 
nefe,  wurde  1493  von  Alexander  VI  zum  Cardinal  erhoben,  am  13.  Octo^ 
bcr  1634  nach  .  Clemens  VII  Tode  zum  Papft  erwählt  und  am  3.  Nov. 
desf.  J.  gekriSnt.  Sein  Werk  ift  das  Inquifitionsgericht  und  die  BeftSti- 
gmig  des  Jefuitenordens.  Unter  ihm  wurde  auch  das  tridentinifche  Con- 
tilimn  am  13.  Dec.  1646  eröffnet.  Er  ftarb  am  10.  Nov.  1549  im  zwei 
ond  achtzigften  JLebensjahr.  Sein  oben  Zeile  22  erwähnter  unehelicher 
Sohn  ift  Petrus  Aloyfius  Farnofe,  der  ihm  noch  vor  feiner  Erbe- 
bang  zom  Papfte  geboren  wurde.  Er  machte  ihn  zum  Herzoge  von 
Caftro,  Panna  und  Piacenza,  das  er  zu  dem  Ende  vom  Kirchenftaate 
getrennt  hatte.  Diefer  Sohn  kam  1547  durch  eine  Verfchwörung  ums 
Leben. 


vm. 

Alter  Druck  o.  O.  u.  J.     4  Bll.  in  4.     Auf  der  Titclfeite  fleht 

Ein  Getichte 

darin  angezeigt  wird  |  Wie 

from  Hertzog  Heinrich 

von  Braunfchweig  | 

Vnd  wie  böfe  die 

Luterifch  on 

fein. 

Auf  der  Ruckfeito    des   1.  Bl.   nochmals   die   Überfchrift,   dann   bcgtnut 


216 

(las  Gedicht  und  geht  h'ia  unten  auf  die  vordere  Seite  des  letsten  Blattes 
Auf  der  Rückfeite  deafolben  ftebt 

Hertzog  Henricb  von 
Braunfehweig. 
Neuwe  MAntze  fcblag  ich 
Die  Eaften  vol  hab  ich 
All  Eigenwillifch  widder  mich 
Hertzog  Heinrich  bleib  ich. 

CONTRARIUM. 
Newe  TAcke  brauch  ich 

Nichts  Erhlichs  handel  ich 
Drumb  all  Euangelifch  widder  mich. 
Ein  Schelm  vnd  B6fswicht  bleib  ich. 

Der  Druck  gibt  Z.  4  One.  5  Das.  7  fleifig.  9  Das  n. 
fo  immer.         haben.         16    allzeit.         28   weis.         befcheit   Hc. 

41  jhe,   und  fo  42.  43   LaTfe   es   dirs.  45   lies   vom   im 

Texte  Gedenk.         46   b(»fslich.  50  argelift.  54   Widder. 

65  und  fehlt.  67   wortn   der  Dr.  und  fo  vom  zu  lefen  ftatt 

Worten.  77  meldt.  78  furheldet.  86  waldon.  87  Bis. 
89  mus.  90  fiebn.         91  fus.         96  puchen.         101  die- 

fen  vntrewen.  103  fachen  nicht.  122  lies  vom  uns  ftets 

erhitzen.        132  fried.  147  follen.  •         157  ghorfam,  und  fo 

vom  im  Texte  zu  lefen.         164  wir  für  gott  dir.        167  gefche  fic. 

Zeile  20  lantwer  ift  befeftigte  Gränzmark,  wie  ftatwer  Befefti- 
gung  der  SUdt.  68  im  felbft  Xlch  felbft.  116  fchweben  fchwS- 
tzen?  wie  foult  fchwebeln,  fchwafeln.  119  dweil  die  weil.  142 

itslich,    ietslich,    fonft  auch  ietlich,   ieslich  jeder.  151    im 

d.  i.   dem  Papfte.  154   caphun  Kapaun.     Das  feifte  Kaphuhn  hier 

wol  Hnnbildlich  fiir  eine  fette  Pfründe. 

Die  Reime  fal  (:  ftall)  75  fdr  hochd.  fol,  anzeigt  :  anregt  127, 
föIlen  :  brüllen  147,  tobens  :  glaubens  165  (alfo  (treng  anzogt, 
brüllen,  gl  oben»)  zeigen  den  EinfluO  des  nioderdeutfchen  Idioms. 
Die  Heimat  des  Gedichtes,  wie  es  auch  fehon  aus  dem  Gegenftande  des- 
folben  hervorgeht,  ift  Niederdeutfchland,  vielleicht  Wittenberg  felbft. 
Unre^ine  Reime  ßnd  weiter  legen  :  befehden  29,  ere  :  höhe  65, 
reden  :  fchweben  115,  not  :  wort  137.  Der  Versbau  beruht  mit  ge- 
Hftgen  Ausnahmen  auf  SilbonzShlung. 


\ 


217 


IX. 

Alter   Dniek   ohne  Ort  vom   Jahre   1542,  2   Bo^n   (8   B11.)   ia  4. 
Auf  der  UteUeite  fteht 

Ein  lÜftiif  gefprech  der 

Tenffel  rnä  etlicber 

Kriegslente  |  Von  der  flacht 

des  groffcn  Scharrhan- 

Ten  H.  Heinrichs  von 

Branufchweig. 

Anno  M.  D.  XLII. 

Auf  der  Rückfeite    des  erflen  Blattes  beginnt   der  Dialog  und  geht  his 

nr  Mitte  der  letsten  Seite. 

Der  alte  Druck  gibt  Zeile  8  newe.  4  vS.         6  Peren.  9 

▼berhand.     Vom  im  Texte  lies  überhant  Hir  über  hant.  12 

gros.        15  gegrieffen.         19  lies  vom  safamen,  nicht  snfam- 
men.        20  Inn.        21  gähn.        23  fetse  Yom  nach  verachten  ein 
Komma.         26  verdrenft.        feer.        maffen.        27  laffen. 
28  lies  ir  Tom,   nicht  ihr.         jr  getrewen.         29  wiffen  nicht 
beffer  Bottfchafft.        81  ehrlich.         32  gras.         33  viel. 
84  diefe   mehre.        35  Das.         38  getrewer  reiche  genoffen. 

89  gifft.        ftoffen.        42  verlas.        48  vnfere.       53  ewrm. 

63  geli6ren.        67  BAehffen.         69  lies  Er  hat  im  Texte, 
gebftft         72  Sted.         77  lies  vom  im  Texte  mitverwanten. 
SSBoltslin.        87  im  fUffen.         91  Kerbei.         97  mas.        98 
▼leis  noch  mAhe.        100  HAlff.        106  lies  vom  fürft  mit  kleinem 
Anfragsbaeh/taben.       211  erts  Baben  ftftck.        150  Landskneht 
fic.        131  Tns  fragen  newe  mehr.        134  Pox,  and  fo  lies  vom 
Ar  Pos.        beer.         140  be6ere  vom  kriegsmann  in  krieges- 
man.        wsn  beide  Haie.         145  lies  vom  dramb  fdr  daramb. 
U6  entronnen  :  wannen.        149  jn  mAft.        154  Hette  er. 
156  den  fchos  gut.         158  es  f ftmer  pots.  168  gähn  :  ftan. 

165  naher.        169  fcheweft        170  Lawr.         171  flax. 
173  gähn.         174  fernis.         179  lies  vom  im  Texte  oder  wer  ich 
bin  fSr  o.  wo  i.  b.        188  fchew.        194  nim,  and  fo  vom  im  Texte 
fonimm.         202  gefand.         206  gefongen  Hc.         218  Lente 
blieben.         221  Röslein.  225  verdries.         229  Bit  ßc. 

W  rehten  fic.         240  alle  fic.         245   geftikrtzt.         252  ge- 
grieffen.         256  gefehinnen.  265   mas.         266    mas  vnter- 

Sfthn.        270  find.         272  vertrawet  :  gebawet.         277  het  fic. 

284  vnrahe.       288  jmer  jemand  d.  folt  jrren.       291  newes. 


218 

292  lawcrn.         298  fant  anten.         298  Bunds  Irerrn.        303 
hulff.         306  gefchiefft         308  lies  vom  im  Texte  toufels  würm. 
driimb.  333  lies  vom  folt  für  Tölt.  33G  das  er  der  He. 

341  wunderlich.  354  ausftan.  35G  Peul.  359  Dia. 

362  manchem  ein  pract.  363  lies  im  Texte  gleaben  für  glau- 
ben. 370  mi\he.  378  vnruigen.  Hinter  Z.  378,  alfo  nach 
den  Worten  Piatos  ift  durch  ein  arges  Ycrfehen  ohne  meine  Schuld  die 
Rede  des  Belial  weggela^en  worden.     Sie  lautet: 

Belial 
Pluto,  dein  rat  gefellet  uns  allen  wol. 

Sint  ich  mein  bedenken  dazu  Tagen  fol, 
Weil  fich  alle  papiften  und  nnfere  anhenger  izunt  bücken. 

Keiner  wil  fich  laßen  erfur  lucken, 
Daß  wir  auch  lauern  und  fehen  zu, 

Wie  man  den  fachen  weislicher  thu: 
Denn  unfers  herzogen  anfchleg  fint  znriOen, 
Er  hat  fich  in  feiner  klngkeit  befchmißen. 
£r  mag  fich  die  papiften  widerumb  außwufchen  lan, 

Oder  wil  er  bei  uns  ein  wannen  bad  han, 
So  wollen  wirs  im  mit  vlexß  bereiten 

Und  ein  cardinals  mantel  darüber  breiten, 
Daß  er  mag  baden  und  banketieren  auß: 

Zu  Wolfenbeutel  ift  er  izt  nicht  mer  zu  haus. 
Nun  folgen  die  Worte  des  kleinen  Teufels  und   dann   der  Befchluß. 
Z.  378  vertrawet  :  gebawet.         391  gähn  :  ftan.  402  wehren. 

404  Ihre  grawfame.         entnommen. 

Zeile  7  bremmcn,  ahd.  primman,  mhd»  brimmen,  nhd.  brum- 
men ragire.  Röther  1651  ienir  der  dft  gebunden  lach,  der  begunde 
bremin  alfe  ein  berc,  die  ketenin  die  zobrach  er.  Herbort  2990 
fwenne  im  Hn  zorn  ane  quam,  als  ein  grimmer  her  er  bram,  fo  enkonde 
fiuen  willen  nieman  geftillen.  17  wil  fehler  gar  untergehen  wird 
bald  ganz  untergehen.  18  gefchwtirm  Schwärm,  Qewimmel.  31  Be- 
handelt  ihn  nobel,  wie  es  feinem  Stande  geziemt.  35  ungefel- Un- 
fall, Unglück.  40  die  vinanz  ift  Wucherei,  Kniff  in  Goldgefchliften, 
dann   überhaupt  Kniff.     Schmellers  bair.   Wörterb.   1,   5.34.  41   zu- 

fchanzen  einem  etwas  einem  etwas  in  die  Hände  fpielen;  die  fchanz, 
fchanze  (la  chance)  ift  Wurf  mit  Würfeln,  Glücksfall,  Vorteil,  Schmeller 
3,    374.  42   backe?   haken  heißt   fchlagen    bef.   den  getrockneten 

Flachs  vorm  Schwingen,  auch  vom  Klopfen  der  Gerfte.  Grimms  Wörterb. 
f.  V.  1,   1080.  baakfcn    fchlagen  Bremifch  -  niederfiiclis.   Wörterb. 

1,  42.    Der  Sinn  im  Gcgenfatzc  zu  'fich  dmuf  verlaßcu    fcheint  hier  die 


219 

Bedeutung  'sagen'  zn  verlangen.  Vielleicht  gehört  es  sn  bAgon  laut 
fchreien,  bef.  Ton  Kindern  die  nngestüm  weinen,  der  bAg  Zorn,  ynrdniß 
Schmeller  1,  167  fg.  Mhd.  bAge  biee  gebAgen  nnd  fpäter  meist 
fchwach  bAgete.  Beneeke- Müller  1,  78.  Ahd.  bAgan  und  pAgan 
contendere,  objnrgare  neben  bAgdn.  Graffs  ahd.  Sprachfehatz  3,  22  fg. 
U   eher  früher.  einem    hier   als   nnbeftimmtes  Pronomen:    irgend 

einem,  jemandem,  dem  nnd  jenem.  45  nnfern  Jüngern  Dat.  Singul. 

föranfermjünger,  wie  ans  im  des  folgenden  Yerf es  erhellt.  50  grnnt 
GenitxT  mit  fehlendem  Flexionszeichen.  51  auGbnnt  ein  der  altem 
Sprache  mangelndes  Wort,  wofür  diefe  überbnnt  gebrancht,  das- 
felbe  was  fchanfalt,  das  vordere  nach  außen  aufgefaltete  Ende  eines 
Stuckes  Tuch,  das  immer  das  hefte  zn  fein  pflegt  nnd  zuletzt  verkauft 
wird,  dann  überhaupt  fpecimen,  Muster.  Benecke-Müller  1,  135  Grimms 
Worterb.  1,  840  fg.  57  Das  würo  Undank  und  ein  Leid,  Betrübnis, 
for  feine  Machthaber,  d.  find  die  Teufel  und  die  Machthaber  die  in  der 
Teufel  Gewalt  find.  67  mit  der  filbern  büchfen  fchießen  Geld 
?eben.  69  gebuft  wol  für  geputzt:  er  hat  feinen  Stall  damit  gerei- 
nigt, d.  i.  feine  Angelegenheiten  fauber  gemacht,  fich  aufgeholfen. 
^  die    fchanz   feiet  das  Glück  fehlt.  87  flöOen  Floß  treiben? 

oder  was  fonft  niederdeutfch  vlojen  ift,  hell,  vlocijen,  fließen,  im  Über- 
fioS  da  fein?  91  kerwei  Kirchweihe,  Kirmfe.  93  d.  i.  He  werden 
ihn  zum  Narren  machen.  104  zwar  in  Wahrheit.  bereit  bereits. 
111  Etliche  fkellen  ßch.  123  geheien  plagen,  Schmerz  bereiten. 
Schmeller  2,  132  Flochia  (Weim.  Jahrbuch  2,  438)  Zeile  37  Vulnera 
que  fchmerzunt,  Augos  Nafosque  geheiunt  128  neu  zelten  neue 
Zeitungen  d.  i.  Neuigkeiten.  135   freidig  übermütig,  trotzig. 

136  hab.  Daä  ahd.  gab  aha  habitns,  fubftantia  (Graff  4,  738)  etwa  in 
der  Bedtg.  Mafse?  Wol  kaum.  Es  muß  hier  Seh  aar  bedeuten.  In  der 
Schweiz  nennt  man  Kühhab,  Rofshab  etc.  eine  Heerde  von  Kühen,  Pferden. 
V^l.  Btalders  fchweiz.  Idiot.  2,  7.  140  wann  her  d.  i.  wannen  her, 
woher.  151  noch  eins  fo  feft  noch  einmal  fo  feft.  159  der  po- 
▼el  das  Volk,  gemeine  Volk.  1G8  hau  hin  lauf  hin.  170  der  laur, 
IsQer  fchlauer  hinterliftiger  Menfch.  Schmeller  2,  488.  195  ich  thar 
ieh  wage.     Was  du  thnft,  das  wage  auch  ich  zu  thun.  199  ftal- 

brader  confors,  Kamerade;  ahd.  ftallo,  giftall o;  ndtgillallo  Kampf- 
genoße.  201  amafaten  Gefandte.  229  on  alles  gever  ganz  ohne 
Betrag,  in   Wahrheit.  244   hörzen   kann   nur   das  verhochdeutfchte 

^QTten   fein,  (toßen,    Brem.   Würterb.    2,    675   niederl.    horten  Kilian 
3öO,  engl,  to  hurte,  franz.  heurter,  ital.  urtare.         273  im  fich. 
^  gefchieft  böswillig,  hohnifch;   vgl.  fchifüg  Brem.  Wörtcrb.  4,  651. 
309  das  gefchmeiß  Excrcmcnt,  Brut. 


220 

Der  VerfaOer  diefes  Gefprachs  ift  muht  bckKnnt,  jedcsfAlls  war  er 
ein  Niederdeutfcher.  Der  Yersban  ift  wild,  die  Reime  sind  lilioBg  un- 
genau.    , 


X. 

Alter  Druck  8  Bll.  in  4  ohne  Ort  und  Jahr.     Auf  der  Titilfoite  von 
breitem  fchönem  Holzrcbnittramon  elugefchloßen  ftoht 

Bokcntnus 
vnd  clag  hertzog  Hein- 
richen von  Braunschwcigs 
des  Jungern  aller  feiner  hen- 
del,  vnd  wie  er  feine  fachen 
hinfort  anzuftellen 
godencket. 
Iniufte  egi  et  iniquitatem  feci. 
Die  RQckfeite    des    erften  Blattes  ift  leer.     Auf  der   vordem  Seite 
des  zweiten  fleht  mit  großen  Lettern  die  Anrede  an  den  Lefer 
ES  kan  fich  ein  yeder  erinnern  wol  etc. 
Auf  der  Rückfeite  beginnt  oben  das  Gedicht  und  geht  bis  auf  dio 
Rückfeite  des  fiebentcn  Blattes.     Das  letzte   achte  ift  leer.     Die  Seite 
hat  30  Zeilen. 

Der  Druck  gibt  Zeile  1  gros.  2  das.  noch.  3  Dornach. 
4  vleis.  fe  bcfliffen.  6  Darffs.  gewiffen.  7  newe, 
viel:  ziel.  9  Mordtbrandt.  10  yn.  weldt.  11  Do- 
rumb.  12  jhneu.  13    jmmer.  fchandt.  14   Mus. 

Landt         17  domit.  19  genandt:  bekandt.         20  weldt. 

23  gethan.         24  lohn.         25  Noch.         29  woldt.         32  Viel. 
33    fehr.         35  gewaldt.         36  Gott.         41   geringcften. 
43  ehr.       49  vortrau wet,  und  fo  vom  im  Texte  zu  lefen.       50  fchir. 
51  obliggen.         53  beueel  hatt.         54   fchatt         57   domit. 
60  Hett  61  getrieben:  vorblieben.  63  fchuldi. 

68  ehrlich.         70  Wan.         73   radt.         77   fpiel.         79   gewoldt. 
80  Gott.  82  Dordnrch.  84   hett.  86  bofsheit  hett. 

87  vorblieben.     Vom  im  Texte  lies   vorbliben.  88   diefer. 

*  91    geratton.         92   thathen.         94   wieder.         95    güdtlichs. 
99    fpiel.         101  fpicl:  viel.         103  trew  vnd  ehr:  mehr. 


221 

105  Tiel.  108  darnidder.  111   wioder.  112  jhnen. 

118   liegen.  124  jbn.  126  fpiel.  nick  fic.  131   ge- 

trieben:  vorbliebeti.  149  getrieben.  152  Tmb  fonft. 

153  fiegel.         154  ybermadt.         155  ftedten.        164  gefchrieben. 

169   ynD.         170    DarAmb.     Vom  im  Texte  lies  Darümb. 
172    Tortranwen,   und  fo  vorn  im  Texte  zu  lefen.  173   Bett. 

179  viel  doran.         180  liegen.  191  liegen.         193  viel. 

199  fcbandt:  handt.        201  vorhaft.       205  jhrer.        207  trawt. 

209    heldt:   gezeltd.         211   ytsnndt     Lies   vom  isunt. 
211  werdt:  erdt       215  Bett  vnd  getrewen  dobinden  blieben. 

222   ehr.         224  frawen  Batt         227  Dan.         229   nodt. 
diefer.         236  jbren.        rhae.         239   wiltpan.         242   ehr. 
243  lohn.         249  kondt.         baldt.         252  fahr.         255  fcbandt: 
handt.  258    vntrew.  266   jhr.  269    mehrer. 

270  nieden.  275  dohin.  279  vnrnhe.  284  nodt. 

285  diefem.  289   gndt.  293  Nacbtbarn.         294  that  Hc. 

298  ydermann.    Vom  im  Texte  lies  idermann.         301  do. 

Zeile  45  er  eher,  ehe.        53  bevel  Befehl.         61  reidlein  Bild- 
lein.         70  man  thar  es  geziemt  fich,  man  darf.         80  vgl.  IX.  318  fg. 
100  were  ich  d.  i.  werde  ich.  104  es  deffen.  114  am 

ferften  am  fchmerzlichften.         124  Man  erwartet  ein  erlichen  man; 
aber  liier  nicht  abhängig:   man  darf  ihn  nicht  'ehrlicher  Mann'   nennen. 
137    fgg.     Über    die    befondera    Bezüge    wird    fpftter    gehandelt. 
144  ich  vorlies  ich  verliere.  158  am  ferften  f.  114. 

170  ich  krau  ich  kratze.  184  fein  nun  es  find  nun.  197  wäre 
et  nnn  fach  da8  es  verloren  wenn  es  verloren  worden  wäre.  Diefe 
£infchiebung  von  fach  auch  fönst,  z.  B.  im  Tenerdank:  ift  fach  daG 
ir  das  tler  feit  81,  4.  ift  fach  daß  du  darin  fleißig  bift  36,  25.  ift 
(ach,  da6  ich  das  neur  erfich  61,  29.  ift  fach  daß  der  held  Hunnen 
thot  78,  24.  lA  es  dann  fach  daß  fie  wellen  meinen  volk  fein  zu  ge- 
waltig 93,  26.  ift  es  fach  daß  ir  nit  fein  werdet  dabei  94,  18.  ift  nn 
lach  daß  ir  fi  gewert  95,  44.  ift  fach  daß  ich  folchs  wenden  kan  96,  208. 
Ferner  im  Ambraf.  Liederb.  70,  3  ifts  fach  daß  ich  dich  nemen  wil 
n.  f.  w.  214   Daran   kann  ich  mich  jetzt  nicht  mehr  vollftändig  er- 

ianera.         228  bereit  bereits.        244  don  thnn.         270  niden  unten.. 
273  will  er  mir  einräumen.         281  vorheifchen  verheißen. 

Der  nnbekannte  Verfaßer  diefes  Stuckes,  das  im  Jahre  1542  ge- 
dichtet fein  mnß,  war  ein  Niederdeutfcher,  das  zeigen  der  Verabau  und 
Doch  mehr  die  fprachlichen  Formen.  Niederdeutfeh  find  außerhalb  des 
Beines  die   Vorfetzfilbe  vor  für  ver  und  zu  für  ze  oder  zer,    ich 


_222_ 

brong  (bringe)  2^0,  verheifchen  (verbeißen)  201,  reidlein  (RSd- 
lein)  61,  ich  were  (werde)  100,  im  Reime  vor  allen  den  (tknn):  Ion 
244  und  vielleicht  noch  worden  :  verloren  193"  wo  worcn  zu  fpre- 
chen  ift  wie  oben  were  flir  werde. 


XI. 

Alter  Druck  4  Bll.  in  4.     Auf  der  Titelfeite  fteht 
WarhÄftigpe  Zeitung  wie 
der  Churfürft  zu  Sachfen  etc.  vnd 
Lantdgraff  zu  Hoffen  etc. 
Das  fchloß  Wolffenbüttel 
erobert  haben. 
1245. 
Darunter   ein   Holzfchnitt  (Wappen).     Die  Rückfeite   des   1.   Bl.    iffc 
leer.     Auf  dem  2.  Bl.  oben  ftelit 

Bruder  Yeyts  Landtsknechts  im 
Leger  Vor  Wolffenbüttel  | 
Trewliche  Warnung. 
Dann  folgt  das  Gedicht,  das  zwei  Blätter  einnimmt,  am  Schluße  ftelit 

BrSdor  Veyt. 
Das  letzte  vierte  Blatt  ift  unbedruckt. 

Der  Druck  gibt  Zeile  3  prejQ.'        6  von  fehlt.         7  Wolffen- 
püttel.        14  Das.         15  gewuft.         16  ward  die.         17  kummen: 
vnternumen.         21   niemandt.         22   vntrew.         23  bewift. 
25  Brawnfcbweyg.  29  jme.  gefchnittjen:  vermiten. 

31  gan:  lohn.  34.  weytter.  36  ehrliebender.  37  getrie- 
ben :  blieben.  39  p&cher.  51  dem  vntrewen.  52  wahn. 
53  yeder.  59  wird  fehlt  60  friede  vnd  ruhe.  70  Mo- 
res. 73  ghen.  75  trewer.  70  ehrl.  77  hawen  :  gra- 
wen.         81  verleye. 

Zeile  11  Das  fchwere  Gefchütz.  18  unternumen  weggenommen 
fo  daß  er  es  nicht  thun  konnte.  42  falfe  Sauce  (faulfe)  vgl.  fal- 
feerken  fanciSre  Brem.  Wörterb.  584.  rauten kraut  Anfpielung  auf 
den  Rautenkranz  im   (ächnfchcn  Wappen,  wie  in  der  folg.  Zeile  unter 


223 

wciOer  fchelm*  das  weifle  Koss  des  bronnrcliweiginshen  Wappens  ge- 
meint ift.  52  on  allen  wan  (Gegenfata  von  n&ch  wAne  aufGerathe- 
wol)    mit  Sicherheit,    mit  Befümmtheit.  54    in   far  in   Gefahr. 

59   iemanta   unorganifch  für   iemaut   jemand.  Cl    goHude    hier 

nicht   fowol  Dienftmannfchaft  oder   Dienerfchaft,   fondem  Geno^cnfchaft, 
Gefährten:  feine  WaffengcfUhrten ,  die  Landsknechte,  find  gemeint. 
68  inen  ihn.         75  treuer  meinang    adverbialer   Genitiv,  in  treuer 
Meinung.  77  hin  hauen  hin  eilen,  hin  laufen. 

Der  Verfajßer  diefes  Stückes  nennt  Hch  Bruder  Veit,  feines  Zei- 
chens Landsknecht.  Es  iffc  ein  rohes  Product  in  Anlage,  Sprache, 
Versbau  und  Eeim  und  mehr  veriificierte  Zeitung  als  ein  felbftilndiges 
Stück  PoeHe.  Der  Yerfaßer  war  wol  fchwcrlich  ein  Niederdeutfcher, 
wenigfiens  gibt  ihn  keine  fprachliche  Form  als  folchen  ku  erkennen; 
auch  sweifle  ich  daß  das  fliegende  Blatt  in  Niederdeutfchland  gedruckt  ift. 


xn. 

Alter  Druck,  3  Bogen  (12  Bll.)  in  4.     Auf  der  Titclfcite  fteht 
Warhafftige 
Contrafactur  Hertzog  Hein- 
richs des  Jüngern  von  Braunfchwig  | 
vnd  feiner  Gefellfchaft. 
Kenft  odder  haft  nie  gfehen  jhn 
Vnd  nie  von  jhm  gehört  furhin 
Du  lemß  jhn  wol  kennen  hierin 
Vorwar  ich  dir  darf&r  gut  bin. 
Die  Rtickfeite  des  1.  Blattes  iXI  leer.     Auf  dem  2.  Blatte  oben  fteht 
der  Titel  nochmals,  dann  beginnt  das  Gedicht,  das  bis  gegen  Mitte  der 
Riickfeite  des  letzten  Blattes  geht. 

Der  alte  Druck  gibt  Zeile  3  Herrn.  5  viel  mehr.  15  wid- 
derfpil.  Dan.  23  widder.  30  trautte.  45  Teuffei  ge- 
red«  48   hewer  n.  new.  54  wehren.  56  Erfrewen. 

töverbliebu.  59  radt.  62  odder  quad.  65  unfletign 


224 

vom  im  Texte  zu  lefeu,  wie  auch  der  Druck  gibt.  72  quad. 

77  diefos.         82  gewachsen,  nud  fo  im  Texte  sn  lefen.         84   ge- 

than.         86   one  y<ym  zu  lefen  wie  auch  d.  a.  Dr.  gibt.         97    Nar. 

68  V  er  war.     Wäre  yielleicht  nicht  in  vorwar  au  Xndem  gewefen. 

99  dis.  102  vertrawen.  104  diefer.  106  Web. 

feelen.         109  Diefe,  und  fo  immer.         112  F&rften.         114  wehr. 

117  Himel.  122  hatts.  130  noch.  132   baw. 

141  gutte.         144  plan.         161  odder.         170  welchs,  und  fo  vom 
im  Texte  zu  lefen.        186  rewen.        187  Hey  ynd  R.        188  gütter. 

197  Bedte  h.  gewislich.       200  Vngefehrlich.        203  versey. 

204    mas.  208  Schaw.  210  hat  216   Sol  fic. 

221  alles  g.  hat        222  odder.        tod.         233  Wehn.         dAneken 
das  jhr.         239  p raus.         240  Himll  einnemmeu.         241  wehren. 

242  newe  lahr.         246  haben.        248   Wehr.        269  Drewet 

261  Worwar.  270  gutte.         271  wun.         272  widder. 

273  befcheid.  274   tod.  276  fchlefft  283  verftoffen. 

284  leid.        289  fchir.        297  zir.        299  werd.        302  odder. 

303   bir.  304   fchir.  321    kurtzumb:   fummarumb. 

340  werd.       349  widder  find.       363  fg.  dan.       362  Auskörnen. 

366  gutte.         378  Ottergzicht        381  gefchicht        383  lies 
nie  für  nit  403  folchs  heuere  vom  im  Texte  für  folch. 

409  fchir.         419   tode  Khu.         426  wehr.         432  Redefte. 
434  Widder.       441  Drftckts.       468  ehe  i.  verges.       466  gbris. 

481    Sathan.         494   trewe.  499   wahn.  602  furm  lies 

för  furn.         606  lies  mit  dem  alten  Drucke  fagn.         214  ehrlicher. 

617  wahr.  618  fchir.  626  lahr.  680  fchir. 

634   duppelt  638   für  wer  vom  im  Texte  lies  wenn,  wie  auch 

d.  Dr.  gibt  640   fchier  Hc.  643   trdften.  zihr. 

646  ewerm  radt         648  quad.         662   wahr.'        663   Schad. 
666  quad.  662  jhener         671    drücken.  682  widder. 

686  lies  vom  fchelmifchn  mit  d.  a.  Dr.         601  bed6chft  fic. 
604  Gefcholden.  618   Wift  620   zwifchen   dem   und  eure 

fetze  er.  623  auffrift  627  herwidder.  637  Dis. 

640  ehr  :  Lehr.         642  Widder.        mehr.      644  beer.        648  ge- 
bracht        660  darwidder.  662  ehr.  663  gefchenkt 
664  hengen  nan.        662  wahn.        663  Hengker,  und  fo  668. 
669  bard.         670  Widderumb.         677  Ehe. 

Zeile  3  thar  fich  getraut         16   das   widerfpil   daa  GegenteiL 

26    feilen  d.  i.  fei eu    fehlen.     So    609.    637.     Brem.  niederf. 

Wörterb.  1,  367.  Reineke  Vos  6886  it  veilt  nicht,  gy  vindet  dAr  fpjfe. 

38   zwar   d.  i.   ze   wAre  in  Wahrheit         66  überhaben  über- 


225 

hoben.  62  Da  bös  und  quftt  gleiohbedeatend  find,  fo  bezeichnet 
du  Bindewert  oder  luer  nicht  den  Gegenfatz,  fondera  CtehX  hier  nnr  in 
einfach  anreihender  Bedeutung.  G3  finftu  für  findftu  mit  Ausfall 
des  d,  wie  152  du  binft  für  du  bindft.  64  mit  waffer  weis 
formit  welcher  weis  nach  Analogie  des  letzteren  unorganifch  gebil- 
det aus  mit  was  weife,  wo  weife  der  vom  neutralen  was  abhängige 
Genitiv   ifl.  81    zwar  in  Wahrheit,  in  der  That,  und  fo  öfter. 

102   fetzen  thar   zu   fetzen  wagt  105    engein  Genitiv  abhängig 

ron  fchar,  teufeis  von  engein:  fei  aus  der  Schaar  der  Engel  des 
Teufels.  112  baB  Adverb,  befler.  124  leicht  in  der  Bedtg.  von 
Tilleicht.  127   preis  iemandes  haben  Euhm  über  ihn  haben 

d.  i.  Siegesruhm,   alfo   ein  Sieger  fein.  130  feim  feinem.  gar 

gänzlich«  133  wu  wo.  nur  nur;   die  Form   ift  hier  wie  398  und 

407  durch  den  Beim  gehalten.  Früher  niur  aus  newaere,  ahd.  ni 
wiri  es  wäre  denn,  au^er.  138  fal  niederdeutfch  für  fol.  142  es 
reint  es  regnet.  151  ein  d.i.  einen  nemlich  ft ecken.  177  nein 
hinein.  190  iderm  wie  442.  444  Accuf.  idern.  192  trauu;  in  der 
alten  Sprache  in  trinwen,  entriu wen  in  Wahrheit,  dann  blos  triuwen 
tri  wen,  nind.  trftwen,  truwen,  snf.  gez.  trün  und  daraus  neuhd. 
traun.  200  ich  thar  hier  (mit  Vermifohung  und  Übergang  der  Be- 
deatong  von  turren  nach  dürfen)  ich  darf,  habe  die  Erlaubnis. 
206  nein  wie  177  hinein.  über  fiel)  in  die  Höhe,   wie   hinder 

Heb  zurück,  rückwlrts.  224    feuberlieh  fchön.  241    wereu 

thar  zu  wehren  wagt,  hier  wieder  thar  in  der  eigentl.  Bedeutung. 
242  lar  Lehre.         245    an  uns  bei  uns.         248   wer  dann  daD  got 
Dicht  haben  wold  es  wttre  denn  daß  es  Gott  nicht  haben  wollte. 
286  zu  fnr  zuvor,  wie  401  und  410  zufür.  293  ie  jemals. 

299  ir  wert  ir  werdet.  303  die  Orten  die  Zeche.  Vgl.  Schmellers 
luLir.  Wörterb.  1,  114.  304   du  leift  du  liegft.  319   drümlein 

Stackchen;  da)  drum  in  der  alten  Sprache  ift  EndftUck,  dann  Ende, 
Grenze.  335  fär  dir  d.  i.  vor  dir  caufal.  338  eines  dinges 
dank  haben  wofür  belohnt  werden.  So  auch  in  der  alten  Sprache 
>•  B.  Iwein  2138  fag  ün,  er  h&ts  iemer  *danc,  und  da}  e;  im  lange 
namt,  ob  er  morgen  wider  kumt.  375  icht,  mhd.  iht,  ahd.  eowiht, 
iowiht  eigtl.  PronominalfublUntivum  irgend  ein  Ding,  etwas;  mit  icht 
^a.  Gegenfatz  nicht,  aus  ni  eowiht,  ni  iowiht,  niowiht,  neo- 
»iht,  nicht.  380  h-eimifch  hamifch.  Vgl:  Schmeller  2,  194  f.  v. 
^^Aioufch:  mit  haimifchen  kupplerifchen  Griffen  einem  ein  Buch  de- 
^cieren.  So  auch  Z.  385.  436  thar.  Die  Bedeutung  fchwankt  hier 
<*irchen  wagt  und  darf.  443  wies  wie  das.  445  fchenderei 

TeninglSoipfende   Luge.  450   galge   Galgendieb,    Schurke.     Brem. 

^<>rterb.  f.  v.  S.  478.         463   uberfchut  überfchüttet.         464    pil- 

15 


226 

gram  Pilgrim.      479  femptlich  nnd  Tpnderlich  Samt  und  fonders. 

633  fg.  Ewir  zweimal.         548   qnat  fchlecht,  böfe.         661   dra.t 
fchnell.         601  bedüchft  fiir  bedöchteft  niederd.  für  bedäcbteft. 

614  Gott  dor  Herr  der  ift  der  Mrkfte.  624  da  leift  du  liegft. 

668  an  zweifl  d.  i.  An  a.  ohne  Zweifel. 


xm. 

Alter  Dmck   vom  Jabre  1542.     7  Bogen  in  4.     Titel   auf  der  crften 
Seite 

Drey  Newe  vnd 
Iftftige  Qefprecbe. 
WiederWolffl    fo  etwan  |    doch 
nicht  lang  |    ein  menfch  |    Heintz 
Wolffenbiittel  genant  I   jnn  ab- 
grund  der  Hellen  vor* 
dampt  fey. 
Rheimweis  |    Ans  dem  Latein 
jnns  Dendfch  geben*' 
Ffalm  IX. 
Die  Qottlofen  snr  Helle  werden  hingericht  | 
Sampt  alln  die  Qott  des  HBBRN  achten  nicht. 
Anno  Domini  | 
1648. 
Die  Rückfeite  des  erften  Blattes  ift  leer.    Anf  dem  folgenden  oben 
beginnt  das  erfte  Gefpräch.     Mit  dem  letzten  Blatte  des  zweiten  Bogens 
beginnt  das  zweite,  das   dritte  anf  der  Rfiekfeite  vom  erften  Blatte  des 
f&nften  Bogens.    Auf  der  vordem  Seite  des  letzten  Blattes  Aehen  noch 
Erklärungen  yon  Furie,   HenlfUs,    Charon,  Pluto  und  Minos. 

Darunter  fleht 

Anno  Domini  1642. 

Den  VI.  Januarij. 

Die  Rtickfeite  des  letzten  Blattes  ift  leer. 

Der  Druck  gibt  im  ersten  GefpiÄch  Zeile  2das.  4het 

5  geferd.         7  gfchen.  10  keiner.  11  das  und  fo  weiter. 

12    gefcheh.  14   fehr.  17    worden   zu   theil. 

20  fteiffer.        auff  dis  m.        26  newlich.        26  Spaciren  h.  z. 


227 

RealflüB  d.         27  ward  ▼.  Seeles.         29  gros.         widder. 
}1  Jnn.  36  Fehrmann.  37  Fehrgelt.  89  Chan. 

41  mahnt  fie  vheft.        42  wardt.         43  Drewt  jhn.         45  ge- 
lirt:  ftaffirt.         48  ang^en.         50  vorglafftrt.         64  gehörten. 

55  Aber.       60  rordros.         62  gewalt.        63  widderfar  :  far. 

64  hilf.         67  ftels.         geben.         lohn.         68  gethan. 

69  geweft.  72  Ttehen.  78  mehr.  89  hieng:  gieng 
Jc.  93  etxlich.  95  auffgefaren.  97  fewer.  08  ver* 
«iorben  fein  Chan.  100  Das  Schiff.  105  küneter  Tonit 
I^kfSehler  für  künetler.       110  lufammen  traffn.       112  angen. 

118rh4mlioh  frewt.  126  ne wen.  136  heb.  137  Wid 
^eift.  189  genant  142  vnehr.  149  grinsten  Re, 

132  eben.  169  gehaltn.         166  ehrlichen.         169  Jungfraw- 

l^in.  171  frawen  Zimer.  176  Jnngfraw  geftorben. 

1S3  woldn.         Brandt  :  Landt         189  gemacht.         194  Heer. 

195  Widder.         201  niohs  Tic.        212  Badt        221  sn  gefar 
'v  in  gef.  zu  lefen,  wie  auch  der  Druck  hat        228  gefint  fic. 
^  Zir.         263  für.        257  bint  Hc.         160  negften.        269  Ter- 
lew.        980  pflegen  (  :  wegn).        281   m.  leib.        283  jhemalp. 

286  Plntone.  287  beiftant  290  alles.  292  an  steter 
ftri;  und   Co  vom  den  Druckfehler  an  beBem.  301  beer. 

318  hild.         322  gefallns.        624  gfaln. 

Im  andern  Oefprieh  gibt  der  Dniek  Zeile  6  feint  t  feimt  fic. 
^  geirt  11c.  39  Eydt  :  meidt  41   Gerechtigkeit 

^Snent  fic  44  Gerechtigkeit  45  Jhe.  62  mns. 

(^Theft         72   eim  I    der.         73   mühe  |    ewr.        85  jhe  vud 
jb«.         91  Brandt  :  Landt         93  Bhom.         96  trewlofn. 
^1  Tortrawt  :  gebawt  100  Bheis.  102    gemAht 

lOSrerfneht         105  ewrent         106  brauchen.   ^     119  Hirsn 
122  gewilligt         han.  125  rorftandt         127  gwendt 

Kndt        135  las.        138  fehreiht         140  Ahl.         161  war. 
^^«  gemeldet  163  glibt  :  geibt  156  hirbey. 

1^1  Stand«  :  ermandt        171  niehs  rngeftrafft       176  m&gen 

177  hirua».         180  todt         182  freihet         183  gefeit 
1^  Truts  auch.  187  fchenht  189  allmechtigen. 

1^  feinen  henden  hat         199  Aw.         213  gethftmmel.        ge- 
^nr  He.         214  gefchnnr.  235  fagn.         241  beftelt  fie. 

^2  Dergleichen  nie  gebort  261  wider.  266  hat 

^  tiffft        266  nach  hell  ein  Komma  zn  fetaen  yom  im  Texte. 
^^  befehlich.  273  getribn  :  jbn.  277  vnfer  feint 

^  ^rftmb.         288  Gfetat        292  hat        298  hirbej.        301  der 

15* 


228 

Druck  gibt  Pliitoni;  befier  JQdoch  wol  im  Toxte  vorn  Plntonia  zu 
fchreiben.         311  Oder.  814  feer.         310  gefcbehn.         332  oii 

als  gefehr.  333   Etzlich.  334  birgogn.  343   wie  jn 

etBlich.  347  gfaln  Hc.  Söl'disfals  iie.  365  ander  der 
Dmck,  und  fo  den  Febler.in  Texte  vom  zn  beßem.  367    birvan. 

377  webr.  373  bilt.         384   gefcbeb.  386   mdcbt,  und 

danach  vom  im  Texte  möcbt  für  mocbt  zu  boßern.  394   bat. 

405  gefcbeben.         490  acbftu  He.         428  rburo.         429  zween. 
439   etzliche.         441    erbalden  d.  Dr.  was   aucb  in  Text  hatte  kön- 
nen oafgenommen  werden.        roeer.         444  gerne 8.        445   Der  alte 
Druck  hat  hier  Heroules  für  Acbilies  und  Zeile  450  Achilles. 
458  bebent  fic.         468  Ameris  He.         471  regiert  ;  fpolirt« 
480  meer.       493  roeer  :  wer.        501  mehr  :  ehr.        502  freiden. 

508  jtzgr.  515  hellt.  517  gbit.  517  Ottergzicht. 

520  rtan.  524  laufft.  528  Hart  fio.  530  yber. 

532  Bheten.  533  Gericht  534  HUn.  538  vheft 

547  aber.         551  hirmit.         556  will« 

Im    dritten   Gefpräch   gibt    der  Druck  Zeile   1   Halseirfn. 
7  puchn.        9  Gebets.         14  geweft.         16  hanffen.      24  Anff- 
rhnr.        26  yngewönlicb.        28  geringen.        35  bebent  :  nent 
Hc.         41   Himel.         80  gfurt.         88   ehe.         99   gth&ntel. 
102   halt  fic.  108   Radamanthes.  113    angezAndt. 

114  Breng  d.  a.  Dr.  und  vom  im  Texte  anch  m  lefen.  widder. 

115  drengen  d.  Dr.  und  fo  vom  im  Texte  für  dringen  zn  befiem. 

118  können  d.  Dr.       123  Gerichtsknecht.       ansgrchriben. 

125  gftrenfter.       127  fchrey.       130  hirbey.       139  Kircken- 
reuber  :  Weibr,  142  jhrm.  148  hirbey.  171  frennt- 

fchafft  fic.  174  drewet.  179  trewen  Rheten.  182  brin- 
gen. 187  zic.  189  gewAndfcht  191  ehr.  193  gwflndfcht. 
194  gefambter.         198  widder.  199  Laar.         203  herligkeit 

vorn    in  lefen  für  den   Druckfehler    h artig ke it.  21 9    lies  von 

glück  fUr  gluck  mit  dem  Dmcke.      226  entp fangen.      230  prilnt. 
238  Raet.  246  Anffs  der  Dr.  nnd    danach   vom   im  Texte 

aufs  für  auf.         252  fchir,  und  fo  253.  279  hirin.         284  han. 

285  mer  Oc.  291  halt  fic.  293  hirbey  und  fonft. 

306  Deudfch  land.  317  foUn.  321  blutiger.  324  rhu. 

3.38  nichs  fic,  340  Sat  fie.  345  hirnebn  gebiten. 

346  fpUn  (  :  w611n).  352   wider  fic  und  fo  häufig.         891  nee- 

ren.  .  898  rabwartz.  407  Seer,  408  erhn.  414  Betge- 
nos.  415  maer.  426  hab^n.  434  wundfchen  meer. 

442  iwelffte.         448  Ehebruch.  444  Begriffen.  445  aus- 


220 


laaffen.  488  fchreihen  greslich  hah.        510  erftart  fie. 

518  tu^nt  habn.         521  leer.         541  Opffeln.         544  bign. 
o48  gheling.       552  aaffgelegt.       568  Entpfaagen.       572  tlff* 
rten.  584  Thirn.  585  fi  yorn  Draekfehler  für  fie.  feindi. 

58S    dem.  602  wer dn.  608  gefeit  610  gelb  vnd 

plafs.  612  aenbt.         621   furwar  febll  im  Dmcke:   ich  habe  es 

bmxiig«retBt  um  die   augenTcheinliche  Lücke   an  nUlen.  628   dar- 

neben :  ^egebn.        639  Hnit  sert.        640  befebl. 

Brkiamngen.    Erftes  Oefpriloh.    Z,  1.  ich  fchwer  ich  fchwöre. 
4  es  lüftet  mich  macht  mir  Lufk,  Freude,  Spaa.  5  on  alle« 

;ferd  für  on  alles  gefmre  ohne  allen  Betrag,  in  Wahrheit,  wahrlich. 
Das  d  ilt  unorganifch,  vieU«ioht  aus  dem  Femininnm  die  gey^rde  ins 
Neatmm  hereingekommen.  6  des  darüber.  7  feilen,  niederdeutsch, 
fehlen;  dAS  feilt  mir  nicht  das  iA  mir  nicht  entgangen,  das  merke 
ich  wol.  8  gl  achte  OelScbter.         9  hellwütrin  Furie.         10  au 

keinr  f  arl  niemals.  14  wo  auß?  wo  hinaus  willft  du?    NSiher  be- 

idchaet  durchs  folgende:  Was  ift  der  Qrund  deines  Gelächtera?  wes 
iaterrogatiyer  neutraler  Genitiy,  worüber,  warum,  wie  Z.  6  demonibrativ 
<les.  19  erlüften  yergnügen.         20  auf  di8  mal  diefes  Mal. 

xwar  in  der  That,  ae  wftre.  29  fo  groß  daß  (daß's)  ein  fo  großes 
daß  es.  hart,  harte  Adyerb.  Althochd.  harto  fohr.  82  plüs- 

ling  plötslich.  84  feim  feinem.  gefind^  Dienerfchaft. 

36  ferman  Fährmann.        41    yeft  und  hart,  yerftürktes  hart,  fehr. 
43    in  ihnen.  44  ftat  Gen.  ftades  starkes  Neutr.  Ufer,  unfer 

Gestade.  46  die  grade  Subst.  was  fönst  in  der  ültem  Sprache  auch 
geradikeit,  gradikeit  heißt,  agilitas  corporis,  elegante  Leihesge- 
waudtheit.  ftaffiert  ausgerüftet;   hier  mit   von  conftruiert,    ge- 

wönlich   fleht  dabei  mit.  47  plünfchlicht  ift  wol  das   bairifche 

plunzet  (Schmeller  1,  336)  und  heißt  fchlapp,  was  zu  den  hangenden 
>Vangen  Z.  49  lUmmt.  51  totgel  todtengclb.  57  er  furwant 

er  wendete  yor.       62  mutt  mutete,  von  muten  (mhd.  muoten)  begehren. 
74   daß  er  fich  geh  Fluten i  an  daß  er  fich  erft  an  Pluto  wen- 
den   wollte,    um    weitere  Instructionen  über  diefen  Ausnahmfall   einxu- 
Wen.  82  fohier   hier  nicht  in   der  altem  Bedeutung  yon  gleich, 

l>^d,  fondem  fchon  übeigegangen  in  beinahe.  aupraftet  (mit  niederd. 
Vorfetsenibe  au  für  hd.  ae)  aerberftet.  8U.  soeben  Mascul.  Lunte. 

90  das  drum  Ende.  93  über  etslich  ftunt  nicht  *über  et" 

Uche  Stunden',  fondem  ftunt  bezeichnet  hier,  wie  fonft  auch  in  der 
&iten  Sprache ,  Zeitpunct  im  Allgemeinen ,  alfo  hier  nur  eine  Verftärknng 
»1  seit  94  halt  fo  fogleich  wenn.  bfeit  bei  Seite.  100  da  *s 
Schiff  (das  fchiff  d.  a.  Dr)  da  wo  das  Schuf.  vormacht  d.  i. 


230 

vermacht  (mit  niederd.  VorfetEonibe  vor  für  boohd.  ver).  103  der 
tuek  der  Kniffi  die  Lift.  Unfer  nenbochd.  die  Tücke  ift  aos  dem 
Plnrale  des  vorigen  onorganiTch  zn  Stande  gekommen.  103  halt  wie 
fogleioh  wie.  106  frei  grade  sa.  107  ftalt  AeUte.  114  fein 
tück  Plural  des  Masenlins  f.  Z.  102,  (nicht  nnfer  Femininnm)  feine 
Tücken.  116  gar  gans,  dorchavs.         117  leslich  soletst,  endlich. 

181  wenn  denn  wamm  denn  nicht?  der  nnlaft  ein  Henfch 
der  nnloftig,  nnfirendigi  träge  zn  einer  Sache  iil.  Hier  angewandt  weil 
Lycaon  mit  der  Sprache  nicht  gleich  herans  will.  137  wied  d.  i. 

wie  da.  149  grinften  d.  i.  geringften.  162  die  tarft  (ahd. 

diu  gatnrft  Graff  6,  44S)  andacia,  gewönlioher  fonft  tarftekeit. 
171  franensimer  die  abgefonderte  Wohnoag  die  am  Hofe  von  Fürften 
und  Herren  das  weibliche  Perfonal  (Damen  nnd  Dienerfchaft)  inne  hat. 
Vgl.  Schmeller  1,  697  ^.  Minos  fagt  cn  Lycaon^  er  habe  die  Dame 
ans  feinem  Franenaimmer  gebracht,  weil  er  He  vom  Hofe  weg  auf  ein 
einfames  SchloB  gethan  hatte.  176  ein  leich  gedieht  ein  Leichen- 
begängnis erdichtet  186  leit  ligt  189  feint  her  d.  i.  feither. 
190  fehler  beinahe.  192  im  lieh.  197  etwan  fonft,  vormals. 
210  vorfchmeoht  d.  i.  verfohmäht.  212  falfch  ift  dein 
rat  du  bift  unrichtig  und  fchlecht  beraten.  220  weilich  mit  Weile, 
gemächlich.  227  durch  eine  fehr  bofe  Dienftleiftung  haft  du  dich 
in  Wert  gefetzt,  ironifch.  2S1  fein  Qenit.  Fron,  abhängig  von  nicht: 
ich  hatte  keins.  239  vor  zeih  d.  i.  verzeih.  248  hüb  fehlich  auf 
auf  eine  feine  weltmännifche  Art.  249  anziehen  beibringen,  eitleren, 
allegieren.  260  es  darf  es  bedarf,  es  braucht  259  gürte l  meift 
ft.  Hase,  doch  mitunter  auch  wie  hier  ft.  Fem.  So  auch  in  der  alten 
Sprache  s.  B.  im  Weinfohwelg 

dd  huob  er  6f  unde  traue 

ein  tmnc  mit  grdjer  lle : 

der  wert  uns  an  die  wlle 

da|  im  diu  gürte  1  aebraft. 
269  Das  verzeih  vom  im  Texte  ift  fiüfch.  Der  alte  Druck  gibt  ver- 
zew  d.  i.  veraeu,  alfo  Singular  des  Imperativs  verziehen  :  ich 
versiuhe  —  Imp.  Sing,  venduh,  wir  verziehen  —  Imp.  Plur.  verziehet 
Das  mittelhochdeutfche  verziuh  oder  verzinoh  wird  neuhochd.  ver- 
zeuch, und  vemiederdeutfcht  konnte  wol  v erzen  mit  Ausfall  des  h 
angehen.  Oben  reimt  Zelle  117  fleucht  auf  freut  Nach  Analogie 
unferes  verzeuh  läge  t»  nahe  fleuht  :  freut  anzunehmen.  Im  dritten 
Gefpri&che  gibt  Z.  612  der  a.  Dr.  er  zeuht  d.  i.  er  zeucht,  er  zieht» 
während  fonft  nie  h  für  ch  angewendet  wird.  277  durch-willn  we- 
gen. 287  vorblten  einen  gegu  dem  Plutoni  einen  losbitten 
beim  Pluto;  verbiten  holt  verbidden  dcprecari,  vgl. 
u  is  verbeden  u  lijf 


231 

'.m  althoUftnd«  Liede  .vom  Zimnermaim,  Antw.  Liederb.  Nr.  164,  Hör. 
^r*  11-  S.  247.  991  hart  felir.  SOI  ber,  d.  i.  herr.  Z.  308 
ODA  wol  nnr  heifien  *der  euch  vielen  Dank  dilür  (naml.  fBrs  Über- 
tibreii)  fa^en  wird.'  Kaam  kann  wol  an  g^nade  in  einem  andern  Sinne 
H^l^t  werden,  da  ja  yon  keinnm  Untergebenen  gegenfiber  dem  Vorge- 
etsten  die  Rede  ilt  811  bed  d.  1.  bdde  beide.  818  fürs  beft 
11  d  meift  fürs  belle  nnd  hochfte;  meift  hier  nielit  im  jetsigen  quan- 
titaüren  Sinne  als  SnperiatiT  sa  viel,  fondem  im  alten  Sinne  von 
srteft,  kcBcbft.  898  verkart  verkehrte.  828  der  InTt  Be- 

Zierde,  MTolgrefallen  ftark.  Mafe.  neben  die  InTt  ft.  Fem.  835  wand- 
le rfer  verASrktes  fer;  hat  dnrehans  nicht  mit  dem  Begriffe,  den  wir 
Bit  Wunder  Terbinden,  an  than.  888  jenft  jenfeit;  gleichbedentend 
nit  jeshalp  :  beides  abfolnte  Caftisverbindnngen  die  den  Genitiv  re- 
peren  follten.    Hier  fteht  der  Dativ  dabei.  860  neue  mer  neue 

H&hr,  Kunde.  Ifier  Plural  des  Neutrams  daf  miere;  durchaus  noch 
mcfak  cn  denken  an  einen  Singular  des  Femin.  die  mSre,  was  wir  jetzt 
kabea.  354  fein  Oenit.  jetet  feiner,  abhSng.  von  gewar. 

Zweites  GefprSoh.  Zeile  1  es  ift  swar  wie  etc.  es  verhUlt  (ich 
m  der  That  fo  wie  du  beriehteft.  5  wir  feint  n.  a.  eraörnt  ge- 
weft;  wir  aas  dem  folg.  Verfe  au  erg&naen.  10  fg.  ein  falfcher 
I  «%u  fftrbfindiger  gefchickligkett  fein  felbs  eine  falfche 
Hoi&mng  auf  ausgesetehnete  GefchickUehkeit  feiner  felblt,  verkehrtes 
"^tien  aof' eigene  Kraft.  Fftrbfindig  ift  was  auObündig.  Ffir- 
l»iint,  aaSbnnt  ift  das  ttb erbunt  der  Mtern  Sprache  (wofttr  man 
vnth  der  fe  häuf  alt  fagte)  d.  h.  eigentlich  das  vordere  Ende  eines 
Sackes  Tack,  das  der  Kaufinson  nach  auOen  rar  Schau  legt  oder  bindet, 
vosn  er  natüriieh  das  beOe  su  nehmen  pflegt.  <  Veiigl.  Beneeke-MOUer 
1,  185.    Grimm  WB.  1,  840.  16  voraemen  nicht  unfer  vorneh- 

men, fondem  vernehmen  (niederd.  vor  für  vor):  und  hätte  floh 
tticht  als  einer  geseigt  der  etc.  21  meim  meinem.  24  luft  ge* 

lüftet  26  wir  gehan  (d.  i.  gehaben)  uns   des  wol  wir  befinden 

nnd  benehmen  uns  darüber  wol,  befinden  uns  gut  dabei  und  wiOen  dslÜr 
n  danken.  'SO  er  thar  er  wagt,  getraut  fieh.  32  daS  er  fich 
^errehn  daB  er  mit  Vorbedacht  darauf  gefehn  in  der  Zuverficht,  wir 
*vdett  es  auch  fo  anffaSen.  40   kuntfohaft  mit  Belcanntfchelt 

^^  VerhUtniB  su.  keinmeit  durchaus  nicht,  bildlich  verstXrkte 

^^tion.    Schmeller  2,  650  führt  aus  einem  Vocab.  von  1618  an  'Meit 
^Q«&s,  minotim,    Brabandca  voz,    qnartam  partem  nummi  ßgnificans. 
^«itle   minatnlum,    gemmulariis  eil  fexta  et  trigesima  grani  Somani 
^^*    Mit  ein  meit  nequaqnam.*     Hans  Sachs  fagt 
ja  wol  fie  gibt  kein  meit  auf  mich, 


232 

d.  h.  fie  hält  gar  nichts  anf  mich.     Vgl.  nnton  Z.  140.   504 
46  zeihen  befchnldigen ,  meift  mit  Accnfatir  der  Pcrfon   und   Genitir 
der  Sache,  hier  mit  doppeltem  Accofativ*     Vergl.  Wack.  altd.  Lefeb. 
2.  Ausg.  962,  18.         56  nnge feile  Unfall,  Ungiack.         64  dar  dahin. 
65   der  hoffnnng  abfolnter  Genitiv,  in  der  Hoffnung.  67  bevor 

am  meiften,  vor  allem.  68  zur  Unterdrückung  der  Ehre  und  Herrlich- 
keit Chrirti.  78  beid  —  nnd  fo  wol  —  als  auch.  75  befouder 
infonderheit,  ganz  befonders.  82  hart  gnng  zur  GenUge  fehr.    • 

85   ie  und  ie  immer.      .    86  Torwnft  verwüflet.  103  vorfficht 

verfneht.  119  fg.  il%  die  Confbruction  zu  bemerken  'er  hat  mir  große 
Gefchenke  geredet,  die  ich  zu  gewärtigen  hätte,'  wo  wir  jetzt  fagen 
würden  'ron  großen  Gefch.  geredet.'  122  ich   hon  d.  i.  han  ich 

habe.  123  die  Gewalt  der  Anhänger  Luthers.  128  m  ochs  tu  d.  i. 
moehtftu  konnteffc  du.  136   der  ift  eigen  dein  qui  el\  servus 

tai.  140  rümpft  d.  i.r  impft;   rimpfen  (rampf,  gemmpfcn)  zu- 

fammen  ziehen.  wint  windet.  149  kein  meit  f.  Z.  40. 

168  ein  und  ein  ein  für  allemal.  169  hart  fehr.  170  zu  fteter 
fart  beftändig,  immerfort.  und  uns  obleit  z.  ft.  f.  und  der  beftSn- 
dig  auf  uns  liegt,  uns  drückt  d.  h.  dem  wir  untergeben  und  verpflichtet 
Hnd.  176  zu  keiner  fart  niemals.  177  vil  lufts;  der  Genitiv 

abhängig  von  vil.  hiervan  hiervon.  180  am  1.  o.  t.  im  Leben 

o.  Tv  181    es  wil   fich  nicht  leiden  es  ist  aus  Innern  Gründen 

unmöglich.  182  einen  eines  dinges  freien  einen  von  etwas  be- 

freien,        gar  gänzlich.  206  als  alles.         210  von  hin  d.  i.  von 

hiuneashinnen  von  hier  214  wemerleichen  kann  entweder  ein 
zum  neutralen  Subltantiv  erhobener  Infinitiv  fein,  das  wem.,  oder  an 
einem  fchwachen  Subftantiv  gehören,  desfen  Nominativ  wemerleich 
oder  wemerleiche  heißen  müfte.  Im  erileren  Falle  würde  es  aus 
wemer  und  leiehen  znfammen  gefetzt  fein.  Leichen  heißt  fpielen, 
wemer  würde  wol  wd  mir  fein:  es  hieße  alfo  das  ganze  *Weh  mir 
(j>ielen.'  So  vermutet  auch  Schmeller  4,  75  die  Redensart  bei  Hans 
Sachs  den  wemmerwd  fingen  fchiene  aus  wd  mir  wd  erwachfen. 
Diefe  erftere  Erklärung  ift  die  wahrfcheinlichfte.  Im  andern  Falle  müfte 
man  wemer  ebenfo  wie  bereits  gefagt  faßen  und  das  leiehen  wäre 
der  Accufativ  eines  fehwachen  Substantivs.  Aber  welches  dann?  Man 
könnte  nur  an  leich  Gefang,  modus  denken,  aber  das  ift  ein  ftarkea 
Masculinum  und  nirgends  läßt  fich  ein  Übeigehen  desfelben  in  die 
fchwache  Form  naohweifen.  Sonach  ift  das  wahrfcheinlichfte,  daß  we- 
merleichen fubftantivifcher  Infinitiv  ift.  gefchnur,  das,  wie  unfer 
Gefchnurr  d.  h.  ein  mit  brummelndem  Tone  (ich  umher  und  durchein- 
ander Bewegen,  ähnlich  wie  Getümmel.  215  neulicher  zeit  abfolutcr 
Genitiv,  jüngft.       227  auß  der  anr.  aus  deren  Anr.        228  im  fich. 


233 

t$t    g'ot  des  hern  Gottes  des  H.^  287   nbermacht   tibertroffen. 

S88    das  er  haigetraoht  wonach  er  getrachtet  bat.     Conftmiert 
mit   dena    Aeenfatiy    (tatt    des  gew6nlicheren  'nach'   oder  des  Genitlvs. 
247    fg.  einen  vorstant  machen  ein  Verftändnis,  Einverftändnis, 
einen  Bund  biMen.      258  hat  er  yorfohaffet  zwar  hat  er  anch  wirk- 
Hch  ia  der  That  yerfchafifl,  beCtimmt.  270  geftrackts  ßracks,   anf 

der  Stelle.  278  farn  verfahren.  296  Die  Änderung  von  ift  in  hat 
würde  die  Schwierigkeit  des  Yerfes  etwas  heben  :  doch  brauchen  wir 
lie  nieht.  Yermelt  ift  des  Reimes  wegen  abgekürzt  ans  vermelden  : 
*aaBer  was  ihm  Pinto  vermelden  ift,  verm.  gewefen  ift*  d.  h.  dann  'ihm 
vermeldet  hat.*  Er  hat  keinen  andern  Fiirften  gekannt  als  den  Pluto, 
desfen  Befehlen,  er  nacbgelebt  hat.  297    es  fpeierf  mich  es  wird 

mir  übel  und  kommt  mir  das  Speien  an.  frei   geradezu;  hier  ein 

muBifr^s  Wort  809  Bai  das  ein  berühmter  Jurift,  geb.  1324  zu  Pe- 
mgia,  Schüler  des  Bartolo»  lehrte  zuerft  in  feiner  Vaterftadt,  wurde  1878 
nach  Padua  berufen,  dann  nach  Pavia  und  endlich  wieder  ip  feine  Vater- 
ftadt.  Er  ftarb  am  28.  April  1400  im  76,  Jahre  feines  Lebens. 
319  seitlich  vorwart  bei  Zeiten  verwahrt,  Vorkehrungen  getroffen. 
323  vorkömpt  d.  i.  vorkomt,  vorkomen  mit  Accuf.  forgend 
zuvorkommen.  843    Das  ir  vom  im  Texte  ift  Druckfehler,   es  ift  in 

zu   lefen  :  wie  (ich  etliche  träumen  la^en.  844    urkunft  Urfprung. 

354  p4umbshalbn  gehts  her,  wo  alles  auf  und  durcheinander 
plumpt.  890  fich  eines  dinges  erwegen  Hch  zurückbewegen,  etwas 
preisgeben.         892  neulich  zu  vort  fo  eben  zuvor.  895  mit  icht 

mit  irgend  etwas.  400  fnrbrengen  vorbringen.  400  ermals  ehe- 
mals, vorher.  erzalft  du  d.  i.  erzalteft  du.  404  vor  Adv. 
früher.  409  fam  Adv.  ebeafo.  411  nemlich  da8  folchs  die  zw. 
418  j«  auch  um  wie  mehr  einen  dergleichen  lüftet,  um  fo  gleicher 
ift  er  einem  Henfchen.  416  die  ihr  unter  euch  felber  fteht,  d.  h.  die 
ihr  euer  eigenes  Oberhaupt  felber  feid.  420  achftu  d.  i.  achteft 
da.  Es  ift  die  Frage,  ob  man  im  folgenden  lefen  foU  wie  ich  vom 
in  den  Text  gefetzt 

wie  achftu  keifer  Julium, 
Auguftum  und  vil  andre  mer  — 
mit  dem  Komma  nach  Julium,  fo  daß  alfo  Julius  und  Auguftus  als 
zwei  verfchiedene  Perfonen  erfcheinen,  oder 
wie  achftu  keifer  Julium 
Aagnftnm  und  vil  andre  mer  — 
wo  keifer  Julius  Auguftus  als  eine  Perfon  gefaßt  wird.     Im  erftercn 
Falle  wird  unter  Julius  zu  verftehen  fein  Cajus  Julius  Caefar,  unter 
-  Auguftus  aber  C.  Julius  Cfefar  Oetavianus  Augustus.    Im  z^veiten 
Falle  kann  nur  der  Imperator  Augustus  Oetavianus  gemeint  fein.    Man 


234 

wird  deshalb  (tatsig,  ob  mim  der  erftea  AuflMung  den  Vorsag  geben 
foll,  da  JulinB  Caefar  als  'keifer'  beaeiehnet  wird^  was  er  doeh  nie  ge- 
wefen.  Dagegen  ULQt  Geh  einwenden,  daß  durch  die«  'keif er'  fein 
Name  Casfar  hat  wieder  gegeben  werden  foUen,  oder  doch  wenigstens 
SU  diefer  Beziehung  yerfubrt  haben  kann.  Der  alte  Druck  hat  nach 
Julium  ein  Frageseichen;  und  wenn  auch  faft  im  Allgemeinen  auf  die 
Interpunction  desfelben  nicht  viel  Gewicht  su  legen  ift,  trennt  er  doch 
(treng  snfammen  gehöriges  nicht  durch  Soheidezeichen,  seigt  auch  nicht 
den  Qruudfatz,  hinter  jede  EndseUe  ein  Komma  oder  dgl.su  fetsen,  was 
fonTt  öfters  in  altra  Drucken  der  Fall  iCU  £iu  paar  Verla  weiter  unten 
429  fgg,  heißt  es 

wie  yil  habn  abr  die  erften  swen 
(wie  ir  mir  all  des  müßt  geitehn) 
eriicher  Weibsbild  umb  ir  er 
wol  bracht?  ich  fchwefg.  fonft  anders  raer 
.Tom  Alexander  m«rkt  hierbei, 
nicht  wil  ich  fagn  von  hurerei : 
fo  blutdttrftig  er  aber  war  etc. 

Hier  wird  jenen  erften  zweien  und  ihrer  Hurerei  Alexander  gegenüber 
geftellt  mit  einer  andern  böfen  Eigenfchaft.  Erwäge  ich  alles  hin  und  wie- 
der, fo  muß  ich  der  Auffaßung,  wie  He  der  Text  vom  zeigt,  den  Vorsug 
geben.    Ich  ftreite  jedoch  nicht,  wenn  einer  die  andere  für  beßer  hält. 

446  fg,  Brifeis,  des  Brifes  Tochter«  die  dem  Achill  nach  der  Zeritö- 
rung  von  Lymeibs  als  Gefangene  sufiel.  Hias  2,  689  £gg,  448  8taU 
Phebantis  follte  es  Phorbantis  heiiSen,  denn  des  Phorbas,  eines 
Königs  auf  Leabos  Tochter  war  jene  Diomeda,  die  nach'  ihres  Vaters 
Befiegung  des  Achill  Sclavin  und  Kebsweib  wurde.  Ich  habe  den  Na- 
men nicht  beßem  wollen,  da  es  eben  fo  gut  ein  Verfehen  des  Autors 
fein  kann.  451  Pyrene  Tochter  des  Bebrix.     Auge  Tochter  des 

Aleos  und  der  Neära,  die  dem  Herkules  den  Telephos  gebar.  461  Ge* 
meint  ift  Ar  face  s  (Afchak),  der  Begründer  der  Dynaftie  der  Arfadden 
und  des  parthifchen  Beichs.  Er  war  Unterftatthalter  von  Antiochus  II 
Theos  (Enkel  des  Seleukos  Nikator),  empörte  fieh  aber,  während  Antio- 
chus in  einen  fchweren  Krieg  mit  Ägypten  verwickelt  war,  256  v.  Chr. 
und  gründete  ein  eigenes  Beieh,  das  Partherreich.  468  Unter  Arne- 

fis  ift  gemeint  Amafis,  der  igyptifche  König.  Herodot  erzält  2,  174, 
er  fei,  als  er  noch  nicht  König  war,  ein  luftiger  Zechbruder  gewefen, 
der  aneh,  wenn  ihm  das  Geld  aasgegangen,  für  Befcfaaffiing  desfelben 
nicht  eben  ängfttich  gewefen  fei.  Er  fei  dann  umhergegangen  und  habe 
es  geftohlen.  Die  BeftoUenen  hätten  ßch  an  das  betreffende  Ora- 
kel   gewendet    und    mitunter    fei    er    wol   feines    Vergehens    gesiehen. 


235 

ffiitiinter  auch  frei  gefprochen  worden.    Als  er  König  geworden,  habe  er 
aber  die  Orakel,    die  ihn  frei  gefprochen,  Temachl&Oigt ,    die   andern 
die  ihn  überführt,  habe  er  hoch  geehrt  nnd  anf  alle  Weife  bedacht 
471  %g.  Was  hier  Ton  Nero  (Nero  Clandina  C«far  regierte  von  54—68 
n.  Chr.)   erz&lt  wird,  itt  wahr.    Es  ift  bekannt,  wie   er   die  Tempel  in 
allen  Provinsen  plünderte,  um  fich  die  Mittel  an  feinen  enormen  Ver- 
fchwendnngen  au  rerfchaffen.    Gana  befonders  that  ers  in  Achaja  (Grie- 
chenland), wohin  er  im  Jahre  67  gegangen  war,  nm  die  Wettfpiele  au 
feiern  und  in  allem  (Ich  ala  Sieger  prooUmieren  sj^  la^en.         492  Bar- 
toriua«    Gemeint  ift  Q.  Sertorins  der  in  den  Bürgerkriegen  swifchen 
Marios  und  Sulla  eine  Bolle  fpielte,  der  die  MordfdaTen  dea-  Marina,  die 
in  Rom  fo  entfetalioh  gewütet  und  geplündert  hatten,  dea  Nachta  über- 
fiülen  und  bei  viertanfend  niederhauen  ließ.    67  t.  Chr.    Er  war  dann 
PropriUor  in  Spanien,  muTte  vor  Sullaa  Feldherrn  Anniua  weichen  und 
fahrte  einen  Guerillakrieg.    £r  brachte  bald  über  die  Hälfte  Spaniens  an 
ßch  und  fchaltete  dort  unabhibigig  vom  römifchen  Senate  und  der  Partei 
Sullas.    Von  Pompejns  und  Metellos  bekriegt,  behauptete  er  fich  trotz« 
dem  mehrere  Jahre,  bis  er  der  YerrJUerei  erlag  und   ermordet  wurde. 
72  T.  Chr.       498  sweivels  an  d.  i.Ane.  Zweifels  ohne.       504  für  ein 
meit  für  nichts.    Vgl.  oben  Z.  40.         612  Diefes  gefer  (gefdr)  hat 
nichts  mit   dem  fonft  häufig  yorkommenden  gefdr  (ft.  Neutr.)  Betrog 
(x.B.  in  der  Redensart  on  alls  gefdr)  zu  thun;  es  iTt  das  mhd.  (tFem. 
vAre,  yärin  activer  Bedeutung  Nachltellong,  in  ^vMRyet  Gefahr,  wosu 
das  niederd.  verTdren  erfchrecken  gehört.     Bei  au  ewign  gfer  fehh 
am  Snbftantir  der  Flexionsendung  das  Dativ  Pluralis,  es  feilte  heilen 
gfern.  613  durch  die  Gewalt  des  Urteils  fremder  Richter. 

524  druck  fen,  trukfen  sogem,  au  keinem  EntfchluB  kommen  können. 
Schmeller  1,  476.  laufen  d.  u  unfer  heutiges  lauf  oben  träge  thun, 
sogem.     Schm.  2,  606.  626  la8  läfiig.  628  hart  d.  i.  harret 

Torfehn  verfehn;  die  fchana  v.  eigentiich  den  Glüokswurf  nicht 
gehörig  beachten.  In  weiterer  Bedeutong  heißt  auf  fein  fchana  fe- 
hen  rem  fuam  agere  (Schmeller  8,  874),  das  Gegenteil  davon  ilt  unfere 
Bedensart  die  fchana  rerfehen.  630  befelchs  Befehles,  Genit. 

sbhängig  von  was.  638   zu  fteter  fart  ftets.  648  fg.   ftehen 

ab  göt liebem  gwalt.  Dem  Sinne  nach  läuft  es  auf  eins  hinaus,  ob 
man  die  Präpofition  ab  zum  Yerbum  zieht  (ab ftehen)  oder  feibftändig 
iaBt,  wie  z.  B.  unten  im  8.  Gefpräch  Z.  294  als  der  ab  tugent  hab 
ein  fcheu  :  doch  gebe  ich  der  letzteren  AnflTaBung  den  Vorzugs  Ab 
heißt  'weg  von.'  Die  obige  Redensart  bedeutet  'weg  treten  von  der 
göttlichen  Gewalt'  d.  i.  ihr  nicht  unterwürfig  fein  und  nicht  Gehorfam 
leUlen.     Gewalt  iilfc  noch  im  16.  Jhdt  häufiger  fttrkes  Masculinum  als 


23C 

ft&rkes  Femininum.  550   die  Bedeusart   den  Hund  hinken  la^en 

kann  wol  nur  bedeuten  eine  Sache  nicht  fauber  au£i  reine  bringen. 

'     Drittes  GefprUch.    Zeile  1    dieglatzen  Glatze,  hier  Schimpfname 
für   eine  Perfon   die   eine  Glatze  hat.  3   gnippen,   wie  gnappen, 

knappen  eine  plötzliche  kurze  Bewegung  auf  und  niederwärts  machen, 
mit  dem  Kopfe  wie  mit  den  Fiiden,  Taciilare.  Schmeller  2,  874. 
grabenfucher  wie  Z.  80  Grube nkücker  könnte  einer  fein,  der  nach 
einer  Grube  fucht,  na^h  ihr  guckt,  wKre  alfo  ein  bergmftnniTcher  Aus- 
druck. Doch  was  will  das  hier  fag^n,  wo  das  Wort  offenbar  ein  Schimpf- 
wort fein  foU?  Hieße  es  krippengöker,  fo  wäre  geholfen;  das  ift  nem- 
lich  eine  Bezeichnung  für  ein  Pferd,  das  die  böfe  Gewonheit  hat,  fich  mit 
dem« Maule  In  die  Krippe  feft  zu  beißen,  Luft  Hch  einzupumpen  und 
dann  ftöhnende  Töne  von  ßch  zu  geben,  zu  göken.  Krippengoker 
Wird   dann  überhaupt  als  Schimpfwort  gebraucht.  5   hie  hinn  d.  i. 

hie  hinne  tautologifch ,  da  hie  fchon  in  hinne  (hie  inne)  deckt. 
7   wes  warum.  12   gefchwürm  Schwärmen.         14   fchwerl icher 

mit  mehr  Mühe.  80    grimgranen   für  grimgramen,  verftärktes 

gramen  die  Zähne  hörbar  über  einander  reiben,  knlrfchen,  dann  fre- 
mere,  rugire.    Vgl.  Schmeller  2,  109.  ie  lenger  mer  gewönlich  ie 

lenger  ie  mer  je  länger  um  fo  mehr.  24  die  aufrur  der  Aufruhr, 

die  Emeute,  ahd.  hr6ra,  ruora  Fem.  motus,  Graff  4,  1178.  31   fie 

nemen  in  iren  fin  ße  glauben.  32    als  alles.  50   heifchen 

(heißen)   citioren.  58   fal  niederdeutfch  für  fol,  folL  62   ein- 

fezen  feftfetzen,  beffcimmen,  das  Recht  zuteilen,  urteilen.  65    baß 

Adverb,  beßer.         72  nerlich  d.  i.  neherlich  propius,  dann  bereits. 
75  weidlich,  weidelich   (wie   auch  jegerlich   gebraucht  wird) 
frifch,  tüchtig,  (tattlich.  76   geberd  (mit  unorganifchem  d)  gebsere 

Benehmen.  79  wie  daß  er  wie  kommts  daß  er.  84   fehl  echt 

fchlägt.         101  fr  ach,   d.  i.  frech,  kühn,  tapfer;  es  braucht  noch  nicht 
unfere   Bedeutung  von  'keck,    drelft,    unverfchämt'    zu   haben. 
128  zwir  zweimal.         128  laub  d.  i.  urlaub  Erlaubnis.  129  zeter 

fchrein.  Mit  Gefchrei  wurde  über  den  Übelthäter  vor  Gericht  geklagt  : 
dergleichen  Schreie  waren  wftfen,  heilal,  zett^r  u.  a.  Vgl.  Grimms 
Rechtsaltertümer   2.   Ausg.     S.   876   fg.  134  heubt  Haupt. 

146  fchelmstreu  d.  i.  Treue  eines  Schelmes,  Untreue.  151    es  ift 

nicht  an  d.  i.  Ane  ohne.  180   Ich  hatte  vor  mir  einen  Sinn,  d.  i. 

eine  Abfieht,  Entfchluß.  181  wer  nun  fein  mag.  Das  nun  hier  iHt 
nicht  unfer  gewönllches  nun,  das  alte  nü,  nu  d.  i.  jetzt,  fondem  ift 
das  alte  niwau,  niuwan  (niht  wan),  nur,  das  in  der  Zufammenziehung 
niun,  nun  wird.  Hier  alfo  ganz  in  der  Bedeutung  dos  heutigen  nur  : 
wo  er  nur  fein  mag,  d.  1.  wo  er  auch  irgend  fein  mag.  194  in  eim 


237 

. i 

Hni   in  einem  Hai,  in  einem  Nn,  wie  19G  flu||;8,         199  lar  Lehre. 
206    entpfnnt   empfand.  253   nun   wenn   denn   nnn  warum  denn 

nicht;   vgl.   ira   erften  Gefpr.  Z.  131.  268   befelich   d.  i.   befolch 

Befelil.  275  befckeidenheit  Verrülndigkeit.    Die  Stelle  ift  fchwie- 

Tig  mehr  dem  Wortlaute  als  dem  allgemeinen  Sinne  nach.  Ein  urteil 
welch8  mit  der  befcheidenheit  fich  leit  wird  bedeuten:  ^ein  Ur- 
teil das  unferer  Yerftändigkeit,  die  wir  auch  fünft  an  den  Tag  legen,  ge- 
mäß ift,  d  1.  fo  verftändig  ift  wie  gewönlich.  Waü  lA  aber  fich  leit? 
£a  kann  von  dreien  kommen,  von  legen,  leiden  und  leiten.  An  das 
erfte  ift  hier  wol  nicht  zu  denken;  fich  leiten  heißt  fich  fähren,  fich 
aufführen:  es  müfte  dann  aber  heißen  nach  der  befch.  fich  leiten. 
Hb  bleibt  nur  fich  leiden  übrig.  Es  leidet  fich  ein  fache  mit 
einer  andern  heißt  fie  verträgt  fich  mit  ihr,  ift  ihr  nicht  zuwider,  ift 
ihr  gemäß.    Und  fo  wird  diefe  Stelle  zu  faßen   fein.  295   feil,   and 

kab  fond.  neigl.  fonderliche  neigligkeit  ganz  befondere  Nei- 

gnng,  312  nebn  der  v.  p.  d.  i.  nebn  der  plane  der  vorh.  neben 

der  Ebene  d«r  Y.  315zwarin  Wahrheit.  320  praften  berften. 

321    fpeiworte  find  Spottreden.     Spei  ilt  fpöttifch,  höhnisch,  fo 
im  Beineke  Yos  659 

do  Brün  al  defi^e  fpeien  wörde 
to  fyneme  fchaden  van  Beinken  h6rde. 
und  6336  Bciuke  gaf  eme  fpeie  wdrde. 
Spei  ift  althochd.  fpAhi   mhd.  fpiehe  weife,   klug,   fchlaa.     Über   die 
I^edeutung  'kunfbreich,  fubtil'    geht   es   dann  in  die  des  Gefpöttes  über. 

328  zurfüllen  d.  i.  zu  erfüllen  voll  zu  machen,  zu  Aittigen. 
336  Tityos,  ein  Biefe,  Jupiters  und  der  Qfta  Sohn,  wollte  der  Leto 
Gewalt  anthun,  ward  in  den  Tartarus  gefchleudert,  wo  er  auf  dem  Boden 
ausgeAreckt  über  neun  Hufen  Landes  hin  lag.  Zwei  Qeier  neben  ihm 
hackten  befiändig  an  feiner  Leber.  OdyfTee  11,  676  fgg.  342  zur- 
fleifchn  d.  i.  zerfl.  343  geizig  (gitec)  gierig.  beid  —  und 
fowol  —  als  auch.  362  Cambyfes  II  ift  gemeint,  der  Perferkönig, 

Sohn  des   Cjrus,  der  feinen  Bruder  Smerdis  tödten  ließ.  369  hat 

gewant  hat   verwendet.  370    zu  größerer  Übung   von  Sünde   und 

Schande.  371  Ob  Diouyfius  der  Altere  oder  der  Jüngere  ge- 
meint ift,  läßt  fich  nicht  fagen.  Beiden  Tyrannen  wird  Tempelraub  zu- 
gefchrieben.  372  Phlegyas,  König  der  Lapithen,  der  über  das  Lie- 
besverhältnis feiner  Tochter  Koronis  mit  Apollo  fo  außer  fich  geriet, 
daß  er  den  Tempel  diefes  Gottes  in  Brand  fteckte.  886  verheifchen 
niederdeulfehe  Form  für  verheißen.  391   fteigreif  ift  ftegreif. 

394  Sifyphus  Od.  11,  593  fgg.  410  gnaden,  mit  Dativ  oder 
Genitiv  conf^mlert^  gegen  Jemanden  Gnade  zeigen,  ihm  gnädig  fein,  fich 
über  ihn  erbarmen.  411    feiner  treu   ungeacht  ohne   auf  feine 


238 

Treue,  fein  gegebenes  Wort  geachtet  zvl  haben.  412  franencimer 

flehe  im  1.  Gefpr.  Z.  171.  418  avlQ  feinem  rat  nach  feinem  Rat' 

nach  f.  Befehle.  424  halt  wie  genaa  an  der  Stelle  wo.  127  Cy- 
niras,  ein  König  auf  Cjpern,  in  den  feine  Tochter  Hyrrha  ßch  ver- 
liebte und  von  ihm  den  Adonis  gebar.  Ovid.  metam.  10,  300  fgg. 
429  Thyeftes,  der  mit  der  Frau  feines  Bruders  Atreus  Blutfchande  getrie- 
ben haben  foll.  Nycteus  der  mit  feiner  Tochter  Nyctimene  in  Liebes- 
verhältnis geftanden.  Ovid  mctam.  2,  691  fgg,  432  uberhabn  tiber- 
hoben. 433  wunder fer  verffcSrktes  fer.  488  one  zil  unaufhör- 
lich. 442  Johannes  XII,  eines  römifchen  Patriziers  Sohn,  ward  am 
23.  März  956  im  Alter  von  18  Jahren  Papft.  Er  war  allen  erdenklichen 
La(tem  ergeben  und  wurde  deshalb  in  einem  Concilium  der  BifchÖfe 
963  abgefetzt.  Er  darb  den  15.  Mai  964  bei  einem  Ehebruche  ertappt 
und  zu  Tode   geprügelt.          445    das  auslaufe n  der  Durchfall. 

457  Leo  X,  der  am  11.  M%rz  1513  auf  Julius  II  Papft  wurde. 
Clemens  VII,  Julius  Medicis,  natürlicher  Sohn  des  1478  durch  Pazzi 
in  Florenz  umgebrachten  Julianus  Medicis,  wurde  von  Leo  X  im  J.  3613 
zum  Cardinal  erhoben  und  folgte  desfen  Nachfolger  Adrian  VI  auf  dem 
pttpftlichen  Stuhle  19.  November  1523«  Unter  ihm  wurde  Rom  1527 
von  den  Landsknechten  erobert    Er  ftarb  am  25.  Septbr.  1634« 

458  Paulus  III,  Alexander  Famefe,  nach  Clemens  VII  Tode  zum 
Papfte  erwählt  am  18.  Octbr.  1634.  Er  war  der  BeftStiger  desJefuiten- 
Drdens.  466  gferd,  eigtl.  gevsere  Betrug.  Siehe  im  1.  Gefpr.  zu 
Z.  5.  471  bekomen  gekommen.  472  dies  die  das.  472  dahin 
des  Ortes,  wo  d.  i.  an  den  Ort  hin,  wo.  485  auOgefchert  d.  i. 
auDgefchart  ausgefondert.  494  zufurt  zerführt,  aus  einander  ge- 
fuhrt. 498  abgepelzt  abgebeizt  505  fehler  beinahe.  an 
d*arm  an  die  Arme.  509  derr  dörre.  512  vol  voll  d.  i.  fatt 
513  an  und  an  beftändig.  520  fcheint  erfcheint,  fichtbar  wird,  viel- 
leicht noch  mehr  nach  dem  früheren  Begriffe  des  Leuchtenden  hin« 

542  der  in  glüft  nach  denen  ihn  gelüftet  548  gehling  d.  i.  gsh- 
ling  fo  viel  als  gftiies,  geehes  fchnell,  plötzlich;  fonft  auch  gachlingen, 
gechlingen,    das    heutige    jählings.  550   ergrapt,     er-grapen; 

grapen  altf.  grapian  d.  i.  garapian  raffen;  ergrapen  wonach  rafch 
greifen  daO  maus  erreicht  und  bekommt         560  furnem  vornähme. 
610  bla6  f.  Grimms  Wörterb.  2,  72  fg. 

Ich  bezweifle,  daO  es  mit  der  Bemerkung  auf  dem  Titel,  diefe  Ge- 
fprilche  feien  eine  Übertragung  aus  dem  Lateinifchen ,  feine  Richtigkeit 
hat.  Für  eine  Überfetzung  find  Re  zu  felbftändig.  Aber  daß  de  eine 
gelehrte  Hand  gefchrieben,  zeigt  Anordnung  und  Inhalt  auf  Jeder  Seite. 
Oberhaupt  gehören  Re  nach  Anlage,  Inhalt  und  formeller  Ausbildung  zu 


239 

dem  heften  w«8  iu  diefor  Art  daniAls  g^efohrieben  worden  ift.  Wir  wer- 
den auf  diefes  Stack  bei  einer  andern  Gelegenheit  zurückzukommen  und 
es  dann  ausführlicher  zn  behandeln  haben. 


XIV. 

Alter  Druck  2  Bgg.  in  4.  v.  O.  n.  J.    Auf  der  Titelfeite  fteht 

Newe  Zeytung. 

Pafquillus  vom  faltz- 

burgifchen  Bawrn  gjaid  |    gefche- 

hen  im  Siben  vnd  fünfftzigift^n  Jar  | 

vmb  Rupert!  im  Herbft.  , 

Ein  Gebet  zu  Gott 
Ach  Gott  gleich  wie  der  Low  fo  kegk  | 
Vom  Schlaff  feine  jungen  anfferweckt. 
Recht  mit  feinem  gefchrey.    Alfo  thut  leben  | 
Durch  Chriftnm  der  todt  |   das  Ewig  leben. 
Gott  la^  mich,  dein  heiligs  Angefleht  | 
Im  aufferfteen  des  Jüngften  Gericht  | 
Anfehen  mit  frewden  Ewigklich. 
AMEN. 

Rückfeite  des  erften  Blattes  ift  leer  Auf  dem  zweiten  beginnt  der 
Pafquill  der  bis  zum  Ende  der  vordem  Seite  der  achten  reicht.  Die 
letzte  Seite  ift  leer. 

Der  Druck  giebt  Zeile  1  FVrwar.  5  baldt  geen.  newe 

meer.  8  Pdltzl  zu  holln.  10  ich  fehlt  14   loe^. 

18  jnn  das.  21    einem.  28   fint  fehlt  83  verbleirdt  : 

endt  86  fch6n.  w&rfft  züngen.  68  wilkolSIb. 

65  behendt  :  fendt  69    Bewrlein.  67  meinen. 

68  Bawrn.  74   geht  der  Gwslt  81    Pedäll.  86   Syn. 

87-  gefindt  :  Kindt  96  folchs.  101  deinen  Syn. 

103  alln.         theft  105  piffen.  109  tiitSh  :  vernimb. 

112   So  altr  kaum.  116  weitem  feldt  141    Schaff oeltz. 

142  ftelln.  155  kinder  den.  160  Haydn.         233  ver- 


240 

traweo.  23G  rathn.  261  Pfaffen,  271  thno.  272  gc- 
fcbwornen.         282  Stigs.         296  borg  fein. 

Zelle    7   fcheacht  fcheut.     Schm.  3,  338  fg.  8  hölzel   und 

polzel  kleines  Holz  und  Bolzen;  fprichwörtliche  Redensart,  die  ich  fonA 
nicht  nachweifen  kann.  11  als  wenn  immer  wenn,  fo  oft;  als  d.  i. 

mhd.  alle|  immer.  Pangedirn  wol  Bangedirn  d.  i.  bange  dirn! 
nimm  dich  in  Acht  und  fürchte  dich,  Dirne I  nemlich  vor  Verführung: 
imperativifch  gebildeter  Name.  20   fleh  eine  kappen  faufen  wie 

fpüter  (ich  einen  Haarbentel  trinken.  23  ftet  fUIts.  24  vorgeer 

Vorgeher  d.  i.  Vorbilder.  28  weils  halten  weil  He  glauben. 

29  urftent  Auferftehung.        88  einiften  fonft  eins  irgend  einmal. 
48   der  laur,   lauer  fchlauer   hinterliftiger  MenTch,   hier   ftärker   und 
nneigentlich  :  Lumpenkerl.       64  fchaffen  befehlen.       102  lieft  ließeft. 

104   z enden  Zähnen.  105  Afeon.     Offenbar  ift  Actäon  ge- 

meint. 116  und  Conjunction  hier  in  der  Bedeutung  'ungeachtet,  wie- 
wol.'  Der  Sinn  ift:  ungeachtet  ich  fo  viele  Hirfche  gefallt,  foU  mein 
treuer  Dienft  nun  fo  fchMcklich  gelohnt  werden.  123  ficheinesdinges 
nieten  oder  genieten  ftch  mit  Eifer  befleißigen.  133    Scheinbar 

wilde  Thiere  die  in  Thierhaut  gefteckte  Menfchen  find.  135  Anteon 
fehlerhaft  fdr  Actfton  wie  Zeile  105  Afeon.  145   fägen   paffen. 

154  falken  baiß  d.  i.  F.  baiße  Falkenbeize.  155  wem  für 

werden.  157  was  urfach  abfoluter  Accufativ  (was)  mit  davon  re- 
giertem Genitiv  (urfach)  warum.  161  freit  (der  Druck  gibt  frejdt) 
für  frei  de  übermütige  Luft.  169  oft  hier  nicht  von  der  Häufung 
in  der  Zeit,  fondem  im  Baume  (vgl.  häufig)  :  He  haben  fo  viel  Mord- 
gedanken wie  Haare  auf  dem  Kopfe.  172  vermailigen  beflecken; 
mhd.  da|  meil  Befleckung.  173  went  gekürzt  für  wende 
Imper.  178  ran  fchlank,  fchmächtig  Schmeller  3,  92.  180  mar- 
grafAlbrecht.  Gemeint  ift  hier  Albrecht  IV  Alcibiades  (ein  Urenkel 
des  Churfürften  Albreeht  Achilles,  Sohn  des  Markgrafen  Cafimir  von 
Brandenburg,  geb.  28.  März  1522  zu  Ansbach)  wegen  feines  Verfahrens 
gegen  die  Bifchöfe  von  Bamberg  und  Würzburg,  Worms  und  Speior  und 
den  Erzbifchof  von  Mainz,  die  er  teils  verjagte,  teils  brandfchatzte.  Er 
ftarb.  am  8.  Jan.  1556  zu  Pforzheim.  184  palieren  polieren. 
186  fonnencron  dictus  non  a  fole  nt  vulgus  fed  a  folido,  eft  folidus 
aureus,  valet  cruciferos  centum  vel  amplius.  Schmeller  2,  388. 
188  geweicht  geweiht.  189  fg.  für  die  Koften  folch  eines  teuren 
Bifchofhutes  kann  man  viel  tüchtige  eifeme  Helme  fwc  Krieger  befchaffon. 
195  derfclwBUch  Furcht,  Grauen;  hochdeutfch  in  etwas  modifl- 
cierier  Bedeutung  die  Scheu.  Schm.  3,  339.  207  falzmeut  Salz- 
zöUe;  meut  Plur.  von  mant.    Vgl.  Schmeller  2,  646  ig.      auffchleg 


241 

Aaffchlftge,  Plar.  von  anffchlagr  Preiserhöhung  von  Frucht,  MetAllu.r.w. 
Grimm  Wb.  1,  722.  212  der  bracht  (mhd.  der  braht)  eigtl.  lär- 
mendes Gefchrei,  dann  Luxus,  nhd.  die  Fracht.  214  Tech  fSho, 
221  mits  Wirts  d.  i.  mit  des  wirtes.  262  die  manltafchon 
Schlag  aufs  Maul.  Schm.  2,  566.  266  karrock  wol  korrock 
Chorrock  gemeint.  273  fner  Fuhre.  280  Tch äffen  befohlen. 
263  Terzetten  versetteln,  verlieren. 

Die  Heimat  diefes  Stückes  kann  dem  Schauplätze  der  fchrecklichcn 
Begebenheit  die  es  emält  nicht  fern  Hegen.  Salzburg  felber  wird  es 
nicht  fein,  vgl.  Z.  226,  wol  aber  das  benachbarte  Öfterreich  oder  wahr- 
fcheinlicher  noch  Baiern.  Darauf  weift  die  Sprache  entfchieden  hin, 
wie  die  lUime  lehren  zumal  der  Reim  thftn  :  kftn,  denn  kftn  ift  die 
mundartliche  Ausfprabhe  für  kain.  Freilich  ift  diefer  Reim  erft  hergc- 
ftellt  :  der  Druck  gibt  t hu n  :  kein.  Die  Emendation  fteht  aber  außer 
Frage.  Die  in  Süddeutfchland  damals  häufige  Form  th&n  fiirthun. 
thun  findet  Hch  durch  den  Reim  bczugt  nach  Z.  111  (:  kan  polTum) 
und  271  (:  an).  Auch  eine  Reihe  anderer  Sprachformen  find  diefer  Hei- 
mat nicht  zuwider.  Einkleidung,  Darftellung,  Sprache,  Versbau  und 
Reime  unferes  Gedichtes  find  meift  roh  und  ungcfchickt  und  geradezu 
das  Wiederfpiel  der  vorigen  fo  fein  angelegten  und  gearbeiteten  drei 
Gefprach^.     Seine  Wirkung  ift  recht  auf  die  Maffe  berechnet 

Über  den  dicfem  Pasquill  zu  Grunde  liegenden  Vorgang  finden  wir 
bei  Joh.  Wolf  in  den  Lectt.  memorab.  tom  II.  centenar.  16  pag.  010 
folgende  Erzälung: 

Pnblico  fcripto  et  pictura  anno  domini  1537  divulgata  eft  fequcntis 
non  epifcopi  fed  crudeliftimi  et  immaniffimi  tyranni  hiftoria.  Michael 
enim  epifcopus  Salisburgenfis  cum  in  proximo  luco  ad  infaniam 
ufque  venaretur,  cervus  autem  quidam  ictus  extra  faltum  curreret  et  in 
panperis  cujusdam  fegetem  deveniret  ibidemque  veniente  morte  conci> 
deret,  eum  vero  confpicatus  inops  cui  domi  foboles  cffet  plnrima, 
vix  tamen  Interim  panem  haberet  quem  e deret,  tanquam  divinitus  oblatum 
fibi  domum  deferret  excoriaret  ederet  feque  ita  fuosque  fuftentaret,  at 
epifcopus  id  tandem  exploratum  haberet,  hunc  miferum  hominem  in  car- 
cerem  acerbiffime  detruHt  ereptumque  inde  judici  fuo,  qui  illi  vitam  adi- 
meret,  tradidit.  Qui  ubi  tam  indignam  fententiam  ferro  recufavit,  ipfe 
tribunal  afcendit  hominemque  ad  mortem  longo  deterrimam  damnavit 
iliumque  corio  devorati  cervi  infui  canibusque  fuis  interiraendum  dari 
mandavit,  hac  tamen  poenie  mitigatione  vel  potius  nequiffima  illuHone, 
ut  n  quando  evaderet  quemadmodum  illa  beftia,  plane  libera  effet.  Ita 
impactom   cervina  pelle   virum  innocentem   in  foro    venatus   eft   et  ipfe 

16 


242 

coram  animi  fui  declarandi  gratia,  quam  id  ßbi  arridoret,  corna  in  ma- ' 
nus  famfit  ooqne  inflato  caaes  et  moloffos  atrocifilmos  in  liane,  qui  jam 
animam  fuam  deo  commendabat  canfamque  iniquliTimam  ipHos  judicio 
deferebat,  incitavit,  qni  eam  nudique  a^grefn  miferrime  in  morem  ferae 
dilaniaverant.  At  damanto  in  coclum  innocentis  fang^ine,  deus  hanc 
impnnem  iilam  nefarinm  epifcopnm  habuit,  quem  venationi  poftera  die 
indulgentem  ab  eqno  repentino  morbo  praecipitavit  et  juftifnme  intorcmit. 
-—  Imp.     Rud.  2.  Papa  Greg.  13. 

Das  Jahr  1537,  das  für  diefen  Vorgang  hier  genannt  wird,  kann 
nicht  richtig  fein,  denn  Michael  bekleidete  die  erzbifehöflicho  Würde 
von  1554  bis  1560.  Er  ftarb  am  17.  Nov.  diefes  Jahrs  (wie  es  in  einem 
Salzb.  Chron.  heißt  bei  Sim.  Fried.  Hahn  in  der  Collect,  monnm. 
Bmnsv.  1726  tom.  2  S.  773)  eine  halbe  Meile  Wegs  vom  Klofter  Geyfen- 
velden  anf  einer  Beife  ans  Baiem  nach  Hanfe  begriffen  in  8.  Colmans 
Wald  bei  einer  großen  Eiche.  Diefer  Michael  war  aus  der  Familie 
der  von  Kücnburg  (auch  Khienburg  gefchrieben),  unfer  Pasquill 
gibt  KU en borg  Z.  203.  Es  wird  mit  dem  Jahre  1557,  auf  das  der 
Pasquill  dicfe  Begebenheit  fetzt,  feine  Richtigkeit  haben. 


XV. 

2  Bogen  in  8  vom  Jahre  1587  ohne  Angabe  des  Ortes.     Die  RUck- 
feite  gibt 

Ein  Gefprech 

des  HERRN  \   mit 

Sanct  Petro. 

Von  der  jetzigen  Welt  lauff  |   vnd 

jrem  verkerten  bofem 

wefen. 

nützlich  vnd  zugleich  mit  kurtz- 

weil  ig  zu  lofcn. 

Darunter    ein   Holzfchuitt:     Sanct   Peter   mit   dem   großen   Schlußcl 

über  der  Schulter.    Unten  fteht 

Anno  1587.^ 
Auf  der  Riickfuite  des    erftcn  Blattes  beginnt   das  Gedicht,    das   bis 
zur  vordem  Seite  des  letzten  geht. 


243 

Der  Druck  gibt  Zeile  10  nicht.  12  rhu*  13  gerewt  : 

▼  ernewt.  26  ftott  genaue  lies  genante  Yom  im  Texte,  wie  auch 
der  Dr.  gibt  33  zerrüt  :  vberfchüt.  72  Todt  :  Gott. 

79    quael.  81   feltzam.  112  lies  vom  nicht  mich  Tondem 

mein.  147  Vnd  das  Hertze.  IGl  ertod  vnd  ermord. 

162  Stad.         183  ewele.         244  verdrückt.         296  fraffen. 
298  jhn  den  sthem.  306  Vnd  trinken.  313  fpiegcn. 

405   gehorcheft  601   lies    v<pm  da  man  uns  mit  plagt 

650  im  KretzTchmer.         663  fuchen. 

Zeile  8  niden  unten,  £o  21.  23.  48  24  verzogen  werden 

hingezogen,  aufgehalten  werden;  verzug  Aufenthalt  43  verändert 
▼ei&idert.  46  acht  achtet.  61  regen  für  regenen.  66  tau|^ 
in  noch  die  richtige  Form,  mhd.  touc  ftarkes  Präteritum  mit  prSfeh- 
tifcher  Bedeutung.  Jetzt  hat  fich  aus  diefem  Prätcritopräfens  ein 
Ichwaches  Verbum  ich  tauge  taugte  getaugt  entwickelt  Grimms 
Gramm.  I  S.  963.  988.  69  Ich  halte  die  Kraft  zurück,  verzögere  He. 
Über  enthalten  c.  Acc.  f.  Benecke-Müller.     1.  S.  621b.  79  quel 

Qual.  106    drüs    ahd.   druos,    druofi   Graff  5,    263.    Grimms 

Gramm.  1,  416,  462,  mhd.  druos,  druofe  ft  u.  fchw.  Fem.  nhd.  die 
Drüfe  Gefchwür,  fchwürige  Beule. —  der  ritt  ahd.  rito  hrido  mhd. 
rite  ft  u.  fchw.  Mafc.  das  Fieber  das  fchüttelt,  daher  die  Verwün- 
fchung  *fchütt  dich  der  ritt*     Vgl.  Schmellers  bair.  Wörtb.     3.  S.  165. 

108  in  nicht  etwa  ein  Latinismus:  nihil  utile  fcio  in  ecclefia  effc, 
wie  er  mitunter  in  diefer  Zeit  vorkommt,  fondem  heißt:  ich  für  meine 
Perfon  bin  höchft  unnütz  in  der  Kirche,   wei6   nicht  was  ich  darin  foll. 

123   zeren   verzehren.  129  berußen   mit  Büß  befchmutzen, 

bildl.  an  der  Ehre  beflecken,  vielleicht  hier  mit  obfcöner  Nebenbedeu- 
tung. Schmeller  3,  138  berueßen,  rueßigen.  .  137  das  gelfen 
übermütige  ausgeladene  Freude.  154  fchnciden  in  welcher  Bedeu- 
tung hier?  vielleicht  'auffchneiden,'  damit  prahlen,  viel  davon  wißen 
wollen.  181   Unter  Pikarten  oder  Pikarter  find   die  böhmifchen 

Bruder  gemeint  200   die   großen  Haufen   d.  h.  Leute  niederer 

Herkunft  die  fich  aber  auf  die  großen  Herren  fpielen.  Vgl.  Schmeller 
2,  216.  218   der  Cifioianus,    auch  Cifianus  genannt,  war  eine 

Art  Calender:  zwei  Hexameter  auf  jeden  Monat,  von  fünft  nichts  bedeu- 
tenden Wörtern  zufammen  gefetzt,  gaben  die  erlten  Silben  der  beweg- 
lichen Fefte  an,  die  auf  einzelne  Tage  des  Monats  fallen.  Vgl.  Hannöv. 
geh  Anz.  1761  St  19.  219    der  Grobianus  war  eines  der  gele- 

fenilten  Bücher  im.  16.  Jhdt.  Es  werden  darin  mit  itreng  durchgeführter 
Ironie  in  derber  Weife  und  Sprache  die  groben  Sitten  der  damaligen 
Zeit  gegeifelt    Zuerlt  lateinifch  behandelt  von  Fr.Dedekind  Frkf.    1549 


244 

In  deutfcho  Reime  übertragen  von  Cafpar  Sclieidt  von  Worms,  Worms  1551 
nicht  oline  einzelne  Umarbeitungen  und  Zufätse,  die  Dedekind  in  einer 
neuen  latein.  Ausgabe  benutzte  1552.  Nach  Scheidts  Tode  (1565)  gieng 
Wendcliu  Uellbach  aus  Mülberg  in  Thüringen  von  neuem  an  eine  Bear- 
beitung diefes  Buches,  die  1567  erfchicn  und  mehrfache  Auflagen  or^ 
lebte.  Von  Wenzel  Scherffer  wurde  der  Grobian  in  Alexandriner  umge- 
fetzt (Brieg  1640).  237  vor  Adv.,  zuvor,  früher.  251  betöbert  be- 
täubt, taub  und  dumpf  gemacht;  .tob  ein,  tob  ein  Schmeller  1,  425- 
266  einen  vejnugen  ihm  ein  Genüge  thun,  ihm  zur  Genüge  ge- 
ben. 282  quatwer,  es,  zinken  Zahlen  im  Würfelfpiele ;  der 
zink,  zinken  der  Fünfer  auf  dem  Würfel,  ahd.  z  i  n  k  o  quinio ;  e  s  mhd- 
effe  latein.  affis  die  Eins  auf  dem  Würfel;  quatwer,  qnater  die 
Vier.     Renner  11406 

von  zinken  quater  effe 
ntzt  manger  in  kumbers^effe. 
Eine  Priamel  in  Efchenburgs  Denkmälern  S.  415  lautet 

Von  dem  zinken  quater  und  es 

komt  mancher  in  des  tenfels  efs.     (ncfs  Hs.) 

von  quater  zinken  und  von  dreien 

tut  mancher  wafengo  fchreien. 

von  es  fes  und  von  taus 

hat  mancher  gar  ein  ödes  haus. 

von  quater  drei  und  von  zinken 

muß  mancher  lauter  waßer  trinken. 

von  zinken  drei  und  von  quater 

weint  ofte  muter  kint  und  vater. 

von  zinken  quater  und  von  fes 

muB  Jungfrau  Metz  und  Agnes 

oft  gar  lang  unberaten  bleiben, 

wil  er  die  läng  das  fpil  an  treiben. 
290  aul^macht  d.  i.  austrinkt.  338   die  da  gehn  auf  der  gru- 

ben d.  i.  die  mit  einem  Beine  im  Grabe  ftehn.  387  auf  der  gart 

ziehen  von  Landsknechten  gefagt,  bettelnd  herum  ziehen.  388  nein 
d.  i.  hinein.  440   fich   hoch  erbrechen  fich  übermütig  erheben*. 

So  noch  Z.  476.  443  zu  keiner  fart  niemals.    Der  Druck  hat  zu 

deiner  fart;  es  könnte  daher  vielleicht  dh einer  zu  fchreiben  fein, 
eine  Fonn  die  ßch  im  16.  Jhdt.  noch  hin  und  wieder  findet.  510  wez- 
ker,  bei  Hans  Sachs  wetfchger  und  da  Reifetafche,  Sack  bedeutend, 
mnQ  hier  etwa  eine  kleine  Tafche  fein,  eine  Art  Strickbeutel,  an  den 
Arm  zu  hängen.  Vgl.  Schmeller  4,  203.  617.  bocken  d.  i.  bücken, 
bücken.  650  kretfchem  Kneipe,  Wirtshaus,   ein  Havifches  Wort, 

in  ScMeficn  und  der  Laufitz  noch  heute  fehr  gebräuchlich;   kretfch* 


245 

mar,  kretfchm er  Kneipwirt.         652  das  ort  eine  kleine  Münze. 
654  Sie  fprachen  rotwelfch,  die  Gaunerfprache.  685  bidern  utiliter 

adhibere,  ahd.  piderban,  mhd.  bederben.     Grimm  Wb.  1,  1813. 

Die  Heimat  diefes  Stückes  fcbeint  Schießen  zu  fein.  Damit 
ftimmt  der  Gtobraucb  des  Wortes  kretfchem  Z.  650,  fo  wie  die  durch 
den  Beim  gehaltenen  Formen  bocken  (bücken)  :  rocken  617,  loft 
(la(t)  :  kort  572,  die  Heb  auch  bei  den  rchleßfchen  Dichtem  des  nach- 
ften  Jahrhunderts  finden.  Die  Zeit  der  Abfaßang  unferes  Gedichtes 
ISBt  fich  annähernd  bcftimmen  durch  die  Erwähnung  des  Grobianus 
Z.  219.  329.  Ob  nun  damit  Dedekinds  lateinifches  Gedicht,  das  zuerft 
1549  erfchien,  gemeint  ift,  oder  (was  wahrfcheinlicher  ift)  Scheidts  deut- 
fche  Überfetzung  von  1551 ,  die  beide  ungemein  fchnelle  Verbreitung 
und  breite  Popularität  gewannen,  immer  würde  unfer  vorliegendes  Gedicht 
'feiner  Entftehung  nach  in  die  fünfziger  Jahre  des  fechszehnten  Jhdts.  fallen 
können,  zumal  eine  frühere  Ausgabe  desfelben  als  die  uns  vorliegende, 
eine  vom  Jahr  1561  bezeugt  ift  (f.  Büchcrfchatz  der  deutfchen  Nat.  Litt, 
des  16.  und  17.  Jhdts.  Nr.  1604  S.  104),  die  Heb  felbA  als  eine  be- 
reits geheuerte  und  vermehrte  gibt  Als  Verfaß  er  wird  in  diefer 
letzteren  Ausgabe  von  1561  Conrad  Hafe  genannt,  allein  diefe  Autor- 
fchaft  kann  fich  auch  nur  auf  das  dem  Drucke  angehängte  andere 
Stück,  vielleicht  mit  auf  das  *anfs  neue  überfehen  und  gebeßert'  be- 
ziehen. In  formeller  Beziehung,  in  Sprache,  Versbau  und  Beim,  gehört 
das  vorliegende  Gedicht  keineswegs  zu  den  bellen  feiner  Zeit,  ebenfo  ift 
die  dialogifche  Einkleidung  ohne  alle  ktinltlerifche  Gabe  gemacht :  dafür 
werden  wir  durch  den  Inhalt  entfchädigt,  der  mannigfach  intereffantes 
über  Leben,  Treiben  und  Sitten  jener  Zeit  bietet. 


16** 


SATIREN  UND  PASQUILLE 


AUS  DER 


REFORMATIONSZEIT 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


OSKAR  SCHADE 


ZWEITER  BAND 


2SWKIXK   JkXJSO-^BS: 


HANNOVER 

CARL    RÜMPLER. 
1863. 


SATffiEN  UND  PASQUILLE 


AUS  DER 


REFORMATIONSZEIT 


HERAUSGEGEBEN  f tln^^^""*'^^ 


VON 


OSKAR  SCHADE 


ZWEITER  BAND 


ZWKIXS    A-USGA-BSi 


HANNOVER 

CARL    RÜMPLER. 
1863. 


Xliermit  übergebe  ich  verfprocheuer  Maßen  nicht  zu  lange 
nach  dem  erden  den  zweiten  Band  der  Satiren  und  Parquille 
aus  der  Ueformationszeit.  Die  einfichtige  Freundlichkeit  des 
Herrn  Verlegers  hat  ihm  durch  Zugeftändnis  größerer  Bogen- 
zahl eine  gewis  willkommenere  Reichhaltigkeit  gefiebert.  Wir 
beginnen  mit  der  für  jene  Zeit  politifch  und  religiös  fo  wich- 
tigen fickingifchcn  Angelegenheit  (No  I  —  III),  in  der  wir 
leider  die  eritt-ebte  Vollßändigkeit  nicht  erreichen  konnten,  da 
mehrere  hier  einfchlagige  ratirifche  Schriften  uns  unzugänglich 
blieben:  eine  Lücke,  die  wir  in  einem  fpäteren  Bande  (wenn 
('S  dazu  kommt)  forgfaltig  auszufüllen  uns  bemühen  werden. 
Das  näohfte  Stück  (No  IV)  leitet  zu  den  Urfachen  des  Bauern- 
kriegs über,  den  wir  felber  einer  fpäteren  Darlegung  aufTpa- 
ren.  Es  folgen  zwei  in  jeuer  Zeit  lateinifch  und  deutfch  viel 
geübte  und  fehr  fcharfe  Arten  von  Pafquillen,  die  eine  (No  V 
— IX)  Manifeße  des  Höllenfurllen  Lucifer  als  fingierten  Ober- 
hauptes der  päpftlichen  Kirche,  die  andere  perfiflierende  Um- 
dichtuugen  biblifcher  Stücke  (No  X  —  XIII),  wozu  die  An- 
merkungen S.  310 — 314  und  318  fg.  noch  weitere  Boifpiele 
beibringen.  Darauf  kommen  (No  XIV  —  XVII)  vier  fehr 
eharakterifiifche,  wenn  auch  an  innerem  Werte  eben  fo  un- 
gleiche Dialoge,  von  denen  der  erfte  und  dritte  die  Hand  des 
Kenners  verratend,  ungemein  lehrreich  find.  Jetzt  erß  gehen 
wir  zu  Stücken  in  poetifcher  Form  über  (No  XVIII — XXII), 
unter  denen  befonders  das  letzte,  auch  durch  feinen  Umfang 
hervorragend,  alle  Beachtung  verdient.  Zwei  recht  harte 
und  bösartige  Satiren  (No  XXI II  und  XXIV),  vom  Tode 
der  Seelmeffe  und   das  papiftifche  Ilandbüchlein ,  befchließen. 


IV 

Was  die  Behandlung  der  fo  verfchiedenartigen  Texte  an- 
langt, fo  kann  ich  auf  die  Vorrede  zum  erften  Bande  verwei- 
fen;  vor  aUem  habe  ich  mich  vor  eigenmächtigem  Beßern 
gehütet  und  der  Oberlieferung  ihr  zulländiges  Recht  gewahrt, 
fo  weit  dies  höhere  Rückfichten  nicht  geradezu  verboten.  Die 
Anmerkungen,  treu  dem  angencmimenen  Grundfatze  auf  ver- 
fchiedenartige  Lefer  berechnet,  find  in  ihrer  Lehrhaftigkeit 
durchaus  populär  gehalten  wie  früher.  Da  ich  nicht  voraus- 
fetzen  konnte,  daß  jeder  mit  dem  erften  Stücke  beginnen  und 
dies  vollftändig  durcharbeiten  würde,  bis  er  der  Reihe  nach 
zu  den  übrigen  fortfch ritte ,  fo  ift  manches  mehrfach  gefagt, 
wo  es  nicht  mehr  Raum  als  eine  Verweifung  erforderte.  Da- 
her wird  der  Kenner  über  folche  kleine  Wiederholungen,  die 
dem  Laien  doch  nur  nützen  können,  nicht  ungehalten  fein 
und  fie  mit  der  guten  Abficht  des  Herausgebers  entfchuldigen. 
Doch  habe  ich  hier  fchon  mehr  als  im  erften  Teile  auch  ihm 
(wenigftens  hin  und  wieder)  etwas  zu  bieten  gefucht  und 
mancherlei  beigebracht  was  dort  verbannt  bleiben  mufte,  na- 
mentlich find  einige  fprachliche  £rfcheinungen  eingehender 
behandelt  worden.  Sollte  die  Teilnahme  des  Publicums  den 
wackern  Verleger,  der  unferer  Wißenfchaft  fo  große  Opfer 
bringt,  die  Fortfetzung  des  Unternehmens  möglich  machen,  fo 
könnte  dann  in  fpäteren  Bänden  ein  ftrengeres,  eingehenderes 
und  fiir  die  Forfchung  ausgibigeres  Verfahren  eintreten. 

Zum  Schluße  muß  ich  die  Freundlichkeit  des  Lefers  noch 
auf  eine  verdrießliche  Probe  ftellen,  indem  ich  eine  Reihe  von 
Druckfehlern  vorm  Gebrauche  des  Buchs  ihn  zu  verbeßern 
bitte.  Zugleich  füge  ich  noch  ein  paar  kleine  Änderungen  bei. 

Seite  2  Zeile  28  lies  im   fent  iur  in  fand  S.  4  Z.  4   lies   der  geift- 

lichen    fo    r\\  in  euch  fchützen   wolt        Z.  19  z&        Z.  25  geacht 
für   eracht         5,   5   lies  mfiß   für  mu0        Z.    14  fölichs    för  folichs 
6,  32  1.  th{i  für  th&        7,  4  fich  für  fich  Z.  28  1.  z&  für  su 

8,  13   komen.'   (mit  den  Anlührungszetchen)        9,  8    gefchriben 
Z.  27  fg.  beßere    der  feine  p riefte r   wil  b.        Z.  30   prieftern?   hör! 
'wer  nit  ab  f.        10,  24  ein-  (mit  dem  Trennangsftriche)        11,  7  lies  zd 
für  zt         13,  5  1.  Terf&rt  Aatt   yerfürt         14,  20  1.  pflegel         Z.  21 
fchantlich        Z.  37  nit  fei  als  in  (das  letzte  Wort  hinzu  zufügen) 
16,  16   alein         Z.   29   bimltfch  19,   35   feind:    noch   leiden    w. 

(mit  Doppelpnncte)       Z.  36  l.  bös  für  bös.       27,  8  nemen,  mit  demü- 
tigkeit  (mit  Komma)        Z.  38  Tilge   nach  felbs  den  Trennungsßrich. 


28,  1  Beßere  zeucht  far  zengt  vgl.  S.  284  zu  28,  7.         30,  21  Tilge  fo 
33,  12   habft         34,  18  1.   menrchena        37,  20  wfirt  41,  1  1. 

er  fär  der  43,  24  1.  z&  far  z{l  44, 15  vielleicht  rucken  für  trncken 
zu  leren.  48,  2  hab  ich  (getrennt)  48,  9  erfocht  49,  24  gna- 
den 50,  10  inkomen,  zins  (mit  Komma)  57,  2  furften  Z.  15 
fchatzung  61,  18  fidein  :  we  dem  62,  21  verftand  far  ftand 
Z.  22  nie  far  nit.  Aach  in  der  Lesart  daza  S.  293  Z.  13  ▼.  o.  lies 
nie  für  me.        63,  16  1.  fol  f&r  vol        75,  19  1.  laahen  für  lanhen 

90,  3  haben,   alfo  (mit  Komma  ßatt  des  Punctum)        103,  4   daß  er 
ja  118,   5  1.   fectatoribus  für  facerdotibas         Italia.    et   hie 

(mit  Punctum)  Z.  20  fg.  beBere  nonne  hie  erat  für  quoniam  hie 
eft  Z.  25  fg.  1.  convalefcebat  126,  9  1.  gebot  Z.  12  anhan* 
gend,  und  (mit  Komma  Ilatt  des  Punctum)  131,  26  Das  Punctum  vor 
die  zu  tilgen.  Z.  27  Nach  boshait  ein  Punctum  zu  fetzen.  163,  220 
daß  für  das  Z.  233  Die  Reimzeile  auf  diefen  Vers  findet  Üch  nicht  im 
alten  Drucke.         168,    121   weifchem         178,   106    Niemant  179   in 

der  letzten  Zeile  unten  ändere  die  Verszahl  in  145        204,  275    offenbar 
Z.  284  1.  Tich  für  viech        237,    1523    unchriftlicher        257,    16 
beßere  gemachfam  far  gewachfam        260,  23  fgg.   zu  beßern  wie    es 
hinten  S.  379  in  der  Anm.  zu  diefer  Stelle  angegeben  ill. 

Die  freundliche  Au&ahme,  welche  der  erfie  Band  iiber- 
all  erfahren  hat,  läßt  den  Herausgeber  hoffen,  fie  werde  auch 
diefem  zweiten  reicheren  zu  Teil  werden. 

Weimar  den  10.  December  1856. 


D«    OSKAR  SCHADE. 


INHALT. 


Seite 

\^      1.   Gefprech  büechlin  NEÜW  KARSTHANS     1 

II.  Dialogud  fo  Francifcas  von  Sickingen  vor  des  himels  pforten  mit 
fallt  Peter  und  dem  ritter  fant  Jörgen  gehalten  znvor  und  ehe 
dann  er  ingelaßen  iA  worden 45 

III.  Ein  gefprech  eines  fuchs  und  wolfs,  fo  die  andern  füchs  und 
wölf  auf  dem  Staigerwald  zufamen  gefchickt  fich .  zu  underreden, 
wo  und  wie  die  beide  partei  den  winter  fich  halten  nnd  neren 
wollen.     MDXXIIII 60 

IV.  Von  der  gült.  hie  kompt  ein  beuerlein  zu  einem  reichen  burger. 
fo  kompt  ein  pfaff  auch  darzu  und  darnach  ein  münch.  gar  kurz- 
weilig zu  lefen 73 

V.   Epiftola  de  non  apoftolicis  quorundam  moribus,  qni  in  apoftolo- 

rum  fe  locum  fucceHiIfe  gloriantur 80 

VI.   Ain  großer  preis  fo  der  fürft  der  hellen  genant  Lucifer  iezt  den  • 
gaiAlichen  als  bäpft,  bifchoff,  cardinel  und  der  gleichen  zu  weift 

und  embent.    1521 85 

VII.  Ain  neuwer  fendbrief  von  den  böfen  gaiftlichen  gefchickt  zA  irem 
rechten  herren.    ain   anlwort  von  irem   erbherrn.    fad   luftig  zu 

lefen.    anno  MDXXI 93 

VIII.  Neue  zeitung  auf  das  jar  MDXXI.  eine  fchriftliche  Werbung 
gethan    von    dem  furften   der   helle  feinen   lieben  getreuen    aller 

und  iedes  ftandes  feines  reichs 99 

IX.  Beelzebub  an  die  heilige  bepftliche  kirche.   MDXXXVII 102 

X.  Ain  ewangelium  Pafquilli,  darin  das  romifch  leben  gegründt  und 
bcftetiget  wirt    , 105 

XI.  Doctor  Martin  Luthers  pafGon 108 

XII.   Evangelium  fecundum  Pafquillum  Romse   in  adventu  Ctefaris  edi- 

tum.    MDXXXVI 114 

XIII.   Epiftola  de  converfione  Pauli  III  p.  m.    MDXXXVI 117 

*^XIV.    Ain  fchöner  dialogus.    Cunz  und  der  Fritz 119 

XV.   Ain   fchöner    dialogus    von    zwaien    g^ten    gefeiten   genant  Hans 

Toll  und  Claus  Lamp,  fagent  vom  Anrechrift  und  feinen  jungern.  128 


VII 


Seite 
XVI.    Ain  fehöner  dialogiiB  zwifchen  aiin  pfarrer  und  afm  rchulthaiß 
betreffend   allen   übel   Hand  der  gaiftlichen  und   bös    bandlung 

der  weltlichen,  alles  mit  geizigkait  beladen 135 

XVII.  Ain  fehöner  dialogus  wie  ein  bauer  mit  aim  frauenbruder  mü-         ^ 
nich  redt,  dafi  er  die  kutten  von  im  wirft.  Inftbarlich  und  lieb- 
lich zu  lefen.    1525 155 

XVIII.  Ain  kurz  gedieht  fo  neulich  ein  thurgonifcher  banr  doctor 
Martin  Luther  und  feiner  1er  zu   lob  und  feinen  widerwertigen 

z{L  fpot  gemacht  hat 160 

XIX.  Ein  neuwer  fpruch  und  warhaft  bericht, 

wie  es  kompt  und  warumbs  gefchicht, 
daß  fo  vil  mnnch  feind  prielter  worden, 
an  fich  geuomen  fant  Peters  orden 
und  die  kutten  udgefchütt. 
kouf  den  fpruch!  es  ruwt  dich  nit. 

Vincit  veritas IG5 

XX.  Ain  flrafred  und  ain  underricht 

wie  es  des  bapft  junger  auf  geiz  hond  zu  gericht 
darwider  ift  auf  erftanden  ein  baur  und  ain  reiter. 

lell  fnrbaß,  fo  wert  ir  hören  weiter! 175 

XXI.   Ein  kurze  anred  zu  allen  misgnnftigen  doctor  Luthers  und  der 

chriftenlichen  freiheit.    1523 190 

XXII.   Trinmphus   veritatis.     fik   der    warheit,  mit  dem  fchwert  des 

geißs  durch  die  wittenbergifche  nachtigall  erobert 196 

XXIII.  Ein  klegliche  botfchaft  an  den  bapft  die  felmefs  betreffend, 
welche  krank  ligt  und  wil  fterben.  fampt  einem  gefprech  etlicher 
perfonen 252 

XXIV.  Der  papiften  handbüchlein,  fleißig  zu  merken  und  heimlich  zn 
lefen,  damit  es  die  leien,  denen  der  bapft  die  heilige  fchrift 
Yerboten  hat,  nicht  erfaren.  mit  d.  M.  L.  benedicite  für  den 
bapft  und  feine  fchüppen  und  der  barf&ßer  münch  zehen  gebot, 

auch  des  bapfts  Tater  unfer,  grüß  und  glauben    264 

Anmerkungen 275 


I. 


GESPRECH  BÜECHLIN 
NEUW    KARSTHANS. 

zu  DEM  LESER 

Ein  neu  wer  Karfthans  kom  ich  her 
Vol  guter  manung,  rechter  ler. 

Mit  edlen  bin  ich  worden  eins, 
Als  was  ich  weiß  do  fchweig  ich  kein» 

Und  würd  mit  henden  greifen  zu: 
Ein  ander  auch  fein  befVes  thS. 


Die  underreder 
KarßhaiiB  und  Franz  von  Sickingen. 

Karfthans.     Gr&ß  euch  got,  junker  Franz! 

Franz.     Dank  dir  got,  mein  fromer  Karfthans!  was  bringft 

du  uns  neuwes? 

Karlthans.    Junker,   ich  wünfch  euch   vil   glucks   zu  dem 

befelch  und  loblichen  kriegszeug,  darzfi  euch  keiferliche  ma- 

jeftat  verordnet  hat.    got  geb  daß  es  euch  glückfeliglich  gang! 

Franz.    Glücks  und  gottes  hilf  darf  ich  vaft  wol.  was  fagt 

man  aber  daußen  und  wie  bift  du  fo  ernAirch? 

KarAh.    Junker,  es   war  wol  von  noten  daß  ich  emnirch 

war,  dann  es  geet  mir  auch  darnach. 

Franz.    Wie  geet  es  dir  dann,  lieber  gefoH? 


Kar  Ah.  Junker,  die  pfaffen  plagen  mich  für  und  fiir,  duß 
ich  fchier  nit  weiß ,  wie  ich  meinen  fachen  thuu  Fol.  ^nd 
folt  es  lenger  wären,  ich  würd  micU  ein  mal  gröblich  Ver- 
geßen,  dann  fie  übermachen  das  fpil.  '   . 

5  Franz.    Leid  dich  und  hab   gedultl  es  würt  etwa  bePen 
Karßh.     Es    wiirt  wie    es   mag.     ich   hab  fo   lang  geh9fft 
daß  ich  zu  lezt  in  verdruß  koip,    dann  ich  find  weder  hilf 
noch  rat. 
Franz.     Hab  gedult!  got  würt  in  die  fachen  fehen  und  die 

10  geilUichen  väter  werden  fich  felbs  erkennen. 

Karfth.    Ja  wol  erkennen,    ir  ungeber  meret  fich  ie  lenger 
ie  mer  und  ich  verfich  mich  gar  keiner  beßerung  zu  in. 
Franz.     Hei  warumb?  fie  werden  anfehen,  wie  die  fachen 
iez  gelegen    und   daß  doctor  Luther   vil  menfchen    zu    er- 

1»  kantnüs  der  warheit  bracht,  der  halben  fie  dauuocht  vil 
zu  bedenken  haben. 

Karfth.  Lieber  junker,  fie  keren  fich  gar  nichts  daran, 
funder  bochen  uf  iren  ban  und  verlaßen  fich  uf  ir  Freiheit, 
iezund  bin  ich  aber  im  ban,   ob  ir  das  nit  wißent. 

20  Franz.     Wie  geet  das  zu?    was  ift  die  urfach? 

Karßh.    Junker,    ße    iß  wol  lächerlich:    aber   mir    armen 

ift  fie  zu  fchwär  worden. 

Franz.     Wie  dem? 

Karfth.     Junker,   ich  hab  ein  junges  pfertlln,  ifi  vaft  ein 

85  hüpfches  tierlin  und  ift  mir  feer  lieb,  darumb  oft  wann 
ich  das  uß  dem  ftall  gezogen,  hab  ich'  es  geO:reicht  und 
geliebelt,  auch  etwa  uf  fein  köpflin  geküfiet.  als  nun 
einer  von  meinen  uachpauren  das  in  fand  ger&get,  hat  es 
der  official  für   ein  ketzer  iluck  erkennet  und  mir  zweiuzig 

ao  guldin  zur  ßraf  abgefordert,  doch  ift  es  z&  lezt  uf  zwölf 
komen,  die  hab  ich  im  mfißen  zufagen  uf  ein  zil  zu  bezalen. 
nach  dem  aber  das  felbig  zil  verloffen  und  ich  armer  in 
mitler  zeit  mit  meiner  fuuren  arbeit  fo  vil  nit  hab  erfchwin- 
gen  mögen,   daß  ich  die  zwölf  guldin,    wie  ich  doch.ge- 

ih  hoffet,  erüberigt  hette,  funder  im  fechs  gegeben  und  umb 
gottes  willen  gebeten,  mir  mit  den  andern  fechfen  biß 
zu  fanct  Bartholomes  tag,  wann  ich  ußgetrofchen  und*  et- 
was von  fnicht  verkauft  hette,  zu  beiten,  ift  er  gar  nit  zR 


erweichen  geweft,   lunder  hat  mich  am  nechilen  fontag  in 
ban  verkünden  laßen. 

E/anz.  Warlich  das  ift  ijfnrecht  und  verdrenßet  mich 
i^on  herzen  auf  den-^aoenteurer;*  Tag  auch,  hetteft  du  im  die 
fitohs  guldin  nit  gegeben,  du  folteß  im  keinen  pfenning  ge-  & 
hen.  ich  wolt  dich  wol  vor  im  vertädingen,  dann  er  hat 
kein  fSg  noch  urfach  gehabt  dich  zfi  bannen,  ich  wil  es 
auch  dem  bifchof  Ibhreihenj,.^ 

Kar^.  Lieber  junker,  das  woUent  th&n,  ob  ich  die 
fechs  behalten  möcht,  dann  mit  den  andern  fechfen  wil  lo 
ich  thun  als  hett  ich  die  verfpilet.  kompt  es  aber  ie  darz& 
daß  man  allerlei  mit  den  pfaffen  reden  würt,  wie  ich  dann 
hoffe  gefchehen  werden,  ich  wil  des  und  anders  nit  verge- 
ßen.  furwar  feiet  es  alein  daran,  daß  wir  der  fachen  ein 
hauptman  betten,  fo  wiird  es  geen.  15 

Franz.  Ah,  mein  lieber  Karfthans,  wir  follen  das  nit  be- 
geren,  lunder  iie  in  der  gAtigkeit  vermanen,  daß  fie  felbs  ein 
reformation  under  in  machen,  dann  es  feind  doch  ie  noch 
redlich  leut  under  den  geiillichen,  und  folt  man  fie  mit  ei- 
nem gewalt  überfallen,  fo  war  zä  beforgen,  daß  der  un-  20 
fchuldiff  mit  dem  fchuldigen  gieng  und  einer  des  andern 
eiitg^lien'mSIl:  dann  du  und  dein  häuf  fchlahent  mit  Unver- 
nunft darin. 

Karllh.    Warlich  wnrt  es  darzfi  komen,  würd  ich  nit  vil 
vmnanfl  brauchen  künnen.    Iie   folten    es   aber  iezimd   be-  »5 
denken  und  irem  wefen  ein  gefialt  geben. 
Franz.    Die  warheit  zä  reden,  hab  ich  felbs  forg,  wie  du 
£agA,  fie  werden  mit  irem  zä  vil  übermäßigen  hochmät  und 
unbillichen  ftirnemen  den   gemeinen   man  erwecken  und  in 
ein   böfes  fpil  machen,    hab  ir  auch  oft  etliche  darvor  ge-  30 
warnet,    wollen  fie  in  nun  nit  laßen  raten,  fo  wirt  in  auch 
nit  z&  helfen  fein,     das  gib  ich  in  zä  bedenken. 
Kar  Ab.    Ich   hoff,   ir  werdent  felbs    im  fpil  fein;  und  ift 
mein  und  meins  gleichen  velle  zuverficht  und  vertrauwen,  ir 
werdent  noch  als  ein  hauptman  ire  böfe  ftuck  helfen  ßrafen.  3s 
Franz.    Das  weiß  ich  nit.    ich  hab  es  noch  biß  här  unferm 
heim  got  bevolhen,   wie  wol  ich  vil  Übels  durch  fie  ge&bt 
werden  fiob. 

1* 


•  Karßb.  Man  weißt  nit  anders,  dann  ir  werdt  ob  doctor 
Luthern  ßät  und  veA  halten,  habt  auch  danimb  iden  Hüt- 
ten bei  euch,  daß  ir  in  vor  vergwaltigung  des  bapftes  und 
der  geiltlichen  Ibhützen  wölt^  laßent  in  auch  derhalben  in 
5  euwerm  haus  wider  den  bapft  und  genante  geilUichen  was  er 
wil  fchreibcn. 

Franz.  Karßhans,  in  dem  wil  ich  dir  nichts  bergen,  alles 
was  ich  noch  von  doctor  Luthers  fchriften  gelefen,  mag  ich 
bei   meiner  feien   feligkeit  Tagen,    daß    ich  das  anders    nit 

10  dann  chriAlich  und  wol  gefchriben  erkenne,  folt  im  nun 
umb  der  götlichen  warheit  und  gerechtigkeit  willen  gewalt 
und  unrecht  widerfaren,  furwar  es.mocht  mir  nit  lieb  fein, 
wo  ich  auch  von  mir  felbs  oder  gefordert  darz&  kam,  ich 
würd  im  gar  ungern  abfteen,   dann   mich  weift  gotes  und 

i&  brüderlich  lieb,  der  war  chriften  glaub  und  mein  eigen  ge- 
wißen  dahin,  daß  ich  in  und  feins  gleichen  in  folichem  fall 
mit  hilf  und  rat  nit  verlaße,  des  Huttens  halber  hat  es 
dife  geftalt.  den  halt  ich  bei  mir  als  meinen  g&ten  freund 
und  der  in  feinen  nöten  zäflucht  bei  mir,  als  einem  zu  dem 

so  er  fich  leibs  und  g&ts  verficht,  gefacht  hat,  von  dem  ich 
auch  anders  nit  weiß  dann  daß  er  noch  biß  her  die  lutfu:^ 

.  warheit  gefchriben  hab  und  das  felbig  nit  uß  bofer  urfach, 
funder  nach  dem  er  das  romifch  und  der  geiftlichen  regi- 
ment  und  ergerlich  leben  grüntlich  erfaren  und  das  aller  eer 

85  und  redlicheit  entgegen  erkent,  hat  er  fich  fcfauldig  eracht, 
das  felbig  mit  fchriften  und  vermanungen  anzfizeigen,  auch 
wo  im  müglich  fein  würd,  mit  der  that  z&  widerfechten, 
folich  fürnemen  kau  ich  nit  unbillichen,  würd  in  auch,  fo 
lang  er  bei  mir  ift,  nit  vergwaltigen  laßen,  furwar  f&cht 
.  ao  er  ie  nit  fein  eigen  nutz  darinnen,  dann  ich  weiß  was  er 
difes  handeis  fchaden  hat  und  was  im  nutzes  widerfaren 
mocht,  wo  er  darvon  abfteen  wölt. 

Karfth.  Anders  hab  ich  auch  nit  gehört  und  dunkt  mich 
von  euch    billich  und  recht  fein,    ir  werdt  auch  der  halben 

35  mer  dann  umb  kein  euwer  thaten  gelobt,  dann  der  pfaffen 
wefen  hat  als  gar  kein  form  noch  geftalt.  ich  höre  fie  fich 
felbs  berfimen,  fie  feien  uns  an  ßat  der  apoftel  als  herren 
der  fchaf  Chrifti  furgefetzt.    nun  ftat  ie  keinem  g&tem  hirten 


zfi,  daß  er  lieh  nit  alein  des  iichs  nere,  funder  auch  die 
weide,  die  das  fich  zfi  feiner  entbaltung  brauchen  folt,  nit  von 
notturft  wegen  funder  uß  überflüßigem  gfti?s  abetze  und 
dem  armen  vich  fein  leibes  narung  entwende,  dardurch  es 
▼on  not  wegen  nß  hunger  verderben  mfiß.  s 

Franz.  Es  ift  wie  du  fagft.  fie  wollen  an  ftat  der  apoßeln 
gehalten  fein  und  thSn  doch  nit  apoftelwerk.  ich  fich  auch 
nichts  an  in,  das  fich  uf  der  hirten  beifpil  zeucht,  funder 
werden  fie  mit  iren  werken  als  reißende  wölfe  funden.  dann 
ir   fach  ftat  nur  uf  z&  inen  ziehen ,  ^  infordern  und  nemen,  lo 

"uf  zucken  und  rauben,  uf'fchlinaen  und  freßen.  der  hal« 
ben  fie  auch  nit  alein  die  arme  fchäflein  irer  notturftigen 
weid  berauben,  funder  auch  reißen  und  wiirgen  fie  die.  nun 
ift  folichs  Chriftus  meinung  gar  nit  gewefen,  funder  hat  er 
uns  alle  underweifet,  vor  allen  dingen  gotlicher  lieb  uß  gan-  t» 
zem  herzen,  uß  ganzem  gem&t  und  in  allem  ßnn  zä  pfle- 
gen, darnach  den  nechften  lieb  zu  haben  als  uns  feibs,  weiter 
die,  fo  wollen  volkomenlich  leben,  geheißen,  auch  ir  feind 
lieb  haben,     aber   der    pfaffen  (wie  die  iezund  leben)    ge- 

•^  fchwindigkeit  gibt  folicher  1er  gar  kein  anzeigung  und  hat  m 
weder  gotes  noch  br&derlich  lieb  in  ir,   dann  all   ir  werk 
feind  dahin  gericht,  daß  fie  göt  mit  recht  und  unrecht  er-    . 
werben:     davon   Chriftus   fagt   'ir   mögt   nit   got  und  dem 
reichtumb  dienen.'    und  darumb  hieß  er  fie,  uf  daß  fie  dem ' 
rieh  der  himel  defter  näher  zfikomen  möchten,   was  fie  het-  n 
ten,   verlaßen  und  im  nachvolgen.     do  er  fie  auch  ußfendt 
zfi  predigen,   fprach  er  nit  'ziecht  hin!   fuchent  reichtumbl 
erwerbent  götl    ftellent  nach   gewin  T    funder  hat  er  zu  in 
gefagt  'geet  hin,  predigent  und  fprechent,  das  reich  der  hi- 
mel nahet  fich,   machent  gefund   die  kranken,    weckent  uf  ao 
die  toten,  reinigent  die  ußfetzigen,   werfent  uß  die  teufell 
ir  habts  umb  fünft  empfangen:  gebt  es  wider  umb  fünft  hinl 
ir  folt  nit  befitzen  gold  noch  filber   noch  gelt    an  euwem 
gnrteln,  nement  keinen  watfack  mit  euch  uf  den  weg,  auch 
nit  zwei  kleid,   fch&ch  noch  ein  ftecken,  dann  der  arbeiter  ss 
ift  wirdig  feins  lones.' 

Karfth.    Lieber  junker,  wo  fteen  dife  wort  gefchriben? 
Franz.     In  fant  MatÜieus  ewangelio  am  zehenden  capiteL 


fo  fohreibt  Marcus  am  VI  und  Lucas  am  IX  und  X  auch 
der  gleichen  meinung,  wie  mir  das  dann  Hotten  angezeigt  hat 
Karfth,  Was  fei  ich  Tagen?  diß  feind  fehone  wort,  tod 
den  auch  vil  z&  reden  war,  wer  den  verftand  hett. 

&  Franz.  Ja  wie  du  fagft,  es  feind  fchöne  wort  und  clärlidi 
ußgetruckt,  die  fich  auch  nit  verbl&men  noch  umbkeren  la- 
ßen, und  mögen  die  pfafien  nimmer  mit  der  warheit  Tagen, 
daß  fie  an  ßat  der  apoftel  Tollen  gehalten  werden^  fie  kö- 
rnen dann  mit  dem  leben  diTen  werten  nach. 

10  Karßh.  Das  wil  ich  auch  und  daß  fie  nit  gelt  zä  Tamlen 
Tunder  das  reich  der  himel  zu  yerkünden  ußgeTant  feien, 
fie  wöllent  aber  iezunt  niergen  hin  zu  predigen,  Tunder 
bleiben  fie  da  heimet,  pflegen  guter  ru  und  alles  luftes,  hei- 
ßen uns  in  gelt  und  gät  zu  hus  bringen,  und  wenn  wir  nit 

16  zä  irer  zeit  damit  komen,  bannen  fie  uns,  und  ie  naher  fie 
den  apofteln  Tein  wollen,  als  pröbß,  biTchof,  cardinal  und 
bäpft,  ie  weniger  fie  werk  der  apoftel  fiben.  dann  die  Tel- 
bigen  großen  HanTen  ficht  man  nimmer  predigen  noch  leren 
das  Volk,  Tunder  land  und  leut  regieren  und  mit  einem  weit- 

M  liehen  bracht  herTchen. 

Franz.  Wie  du  Tagß,  die  groAen  und  oberften  pflegen  irs 
ampts  am  minßen,  Tunder  entTchlagen  fich  des  To  gar,  daß 
es  iez  für  ein  Tchand  geacht  würt,  Tolt  ein  bifchof  predigen, 
2&  voran  in  TeutTchland,  da  fie  all  furßlichen  ßand  f&ren. 

n  und  reiten  iß  ir  arbeit,  uf  dem  gejagt  umbziehen  oder  aber 
krieg  fTiren  und  im  harniTch  reiten,  aber  ir  rfiw  iß  mit 
Tchönen  Trauen  iich  bdußigen,  banket  und  dänz  halten,  ins 
bad  geen,  im  bret  Tpilen,  für  die  langen  weil  Außen,  fie 
ligen  und   fitzen   auch   gern  uf  pflaumfedern  und  weichen 

w  küAen,  behenken  fich  mit  gold,  filber,  edel  geßein  und  der 
gleichen  Qleinoter,  eßen  und  trinken  wol  und  überflüßiklich, 
treiben  oder  handeln  nichts ,  es  thä  dann  dem  leib  wol  oder 
kome  fie  mit  luß  an.  ChriAus  Irrt  aber  nit  alTo,  Tunder 
Tpricht,  do  er  die  fiTcher  ber&ft,  ich  wil  euch  machen  fiTcher 

S5  der  menTchen,  nit  des  golds  und  filbers.  dann  Tein  mei- 
nung  was,  fie  Tolten  in  die  Telen  der  menTchen  ererben  und 
uf  den  rechten  weg  bringen,  als  dmm  auch  darnach  ge* 
Tchehen,  wie  Lucas  Tchreibt  am  andern  capitel  im  bfich  der 


apoAeln  gefchicht,  do  die  a|>ofiel  nach  Chrißus  uferftentnüs 
aDhfiben    x&   predigen    und    tebfen    mit   difen    werten:     an 

0  dem    tag   feind  bei   drei  taufent  feien   überkomen   worden, 

und  darumb  berfimbt  fich  Paulus  gegen  den  von  ThelTalonica, 
daß  er  nit  ire  gab  funder  in  ssu  gut  ein  überflüßige  fruoht  5 
bei  in  zfi  fchaffen  begere.  und  fchrcibt  zfl  den  Philipenfern, 
>   er  acht  allen  feinen  eigen  gewin  fiir   fehaden   umb  Chriftus 
willen  und  alle  andere  ding  fchätz  er  gleich  dem  ftaub  und 

^  ^  mift,   uf  daß  er  C^iilum  gewinnen  mög.     danimb  fchreibt 

er  auch  den  felbigcla^got  ift  mein  gezeug,  daß  ich  euch  alle  10 
in  dem  ingeweid  Chrilli  zfi  fein  begere.""  folichs  ift  der  rech- 
ten apofteln  fieiß  und  trachtung  gewefen  und  nit  nach  zeit- 
lichen g&tem  zA  fehen.  dann  Chrilbis  hat  in  geboten,  gar^ 
nit  forgfaltig  alhie  z&  fein,  auch  nit  für  eßen  und  trinken, 
funder  fpricht  Matthgus  am  X  U&chent  erftlich  das  reich  der  js 
bimel  und  fein  gerechtigkeit,  fo  werden  euch  all  andere  ding 
felbs  zäkomen.'    und  bald  darnach  fpricht  er  Verkauft  was 

^  ir  habt  und  gebt  alm&fen'  und  Mattheus  am  XIX  zfi   dem 

reichen  Jüngling  *wilt  du  volkomen  fein,  fo  gang  hin,   ver- 
kauf was  du  hall,  gib  es  den  armen,  fo  würft  du  ein  fchatz  90 
im  himel  haben;  darnach  kom,  volg  mir  nach.^    item  Luce 
am  XII  Techt  und  hAt  euch  vor  aller  geitigkeit,    dann  des 
menfchen  leben  iß  nit  in  den  dingen  die  ex  befitzt.'    und 
am  VIII   ^keiuer  der  feine  hent  an  den  pflüg  legt  und  ficht 
lieh  umb,  ift  bequem   dem  reich  der  himel.'    daruß  zfi  er-  m 
kennen,  daß  er  fie  gar  hat  wollen  fich  der  weit  und  zeit- 
licher gfiter  entfchlagen   und  alein  darnach  denken,  wie  fie 
in  gottes  dienft  nutz  fchafften.    und  darumb  fagt  er  zu  den 
apofteln  Johan.  am  XV  'ich  bin  ein  weinftock,  ir  feind  die 
rd>en'  und   nechft  darvor  'ich  bin  ein  warer  weinftock  und  so 
mein  vater  iß  der  bauman.    ein  iede  reb  die  in  mir  nit  frucht 
bringet,   würt  er  abbrechen.'    horß  du  nun  daß  die  pfaffen' 
fchuldig  feind,  nach   gewin  menfchlicher  feligkelt  und    nit 

p  zeitliche  reicbtumbs  zfi  ßeen? 

Karfth.    Ja  ich  hör  es  wol.     aber  es  iß  in  iezunt  nit  alfo  ge-  S5 
legen,  feind  anders  gefitt,  und  fragten  nit  vil  darnach,  ob 
wir  fchon  all    verlorn  wären    und   fie   nur  gftt  und   wolluft 
betten. 


Franz.    Das  fei  got  geclagt,  daß  die  chrilUich  lieb  fo  gar 
bei  inen  verlofofaen  ift.    Paulus  thet  nit  der  geleichen,  fun- 

f   der  do  er  die(Pbilipenfe^/underweifet,  heißt  er  lie  einieden 

'    nit^uf  das  fein,  funder  andern  z&  g&t  fleiß  haben,    und  do 

5  erCXimotheum^lobt,  fchreibt  er,  etliche  ander  fprechend,  fie 
fachen  all  iren  nutz  und  nit  Jefu^hrifti.  und  ennanet  die 
von(  ThelTalonica,  wie  er  tag  und  nacht  mit  feinen  henden 
arbeitend  das  ewangeliuni  gepredigt  hab,  uf  daß  er  in 
mit  nichten  befchwärlich  wäre,    do  er  auch  von  deuEphe- 

10  fiern/fchied  und  fie  gefegnet,  fprach  er,  als  Lucas  fchrribt 
'ich  hab  euwer  keins  filber  noch  gold  noch  wat  ie  begert, 
ja  faier  feind  dife  hend  meiner  und  der  jenen,  die  mit  mir 
gewefen,  notturfb  zä  ßeur  komen.  wie  aber  Petrus  ?  do  der 
arm  krüppel  vor  dem  tempel  das  almäfen  von  im  bat,  fprach 

15  er  'filber  und  gold  hab  ich  nit.  das  ich  aber  hab  gib  ich 
dir  in  dem  namen  Jefu  Chrifti  Nazareni.  ßee  uf  und  wandelt 
Karßh.  Von  folichen  apolleln  halt  ich  etwas,  die  f^nd 
warlich  recht  gewefen  und  glaub  auch^  die  weil  unfer  geift- 
liehen  fich   der  weltlichen  ding   nit  entfchlagen    (vrie  dann 

ao  die  gethon)  und  mer  nach  dem  geifi;  dann  in  leiplichem  luft 
leben,  mog  der  heilig  geiß  nit  durch  fie  würken :   dann  ich 
fich  fie  auch  kein  lamen  noch  blinden  gefund  machen  oder 
andere  mirakel  thun. 
Franz.     Iß   nit  wunder,     dann  als  Salomon  fpricht,   würt 

S5  der  heilig  geiß  nit  in  ein  böswillige  feel  ingeen.  eins  bi- 
fchofs  und  prießers  ampt  iß,  dem  chrißlichen  volk  vorz&- 
ßeen  und  desfelbigen  nutz  fachen,  dann  Ambrofius  fpricht 
'des  prießers  ampt  iß ,  keinem  fchädlich  funder  einem  ieden 
nütz  fein  wollen.'    fo  fpricht  Paulus  in  der  erßen  epißel  zA 

'io  den  Corinthiern   am  IV  capitel  'wir  predigen   nit  uns  felbs 
funder  unfern  herren  Jefum  Chrißum.'    mögen  das  auch  un- . 
lere  bifchof  und  pfaffen  iezunt  fagen? 

Karßh.    Nein  furwar,    dann  fie  predigen  in  felbs  z&  g8t, 
als  von  dem  bapß,  von  dem  ablaß,  von  iren  örden  und  wie 

85  man  fie  in  eren  halten  fol,  vil  kirchen  bauwen  und  die  reich- 
lich begaben  fol,  daß  man  in  auch  fchuldig  fei  zehend,  rent, 
zins,  und  irem  gebot  gehorfam  z&  fein  und  der  gleichen. 
Franz.     Darumb    fagt  fanct  Augußinus   über   die  felbigen 


wort  Pauli  Verden  wir  von  uns  felbs  Tagen,  fo  werden  wir  ^*' '*-'■<■ 
hirien  fein  die  £ch  felbs  und  nit  die  fchäf  weiden,    werden 
wir  aber  von  Chrifto  fagen,  fo  würt  er  uns  weiden  und  fpei- 
Ten.'    darz&  fpricbt  fant  Hieronimus    *wer  fein  eigen  nutz 
f&cbt,  der  predigt  nit  Chriftum  funder  fich  felbs,  als  die  je-  h 
nen  die  irem  baucb  dienen.^    dem  nach  meinet   (An.Qt  Am- 
brofius,  ein  priefter  fei  Ichuldig  in  der  warbeit  von  im  zu 
fprechen     die   wort  im  pfalter  gefcbrieben    *den   wege  der 
warbeit  hab  ich  erkoren.'    folichs  mag  oder  kan  aber  keiner 
warlicb  fagen  der  weltliche  g&ter  begert  oder  händel  uf  ge-  lo 
winne  treibt     dann  warumb  fpricbt  er,  der  weg  der  war- 
beit ift  nit  fleiß  und  begir,  zeitlich  g&t  oder  eer  zu  gewin- 
nen,  erlangen  und  befitzen  oder  aber  in  forgfaltigkeit  di- 
fer  weit  leben?  aber  folichs  unangefehen  wollen  unfere  geiß- 
lichen in  iezund  nit  ben&gen  laßen  reichtumb  zä  haben,  fun-  t5 
der  auch  underwinden  fich   der  öberften  regiment  und  fur- 
ftentumb.    darwider  gibt  in  der  aller  chrilUichll  lerer  Ori- 
genes  gar  eine  büpfche  leer  fprechend  Vilt  du   wißen  was 
unterfchied  fei  zwifchen  den  prieAern  gotes  und  den  prie- 
ilern  des  künigs  von  Egypten  Pbaraonis?   Pharao  gibt  fei-  so 
nen  prieAem  land,  aber  der  herr  gibt  den  feinen  kein  teil 
uf  der  erden,  funder  fpricbt  zu  in:  ich  felbs  bin  euwer  teil, 
hierumb,   o  all  ir  priefter  gotes  die  difes  lefent,   bebaltent 
es  und  fehent,  was  underfcheids  in  der  priellerfchaft  fei,  uf 
daß    die   teil    uf  der    erden  haben    und    weltlicher   narung  s& 
nacbgeen,  nit  mer  gotes  funder  alsdann  Pbaraonis  priefter 
gehalten  werden  mögen,    dann  Pharao  ift,    der  feinen  prie- 
ftern  wil  befitzung  uf  der  erden  haben   und  die  äcker,  nit 
ire  gem&ter  bauwen.     aber  Chriftus  was  gebeut  der  feinen 
prieftem?     wer  nit  abfagt  allajo^  das-ev  balitzt,  mag  nit  mein  so 
.  Junger  fein»'*    dife  wort  hat  Origenes  in  wint  geredt,  dann 
es  nimpt  fich  ir  iezund  niemant  an. 

Karfth.    Und  darum  folt  man  mit  pflegein  und  kärften  da- 
rin fchlagen. 

Franz.    Ah,   mein   lieber  Karfthans,   laß  unß    mit  gedult  3& 
handien! 

Karfth.     Ich  fich  iezund  gar  keinen  umb  gottes  dienft  wil- 
len oder   aber  daß  er  predigen  und   das  volk   underweifen 


10 

woll ,  fiinder  uf  daß  er  reich  werd  und  ein  fanft  faul  leben 
för,  pfaff  werden,  und  darumb  bor  ich  etwan  von  den  el- 
terrf,  wann  fie  ire  kinder  geiftlich  zfi  werden  überreden  'lie- 
ber fun,  du  folt  ein  pfaff  werden,   fo  würft  du  ein  großer 

»  herr  und  magft  ein  gut  leben  haben,  kanA  allen  deinen  freun« 
den  nütz  fein,  wann  du  uß  der  kirchen  gail,  fo  ift  dein 
tifch  gedeckt  und  man  muß  dir  wein  und  brot  ins  haus 
bringen,  ißeß  gefottens  und  gebratens,  darfll  nit  wie  andere 
deine  freund  im  regen,  fchnee,  kelt  und  hitz  leiden  und  wan- 

10  deren,  noch  für  narung  oder  ichtes  forgen,  funder  magft  wol 
eßen  und  trinken,  in  gwar  leben.' 

Franz.  Du  haft  recht  gebort  es  würt  dergleichen  allent- 
liülben  geredt  und  leider  am  meißen  bei  uns  vom  adel.  und 
difes   ift    der   grund,    daruf  wir   unfere   geilllicbeit    bauen; 

15  darumb  mag  ße  auch  nit  beftändig  fein,  funder  muß  bre- 
chen und  zergeen.  dann  war ,  lautere  und  unbefleckte  geift- 
licheit  (wie  fant  Jacob  in  feiner  epiftel  fchreibt)  ift  witwen 
und  waifen  in  iren  anfechtungen  mit  hilf  und  rat  befächen 
und  verforgen,    fich  felbs   unbefleckt  «von  der    weit  halten. 

20  aber  iezund  fcind  die  fich  geiftlich  nennen  mer  dann  all  an- 
dere weltUch,  und  find  die  ding,  die  nit  mögen  bei  einander 
fteen,^  wider  ir  natur  vermifcht.  darwider  Paulus  hart  und 
veft  geweft,  fragt  allo :  'was  kan  für  ein  gefelfchaft  fein 
zwifchen  dem  liecht  und  der  finfteniüs?   was   mag  für  ein 

25  trächtigkeit  fein  zwifdien  Chrifto  und  Belial  ?^  als  folt  er  ant- 
wurten  'gar  keine.'  darumb  fchreibt  er  zä  den  lipmcrn 
'brftder,  ich  verman  euch  durch  die  barmherzigkeit  gottes, 
gebt  got  euwere  leib  und  gemuter  zö  einem  lebendigen  hei^ 
ligen  und  angenemen  opfer.     und  nit  nachbildent  euch  difer 

to  weit,  funder  durch  erneuwening  euwerer  gemftter  verwand- 
lent  euch,  daß  ir  mögt  erfaren  den  angenemen  und  volko- 
men  gottes  willen.'  diß  ift  Paulus  rat  gewefen.  und  da- 
rumb hat  er  allem  weltlichen  wolluft,   zeitlichen  gutem  und 

'  begir  des  fleifches  abgefagt,  fich  aber  doch  nit,   wie  iezund 

ai  etliche  münch  thun,  von   der  weit  verborgen   und   niemant 

I  zÄ  gut  gelebt,  funder  dem  arbeitfamen  gottes  dienft  erger 
ben  und  fich  das  zfi  thun  fchuldig  erkent,  als  er  dann  fchreibt 
y.xi   den  Corinthiern   *wee  mir   wo   ich   nit  predigen  würde.' 


11 

and  diß  ift  dantf  er  allen  fin  und  m&t  gefetzt,  allen  eigen 
nntz  nnd  gewin  übergeben  hat.    das  fchreibt  er  auch  den 
Corintbiern   zfi,    fie   heißend    der  gleichen   th&n :     'br&der, 
enwer  keiner  f&ch  feinen  eigen  funder  eins  andern  nutz.'  und 
widenimb  dg  er  fie  zfi  chriftlicher  lieb  reizt,  fpricht  er  'die  & 
lieb  facht  nit  iren  gewin'  und  ermanet  fie  daß  er  in  das 
ewangelinm  umb  fünft  geprediget  hab.     fchreibt  auch  z&  in 
*do  ich  bei  euch  was  und  arm&t  leid,  wolt  ich  euch  dan- 
ttocht  nit  befchwarliph  fein.'    und  bald  darnach  fagt  er  Ton 
<tifen  unfern   geiftlichen,  die  gereit  z&  dcrfelbigen  zeit  an-  lo 
hüben  zfi  geilen,  wurden  aber  durch  gute  und  chriftlich  pre- 
diger  gehindert,  dife  wort  ^folichs  feind  falfche  apoftel,  be- 
trugliche arbeiter,  die  fich  verwandlen  zfi  apoßeln  Chrifti.. 
und  das  iß  nit  wunder,     dann   auch  Sathanas  verwandlet 
fich  zfi  eim  engel  des  liechtes.     hiemmb  iü  es  nit  ein  großes  i» 
ding,    ob   feine  diener  fich   verwandlen  zä  dienern  der  ge- 
rechtigkeit.     aber  ir  end  wirt  fein  nach  iren  werken.'^ 
Karfth.    Fftrwar  aldo  hat  fie  Paulus  recht  troffen. 
Franz.    Wie  dann  do  er   zä  Timotheo  fchreibt  *der  geiß 
fiigt  mir  gewisUch,  wie  in  den  lezten  zeiten  etliche  werden  so 
von  dem  glauben    weichen  udd  anhangen  den  betrüglichen 
geiften  und  1er  der  teufe]  durch  falfchredend  furgeben.'    die 
haben  eitfgebrent  confcienz,  verbieten  die  ee  und  fpeis,  die 
got  gefchaffen  hat,  daß  fie  ein  ieder  glaubender  und  alle  fo 
die    warheit   erkent  haben    mit  dankfagung   nemen    mögen.  95 
dann  alles  das  got  gefchaffen  hat,  iß  gfit  und  keins  z&  ver- 
werfen, wo  man  es  mit  dankfoguug  nimpt. 
Karftb.    Dife  wort  feind  wider  die  bäpßlichen  gefatz,  da- 
rinnen, als  ich  bor  imd  die  pfaffen  predigen,  verboten  würt 
nf  faftag  fleifch,  eier  und  milch  zfi  eßen  und  daß  die  pfaffen  10 
nit  weiber  foUen  haben. 

Franz.  Ja  freilich  feind  fie  darwider,  wie  wol  es  darzä 
komen,  daß  leider  iezunt  mer  geacht  würt  was  die  bäpß  ge* 
ftift,  dann  was  Chrißus  felbs  mit  feinem  mund  geredt  und 
die  apoftel  gerodt  und  gefchriben  haben,  und  würt  dem  bapft  35 
mit  größerer  forcbt  dann  ^ot  felbs  gedienet,  das  halten  imd  trei- 
ben die  pfaffen  und  verke^en  die  rechten  heiligen  gefchrift  mit 
iren  menfchlichra,  ja  wol  teufelifchen  decreten.  darumb  fchreibt 


12 

Paulus  von  in  z&  den  Romern  'fie  haben  die  warfaeit  gottes 
verwandelt  in   lugen   und  haben   mer  gedient   der    creator 
dann  dem  fchöpfer.^ 
Karfth.    Junker,  mich  wundert,  wo  ir  folich  ding  gelemet 

&  habt    ich  bin  an  euch  nit  gewont,   daß    ir  alTo  grüntlich 
pflegt  uß  der  heiligen  gefchrift  z&  reden. 
Franz.     Seit  här  die  lutherifchen  b&chei;*  oßgegangen  und 
Hütten  bei  mir  zfi  Eberburg  gewefen,  hab  ich  meinen  gan- 
zen fleiß  uf  folichs  gelegt  und  dank  dem  almechtigen  got, 

10  daß  er  mich  zö  erkantnüs  feiner  rechten  1er  hat  komen 
laßen  und  von  den  falfchen  predigem  und  [j^^hriAirchen 
lerern.  abgefordert,  fo  haben  wir  difen  winter  zSl  Eberburg 
ob  meinem  tifch  und  nach  der  malzett  allwegen  und  on  un- 
derläßlich  die  lutherifchen  b&cher  gekfen,  von  dem  ewan- 

ih  gelio  und  der  apoßolifchen  gefchrift  geredt 
Kar  Ah.     Wie  mögt  ir  es  aber  alles  behalten? 
Franz.     Solich  1er,  wann  fie  ein  menfch  begirlich  annimpt, 
geet  vil  tiefer  in  dann  ichtes  anders,  bleibt  auch  länger  in 
gedächtnüs:    dann  aldo  ift  die  gnad  gottes,  die  würkt  dar- 

so  neben,  der  halben  fichft  du  iezund  manchen  ungelerten  leien, 
der  alein  hat  lutherifche  gefchrift  lefen  hören,  mer  von  dem 
ewangelio  und  grund  unfers  glaubens  wißen  zä  fagen  dann 
manchen  pfaJSen  der  X  oder  XV  jar  gepredigt  und  vil  bu- 
cher durchlefen  bat     das  fchaffb  daß  dife  1er,   wie  ich  ge- 

2&  fagt,  tief  ingat,  lang  bleibt  undfrucfat  bringt,    und  iß  gleich 
als  wie  mit  der  leiplichen  fpeis. 
Karfth.     Als  wie? 

Franz.     Du  fichß  daß  nit  die  fo   vil  und  mancherlei  fpeis 
eßen,  funder  die  wenig  und  nützliche,  gelunder  feind. 

ao  Karfth.     Das  ift  war,  w^ie  wol  mir  (got  fei  gelobt)  allerlei 
fpeis  und  wie  vil  ich  der  iemer  neuße,  wol  bekompt 
Franz.    Das  machen  pflegel,  kärft  mid  dein  arbeit:   davon 
magß  du  wol  deuwen.    dann  anderß  iß  es  mit  den  reichen 
und  zarten  m&ßiggängern.    aber  als  ich  gefagt  wie  es  mit 

35  der  fpeis,  alfo  iß  es  auch  mit  der  1er.  nit  werden  gelert  die 
vil  hören  oder  allerlei  b&cher  durchC&chen,  funder  die  das 
wenig  und  nutzlich  mit  fleiß  faßeu  und  im  nachdenken,  ich 
dauk  dem  almechtigen  got,  der  mich  hat  erleben  laßen  die 


13 

« 

zeit,  da  fein  heilig  teur  wort  und  gotliche  warlicit,  die  lang 
durch  die  falfchen  geißlichen  yertmckt  gewefen,  wider  her- 
fiir  und  z&  Hecht  komen. 

Karfth.  Wollen  'wir  dann  nit  die  jenen,  die  uns  fo  lang 
verfurt,  uxnb  ire  übelthat  llrafen?  :i 

Franz.    Darin  fcbaff  got  feinen  götlichen  willen;    wie  wol 
ich  mich  felbs  bedunken  laß,  es  fei  fchon  die  zeit,  daß  fie 
follen    geftraft    werden,     dann    es    fehickt   fich    allenthalben 
darzä,  maß  auch  fein,  iea  gefchehe  langfam  oder  bald,    das 
Dim  ich  ab  bei  dem  gots'wort  das  er  fagt  Matth.  am  VII  lo 
'einieder  bäum  der  nit  frucht  bringt,  wirt  abgehauwen  und 
ins  feuwer  geworfen.'    aber  mir  ift  anders  nit  zä  finn,  dann 
es  fei  umb  die  zeit^  lAe  von  der  fant  Johans  der.teufer  fagt 
Matthei  am  drittea  'A  ift  fchon  iezund  die  axt  an  den  bäum 
gelegt.^    wil  mich  nun  got  auch  zä  folichem  brauchen  oder  is 
nicht,  bin  ich  bereit  fein  götlich  gebot  zii  eritülen. 
.  Karfth.    Junker,   ir  müßent  furtl  und  wölt  got,   ir  hfibent 
fchon  iezunt  an:    ich  wölt  meinen  leib  auch  zä  euch  fetzen. 
Franz,     Unfer  allergnedigßer  herr  keifer  Karlin  fol  anhe* 
ben  und  dem  wollen  wir  all  darz&  dienen.  su 

Karfth.  Ach  junker,  ich  hab  forg,  er  werd  es  nit  thSn, 
dann  er  ift  g&t  bäpftifch,  hat  der  halben  doctor  Luthers 
bucher  verbrennen  laßen  und  mit  grimmigen  fcharpfen  man- 
daten  in  die  acht  gethon,  vervolget  auch  den  Hütten,  als 
ich  höre.  »& 

Franz.  Lieber,  das  laß  dich  nit  irren!  was  gefchehen,  ill 
viOeicht  nit  in  böfer  meinung  gefchehen.  fo  hat  er  Hütten 
iezund  z&  diener  ufgenomen  und  hoff  ^nz ,  er  werd  nit  lang 
bäpftifch  fein,  es  fehickt  lieh  wol  darzä. 
Karfth.  Wann  das  got  wölt,  fo  möchtden  dingen  geraten  so 
werden,  wie  aber  daß  fie  fagen,  ein  bapft  fei  über  den  keifer, 
hab  in  zSl  fetzen  und  entfetzen,  fagen  auch,  die  weltlichen, 
furften  und  andere ,  mögen  nit  haut  an  die  geißlichen 
legen? 

FranzJ    Da  wollen  wir  darnach  von  reden  Amd  iezund  die  3& 
weil  der  1er  Pauli  gctrößen,  der  in  allen  feinen  gefchriften 
vermanet,   dem   weltlichen   gewalt    underthon   z&  fein  und 
fdireibt  z&  den  Römern  'ein  iegliche  feel  fei  der  oberkeit 


14 

iinderthon*  etc.  darauf  fagt  Origenes  'uß  difen  worten  erfchemt 
daß  die  weltlichen  richter  den  gröften  teil  des  götJicben 
gefatzes  erfüllen,  dann  alle  übeltbat,  die  got  ftrafen^^^wif  er 
nit  durch  bifchof  und  öberßen  der  kirchen  funder  durch  die 
s  weltrichter  ßrafen.' 
Karfth.  Das  hör  ich  gern  und  würd  es  behalten,  uf  daß 
ich  inen  antwurten  mog,  wann  fie  fagen  von  irer  freiheit 
und  weihe. 
Franz.    Das  magft  du  th&n  und  dich  auch  ziehen  uf  die 

10  wort  fant  Peters,  von  dem  üe  doch  urfach  und  anfang  foli- 
cher  irer  Freiheit  und  gewalts  nit  anders  dann  ein  erbteil 
uf  fich  komen  fagen.  der  fchreibt  in  feiner  ^Ben  ^iA§t 
%it  underworfen  einer  ieden  creatur  umb  des  herren  willen, 
es  fei  gleich  dem  künig  als  dem  furtreffenden  oder  feinen  für- 

u  ften  als  die  von  im  beßelt  werden  zä  räch  der  fchuldigen 
und  lob  der  jenen  die  recht  ibfin.  dann  alfo  ift  gottes  will 
daß  ir  wolth&ende  zuftopfent  iren  mund  den  unwißenden 
menfchen  als  frei  und  nit  als  die  zä  befchonung  irer  bos- 
heit  ein  freiheit  furwenden'  etc. 

90  Karßh.  O  karil,  pflegel  imd  ir  verlegene  kolben!  ift  das 
Cant  Peters  meinung  gewefen,  wie  fchantUch  haben  uns 
dann  die  ketzerifchen  hüben  fo  lange  zeit  her  betrogen,  do 
fie  uns  von  fant  Peters  gewalt  und  Chrißus  vicari  gefagt 
haben,    wie  gern  wolten  wir  fie  eren  und  neren,  wann  fie 

2:1  irem  ampt  nach  giengen.  fie  haben  uns  aber  alfo  lang  die 
meuler  nit  mit  göten  werken  funder  mit  böfen  worten  z&- 
gellopft.  darumb  kan  es  nit  lenger  alfo  bleiben,  muß  geen. 
Franz.  Es  würt  ge'&n,  daran  zweifei  nit!  aber  wann  es 
darzu  kompt,  würt  dir  gebüren  zfi  fehen,  daß  du  auch  ein 

90  chriftUche  gute  meinung  darin  habeft  und  nit  deinen  eigen 
nutz  funder  gottes  dienfi;  fächeft,  auch  nichts  uß  neid  oder 
als  der  räch  beging,  funder  von  gottes  und  fdner  götUchen 
warheit  und  gerechtigkeit  wegen  handeleft.  als  dann  mag 
es  dir  wol  erfchießen  und  fünft  gar  nit 

s»  Karfth.  Die  1er  nim  ich  an,  wil  die,  fo  vil  ich  vemunft 
hab,  bedenken,  fagt  mir  aber  eins,  ift  es  wie  ich  hör,  daß 
Luther  und  Hütten  fchreiben  alfo,  daß  der  bapft  nit  fei  als 
die  pfaffen  ußgeben,  ein  haupt  der  kirchen? 


15 

Franz.     Wie  er  iezimd  und  feine  vorfaru  etliciic  hundert 
jar  här  gelebt  haben,  mag   ich  in  nennen  ein    haupt  aller 
I  bosheit,  fcfaand^  lafter  und  übelthat^ vi»ber  der  kirchen  haupt 

ift  Chrifhis  felbs,    als  Paulus   fchreibt   zu  den   Coloflenfem 
*er  ift  ein  haupt  feines  leibs  der  kirchen,  der  da  ift  ein  an-  ft 
fang  und  crftgeborner  uß  den  toten,  uf  daß  er  in  allen  din- 
gen felbs  die  oberkeit  hab."*     und  widerumb  fchribt  er  *ir 
feit  erfölt  in  dem  der  ein  haupt  ift  aller  furfichtlicheit  und 
alles  gewalts.'    und  das  ift  von    dem  haupt  gefagt.    fo  ift 
es  auch  nit  war  das  fie  fagen,  Chrißus  hab  fein  kirchen  uf  lo 
Petrum  gebauwen  und  darumb  fei  er  und  feine  nachkomen, 
die  bifchof  zu  Rom,  ein  grundveft  der  kirchen,  funder  hat 
er  iie  uf  einen  ftarken  veßen  beftendigen  glauben,  wie  Pe- 
tras zu  derfelbigen  zeit  in  Chriftumhet,  gebauwen:  und  das 
ift  ChriftuB   felbs.     darumb  fagt  Paulus  zu  den   Corinthiem  u 
'niemant  mag  ein  ander  iundament  oder  grundveft  legen  dann 
gelegt  ift,  ühriftus  Jefus."* 

0  Karfth.     Dar  hör  ich  die  rechten  meinung  und  würd  mich 
'  fürt  an  nit  an  ire  fabeln  und  gefchwätz  keren,  ob  fie  fchou 

1  fagen,  es  fei  alfo  in  gewonhett  und  gebrauch  komcn,   dann  30 
ich  halt  mer  von  Chriftus  und  der  apoftel  1er  dann  von  irem 
bofen  gebrauch. 

Franz.  Das  heißt  dich  auch  fant  C^pxiauus  thun,  der 
fpriclit  'ein  gwonheit  die  bei  etlichen  ingefchlüpfert  ift,  fol 
nit  verhindern,  daß  die  warheit  defter  weniger  furtreff  und  « 
überwinde:  dann  ein  gewonheit  on  warheit  ift  ein  veralter 
irtumb.  darumb  follen  wir  den  irtumb  verlaßen  und  der 
warheit  nachvolgen.'' 

Karfth.    Ach  got,   dir  fei  geclagt,   daß  wir  fo   lange  zeit 
der    waren   erkantnüs   deiner  heiligen  1er  beraubet  gewefen  to 
feind  und  man  uns  fabeln   und  unnütz  gefchwätz  gepredigt 
hat.    het  ich  in  meiner  jugent  foliche  1er  gehört,  ich  wöH 
mein  leben  anders  angeftelt  haben. 
b  Franz.     Thu  noch  fleiß,  dann  es  ift  kein  zeit  z&  langfam 

etwas  zu  lernen  oder  recht  zä  thun:  du  magft  noch  bei  gu-  3& 
ter  zeitkomen.     dann  auch  Chriftus  im  ewangelio  fagt,  daß 
die  erften  mögen  werden  die  lezten  und  die  lezten  die  er* 
Ren  werden. 


16 

Kar  All.  Ob  got  wil,  fo  bald  ick  heim  kouie,  wil  ich 
all  lutherilche  b&cher  kaufen  und  mir  einen  fchujj^r,  wann 
ich  nit  arbeite,  darin  leien  laßen. 

Franz.     Das  folt  du  auch  thfin.     doch   war  gut,  du  hör- 
5  teil  auch  einen  giften  prediger.  ^^ 
Karfth.    Ach  junker^  wo;fol  ich  den^nden?   unfer  pfarrer 
ift  wol   ein   gut^*  ze<c0ge/ell,..iWeißt'  aber   Bit    vil    von  jjlor 
fchrift  zu  Tagen. 
Franz.    Das  id  bös   und   wol  zu  erbarmen   daß  man  das 

10  chrifllich  volk    nit    anders    mit   pfarrem    verficht,    hierumb 

wil  von  nöten  fein,   daß  man  den  geÜUichen  heuptern  ia  ir 

regiment  trag  und  in  mit  nichten  geilatte,  der  kirchen  g&* 

ter  in  woUuft  und  mfißiggang  zu   verzeren,  funder  fie  heiß 

^  die  fchaf  Chrifti,   wie  fie  von  got  geordnet  feind,   weiden. 

15  das  haben  die  apollel  und  alte  bifchof  und  pfarrer  gethon, 
deren  forg  allein  geweß,  wie  fie  das  volk  mit  guter  chrift- 
licher  1er  verfehen  und  haben  der  halben  oft  ir  felbs  not- 
turft  vergeßen.  als  Cyprianus  der  fchreibt  zö  dem  bapft 
Comelio   *o  bräder,  uns  gehört  zu  und  eignet  fich  unfern 

90  confcienzen  und  gewißen,  fleiß  zu  haben,  daß  ir  niemant 
durch  unfer  verfaumniis  von  der  kirchen  verderbe.' 
Karfth.     Wie  heißt  fant  Cyprianus  den  bapß  bruder? 
Franz.     Warumb  nit?  zu  der  zeit  feind  alle  bifchof  gleich 
gewefen,   wie  auch  die  apollein,    und    folt  noch    alfo  fein. 

2s  dann  in  der  kirchen  Chrilli  foL  ein  vergleichung  fein  und 
wir  follen  uns  all  under  einander  für  br&der  erkennen,  da- 
rumb  beten  wir  auch  all  zfigleich  'vater  unfer,'  dann  Chri- 
Ilus  fagt  im  ewangelio  *ir  folt  keinen  vater  nennen,  dann 
einer  ill  euwer  vater,    der  himelifch.' 

80  Karilh.  Warumb  heißen  wir  dann  den  bapll  vater  und 
darzü  allerheiligften  vater? 

Franz.  Warumb  thun  wir  vU  das  nit  von  nöten  ill?  er 
folt  es  uns,  ^wann  wir  das  uß  freiem  willen  thun  wölteny 
nit  geüatten ,   funder   fich  dem&tigen.    aber   er  hat   feinen 

35  llul  über  gottes  öxd  geruckt  und  darumb  muß  er  Lucifer 
nachfaUen. 

Karflh.  So  fall  er  in  aller  teufel  namen  und  der  teufe] 
helf  im  darnach  widerumh  auf! 


17 

Frans.  Bis  geduldig!  aber  daß  ich  wider  an  die  vorige 
red  kom,  fpricht  fanct  Auguftinus  Volcher  probft,  prelat 
oder  biTchof  alfo  gefint  daß  er  fich  des  felbigen  ampts  fi'euet, 
fScht  fein  felbs  eer  und  ficht  alein  feinen  eigen  nutz  an,  der 
weidet  fich  und  nit  die  fchall''  & 

Karilh.  Und  als  ddnn.  tbut  er  nit,  wie  4r  gefagt,  die  apo- 
ß^^  thun  Tollen,  die  hatOhriftus  g^dßen,*  ir  felbs  verge- 
ßen  und  gar  nichtes  für  fich  forgen,  funder  allen  fleiß  und 
gedanken  uf  das  volk  Chrißi  legen  und  keren,  daß  es  mit 
gäter  underweifung  yerfehen  werde.  '    lo 

Franz.  Wie  du  höreft,  und  war  noch  vil  zu  fagen,  wie 
fie  leben  und  wie  fie  das  prießerlich  ampt  annemen  und  ver- 
forgen  follen.  als  Chriftus  fagt  Johannes  am  X  'furwar  fag 
ich  euch,  wer  nit  in  fchafllal  geet  durch  die  tür,  funder  an* 
ders  wo  hinin  fteigt,  der  iß  ein  dieb  und  rauber.  der  aber  is 
z&  der  tür  hinin  gat,  iß  ein  hirt ,  und  der  türhfiter  thät  im 

uf  und  feine  fchaf  vernemen  fein  ßimm.'    nun  möchteß  du 

» 

fragen:  wolches  iß  aber  die  tür  des  fchafiftalles?  das  fagt 
dir  Chrißus  am  felbigen  ort  fprechend  'fiurwar  fag  ich  euch: 
ich  bin  die  tür  der  fchaf.'  und  bald  darnach  'ich  bin  die  tür.  20 
wer  durch  mich  in  geet  würt  behalten  und  würt  in  und  uß 
geen  und  weid  finden,  ein  dieb  kompt  umb  anders  nichts 
willen  dann  daß  er  ßele,  totfchlage  und  verderbe,  aber  ich 
bin  komen  daß  fie  das  leben  haben  und  daß  fie  das  über- 
flüßiklich  haben,  ein  gftter  hirt  gibt  fein  feel  für  feine  fchaf.  » 
aber  der  taglöner  und  der  nit  ein  hirt  iß ,  des  auch  die  fchaf 
nit  eigen  feind,  ficht  den  woIf  komen,  verlaßt  die  fchaf  und 
würt  flüchtig,  fo  reißt  und  zerßreuwet  der  wolf  die  fchaf. 
aber  der  taglöner  fleucht  hinweg,  dann  er  iß  ein  taglöner, 
und  forget  nit  für  die  fchaf.  ich  bin  der  gut  hirt  und  er-  ao 
kenn  meine  fchaf  und  würd  auch  von  in  erkent.'  alfo  iß 
Chriftus  ein  hirt  gewefen  und  alfo  hat  er  fich  den  nachko- 
menden  hirten  z&  eim  beifpil  gemacht,  nit  als  iezunt  die 
bifchof  und  prelaten  in  irem  gebräng  leben  und  all  ding  uf 
gewin,  reichtumb  und  wolloft  fetzen,  darumb  fie  auch  des  ss 
geißlichen  fiands  begeren :  funß  wollen  fie  des  z&  nichtes.  und 
folichs  feind  die  dieb  und  rauber^  die  nit  zd  der  tür  hinin 
geen,  das  iß  durch  Chrißum,  funder  umb  zeitlichs  reichtumbs 

2 


18 

und  eer  willen  werden  fie  pfaffen.  und  wann  fie  dann  aJfo 
in  fcfaafltall  komen ,  denken  fie  gar  nit  äh  Cbriftus  bevelcb, 
daß  fie  vom  reich  der  bimel  predigen,  die  kranken  bellen, 
die   toten  uferwecken  etc.,  geben  aucb  nit   die  gnad  gottes 

5  wider  umb  funfi  wie  fie  die  empfangen,  funder  bier  gegen 
reißen  und  würgen  fie  die  armen  fcbaf ,  wie  man  dann  ficbt, 
mit  gelt  abforderen,  fcbinden,  fcbätzen,  bannen  und  achten, 
das  in  doch  nit  zugebort,  dann  feiiger  ill;  (als  Paulus  fagt) 
geben   dann  nemen.     und    er   fchreibt    z?\  den   Corintbiem, 

to  fein  gewalt  fei  im  gegeben  zu  einer  ufbauwung,  nit  zu  ei- 
ner zerbrecbung.  Aind  als  er  in  tein  z&kunft  verkündet, 
fchreibt  er  alfo  *ich  bin  bereit  zfim  dritten  mal  zfi  euch  zfi 
komen  und  wil  euch  nit  befchwärlich  fein,  dann  ich  beger 
nit  euwers  gutes  funder  euwer  feien.*  /  alfo  haben  die  priefter 

1»  g^alt  über  uns  und  nit  mit  irem  ban  zö  fchrecken  und 
zfi  notigen,  funder  wie  Paulus  pflag,  wann  wir  irren,  in 
fanftm&tigkeit  und  fitlicher  weis  zu  bitten  und  yermanen. 
dann  als  fant  Jobannes  Chryfofiomus  fagt,  ift  Cbriftus  ko- 
men   daß    er  die  Ilerblichen  menfchen    mit   miltigkeit  feiig 

so^mächt  und  nit  mit  fchrecken  darnider  würfe,  und  der  hal- 
ben ift  auch  des  felbigen  lerers  meinung,  got  troue  uns  uf 
das  ewig  feur,  nit  daß  er  das  über  uns  fören  wol,  funder 
uns  zfi  überreden,  daß  wir  uns  davor  hflten  und  es  fliehen, 
fo   weißt  man  wol,  wie  die   alten   bifchof  iren  gewalt  ge- 

S5  braucht  haben  anders  nit  dann  wie  Hypriany;  fchreibt  zfi 
einem  bifchof,  den  einer  von  feinen  prieftern  übergeben  und 
uf  das  hochft  gefchmächt  het,  dife  wort:  Vürt  er  dich  fur- 
ter mer  mit  feinen  fchmächworten  erbittern  und  reizen,  fo 
gebrauch  dich  gegen  im  des  gewalts   deiner   eren,   daß  du 

so  im  antweders  entfetzeft  oder  aber  dich  feiner  gemeinfchaft 
entfchlageft.  und  folichs  iß  die  höchß  ftraf  gewefen ,  die 
Cbriftus  feinen  apofteln  gegen  den  ungehorfamen  fiir  zfi  wen- 
den bevolhen  hat  darumb  fagt  er  zfi  Cfiifo,  wann  fein 
brfider  im  nit  volgen  wölt  und  auch  der  kirchen  nit  gehor- 

S5  fam  fein,  folt  er  fich  fein  abthfin  und  in  halten  als  ein  ab- 
gefünderten  und  verachten  menfchen.  uf  das  fchreibet  Pau- 
lus' zfi  feinem  jnnger  Jpto.  'einen  ketzer  oder  abtrünnigen 
Iblt  nach   einer  oder  zweien  ermannngen  vermeiden.*      und 


19 

zu  den  The^Jfinißlieni  'brfider,  ich  verkünd  euch  in  dem 
namen  Jefu  Ohrißi  unfers  herren,  daß  ir  euch  abfundert 
von  einem  ieglichen  bräder  der  lieh  unordenlich  und  nit  nach 
nnfer  1er,  die  wir  gegeben  haben,  halte.^  das  ift  der  ban. 
aber  iezund  ift  der  geilUichen  ftraf  fcherpfer  dann  keins  ty-  s 
rannen  grinmiigkeit,  als  man  fchinbarlich  ficht  in  des  bapßs 
bullen,  die  all  gr&n  donerstag  zfi  Rom  gelefen  würt.  die  hat 
mir  Hütten  verteutfchet  und  ich  find  bei  fechzigerlei  menfchen 
die  in  der  felbigen  bullen  durch  den  bapft  järlich  verbannet 
werden,  alfo  leind  fie  iezund  bäpft  und  bifohof ,  nit  mit  chrift-  lo 
licher  fanftmfitigkeit,  funder  in  tyrannifcher  wfiterei,  nit  mit 
g&ter  1er  und  vcrmanung,  funder  mit  fchelten  und  verfl&- 
chnng.  darumb  mag  ich  von  in  fagcn  wie  im  pfalter  ge- 
fchriben  *fie  haben  lieb  gehabt  die  vermaledeiung  und  fie 
würt  in  komeu;  die  benedeiung  haben  fie  nit  gewölt  und^'fie  » 
würt  weit  von  in  fein«* 

Karfth.    Wie  komen  fie  aber  damf  daß  fie  eben   uf  den 
gr&nen  donerstag  alfo  verflachen? 

Franz.    Des  weiß   ich  andej^s  kein  urfach  dann   daß  ich 
acht,  fie  haben  in  furgefetzt,   Chrißo  ganz  und   mit  allen  ao 
dingen  entgegen  zä  fein,    dann  er  hat  uf  den  felbigen  tag 
das  brot  und  den  wein  gefegnet  und  gebenedeiet  und  uns 
das  facrament  z8l  einer  heillamen  narung  und  arznei  unfer 
feien  gefiift.     dargegen  teilen  dife  folichs  ir  j;ift  uf  denfelbi- 
gen  tag  uß,  damit  fie  fo  vil  in  inen  die  feien  verdammen,  as 
verwandlen  die  barmherzigkeit  gottes  in  einen  menfchlichen  ' 
zom,  die  br&derlichen  lieb  in  ein  feintliohe  vervolgung,  den 
friden  in  krieg,  den  fegen  in  ein  fluch,    und  darumb  heißt 
nns   fant  Augußinus  von  in  laßen  und   fie  meiden  als   die 
wolf  fprechend  Verkßent   die  flinmi  des  wolüs  und  volgent  so 
nach  der  Itimm  des  hirten  V   und  über  folich  ir  tyrannei  fchreit 
der  prophet  füsj^niias  fprechend  'wee  den  hirten  die  zer- 
Areuwen  und  zerreißen  die  herd  meiner  weidl  fpricht  der  herr.* 
KarAb.  .Als  ich  hör,  ift  alle  gefchrift  vol  und  wir  fehen  mit 
mifem  auge;i  daß  wir  nit  verforgt  feind  nooh  leiden  wir  bei  a» 
nns  der  pfaffen  tyrannei  und  ärgerlich  b6s  leben. 
Fr  ans.     Das  foUen   wir  unib  gotes  willen  thun:  der  würt 
es  zfim  heften  fehicken.    dann  als  Paulus   fchreibt  zä  den    . 

2- 


20 

Coloffetifern  'wer  einem  unrecht  hat  gethon ,  wiirt  umb  feine 
übelthat  Vergeltung  nemen.'  und  darumb  foUen  wir  es  got 
heim  geben  und  in  feinen  willen  fchaffen  laßen,  wie  wol 
Cyprianus,  als  ich  underwifen  bin,  meint,  das  gemein  volk 

5.  fei  nit  entfchuldiget ,  wann  es^einen  ungefchickten  bifchof 
habe,  funder  gebür  im  lifäie^s  zu  haben,  wie  und  wer  zu 
hirten  gewelet  werde. 

Karßh.  Das  halt  ich  auch*  wie  wol  iezund  die  pfaffen 
fagen,  wir  haben  nichts  darin  zu  fagen,  wie  fie  es  in  der 

10  geißlicheit  machen,  heißen  uns  grobe  rul2en  und  knotafiien, 
haben  uns  auch  anders  nit  dann  wären  wir  unvernünftige 
tier.  daä^thut  mir  wee  und  wie  wol  ich  biß  har  weiter 
under weifung  nit  gehabt,  hat  mich  danuQcht  bei  mir  felbs 
bedaucht,  es  fei  nit  billich  alfo  mit  uns  z&  handien. 

15  Franz.  Es  ill  nit  billich,  dann  fie  follen  niemants  uß  der 
kirchen  fchließen.  wir  feind  all  die  kirch  und  keiner  mer 
dann  der- ander,  es  follen  auch  wir  (die  fie  leien  nennen) 
die  bifchof  und  pfarrer  helfen  welen  und  uns  felbs  verfehen. 
Karlth.     Das  halte  ich  auch,     aber  iezunt  welet  man  kei- 

20  neu  bifchof  noch  pfarrer,  funder  werden  foliche  ämpter  umbs 
gelt  erkauft,  dann  ob  man  fchon  ein  bifchof  welet,  hat  es 
doch  kein  kraft,  er  geb  dann  dem  bapft  gen  Rom  fein 
fchatzung.  und  iß  ie  ein  erbärmlich  ding  zu  fehen,  daß  fo 
ungelerte,  untügliche,  auch  oft  jung  perfonen  z&  den  ämptern 

S5  komen,  dann  fie  nemen  wol  die  zins  und  renten  in,  aber 
der  arbeit  geen  fie  ganz  m&ßig,  funder  fetzen  an  ir  ftat  an- 
dere dahin,  die  richten  fie  mit  wenig  geltes  ab:  darumb 
thÄn  fie  auch  wenig  arbeit,  und  folichs  feind  die  taglöner 
(als  ich  verllee),  von  den  der  herr  fagt,   'fie  fliehen  wann 

ao  der  wolf  kompt,  dann  fie  nemen  fich  der  fchaf  nit  vil  an.^ 
f'ranz.  £s  iß  bos  gnüg:  hoff  aber,  es  foll  beßer  werden, 
got  hat  es  uns  auch  verheißen^  do  er  durch  den  propfaeten 
Qieremias  fprach  'ich  wjl  euch  geben  hirten  nach  meinem 
herzen  und  die  felbigen  werden  euch  in  kunft  und  1er  weiden.' 

35  Karßh.  Gib,  herr  got,  gib  uns  foliche  und  erlös  uns  von 
dem  bäpßifchen  b^wang  und  der  pfaffen  übermAt,  die  in 
irem  brächtifchen,  ärgerlichen  leben  dein  götlich  wort  fohant- 
Uch  undertrucken  und  uns  die  heilfamen  felenfpeis  frävenlich 


21 

enziehen!  haben  uns  an  ftat  deines  leichten  jochs  ein  un- 
triglich  befchwarnis  nfgel^t 

Franz.     Das  geb  got  als  er  auch  th&n  würt.     dann  er  kan 
und  mag  ir  bos  regiment  länger  nit  gedulden,  hat  in  ^uch 
die  ftraf  getrouet  durch  den  propheten  Ezechielem  fprechend  s 
'wee  den  hirten  Israel  die  fich  felbs  weiden!    folten  nit  die 
herd  von  den  hirten  geweidet  werden  ?    ir  habt  die  'milch 
geßen,  euch  von  der  woU  gecleidet,  und  was  feift  gewefen, 
habt  ir  gemetzget,  aber  meine  herd  habt  ir  nit  geweidet,   was 
fohwach  gewefen  iA,  habt  ir  nit  geheilet,    was  zerbrochen,  lo 
habt  ir  nit  verbunden,     was  verworfen,  habt  ir  nit   wider 
bracht,   was  verloren,  habt  ir  nit  erquickt,  und  *was  krank 
gewefen  ift,   habt  ir  nit  gefucht,  funder  h»bt  ir  mit  einer 
gefcbwindigkeit  geherfchet  und  mit  gewalt:   dardürch  feind 
meine  fchaf  zerlirouet.    dann   da  ift  kein  hirt  gewefen  und  is 
feind  worden  ein  verfchlindung  der  wilden  tieren*  etc.     und 
bald  darnach  %ierumb,  ir  hirten,  hörent  das  wort  des  her- 
renl  alfo  fpricht  got  der  herr.    nempt  war!  ich  wil  über  die 
hirten   von  iren    henden  meine  herd    forderen  und    wil^  fie 
ofhoren  machen  daß  fie  fürt  an  nit  mer  weiden  meine  herd  so 
und  fich  auch  nit  mer  felbs  weiden  und  wil  meine  herd  erlöfen 
von  irem  mund,    daß  fie  in  nit   me^  zu   einer  fpeis  feind* 
etc.  ift  das  nit  .ledll  .troftliche  prophecei  zu  difem  handel? 
Karßh.    Ja  furwar  und  wie  der  prophet  gefagt,  gicht  es 
auchiezund  mit  den  pfaffen.    fie  weiden  fich  felbs:  das  ficht  9» 
man  wol  an  iren  feiften  beuchen  und  glatten  bälgen ,  an  iren 
d^ungen,  heufern,  braiferei  und  fänftem  vollem  leben,   aber 
uns  armen  weiden  fie  gar  nit,    dann  wir  geen  in  großem 
hunger  des  götlichen  wertes. 

Franz.    Ja  billich  hunger,  wie  du  fagft.  dann  warlich  iezund  so 
ift  die  zeit,  von  der  Arnos  der  prophet  gefagt   'nim   wai^ 
(fpricht  der  herr)  es  komen  die  tag  daß  ich  würd  fenden 
den  hunger  uf  die  erden,    nit  hunger  des  brots  oder  dürft 
des  waßers,  funder  jk&  lioren  Has  wort  gottes."* 
Karfth.    Fürwar  ift  es  dife  zeit     dann  ich  glaub  nit,   dal^ss 
ie  die  weit  begiriger  fei  geweft  z&  hören  das  ewangelium 
predigen  dann  iezund,  als  das  von  den  böswilligen  und  un- 
gefcbickten  geißliuhen  verhindert   und  zä   ruck  gefchlagen 


22 

iß.  darzd  freßen  fie  uns  biß  uf  die  bein,  und  glaub,  wann 
fie  uns  gar  freßen  betten,  fie  wären  dannodbt  nit  erfettiget. 
Franz.  Der  geleichen  hat  Chrißua  felbs  auch  zu  verfteen 
gegeben  in  dem  gleichnüs  Marci  am  zwölften  und  tmce  am 

i  zweinzigften,  do  er  fagt  von  einem  reichen  der  feinen  Wein- 
garten etlichen  verlihen  het,  und  da  fie  im  feine  gerechtig- 
keit  darvon  iiberfchicken  folten,  handleten  fie  im  feine  bo- 
oten und  diener  iibel  und  gaben  in  nichtes.    z&  letft  fchlügen 
fie  im  auch  feinen  fun  zA  tode.    fragt  Chrißus:   was  wurt 

10  difer  herr  mit  den  felbigen  pauren  machen?  und  antwurt 
felbs  darauf:  er  würt  komen  und  die  pauren  wurt  er  ver- 
derben, aber  feinen  Weingarten  würt  er  andern  verleihen, 
merkft  du  was  zu  hofien?  biß  här  ift  der  weingart  gottes, 
das  ift^  die  kirch,  den  pfaffen  verlihen  geweft,  die  haben  iren 

15  nutz  darinnen  gefchafft;  aber  got  dem  herren  haben  fie  kein 
frucht  oder  nutzung  zugeftelt,  funder  haben  im  auch  feine 
diener  und  gefanten,  das  ift,  die  vermaner  der  chriLllichen 
warheit  und  g&te  prediger  übel  gehandelt,  und  darumb  wil 
got  feinen  Weingarten  (die  kirchen)  von  in  nemen  und  den 

so  andern  verlaßen. 
Karfth.    Ich  fehe  es  gern  gefchehen. 

Franz.  Wil  got,  du  würft  es  auch  fehen,  dann  es  hebt 
fich  fchon  an  und  die  weit  ift  (wie  du  gefagt)  dürftig  nach 
dem  ewangelio,  begert  göte  lerer  und  prediger  zu  haben. 

S5  fo  heben  die  lutherifchen  fchäler  allenthalben  an  zS  predigen, 
und  mir  ift  ungezweifelt,  es  würt  geen  und  wir  wecdfiD.  nach 
ußreutung  der  bofen  gdte  hirten  überkomen.  die  felbigen 
werden  gefchickt  fein  wie  von  den  Paulus  fagt  z&  den  Th^f- 
falonicenfem  'ir  wißent  wie  man  uns  nach volgen  muß ,  dann 

M  wir  feind  nit  ufr&rig  bei  euch  gewefen,  haben  auch  unfer 
brot  nit  umb  fünft  von  iemant  geßen,  funder  in  arbeit  und 
m&  tag  imd  nacht  werkend,  uf  daß  wir  euch  nit  befch war- 
ten.' er  leret  auch  feine  nachvolgende,  fie  follen  bei  den 
frembden  ein  eerlich  from  leben  f&ren  und  keins  andern  gdts 

35  begeren.  und  zfi  den  Theflalonicenfern  fchreibt  er  'als  ir 
wißent,  feind  wir  nie  in  fchmeichelreden  bei  euch  fiinden 
worden  oder  in  verurfachung  der  geizigkeit  oder  als  die  eer 
forderend    von   den    menfchen'  etc.    in  wolchen   werten  er 


23 

ußtraokt  ein  wäre  biltnüs  eins  gerechten  bifchofs  und  hirten, 
der  (ol  die  warhcit  predigen  und  niemant  zfi  lieb  oder 
leid  reden,  als  iezund.gefchicht,  do  üe  dem  bapft  hofieren 
und  feine  gefatz,  ob  fie  diefchon  unrecht  und  z&  verwerfen 
erkennen,  lur  gottes  gebot  ziehen,  woiches  zfi  förkomen  s 
bat^  Chriftus  felbs  die  Juden  geftraft  Mattbei  j^m^XV  und 
Marci  am  VII,  daß  fie  umb  menfchlicher  gefatz  willen  die 
gebot  gottes  überträten,  und  do  er  feine  apofteln  außfchickt 
and  in  z&  predigen  befalch,  als  Matthei  am  X  und  Luce 
am  XII,  gebot  er  in,  fie  folten  nit  forchten  die  jenen  die  lo 
den  leib  töten  mögen,  funder  got  der  die  fei  mag  toten, 
und  darumb  fagt  er  in,  wie  fie  von  feinent  wegen  und  umb 
der  warheit  wiUen  vervolgt  werden  folten  und  fprach  'wer 
aber  biß  zu  endbeßendig  bleibt,  der  würt  feiig.'  und  fpricht 
LfUceamIX  'wer  fein  feel  behalten  wil,  der  würt  fie  verlieren.  i5 
wer  die  aber  umb  meinent  willen  verleurt,  der  würt  fie  be- 
halten.* und  Luce  am  X,  do  er  die  LXX  jünger  ußfchickt, 
fpricht  er  z&  inen  'ich  fchick  euch  als  die  lämmer  under 
die  wolf.*  dardurch  fich  Paulus  gar  gät  dunkt  und  ber&mbt 
fich  in  einem  geiftlichen  und  chriftlichen  fiolz  feiner  marter  so 
und  anfechtung,  do  er  den  Corinthiern  erzelet,  wie  oft  er 
gegeifelt,  verfteinet,  gefangen  und  gefchlagen  fei  und  was  er 
gelitten  hab  umb  der  warheit  und  Chriftus  willen,  und  die 
iqpofteln,  als^Lucas  Schreibt  am  V  capitel  im  bfich  der  apo- 
fteln gefchicht,  als  fie  eins  mals  von  den  bifchoffen  und  ober-  ss 
Aen  gefchlagen  waren,  giengen  fie  mit  gutem  mät  von  in 
und  freuweten  fich  daß  fie  wirdig  wären  worden ,  umb  Chri- 
ftus willen  fchmach  z&  leiden,  aber  iezund  förcht  man  den 
bapft  und  nit  got.  und  dammb  feind  leider  wenig  die  uns 
frei  die  warheit  verkünden,  es  wöUen  auch  die  pfaffen  fanciiso 
Paulus  1er  in  dem  vorigen  fpruch,  do  er  in  von  der  geizig- 
keit fagt,  nit  annemen,  funder  bleiben  wie  fie  feind  und  als 
die  von  den  Chriftus  fagt  Luce  am  XX  'fie  verfcl^linden  die 
heufer  und  narung  der  armen  witwen.' 

Karfth.     Das  thun  fie  warlich,     und  uns  armen  leut  fchätzen  85 
fie  biß   uf  den  grad,  thönd  anders  nit  dann   als  wölten  fie 
es  gar  haben,    wie  wol  doch   Chriftus   das  himelreich   gar 
teur  hat  gemacht  den  die  alcin  nach  zeitlichem  reichtumh 


24 

trachten,  do  er  Tagt  (ab  ich  hör)  *o  wie  fchwärlich  werden 
die  fo  ir  yertrauwen  uf  dae  gelt  fetzen,  ins  reich  der  liimel 
geen.**  und  meint,  es  fei  müglicher  einem  kämeltier  durch 
ein  nadel  ör  zugeen  dann  eim  reichen  zu  himel.   darbei  mag 

^  ich  mein  meinung  auch  fagen.  ich  glaub  müglicher  Tein  daß 
mein  apfelgrau  pferd  fchreiben  und  lefen  lerne,  dann  daß 
unfere  pfafien  und  bifcbof,  wie  die  iezund  leben,  feiig  werdem 
Franz.  Noch  großer  ift,  daß  He  in  mit  nichts  ben&gen 
laßen,  funder  ir  fack  hat  keinen  boden.    darumb  mag  ich 

10  z&  in  lagen,  wie  ich  von  Hütten  hör,  daß  der  poet  Flau- 
tus  fprech  z&  den  geizigen  frauen  *das  mör  ift  nit  das  mör: 
ir  feit  das  aller  geizigß  mor.' 

Karfth.  Ja  furwar  feind  fie  mit  dem  mor  zu  yergleichen. 
dann  wie  alle  waßer  darin  fließen  und  mögen  es  doch  nim- 

u  mer*  erfüllen,  alfo  nemen,  ziehen,   reißen,   rauben,   ropfen 
und  ßelen  die  pfafien  täglich,  noch  werden  fie  nit  erfult  oder 
erfettiget,  funder  forderen  iemer  noch  mer. 
Franz.    Es  war  wol  billich,  daß  die  jenen  fo  dem  altar 
dienen,  auch  von  dem  altar  (wie  Paulus  fagt)  lebten,    dann 

so  er  fchreibt  alfo  zA  den  Cpri^thiern  'der  herr  hat  es  veror- 
denet  daß  die  das  ewangelium  verkünden,  foUen  von  dem 
ewangelio  leben.""  aber  dife  nemen  nit  ir  notturft,  funder 
fachen  Überfluß  und  thän  doch  nit  dameben  das  fie  fchul- 
dig  feind.    dann  die  unfere  fleifchliche  ding,   das  ift  weit« 

23  liehe  g&ter,  von  uns  fchneiden  wollen,  feind  fchuldig  dar- 
gegen  geiftliche  ding,  das  iß  das  ewangelium  und  gäte  chrift- 
liehe  1er  zu  fewen  und  pflanzen,  wie  das  Paulus  hat  ge- 
fchriben,  den  fie  auch  in  dem  nit  hören  wollen,  do  er  fie 
von  weltlicher  eer  abzeucht,  funder  wollen  nur  atein  in  der 

90  weit  geert  fein,  erheben  fich  über  keifer,  künig  und  (urßen, 
ja  mer  heißen  fie  in  die  felbigen  ire  f&ß  küffen.  aoh  got 
von  himel,  war  zu  iß  dein  heiliger  glaub  komenl  was  hat 
man  uß  dir  gemacht!  wie  ift  dein  gotlich  gefatz  und  gebot 
fo  gar  verkeret!     du  haft  deinen  jungern  ire  füß  gewafchen 

35  an  dem  letften  nachtmal  und  fie  das  felbig  beifpil  annemen 
geheißen,  do  du  zu  inen  fprachcß  *wißent  ir,  was  ich  euch 
iezunt  gethon  habe?  ir  heißent  mich  meifier  und  herre  und 
fagen t  recht,  dann  ich  bin  es  auch,  fo  nun  ich  euwer  meifier 


25 

und  herre   euwer  föß  gewäfchen  bab,    fo  follent  auob  ir 
einer  dem   andern  feine  f&ß  wäfcben,  dann   icb  bab  euch 
ein  beifpil  gegeben.'    o   almechtiger   ewiger  got  und  herr, 
wie  bafl;  du  es  fo  gar  gut  mit  uns  armen  fundem  auf  difem 
ertreich  und  eilend  gemeint  und  wie  gar  würt  dir  nit  gevol*  & 
get!    du  haft  in  difer  weit  nie  wollen  g&t  nocb  eer  baben. 
und  do   man   dicb  zfl  künig  weit  erbeben,   de   floheß   du 
von  dannen.    du  fpracbeft  aucb  z&  Pilato,    dein  reich  war 
nit  von  diCer  weit,    aber  dife  fechten  mit  waffen  und  wor, 
mit  eifen  und  feuwer  und  mit  allem   irem  vermügen  nach  to 
ftetten,   landen,    künigreioben,    herrfchaften    und    gebieten, 
treiben  uß  die  furßen  und  berauben  die  künig.    du  fprachß 
von  dir  felbs  'der  fun  des  menfchen  iß  nicht  komen  daß 
man  im  dienen  fol,  funder  daß  er  aodern  diene;'  aber  dife 
zwingen  und  überkomen  die  ganzen  weite  under  ir  geböte,  i» 
da  haß  in  deinen  großen  eren,  do  du  zu  Hierufalem  inrit- 
teß,  geweinet;   dife  haben   ein  behäglicheit  in  irem  bracht 
und  machen  uß  in  ein  bild  des  künigs  Nabuchodonolbr,  wol- 
len an  allen  orten  globt  und  geert,  ja  auch  angebetet  fein, 
das  fei  dir,  barmherziger  got,  von  aller  fromen  chrißen  we-  ao 
gen  gedagt  I    wölß   dein   barmherzigen  äugen  nif  thän  und 
uns  von  den  wütenden  tyrannen  erlöfen! 
Karßh.    Solichs  wil  ich  nit  ufhoren  täglich  z&  bitten,  biß 
fo  lang  ich  hilf  befinde  und  erfüllet  werde  die  prophecei  der 
m&ter  gottes  Marie,  da  fie  fpricht  *er  bat  die  hoffertigen  in  ss 
den  gedanken  feins  herzens  zerßreuwet' 
Franz«     Sie  wirt  eigentlich  erfüllt  werden. 
Karßh.    Was  iß  es  aber  (falt  mir  iezund  in  gedachtnüs) 
das  fie  fagen,  ir  brangen,  hoffertig  geber  und  pomp  treiben 
lie  es  got  zä  eren?  so 

Franz.  Ja  wol.got,  als  got  mit  lund  wolt  geeret  fein, 
aber  nichts  deßer  weniger  fprechen  fie  wie  du  fageß  und 
liegen  fchälklich  daran,  dann  fie  dienen  dem  teufel  und  nit 
got  damit,  und  darumb  fagt  von  folichen  Gerfon,  gar  ein 
ohrißlicher  lerer,  als  ich  in  ber&men  hör:  'der  unnütz  ßolz,  35 
weibifch  pomp  und  gebräng  der  geißlichen  eret  nit  die  kir- 
eben  gottes,  funder  befchwärt  die  vil  mer.  dann  die  eer 
der    kirchen    würt   erleuchtet    nit   in   weltlicher    reinlicheit, 


26 

rcheinbarlicbem  bracht  und  weibifchem  g«zier,  funder  in 
einem  reinen  geift  und  in  heiliger  betrachtung.' 
Karßb.  Was  fol  man  dann  alhie  fagen  von  dem  großen 
gefehmück  in  den  kirchen,  der  von  gold,  filber,  perlin,  edel 
i  geßein  und  allerlei  gefchmeid  zfifamen  gebettelt  ift?  von 
den  koltlicben  gemälts  darinnen,  von  bildung  und  tafeln,  die 
zäm  teil  der  materien ,  zäm  teil  kunll  und  arbeit  halber  un- 
fprachlich  vil  gekoft  haben?  und  zä  voran  von  dem  ge- 
fchlagen  gold  das  man  an  wend,  feulen,  tafeln,  holz  und 

10  ftein  gefchmürt,  und  mag,  daß  es  zfi  einigem  weitern  nutz 
kam,  nit  mer  von  dannen  genomen  werden?  was  fol  man 
auch  fagen  von  den  orgelen  und  von  den  glocken,  die  fo 
gemein  worden  feind  daß  iezund  nahent  kein  dorf  ift,  es 
wil  drei   oder  vier  oder  fünf  haben?    in  dem  allem  ich  gar 

15  kein  andacht  fpür,  kan  auch  nit  denken,  wie  etwas  gfits 
von  folichem  gezier  komen  mog.  furwar  do  ich  ein  Jüng- 
ling was,  wann  man  in  kirchen  uf  den  orgelen  pfiff ,  gelüftet 

'  mich  zä  danzen.  und  wann  ich  hört  fingen,  ward  ich  im 
fleifch  aber  nit  im  geift  bewegt,  het  auch  oft  bofe  gedanken 

90  in  anfchauwung  der  fröulichen  bildungen  auf  den  altaren. 
dann  kein  b&lerin  mag  fich  üppiklicher  oder  unfchamhaftik- 
licher  becleiden  oder  zieren  dann  fie  iezund  die  muter  got- 
tes,  fant  Barbaram,  Katherinam  und  andere  heiligen  for- 
mieren. 

Tb  Franz.  Was  folt  man  darvon  fagen?  es  ift  alles  nit  vaß 
g&t,  gleich  wie  auch  die  kirchen  felbs,  deren  fie  mer  dann 
zä  vil  und  all  zä  koftlich  bauwen  :  darvon  wir  hernach  re- 
den wollen,  als  auch  die  großen  ftiflung  der  pfründen,  daran 
mancher  unnüzlich   wendet   das    feine  kinder   hernach  gar 

30  fchwärlich  emberen  mäßen :  und  kompt  doch  gar  kein  nutz 
darvon,  dann  es  reicht  zä  erhaltung  m&ßiggänger,  voller, 
unzüchtiger  heut,  die  nennet  man  iezunt  geiftlich  und  fie 
geben  fich  auch  darfur  uß,  wie  wol  fie  weit  von  geiftlichen 
gedanken  und  werken  feind.    aber  das  unverftändig  volk  zä 

35  betriegen,  machen  fie  den  leuten  ein  fpiegelfechtens  vor  äu- 
gen mit  iren  ceremonien  und  gauklerei. 
Karfth.    Junker,  was  feind  cqnnonius? 
Franz.     Ceremonie  (als  mich  Hütten  bericht)  heißen  ußerliche 


27 

geberde  die  man  in  den  kirchen  z&  gottea  dienft  ftbet  als 
mit  neigen,  bücken,  cleidnngen,  fingen,  reuchep,  fanen  und 
(renz  tragen,  fich  her  und  dar  wenden,  dife  und  jene  orde- 
nung  halten  und  der  gleichen  on  zal.     der  waren  in  der  al- 
ten ee  vil  Ton  got  felbs  geboten,     aber  nun  war  ir  keine  von  & 
noten.     dann  iezund  fol  man  got  im  geift  dienen  und  ußer- 
Höh  gar  nichts  anders  dann  gäte  werk,   darvon  andere  bei- 
fpil  nemeu  mit   dem&tigkeit  erzeigen,    darvon  Chriftus  /agt 
*euwer  üecht  folleuchten  vor  den  menfchen,  daß  fie  euwere 
gAten  werk  fehen    und  meinen  himelifchen  yater  dardurch  lo 
ere.*    und  darumb  fchreibt  fant  Jacob  in  feiner  epiftel  'wer 
iß  under  euch  weis  und  mit  kunft  geziert,   der  beweis  feine 
werk  durch  ein  gutes  beiwefen  mit  fanftm&tigkeit.'    fant  Hie- 
ronymus  fagt  auch  'in  der  kirchen  gottes  muß  man  nit  alein 
leren  funder  auch  thün,  uf  daß  nit  die  wort  durch  die  werk  t5 
zerbrochen  werden.^    aber  iezund  findt  man  pfaffen  und  lei- 
der den  meiften  teil  der  geißlichen,  die  nit  alein  bofe  werk 
nit  fliehen,  funder  fich  auch   der  nit  fchämen,   treiben  die 
öffentlich  und    on   alles   fcheuwen,    darvon   groß   ärgemüs 
kompt    Paulus  fdireibt  z&  den  Theflalonicenfern  'ir  folt  euch  so 
auch  vor  einem  ieglichen  fchein  des  Übeln  h&ten.^    damit  hat 
er  gewolt,  daß  fie  follen  auch  verh&ten  daß  fie  nit  übel  ge- 
thon  haben  gefehen  werden,   ob  in  fchon  unrecht  gefchäch; 
alfo  ganz  hat  er  fie  rein  haben   wollen,     das  folten  unfere 
prießer  iezund  beherzigen   und   ire  fchand  nit  fo  öffentlich  >5 
treiben,  daß  man  nit,  ob  fchon  einer  under  in  from  war,  fich 
doch  nichts  gStes    (wie  iezund  gefchicht)   zii    im  verfehen 
dorft  umb  des  gemeinen  böfen  lebens  der  pfaffen  willen. 
Karßh.     Das  iß  war,  und  in  iren  heufern  findt  man  allwe- 
gen  mer  hSiven  dann  betb&cber.     aber  die  bifchof  haben  als  so 
gar  nichts  mit  der  geißlicheit  zu  fchicken,  funder  warten 
alein  irs  furiUichen  brachts,  daß  fie  den  ßätlich   f[\ren   und 
dkß  es  recht  am  hofe  Zugang,  fetzen  an  ir  ßat  weichbifchof, 
die   heißen   fie   der   geißlicheit   (der  fie  fich  felbs  fchämen) 
i^ußwarten.     das  iß  freilich  Cbrißus  meinung  nit  gewefen.      35 
Franz.    Gar  nit,  funder  do  er  Petro  das  hirten  ampt  be- 
falda,  fragt  er  in  zä  drei  malen,  ob  er  in  lieb  und  mer  dann 
die  andern  lieb  hette.  do  nun  Petrus  fich  uf  Chrißus  felbs- 


28 

erkantnus  zeugt  daß  er  in  lieb  het,  befalch  et  im  die  fcbaf 
zu  verh&ten.  )a  die  fchaf  zä  yerh&ten ,  nit  zd  fraßen,  zfi 
würgen  und  'z&  verw&ßen,  befalch  im  auch  nit  die  eer  Xun- 
der  das  werke,  nit  den  bracht  funder  die  arbeit,     wolcher 

&  bapß  oder  bifchof  h&tet  aber  iezund  der  fchaf  Chrifti? 
Karfth.     Sie  h&ten  daß  ee  got  erbarm,    alle  fachen  fie  zeit- 
lich eer  und  g&t,  keiner  pfligt  der  arbeit  feins  ampts:  ziehen 
lich^  doch  uf  fant  Peter  und  ber&men  lieh  der  fchlüßel. 
Franz.     Wann  fie  den  herren  recht  lieb  betten,  möchten 

io  fie  fich  der  wol  ber&men,  dann  als  denn  verweften  fie  auch 
ir  ampt  das  in  bevolhen.  als  fie  aber  iezunt  leben,  magftu 
frei  glauben,  fie  haben  weder  fchlüßel  nodi  gewalt.  dann 
folt  der  für  den  grollen  liebhaber  gottes  erkent  werden,  der 
am  meißen  ßet,  leut,   lant  und  herrfchaft  under  im  hat,  fo 

15  war  ein  ieder  tyran  und  w&terich  gottes  liebhaber  und  der 
türkifch  keifer  iezund  war  an  fant  Peters  fi;at,  dann  ich  acht, 
er  fei  der  mechtigß  under  allen  die  iezund  leben.  ea_Juit 
aber  die  geßalt  gar  nit,  funder  wie  Chriftus  die  forg  und 
verh&tung  feiner  fchaf,  das  ift  des  chrißlichen  volks,  Petro 

80  bevolhen  hat,  alfo  hat  die  Petrus  fürt  an  feinen  mitbr&dern 
und  nachvölgenden  bevolhen. 

Karßh.  Das  wil  ich  gern  hören,  wie  hat  er  das  gethon? 
Franz.  In  feiner  erßen  epißel  am  fünften  capitel  fohreibt 
er  alfo  ^euch  die  ir  prießer  feind,  als  auch  ich  prioßer  bin, 

36  bitt  ich«  verhätent  fo  vil  in  euch  iß  die  berd  Ghrißi,  acht 
uf  die  habend  nit  bezwänklich,  fundei^^mit  g&tem  willen, 
nit  fchantlich  des  gewins  darin  begefedd,  funder  mit  einem 
zuneiglichen  gem&t  und  nit  alfo  daß  ir  euch  einer  oberkeit 
über  euwere  mitbruder  annement,  funder  daß  ir  der  herd 

30  beifpil  feit,  fo  wer  dt  ir,   wann  der  furß  aller  hirten  kompt, 
ein  unzergänkliche  krönen  der  eer  empfahen.' 
Karßh.     Das   iß   recht   underweifet     foliche  bifchof  und 
pfarrer  folten  wir  haben,  und  die  möchten  fich  billich.uiiant 
Peter  ziehen,    wir  wölten  fie  auch  nit  münder  dann  die  apo- 

3&  ßel  achten. 

Franz.  Das  war  auch  billich.  und  wann  foliche  hirten  in 
Teutfchland  wären,  dörft  niemant  lagen,  daß  den  feien 
nit  geraten  oder  fie  nit  verforgt  wären,     nun  hat  der  frum 


29 

Pelrus  feinen  fleiß  gethon:  ße  halten  fich  aber  gleich  gegen- 
wegs.  dann  erAlich  wie  er  fie  bittet  die  herde  zu  verhüten, 
das  ift  ein  fchimpflich  red,  geet  in  zä  einem  or  in,  zäm  an- 
dern uß  und  ift  in  gar  ein  kleine  forg. 

Karfth.     Aber  in  dem  (bednnket  mich)  volgen  fie  im,  daß  5 
fie  die  pfrühden  unbezwänklich  annemen.     dann  fie  rennen 
und  laufen  darnach  und  beitet  keiner  biß  man  in   bitt  die 
anzunemen. 

Franz.     Das  ift  wol  war.    fie  begeren  aber  der  pfründen 
genieß,  nit  der  arbeit  (wie  Petrus  wolt):  der  befalch  in  (wie  lo 
ich  gefagt)  das  ampt,  nit  den  gewin  oder  nutz. 
Karfth.     Das   fihe  ich  wol.    und  er  hat  wol  forg  gehabt, 
es  werd  etwan  darzä  komen   daß    fie  es  alles  in  der  geift- 
Ucheit  uf  gewin  und  plackerei  fetzen  würden,     darumb  bitt 
er  fie  zfivor  darfur,  daß  fie  nit  iren  nutz  und  gewin  darinnen  is 
Ijicfaen  wollen,    und  daß  er  fie  defter  häftiger  bewege,  nent 
er  das  ein  fchantlichen  gewin  und  heißt  fie  in  annemnng  di- 
fes  ampts  ein  zfineiglich  gemftt  haben,  nit  (achte  ich)  daß 
fie  des  nutzes,  funder  der  m&,  forg  und  arbeit  beging  wären, 
und  als  er  gereit  zu  der  felbigen  zeit  geforcht,   fie  werden  so 
noch  ein  tyrannei  under  in  ufirichten,  hat  er  fie  difes  ampts 
nit  als  mit  gebiet  und  herfchung  ira  mitbr&der  z&  bezwin- 
gen ,  funder  als  mit  einem  erbern  fromen  leben  das  chriftlich 
▼olk  durch  g&te  beifpil  uf  tugent  und  gerechtigkeit  zä  reizen, 
pfl^en  geheißen.  2h 

Franz.  Fürwar  du  haft  es  recht  verftanden,  und  als  ich 
fihe,  war  dir  leichtlich  z&  helfen,  daß  du  zd  rechter  erkant- 
nüs  des  chriftlichen  glaubens  kämeft.  darumb  laß  dir  die 
kitrifchen  bftcher,  wie  du  vor  gefagt  haft,  lefen.  ^ 

Karfth.    Das  wil  ich,  ob  got  wil,   thän  imd  dameben  die  so 
ewangelia,   wo  ich  die   anders  teutfch  bekomen  mag,   mit 
fampt  ISftnt  Paulus  und  der  apoftel  1er. 
Franz.    Darin  würft  du  wol  faren  und  wiirft,  wann  man  dir 
fant  Paulus  epifteln  liß,  hören ,  wie  er  die  bifchof  und  pfar- 
rer  hat  geftiftet.  a» 

Karfth.     Das  wolt  ich  iezund  gern  hören.' 
Franz.     Seinem  junger  Timotheo  fchreibt  er  in  der  erften 
epiftel  am  dritten  capitel  'ein  bifchof  oder  pfarrer  (dann  zA 


30 

den  Zeiten  und  ein  weil  damaeh  ill  es  ein  ampt  gewefen) 
maß  unfiräflich  fein,  ein  man  eines  weibs,  wacker,  nücHier, 
fitlich,  gaftfrei,  gefebickt  andere  2&  leren,  nit  ein  weintrin- 
ker,    totfchläger  oder  fcbantlicb  des  gewins  beging,  fander 

s  gerecht  und  dem  gezenk  und  geitigkeit  frembd  fei'  etc.     nun 

kauft  du  erkennen,  ob  wir  iezund  der  gleichen  bei  uns  haben. 

Karßh.    Ich  glaub,  wir  haben  lang  keinen  folichen  gehabt, 

.  wie  wol  fie  uns  taglich  neuwe  heiligen  machen. 

Franz.    Als  z&  voran  die  münch,  die  wollen  ieder  orden 

10  die  meiften  heiligen  haben,  und  ift  die  urfaoh,  daß  man  in 
defter  mer  in  ire  clößer  gebe. 
Karßh.    Anders  nit. 

Franz.  Got  weißt  am  baßen  ob  foliche  heilig  feind  oder 
nit    warlich  ich  halt  wenig  darvon,  dann  ich  floh  daß  fie 

ift  dem  bapß  gelt  geben,  der  canouiziert  fie. 
Karßh.    Was  iß  das  gefagt? 

Franz.  Das  heißt  in  die  fchar  der  heiligen  fetzen«  darumb 
wo  fie  etwa  einen  alten  bräder  im  grab  ligen  haben,  von 
dem  fie  etwas  fagen  künnen,  fchicken  fie  gen  Rom,  fchrei- 

90  ben  dem  bapß,  er  hab  zeichen  gethon,  fo  fordert  der  bapß 
feinen  Ion  für  die  bullen,    und  wann  er  den  hat,  fo  macht 
er  in  heilig,    das  haben  wir  bei  unfern  Zeiten  mer  dann  ein 
mal  alfo  gefchehen  mit  angen  gefehen. 
.Karßh.    Hilf,  got  von  himell  was  hör  ich!  würt  auch  die 

95  heiligkeit  der  heiligen  umbs  gelt  erkauft?  nun  fich  ich  daß 
es  doch  gar  b&berei  mit  den  geißlichen  iß. 
Franz.    Wie  dann  unfers  hergots  rock  z&  Trier.  .   ^ 

Kar^ßh.    Iß  es  warlich  Chrißus  cleid  geweß? 
Franz.    Da  wil  ich  nit  von  urteilen,    das  weiß  ich   aber 

ao  wol,  daß  der  bapß  beßätigt  hat,  er  fei  es,  hat  aber  etliche 
taufent  ducaten  für  fein  guten  willen  genomen  und  ein  teil 
Ton  dem  gelt  das  zfi  der  walfart  gefeit,  mfiß  man  im  auch 
jarlich  überlifern.  das  feind  die  trierifchen  pfaffen  wol  zö 
firiden ,  dann  fie  haben  dannocht  gmßen  gewin  darvon.   alfo 

35  behilft  fich  einer  mit  dem  andern.  Über  wir  einfaltigep  -leien 
yerßeen  die  fachen  nit  und  iß  ein  zeit  lang  groß  laufens 
gen  Trier,  den  heiligen  rock  z&  fchauwen,  geweß. 
Karßh.    Er  geßat  mich  felbs  ein  guldin  oder  fechs. 


31 

Franz.     Die  lieiteft  du  baß  angelegt,  betteft  du  deinen  kin- 

den'  brot  darumb  gekauft 

Karfth.    Ja  fiirwar  baß.    aber  mit  fchaden  würt  man  weis. 

es  fol  ob  got  wil  hinfur  kein  pfafi*  keinen  pfenning  von  mir 

iemer  bringen.  » 

Franz.     Wir  underlaßen  aber  von  den  bifchoffen  weiter  zu 

reden. 

Karftb.     Sagt  här,  jnnker,  was  ir  woit!  warlich  ich  hör  es 

alles  gem. 

Franz.    Weiter   fchreibt  fanctus  Paulus  z&   einem  andern  lo 

feiner  jungem^  Titus  genant,  auch  die  yorigen  meinung  on 

das  er  weiter  fagt  *ein  bifchof  fol  fein  wie  ein  fchaffner  go- 

tes,  nit  zornig,  funder  der  ganz  hart  ob  der  heiligen  ge- 

fchrift  halte,  auf  daß  er  mit  einer  macht  zu  gilter  1er  ver- 

manung  geben  möge  und  die  widerfprecher  überwinden.'        i5 

Karfth.    In  allen  difen  leren,  fo  den  bifchoffen  vorgefchri- 

ben  feind,  fpur  ich  nichts  das  iren  weltlichen  bracht,  küniklich 

regtment,  die  großen  g&ter  und  reichtumb,   auch  den  teu- 

feUfchen  bau,  damit  fie  uns  plagen,  betreffe. 

Franz.    Gar  nichts  magß  du  fpüren ,  wie  wol  iezund  der  so 

geiftlichen  fach  alein  an  den  felbigen   ftncken  gelegen,    wie 

mochten  ßi  aber  göte  werk  th&n ,  fo  ße  ganz  ungerecht  und 

nit  gfit  feien,    es  mag  doch  (wie  dann  auch  Chriftus  fagt) 

kein  gfiter  bäum  böfe  frucht  noch  ein  bofer  bäum  g&te  frucht 

bringen,     darumb  gab  er  uns  auch  ein  1er  dayon  fprechend  »& 

.*bei  iren  fruchten  werdet  ir  fie  erkennen.* 

Karfth.    Das  gefchicht  auch  warlich,    wir  erkennen  fie  ganz 

wol  darbei  und  darumb  Collen  wir   fie  auch  nit  kaufen,  fur- 

war  ich  (als  ich.  fie  leben  fich)  wölt  ich  nit  einen  pfenning 

umb  alle  bifchoff  in  teutfchen  landen  geben ,  dann  fie  follen  so 

nichts. 

Franz.    Es  feind  ir  etliche,  die  wir  mochten  redliche  man- 

Der  nennen,  und  fie  feind  es  auch  on  zweifei.    aber  einen 

rechtgefchaffen  bifdiof  weiß  ich  bei  meiner  feel  in  ganzem 

teutfchem  lant  nit  z&  finden.  S5 

Karfth.     Wammb  blmben  fie  dann  nit  ußwendig  dem  fchaf- 

ftall ,  fo  fie  die  fohaf  nit  zä  weiden  wißen  oder  wollen? 

Franz.    Für  war  beßer  war,  fie  hüben  herauß.    und  weiß 


32 

einen,  dem  günt  ich  wol,  6r  war  des  bisturobs  mfilMg  ge- 
gangen, dann  er  würt  fein  fei  dardurch  yerdammen. 
Kar  (Ib.  Vaß  ift  z&  wandern,  daß  die  weit  fo  lang  blind 
gewefen  und  man  folich  merklich  und  daran  hochgelegen 
5  gebrechen,  nit  erkennet  hat. 
Franz.  Lieber  Karßhans,  es  feind  all  wegen  leut  gewefen, 
die  es  erkent  und  gewiß  haben ,  es  hat  aber  nit  herauß  ge- 
wölt, /etliche  haben  den  fuchs  nit  beißen  wollen,  umb  daß 
fie  die  leut  mer  dann  got  gefarcht  haben,   etliche  omb  ires 

to  eigenen  nutzes  willen  daß  fie  auch  mit  pfrunden  begabt  ge- 
wefen, etliche  dahimb  daß  fie  freund  under  den  pfaffen 
gehabt,  von  der  wegen  fie  die  warheit  gefchwigen,/  etliche 
in  gäter  meinung  daß  fie  beforgt,  es  werd  ein  ufrur,  darin 
(wie  ich  noch  forcht  gefchehen  werd)    der  unfchuldig  mit 

16  dem  fchuldigen  gang,  i  es  haben  auch  etliche  gefagt  und  ge- 
fchriben,  als  Wiclef  in  Engelland,  Hufs  und  Hieronymus 
in  Behem,  Wefalin  zä  Meinz,  Gerfon  in  Frankreich,  Hie- 
ronymus von  Ferraria  in  Italien  und  vil  anders  wo.  fie 
find  aber  durch  der  pfaffen  gewalt   verdämpft  worden  und 

20  der  meiß  teil  hinweg  bracht  als  ketzer:  damit  ifi  die  war- 
heit dahinden  bliben.  auch  fo  ift  vor  difen  Zeiten  das  ge- 
mein Volk  durch  der  münch  gleifnerei  uf  ein  misglauben 
komen,  darvon  es  nit  bald  hat  mögen  gewendt  werden,  als 
du  dann  noch  fichß,    daß  etliche  gar  hart  darwider  halten, 

sft  was  in  durch  folichs  iß  ingefprochen.  und  zä  voran  wer- 
den die  bäpßlichen  gefatz  ganz  veß  und  ßat,  aber  das  ewan- 
gelium  und  Chrißus  1er  in  geringem  anfehen  gehalten,  das 
kanß  du  bei  einem  Duck  erkennen,  du  findeß  iezund  noch 
wenig  die  nit  der  meinung  feind,  es  war  ein  unchrißlich  bös 

30  ding,  wo  einer  auf  einen  freitag  fleifch  äße,  das  doch  nit 
gottes,  funder  der  bäpß  verbot  iß. 

Karßh.  Das  ift  auch  war.  aber  in  meiner  törichten  ver- 
ßentnüs  hab  ich  allwegen  alfo  gedacht,  fie  haben  darumb 
den  grauslichen  ban  erftmden,  daß  fie  uns  darmit,  wo  wir 

SS  in  ir  fach  widerfprechen  wölten,  abfchreckten. 
Franz.    Das  iß  auch  die  urfach  und  darumb  fagt  ich  daß 
etliche  von  forcht  wegen  nit  haben   die  warheit  offenbaren 
wollen,    aber  foliche  ir  forcht  iß  nit  eine  gfite  forcht  gewefen, 


83 

fander  da  von  David  im  pfalter  (agt  'fie  forchten  da  kein 
forchte  was.'    gots  forcht  foUen  wir  all  haben  und  die  fei- 
big..iß  ^wie  Salomon  fagt)  ein  anfang  der  Weisheit,    aber 
von  folichem  der  geüUichen  fchrecken ,  wie  ein  unbillich  ding 
es  fei  und  daß  fie  darin  über  all  chrilUich  gebot  und  ders 
apofteln  ler  handien,   wie  uns  auch  Chrißus  mit  den  unge- 
horfamen  zu  handien  underwifen  und  was  fein  letfte  Ibraf 
gewefen ,  wie  es  auch  die  apofteln  gehalten  und  daß  wir  un- 
der  einander  br&derlich  leben  feilen  und  einer  den  andern 
freuntlich  und  in  aller  lanftm&tigkeit  underweifen   und  umb  lo 
feinen  irtumb  g&tlich  ftrafen,  hab  ich  hie  vor  gefagt,  ver- 
fich  mich,  du  haft  es  auch  wol  verßanden. 
Karfih«     Wol.  aber  eins  bedunkt  mich  das  aller  unbillichß 
fein,  daß  fie  iren  ban  nit  brauchen  in  dingen  den  chrißli- 
chen  glauben,  g&t  fein  oder  hei]  der  feien  betreffend,  funder  u 
wann  man  fie  an  irem  gewalt  hindert,  oder  wann  es  in  an 
IT  gelt  \mäL  gät  geet,   oder  wann  iergent  einer  ein  pfaffen 
übel  angefehen  hat 

Franz.    Wie  du  fagft  ift  es  unbillich  gnfig,  dann  fie  folten 
(wie  du  zfivor  gehört)  gar  nit  iren  eigen  nutz,  funder  heil  so 
und  wolfart  aller  chrüUichen  feien  in  aUen   dingen  fachen, 
fie  folten  auch  in  keinen  weg  der  räch  beging  fein,  ob  fie 
von  iemant  geletzt  wären  ^  funder  auch  iren  feinden  und  al- 
len, von  den  fie  vervolgt,  mit  demfitigkeit  und  chriAlicher 
lieb  b^egnen.    dann  Cbriftus  fagt  MattL  am  V  und  Luce  » 
am  VI    'ir  habt  gehört  daß  euch  von  den  fchriftweifen  ge- 
jagt iß,  du  folt  deinen  nechßen  lieb  haben  und  deinen  feind 
folt  du  baßen.    aber  ich  fag  euch,  habt  auch  lieb  euwern 
feind,  thut  wol  den  jenen  die  euch  haßen,  bittent  far  die 
fo  euch  vervolgen  und  fchelten.'    und  bald  darnach  fagt  er,  so 
es  fei  ein  dein  verdienß,  einen  der  uns  wol  gethon  hat,  wider- 
umb  wol  thfin,  dann  folichs  pflegen  auch  die  fündigen  ver- 
ruchten menfchen.    aber  feine  nachvolgen  wil   er  volkomen 
fdn  und  fagt  Luce  am  VI    'ein  ietlicher  der  etwas  von  dir 
bitt,  dem  gib  es,  und  wer  dir  etwas  nimpt,  von  dem  forder  35 
ee  nit  wider.* 

Karßh.     Das  thfin  warlich  unfere  pfaffen  nit,,  dann  wo  in 
das  minfi  entwendet  wurt,  darf  man  nit  mer  in  der  kirchen 

3 


84 

fingen  noch  lefen,    dann  .gar  bald  legen  fie  den  gots  dienfl 
nider. 

Franz.  Sie  tbun  es  ja,  iß  aber  nit  g&t:  und  man  erkent 
alda  zu  vorderft  ire  bosheit,  daß  fie  fo  gar  räch  beging 
sfeind,  daß  fie  ee  gottes  eer  abbrechen,  ee  fie  ungerochen 
bliben,  und  berauben  das  chriftlich  volk  umb  ires  ftinkenden 
gewins  und'  i'chantiichen  nutzes  willen  des  facraments,  das 
fie  uns  zu  darreichen  gefetzt  feind.  darumb  fagt  von  in 
ChriAus  Marci  am  XI    *wee  euch,  ir  fchriftweifen,   ir  habt 

10  zu  euch  genomen  den  fchlüßel  der  kunft  und  ir  feit  nit  hinin 
gegangen,  und  die  haben  wollen  hinin  gcen ,  den  habt  ir  das 
verboten/  es  ßat  auch  gefchriben  Luce  am  IX:  do  die 
Samaritaner  Chrißum  mit  den  feinen  nit  wolten  inlaßen, 
fragten  in  die  apoftel  Johannes  und  Jacobus,   als  noch   nit 

15  volkomenlich  durch  die  gottes  1er  erleucht  'herr,  wilt  du  daß 
wir  heißen  das  feur  von  himel  abher  fallen  und  fie  verbren- 
nen, als  Helias  gethon  hat?*  ftraft  fie  Chriftus  und  fprach 
'wißent  ir  nit,  wolchs  geifis  ir  feit?  der  fun  des  menfchen 
iß  nit  komen   zfi  verderben  die  feien  der  menfchen,  funder 

so  zu  behalten.'  aber  die  unfern  iezunt,  anders  nit  dann  wie 
die  wolf  in  den  pferrich  gelaßen,  w&ten  under  dem  chriß- 
lichen  volk,  und  iß  gar  kein  brfiderliche  lieb  bei  in,  funder 
all  ir  gedanken  fetzen  fie  dahin,  ir  g&t  und  weltlich  eer  mit 
dem   ban,  ja  iezund  auch  mit  dem   fchwert   zä  verfechten. 

25  wie  hat  aber  Paulus  gethon?  er  fpricht  *nit  uf  daß  ich  mich 
fülle,  funder  daß  nur  ir  nit  leer  bleibent.'  und  fchreibt  zä 
den  Bomern  'redent  wol  den  die  euch  fchelten.*  und  zfl  den 
Corinthiern  ber&mbt  er  fich  der  apoßolifohen  volkomenheit 
fprechend   Vir  werden  verflacht  und  gebenedeien,  wir  lei- 

so  den  vervolgung  und  haben  gedult,  wir  werden  verflocht  und 
beten.^  er  fchreibt  auch  zä  den  TheHalonicenfern  Techt  daß 
euwer  keiner  bos  für  bos  gebe,  funder  allweg  wendent  das 
gät  für.'  fo  fagt  Chrißus  *ob  dich  einer  fchl&g  an  rechten 
backen,  reich  im  auch  den  linken!   und  der  mit  dir  am  ge* 

35  rieht  kriegen  wjl  und  dir  deinen  rock  nemen,  gib  im  auch 
den  manteir  alfo  gar  hat  er  nit  gewolt  daß  wir  unfern 
eigen  nutz  und*firumen  anfehen3  und  das  folten  zfi  voran 
die  pfaffen  als  die  volkomene  betrachten  und  uns  in  guten 


35 

beifpilen  vorgeen,  üch  nit  alein  folicber  ding  enthalten ,  Tun-     i 
der  auch  der  weit  ganz  abthun.     dann  fant  Jacobus  Tagt  in 
feiner  epifiel   *ein  ieder  der  wil  fein  ein   freund   der    weit, 
wiirt  gemacht  ein  feint  gotes.'     und   Chriftus  fpricht  Luce 
am  VIU  *wer  mir  nachyolgen  wil ,  der  verleugnen  fich  felbs  5 
und  nem  taglich  fein  creuz  und  volg  mir  nach,^  und  do  er 
feinen   himelifchen  vater  für  fein  junger  bat  Johannes  am 
XVIl  'dann  warumb  fie  find  nit  von  der  weit,  als  auch  ich 
nit  von  der  weit  bin.     und  wie  du  mich  haß  in  die  weit  ge- 
fchickt,  alfo  fchicke  ich  fie  auch  in  die  welt.^    daruß  clärlich  lo 
zu  yernemen,  daß  er  hat  gewölt,  die  apoftel  und  ire  nachko- 
men,  prießer  und  geüUichen  im  am  nechilen  nachvolgen  und  in 
feinem  beifpil  leben,   darumb  folten  fie  fich  nimmer  der  apo- 
fiel  gewalt    berfimen,    fie  wären   in  dann  mit  den    werken 
gleich,  oder  fich  gotes  vicarien  nennen,  fie  wären  dann  eins  i5 
Yolkomenlichen   lebens.      dann   fant   Johannes   fagt   in    fei- 
ner epiftel  *wer  fpricht,  er  bleib  bei  Chrißo ,  der  föl  wandten 
wie  auch  er  gewandlet  hat.*    wie  wir  aber  vor  darvon  geredt 
haben,  iß  es  in  nit  umb  die  werk,  funder  umb  weltlich  eer 
und  gfit  zu  thun,   geilen  und  heifchen  nur  ie  mer  und  mer  so 
zu  den  kirchen.    und  wer  in  etwas  nimpt,  der  hat  es  der 
chrißlichen  kirchen  genomen  und  got  felbs.     fie  haben  auch 
das  Volk  uberredt,  daß  kein  großer  rauberei  fei   dann   den 
kirchen  etwas  enziehen,  kein  beßer  werk  dann  vil  an  die  2b 
kirchen  geben,  und  bedenken  nit  des  propheten  Ofee  wort, 
darvon  Cbrißus  oft  im  ewangelio  fagt  'ich  wil  barmherzigkeit 
und  nit  das  opfer.' 

Karfih.     Das    fihe  ich  täglich  von  in  und  fie  fanden  für 
und  für  gelt  und  gut.  (aber  nimmer  kau  man   den  kirchen 
zu  vil  geben.)   ob  man  auch  armen  leuten  etwas  näm,    als  so 
in  kriegen  und  funß  gefchicht,  und  es  nur  zö  einer  kirchen 
oder  an  ein  geifliich  fiiftung  gab,   war  es  nit  mer  übel  ge- 
thon  :   dann  zän  kirchen  nemen  fie  allerlei  gut ,   es  fei  ge- 
raubt, erßoln,  funden  oder  erwächert.    die  fumm  darvon  zä 
reden:   was  niemant  mit  recht  haben  mag,  das  fftgt  in  und  35 
geben  alfo  urfach  dem  böfen,   daß  vil  gefchicht  das  funß 
underlaßen  blib. 
Franz.  Do  hab  ich  oft  von  gefagt,  und  daß  fie  nit  bedenken. 


36 

wie  got  durch  den  propheten  im  pfaltcr  lagt  'ich  haß 
das  opfer  von  dem  raub  herkomen.'  aber  furwar  taufent 
mal  beßer  war,  man  gab  armen  leuten.  dann  arm  chriften- 
leut  feind  die  kircb,  nit  die  m&ßiggeenden  vollen  pfaffen. 
5  daramb  iß  gar  ein  geringer  gotsdienß  kirchen  bauwen  und 
die  begaben,  funder  hat  ein  anfehens  bei  got,  armen  leuten 
mit  helfen,  darumb  redt  fant  Stefan,  als  im  bvLQh  der  apo- 
ßeln  gefchicht  bemelt,  gar  recht  darvon,  als  er  fagt  'Da- 
vid hat  begert  got  ein  haus   z&.  bauwen  und  Salomon  hat 

10  es  gebauwen.    aber  der  allerhochft  got  ift  nit  der  dem  ge- 
lieb ,  in  tempeln  von  menfchen  henden  gebauwen  z&  wonen. 
als  er  auch  durch  den  propheten  Efaiam  fagt   'der  himel  iß 
mein  ßfil  und  die  erd  ein  fußfchämel  meiner  flliß.     der  herr 
fpricht:   was  haus  wolt  ir  mir  bauwen  und  wölches  iß  die 

15  ßat  meiner  rfiw?  hat  nit  mein  hant  foliche  ding  all  ge* 
macht?  zfi  wem  würd  ich  mich  aber  keren  und  in  erkennen 
anders  dann  zfl  dem  armen  und  der  eins  reuwigen  geißes 
iß  und  meine  wort  forcht.'  fo  lefen  wir  von  fant  Lorenzen 
das,  do  im  die  beiden  den  fchatz  der  kirchen  abforderten, 

20  weiß  er  in  die  armen  chrißen  fprechend  'das  iß  der  fchatz 
Chrißi.'  item  fant  Hieronymus  fchreibt  Paulino  in  einer 
epißeln  'ußgenomen  eßen,  trinken,  deidung  und  offenbare 
notturft,  folt  du  niemant  ichts  geben,  uf  daß  nit  die  hund 
der  kinder  brot  eßen.    der  war  tempel  Chrißi  iß  ßie  feel 

25  des  glaubigen  menfchens,  die  gefchmück,  die  cleid,  der  opfer 
gab  in  der  empfah  Chrißum.    dann   was  nutzes  iß  es  daß 
die  wend  von  edelgeßein  fcheinen  und  Chrißus  bei  dem  ar- 
men hungers  not  leidt?* 
Karßh.    Das  iß  recht  darvon  geredt    da  hat  in  der  heilig 

so  Hieronymus  die  rechten  meinung  gelagt. 

Franz.     Darumb  folt  du  es  darfur  halten  daß  nit  die  ßei« 

neu  und  holzene  beuw  die  kirch  gottes  feind,   funder  wir 

•  chrißen  feind  die  kirch ,  und  die  kirch  iß  der  leib  Chrißi, 

dann  Chrißus  iß  das  haupt.   als  fant  Paulus  fchreibt  zd  den 

9»  Corinthiem  'wißent  ir  nit  daß  euwer  leib  feind  glider  Chrißi  ?^ 
und  bald  darnach  'wißent  ir  nit  daß  euwere  leib  feind  der 
tempel  des  heiligen  geißes,  der  in  euch  wonet?^  und  z&  den 
Ephefiern  am  V  'wir  feind  alle  glider  eines  leibs*,  und  darvor 


37 

am  erflen    *got  der  vater  hat   Chrülum    feinen    Tun    über 
alle  ding  z&  einem  haupt  gegeben  der  kirchen,  die  Tein  leib 
ilL*    und  widerumb  zu  den  Ephefiem  am  V  'Chriftus  ift  ein 
baupt  der  kirchen  und  er  ift  der  heil  gibt  dem  leib/  item 
auch  in  der  felbigen  epiftel  am  andern  capitel  *iezund  feit  s 
ir  nit  mer  gell  und  frembde  in  woner,  funder  mitburger  der 
heiligen  und  ein  häusgefind  gottes ,  gebauwen  auf  das  fun- 
dament  der  apoßeln  imd  propheten,   uf  den  hochften   eck- 
ßein  Jefum  Chrißum,  in  welchem  ein  ieder  bau  fo  z&famen 
gefetzt  ift,   wachft  uf   z&  einem  tempel  in   dem  herren,  in  lo 
welchem  auch  ir  zufamen  gebauwen  find  zä  einer  wonung 
gottes  in  dem  geift.*    darumb  ligt  im   chriften  glauben  gar 
nichtes  an  den  ßeinen  und  holzen  kirchen,  dann  wir  mögen     / 
on  die  wol  chriften  fein,    das   gib  ich  z&  ermeßen  uß  den 
werten  Chrifti  Johannes  am  vierden,    de  das   famaritanifch  15 
fireulin  mit  im  disputiert,    ob  man  billicher  zä  Hierufalem 
oder  aber  uf  einem  berg,    den    es  dafelbß   anzeigt,   beten 
feit,   fprach  er    'frau,   glaub  mir,   es  kompt  die  ßund  daß 
man   weder   uf    dem    berg    noch    zu   Hierufalem    get   den 
vater  anbeten  wirt.^    und  bald  darnach  *es  kompt  die  ßund  so 
und  ift  iezund ,  daß  die  waren  anbcter  got  den  vater  werden 
anbeten  im  geiß  und  in  der  warheit     dann  der  vater  facht 
auch  foliche,  von  den  er  angebetet  werde,    der  geiß  iß  got 
und  die  got  anbeten  wollen,  m&ßen  den  im  geiß  und  in  der 
warheit  anbeten.^    fichß  du  nun,  Karßhans,  warzu  die  tem-  S5 
pel  und  kirchen  gut  fein  und  daß  wir  der  wol  gänzlich  en- 
bereu  mochten,    ich  gefchweig  daß  wir  der  fo  vil  und  die 
fo  kofilich  bauwen,  auch  wie  wir  got  anbeten  follen. 
Karßh.    Erß   hab  ich  den   rechten  verfland   und    ich  halt 
nichts  von  vilen  und  hijpfchen  kirchen,  dann  fie  feind  an-  so 
ders  z&  nichts  dann  zu  einem  weltlichen  pracht,  und  ir  feind 
zu  vil.    darumb  hab  ich  forg,  fol  die  geißlicheit  reformiert 
«/"Verden,  fo  muß  man  (wie  in  Behem  gefchehen)  den  mei- 
ßen  teil  der  kirchen  abbrechen,  dann  die  weil  fie  ßeen,  bleibt 
allwegen  ein  anreizung  des  pißffifchen  geizes,  und  der  mis-  85 
glaub  mag  nit  von  dem  gemeinen  volk  bracht  werden ,  man 
nem  dann  difen  Überfluß  hinweg  und  tilg  ab  alle  münichs 
orden.    darumb  iß  Zifka  kein  narr  gewefen  daß  er  die  kirchen 


38 

zerbrocheD.  dann  wo  er  fie  het  laßen  fteen,  war  es  ge- 
gangen, wie  er  den  Behemen  zfivor  gefagt,  ließen  fie  die 
nefter  ßeen,  fie  würden  inwendig  X  jaren  die  vogel  all  wider 
darinnen  haben,      ich  kan    auch    fein    hoch   yerftäntnüs    nit 

ftgnug  breifen,  daß  er  alle  münich  ußgetriben  und  vertilget 
hat ,  dann  er  hat  in  dem  recht  bedacht  den  grund  aller 
misglaiiben  von  den  felbigen  glcifnern  komen  und  daß  fie 
nimmer  zu  erfettigen  feind,  dann  gibt  man  in  fchon  uf  ei- 
nen tag  genug,  daß  fie  felbs  verjehen,  fie  haben  genfig,  fo 

10  hören  fie  doch  nit  auf  z&  betlen  und  nemen,  daß  fie  noch 
mer  clofter  bauwen.    und  alfo  haben  fie  kein  ende  dann  die 
zerAorung.    und  wo  die  nit  bald  kompt,  muß  die  chrillen- 
lich  weit  durch  fie  verarmen. 
Karfth.     Hierumb  gelaub  ich  von  noten  fein,  daß  in  Teutfch- 

15  land  der  geleichen  auch  wie  in  Behem  gefcheh. 
Franz.    Und  daß   alle  geiftliche  Iliffc   und  clöfter,  auch  die 
ewigen  gedächtnüs  (als  fie  die  nennen)  und  jarzeit  begänk- 
nüs  ganz   abgethon  werden:   dann   durch  foliche   feind  wir, 
zu  voran  der  gemein  adel,   uf  das  höchß  befchwärt  und  in 

20  armut  gefetzt  und  mußen  noch  als 'fe  mer  und  mer  abnemen. 
wie  wol  etliche  torechte  uß  irer  unwißenheit  fagen,  die  tumb- 
Aift  feien  fpitäl  des  adels,  und  w;ollen  nit  erkennen,  daß  fie 
mer  raubbeufer  des  adels  feind.  dann  erftlich  haben  unfere 
alten  die  pfründen  gefiifl,  darnach  haben  die  pfaffen  ie  mer 

S5  und  mer  (wie  fie  noch  thun)  von  uns  an  fich  erwfichert  und  ' 
gekauft,      vil  nemen  uns   auch   die  bifchof  mit  gewalt.     fo 
thut  kein  edelman  iezund  feinen  fun  uf  ein  fiift,   er  gab  im 
fdnfter   ein  weib  und  ließ   in  fich  neren,   wie  er  mit  eren 
mocht  und  als  mancher  armer  thun  maß.     dann  die  pfrün- 

30  den  muß  man  zfi  Rom  kaufen,  darzä  erwerben  fie  am  mei- 
ften  teil  die  curtifanen;  den  muß  man  darnach  penfion  geben, 
alfo  koftet  es  gar  vil,  einen  jungen  in  Teutfchland  auf  ein 
ilifl  zä  bringen,  dann  alda  wil  bereit  gelt  fein,  das  nit 
iederman  alwegen  haben  mag,   er   woll    dann    fein   großen 

S5  fchaden  thun,  äcker,  wifen,  Weingärten,  höf  oder  dorf  ver- 
kaufen oder  verfetzen.    feind  difes  fpitäl  des  adels?.    ja  mer 
mögen  es  genant  werden  fpitäl  der  verräterifchen  curtifanen  ^ 
und  romauiften:   die  werden  den  meiften  teil  daria  verfehen. 


89 

haben  auch  das  regiment  in  allen  ftiften  und  kompt  durch 
fie  das- gelt  gen  Rom. 

K^xilh.  Etwan  hab  ich  gebort,  die  pfaffen  wären  lang  ge- 
recht verjagt,  wann  der  adel  thät;  dann  fie  Tagen,  ir  wolt 
nit  wider  euwere  freund  tbun.  5 

Franz.  Wol  mag  alfo  darvon  geredt  werden,  es  mögen 
auch  etliche  unweifen  (wie  ich  vor  gefagt)  anders  nit  wenen, 
dann  wir  feien  zu  mal  wol  daran  mit  den  Itiften.  aber  war- 
lich z&  reden,  ift  niemant  in  Teutfchland,  den  die  pfaffheit 
väfter  befchwärt  dann  den  gemeinen  adel.  es  fein  auch  die  10 
tfimherren  iren  eigen  freunden  untreuw  und  allweg  ziehen 
fie  den  ab  und  iren  kirchen  zu.  aber  wann  fie  krieg  und 
not  haben,  wißen  fie  uns  wol  an  zu  r&fen  und  als  dann 
feind  wir  ire  freund,  hierumb  wil  ich  es  nit  hindern,  gang 
wann  es  wöll;  acht  auch  nit,  daß  iemant  redlichs  oder  ver-  i& 
ftendigs  under  uns  vaft  darwider  fein  werd.  aber  von  den 
förßen,  die  kuch  veter  und  bruder  haben  uf  den  iliften  und 
z&  bifchofien,  weiß  ich  nit  zu  fagen:  die  möchten  wol  ein 
hindemüs  thun. 

Karfib.    Im  fei  wie  im  woil,  fo  Iblt  die  gemeine  fach  vor-  90 
geen  und  folt  keinem  fein  freund  oder  eigen  nutz  lieber  fein 
dann  das  ganz  Vaterland  und  gemeine  wolfart.     aber  under 
allem  wundert  mich  vaft  und  feer,  daß  man  nit  erkennen 
wil  den  großen  raub,  den  die  Römer  järlich  von  uns  nemen 
für  die  pfrunden,  die  wir  von  in  kaufen  m&ßen  und  die  bi-  %5 
fchofmäntel,    ablaß  und  ander  ding,    das   ich  alles   uf  ein 
unfprächlich  groß  gelt  fchätzen  höre,    fo  fich  ich  daß   der 
ftift  Meinz  dar  durch  verdorben  ift,  daß  man  inwendig  men- 
fchen   gedächtnüs   Gben   bifchofsmäntel    hat   kaufen   m&ßen. 
und  geet  der  felbig  fchad  über  niemant  mer  dann  über  das  to 
arm  gemein  volk:  das  mu^  ein  fchatzung  über  die  andern 
darzu  geben:  noch  dannocht  hat  man  bißher  gedult  gehabt 
und  wil  niemant  fich  wider  die  befchwärung  fetzen,     es  ift 
auch  die  arm  ftat  Meinz  dardurch  in  grund  verdorben:  noch 
mag  fie  die  pfaffen  bei  ir  leiden,    der  gleichen  ift  das  Fran-  S5 
kenland  mit  pfaffen  befteckt  und  befetzt,  von  den  es  taglich 
f  ie  mer  und  mer  uf  das  äußerft  befchwärt  würt:    noch  wil 
man   nit  .nach   rat    denken,    wie  dem  land  geholfen  werde. 


40 

aber  wen  fal  wunder  nemen,  daß  die  fchanthafUgen 
pfaffen  von  den  leuten  nit  geftraft  werden,  fo  fie  auch  got 
nit  ftrafet? 

Franz.     Gottes  ßraf  ift  langfam,    fie  ift  aber  fcharpf  und 
figefchwind,  wie  wol  ich  auch  oft  ungedult  hab  in  difem  han« 

^  del.  und  wann  ich  fich,  daß  fie  bei  irem  fundigen  leben  fo 
gute  ruw  und  was  ire  herzen  begeren  haben,  r&f  ich  mit  dem 
Propheten  Hieremia  *warumb  haben  die  ung&tigen  glück  in 
irem  leben?    al  die    das  gefetz  übertreten    und  wider   got 

10  feind,  den  gat  es  woL'  etwan  würd  ich  auch  erzürnt  und 
fchrei  mit  dem  propheten  Abacuk  'herr,  warumb  fichft  du 
an  die  jenen  die  dich  verachten  und  fchweigft,  wann  der 
ungerecht  den  gerechten  undertrit?* 

,    Karfth.    Was  fol  aber  z&  letft  darauß  werden?    oder  wie 

iV mögen  die  gebrechen  abgelegt  werden? 
Franz.    Ich  acht  anders  nit  dann  wie  Chrifius  fagt,   daß 
man  das  fchantlich  glid  vom  cörper  abfchneide,  auf  daß*  es 
nit  den  ganzen  cörper  Ichende,  und  es  hinweg  werfe,  ob  es 
auch  fchon  ein  aug  war.     dann  als  Ambrofius   fagt,   ift  ein 

90  bifchof  das  aug  feiner  kirchen.  wie  wol  beßer  war,  wir 
möchten  fie  mit  guten  vermanungen  dahin  bringen,  daß  fie 
uns  den  chrülen  glauben,  wie  uns  den  Chriftus  und  die  apo- 
ftel  gegeben  haben  und  fie  uns  mitler  zeit  genomen,  widejr- 
umb  gäben,     als  dann  wölten  wir  allen  fachen   wol  th&n. 

SS  die  weil  fie  das  aber  nit  wollen,  förcht  ich,  man  m&ß  fie 
mit  irer  zerbrechung  darzu  zwingen,  und  würt  als  dann  we- 
nig angefehen  werden,  daß  fie  fich  uf  ir  freiheit  berufen, 
dann  wir  werden  uns  fant  Pauls  halten,  der  fpricht  z&  den 
Corinthiern  'wo  der  geiß  gottes  ift,  do  ift  freiheit.' 

so  Karfth.  So  es  im  chriften  glauben  alfo  verkert  ift,  halt 
ich ,  es  nähe  fich  dem  end  der  y^t  und  werd  bald  der  End- 
chrift  komen. 

Franz.     Was  meinft.du  daß  der  Entchrift  fei? 
Karfth.    ich  weiß  es  warlich  nicht,   dann  daß   di^pfaffen 

35  und  münich  predigen,    er  werd   ein  neuwer   got  fein,   und 
wann  er  kom,  fo  werd  die  weit  bald  darnach  zei^een. 
Franz.    Ja  lieber  Karfthans,    es  hat  vil    ein   andere  mei- 
nung.    er   heißt  nit  Endchrift    als   der  am   ende*   der  weit 


41 

komen  werde,  fondar  heißt  der  Antchriß,  das  ift  ein  krie* 
ohifch  wort  tmd  ilt  f o  vil  gefagt  im  teutfchen  als  ein  Gegen- 
chrift  oder  Widerchrift:   der  feind  vil  gewefen    und   noch, 
darvon  fagt  Jphfmnes  in  feiner  epiftel  *ein  ieder  geift  der  nit 
bekennet  daß  Jefus  Chriftus  menfch  geboren  fei,  ift  nit  von  5 
got.      und  das  ift  der  geiß  des  Antcbrifts,  von  dem  ir  ge- 
bort daß  er  zukünftig  fei,   und  er  ift  iezund  gereit  in  der 
weit.*    von  dem  fagt  auch  Chriftus  Luce  am  XII  Ver  nit 
mit  mir  ift,  der  ift  wider  mich,  und  wer  nit  mit  mir  fandet, 
der  zerftrouet.'    von  folichen  Antchriften   ift   alle   gefchrift  10 
YoL     aber  kein  großer  Antchrift  ift  nie  gewefen,  mag  auch 
nimmer  werden,  dann  ein  bapft  zSl  Rom  der  das  ewangelium 
ganz  verkeret  und  fich  in  aUen  dingen  (wie  ich  etlicher  maßen 
..4ingezeigt  hab)  wider  ChriAum  richtet,    vor  dem  warnet  uns    / 
fant  Paul  zu  den  Theffalonicenfem:  'wir  bitten  euch,  brftder,  is 
ir  wollent  euch  in  keinem  weg  betriegen   laßen,  dann  der 
herr  würt  in  feiner  letfted  zukunfl  nit  komen,   es  fei  dann 
s^vor  ein  abtrünnung  gefchehen  und  fei  erkennet  der  fchalk- 
haftig,  ein  verdorbener  fun,  der  da  ift  ein  widerwertiger  und 
erhebt  fioh  vnder  ein  ieden  der  got  genennet  würt  oder  got-  so 
tes  gewalt,  alfo  daß  er  auch  in  tempel  gottes  fitze  und  fich 
für  einen  got  ußgeb.* 

Karßh.  Fürwar  das  reimet  fich  eben  uf  den  bapft,  dann 
er  thfit  der  gleichen  (als  ich  hör),  gibt  im  mer  zu  dann  im 
Chriftus  felbs  uf  erden  zu  gab  und  laßt  fich  ein  ir^fchen  ss 
got  nennen,  darbei  hanthaben  in  dann  unfere  pfaffen  und 
richten  uns  an  gottes  ft;at  einen  vermaledeiten  abgot  uf.  dar- 
umb  acht  ich,  wir  m&ßen  ein  teufel  mit  dem  andern  auß- 
treiben.  aber  ich  hab  warlich  heut  vil  guts  dings  von  euch 
gelernet,  und  het  nit  glaubt  daß  ich  folichs  bei  euch  het  fin-  so 
den  mögen,  mag  mich  nun  auch  hören  laßen  daß  ich  wiße, 
wie 'die  pfaffen  follen  geftalt  fein  und  was  der  chrißlichen 
hirten  ampt,  wie  brfiderliche  lieb  von  uns  ge&bt  und  gottes 
eer  ^eh&ken  werden  fol,  auch  was  der  geiftlichen  gewalt 
und  (wi|9  der  Endchrift'  fei.  darnmb  dank  ich  got  und  euch  35 
bittend,  ir  wöUent  mir  verzeihen  daß  ich  euch  gem&het  hab. 
Franz,  Lieber  Karßhans,  alzeit  wil  ich  dir  gern ,  fo  vil  ich 
von  andern  gehört,  mitteilen  und  gar  nichts  verhalten. 


42 

Karßh.    Dargegen  wil  ich  alzeit  euwer  williger  diener  fein, 
hoff,  ir  werdent  mir  ein  gnediger  Junker  fein  und  mein  nit 
vergeßen  mit  dem  fcfareiben  an  den  bifchof. 
Franz.    Ich  wil  dein  gedenken. 
5  Karßh.     Got  dank  euch,  lieber  Junker,   und  geb  euch  vil 
glucks  zu  euwer  hauptmanfchaft,  daß  ir  eer  und  gut  erobernt 
und  gliickfeliklich  wider  anheim  koment      alfo   foheid   ich 
difes  mal.    ade,  junker! 
Franz.     Geleit  dich  got,  lieber  frumer  Karfthanel 


%  Hie  endet  £ch  der  Karfthans  und  volgen  hernach 

dreißig  artikel,|fo  junker  Ilelferich/ reiter 

Heinz  und  Karilhans^mit  fampt  irem 

anhang  hart  und  veil  zu  halten 

gefchworen   haben. 


Zum  erllen,  daß  fie  hinfur  diepfaffen,  wie  die  iezund  leben, 

90  nit  geüUiche  väter  funder  fleifchliche  hüben  nennen  wollen. 
Zürn  andern,  daß  fie  alle  münch  für  gleilher  halten  wollen 
und  fich  zu  keiner  kutten  giites  nimmer  mer  verfehen. 
Zum  dritten,    daß  fie  hinfur   der   obgemelten    pfaffen    ban 
gleich  achten  wollen  als  ob  fie  ein  gans  anblies. 

25  Zum  vierden,  hinfur  an  kein  ßiftung,  brfiderfchafl,  walfort, 
kirchen,  ablaß  oder  der  gleichen  einen  pfenningiemer  zügeben. 
Zum  fünften,  den  bapll  zfi  Rom  für  ein  Endchrift  z&  halten 
und  im  in  allen  dingen  entgegen  zu  fein. 
Zum  fechllen,   daß  fie  die  cardinäl,  protonotarien,  officiäl, 

90  bifchof,  auditor  und  andere  zu  Rom  des  teufeis  apoßel  nen- 
nen und  halten  wollen. 

Zäm  fibenden,  daß  fie  den  hof  zu  Rom  und  des  bapits  ge- 
find die  vorhellen  nennen  wollen. 
Zum  achten,   daß  fie  herr  Ulrichs  von  Hütten  helfer   feiu 

35  wollen  wider  die  curtifanen  und  ire  anhänger. 

Zum  neunden,  all  curtifanen  gleich  den  unfinnigen  hunden 
zu  halten  und  zu  glauben  daß  in  die  z&  fchlagen,  fahen, 
würgen  und  töten  gezeme. 


43 

Z&m  zehenden,  daß  fie  ein  ieden  bäpftifcben  legalen  für  ein 
Verräter  teutfcher  nation  und  gemeinen  feind  unfers  Vater- 
lands halten  wollen. 

Zäm  eilften,  daß  fie  ein  ieden  geißlichen  hinfur  gleich  wie 
ein  andern  nach  feinen  werken  halten  und  urteilen  wöUen.     s 
Zäm  zwölften,  Terfto£%  oren  zu  haben,   fo  oft  die  pfaffen 
(wie  iezund)  von  irer  ireiheit  und  weihe  Tagen. 
Zöm  dreizehenden  fchwören   fie    ein   ewige   feintfchaft  den~^ 
geiftlichen  rechten,  allen  bäpAifchen  bullen  und  briefen  und« 
allen  den  die  fie  umbf&ren,  ußgeben  oder  über  in  halten  lo 
und  fie  befchirmen.  i 

Zäm  vierzehenden,  in  fürt  an  kein  gewißen  darüber  zä  ma- 
chen, ob  fie  gnögfamlich  verurfacht  einen  pfaffen  oder  de- 
riken  fchl&gen  oder  träten. 

Zfim  funfzehenden,  daß  fie  hinfur  an  freitagen  und  andern  i» 
fafttagen  antweders  gar  fallen  oder  aber  on  underfchidlich 
fleifch,  vifch  und  was  in  furkompt,  wie  an  andern  tagen  eßen 
wollen. 

Zfim  fechzehenden,  eim  ieden  bettelmünch  der  in  ein  kes 
abfordere,  ein  vierpfundigen  Hein  nach  zu  werfen.  so 

Zum  fibenzehenden,  in  ir  behaufung  keinen  münich  laßen, 
und  ob  einer  unverfehener  fach  darin  kam,  in  uß  zu  jagen 
und  in  mit  befem  biß  über  die  türfchwellen  nach  zä  keren. 
Zum  achtzehenden,   auf  keinen  fent   hinfur   zu   geben    uud 
auch  iren  nachpauren  fo  vil  in  müglich  nit  gefliatten  fürt  an  85 
¥rie  biß  her  zä  r&gen,  funder  wollen  fie  fich  felbs  br&derlich 
under  einander  ßrafen  und  zäm  befien  underweifen. 
Zämneunzehenden,  ob  ein  official  oderfendpfaff  zä  in  kam, 
daß  fie  in  .wollen  mit  hunden  ußhetzen  und  die  kinder  laßen 
mit  kat  bewerfen.  «o 

Zum  zweinzigfien,  daß  fie  allen  pedellen,  die  citation  oder 
banbrief  zä  in  bringen,  zäm  erfien  die  oren  abfchneiden, 
darnach  ob  fie  wider  kämen,  die  äugen  uß  Ilechen  wollen. 
Z&m  ein  und  zweinzigften ,  daß  fie  keinen  pfarrer  bei  in 
leiden  wollen,  er  fei  dann  genäglam  das  ewangelium  und  35 
chriftlich  gefatz  zä  predigen  und  dameben  eins  erbem  frü- 
hen lebens. 


44 

Z&m  zwei  und  zweinzigften,  hinfur  nit  mer  zu  geßatten  daß 
einer  ein  pfarr  hab  und  die  nit  felbs  verforg. 
Zäm  drei  und  zweinzigften,   kein  biltnü«  fürt  an  mcr,  üe 
feien  von  Hein,  holz,  gold,  filber  oder  wie  fie  gemacht,  fün- 
ft der  alein  got  im  geiß  an  z&  beten  und  im  zfi  dienen. 
Zäm  vier  und  zweinziffften,  keinen  tag  mer  dann  den  eini- 
gen fontag  zu  feiren  und  lieh  in  dem  nichtes  an  der  pfaflfen 
gebot  zil  keren. 
Zumr  fünf  und  zweinzigßen,  kein  brot,  wein,  falz,  waßer, 

10  kraut,  wachs  oder  anders  hinfur  zii  weihen  laßen,  funder 
alles  das  £e  mit  dankfagung  nießen,  fiir  geweicht  und  ge- 
fegnet  zu  halten. 

Zum  fechs  und  zweinzigften,  daß  fie  den  ßationierem,  wo 
fie  die  uf  der  firaßen  ankomen,  irc  pfert  nemen,  die  feckei 

»  räumen,  fie  mit  trucken  fchlegen,  wie  vil  fie  pfund  haben, 
wol  überfchlagen,  darnach  mit  dem  heiligtumb  faren  laßen 
wollen. 

Zum  fiben  und  zweinzigllen,  ob  ir  einer  eim  geizigen  un- 
geiltlichen   pfaffen    etwas   nemen    oder   entfirembden  mocht, 

90  das  wollen  fie  fo  fund  achten  als  hetten  fie  uf  ein  würfel 
getreten. 

Zfim  acht  und  zweinzigfien  fchworen  fie  ein  feintfchaft  allen 
doctor  Luthers  feinden  und  abgündern. 
Zum  neun  und  zweinzigften,   der  heimlichen  beicht  halber 

S5  doctor  Luthern  und  andere  der  fach  verftendigen  und  un* 
parteifchen   an  zu  fachen  und  ires   rats   darin   zu  pflegen, 
unangefehen  wie  es  die  geizigen  pfaffen  biß  här  gehalten. 
Zum  dreißigften,  daß  fie  in  allen  obgefchribnen  artikeln  ire 
leib  und  gut  zufamen  fetzen  wollen,  und  r&fen  got  zä  ge- 

so  zeugen,  daß  fie  nit  ire  eigene  fach  hierin,  funder  die  got* 
lidie  warheit,  chriftcn  glaub  und  des  gemeinen  Vaterlands 
wolfarn  bewegt,  und  was  fie  thun,  gefchicht  in  einer  chrift- 
lichen  erbern  guten  meinung. 


IL 


DIALOGUS 

SO  FRANCISCüS  VON  SICKINGEN 

VOR    DES    HIMELS   PFORTEN    MIT    SANT   PETER 

UND  DEM  RITTER  SANT  JÖRGEN  GEHALTEN 

ZUVOR  UND  EHE  DANN  ER  INGELASZEN 

IST  WORDEN, 


Franz 
Wann  es  der  gebrauch  bei  difem  torhftter  were,  wie  fünft 
an  knnig  oder  furften  höfen  etwan  gewefen  ift,  fo  wiird  ich 
on  yereerung  oder   fchanknng  nit  ingelaßen,    doch  wil  ich 
mich  anzeigen  und  melden.  5 

Sanct  Peter 
Wen  Temim  ich  an  der  pforten? 
^  Franz 

Ich  bin  Francifcus  von  Sickingen,  ein  verordneter  volzieher 
^  A  ^^^  gerechtikeit.  10 

Peter 
Ein  volzieher  der  gerechtikeit ?  fag  mir,  welcher  gerechtikeit. 

%  Franz 

Ja,  der  gerechtikeit,  fo  vil  man  der  auf  erden  gehaben  kan. 

Peter  is 

Findet  man  dann  noch  etwas  der  gleichen? 

Franz 
Ja  contrafehet  und  f  o  vil  fiofa  ein  ieder  darbei  hanthaben  kan. 


46 

Peter 
Warumb  haftu   dich    dann  nit  lenger  hantgehabt  oder   die 
gerechtikeit   uf  erden  volzogen?    ich  beforge,    du   werdeft 
hie  oben  nit  dienft  finden  zu  dem  handel. 
&  Franz 

Ich  begere  nit  dienll  anders  dann  meiner  verdienter  belo- 
nung  und  außßändigs  folds. 

Peter 
Wann  du  mit  dienft  und   folt   umbgeelt,   da  verllande  ich 
10  mich  nichts  uf. 

Franz 
Verftehftu  dich  nichts  daruf?  nun  haben  wir  iezt  nit  ge- 
fch winder  kriegsfurften  dann  dein  nochfolger,  bäpft,  car- 
dinäl  und  bifchof,  die  dann  von  dir  gewalt  haben,  dein 
15  Patrimonium,  künikreich,  laut,  leut,  ßet  und  fchloß  zu 
regiem. 

Peter 
Sagßu,  fie  haben  gewalt  von  mir? 

Franz 
so  Ja.    der  maß  berflmen  fie  fich,  fie  hanthabeü  dir  das  dein. 

Peter 
Sie  hanthaben  dem  teufel  das  fein.  nSm  hab  ich  doch  nichts 
hinder  mir  gelaßen  dann  mein  fifchemetz  und  fchifflein. 

Franz 
95  Das  fchifflein  und  netz  flicken  fie  noch  täglich,    fie  meinen, 
wann  man  alle  fchätz  der  weit  hett ,  man  künt  inen  nit  zeug 
und  garn  genug  z&  der  notturft  kaufen,  daß  fie  gnäg  betten 
z&  beßern. 

Peter 
30  Mit  folichen  fchetzen  leßt  fich  mein  netz  nit  beßern  noch 
mein  fchifflein   fElren:   ich  hab  andern  fifchzeug  und  rüder 
gehabt 

Franz 
K&n  fie  brauchen  villeicht  denfelben  auch,  er  wil  aber  nit  helfen. 
S5  Peter 

Es  wirt  helfen,  wann  fie  recht  damit  umbgehen. 

Franz 
Du  meineft  den  gewalt  der  fchlüßel,  zu  binden,  uf  zu  löfen, 


47 

deine  Patrimoniums,  excommuniciem ,  aggraviem,  anathema- 
tiziem  und  der  gleichen,  nein  fürwar  man  gibt  nichts  me 
daruf. 

Peter 
Ich  verüee  nit  was  du  fageÄ.    du  meinO;  villeicht  kriegsdorfer.  5 

Franz 
Ich  mein  das  geilllich  fchwert  und  gewalt 

Peter 
Ich  weiß  kein  ander  fchwert  dann  das  wort  gottes  in  rech- 
tem glauben  und  warer  lieb.  10 

Franz 
Ach  vom  felben  reden  wol  die  prediger  die  mit  alten  ver- 
legnen fchriften,  dem  eyangelio  und  der  gleichen  umbgeent, 
aber  folchs  dienet  dem  bapß,  oardinäl  oder  bifchoffn  nichts, 
es  iß  yerdrießlich  altveterifch  ding,  es  gehört  anders  darzfi,  » 
follen  fie  anderß  kurris,  reifig  zeug,  fußknecht,  gefchütz 
oder  dergleichen  haben,  es  wil  iezt  funß  nit  von  ßat  geen. 

Peter 
Hör  uf  I  ich  weiß  mit  dir  nichts  z&  reden  von  kriegs  fachen, 
doch  wil  ich  den  ritter  fant  Jörgen  als  der  fachen  verßen-  so 
dig  berfifen,  dich  abzufertigen. 

Der  ritter  fant  Jörg 
Franz,  nur  ift  angezeigt  deiner  begere,  etlichs  außftendigs 
folds  und  anders  fo  du  forderft.     das  wil  ich  vernemen  und 
dir  ferrer  daruf  befcheid  geben.  » 

Franz 
Ich  hab  nä  etlich  jar  mit  volziehung  der  gerechtikeit  uf  gfit 
vertraüwen  dienet,  wie  wol  on  beßimpten  folt;   und  wo  ich 
darzu  daüglich,  auch  gottes  will  geweß,  fo  wolt  ich  noch 
gern  lenger  das  beß  gethon  haben.  so 

Jörg 
Wer  hat  dich  darzä  beßelt  oder  dir  folchs  außzurichten  be- 
volhen  ? 

Franz 
Mir  iß  ein  fchrifUicher  bevelh  zfikomen,   durch  ein  armen  ss 
man  Überantwort,  under  anderem  inhaltende,   was  ich  im 
oder  einem  anderen  gleich  dem  aller  wenigßen  meinem  ne* 
benchrißen  brfiderlicher  heb  erzeigt,  das  woll  got  im  felbs 


48 

gefchehen  im  zurechen  and  auch  mit  belonung  vergleidien. 
das  habich    z&  bergen  genomen  und  im  e&  der  gerechtigkeit 
verholfen,  forter  auch  andern  merern,  wo  die  an  mich  ge- 
langt fint 
5  Jörg 

Wie  haßu  im  zfi  der  gerechtigkeit  verholfen? 

Franz 
Ich  hab  die,  von  denen  die  armen  auß  pracht,  hoffart,  neit, 
eigen  nutz  und  mit  dem  ban  geweitigt  fint,  g&tlich  erföcht, 
10  die  armen  nicht-  zfi  underdrücken.  fo  das  gefchehen,  bin 
ich  wol  zfifriden  gewefen.  hat  es  aber  nicht  fein  wollen, 
hab  ich  fie  mit  heres  kraft  überzogen,  fo  vil  gethon  und 
gehandelt  daß  dem  armen  gleiche  widerfarn  iß. 

Jörg 
15  Solchs  ift  nit  dein,   funder  der  konig,  furften  und  andern 
weltlichen  oberkeit  und  gewalt  bevolhen  worden,    den  fei- 
ben  Aehet  zu  das  fchwert  zu  brauchen  z&  der  gerechtigkeit 

Franz 
Sie  haben  anders  zu  fchaffen. 
»0  Jörg 

Wie  künten  fie  anders  zä  fchaffen  haben,  die  weil  fie  alein 
zu  dem  verordnet  fint? 

Franz 
Ir  etlich  haben  groß  mühe,   wie  fie  ir  konigreich,  furften- 
•5  tum,   lant    und   leut  erweitem,   die  andern   mäßen  jagen, 
hetzen,  beißen,  etlich  mit  hübfchen  frauen  und  der  gleichen 
kurzweil  treiben. 

Jörg 
Was  dorfen  fie  erweitem,  fo  fie  denen  nit  außwarten  kön« 
80  neu  die  fie  vorhin  haben,  fo  aoch  mangel  in  der  gerechtig- 
keit ill? 

Franz 
Du  verfieeß  die  fach  nicht  recht,    wann  ße  fchon  noch  fo 
vil  lant  und  leut  betten,  fie  künten  ir  wol  außwarten  und 
as  teglich  neu  fchatzong  föraemen. 

Jörg 
In  was  weg? 


49 

Franz 
Daß  fie  z&m  wenigften  alle  jar  ein  fchatzung  oder  lantßeuwer 
uf  fie  gefchlagen  und  dannoch  darin  niemant  überfehen  wirt, 
der  arm  als  der  reich. 

Jörg  I 

Was  wollen  fie  mit  fo  vil  gdts  anfahen,  daß  fie  folch  groß 
fchätz  fameln? 

Franz 
Du  Termeinft  villeicht,  fie  behalten  das  gelt  bei  einander? 

Jörg  10 

Wie  dann? 

Franz 
Ein  teil  gebort  zöm  kriegen,  der  merer  teil  gebort  den  vi- 
nanzem,  nit  wenig  kumpt  zä  verbankieren ,  zäm  jagen,  zfim 
braoht  oder  fünft  in  unnutz  zSl  verzeren^  daß  gewonlich  mee  is 
brift  dann  überbleibt,  fo  m&ß  man  dann  ein  ander  fchatzung 
erdenken. 

Jörg 
Du  fagß  feltfam  ding,   daß  icbs  nit  alles  verftee.    was  fint 
doch  yinanzer?  m 

Franz 
Ich  verftee  es  felbs  nit  wol:  aber  fo  vil  mich  bedunkt,  fint 
es  leut  die  mit  irer  gefchicklikeit  dem  glück  und  der  herrn 
gnaden  nachftellen  und  fich  damit  auch  funderlich  fchicken 
daß  fie  den  großen  furtel  und  gewin  haben.  k 

Jörg 
Das  mfiftu  mir  baß  verdeutfchen.    ich  verftee,  es  fint  etwan 
der  könig  und  furften  ret  oder  diener,  die  getreulich  dienen 
und  teglichs  in  herrn  gefcheften  vil  mühe  und  arbeit  haben, 
fo  denen  dann  ein  belonung  oder  gnad  befchicht,  daß  fie  lo 
fich  irer  dienft  beßern  und  ufkomen,  heißen  folche  vinanzer. 

Franz 
Es  leit  nit  an  der  mühe  ,  arbeit  oder  an  dem  verdienen ,  ndr 
alein  an  der  gefchicklichkeit,  inen  felbs  nütz  zä  machen, 
dann  die  es  recht  künnen,  werden  bald  reich  und  mechtig,  s& 
alfo  daß  in  kürz  uß  einem  fchneider,  fchufter,  barbierer  oder 
der  gleichen  ein  graf,  großer  herr  oder  naßer  knab  mit  ein- 
ander wirL 

4 


Jörg 
le  doch  mit  eern. 

Franz 
Sunft  auch  ein  wenig,    aber  fie  haben  nicht  gern  daß  man 
I  fie  es  zeicht  oder  daß  man  fie  vinanzer  heißt. 

Jörg 
Was  nennen  fie  dann  yinanz? 

Franz 
Das  heißen  fie  vinanz,  wann  ein  herr  etwan  über  alle  fein 
10  inkomen  zins,  rent  und  gülten  nit  reichen  oder  fünft  nit  be- 
zalen  kan,  wo  dann  einer  funß  gelt  ufbringt,  vil  verheißt 
und  wenig  wider  gibt:  das  nennen  fie  vinanz. 

Jörg 
Wie  bringt  er  einem  fünft  gelt  uf?    villeicht  daß  ein  furft 
u  dem  andern  entlehet  oder  furflreckt. 

Franz 
Ach  nein,     es  hat  keiner  überigs  dann  etwan  die  geiftUchen 
•  fürßen,  die  dürfen  es  etwan  nit  thfin,  es  wer  dann  daß  man 
inen  gät  herfchaft  zd  merung  der  ftift  infetzet  und  verpfen- 
10  det.     aber   funß  fint  vinanzer  etwan  mit  eim   neuwen  Amt 
einer  fchatzung,    ßeuwer,  eins  neuwen  ufichlags,   oder  bei 
den   reichen  kaufleuten   und  gcfelfchaften    oder   fünft   iauch 
fchloß  und  ßet  umb  halb  gelt  zä  verpfenden,  und  noch  vil 
ander  weg  die  nit  z&  fagen  fint,  doch  daß  die  vinanzer  aQ- 
»  wegen  den  großem  gnoß  oder  mitteil  darbei  haben. 
*  Jörg 

Du  kanft  zimlich  davon  reden,  als  ob  du  auch  folch  han« 
delnng  gefibt  habft. 

Franz 
M  Ach  es  hat  mir  nit  wollen  gelingen,    ich  hab  nicht  fo  vil 
gnad  bei  den  furften  gehabt. 

Jörg 
Warumb  fint  fie  dir  fo  feint  gewefen? 

Franz 
SS  Von  hanthabung  der  gerechtigkeit  wegen. 

Jörg 
Ob   dir  fchon   darumb    etliche   heßig   gewefen  fint,   feiten 


51 

dannoch  noch  vil  gefunden  werden,  die  fo  vil  luft  und  wil- 
lens zd  der  gerechtigkeit  betten  als  du. 

Franz 
Ich   widerfprichs   nit.     auch   etlich  fint  noch   nit  darwider: 
fie  befteen  alle  wie  ein  ror.  5 

Jörg 
Auß  was  urfachen? 

Franz 
Sie  beforgen,  daß  n&n  ufnement  glück  und  wolfart  noch  grö- 
ßer und  merern  gewalt  zfi  rolziehung  des   rechten  gebern  10 
nnd  fie  damit  underdrücken  mocht. 

Jörg 
Wie  wer  das  müglich  daß  du  einiger  fo  vil  furften  wider- 
ftaiit  oder  underdrückung  hetteft  thSn  mögen? 

Franz  w 

Durch  anhang  oder  nachfolg  der  gemein:  fo  die  teglichen 
beinnden  betten  den  unrechten  gcwalt  irer  furften  und  ober- 
keiten,  daß  fie  fich  des  felbigen  widerfetzent,  bei  mir  hilf 
gefucht  und  He  auch  mir  widerumb  beiftant  gethon  betten. 

Jörg  «0 

Darauß  wer  gefolgt ,  daß  fie  ganz  frei,  ungehorfam  würden, 
kein  firaf ,  zucht  oder  gerechtigkeit  und  darin  gedult  betten. 

Franz 
Nein  nit  der  maß,  dann  der  gemein  man  mag  das  recht, 
funderlicb  wo  es  der  erbarkeit  gemeß  gegründt  ift,  wol  lei-  » 
den  und  begert  recht:  aber  es  kan  im  nit  widerfam,  wie 
wol  man  teglich  vil  rechts  z&fagt,  biß  daß  man  das  gelt, 
ßeuwer  und  fchatzung  berauß  bringt,  darnach  ifts  wie  vor, 
dann  was  man  mit  einem  fchein  thfit  — 

Jörg  10 

Mit  was  fchein? 

Franz 
Es  wer  lang  und  vil  davon  zfi  reden,  aber  dir  verdrießlich 
zu  hören. 

Jörg  .  15 

Ich  wils  gern  hören. 

Franz 
Der  lang  vergangen  gefchichten  wil  ich  fchweigen  nnd  am 


52 

ncchften  anfahen  zA  reden,  erßlicli  ift  dir  wißeii,  daß  uns, 
auch  nit  alein  der  chrifienheit,  funder  auch  allen  volkem 
ein  oberft  haüpt  geordnet  iß  uf  erden,  ich  wil  aber  izt  alein 
von  dem  römifchen  reich  reden,  des  haüpt  ift  ein  romifcher 
5  keifer.  nu  fol  ich  an  der  warheit  nichts  verhalten,  daß  ich 
nichts  anders  weiß  dann  daß  wir  ein  erfamen  iromen  ver- 
ftendigen  gotsfurchtigen  keifer  und  haübt  haben,  aber  uß 
der  hoffart,  großen  pracht,  neit  und  haß  anderer  könig  und 
potentaten,  chrißlich  und  unchriftlich,  entßeen  vil  feltfamer 

10  practik  und  anfchleg ,  fein  macht  und  gewalt  zu  underdrücken, 
alfo  daß  er  teglich  mit  kriegen  angegriffen  und  gepeinigt 
wirt,  und  mit  folchen  kriegshendeln  in  feinen  erbkönigrei- 
chen  alfö  vil  zu  fchaffen  hat,  daß  er  der  deutfchen  nation, 
darin  dann  iezt  das  romifch   reich  fein  fol,  feither  Conftan- 

15  tinus  feiner  blintheit  gefunt  gemacht  und  den  geizigen  pfaf- 
fen  übergeben  hat,  maß  verlaßen,  ie  doch  hat  er  in  feim 
abfcheid  deutfcher  nation,  uf  vilfaltig  anrufen  aller  Ilend 
umb  recht  frid  und  polecei,  deshalb  im  regiment  fein  bru- 
der,   den  erzherzogen  von   Oßerreich,    zu  feinem  ßathalter 

90  gemacht. 

Jörg 
Die  weil  du  fo  vil  tugent  vom  keifer  fagß,  fo  folt  ie  fein 
brfider  auch  alfo  genatüert  fein  recht  und  gerechtigkeit  lieb 
z&  haben. 

SS  Franz 

Er  iß  nit  minder  darzu  geneigt,  und  funderlich  fo  vil  in  feiner 
jugent  halb  ingebildet  und  gelert  wirt  was  recht  fei,  dem 
thut  er  zimlich  folgen. 

Jörg 

90  Was  nimpßu  dann  dich  an,  dem  rechten  volziehung  zS  thän? 

Franz 
Dem  erzherzogen  wirt  nit  allenthalben  gehorfam  geleiß  und 
alein  in  feiu  erblanden  braucht  er  fein  volziehung  des  rech- 
ten und  nemlich  was  fein  camerg&t  antrifft. 

85  Jörg 

Warum  auch  nit  im  reich,  die  weil  er  ßathalter  iß? 

Franz 
Das  hab  ich  wollen  fagen.      da  fint  vil   kuriürßen,  flirften 


53 

und  grafen,  der  ieglicher  in  feinem  gem&t  lieh  fo  hoch  be- 
dünkt, als  fei  er  felbs  keifer,  und  thän  kein  geborfam,  und 
weleher  den  andern  übermag,  der  fchübt  den  andern  in  fack. 
damß  ift  erfolgt,  die  weil  die  Ilet  der  fürßen  übermöt  und 
pracht  oft  mit  leren  däfchen  fehen  und  funderlioh  wo  ein  5 
ftat  ein  furften  z&  einem  nachbaum  hat ,  daß  die  den  felben 
teglich  under  den  fueßen  ligen  und  m&ßen  fich  oft  in  der 
felben  fchntz  und  fehirm  geben  haben,  auch  befunder  bünt- 
nüs^  einigkeit  und  vertrag  gemacht,  daß  £e  nit  alein  vor 
der  furften  gewalt  wol  ficher  fint.  und  fint  dann  die  furften  10 
auch  fro,  daß  man  fie  auch  leßt  im  bund  fein,  daß  fie  un- 
▼eijagt  bleiben  mögen,  das  thun  die  furften  funderlich  dar- 
umb  daß  £e  ir  ritterfchaft  und  adel  (die  doch  der  furften 
rück,  hantfeft  und  ufenthalt  fein  folten)  underdrückten ,  denen 
fie  weder  getreuw  noch  holt  feint,  funder  den  adel  täglich  15 
von  iren  güteren  dringen  und  ußkaüfen.  umb  eins  birßes 
oder  Jagens  willen  bedorft  ein  furft  ein  landskrieg  anfahen, 
all  fein  adel  und  ritterfchaft  bewegen,  uf  lieh  laden  und 
übergeben,  fünft  wa  fie  recht  eer,  lieb  und  tugent  z&famen 
betten,  witwen  und  weifen  befchützten  undbefchirmpten,  darzu  so 
fie  dann  gewidempt  fint,  fo  wer  man  des  wol  überik.  fo  es  aber 
n&n  dabin  komen  ift,  daß  die  kurfurften  und  furften  irer  großen 
freiheiten  und  die  ßet  irer,  auch  ires  überflüßigen  gelts  und 
guts  gebrauchen  und  zwifchen  denen  dann  die  gebenedeiten 
und  gefalbten,  bifchof  und  prelaten,  beinach  die  heften  für-  k 
ßentäm,  laut  und  leut  an  fich  gezogen,  iederman  nfir  das 
fein  beßem  und  hanthaben  wil,  ift  das  recht  nichts  anders 
worden  dann  fo  vil  ein  ieder  mit  gewalt  oder  fünft  bofen 
liften  durchzfidringen  weiß,  und  fo  ein  armer  mit  eim  fur- 
ften oder  geißlichen  geweitigen  herrn  zfi  handeln  hat,  der  so 
wirt  von  im  geweitigt,  verjagt  oder  das  fein  genomen,  er 
rfif  und  fchrei  umb  recht  vil  jar,  und  wann  es  im  ganz  wol 
geht,  daß  er  zö  verhören  kümpt,  fo  erbeut  man  im  das  recht, 
fo  fol  er  erft  darnach  umb  das  fein  vor  den  felben  furften, 
feins  widerfechers  und  gegenteils  fuppenfreßern  und  jaherrn  ss 
ein  ttßtrag  des  rechten  annemen.  kau  man  aber  ine  darne- 
ben in  ander  weg  mit  gefchwinder  vinanz  oder  practik  ab- 
fertigen, daß  er  keins  rechten  mo  bedarf,  fo  fol  auch  niemant 


54 

me  davon  reden  oder  die  forlllich  hocheit,  dergleichen  der 
geißlichen  freiheit  antaften.  ift  es  dann  etwan  ein  burgers- 
man  in  einer  Aat,  der  dem  gemeinen  nutz  getreuwlich  dienft- 
Uch   geneigt   ift  und  gern  gefördert  fehe,  der   dann  etwan 

5  den  gemeinen  nutz  fordert  und  den  großen  Haufen  zd  vil 
darin  redt,  der  muß  bar  laßen  und  wirt  auß  neit  verjagt, 
begert  er  rechts,  fo  fint  fein  gegenteil  felbs  richter,  urtei- 
1er,  antworter;  oder  wo  er  mit  mühe  und  arbeit  zä  letft 
mit  dem  bettelftab  beßers  erlangt,  fo  muß  er  in  einer  an- 
te der  ßat  leut  irer  freiheit  zu  recht  ßeen:  da  fint  als  dann  vier 
hofen  eins  düchs. 

Jörg 
Was  thfit  dann  das  regiment  darzö,  das  vom  keifer  und  allen 
ftenden  geordnet  und  befetzt  ift? 

15  Franz 

Sie  feint  iezt  zu  Efslingen^  fo  vil  da  fint,  die  leben  in  frei- 
den,  eßent  zu  morgen  gr&nen  ingber  und  drinken  f&ßen 
wein,     nachmittag  macht  man  ein  ußfchuß. 

Jörg 

so  Was  ift  ein  ußfchuß? 

Franz 
Man  teilt  die  herm  im   regiment    auß  ieglicher  partei   z8 
einer  funderlichen  fach  oder  handlung,  daß  fie  nit  alle  über 
einer  fach  dörfen  fitzen. 

sft  Jörg 

So  handien  fie  darnach  den  gemein  nutz. 

Franz 
Ja  für  und  für.   etlich  herrn  und  funderlich  die  eltißen  und 
gefchikften  und  was  mit  der  feder  umbgeht,  die  werden  ver- 

30  ordnet  mit  mandaten  und  in  ander  vteg  z&  procediern  zu  in- 
bringung  der  abfchleg  des  gelts,  davon  das  regiment  erhalten 
fol  werden,  die  ander  partei  fitzt  über  die  fupplication  der 
armen  und  fchicken  die  felben  an  das  camergericht,  uf  daß 
fie  defto  minder  befchwert   fein,   damit  man  könig  Asverus 

15  convivium,  banket,  fchlafdrünk ,  zil  fchießen,  rennen,  ß»ohen, 
der  bulfchaft  und  abenttanz  auch  ußwarten  möge. 

Jörg 
Was  iß  das  camergericht? 


55 

Franz 
Es  ifi  ein  folch  ding:  wer  von  dem  undergericht  als    dem 
fegfeuer  erledigt  ift,  der  kompt  erft  in  die  hell  gar  mit  ein- 
ander,  dann  ich  mein  warlich  daß  kein  feel  in  der  hell  von 
den  teufein  harter  geplagt  mög  werden,  dann  wann  ein  ar-  5 
mer  denprocurator,  advocaten  und  dem  felben  roßigen  häu- 
fen zÄ  teil  wirt,  dann  da  fint  fo  vil  action,  exception,  replik, 
daplik,  tripük,  quadriplik,   dilation,  peremptoriales  ferie  in 
noTis  prefaxis  und  ordinariis,  alfo  daß  kein  entledigung  iß: 
OB  muß  bl&t  und  fleifch  alles  verzert  werden,    kumpt  under  10 
hunderten  einer  zum  endurteil,  fo  m&ß  er  die  excution  und 
volßreckunge  bei  der  von  Ochfenßein  küohenmeißer  füchen. 
der  was  fo  gewältig,  Xo  er  einem  ein  fupp  fchäf,  fo   warf 
man  inen  die  ßieg  ab.  uß  folchem  mangel  der  gerechtigkeit 
Tolgt,  wo  eins  armen  mans  vermögen  nit  iß,  difem  langen  is 
und  unanßdreglichen  pracht  ußzu warten,  daß  er  im  fumimpt 
ein  vede,  feintfchaft  oder  krieg,    und  fo  er  dem  furßen,  der 
ßat  oder  andern  fein  widerfachern  eigen  perfon  nichts   ab- 
brechen kan ,  fo  grift  er  der  felben  underthon  g&ter  an.   das 
heißt  man  dann   den  lantfriden  gebrochen,     da  braucht  erß  10 
das  regiment  fein  gewalt,  das  heißt  man  die  acht,  iß  es  dann 
ein  mecbtigen  furßen,  ein  ßat,  commun  oder  funß  ein  bunt- 
nüs  berfiren ,  daß  lie  ein  in  die  acht  brecht  hat ,  fo  m&ß  es 
alles  zä  drummern  geen,  fchlößer  und  heufer,  dahin  dann 
nie  keiner  der  achter  hin  gefchmeckt  hat    wer  es  aber  ein  ar-  m 
mer,  fo  iß  die  acht  und  aberacht,  nichts  anders  zu  fehen. 
folchs  und  andere  mere  vil  unzalber  wider  recht  gewalt  und 
unbilliche  handlung  hat  mich  bewegt  dem  armen  z&  der  ge- 
rechtigkeit zö  helfen:    darumb  ich   dann  mein  leib,  leben, 
mein  gut,  kinder  und  gfit  freunt  hab  m&ßen  verlaßen  und  10 
verliern  und  hoS  beßer  belonung  zu  finden. 

Jörg 
Und  dieweil  ich  vermerk,  daß  dir  die  furßen  am  meißen  zä 
wider  iint,  warumb  haßu  dir  nit  bei  den  ßetten  ein  rücken 
gemacht  und  bei  inen  hilfe  gefucht ,  ob  die  dem  rechten  oder  a» 
gemeinem  nutz  geneigter  gewefen  wem? 

Franz 
Bei  dem  gemeinen  man  in  den  ßetten  hett  ich  wol  verho£ft 


56 

einigkeit  und  gdten  verAaat  2Ü  erlangen,  dqph  daß  ich  inen 
as&  entledigung  irer  befchwerden  geholfen  het;  aber  die  mech- 
tigen  burger  und  kaufleut  haben  fo  vil,  daß  iie  es  nit  mö- 
gen gedulden. 

b  Jörg 

Warumb? 

Franz 
Wann  der  gemein  burger  oder  bauersman  folt  den  zäum  zfi 
lang  haben,  fo  merkt  iezt  der  gemein  man  den  großen  wu* 

10  eher,  bedriegerei,  furkauf,  eigennützigkeit  oder  bedeumng 
aller  gewar  und  kaufmanfchaft,  daß  nichts  ficher  uf  der 
weit  ift,  es  fei  under  den  großen  kaufleuten  oder  derfelben 
gefelfcbaften  gewalt  oder  verbiintnüs.  es  fint  die  wechfel, 
münz,   fpecerei,    gewürz,    bergwerk  von  filber,    golt,    zin, 

15  blei,  mefl!en,  kupfer  und  auß  den  vier  elementen,  feuer,  luft, 
ern  und  waßer  und  was  da  kan  zd  nutz  bracht  werden,  das 
alles  haben  fie  in  glübt  und  in  verftrickung  hertiklich  ge- 
fangen^ daß  der  arm  gemein  man  an  iren  überfiüßigen  nutz 
und  gewin  nichts  davon  überkomen  mag.     darumb   ift  alzeit 

so  in  beforg  gewefen ,  folten  Iie  mich  über  fie  komen  laßen, 
es  würd  ein  ander  weis  bereiten,  daß  man  die  großen  ge- 
felfchaft  abthet,  den  gemeinen  man  frei  handeln  ließ,  und 
ob  wir  nit  fo  vil  pomeranzen,  granaten,  citheronii,  capre, 
oliven,  unzgolt,  feiden,  famat  oder  fchamlotten  in  Deutfch- 

S5  laut  brechten  und  dargegen  uns  an  gelt  und  gät  emblößten, 
vdr  würden  dannoch  leben  und  uns  unferer  fpecerei,  als 
zwibel,  knobloch  und  was  in  deutfchen  landen  gefeit,  wol 
mögen  behelfen.  ach  was  fol  ich  lagen?  het  mir  der  firop 
nit  fo  früe   das  herz  abgeftoßen,  ich  weit  inen  noch  wol 

10  recht  laxativa  geben  haben. 

Jörg 
Lieber,  du  redeft  widerwertig  ding,      fagftu  war  von  den 
konigen  und  furften,  wie  fie  fo  vil  gelts  teglich  von  iren 
underthonen  fchetzen?     das   ift   wol  eine  große    fchatzung 

35  das  die  kaufleut  und  die  gefelfchaft  treiben,  warumb  ftrafen 
fie  dann  die  furften  nit? 

Franz 
Ja  wol  ftrafen.    haAu  nit  vor  gehört  daß   die  pomeranzen 


57 

den  knrfurften  und  f&rftlichen  barmberssigkeiten  vil  ssfi  mech- 
tig  fint?  z&  dem  fo  fint  etltch  an  kouig  tind  farßeu  hofen, 
nit  die  wenigßen,  die  mit  den  gefelfchaften  ligen  als  die 
fcUangen  und  nattem,  Tagen,  man  künde  fünft  z&  großem 
g&t,  königlichen  und  fOrftlichen  geTcheften  und  funderlich » 
zA  den  kriegs  hendeln  in  der  eil  kein  gfit  oder  bar  gelt  uf- 
bringen,  da  findet  es  man  mit  dem  häufen,  das  glauben  dann 
die  gfiten  furften,  als  witzig  fie  dann  fint;  und  ob  fie  gleich 
wol  einander  von  herzen  feint  fint,  fo  vereinigen  fie  fich  doch 
bald  ob  dem  blftt  und  fchweiß  des  armen  gemeinen  maus,  lo 
alfo  daß  fechs  zink  die  drei  taus  gar  verfchlicken,  id  eft, 
die  f&rßen  loßent  Wucherei  der  gefeifchaft,  befchwerung, 
bedrug  und  falfchen  gewin  alfo  för  und  für  geen,  daß  man 
dargegen  ire  unrechtlich  neuw  zol  und  anfchleg,  fteuwer  und 
fohatzong  auch  nit  anflehtet,  ob  fie  fchon  ein  fart  einander  is 
ein  wenig  raufen,    fo  leget  der  arm  man  das  har  dar. 

Jörg 
Es  ift  mühe  und  arbeit  allenthalben. 

Franz 
Ich  wil  befchließen.   es  fei  alle  handelung  gefchaffen  wie  fie  so 
woll,  fo  bin  ich  davon  abgefertigt,  der  kriegsfurll  von  Trier 
hat  mir  ein  bafsbort  geben :  damit  kum  ich  daher  und  wart 
gAter  belonung. 

Jörg 
Ift  der  bifchof  von  Trier  auch  ein  kriegsfürft?    ich  hab  ge-  n 
meint,  er  folt  predigen  und  mit  dem  gotswort  umbgeen. 

Franz 
Ich  vermeint  ine  predigen  z&  lernen,  fo  hat  er  mir  den  paf- 
fion  mit  dreien  ftimmen  gefungen. 

Jörg  10 

Wer  hat  dann  baOiert? 

Franz 
Der  pfakgraf  hat  uf  dem  reichstag  zft  Augspurg  in* dem 
fonfisehen  hundert  und  achtzehenden  jar  ein  gfiten  bafs  uber- 
komen,  aber  doch  nit  kupferwaßer  funder  ein  fpaniolifchen  ss 
drank  gedrunken.  und  da  folchs  nicht  helfen  wolt,  machet 
man  pillulen  auß  neuwen  zollen  am  Rhein,  die  er  auch  ver* 
fdilidLet,  daß  er  nfir  ein  gät  ftimm  überkeme:  dann  es  waren 


58 

des  felben  mala  oantores  oonfonaiites  vaft  deuwer  die  den 
bab  fingen  folten«  fie  mutierten  und  gewunnen  falfche  {Hm- 
men,  funderlich  welche  gelb  lilien  gefireßen  betten. 

Jörg 
5  Wie  kumpt  es,   daß  der  pfalzgraf  fo  dem&tig  gewe&n  ift, 
daß  er  dir  ein  paf&on  hat  helfen  fingen? 

Franz 
Er  hat  fein  Aimm  gegen  mir  probiert,  dann  er  hat  für  und 
für  gefagt,  ich  werd  im  die  piUelen,  das  ift   den  neuwen 
10  zol,  zu  reiten  oder  daran  verhindern:  fo  het  er  ein  fchlech- 
ten  bafs  gefungen. 

Jörg 
Was  fingt  dann  der  lantgraf  von  Hefien? 

Franz 

1»  Ein  dilcant.    urfach,  ich  hab  im  vor  etlichen  jarn  ein  liet 

gcfchenkt,  daran  hat  er  geler t  fcantiem:  dann  ich  bin  fro 

daß   ir  aller  gefank  des  palfions  nun  zum  expiravit  iß  ko- 

men,  daß  ich  meiner  mühe  und  großer  arbeit  ein  end  hab. 

Jörg 
30  Dein  gehabt  mühe  wirt  nä  einem  andern  bevolhen  werden 
der  muß  anders  exequieren. 

Franz 
Wann  es  im  als  wol  gelingt  als  mir,  fo  hat  er   halt  fiüer« 
obent. 
n  Jörg 

Nein  er  hat  mer  gewalt  und  nachdruok. 

Franz 
Wer  mfiß  der  fein? 

Jörg 
30  Der  türkifche  keifer  von  Conftantinopel. 

Franz 
Ja,  lieber,  es  ift  langft  verkomen  mit  großen  aufchlegen  ei- 
ner beharrlichen  hilf,  auch  eins  großen  zols  von  aller  war 
die  in  Deutfchlant  und  wider  ußer  dem  römifchen  reich  in 
s»  Welfchlant  geen  fol.  das  wirt  fo  ein  merklich  gelt  erdragen, 
daß  der  Türk  nichts  fchaffen  wirt 

Jörg 
Wie  kau  man  es  furkomen?. 


59 

Franz 
Uf  zweien  reichstagen  z&  Nürmberg  fint  ob  dreißig  banket 
dem  Türken  zfi  wider  gehalten;  ich  gefchweig   der  rennen, 
gefellen    ßechen,    fcfalitten   fam,    mümmereien    und    andern 
ernAlichen  anligenden,   und  daß  man  alle  luterifche  fchrifl, 
damit  daß  man  das  lang  verlegen  und  yergeßen  ewangelion  5 
wolt  wider  an  tag  bringen,   zu  verleuken  ernftlich  mandiert 
hat,  auch  yil  chrilUicher  procelBon  in  beiwefen  des  heiligen 
geills,  der  dann  zwen  tag  uf  die  geilllichen  veter  alein  der 
feflion  und  furgeens    halben  gewartet,    ift   furgenomen:    in 
fumma,  es  iß  nichts  vergeßen  das  dem  Türken  zu  widerAant  lo 
gehört,  ich  meint,  ich  het  dir  aller  fachen  gnugfam  befcheit 
geben,  wann  es  nun  zeit  were  mich  in  zu  loßen   und  mir  - 
mein  belonung  zu  geben. 

Jörg 
Du  biß  argwenig  geacht,    du  habß  folchs  von  eigen  nutz,  is 
bracht,  hoffart,  zeitliche  eer,  gelts  und  guts  wegen  gethan, 
vil  armer  leut  befchedigt,  witwen  und  weifen  gemacht.   Kro- 
ßen raüber  enthalten   und  anderer  böfe  Aück  under   einem 
guten  fchein  ge&bt,  das  der  brüderlicher  lieb  z&gegen  iß. 

Franz  ao 

So  vil  mir  müglich  gewefen,  het  ich  der  armen  gern  ver- 
fchonet:  aber  wider  die  furßen  und  herrn  zu  kriegen,  leßt 
fich  uit  anders  dann  ernßlich  ußrichten.  zu  meinem  bracht 
hab  ich  nichts  anders  gethan  dann  mein  heüfer  gebauwet 
und  mich  geßerkt,  dann  ich  yerhoffit  vor  gewalt  zfi  bleiben,  ss 
den  armen  noch  lenger  zii  helfen  und  der  underdrückten  lere 
des  evangeliums  ein  freien  weg  zu  machen,  fo  es  aber  die 
ßund  und  zeit  geendert  hat,  hab  ich  doch  vor  meinem  ab- 
fcheit  mir  mein  funde  laßen  leit  fein  und  all  mein  vertrauwen 
entlich  zfi  got  geßcUet  und  meins  werks  weder  zu  heil  noch  30 
verdamnüs  nichts  zfi  gemeßen.  das  verhoff  ich  zfi  genießen. 

Petrus 
Das  end  iß  gut:  darumb  wil  ich  auflchließen,  daß  duXelik- 
licfa  rfiweft  biß  zfi  der  uferßentnis  der  ewigen  feligkeit  amen 


m. 


EIN  GESPRECH  EINES  FUCHS  UND  WOLFS 

SO   DIE    ANDERN   FUCHS    UND  WOLF   AUF  DEM 

STAIGERWALD  ZUSAMEN  GESCHICKT  SICH 

ZU    UNDERREDEN    WO    UND  WIE  DIE 

BEIDE  PARTEI  DEN  WINTER  SICH 

HALTEN    UND    NEREN    WOLLEN. 

MDXXniL 


V  o  r  r  e  d. 

Mein  lieber  lefer,  du  findeß  in  dlTem  gefprechb^chlin  fuchs:  under  den 
reiben  perfonen  verftee  den  adel,  der  Geh  zu  Landau  zu  Franzen  von 
Sickingen  und  feinem  fumemen  verpflicht,  eins  teils  fchaden  darob  erlit- 
ten, eins  teils  verjagt,  aber  ich  wolt  gern  fagen  der  großer  teil,  fo  den 
braten  gefchmackt,  den  köpf  wider  aoß  der  fchlingen  zogen  hat  und 
lieh  der  fucKferei  gar  ait  mer  wil  annemen ;  under  der  perfon  der  w  ö  1  f 
die  jenen  fo  in  Franzen  handlung  üch  nit  alein  vergriffen,  funder  vor- 
mals auf  das  reich  und  menniklich  on  anfpruch  gezwackt,  biß  üe  billicber 
ftraf  verjagt  worden,  dife  fo  vertriben  thun  ßch  alfo  durch  ir  botfchaft 
beraten,  wie  lie  den  winter  anß  halten  und  zerung  erlangen,  derbalben 
ein  ietlicher  biderman  der  das  land  bauet,  hiebei  gewarnet  fei,  daß  in 
difer  fuchs  und  wolf  keiner  feile:  dann  es  ift  zu  beforgen,  der  winter 
werd  kalt,  darumb  folche  fuchs  und  Wolf,  dieweil  fie  vor  hitziger  magen 
fein,  vil  hnngeriger  dann  biß  her  werden,    gehab  dich  wol! 

Wilt  du  wißen  one  geverd, 
Wie  Ach  den  winter  neren  werd 


61 

Der  »del,  fo  yertriben  Ift 
In  den  Torgangnen  fumers  frift 

Von  furfien  und  des  bundes  rott, 
Lis  mich,  du  findeß  es  on  fpott. 


Fuchs 
Got  gr&ß  dich,  mein  lieber  Wolf  ! 

Wolf 
Ein  felig  jar,  Fuchs!  woher  fo  tünbauchet  durch  die  hecken? 

Fuchs  ft 

Villeicbt  iß  es  des  glucks  fchuld. 

Wolf 
Mocht  wol  fein,     es  hat  fich  ie  gar  von  uns  gewent.    etwa 
lachts  uns  früntlich  an,  iez  weiß  es  uns  ganz  den  hindern, 
fol  und  mfiß  villeicht  alfo  fein:  wer  weiß,  es  mocht  uns  etwa  lo 
wider  bedenken,    kein   mftter  fol   an   irem   kind   verzagen, 
dann  enderung  gefchidit  in  allen  dingen. 

Fuchs 
Ja  die  enderung  iß  aber  oft  z&  lang  auß,  biß  auch  der  rock 
mit  lumpen  hinhecht  iß  dann  der  winter  kalt,  thät  einen  15 
deßer  übler  frieren,  wie  theten  wir  aber  den  fachen?  du 
fiheß,  wie  es  uns  geet.  wir  haben  gar  bofen  wint  fehler  an 
allen  orten,  ungelück  wil  uns  ie  den  danz  fidein,  wie  dem 
der  den  reien  f&rt. 

Wolf  10 

Es  iß  war.  wie  follen  wir  im  aber  thün?  wir  feind  vil- 
leicht  darzS  erfchaffen,  wir  m&ßen  darumb  nit  gar  verzagen, 
dadn  oft  komen  die  überwundnen  wider  zA  beherzter  man- 
heit,  haßu  felbs  oft  erfaren.  und  heint  vergangner  nacht 
bin  ich  dahinden  bei  einem  waltbräder  gelegen,  mit  dem  fo  15 
ich  von  unferm  anligen  reden  wurd ,  und  er  ein  fromer  man, 
der  fich  nit  vor  mir  furcht,  dann  er  mein  wol  gewont,  fagt 
er  alfo  lieber  Wolf,  ich  beforg,  ir  habt  es  alfo  umb  got 
verdient:  der  fchic^  euch  folchen  jamer  zä.  weil  er  dann 
euer  herr  und  erfchaffer  iß,  mag  mit  euch  wie  im  gefeit  so 
handlen,  fo  folt  irs  gedultig  leiden.*    darüber  zeigt  er  mir 


62 

vil  gefchwetz  in  eim  alten  bflch,  das  hieß  er  heilige  gefchrift 
und  ßtliche  leer,  ich  acht  aber  fein  nit,  dann  ich  war  fein 
nit  gewont,  dacht  akeit  Tchafherl  lamb  herP  het  vil  lieber 
gefreßen. 

5  Fuchs 

Es  mocht  wol  die  warheit  fein  daß  wirs  verdient  betten, 
dann  auf  difer  reis  bin  ich  gewelt  im  Kertal  oder  Hall  hin- 
auß  bei  einem  edlen  falken,  der  faß  hoch  auf  einer  tannen. 
der  felbig  faget  mir  auch  folich  meinung  und  wie  ir  wolf 

10  und  wir  fuchs  der  fachen  w«it  zö  vil  gethon  und  mer  dann 
uns  hat  gezimpt«  wir  feiten  mit  löwen  und  adlern,  falken 
und  habichen  auf  frei  feldgejägt  zogen  fein:  das  wer  uns, 
zSl  dem  daß  wir  auch  erlich  bei  inen  gepfhaifcht  worden, 
vil  baß  angeftanden.   weil  aber  wir  haimdückifch  hin  getra- 

15  gen  was  uns  f&rkomen,  fo  werd  uns  der  gleichen  auch  zfi- 
gegriffen. 

Wolf 
Wer  kan  aber  die  art  und  gewonheit  laßen? 

Fuchs 

90  Ich  fagt  difes  auch  zum  falken,  aber  er  antwort  mir,  ein 
bofe  gewonheit  folt  man  abilellen.  fagt  ich,  mein  ftand  wer 
nit  anderß  geweft,  dann  wir  handelten  gleich  wol;  antwort 
mir  der  falk  *fo  wird  nu  weis  mit  deim  fchadenT 

Wolf 

35  Unfer  art  wer  dannocht  wol  hingangen,  weil  wirs  nit  zfi  vil 
gemacht  heten. 

Fuchs 
Wie  haben  wir  im  dann  z&  vil  gethon?    lieber,  fag   her! 
und  wie  wir  doch  in  difen  unrat  komen.   dann  ich  bin  dar- 

ao  umb  von  meiner  gefellen  wegen  hieher  zfl  dir  komen,  daß 
wir  uns  als  die  verltendigßen  auf  beider  partei  mit  einander 
underreden,  wie  wir  uns  den  winter  hinauß  bringen,  wie  du 
dann  uns  betagt  und  befchriben. 

Wolf 

35  Erftlich  als  du  frageß,  wie  wir  im  doch  z5  vil  gethon  und 
in  difen  unrat  komen,  fag  ich:  du  weiß  feer  wol,  wie  uns 
wölf  die  unfern  eitern  von  jugent  auf  in  allem  mätwillen  er- 
zogen haben,    nie  gewert,    wir   theten   freund  oder    feint 


68 

angreifiMi.  aufi  folicher  gewonbeit  wir  ein  prefcribiert  recht 
(ich  maß  juriftirch  davon  reden)  gemacht  und  keinen  auf- 
richtig geacht,  der  fich  folchs  zückens  und  raufens  nit  wolt 
underziehen,  nenten  fie  hagfchelmen,  meinten  alles  fo  wir 
zfi  feldfehen,  wer  uns  ein  zugeeigneter  raub,  als  beten  wir  5 
das  z&  leben  vom  keifer  erlangt,  auß  dem  wolten  wir  uns 
nit  mer  als  unfer  eitern  der  gens,  hund,  fchaf  und  fchwein 
bebelfen,  funder  wir  haben  zdm  dickem  mal  den  hirten  das 
feld  zfi  eng  gemacht,  manchem  förman  rofs,  wagen,  gürtel 
und  dafchen ,  den  kaufleuten  rofs  und  die  großen  wetfchger  10 
gefreßen,  die  darzä  got  feer  dankten,  daß  fie  mit  dem  leben 
Ton  uns  kamen« 

Fuchs 
Wie  mocht  ir  die  wegen,  dafchen  und  wetfchger  ii*eßen? 
fein  doch  die  wegen  holz  und  wol  befchlagen,   die  dafchen  is 
vol  eifener  fperlin,  fo  haben  die  wetfchger  groß  eifen  ring, 
mit  den  roffen  nimpt  michs  nit  wunder;  wann  man  kumpt 
biß  auf  die  f&ß,  laßt  man  das  felbig  ligen. 

Wolf 
Das  iü  nit  feltfam  noch  kein  wunder,  es  fchaffk  die  hitz  m 
unferer  mägen.  dann  auß  folcher  hitz  hab  ich  oft  felbs  ein 
f&rman  z&  rofs  und  wagen,  ein  kramer  mit  all  feiner  war 
verdaut,  mir  fchadte  nicht,  ob  der  kramer  fchon  ein  ganzen 
ßübich  vol  Steinbacher  meßer  hat:  dorft  dannocht  darzA 
keina  enzian  noch  triackers.  » 

Fuchs 
Es  i&  feltfam  zfi  boren,    aber  weiterl 

Wolf 
Mit  folchem  unfern  fraß  und  follerei  haben  wir  uns  vi)  bnr- 
ger  und  bauren  z&  feiud  gemacht    die  haben  fich  nfi  lengß  so 
zufamen  verpflioht,  unfer  keinen,  wie  fie  uns  erwifohen,  laßen 
z&  leben. 

Fuchs 
Wer  und  wie  fein  die  felben  biirger  und  bauren? 

Wolf  S5 

Die  hoben  Schwaben,  ab  Augspurger,  Ulmer,  Kempter, 
Bibracher,  Memmingerund  den  Necker  einhin,  die  Nürm- 
berger  und  in  anfioßend  Beiern.    dife  haben  darnach  zfi  in 


64 

gezogen  etlicfa  fiirften,  fpitzhAt  und  blatten  geier.  der 
teufel  hol  fie  alll  wer  an  den  allen  noch  nit  vil  gelegen, 
wir  betten  überal  nocb  raums  genäg  uns  wie  vor  z&  eme* 
ren,  biß  endlich  uns  der  teufel  und  all  fein  gefeilen  in  Lan- 

i  dauer  faag  wol  durch  euer  lieben  fuchs  anbringen  züJamen 
getragen. 

Fuchs 
All  die  teufel  die  da  leben  und  fchweben  fören   den  felben 
hag  und  all  die  uns  darein  ber&ften,  leibhaftig  in  abgrunt 

10  der  hellen  I   dann  unfer  vil  macht  folichs  z&  armen  knechten. 

Wolf 
N&  weißu  wol,  was  wir  im  felben  hag  befchlußen  und  zä- 
famen  verfprachen? 

Fuchs 

u  Ja.    wie  haben  wirs  aber  gehalten? 

Wolf 
Wie  der  has  bei  eim  bauker. 

Fuchs 
Ei  das  fchend  üe  der  teufel  die  noch  in  den  rom  fitzen  und 

90  kiinden  ir  art  fo  wol  verhelen! 

Wolf 
Wolan  wir  wollen  das  iez  nit  außfeohten.  das  iß  war.   auß 
der  felben   verdampten  verfprechung  weiftu  ,   wie    wir   ein 
dapfem  fiichs  zäm  hauptman  aufrichten,  der  folt  n&  auch, 

u  wie  wir  vor  den  fSr  und  kaufleuten  under  den  Wormfer, 
Frankforter  und  menzifchen  bauren  gethon,  die  churfurften 
angreifen,  vermeinens  furften  und  bauren  all  z&  freßen  und 
daß  alein  fuchs  und  wölf  alles  land  regierten,  an  dem  ha- 
ben wir  im  erß  zfi  tU  gethon,   es  wer  dannocht  lang  mit 

so  den  f&r  und  kaufleuten  auf  unfer  wölf  feiten  in  hingangen, 
darauß  wir  und  ir  in  difen  großen  unrat  komen. 

Fuchs 
Ha  ha  ha  he!    ich  muß  bei  got  unfer  narheit  felbs  lachen, 
die  wir  des  felben  mals  furgaben,  wolten  ein  eigen  neu  recht 

»  aufrichten,  botz  hani  wer  es  uns  fiir  fich  gangen,  fchaf, 
gens,  hAner,  feu,  rofs,  kelber,  kA,  bauren  und  furüen  we- 
ren  teur  worden,  aber  es  het  yil  herren  geben,  dann  unfer 
ietlicher  het  felbs  gern  wollen  regieren. 


85 

Wolf 
Es  ift  die  warheit^  das  mfiß  ich  felbs  bekennen,  und  ge- 
fchicht  uns  eben  recht:  dann  böfer  anTchlag  hat  bölen  für- 
gang,  bofer  förgang  em  unentlich  end.  alfo  geet  es  uns  auch. 

Fnehs  % 

Wolan  weiter! 

Wolf 
Da  weift  anch  wol,  wie  mir  erßlich  anfiengen,  in  das  trie- 
ii£ch  knd  hin  und  wider  heraofi  bußnierten.    wie  meinftu, 
het  derpfakgraf  gethon,  wirwolt^  g&t  feift  beiz  darob  er-  lo 
langt  hon.  aber  der  tenfel  hat  den  felben  in  das  fpil  getra- 
gen,   des  mfißen  wir  iez  all  engelten. 

Fuchs 
Es  ift  bei  got  war,  der  felb  hat  uns  alein  den  fchaden.thon, 
des  wir  uns  nit  veriahen.  u 

Wolf 
Da  aber  der  pfalzgraf  in  das  fpil  und  wir  fo  tief  darhinder 
kamen,  daß  wir  unfern  trutz  on  fpot  nit  mer   unterlaßen 
kunten,  meinten,  es  mftft  unfers  fumemens  außhin  gen,  the- 
ten  wir  Pfalz  und  Helfen  auch  angreifen.  » 

Fuchs 
Dammb  haben  wir  uns  wiA  belchißen.  der  teufel  wafch  uns 
wider  außl 

Wolf 
Und  erßlich  weiten  wir  Lutzelftein  bei  nacht  hintragen  un-  » 
erwarter  ding. 

Fuchs 
Es  war  ans  aber  zfl  fchwer:  wir  gewannen  nit  vil  dran. 

Wolf 
'  Wir  gewannen  eben  als  hernach  alwegen.  denn  du  weift  wol,  so 
wie  in  kiurz  darnach  ein  edler  wol  abgerichter  falk  auß  der 
Pfalz  uns  zwen  die  liftigften  und  dapferften  fuchs  zu  boden 
itteß.    das  do  was  all  unfers  unglncks  ein  fonderlich  anzei« 
gen,  hetten  wir  alein  nodi  z6r  felben  zeit  mügen  aufhören! 

Fuchs  35 

Ja  fie  tauren  mich  noch,  wann  fie  fo  gar  wol  in  allen  15- 
öhem  und  heeke»  er£Mrra,  im  Weisgau,  Hunsruds  bfiheln, 
Frankreich,   Henegan,   Lutringen,  Heffen,    Weterau,  den 

5 


66 

Keinftrom,  Mnfcl  und  Mon  auf  und  ab,  daß  ich  der  gleichen 
nit  mer  gefehen.    und  muß  Tagen,   da  uns  der  felb  fchad 
gefchach,  daß  mir  das  herst  wol  halb  in  die  bruch  was  ge- 
'  fallen. 

»  Wolf 

Des  fitzt  der  felbig  falk  iez  in  guter  refier,  fo  wir  nit  wlßen 
wo  über  nacht  zu  bleiben. 

Fuchs 
Weren  wir  lowen  und  andern  edlen  tieren  angebangen,  als 

10  er  und  auch  etwa  unfer  elter  gethon,  wer  uns  folicfas  auch 
nit.gefchehen.  wir  fein  aber  z&  weit  über  das  boglin  ge- 
treten. 

Wolf 
Iß  bei  got  war.    aber  wir  gedachten  nie  des  ends,  fonder 

15  theten  ie  mer  ie  mer  einen  dort,  den  andern  do  angreifen, 
betten  teglich  groß  tapfer  anfchleg,  weiten  die  weit  refor- 
mieren: war  uns  doch  noch  nit  bevolhen. 

Fuchs 
Was  hat  uns  nu  in  folche  vermeßenheit  gef&rt? 

20  Wolf 

Hilf  got,  was  fragßu!  alein  nnfer  fullerei,  darauß  wir  ein- 
ander reisdienft,  kuntfchaft,  gefelfchaft  leifien  und  alles  ver- 
mügen  verheißen,  fo  wir  aber  nüchtern  werden,  folchs  on 
nachteil  nimmer  künden  halten,  fo  haben  wirs  denn  wol  mit 

2&  dem  Weinglas  verßgelt.  dann  gibt  man  uns  den  Ion  mit 
büchfen  und  langen  fpießen ,  als  uns  denn  warlich  gfcheben, 
do  Pfalz,  Trier  und  Helfen  den  alten  fiichs  zfi  Nanßal  er- 
fchoßen,  fein  hag  im  der  pfalzgraf  z&  eim  lufthaus  einnam 
und  ander  unfer  gfite  gewild  und  heg  verbrent  wurden,  et- 

so  lieh  auß  uns  gefangen,  die  noch  nit  ledig  fein*  was  der 
gleichen  auchfich  die  bündifchen  bauren  gegen  uns  wolfen 
fonderlich  geflißen  hond,  das  weißu  wol,  iß  on  not  zä  er- 
zelen.  und  warlich  ich  forg,  unfer  Unglück  werd  fich  erft 
recht  machen,  fo  die  iurßen  fich  mit  den  bauren  Tereinigt 

35  und  erß  ein  zech  iß  drauß  word^. 

Fuch  s 
Da  Tchlag  der  teufel  z&  uäd  hol  fie  all,  die  uns  zu  folchem 
haben  geraten  I  ei  wo  fein  fie  iez?  daß  fie  bocks  marter  Xchend 


67  _ 

die  robiTchen  woIf  auß  Franken,  die  uns  fo  große  hilf  zfi- 
tagten,  hielten  groß  gefprech  und  haben  ir  heg  Telbs  nit 
künden  behalten!  ich  fchiß  eim  in  das  wolfifch  maul,  der 
eim  ein  berg  verhieß  und  künt  im  nit  ein  (lein  davon  reichen. 

Wolf  5 

Lieber,  zürn  nit !  es  mag  nimmer  helfen,  die  rechten  recken 
haben  fich  gefchickt  und  ir  heg  behalten,  alein  die  armen 
haben  verloren:  die  mflßen  alweg  (dann  ein  fprichwort  ift) 
nnderligen. 

Fuchs  10 

Botz  Veltinl  wie  mags  doch  komen  daß  folch  rechtfchuldig 
ledig  außgeen  und  die  armen  alein  m&ßen  die  zech  bezalen? 

Wolf 
Fragil  erft?    weiß  nit  wie  die  bündifchen  bauren  im  land 
fein  nmb  gemmiert,  als  in  die  furften  beten  den  weg  gemacht,  i» 
wöIf  und  fuchs  in  hecken  und  löchern  gefangen,  die  heg  ver- 
brent  und  de  alle  der  maßen   erfchreckt  daß  floh  nindert 
keiner  mer  wolt  regen? 

Fuchs 
Ha  ha  hei  iez  maneft  mich,  daß  ich  aber  maß  lachen,  daß  to 
der  emIUich  wolf  auß  dem  Dautenberger  hag  den  fuchfen    ^ 
von  Siddngen  ir  Eberberger  holn  fo  dapfer  bewachen  und 
auf  die  haut  erhalten  wolt  vor  dem  fladenweiher  von  Trier 
und  dem  hitzigen  Heffen«    do  er  aber  den  löwen  hört,  war 
er  fro  daß  er  mit  der  haut  davon  mocht  komen.-  aber  der  is 
teufel  macht  im  den  pfalzgrafen  fo  gnedig,  daß  er  nit  ge- 
dacht, was  im  der  felbig  wolf  fein  tag  het  fireuntfchaft  be- 
wifen.     daß   in   fant  Quirin   verbrenn  in   fein  wülfifch   art 
hinein!    er  hat  dannocht  mer  davon  dann  die  haut  und  im 
vergünt  geweft  hinweg  gebracht.  to 

Wolf 
Ich  bin  auch  ein  wolf,  maß  im  dannocht  flöohen.  daß  in 
bocka  leiden  fchendl  er  hat  eben  alfo  thon,  fein  lebtag  kein 
redUch  ßuck  begangen,  wir  mfißen  uns  fein  (ob  wir  fchon 
ein  g&te  lach  heten)  fchier  mer  dann  des  Bocksberger  wolfs  3& 
fchemen,  wie  wol  der  felb  dem  pfakgrafen  ein  ganz  haus 
und  ein  flecken  fraß  und  het  in  dannocht  lang  g^firift  und 
gezogen. 

5* 


68 

Fuohs 
Uefegen  ims  der  teufell    dife  buben  machen  das  oft  ir  ein 
ganzer  bauf  möß  entgelten,    aber  weiterl    waa   haben    die 
buntsbauren  gethon,  dadurch  die  rechtfchuldigen  fein  davon 
i  und  die  armen  in  der  brfl  bliben? 

Wolf 
Sie  haben  erlUich  die  wolf  zu  in  ber&ft,  die  haben  fich, 
welcher  fein  hag  behalten  wol,  Tor  inen  m&ßen  fpeien,  darin 
die  bauren  gefucht:  welehers  verdaut  hat,  iß  wol  darvon 
10  komen.  aber  die  armen,  die  nit  haben  fpeien  wollen,  den 
haben  fie  ir  heg  verbrent  und  zerrißen.  da  hat  mancher, 
der  feins  hags  gefurcht,  gefpien.  o  gotl  het  man  im  recht 
in  magen  gefehen,  er  wer  fo  fchlecht  nit  davon  komen. 

Fuchs 
19  Das  walt  der  teufell    ei  warumb  haben  die  andern  nit  auch 
gefpien? 

Wolf 
£i  fi  fein  zd  from  geweft,  haben  gefurcht,  das  fpeien  breoli 
in  das  herz,  wenn  aber  einer  folcher  ftoß  gewont,  fo  ift 
so  im  darnach  leicht  z&  fpeien.  als  ich  noch  weiß  ein  alten 
burgifchen  wolf:  wer  ich  bei  feim  fpeien  geweß,  ich  folt 
den  bauren  gezeigt  hon  ,  wie  noch  vil  unvertauter  bau* 
ren,  kaufleut  und  auch  etlich  vom  adel  noch  bei  im  iigen. 
der  bauren  recept  ift  gegen  im  zu  fchwach  geweA.  ich  weiß 
u  ein  recept:  betten  fie  im  das  felbig  in  gegeben,  gelt  es  het 
in  recht  fpeien  gelernt 

Fuchs 
Was  ift  das  felbe? 

Wolf 

M  Difes.    recipe  ein  ftrick,  bind  dem  fchalk  die  hend  rucklin« 

gen   daran,   ftreck  in  über  ein  ßadelleitern,    henk  im    ein 

zentnerftein  an  die  fuß  und  thfi  den  ftrick  oft  weidlich  klopfen, 

fo  th&i  fich  die  bös  materi  recht  zfim  mund  auß  pui^gieren. 

Fuchs 
35  Der  teufel  dürf  deines  erzneiensl 

Wolf 
Nun  wer  warlich  dem  alten  wolf  dife  am  gelundeften,  dann 
er  hat  etlich  edel  falken,  als  weren  fie  feiner  art,  vor  d^i 


69 

bauren  such  angeben ,  ße  belogen,  het  er  aber  das  vorgefagt 
reeept  eingenomen,  ich  weiß,  er  het  fo  vil  mit  feiner  fpezerei 
sä  fchicken  gehabt,  daß  er  feines  neids  und  ander  aller  fro^ 
men  het  vergeßen.  ich  wils  aber  iez  fein  laßen,  dann  das 
mfijß  ich  dir  auch  fagen,  daß  noch  vil  rappen  fein,  die  et-  s 
wan  uns  zur  reis  hülfen,  darmit  ire  neßer  auch  von  dem  raub 
gefpeiß  wurden,  nement  was  wir  Keßen  ligen.  die  felbigen 
feind  iez  der  furften  und  bauren  diener,  fliegen  mit  inen,  ge- 
ben alle  heg  und  locher  an.  folten  fie  fich  vor  den  bauren 
fpeien,  fie  wurden  noch  bei  manchem  feltfame  fpezerei  fin-  lo 
den,  darob  inen  der  grind  würd  abgerißen. 

Fuchs 
Es  wil  zÄ  huig  werden,    wir  wollen  es   fein  Taßen,  zö  der 
fach  greifen,  darumb  wir  hie  fein,  als  wohin  wir  den  winter 
legen  und  bleiben,   da  rat  n&  ein,  mein  lieber  wolfl  15 

Wolf 
Ich  bin  difen  fomer  in  mancher  feltfamer  herberg  gelegen, 
wo  ich  hinanß  kernen  bin.  einer  fagt,  es  fei  im  verboten 
mich  zfi  halten,  der  ander  förcht,  er  m5cht  mit  mir  in  un- 
glQckkomen,  und  ob  mich  der  dritt  fchon  herbergt,  fo  wirt  so 
er  doch  mein  bald  mfid.  und  das  ift  mir  feer  bei  den  ge- 
fpeiten  gefchehen.  dann  mir  wil  nit  iez,  als  etwa  wann  ich 
ein  Auck  wilds  feilet  und  bracht  in  das  heim,  mich  ein  zu 
laßen  gczimen,  dann  fie  furchten  der  heut. 

Fuchs  15 

Ach  ich  hab  felbft  wol  erfaren,  daß  es  mit  den  gefpeiten 
verloren,  ich  getrau  auch  ir  etlichen  nit.  ich  furcht,  fie 
feien  der  bauren  heimlich  knecht  und  legen  uns  kugel  ein. 

Wolf 
So  fchend  fie  der  teufell  ir  vil  haben  die  fach  gleich  wol  so 
als  wir  getriben.    wie  meinftu  aber?  wann  wir  uns  mit  den 
menzifchen  mochten  vereinen,   die  feind  uns  alweg  günftig 
geweft  und  der  Pfalz  und  Helfen  feer  wider,  daß  fie  uns 
den  winter  den  Speffert  und  das  Eisfeld,  auch  die  gaßen 
der  Wetterau    z&   vergunten :    mocht    uns  zd    zeiten    nutz  35 
bringen. 

Fuchs 
An  den  menzifchen  zweifelt  mir  nichts  gunft  halben,    aber 


70 

ße  feiiid  auch  im  bnnd:  die  löwen  betten  fie  lunll  leiigeß 
zerrißen.  der  halben  fie  fich  noch  hart  mfißen  beforgen, 
es  mocht  dann  ganz  heimlich  zfigeen.  furcht  doch,  wann 
wir  fchon  uns  der  art  wolten  fleißen,  die  felbigen  Iowen 
5  wurden  uns  fo  heftig  nachlangen,  daß  wir  darob  nider  legen, 
ich  hett  am  baden  luft  in  arenbergifcher  refier:  da  mochten 
wir  den  fpitzhut  von  Trier  etwan  berupfen. 

Wolf 
In  arenbergifcher  refier  wirt  es  fpred  zd  geen:    wir  werden 

10  yil  faßtag  haben,  dann  die  tagreis  feind  gar  weit,  auch 
thän  die  Iowen  den  fpitzhfit  nit  laßen.  Schweiz  ift  mir  auch 
nit  übel  gefallen. 

ITuchs 
Da  künten  wir  unfern  feinden  gar  nicht  fchaden.    man  iJl 

u  auch  vorhin  Wolfen  und  fuchfen  in  Schweiz  ganz  feind.  unfer 
keiner  dorft  fich  dafelben  recht  regen,  die  weil  wir  gelt  het^ 
ten  und  nit  lenger  ließ  man  uns  da  bleiben,  ich  kenn  auch 
die  Schweizer  wol:  fie  dorfen  gelt  nemen  und  verraten  oder 
ein  des  lands  verjagen  laßen,   wie  fie  dem  von  Wirtemberg 

»  verfchiner  jaren  auch  gethon:  denn  wo  bei  inen  nit  gelt, 
da  ift  auch  kein  gunß. 

Wolf 
So  m&ßen  wir  uns  in  Bohem  fchwenzen. 

fuchs 

9&  Ich  beforg,  der  wald  fei  uns  verhauen:  es  wer  funfi;  gar  gät 
dafelbft  herauß  von  der  Pfalz  zu  nagen«  fo  lior  ich  warUch, 
die  furften  und  der  bund  haben  ein  verllant  mit  dem  künig 
gemacht :  komen  wir  hinein,  fo  werd  uns  erft  recht  gezwagen. 

Wolf 

ao  Das  erbarm  got  daß  wir  fo  gar  in  unrat  komen!  nun,  lieber 
fuchs,  erzeig  dein  lifiig  gem&t  und  thä  doch  zum  heften  ra- 
ten, wie  mir  den  winter  bleiben  I 

Fuchs 
£e  ich  hieher  zoch,  hab  ich  mit  meinen  gefeilen  rat  gehalten 

S5  und  darin  befunden,  doch  auf  euer  der  wolf  beßern,  daß  uns 
nun  mer  häufet  einzufallen  gar  unnütz  iß  und  als  verloren, 
denn  wie  man  uns  erfert,  fein  wir  des  tods,  heck  und  holen 
als  verbrent  und  zerrißen.    darumb  uns  das  beß  gedaucht 


71 

(undkan  warlich  beßers  aocb  nit  bedenken),  daß  wir  uns  an 
all  -ftraß  und  landfchaft  teilen,  über  drei  nit  bei  einander  blei- 
ben, zu  Zeiten  zwen,  zu  zeiten  einer  alein,  darnach  wir  vor 
uns  haben,  durch  bnfch  und  hecken  ftreifen,  haben  fleißig 
acht,  wie  wir  der  furllen  undertbon  (gegen  inen  fchaffen  wir  5 
nichts)  und  die  bauren  villeicht  herfören:  und  das  wurd  uns 
in  Sachfen  und  Meifen  nit  lär  laufen,  wann  hiedurch  geet 
des  villeicht  vil  gen  Nürmberg,  auß  Bolen,  Breußen,  von  Lu«? 
beok  und  der  Schlefing.  fo  haben  wir  darin  auch  nit  fo  bö*- 
fen  wind ,  künnen  auch  leut^  die  uns  darzfi  helfen,  bekomen,  10 
was  uns  dann  da  und  funll  an  allen  orten  furftoßt,  daß  wir 
das  felbig  alles  freßen  und  hintragen ,  damit  wir  nit  hungers 
Kerben,  fchadt  nit  ob  fchon  zS  zeiten  einer  nider  leit.  es  ift 
beßer  voller  tod  dann  hnngerigs  leben:  es  ift  umb  die  bälg 
und  heut  zu  thfin.  es  wil  on  das  iez  ein  ieder  baur  ein  wolfs-  u 
beiz  oder  fuchsrock  tragen,  als  weren  fie  edel  worden,  aber 
die  namhaftigen  ftdlftet,  der  ir  wölf  euch  lang  gebraucht,  d^ 
m&ßent  ir  und  wir  uns  n&.  ganz  entfchlagen,  als  da  find  das 
Kneblinscreuz,  die  Bfibenbäum,  die  Hochfcheiner  ßeig  und 
Winsbeimer  hart  in  Franken,  auch  der  Hauzmar  bei  Bamberg,  » 
der  Erlinger  wald,  vor  dem  Rieß,  das  Hertfeld  und  auf  Hau- 
Ter  ßeigen  bei  dem  Schenkenßein,  die  Kniitlinger  fteig  und 
alleZückmentel:  dann  dafelbft  wurd  man  ftreng  auf  uns  daufen. 
und  für  folche  fellftet  m&ßen  wir  feltfame  ort,  dar  vor  nit  ge- 
feilt worden,  einnemen  und  ein  ieklichen  bufch  nnfem  hag  S5 
laßen  fein«    fo  mügen  wir  zfi  zeiten  auch  rat  fchaffen. 

Wolf 
Das  gefeit  mir  warlich  auch  wol  und  wil  darbei  bleiben, 
folicbs   meinen  gefellen  verkünden  und  daß  fie  dem  fleißig 
nachkomen,  mit  emft  vermanen,  biß  auf  mitterfaften,  fo  wol-  30 
len  wir  wider  hie  zufamcn  komen  und  was  uns  weiter  zfi 
th&n  fei,  wider  ratfchlagen. 

Fuchs 
Es  fol  gefchehen:  woUens  den  winter  alfo  verfSchen.  kompt 
zeit,  fo  kompt  rat,  wil  es  die  leng  ie  kein  g&t  th&n,  mößen  n 
wir  uns  wider  dienßs  und  gfiten  willens  gegen  den  adlem 
und  Iowen  dar  th&n.    das  hat  mich  der  falk  im  Kochertal 


72 

gelernt,    wer  weiß,  fie  mochten  uns  begnaden  und  wider 
g&tlicb  pfnaifohen. 

Wolf 
Es  mocht  wol  gegen  ein  teil  gefchehen,  aber  vil  auß  ans 
5  werden  fie  nit  mer  getrauen. 

Fuchs 
Ei  mit  der  zeit  vergißt  man  vil.  ich  hab  des  dinge  Tor  mer 
gefehen  und  bin  nit  alt.  es  komptoft,  wann  man  einen  bedarf, 
man  nimpt  in  von  dem  galgen.  fo  haben  wir  dannocht  nicht 
10  gar  geßolen,  wol  der  gleichen  wollen  g&t  gewinnen,  daß 
wir  uns  lenger  hetten  zä  füllen,  wann  uns  dann  die  adler 
und  lowen  wider  günftig  werden,  dorfen  wir  uns  nimmer 
▼er  den  bauren  beforgen.  dammb  &x  hin,  mein  lieber  wolf ! 
glück  zö  auf  unfer  feiten  I  du  wirft  yilleicht  heint  wider  bei 
15  deinem  waltbr&der  bleiben. 

Wolf 
Ein  felig  jarl  ich  kan  mein  br&der  nit  yerbeßem. 

Fuchs 
Lieber,  heiß  dir  heint  wider  etwas  auß  feim  b&ch  lefen. 
ao  er  ift  gerecht,    ich  wil  mich  da  hinein  in  das  nechft  weiter 
hinder  ein  fcheuren  trucken,   ob  mir  auf  morgen  ein  hau 
{urß&nd,  daß  ich  hett  anzebeißen. 

Wolf 
Wolan,  lieber  fuchs,  fo  laß  dirs  wol  fchmeckenl 

Gedicht  durch  Hans  Bechler  tou  Scholbrunnen. 


IV. 


VON  DER  GÜLT. 

HIE  KOMPT  EIN  BEUERLEIN 

ZU  EINEM  REICHEN  BURGER.    SO  KOMPT  EIN 

PFAEF  AUCH  DARZÜ  UND  DARNACH  EIN  MÜNCH. 

GAR   KURZWEILIG    ZU   LESEN. 


Beuerlein 
Got  gr&ß  euch,  lieber  herri  got  gr&ß  euch! 

Burger 
Guts  jar,  beuerleint  gute  jarl  wo  zeuglhi  her ^  liebs  beucr- 
leip?  & 

Beuerlein 
Ich  ziehe  da  her:  ,ioh  wolt  einft  lugen  was  ir  theten. 

Burger 
Ich  weiß  nicht  zu  thun  dann  ich  fitz  hie  und  zel  mein  gelt 
einit  10 

Beuerlein 
Lieber  her,  fol  ich  ein  weil  zu  euch  nider  fitzen?    ich  wolt 
gern  ein  weil  mit  euch  kofen. 

Burger 
Wol  an,  liebe  beuerlein,  kos  her!  was  wiltu  mit  mir  kofen?  u 

Beuerlein 
Lieber  her,  wer  hat  euch  alTo  vil  gelte  geben,  daß  ir  alfo 
(itzent  zu  zelen? 


u 

Burger 
Liebs  beiierlein,  was  fragftii,  wer  mir  das  geh  geh:  das  wil 
ich  dir  fagen.    da  kompt  ein  bauwer  und  bitt  mich,  ich  Fol 
im  X  oder  XX  gülden  leihen,     fo  frag  ich  in  balt,   ob  er 

&  nit  hab  ein  gute  wis  oder  ein  guten  acker.  fo  fagt  er  balt 
'ja  herr,  ich  hab  ein  gute  wis  und  guten  acker:  die  zwei 
ftuck  feint  hundert  gülden  wert.*  fo  Tag  ich  zu  im  Volan, 
wiltu  mir  das  gut  einfetzen  zu  pfant  und  wilt  mir  ein  gül- 
den gelts  alle  jar  geben,  fo  wil  ich  dir  XX  gülden  leihen.* 

10  fo  ift  der  bauwer  fro  und  fpricht  'ich  wil  es  euch  gern  ein<> 
fetzen.*  'ich  wil  dir  aber  fägM,  wann  du  den  gülden  gelts 
jars  nit  außrichß,  fo  werd  ich  das  gut  ann^nen  für  mein 
eigentum.*  fo  ift  der  bauwer  wul  zu  friden  und  yerfchreibt 
mirs  alfo.    ich  leihe  im  das  gelt,  er  reicht  mir  ein  jar  zwei 

15  oder  drei  die  gült,  darnach  fo  kau  er  die  gfilt  nit  mer  rei- 
chen: fo  nem  ich  das  gut  an  und  floß  den  bauwem  darvon. 
fo  überkom  ich  das  gut  und  das  gelt,  alfo  gefchicht  mir 
auch  der  gleichen  mit  hantwerks  leuten.  hat  er  ein  gut 
haus,  ich  leihe  im  auch  daruf,  biß  ichs  hinder  mich  bring. 

90  damit  uberkom  ich  groß  gut  und  gelt,  da  vertreib  ich  mein 
zeit  mit. 

Benerlein 
Ich  hab  gewent,  es  wuchern  nur  die  Juden,  fo  hör  ich  wul, 
ir  künden  auch  darmit 

25  Burger 

Du  fagft  Ton  wucher.      ift  doch  niemants  hie  der  mit  wu- 
eher  umb  geet    was  mir  die  banwern  bringen,  das  ift  gult. 

Beuerlein 
Wann  euch  der  wucher  nit  zu  haus  kem,  wo  blib  dann  die 

30  gült?  was  ift  gült  anderft  dann  wucher  ?  dann  ir  hapt  gelt 
uf  pfant  gelauhen  und  nempt  alle  jar  euem  genuß  darron, 
als  wann  ein  jud  uf  pfant  leicht,  ir  wolt  im  aber  einen  foli- 
chen  fubteilen  namen  geben  haben,  ja  es  heiße  gült 

Burger 

55  Du  fagft  als  von  dem  wucher.  hat  nit  unfer  herr  got  ge- 
fugt, wir  foUen  einander  zu  hilf  kömen  in  nöten  und  einan- 
der furftrecken? 


75 

Benerlein 
Ja  hat  aber  unfer  herr  got  nit  gefagt   'du  fok  nit  genuß 
nemen  Yon  hingelanben  gelt,  wann  der  Jbibig  genuß  iß  wucher*? 

Burger 
Du  biß  ein  gut  gefelL    folt  ich  nichts  von  dem  hingehiuhen  » 
gelt  nemen,  wer  wolt  mir  dann  mein  gelthaufen  groß  machen? 

Benerlein 
Ich  fehe  und  hör  wul,  daß  ir  nur  daruf  umb  gent,  daß  ir  den 
gelthaufen  groß  machent  und  vil  gelt  und  gut  überkoment, 
und  gehent  da  her,  blafen  mit  den  dicken  backen  und  großem  lo 
bauch,  als  wolt  ir  fprechen  Veichent  auß  dem  wegl  da  her 
far  ich.'  es  iß  aber  eine  große  Ichwere  Cund,  tag  ich  euch 
furwar. 

Burger 
Daß  dir  got  den  riten  geb  als  baueml  was  lagßu  mir  von  is 
meinem  blafenden  dicken  bauch!  hat  didi  der  teufel  hie  rein 
getragra,  daß  du  mich  wilt  alfo  fchumpfiem  in  meinem  haus? 
wer.es  alfo  unrecht,  die  pfa£Fen  nemen  kein  gült  von  ge- 
lanhen  gelt  geh  hin  auß  in  daufent  teufel  namenl  wa^ 
hon  ich  mit  dir  zu  fchaffen?  lo 

Benerlein 
Ei  nein,  ei  ei  ei  herr,  ir  wolt  zürnen!  ei  wöl  hom  die  herm 
aUb  ungern,  wann  man  in  die  warheit  fagt,  fo  blitzen  fi 
binden  und  fom,  als  da  ein  efel  ein  lack  uf  im  tr^  und 
wolt  in  gern  ab  werfen,  fo  iß  im  doch  der  fack  zu  fchwer,  25 
er  bleibt  im  doch  uf  dem  hals  ligen.  alfo  bleibt  dem  Wuche- 
rer fein  namen  auch  klaiben« 

Burger 
Daß  dich  die  drus  und  beul  an  kom!   het  ichs  getraut,  ich 
het  dir  nit  als  vil  gelagt,  wie  ich  mein  gut  oder  gelt  über-  so 
kom.    ich  mein  daß  mich  der  teufel  mit  dir  hab  befchißen. 

Benerlein 
Ei  ei  her,  ir  thunt  als  wolt  ir  gern  zürnen,   ich  mach  doch 
nichts  auß  euer  gült  daim  was  es  vor  iß. 

Burger  3» 

Seit  ich  aber  nit  zürnen,  daß  du  mir  mein  gült  wilt  zu  Wu- 
cher machen,  und  dir  vor  gefagt  hab,  wer  es  wucher  oder  un- 
recht gut,  die  p&ffen  nemens  nit 


76 

Beuerlein 
Ja  ja  ir  macht  daß  ich   fchier  gern  lecht.    der  pfaff  darf 
eben  als  halt  in  dreck  fallen  als  ich  oder  ir. 

So  kumpt  eben  ein  pfaff  darza  und  hört  was  die  zwen  mit  einander 
h  reden. 

Burger 
Her,  feint  mir  got  willkomen!   wol  kompt  ir  alfo  gerecht, 
ich  muß  euch  fagen,.  wie  es  mir  mit  dem  fchentlichen  beu- 
erlein  ei^angen  ift.  ich  ßtz  ober  meinem  difch  und  zel  mein 

10  gelt  einll,  fo  f&rt  der  tenfel  diß  beuerlein  hie  rein  und 
fragt  mich,  wie  ich  das  gelt  &berkomen  het.  da  fagt  ich 
im,  wie  es  mir  von  meinen  gulten  würd,  die  ich  jars  fallen 
hab.  fo  wil  er  mir  aber  ein  wucher  darauß  machen,  ich 
hab  dat  für,  wer  es  unrecht,  ir  pfaflen  lihen  nit  alfo  gelt 

u  auß  umb  gült.    was  fagen  ir  dar  zu? 

Der  pfaff  fahe  das  benerlein  an  und  fprach: 
Pfaff 
Beuerlein,  wo  kumßu  da  her  daß  du  wilt  auß  gfilt  wucher 
machen?    mag  einer  nit  umb  fein  gelt  kaufen  was  er  wil? 

M  Beuerlein 

Ei  ei  ei  ich  lacht  fchier  gern,  daß  ein  grindiger  dem  andern 
fo  fanft  krauelt.  der  pfaff  leit  audi  under  dem  gedeck  des 
Wuchers,  gülte  genant  ich  fehe  nit  vil  gult  kaufen,  man 
fagt  alwege,  man  hab  alfo  yU  uf  das  oder  Jens  gut  gelauhen. 

9»  wie  kans  dann  kauft  fein,  fo  es  ein  pfant  iß? 

Pfaff 
Wir  pfaffen  haben  es  macht,  daß  wir  mögen  gelt  hinleihen 
umb  gült,  dann  wir  pfaffen  mfißen  uns  des  erneren. 
Beuerlein 

so  Botz  lung!  ei  botz  bauch!  botz  hanti  wer  hat  euch  die 
macht  gegeben?  ich  hör  wul,  ir  hapt  ein  andern  got  dann 
wir  armen,  wir  haben  unfern  hern  Jefum  Chriftum,  der  hat 
folichs  gelt  leihen  verboten  umb  genuß.  es  ift  aber  darzu 
komen,  wo  ein  gut  ift,  es  feind  ecker  oder  wifen,    gerten 

35  oder  heufer,  es  wirt  durch  die  leut  befchwert  als  wucher, 
gült  genant,  alfo  daß  nichts  nit  mer  frei  ift. 
Der  pfaff  und  bürg  er  fagten  zu  dem  beuerlein  i  Du  wilt 
uns  lauter  geheien  mit  dem  wucher.   es  ift  güH  und  nit  wucher. 


77 

Beuerlein 
Ja  man  teuft  aswei  kint  das  ein  heißt  Fritzel  und  heißt 
es  auch  Friderich,  das  aud^  heißt  man  Henfel  und  heißt 
auch  Hans:  noch  ift  ieglichs  ein  kint.  fragt  man,  was  nun 
das  feint  die  zwei,  fpricht  man,  es  feind  kint«  alfo  ift  auchs 
gelt  hinl^en  umb  genuß.  heißt  maus  fchon  gült,  fo  ift  es 
doch  Wucher,  als  dann  ein  jud  uf  pfant  leicht  der  fein  genuß 
daryon  nimpt.  wir  derfen  aber  halt  keiner  jaden  mer,  dann 
wir  chrißen  habens  fein  gelernt 

So  kumpt  eben  ein  mnneh  aacfa  dansa,  fo  die  drei  alfo  mit  einander  to 
reden,  der  barger,  der  pfaff  und  da«  beuerlein. 

Beuerlein 
Nun  ift  der  reien  ganz,    pfeif  uf,  pfeifer! 
Etpricht  der  burger  mit,  den  dicken  backen  und  mit  dem 
großen  bauch  zu  dem  beuerlein:  Schweig  in  taufent  teufd  ts 
namen  als  anmechtigen  beuerleins!    hat  dich  der  teufet  in 
mein  haus  getragen,  der  trag  dich  auch  wider  hinauß! 

Beuerlein 
Bi  ei  ei  lieber  herr,  nit  zürnt  1  dann  auß  zom  entftet  nichts 
guts.  ir  mocht  heßlich  werden,   ir  fehent  wol,  wie  der  münch  so 
fo  glat  ift  umb  die  backen,   daß  in  euer  frau  nit  lieber  ge- 
wenn  dann  euch,  darumb  fo  h&ten  euch  vor  zorn,  dann  die 
münch  fchalkhaftig  feint. 

Münch 
Liebs  beueriein,  warumb  redeftu  alfo?  n 

So  hebt  der  burger  gleich  an  als  ein  hitziger  man,  dem 
die  fach  hart  an  lach,  die  gült  lach  im  im  fin,  daß  im  das 
beuerlein  wncher  darauß  wolt  machen  und  fprach  zum  münch: 
Herr,  fol  ich  euch  nit  fagen,  wie  es  mir  mit  dem  fchendli- 
ehen  beuerlein  gegangen  ift?  ao 

Beuerlein 
Herr,  ir  zürnt  aber  einft. 

Burger 
Schweig  in  taufent  teufel  namen  I  kan  ich  dann  nit  zu  reden 
komen  vor  dir?  ss 

Beuerlein 
lez  fcbweig  ich. 


78 

Barger 
Lieber  berr,  ich  faß  beut  ober  meinem  difcb  und  zeit  mein 
gelt  einft:  !o  kompt  das  beuerlein  alfo  fein  einher  ge- 
Ibhmeigelt  mid  hub  an  mit  mir  zu  reden,  wo  mir  das  gelt 
»her  kom.  da  Tagt  ich  im,  es  wfird  mir  von  meiner  gült  die 
ich  jerlioh  fallen  hab.  fo  wil  er  mir  aber  ein  wucher  darauß 
machen,    was  fagt  ir  darzu? 

Münch 
Lieber  herr,  feint  zufriden!  ich  wil  im  wul  mit  guten  wor- 

10  ten  einreden  was  ich  wil,  dann  die  bauren  laßen  in  nit  gern 
etwas  mit  boohen  an  gewinnen,  als  ir  dann  gegen  im  uf 
gewüß  feint 

Burger 
Wol  an,  lieber  herr!  nement  das  beuerlein  heimlich  zu  euch 

u  an  ein  ort  und  reden  ir  weiters  mit  im,  daß  ir  in  künt  dar- 
Ton  bringen;  dann  ich  und  der  pfaff  haben  nichts  an  im 
künnen  gewinnen,  er  hat  uns  antwort  darauf  geben« 
Der    münch  der   nam   das  beuerlein  zu  im  und  fpraob: 
Liebs  beuerlein,  fagt  mir  eins!  warumb  fagAu  daß  die  galt 

M  Wucher  fei  und  iß  doch  nit  alfo«  es  leicht  einer  fein  geh 
auß,  daß  er  fein  genießen  wolL  ich  hör  wol,  wann  ein 
kaufman  etwas  kauft  und  gewint  etwas  daran,  es  m&ß  wo«* 
eher  fein. 

Beuerlein 

sft  Ei  der  botz  lungl  ei  wol  ein  hüpfche  gleichung  ift  das! 
wann  ein  kaufman  etwas  kauft  umb  fein  gelt,  fo  muß  er 
im  nach  ziechen  in  regen  und  fchne,  in  dreck  und  in 
kot  wandern,  biß  er  es  widerumb  yerdreibt.  wann  er  es 
yerdreibt,    fo   ift  fchon   haubtgelt   und   verluft  bezalt  und 

so  muß  darbei  große  forg  haben ,  daß  im  'das  gut  nit  su 
fchanden  werd.  aber  mit  der  gult  ift  es  anders,  wann  euwer 
einer  gelt  hinleicht  umb  gült,  fo  leicht  ers  nit  hinwek,  er 
hab  dann  zwifeltig  gewis  pfant  darfur,  und  ift  des  gelauhen 
gelts  zwanzig,  nimpt  er  hundert  gülden  darvon.    dannoch 

u  ift  nichts  an  dem  hauptgelt  bezalt  alfo  gehet  der  wucher 
für  und  für,  gült  genant. 

Münch 
Liebs  beuerlein,  fchweig  ßilll  wir  haben  gnug  geredt  von  difen 
dingen. 


79 

Beuerlcin 
Ja  ich  weiß  wol  daß  ir  leut  nit  gern  horcnt  die  warheit  lagen. 
Der  münch  gieng  widerumb  zum  pfaffen  und  zum  burger 
nnd  fprach:  Lieben  herrn,  ich  meint,  ich  wolt  rat  haben  ge- 
fcbafit  gegen  dem  beurlein,  ich  hab  es  aber  nit  zu  wegen  i 
kmuien  bringen,  ich  rat,  daß  wir  lugen  daß  wir  fein  ledig 
werden,  daß  er  nur  fchweig. 

Alfo  wurden  die  drei  der  fachen  eins  und  fprachen  zum  beu- 
erlein:  Wol  an  beuerlein,  wir  woUen  uns  fcheiden  und  alle 
ding  alfo  laßen  befton  und  fchweig  alfo  Hill.  lo 

Beuerlein 
Wolan  ich  wolt  erll  gern  mer  mit  euch  gekoft  haben,  fo  t^at 
es  fcfaon  ein  end.    wolan  gnad  herr,  ir  lieben  herrni  ich 
anns  beuerlein  ich  far  dar  von.    aide,  aide!  gult  bleibt  Wu- 
cher immer  mer.    ei  ei  gültl  » 


V. 


EPISTOLA 

DE  NON  APOSTOLICIS  QUORÜNDAM  MORlBüS 

QUI  IN  APOSTOLORUM  SE  LOCUM 

SüCCESSISSE  GLORIANTÜR- 


LUCIFER  princeps  tenebrarum,  trillia  profiindi  Acherontis 
regens  imperia,  dux  Herebi,  rex  inferni  rectorque  gebenns, 
univerfis  fociis  regni  noßri,  filiis  fuperbiae,  praecipue  modems 
ecclefisB  principibus,  de  qua  noller  adverfarius  Jefas  Chri- 
5  ftus  per  prophetam  praedixit  *odivi  eccleliam  malignantiuin% 
falutem  quam  vobis  optamus,  et  nofiris  obedire  mandatis  ac, 
prout  incepißis,  legibus,  parere  fathanaB,  et  noAri  juris  prae- 
cepta  jugiter  obfervare* 
!  Dudum  quidem  Chrilti  yicarii,  fequentes  ejus  veßigia,  Iignis 

10  et  virtutibus  conifcantes,  et  docentes  fub  quadam  .paupere 
vita,  per  ipforum  praedicationes  et  opera  quaü  totum  mun- 
dum  a  DoIh'aB  tyrannidis  jugo  ad  fuam  converterunt  doctri- 
nam  et  vitam,  in  noftri  Tartarei  regni  illufionem  maximam 
et  contemptum,  nee  non  in  noßras  jurisdictionis  non  modi- 

15  cum  praejudicium  et  gravamen,  non  verentes  noilram  laedere 
potentiam  et  terrificam  noitri  llatus  offendere  majeßatem« 
illo  namque  tempore  nuUa  recipiebamus  a  mundo  tributa, 
nee  concurfu  folito  catervatim  veniebant  ad  noilra  barathri 
limina  flebile  vulgus,  fed  via  procliyis  et  lata,  quae  ducit  ad 

90  mortem,  fine  ullo  ßrepitu  manebat,  nullis  miferorum  grellibus 


81 

üonciücata ,  et  tota  noibra  yacante  curia  ululabat  infernus 
gemens  anzius  et  fpoliatus.  quod  nofhri  Plutonis  impatiens 
feritas  amplius  ferre  noiuit,  neque  dira  ducis  inclementia 
potuit  diatius  tolerare.  Ted  prsecaventes  et  in  poßerum  ob- 
viantes  periculis  de  remedio  proyidimus  opportuno  et  loco  5 
ißoram  adverfantiam  prophetarum  et  duodecim  apoftolonim 
csteronimgue  feqaentiam  moribus  et  doctrina,  per  noftram 
aftutiam  atque  potentiam  fuccedere  fecimus  vos,  qui  moder- 
nis  temporibus  ecdefi»  prasfidetis,  Beut  ille  de  vobis  dixit 
Osee  yill  capitulo  Vegnaverant  et  non  ex  me.^  femel  nam->  lo 
que  promifimus  omnia  regna  mnndi  (Mattbaei  IV  capitnlo), 
fi  cadens  nos  adoraret.  ipfe  vero  noluit  dicens,  quod  reg- 
Qum  fuiim  non  erat  de  hoc  mundo,  et  fugit  quando  turb» 
Yolnerunt  eum  in  regem  eligere  temporalem,  in  vobis  autem, 
qui  de  ftatu  gratiae  cecidillis  et  nobis  miniltratis  in  terris,  15 
impleta  eft  promüBo  et  jam  per  nos  et  a  nobis  terrena  qu» 
vobis  contulimus  humana  imperia  polfidetis.  ille  enim  de 
vobis  dixit,  ut  fcitis:  'venit  princeps  mundi  bujus  et  in 
me  non  habet  quicquam.*  fed  fuper  omnes  filios  fuper- 
bis  voluit  nos  regnare.  fubjidebantur  itaque  principibus  io 
hujus  feculi  in  temporalibus  noftri  adverfarii  antedicti  et  hoc 
docebant  dicentes  *fubjecti  eßote  omni  creaturae  propter  deum 
five  regi*  etc.  et  rurfum;  'obedite  praepofitis  veftris.^  fic  enim 
magifter  eorum  prafpofuerat  et  prseceperat  dicens  'reges  gen- 
tium doroinantur  eorum  et  qui  poteßatem  habent,  benefici  95 
vocantur.^  vos  autem  non  fic.  et  (ficut  praediximus)  defpi- 
cabilem  vitam  et  inopem  gerebant  in  continuis  laboribus  et 
asrumnis,  ut  nos  vobis  diximus.  vos  autem  non  fic.  vene« 
nnm  diu  eft  effufum.  jam  eftis  inflati.  jam  et  ipfis  primis 
patribus  eftis  non  folum  dispares,  fed  penitus  contrarii  in  ao 
moribus  et  vita,  fuper  omnes  elati  et  omnia  pollidentes  ef- 
fecti,  nee  reddentes  quae  funt  Casfaris  Cabfari,  nee  quae  funt 
dei  deo.  primo  fecundum  noftra  decreta  utriusque  gladii 
jufticiam  exercentes  vel  jurisditionem,  vos  mundanis  immif- 
cetis  et  nobiscum  militantes  faecularibus  negociis  implicati,  ss 
de  paupertatis  miferia  gradatim  afcenditis  ad  culmen  hono- 
nun  et  ad  fumma  faftigia  dignitatum  per  aftutias,  practicas 
et  fallacea  fabricas,  per  hypocrifim,  adulationem,  mendacia, 

6 


perjuriA,  proditiones,  fraudes,  limoniae  et  cseteras  neqnitias 
ampliores,  quam  excogitare  poITent  noftrae  ftiriae  infernales, 
cum  autem  illuc  perveniAis,  non  fufficit,  Ted  eftis  famelici 
plus  quam  ante,  pauperes  opprimitis,   omnia  rapitis,  totum 

I  pervertitis  inflati  fnperbia  luxuriofe  viventes.  in  deliciis  et 
fruitionibus  corporalibus  ducitis  in  bonis  dies  veftros,  Yoca- 
tis  Tobis  nomina  in  terris,  tos  deos  fanctos  et  fanctillimos 
appellando.  bona  etiam,  quse  aut  violenter  rapitis,  aut  per 
abufiones  dolofe  fubripitis  et  fallaciter  extorquetis,  aut  falfo 

10  titulo  poflldetis ,  qnas  pro  fufientatione  pauperum  .Cbrifii 
(quos  odimus)  fuerunt  antiquitus  erogata,  in  ufus  vobis  pla- 
citos  expenditis.  unde  meretrices  et  lenonum  turbas  nutri* 
tis,  cum  quibus  equitantes  pompatice  velut  magni  principes 
inceditis,  aliter  quam  illi  pauperes  Chrifti  facerdotes  eccle- 

15  fiae  primitivse.  vobis  aedificatis  palatia  onmi  amenitate  et 
pulchritudine  plena  fpectabilia.  comeditis  cibaria  et  bibitis 
vina  omni  curiofitate,  delicatione  .et  leccacitate  exqiiifita. 
thefauros  coadunatis  infinitos,  non  ficut  ille  qui  dicebat  'ar- 
gentum  et  aurum  nön  eil  meum.'    vos  aürea  fascuJa  repara- 

90  ftis.  o  focietas  gratüüma  daemonibus,  nobis  olim  per  pro- 
phetam  promiflTa  et  ab  illis  priTcis  temporibus  antiquitus 
reprobata,  dum  te  ChriAus  vocavit  fynagogam  fathanae  et 
te  iignavit  per  meretricem  magnam,  quae  fornicata  eft  cum 
regibus  terrae,  facta  de  matre   noverca,    de  fponfa  Chrifii 

»  adultera,  de  caßa  meretrix.  confractae  funt  mammas  puber- 
tatis  tuaß,  charitatem  tuam  primam  reliqiüfti  et  nobis  adhae- 
Mi.  o  dilecta  nofira  Babylon,  o  cives  nofiri,  qui  huc  de 
Hierufalem  transmigraftis,  tos  merito  diligimus,  vobis  ap- 
plaudimus,   quia  leges   Simonis  Petri  negligitis    et  legibus 

so  Simonis  ^agi  amici  noßri  penitus  adhaeretis.  ipfas  tenetis 
ad  unguem  et  publice  exercetis,  in  templo  dei  vendentes 
et  ementes  fpumalia  contra  Chrifti  prascepta.  dülribaitis 
beneficia  et  honores  aut  prece  aut  precio  aut  pro  turpt 
fervitio  feu  favore   et  ecclefiaßicas  dignitates ,   reprobando 

8s  dignos  et  indignos  promoventes,  utpote  garciones,  lenonea 
aut  ignaros  veßros  nepotes  aut  filios  proprios  ad  Cbrifti 
haereditatem  evocatis,  ut  fanctuarium  dei  hsreditarie  polli- 
deatis,  et  uni  puero  multas  confertis  praebendas,  quarum 


J3 

minimam  probo  pauperi  denegatis.  perfonam  accepitis  et 
innnmeram  curam  habetis  pecuniarum  et  non  anknaruin.  do- 
mnm  Chrifti  feoißis  fpeluncam  latronum.  onmes  ^abtifus, 
omnes  extorfioneB  in  ßilo  veßro  plus  millefiee  practicantur 
quam  apud  faBCuIares  tyrannos.  leges  Aatuiflis  et'  eas  non  i 
tenetis  et  totum  veftra  dispenfatione  ad  libitum  dlflipatis. 
jnftificatia  impium  pro  muneribus  et  julticiam  jußi  anfertis 
ab  eo.  et  omnia  genera  fcelerum  et  fcelera  generum,  prout 
▼ofamms,  perpetratis  et  multum  veftri.  gratia  in  noibro  fervi- 
tio  infudatis ,  potiffime  quantum  ad  deßructionem  fidei  lo 
Cliriftian».  jam  enim  laici  de  fide  haefitant  et  fi  quas  fibi 
prasdicatis  quandoque  (licet  raro)  tarnen  non  credunt,  quando 
▼ident  manifefte,  quod  quilibet  veftrum  contrarium  operatur 
et  fic  oftenditis  aliud.  elTe  quam  dicitis.  unde  ipfi  vos  fequen- 
tes,  qoi  fibi  ellis  in  exemplum  jam  ut  phirimum  bene  utuntur  u 
regidis  noßris  irruentes  in  pelagus  Titiorum.  et  ad  firmatas 
fedes  barathri  aüQdue  confluit  ipforum  maxima  multitudo.  tot 
enim  ex  omni  hominum  genere  nobis  quotidie  transmittitis, 
qnot  eapere  non  poITemus,  nifi  noflrum  chaos  inlatiabile 
milie  faacibus  additis  innumerabiles  animaa  deglutiret.  et  lo 
fic  etiam  per  vos  noftri  imperii  principatus  extitit  reformatus 
et  damnom  nobis  importabile  eil  refiitutum.  unde  vos  habe-^ 
mns  Tiriliter  commendatos  atque  Tobis  grates  magnas  refe- 
rimus,  tos  nihilominus  exhortantes,  ut  perfeTeretis  ficut 
fiicitis  uHerins  procedendo,  quia  per  tos  intendimus  totum  95 
mundnm  fub  nofiram  ditionem  iterum  revocare.  jam  enim 
mnltitudine,  quam  nobis  quotidie  defiinatis,  bis  obfcuris  re- 
ceffibas  mirabiliter  occupati,  vobis  interim  committimus  vices 
nofiraa  et  volumus  vos  nofiros  efie  vicarios  vel  minifiros, 
qnia  etiam  de  milBone  propinqua  AntichrüU  cogitamus,  cui  so 
viam  optime  prasparatis.  in  vefirum  tarnen  confilium  et 
auxiKum  de  Stygiis  eminentibus  et  fatrapis  inferni  aliquos 
deßinamos  vel  deputamus,  quorum  fuggeltionibus  acquiefcere 
et  dolofis  inventionibus  addere  veftra  aßutia  confuevit  et 
novit  prudentia.  infuper  vobis,  qui  fummum  tenetis  apicem,  u 
confiilimiis  ad  cautelam,  ut  inter  principes  feculi  pacem 
fioticie  procuretis,  fed  ecclefiaß  caufa  discordiam  nutriatis: 
et  fic  aftute  Komanum  imperinm  defhiietis.    ita  nee  permittatis 

6* 


84 

aliquod  regnum  nimiuin  ampliarin  ne  forte  nimis  fortificati 
et  pacexn  habentes  velint  deprimere  veftrum  Aatum  et  a  vo- 
bis  auferre  thefauros,  quos  apad  tos  in  depofito  pro  Anti- 
chrifio  fecinms  refervari,  commendatas  habentes  noAras 
5  charilBmas  filias  Superbiam,  Avariciam,  Fraudem,  Luxu- 
riam  et  alias,  praccipue  dominaln  Simoniam,  quae  tos  fecit 
ac  propriis  lactavit  uberibus  et  nutrivit  ipfamque  non  vo- 
cetis  Simoniam  feu  peccatum ,  quia  omnia  veAra  funt. 
nihil  poteftis  vendere,  quia  de  proprio  folvuntur,   nee  tos 

10  eßis  fuperbi,  quia  talem  requirit  magnificentiam  ftatus  veßer, 
nee  avari,  quia  pro  fancto  Petro  eid  quicquid  congregaÜB. 
et  de  thefauris  ecclefias  feu  patrimoniis  crueifixi  promoveatifl 
yeftros,  ficut  Chrüfais  ad  apoftolatum  vocavit  cognatos  et 
notos  et  ficut  ipfi  vocabantur   ad  ftatum  pauperem  et  hu- 

ift  milem  ,  fic  et  vos  veftros  vocate  ad  ßatum  divitiarum  et 
fuperbiae.  ipfique  reliquerunt  omnia,  vos  autem  non,  quia 
pro  defendendo  ecclefiam  veflra  bona  tenetis  et  fic  de  aliis, 
fed  ut  melius  noftis  perpetrate  vitia  fub  virtutum  fpecie 
palliata,  allegetis  pro  vobis  et  glofetis  distorte  et  adduca- 

so  tis  ad  yefirum  propofitum  indirecte.  et  fi  quis  prsedicet 
contra  tos  aut  doceat,  ipfum  excommunicantes  violenter 
opprimite  et  a  vobis  tanquam  haereticus  condemnetur.  eaque 
ideo  faciatis,  ut  valeatis  locum  habere,  quem  yobis  paramus 
fub  noftro  habitaculo  in  fecretißimo  fundamento ,  quod  vobis 

»  fingnlariter   relervamus,   in    quod  quisquam    nondum   novit 
accedere  exceptis  majoribus  fatrapis  regni  noftri.    vos  enim 
nee  fperatis  futurum  praemium,  nee  formidatis  sßtemum  fup- 
plicium,  ideoque  nee  vitam,  quam  non  creditis,   habebitis^  , 
fed  nobisoum  mortem  obtinebitis,   quam  dum  vivitis  non  ti- 

so  metis.  valeatis  illa  felicitate  qua  vos  defideramus  et  inten- 
dimus  finaliter  praemiare.  datum  apud  centrum  terrae  in 
noftro  pnlatio  tenebrofo  praefentibus  catervis  daemonum) 
propter  hoc  fpecialiter  vocatorum  ad  noßrum  confifioriom 
dolorofum.    fub   noftri  terribilis   figneti  charactere  in  robur  i 

si  praemiflbrum.  anno  apalatii  noftri  fractioneacconfortum  noftro-  I 
rum  fubfiractione  millefimo  trecentefimo  quinquagefimo  primo. 

Beelzebub 
vefter  fpecialis  amiöus. 


VI. 


AIN  GROSZER  PREIS 

SO  DEli  FÜRST  DER  HELLEN  GENANT  LUGIFEU 

lEZT    DEN    GAISTLICHEN 

AI.S  BÄPST  BISCHOFF  CARDINEL  UND 

DER  GLEICHEN  ZÜ  WEIST   UND   EMBEUT. 

1521. 


Wir  Lueifer,  ain  künig  der  heUen,  ain  furß  der  finßerDUS, 
herzog  uad  regierer  trauriger  herfchaft  ewiger  Terdamnus, 
embieten  allen  und  iedem,  infonderhait  nnfers  reichs  ßinen 
und  gefellen  der  ho£fart,  den  prelaten  der  chriftenlichen  kir- 
eben  difer  zeit,  von  denen  unfer  widerfacber  Jefus  CfariAus  5 
durch  den  propheten  gefagt  hat  *ich  hab  gehaßet  die  kirchen 
der  boshaftigen/  hail,  das  wir  euch  wünfchen  und  difen  un- 
fern geboten  gehorlam  ze  lein,  als  ir  für  genomen  habt  zfl 
leben  nach  dem  gefatz  Sathane,  alfo  foUen  ir  auch  difs  un- 
ferg  hofs  litten  halten,  nach  dem  leiden  Chrifti  und  feiner  lo 
himelfart  haben  lant  Peter  und  XXXII  bäpß,  ßathalter  und 
nachvolger  Chrifti  und  feiner  fußfiaffen,  die  erleucht  waren 
mit  tagenden  und  wunderzaichen  und  wanderten  in  dem&ti- 
ger  annut  ob  dreuhundert  jam  biß  auf  den  bapft  Silvefter, 
dureh  ir  predig  und  tugentfam  werk  bei  nahent  die  ganzen  15 


86 

weit  von  unfer  w&tender  herfcbaft  bekert  zfl  irer  1er  und 
erbem  leben,  unferm  bellifchen  reich  zu  fpot  und  Verachtung, 
auch  nit  wenig  zii  abpruch,  befch werden  und  Verletzung 
unfers  gericbtszwangs  und  herfchaften,  indem  fie  nit  gefcho- 

i  net  haben  unfern  furftlichen  gewalt  und  irdifche  herfchung  zu 
fchmeleren.  denn  z&  den  felbigen  zeiten  haben  wir  gar  we- 
nig einkumens,  tribut  oder  nutzung  von  der  weit  empfangen, 
nach  dem  der  gewonlich  z&fal  der  weinenden  feien  mit  fcbaren 
z&  unferm  gebiet  ze  kumen,  erlegen  was  und  blib  der  weg 

logen  hellen,  der  doch  zfi  tal  geet  und  weit  gebaut  ift,  on- 
gewandlet  und  was  ain  folichs  abnemen  unfers  hofs,  daß 
fich  die  hell  mit  feufzen  folcher  entfetzung  fchwerlioh  be- 
klagt, das  die  graufam  ungedultigkait  unferer  feurigen  her- 
zen hat  lenger  nit  gedulden  noch  vertragen  mügen.  darumb 

1»  folichs  fiirzekumen  künftig  zeit,  haben  wir  nottiirftig  einfe- 
hens  gehabt  und  ander  nachvolger  Chrißi  in  litten  und  leben 
durch  unfer  kunil  und  macht  verordent  und  gefezt,  euch,  die 
z&  difen  zeiten  verwefen  fein  kirchen,  als  der  felb  Jefus 
unfer  widerfacher  felbs  gefprochen  hat  von  euch  'fi  herfohen 

90  aber  nit  auß  mir.*  wir  haben  dem  felben  Jofus  ain  mal 
zägefagt  und  verhaißen  alle  reich  der  weit,  fo  er  nider  fiel 
und  uns  anbetet  er  hat  aber  uns  und  unfer  gelüpt  ver- 
fohmecht.  er  fagt  'mein  reich  iß  nit  von  difer  weit*  und 
wich  von  den  fcharen,  die  in  weiten  welen  zu  ainem  zeitli- 

js  chen  künig.  aber  ir  die  do  abgetreten  feint  vom  ftant  der 
gnaden  und  dienen  uns  auf  difer  erden,  ift  der  obberuert 
unfer  gelüpt  erfült  worden,  iezunt  werdent  durch  euch  'be- 
feßen  g&ter  und  herfchaften,  die  wir  euch  verlihen  haben, 
aber  Jefus  hat  von  euch  gefagt,  als  ir  wißent  'es  wirt  kn- 

ao  men  der  fürft  der  weit  und  wirt  regieren  über  die  fiin  der 
hoffiurt.*  der  felb  Jefus  hat  fioh  underwirfig  gemacht  s& 
zierlichen  dingen  den  furften  der  weit  er  hat  gefagt  z& 
feinen  jungem  *ir  follent  allen  creaturen  underworfen  fein 
nmb  got^es  willen  und  beiunder  dem  künig  als  dem  fume- 

ts  migen.'  mer  hat  er  gefagt  'feint  gehorfam  denen  die  euch 
furgefezt  fint*  alfo  hat  gethan  euer  herr  und  maifter  und 
das  felb  geboten  fprechende  'die  künig  der  völker  herfcheu 
über  li  und  die  da  gewalt  haben,  werdent  genant  wolteter." 


87 

ir    aber    nit    alfo.    als    wir    vor   gefagt    haben ,    da    hmii. 
fi  ain  arms  verfchmechts  leben  geföert  ftetigs  in  dem&tigkait. 
und  mir  iagens  euch  auch,  ir  foUent  nit  alfo  thun,    Tunder 
ir  Tollen  Hellen  und  trachten  nach  reichtämb,    er  und  her* 
fchaflen.    wir  haben  das  gift  lang  anßgegoßen.   iezunt  feint  s 
ir  aufgeblafen  und  dem  felbigen  erften  vater  nit  alain  ungleich, 
fonder  ganz  widerwertig  in  fitten  und  leben,  über  all  ander 
ho£fertig,  und  befitzen  alle  ding  und  geben  doch  nit  dem 
kaifer  das  des  kaifers  ift,  noch  got  was  got  zugehört,  fun- 
der nach  unferm  befohaid  nement  eucli  an    baider  fchwert  10 
gerichtszwang  zu  &ben,  vermifchen  euch  in  weltlich  herfchaft 
und  laifche  hendel.    den  fint  ir  fo  inbrunftig  geflißen,  daß  ir 
euer  gemüet  von  dem  ftant  der  arm&t  auf  die  fpits^  der  zier- 
lichen  eeren  und  nit  die  ffißftapfen  der  patriarchen  werden 
richten  durch  neuen  funt,  practifch  gefcheid,   lißig  betrieg-  u 
liehait  der  kirchen  gebot,  durch  gleifaerei,  mainaid,  falfch 
ablaß,  gaiftlichen  wucher  und  wU  mer  ander  boshait  dann 
unfer  wüetende  und  grim  tobende  gefelfchaft  der  hellen  er- 
denken mochten,    und  fo  ir  dannocht  das  felb  überkumen, 
fint  ir  nit  benüegig,   funder  mer  dann  vor  truckeut  ir  die  so 
armen    nnder ,     ir    nement    alles    das    euch    werden    mag 
mit  fcbalkhait   und  bueberei,    ir   verkerent    die   gerechtig- 
kait    vil    zu    ril    und*  fetzen    euch   felbes    recht    alles   z& 
eoerm  yortail  und  ziehent  all  hendel  und  gericht  an  euch 
and  iagent,  es  fei  kirchen  freihait.     ir  fint  z&  überflüßig  » 
aufgeblafon  in  hofiart,  unkeufchlich  woJleben,  in  begirlichen 
lüften  des  gemuetes  und  des  leibs.    in  ainem  fchein  des  gd- 
ten  erzaigen  ir  euer  tag,  fetzent  euch  felbs  namen  auf  er- 
den, daß  das  ainfaltig  volk  von  euerm  großem  titel  erfchreokt 
werd,  dardnrch  ir  alle  g&ter  und  reicht&mb  oder  mit  gewalt  m 
anoement  .oder  durch  misbrauch  betrieklich  an  euch  ziehent 
und  den  leuten  abtringent.    ir  befitzens  mit  ainem  falfchen 
titd  das  da  außgetailt,  gefetzt  und  auch  geordnet  iß  zu  auf* 
entiialt  der  armen  chriften.    das  alles  gebeut  ir  auß  nach 
euerm  ge&llen.    davon  ziehent  ir  b&ren  und  b&ben«    ir  er-  ss 
zaigent  euch  groß  herlieh  vor   der  weit  mit  gepreng   des 
reitens,  daß  ir  gefehen  werden  furfien  zfi  fein   und  treten 
daher  förwar  nit  als  die  frumen  priefter  der  erften  kirchen. 


88 

ir  bauet  euch  groß  palläft  nach  allem  wolluft  mit  beCbnder 
ertrachtung  neuer  künßen,  laßent  euer  fpeis  wol  geziert 
fein,  euer  wein  in  faßern  nach  allem  luß  zägericht,  daß  ir 
euerm  lull  und  begirden  genäg  mügen  thun«  von  dem  das  eadi 
5  über  bleibt,  werden  nit  gefpeiß  die  armen,  funder  die  büe- 
bin  und  die  kupier,  ir  famlen  euch  groß  fcbätz.  ir  ih&nt 
nit  als  da  Petrus  Taget  'ich  hab  nit  gold  oder  filber«'  ir 
machent  euch  guldin  und  lilberine  trinkgefchirr.  o  wee 
unfer  liebe  gefellfchaft,  die  uns  vor  zeiten  durch  die  pro- 

10  pheten  verhaißen  und  von  inen  größlich,  gelfaraft  ift,  und  da 
euch  fant  Johannes  bat  gehaißen  die  veriamlung  des  teu- 
fels  unfers  gefellen  Sathane  und  euch  bezaichent  und  ge- 
leichet mit  der  großen  hören,  die  fich  mit  den  kunigen  der 
weit  befleckt    ir  habent  gemacht   auß  der  hailigen   müter 

15  der  erften  kirchen  ain  ßiefm&ter,  auß  dem  gemahel  ChriAi 
ain  eebrecherin,  auß  der  keufchen  ain  bfilerin.  ir  habent 
die  erften  lieb  verlaßen  und  feint  uns  angehangen,  o  liebe 
ßat  Babilon,  ain  ßat  aller  boshait,  und  o  ir  lieben  unfer 
burger,  die  da  abtreten  von  der  ftat  Jerufalem,  das  ift  die 

10  ßat  des  irids  I  wir  haben  euch  billichen  lieb  und  iint  euch 
günftig  und  genaigt,  dann  ir  verlaßen  das  gefetz  Simonis 
Petri  und  hangent  an  dem  gefetz  Simonis  Magi,  des  zaub- 
rers,  unfers  freunds:  das  nemen  und  halten  ir  offenlich. 
ir  kaufeqt  und  verkaufent  in  dem  tempel  gots  gaiftlich  ding, 

SS  zerprechent  die  gebot  Chrißi  und  verleihent  pfründen  und 
wirdigkait  umb  gunß  oder  umb  bitt  wegen,  umb  miet  oder 
umb  gelt  oder  umb  fchnöde  dienßbarkeit.  z&  kirchlicher 
wirdigkait  fetzent  ir  herfur  die  unwirdigen  lotterbfiben  und 
hadrer,  euer  aigne  kinder  und  enklen,  die  der  weit  unerkant 

80  feint:  und  th&t  alles  das  darumb,  daß  ir  z&  erbfohaft  be- 
fitzen  das  got  gehailiget  hat  ir  verleihent  ainem  kint  vil 
pfründen,  der  ir  die  minften  ainem  armen  firumen  prießer 
verlagent  ir  fehent  an  die  perfon  und  gaben,  ir  habent  mer 
forg  umb  das  gelt  dann  für  die  feien,  und  das  haus  gottes 

35  habent  ir  gemacht  zä  ainer  mortgr&ben.  aller  misbrauoh, 
alle  unrechtfertige  fcbatzung  iß  an  euerm  hof  hundertfil- 
tiklichen  mer    dann   etwa    bei   den   weltlichen   tyrannen  iß 


89 

gewefen.  und  das  gefchicht  alles  durch  euer  zfilaßea 
oder  dispenfiem.  ir  nement  euch  an,  das  reich  z&  recht« 
fertigen,  aber  zerAören  das  reich  umb  miet  nnd  gaben 
und  kerent  ab  dem  gerechten  die  gerechtigkait ,  und 
kurzlich  alle  fchwere  lafter  und  fchand  treibent  ir  nach  eu- 
erm  willen  und  ir  &bent  euch  fiift  in  unfern  dienllen,  aller  5 
minil  zä  beraiten  den  chriftlichen  glauben,  dann  iez  zweif- 
len  vil  leut  am  glauben,  und  ob  ir  z&  Zeiten  fleißiklich 
predigen,  glauben  fi  euch  nit:  fi  fehen  öffentlich,  daß  irs 
felbs  anders  th&nt  in*  werken,  und  ir  gebeut  damit  zä  er- 
kennen, daß  ir  anders  gelaubent  nnd  anders  reden  und  an-  10 
ders  leben,  darumb  fi  euch  nachvolgent  nach  euem  exem- 
peln  und  gebrauchen  fich  gemainklich  euer  regel  finkende 
in  das  mer  der  lafter.  und  iß  taglichen  fo  ain  großer  zft- 
fal  an  underlaß  zfi  unfer  totlichen  behaufung.  ir  fchickent 
uns  ain  foliche  große  menig  von  aUen  nacionen,  crcaturen  15 
und  gefchlechten  der  menfchen,  daß  wir  fi  nit  wol  behalten 
mochten,  wo  unfer  unerfetliche  hüli,  die  da  mit  taufent 
fchlinden  unzelich  feien  einfchlicket,  nilf  fo  tief  were.  alfo 
Wirt  unfer  reich  erfetzet  durch  euch  und  enthalten,  und  der 
unträglich  fchad,  fo  euer  voreltem  der  erften  kirchen  uns  w 
zägezogen  betten,  wider  erftattet.  darumb  haben  wir  in 
▼il  weg  vor  äugen,  fagen  euch  großen  dank  und  ermanen 
euch  doch  hiemit  ,  daß  ir  feftiklich  heftet  und  fortfart 
allb  für  und  für.  dann  durch  euch  fo  wollen  und  hoffen 
wir  die  ganzen  weit  wider  z^i  bringen  in  unfern  gewalt  ss 
aber  iezuut  durch  die  menig,  dir  ir  uns  taglich  z&fchicken, 
fein  wir  fo  faft  gem&t  in  der  finß;emus  und  bevelhen 
euch  da  oben  auf  der  erden  unfer  ampt  und  daß  ir  unfer 
diener  und  ftathalter  feient,  dann  wir  gedenken  bald  euch 
zu  hilf  und  rat  zfi  fenden  den  Entchrift,  dem  Ir  den  weg  gar  so 
wol  beraiten.  darbei  woll  wir  euch  verordnen  auß  unfer 
peinlichen  freihaiten  etlich  unfer  alten  weifen  ratgeben, 
der  felben  einblafungen  follent  ir  volgen  und  eure  betriek- 
Hdie  fchalkhaftige  fönd  darzä  thän,  als  euer  argliftigkait 
wol  kan  und  gewon  iß.  wir  raten  auch  dem  nach  auf  ain  as 
fnrlbi^  euch  die  obriften  fpitz  halten,  daß  ir  euch  annemen 
erdichtlich  friden  zä  machen  zwifchen  den  weltlichen  förften 


90 

und  vermifcheut  euch  doch  darein  auß.  urfach  des  kri^s 
und  als  ir  aufTetKlich  dem  romifchen  reich  fein  flügel  der 
herfchung  abgefchnitten  und  beropft  haben,  alfo  follent 
ir  auch  nit  laßen  aufwachfen  ainich  reich  oder  herfchaften: 

I  dann  fo  fi  friden  heilen,  wurden  fi  fich  fterken  und  moch- 
teu  euem  hochm&t  undertrucken  und  von  euch  nemen  die 
fchätz,  die  wir  bei  euch  hindan  gelegt  habent,  dem  £n* 
techrift  zä  warten,  ir  follent  euch  laßen  bevolhen  fein 
unfer  liebAen  töchter  Hoffart,'  Geitigkait,  Betr&gerei,  Un- 

10  keufchait  und  die  andern  lafter,  fonderHch  frauwen  Simonie, 
das  iß  der  gaißlich  wficher,  der  euch  alfo  gebom  und  mit 
aigen  brüllen  gefeugt  und  erzogen  hat  ir  follent  es  nit 
nennen  fimonie  oder  lund,  dann  an  euch  fteet  alles  urtail: 
ir  mugent  dem   wol  ain    andern    namen    geben    und   fund 

IS  machen,  wie  ir  wolt.  es  Hat  zSl  euch:  alle  ding  find  euer, 
ir  mugent  nit  verkaufen  das  nit  mit  euerm  aigentämb 
bezalt  werd.  wir  achten  euch  auch  des  halb  nit  heftig, 
dann  euer  Hat  fordert  ain  foliche  herlichait.  wir  mugent 
euch  auch  nit  geitig  fchelten,  dann  was  ir  fandet  iß  fant 

so  Peters,  und  auf  daß  euer  reichtfimb  beleib  und  gemert 
werd  in  euerm  nutz,  fol  ie  ainer  des  andern  riehter  und 
hanthaber  fein  zfi  einbringen  der  weltlichen  g&ter.  nit 
achten  der  feien,  die  euch  bevolhen  fint.  laßen  die  laien 
euch  nit  merken  euer  aufiatzungen  und  betrug  und  nement 

u  euch  des  keklich  an  als  des  euern,  dann  ir  feint  gebr&der 
zelamen,  und  in  dem  iß  biUich  daß  ein  br&der  den  andern 
erb.  und  laßent  foliche  gueter  und  reichtumb  nit  kumen 
an  die  laien,  dann  ir  müeßent  es  mit  arbait  und  gefchei- 
digkait  wider   von  in   bringen,    darumb  bebaltent    es  mit 

so  ßarker  haut  und  wie  euch  liebt,  fo  fiiterent  und  verfefaen  euch 
mit  eren  von  dem  fchatz  der  kirchcn,  von  dem  erbtail 
Chrißi  des  gekreuzigten,  der  durch  fein  freunt  unbekant 
euch  berüeft  hat  zä  apoßeln.  doch  fcHweigent  und  fagents 
nit,    daß  die  felben  gehaißen  fiut  von  dem  ßant  der  hof- 

SS  fart  difer  weit  z&  dem  ßant  der  armöt  und  habent  alle 
ding  verlaßen.  das  geet  euch  nit  an:  ir  mügt  die  heften 
und  großen  gfiter  fanden,  und  fprechent,  es  fei  Patrimonium 
crucifizi  und  gebür  fich  z^l  hantbaben  dife  erßen  gaben  und 


91 

macht,   alfo  für  und  für  treibent  vil  b&berei  und  verwerrent 
die  leut,  es  fei  in  g&ter  mainung  gefchehen,  aaf  daß  es  das 
torifch    und   laifch    volk    nit    verftee    und    verbleut    werd. 
nement  auch   die   hailigen  gefcbrift   für   euch  und  glofiert 
die  nach  eurm  vortail  und  fchicklich  und  bequemlich  weis,  i 
laßent  euch  nit  irren  und  Terbl&mbt  euer  laßer  und  bos- 
hait    leident  nit  daß  euch  iemant  ilrafk  und  in  euer  fach 
redt ,    und  fagent ,    es    gebür   fich  dem  laien  nit ,    daß   li 
ench  in  euer  freihält  tragen,    und  ob   euch  iemant  in  fo- 
lichem  widerftreben  und  euch  furwerfen  wurd  die  hailigen  lo 
ewangelien   und   daß   die   erß   chriftenlich  kirch  ain  gaift- 
Uehait  ains  frumben  gotlichen  erbern  lebens  gewefen  wer: 
da  gegen  Tagen  kecklioh  ,    man  mfiß   die    zeit   tailen ,    fo 
gleichen   fich     die .  gefchriften.      und   weit   iemant   getnrß- 
lich  wider  euch   reden,    euer  bosbait  und    lund  offenbarn  ii 
(das  doch  niemant  thän  dar)    den    felben  rollen   ir  als  ain 
lätzer  und  ungläubigen  in  den  bau  thiin  und  verdammen, 
auch  mit  euerm  gewalt  angreifen  und  fagen,  er  hab  wi- 
der  die  chriftenlichen  kirchen  gethan  ,     man    fol   in   ver- 
brennen,   das  alles  foilent  ir  unverfchempt   th&n,  trutzHch  so 
und  getürfUich    alfo   durch  drucken  und    euch   nichts  hin- 
dern noch  irren  laßen,     daran  thdnt  ir  euer  emIUich  mai- 
nung,   auf  daß  ir    auch  beßtzent   die  Hat,    die  wir  euch 
berait    haben    und    fonderlich    vorbehalten    in    dem    grünt 
unfer   haimlichißen    wonung  ,    dahin    ir   und   kain    andern  si 
der   maßen   verdient   haben   zu   kumen,    außgenumen    et- 
li<^  der  eltißen  obrifteu  baimlichen  rät  unfers  reichs.    dann 
ir  forgent  nit   auf  zukünftige  belonung,    ir  furchten  auch 
nit  die  ewige  pein  :    darumb  werdent  ir  auch  nit  befitzen 
das   ir    verachten ,    funder    ir    werdent    erlangen    mit   uns  90 
den  ewigen  tot.    dann  die  weil  ir  lebent,  folt  ir  euch  nit 
förohten*      ir    feint    auch    die,     darvon    fant    Hieronimus 
fchreibt  *ich  hab  gelefen  und  wider  lefen  vil  hißorien  und 
kan  nit   finden,    daß  iemant  die  kirchen  zertrent  und  die 
Volker   von  dem  haus  des  herrn  verfuert  habe,    dann  die  ss 
püSkn   feint   die   fie    bekem   in   ainen  betrieklichen    ftrick    ^ 
an  aUen    orten  eingelegt      darumb  feint  tröß  und  ficher 


92 

der  feligkait,  die  wir  euch  wollen  mittailen.  Geben  im 
mitlelpuncten  der  erden  in  unferm  fal  der  finfternus  bei 
ainer  großen  menige  der  teufel  funderlicb  beräfen  zä  nn- 
ferm  peinlichen  gerichtshaus ,  under  unfers  erfchrecken- 
*  liehen  gerichtftfils  karacter  zfi  befeftigung  aller  oben  ge- 
fchribner  dingen. 

Datum  anno  MCCCCCXXI. 


vn. 

Am  NEUER  SENDBRIEF 

VON  DEN  BÖSEN  GAISTLICHEN  GESCHICKT 

ZU  IREM  RECHTEN  HERREN. 

AIN  ANTWORT  VON  IREM  ERBHERRN. 
FAST  .LÜSTIG  ZU  LESEN. 

ANNO   MDXXI, 


Den  großmechtigiÄen  fürften  und  herren, 

herrn  Lucifer   fampt  ganzer  hellifcher  Yerfamlung, 

unfern  gnedigillen  herren  und  junkherrn. 

Wir  Leo  der  zebent,  ain  bapft  zSl  Rom,  fampt  unfern  cardi- 
nelen,  bilchoiSen,  abten,  probllen  und  gemainer  gaiiUichait 
cbriftenlicbs  gelaubens  und  befunder  den  curtifanen  und  an- 
dern, die  von  großer  ere,  wolluft,  gA  und  nit  auß  andacht 
oder  dem&tiger  meinung,  als  wol  billich  were,  gailUich  wor-  5 
den  fein  etc.  empieten  unfere  underthenig  geborfam  dienll, 
der  unfer  vorfam  und  wir  uns  lange  zeit  in  aller  gehorfame 
gegen  euer  majeßet  und  aller  hellifchen  verfamlung  gebraucht 
liaben,  und  f&gen  E.  M.  ze  wißen,  wie  uns  durch  warhaf- 
tige  kuntfcbaft  furkomen  iß,  daß  fich  Carolus,  nächfl;  ge-.io 
krönter  römifcher  künig  und  erweiter  romifcher  kaifer, 
underfteen  wolle   uns  zu   reformiem  und  in  ain  gaiftlichs 


_94 

ordenlichs  und  demfttigs  leben  z5  dringen,  auch  fo  fei  er  wil- 
lens, ain  gemain  frei  conciliom  zfi  befchreiben  und  uns  wider  in 
annut,  gleich  wie  die  apofiel  geweft,  zfi  fetzen,  der  ftathalter 
wir  dann  fein,  und  uns  alle  weltliche  öberkait  zA  nemen,  die 

I  dann  von  recht  uns  auch  nit  zfigehoret  das  dann  alles 
wider  E.  M.  ift  und  uns  als  euer  weishait  underthanen  zä 
merklichem  nachtail  und  fchaden  raichet.  dann  fol  Karolo 
fein  will  in  dem  ain  furgang  haben,  fo  wirt  E.  M.  hellilbh 
reich  (das  dann  bißher  durch  unfer  reichtdmb,  hoffart,  gei- 

10  tigkait,  uukeufchait,  liegen  und  alle  lafter  hoch  und  vaft 
gemeret  ift  worden)  gar  zu  nichten  und  größlich  gefchmecht» 
was  wer  uns  dann  geholfen,  daß  unfer  vorfam  und  herr 
bapß  Silvefter  durch  E.  M.  hilf  und  große  behendigkait 
Conßantinum  dahin  gebracht  het,  daß  er  das  ganz  Italien 

19  wider  fein  aide  und  pflicht  dem  romifchen  kaifertdmb  enzo- 
gen,  ime  geben,  und  uns  damit  zSl  E.  M.  dienße  mit  hof- 
fart und  allem  lafter  geiurt  hat.  wie  wol  kaifer  Fridricfa, 
Barbarofta  genant,  ainem  haidnifchen  künig  durch  ains  bapfis 
verraten  (das  lieh   in  der  beicht   begab)  übergeben   ward, 

90  und  doch  auß  fonderlichem  mitleiden  ließ  kaifer  Friderich 
gemelten  bapß  ftrafens  ledig:  noch  dann  kam  es  durch  euer 
majeftet  hilf  darzfi  daß  er  dem  felben  bapß  fein  füß  hat 
m&ßen  küften,  der  doch  billicher  als  ain  Verräter  z&  ftralen 
wirdig  geweß  wer.    fo  iß  £.  M.  unfern  vorfam  auch  mit 

2»  troßlicher  hilf  erfchinen  zu  zeiten  als  kaifer  Sigmund  ime 
fumam  ain  reformation  unter  uns  aufzfirichten  und  von  wir- 
den  ainem  ieglichem  gaißlichs  ßands  ain  eerliche  compotens 
zÄ  machen,  und  wie  wol  die  felbig  genSglam  were  und  mer 
dann  durch  Chrißum  Jefum  zfigelaßen  iß  worden,  noch  dann 

M  do  uns  die  weltlich  ob*  kait  und  der  gewalt  hat  foUen  en-» 
zogen  werden  und  zfi  beforgen  daß  mir  unfer  hoffart,  gei- 
tigkait,  unkeufchait,  liegen  und  ander  laßer  (da  mit  E.  M. 
mit  fleiß  gedient  wirt)  verlaßen  müeßen,  alfo  daß  wir  E. 
M.  fo  ßatlich  nit  mer  dienen  und  das  hellifche  reich  wie 

S5  vor  meren  mochten:  fo  haben  unfer  vorfam  den  felbigen 
kaifer  umb  feiner  frümbkait  willen  mit  E.  M.  rat  und  hilf 
ertoten  laßen,  dann  der  felb  kaifer  Sigmund  het  fchon  die 
not  der  armen  chrißen  bedacht,  fo  er  bei  dem  leben  wer 


95 

kliben,  wie  dann  uns  das  bftcli  kaifer  Sigmunds  reformation 
außweifet.  feither  fein  wir  bei  unferm  bracht,  reichtumb  und 
hoffart,  geitigkait,  unkeufchait,  liegen,  triegen  und  allen 
febanden^uttd  laftern,  mer  dann  ie  bei  unfern  vorfarn  ge- 
fchehen,  geruewiklioh  beliben  und  durch  E.  M.  und  hellifch  * 
reich  gnediglich  gehanthabt,  dardurch  dann  E.  M.  hellifch 
reich  nit  klain  gemert  worden.  E.  M.  wißen  auch,  daß 
wir  E.  M.  als  unfern  herren  eren  und  dienen  mit  allem  fleiß 
und  wolgefallen  biß  auf  den  heutigen  tag,  daß  wir  uns  kai- 
nes  laßers  oder  ainicherlai  boshait  befchemen»  wir  trachten  lo 
auch  on  underlaß  mit  falfchem  ablaß  alle  leut  chriftenlichs 
glaubens  umb  ir  gAt  und  gelt  betrieglich  in  unfer  gewalt  ze 
bringen,  krieg  und  hader  damit  ze  fuern  und  das  in  leibs 
^olluft  üppiklich  zä  verzeren,  zfi  dem  felben  alzeit  ire  weih 
und  kinder  zSl  verlachen  und  mit  unferm  reichtämb  zu  un-  » 
ferm  willen  ze  bringen«  und  ob  fie  darumb  murren,  fo  tbfin 
wir  fie  in  ban  mit  bedrouung  daß  wir  an  Hat  gottes  fein 
und  des  alles  gewalt  haben,  wir  fein  auch  in  hoffnung,  daß 
wir  E.  M.  hellifchem  reich  mit  unfer  übermeßigem  gebracht, 
ho&rt  und  aller  üppigkait  (damit  wir  von  E.  M.  begabt  ao 
fein)  nit  ain  klaine  merung  gefchafflb  haben,  mit  dem  daß 
wir  zfi  andern  fimoneien  iezunt  dem  volk  vil  prebenden  und 
andre  der  kirchen  gaiftlich  lehen  und  pfründen  mer  dann 
unfere  vorfarn,  (die  fich  doch  auch  bofer  ftuck  genög  ge- 
flißen)  auf  w&cher  verkauft  und  die  umb  gelts  willen  in  » 
der  laien  band  gefielt  haben,  ift  nit  durch  euer  majeßet 
underthonen  und  unfere  ampts  verwanten,  die  münch  pre- 
diger  ordens,  ain  fubtile  ketzerei  zu  Bern  angeftelt  worden? 
was  hat  daran  gemangelt  daß  es  übel  verfchlagen  und 
dea  laien  geo£fnet  wart?  euer  majefiet  fol  aber  bedenken  so 
daß  inen  der  gleichen  vil  verborgen  und  hinfur  nit  mer 
wißen  geihon  worden,  wir  haben  ain  irrung  des  chrißen- 
lichen  glaubens  z&  Straßburg  aufgericht  und  im  den  namen 
des  balligen  fonts  geben,  und  do  hat  man  auch  hailige  be- 
dentong  und  zeichen  als  ein  rfite,  ein  fchere  und  der  glei-  ss 
eben,  damit  dringen  wir  den  laien,  uns  gelt  und  g&t  z& 
merung  euers  reichs  und  fterkung  unfers  lafiers  zä  geben. 
wer  nns  auch  das  gibt,  dem  erlauben  wir  all  fchand  und 


96 

laßer,  auch  was  er  wiL  im  wirt  anch  erlaubt  ein  uneeUoh 
haus  zu  halten:  ift  er  eelich  und  wil  fein  eelich  gemahl  nit 
bei  im  haben  oder  wonen,  man  nimpt  gelt  und  leßt  fie  han- 
deln ivie  fie  wollen:  aber  one  gelt  wer  es  große  funde. 
5  welicher  auch  unrecht  gut  hat,  das  nemen  wir  ains  tails 
und  laßen  im  zä,  das  übrig  als  fein  gerecht  gut  on  ßinde 
zfi  behalten,  unangefehen  daß  nach  vermügen  der  hailigen 
gefchrift  kainer  mag  iälig  oder  die  lund  vergeben  werden, 
es  fei  dann  unrecht  g&t  erfiattet  und  bekert.    wir  betrach- 

10  ten  taglich  mit  großer  müe  und  arbait,  wie  wir  den  laien 
dahin  bringen,  vermanen  wollen,  daß  er  bei  dem  bau  fchul- 
dig  fei,  unfern  bofen  ßucken,  fchand  und  laßer  z&zefehen 
und  darwider  nit  z&  reden  oder  ichts  furzenemen.  mit  was 
boshait,    fchanden   oder    laßers    wir   E.    M.   ganzem  helli- 

15  fchen  here  und  verfamlung  mer  oder  großer  dienß  beweifen, 
wollen  wir  alzeit,  wo  wir  böfers  erfinden  mügen,  (dem  wir 
ganz  fleißig  und  aufs  hochß  nachdenken  wollen)  in  aller 
underthenigkait  willig  fein. 

Dem  allem  nach   bitten  wir  folichs  anzenemen  und  uns 

20  wie  bißher  bei  unfern  böfen  ßucken  und  aUer  boshait,  daß 
vor  E.  M.  reich  zfi  mem  kains  befchämen  haben  mügen, 
laßen  wollen,  gnediklich  hanthaben,  auch  hilf  beißendig  und 
hierin  ratlich  fein,  damit  Karolo  fein  will  nit  f&rgeen  oder 
uns  zfi  unferm  furnemen  nit  verhindern  oder  von  E.  M.  als 

25  unferm  rechtem  regierendem  herm  dringen,  den  wir  alzeit 
in  aller  gehorfam  nit  verlaßen,  das  wöUen  wir  in  aUer 
underthenigkait  thfin  und  E.  M.  rates  und  hilf  und  beißant 
hierauf  gewarten. 

Datum  Rom»  des  39  tags  Decembris  anno  etc.  vicefimo. 


Dem  allerhailigßen  berrn  Leoni  dem  zehenden 
aus  hellifcher  fürficbtigkait  bapß 
s&         fampt  feinen  cardinelen  und  ampts  verwanten 
zfi  Rom,  unfern  lieben  getreuen. 

Wir  Lucifer  ain   (urß  von  der  hellen  etc.  empieten  unfern 


87 

vicarien  und  lieben  getreuen,  bapA  Leo  dem  zcbenden  zfi 
Korn  fampt  feinen  aoipts  Terwantea  nnd  cardinelen,  bifchof- 
fen  und  gemainer  gaifUiehait  cbrilVenlicbs  glanbens  und  be- 
funder  den  curiifanen  unfern  gräß  und  alles  gfits  9:ft  voran, 
uns  fent  die  brief  zukomen,  darin  ir  fampt  cardinelen,  s 
bifckofen  und  aller  gaiftlichnit  chrillenlicbs  glaubens  euch 
vememen  laßen,  wie  euch  allen  aigentlich  mit  botfcbaft  für- 
komen,  daß  Karolos,  nechft  gekrönter  romifcber  künig  und 
erweiter  romifcber  kaifer,  in  willen  fei,  euch  zä  reformiem 
und  in  ain  gaifUichs,  ordenlichs,  dem&tigs  leben  zu  dringen,  lo 
auch  ime  fürnem  ain  gemain  frei  conciUum  zö  berchreiben, 
euch  wider  in  armut  (gleich  wie  die  apoßel  geweß)  zu 
fetfttti,  euer  reichtfimb  und  alle  weltliche  oberkeit  von  euch 
ze  aemen.  das  haben  wir  auch  von  andern  unfern  legaten 
und  botfchaften  (fo  wir  in  unfern  gefchaften  bei  den  gaift*  n 
liehen,  damit  wir  in  manidierlai  weg  taglich  zä  fchaffen  ge- 
hapt  und  noch  haben)  zäm  tail  erkundet  und  er&rn.  darumb 
wir  das  mit  unfern  hellifchen  raten  hoch  und  wol  bedacht, 
als  nemlich  Mamman,  Belzeboch,  Belial,  Federwifch  und 
der  gleichen,  auch  unfer  aftronomen  darnmb  befragen  laßen,  m 
was  fie  doch  von  difem  Carole  und  feinem  furnemen  hal- 
ten, und,  bei  den  felbigen  beftmden,  daß  ainer  auß  Hispa- 
nien  ofterreichifchs  gebluts  fich  underfteen  foUe,  euch  zA 
reformiem  und  von  unfern  dienften  in  ain  gaißlichs  erbers 
wefen  zfi  dringen,  er  werde  aber  nichts  fchaffen.  darumb  2s 
wollen  euch  nit  erfchreeken  oder  an  euerm  böfen  furnemen 
verhindern  und  alfo  von  uns  dringen  laßen,  und  befonder- 
Uch  betrachten,  wie  ir  den  kraiß  der  ganzen  weit  unter 
euch  bringet  und  die  laien  vermainen  mochten,  daß  euch 
folichs  von  rechts  wegen  z&ftee  und  ir  feit  die,  die  für  uns  so 
Chriftus  geben  habe  und  was  euch  daran  verhalten  werde, 
das  gefchehe  mit  gewalt  und  kainem  rechten,  fo  wollen  wir 
daneben  durch  die  unfern  bei  Karolo  fo  vil  handel  anhängen 
laßen  und  anzaigen,  wie  ir  uns  zfigethon  und  verwant  feit 
und  fo  lange  gedient  habt  nnd  wie  mit  willigem  fleiß  das  95 
befchehen  iß,  auch  unfere  hellifch  reich  fo  hoch  und  vaft 
durch  euch  gemert  und  vil  gar  nützlicher  dann  ganz  Afia 
geweß  feit     des   halben  wir  euch  als  unfern  getreuen  un- 

7 


98 

derthonen  ganz  nit  Tcrlaßen  und  eneb  ron  ettcrn  böfeii 
Aucken,  fclianden  und  laftern  zA  dringen  nit  folien  kiin- 
nen  noch  wollen,  wil  denn  Karolas  ie  daneben  auf  feinem 
färneinen  beharren,  fo  folt  ir  in  in  ban  thän.     wil  das  nit 

5  helfen,  fo  wollen  wir  euch  als  die  unfern  (wie  vor  zilm  öf- 
tem  mal  befchehen)  nit  verlaßen.  ir  folt  euch  auch  darzu 
fehicken,  daß  ir  auf  allen  reichstagen  feit  und  aigentlich 
auffehen  habt,  ob  etwas  von  den  laien  wider  euch  gerat- 
fchlagt  oder  fürgenomen  woH  werden,    der  gleichen  wollen 

10  wir  auch  thän  und  die  unfern  darfchicken,  damit  uns  und 
euch  zft  nachtail  nichts  unwißent  gehandelt  mocht  werden, 
und  vor  allen  dingen  folt  ir  behiieten  fein,-  kainen  laien  in 
euem  rat  komen  und  euere  bofe  ftuck  und  handlun* 
gen  vernemen  zfl  laßen,    und  fo  ur  euch  der  maßen  haltet, 

16  fo  hat  es  kain  not.  Carolus  wirt  euch  bei  euerm  f&meinen 
laßen  bleiben,  er  wirt  euch  auch  nit  von  uns  als  euerm 
rechten  herm  underfteen  ze  dringen  und  uns  zfi  weiter  band- 
lungen  urfach  geben. 

Datum  in  der  helle  des  erden  tags  Januarii. 


VIIL 

NEUE  ZEITUNG  AUF  DAS  JAR  MDXXT. 

EINE  SCIIRIFTLICUE  WERBUNG 

GETHAN  VON  DEM  FÜRSTEN  DER  HELLE 

SEINEN  LIEBEN  GETREUEN 

ALLER  UND  lEDES  STANDES  SEINES  REICHa 


Wir  Ludper,  an  di  gnad  gotes  ßorer  der  heiligen  chriften- 
beit,  guter  fiten  und  dugenden  und  aller  gutbeit,  erzbub  in 
allen  landen,  merer  der  funden^  alles  unends  und  aller  bu« 
berei,  ewiger  landgraf  zu  hell,  des  reich  kein  eut  nit  iß, 
enpieten  unfern  lieben  getreuen,  babß  und  cardinalen,  ers*  5 
bifchoffen,  bifchoffen,  epten,  brobßen,  prioren  und  allen  pre- 
laten  der  kirchen,  snunichen,  pfaffcn,  minnen,  romifcbem 
keifer,  knnigen  und  curfurften,  furfien,  grafen,  freien,  rittern 
und  knechten,  junkfranen,  Witfrauen,  elichen  leuten  und 
allen  anderen,  in  waferlei  wirde  oder  in  welchem  ßand  vom  10 
hochßen  biß  auf  den  niderßen  die  in  unferm  gepiet  fein, 
ewige  flncbs  und  verdampnus«  lieben  getreuen,  ir  erfreuend 
euch  und  auch  erfreuen  wir  uns  felbs,  daß  ir  iez  in  der 
unfinnigen  seit  fo  gar  fleißig  gemut  feit  in  unferm  dienft 
und  euch  alfo  ernfilich  bemut  alles  unends  und  aller  buberei  n 
nach  allem  unferm  willen  und  wolgefallen«  nun  fo  begeren 
wir  an  ench  mit  funderem  ernlUichem  fleiß,  daß  ir  euch  des 
uarreten  lebens  nit  laßet  verdrießen,  funder  feit  tag  und 
nacht  on  underlaß  wider  got  euren  fchopfer  und  wider  fei- 

7* 


100 

nen  eingeborncn  fiiii,  der  euch  dan  erloft  hat,  auf  daß  fein 
piter  marter,  fein  heiliges  rofenfarbes  blut  und  grimiger 
dot  an  euch  ewiklichcn  verloren  werd.  darumb  fo  keret  euch 
nit  an  got,  auch  nit  an  feine  gepot,  noch  an  mefs  oder  an 
5  predigen  I  hut  euch  auch  vor  peichtl  kert  euch  auch  nit  an 
die  lef  der  frumen  und  gotsforchtigen ,  funder  an  di  werk 
der  boshaftigen,  wie  hie  vor  von  in  gemeldet  und  li  itz  im 
brauch  feint  darumb  fo  verman  ich  euch  all  in  gemein,  alfo 
zu  leben  in  aller  der  weis  und  maß,  als  euch  meine  ampt- 

10  leut  di  weißen  moren  und  fchwarzen  engel  eingeben,  als 
k  dan  biß  her  habt  gethan,  daran  wir  guts  genügen  und 
wolgefallen  haben,  wir  tragen  wol  an  einer  Hangen  waßer: 
wan  in  der  narrechten  zeit  die  narren  und  nerrin  erfreuent, 
entpfinden  wir  auch  euern  fleißigen  dienß  gar  wol  und  mer- 

15  ken  daß  ir  mit  vleiß  betrachtent  unfern  merklichen  nutz, 
daß  wir  euch  dan  von  ganzem  herzen  und  auf  das  aller 
hochft  fuud  und  laßer  fagen  und  in  ungenaden  erkennen  als 
euer  ungencdiger  herr,  wann  durch  euer  unfinnigs,  nnge* 
fchickts,  unkeufchs,  unendliches,  fchentlichs,  fundlichs,  bne- 

20  bifchs  und  leckerlichs  leben,  dann  durch  euer  bos  exempel 
und  beifpil  ünfeglich  vil  und  große  fcharen  der  armen  fe- 
ien teglich  zu  uns  gehen  und  in  die  hell  in  unfern  vioftem 
fal  abfaren,  dardurch  fich  unfer  hellifch  reich  großlichen 
wider  meret  und  heufet.  darumb  fo  thut  als  guet  leut  und 

25  laßet  euch  alle  fund  und  fchand  übel  nachreden  und  alle 
bosheit  mit  fleiß  bevolhen  fein,  als  wir  uns  des  zu  euch 
genzlich  verfehen,  wan  wir  das  in  künftigen  und  ewigen 
Zeiten  gegen  euch  allen  und  iedem  in  funder  nach  eines 
ietslichen  werk  wollen  nnvergeßen  halten  in  erkentnus  mit 

so  dem  ewigen  feuer,  in  den  grimigen  flammen  mit  pillicher 
Widerlegung,  an  dem  grünt  der  hellen,  mit  unfeglicher,  un* 
fchetzlicher,  unleidenlich  und  unzelicher  pein.  weiter,  ir  lie- 
ben getreuen,  als  ir  wol  wißt  daß  der  loblich  tage  uoferer 
hochzeit  zu  nahet,    darum  bitten  wir  euch  mit  allem  fleiß, 

35  daß  ir  euch  mit  allem  fleiß  darzu  bereitet,  mit  allem  dem 
uilend  auf  das  aller  hochft  und  ir  kundent  erdenken:  dan 
fo  ir  iez  werdet  haben  di  pfeifen  auf  der  pauken  und  die 
fchalmei  neben  der  fackpfeifen,  den  koohleffel  rumplen  aber 


101 

das  teller  obc  dem  hafen,  auch  das  trumelfcbcit  bei  der  lau- 
ten und  den  iidelbogen  neben  der  geigen  und  andre  uufer 
feitenfpil,  daß  ir  dann  bald  on  verzihen  kumet  in  unfern 
furßlichen  hof.  daran  thut  ir  unferm  fcbweber  dem  Lucifer 
und  allem  bellifchem  her  ein  groß  mecbtigs  wolgefallen  und  r. 
unfer  ernßliche  meinnnge.  damit  feit  der  hellifchen  glut  und 
allen  teufelen  alzeit  mit  fleiß  bevolhenl 

Datum  an  dem  funtag  vor  dem  montag  in  der  narren 
.  Wochen  an  dem  achten  kidends  des  fpeckbuben  Machometis, 
unfers  regiments  unaufhoerung  jerlich  tag  und  nacht,  fiunt  lo 
und  minuten  biß  auf  den  minften  quadranten. 

1521. 


IX. 

BEEI^EBUB 

AN  DIE 

HEILIGE  BEPSTLICHE  KIRCHE. 

MDXXXVII. 


Wir  Beelzebub,  fürß  aller  tenfel,  gewaltiger  herr  und  re- 
gent  über  alle  kinder  des  Unglaubens,  entbieten  bapft,  car- 
dineb,  bifchoven  und  allen  der  bepßlichen  kirchen  gelidem, 
unfern  getreuen  unterthanen,  unfern  ganz  freundlichen  grüß. 

i  Nach  dem  wir  mit  allen  unfern  engein,  fiirAen  und  gro- 
ßer macht  außgereifet  find  wider  die  verzweivelten  bofe 
wichter  und  •erfiorer  unfers  reichs,  die  neuen  Galileer,  ge- 
nant die  lutherifchen  ketzer,  haben  wir  euch  als  unfern 
treuen  ßathaltern  und  hindergelaßenen  reten  gar  ernfllich 

10  befolhen,  daß  ir  nach  unferm  empfismgenen  befelh,  du  bapß 
zu  Rom  fampt  deinen  cardinelen  und  ir  andere  bifchove 
fampt  den  euem,  foUet  die  weil  treulich  haushalten  und 
unfer  reich  beßem,  nemlich  daß  ir  keinen  foltet  cardinal 
machen   noch    bleiben  laßen   oder   irgend   in   einen   hohen 

li  geiAlichen  ftand  fodern ,  er  fei  denn  in  unferm  dienit  wol 
geübet  und  erfaren,  daß  wir  hoffen  mügen,  er  werde  treu- 
lich helfen  wider  die  neuen  Galileer  toben  und  wüten,  und 
zu  Toraiiß  daß  bapft  und  cardinal  ja  nicht  unter  fich  den 
eheftand  leiden,  auch  keines  natürlichen  brauchs  der  weiber 

90  achten,  fondem  fich  vleißig  üben  und  bleiben  in  der  bepR- 
lichen  und  cardinalifchen  keufcheit  und  meiden  der  Galileer 
keufcheit,  wie  bißher  wol  angefangen  und  noch  gefchicht, 
auch  daß  er  ein  herz  mit  geiz  durchtriben  habe,  den  keiner 


103 

wdt  gut  fettigen  mfige,  der  über  aaß  wol  liegen ,.  triegen, 
falfcb  fchweren,  rauben,  Helen,  morden,  vergiften,  fchinden, 
fchetzen,  keifer  und  konige  verraten,  land  und  leute  yerfu- 
ren  und  verterben  muge;  für  allen  dingen  aber,  daß  ir  ja 
nichts  halt  vom  künftigen  leben,  es  heiße  der  himel  oder  die  & 
helle,  laße  £ch  folchs  die  narrenpredigt  der  Galileer  nicht 
bereden,  fondern  fpotte  und  verlache  alles  was  er  davon 
höret,  denn  folche  narrenteidinge  machen  den  leuten  nicht 
bonum  wultum  fondern  angß  und  forge,  traurigkeit  und  vil 
leides.  auQh  fo  ftehets  euch  als  den  nehellen  unfern  dienern,  lo 
bapft  und  eardineln,  nicht  wol  an  folche  narrenteidinge  zu 
gleuben,  die  da  mit  vil  hoher  Weisheit  durch  uns  begäbet 
und  geziert  find,  denn  daß  fie  folcher  narren  und  Galileer 
gefchwetz  folten  gleuben.  folchs  und  der  gleichen  haben  wir 
euch  treulich  zu  treiben  befolhen.  u 

Da  wir  aber  nu  in  das  werk  komen,  vil  fchlachten  ge- 
tban  und  der  felben  buben  mit  fcur,  fchwert,  waßer  und 
allerlei  pjage  vil  umbgebracht  und  mit  aufrur,  fecten,  rotten 
und  andern  unfern  rüßungen  faß  feher  gedemütigt  hatten, 
daß  wir  uns  ganz  gewifchlich  verfahen,  der  fig  und  triumph  so 
folt  in  zwei  oder  drei  jaren  unfer  fein,  fo  kompt  uns  glaub- 
liches gerüchts  und  nicht  unrechtlichs  gefchreies  zeitung  zu, 
wie  daß  du  bapß  zu  Rom  folteß  furgenomen  haben,  deinen 
bepIUichen  hof,  unfer  haubtfchloß  und  refidenz  zu  reformie- 
ren und  ^ie  ganze  ßat  Rom  von  uns  .wendig  und  abfellfg  n 
7.11  machen;  des  wir  zum  erßen  hochlich  bewegt  und  billich 
erzürnet  lind  und  uns  befchwerlich  furfellet,  daß,  die  weil 
wir  abwefend  für  euch  und  alle  die  euem  fo  hefiiglich  wi- 
der die  genanten  Galileer,  die  lutherifchen,  an  allen  orten 
ßreiten,.  euch  und  uns  zu  fchützen,  ir  felbs  foltet  verreterlich  lo 
hioder  unfern  wißen  und  willen  auch  galileifch  und  luthe- 
rifch  werden,  und  wo  wir  uns  nicht  unfer  großen  gotlichcn 
macht  und  recht,  fo  wir  gar  gewifchlich  über  euch  halj^en, 
hetten  wißen  zu  troßen,  folten  wol  durch  folch  groß  ge- 
fchrei  und  gebucht  unfer  fürfien  und  hervolk,  fo  im  teglichen  u 
ftreit  erbeiten,  verzagt  worden  fein. 

Aber  da  unfer  getreuer  legatus  natus  Belial  zu  uns  ins 
feldlagcr  kam  und  anzeigt,  wie  daß  ir  folch  reformation  gar 


104 

nicht  Ulli  crnft  bettet  fiirgi^noiiieii  (als  wir  uns  denn  alzeit 
zu  euch  gar  gnetliglich  verrelien  haben),  fondern  daß  ir  da- 
mit den  konigen  und  aller  weit  eine  nafen  drehen  und  den 
deutfchen  narren  pferddreck  für  feigen  ins  maul  gankebi 
5  wollet,  find  wirs  zimlich  zufriden  geweft,  yerfehcn  uns  auch, 
dem  fei  alfo,  und  begeren  dem  uach,  ir  wollet  alfo  fort  fah- 
ren und  tinfers  hofes  weife  i;\ie  bißher  treulieh  halten,  denn 
ir  wißet  daß  wir  der  Oalileer  und  lutherifchen  got,  fo 
imerdar  wil  die  warheit  und  gerechtigkeit  haben,  nicht  lei- 

10  den  können,  wo  ir  aber  w&rdet  mit  ernft  folch  reformation 
iurnemen,  habt  ir  zu  bedenken,  daß  wir  dadurch  verurfacbt 
würden,  gegen  euch  nicht  geringem  ernft  zu  gebrauchen 
denn  wider  die  lutherifchen,  und  folten  wir  gleich  Rom  felbs, 
fo  auf  unfer   hellen  gebauet  ftehet,   abbrechen  und  in  die 

15  helle  laßen  regen  und  fchneien  feur  und  febwebel  und  allen 
zorn  des  Galileers.  wir  hoffen  aber,  fo  vil  unfer  got- 
liche  macht  und  recht  bei  euch  gilt,  ir  werdet  bei  unfer 
und  eur  alten  gewonheit  bleiben  und  unfern  feind,  den  lei- 
digen amechtigen  Galileer,  auf  den  die  giftigen  Ititherifcben 

20  buben  pochen,  nicht  einreumen,  auch  nicht  ein  bar  breit. 

Solchs  haben  wir  euch  gnediger  meinung  nicht  wollen 

verhalten  und  verhoffen,  wenn  wir  noch  ein  Unglück  oder 

zwei  wider  die  Galileer  angericht  haben ,  wollen  wir  wider 

heim  komen   zu   euch   in  unfer  Tefidenz  und  mit  euch  ins 

25  concilium  gen  Maniua  ziehen,  dafelbs  euch  treidich  einge- 
ben, beilleheu  und  helfen  mit  aUer  macht,  den  Galileer  mit 
feinen  lutherifchen  außzurotten  und  zu  vertilgen,  damit  un- 
fer reich  von  folchen  ungehorfamen  aufrürifcben  unrugigen 
buben  erledigt,   wider  in  feine  rechte  rüge  bracht  werde, 

so  fonderlich  weil  wir  durch  unfer  gefchworne  engel  erkundet 
haben,  daß  der  geift  des  Galileers,  welcher  fich  uns  zu 
großer  fchmach  und  verdrieß  den  guten  heiligen  geift  rü- 
met  und  uns  für  böfe  geifter  in  der  weit  außtregt,  in  ob- 
genantes  concilium  zu  Mantua  fclilechts  nicht  komen,  auch 

S5  nichts   damit  zu  fchaffien  noch   davon  wißen  wil,  daß  wir 
wol  räum  und  llet  haben  zu  machen  was  unfers  gefallens  HL 
Geben  in  unferm  feldlager  fo  mir  haben   allenthalben 
wider  den  leidignn  Galileer.  anno  uufers  reichs  5429. 


X. 


AIN  EWANGELIÜM  PASQULLI 

DARIN  DAS  RÖMISCH  LEBEN 
GEGRÜNDT  UND  BESTETIGET  WIRT. 


'In  der  zeit  (fprach  der  wfitent  bapft  zu  feinen  carpinelen) 
wann  komen  wirt  ain  fnn  des  menfchen  z3  dem  A&l  unfer 
majeftat,  fo  fag  der  tfirh&ter  zfi  im  'freund,  wanimb  bißu 
daher  komen  ?*  und  fo  er  wirt  anleuten,  für  gon  und  nichts 
geben,  mit  gebnndnen  henden  und  f&ßen  werft  in  in  die  s 
aoßwendigen  finßemus/  aber  die  carpinel  fagten  zfi  im 
*maißer,  was  ift  z8  thän;  daß  wir  das  gelt  beßtzen?'  da 
fprach  er  zfi  inen  'in  unferm  gefatz  ift  gefchriben:  liebent 
gold  and  filber  auß  ganzem  eurem  herzen  und  auß  ganzer 
eur  feel  und  das  gelt  als  euch  felber.  das  thät,  auf  daß  ir  lo 
lebent.  wann  difes  gebot  gib  ich  euch,  damit  wie  ich  thu, 
ir  auch  alfo  th&t  und  mir  nach  yolgent.' 

In  difen  zeiten  ift  komen  an  den  romifcben  hof  ain  prie- 
fter  vaft  arm,  der  befchwert  was  von  feinem  bifchof  oder 
fpitzhut,  ain  warer  Ifraelit,  in  dem  kain  betrieglichait  nie  n 
erfunden  ward,  aber  er  mocbt  nit  ein  gon  zft  dem  bapft, 
wann  er  was  arm.  aber  die  turhftter  fchlilgen  in  fprechende 
'gank  wek,  teufel!  wann  du  biß  unverftendig  und  arm.  es 
zimpt  fich  nit  daß  ainer  mit  leren  henden  erfchein  vor  dem 
angefleht  unfers  gottes  des  bapfts.*  da  fchri  der  arm  prie-  so 
ßer  'erbarment  euch  mein!  erbarment  euch  mein,  o  ir  tür- 
hftterl  wann  der  gewalt  der  armät  alain  bat  mich  ber&rt/ 


106 

da  fagtcu  fi  'dein  armut  fei  mit  dir  iu  der  ewigen  verdam- 
nusi  du  wirft  nit  eingon  zu  unferm  got,  biß  du  bezaleft  den 
letften  puncten/ 

Nach  dem  ift  der  arm  priefter  hinweg  gangen  und  hat 

&  verkauft  alles  was  er  hat,   darnach  widerumb  komen  und 

geben  den  türh&tern  das  gelt     da  fpraelien  fi  'was  ift  es 

undcr  fo  vil?'  und  warfen  den  armen  priefter  hinauß  von 

dem  hof. 

Nach  dem  armen  priefter  ift  komen  ain  bifcbof  an  den 

10  romifchen  hof,  der  was  ain  gaiftlicher  wuchrer,  wol  gemefcht, 
außgebrait,  vaift  und  aufgeplafen,  der  in  ainem  auflauf  ain 
totfchlag  gethon  het.  und  er  was  vaft  reich,  aber  die  car- 
pinel  als  fi  in  fachen,  da  fchrien  fi  fprechende  'gebenedeiet 
ift*  der  da  kumpt  in  dem  namen  des  golds  und  des  filberf 

i&  darnach  difer  bifchof  aufgethon  hat  fin  fchetz  und  zu 
dem  erften  verert  die  türhuter,  zum  andern  geopfert  den 
carpinelen  koftlich  gaben  und  fcheinparliche  klaider  nnd  dem 
kamerer  und  kanzler  der  geleichen,  und  fi  mainten  etwas 
mer  zu  ncmen,  aber  der  bifchof  begert  fich  rechtvertig  zu 

80  machen  und  gab  zechen  pfund*  als  difes  der  bapft  erhört, 
der  biß  in  den  tot  krank  lag,  ift  er  groß  erfreut  worden 
und  hat  fich  gewendt  zu  den  carpinelen  fprechende  'furwar 
furwar  fag  ich  euch,  ich  bin  nit  ingedenk  aines  lolichi^n  ge- 
lauben  in  lirael  und  in  dem  ganzen  Judea  als  difer  bifcbof  haC 

S5  Nach  dem  ift  der  bifchof,  ain  w&cherer  gaiftlicher  guter, 

gangen  durch  die  erften  und  andern  behut  des  bapfts,  ift 
komen  zu  der  tür,  die  ift  im  williklichen  aufgethon  worden, 
als  der  bifchof  fach  die  krankhait  des  bapfts  biß  in  den  tot, 
da  hat  er  gelegt  gold  und  filber  zu  feinem  bct,  und  zuband 

30  ift  difer  menfch  der  bapft  erlolt  worden  und  auf  geftandcn, 
hat  eer  geben  dem  gold  und  filber  und  hat  den  bifchof  umb- 
fangen  fprechende  'du  bift  wol  daher  komen.*  aber  die  car- 
pinäl  haben  ainhelliklich  und  all  geleich  gefagt  zu  irem 
fchopfer  'warlich  der  menfch  ift  gerecht.'  da  antwurt  der  bapft 

33  'fo  er  etwas  wirt  biten  in  dem  namen  des  golds  und  des 
rUbers,  das  gebt  im.' 

Darnach  ift  der  bapft  auf  den  ricbterftfil  gefeßen  in  der 
f)at  die  genant  wirt  Fbilargyria,  das  ift  auf  dem  Afil  der 


k 


'     107 

geixigkait  und  fcfainderei,  und  Tagt  2&  feinen  carpineleu  Telig 
feind  die  da  geben  und  bcützen  das  gelt,  wann  ir  ilt  der 
ronülcli  liof.  und  der  nit  bat,  dem  werd  genomen  was  er 
belitzt,  und  werd  beklaidet  mit  fcbanden  und  er  fei  euch  wie 
Hin  baid  und  offenbarer  I&nder.  es  zimpt  fich  daß  im  ain  s 
mülftain  an  den  hals  gehenkt  werd  und  geworfen  in  die  tiefe 
des  mers.*  und  fagt  widcrumb  'habt  ain  aufmerken,  daß 
euch  niemant  betriegl  ain  ictlicber  der  da  wil  uns  gelt  ge- 
ben, den  fürt  herein!  und  fo  er  gelt  hat,  der  wirt  erlangen 
was  er  begert  und  der  nit  hat,  der  fei  euch  ein  vermale-  lo 
deiung.^  da  fagten  die  carpinel  *wir  werden  die  ding  alle  be- 
halten mit  unferm  ganzen  gewalt  und  ßerk/  als  difes  der  bapft 
bort,  verwundert  er  fich  vaft  und  fprach  'furwar  fiirwar  fag 
ich  euch,  ich  bin  nit  ingedenk  ains  folichen  gelaubens  in 
Jenifalem,  als  ich  in  euch  find,  das  thut  in  der  gedechtnus  ts 
des  golts.  ich  verlaß  euch  ain  exempel,  darmit  wie  ich  im 
tb&,  ir  auch  all'o  thut  in  der  aunemung  des  golds  und 
filbers.' 

Eer  fei  dem  gold  uud  dem  filber. 


XI. 
DOCTOR  MARTIN  LUTHERS  PASSION. 


Es  iß  außgangen  der  Luther  mit  £einen  jungern  über  den 
fluß  des  Reins  und  eingangen  gen  Wonhbs,  da  der  kaifer 
ain  reichstag  bei.  als  aber  die  furften  der  prieiler  und  die 
gleifner  erfSm  daß  er  komen  was,  haben  fi  fich  erfamlet  in 
5  dem  bof  des  menzifchen  bifchofe,  der  genent  ift  Caiphas» 
und  fend  zö  rat  gangen  mit  den  gfatzweifen,  daß  im  das 
frei  licher  glait  nit  folt  gehalten  werden,  aber  daß  fi  in  mit 
lißen  fiengen  und  verbrenten.  dann  fi  fpraohen  *er  ift  ain 
ketzer:  im  mag  nit  frei  glait  geben  werden,    er  fol  gefan- 

10  gen  werden  und  getodt,  aber  nit  an  dem  reichstag,  damit 
nit  ain  aufrfir  werd  im  Tolk.*  da  aber  Luther  was  in 
dem  haus  des  conventoris  S.  Johannis,  haben  zu  im  ge- 
fchickt  die  diener  des  bapft,  Caracciolus,  genant  Pedico, 
und  Aleander  Jud,   die  in  under  dem  frid  des  kaifers  ver- 

15  raten  wolten.  aber  Luther  wißende  alle  ding,  die  über  in 
komen  wurden,  iß  herfur  gangen  fagende  'wen  fucht  ir?* 
haben  ß  geantwiurt  'den  doctor  Luther.^  fagt  Luther  'ich 
bins/  als  aber  Luther  fagt  'ich  bin8%  haben  fi  gefagt,  ob 
er  wolle  geen  zu  Caracciolum   und   Aleandrum  Jud,   oder 

80  fi  wurden  felbs  zfi  im  komen.  welchen  Luther  antwurt 
'ich  hab  teglich   im  tempel  gelert  und  fi  haben   mich  nie 


109 

gefScbt,  aber  iez  wil  ich  nit  mit  in  reden,  wann  fi  fein 
durch  mich  vcrpant,  fi  wollen  dann  in  o£Ener  dispntaz  mit 
mir  Areiten.*  da  die  das  horten,  feind  fi  hinder  fich  gangen 
und  auf  die  erden  gefallen,  da  iß  ainer  vom  fal  des  richters 
gangen,  der  genant  was  Capra,  zS  den  förften  der  priefter  s 
und  bäpftifehen  und  fagt  zu  inen  *was  wolt  ir  mir  geben, 
fo  wir  ich  in  euch  übergeben.'  und  fi  haben  im  ain  große 
fumma  docaten  beftimpt  mit  fampt  anderen  großen  pfiründen, 
prelaturen  und  digniteten  för  fein  enkle,  der  in  auch  liber- 
gebea  hat.  aber  nmb  die  drit  ftund  fend  zum  Luther  komen  le 
feine  junger  fprechende  'z&  welcher  ftund  follen  wir  dir  das 
mal  beraiten?'  fprach  Luther  'zär  fünften  ftund.'  und  die 
junger  haben  thon  als  iu  Luther  befielt  hat  und  hond  das 
nachtmal  zugericht  als  aber  abent  ward,  faße  Luther  mit 
feinen  jungem  und  freunden  zSl  tifch,  und  als  fi  aßen,  hat  u 
er  geGugt  'furwar  fag  ich  euch,  es  feind  vil  in  difer  ftat,  die 
mich  umb  gelt  Terraten  werden  und  tu  auß  euch  werdent 
geergert  in  mir,  wann  es  ift  geCbhriben,  ich  wnrd  fohlagen 
den  hirteu  und  die  fchaf  der  herd  werden  zerftreut.'  aber 
ainer  aatwurt  und  fagt  'und  fo  fi  all  in  dir  gefdient  wer-  » 
den,  fo  wirt  doch  der  Sachs  nimmer  von  dir  weichen.'  fagt 
zä  im  Luther  'fiurwar  lag  idx  euch,  tot  zwen  tagen  wirt  er 
drei  mal  mmn  Terlaugnen.'  und  fi  haben  geantwurt  'und 
wann  wir  mit  dir  follen  fterben,  fo  wollen  wir  dein  nimmer 
Terlangnen.'  und  Luther  hat  in  gefagt  *ir  werdt  bei  mir  » 
fein  in  meiner  betr&bnus  biß  zSm  creuz.'  aber  am  an- 
dern tag  umb  die  yiert  ftund,  als  er  mit  feinen  jungem 
redte,  uempt  war  da  ift  der  her  von  Pappenheim  komen 
und  mit  im  ain  große  fchar  mit  fchwerten  und  kolben,  ge- 
faut  von  dem  richter  und  furften  des  reichs  und  haben  den  ao 
Luther  gef&rt  auf  das  gerichthaus,  und  die  bepftifcheu  feind 
nit  auf  das  gerichthaus  gangen,  daß  der  Luther  kain  urfacfa 
hette  mit  in  zä  disputiern,  aber  daß  er  on  redliche  urfach 
verurtailt  werde,  dann  da  was  Annas  Gurcenfis  ain  cardi- 
nal,  auch  der  menzifch  cardinal.  aber  er  was  der  Annas  a» 
der  ain  rat  het  geben  'es  iß  nutz  daß  ain  menfch  fterb  für 
die  bq>ftifcheD,  daß  ir  b&berei  nit  offenbar  werd  und  daß 
nit  die  römifch  fchalkait  abneme.'   aber  der  Sachs  folgt  lang- 


fam  Itinach  und  iß  komon  ins  gericliflians.  niul  als  or  hin- 
ein ift  gangen,  faßc  er  mit  den  andern,  daß  or  (ech  das 
end«  aber  die  fürften  der  priefter  nad  bäpßifcben  rächten 
fidfehe  zeuknus   wider  -den  Ijuther,   dafi   fi.in  venirtailten 

ft  zfim  feur,  und  fi  haben  kaine  ftmden.  da  aber  tU  f^Ifcbe 
Zungen  hin  zögiengen,  aber  am  letften  die  zwen  lugenträger 
Joannes  Sabula  und  Joannes  von  Eck,  trierifcher  official, 
und  hont  gefagt  Mer  hat  gefagt,  das  coneilium  zä  CofteuK 
hab  geirt  und  der  bapft  fei  ein  Eiitcbrift,  der  doch  nit  fön« 

10  den  mag%  da  ift  Caiphas  der  bifchof  von  Menz  auf  gfian* 
den  und  bat  zu  im  gfagt  'was  antwerftu  zä  difen  dingen, 
die  fi  wider  dich  reden?  ich  befchwer  dich  bei  dem  leben- 
digen got,  bekenn  die  ding  war  feinT  aber  Luther  bat 
unerüchrecklich  geantwurt   'du  haßs   gefagt.      aber   fürwar 

15  Jag  ich  euch,  ich  mag  mit  dem  hailigen  evangelio  probieni 
was  von  mir  in  b&chem  gefchriben  iß:  und  es  fei  dann  daß 
ich  mit  der  hailigen  gefchrift  oder  lauterer  urfach  fiberwun* 
den  werd,  wil  ich  nit  wider  r&fen,  hab  ich  übel  geredl, 
fo  geben  fi  zeuknus  vom  übel,    ^leeren  fi  beßers,   ich  bin 

M  berait  meine  b&cher  ins  fisuer  werfen,  hab.  ich  aber  recht, 
warumb  fchlagen  fi  mich,  warumb  hören  fi  nit,  warumb 
antwurten  fi  nit?*  da  ward  der  menzifch  Caiphas  erzürnet 
und  fpraofa  'er  hat  geleßert  was  dürfen  wir  nodi  zeugen  ? 
fecht,   ir  habt  iez  gebort  die   gotslefternng.    was  bediwkt 

sft  ench?^  und  fi  all  mit  ainaiider  habeat  geantwurt  'er  ift 
fchnldig  des  tods**  da  haben  fi  auf  die  erd  gefpiben  und 
woken  in  nit  mer  boren,  dann  fi  künden  im  nit  widerspre- 
chen, aber  etlich  fchrien  'er  hat  ain  teufeL*  und  der  Sachs 
faß  bei  den  andern  und  der  bifchof  von  Lütich  ift  zfi  im 

10  gangen  und  hat  gefagt  'und  du  biß  ein  lutherifcher.*  aber 
er  laug&et  vor  iederman  fprechende  'ich  weiß  nit  was  du 
fagß.*  nis  er  aber  für  die  tür  hiuauß  gieng,  fach  in  der  cardinal 
von  Bellia  und  fprach  zö  denen  die  da  waren  'und  der  er- 
nert  den  Luther  in  feinem  vaterland.*      und  er  laugnet  vor 

8&  iederman  fprechent  'ich  kenn  den  menfchen  nit.*  und  über 
ain  weil  gieagen  hiuzA  die  da  ftfinden  und  fagten  dem 
Sachfen  'warlich  bißu  auch  am  lutherischer,  wann  deine  wort 
offenbar^nt  dich  oft.^    da  fieng  er  an  zA  hefteten,    er  het 


111 

ahrog   andere  gfcheft  gehabt,   dann  daß  er  des  inenfcheu 
adit  bei  gcnomen.    und  von  Aund  an  ift  abent  und  morgen 
der  ander  tag  worden  und  der  Sachs  hat  an  das  wort  ge^ 
dacht,  das  er  vor  zwen  tagen  bat  gefagt  'er  wirt  mein  drei 
mal  verlaugnen'  und  i&  hinauß  gangen  Tagende,  er  welle  in  s 
wider  alle  menfchen  befdiirmen.    als  nun  morgen  wart,  feind 
alle  fnrften  der  priefter  zfi  rat  gangen  und  die  pepftifchen 
auch  wider  den  Luther,  daß  fi  in  dem  feur  geben.      und 
haben  in  herzä  gef&rt  und  dem  bifchof  von  Trier   geben« 
und  Luther  Mnd  vor  dem  riditer  und  der  bifchof  fragt  in  h 
fprechende  Mu  bift  ain  leerer  des  evangelitims  and  der  war-^ 
bait?^    und  Lutherus  hat  gfagt    'fagfiu  das  von'  dir  felbe 
oder  haben  dirs  die  Romer  von  mir  gfagt?'  antwurt  der  bi- 
febof  *bin  ich  dann  ain  Romer?  die  fo  nit  mügen  leiden  die 
evangelifch  warhait  und  die  wort  Pauli,  haben  dich  mir  über^  u 
geben,    was  haßu  gethon'r*    Luther  hat  aber  chrißlich  ge* 
antwurt  'mein  gfchrijPt  feind  nit  von  difer  weit  aber  auß  got' 
wann  die  bepftifchen  betrachteten  die  evangelifchen  warhait 
und  diefprnch  S.  Pauls,  wer  ich  dir  durch  fi  nit  übergeben 
worden.*     antwurt   der  trierifch  bifchof   'darumb    bißu  ain» 
lerer  der  evangelifchen  warhait  und  fant  Pauk?^    antwurt 
liUtherus  'du  fagfls«    wann  ich  bin  darzö  geboren  und  in 
die  weit  komen,  daß  ich  die  wort  des  evangelinms  und  S. 
Pauls  z&  der  allen  und  waren  verftentnus  emeuwem  fol^  fo 
fi  durch  die  bepftifchen  in  irem  nutz  und  gunft  des  romifcben  k^ 
boft  biß  hie  her  gebogen  und  krimpt  feind  zS  großem  nach-* 
tail  und  fchaden  der  tentfchen'  nacion.    wann  fo  die  teutfch 
nacton  meine  wort  wirt  hören  und  behalten,  wirt  fi  erlöft 
auß  dem  rächen  der  Romer  und  curtifanifchen  hftrnkinden^ 
und  da  er  anklagt  ward  von  den  furften  der  priefter  und  n 
Romer  bfiben,  bat  er  nichts  dann  chriAlich  geantwurt.    da 
fagt  zfi  im  der  Trierer  'wiltu  nit  dein  gfchrift  dem  urtail 
des  kaifers  fibergeben?*    aber  Luther  gab  alfo  befcbaiden- 
Keh  antwurt  auf  alle  frag,  daß  fich  der  richter  verwundert 
und  fprach  zfim  Luther   'was  ift  boshait  der  romifchen  bfi-  ss 
bon  und  bepftifchen.^  und  als  er  des  het  gfagt,  fSchte  er^  wie 
er  in  mocht  erledigen,  wann  ep  wift  daß  in  durch  neid  die 
furften   der  priefter  und  bepftifchen  dar  geben  betten,    und 


XU. 

EVANGELIUM  SEDUNDUM  PASQülLLUM 

ROMAE    IN    ADVENTU    CAESAKIS    EDITÜM. 

MDXXXVL 


In  illo  tempore  ante  decem  dies  Pafcbae  venit  Carolus  in 
monafterium,  poßquam  Clemens  mortuus  erat  fecerunt  au- 
tem  ibi  coenam  ei  fcribae  et  pharifei  et  religio  miniftravit  ei. 
Koma    ergo    princeps    latronum    accepit    libram    unguenti. 

5  dixit  ergo  unus  ex  Gallis  qui  erat  cum  dcfamaturus  'quare 
hoc  unguentum  non  venit  ad  nos  decem  millibus  et  nou 
datur  Francifco?*  dixit  autem  hoc,  non  quod  Francifcus 
illi  curse  elTet,  fed  quia  für  erat  et  marfupium  habebat  ea- 
que  quse  mittebantur  vorabat.     dixit  ergo  Carolas   *fine  il- 

10  lam!  in  diem  enim  victoriae  meae  hoc  unguentum  fervavit: 
vos  enim  Gallos  femper  Roma  nutrit,  me  vero  non  femper 
cognovit.*  ergo  turba  multa  ex  Chrißianis,  quod  illic  Ca- 
rolus  effet,  venerunt  non  propter  Carolum  tan  tum,  fed  prop- 
ter  victoriam  quam  habebat.      et  videntes  principes  facer- 

15  dotum  quod  multi  ad  illum  currebant,  cogitabant  ut  eum 
introducerent  et  in  brevi  ejicerent  poftero  die  multa  turba 
quse  venerat  ad    diem  feßum,   cum  audiß*ent  quod   veniret 


115 

Carohis  in  urbem,  acceperunt  enfes  artifionm  et  proceffe* 
nint  obyiam  eL     alii  vero  clamabant  'hofanna!  benedictus 
qui   renit  in  nomine   donuniP      Carolus  vero  nactus   erat 
velum  umbratile  quo  opertus  eft,  ubi  fcriptum  eil  *noli  timere, 
filia  Babilon.'      ecce  Carolus  fpirans  adhuc  minamm   venits 
ut  videat  ruinas  temploruin.      hoc  autem  non  cognovenint 
discipuli  ejus  primum  donec  viderunt,   tunc  recordati  funt 
quod  omnia   propter  eum  parata  erant.     teß;ificabat)ir  ergo 
turba  quae  erat   cum   eo,   quando  Alexandruni   ducem  fuf- 
citavit    a    mortuis    et    quando    Africam     devicit.     propte-  lo 
rea  et  obviam  venerunt  ei,  quod  eum  audierunt  hoc  fignum 
edidifle.     pbarifei  ergo  dixerunt  inter  fe    'ecce  mundus  poft 
illum  abit,  fi  permittemus  eum  diutius  in  pace  effe:  fic  om- 
nes  credent  in  eum  et  csefariani  omnes  et  non  papißae  erunt'' 
erant  autem   quidam   ex  Italis   ex  Ungaris,  qui  accelTerunt  is 
ut  adorarent  in  die  feßo.     hi  ergo  acceflerunt  ad  amicos, 
amici  ad  Hifpanos  dicentes  'domini,  volumus  videre  Caro- 
lum.^    Hifpani  rurfus  dixerunt  Carole.     Carolus  autem  re- 
fpondit  eis  dicens   Venit  hora  ut  glorificetur  Carolus  Omni- 
bus,   amen    amen    dico   vobis,    li    quis    mihi   minülrat,   me  au 
fequatur,  et  ubi  ego   fum,   illic  et  minißer  meus  erit.'    et 
accipiens  linteamen  mundum  praecinxit  lumbos  fuos  humili- 
ter  et  aquam  in  pelvim  fudit  et  lavit  pedes  diTcipulis  alienis. 
et  confurgens  dixit  *nunc  anima  mea  turbata  eß  et  quid  di- 
caxn?    pater  fancte,  fervate  me  ex  hac  hora  et  tranfeat  a  25 
me  calix  GalliT    venit  ergo  vox  de  fummo  palatio   'fic  il- 
lußrabo  nomen  tuum.^     turba  ergo  Hifpanorum  qua;  ßabat 
et  andierat,   dicebat   tonitruum   eKe  factum,     alii   dicebant 
'angclus  ei  locutus  eß.*    refpondit  Carolus  *non  propter  me 
haec  vox  venit,   fed  propter  vos.     nunc  Judicium  eß  mundo,  30 
nunc  princeps  Turcarum   ejicietur  foras   et  ego  11  exaltatus 
Aiero  in  victoria^  omnes  traham  ad  me  ipfum.""    hoc  autem 
dicebat  fignificans   unum    fore    ovile.      refpondit    ei   turba 
pharifseorum    Vos  audivimus  ex  lege  omnes  reges  exaltatos 
et  quomodo  tu  dicis?'    et  continuo  gallus   cantavit  et  Ca-  ss 
rolus    digreffus    parumper   flevit    amare.      et    poß    pulillum 
tempus  cum    fuo  pontifice   oravit    Hifpanis    vigUantibus    et 


116 

iterum  venit  ad  faos.  *qui  habet  duas  tnnicas  (inqnit), 
▼endat  xmam  et  emat  fibi  gladium:  non  emm  ibo  ponere 
pacem  fed  gladium  inter  patrem  et  fiUiim.'  et  com  luec 
dixüTet  yidentibtis  conctis  aTceudit  Florentiam.  ego  vero 
i  PaTquillus  expecto  coDCordiam  et  hymnum  dicam  fempiter- 
nam.    alieluja  alleluja  amen. 


xnL 

EPISTOLA 

DE  CONVERSIONE  PAULI  lU  P.  M. 

MDXXXVL 


PAULUS  adhuc  fpirans  minarum  et  caedis  in  fectatores 
Caroli,  accefllt  ad  principes  facerdotum  et  petiit  ab  eis  fa- 
Torem  in  Italia  et  aliis  locis,  ut  fi  quos  inveniret  hujus  vitas 
principes  et  poteßates,  tanquam  inimicos  chrilUanse  religionis 
produceret  in  deditionem.  cumque  ita  cogitaret,  contigit  uts 
▼ifitaretur  a  Carolo  et  fubito  circumfulfit  lux  eum  fonitu 
niagno  et  cadens  in  terram  audivit  vocem  dicentem  fibi 
"Paule,  Paule,  quid  me  perfequeris?*  qui  dixit  'quis  es, 
domine?*  at  ille  'ego  fum  Carolus  Quintus  Caefar  Augu- 
ftos  quem  tu  perfequeris.  durum  efl  contra  Rimulum  cal-  lo 
citrare.'  cui  tremens  ac  ßupens  dixit  'o  Carole,  quid  vis 
me  facere?*  et  Carolus  ad  eum  *furge  et  ingredere  palatium 
^  ibi  dicetur  quid  te  oporteat  facere.'  viri  autem  qui 
comitabantur  Faulum  ,  cum  eo  Ilabant  ftupefacti  audien- 
tes  clangorem,  ftrepitum,  hinnitum  et  tanti  hominis  vocem  is 
et  ipfius  humUitatem  videntes.  furrcxit  autem  Paulus  de 
terra  apertisque  oculis  panim  videbat.  ad  manus  autem  il- 
Inm  trahentes  duxerunt  ad  palatium  et  erat  ibi  tribus  die- 
bus  parum  videns  et  uibil  mauducavit  neque  bibit.  erat 
qnidam  Romas  Caroli  iectator  nomine  Petrus  et  dixit  illi  so 
die  Tequenti  Carolus   'Petrel'    ille  *en  adfum,  domine/    et 


118 

dixit  Carolus  'feftina  et  vade  in  ambitum  qui  vocatur  Cle- 
mentis  VlI  et  quaere  in  camera  Alexandri  IV  Paulum  no- 
mine Farnefum.*  refpondit  autem  Petrus  'domine,  audivi  a 
multis  de  viro  hoc,  quanta  mala  a  tempore  juventutis  Aiae 
5  fecerit  facerdötibus  tuis  in  Italia  et  bic  conllitutus  princeps 
lacerdotum  habet  poteAatem  ligandi  omnes  qui  invocant  Do- 
rnen tuum.''  dixit  autem  ad  eum  Carolus  Vade,  quoniam 
caufa  everfionis  Galliae  erit  mihi  iße,  extoUens  nomen  meum 
coram  Veneto,  Mediolanenfi,  Urbino  caeterisque  dueibas  et 
10  Italise  populis.  ego  enim  ollendam,  quanta  illum  et  patriam 
oporteat  pro  nomine  meo  pati.*  et  abiit  Petrus  et  introivit 
et  ofculans  illi  manus  dixit  'Paule  pater,  Carolus  V  Augo- 
ßus  mißt  me,  qui  locutus  eil  tibi  in  via  quando  veniebas,  nt 
eum  cognofeas  et  implearis  animo  bono.*  et  confeftim  re- 
is ceffcrunt  ab  eo  perfecutiones  et  pravae  voluntates  de  mente. 
et  Carolum  amare  coepit  et  furgens  fincero  amore  repletus 
efl.  et  cum  accepiflet  cibum,  confortatus  eft.  fuit  autem 
cum  amatoribus  Caroli,  qui  erant  Romas  per  aliquot  dies, 
pollea  ingrelTus  in  confißorium  praedicabat  Carolum.  Itupe- 
20  bant  autem  omnes  qui  eum  audiebant  dicentes  'quoniam  hie 
eft  qui  expugnabat  in  Italia  eos  qui  fe  eSe  fub  imperio 
Caroli  profitebantur  et  hunc  pontificium  honorem  femper 
afpiravit,  ut  imperiales  bonis  fpoliaret  et  eos  Italia  abigeret, 
injurias  tempore  minae  urbis  illatas  fibi  et  principibus  facer- 
25  dotum  ulcifceretur.^  Paulus  autem  multo  magis  convalefce- 
batur  et  confundebat  Gallos  qui  babitabant  Romas,  affirmans 
quia  is  eflet  Carolus  Quintus,  Romanorum  invictiflimusimpe- 
rator,  qui  debet  Gallos  et  Turcas  debellare  et  totius  mundi 
monarchiam  foeliciflime  tueri. 


XIV. 
AIN  SCHÖNER  DIALOGÜS. 

CUNZ  und  der  FRITZ 
Die  braachoDt  wenig  witz. 
Es  gilt  umb  fi  ain  klains, 
So  feinds  der  fach  fcbon  ains. 
Si  redent  gar  on  trauren 
Und  find  gut  Intbrifch  baaren. 


Fritz 
erlicht  Cunzen,  fpricht:  Verden  lung!  da  fich  ich  ain  feltfa- 
men  gfellen.   bis  mir  got  wilkumen,  lieber  CünzI   dich  fich 
ich  von  herzen  gem.  mir  hat  erft  nachten  von  dir  getrombt: 
nun  wolt  ich  doch  nit  weggen  für  dich  eßen.  .^ 

C&nz 
Dank  dir  got,  lieber  Fritzl  ich  freu  mich  auch,  daß  ich 
dich  fehen  Fol. 

Fritz 
Lieber  Cunz,  wo  bift  du  fo  lang  gewefen,  daß  ich  dich  nit  lo 
gefehen  hab? 

Cfinz 
Zä  Tübingen  under  den  (hidenten. 

Fritz 
Was  fagt  man  guts  zu  Tübingen?   wie  hclt  fich  die  hoch  ih 
fchul  gegen  dem  Luther? 

Cfinz 
Es  ift  gleich  wie  anders  wa.   welcher  fil  pfründen  hat,    der 
ifi;  dem  Luther  feind  und  fchelten  in  ain  ketzer:   aber  die 
arm  rot  hat  in  lieb.  ^ 


120 

Fritz 
Lieber,  ich  hab  gehört,  wie  ain  doctor  da  fei,  der  haiß 
doctor  Fetz ,  der  wil  den  Paulum  nit  laßen  lefen,  nur  darumb 
daß  in  der  Luther  als  oft  herfur  zeucht 
5  C&nz 

Ei  er  haißt  nit  Fetz,  er  haißt  Lemp. 

Fritz 
Fetz  und  Lemp  ift  nit  faß  ungleich,  er  haiß  halt  der  Hader: 
wann  er  folichs  thfit,  fo  ift  er  nit  beßer  dann  ain  Hinkender 

10  fäßhader.  ich  hab  in  zwar  wol  kent.  vor  XXIIII  jaren  lebt 
er  noch  der  alt  fophift  mit  den  wirtenbergifchen  vocalen  au 
ai  ei  ao  aw.  daß  dichs  gicht  ankum  in  groben  büffel!  lie- 
ber. Tag  anl  ift  es  war  daß  er  den  Paulum  verboten  hat 
zfi  lefen? 

ifi  Cönz 

Ja.  es  ift  kurzlich  ain  gelerter  man  da  hin  komen,  der  hat 
angefangen  Paulum  zfi  lefen  nach  des  Erasmus  fchreibung 
und  hat  ain  großen  Zulauf  gehabt,  dann  iederman  hat  luft 
zfi   der  gotlichen  lere,   das  hat  nun  den  Lempen  verdroßen 

80  und*  hat  ain  ftatut  gemacht,  welcher  lefen  woll ,  der  fol  die 
alten  doctores,  als  Scotum,  Thomam,  Tartaretum  und  der 
gleichen  lefen,  fünft  werd  man  im  das  ftipendium  nit  geben, 
alfo  hat  der  gät  frum  man  auf  m&ßen  hören  zä  lefen. 

Fritz 

95  Ei  daß  dich  der  teufel  fchend  in  fetzenlumper  hinein,  du 
alter  tanhaufifcher  efelßitrer,  mit  deinem  fubtilen  narrenkopf! 
foltu  dann  die  götlich  hailig  gefchrift  verbieten  zfi  lefen? 
ift  das  nit  ain  wunder?  wie  feind  die  onmechtigen  leut  fo 
gar  erblindet,  daß  fi  umb  irs  aigen  nutz  willen  die  gotlich 

30  1er  undertrucken  wollen  I  es  feind  des  rechten  Entchrifta 
boten. 

Cfinz 
Du  waift  wol  daß  die  alten  patres  fchlecht  gelert   feind, 
dann  fi  haben  nur  am  Pirlipars  und  Peter  von  Hifpanien 

35  gelemet,  wißen  nit  vil  von  dem  zierlichen  latein  Ciceronis 
und  Virgili  zö  fagen:  darumb  fchmeckt  in  nichts  dann  das 
fi  gelernet  haben,  und  fo  fi  nur  den  alten  Tanhaufer  geler- 
net haben,  künden  fi  auch  den  Erasmum  und  ander  gelert 


121 

Uli  Terllon«  das  iß  die  urfach  daß  fi  iolichen  haß  tragen  den 
gderten  und  weren  mit  henden  und  Gißen  daß  das  g&t  la- 
tein  mt  h^rfnr  knm  und  daß  fi  auf  irem  dreckigen  lankfa- 
men  weg  beleiben  und  gönnen  nit  den  andern  das  fi  nit 
wißen.  wa  haß  du  ie  gefehen  daß  ainer  den  Paulum  fo  5 
hüpfch  herfur  bringt  als  iez  Erasmus  gethon  hat?  aber  die 
alten  rutzigen  geul  verßond  nit  fo  vil  latein. 

Fritz 
Ja,  du  haß  war.  derteufel  m&ß  in  Ionen  mit  irem  neid  und 
untreu,  ich  trau  got,  die  zeit  fei  komen,  daß  die  recht  war-  10 
hait  an  das  liecht  kom  und  die  vinßemüs,  darin  die  alten 
grauen  efel  gelegen  feind,  verfchwinden  werd.  lieber,  es  feind 
hie  auch  etlich  fchelmen  des  unflats,  etlich  h&ner  jagen  ich 
wolt  daß  fi  der  hagel  fchl&g  in  boden  hinein,  die  kainnfitzi- 
gen  eckiTchen  leuskopfl  15 

Cfinz 
Wen  mainßu?  du  biß  zornig. 

Fritz 
Ja  es   iß  mer  dann  ainer  hie,  und  befunder  ainer,  faß  ge- 
fehwoUen  in  oren,  dem  Lumpen  und  Lempen  nit  vaß  ungleich,  to 
ich  dar  in  nit  nennen:  ich  furcht,  man  hör  uns.   lieber,  laß 
uns  von  der  wend  goni  ich   wil  dirs  in  ain  or  lagen,  N. 
kenßu  in  aber  iez?  der  fich  dann  alain  auß  des  bapßs  epißeln 
neren  m&ß  und  auß  dem  großen  codex  und  zwain  de  geßis 
ff.  in  jura.  er  iß  des  Hänfen  Mairs  von  Eck  innerßer  rat  95 
uid  wil  den  Luther  gar  verdammen  darumb  daß  er  im  die 
decretales  zfi   Witenberg  verbrent  hat,  darmit  er  eben  vil 
der  gfiten  guldin  pfenning  verdient  hat. 

Cönz 
Nun  wie  iß  dann  das  widerkopflin?  das  dunkt  fich  doch  gar  ao 
witzig  fein? 

Fritz 
Ich  waiß  nit  wen  du  mainß. 

Cunz 
ßi  ich  mfiß  dirs  auch  haimlicb  fagen,  der  tcufel  mocht  uns  35 
funß  befcheißen.  wenn  fi  es  von  uns  innen  wurden,  wir  müe- 
ft^n  im  ban  ßerben.  los  herl  N. 


122 

Fritz 
Ja  wol  68  ift  gleich  vier  holen  ains  tüehs.  fi  feind  auf  ain 
laift  gefchlagen.   fo  waiftu  wol  daß  der  von  ampts  wegen 
wider  den  Luther  muß  fein,  ob  ers  fchon  nit  gern  thät 

5  doch  geh  er  gern  den  Ecken  dem  teufel,  daß  der  Luther 
am  galgen  hieng.    des  felben  halb  iß,  er  unparteifch. 

Cönz 
Ach  du  lieber  Luther,  du  haft  feintfchaft  unverdienet!  ich 
gedacht,  es  wer  iederman  lutherifch  hie. 

10  Fritz 

Ho  es  gieng  wol  hin  daß  &  fchon  wider  den  Luther  wären, 
ea  thut  dem  Luther  nit  we,  wenn  ü  nur  das  hailig  evangeli 
bleiben  ließen,  fi  halten  aber  mer  auf  ir  Itimplerei,  auf  ire 
aigne  aufletzung  und  menfchlich  gebot  fi  feind  alain  dem 

15  Luther  feind,  daß  er  auß  den  hailigen  leren  Pauli  und  Chrifii 
inen  ir  verdampten  weis,  fchalkait  und  büeberei  anzaigt 
er  bringt  nichts  neus  herfur.  es  thut  in  aber  zorn,  daß  er 
inen  die  warhait  fagt:  wann,  was  mainßu  daß  die  decreti- 
fchen  doctores  und  der  ganz  babilonifch  .  hof  z&  Rom  mit 

so  iren  cortilanifchen  ftucken  gelten  werd,  fo  man  die  decre- 
tales,  decret  copißerei  und  der  gleichen  lugenfchulen  und 
bäpßlich  tröm  abthfit? 

Cunz 
Es  mag  nit  wol  erlitten  werden,  dann  ir  mechtiger  gewait, 

25  eer  und  gut  und  große  titel  wurd  gemindert  und  idlleicht 
gar  undergeen.  dann  glaub  mir,  wenn  wir  recht  chriften 
weiten  fein  und  der  leer  Chrilli,  nit  den  menfchlichen  erfin- 
dungen  anhangen  laßen,  fo  wurden  nit  fo  vil  roter  filzh&t- 
len  fein,  man  wurd  wenig  der  romifchen  buben  achten,  aber 

30  das  Unkraut  hat  ganz  überhand  genomen:  muß  vil  müe  ha- 
ben, wil  mans  als  auß  reuten., 

Fritz 
Du  haß  war.  ich  muß  dir  fagen  den  großen  neid  des  ob- 
gemelten  bäpßlicher  und  codicifcher  epiftel  doctor.  er  lauft 

35  in  der  Hat  umb  allenthalben  und  wolt  gern  betriegen  die 
fromen  lutherifchen.  burger,  daß  fi  den  prior  von  den  Car- 
meliten  mit  fampt  feinen  münchen  auß  dem  cloller  triben. 


123 

Cfinz 
Warumb  das?  nun  wän  ich  doch,  die  manch  feien  all  wider 
den  Luther. 

Fritz 
Nain  nichts  da  felbft.  man  findt  noch  vil  die  baimlicb  junger  s 
feind,  fi  dürfen  fich  aber  nit  merken  laßen  von  forcht  wegen 
der  Juden,  irer  prelaten.  aber  dife  br&der  bekennen  offenlich 
des  Luthers  lere  für  g&t,  fiirchten  fich  nit,  dann  got  ift  mit 
inen  und  die  frumen  burger.   der  prior  ift  ain  gelerter  firu« 
mer  naan  und  fein  prediger,  der  etwa  vil  an  feiner  predig  to 
wider  folich  knaben  redt,  und  des  Luthers  lere,  ja  Chrißus 
1er  herfur  zeucht,  ir  frafchgarei  und  kalt  recht,  veraofatet, 
macht  inen  großen  neid.    das  mag  der  dootor  nit  erleiden 
und  ander  mer. 

Cimz  u 

Kit  unbillich  wirft  fich  das  wunder  auf  wider  die  liebhaber 
gotlicher  1er,  dann  inen  klainer  nutz  darauß  entftet,  wa*die 
warhait  Oberhand  wurd  nemen. 

Fritz 
Hafin  auch  hören  fagen  oder  kenßn  Johannem  Ecolampadi?  so 

Cönz 
Seine  büecher  hab  ich  gelefen,  aber  in  hab  ich  nit  gefehen. 
als  man  aber  lagt  und  fein  gefchriften  anzaigen,  fo  ift  er  ain 
fander  gelerter  man;  dann  freilich  wen  Erasmus  von  Roter- 
dam  lobt,  der  ift  kain  nar.  » 

Fritz 
Ja  er  ift  ain  frumer  man  darzfi.  dann  fo  er  gniig  von  fei* 
nem  väterlichen  erb  het  mügen  haben,  fein  leben  in  großem 
bracht  und  eren  z&  anderhalten  und  ift  darzfi  im  hohen 
fiift  zfi  Augfpurg  prediger  gewefen,  fo  hat  er  doch  die  weit  lo 
mit  irem  geprenk  und  neid  veracht  und  hat  fich  in  ain  fun* 
derlich  leben  gethon  oder  gegeben,  ift  zu  Altenmünfter  ain 
manch  worden. 

Ciinz 
Dank  hab  er  daß  er  der  boshait  der  weit  gewichen  ift.         S5 

Fritz 
Ja  wol  gewichen:  er  ift  crft  darein  komen. 


124 

Ganz 
Wie  dem? 

Fritz 
Ha  fragftu  erß?  haibi  nit  gelefen  die  büechlein  die  er  ge- 
6  macht  hat?  nemlich  ains  von  der  beieht,  in  welchem  er  gams 
chrillenlich  (ich  fprich  mer  dann  lutherifch)  fchreibt.  darumb 
aber  daß  er  den  decretaUfchen  junkherren  zSl  hart  antaft, 
hat  der  obber&rt  jurift  fein  blall  außgelaßen  und  gefprochen, 
man  fol  den  fantaßifchen  münch  vermauren. 

w  Cfinz 

So  hör  ich  wol,  welcher  etwas  gSts  lert  und  Paulum  her- 
f&r  zeucht,  der  ift  ain  fantaft.  fo  woU  got  daß  vil  fantaften 
werden,  daß  fi  die  witzigen  fpitzkopf  zerbleutenl  pfei  der 
fchand!   ich  glaub,  wenn  es  inen  müglich  war  daß  fi  die 

15  hailigen  evangeli  und  Paulum  gar  ab  künden  th3n,  fi  wur- 
den allen  fieiß  ankeren  daß  es  gefchehe. 

Fritz 
On  zweifei.  dann  fo  fi  die  diener  und  außrfifer  des  evangeli 
alfo  durchächten,  wie  vil  mer  mainllu  daß  fi   der  gfchrift 

so  thäten.  des  übel  alles  iß  ain  urfach  und  aufhalter  der  trun- 
ken Hans  Mair  von  Eck. 

Cünz 
Wie  kau  ain  mair  in  aim  dorf  fo  vil  unr&  machen? 

Fritz 

sft  Ei  er  ifl;  kain  paur  den  ich  main,  der  ain  mairhof  in  aim 
dorf  hab.  es  ift  junkherr  Eck  oder  Geck,  wie  man  den 
haißt,  der  groß  doctor  von  Ingolftat,  der  alfo  kempft  hat 
z&  Leipzig  mit  dem  Luther  und  Karlftat  und  darnach  z& 
Wien  und  vor  zeiten  zä  Bononi  und  iez,  als  er  am  narren 

90  befchnitten  ward,  der  dann  fo  groß  in  im  gewachfen  iß  und 
überhand  genomen,  daß  fich  ain  groß  wunder  dils  dings  in 
im  erhebt  hat,  zoch  er  gen  Rom.  da  hat  er  fich  nit  wol 
gehalten,  in  der  felben  erznei  iß  die  wund  wider  auf  bre- 
chen und  iß  der  nar  vil  großer  worden   dann  er  vor  was. 

35  und  wirt  er  in  nit  bald  wider  fchneiden  laßen,  fo  het  ich 
forg,  er  müeß  daran  ßerben  oder  er  wurd  BoUingen,  da  er 
iez  iß,  das  ganz  cloßer  mit  narren  befetzen.    kenßu  in  iez? 


125 

C&nz 
O  ja.  er  hat  fein  namen  in  die  ganz  weit  wollen  bringen, 
der  ablaß  nan   ich  wolt  im  nit  ain  pfenning  umb  ain  Zent- 
ner ablaß  geben. 

Fritz  $ 

Läeber,  er  hat  mer  darauß  gelöft  dann  ain  pfenning:  es  ift 
mit  guldin  zu  gangen. 

C&nz 
Ja   die  entcbrüUfche   bull   hat   im  etlioh   hundert  dncaten 
tragen.  lo 

Fritz 
Mainft  nit,  ob  er  auch  Criftum  verkaufet,  der  fein  aigen 
Volk  und  Vaterland  alfo  auf  die  babilonifch  flaifchbank  ge- 
ben dar? 

Cfinz  15 

Er  ift  dannocht  frumer  dann  Judas,  er  hat  den  Luther  umb 
vil  gold  verkaufen  woUen:  fo  hat  Judas  Chriftum  nur  umb 
dreißig  pfenning  verkauft.  wU  gern  fehen,  wann  er  wöU 
aufhören  unfinnig  zu  fein. 

Fritz  so 

Die  weil  im  der  bapft  ducaten  fohenkt  und  die  narren  krank- 
bait  fo  hart  in  im  ßeckt,  hört  er  nit  au£  wann  man  im  aber 
die  pfirnnden  wurd  nemen,  fo  wurd  er  on  allen  fchmerzen 
des  narren  ledig. 

C&nz  SS 

Ich  glaub  nit  daß  er  die  pfirunden  darumb  laß:  er  lit  ee 
taufent  narren  in  feim  kop£ 

Fritz 
Nun  wie  wellen  wir  im  th&n?  du  fichft  daß  die  hohen  großen 
heapter  ains  tails  auch  nit  anders  wollen,  dann  als  ich  hör,  so 
fo  ift  großer  hagel  von  in  vorhanden  über  den  Luther  und 
all  fein  anhenger. 

C&nz 
Man  wirt  uns  baß  bedenken  dann  wir  uns  forgen,   dann 
ich  hör,  die  fach  werd  noch  g&t  werden,  die  firumen  chri-  u 
ften  die  das  gefatz  gots  lieb  habent,  die  werden  /ich  kain 
bofen  gewalt  erfchrecken  laßen,  als  da  der  Eck  mit  der  ge* 


126 

malten  bull  ain  hagel  wolt  machen,  man  maß  oft,  umb  args 
und  Übels  zä  furkumen,  ain  weil  ain  aug  zfi  th&n  und  dar- 
bei  fchweigen  biß  sä  der  rechten  ßund.  dann  du  waid  wd, 
wann  man  wil  fuchs  fahen,  was  man  in  die  lucken  Hellen 
5  maß.  laß  uns  ain  weil  fparmunde  machen  und  laß  die 
fchwarzen  wölken  in  dem  raufch  iez  mal  über  goni  dann 
wann  die  recht  zeit  kumen  wirt  und  der  frum  chrifUich  ge- 
walt  das  fchwert  recht  ergreift,  glaub  mir,  es  wirt  anderlt  gon. 
warlich  was  Unrechts  wider  got  und  fein  hailigs  gehet  vtm 

10  menfchen  gedieht  furgenomen  iA,  es  wirt  gerochen  werden 
und  alle  die  erfreut  die  das  gfit  verkünden  und  dem  felben 
anhangend,  und  die  befchomen  b&ben  des  unrechten  ftime- 
men  geßraft. 

Fritz 

15  Es  wer  wol  g&t,  wann  es  manchem  nit  zfi  lang  wurd  und 
gefchiht  die  weil  manchem  z&  kurz. 

C&nz 
Des  müeß  mir  got  laßen  walten  und  das  glück,   aber  ains 
waiß  ich,  das  wirt  nit  falen.  dann  alle  die  fich  iez  freuen  und 

90  mainen,  fi  haben  den  ris  Sigenot  und  Afprian  überwunden, 
werden  nit  lang  freid  haben,  dann  ich  fich  vor  meinen  au* 
gen,  daß  der  engel  gots  das  fchwert  emplößt  und  inen  den 
tod  treuet,  die  <Üe  warhait  fo  offenlich  belhreiten  und  wider- 
fechten türren,  under  welchen  die  rädlein  förer  feind  Ju- 

Bsdas  Aleander  und  fein  gefeUen  und  fünft  etlich  braite 
hüeüe,  der  Rolling,  der  Murnar,  junkherr  Oeck, 
bock  Emfer,  Lanzilet,  nit  der  edel  ritter  von  der  tafel- 
rund, es  ift  aber  der  macülift  prediger  münch  von  Senis  und 
ander  ain  g&t  anzal.  die  all  werden  noch  in  kürz  feben  fidi 

to  gefchent  Hein  und  dem  zom  des  gerechten  gots  nit  entrin* 
nen  mugen,  dann  wann  fi  fchoo  willen  daß  Luther  nit 
überal  recht  het,  fo  ift  doch  das  ir  mainuug  nit,  daß  fi  das 
anzaigen  durch  die  eer  gots,  alain  daß  ir  unermeßne  gei- 
tigkait  nit  zfl  grund  gang. 

u  Fritz 

Nun  wol  anl  got  waißt  wol,  wie  er  im  thän  foL    wir  wel- 
len gfit  chrifien  fein,  das  eyangeli  und  fant  Pauls  1er  för 


127 

uns  nemen:  nach  denen  wellen  ^r  unfer  leben  richten  und  i 

wollen  die  römifchen  bfiben  b&ben  laßen  fein,  wol  auf  mit 
mir  in  die  herbergl  fo  well  wir  weiter  von  fachen  reden, 
dann  ich  hab  dir  noch  vil  zfl  fagen  in  gehaim:  man  möcht 
uns  hören.  5 

Cfinz 
Wolan!  fo  geen  wir  von  der  wand. 


XV. 

AIN  SCHÖNER  DIALOGÜS 
^     VON  ZWAIEN  GUTEN  GESELLEN 
GENANT  HANS  TOLL  UND  CLAUS  LAMP 
SAGENT  VOM  ANTECHRIST  UND  SEINEN  JUNGERN 

SITZENT  BEIM  WEIN  GUTS  MUTS  UNVERHOLEN. 
AUSZ  DER  EPISTEL  PAULL 


V  O  R  R  E  D. 

Lieben  chriAen  und  lieben  br&der,  wollen  wir  den  Antechriß  kennen 
oder  wißen,  fo  m&Sen  wir  zfL  den  br&dem  gon  die  lefen  künden  und 
&  bitten,  daß  fi  nns  lefen  die  epiftel  Pauli  die  er  Tchreibt  z&  den  Thef- 
fUonicenfem,     die  ander  am  andern  capitel.  da  finden  wir  in  klar  mit 

s  weis  und  gebärden,  wie  er  lieh  gehalten  hat  and  noch  helt  nnd  wie  er 
iez  offenbart  ift  und  wir  kains  andern  dürfen  warten  nnd  foleher  lar- 
ven  acht  nemen,  wie  uns  der  tenfel  durch  feine  knecht  hat  laßen  ein- 
Plenen  und  wie  in  die  alten  weiber  foUen  fegen  und  die  badmaid.  es  iH 
als  lug  nnd  betrug  des  Satane,  des  teufeis,  auf  daß  wir  vor  lang  blint 

10  bleibend,  duß  wir  die  gotlich  wamung  durch  Danielem,  Paulum,  Chriftun 
und  Johannem  Apocalipfis  und  auch  Petmm,  daß  wir  difer  ding  mir 
nit  acht  haben,  plagt  uns  got  mit  larven  und  fasnaohtbutzen,  daß  wir 
all  mit  in  die  hell  fam.  was  lelt  got  daran,  wann  er  dir  fein  heilige 
wort  dar  beut,  wilt  du  es  nit,  fo  far  z&m  tenfel.   es  ift  iez  vor  banden. 

15  der  f&cht,  der  findt  und  hat. 

Es  hat  fich  begeben  daß  Hans  Toll  und  Claus  Lamp  ha- 
ben gefficht  ainander  und  zfi  abent  haben!  ß  ainander  ge- 
funden, fpricht  der 


129 

Claus  Lamp 
Mein  gefeH  Hans,  wo  biß  hent  den  ganzen  tag  gewefen? 
ich  hab  dich  geföcht.   der  richter  hat  ein  göten  wein  umb 
swen  Pfenning,  ich  wolt  ain  maß  mit  dir  getrunken  haben. 

Hans  Toll  & 

Lieber  gefeil,  ich  bin  an  aim  ort  gewefen,  darfur  nem  ich 
nit  fechs  maß  weins. 

Clans  Lamp 
Lieber,  fag  mir,  wo  bill;  gewefen? 

Hans  Toll  lo 

Idi  wil  dir  wnnder  fagen. 

Claus  Lamp 
Lieber,  was?  doch  fag  anl 

Hans  Toll 
Ich  bin  an  aim  ort  gewefen,  da  hat  ain  gfit  gefell  nnfer  fie-  is 
ren  gelefen  in  der  bibel,  und  hat  uns  gelefen  in  der  andern 
epifiel  Pauli  7Ä  den  Theffalonicenfem  am  andern  capitel  vom 
Antechrift  oder  Widerchrift,  wie  man  in  haißen  fol. 

Claus  Lamp 
Lieber,  odaß  ich  auch  da  wer  gewefen!  ich  geb  ain  plap-  so 
part  drum. 

Hans  Toll 
Ich  wil  dirs  wol  glauben,  ich  habs  mein  lebtag  nie  gehört: 
ich  nems  nit  für  drei  plappart 

Claus  Lamp  » 

Lieber  Hans,  haft  nichts  behalten,  daß  du  mir  etwas  moch- 
teft  fagen? 

Hans  Toll 
Ich  main,  ich  woU  dir  nit  vil  feien:  ich  wil  dir  fchier  das 
ganz  capitel  lagen.  ao 

Claus  Lamp 
Lieber,  fo  gee  dan!   wir  woUen  zum  wein  gon.  ich  wil  für 
dich  zalen  die  ganze  zech. 

Hans  Toll 
Gdt  wol!  M 

Claus  Lamp 
Wirt,  pring  ain  maß  wein! 

9 


130 

Hans  Toll 
Was  gilt  er? 

Claus  Lamp 
Er  gilt  zwen  pfenning.  nun  Tag  an!  ich  wil  doch  gern  hören 
r.  was  du  doch  Tagen  wilt  vom  Antechrift. 

Hans  Toll 
Das  wil  ich  dir  Tagen  und  es  wirt  dich  irembd  nemen. 

Claus  Lamp 
Wie  To? 
w  Hans  Toll 

Es  hat  mich  auch  frembd  genomen  und  TeltTam,  daß  der 
menTch  oder  das  reich  Tolt  der  Antechrift  Tein. 

Claus  Lamp 
Lieber,  Tag  an!  du  machft  mir  die  weil  lang. 
15  Hans  Toll 

Nun  los  aufl  alTo  laut  das  capitel.    Lieben  br&der,  (Tchreibt 

Paulus  zu  den  TheflalonicenTern)  wir  bitten  euch  in  der  zfi- 

kunft  unTers  herren  JeTu  Chrifti  und   unTer  verTamlung  in 

der  Telbigen,  daß  ir  nit  werdt  bewegt  in  euern  finnen  (oder 

io  von    euern   finnen)  noch    erTchreckt   durch   die  gaift,  noch 

durch  das  wort,  noch  durch  die  epißel,  als  weren  fi  geTant 

von  uns,  als  were  iezund  bald  der  tag  (oder  iez  anfteen  der 

tag)  des  herren.     kainer  verför  euch  in  kainerlai  weis,  wann 

nur  eskumptzum  erßen  mishellung,  unainigkait  (daß  fi  mit 

25  nichten  ain  ding  predigen  und  glauben  das  ainig  ewangeli 

und  Chriftum)  und  der   menTch  der  funden   werd   eroffiiet 

(oder  offenbar),  der  Tun  der  verdamnus,  der  da  ift  widerwertig 

dem  ewangelio  und  wirt  erhebt  —  da  los,   Claus!  —   über 

alles  das  do  ift  genent  got  oder  das  da  wirt  geert,  alTo  daß 

30  er  fizt  im'tempel  gottes  und  laßt  -fich  anbeten  als  Tel  er  got. 

Claus,  wie  gefeit  dir  der?  kenft  in? 

Claus  Lamp 

Nun  m&ft  dich  all  teufel  holen!  es  iß  kain  anders  tier  dann 

der  bapß  und  Tein  reich,    das  het  iph  mein  lebtag  nimmer 

35  erfaren,  wer  das  nit  geweTen.    ich  wil  dir  zwfi  maß  weins 

kaufen. 

Hans  Toll 
Schweigt  ich  wil  dir  mer  Tagen. 


181 

Claus  Lamp 
Mein  herzgefell,  noch  mer! 

Hans  Toll 
Ja  freilich,  es  kumpt  erfl;  das  recht,  warumb  mir  iez  fo  lang 
geirrt  haben,  wie  man  iez  hört.  5 

Claus  Lamp 
Mein  gefell,  ich  bit  dich,  Tag  an  durch  gotl 

Hans  Toll 
Nun  los  aufl  das  ift  der  text     Paulus   fpricht:   behalt  ir 
dann  nicht  die  ding,  die  ich  euch  Tagt,  da  ich  bei  euch  was?  10 
und  nun  wißt  ir,  was  enthalt  (oder  auf  was  ir  achten  folt), 
daß  er  wirt  eröfinet  zu  feiner  zeit    wann  ich  fag  euch,  iez 
wirkt  er  die  haimlichkait  der  boshait  fo  vil,  daß  wer  iezund 
helt,   der  halt  fo  lang  biß  er  kumpt  zfi  dem  mittel  feiner 
zeit,  und  dann  wirt  er  geoffenbart  der  bos  menfch,  —  los  is 
auf,   Claus!  —   den  der  herr  Jefus  Chriflus  wirt  erfchlagen 
mit  dem  gaiß  feines  munds  und  wirt  in  gar  erftören  mit  der 
erleuchtung  feiner  zükunft.   aber  des  böfen  Antchrifts  zfi-  * 
kunft  ift  auß  Wirkung  Sathane  des  teufeis  in  aller  kraft  und 
in  zaichen  und  in  lugen  wunder  und  in  aller  verfärung  der  so 
boshait  denen  die  da  werden  verderben,  darumb  daß  fi  nit 
empfangen  haben  die  lieb  der  warhait  (das  ill  das  ewangeli 
klar),   daß  fi  wurden  behalten,  und  darumb  fo  wirt  in  got 
fchicken  die  Wirkung  des  irrfals,  daß  fi  werden  glauben  der 
lug  und  daß  fi  all  werden  geurtailt  die  da  nit  glauben  der  n 
warhait,  aber  fi  verwilligten   (und  haben  angendmen).    die 
boshait  fich  zu,   Claus I  iez  haft  gehört,  warumb  uns  got 
alfo  hat  irren  laßen,  und  fo  lang  noch  wöUen  wir  nit  geirrt 
haben,  fo  gar  herte  köpf  fein  wir. 

Claus  Lamp  ao 

Da  fag  vil  von!  ich  het  mein  leben  daran  gefetzt,  es  wer 
nit  halbs  alfo  wie  maus  fagt.  nun  fich  ich  und  hör  daß  got 
gar  wenig  wißen  laßt. 

H^nsToll 
Ja  was  ift  urfach  ?  fi  wellen  das  merer  tail  nit  wißen,  kumcn  sr. 
nit  über   die  bibeL   got  hat  fi  gar  verßockt,  und  wir  feind 
fo  gotlos,  daß  wir  nit  darnach  fragen,  und  trachten:  des  laßt 

9* 


132 

UU6  got  entgelten,  wann  wir  nnr  halb  fo  groß  forg  betten 
gehabt  umb  unfer  feel  hall,  als  wir  gehabt  haben  umb  zeit- 
lich gut,  fo  wem  wir  nit  fo  weit  von  der  rechten  ban  ka- 
men, got  het  uns  nit  alfo  gefchickt  der  lugen  prediger,  wie 

5  dann  du  gehört  haß.  darumb  daß  ich  dirs  gar  Tag,  fo  fpricht 
Paulus  mer:  lieben  brftder,  wir  foUen  got  alzeit  dank  Tagen 
daß  er  euch  zu  dem  erften  hat  erweit,  daß  ir  berueft  feit 
durch  das  ewangeli,  (nit  durch  ander  merlin,  wie  man  iez 
fagt). 

10  Claus  Lamp 

Du  haft  war.  laider  ich  hör  iez  feltfam  ding  Ton  dem  ant- 
krißifchen  vich,  pfaffen  und  münchen:  es  mocht  got  er- 
barmen. 

Hans  Toll 

15  Ja  es  ift  not  daß  wir  got  emftlich  bitten  umb  recht  pre- 
diger, die  uns  das  ewangeli  lauter  predigeten  und  da  haim 
beliben  mit  den  merlin. 

Claus  Lamp 
Lieber,  ich  denk  noch  an  den  Antchrill,  daß  er  fo  vil  teuflifch 

20  dings  hat  angefangen,  dardurch  er  die  ganz  weit  alfo  zfim 
narren  hat  gemacht. 

Hans  Toll 
Es  nimpt  mich  iez  auch  wunder,   aber  du  haft  wol  gehört 
von  Paulo  daß  er  fagt:  darumb  daß   fi  nit  haben  angeno- 

25  men  die  warhait,  wirt  in  got  fenden  die  Wirkung  des  irr- 
fals.  folichs  haben  wir  nit  geacht  und  die  pfaffen  habens 
vor  uns  verborgen. 

Claus  Lamp 
Ich   glaub   daß  der  teufel  fi  all  befeßen  hab,  daß  fi  uns 

.10  folich  ding  nit  gepredigt  haben. 

Hans  Toll 
Si  haben  gefurcht,  man  wurde  den  Antechrilt  iren  got,  den 
bapft,  kennen,    den  felben  maß  man  gleich  eren  und  anbe- 
ten, wie  Paulus  von  im  fagt.  das  haben  fi  gefurcht. 

35  Claus  Lamp 

Es  ift  warlich  war.  fi  haben  gedacht,  wann  wirs  den  laien 
fageu,    fo   werden  fi    ain    aufinerken    haben    und    werden 


138 

gedenken,  wie  man  im  die  fueß  mfiß  külTen  und  in  baißeu 
den  aller  hailigißen.  und  eilich  vifegunklen  lagen,  er  mug 
nichts  Unrechts  tbon,  er  müg  nit  lunden. 

Hans  Toll 
Es  ift  wunder,  daß  ins  got  fo  als  lang  verhengt  hat,  daß  & 
nit  offenbar  worden  ift,  daß  wir  fo  blind  fein  gewefen:  das 
macht  als  daß  wir  gewichen  feiud  von  der  warhait.  lieber 
bröder  Claus,  laß  uns  got  anrüefen  umb  ein  rechten  glau* 
ben.  ich  fich  wol  wa  es  auß  wil.  der  jiuigß  tag  der  iß;  an 
der  tür.  lo 

Claus  Lamp 
Lieber  br&der  Hans,  ich   habs  lengeft  dacht    w51Ien  wir 
haim  gan? 

Hans  Toll 
Ja,  laß  uns  gar  außtrinkcn.  ir> 

Claus  Lamp 
Ich  mag  nit  mer ,  alfo  bin  ich  erbarmet,  ich  lieh,  wie  es  zu 
gat  mein  Hans,  ich  wil  zfi  nechßen  mit  dir  gan  an  das  end 
da  man  lift.   ich  mfiß  iez  fragen,  wie  gats  zA  daß  iez  ein 
folichs  gefchrei  ift  von  dem  Luther  und  feim  fchreiben?        2» 

Hans  Toll 
Ich  glaub,  das  mach  daß  er  hat  den  Antechrift  aufdeckt, 
das  mag  er  nit  leiden  und  ich  glaub,  er  werd  vil  martrer 
machen,  ich  hab  gehört,  man  hab  fchon  an  etlichen  enden 
angefangen,  zfi  Antdorf  hat  man  drei  verprent  von  feiner  2:» 
leer  oder  anhält  willen,  und  han  gehört,  an  etlichen  orten 
facht  maus  und  verjagts. 

Claus  Lamp 
Ja  ift  das  war,  fo  ifts  der  recht,    ich  habs  all  mein  tag  ge- 
hört, der  Antechrift  werd  marterer  machen  und  gelt  außge-  30 
ben,  daß  man  die  martert  die  das  wort  gotes  predigen  und 
nit  an  in  glauben  wellen. 

Hans  Toll 
Ich  habs  auch  alfo  gebort,  nun  zfim  uechften  wenn  ich  mer 
zum  lefen  gan,  fo  wil  ich  dirs  fagen.  .i> 

Claus  Lamp 
Lieber  herzgefell,   ich  wil   all   fachen   laßen  anftan  und  aui* 
fein,     ich  fich  wol,  was   darauß  wil  werden,     ich  üch  wol, 


134 

wil  ich  feiig  werden,  fo  mSß  ich  wider  zä  dem  rechten 
glauben  komen,  darvon  uns  der  Antechriß  und  fein  ge- 
fchlecht  gefuert  hat  on  zweifei. 

Claus  Lamp 
5  Got  geh  dir  ain  gut  nacht! 

Hans  Toll 
Got  geh  dir  zwd.  fchau,  vergiß  nit  was  ich  dir  gefagt  hab! 

Claus  Lainp 
Mein  lebtag  nimmer  mer. 


XVI. 

Am  SCHÖNER  DIALOGUS 

ZWISCHEN 

AIM  PFARRER   UND  AlM  SCHÜLTHAISZ 

BETREFFEND  ALLEN  ÜBEL  STAND 

DER  GAISTLICHEN  UND  BÖS  HANDLUNG 

DER  WELTLICHEN 

ALLES    MIT    GEIZI6KAIT    BELADEN. 


Schulthaiß 
Herr  pfa^er,   bona  dies!   feind    wilkum  ins  wirthaus!   wo 
her  kreu^rir?    was  fagt  ir  neuwer  mär  was  iez  verbanden 
ift?     fagt  mir  etwas,  da  bit  ich  euch  amb! 

Pfarrer^ 
Lieber  fchulthaiß,  ich  kum  erft  von  Hagnau  und  hab  vil 
feltfamer  mär  gehört,  befonder  fagt  man  vil  vom  Türken, 
auch  vom  herzog  von  Geller,  wie  im  der  künig  von  Frank- 
reich wol  woU,  auch  vil  vom  Welfchland  zwifchen  bapß 
und  Mantau  und  der  gleich  vil. 

Schulthaiß 
Was  hört  ir  dan  vom  Luther,  fo  iez  zä  Worms  gewefen  ift? 

Pfarrer 
Was    gat  midi  der  münich  an!     er  ift  ain  ketzer,  er  redt 
und  fchreibt  widern  glauben,     warlich  er  wirt  fein  Ion  fin- 
den, den  er  verdient  hat  und  alle  die  im  anhangent. 


w 


Jr 


186 

Scbulthaiß 
Warumb,  herr  pfarrer?    nun  hat  er  doch  gflt  und  chriAen- 
.    -       lieh  ding  gelert  und  gefchriben,  das  dem  glauben  nicht  ab- 
.    nimbt.    er  macht  in  wol  gut  und  vergründt  all  fein  gefcbrift 
ft  in  rechtem  ^Iwben  und  auß  den  hailigen  ewangelien  und 
,     auß  fant  Pauls  leer  und|fuert  uns  aüß  vil  Ihicken,  die  uns 
, ,  /  >'  '''2^       die  gaifilichen-  lang    her   gelegt  hond  umb  gelte  und  gfits 
/wvA'l^  ^.* .  i^^  willen,    /dar  zu  hat  er  uns  erß  ain  gäten  rechten  verftand 
''  .  l'  "^'^    .  in^dem  hailigen  gebet  des  vater  unfer  gelert,  das  er  in  aim 
iM  ^     -tfl^^uchlein  fo  fchön  erklert  hat,  des  fich  ain  ietlich  chriften- 
'yA  ^'^*        menfch  freu  wen  fol,  wertes  liß,  als  mir  es  dann  mein  fchft- 
1er  fo  gar  hübfch  gelefen  hat«  /  dar  zfi  hat  er  uns  auch  leren 
recht  und  gr&ntlich  beichten  mit  aim .  kurzj^n  fchonen  begriff 
und  uns  auß  vil  irfal  entlediget  und  OAfl.  ^ebot  gots  tII  rin- 
ift  ger  angezaigt,  das  ir  pfaffen  all  uns  vomn  fo  gar  fchwar 
gemacht  hond.  ^  x^j^^ixaä.  to  Ky^4KM^^ 

^f.\,  Pfarrer  '  u      ^^ 

Wie  kan  das  fein?  was  von  dem  bapft  und  von  den  feinen 
vorfaren  gemacht  iß,  ift  gut  und  gerecht;  was  aber  Luther 
10  fchreibt,  ift  wider  die  chrißenlich  kirch  und  wider  die  gaiß« 
liehen  recht.       ,        .i 

M  Scbulthaiß 

Wer  ift  die  chriftenlich  kirch? 

Pfarrer 
9»  Habt  ir  es  nit  oft  von  mir  an  der  predig  gehört?  der  bapft 
und  feine  cardinal^  all  bifchof  und  prelaten« 
;^  '  Schulthaiß 

.  •  -^  Solt  dann  der  bapft  und  difer  anhang  die  chriftenlich  kirch 

JGein?    das  glaub  ich  nicht,    fo  lagt  man^  er  fetz  felbs  das 
80  gaüUich  recht»    das  mag  er  machen  wie  er  wil:    ich  forg, 
•   ^^es  ftand  wenig  aiiß  dem  gefatz  gottes  dar  in)   als  ioh  dann 
•  bor  da  haim  von  meinem  fchfiler,  der  mir  die  bauren  mit 
t       kreiden  an  der  wend  an  fchreibt    dton  wann  die  chriften- 
lich kirch  alain  an  im  und  feinem  anbang  ft&nd,  fo  hct  wir 
si  armen  chriften.^in  verloren  fpil.    kan  \ler  bapft  und  die  fel- 
bigen  nit  auch  irren  und  funden ,  fo  maip  on  des  nit  vil  gAts 
von   in  lagt?      was  fol  ich  dann  gfits   von  in  gedenken? 
bort  ir  nit  was  doctor  Martin  Luther  v^n  in  allen  fchreibt, 


^.^Mcf' 


137  -<5'.H.-^ 


-^^^^' 


r 


WB8  großer  bofer  ftuck  fi  handlen  und  thänd  z&  Korn  mit  ,     ^       /\ 
pfiründen  kaufen  und  verkaufen,  taufchen,  verwechilen,  dar     \'  /^«<.>- 
▼on  nemen  und  nit . befitzen  noch  yerdienen  und  des  dings      d/^-^^  ^'f^  ^^y 
vil,  wie  fi  auch  durch  die  faßen  und  alle  zeit  flaifch  eßen  ^^'^^'^ '  <^  <  > 
und  uns  alle  ding  verbietent,  und  wie   fi  mit  fcbantlichen  5 
dingen  überladen  feind.  .  dar  z&  iß;  aU  ir  ding  auf  das  g^t    •  *  --*    *  • 
▼on  uns  mit  haujen^^y  fordern  gericht.    z&  difem  allem  fo 
fiGE^ich  hie  im  Teutfchland  von  den  bei  uns  wonent  auch 
nit  vil  g&ts,  dann  daß  fi  mit  großer  herfchaft  und  fili  aer    ,,..    / 
pfranden  vil  unnütz  brachts   halten,    mit  großem  gebreng  to 
der  klaider  von  allerlai  fort,  feiden  rock  und  überigem  gwant 
und  kleinat  Ton  golt  und  anderem  geziert,  una  dttf  iyeltli> 
ohfisn  fffrftffli  Bfld  fl^"^-^"  ^Mxv^     das  folleut  unfer  prelaten, 
fekrager   und  förbitter  fein,    fi  bekümmert  nit  wie  Paulus 
''^'  z&  den  Römern  am  XII  fpricht  'fuerent  gut  wandet  vor  got  t^^ 
und  den  menfehen.^    und  daß  ichs  baß  bellat,   fo  bin  ich 
iez  am  ollertag  zft  Straßburg  gewefen:  da  lach  ich  ain  ge- 
brenk und  hoffart  under  den  pfaffen  in  der  kirchen  und  auf 
der  firaß  und  wenig  andacht  darbe|,   daß  mich  erbarmet, 
daß  fi  fo  vU  rent  und  gült  fo  üEel  verzerent    fi  haben  vil  so 
knecht,  fchreiber  und  buben,  das  in  dient  und  nach  gat  on 
das  fi  in  iren  hofen  nerent  von  liederlichen  weiber,  kuppler       '^- 
und  fch^lksnarren,  des  gleich  vil  überiger  rofs  und  der  hund, 
federfpil,  das  ifi  ir  liberei,   und  bftcher,  darin  laudieren  fi 
(furwar  fpotlich  ift  es  zfi  fagen),   und  z&  dem  allem  fo  flei-  » 
ßent  fi   fich  fo  groß  tagleiften  gen  Rom  umb  prelaturen, 
pfarren  und  der  gleich,  *|^  ^ft1lA"<*  *^^%>?^h  J^bfiti.     auch 
b^^abt  man  iez  kinder  in  der  wiegen  und  rotzig  b&ben  mit 
großen  pfiünden.    die.  felbigen  nimpt  man  in  der  jugent,  fo 
kain  Vernunft  da  ift,  enzuckt  fi  got  dem  herrn  und  fohenkt  ao 
fi  dem  teufeL   warumb  gefchichts  aber?  ir  elter  br&der  und 
fireund  nerent  fi  mit  in,  haben   ain  auf  und  zfi  reiten  und 
gont  z&  in.    alfo  werdent  die  gotsgaben  verzert,,.upd  wann 
ichs  reden  dorft,  fo  thönd  fi  all  mit  in  den  bettel  freßen. 
da  Celbfl;  fol  der  ainer  fo  vil  verdienen    von  fili  der  pfrun-  u         .  ,  .  • 
den,  großen  gotsgaben,  Idar  binder  weder  kunftg^  verfland  und     ^^  ^    . 
kain  gefchicklich^^APch  andacht  iß   (da  mit  dann  die  ab- 
geilorbnen  ßifter  getroft   und  gegen   got  erbeten  oder  die  ^ 


138 


armen  menfcben  gefpeift  folten  werden),  nur  alain  betrach- 
tung  zfi  wolluft  in  allem  übeL      merken!  darnach  auf  die 
\     mindern  pfaffen,   als  vicarien,  caplön,   helfer   oder  pfarrer 
auf  den  ßiften  oder  fünft,  was  erberkait  und   andacbt  bei 
» etlichen  und  der  merer  tail  ßch  halten  th&  in  kirchen  oder 
^  auf  den  ftraßen ,  des  geleichen  ir  kunft  und  gefchicklichait. 
\^^^y/(^^nn  was  li  in  den  kirchen  thfin,  es  fei  auf  lüften,  pfarren 
jj^^'S. '        I  oder  in  klöfiern,  [das  gefcbifbt.  Alfl^^n  j^rch  betrachtung  des 
.  ^     V vi  '^^    ^^geiziy*  man  findt  iez  wol   etlichen  pfaffen   in  amer  kirchen, 
}    ^X^*^      '^  wann  er  ain  altar  zfi  ainer  mefs  thfit  beraiten,  fo  berait  er 
^  mer  dann  ain  fiund  dar  an  und  macht  ain  gebrenk  vor  als 

;J         woll  er  gauklen.    befonder  auch  fo  beklait  und  ziert  er  die 
'.''';;.vcc,  >       hülzin  und  gemalte  götzen  auf  dem  altar  umb  geiz  willen, 
wt^^ioamit  die  felbigen  vom  ainfeltigen  volk  angebeten  und  geert 
I  '^  ^i»  werden:  das  dann  got  hoch  verbeut  durch  deu-^jropheten 

Baruch  am  VI  capitel.     da  fpricht  got  *die  üollent  werden 
^  gefchänt,'  die   folch  hülzin  gmalte  oder  filberin  bildnus  an- 

beten.*   auch  verbeut  got,  folichs  dem  volk  nit  zu  offen- 
baren,  für  oder  neben  got  an  zS  beten  oder  kaine  liechter 
10  oder  laternen  für  z&  henken.,  ^ber  iez  die  pfaffen  und  mü- 
nich  die  laßens  als  durch  hin  gan  und  raizen  dßs  volk  dar 
.      i     zu  alain  von  des  fchantlichen  geiz  willen,     fach '  ainer  auf 
^^^  in  klöilem,   wie  fi  mit  aim  häufen  zedel  zu  verkünden  auf 

die  kanzel  llond  und  wißen  daß  es  wider  got  ift,  befunder 
9ft  wa  es  den  bofen  geiz  antrifft. /wa  aber  foliches  antraf  die 
'  '  '  werk  der  barmherzigkeit,    die  menfchen    fiir  ain  ander  zä 
bitten  oder  für  die  armen  z&  erneren,  das  wer  ain  gfit  werkrj 
dann   wann    folich   prediger    fleißig  betrachten  thaten^und 
hielten    die  hailig  weißagung  Malachie  am   andern  capitel, 
so  da  fpricht  der  herr  *o  ir  priefter,  ob  ir  nit  wölt  geben  glori 
meinem  namen,  ich  wird  euch  verfl&chen  euwer  gefegnungen: 
wann   die  lefzen  des  priefters  behueten  die  weishait,    dann 
ain  folicher  ift   ain   engel  des  herren.     aber  ir  feind  gewi- 
chen von  dem  wege  und  haben  manigen  geergert  in  der  ee, 
u  ir  habt  eitel  gemacht  das  gelüpt  Levi.*    folichs  ift  kain  be- 
trachtung  bei  euch,    dann  wann  ain  folicher  den  hals  fur- 
flreckt,  es  fei  kir weich  oder  fünft,  fo  ficht  er  fich  umb  wie 
ain  Vogler  dem  die  vogel  einfitzen  (oUent,   oder  gat  vor  umh 


(^ 


von  aim  zäm  andern,  äs  woU  er  z&m  danz  laden,  ob  im 
iendert    z&    opfern   werd,      oder   hat    etwan   zwaien    oder 
dreien  ain  mefs  verrprpchen,   nimpt  von  iedem  gelt,  als  fei 
die  mefs  alain  fein,  ^vernimpt  er  dann  ain  prefenz  in  der 
kirch,  fo  lauft  er  in  kor  hin  zfi,  fielt  ficbi  in  ain  ßfil  und  s 
krumpt  üch  wie  ain  fackpfeifer,   treibt. mcht  dann  unnütz     *^# 
gefchwetz,  nimbt  die  prefenz  ein  und  fprech' der  feel  nit  ain 
vater  unfernach,  wirft  fich  umb,  lauft  z&rkirchtür  hin  auß, 
den  UQchlten  feim  haus  ztf.   fo  kumpt  im  fein  kochin  entge- 
gen, ^^die  beficht  im  den^prunei^'im  feckelJ  Ip,  hat  er  dar-  lo 
nach  der  kirchen  gnfig :  denn  fo  Hellt  er  fich  für  die  krom-  * '  *' 
laden,  da  ßudiert  er  alle  menfchen  auß,  wer  auf  und  nider 
gat     oder  fetzt  fich  ainer  ins  weinhaus,   wa  er  feins  fSgs 
findt,  da  lernt  er  rechnen  uiid  münz  kennen  auf  der  karten 
oder  Würfel,    leut  man  dann  z&  vigilg,  trägt  es  nit  vil,   fo  » 
bleibt  er  fitzen,  trägt  es  aber  etwas  gäts,  fo  lauft  er  fluchs'  ' 
in  die  kirchen  wie  ain  wolf  in  fchafßal.   fo  bald  er  die  pre-    ^ 
fenz  ergreift,  Kozapft  er  Öch  b^d  wider  darvon   deii'^imch- 
ften   wider  z&  feinen  künden  ^**den  bringt  er  ein  neus  gelt- 
lin,    da  betet  er  die  vigilg  felb  viert,  fitzt  darnach,    füllt  so    " 
fich  biß  mittemacht  daß  man  in  haim  fdiren  maß :   am  mor- 
gen ficht  er  wie  ain  abgellochner  kalbskopf.     ift  dann  fünft 
ain  ander  fo  erber,  der  folichs  nit  thut  und  bleibt  da  haim, 
fo  hat  er  fünft  ain  kirchtag  mit  feiner  (Sreirträüten.    die  ift    ''  ^< 
herr  im  haus,  jgat  zfi  kirchen  und  ftraß  her  brangen^  .als  as 
ob  fi  ifiönfrauw  nchterin  fei.   wm  ß  nit  k^nt,  derhara  für 
erber,  fo  fi  fchon  darvor  vil  ftäll  durcbloffen  hat   die  ift  ge- 
fchickt  zfi  gaißlichait,  der  pfründ  gfit  und  gült  zfi  verzeren. 
/loUchs  ift  dann  euwer  aller  arbeit,  fchau  dann  ainer,  wie  ir 
fo  erber  ains  tails  geklaidt  da  her  gond  mit  außgefchnitten  au 
Tchfichen  und  lappeten  baretten  wie  die  landsknecht^^/' iner 
wil  ich  euch  fagen.    als  ich  kürzlich  von  gefchäft  wegen  zfi 
Worms  gewefen  bin,  da  hab  ich  vil  feltfamer  wunder  gfehen 
mit  großem  gebrenk  der  gaiftlichen,  des  gleich  von  unzim- 
lichem  freßen  und  z&trinken  an  iren  hofen,  das  mich  war-  s» 
lieh  zu  grob  gedaucht'   fo  hab  ich  gehört,   daß  die  Romer, 
fo  da  gelegen  find,  die  ganz  faften  flaifch  geßen  habent,  und   p  y^^ 
gebietent  doch  uns  zfi  faften  und  51  und  anders  eßen.  warumb 


140 

ift  es  uns  verboten,  daß  wir  es  ains  tails  mit  gelt  von  in 

kaufen  m&ßen?  alfo  macht  man  uns  z&  narren.    lolicbs  und 

der  gleichen  treibent  iez  die  gaiftlichen.    fol  das  die  chri- 

^ftenlich  kirch  fein,  fo  haben  wir  ain  rdtTame  kirch  überku- 

,      s  men.    .dijß  als  ßraft  der  Luther  warlidi  meins  bedunkens 

'^..^Mr^^^iihTwiC^"'^ 

'^  :       ^  Pfarrer 

. ,  u^*^;^Ach  lieber  fchulthaiß,  ir  thänt  im  zu  viL  ir  folt  nit  alfo  re- 
.'  \^^c^^*  ^ 'den:  ir  verllonds  nit  man  hat  euch  etwan  auß  neid  alfo 
^^  .  *        10  von  in  gelagt,  fo  glaubt  ir  leichtlich. 

Schulthaiß 

'^' Wie  maint  ir  ob  ich  zä  bald  gelaub,  fo  fragent  den  frumen 

^y{:V^  ' .  (^     Pafquillum  von  Rom,    wie    es  da  felbft  zfigang,  und  herr 

fy.'M''  Ulrich  von  Hütten:  den  felbigen  glaub  ich  woL    auch  waiß 

tft  der  SixQQp.  Hels  wol  darvon  z&  fagen,  wann  er  es  dorfte 

thün  und  er  nit  des  bapfis  diener  war.    fo  hab  ich  folchs 

iez  zu  Worms  felbs  gefechen,  fo  waiß  ich  wol  wie  es  zu 

Straßburg  und  Speir  auf  beiden  ßiften  zägat*      fo  hör  ich, 

es  fei  auf  andern  ftiften  überal  auch  alfo,  daß  nit  wunder 

10  wer,  daß  ß  uns  mit  irem  böfen  leben  aberglaubig  mechten. 

Pfarrer 
V  ^      Und  wann  in  gleich  alfo  wer,   fo  band  ir  oder  kain  lai  fi 
/   umb  folchs  z&  lb'afen,^dann  got  fpricht  Matthei  am  XXIII 
rbapitel  'ir  lolt  nit  nach  iren  werken,  befunder  nach  iren  wor- 
4.ten  thän.* 

Schulthaiß 

Sei  ft  niemant  (trafen?  mein  fchfiler  lagt  mir  nähermals,  es 

ftand  Mathei  am  XVIII  gefchriben  'fandet  oder  irret  dein 

br&der,~Tb  Araf  in.    nimpt  ers  nit  an,  fo  nim  noch  zwen 

ao  zfi  dir.    hilfts  nit,  verklag  in  vor  der  gemain.*    Itraft  doch 

;    .  laut  Pauls  Petrum  ad  Qalatas  am  andern  capitel  als  ain  irrigen 

'  etc.    dann  wann  euwer  leer  kain  nütz  ift  und  daß  ir  ander 

ding  fagent  dann  die  recht  gots  leer  iß  und  uns  vil  an  die 

^y-'        -gots  leer  wend  henken,  wem  fol  man  dann  Volgen?    dann 

36  als  ich  von   meim  fckuler  bericht  bin,   fo  Hat  Mathei  am 

fünften  'nit  ain  fpitzli  aina  buchftaben  fol  z&  dem  gebot  gots 

zu  oder  abgon  oder  gethon  werden.'   mer  in  Apocalypfi  ftat 


../-'' 


141 


n<'  <  ^^j  1 


am  letßeii  capitel  *der  ift  fiUig  der  da  behAt  die  wort  der 
wcißagung  difs  bficbs.' 

Pfarrer 
.^  Ei,  lieber  fcbulthaiß,  der  fcbfiler  verftats  nit.    laßt  in  nacb 
^_partegen  goni    wißent  ir  mt,Ldaß  dife    unfer   obem  und  5/ 
gailUicben  nit  z&  firafen  feind  und. haben  den  gewalt  yps    i>n«.«w 
gQt?  fragent  euwem  fchfiler,  ob  er  nit  wiß,  was  Pralus  z&J^^^* 
den  Römern  am  XIII  lagt  'wer  dem  gewalt  wider  ftat,  ^^^^''/(  '^.,' 
wider  Hat  got.*  n  ^>  ''^^    ' 

Schulthaiß  ,  ■  .   ,^        •  10 

lieber,  lagts  toI  hin  anßl  ftat  nit  hernach  'der  gewalt  tragt 
das  Waffen  nit  nmb  fünft*?  da  maint  er  das  fchwert  des  weit*  y    y*'-  ^ 
liehen  gewalts.    auch  mer  ftat  her  nach    *dem  felbigen  gebt'  ;^rVl/< 
auch  den  zins  oder  den  zol  oder  die  eer.'    oder  wen  maint    ./  ^  ^  /'c  < 
ir,  den  got  oder  fant  Pauls  anders  gemaint  hab?  u 

Pfarrer 
Den  bapft,  cardinäl,  all  bifchof,  prelaten  und  pfarrer.  urfach 
daß  ir  uns  fchuldig  feind.  zA  opfern ,   zehenden  zft  geben, 
beichtgelt,  taufgelt,  facramentgelt  und  des  mer  on  not  hie 
zfi  fagen.  so 

Schulthaiß  ^ 

Warumb  hat  dann  got  der  herr  S^fi|K^^^9  ^^  ^^®  j^™*  "^/^^^\  ,^ 
ger  fragten,  welcher  under  in  der^mer^Tolt  fein,  do  gab  ^'   ''.  y\ 
er  in  antwurt,  welicher  der  merer  wollTei^,  der  foll  der  ander    >    '  ^ 
aUer  diener  fein,    er  wolt  ir  kainen  in  funderhait  ernennen,  m^ 
er  hieß  fi fall  gele^  predigen,   auflofen  und  binden,    ich 
waiß  wol  daä'ir  viTbegerend,  auch  nemen  und  haben  wend 
das  weder  recht  noch  zimlich  ift.      wo  her  ift  man    euch ' 
ßlichs  alles  fchuldig,  daß  man    euch  fol  fo  vil^brot  und 
wein,  fchmalz,  mel  und  aier  und  gelt  opfern,  ^as  ir  mit  w 
euwem  bolftermfimen  yerfreßent/    wißt  ir  auch  daß  lolichs 
Opfer  am  almißfen  ift  ?  Und  wo  (fie  menfchen  auß  andacht  on 
'  bezwungen  das  her  trüegent,  fo^  hört  es  armen  leuten  und 
nit  euch,  wie  dann  bei  der  erßen  kirchen  der  brauch  gewe-        J  *  '^ 
fen  ift,  ^fo  habt  irs  zu  euch  gezogen,  (o  kumpt  ir  mit  dem  ss    '     ' 
zehenden,  da  wolt  ir  uns  gar  mit  fchinden,  es  fei  von  kom,    ^'^     * 
aUerlai  traid,  kelber,  immen,  fchaf  oder  lemmer,  ops  und 
^es,  nichts  kan  vor  euch  auf  kumen.    wammb  forderent  ir 


•^       P\>^^  142  ^-  •"'       .,^-^^ 

^  v^  ^^  nit  auch  von  neuw  gebomen  kinder?  fo  mecbten  wir  äüj  ku- 

men,  fo  hülft  ir  uns  auch  die  felbigen  erziehen:    dann  [was 

die  felbigen  follend  eßen,  m^ß^^wir  euch  geben,    zaigrmir 

Ji/fr^^^'C^C.>'^  ^^^'^^^  wo  bats  got  euch  alfo  zö  geben  bevolhan?  und  darzfi  fo 

^       ^ußL^   *  ^^^^  ^  ^^^^  ^"  *^'^"  dingen  ftfii^welt  fein,  ^keinem  weltlichen 

r^  f  J         C^wolLnifiHtq    ^Ti  gfihft"^  euch  benögt  nit,  fo  ir  fchon   in 

y  etlichen  reichsßetten    ßeurfirei,  wacht  und  ungelt   frei  und 

,.      f     wol  verwart  fitzt,  ir  woltent  gern  grund  und  boden,  tum 

^""^  und   tor  darzfi  haben. /(wolt  doch  got  der  herr  auch  dena 

10  weltlichen  gewalt  auf  erden  :apderthanig  fein,  do  er  z&  Pe- 

^,cM^         tro  fagt  *gang  ans  merl     den  erften  fifch'den  du  faheft,^ä 

find  ain  pfening  bei:     den  gib  für  mich  und  dichP    er  hat 

nit  gehaißen  den  prieAem  oder  ^eichfner  geben,  er  maint 

den  kaifer  und  weltlich  gewalt //mer  fo  bor  ich  von  meim 

lA  fch&ler  (dann  was  ich  red,  kumpt  auß  meim  fchuler,  ich  kan 

\  weder  fchreiben  noch  lefen),  der  felb  fpricht,  es  ftand  Ma- 

^;(  u  ^h§i  am  X  capitel,  got  fpricht  zu  den  apofteln  und  zd  euch 

jpfaffen  allen    'predigent  des  himelreichs   zfinahungl    heilent 

"^l^"^^  kranken!  erkückent  die  toten!  reini^ent  die  außetzigenl 

A.^^",!^^     80  vergeben  habt  irs  empfangen,  vergeben  folt  irs  außgeben.];?^ 

v^4,t'        nit  wolt  befitzen  gold  oder  filber!*l/mer  miSß  ich  euch  wei-^   '^'^' 

.    ,[  ■-'•''  ter  von  gwalt  fragen  nach  euwerm gedunken.  welche  mainenff'  '' 

ir   die   den    rechten    gwalt   tragent ,     die    gaifllichen   oder 

weltlichen? 

85  Pfarrer 

Die  gaiftlichen  tragent  in.     dann  wann  man  uns  nit  gibt 
das  uns  zu  gebort,  darvon  ir  uns  nit  reden  werdt,  fo  ha- 
i^  ben  wir  den  rechten  gewalt  des  bans. 

Schulthaiß 
30  Sol  das  euwerfchwert  oder  wafFen  fein,  warumb  wert  ir  nit 
dem  Türken   mit  euwerem  fchwert?    fo  nem    er  nit  fo  vil 
chriftenlicher  land   ein.     ich   frag  euch,    wer  iß  die   recht 
oberkait,  bapft  oder  kaifer? 

Pfarrer 
ift  Der  bapß:  dann  er  fol  den  kaifer  krönen  und  der  kaifer  den 
bapß  nit. 

Schulthaiß 
Solt  darumb,  der  bapß  ob  dem  kaifer  fein?  da  fag  ich;naini 


143  ioo^-'-'^  \  r<^^- 


XU.    fo  wer  oft  ain  pfarrer  gewaltig  über  fein  lehenberren 
der  pfarr«   dann  die  krön  gehört  gpt  zfi  als  am  ietlich  kir- 
eben  bailtum  oder  klainat  und  ifl;  der  bapft   gottes  und  der      ' 
kirchen  diener  und  knecht.    alfo  feind  all  pfaffen  unfer  diener, 
fQ„wir  e.twa8  Ton  der  kirchen  begeren  umb  gottes  Ordnung  and  s 
notturft  willen,    und    foUent  ir  uns    das   umb  fünft  geben,    "^ 
wie  ir  vor  gehört  hond.       dann  folt  ain  pfarrer  ob  uns  im 
dorf  fein,  fo  m&ften  wir  im  raitung  iunb  alle  ding  thon  und 
nichts  on  in  handien:    da  wirt  lang  nichts  anß.    ich  wird 
auch   bericht  von  meim   fch&ler,   daß   da  gefchriben  Aand  lo 
Petri  die  erft  epiftel  das  ander  capitel  'ir^feind  alle  ain.Jui* 
nigjinliA  _pn^nr><>rfAl^i^ft  ■   feind  underthänig  aller  menfchlichen 
gefchopft  umb  gots  willen,  es  fei  dem  künig  als  dem  vor-   ^  ■  -<: 
geer,  es  fei  den  herzogen  als  den  gefanten  von  im,  dann    '   ;' 
es  ift  der  will  gots/  warumb  hat  er  nit  nach  euwer  mainung  isi  t  ^< 
gefprochen  'dem  bapft  als  dem  vorgeer  und  den  legaten  und     <  ^  ^ 
bifchofen  als  den  gefanten.'    er  hat  euwer  nie  gedacht    ir 
koment   oft,  fo  niemant  nach  euch  fchickt.     do   hört  man 
wol  daß  der  kaifer  mer  ift  dann  der  bapft.    mein  fchäler 
fagt,  es  ßand  Pauli   z&   den  Römern   die    erft  epiftel   das  so  (?^^ 
XII  capitel  'ir  folt  gfit  wandel  fueren  und  vorbilt  nit  alain  />  ^^ 
vor  got,  befunder  auch  vor  den  menfchen,  euch  nit  gleichen  ^. 
difer  weit*  etc.    wo  wirt  folichs  gehalten?    ir  vermaint  des   ^  '^ 
kaifers  und  aller  weit  gewalt  bei  euch  auch  habende  zwar 
ich  i^cb..nit  anderft  dann  daß  ir  fchon  darnach  greift  und  35 
wol  biubs  bei   euch  habt    ir  richtent  all  krieg,   bl&t  ver- 
gießen und  all  hadcr  auf  bei  kaifer,  künig,  furften  und  herrn^    (.v .% 
IT  m&ßt  in  allem  fpil  fein,    was  maint  ir  daß  euwer  gewalt. 
und  ampt   fei,  wann  ir  es  recht  halten  wolt,   es  fei  bapft, 
cardinäl,  bifchof,  prelaten  und  pfarrer  und  alle  gaiftlich,  umb  so 
euwere  pfründen  zii  verdienen,  das  euch  als  ain  almufen  ge- 
ftift  und  verordnet  ift?  nichts  anders  dann  ernftlich  und  an- 
dachtiklich  beten  und  predigen  und  euch  alain  mit  got  und 
der  gefchrift  gots  nach  arbeiten,    maint  ir,  man  geb  euchs 
von  euwers  bübfchen  hars  willen?  as 

Pfarrer 
Mun  was  gat  euch  dann   in  der  kirchen  ab?      wir  haben 
taglich  mefs ,  fo  helt  man  in  all  ftiften  die  ßbcn  zeit  ordenlich, 


144 

fo  werdt  ir  alle  zeit  Terfehen  mit  den  faeramenteii,    mit 
predigen,  mit  taufen  und  was  ir  von  befinknus  bedurft. 

Schulthaiß 

Wie  werd  wir  verleben  I    ir  babt  Tor  gebort,  daß  irs  umb 

6  fünft  tbon  folt,  fo  babt  ir  liberal  groß  zins  und  gfilt  darauf 

geletzt  und  kan  eucb  niemant  erfüllen,   dann  fo  iemant  etwan 

/ains  feiner  verwanten  oder  fünft  zä  befingen  laßen  wil,  es 

fei  mit  vigilg,  befinknus],  fibent,  dreißgaft  oder  jarzeit,  was 

des  ift,  fo  babt  ir  ain  fölich  wochenmarkt  darauß  gemacht 

10  mit  dem  auflcblag,  es  fei  auf  dife  vorgemelte  ftuck  oder  auf 

waebs,  glockengelt  und  was  des  ift,  mit  fampt  dem  opfer, 

^    daß  manidier  armer  kaum  zfi  bezalen  fo  yfl  hat  und  fein 

IC    >vJ^^B^^^  ^^^^  ^^  ^  ^^  darumb  verkaufen  und  verfetzen 


i  V 


mfiß.    folt  ir  dann  aim  kranken  das  hailig  facrament  oder 

15  die  hailigen  Ölung  zd  haus  tragen,   fo  habt  ir  fo  vil  auf- 

fchleg  darauf  gemacht:  ee  dann  ir.ain  pfening  aim  armen 

nach  ließt,  ir  truegt  im  ee  ain  p&nt  auß  dem  haus,     das 

r  ,1  *Pi  ihaißt  die  fchafle  treulich  verfehen.    wie  gelebt  ir  fofchon^es 

beveih  Chrifti  (Petri  die  erft  epiftel  das,  letft  capitd)  *f&erent 

M  die  närt  gots  die  da  ift  under  euch,  furfeclbent  fi  nit  bezwun- 

^|)^»ouv^  *  geUch  aber  williklioh  nach  got,   nit  umb  willen  ains  fchnö- 

.      .  ^»»^^Ä^n  gewins.'    auch  fo  merkt  ir  darbei,  daß  ir  uns  in  der 

beicfat  nit  befchweren  und  über  nnfer  gewißne  nit  ergraben 

foh  von  euch  felber,  das  dann  raft  euwer  brauch  ift. 

M  Pfarrer 

^'\^..  ..   'Lieber  fcbulthaiß,   es  hat  gar  kain  geftalt  foHch  red  von 

euch,    folt  kainer  umb  fein  arbait  nichts  haben,  wo  wolt 

i '  *  wir  von  leben? 

Schulthaiß 
M  Vom  corpus  der  pfrunden. 

Pfarrer 
Wie  kan  ieglicher  vom  corpus  gnfig  haben!  man  findt  der 
mertail  pfriind  die  groß  abzins  mueßen  geben  dem  rechten 
pfarrer  z&  Rom,  Straßburg  oder  anders  wo,  wa  fi  dann  ir 
15  wonung  haben:  wann  die  rechten  pfarrer  feind  nit  all  zfi 
priefter  geweicht,  fi  hond  nur  ain  fchein.  (Paulus  zu  Ti- 
motheo  II  epiftel  III  capitel.)  auch  fo  haben  ain  tail  weih 
und  Und.  fo  feind  ain  tail  fo  unglert,  daß  fi  nit  ain  dominus 


145 

vobiscum  kandeii  verfton.   £o  Teind  ain  tail  der  kardinal  und   ^^"-"^^  /.  ^' 
biTcbof  kamerdien^.  '^    la^^^U^^*^^  \y-;^  -  . 

Schulthaiß 
Wer  leicht  dann  fölichen  gotzen  die  pfrunden?  ^ 

Pfarrer  ^ 

Der  bapß  und  die  cardinäl  und  ander  bifchof  und  prelaten. 
und  warumb  nit? 

Schulthaiß 
Ja  nun  merk  ich  erft,  wannen  her  die  überig  fchatzung  hie 
▼or  gemelt  enlTpringt,    dann  wie  im  fei,    daß  es  nur  über  lo 
die  armen  zä  fchinden  erdacht  fei,  iß  das  war  daß  man  die 
pfrunden  fölichen  ßocknarren  leicht,  die  fie  nit  verdienent —      <- 
oder  verdienen  künden.    vil^W^ger  wers,  es  wurd  ainer  ain 
Idb^irt  dann  ain  feelverforger.    dann  Chrülus  hat  nit  umb     /^/..,\ 
fünft  zfi  Petro  gefprochen  drei  mal  *Petre,  haftu  mich  lieb?  is   c/-t.,. 
fo  waidne  meine  fchäfleiur^    wann  er  die  liebe  nit  hat,  die 
Petrus  bat  gehabt  zu  dem  herren,  und  nit  gelert  ift,   fo  ift 
es  verlorn,     fo  waiß  ich  ain  göte  ärznei  darzä.     welcher  '     ' 

nichts  kan  und  nit  gefchickt  zu  priefter  iß,  dem  nem  man 
die  pfiründen  und  jag  in  auß  dem  land  oder  zwing  in  zu  90  /  —  ;j  ^ 
arbaiten.^und  funß  welicher  mer  dann  ain  pfiründ  hat,  dem 
nem  iie  ^n  lantfurft  oder  herr/  und  tail  fi  under  arm  gelei^jk 
pfaffen  und  laß  fürbaß  kain  auf  ain  p^ünd  zfi  Rom  belehe- 
nen  und   verleihents  die   furßen'furnin  felbs^,   fa^.wficdßa 
die  armen  leut  freier  undunb^^fohfitzt.   dann'  es  ßat  manicher  ss 
olgotz  auf  die  kanzel  und  wil  den  Luther  mit  feinen  guten 
b&cher  außricbten  und  vermaint,  er  woll  mit  feinem  klaffen 
uns  all  erfchrecken  vons  Luthers  leer  z&  fallen,  dar 'dem 
frumen  Luther  jit  kynd  ain  fchächriemen  auflofen.    und  wel«   • 
lent  dannocht  etlich  Lezeltia&  haißen,  das  iß  ain  brot  we-  so 
der  faur  noch  lüß,  umb  der  kindlinstag  iß  es  wert    und 
feind  etlich  gät  magißer  im  Weinglas,  zwar  fi  gewinnend  nit  vil 
an  fölichem  predigen,  dann  wann  man  darnach  auf  dei^  platzen 
oder  in  den  bedern  zälamen  kumpt    und  fölichs  von  iu  z& 
red  wirt,  fo  fpricht  man    *ei  wie  hat  lieh  difer  pfarrer  oder  35, 
jener  münch   fo  waidlich  umb    die   narrenkappen  gerißenT     ' 
^fo  knmpt^ir  -g^oße-  kunß  an  tag':  da  gewint  er  dann  gro- 
ßen gunß  und  lob.     dann  er  maint,   fo  im  iemant  in  der 

10 


r 


146 

kirclicn  wider  fpricht,  fo  ftand  fein  fach  wol.  wann  er  aber 
im  weinhaus,  auf  dem  blatz  oder  im  bad  darbei  war,  fo 
horte  er  g&t  fproUen. 

Pfarrer 
h  Ach,  lieber  fchulthaiß,  ir  treibend  feltfame  wort     warumb 
^^    .  ./ wolt  man  uns  unfern  lang  hergebrachten  brauch  fchwechen? 
/^^.^^grwJvöfe  wöll  got  nit!    der  ket^erifch  munich,  der  Luther,  oder 

^"^  i  V^eJSP*^^*  ^^^^  darzS  nit  bringen. 
4  a    W-'^    ^^^^^     ^  Schulthaiß 

10  Wie  haißt  ir  in  ein  ketzer?   da  laßt  warlich  von  oderir  werdt 

bei  dem  har  im  hof  umb  zogen,   das  fag  ich  euch  zA:  er  ift 

■^     '^        frum  und  gerecht,' thut  nichts  umb  gelt,    /hat  im  doch  der 

bapß    ain  bistum  wollen   geben,   daß  er  nit  mer  wider  in 

fchreib.    das  hat  er  nit  wollen  thon.    wil  ee  arm  fein,  ee 

15  daß  er  die  warhait  gots  wöll  verlaßen. 

Pfarrer 

Ich  fag  euch,  lieber  fchulthaiß,  th&nd  gemach!   ich  bin  ain 

geweicht  man:  vergächt  euch  niti 

Schulthaiß 

20  Was  gat  mich  euwer  weihe  an.    ir  pfaffen  bochent  aUweg 

auf  euwer  weihe  und  haben  uns  biß  her  oft  groß  geplagt  fo 

ainer  ain  pfaffen  ain  wenig  gefchlagen  hat,  fo  hat  er  mit 

großer  miie  und  fchwären  koftnng  kaum  mögen  Ton  euch 

V  ..V-  komen.Mr  habt  uns  geplagt  und  genöt  mit  dem  bau:  fchaut, 

^v;:^       25  aber  gebt  uns  urfach  mit  mätwiUen,  als  vor  oft  gefchehen 

. ,  ^A  ift,  ob  ir  uns   mer  mügen  mit   dem  ban    alfo  erfchrecken. 

wir  wißeud  iez  auch  was  der  ban  ift    dann  wann  etwan 

ain  böfer  pfaff  ainem  fo  groß  urfach  geben  hat,  darumb  er 

zd  tot  gefchlagen  worden  iß,   fo  habt  ir  interdikt  gehalten 

to  und  von  ains  toten   böfen  pfaffen  wegen   vil   g&ter  (aliger. 

meffen  under  laßen  gon,  habt  uns  biß  her  mit  euwern  karak^ 

f  teren  alfo  ab  gefchreckt,  als  ob  ir  beßer  chriften  ßUent  fein 

/  und  die  hailigkait  der  chriftenlichen  kirchen  alain  an  euch 

{^lige.     nun  warumb  acht  ir  nit  auch  hoch,    wann  fünft  ain 

S5  chriftenmenfch   zfi   tot  gefchlagen    worden  ift?    darzö    wer 

helt  über  die  pfaffen  interdikt,  die  im  krieg  erfchlagen  und 

erfchoßen  werdent?    ir  gebt  oft  fo  große  urfach  Jarzfi  mit 

böfen  Worten  und  werken,  auch  mit  mfitwiU  zu  nacht  auf 

der  ftraßen  oder  gaßen,  mit  Unzucht,  mit  geplärr,  mit  ver 


147 

kerteo  kleidung  oder  wer,  daß  ee  oft  billich  gefchehen  folt. 

und  fo  ir  dann  auf  euwer  hailigkait  fo  vil  fchatzt^  fo  folt  ir    ^^^'^"^ 

nit  fo  vil  mfitwill  mit  böfea  worten  und  werken  treiben  und  ^^^c  .,  i 

uns   nit  urfacb  zu  feintfchaft  an  eucb  geben,    maint  ir  nit,^ 

ob  wir  auch  als  gut  chrilten  feind,  als  ir  habt  vor  gebort,  i 

daß  got  fpricht  das  ander  capitel  Petri  'ir  find  alle  ain  kü*-    ß<-i.^<i^ 

niglicbe   priefterfchaft.'     er  f&nderet   kain    chrillenmenfchen  ^ 

auß.    auch  fagt  mir  mein  fchfiier,   daß  da  ßand  Paulus  zfi 

den  Ephefiem  am  vierten  capitel  'find  forgfam  zfi   beh&ten 

die  auugkait  des  gaiJds  in  dem  band  des  frids,  ain  leib,  ain  lu 

gaift,  ain  herr,  ain  glaub,   ain  tauf,   ain ^ot.  wann  unfer 

ietlidiem  iß  die  gnad  nac&^^^maid''ünd'gabclir]fti  geben.' 

da  merkt   auf,  pfarrerl    er  lundert  kain    vor  dem   andern  ^  '^ 

und    macht    auch    kaiuen    hailiger    dann    den    andern ,    er  ^^  ''^ 

fibe   es    dann    mit    rechtem  j;lauben    und    gfiten    werken,  is 

auch  lagt  ir,  der  Luther  fei  ain  ketzer.    fo  fag  ich,  ir  feind 

der  merer  tail  felb  ketzer.     daß   das  war  fei.  fo  prediireut     '     ,    ,   ^ 

ir  uns  nichts  rechts  dann  menlchen  tading  a^   AnJtotejQg ^..^ 

und  der  gleich  haidnifche  bücher.     wann  ir  fchon  das  evan- 
geiium  ain  wenig  überlaufcnt,  fo  iß  die  überig  predig  dar-  ») 
nach  von  kirchtagen  verkünden,  von  banbriefen  und  zehen- 
den zfi  lamlen  und  an  die  kirchenbau  zu  geben,   die  vor  fo 
«vol  feind,  und  wie  man  nit  fu^  got  mit  leren  bänden  loU 
komen.    was  feind  aber  die  felbigen  gäben,  die  got  maint? 
der  glaub,   hoffnung  und  liebe,     darauß  wölt  ir  gelt  und  2.s 
opfer  machen,    auch  weiter  fo  kumpt  dann  etwan  ain  bettel- 
m&nich,  der   macht  uns   ain  plamär  vor   von  feltfam  hail- 
tnmb  und  großem  ablaß.     da  helft  ir  dann  zfi,  dann  euch 
^wirt  euwer   tail   auch    darvon.    da   fchindt   man  uns   umb 
gelt,  kes  und  flachs,    alfo  m&ß  wir  arm  fein,     volgent  aber  «o 
gair  die^auren  ain  mal,  fo  wöl  wir  lie  zfim  dorf  auß  jagen, 
daß  in  die  feck  enpfalTent,  daß  uns  kainer  mer  darein  kumpt. 
dann  fie  liegent  was  fie  uns  vorfagent.    fi  fagent  oft,  wann 
es  in  Zentonofelle  Mnd,  fo  wer  es  fpotlich  gnug.    dar  zä 
wer  waißt  was  fi  in  unfern  heufern  fuchent ,  wann  wir  bau-  35 
ren  nit  da  haim  feind.   danimb  ich  aberfprich,   daß   ir  mer 
ketzerifcb  feind  dann  chrilUicher  werk  vol.  fo  fag  ich  auch, 
daß  ir  uns  oft  und  der  mer  tail  von  dingen  her   lagt  und 

10* 


<-  148 


/.<- 


das  felb  au  das  evangdium  und  gots  wort  an  henkt,    das 
.  '  '  gar  nit  dar  zu  gehört  und  widerwertig  iH,  und  hör  auch  von 

^    '-  ^  ^      jneim  fch&ler  Tagen,  daß  da  ftand  Mittbei  am  fünften  ca- 
pitel,   wie  vor  gemelt  iß,  'nit  ain  fpitzlin  von  aim  b&chfta- 
h  ben  Fol  von  dem  gefatz  gots  nit  ab  oder  zfi  gon.^    des  glei- 
chen fagt  er,    daß  in  Deiiteronomium    am  XXVUI   capitel 
^y         ftand  'ir  folt  euch  nit  von  dem  gefatz  gots  wenden  weder 
xA^\^     i  "ZU  der  gerechten  oder  z&  der  glinken',  mer  daß  auch  ftand 
/  ):  t^^  .  ^^      Paulus  ad  Galatas  im  erßen  capitel  'ob  ain  engel  von  hi- 
v>^        10  mel  kem   der  anderft  leret  dann    die  leer   Chrifti,    das  fol 
yJ^^'    ▼«rflucht    fein* ,    mer   weiter   Ezechielis   am  XVIII  capitel 
^Y      X         'welcher  behüet  mein  gebot  und  bereuet  fein  fund  und  helt 
r'  ',,  -^''  die  werk  der  barmherzigkait,   der  wirt  nit  fterben  des  ewi-' 

^  *.  gen  tods/     des  dings  ift  vil  daß  lolichs  (als  ich  von  meim 

15  fchiüer  höre)  angezaigt  wirt^    und  auch  fo  hör  ich  fagen, 
daß  da  ftand  Efaie  am  XXIX   capitel,   daß  got  der  herr 
des  menfchen  gefetz  neben  feinem  gefats:  nit  haben  wil,  des 
gleichen   auch  Jeremie  am  XVII,  da  vermaledeit  got  alle 
die    von   feiner   leer   auf  menfchen   gefetz    fich    verlaßent. 
20  fölichs  alles  nempt  zu  herzen,  lieber  pfarrer,  und  brauchen 
nur  das  evangelium  und  die.  guten  leer  die  daran  hangent 
und  nit  weiter  und  laßt  den  frumen  doctor  Luther,  der  dann 
folich  misbrauch,  fchinderei  und  menfchen  gefatz,  das  ir  all 
predigent,   für  fich  genomen,  furhin  ou  gefcholten,   wölt  ir 
94  anderQ;  gfit  bauren  haben. 
;    .  ^*^'  '  Pfarrer 

:/^^\^    '    Lieber  fchultbaiß,.  fo  der  Luther  alain  den  bapft  mit  den 
^.'  ^']^S\'^    gaiftlichen  für  fich  gefiomen  hat,  warumb  nimpt  er  auch  nit 
^'^  '  *  für  fich  euch   weltlichen?    ir  fecht  daß  alle  boshait  under 

so  euch  auf  geftanden  ift.  von  erft  von  der  rauberei  auf  der 
ftraß.  da  ift  niemant  ficher.  für  das  ander  fo  ift  «J[le  Un- 
ordnung in  allen  ämpter  der  herfchaften  uud  all  hertigkait 
über  arm  leut  von  euch  allen,  pflegcr,  vögten,  amptleut^, 
fchulthaißen  oder  waiblen.  wenn  ain  bauer.ain  frevel  verfeit 
35  oder  der  herfchaft  die  gült  nit  auf  iede  ftund  raicht,  fo 
fchindcn  ir  ip  mit  dem  rechten  oder  blocken  und  turnen  in. 
fo  dann  ain  baur  abftirbt,  er  fei  wie  arm  er  wöU,  er  hab 
verlaßen  vil  oder  wenig  linder,  fo  feind  ir  oder  alle  gewaltig 


i  f  ^ 


149 

amptleut  hie  und  nement  den  fal  mit  gewalt  und  befunder '^"^^    ^t^,'; 
der    herfchafb    das    beß    rofs     und    euch    amptleuten    den 
beAen    rock,      und    wann   nit    mer   da  war,    fo   laßent   ir 
nichts  da  binden,  und  folt  fchon  weib  und  kind  zäm  bettel 
komen  und  kain  acker  von  in  gebauwen  werden«    wa  Hat  ft 
das  felb  gefchriben?  ,  r   '  j  / 

Schulthaiß  "   *  '    ^ 

»    1    V     ^  J        ' 

Lieber  pfarrer,   das  ift  ain  ander  dingt    fi  fitzent  auf  der 
herfchaft  grund  und  boden  und  muß  man  'fi  bfchijtzen  und 
fchirmen  uud  mit  trib  iiniä  trab  und  holz  furfehen.    und  wann  lo 
wetter  oder  prunft  in  etwan  fchaden  thfit,    fo  thfit   in  die     / 
herfchaft  un  ablaßung  der  gült^    das.  thond  ir  nit    ir  ließt    -/ 
nit  ain  heller  nach  kainem  armen,  ob  er  fchon  auf  der  gaßen 
m&ft  ligen« 

Pfarrer  is 

Ich  maß  euch  auch  mer  fagen.  des  gleichen  fecht  in  ßeten, 
was  misbrauch  ift  in   allen  hendlen    mit /kaufleuten ,    bofer     ^ 
war,  klainem  gewicht,  kurzer  eleu  und  des  dings  viL    des 
geleichen  iß  betrug  in  allen  [hantwerken ,    darvon  fil  zfi  fa- 
gen war:  ($s    bedörft  alain  ains  großen  bfichs,    fo  vil  groß  M 
falfchait  zu  fchreiben»,  leder  fteigt  auf  geitigkait,  kein  treuw 
und  glaub  iß  under  in.     auch  ift  betrug  mit  eßen,  trinken, 
Ton  den  maus  kaufen  muß:  jiie  wirt  felfchent  den  wein  mit 
allerlai  gemächt,  mit  waßer  und  andern  bofen  fiucken,   das 
brot  ift  klain,    das  zfim&s  vermifcht,  das  gewürz  oder  fpe-  is 
cerei  iß  geferbt  und  vermängt,  kainer  bleibt  von  dem  an- 
dern unbetrogen.    auch  mer  fo  feind^die  bauren  foller  bofer 
liß  mit  was  fie  zfi  markt  fuerent,  es  fei  körn,  gerßen,   ha- 
bem,  darin  vil  unflat,  ßaub,  trefls,  wicken,  raten,  faß  un- 
lauter,    des  gleichen  holz,  außen  fchon  geladen,  innen  faul,  so 
krum  und  kurz,    auch  mer  wie  das  heu  und  ßro  fo  fpotlich 
betrogenlich  geladen  iß,  es  fchluff  ain  kfi  hin  durch:  außen 
hats  ain  fchcin,   innen   ißs    mofig  und  rietig.    bringt  ainer 
dann  aier,  fo  feinds  halber  faul,  ßinkent.     des  gleichen  von 
op8,  pim,   opfel,   klain,  ftainig,  faul,   hagelfchlechtig ,  wie» 
folichs  gefchicht  von  difem  allem:  und  gibts  doch  all  für  ge- 
lacht und  gfit  mit  der  zal  hin.    ißs  nit  auch  fund?     ißs  nit 
auch  geiz?    fpricht  nit  Paulus  z&  Timotheo  am  VI  capitel 


150 

*es  fol  niemant  neid,  krieg,  gotsleßrung  in  im  haben,  und  Fol 
niemant  reichtumb,  geitzigkait  fachen:  wer  das  thöt,  feit  in 
den  ftrick  des  teufeis/ 

Schulthaiß 
.4^Ir  habt  vil  gemelt,  damit  die  weit  befchwert  ift,  ie  doch  ift 
,U'"^  die  geijigkait  von  erA  bei  euch  auf  geAanden  und  bäfunder 
,lt^  '      da  Chrißus   der  herr  die  gierten  auß   dem  tempel  mit  der 
.t^pt^v«^     gaifel  trib,  als  fi  die  tauben  verkauften,  die  man  in  wider 
'^jü^  opfern  maß,  und  wie  die  wechller  gelt  außlihent  den  armen, 

10  damit  fi  on  gab  nit  auß  dem  tempel  folten  gon.    da  felb 
ift  euwer  opfer  und  euwer  geitigkait  her  komen,  die  ir  noch 
in  der  kirchen  vermaint  zfi  haben,  das  als  wider  got  ift.  und 
wil  alfo  fetzen,  wir  feind  alle  ain  leib,  gaiftlich  und  welt- 
lich,  Chrißus  iß  unfer  haubt  im  himel:  fo  iß  der  bapß  und 
»  ir  all  der  gaißlichait  nach  mit  predigen,   beten,  facrament 
raichen  des  haupts  knecht  und  diener.  fo  dann  der  ganz  leib 
i  '  '  '      '  krank  iä;  und  des  haupts   diener  von  der  vemunft  kiimen, 
fo  mfiß  man  der  vemunft  zfim  erß^i  helfen  und  fie  erzneien, 
/     fo  werden   die  gelider   auch  darnach  gefund.     darumh   hat 
^liöctoT  Luther  an  euch  angefangen,  dann  ir  IBlten  die  lerer 
^^.-     ['     fein  und  wir  volger,  als  Mathei  am  XXIII  capitel  ftat    fo 
X 1 ' '      .     legt  ir  uns  (wie  da  felb  ßat)  die  bürde  mit  häufen  auf  den 
rucken  und   riierent  irs  mit  euwer  band  nit  an.    darzü  £b 
häufet  und  meret  Qch  euwer  geitigkait  ain  tag  und  all  tag. 
MLwann  fchon  ain  menfch  in  der  wochen  ßirbt,   fo  befingt  ir 
''  \i.''*'       in  nit  biß  an  feirtag,  fo  vil  leut  zfim  opfer  kumpt  in  aUen 
dorfern.  /auch  wann  zwai  in  aim  dorf  mit  tot  abgond,  fo 
befingeni^  irs  nit  mit  ain  ander,  funder  nach  ain  ander,  als 
von  des   opfers  wegen,     auch  iß  ain  folicher  auffchlag  in 
so  den  dorfem  mit  dem  opfer,  mit  mel,  wein,  aier,  fchmalz: 
das  gebort  dem  mefner,    das  gehört  meim  herr  pfarrer.  Ida 
her  kumpts  daß  die  pfafien  nit  künnen  erfult  werden.  *  das 
macht  des  pfarrers  putan,  die  muß  vil  mel  und  fchmalz  diß 
jar  haben,  darvon  der  arm  pauersman   maint,  es  m&ß  alfo 
,  85  geopfert  werden,    fo  dann  ir  unfer  felforger  folten  fein  und 
nit    gefchicht,    als  nach   bericht  meins   fchfilers  gefcbriben 
ftat  Petri  die  II  epißel  das  II  capitel    'es    werden   kumen 
fidfch  Propheten,  liigenhaftig  maißer,  und  einfueren  falfcfae 


151  ^       ,       ■ 

leer    der  yerdamnus    und  haben  geirrt*,    J[o   wol    wir  gli-       /  ^  } 
der   mit  fleiß  dem  haupt  helfen  von  erften  und   «Juwer  feel 
foirg  tragen,    wo  mit  aber?     wir  wollen  die  furilen  und  her- 
fchaften '^ten  und  in  darzü  helfen /daß  man  euch  die  übe-  /. 
rigen  pfrunden  wider  nem.   'ich  muß  herfur  treten,  umb  gottes  i 
eer  und  namen  willen  auf  mich  laden  feintfchaft  aller  men- 
fcben%  wie  Chrilhis  fprach  zu  feinen  jungern  'es  werden  euch^^^.^  >>'  -«  << 
feind  fein  umb  meine  namen  willen  alle  menfchen.*  /hie  mußen    '    '-  ^    ' '    '' 
wir  Täter,  mäter  und  die  beßen  freund  erzürnen,  ^ie  mfißen 
wir   (wie  ich  vor   auch  gemelt  hab)   ainem  nit  mer  laßen 
oder  geben  dann  daß  er  ain  rechte  zimlicbe  narung  hab.  fo  lo 
dürft  ir  kainer  befchwernüs  warten  von  überiger  bofer  wei- 
her,  die  euch  abziehent  und  euch  z&  nacht  ungefchlafen  le- 
gen mit  unrfiw  des  kriegs  und  haders,  forg  und  angft  für 
weib  undkind  zu  emeren,  auch  für  überflüßigkeit,   überig 
ftark  fpeis  und  trank,  damit  ir  mit  kainer  krankhait,  poda-  15 
gram  oder  anderen,  überfallen  werdent.     fo  dann  folichs  ge- 
fcbeclx,  fo  mocht  ir  der  kirchen  ruwig  aiiß warten  mit  beten, 
predigen,  laudieren,  metten,  prim,   terz,  fext,  non,  vefper, 
complet  und  alles  rfiwig  zil  volbringen  ^/  alfo  würden  ir  an 
leib  und  feel  rfiwig  und  gefund.     und  fo  folich  arznei  an  euch  m  ^ 
frucht  brecht,  fo  wurd  uns  darnach  euwer  leer  baß  zu  herzen  / 
gon,  fo  wolt  wir  unö"  treulich  nach  euch  beßern.    in  folichen  J 
wurdtir  in  all  weg  entfchuldiget.  wie  gfiel  euch  folich  felforg?  '  | 

Pfarrer 
Ich  fag  euch  alfo,  ir  feind  nit  gweicht,  darzu  und  hört  euch  i^^  ^""'   ^^ 
nit  z&^uns  z&  ßrafen.    der  bapft  und  die  bifchof  und  mani-t« 
ger  gelerter  prelat  und  pfarrer  habent  fo  vil  geihidiert  in  allen 
guten  bfichern  und  gefchriften,  daß  fi  und  wir  all  wol  wißent  \ 
was  wir  thun  foUen»   iider  aber^ euwer.  neid  alfo  in  die  gaift- 
Ushso^  geiiEachlea.^    und  der    fchantlich   münch   mit   feim  so 
ketzerifchen  fchreibei^euch   zu  lieb  darzfi  kumbt,  fo  maint. 
^Li  jr.wolt  uns  all  freßen. 

Schulthaiß 
Ich  fag  euch,  pfarrer,  horent  auf  von  difer  ketzerei  zd  la- 
gen, oder  warlich  ir   werdt  übel  gerauft,    ich  fag  euch  nit  » 
mer.    ir  fagt  von  großen  ßraichen  und  küniten ,  lo  der  bapß 
iiüd  ir  all   künt  und  gelernt  habt,    warumb  band   ir  dann 


AZ-i-'v/ 


^'^^^. 


152 


nit  doctor  Luther  mit  {difputieren  iez  zfi  Wonns  überwun- 
den,  da  er  lolichs  Tor  meniglichem  begert  hat  und  feiner 
^  b&cher  beßendig  geweft?    und    wo  loUchs  gefohehen  war, 
hat   er   fich  felbs  wollen  in  die  ßraf  ergeben  und  all  fein 
5  ding  widerrftfen.    es  hat  aber  niemant  an  in  gewolt,  habt 
in  alfo  wider  haim  laßen  ziehen,  wie  feind  ir  fo  gelert,  wie 
,   ir  euch  berftmpt?    darumb  bedürft  ir  nit  Tagen,    daß   wir 
vergeben  neid  zä  euch  tragen,  dann  alain  umb  euwer  fpotltdi 
unwefen,  großen  geiz  uns  zäfchinden  und  unergründte  leer 
10  uns   vor  zu   fagen ,  auch   bös  exempel ,  fo  uns  Terfuerent. 
darumb  freilich  wol  war  ift  das  III  capitel  Pauli  zfi  Timo- 
/theo  in  der  II  epiftel    'fi  haben  ain  fchein  ains  gailUichen 
1^  lebens  und  lement  ie  mer  und  kument  nit  z&  der  warhait^ 

was  fagt  ir  darzä,  herr  pfarrer? 
u  Pfarrer 

Ich  fag  nichts  darzfi.    wann  es  alfo  iß  als  ir  fagt,  daß  der 
Luther  z&  Worms  erfchinen  ift  und  fein  ding  alfo  verant- 
wurt  und  bei  feiner  gefchrift  alfo  beleiben  wil  und  die  alfo 
zä  probieren   fich  erbeut  und  im   es  niemant   widerfechten 
90  kan,  fo  wil  ich  auch  für  niemant  mer  fechten,    wie  es  aim 
andern  gang,   fo    gang  es    mir  auch,    ich  wil  auch  durch 
(olichs  furhin  defter  mer  von  im  halten,    ich  wil  euch  auch 
bitten,  lieber  fchulthaiJß  und  all  ir  nachbauren,   hab  ich  zfi 
vil  geredt  und  widerfochten,  ir  wolt  mirs  verzeihen,  dann 
>s  ich  kan  mit  difem  wol  merken,  daß  der  Luther  yil  yftlftrter 
,    ift  dann  der  bapft,   cardinäl,   bifchof,    prclaten,    doctores, 
«  pfarrer,  und  pfaffen,  fo  fünft  verbanden  feind.     dann  was 
ich  da  thon  hab  mit  widerpart  halten,  darzü  hat  mich  doc- 
tor Murnar  zu  Straßburg  gebracht  der  hat  fich  oft  vil  be- 
po  rfimbt  und  gefchriben  wider  den  hochgelerten  doctor  Luther, 
fo  er  aber  nit  gen  Worms  ift  komen,   darzu  auch  doctor 
Eck  von  Ingelftat,  der  fich  auch  mit  feiner  bull  vil  berüempt 
bat     und  befunder  fo  hab  ich  gehört,  daß  difer  Eck  mit 
doctor  Luther  zfi  Leipzik  gedifputiert  hab  und  hab  ain  große 
»5  fau  darvon  getragen,    ie   doch  was  er  zu  Leipzig  mit  fpot 
gelitten,  hat  er  z&  Neuburg  ob  Ingelftat  mit   fchoner  hof- 
zucht  wider  gebeßert,  do  er  die  großen  kunft  fand  daß  er 
die  heufer   da  felbs  mit  dem  klafter  abmeßen  wolt  und  un« 


153 


^  ^- 


derftfind  fich  zfi  lernen  auf  dem  köpf  z&  gon.  darzd  hat  der 
Kai^hans^en  Mnrner  auch  fpotlich  gnflg  außgericht  und 
hat  im  auch  recht  gethon,  da  difer  rolling  fich  auch  under- 
ftanden  hat  den  Luther  zfi  ftrafen  on  kunft  und   Vernunft: 
denn  ich  glaub,  er  wer  beßer  zu  aim  bengelprediger ,  dann  5 
die  hailig  gfchrift  zu  widerfechten,    dann  er  hat  es  vor  wol 
bewert,  befunder  da  er  für  fich  nam  und  auß  feiner  hochen  • 
fcbarpfen  finnigen   fpeculaz   der   weit    z&    fchoner   andacht 
ond  underweifung  herför  gebracht  hat  die  hoch  ergründten 
leer  mit  namen  die  narren  bfchwerung/  die  fchelmen  zunft,  10 
der  Gret  millerin  jartag,  auch  den  Ülenfpiegel  und   andre 
fchone  bftchle  mer,  darin  er  freilich  wenig  auß  der  bibel 
alligiert.    fo  hat  er  auch  nit  vil  weder  kriiechifch  noch  kal- 
deifcher  fprach  darzfi  gebraucht,    ich  rechen  wol,    er  hab 
loliche  hoche  fpitzige  kund  zd  Freiburg  im  faulen  beiz  er-  is 
fchnapt :  ie  doch  fing  er  nach  feins  fchnabels  art    fo  dann 
der  bapft   fein   kirch  und  hailigkait  zfi  befchirmen    an  die 
tapfem  leut  henkt,    darumb  fo  wil  ich  dem  frumen  Luther 
auch  z&fallen  und  wil  auf  dife  blodrer  all  nichts  mer  halten, 
wil  mich  auch  fürbaß  auf  fein  ler  ganz  legen  und  euch  vor«  so 
gon  als  ain  treuwer  hirt.     dann  ich  hör,   es  feind  fünft  vil 
gelerter  leut  auf  feiner  feiten,  befonder  doctor  Erafmus  Rot- 
terdam, der  gefchrift  ain  ftarker  eckßein,  des  geleich  doctor 
Andreas  Karolfiat,   ain   krön  der  hailigen    gefchrift,    auch 
Ocolampadins  und  der  noch  vil  mer.  dann  ich  vernim,  dife  59 
hoofagelerten  menner  haben  den  rechten  kern  der  göten  b&- 
cher  in  üebung  kriechifch,  hebraifch,   lateinifch  und  vileicht 
kaldeifcb:  auß  den  allen,  die  dann  bei  kurzen  jaren  her  für 
kamen  feind,  ligt  (als  ich  bor)  der  recht  fchatz  der  hailigen 
gfchrift.   darumb  laßt  mich  fürbaß  euwer  pfarrer  fein,   fo  wil  so 
ich   euch  thon  was   euch   lieb  ill:    dann  ich   hab  mir  lang 
gedacht,  als  wir  pfafien  uns  halten  thond,  got  der  wurd  es 
etwan  endern,  daß  es  an  tag  kern  und  wir  gefiraft  wurden.^ 

Schulthaiß 
Lieber  herr  pfarrer,  ir  hond  gleich  war.    ich  hab  darfur,  ss 
die  zeit  fei  fchon  verbanden,     warlich  hat  fölich  übel  wefen 
und  bofe  Ordnung  und  regiment  bei   den  großen  häuptern, 
die  fich  gaifilich  nennent ,  wol  vier  hundert  jar  gewert,  daß 


i 


154 

wir  all  und  unfer  altforderen  die  lange  zeit  her  hinder  euoh 
des  gaiMichen  hanfens  betrieglicb  gefangen  gewefen  feind, 
und  als  ich  auch  dann  bericht  bin  von  meim  fchdler,  daß 
da  ßand  Actorum  am  VU  capitel  'es  fpricbt  got  der  herr  tai 
Abraham :  dein  fun  wirt  ain  inwoner  in  aim  fremden  land  und 
5  fid  werdent  fie  underwerfen  dem  dienß  und  fie  übel  halten  vier 
hundert  jar.  und  den  leuten,  den  fi  dienent,  die  urtail  ich, 
fpricht  der  herr.^  wen  maint  ir  den  got  gemaint  hab?  da 
merkt  auf!  alTo  feind  wir  unverftändigen  warlich  euwer  die- 
ner  bezwungenlich  die  lange  zeit  her  gefangen  gewefen  und 
10  was  wir  und  all  unfer  vorfordem  mit  unferm  bl&tigen  fchwaiß 
lang  her  hertiglich  erkratzt  habend,  iß  fchier  als  mit  euwern 
liften  von  uns  zfl  euch  kumen.  ir  hond  fohon  drei  zipfel 
am  bett,  und  wann  got  der  herr  und  der  frum  Luther  len- 
ger gefchlafen  und  zu  gefehen  bettend,  fo  het  ir  den  Vier- 
is ten  zipfel  auch  gar  bald  überkumen.  ir  band  ie  Hark  dar- 
nach gegriffen  und  noch  reißt  ir  euch,  und  ift  uns  not 
daß  wir  in  vaß  halten,  daß  er  uns  nit  entwifch:  dann  ir 
hond  den  golter  fo  hart  von  uns  aber  gezogen,  daß  wir 
fchier  erfroren  fein,  es  iß  zeit  daß  wir  auch  wider  erwar- 
80  men.  das  urtail  gots  iß  euch  und  uns  allen  wol  zä  furchten, 
darumb,  lieber  herr  pfarrer,  fo  hond  ir  fchon  ain  gflte 
chrißenliche  mainung  vor  euch,  wollend  die  andern  nit  dem 
rechten  weg  nach,  fo  fchanwent  was  inen  darnach  kam. 
auf  lolichs  fo  drinkent,  lieber  herr  pfarrer,  da  mit  uns  allen 
M  und  fei  alles  ab  und  verzigen  und  geb  uns  got  glück,  und 
z&  aim  guten  m&t  wellen  wir  am  funtag  all  mit  euch  zfi 
morgen  eßen. 

Pfarrer 
Das  gelt  wol,  lieben  naohbauren! 

ao  Alfo  fchied  ieder  ab  und  haim  in  fein  haus  und  der  pfarrer 
auch,  der  wart  alfo  zechfrei  gehalten. 


xvn, 

AIN  SCHÖNER  DIAL0GU8 

WIE  AIN  BAUR  MIT  AlM  FRAUENBRUDER  MÜNICH 
REDT  DASZ  ER  DIE  KUTTEN  VON  IM  WIRFT. 

LUSTBARUCU  UND  LIEBLICH  Zu  LESEN. 
1525. 


Münoh 
Aoh  was  Uge  ich  alhie  und  ftirb  hungerst  ich  wil  auffieen, 
fleiß  anwenden,  ob  ich  irgents  mocht  ain  bauren  erbitten, 
mir  ain  ftuck  brots  7Ä  geben,  meinen  hunger  dami^fi  b&ßen. 

Baur  i 

Benevenertis,   dominel    wie  lauft  ir  fo  fchwinde?   was  lett 
euch  an? 

Münch 
Mich  treibt  der  hunger:  i<?h  mfiß  fürt. 

Baur  M 

Ud>er  herr,  wie  kumpt  das?  feit  ir  nit  ain  frauenbrfider 
münch? 

Münch 
«a  ich  bin  ainer  und  vor  zwainzig  jaren  in  die  kutten  komen. 

Baur  i& 

I<^h  hab  mrin  leben  lang  gehört,  die  manch  haben  gilt  tag. 
Wie  klagt  ir  dann  den  hunger? 


15B 

Münch 
Ja  etwan  ift  das  gewefen,  das  mich   auch  geurfacht  in  die 
kutten  z5  komen.    aber  nu  die  weil  der  teufel  den  Luther 
auferweckt  hat,  wils  nimmer  fein. 
5  Baur 

Wie  kumpt  das? 

M&nch 
Das  wil  ich  dir  fagen.   iezund   wa  nnfer  ainer  hin  kumpt, 
wein,  kes  oder  anders  zfl    haifchen     wollen  im  die  bauren 
10  nichts  mer  geben,  bin*  ich  vor  dreien  tagen  fünf  dorfer  aus- 
gelaufen und  hab  nit  mer  dann  ain  käs  erfamlet. 

Baur 
Lieber  herr,  es  machts  der  Luther  nit  ich  wölt-  euch  wo! 
die  urfach  Tagen,  fo  ir  mir  zfihorent. 
15  Münch 

Sag  an! 

Baur 
Euer  Yorfam  und  ir  habt  uns  lang  geprediget,  wie  got  Oe* 
nefis  am  dritten   capitel   Adam  geboten  zfi  arbaiten  und  im 
90  fchwaiß  feins  angefichts   eßen    fein  brot.    feit  ir  herm   nit 
auch  Adams  kinder? 

M&nch 
Freund,  ja  es  fteet  alfo  gelchriben.    aber  die  hailigen  väter 
haben  die  kutten  gefreiet,  daß  fi  nit  arbaiten  dorfen. 
SS  0  Baur 

Herr,  iezund   bin  ich  bei  meinem  haus,    eßent  mit  mir  zfi 
morgen:  ich  hab  mer  mit  euch  zu  reden. 

Münch 
Ich  thu  es  gern« 
so  Baur 

Herr,  ir  habt  hie  vor  gefagt,  der  Luther  mach  daß  ir  alle 
mangel  leidet,  nun  ßeet  Genefis  18  gefchriben,  fo  zehen  frnm 
menfchen  in  den  fünf  ßeten,  die  got  mit  feuer  verfenkt, 
gewefen,  hett  got  ir  verfchonet.  nun  merk  ich  wol,  daß  un- 
S5  der  euch  münchen  allen  nit  zehen  oder  gar*  wenig  frumer 
feind,  die  got  bitten  möchten,  daß  er  den  Luther  vertilget 
und  es  mfiß  on  zweifei  ain  ander  urfach  oder  euer  boshait 
fchuld  fein. 


157 

Münch 
Freund^  ich  bab  dir  mein  buiiger  geklagt:  faaiß  aniicliten! 

Bauer 
leb  bab  gebort,  die  weil  Saul,  der  erft  Juden  künig,  in  den 
geboten  gots  wandert,  überwand  er  alle  feine  feind.  fo  bald  5 
er  ficb  aber  von  got  keret  und  rat  bei  der  zauberin  Cäcbet 
(wie   am   letften  b&ch  der  künig  am  28  capitel  gelchriben 
ßeet),  verließ  in  got  und  ward  auß  feinem  reicb  geftoßen. 
alfo  ir  herm,  ir  habt  das  bailig  evangelium  lang  veracbt, 
der  väter  treum  und  lugen  geleret  und  dem  gemainen  volk  10 
große  fchwere  und  unträgliche- bürden  aufgelegt,. aber  irmit 
dem  minßen  finger  nit  anger&rt.  febet  auf  daß  ir  nit  auch 
▼eradit  und  außgeßoßen  werdet! 

Münch 
Wer  gedult  möcht  haben,  es  wirt  ficb  ie  anders  machen.      15 

Baur 
ir  pharifeer,  alle  werk  von  euch  biß  anher  feind  gefchehen 
z&  erfuUung  der  armen  ainfeltigen  äugen  und  feit  gleich  den 
gefellen,  darvon  Chrifttts  Mat.  am  28  lagt  dammb  werden 
billicb  euer  heufer  und  dofi^r  w&ft  und  daß  der  herr  zft-  » 
föget  fchmerzen  euem  fchmerzen,  arbait  mit  feu&en,  und 
werdet  nit  rfiw  finden,  wie  Hieremie  am  45  capitel  gefchri- 
ben  ileet. 

Münch 
Ich  bore,  du  bift  gelert  oder  haft  villeicht  der  geordenten  9» 
baimligkait  wißen? 

Baur 
Ich  bab  dir  hievor  gefagt,  wie  got  Adam  geboten  zä  arbai- 
ten:  fo  ßeet  in  Eocle.  gefchriben  *der  menfch  wirt  geboren 
zfi  arbaiten  wie  der  vogel  zfi  fliegen.'    Paulus  vermant  fein  90 
}unger  Timotheum  alzeit  fieiß  an  zu  keren  und  zä  arbaiten. 
item  das  ganz  leben  Chrifti  üt  alles  arbaitlam  geweft.  er  hat 
auch  feinen  jungem  Marci  am  16  geboten,  z&  geen  undzfi 
predigen  das  evangelium  und  nit  müßig  z&  geen.   aber  ir 
pharifeer  feind  alle  abgewichen,  unnütz  worden  und  ift  kai-  3& 
ner  der  guts  thut,  wie  Paulus  am  3  capitel  zön  Kömern 
fchreibt,  habt  gift  under  euem  zungen  getragen,  dem  bauch 
för  euem  got  gedienet  und  müßig  gangen,  darauß  gefolget 


1&8 

daß  vil  eebruch,  junkfrauen  fchwechung  und  andere  (unde 
in  euem  olöAem  gefcbehen.  were  nit  wunder  daß  euch  got 
langeß  wie  Sodoma  und  Gomorra  mit  dem  feuer  verzert  hett. 

Münch 

b  Freund,  du  thfiß  im  ie  zfi  vil. 

Baur 
Sag  an,  was  hat  mäßig  geen  gfits  bracht?  übe  anl   David 
die  weil  er  kriegsleufen  anlag,   enthielt  er  fich  vor  fanden, 
fo  bald  er  mfi^g  gieng,  verbracht  er  den  eebruch  mit  der 

10  frauen  Berfabee  und  verfchfif  den  firumen  ritter  Urie  zfi  tot 
fchlagen,  wie  gefchriben  fteet  am  andern  buch  der  künig 
am  11  capitel.  alfo  ir  pharifeer,  fo  ir  mftßig  £dt,  ift  euch 
kainer  boshait  z&  vil  zö  verbringen«  im  fchein  der  gleiohf- 
nerei  habt  ir  betrogen  die  ganzen  weit    euer  boshait  ift  an 

15  tag  komen,  muß  geilraft  werden,  das  beihel  ift  an  die  Wur- 
zel des  baums  gelegt,  vne  Matthei  am  dritten  gefchriben  fteet. 

Münch 
O  baur,  unfer  kainer  geet  im  dofter  m&ßig,  mfißen  fiag^i, 
beten,  faften,  auf  fteen  und  melk  halten. 

so  Baur 

Ja  unfers  müllers  efel  fchreit  zu  morgens  auch  auf  der  mi- 
ften  daß  die  magt  erwachet  habt  ir  nit  gelefen  'non  clamor 
fed  amor*?  und  daß  die  falfchen  propheten  wider  Heliam  mit 
dem  opfer  kempften  lang  und  leer  fchrien,  wurden  aber  nit 

»  erhört,  darumb  z&  tot  erfchlagen?  euer  gebet  ift  audi  uner- 
horlich,  dann  es  gefchicht  nit  im  gaift  und  der  warhait 
fonder  mit  blfitigen  henden,  welche  gebet  got  haßet.  das 
faften  das  ir  thut,  ift  fträflich,  dann  in  dem  tag  eners  faften 
Wirt  erfunden  euer  will  und  ift  dem  iWften .  Chrifti  (Malth. 

so  am  6)  gar  nit  gemeß.  fo  ift  euer  mefs  halten  die  zeit  her 
alain  euch  nütz  gewefen,  habt  damit  von  uns  armen  beur- 
lein  unfern  blätigen  fchwaiß  gefchuuden,  dann  ft  ift  kain 
genugth&ung,  komet  weder  lebendigen  noch  toten  zä  hilf, 
und  dem  teftament  durch  Chriftum  (Matth.  26  und  Luce  22) 

3&  aufgefetzt  ganz  nit  gleich,  wie  Luther  öffentlich  fchreibt. 
darumb,  herrlin,  ftelt  ab^  arbait,  feit  nit  müßig  und  bedenkt 
die  wort  fo  ir  oft  gefung^en  aber  nit  verftanden  'der  da  ißet 
die  arbait  feiner  hend,  wirt  (alig  und  im  wol  werden. 


159 

MÜDch 
U  fireund,  es  ift  darzä  komen  daß  die  ainfeltigen  und  ge- 
ringen mer  wißen  von  gotlichen  dingen  zu  fagen  wann  die 
großen  difer  weit  was  wil  darauß  werden? 

Baur  5 

Der  bausvater,  davon  ChriAus  Mat  20  lagt,  moebt  nit 
mfißig  geen  leiden,  ftrafib  die.  darumb  Ileet  auf,  ob  eucb  die 
kochen  nicbt  nachfolget,  arbaiti  dem  got  lo  den  propbeten 
Daniel  in  der  löwen  groben  z&  Babilonieu  durch  den  pro- 
pheten  Abacnc  und  Heliam  durch  die  witfrau  in  Sarepta  lo 
Sydoniorum  enthalten,  getrauet!  feit  nit  forgfeltig!  wer  er- 
nert  die  vogel  in  dem  luft,  die  weder  fäen  noch  fchneiden 
noch  in  die  fcheuren  einfamlen  und  die  lilien  auf  dem  acker 
klaidet,  der  himlifch  vater,  der  da  waißt  daß  ir  des  not- 
dürftig leit,  wirt  euch  nit  verlaßen:  er  lebt  noch.  u 

Münch 
O  herr,  dein  erbarmung  ift  manigfaltig.  heUt  haß  du  erlöfet 
mein  Tele  auß  der  tiefe  der  helle,  freund,  iezund  ftee  ich  auf 
und  wirf  mein  kutten,  darin  ich  «m&ßig  gangen,  von  mir, 
bekenne  und  E&g  öffentlich:  vermaledeiet  fei  der  tag  in  wel-  3o 
chem  die  kutt  erdacht  iß  worden!  der  Mch  Petri  Actorum 
8  fei  über  dem  und  feim  gelt,  fo  begert  kutten  z&  kaufen! 
der  außfatz  Griezi  ber&re  den,  fo  ain  kutten  erforderti  die 
erden  th&  fich  auf  und  verfchlind  oder  verfchlick  den  wie 
Dathan  und  Abiran,  fo  ain  kutten  anr&ret!  die  ftraf  Ophin  a 
und  Phinees  und  ires  vaters  Heli  des  priefters  übergeen  den 
fo  ain  kutten  antregt!  alle  maledeiung  und  plag  Deut,  im  28 
cap.  gemek  weiche  in  ewigkait  nit  von  dem  fo  ainer  kutten 
getrauet  und  glaubet  1  dann  von  der  m&ßigen  kutten  ift  nie 
kain  gäta  komen.   alfo,  freund*,  ich  gee  hin  zfi  Mrbaiten.   fo  3o 
ich  z&  der  eraden   herwider  kum,  wil  ich  dir  dein  eßen  ab 
verdienen. 


xvm. 

EIN  KUBZ  GEDICHT 

SO  NEULICH  EIN  THÜRGÖÜISCHER  BAÜR 

DOCTOR  MARTIN  LUTHER  UND  SEINER  LER  ZU  LOB 

UND  SEINEN  WIDERWERTIGEN  ZU  SPOT 

GEMACHT  HAT. 


Des  Luthers  fach 
lil  Doch  nit  fcbwach, 
Wiewol  vil  gwalt 
Ganz  manigfalt 

5  Widr  in  wirt  g&bt, 
Das  in  nit  btr&bt 
Als  umb  ain  har. 
Er  hat  £ch  gar 
An  Chrißum  ghenkt 

10  Und  üch  verfenkt 
In  dwunden  fin. 
Er  maint,  dabin 
Sig  im  berait 
All  ficherhait, 

15  Kains  menfchen  grim 
Halt  fich  der  ftim 
Die  Chrißus  fprach. 
Als  Ungemach 
Das  auch  gefchicht, 


90  Das  achten  nicht 
Und  furchten  den, 
Der  auch  die  pen 
Der  hell  möcht  gen 

.    Und  leib  und  fei 

n  In  ewig  quel 
Verdammen  mag. 
Darumb  ich  fag, 
Des  Luthers  dicht 
Iß  ganz  gericht 

30  Auf  bwerte  gfohrift 
Und  nit  gefiift 
Auf  abenteur, 
Als  etlich  leur 
On  alle  kunft 

u  Schriben  nach  gunß 
Und  gleichfnerei    •  ^ 
Ain  bull  mit  bleL 
Da  haltens  von 


Ißl 


Daß  air  mug  hon 

40  Der  pfründen  vil. 
Des  rechten  zil 
Des  felens  ganz. 
Kaufinans  finauz 
Gar  und  zdm  tail 

45  la  aUes  fall, 
Es  gilt  in  gleich: 
Das  himelreich 
Gend  R  umb  gelt. 
All  dife  weit 

fto  Wer  in  nit  gnflg 
Zfi  irm  unfSg. 
Daruinb  fi  wol 
Den  grebem  hol 
Werden  vergleicht. 

ulr  reu  und  beicht 
Ift  ring  und  leicht 
Gleich  als  der  fchaub. 
Da  ift  kain  glaub 
Noch  rechte  lieb: 

«0  Leichter  ain  dieb 
In  himel  kam. 
Ir  1er  und  them 
Ift  als  yon  g^t 
Und  übermfit 

6s  Und  leiblich  girt. 
Wo  iß  der  hirt 
Der  dfchäflin  waid 
Auf  lieber  haid? 
Chrift  fpracb  alfo 

70  Zu  feim  Petro 
'Liebeft  du  mich, 
So  fich  umb  dich 
Und  waid  mein  fchaff' 
Ich  acht,  es  fchlaf 

75  lezund  der  hirt 
Der  dfchäflin  bfchirt 


Der  wolf  der  wirt 
Verzucken  hin 
Gottes  fcbaflin. 

eoDas  achtens  klain: 
Si  ftelnd  alain 
Ir  lach  auf  gwin. 
Das  ift  der  fin, 
Den  Gnato  halt: 

85  Hat  die  geftalt, 
Alain  der  gnieß 
Iß  fruchtbar  Oß. 
Söliche  leut 
(Als  ichs  bedeut) 

90  Die  nimpt  man  an 
Fürn  Rotterdam 
Den  gierten  man, 
Halt  ire  1er 
Als  für  ain  gwer 

95  Der  chrißenhait, 
Alzeit  berait 
Der  falfchen  krei 
Und  ketzerei 
Zu  widerßand, 

100  Meßen  die  fchand 
Dem  Luther  zii« 
Kalb  mit  der  k& 
Wirt  bald  zergan, 
Mag  nit  beftan. 

105  Die  facrament 
Werdent  gefchent. 
Von  erft  der  tauf 
Der  hat  fein  kauf, 
Und  der  altar, 

no  Die  toten  bar 
Die  treit  ain  gnieß. 
Wer  hat  verdrieß 
Zfi  beichten  vil, 
Dem  ift  ain  zil 
11 


162 


11&  Gar  Ichon  geßeckt, 
Wanu  er  außreckt, 
Sein  milte  hant 
Und  leit  ain  pfant 
In  haiigen  ftock« 

120  Wo  lÄ  der  rock 
Den  Cb^riftus  trfig? 
Wer  hebt  den  pflfig, 
Siebt  hinder  fioh, 
Dem  mag  das  rieh 

195  Nit  werden  ztail. 
Der  feien  hail 
Ift  gar  verfetzt, 
Mit  ßrick  yerletzt. 
On  aUe  maß 

ISO  Des  himels  ftraß 
Verwachfen  iß, 
Mit  dorn  vermiß. 
Doch  glat  und  hell 
Iß  der  wandel 

131  Hin  zfi  der  hell. 

Gh*oß  freud  und  gfchel 
Hat  steufels  her. 
Der  Lucifer 
lezund  regiert, 

140  Die  weit  verfiirt. 
Drumb  lagt  er  dank 
Der  auf  dem  bank 
Oder  dem  ßäl 
Mit  großem  wdl 

14&  Sitzet  und  prangt : 
An  dem  fo  hangt 
(Als  er  vermaint 
Und  fich  erfcheint 
Mit  weis  und  berd) 

150  Der  gwalt  auf  erd, 
Im  himel  auch. 
Furwar  der  rauch 


Des  inribel 

Iß  nit  fo  fchnel, 

155  Daß  fein  gewalt 
In  der  geßalt 
Kains  wegs  mug  gou. 
In  himels  thron 
Got  hat  ain  gwalt, 

160  Den  er  behalt 
Im  felbs  alain, 
Macht  den  nit  gmaiu 
Zu  tailen  auß. 
Er  hat  ain  haus, 

165  Darin  gefchwind 
Vil  wonung.  find, 
Hat  auch  ain  lieoht, 
Dadurch  er  ficht 
Des  menfchen  mut. 

170  Darumb  der  gut 
Hefiodus 
Nit  gar  umb  fus 
In  feim  gedieht 
Der  gleichen  fpricht 

175  *Got  iß  bericht 

Nach  fchuAres  fchlicht 
AU  unfer  gfchicht.' 
Es  btreugt  in  nicht 
Kain  arger  wicht 

180  Am  jungßen  gricht, 
Do  er  wirt  kon, 
Wil  rechnung  hon 
Von  iederman* 
Der  klaineß  wan 

165  Dann  kumpt  au  tag. 
Da  wirt  groß  klag 
Gar  jemerlich. 
Des  freu  ich  mich, 
Daß  arm  und  reich 

190  Dann  werden  gleich. 


168 


Gang  hie  in  dfebäl, 
•  Du  auf  dem  ftöl, 
Stell  hoffinrt  ab, 
Gedenk  und  hab 

m  Faft  Ueb  den  frid! 
Bis  mir  ain  glid 
Und  nit  ain  hopt, 
Als  man  dich  lobtl 
Chrift  iß  der  felb, 

100  Nit  dn  der  gelb 
Ganz  voller  zorn. 
Dein  kriegrifeh  hörn 
Du  auch  abllell 
Und  bis  ain  gfell 

<o5  Der  zwölfer  zall 
Denk,  was  die  wal 
Dir  aufgleit  hatl 
Mit  künigs  ftat, 
Noch  cronen  drei* 

tio  Bedenk  dabei, 
Hetft  du  das  loß 
Das  Mathis  gnoß 
In  feim  bifchtum, 
Werft  nit^ein  tum: 

<i&  Du  ließeft  fam 
Das  fifcher  garn, 
Damit  du  faohft 
Und  nit  nach  lachft 
Der  TeutTchen  gold, 

ao  Damit  das  fold 
Dein  kri^svolk  hab. 
Der  bifchofftab 
Stfind  dir  baß  an. 
Ich  laß  beftan, 

sisKer  wider  dran 
Da  ichs  hab  glan. 
O  berr  und  got 
Von  Sabaot 


In  bimela  thron, 

330  Sichft  gnedig  an 
Dein  chriftlicb  volk 
Das  iez  die  wölk 
Mit  im  tantmer 
So  gar  haut  deckt 

f»  Und  fchier  erßeckt, 
Sendft  inen  hilf 
Mit  hellem  gilf 
Dein  zwaien  man, 
Herr  Rotterdam, 

240  Luther  Martin, 
Die  wollen  fin 
Dein  gtrüwe  knecht. 
Die  menfchen  recht 
Bringen  auf  dban, 

2«  Den  rechten  fan 
In  tragen  für, 
Wie  fi  die  tür. 
Die  Chriftus  iß. 
Daran  nichts  briß, 

260  Ergreifend  fchier, 
Die  uns  gwis  £&r 
Den  rechten  weg 
Hurtig  nit  treg 
£wangelfch  1er. 

255  Noch  gar  vil  mer 
Haß  uns  gefant 
In  teutfche  laut, 
Als  kumen  wer 
Der  recht  muUer 

260  Und  auch  der  beck. 
Seind  frech  und  keck, 
Wend  nit  abßan, 
Das  rad  m&ß  gan. 
Die  muld  iß  brait 

265  Und  außgefprait. 

Das  gotlich  wort 

11* 


Sol  hie  und  dort 
An  allem  ort 
Ewangelifcb, 

S70  Nit  fophiftifch 
Werden  verkünt, 
Dadurch  enzünt 
Dein  Uebe  werd 
In  deiner  herd. 

sTsFurwar  das  hant 
Im  Schweizer  laut 
Zwen  bauren  bdacht 
Und  davon  gmacht 


164 


Ain  hubfch  gedieht. 
ssoKain  ai^er  wicht 

Noch  iromer  man 

Das  fchelten  kan. 

Dir  fig  gefeit 

Alzeit  berait 
285  Groß  dankbarkait, 

Der  von  der  mait 

Geboren  biß, 

Herr  Jefu  Chrißl 
Amen. 


XIX. 

EIN  NEUWER  SPRUCH  UND  WARHAFT  BERICHT 
Wie  es  kompt  und  wammbs  gefchicht, 
Daß  fo  vil  münch  feind  priefter  worden, 
An  fich  genomen  fant  Peters  orden 
Und  di«  kutien  ußgefcbütt. 
Kouf  den  fpruchl  es  ruwt  dich  nit. 

Vincit  veritas 


Ich  han  bi  allen  meinen  tagen 

Vil  Wunders  boren  lefen  und  fagen, 
le  docb  zfim  meift  verwundert  mich 

Das  ich  neuwlicb  bor  imd  fich. 
Nämlich  die  groß  Uneinigkeit 

Die  fich  erhebt  umb  das  geifilich  kleit, 
Under  den  bettelorden  die  ich  mein* 

Es  ift  die  warbeit  und  nit  nein. 
Sie  reiben  einander  felber  uß 
10       Recht  wie  die  huppenbfiben  im  badhus 

Und  machen  dann  ein  fprichwort  druß 
*Criminor  te,  cratzinor  a  te.' 

Hören  zfi,  wie  got  es  me! 
Der  obfervanzer  thöt  offlich  fagen, 
15        Uf  die  conrentual  zfi  klagen, 
Daß  fie  nit  halten  iren  orden. 

Wie  er  in  ufgefezt  ift  worden. 
Sie  folten  reinigkeit  pflegen: 

So  begegnen  in  franwen  under  wegen, 


166 


w  Sie  fllirens  dann  mit  in  hinin, 

Die  ein  ift  ir  mfim,  die  ander  ir  befeHn* 
Grober  zö  reden  fcham  ich  mich 

Das  fie  ze  thun  nit  fchamen  fich. 
Noch  me  hat  die  regel  in: 
u        Sie  foUen  willig  arm  fin, 
Gleich  prießer  nnd  die  knaben, 

Keiner  fol  befunder  gelt  haben. 
So  haben  fie  befunder  beutel^ 
Damit  fie  Ionen  iren  treutel, 
so  Oder  beßern  damit  ir  mol, 

Daß  fie  tag  und  nacht  feind  vol. 
Auch  m&ßen  ir  kutten  geßrichen  fin, 
Gemacht  yom  befien  dfich  oder  fatin, 
Der  gleichen  nie  hat  tragen  fant  Augnßin, 
35  Der  ein  bifchof  was  zu  Yppon, 

Het  foHchs  fein  brfidern  nit  zSgelon. 
Wolt  got  er  were  noch  in  lebenl 

Würd  mir  des  auch  zeugnüs  geben. 
Francifcus  und  Dominicus 
40        Hielten  gar  vil  anders  hns. 
Der  oberkeiten  iß  die  fchuld. 

Mich  wundert  daß  maus  fo  lang  dult 
Dennocht  fie  fich  des  nit  fchemen: 
In  iren  briefen  fich  th&nt  nennen 
4»  Dis  oder  iens  ordens  offenbar. 

Das  iß  ein  falfcher  titel  zwar, 
üf  den  in  alles  würt  gegeben, 

Rent  und  gult  davon  fie  leben. 
Darvor  folten  fie  fich  billich  hftten, 
*o        So  regel  und  recht  folchs  thfln  verbieten. 
Man  wer  in  ganz  nnd  gar  nit  fchnldig, 

Sie  lebten  dann  dem  titel  glich: 
Dann  unrecht  thun  hundert  jar 

Ward  nie  kein  ßunde  recht  furwar. 
»»  Diß  predigt  der  obfervanzer  überal : 

So  fpricht  her  wider  der  conventual. 
So  er  fich  nit  verantwurten  kan  , 


167 


Schuldigt  er  in  doch  wider  drao, 
TL&t  in  dem  teufel  auch  ergeben. 
eo        Wie  er  fpricht,  das  merken  eben« 
Sie  tragen  der  weit  ein  fiüfchen  fchein: 

Vermeinen  aUwegen  die  heften  zn  fein, 
Machen  darzii  diefe  kugler 
Recht  wie  die  pharifeier, 
«5  Damit  man  fie  für  geißlich  halt: 
Das  macht  ir  ußerlich  geftalt 
Alfo  thfln  fie  die  weit  betriegen 

Und  die  conrentual  verliegen. 
Thet  man  fie  recht  erkennen, 
70        Man  würd  fie  auch  irs  titeis  nennen. 
Alfo  thfln  fie  einander  fchenden, 

Damit  daß  fie  den  leigen  blenden, 
Setzen  im  ein  brillen  uf 

Und  fchlagen  im  zä  ruck  den  mufi', 
7&  Et  cetera  —  ich  meld  nit  mer, 
Wie  wol  fie  es  doch  felber 
Vor  der  weit  vil  gröber  machen. 

Wer  es  hört,  der  maß  ir  lachen. 
Ift  das  nit  ein  wilder  fchwank, 
80        Darzfl  ein  teufelifcher  zank? 
Umb  den  orden  und  das  kleid 

Erhebt  fich  folich  Uneinigkeit, 
Damit  fie  leib  und  fecl  verdammen. 
Sie  folten  vor  der  weit  fich  fchamen. 
85  Danunb  es  die  ganz  worheit  iß, 
Was  do  nit  gepflanzet  iß 
Von  got  dem  fchöpfer  himel  und  erden. 

Das  maß  als  ußgerutert  werden. 
So  thdt  der  obfervanzer  den  conventual  verjagen. 
^        In  kurzen  zeiten  (hör  ich  fagen) 
Haben  fie  vil  klößer  .verzolt: 

Des  werden  fie  in  nimmer  holt. 
Underßond  einander  felber  zA  vertreiben, 
Daß  ir  keiner  weiß  ze  bleiben, 
9^  Sunder  nach  der  ewangelifchen  ßimm 


168 


'Ein  iekHchs  reicfa  zerteilt  in  im 
Mag  die  harre  nit  beßon, 

Es  muß  doch  zu  letß  «ergon/ 
Alfo  würt  in  auch  befchehen. 
100        Ich  darf  es  mit  der  warbeit  jehen^ 
Daß  ich  bei  allen  meinen  tagen 

Der  gleich  von  Itiften  nie  hört  lagen, 
Auch  von  der  loblichen  prießerfchaft. 

Got  woll  in  alle  zeit  geben  kraft, 
105  Daß  fie  nit  umbgangen  mit  folchen  fchwenken. 

Alle  zeit  irs  heiligen  ßats  bedenken, 
AUe  fchand  und  laßer  auch  thfind  meiden, 

Bedenken  alle  zeit  das  bitter  leiden. 
Auch  die  lere  Chrifti  im  ewangelio, 
110        Do  er  nämlich  fpricht  alfo 

'Du  folt  dein  nechßen  lieben  und  auch  got: 

Das  iß  das  höchß  und  öberß  gebot,^ 
Darzfi  der  cbrißliche  orden, 

Der  felbß  von  got  geßift  iß  worden, 
115  Dann  er  ficht  an  das  herz  und  nit  das  kleid, 

Verdampt  foliche  Uneinigkeit, 
Die  der  teufel  hat  erdacht 

Und  mit  vile  der  fecten  ufbracht. 
Darumb  weit  ich,  daß  der  keifer, 
ISO        Der  bapß  und  alle  meißer 

In  teutfchem  und  auch  welfehem  land 

Z&  einander  würden  gefant, 
Ein  frei  concilium  darumb  hielten. 

Ein  entlich  urteil  darin  Ipielten 
195  Under  dem  conrentnal  und  obfervanzer, 

Welcher  doch  des  teufeis  wer, 
Vertilgten  ein  teil  ganz  und  gar: 

Dann  würd  die  warheit  offenbar, 
Damit  die  fchentlich  zwitracht 
ISO        Zfi  einer  einigkeit  wiird  bracht. 
So  lang  aber  folichs  nit  befcbicht 

Und  difer  krieg  nit  würt  gericht, 
Wil  ich  es  für  kein  wunder  hau 


169 


Daß  einer  der  ein  knt  hat  an, 
13S  Uß  bäpAKchem  gewalt  und  zuloß 
Sich  do  macht  der  felben  bloß, 
So  auch  die  kutt  kein  münch  nit  macht. 
Darumb  icbs  ganz  und  gar  nit  acht, 
Vorab  fo  er  fich  thflt  ergeben 
140        Under  gehorfam  des  bifchofs,  (das  merken  eben!) 
Fridfam  in  feim  prießerlichen  Aot 

Begert  zfi  dienen  dem  höchßen  got 
Und  difes  baders  lieh  enziehen, 
Den  ein  ieder  fol  biUich  fliehen, 
i4>  Der  vor  hellifcher  pdn  und  jamers  quel 
•Verb&ten  wil  fein  leib  und  fei. 
Dann  wie  fie  iez  ir  orden  halten, 

Kan  ich  nit  finden  in  den  alten 
B&chem  und  der  heiligen  leben. 
IM       Sie  dreten  ganz  und  gar  dameben. 
Dann  wider  recht  und  ordenung 

Nemen  fie  kinder  die  feind  jung. 
Werfen  in  die  kutten  an, 

Sprechen,  es  werd  ein  biderman. 
IM  Und  ee  er  kan  die  regel  lefen. 

Iß  er  drei  jar  im  klofter  gewefen, 
Maß  darin  gehorfam  th&n, 

Verfteet  doch  minder  dann  ein  h&n, 
Darzü  hat  er  den  alter  nit: 
i«>        Furwar  das  iß  ein  tomer  fit. 
Von  regel  weißt  er  z&  fagen  nicht, 

Dann  daß  er  taglich  von  in  ficht 
Ein  ganz  leichtvertigs  leben, 

Vil  bofer  beiipil  auch  darneben, 
i«s  Offlich  fpilen  und  hofieren, 

Hübfeh  freuwlin  uß  und  ine  fören. 
Springen,  danzen  auch  zfir  zeit. 

Daruß  erhebt  fich  mancher  ßreit, 
Neid  und  haß  und  jamers  vil: 
170        Davon  ich  iez  nit  fchreiben  wil. 
Der  fairt  darf  fie  darumb  nit  ßrofen, 


i 


170 


Dann  er  thüts  felber  mit  den  fchofeii. 
Auch  habens  leipgding  und  eigen  gelt: 

Das  felb  dem  Jüngling  wol  gefeit. 
175  Hat  auch  noch  ein  leichten  mSt, 

Im  klolter  zd  bleiben  ducht  in  göt, 
Nimpt  an  die  felb  profeffion, 

Daß  er  do  wöU  gdt  leben  hon, 
Darzu  die  jugent  iß  geneigt, 
180       Wie  Genefeos  das  buch  anzeigt. 
Er  meint,  die  kutt  das  fei  der  orden: 

So  ift  er  gar  betrogen  worden, 
Dann  ich  von  rilen  hab  vemomcn 

Die  feind  zu  iren  tagen  komen, 
18S  Me  dann  dreißig  jar  im  klofter  gewefcn, 

Haben  dannocht  nie  hören  lefen, 
Daß  fie  betten  mögen  yerllon 

Irs  Ordens  regel  und  conftitution. 
So  es  n&n  nit  wißen  die  alten, 
190        Was  fol  ich  von  den  jungen  haken? 
Dann  wo  ein  blinder  f&rt  ein  blinden  wallen, 

Wie  bald  fie  beid  in  graben  vallen. 
So  werden  die  jungen  von  alten  betrogen. 

Es  iß  die  warheit  und  nit  erlogen. 
195  Etlich  andre  junge  knaben. 

Ob  fie  fchon  ein  Unwillen  haben 
Und  gerne  uß  dem  kloßer  weren, 

Kunnen  doch  mit  keinen  eren 
Durch  gewalt  und  forchtfamkeit 
MO   *    Von  der  kutt  und  ordens  kleid 

Komen  und  darnach  mit  fireud 
Iren  freunden  fich  genohen: 

Sie  würden  fie  villeicht  entpfohen 
Mit  flreicben  und  vil  bofer  wort. 
:<o5        Ich  hab  es  oft  und  dick  gehört 
Daß  man  in  trauwet  diß  und  das. 

Man  woU  in  immer  fein  gehaß 
Und  fie  zu  keinen  gnaden  nemcn. 

Ob  fie  über  jar  zu  bans  kernen. 


171 


210  Werden  dann  alfo  gezwungen. 

Daß  fic  mit  iren  eignen -zungen 
Vil  anders  m&ßen  Tagen 

Dann  fie  es  im  herzen  tragen, 
Sprechen  widers  herzen  willen  jo. 
»5        O  wie  feind  fie  dann  fo  fro! 

Wann  er  fehon  kompt  z&  feinen  tagen, 

Darfs  dannocht  nit  offlich  klagen. 
In  forcht  fo  mSß  er  alzeit  ßon, 

Dem  gwalt  fo  mocht  er  nit  entgon. 
»0  Die  ßrafe  m&ß  er  warUch  leiden, 

ViUeicbt  das  land  nnd  klofter  meiden. 
Ich  wil  davon  nit  reden  weiter. 

Wie  wol  die  ding  feind  vil  verheiter 
Dann  ich  davon  iez  hab  geredt: 
S3S        Es  mocht  iemant  fein  dem  es  zom  thet, 
Der  mir  darumb  wolt  fprechen  zu. 

Ich  wil  mir  felber  haben  rfiw. 
Wer  nit  daran  ift  fchnldig, 

Sol  mir  verzihen,  das  bit  ich. 
230  Dann  mir  genzUch  zweiflet  nit, 

Daß  noch  nf  erden  feind  vil  lüt. 
Die  die  wai'heit  hören  gern, 

Wiewol  fich  deren  etüch  fperm 
Und  wollen  den  des  lands  verjagen, 
23ft        Der  inen  z&  heil  die  th&t  fagen. 
Des  wil  ich  mich  nit  irren  Ion 

Und  mit  der  warheit.  darthfln. 
Daß  nit  unbillich  zu  difer  frift 
Der  bapit  on  allen  argen  Uft 
MO  Mit  recht  und  auch  mit  feim  gewalt, 
So  folichs  vor  im  würt  erzalt 
Und  warlich  alfo  befindet  fich, 

Ein  manch  von  der  kutt  des  glich 
Ir  gchorfame  abfolvieren  lot 
S45        Durch  fein  bevelch  und  auch  gebot: 
Das  kan  ich  ganz  nit  achten  licht, 

So  klärlich  folchs  das  recht  oßfpricbt 


172 


Als  was  do  haben  menfcbHcb  fin    * 
Erdacht  inen  z&  gfitem  gewin, 
S50  Als  der  kutten  ceremonien, 

Auch  ander  müncbifch  fimtaßen, 
So  cbrilUichem  orden  widerftreiten, 

Wie  uns  die  heilige  fchrift  th&t  deuten,  — 
Das  fol  und  mag  er  abelon: 
355        Alein  gots  gebot  ewig  fton 
Und  cbrißlichs  ordens  freiheit, 

Als  uns  fant  Paulus  lere  feit. 
Hat  Cfarißus  darumb  geliten  not, 

Am  dam  des  kreuzs  den  bittem  tot, 
360  Wee  dem  der  folichs  thät  yerachten 

Und  nach  jüdiTchen  ceremonien  drachten. 
Darin  er  fetz  der  feien  heil. 

Für  war  der  wiirt  nit  haben  teil 
Mit  Chrißo  und  im  himelricb. 
S6&        Hfit  dich  dar  vorl  das  rat  ich. 
Laß  dich  die  kutt  nit  fechten  an! 

Magft  fünft  wol  fein  ein  chriftenman. 
Auch  wann  maus  weiter  wil  betrachten 
Und  der  alten  hiftorien  achten, 
270  So  findt  man  klarlich  offenbar, 
Daß  yil  klofter  ganz  und  gar 
Z&  ftiften  iezund  fein  gemacht, 

Under  bifchof  gehorfam  bracht. 
Die  doch  zwei  oder  dreihundert  jor 
S75        Münches  kloßer  warent  vor. 
So  niln  folichs  gefchehen  iß 

Und  noch  die  felben  zu  difer  friß 
In  friden  leben  fr&g  und  fpot, 

Got  dienen  in  prießerlichem  ßot, 
980  Das  iß  der  hochß  und  erße  orden, 
Darin  gar  vil  feind  feiig  worden, 
In  dem  wir  cbrißen  profeffion 
Alle  haben  im  touf  gethon. 
Hierin  iß  kleiner  underfcheid: 
3«&        Ich  fag  die  warheit  uf  mein  eid. 


173 


Wann  man  die  fach  wil  recht  erkennen. 

Mag  man  fie  mit  keiner  warheit  nennen 
Abtringen  von  eim  folichen  orden, 

In  dem  fie  all  ir  tag  nie  worden 
»oMit  Worten  oder  werken  gelert. 

Wer  hat  fein  tag  ie  folicbs  gehört? 
Oot  wils  in  lenger  vertragen  nit 

In  die  harr  kein  übel  verborgen  blibt 
Daromb  ich  bit  mit  ganzem  fleiß 
>9»       Z&  merken  wie  ich  hie  befchleofi. 
Theten  fie  iren  orden  halten 

Die  jungen  und  darzä  die  alten, 
Ließen  kinder  kinder  fin, 

Nemen  verßanden  gefellen  in, 
aooDie  do  betten  den  rechten  alter 

Und  darzfi  künten  den  pialter, 
Auch  die  regel  verAentlich  lefen, 

Ffirten  vor  in  ein  chriiUich  wefen. 
Damit  daß  fie  das  felbig  lorten 
m       Mit  werken  und  darzfi  mit  werten, 
Damach  zu  der  beftimpten  zit, 

So  Ordnung  und  das  recht  git, 
Zu  gehorfame  würden  angenomen: 

Das  brecht  furwar  ein  gäten  firomen, 
310  Theten  einander  nit  vertreiben, 

Ließens  in  chriAIicher  freiheit  bleiben. 
So  aber  folicbs  nit  eniß, 

Haben  ir  vil  z&  difer  friß 
Von  der  zwitracht  fich  fcheiden  lan, 
US        Chrilllichen  orden  genomen  an, 
Begeren  darin  on  allen  fpot 

Zfi  dienen  in  verebt  dem  hochßen  got, 
Beßetigend  folicbs  mit  dem  eid: 

Felen  fie,  es  würt  in  leid. 
190  So  fie  begeren  in  friden  zu  leben, 

Wer  kan  in  unrecht  darumb  geben? 
Man  maß  fie  laßen  faren, 

Ir  feien  felbs  bewaren: 


_  17* 

Do  wfirt  es  alles  ligen  an. 
32A        Lfig  für  fieh  felber  iederinanl 
Dann  die  gefcfariil  th&t  uns  Tagen, 

Daß  ein  ieder  zft  letß  würt  tragen 
Sein  eigen  bürd  uf  dem  rucken  fin. 
Darumb  erkenn  dich  felbß  vorhin! 
SSO  Betracht  auch  deinen  eignen  Hat! 

Bit  got  umb  gpaden  fr&  und  fpat! 
Lau  dich  nit  irren  dis  gefchichtl 

Du  haß  hierin  ein  gfit  bericht: 
Es  iß  die  warheit  offenbar. 
S3&       Got  geh  uns  allen  ein  gät  jar! 


XX. 

AIN  STRAFKED  UND  AIN  UNDERRICHT 
Wie  es  des  bapßs  junger  auf  geiz  bond  zu  gericfat. 
Darwider  ift  auf  erßanden  ain  baur  und  ain  reiter. 
Leß  fürbaß,  fo  wert  ir  hören  weiter! 


All  ßend  der  chriftenlicben  kirch  feind  iez  übel  regiert, 

Seit  man  in  den  glanben  irrt 

Ich  glaub,  daß  wenig  an  got  glauben. 

Man  acht  nit,  wie  Petrus  gieng  auf  erden : 
ft  An  Petrum  hat  man  kain  trirachen  krön  gefunden , 

Ain  ander  bapft  iß  nach  im  kumen. 

O  Petre,  wereft  du  iez  auf  dUem  ertreich 

Und  folteß  bei  den  iezigen  jungern  fein! 

Ich  beforg,  fi  haben  zu  Rom  ain  practik  gfunden, 
10  Damit  ii  dein  junger  Lutherum  überwunden. 

Der  hailig  gailt  th&t  zu  Rom  regieren, 

Darumb  kündent  und  mügent  ü  nit  irren. 

Hat  in  auch  geben  ain   neu  ewangelium. 

Das  bSch  genant  Decretalium. 
15  Gotes  leer  und  ewangelium  gilt  nit  mer 

Und  auch  feiner  apoßel  1er. 

O  Luther,  ich  rat,  du  blibeft  uu verworren 

Und  furcht  des  hailigen  gaiftes  zoren. 

Gotes  fnn  bat  feinen  gewalt  auf  erden  anheben, 


176 


30  Er  mag  im  nimmer  werden. 

Der  bapll  mag  es  alles  tbfin, 

Hat  den  hailigen  gaiß  und  gotes  gewalt  fchon. 

O  Luther,  du  mainfi;  etwas  gfits  zfi  fchaffen: 

Kain  größer  fach  ift  nie  erhört. 
25  O  we,  o  we  des  großen  mort, 

Daß  du  des  bapßs  decretal  haß  verprent! 

Darumb  het  er  dich  z&  Wurms  geren  gefchent« 

Niemant  hat  es  wellen  on  dich  anzaigen: 

Darumb  wirftu  von  im  durchächt  werden, 
so  Die  apoftel  Chrißi  hat  niemant  beherbergt, 

Aber  difer  bapft  hat  vil  mer  leut  bekert 

Der  hailig  gaift  wirt  dich  ßrafen. 

So  das  romifch  reich  dich  wird  verlaßen, 

So  wirt  es  troßlos  zfi  aller  friß, 
S5  Wann  ich  beforg,  es  feien  die  junger  des  Anteebrifl. 

Wer  not,  du  heteß  rat  und  mochß  erkennen, 

Wen  got  der  vater  woU  benennen, 

Und  ganz  und  gar  niechter 

Wereß  bitten  got  den  vater. 
40  Vil  Unglücks  unrat  auf  erden  iß  kumen. 

Biß  man  die  fach  hat  recht  vemumen, 

Wa  es  thut  her  entfpringen, 

Biß  man  fagt  von  den  dingen. 

Darumb  fchau  auf  die  wall 
45  leglicher  hat  feiner  jüngeren  zal : 

Der  hailig  gaiß  hat  die  alten  und  jungen. 

Du  haß  dich  großer  fach  underwunden. 

Ich  fchick  dir  die  xil  cortifonifchen  artikel. 

Darumb  fo  merk  eben  auf  dife  apoßel, 
50  Daß  wir  uns  in  die  fach  nit  th&en  flechten: 

Es  iß  bos  mit  got  und  dem  hailigen  gaiß  rechten. 

O  himlifcher  rater,  ewiger  got, 

Th&  uns  hilf  und  rat  on  allen  fpot! 

Laß  uns  der  ding  nit  entgelten, 
55  Davon  ich  armer  liknder  thö  melden! 

Herr,  verleich  in  den  troßer,  den  hailigen  gaiß! 

Das  bit  mir  dich,  got  himlifcher  vater,  aller  meiß. 


177 

^  Die  XII  cortifoDifcfa  artikel    des  bapfts  junger. 

Ich  glaub  in  bapft  binder  und  auflofer  in  himel,  erden  nnd 
helle, 

Judas 
Und  in  Simonem  feinen  ainigen  fun  unfern  herren, 

Chaim 
60  Entpfangen   auß   dem   geizigen  rechten ,   geboren  auß   der 
romifcben  kirchen. 

Caiphas 
Under  feinem  gewalt  die  wnrhait  hat  geliten,  gemartret,  ge- 
ftorben  und  begraben, 

Balaam 
Und  durch  den  ban  in  die  hell  ab  geftoßen. 

Jofeph  patriarcha 
Ift  wider  auferllanden  durch  Evangelium  und  Paulum, 

Cham 
Gef&rt  für  Karolum,  fitzend  zii  feiner  gerechten, 

Heli 
S5  Der  dann  künftig  iß  z&  richten  über  gaifilich  und  weltlich. 

Giezi 
Ich  glaub  in  das  geizig  recht, 

Chore 
In  die  romifchen  kirchen,  zerftorung  des  glaubens  und  der 
gemainfchaft  der  hailigen, 

EckiuB 
Ablaß  der  ßinde,  peia  und  fchuld  im  fegfeur, 

Efau 
Auferfteeung  des  flaifchs  under  der  deck  und  in  ain  epicu- 
rifch   leben  :    well   uns   der   hailig  vater   der   bapß   geben, 
amen. 

^  Des  bapßs  difcipels  artikel  feint  KIT. 
Der  I  cor. 
70  In  den  hailigen  vater  bapß  ich  geren  glaub. 
Bei  xxilii  pfründ  hab  ich  mit  feinem  laub: 
Davon  ich  vier  taufent  guldin  hab  zu  genießen. 
Si  thfind  mir  gar  wol  erfprießen. 

•12 


178         . 

Darvon  fönfeig  prießer  mochten  gnug  haben: 
7»      Das  th&  ich  von  gotes  lehen  fchabcn. 
Noch  fo  hab  ich  ir  nit  gnäg: 
Auf  aine  ich  auch  noch  lag, 
Die  wirt  mir  nit  auf  erden, 

Sol  frftmelTer  in  der  helle  werden. 
80  Mein  reiter  würd  dir  nit  fchmecken, 

Damit  ich  fchand  der  weit  wils  got  entdecken. 
Judas 
Judas  bin  ich  genant^ 

Der  gaiftlichait  gar  wol  bekant 
Mit  kaufen  und  verkaufen  gotes  lehen: 
»h      Bedarf  niemant  nichts  dar  zii  fprechen. 
Die  gewaltigen  thän  es  am  maißen  treiben: 

Das  kan  ich  felber  nit  verfchweigen. 
Ich  bin  dannocht  bei  in  ain  biderman, 
Hab  es  nur  ain  mal  gethan: 
90  Si  treibents  tag  und  nacht, 

Simonei  haben  li  in  großer  acht. 
Wers  thfit  Tagen  von  in,  ift  im  ban 

Und  verdampt,  fei  frauen  oder  man. 
Solich  lund  wurd  von  in  genomen, 
95      Wann  mein  reiter  an  das  liecht  thät  komen. 

Chaim 
Chaim  iß  gehaißen  mein  nam. 

Meinem  br&der  Abel  ward  ich  gram, 
Daß  in  got  huldet  baß  dann  mich, 
Darumb  ward  ich  im  häßig. 
100  Hab  vil  kinder  hinder  mir  gelaßen 
Under  den  leien  und  pfaffen. 
Die  zanken  fich  in  dem  geizigen  rechten, 

Die  thund  nmb  gotes  lehen  fechten 
Zu  Rom  in  des  bapfis  fal 
10&      Und  in  der  ganzen  chriltenbait  on  zal. 
Niemaut  bedarf  nichts  darzfi  fprechen. 

Hilft  man  nit,  li  werdent  das  römifch  reich  brechen 
Und  vil  ablaß  zu  in  bringen : 
Möcht  kainem  armen  gelingen. 


179 


110  Soliche  fach  that  furkomen  meine  reiter, 
So  fi  iren  ratfchlag  thaien  leutern. 
Caiphas 
Ich  was  genannt  Caiphad. 

Zu  gotes  Tun  gewan  ich  haß, 
Der  mir  und  meinem  volk  die  warhait  that  fagen: 
11»      Das  mocbt  wir  im  nit  vertragen. 
Wir  mochten  in  nit  leiden  auf  erden, 

MAft  von  uns  gemartret  werden. 
Und  iezund  th&t  man  ain  auf  erden  vinden, 
Wir  gaiAlichen  wolten  in  geren  yerdeomien, 
ISO  Wann  es  iez  in  der  weit  vil  böfer  ftat 
Dann  da  got  gellten  hat. 
Die  warhait  ili  geßorben 

Und  alle  ßend  feind  nun  verdorben. 
Das  thfit  got  nit  lachen: 
ISS      Darumb  Fol  ich  ain  reiter  machen. 

Balaam 
Balaam  ain  prophet  iß;  mein  nam. 

Mein  herr  Balak  ward  Moili  gram 
Uiid  dem  armen  volk  von  Ilraelen. 
Das  that  got  groß  eren: 
130  Das  folt  ich  vermaledeien  und  bannen. 
Daß  er  fi  mocht  treiben  von  dannen. 
Er  wolt  mir  groß  gut  und  ere  geben, 

Ich  folt  fein  eben  pflegen. 
Ich  that  gut  fleiß  ankeren, 
uft      Ob  mich  got  daran  wolt  ercn, 
Biß  daß  der  efel  mit  mir  redt 

'Sichß  nit  den  engel  gots  der  vor  mir  ßet?* 
Der  efel  was  weifer  dann  ich, 
Behielt  bei  dem  leben  mich. 
140  Das  folten  die  officiäl  und  korrichter  nemen  war 
Und  das  arm  volk  nit  bannen  zwar, 
Daß  fi  der  efel  auch  that  lernen 

Und  nit  alfo  verachteten  den  herren. 
Dann  werden  fi  es  hinfur  antreiben, 
150      Der  efel,  der  baur  wirts  nit  leiden. 

12* 


_180^ 

Man  fagt  vil  von  Bockspurg  und  Abfpcrgen, 

Großer  raaber  wurden  nie  auf  erden: 
Kain  genad,  alle  fchand  und  kain  glauben. 
Das  kind  in  der  wigen  berauben, 
150  Biderleut  von  heuslioben  eren  treiben, 
Das  mag  niemant  erleiden. 
Si  wurden  iezund  gar  leicht  geftilt 

Bei  kaifer  Karolus  der  iezunt  gar  weit  erhilt. 
Liederlich  die  ding  weren  hin  ze  legen, 
155      Daß  man  es  nit  mer  höret  auf  erden. 
Jofeph  patriarcha 
Von  meinen  brfidem  ward  ich  vor  Jacob  verklagen: 

Des  mochten  11  mir  nit  vertragen 

Und  thäten  mich  in  Egipten  verkaufen. 

Mein  vater  thät  fein  har  außraufen. 

160  Der  warhait  kam  ich  in  große  not, 

Mit  gotes  hilf  entran  ich  dem  tot. 

Alfo  thät  iez  vil  manicher  frumer  man, 

Der  im  die  warhait  laßt  ligen  an 
Bei  got  und  feiner  mäter  rain, 
165      Ob  mocht  gemacht  werden  ain  g&ie  gmain, 
Und  thut  Evangelium  und  Paulum  lefen, 

Daß  er  der  warhait  mocht  genefen. 
Darzü  wer  nun  mein  reiter  gut, 

Dann  R  brecht  der  chrißenhait  ain  ringen  möt. 
Cham 
170  Cham  iA  mein  nam  genant. 

Noe  mein. vater  die  weinrebeu  fant. 
Er  thät  am  erften  darvon  trinken 

Und  zfi  der  erden  darvon  finken. 
Ward  alda  fein  fcham  entploßen: 
175      Da  ward  ich  mein  br&der  ßoßen, 
Do  er  fich  von  dem  wein  thet  Ilrecken. 

Meine  br&der  Sem  und  Japhet  wurden  in  bedecken. 
Darum  bin  ich  ain  baur  und  hab  fchand, 

Meine  brfider  haben  eer  und  regieren  das  laut. 
180  Ich  nenn  die  fcham  der  gaißlichen 

Meiner  vater  entploßen  unzfichtiklichen. 


181 


Ich  bin  Cham  ungelert  od  alle  cer. 

O  Karolus,  volg  Sem  und  Japhets  leer! 
Lieg  fcbam  und  fchand  ab  in  allem  laut: 
1^.*^      So  wirt  dein  tugent  und  eer  bekant. 
Darzu  wil  ich  dir  ain  reiter  geben, 
Daß  du  macheß  ain  gotlich  leben. 
Heli 
Ileli  ain  priefier  des  alten  teftament 
Wird  ich  von  Juden  und  chriften  genent 
190  Das  übel  thet  ich  an  meinen  Xunen  nit  ßrafeu: 
Sie  tbeten  bei  den  weibem  im  tempel  fchlafeu. 
Das  ward  ich  innen  durch  Samuel  den  kneoht. 

Ich  thät  den  fachen  nit  gar  recht. 
Das  nim  zfi. herzen,  Karl,  du  edels  bl&tl 
195      Hab  die  warhait  in  großer  hüt 
Und  ßraf  das  übel  zä  aller  friß. 

Wie  es  dir  von  got  bevolcben  iß! 
R&f  an  gotes'hilf  und  fchein. 
Daß  du  alle  weit  macheß  ain 
200  Und  acht  nit  der  perfon  oder  gunß: 
Gottes  genad  verleurß  mit  Heli  funß. 
Du  biß  ain  baubt  und  herr  auf  ertreicb 

Und  got  dein  herr  im  himelreich. 
Wie  du  des  armen  thiiß  verfchonen, 
S0&      Wirt  dich  got  im  himel  bclonen. 
Darzü  th&  ich  dir  ain  reiter  machen, 
Wie  du  dich  folt  halten  in  difen  fachen. 
Uiezi 
Giezi  des  propheten  Helifeis  knecbt. 
Mein  herr  thet  den  fachen  in  got  recht. 
aio  Von  feinem  gebet  und  gotes  genaden 
Wolt  er  fein  gewißen  nit  beladen. 
Von  Naaman  nichts  nit  nemen: 

Das  thät  ich  Giezi  mich  fchämen. 
Ich  lief  im  hitiden  nach : 
215      Nach  feinem  gät  wart  mir  gach 
Und  log  an  Helifeum  den  balligen  man. 
Wie  bald  kam  mich  Naamans  außfatz  an, 


182 

Ad  mich  und  alle  mein  gefchlecht. 
Airo  ift  iezund'in  dem  geizigen  recht 
»0  Erlaubt  den  hailigen  zu  wuchern, 

Das  lift  man  in  den  felben  büechem. 
Das  unrecht  erlaubt  er  vil^ 

Der  bapft  macht  was  er  wil. 
Was  er  gebeut,  wie  das  evangelium  wirt  gehalten, 
«5     Dardurch  wirt  der  glaub  zerfpalten, 
Und  zeihens  den  hauten  gaift, 
Das  er  doch  gar  wol  waLßt^ 
Darumb  die  weit  ftraft  manigfalt 
Zerllomng  der  reich,  peftilenz,  wie  es  wirt  gezalt. 
S30  Darwider  thät  mein  reiter  dienen, 

Ob  wir  uns  mit  got  mochten  verl&nen. 
Chore 
Chore  ift  gewefen  mein  nam. 

Ich  macht  aufrSr  underm  volk  wider  Aarqn 
Und  wolt  auch  der  große  priefter  fein 
m     Und  bei  der  weit  han  ain  eerlichen  fcbein. 
Moifes  wart  mich  ber&fen 

Und  gar  freuntlich  ftrafen 
'Nim  dich  des  gewalts  nit  zu  yil  an, 
Es  wirt  dir  nit  faft  gAt  than: 
MO  Du  wilt  wider  gotes  Ordnung  ftreben 

Und  das  volk  bringen  umb  das  leben.* 
Ich  viel  wider  got  und  Moiii  in  funden: 

Darumb  thät  mich  das  ertrioh  verfohlinden. 
Alfo  iez  die  romifch  kirch 
845      An  irem  gewalt  fo  hoch  bricht 
Und  alle  weit  wollen  betören 

Und  chriftenliche  ainigkait  zerßören  . 
Und  große  aufr&r  machen. 

So  man  nit  thfit  z&  difen  fachen. 
iw  Die  gelerien  thfin  kain  volk  mer  regieren, 
Künnen  nit  funßsehen  genfen  weren: 
Darauß  kumbt  lafter,  fpot  und  fchande 

Iez  allenibalben  in  dem  lande. 
Si  thfin  bös  beifpil  geben: 


188 


^i       Das  Volk  ihfit  auch  darnaeh  leben, 
Alle  gemainfchaft  der  haUigen  verwüefteov 

Und  auch  die  weltlich  furften 
Gen  Rom  th&n  treiben. 

Laßen  niemant  bei  recht  bleiben. 
3«o  Die  reiter  wurden  vor  allem  übel,  fein, 
Wa  irem  rat  würd  ein  fohein. 
Eckius 
Eck  doctor  bin  ich  hochgelert: 

Darumb  hat  mich  der  bapA  geert 
Den  Luther  het  ich  gern  überwunden, 
M5       Sein  maul  het  ich  gern  mit  dem  ban  gebuudeji, 
Daß  er  nit  mer  därfte  Tagen  die  warhait 

Iß  verkündet  weit  und  brait, 
Daß  in  niemant  dorfte  nennen« 

Darumb  hab  ich  fein  gefchrift  laßen  verprenneu 
870  Und  hab  bracht  genad  und  ablaß  yil 
Ainem  ietlichen  wie  vil  er  wil 
Zä  ainem  tum  gen  Ingolftat 

Der  bapA  noch  vil  mer  genad  hat, 
Vergebung  pein  und  fchuld  . 
3T5      Und  erwerbung  gottes  hnld. 
Ain  kint  der  ewigen  faligkait 

Das  dunk  ich  Eck  mich  gemait 
Und  mit  dem  ablaß  raufchen  in  das  fegfeur. 
Die  genad  wer  nit  teur: 
S80  So  ainer  ain  haller  an  den  bau  raicht, 
Bedarf  kainer  büß  und  beicht 
Eitel  eer  und  geiz  gebeten  umb  das  figel 

Gefeit  dem  teufel  nit  gar  übel, 
Macht  die  menfchen  keck  z&  lunden, 
285     So  fi  fo  vil  genad  und  ablaß  finden. 
Arm  leut  werden  dardurch  irer  hilf  beraubt. 

O  we  den  der  daran  gelaubtl 
Eck,  du  hochgelerter  man, 

Du  haft  vil  arbait  umb  fünft  gethan, 
390  Gen  Rom  dein  gelt  verzert. 
Der  bapft  hat  dirs  widerkert, 


184 


Darzö  groß  genad  erlangt: 

Und  fein  vorhin  fo  vil  im  lant 
Stacionierer,  haben  mer  dann  du, 
295      Befireichen  die  maid  ander  der  kä^ 

Von  acht  bäbften  von  iedem  den  fünften  tail 

Umb  ein  haller  auch  wol&il, 
Man  gibt  kainem.  nichts  nit  wider, 

Beleibt  in  doch  der  fibentail  über, 
MO  Und  von  vil  cardinelen  — 

Ich  kan  es  nit  als  erzelen. 
Man  fürt  in  haim  in  das  haus, 

Darf  nit  darnach  ziehen  auß. 
HaA  auf  gelcblagen  ain  markt  und  fchragen: 
w&      Trau  got,  du  werdeft  das  ßetgelt  nit  haben. 
Du  hall  warlich  groß  müe  gehabt, 

Man  hat  dich  aber  liederlich  begabt 
Hetten  fi  dir  treulich  pflegen, 

Ain  federn  vom  hailigen  gaift  geben, 
110  Auf  ertrich  nie  lieber  fehen  wolt. 

Was  ich  darumb  thän  folt. 
Der  Luther  wil  mit  dir  Iludieren, 

Auf  dem  reichstag  zä  Worms  durnieren 
Und  in  künden  mit  dir  fechten. 
ti5      Trau  got,  werd  dir  under  die  mörhen  Ileohen. 
Wil  im  meinen  fatelgaul  leihen, 

Möcht  nun  die  fach  gedeihen. 
Und  th&  euch  bauren  warlich  fagen. 

Daß  got  in  feinen  tagen 
noHabe  nichts  gefagt  von  fölicher  lere. 

iß  ablaß  gerecht,  fein  fi  uns  nit  treu  gewefen. 

Daß  der  lunder  leichtlich  het  genelen, 
Es  wer  dann  daß  Paulus  haimlioh  het  gefehen 

Da  von  im  zimet  nit  zu  jehen 
sas  In  der  andern  epißel  am  xii  capitel. 

Zu  den  Corinthiern  ift  der  titel. 
Das  mag  doch  beweren  kein  ablaß  verkaufer: 

Darumb  fein  fi  lant  und  leut  befcheißer. 


185 


Die  ÜEicli  bedarft  auch  meiner  reiter, 
SSO      Daß  man  die  leut  nicht  betrug  weiter. 
Auf  ertrich  iez  nichts  ift  gfit, 

Dann  was  man  pfa£Pen  und  kircheii  thfit. 
Ich  bit  dich,  h&t  dich  vor  münchen  und  pfaffen: 
Sein  bei  meiner  feiel  nit  recht  befchaffen. 
335  Und  wer  mir  nit  gelauben  wil, 

Les  Matheum  am  funfzehenden  zil. 
Auch  am  xxiu  vil  mere 

Vindeßu  vil  hailfamer  lere: 
Und  wie  got  die  pharifeier  thät  nennen, 
MO       Soltu  die  gailUicben  erkennen. 
Größere  freud  ich  nit  het  auf  erden, 

Dann  ein  henker  werden 
Und  verprennen  das  buch  Decretal 
Und  vil  b&cher  dar  iiber  one  zal 
34&  Und  erheben  Evangelium  und  Paulum, 

Judam,  Jacobum.  Johannem  und  Petrum. 
Wer  die  felbigen  thfit  erkennen, 

Sein  die  iezigen  pfaffen  falfcb  propheten  nennen. 
O  menfch,  ich  thfi  dir  auf  mein  aid 
SSO      Geben  ain  leichten  befchaid, 

Haiß  dir  ain  artikel  des  rechten  glauben, 
Darin  du  folt  haben  großen  getrauen: 
In  die  gemeinfchaft  der  hailigen  er  haißt. 
Welcher  menfch  den  felben  recht  waißt, 
855  Darf  münchen,  pfaffen  nit  fo  vil  geben. 
Es  wirt  dennoch  got  fein  pflegen, 
Thät  feinem  nechllen  halten  treu  und  eer 

Nach  der  hailigen  zwölfboten  leer 
Und  was  got  hat  ainem  ietlichen  auf  gelait 
S60     Mit  ainer  fenften  befchaidenhait 
In  feiner  arbait  wie  er  ift  befchaffen. 
In  wurd  got  nit  leichtlich  ßrafen. 
So  er  der  büß  gottes  treulich  thät  pflegen. 
Die  er  dem  Adam  hat  gegeben. 
365  Und  wer  das  exempel  wil  merken, 


186 


Da  mit  thät  Paulos  ßerkee 
ZA  den  Corinthiem  im  xn  zil, 

Da  Tagt  er  von  goties  genaden  vil, 
Wie  fi  got  etlichen  th&t  befefaaiden 
S70     Und  die  gelid  des  leibs  außtailen. 
So  die  gelid  des  leibs  werden  ain, 

Wirt  uns  der  leibe  Chriftus  auch  gemain, 
Und  thäten  des  fi^ben  leibs  recht  pflegen, 
Wurd  uns  feinen  hailigen  fegen  geben. 
375  Wurdent  die  prießer  die  laiigen  werden 
Alhie  auf  difer  erden, 
Davon  uns  got  thfit  anzaigen, 

Lucas  am  zehenten  befchaiden, 
Wolt  ich  mein  reiter  zerprecben 
MO     Und  den  curtifanifchen  glauben  nit  außfprechen. 

Efau 
Efau  der  erft  geboren  fun  Isac. 
Hab  yerfreßen  auf  ainen  tag 
Die  erft  geburt  und  gotes  fegen, 

Umb  ein  pfan  toI  mfis  meinem  br&der  geben, 
39»  Die  unfer  mäter  uns  baiden  thät  kochen, 
Fraß  alain  in  meinen  rächen. 
Hab  gebüeßt  lang  und  gewainet  fer, 

Mocht  es  erlangen  nimmer  mer. 
Jacob  thät  im  ain  abbruch, 
390     Gottes  genaden  er  an  fich  zug* 
Alfo  iez  das  gaüUich  leben 

Thfit  nit  got  funder  den  leib  pflegen. 
Das  der  Efau  hat  befeßen, 
Wellens  als  alain  auffireßen, 
395  Vifch,  hennen,  wilpret  und  was  ift  g&t, 
Wein  Reinfal  bringt  in  firifchen  mfit. 
Der  Jacob  wolt  den  bauren  nie  nichts  laßen, 

Sein  nit  darzfi  erfchaffen. 
Ain  eeweib  habens  in  felber  genumen, 
400     Da  mit  daß  vil  z&  in  kumen, 
Dardurch  der  eebruch  würt  gemain. 


187 


Daß  man  iez  nit  bette  die  Hain, 
Solt  man  den  eebruch  wie  vor  alten  ftrafen 

Under  laien  und  andern  pfaflEen. 
405  Ift  in  doch  got  nichs  verbieten 

Mathei  am  xix  capitel, 
Da  er  alfo  thät  fagen 

'Wers  leiden  müg,  fol  es  tragen\ 
Halten  ficb  aber  nach  gefundhait  irer  leib 
410      Und  alle  tag  ain  neues  weib 
Und  fingen  alzeit  *all  vol  all  voll.' 

Von  Efau  hats  gelemet  der  adel  woL 
'All  Yol,  all  vol,  kainer  1er* 

Bringt  den  bauren  bofe  mer. 
415  So  fi  in  das  feld  dann  thän  kumen, 

Schaffen  fi  wenig  fnimen: 
Hangen  an  den  gealen  wie  die  vollen, 

Iß  in  dann  ain  wolgefallen, 
Und  thänt  mit  den  geulen  herfur  fprengen. 
4M     Das  thflt  dann  der  f&rft  vememen. 
Der  lantfurfi  darf  es  nit  weren 

Und  folche  &bung  zerßoren. 
Urfach  thu  ich  melden: 

Thän  fich  zfifamen  gefellen 
4>5  Und  dknn  den  fiirften  kri^en  und  brennen. 

Wie  bald  es  die  bifchof  vememen, 
So  der  furft  nit  mer  gelt  hat, 

M&ß  im  verkaufen  ain  fiat. 
Unfer  traid  ift  uns  zwai  jar  erfirorn: 
430     Efau  hat  alain  das  körn. 

Alfo  Itat  es  in  dem  romifchen  reich. 

Mich  bcdeucht  die  fach  machen  gleich. 
Alfo  bat  difer  glaub  ain  end* 

Ain  reiter  fEir  ich  an  meiner  hend, 
i^  Die  reiter  ifi  ain  ratfchlag: 

Got  der  alle  ding  vermag, 
Der  hailig  gaift  th&  uns  verleihen, 

Daß  die  reiter  künig  Karol  mug  gedeihen. 


j 


188 


Si  iß  nit  groß  funder  weit 
440      Und  mit  ainer  guten  befchaidenhait. 
Ich  hab  gelefen  vor  vil  joren, 

Ain  künig  fol  werden  geboren, 
Solte  machen  ain  neue  reformacion. 
Ich  wolt  fi  geren  helfen  heben  an: 
44A  Alles  übel  folt  hingelegt  werden 
Alhie  auf  difer  erden, 
Got  zä  lob  und  feiner  mfiter  rain 

Und  allen  Aenden  natz  und  gute  gemain 
Solten  alle  menfchen  auf  difer  erden 
450      On  allen  fchaden  und  fchwertfchleg  ains  werden. 
Wurd  auch  kainem  die  reiter  wider  fein, 

Sprich  ich  auf  die  treue  mein, 
Er  wer  dann  ain  unmenfch  und  ain  fpot 
Und  wer  verachten  gotes  gebot, 
455  Die  lieb  gottes  und  feines  nechften 
Thät  verachten  und  verfchmähen. 
O  künig   Karol,  du  edles  blut, 

Die  reiter  wurden  dir  nutz  und  gut 
Und  halt  fi  nit  für  ein  dant! 
460     Mit  dir  wurd  fein  gottes  hant, 
Du  wurdeß;  in  die  höhe  auf.  fliegen 

Und  alle  menfchen  auf  ertrich  biegen, 
Die  Teutfchen  alfo  hoch  wurden  erhaben, 
Daß  es  kain  alte  gefchrifb  thät  fagen, 
465  Dein  geleich  auf  ertrich  nie  gewefen, 
Das  mocht  kain  gelerter  lefen,  — 
Das  folt  got  deinem  herren  ziitrauen  — 

Du  wurdeft  machen  ain  ainigen  glauben.     . 
Den  ratfchlag  mocht  icl^  ainem  erzelen, 
470     Ee  ainer  ain  ai  tliät  fchelen: 
Ich  wag  es  aber  nit  geren, 

Mocht  under  gedruckt  werden. 
Auch  ander  urüach  der  feind  vil. 
Die  ich  iez  nit  nennen  wil. 
475  Darf  mich  auch  nit  offenbaren 


189 

Vor  forcht  der  großen  Juden  fcbaren. 
Z&  Weißenburg  iß  difer  Rindig  man, 
Im  ligt  gotes  fehand  und  laßer  an. 
I>a  vindt  man  difen  bauren, 
430       In  th&t  das  eilend  aller  ßend  betaaren 
Durch  got  und  die  muter  fein 

Und  zu  nutz  der  cbrißenhait  gemain. 
AMEN. 


XXI. 

EIN  KÜRZE  ANRED 

ZU  ALLEN  MISGÜNSTIGEN 

DOCTOR  LUTHERS 

UND  DER  CHRISTENLICHEN  FREIHEIT. 

1522. 


Hort,  hört,  alle  der  warheit  und  des  herrn  Chrifti  freant! 
bort,  hört,  fecht  die  eilenden,  unfelichen  und  verzweifelten 
feinde  des  doctor  Martins  Luthers,  den  ThomaMumer  und 
den  Kreter  Wedel,    yor  wenig  tagen  feint  fi  menfchen  ge- 

5  wefen,  aber  izo  feint  fie  durch  ein  betriegung,  fo  fi  inen 
felbll  gemacht  haben,  durch  eines  teufeis  zuthun  und  Zau- 
berei, welcher  Plutus,  das  iß  reichtumb,  heißt,  der  Mumar 
in  ein  drachen  und  der  Wedel  in  ein  fau,  der  Emfer  in  ein 
bock  und  doctor  Dam  in  ein  efelskopf  und  der  Aleander  in 

10  ein  lewen  und  Eckius  mit  dem  queßenwedel  verwandelt 
worden,  welche  wir  euch  darumb  öffentlich  furgellelt  ha- 
ben, daß  diß  euch  ein  forcht  und  fchrecken  eintreibe,  auf 
daß  ir  nit  auch  in  wilde  unvernünftige  tier  verwandelt  werdt. 
dann  es  iß  ferlich  und  beforklich  der  warheit  widerßant  zu 

1»  thun  und  wider  di  götliche  gefetz  lang  ungotlich  und  un- 
chrißlich  handeln,  es  ergeet  nit  zu  gutem  und   ane  ßrafe. 


191 

laßt  euch  frembde  ferlichkeit-furficbtig  mftchen,  datm  es  iß 
noch  nie  glucklich  außgangen  alles  das  bißher  wider  den 
Luther  von  etlichen  frevenlich  furgenomen  ift.  der  Eck  ift 
M  gehobelt  und  darzu  gefchniten  worden ,  der  Leus  ift  in  ein 
fchwein  verwandelt,  die  andern  alle  feint  damider  gelegt, 
und  die  fach  ßeet  durch  gotlich  hilf  wol,  weil  der  alten  py- 
thagorifchen  meinung  und  wenung  nach  die  feelen  der  men- 
fchen  fich  in  wilde  unvernünftige  tier  verwenden  und  auß 

»  einem  leib  in  den  andern,  wenn  man  inen  alein  nit  den 
weg  verfchleußt  fich  zu  verwandeln  und  ir  geftalt  zu  ver- 
andern, weil  das  fchwert  und  die  zwitracht  alle  ding  ver- 
wüften.  es  iß  ferlich,  wenn  ir  nit  mit  dem  furderlicfaßen 
widerumb  euch  bekert    die  1er  fo  ir  veracht,   ift  nit  welt- 

ao  lieh,  fonder  himlifcb,  funder  ewangelifch.  nempt  ir  den  rat 
an,  fo  ift  es  gut  nempt  ir  den  rat  nit  an,  fo  werden  wir 
in  eurm  verderben  lachen  und  fpotten  und  euch  difen  fpruch 
des  heiligen  ewangeliums  fagen  'wir  haben  euch  gefungen 
und  ir  habt  nit  gefprungen*.    man  hat  erfaren,  daß  bis  auf 

S5  den  heutigen  tag  fich  kein  gelerter  und  frumer  man  wider 
den  Luther  gefetzt  und  gefpert  hat,  fonder  alein  grobe  un- 
verßendige  verkertmütige  und  freche  menfchen,  der  end 
gleich  iren  werken  fein  wirt  fo  haben  wir  auch  genugfam 
erfaren,  wie  fie  fich  in  iren  difputation  erzeigt  haben,    die 

40  munch  und  theologiften  feint  verworfen  worden,  es  iß  nichts 
vorbliben,  alein  daß  wir  fehen  die  hurnkinder  und  verleumbte 
leut,  ja  auch  die  wafcherin  und  badmeide  auf  difem  plan 
fechten,  die  fich  auch  (wie  wir  hören)  darzu  geruß  haben, 
dann  fie  tichten  und  gehn  domit  umb,  wie  fi  mit  den  ar- 

45  tikelen,  fo  man  dem  HuOen  felfchlich  aufgelegt,  dem  Luther 
den  ßrick  an  hals  bringen  mögen,  aber  das  gam  wirt  ver- 
geblich vor  den  angen  des  fogel  gelegt,  und  wie  dife  thun, 
alfo  wirt  inen  widerumb  befchehen.  dann  R,  bcgern  ver- 
leumpt,  erlös  und  anrüchig  zu  fein,    uufer  haben  fünfzig  wi- 

50  der  folche  hurnkinder  und  unnutze  fchwetzer  uns  zufamen 
verbunden,  und  fo  unfer  zu  wenig  fein,  wollen  wir  unfer 
freunde  auch  um  hilf  und  beißant  anrufen,  bedingen  uns 
auch  hiemit,  daß  wir  den  Murner  nie  gehaßt  haben,  mit 
dem  wir  zu  Bafel,  Frankfort  und  Trier  vor  zeiten  in  großer 


192 

65  freuntfchaft  gelebt  haben*  aber  der  gottes  leßerang  feint 
wir  gram,  durch  welche  er  fich  unterwunden  hat  die  ewan- 
gelifcbe  1er  unfers  herren  Jefu  Chriili  und  fant  Pauls  zu 
beflecken  und  vcrunreinen.  gegen  der  injurien,  fchmach  und 
beleidigung  uns  erzeigt  wolten  wir  ungern   ein   wort  mur- 

60  mein  ,  aber  in  gottes  leßerung  fchonen  wir  auch  nit  des 
vatern,  der  mutter  und  der  brüder,  der  uns  auch  feinen 
geiß  geben  wirt,  daß  fich  die  Dxne  der  Ungerechtigkeit  nicht 
unterlleen  werden  uns  fchaden  zu  zu  fugen,  dann  der  tag 
des  herm  ift  wider  alle  hoffertige,  homütige  und  wider  alle 

65  fchiff  Tharfis,  das  da  feint  fchiff  der  Verfolger  der  götlichen 
ewangelifchen  warheit,  1er  und  gefchrift.  gehabt  euch  wie 
irs  verdient  haben! 

Es  wirt  die  warheit  gewinnen,  überwinden,  obligen 
und  figen  und  iren  glänz  erhalten,  es  fei  lieb  oder  leid  allen 
70  kinderen  difer  weit.    amen. 


O  got  in  feiner  majeftat, 

Der  alle  ding  befchaffen  hat 
Und  wol  geordnet,  als  man  ficht, 

Der  felbige  geh  uns  izt  ans  liecht 
7t      Di  rechte  warheit  und  vorftant, 

Uf  daß  uns  alhie  wurd  bekaut 
Nach  feiner  1er  und  gutem  leben. 

Daß  er  uns  hat  zu  beifpil  geben, 
Daß  wir  uns  theten  hiiten 
«0  Vor  denen  die  fo  greulich  wüten 

Und  toben  wider  gottes  wort. 

Erlangen  das  weder  hie  noch  dort. 
Si  fechten  wider  wäre  1er. 

Die  felbig  ift  in  fo  hert  und  fchwer, 
85      Daß  fie  darvou  nit  hören  mügen, 

Dann  daß  fi  bleiben  uf  iren  lügen. 
Als  man  dife  jar  hat  gefehen, 

Wie  es  dem  Luther  ift  gefchehen, 


k 


193 


Auch  was  er  hat  erliten 
90      Und  wie  er  hat  geftriten, 

Auch  wie  in  mancher  hat  gefcheat  / 

Und  hat  fich  an  im  ab  gerent. 
Noch  ift  er  alleweg  fitzent  hüben 
Und  hat  das  gfpot  alzeit  erliten. 
95  Wo  fie  ir  große  kunft  haben  braucht, 
Da  hat  es  in  gar  nichts  gedaucht 
Der  erß  das  was  der  doctor  Eck: 

Der  fcha£fet  fo  vil  als  ein  butterweck, 
Der  do  an  der  Tonnen  leit, 
100     Und  ir  glaß  ßch  darauf  geit, 
Gar  bald  thut  er  zurinncn. 

Damach  do  kam  von  finnen 
Ein  grauer  efel  auf  den  berk: 

Sant  Annal  der  treib  Wunderwerk 
los  Und  machet  alTo  lofe  fchrifl. 
Di  felbig  was  vormill  mit  gift 
Und  was  geßalt  als  wer  fi  gut. 
Do  das  erfiir  des  beides  mut, 
Ich  mein  Martinum  Luther, 
110     Der  felbig  nam  den  wecken  butter 
Und  deq  grauen  efel  znfamen 

Und  thet  fi  wie  den  teufel  bannen. 
Dem  einen  vorbot  er  bald  fein  fchreiben, 
Der  ander  dorft  im  lant  nit  bleiben, 
11&  Zog  wider  heim  auf  feine  pfarr. 
Wo  iß  er  nun  der  arme  narr? 
Damach  do  kam  ein  kuner  degen, 

Der  het  fichs  ganz  und  gar  erwegeu, 
Wi  er  den  monich  auß  wolt  richten: 
110     Nach  folchem  fal  ßunt  als  fein  tichten. 
Der  was  genant  der  zigenbock: 

Margreten  wurm  het  er  manch  fchock, 
Daß  er  den  felben  wurmen 
So  teuflifch  nach  thet  fchwurmen, 
»s  Daß  er  nicht  woß  was  er  thet  fchreiben, 
Daß  er  den  manch  mocht  vertreiben. 

13 


194 


Di  weil  ich  aber  die  fach  bedenk, 

So  hat  es  mit  im  vil  andre  renk 
Dann  ich  fie  alhie  fagon  thar: 
180      ledoch  fo  ift  mirs  an  gefar, 
Ob  ich  erzelet  feine  tbaten. 

Bei  im  da  feint  geweß  legaten, 
Di  haben  mit  im  gemacht  ein  bunt, 
Ob  er  mocht  finden,  drein  ein  fiint, 
i»5  Daß  er  den  frumen  furßen  thet  vormiigen, 
Uf  daß  er  volget  feinen  lugen. 
Soliches  thuns  hat  er  fich  gefleißt 
Und  das  von  tag  zu  tag  beweift. 
Nu  hoff  ich,  der  i'rum  furft  lobefan 
uo      Wirt  fich  darein  nicht  füren  lan, 
Sunder  wirt  der  rechten  warheit  helfen 
Und  fich  nicht  keren  an  fein  gelfen. 
Ich  glaub,  der  bock  hab  alfo  gedacht, 
Daß  er  hett  gern  zu  wegen  gebracht 
145  Feintfchaft  unter  gefipten  fründen, 
Alda  ein  feuer  an  zu  zünden. 
Lieber  bock,  das  wil  ich  dir  fchenken, 

Uf  daß  du  nicht  weiter  darflt  gedenken. 
Daß  nicht  leut  wern  die  dich  kenten  lenken 
uo      Oder  dich  in  deinen  fchriften  krenken. 
Di  weil  du  dich  haß  fo  hoch  gericht. 

So  merk  daß  dir  nicht  alfo  gefchicht 
Als  dem  ochfen  und  der  kroten, 
Di  thet  fich  bald  enzwei  fchroten, 
US  Do  fi  fich  dem  ochfen  wolt  geleichen. 
Alfo  wirßu  auch  müßen  weichen. 
Got  geb  es  fei  dir  lieb  oder  leit, 

Du  wirß  erfam  ein  andern  befcheit. 
Ee  du  ein  folches  gefpot  folß  treiben, 
160     Es  wurden  ee  die  badmeid  fchreiben 
Und  anrichten  wider  dich  ein  her 
Und  wurden  verfolgen  deine  ler. 
Du  meinß,  dein  fchrift  di  fei  in  allem  lant 
Alfo  wol  als  zu  Dreifen  bekant. 


195 

i«&  Im  fei  nu  gleich  wol  wi  im  fei. 

So  helf  uns  got  und  lieh  uns  bei, 
Daß  wir  di  rechte  warheit  erkennen, 

Umb  welche  wir  uns  chriften  nennen, 
Und  daß  wir  erlangen  gottes  kraft, 
170     Die  leien  und  die  prießerfchaft, 
Und  eintrechtig  leben, 

Den  leuten  gute  beifpil  geben. 
Daß  das  gefcheh  und  werde  war, 
Das  helf  uns  got  mit  freuden  dar! 
175  Di  gotliche  warheit  muß  haben  beßant: 
Darvor  da  hilft  kein  weltliche  haut 

I  A  hat  es  gemacht  do  er  frölich  was. 
MDXXn. 


13^ 


xxn. 

TRIUMPHÜS  VERITATIS 
81K  DER  WARHEIT 

MIT  DEM  SCHWERT  DES  GEISTS 

DURCH  DIE  WITTENBERGISCHE  NACHTIGALL 

EROBERT. 


ENGEL 

Gebenedeit  feift  Jefu  Chrill, 

Der  du  vom  tot  erllanden  bift 
Und  mit  deim  tot  haß  überwunden 

Den  tot,  fund,  hei,   den  teufel  bunden 
5  Und  Adams  fal  her  wider  bracht, 

Frid  zwifchen  got  und  menfchen  gmacht, 
Daß  er  zä  uns  nun  komen  mag 

Mit  leib  und  fei  am  jüngßen  tag, 
Da  durch  dann  gmert  würt  unfer  freit 
10      Drum  fei  dir  lob  und  er  gefeit 

Von  ewigkeit  in  ewigkeit. 

DANKSAGUNG 
DES  GEMEINEN  CHRISTENVOLKS 
O  milter  got,  herr  Jefu  Chrifl, 
Der  du  für  uns  gefVorbeu  bift 


197 


Und  uns  da  durch  erlofet  haß 
i&      Vom  teüfel  und  der  (unden  laß, 
Wir  Tagen  dir  preis,   er  und  lob 

Umb  dein  vilfeltig  gotlich  gob, 
Die  du  uns  haft,  o  her,  gethon 

Durchs  heilig  evangelion, 
so  Durch  welches  hellen  liechten  glall 

Du  uns  genedig  gfiieret  haft 
Auß  finftemis  an  liechten  tag 

Der  warheit,  die  verborgen  lag 
Und  vom  Entchriß  yerh&tet  ier 
ti      Mit  falTcher  lügenhafter  1er, 
Mit  der  er  uns  hat  leider  btrogen 

Und  uns  von  dir  zfi  im  gezogen, 
Daß  wir  dein  gbot  band  nach  gelon, 

Und  niir  was  er  hat  giert  gethon, 
30  BIß  du  uns  haß  in  teutfche  lant 

Din  boten  Martin  Luther  glant. 
Der  durch  dein  evangelion 

(Welchs  du  durch  in  uns  kund  haß  gthon) 
Erlofet  hat  von  feinem  gwalt 
35      Und  uns  dir  wider  zägeßalt. 
Daß  wir  nu  glauben  veßiklich 

Bei  dir  zfi  fein  in  deinem  rieh: 

Drum  fei  dir  lob  gfagt  ewiklich. 

PATRIARCHEN 

Adam 
Freut  euch,  ir  werden  ehrifleu  i'rom! 
4<j      Dan  der  gebenedeiet  fom, 

Ders  haupt  dem  fchlangen  hat  zerbrochen 
(Wie  mir  dau  got  das  hat  verfprocheii) 
Und  durch  fein  tot  ganz  unverdient 
Mich  wider  hat  mit  got  verlueut 
4b  Mit  fampt  euch  allen  lieben  kint. 
Die  folichs  warlich  glauben  fint, 
Der  kompt  mit  freiden  manigfalt 


198 

Und  triumphieret  mit  gewait 
Am  Antichriä;,  fim  großen  fint 
fto      Und  allem  finem  ho%efint, 

Die  er  f&rt  gbunden  vor  fim  wagen, 

Mit  dem  wort  gots  alein  gefchlagen, 
Welche  fie  hand  wollen  undertrucken 
Mit  gwalt  und  fonft  mit  bofen  fhicken, 
ii  Das  got  auß  gnaden  hat  gewent 

Durch  fein  propheten,  den  man  nent 
Martinum  Luther,  weit  bekant 

In  teutfchem  und  auch  welfchem  lant. 
Drum  freuen  euch  mit  mir  aUfant! 
Abraham 
60  Freut  euch,  ir  lieben  chriften  fromi 
Dan  hie  kompt  Jefus  Chrift  der  foui. 
In  dem  all  volker  difer  erden 
Gebenedeiet  foUen  werden, 
(Wie  mir  dan  got  verheißen  hat, 
6»      Als  Genefis  gefchriben  ßat) 
Und  triumphiert  mit  großer  freid, 

Bringt  finen  finden  fchmach  und  leid. 
Die  er  fi!irt  gfangen  und  gebunden, 
Mit  dem  wort  gottes  überwunden 
70  Durch  fein  propheten  weit  bekant, 
Der  Martin  Luther  ift  genant. 
Davit 
Freut  euch,  ir  werden  cbrißen  from! 

Dan  diß  die  frucht  iß;  und  der  fom, 
Den  der  barmherzig  g&tig  got 
TS      Uß  gnaden  mir  verheißen  hot, 
Dem  er  auch  geben  woll  ein  reich, 

Das  er  wöU  bßetign  ewikleich, 
Als  er  dan  iez  herfcht  und  regiert 
Und  an  fein  finden  triumphiert, 
80  Von  den  er  euch  hat  gmachet  frei, 
Erloß  von  irer  tirannei 
Durchs  heilig  evangelion, 

Das  er  uß  gnad  euch  kunt  hat  thon 


199 

Durch  Cein  gctruwen  knecbt  Martin. 
»»      Drum  folt  ir  billich  frolicb  Gn. 

PROPHETEN 

Freut  euch,  ir  chriften  all  gemein, 

Reich,  arm,  jung,  alt,  groß  und  auch  klein! 
Freut  euch  auß  euers  herzen  grünt! 

Freut  euch  iezund  zu  aller  (hmt! 
INI  Dan  der  den  wir  langft  hand  verkünt, 

Der  bzalen  folte  unfer  fund 
Und  uns  erwerben  gottes  hult 

Mit  feinem  fterben  unverfchult, 
(Als  er  dan  nachmals  hat  gethou 
95      Am  Aam  des  heiigen  kreuz  fo  fron) 
Der  kompt  mit  freidenrichem  fchall 

Und  triumphiert  iezt  liberal 
An  feinem  fint  dem  Autichriß, 

Den  er  hat  gfchlagen  uud  zerknitfclit 
lüü  Und  im  fein  reich  on  hend  zerftrot, 

Nur  mit  dem  geift  fins  munds  gedöt. 
Wie  wirs  dan  als  vor  mangem  jor 

Geweißagt  haben  offenbor. 

APOSTOLI 

Freut  euch,  ir  frumen  chriften  gut! 
iw»      Freut  euch  und  feien  wolgem&t! 
Dan  der  uns  hat  von  Adams  fal 

Erlöft,  der  kompt  mit  reichem  Ichal. 
Secht,  Jefus  Chrift,  war  menfch  und  got. 
Der  uns  all  mit  feim  bittern  tot 
110  Erloft  hat  von  des  teufeis  gwalt, 
Von  tot  und  funden  manigfalt, 
Der  fert  da  her  und  triumphiert 

Von  feinen  feinden,   die  da  f&rt 
Der  Hütten  gPangen  und  gebunden, 
11»      Mit  dem  wort  gottes  iiber wunden. 


200 

Das  der  Entchrift  tief  het  vergraben, 

Unds  aber  iezund  wider  haben 
Durch  den  getreuen  gottes  knecht 

Martinum  Luther,  wie  irs  fecbt 
ISO  Daß  er  den  wagen  felber  fört, 

üf  dem  die  warheit  triumphiert 
Das  iß  der  milt  her  Jefus  Chrift, 

Der  dan  die  warheit  felber  iß. 
Er  iß  der  weg  und  auch  das  leben, 
U6      Durch  den  euch  wirt  all  fiind  vergeben, 
Als  wir  dan  das  hand  kunt  gethon 

Durchs  heilig  evangelion, 
Welchs  wir  dan  in  der  chrißenheit 

Verkündet  haben  weit  und  breit 
ISO  Mit  Worten,  werken  und  auch  fchreiben. 

Daß  es  möcht  in  gedechtnis  bleiben. 

EVANGELISTEN 

Freut  euch,  ir  chrißen  jung  und  alt! 

Freut  euch  in  freidcn  manigfalt! 
Dan  der  fon  gottes  Jefus  Chriß, 
IS»      Der  unferthalb  menfch  worden  iß. 
Willig  für  uns  am  kreuz  geßorben 

Und  durch  fein  tot  uns  gnad  erworben, 
Der  iß  iezt  uß  dem  grab  erßanden 
Der  heiigen  fchrift  vous  Entchrißs  banden, 
140  Dar  in  er  dan  verhütet  lag 

Vil  hundert  jar  und  manchen  tag 
Vom  Entchriß  und  feim  bfcliornen  gfind 
Mit  falfch,  betrug  und  Hßen  gfchwind. 
Die  er  dan  iezund  durch  fin  knecht 
145      Martinum  der  maß  hat  gefchwecht, 
Daß  er  thfit  gwaltig  triumphiorn. 
Drum  ir  auch  billich  jubiliern, 
Dann  er  hat  euch  mit  feinem  tot 
Mit  got  verHint  und  bracht  zfi  gnod. 
IM  All  euwer  (und  hat  er  bezalt 


201 

Und  euch  erloll  vons  teufcls  gwalt 
Ja  alles  das  er  bat  verdient, 

Hat  er  euch  gfchenkt  und  euch  verfönt, 
Daß  weder  fand,  noch  tot,  noch  hell 
IM     Euch  bringen  mag  in  ungefell. 
So  ferr  ir  folchs  nur  glauben  find 

Und  fürbaß  thfind  wie  liebe  kint, 
Die  fich  auß  liebe  fleißen  zthan 

Als  was  der  vater  nur  wil  han. 

ULRICH  VON  HÜTTEN 

160  Sprecht  juch  mit  freidenreiehem  fchal! 

Juch  juch!  freuen  euch  mit  mir  aUI 

Freut  euch  mit  mir  auß  herzen  grunti 

Dan  große  freud  thun  ich  euch  kunt. 
Ja  freud,  der  gleich  in  dufent  joren 
1«     Nie  hand  gehört  einchs  menfchen  oren: 
Dan  got  hat  fich  gethon  erbarmen 

Uß  gnaden  über  uns  vil  armen 
Und  hat  uns  ein  propheten  gfant, 
Der  Martin  Luther  ift  genant, 
170  Durch  den  uns  der  bannherzig  got 
Solch  große  gnad  bewifen  hot. 
Daß  wir  durch  in  hand  widerum 

Das  heilig  evangelium, 
Durch  welchs  uns  got  anbeut  fein  huld, 
175      Verzeihung  aller  lund  und  fchuld 
Und  uns  darz&  verheißt  z&  geben 
Alein  uß  gnad  das  ewig  leben. 
^Secht  folche  troßlich  botfchaft  gut, 
Dies  evangeljum  bringt  und  tbut, 
180  Hand  wir  nu  vil  jar  nie  gehaben, 
Dan  es  der  maßen  lag  vergraben, 
Verhüt  mit  falfcher  1er  und  dant. 

Da  mits  der  Entchrill  hat  verbaut. 
Daß  wirs  nun  fchier  fünf  hundert  jar 
195      Nie  lauter  haut  gehapt  und  klar. 


202 

Dan  der  bapD;  hat  ans  mit  finaiiz 

Dem  teufel  gbunden  uf  den  fchwan/, 
Daß  wir  an  gota  barmherzigkeit, 

Durch  Jefum  Chrift  uns  zfigefeit, 
190  Bei  nach  verzweifelt  haben  gar, 

£e  wir  der  fach  hant  gnomen  war, 
Biß  es  zu  left  da  bin  iß  komen, 

Daß  er  uns  Chrilhim  gar  hat  gnomen, 
Daß  wir  nit  me  band  gCächt  (vernim) 
IM      Verzeihung  unfer  fund  bi  im, 
Ja  nit  me  band  gehofil  nf  erden 

Durch  den  fon  gots  felig  zS  werden. 
Sonder  band  felbs  gnög  wollen  thon 

Mit  reu,  beicht,  büß,  nach  ablaß  gon 
300  Und  ander  vil  der  gleichen  dant, 

Da  hin  fie  uns  gewifen  hant. 
Da  mit  die  feien  find  verdorben 

Und  Chrißus  uns  umb  fonft  ift  gftorben, 
Unangefehen  daß  er  hat 
soA      Sich  für  all  unfer  milEethat 
Ganz  willig  geben  in  den  tot 

Und  uns  erlöß  von  aller  not 
Des  tods,  der  [unden  und  der  hellen, 

So  ferr  wirs  anders  glauben  wollen. 
210  Dan  wer  da  glaubt  (fpricht  got)  in  mich. 

Der  wirt  nit  ßerben  ewiklich. 
Der  gleichen  auch  Johannes  melt: 

So  lieb  hat  got  gehapt  die  weit. 
Daß  er  fein  eingebornen  fon 
215      Hat  geben ,  gnug  für  uns  zu  thon, 
Uf  daß  wer  do  gelaubt  in  in, 

Nit  werd  verderben  han  zfi  gwin. 
Sonder  vil  mer  das  ewig  leben. 

Nach  iß  folch  ler  (fecht)  all  vergeben, 
220  Dan  nieman  got  herzlich  vertraut 

Und  uf  fein  wort  den  glauben  baut: 
Daran  dan  einig  fchuldig  iß 

Mit  fim  gefind  der  Entichriß, 


203 


Der  uns  das  eyangelion 
225      Mit  falfcher  1er  hat  nnderthon. 
9  Deshalb  umb  difen  türen  fchatz 

Der  Luther  hat  ghapt  manchen  hatz 
Mit  dem  Entchrift  und  fim  gefind, 
Die  mit  im  lilten  klug  und  gfchwind 
280  Im  band  vil  widerllands  gethon, 
Als  got  bat  wider  auf  Ion  gon 
Durch  in  das  evangelion: 
Dans  geltnetz  irer  faulen  zoten, 

Geßrickt  uß  menfchen  gfatz  und  gboten, 
23&  Da  mit  fie  gfangen  band  die  gwißen. 
Hat  er  durchs  wort  gots  in  zerrißen, 
Ir  fleircblich  recht,  geiftlich  genant, 
Hat  er  als  ketzerei  verbrant. 
^Dar  gegen  band  fie  ficb  geßalt 
240     Z&r  wer  mit  fchwert,  feur  und  gewalt, 
Hand  in  (wie  wol  unüberwunden 

Der  warheit,  wies  ficb  hat  erfunden) 
Mit  gwalt,  on  recht,  ganz  unverfchampt 
Als  einen  ketzer  fchnod  verdampt, 
245  Hand  in  verfchoßen  und  verbant, 

Zu  Rom,  Coln,  Worms  und  Menz  verbrant 
Sein  bildnis  und  gcgründtc  1er. 

Des  er  zwar  doch  nit  achte  fer, 
So  ferrs  betreff  nur  fein  perfon 
250      Und  nit  das  evangelion. 

Dwil  aber  da  mit  auch  würt  gfchmecht 

Das  gotlich  wort  mit  fampt  dem  knecht. 
So  bat  er  ficb  (wie  billicb  ifi) 
Dapfer  zur  gegenwer  gerüR, 
2&»  Hat  doch  kein  ander  fchwert  geiurt 
Dann  das  wort  gots,  wi6  ob  berüert 
Mit  dem  fo  hat  er  umb  ficb  gfchlagen. 
Dem  EntcbriH  und  in  allen  zwagen. 
Hat  die  ftrebkatz  mit  in  gezogen, 
2M      Das  haupt  dem  bapft  z8r  erden  gbogeu. 
Er  bat  fo  lang  mit  in  gerungen. 


204 


Biß  im  zfi  letft  doch  ift  gelungen, 
Daß  was  des  gefchwiirms  iß  und  des  borncn 

Von  pfaffen,  miinchen  und  auch  nonnen, 
MS  Die  mit  irem  geiftlichen  leben 

Stracks  wider  gots  gebot  thfmd  ßreben. 
Ich  f&r  gefangen  und  gebunden, 

Von  dem  propheten  Qberwunden, 
Nur  aber  mit  dem  fchwert  des  geifts: 
270     Das  fie  dan  auch  verdrüßt  ufs  meid, 
Daß  fie  dem  evangelion 

Nit  kfmnen  widerftant  gethon. 
Und  es  in  aber  greift  uf  d'hauben. 

Ir  falfcheit  in  thät  furher  klauben, 
S7S  Macht  offenhar  den  Antichriß, 

Eröffnet  auch  den  btrug  tmd  liß, 
Mit  dem  er  hat  das  chrißenblät 

Verderbt  an  leib,  fei,  er  und  gut: 
Dann  er  uns  armen  chrißenleut 
iso  .   Gleich  wie  die  fclaven  hat  verbeut. 
Wir  hand  im  beßicn  mfißen  fein, 

Vol  trunken  bolz,  alzeit  vol  wein, 
Vil  minder  hat  er  uns  geachtet 

Dans  viech  das  man  zör  metzbank  fchlarhtet: 
S85  Biß  daß  lieh  got  hat  gthon  erbarmen 

Durch  Chrißum  über  uns  vil  armen 
Und  uns  erlofet  von  dem  joch. 

Das  wir  hand  tragen  lang  mit  fchmoch, 
Und  widerumb  (wie  wol  verletzt) 
S90      Uns  in  die  chrißlich  freiheit  gfetzt, 
Darbei  uns  zu  erkennen  geben, 

Was  fei  ein  recht,  war,  chrißlich  leben: 
Nemlich  in  gottes  wort  vertrauen, 

Mit  feßem  glauben  daruf  bauen, 
Tii  Daß  in  dar  von  nit  reißen  künde 

Weder  tot,  teufel,  hell,  noch  fuuJe. 
In  tr&bfal,  leiden,  angß  und  not 

Verficht  man  fich  als  gäts  zu  got. 
Got  geb,  got  nem,  gilt  im  als  glich. 


205 

300      Nimpt  fauTB  und  iußs  uf  williklicb, 
Dan  er  in  leid  iß  troßes  vol, 

Zweifelt  gar  nichts,  got  woU  im  wol 
Durch  unfern  herren  Jefum  Chnll, 
Der  dan  fin  einig  hofinung  ill. 
905  Dar  bei  thut  er  feio  nechßen  lieben, 
Mit  willen  keinen  menfchen  btr&ben. 
Sonder  er  fibt  lieh  alle  zeit 

In  werken  der  barmherzigkeit 
Mit  raten,  helfen,  geben,  leihen, 
310      Mit  leren,  ftrafen,  fchuld  verzeihen, 
Fleißt  fich  uß  liebe  iederman 

Durch  gottes  willen  gfita  zu  than, 
Sucht  keinen  nutz  drin,  noch  kein  Ion, 
Thut  iederman  wie  er  felb  wolt 
siA      Daß  im  vom  andern  gfchehen  folt. 
Das  iß  kurzlich  in  einer  fumm 
Das  gfatz  unds  evangelium. 
Wo  nun  der  glaub  folch  frucht  nit  bringt, 
Ißs  nit  der  glaub  da  dfchrift  von  klingt, 
390  Sonder  iß  nur  ein  lauter  wjOu, 

Der  in  anfechtung  nit  mag  bßon. 
Es  glaubt  auch  nieman  (iß  verlorn). 

Er  fei  dan  anderwerb  geborn 

Ja  uß  dem  feur  und  hoilgen  geiß. 

825      Drum  bitten  Chrißum  aller  meiß. 

Daß  er  uns  feinen  trößer  fend. 

Der  folichs  als  in  uns  volend 

Und  alles  übel  von  uns  wend. 

MAliTINÜS  LUTHER 

O  lieben  fromen  chrißenleut, 
330     Freuen  euch  mit  mir  alle  heuti 
Freut  euch,  ir  lieben  gottes  frünti 

Dan  große  freud  ich  euch  verkünd. 
Ja  freud,  der  gleich  bei  unfern  tagen 
Wir  nie  me  band  gehören  fagen. 


206 


Mh  Dann  der  g&tig  barmherzig  got 
Uns  folche  gnad  bewifen  bot, 
Daß  wir,  o  lieben  chriften  frum, 
Das  heilig  grab  band  widerum. 
Die  Patriarchen  und  propheten 
340      Den  tag  lang  gern  gefehen  betten, 
Dern  etlich  den  auch  hand  vernomen. 

Darnach  feind  die  apofiel  komen 
Mit  fampt  den  vier  eyangeliften : 

Die  band  das  grab  den  fromen  chriften 
345  Verkündiget  und  ufgethon, 

Ir  wort  in  all  weit  laßen  gon. 
Zä  letft  der  romfch  Türk  kpmen  ift 

(Den  man  fonft  nent  den  Antichrift) 
Und  hat  uns  heimlich  und  verholn 
350      Diß  grab  mit  liften  abgeßoln, 
Hat  das  mit  bannen  und  verbieten 
Der  maß  bevolhen  z&  verhüeten, 
Daß  wirs  nu  fchier  fönf  hundert  jar 
Nie  hand  gehapt  ganz  offenbar. 
355  Er  hat  das  grab  verh&t  fo  veft 

Mit  falfcher  1er  als  wers  die  beß, 
Daß  nieman  hat  den  btruk  gemerkt: 

Da  mit  fein  reich  ie  me  fich  gßerkt, 
Biß  er  uns  hat  fo  gar  verblent, 
360      Daß  wir  nit  me  hand  Chrißum  kent, 
In  auch  im  grab  nit  türren  fachen, 

Dan  der  romfch  Türk  der  thet  verfluchen 
Mit  feinem  untüchtigen  ban 
All  die  des  grabs  fich  nemen  an. 
s«5  Dann  er  forcht  (als  dan  iß  gefcheheQ, 
Drum  wir  got  billich  lob  veijehen) 
Man  wurd  den  grabßein  dannen  thon. 
Daß  Chrißus  wider  uf  wurd  ßon, 
So  wurd  fin  rieh  z&  fcheitem  gon. 
370  Ich  mein  das  grab  die  heilig  fchrift, 
Die  unfer  feien  heil  an  trifft, 
Das  alt  und  auch  neu  teßament, 


207 

Das  billicli  würt  ein  grab  geneiit: 
Dan  warlicli  drin  vergraben  ift 
375      Das  gotlich  wort  das  got  felbs  iß, 
Welchs  in  der  heiigen  junkfrau  rein 

Ift  worden  war  fleifch,  blfit  und  bein. 
Ich  mein  den  herren  Jcfum  Chrift, 
Der  einig  unfer  furfprech  ift 
SSO  Vor  got  dem  liebften  vater  fin. 
Als  das  die  gfchrift  eröffnet  fin, 
Der  auch  uß  lieb  für  uns  iß  gftorben 
Und  durch  fein  tot  uns  gnad  erworben, 
3»:»  Verzeihung  aller  unfer  iund, 

Und  uns  gemachet  gottes  fründ, 
Ja  auch  geraachet  gottes  kind. 

Daß  wir  auch  erben  mit  im  find 
Und  fine  guter  all  mit  ein 
390      Des  halben  mit  im  band  gemein. 
Dan  (merk)  fein  tot  ift  unfer  leben, 
Sin  grechtigkeit  ift  uns  gegeben, 
Sein  tot  hat  unfern  überwunden, 

Sin  frumkeit  unfer  (und  verfchlunden, 
39A  Sin  liden  hat  uns  ledig  gmacht 

Vons  teufeis  und  der  hellen  pracht, 
Er  hat  uns  von  dem  gwalt  erloft 
Des  teufeis  und  der  hellen  roft, 
Dan  er  hat  got  gen{ig  gethon 
400      Für  alle  fund  on  abelon: 
Dar  gegen  er  nit  me  begert 

Dan  lieb  und  glauben  hie  uf  erd. 

Den  glauben  fol  man  zii  im  hon, 

Die  werk  der  lieb  dem  nechften  thon 

40&  On  allen  eigen  gfflch  und  gnieß, 

Sonder  frei  willig  on  verdrieß, 

Dan  alfo  hat  uns  got  auch  thon: 

Drum  wil  er  folchs  auch  von  uns  hon, 
Daß  einr  dem  andern  dienen  fol. 
4(0      Gfchicht  es,  fo  ftond  all  fachen  wol. 
Dan  da  wirt  fein  kein  (und  fo  groß, 


_208^ 

Die  Dit  der  glaub  zd  boden  iloß, 
Wo  liebe  zjl  dem  neoblten  brint 
Im  waren  glauben  angezünt, 
415  Wie  das  dan  in  der  grcbriH  iß  grünt 
Und  durcb  dpropheten  uns  verkünt, 
Den  patriarcben  lang  zuvor 

Yon  got  verheißen  manig  jor, 
Wie  wol  fer  dunkel  und  verborgen, 
4S0     Biß  komen  iß  der  liecht  hell  morgen, 
Daß  got  fein  liecht  hat  uf  Ion  gon, 

Das  heilig  evangelion, 
Das  er  uns  durch  fein  liebe  firund 
Die  heiigen  boten  hat  verkünt, 
495  Wie  das  dann  die  evangelißen 

Befchriben  haut  den  fromen  chrißen. 
^Secht  folchen  fchatz  und  reichtfim  groß, 
Der  uns  (wie  ghört)  macht  ßinden  bloß, 
(Ich  mein  den  herren  Jefum  Chriß^ 
480      Durch  den  uns  folcb  gut  geben  iß 
Und  iez  durchs  evangelion 

Iß  offenbar  und  kunt  gethon) 
Hat  uns  der  romifch  Türk  enzogcn 
Mit  feiner  1er  falfch  und  erlogen. 
4t5  Nun  daß  man  wiß,  mit  was  b&brei 
Solch  großer  btruk  gefchehen  fei. 
So  merk  man  uf  mit  beiden  oren, 
Wil  ich  es  kürzlich  offenboren. 
^Nach  dem  als  iez  die  chrißenheit 
440      Nach  lang  erlittner  grimmikeit 
Eins  teils  nu  was  zfi  räwen  komen 

Und  dbepß  an  gät  zä  hetten  gnomen, 
Hand  lie  als  bald  nach  er  und  gwalt 
Und  allem  pracht  mit  liß  geßalt, 
445  Mit  falfchem  btrug  und  bhendikeit. 
Ein  haupt  z&  fin  der  chrißenheit, 
Das  Chrißus  doch  wil  fin  alein, 

Wie  dan  auch  der  verworfen  ßein 
Der  zä  eim  eckßein  iß  gefetzt. 


209 


4S0      Dran  fich  dan  mancher  hat  yerkretet. 
Da  in  ein  kleins  nu  ift  gelungen, 
Hands  nach  dem  keifertäm  gemngen, 
Den  keifer  von  dem  reich  getrungen 
Und  fich  mit  gwalt  ins  neft  gefetzt, 
4&&      Damit  die  Ordnung  gots  verletzt, 
In  dem  daß  fie  uns  dienen  feiten. 

Mit  weltlich  herfchen,  wie  fie  weiten. 
Hand  do  mit  weltlich  oberkeit 

Gefchmecht,  dies  fchwert  von  got  felbs  treit 
460  Nachmals  folch  herfcfaaft,  leut  und  lant, 
Hand  fie  lant  Peters  erbg^t  gnant, 
Der  doch  het  weder  gold  noch  gelt, 
So  die  bherfchen  die  ganze  weit, 
Wie  wol  fie  diß  auch  haut  befchönt, 
<<&     Aber  mit  lüg,  drums  übel  tont. 

Dan  fie  band  gfagt  (vemempt  mich  eben), 

Der  keifer  habs  Silvellro  geben, 
Sie  und  die  iren  alfo  gfreit: 
Das  doch  iß  glogen  und  erhoit. 
470  Uf  folichs  band  fie  (merken  eben) 
Groß  titel  inen  felber  geben. 
Als  geilUich,  heilig,  und  darneben 
Th&t  fie  fo  fer  nach  hoffart  dürften. 
Daß  fie  regiem  wie  weltlich  furften, 
47»  Ja  großren  pracht  und  hoffart  treiben 
Dan  man  von  küngen  ie  thet  fchreiben. 
Dan  die  alein  geherfchet  hant 

Über  ir  find,  Ilet,  leut  und  lant: 
Die  aber  bn&gt  an  folchem  nit, 
^M     Sonder  wöln  han  die  fei  darmit. 
Die  doch  got  als  lein  eigen  gfit 

Erlöft ,  erkauft  hat  mit  fim  bl&t 
Doch  wil  ich  das  iezt  laßen  fton 
Und  meidung  von  irm  urfpmng  thon, 
^  Wo  mit  fie  doch  fo  hoch  fein  komen. 
Und  aller  weit  gfit  eingenomen. 
Die  doch  han  folten  nur  alein 

14 


210 

Ir  zimlich  narung  von  der  gmein, 
Dem  gtreuwe  hirten  fie  dan  weren 
490     Mit  predgen,  taufen  und  recht  leren. 
Hört,  drei  ding  fint  (als  ich  hab  gmerkt) 
Die  im  furfcblag  ufs  meid  band  fterkt, 
Der  ban,  der  ablaß  unds  fegfeur, 
Darneben  fonft  vil  obenteur, 
496  Die  uß  den  dreien  mit  der  zeit 

Gefloßen  find  beid  nach  und  weit. 
Damit  daß  irs  recht  mügt  verßan, 

So  hört  zäm  erßen  von  dem  ban, 
Wo  her  der  gwalt,  wann  oder  wie 
Aoo     Doch  komen  fei  alein  uf  fie. 

VON  URSPRUNG 
DES   BEPSTLICHEN   GEWALTS  UND  BAN 

Do  Chrilhis  in  den  tot  wolt  gon, 

Hat  er  Petro  die  fchlüßel  glon, 
Hat  die  darnach  in  alln  mit  ein 

Nach  oAern  geben  in  gemein, 
&c»  In  welchem  in  iA  gwalt  (merkt  eben) 

Zfi  löfen  und  zu  binden  geben. 
In  difer  gfchicht  klar  anzeigt  würt, 

Daß  folcher  gwalt  der  kirch  gebürt, 
Das  ift  der  chriflenlichen  gmein 
510      Und  nit  den  bfchornen  nur  alein. 
Nun  dife  fchlüßel  hie  erzelt, 

Die  got  der  gmeind  hat  zugeßelt, 
Hand  fie  uf  fich  alein  gezogen 

Und  das  gmein  volk  darum  betrogen, 
»15  Hand  geben  zu  verß:an  darx  neben. 

Wie  fie  got  hab  dem  Petro  geben. 
Des  felben  nachfar  feien  fie. 

Wie  wol  ich  nit  weiß,  wan  und  wie 
Sant  Peter  ie  gen  Rom  fei  komen, 
AM      Dan  ichs  in  gfchrift  nie  hab  vernomen, 
Ie  doch  der  bapß  fich  gfetzet  hat 


211 


Der  fchiaßel  halb  an  gottes  ftat 
Und  alda  ander  folchem  fchein 
Fürgeben  aller  gwalt  fei  fein, 
5S5  Er  bab  z&  binden  und  zft  lofen 

Gleich  wol  die  fromen  als  die  böfen: 
Dan  aller  gwalt  fei  (merket  eben) 

Von  got  im  in  den  fchlüßeln  geben, 
Die  er  von  Petro  hab  ererbt, 
ftso      Da  mit  er  alle  weit  verderbt, 
Wie  dan  fant  Paulus  gotes  firunt 

Vom  bapft  dem  Entchrifl;  hat  yerkünt 
Und  in  ein  menfchen  nent  der  (und. 
^  Da  in  mit  dem  nu  ifl;  gelungen, 
S9&      Daß  fie  uns  band  den  won  eintmngen. 
Wie  in  alein  fei  zägeftalt 

Der  fchlüßeln  volle  macht  und  gwalt. 
Daß  wen  fie  binden,  fei  gebunden, 
Wen  fie  uflöfen,  fei  entbunden, 
«HO  Hand  fie  den  gwdt  fo  weit  gefireckt. 
Daß  fie  band  alle  weit  erfchreckt. 
Dan  in  ifi;  fo  wol  mit  gelungen. 

Daß  fie  band  küng  und  keifer  zwungen 
Zfi  thon  was  fie  nur  band  gewollen 
«45      Oder  zfim  teufel  gmfifi;  ind  hellen. 
Dan  wer  in  hat  gthon  widerfireben 
(Als  fich  dan  etwan  hat  begeben. 
Daß  küng  und.  keifer  fich  band  gfpert 
Wider  den  bapft  und  fein  gefert), 
&50  Hat  er  als  bald  fie  und  ir  firünd 
Mit  irm  anhang  in  ban  verkünt, 
Ja  auch  all  die  in  gfits  band  günt. 
Hat  fie  verleumt,  verbaut,  verfchoßen. 
Es  mocht  den  teufel  ban  verdroßen. 
»»  Er  hat  all  chrißlicb  Heb  verletzt, 
Das  kint  wider  den  vater  ghetzt, 
Hat  ledig  gfagt  die  underthan 

Irs  gfchwomen  eids  irm  herren  tban. 
Er  bat  gthon  fo  vil  bifits  vergießen. 


^12 

^^      Daß  CS  ein  beiden  mocbt  verdrießen .. 
Dann  e  daß  er  het  nach  gelon, 

Es  het  e  als  gm&ß  zToheitem  gon. 
Und  das  nit  von  des  glanbens  wegen, 
Sonder  umb  ßet  im  wol  gelegen 
5«5  Und  umb  der  gleichen  ander  ding, 
Der  fach  warlich  vil  zu  gering, 
Daß  man  umb  lant,  leut,  er  und  gut 

Vergießen  folte  chrißen  bißt. 
Und  nemlich  die  die  Ilets  uß  fchreien, 
&70      Daß  fie  ftathalter  Chrifti  feien, 
Der  ie  nit  wil  daß  fie  lohi  fohlachten 

Im  feine  fchaf  und  fo  verachten. 
Sonder  mit  guter  gfunder  1er 
Sie  dreulich  weiden  got  z&  er: 
»75  Des  ftathalter  fie  wöUen  fein, 

So  fie  wolf  find  in  fchafes  fchein. 
Der  gleich  thfind  fie  den  armen  man 
Nur  fchulden  halben  in  den  ban. 
Doch  ftreichens  im  ein  ferblin  an, 
590  Es  fei  folichs  (fo  thont  fie  jehen) 
Der  ungehorfam  halb  gelchehen. 
Ja  bona  dies,  domine: 

Meinft  nit,  daß  man  den  bfchiß  verlle? 
Sag  an,  wo  haihi  bfelch  von  got, 
58»      Daß  du  mogft  wider  fein  gebot 
Der  rechts  hendel  dich  underziehen, . 

Die  dir  geboten  feind  zfi  fliehen? 
Weift  nit  daß  du  die  fchaf  folß  weiden, 
Sie  nit  beherfchen  wie  di^  beiden, 
5>o  Sonder  ir  aller  diener  fein? 

We  euch ,  ir  wölf  in  fchofes  fchein, 
Die  ir  die  fchaf  thond  lebend  fchinden 

Mit  euerm  bani    es  würt  fich  finden  — 
Das  ich  doch  iez  wil  laßen  bleiben 
195      Und  von  irm  ban  nu  weiter  fchreiben. 
Nu  dweil  wir  chrißen  furchten  got. 
Und  er  des  nam  fiirgwendet  .bot, 


213 

III  68  im  fcblünig  naher  gangen 
Als  was  er  nur  hat  angefangen,  . 
600  Ift  gdorftig  worden  in  feim  herzen, 

Mit  got  gleich  wie  mit  uns  zu  fcherzen, 
Hat  angefangen  gfatz  z&  machen, 

Die  im  hand  dient  zA  feinen  üachen, 
Mit  den  regiert  in  unfern  gwißen, 
«05      Die  er  dan  hat  dar  durch  zerrißen: 
Hat  fich  da  mit  gfetzt  über  got, 

Dan  got  folchs  reich  alein  zäftot, 
Das  z&  regieren  mit  fim  wort, 

Welchs  der  mit^glatzen  hat  zerftort. 
610  Dan  vil  geltßrick  hat  er  erdacht. 

Da  mit  die  woU  von  fcha&n  bracht 
Und  hat  mit  den  umb  uns  hantiert, 

Wie  das  fant  Petrus  melt  und  rurt 
Dan  dwil  fie  hand  alzeit  furgwent 
61S     Got  got,  hands  uns  damit  verbleut, 
Daß  wir  hand  gmeint,  wir  m&ßen  than 
Als  was  fie  gbieten  bei  dem  ban. 

VON  DEN  MENSCHEN  GEBOTEN 

Die  fpeis  die  uns  der  g&tig  got 
Z&  nießen  rein  gefchaffen  hot, 
SSO  Hands  uns  mit  iren  lamen  zoten 
Als  unrein  bei  totfand  verboten, 
So  doch  die  feien  nichts  befleckt 

Dan  was  das  herz  zum  mund  uß  geckt. 
Z&  fallen  gbeut  man  bei  dem  ban 
625     Beid  jung  und  alten,  weib  und  man, 
So  es  folt  frei  fein  iderman. 
Solchs  gbeut  man  uf  bellimpte  tag, 

Dern  keins  in  gmein  fin  kau  nach  mag: 
Dan  wir  nit  all  eins  alters  find, 
630      Nit  einr  natur,  wies  fich  dan  fint. 
^  Des  gleich  zd  feiren  gbeutet  man 
Bim  ban  und  totlund  iederman. 


214 

Das  doch  nur  urfach  gibt  zä  lund. 
Dar  zfi  mancher  mit  wib  und  kint 
«35  Dell  größern  mangel  in  fim  hus . 
Des  feiems  halben  haben  maß. 
^Vil  grad  in  dem  elichen  Hand 

Si  wider  got  verboten  band, 
Da  durch  fie  manch  ee  band  zertrent, 
MO     Mit  gelt  wider  zdfam  erkent. 
Mit  folchen  und  der  gleichen  dingen 
Kan  man  das  gelt  von  leuten  bringen. 
9  Hand  fich  mit  d^m  nit  Ion  vornfigen, 

Sonder  im  gwalt  gthon  witer  biegen, 
645  Haben  die  ee  verboten  gar 

Beider  gfchlechten  einr  großen  fchar, 
Als  dan  find  nonnen,  münch  und  pf äffen : 
Die  m&ßen  gar  nichts  band  z&  fchaffen 
Mit  dem  heiigen  eelichen  ftot, 
650     Den  got  gebenedeiet  bot, 
Ja  in  auch  mit  befonderm  fliß 
Selbs  uf  gefetzt  im  paradis, 
Sonder  fie  m&ßen  uß  gezwang 
Keufcheit  globen  ir  leben  lang, 
655  Die  fie  dan  halten  wie  mans  ficht, 
Dans  ie  in  irem  gwalt  ift  nicht. 
So  gibt  auch  got  nit  iderman 

Solch  gab,  ob  er  fchon  glüht  hat  than: 
Drum  nieman  got  verfSchen  fol, 
6«)     Er  br&f  fich  dan  felbs  vorhin  wo], 
Dan  fonll  wirt  nit  me  uß  gericht, 

Dan  daß  nur  groß  h&rei  gefchicht, 
Wie  mans  dan  offentliehen  ficht, 
Von  heimlichen  da  fag  ich  nicht. 
665  Hat  einr  mit  einer  nit  gen&g, 

Nimpt  er  zwo  drei  nach  reinemfSg: 
Welch  im  nit  gfelt,  die  laßt  er  gon, 

Nimpt  ander,  als  vil  er  wil  hon 
Und  hat  mit  feim  fpamörelin 
670     Ein  frolich  fein  gfits  Hifttelin. 


215 

Murmau  Murnar  der  betfobt  aucb  mit, 

Dan  er  laßt  fcblecbts  fein  maufen  nit: 
Urfach,  er  bat  (bets  bei  vergeßen) 
Ein  Huck  vom  roben  narren  fireßen, 
675  Das  er  nacb  nit  verdauen  kan, 

Deut  docb  wol  dreißig  jar  nu  dran. 
Das  dan  bei  mir  kein  wunder  ift, 
Dan  ers  im  in  nacbgender  frift 
Der  maßen  felbs  gefegnet  bat, 
680      Daß  er  im  bilÜQb.wol  gerat, 
Wie  ers  dan  in  der  müllerin 

Von  Sebwindelsbeim  anzeigt  felbs  fin. 
Das  icb  dan  izt  laß  alfo  fton 
Und  fag,  burei  iß  man  fo  gwon, 
685      Daß  man  meint,  es  fei  wol  getbon. 
Dan  es  vil  ringer  wurt  ermeßen 
Dan  am  karfreitag  eig»  eßen, 
So  docb  bärei  verboten  ift, 

Ja  aucb  die  bgird  das  minder  ift 
690      Und  dfpeis  erlaubt  zu  aller  frift« 
Ob  man  dan  fcbon  ein  fobind  umb  gelt, 

Wann  im  die  magt  z&  ftucken  feit, 
Oder  man  fonft  uf  ein  wil  Atzen,  > 

Daß  er  das  gelt  m&ß  ußber  fcbwitzeu, 
695  So  laßt  man  in  docb  bei  der  pfründ 
Und  iß  uinbs  gelt  all  facb  verfSint, 
Daß  er  ein  jar  bat  aber  fiift 

Und  ein  g&ter  ber  domne  ift. 
Nem  aber  einr  ein  z&  der  ee, 
7üo     So  wurd  CS  fein  o  wei  a  we, 

Er  wurd  des  lands  verdriben  werden: 

Do  vor  mocbt  nieman  fein  uf  erden, 
Unangfeben  daß  er  uß  macbt 
Bepftlicber  recbt  folcbs  bett  volbracbt. 
705  leb  gfcbweig  der  evangelfcben  1er, 

Uß  der  ers  macbt  bat  noch  vil  mer, 
Dan  Paulus  fpricbt,  er  bab  von  got 
Von  den  junkfrauen  kein  gebot. 


216 

Spricht  auch ,  ein  bifchof  foUe  leiu 
710     Ein  man  eins  weihe,    fchau  doch,  wie  fein 
Sich  rimpt  des  Antichrißs  yerbot 

Mit  Paulo  nnd  auch  felbs  mit  got. 
Ja  auch  wider  fin  eigen  recht, 
Das  er  (wie  oben  gXagt)  felbs  fchmecht 
71»  Nach  mfiß  der  glundet  han  mit  gferdeu 
Wider  den  künig  von  geberden, 
Der  ein  weih  nimpt,  wie  Paulus  lert 

Und  got  wil  han,  daß  man  werd  gmert. 
Dan  er  nit  duldet  daß  man  got 
720      Gehorfam  fei  und  brech  fein  gbot 
Dan  e  er  weich  nur  von  feim  gdiemk, 
Mfill  Chriftus  e  gan  under  dbank. 
Ifts  aber  nit  ein  tirannei. 

Daß  man  fo  zwingt  z&  hflrerei, 
7»  In  dem  daß  man  die  ee  verbeut 

Den  geiAlichen?  als  werns  nit  leut 
Die  an  in  betten  fieifch  und  bl&t. 

Welche  dan,  wie  fin  natur  ift,  thät. 
Und  keufcheit  nieman  halten  kan 
790     Dan  wem  got  hat  die  gnad  gethan, 
Als  Chriftus  dan  (der  niemer  leugt) 

Solche  durch  fin  munt  hat  felbs  bezeugt 
Dan  wie  kan  feur  on  flammen  fin? 
Got  gieß  dan  tauw  der  gnaden  drin. 
735  Nach  fecht  von  difer  keufcheit  wegen, 
Dern  fie  all  zeit  (wie  ghört  ift)  pflegen 
In  irem  fo  geiftlichen  ftant, 

Werden  fie  alle  geiftUch  gnant  — 
Ja  fleifchlich,  vihifch,  pfei  der  fchand, 
740  Daß  man  fol  von  uns  chriften  lagen 
Das  dheiden  betten  nie  vcrdragen! 
Ifts  nit  ein  fchand  folchs  nur  zS  boren 

Vorab  von  den  dies  folteti  weren? 
Wer  hat  doch  der  gleich  feien  mort 
745      Von  eincher  nacion  ie  ghort, 
Daß  was  von  got  ift  gät  geacht 


217 

(Als  dar  eeftant)  fol  fein  Teracht, 
Und  das  was  got  verboten  hat 

(Als  bärerei)  fol  haben  ßat? 
750  Ift  aber  folchs  nit  teufeis  fpil? 

Ja  warlich  fag  das  wer  da  wil. 
Noch  iß  nieman  fo  klag  uf  erden, 

Der  merk  daß  difer  kong  von  gberden 
Durch  fein  furfchleg,  gbot  und  gefatz 
755      Und  mit  fim  lügenhaften  fchwatz 
Uß  gwalt  der  Tchlüßlen  ob  ber&rt 

Solch  hurerei  in  dwelt  hab  gf&rt, 
Dwil  fie  (wie  oben  ift  gemelt) 

Auch  vaß  fer  dieniUich  iß;  zfi  gelt 
760  ^  Zfim  facrament  jerlich  z&  gon 

Gbeut  man  beim  ban:    ift  übel  gthon, 
Dwil  dife  fpeis  begert  on  fcherz 

Ein  hnngerige  fei  und  herz, 
Welchs  dan  ein  menfch  nit  haben  mag, 
765      Got  geb  es  dan,  ift  wie  ich  iag. 
^Zär  orenbicht  hat  man  uns  gdi:angen, 

So  fie  doch  folt  fein  ungezwungen, 
Z&  gleich  wie  dan  der  glaub  auch  iß: 

Dan  zwang  macht  keinen  gdten  chriß. 
770  Frolicher  geber  ift  got  wert, 

Dan  got  alein  das  herz  begert: 
Das  got  dan  nieman  geben  kan, 

Dan  wem  got  hat  die  gnad  gethan« 
Dan  Chriftos  der  her  felber  fpricht 
775      •Qu  mich  vermögt  ir  alle  nicht.* 
Wie  wol  dis  beicht  nit  gboten  ift 

Von  unferm  herren  Jefu  Chrift, 
Nach  dweil  fie  es  band  dahin  bracht 

Daß  man  fie  thfit  (wie  izt  gedacht), 
780  Hand  fie  fich  nit  vemfigen  Ion 

An  der  ghorfam  on  pflicht  gethon. 
In  dem  daß  wir  in  band  geklagt 

Die  funden  die  uns  band  genagt. 
Und  darum  gklagt,  daß  unfer  gwißen 


218 

7as      Befridet  würd,  durch  dfudid  zerrißen, 
Sonder  hand  uns  auch  all  umbltend 
Der  iund  zä  beichten  furgewent, 
Ja  auch  die  tochter  mit  den  eßen, 
Daß  ixe  all  heimlichkeit  nurweUen 
790  Der  furßen  und  weltlicher  hern, 

Irm  anfchlag  deft  baß  mit  z&  wern, 
Da  mit  uns  gmartert  uf  den  kern^ 

Daß  nieman  hat  gebeichtet  gern, 
Hand  nns  damit  ein  gut  arznei 
7»5      Vergift  mit  irer  tirannei: 

Dan  was  da  nit  mit  willen  gfchicht, 
Id  (und  vor  got  und  anders  nicht. 
^  Nach  weiß  ich  einen  faulen  firatzeu, 
Da  mit  fies  gelt  thflnt  von  uns  kratzen. 
800  Merk!  dweil  beichthören  ift  ein  bfchwert 
Mit  kleinem  Ion  eins  pfeanigs  wert, 
Hand  dgroßen  köpf  die  von  fich  gfohalten 

Uf  dmünch  und  pfarher  (das  got  walten). 
Doch  daß  fie  in  auch  etwas  trag, 
606      So  hand  fie  (merk  uf  was  ich  fag) 
Vil  feil  und  cafus  in  vorbhalten, 

Ir  tirannei  mit  zu  erhalten. 
Die  gdar  kein  beichther  abfolvieren, 
On  fondem  gwalt  den  redimieren 
»10  Mit  eim  par  plapert  oder  me: 

Das  thfit  dan  manchem  pfarher  we. 
Dan  wan  er  fchon  ift  redimiert, 

Wirt  er  nit  lenger  validiert 
Dan  jares  frift:  dan  möß  er  hau 
S1&     Ein  neuen  gwalt  oder  in  ban. 
So  treuft  die  beicht  in  jerlich  z& 
Vil  nutzlicher  dan  ein  melkkä. 
^Noch  ift  ein  griff  (hör,  nim  bericht), 
Das  ift  vor  auß  ufs  gelt  gericht, 
090  Und  nemlich  der,  daß  wan  nu  fchon 
Der  pfarher  hat  das  fein  gethon, 
Daß  er  den  gwalt  hat  uberkomen, 


219 


Wirt  im  nach  etlioha  uß  genomen 
Das  er  noch  nit  gdar  abfolTieren, 
«^M      Sonder  dem  berwolf  remittieren, 
Nit  daß  er  nur  der  woU  begere, 

Sonder  das  fcheflein  fchind  und  foherc 
Und  im  den  Teckel  gar  nß  lere. 
So  mfiß  der  beichther  dan  mit  gferden 
8S0      Am  beichtkint  ein  verreter  werden. 
Dan  thfit  ers  nit  und  wurt  vermelt, 
So  troft  in  got  und  fin  gfit  gelt: 
Dan  da  mfiß  er  ins  büchslen  blofen, 

Er  kauft  wol  drum  zwei  lündfch  par  hofen. 
835  9  Der  gleich  verreteri  gfchicht  auch 

Im  fent  da  macht  man  mangen  gauch: 
Dan  da  muß  man  all  die  angeben 

Die  im  eeßand  unelich  leben, 
Nit  darum  daß  man  gbeßert  werd, 
MO      Sonder  daß  man  befcher  die  herd: 
Dan  etlich  hand  gar  g&te  woU, 

Die  inen  macht  den  leckel  yoI. 
Wan  man  die  fchaf  dan  hat  befcboren, 
Laßt  man  fie  fein  die  fie  vor  woren: 
H5  Leit  wer  in,  daß  fie  wurden  from, 
Da  mit  man  zfl  jar  wider  kom. 
Dweils  dan  umb  dbeicht  alfo  ift  gthon, 

So  folt  der  teufel  beichten  gon, 
Dan  folchs  (als  ich  der  fach  würt  bricht) 
8M     Am  meinfien  durch  die  beicht  gefchicht 
Nu  fchau  doch  an,  wie  fein  und  fchon 
Das  heiß  ein  heimlich  beicht  gethon, 
Do  einer  erll  maß  weiter  gon 
Und  doch  nur  ift  umb  gelt  zfi  thon. 
S55  Drum  dweil  dis  beicht,  o  firumer  chriil, 
Von  got  (wie  gfagt)  nit  gboten  iß, 
Und  fie  alein  mit  fchinderei 

Umb  gond  und  mit  yerreterei, 
Wil  ich  dir  gen  ein  g&ten  rat: 
^     Dan  wen  du  beichft  dein  milFcthat 


220 

Und  man  dich  nit  wil  abfolvieren. 

Sonder  dich  erft  z3n  Wolfen  f&rcn, 
So  fcbcnk  im  dbeicht  die  du  baß  thon 

Mit  fampt  der  abfolucion, 
««5  Laß  in  ein  pfeflfer  dar  an  machen: 

Glaub  mir,  fie  werden  nit  gar  lachen, 
Wan  fie  den  braten  werden  fchmecken, 

Daß  man  fich  nit  me  laßt  erfchrecken 
Mit  irem  undüchtigen  ban, 
870      Wie  fie  dan  band  biß  her  gethan. 
Drum  laß  fie  farn  und  gang  du  hin 

Heimlichen  in  dein  kemerlin 
Und  klag  da  dein  anligend  not 

Mit  reu  und  leid  dem  gtreuwen  got, 
875  Und  glaub,  was  er  dir  hab  verfprochen, 

Werd  er  dir  halten  (folt  drauf  bochen) 
Wider  die  funden  manigfalt 

Und  wider  dheU  und  steufels  gwalt: 
Dan  er  hat  ie  (weift  wol)  gefagt, 
880     In  welcher  ftund  der  funder  klagt 
Mit  leid  fin  fund  die  er  thet  e, 

Woll  er  ir  gdenken  niemer  me, 
Uf  difen  und  der  gleichen  wort 

Bleib  veß  als  uf  dim  hochften  bort, 
885  Dan  himel  und  erd  würt  zergon, 

Gots  wort  würt  aber  ewig  bfton. 
Drum  wiß,  glaubftu  in  dgotlieh  huld, 

Bift  abfoMert  von  pein  und  fclmld. 
Dan  got  hat  dir  fein  eigen  fon 
«90      Gefchenkt,  der  für  dich  gn&g  hat  thon: 
Dar  gegen  got  nit  me  wil  han 

Dan  daß  du  fleiß  habft  gfits  z&  than 
Deim  nechften,  und  das  als  umb  fünft 

Uß  rechter  warer  lieb  und  gunft. 
895  Wie  wol  folch  1er  in  fchrift  ift  grundt, 

Ie  doch  fo  hat  der  menfch  der  lünd 
Solches  und  anders  als  umb  kert 

Und  ganz  das  widerfpil  gelert, 


221 


Nemlich  daß  nieman  feiig  werd, 
i^      Er  hab  Tein  fund  dau  gb&ßt  uf  erd, 
Uf  folchs  groß  bürden  uf  gelegt, 

Die  mit  eim  finger  keinr  anregt, 
Hand  uf  gefetzt  fchwer  ßrof  und  penen, 
Als  quadragenen  und  carenen, 
905  Das  ift  ein  fibenjerig  bäß, 

Die  man  für  ein  fand  tragen  mfiß 
Noch  gotlicher  gerechtigkeit. 

Alfo  band  fie  dar  von  gefeit, 
Dan  fie  band  geben  zu  verßon, 
»10      Daß  niemand  mog  in  himel  goii. 
Er  bab  dan  gnfig  than  für  die  fund 

Durcb  reu,  beicht  und  folcb  triiglicb  fund, 
Was  nit  durch  büß  iverd  abgeltelt, 
M&ß  man  bezaln  in  jener  weit. 

VOM  ABLASZ 

9IS  Kmk  merk,  'was  lift  und  fchinderei 
Uß  folchem  bflßen  gfloßen  fei. 
Als  bald  fie  uns  band  trungen  in 

Zu  glauben  folchs  als  m&fts  fo  fin, 
Hand  fie  uns  bei  der  nafen  gfört, 
930      Zum  ablaß  dan  fo  wol  gefchmirt, 
Daß  fie  in  band  ufs  teurß  verkauft, 

Da  mit  uns  haut  und  bor  uß  grauft, 
Hand  gfagt,  wer  gelt  umb  ablaß  geit, 
Den  fag  man  folcber  bfißen  queit. 
da5  Sie  band  in  auch  gelobt  fo  fer 
Mit  falfcher  und  erdichter  1er, 
Daß  er  hin  nem  leid  fchuld  und  pein 

Und  mach  uns  gottes  kinder  fein. 
Da  mit  hat  er  im  gölten  vil, 
930     Dan  nieman  gern  bäß  tragen  wil : 
Nach  vil  ungerner  leit  man  pein, 
So  ferr  man  ir  mag  on  gefein. 
Da  mit  es  dar  zfi  komen  ift, 


222 


Daß  wan  dem  bapfi  dem  Anticbrift 
}«3A  An  gfit  und  gelt  ie  hat  zemmnen, 

Hat  er  uf  gthon  den  fchatz  und  bninnen, 
Darin  der  abloß  leit  verfchloßen, 

Hat  den  reilich  umb  gelt  uß  goßen. 
Dar  zÄ  der  Türk  im  wol  ift  komen, 
940      Den  ZÄ  vertilgen  furgenomen, 
Des  gleich  fant  Peters  bau  zu  Rom. 

Das  jubeljar  hat  auch  den  krom 
Des  ablaß  gmachet  teur  und  wert, 
Daß  iderman  fein  hat  begert. 
94ft  Drum  lie  daruß  gelts  kraft  band  bracht, 
Mit  lügen  doch  (wie  oft  gedacht), 
Dan  fie  den  mit  fo  großem  pracht 

Hand  uß  ger&ft  und  groß  gemacht, 
Durch  fledermeus  mit  wachs  geflickt^ 
9üo     Die  lie  darzÄ  band  uß  gefchickt, 
Ja  in  erhebt  und  globt  fo  hoch, 
Daß  iderman  iß  gwefen  goch 
Gein  Rom  und  anders  wo  zä  laufen, 
Daß  man  mocht  folchen  ablaß  kaufen. 
9S5  Dan  do  (hands  gfagt)  fei  voUer  gwalt 
Dem  bapft  in  fchlüßeln  zfl  geftalt. 
Daß  er  mog  fchließen  uf  und  z& 
Den  himel  wem  er  wil  und  wu, 
Dan  fein  gwalt  gang  auch  under  lieh 
960     Zfin  toten  und  ins  himelrich.* 
Drum  werd  man  (fagents)  abfolviert 

Von  lund  und  ftraf  (wie  ob  berfirt),  * 
Und  wer  in  folcher  unfchuld  fterb 
Daß  er  nit  lunde  anderwerb, 
M»  Des  fei  far  hin  on  hindemis 

Vom  mund  in  himel,  fei  gewis. 
Des  gleich  wer  gelt  in  dkiften  bringt 

Unds  darin  würft  daßs  wider  klingt. 
Der  fol  ein  fei  (hört  obenteuri) 
970     Erlöfen  uß  dem  fegefeur  : 
So  doch  der  maß  kein  fegfeur  ift, 


223 


Sonder  erdicht  yom  Antichrift. 
9  Nach  (fecht)  mit  folchem  gfchrei  und  brangen, 

Da  mit  die  kremer  umb  feind  gangen, 
975  Hand  fie  fo  lang  gelockt  mit  ghetz, 

Biß  fie  uns  bracht  band  ins  geltnetz. 
Daß  wir  mit  häuf  find  gfallen  drin, 

Wie  in  die  frucht  die  wilden  fchwin 
Oder  die  fogel  in  die  gam, 
9M>      So  fie  fliegen  mit  großen  fcharnr 
Dan  man  mit  häuf  iß  zu  in  komen 

Und  ablaß  umbs  gelt  von  in  gnomen. 
Ja  mancher  hat  fein  weib  und  kind, 
Sein  arbeit,  narung  und  gefind 
995  AU  wider  gots  gebot  verlaßen 

Und  fich  mit  eil  gmacht  uf  die  Ilraßen^ 
Alda  mit  m&  und  arbeit  fchwer 

Den  feckel  heim  bracht  wider  ler, 
Hat  fich  das  als  nit  laßen  tauren,  . 
990     Nur  daß  er  mocht  folch  gnad  erlaaren : 
Da  zwifch  band  aber  weib  und  kind 

Groß  mangel  ghapt  mit  fampt  dem  gfind. 
Das  dan  iß  warlich  wider  got, 
Wider  das  erß  und  vierd  gebot: 
995  Dan  got  wil  ie  daß  iederman 
In  einig  für  ein  got  fol  han, 
Der  durch  den  glauben  in  fein  fon 

All  pein  und  fchuld  uns  noch  woU  Ion. 
Es  fol  auch  (wil  got)  iederman 
1000      Sein  nechften  als  fich  felbs  lieb  han: 
Wie  vil  dan  mer  ein  man  fein  weib 

Sol  lieben  als  fein  eigen  leib, 
Dweil  fie  beid  ein  leib  foUen  fein. 
Als  das  die  gfchrift  ußweifet  fein. 
1005  Drum  fag  ich  das,  und  iß  auch  war, 
Daß  ich  umb  folich  jubeljar 
Und  ander  der  gleich  menfchen  gdicht, 

Umbs  gelt  mit  ablaß  uf  gericht,  ^ 

Nit  einen  heller  wolte  geben: 


224 


1010      Dan  du  biß  btrogen,  wiß  gleich  eben. 
Dar  zfi  er  dir  mer  fchaden  bringt 

Dan  nutz,  das  Tag  ich  wie  es  klingt. 
Dans  glauben  würt  da  nit  gedacht, 
Der  dan  alein  uns  felig  macht, 
101&  Sonder  man  fetzt  all  hoffiinng  bloß 

In  reu,  beicht,  bfiß  und  ablaß  groß. 
Da  mit  würt  dan  der  glaub  veracht, 
Zu  nichts  das  leiden  Chrifti  gmacht, 
I       Der  dan  alein  vertilket  hat 
1080      All  unfer  ßind  und  müTethat. 

Dan  nit  durch  reu,  beicht,  bfiß  für  dfund, 

Auch  nit  durch  ablaß  uß  gek&nt 
Wirt  mir  verzigen  pin  und  fchuld, 
Sonder  durch  glaub  in  gottes  huld, 
loih  Welch  mir  dan  ChriAus  hat  erworben 
In  dem  daß  er  für  mich  ift  gftorben. 
Drum  fpricht  der  herr,  wan  man  würt  künden 
Sich  hie,  £ch  dort,  magß  Chriftum  finden, 
Das  iß  Verzeihung  deiner  funden, 
1030  Solt  irs  nit  glauben,  dan  es  werden 
Als  dan  yil  Entchriß  fin  uf  erden. 
Die  werden  in  den  felben  tagen. 

Wie  daß  fie  Chrißus  feien,  lagen. 
Drum  fei  gewarnt  hie  iederman, 
10S5      Daß  man  bei  got  alein  bleib  ßan: 
Dan  was  nit  uß  dem  glauben  iß, 
lÄ  fünd  vor  got  zu  aller  friß. 
Drum  fchlechts  wer  nit  glaubt,  iß  verdampt 
Hie  mit  fo  haßus  alles  fampt. 
1040  ^Wans  jubeljar  nun  rum  iß  komen 
Und  man  das  gelt  hat  ingenomen, 
So  iß  der  fack  nach  nirgent  vol. 

Drum  dweil  man  fchmeckt,  wies  thftt  fo  wol 
Gelt  nemen  in  und  nichts  drum  geben, 
1045      Doch  tag  und  nacht  vol  dar  bei  leben. 
So  fchickt  man  dir  (drum  fich  dich  für) 
Das  jubeljar  hrauß  für  die  tür. 


225 

Da  mit  was  nit  hin  in  iß  gflogen 
Vor  alter,  jagend,  Unvermögen, 
1050  Das  felb  doch  iez  kom  vol  hin  in 
Und  man  uns  loß  doli  narren  fin. 
Da  fchickt  der  bapß  uß  ßn  legaten 

Mit  vil  gewalts,  wenig  ducaten, 
Er  gibt  in  aber  fonft  dar  neben 
liKA      Die  ablaßbrief,  dar  von  zu  leben, 
Do  mit  das  was  in  dkißen  gfelt. 
Im  unverletzt  werd  zu  geßelt, 
Und  uns  die  flügel  mit  geferden 
Deß  baß  da  durch  belchroten  werden, 
low  Wan  nu  die  botTchaft  uß  gefant 
Kompt  irgent  in  ein  ftat  im  lant. 
So  mfiß  man  ir  entgegen  gon 

Mit  herlicher  procefQon, 
Sie  fören  in  mit  großem  brangen, 
io«ft      Mit  kreuzen,  fanen  und  kerzAangen, 
Mit  großem  glang  und  auch  gefchrei 

Von  pfaffen,  münchen  mancherlei. 
Als  dan  fo  würt  ein  kreuz  uf  gßeckt. 
Da  mit  der  menfchen  herz  bewegt, 
1070  Und  würt  der  abloß  wie  der  wein 

Uß  gr&ft  mit  großem  gleiß  und  fchein. 
Da  mit  kompts  gelt  dan  auch  von  den. 
Die  vor  gen  Rom  nit  mochten  gen. 
9  Und  e  der  ablaß  ift  recht  uß, 
1075      Kompt  dir  ein  andrer  für  das  hus: 
Do  iß  ein  kloßer  abgebronnen, 

Do  find  vil  münch,  hie  wenig  nonnen, 
Do  wil  man  große  glocken  gießen, 
Iez.  wil  der  Kein  das  land  uf  fließen, 
1080  Und  vil  der  gleichen  trumpeltrei 

Würt  furgewent  mit  großem  gfchrei, 
Do  mit  daß  man  mog  urfach  haben 

Uns  haut  und  har  gar  ab  z&  fchaben, 
Dan  fie  fich  gar  nit  th&nt  befchemen 
108S      Den  Teckel  zä  dem  gelt  zfi  nemen. 

15 


226 

^Nu  hört  zu  einen  gdten  boflen 
Der  uß  dem  abloß  ift  gefloßen. 
Hat  einer  unrechfertig  gut 
Und  beichtet  wie  ein  ander  thfit, 
1090  Und  wer  der  ablaß  noch  fo  groß, 
Würd  er  doch  nit  der  lunden  los, 
Er  geb  in  dans  halb  oder  mer, 
Da  mit  er  thfi  ein  widerker. 
Als  dan  fo  meint  der  from  gut  man, 
109&      Er  hab  der  fach  fcbon  gnug  gethan: 
So  mans  doch  wenden  folt  uf  die, 
Von  denen  dan  das  gut  wer  hie. 
Und  fo  man  dan  die  nit  möcht  hon. 
Den  armen  folt  z&  laßen  Aon. 
noo  Dweil  aber  folchs  kein  nutz  in  brecht, 
So  fol  es  nichts:  diß  möß  fein  recht 
^  Nu  hör  noch  einen  klugen  lift. 
Der  zu  dem  bapA  dem  Antichriil 
Der  ablaß  oft  geraten  iß. 
1105  Wan  in  etwan  (wie  wir  dan  lefen) 
Sein  ban  verrollet  ift  gewefen. 
Das  ift,  daß  er  vernichtet  ward 

Von  ieman  feiner  widerpart 
(Wie  ich  dan  oben  hab  gemelt 
1110      Und  das  der  Hütten  klar  erzelt. 
Daß  folchs  von  keifem  ußerwelt 
Zu  mermalen  gefchehen  fei 
Von  wegen  des  bapfts  tirannei) 
Und  er  dan  nicht  mocht  mechtig  fein, 
1115      Gab  er  ablaß  für  fchuld  und  pein, 
Riifl  dar  uf  an  das  weltlich  fohwert 

Umb  hülf.  das  ward  er  dan  gewert, 
Dan  er  fagt  allen  denen  zu 
Die  feligkeit  und  ewig  ru, 
itao  Die  fteur  und  hilf  in  folchen  noten 

Der  helfchen  römfcben  kirchen  theten. 
Und  wer  in  dem  krieg  wiird  crfchlagen. 
Der  f&r  von  nmnd  uf  (thet  er  fagen) 


227 


On  alle  pein  ins  fchebig  leben. 
1125      Das  was  der  fold,  den  er  thet  geben 
Den  feinen  aller  Uebfien  kinden 

Die  fein  find  theten  überwinden, 
Unangefehen  daß  im  got 

Solichs  mit  tröu  verboten  bot, 
1130  Als  Chrißus  Petrum  hat  befcheiden 

Das  fcfawert  zö  Hecken  in  die  fcheiden, 
Dan  wer  do  nemen  wirt  das  fchwert, 
Der  felb  auch  mit  verderben  werd. 
Nach  hat  er  die  im  wider  ßreben 
im      (In  feinem  £n)  dem  teufel  geben 
Mit  fim  vermeinten  ban  gemelt. 

Mit  dem  er  hat  erfchreckt  die  weit, 
Daß  man  im  ghorlam  ift  gefein, 
Dweil  man  hat  gmeint,  es  m&ß  fo  fein 
1140  Und  het  der  ding  gut  fäg  und  macht 
Uß  gwalt  der  fchlüßel  oft  gedacht. 
^Da  mit  ich  eins  den  ablaß  bfchließ, 
So  merk  nach  eins  uf  on  verdrieß, 
Dan  es  ift  gar  ein  lamer  bofs, 
114S      Wie  wol  fie  in  nit  achten  groß. 
Die  beicht  (fagents)  fol  fein  mit  ftill: 
So  machents  drauß  ein  äffen  fpil, 
In  dem  daß  manger  der  etwan 
Uß  zom  ein  totfchlak  hat  gethan, 
1150  Oder  geraubt,  gemort,  gebraut, 
Oder  ein  Jüdin  fonß  bekant, 
Der  mfiß  (ob  fchon  z&r  felben  friß 
Die  lund  menglich  verborgen  ift) 
Sich  gfchenden  felbs  vor  aller  weit 
nu      Mit  offner  büß,  er  geb  dan  gelt. 
Er  muß  ßch  offenlich  Ion  fchlagen, 

Ein  fchwert,  brand  oder  hund  umb  tragen, 
Daß,  ob  man  dfund  fünft  nit  gdar  nennen, 
Sie  doch  mog  bei  der  büß  erkennen. 
1160  Da  mit  würt  mancher  dan  verbrent, 

Der  ander  köpft,  der  drit  fonft  gfchent, 

15* 


228 


.   Dem  ich  daii  ctlich  wol  ivolt  nennen, 
Die  ich  hab  gfehn  des  .halb  verbrennen. 
Sie  achten  nit,  ob  alle  weit 
lies      Würd  gfchent,  nur  daß  in  wurde  gelt. 
Ich  weiß  daß,  wiltu  dwarheit  jehen, 
K^n  großen  köpf  nie  hall  gefehen, 
Den  man  der  maß  hab  umb  gefört. 

Was  thfits?  das  gelt,  wie  ob  berftrt. 
1170  Der  gleich  thunts,  wan  eim  fromen  weib 
Etwan  ein  kind  abgeht  im  leib 
On  all  im  willen  und  gedank, 
Daß  man  fie  auch  fo  fört  umb  dbank, 
•     Muß  davon  eim  zfim  andern  gon, 
1175      Sich  öffentlichen  fchlagen  Ion, 

Als  hets  ein  mort  mit  willen  gthon: 
So  ße  doch,  großem  mort  begont, 

Wan  fie  mit  (pfuch  fchweig  ftil!)  umb  gont. 
Nu  folichs  b&ßea,  wie  maus  ficht, 
1180      Ufs  meift  in  großem  ablaß  gfchicht. 
Hie  mit  fei  diß  auch  ußgericht. 
^Nach  ift  ein  griff,  der  fer  hat  gmert 

Des  Entchrifts  reich:  dmm  merkt  und  hört! 
Den  zehend  der  got  ward  gegeben 
118&      Und  den  prieftem,  do  von  z&  leben, 
Dweil  fie  funfl;  anders  betten  nicht 

(Als  uns  die  gfchrifb  des  gibt  bericht), 
Ziehend  fie  in  zu  mit  gewalt 
Von  reich  und  arm,  von  jung  und  alt, 
1190  Vermeinen  des  gät  recht  zu  hau, 

Drum  daß  mans  find  gefcbriben  fian, 
Doch  nur  im  alten  tefiiament, 

Hand  fies  doch  fin  uf  fich  gewent: 
So  er  doch  nur  gebüret  bot 
1195      Den  prieftem  in  dem  alten  ftot, 
Dem  prieftertfim  nur  ift  gefin 

Des  waren  ein  figur  und  fchin, 
Welchs  dan  in  Chrißo  ift  volent 
Mit  fampt  dem  gfatz  und  teftament. 


229 

1300  Drum  furthin  der  her  Jefus  Chrill 
Der  ein  und  ewig  priellcr  ift, 
Nit  nach  Arons  und  Levi  gfchlecht, 

Sonder  des  küngs  Melchifedech: 
Dan  Chriftus  ift  (vemempt  on  zorn) 
iao5      Vom  gfchlecht  und  fiam  Juda  geborn. 
Dweils  priefiertäm  dan  ab  ift  thon 
Von  Levi  gfchlecht  und  Aaron, 
So  iß  auch  damit  hin  geleit 
Als  was  das  gfatz  von  alten  feit, 
uio  Drum  auch  im  nüwen  teftament 
Der  zehent  iezund  hat  ein  end: 
Dan  wo  er  gelten  folt  als  e, 

So  m&ft  auch  gelten  anders  me, 
Als  die  befchneidung  und  verbot 
t»i5      Der  fpeis,  wies  got  verboten  hot 
Sampt  allem  andern  zunfelwerk. 

Das  dan  als  nichts  me  gilt,    nach  merk! 
Die  weil  der  bapft  mit  Um  gedieht 
Ein  prieftertdm  hat  uf  gericht, 
1330  Die  man  maß  ölen  und  befcheren, 
Als  ob  fie  drum  deft  beßer  weren, 
So  meint  er  und  fein  gfchmirten  knecbt 
Des  zehends  han  g&t  fSg  nnd  recht, 
Alein  drum  daß  es  gfchriben  ftot 
vrji      Im  gfatz,  das  fie  doch  nichts  an  got. 
Daß  man  aber  auch  hell  und  klar 

Drin  gfchriben  findt  vom  jubeljar, 
Wie  man  im  felben  iederman 
Ließ  wider  zfi  fin  g&tern  gan, 
1230  Die  mancher  dan  het  uß  armüt 

Verkauft,  verpfant  umb  kleines  gut^ 
Des  felben  jars  auch  iederman 

Von  dienßbarkeit  ward  frei  gelan, 
Drums  dan  auch  ein  frei  jar  ward  gnant, 
im      Wie  uns  die  gfchrift  das  thfit  bekant: 
Wöln  unfer  nennen,  munch  und  pfaffen 
Nit  wißen  noch  mit  han  z&  fchaffen. 


230 


Dan  foltens  dem  iez  nach  geleben, 
All  keuf  der  g&ter  wider  geben 
1S40  Im  jubeljar,  als  würt  nach  heur, 

Glaub  mir,  das  lachen  wurd  in  teur: 
Dan  do  mit  wurden  dan  ab  gon 

Die  pfründen,   wie  lie  iezund  Ron: 
Des  ich  dan  zwar  nit  vil  wolt  achten, 
1S45      Dwil  fie  nit  leren,  fonder  fdilachten. 
Ich  gfchweig  daß  fie  die  fchof  befcheren 

Mit  lügen  und  erdichten  meren. 
Dar  zA  wo  man  ir  hundert  hat, 
Zwen  drei  gnug  wem  in  einer  ftat: 
i>öo  Die  wurden  dan  lichtlich  emert ' 

Vom  zehenden  on  groß  befchwert, 
Und  wurd  nit  me  von  noten  fin 

Der  wacher,  zins  und  fchnöd  gewin, 
Des  Entchrißs  gfind  mit  z&  erhalten 
mb      Im  m&ßiggang  beid  jung  und  alten 
Wider  gots  Ordnung  und  gebot. 

Wie  Genefis  gefchriben  ftot. 
Daß  der  menfcb  fich  emeren  fol 
Im  fchweiß  fins  angfichts  (merk  mich  wol): 
1260  Das  in  dan  worlich  nitwürd  fchmecken 
Und  der  ding  vil  die  dan  auch  Hecken 
Im  nüw  und  alten  teftament. 

Da  fies  blat  fein  han  umb  gewent 
Und  nach  all  irem  willen  gbogen, 
1265      Es  fei  glich  war  oder  erlogen. 

Wie  fie  dan  auch  hant  gmacht  hie  vor 

Ein  jarmarkt  uß  dem  jubeljor 
lu  dem  man  (wie  gfagt  iß)  folt  Ion 
Ein  ieden  k&  fein  gfitem  gon 
1270  Und  arm  verkauft  leut  laßen  frei: 

So  hands  drauß  gmacht  ein  fchinderei, 
Den  armen  lüten  gnomen  ab 

Ir  gelt  und  gfit  und  ander  hab, 
Verkaufent  ablaß  umb  groß  gelt, 
1275      Bkriegent  dar  nach  da  mit  all  weit: 


231 

Das  heißt  in  dan  die  foheflin  weiden, 

Wan  fie  fo  herfchen  wie  die  beiden. 
Alfo  hands  hie  die  gfchrift  gebückt. 

Vom  zebend  bleibt  fie  unverruckt, 
itso  Dan  den  muß  man  bim  bfichftab  Ion, 

Das  jubeljar  geiftlicb  verfton : 
Nemlich  wie  man  im  alten  jocb 

Hat  zeitlich  ding  gelaßen  noch, 
AITo  laßt  man  iez  geiftlicb  ding 
1285      Nemlich  die  landen  nach  gering. 
Doch  maß  man  inen  gelt  drum  geben, 

Verzern,  verfumen  vil  dar  neben, 
Biß  manger  zwei  drei  hundert  milen 

GewaUet  oder  mer  bei  wilen, 
lido  Und  doch  umb  fonft  als  und  vergeben, 

Dan  do  durch  kein  fand  wurt  vergeben. 
Das  ich  dan  gern  wolt  hin  lan  gon 

Und  kein  wort  reden  me  dar  von, 

Wos  nie  der  fei  hett  fchaden  thon, 
129S  In  dem  daß  man  het  drin  vertraat, 

Nit  nf  den  felfen  Chrißum  baut. 
Auß,  auß,  pfei,  pfuch!  zfim  teufel  hin 

Mit  folchem  felmördifohen  gwini 
Es  ift  doch,  wan- maus  recht  beficht, 
isoo      Um  all  ir  ding  ufs  gelt  gericht. 
Man  muß  gelt  geben  von  den  taufen, 

Ablaß  und  firmung  von  in  kaufen,     x 
Zu  beichten  mfiß  man  geben  gelt, 

Die  mefs  man  auch  umbs  gelt  befielt, 
1305  Man  gibt  auch  gelt  umbs  facrament. 

Das  got  hat  gnant  ein  teßament. 
Stirbt  eins,  laßt  im  den  tot  begon. 

So  muß  man  geben  gelt  dar  von. 
Es  fterb  eins  oder  werd  geborn, 
1310      So  hands  irn  teil,  das  iß  verlorn. 
Vil  mange  ee  band  fie  zertrant, 

Umb  gelt  wider  zfifam  erkant. 
Die  fpeis  verbietents  bei  dem  ban: 


232 

Umb  gelt  würts  wider  nach  gelan. 
13U  Alib  thSnt  fie  all  ding  verkaufen, 

Do  mit  fie  uns  das  bor  uß  raufen. 
Das  fei  nu  gfagt  vom  andern  teil : 
Nu  an  das  dbrit  mit  glück  und  beil. 

VOM  FEGFEÜR 

UND  ENTCHRISTISCHEN  GOTSDIENST 

UND  GÜTEN  WERKEN 

Sebt,  mit  dem  ablaß  (wie  gebort) 
1330      Hat  der  Entcbrül  all  weit  bedört 
Und  uns  umb  unfer  gelt  betrogen, 

Das  mark  ja  uß  dem  leib  gelogen. 
Und  das  alein  zö  wegen  bracht 
Uß  gwalt  der  fchlüßel  oft  gedacbt, 
1325  Mit  dem  er  bat  all  weit  erfchreckt, 

Zu  letß  den  auch  ins  fegfeur  gftreckt, 
Welchs  er  und  fein  häuf  band  erdicht, 

Do  mit  vil  gots  dienft  ufgericht, 
Der  doch  nichts  iß  dan  gleifnerei, 
1380      Die  urfach  gibt  z&  bfirerei, 

Als  pfaffen,  münch  und  nonnen  werden 

Mit  mancherlei  weis  und  geberden, 

Als  kutten  tragen  fchwarz,  grau,  weiß, 

Groß  narren  kappen  dran  mit  fleiß, 

1335  Das  bor  abfcheren,  dfinger  fchmiren, 

Die  menfcben  weit  von  got  abfören, 

Mit  folcber  apoßutzlerei 

Und  fonft  der  gleich  vil  gleifnerei, 
Als  kcufcbeit  globen,  die  nit  halten, 
1340      Wie  maus  dan  ficht  in  jung  und  alten, 
Gehorfam  und  armSt  geloben 

Und  doch  alzeit  darwider  toben, 

Mit  gätem  vollen  bauch  und  kragen 

Sich  alzeit  großer  armät  klagen, 

134.S      Darbei  von  großem  gots  dienft  fagen. 

Als  fchreien,  heulen,  mumlen,  kerren, 


233 

Lang  metten  in  der  kirchen  blerren, 
Prim,  terz,  fext,  nou,  vefper,  complet. 

Wie  folchs  dan  noch  einander  geht, 
UM)  Vil  meflen  lefen,  zwo  drei  fingen, 

Und  folichs  alles  fampt  toI  bringen 
Mit  wachen,  beten,  kreuz  weis  ligen, 

Mit  knien,  neigen,  bücken,  biegen, 
Mit  glocken  leuten,  orgeln  fchlagen, 
inb      Mit  hditfim,  kerzen,  fanen  tragen, 
Mit  kirchen,  wachs,  falz,  waßer  weihen, 

Darzfi  ablaß  und  gnad  verleihen. 
Mit  reuchen,  amplen,  kerzen  brennen 

Und  was  me  ift,  kans*  nit  als  nennen, 
iMo  Uf  große  feß  got  jubeUeren, 

Mit'  langem  gfang  und  fonß  hofieren. 
Mit  orgeln  und  mit  vogel  gfchrei. 

Mit  trommen,  pfeifen  mancherlei.  — 
Der  roraff  thfit  das  maul  auf  fperren, 
1S65      Daß  man  wen,  er  thüi  auch  drin  bierreu 
Hulzen  gelechter  und  drommeten, 

Schalmeien,  fleiten,  als  von  noten 
Zu  folchem  gots  dienß  felbs  erdicht. 

Durch  hilf  des  fegfeurs  ufgericht, 
1370  Das  fie  dan  band  gemacht  fo  heiß. 

Daß  fie  der  armen  bl&t  und  fchweiß 
Durch  folchs  gepreng  band  an  fich  zogen, 

Sie  und  ir  kind  dar  umb  betrogen. 
Dan  fie  haut  gmeint^  mit  zfl  entrinnen, 
1375      Daß  fie  das  fegfeur  nit  foU  brinnen: 
Das  dan  in  warheit  würt  gefchehen, 

Dan  fie  das  nimer  werden  fehen, 
Dweil  in  warheit  kein  fegfeur  ifi. 

ledoch  band  fie  mit  folchem  lift 
1380  Erlangt  was  fie  dan  band  begert. 

Wer  weiß  aber,  wie  lang  es  wert; 
Got  wurt  furwar  (wil  ich  verjehen) 

Nit  alzeit  durch  die  finger  fehen. 
Doch  wil  ich  fie  darf&r  Ion  forgen, 


234 


1385      Got  mag  eim  wol  ein  ürten  borgen 
Ein  zeit  lang,  doch  nit  ewiglich. 

Doch  laß  ichs  fein,    hör  weiter  mich! 
^Ich  wil  euch  iezund  furher  tragen 
Die  guten  werk,  von  den  fie  Tagen, 
1390  Daß  man  vil  bäß  mit  mög  ablegen. 
Uns  ufgelegt  von  funden  wegen. 
Durch  welch  die  pein  in  jener  weit 

Auch  gmindert  werd,  wie  ob  erzelt, 
Als  kirchen,  klofter,  klaufen  bauen, 
139Ä      Die  fchier  vervallen  find,  emauen. 
Mit  zins  und  gülten  die  begoben. 

Daß  man  got  tag  und  nacht  mog  loben 
Mit  fteur  und  hülf  zö  großen  glocken. 
Die  bild  uimutzen  wie  die  docken, 
1400  Mit  filbem  kelchen,  die  vergülden. 

Mit  fchon  monftranzen  und  brußbilden. 
Mit  großem  koft  die  altar  zieren. 

Mit  taflen  uf  die  welfch  monieren. 
Mit  kappen  und  mit  mefsgewand 
H05      Von  färb  und  feiden  mancherhand. 

Als  weiß,  fchwarz,  rot,  gel,  grün,  bla,  braun, 

Darum  ein  firlefanz  und  zäun 
Von  fiden  fchon  daruf  geflickt, 
Gold,  filber,  berlin  druf  geflickt. 
Hio  Solchs  und  der  gleichen  gaukelfpil 

(Die  ich  nachmals  auch  melden  wil) 
Muß  aUes  heißeq  gute  werk, 

Die  doch  got  haßt,  drum,  lieber,  merk 
Und  hör  was  Chriftns  felber  fagt, 
141»      Uns  got  durch  den  propheten  klagt: 
'Diß  Volk  ert  mich  umb  fonft  (fpricht  got) 

Daß  es  lert  menfchen  1er  und  gbot\ 
^  Nach  weiter  band  fie  uns  bedört 
Mit  falfcher  1er.    drum  weiter  liorti 
uao  Die  heiigen  band  fie  uns  gthon  leren 
lezt  fonfi  dan  fo  wie  abgöt  eren, 
Iezund  mit  faßen,  feiren,  wallen. 


235 

Als  hettens  drin  ein  wolgefallen, 
Izt  opfern  gelt,  wachs«  fleifch,  feift  hennen 
1425      Seu,  ka,  fchaf,  kelber,  liechter  brennen, 
Izt  wechfen  bild,  iezt  haubt,  f&ß,  hend, 

Do  mit  das  Yolk  von  got  gewent, 
Daß  man  me  trofts  hat  gfetzt  in  fie 
Dan  in  got  felbs,  ift  abgotri. 
1480  Hant  nothelfer  auß  in  gemacht, 

Sie  uß  ger&ft  mit  gi'oßem  pracht 
Si  haben  auch  uf  im  gewin 

Furfprech  und  mitler  gmacbt  uß  in, 
Da  mit  yemichtet  Jefnm  Chriß, 
143S      Der  dan  alein  der  furfprech  iß. 
Johannes  fpricht  'wan  iemants  lundt, 

So  band  wir  ein  getrüwen  frunt, 
Der  vor  got  unfer  furfprech  ift, 

Der  war  got  und  menfch  Jefos  Chrift. 
1440  Er  ift  auch  der  der  für  uns  bit 
Und  für  uus  für  den  vater  trit, 
Er  ift  der  mitler  auch  alein: 

Wem  andern  fädit,  würt  haben  kein. 
Drum  wer  nit  an  dem  mitler  hangt, 
1445      Der  felb  kein  feligkeit  erlangt, 
Dan  fchlechts  kein  nam  uf  erden  ift, 

Dan  difer  namen  Jefus  Chrift, 
In  dem  all  folker  difer  erden 
Gebenedeit  und  feiig  werden: 
1450  Dan  er  hat  (fpricht  die  gfchrift)  fein  leben 
Für  uns  in  ein  erlofung  geben.* 
So  thfit  uns  got  noch  weiter  kunt 

Durchs  Propheten  Ofee  munt, 
'Kein  feligmacher  iß  dan  ich, 
1465      Drum  würft  kein  got  me  han  dan  mich\ 
Noch  haben  fie  mit  bfchiß  und  btruk 

Chrißum  geworfen  hin  zu  ruck 
Und  band  mit  großem  gfchrei  und  pracltt 
Abgotter  uß  den  heiigen  gmacht, 
1460  Dann  es  hat  in  in  dkuchen  troffen, 


236 


Daß  ße  deft  baß  band  gfcblempt  und  gfoffen, 
Wie  dan  z{l  Danielis  ziten 
Aucb  band  getbon  die  Beeliten. 
^Mit  fabeln  die  fie  band  erdicbt 
lifii      Von  feien  (das  dan  nimer  gfcbicbt), 
Daß  fie  erfcbinen  bie  und  do 

In  feuere  flam,  bald  anders  wo, 
MAß  fo  vil  jar  im  fegfeur  fein 
Und  leiden  unaußfprecblicb  pein, 
1470  Man  tb&  in  dan  vil  mels  nacb  lefen 
Und  ander  der  gleicb  gaukelwefen, 
Hants  gtbon  vigilg,  mefs,  jarzeit  ftiflen 
Und  das  als  ußertbalb  der  gfcbriften. 
Da  ber  iß  iezt  all  weit  vol  meflen, 
1475      Und  docb  des  recbten  braucbs  vergeßen. 
Dan  fie  diß  beilig  facrament, 

Das  got  felbs  nent  ein  teftament, 
Uß  eignem  frevel  felbs  erdacbt 
Zu  einem  opfer  band  gemacbt, 
1480  Daß  von  in  mog  geopfert  werden 
Für  tot  und  lebend  bie  uf  erden: 
So  es  docb  uns  alein  ift  geben, 

Ja  uns  (fag  icb)  die  nacb  bie  leben, 
Daß  unfer  glauben  bie  uf  erd 
i4«Ä      In  gottes  wort  beveftet  werd 
Wider  die  fiind,  tot,  teufel,  bell 

Sampt  allem  irem  ungefell, 
Und  lunderlicben  zu  den  Zeiten 
So  fei  und  leib  mit  nander  ßreiten, 
1490  Und  uns  die  äugen  iezt  uf  gon, 

Zu  feben  was  wir  ie  band  gtbon. 
Zu  folcbem  ftreit  (wie  iezt  gemelt) 
Hat  got  für  uns  ficb  dar  gefielt 
Und  uns  des  fin  zäfagung  tiion, 
i4»5      Daß  er  fein  beiigen  leicbnam  fron 
Für  uns  bab  geben  in  den  tot 

Und  fein  vil  beilges  blut  fo  rot 
Vergoßen  als  ein  gtrauer  frünt 


237 


(Hort)  in  verzihung  unfer  fund. 
i:.oi»  Hat  uf  folicLs  diß  facrament 

Uns  gfezt  z&  einem  tellament, 
In  welchem  er  uns,  die  da  leben, 

Sein  fleifch  und  bl&t  hat  (merken  eben) 
In  wein  und  brot  zum  zeiohen  geben, 
1505  Daß  wir  gwis  feien  gottes  huld, 

Daß  er  hab  bzalt  all  fund  and  fchuld 
Und  durch  fein  tot  uns  fei  gegeben 
Ablaß  der  lund  und  ewigs  leben. 
Drum  uf  folch  zufag  uns  gethan 
1^0      Wir  uns  auch  biUich  foln  verlang 
Dweil  uns  doch  wart  diß  facrament 

Als  brief  und  figel  furgewendt, 
Daß  uns  got  ie  wöll  halten  ftet 
Was  er  uns  zSl  hat  gfagt  on  bet 
1&15  Darum  folchs  gar  nit  dienen  mag 
Den  toten  nach  der  pfaffen  fag. 
^  Und  wie  wel  (fecht,  min  lieben  fründ) 
All  ob  erzelte  menfchen  fand 
Nit  find  gegrundt  in  heiiger  gfchrift, 
i&ao      Nach  hats  der  bapll  durchs  teufeis  gifl 
Gots  dienft  und  göte  werk  genant, 
Dar  zA  er  dan  die  leut  vermant 
Mit  falfcher  uncftrißlicher  1er, 
Ja  fie  auch  dringt  mit  gboten  fer, 
15S5  Daß  man  folch  gSte  werk  volbring, 

Dan  dar  durch  werd  die  bfiß  gering. 
Die  man  hie  für  die  lund  uf  erden 
Maß  dragen  oder  gfeget  werden: 
Dan  fchlechts  wer  hie  nit  gnäg  hat  thon, 
1530      Der  maß  (fagt  er)  ins  fegfeur  gon, 
Darin  er  got  bezalen  muß 

Sein  fund  mit  folcher  fchweren  büß. 
Dar  neben  hat  man  uns  beredt. 
Als  ob  got  folchs  als  gboten  hett 
1595  Und  nieman  feiig  werden  mocht 

Dan  der  (wie  gfagt)  folchs  als  volbrecht: 


238 


Da  mit  (ie  uns  zd  forcht  hant  bracht, 
Daß  wir  was  fie  nur  hant  erdacht, 
Als  wilh'g  hand  genomen  an, 
»40      Do  mit  vermeint  genug  zSl  thon 
Für  unfer  (und  und  müFethat 

Und  z&  erwerben  gottes  gnad, 
Und  hand  darnach  daruf  gehauen, 
All  unfer  hofnung  und  vertrauen 
1S45  In  folche  unfre  werk  gefetzt, 

Da  mit  das  leiden  gots  verletzt. 
Den  glauben  da  mit  auß  gelofchen. 

Mit  großer  mue  1er  ßro  getrofchen, 
Dweil  nieman  würt  gerecht  vor  got 
1550      Dan  der  ein  waren  glauben  bot 
In  Jefum  Chrißum  gottes  fon, 

Daß  der  für  uns  got  gnfig  hab  thon. 
Drum  folcher  gots  dienft  ob  ber&rt 
Dweil  er  vom  glauben  uns  ab  fürt,  . 
irKSü  Der  durch  der  werken  fchein  und  glanz% 
Verdilkt  würt  und  verdunkelt  ganz, 
Auch  dweil  die  ding  find  eußerlich 

Und  gots  reich  aber  innerlich, 
Auch  folchs  nichts  feind  dan  menfchen  fünd, 
1560      So  ills  gwis  nichts  dan  lauter  fiind, 
Vorab  mit  folchem  won  gethon. 

Als  mog  man  gnfig  für  dlund  mit  thon : 
Dan  was  got  nit  geboten  hot, 
Das  ift  ein  greuel  groß  vor  got, 
ises  Dar  an  nu  einig  fchuldig  ill 

Mit  feim  gefchwürm  der  Antichriß, 
Die  fo  lang  giert  hand  und  gefchriben. 
Biß  fie  folchs  hand  ins  volk  getriben. 
^Unds  da  bei  nit  hand  bleiben  Ion, 
1570      Sonder  damit  daß  gottes  fon 
Nur  wurde  ganz  und  gar  vernicht, 
Hands  erß  ein  fireien  willn  erdicht, 
.  Durch  den  der  menfch  das  g&t  mög  thon 
Uß  eigner  kraft  unds  unrecht  Ion 


239 


i^n  Und  durch  lein  werk  fich  mog  vcrCbnen 
Mit  got  und  fclbcrgnad  verdienen, 
Die  uns  doch  got  uß  lauterm  gunll 

Durch  Jefum  Cfarißum  gibt  umb  fünft, 
Und  Cbriihis  der  her  felbcr  fpricht 
1580      'On  mich  vermögt  ir  alle  nicht*, 
Und  weiter  'niemant  kompt  zfi  mir, 

Der  vater  zieh  in  dan  herfür.' 
So  nimpt  fant  Paul  uns  nit  alein 
•  Vermüg  der  werk  von  herzen  rein, 
ir.85  Sunder  er  nimpt  uns  in  eim  fchwank 
Auch  als  vermügen  der  gedank« 
Noch  iß  die  weit  fo  doli  und  dum 

Daß  fie  durch  werk  wil  werden  frum, 
Die  von  den  menfchen  find  erdacht, 
1S90      Von  got  verworfen  und  veracht: 
Dan  got  ie  hart  verboten  hot 

All  menfchen  1er,  gfatz  und  gebot. 
Das  ich  dan  klar  beweren  wil 
Mit  heiiger  fchrift  und  dem  nur  viL 
1595  Got  fpricht  (merk):  du  folt  nichts  zfi  thon 
Zfi  meinem  wort,  auch  nichts  dar  von. 
Du  folt  nit  gehn  zur  linken  feiten. 

Auch  nit  zdr  rechten  umb  ein  meiten. 
Sonder  den  weg  fchlechs  für  fich  gon, 
ißoo      Den  dir  got  felbs  hat  kund  gethon. 
Du  folt  nit  thfin  was  dich  dunkt  gut. 

Sonder  was  dir  got  gbieten  thut. 
Du  folt  alein  dem  herren  thon 

Was  ich  dir  gbeut,  nichs  zö,  nach  von. 
1606  Gehnd  hin  (fpricht  Chriltus)  weit  und  breit 
Und  lernen  was  ich  euch  hab  gfeit. 
Ir  fint  min  frünt  (fpricht  auch  der  her), 
Wan  ir  thon  was  ich  gebeut  und  1er. 
Wer  nit  in  der  1er  Chrifti  bleibt, 
i«io      Der  hat  kein  got,  Johannes  fchreibt 
Des  Vaters  ßim  von  himelreich 
Gebeut  und  fagt  uns  allen  gleich  > 


240 

•Das  ift  mein  lieb  gehapter  fon, 
In  dem  ich  ein  wol^allen  hon: 
1615  Den  folt  ir  hören,  den,  fpricht  er, 
Verbeut  damit  all  menfchen  ler. 
Sant  Paulus  fpricht  *und  wen  z&  euch 

Ein  engel  kern  von  himelreich 

Und  geh  euch  ander  gbot  und  ler 

1620      Dan  ir  band  ghort  von  mir  biß  her, 

So  fol  die  ler  euch  fein  ein  fluch.* 

Drum  ieder  lüg,  was  ler  er  füchl 
Dan  wer  uf  menfchen  ler  hat  gbuwen, 
Uf  werk  und  uf  erdichten  ruwen, 
16S5  Wie  lie  mit  alter  yetlen  meren 

Uns  für  das  gotswort  band  gthon  leren. 
Der  wirt  warlich  ein  feler  fchießen, 

Sinr  m&  und  arbeit  klein  genießen. 
Hangt  man  aber  an  gottes  wort 
ißjhi      Mit  feftem  glauben  (wie  gebort), 
Das  fo  vil  jar  tief  lag  vergraben. 
Und  aber  iezunt  wider  haben, 
Laßt  im  das  fein  ein  zweck  und  mol 
Als  nach  dem  er  Geh  .richten  fol, 
1635  So  würt  der  felb  (iß  gwis  und  wor) 
Nit  fein  als  vil  als  umb  ein  bor: 
Dann  e  gots  wort  nit  folt  beßon. 
Ja  nur  ein  fpitzlin  folt  abgon, 
E  m&ß  himel  und  erd  zergon. 
1640  Und  wie  wol  folchs  ein  ieder  chriß 
Bekent,  vergicht  und  glauben  iß, 
Noch  iß  es  leider  darzö  körnen. 

Daß  dlügen  überhand  hat  gnomen 
Und  dwarheit  in  der  fchrift  verfaßt 
1645      Verfolgt,  verdampt  würt  und  verhaßt. 
Das  dan  iß  uß  verhengnis  gots 

Gefchehen,  daß  wir  feins  gebots 
Nit  band  genomen  eben  acht. 

Sonder  als  was  der  bapß  hat  gmacht 
1650  On  widerred  band  genomen  an. 


241 


So  wir  probiert  doch  folten  han, 
Ob  folche  und  der  gleichen  Icr 
Uß  got  oder  vom  teufel  wer. 
Dweil  wir  nu  folchs  nit  band  gethon, 
16M       Sonder  folch  warnung  nach  gelon, 
Hat  got  verfaengt  (wie  billich  ift) 

Daß  uns  <ler  bapft  der  Antiobriß 
Mit  ßm  gefind  das  heilig  grab 
Mit  lift  und  btrug  hat  gwonnen  ab 
I6C0   Und  das  nachmals  veriiät  fo  Ter 

Mit  ban,  verbot  und  falfcher  1er, 
Daß  nu  fchir  bei  fünf  hundert  joren, 
In  denen  wirs  grab  band  verloren, 
Schlechts  nieman  dar  zu  komen  mocht, 
1665        Dan  wen  der  Entchriß  oft  gedocht 
Infonders  dar  zfi  hett  beftalt, 

Das  zu  verfaftten  mit  gewalt^ 
Da  mit  fein  btruk  und  falToher  liß, 
Mit  dem  er  dan  umb  gangen  iß, 
1670    Wie  wir  das  band  erklert  biß  bar, 
Nit      würde  kund  und  offenbar: 
Dan  nieman  gdorß  die  gfchrift  glofieren, 

Sonß  oder  fo  interpretieren, 
Er  tfaets  dan  biegen  oder  zwingen, 
1675        Daß  es  mocht  gelt  dem  Entchriß  bringen, 
Oder  fie  fonß  der  maß  thet  fpalten. 

Daß  des  bapßs  gwalt  mit  würd  erhalten. 
Das  fie  dan  fleißig  band  bedacht, 
Petrum  z&  einem  fels  gemacht, 
1680    Uf  den  die  kirchen  buwen  fei 

Und  vil  der  gleichen  ßempenei. 
Daruf  fie  band  die  gfchrift  gezogen 

Und  die  nach  all  fim  willen  gbogen, 
Do  mit  fie  band  z&  wegen  bracht, 
1685*      Daß  der  Entchriß  (wie  ob  gedacht) 
Sich  hat  der  maß  gefchickt  in  orden, 

Daß  er  das  haupt  der  kirch  iß  worden. 
Da  mits  zä  letß  da  hin  iß  komen, 

16 


242 

Daß  was  er  nur  hat  für  gonomcn, 
T«9o    Ja  was  er  nur  hat  angefangen, 

Im  als  ift  glücklich  naher  gangen, 
Wie  das  dan  ift  verkunt  zÄvor 

Durch  Danielem  offenbor. 
^  Da  mit  aber  nit  über  nacht 
1695        Die  warheit  an  den  tag  würd  bracht, 
Daß  man  würd  merken  fein  falfch  wefen. 

So  man  die  bibel  würde  lefen, 
Die  dan  nur  gar  zu  wider  ift 
Sinr  falfchen  1er,  betruk  und  lift, 
1700    Hat  man  uns  wit  gefiirt  vom  grab 
Der  heiigen  bibel  neben  ab. 
Hat  ander  böcher  gthon  für  wenden. 

Als  von  den  licilgen  die  legenden 
Und  was  man  me  der  gleichen   findt, 
iTOfi        Die  me  dan  halbs  erlogen  fint, 
Hand  doch  mit  folchen  dantelmeren 

Ir  lügen  fein  gethon  beweren. 
Dun  es  hat  als  mit  gutem  fchein 
Das  heilig  gotswort  mftßen  fein: 
1710    Da  mit  fie  uns  diß  heilig  grab 

Zfi  letft  band  gar  gewonnen  ab. 
<  Und  daß  es  im  deft  baß  mocht  bliben, 
Hat  er  fein  gfind  dar  zö  getriben. 
Daß  fie  groß  bficher  band  gefchriben, 
1715    Als  Clementin  und  queftionen 

Und  fonft  auch  vil  dißinctionen 
Sampt  dem  decret  und  decretal, 

Dar  über  glofen  vil  on  zal. 
Der  ein  die  nas  beugt  dort  hin  umb, 
1720        Der  ander  macht  fie  hie  her  krumb: 
Hand  folchs  genant  das  geiftlich  recht, 

Wie  wol  man  kein  geift  drinnen  fpecht. 
Hie  mit  hat  man  (hab  ich  vernomen) 
So  vil  zu  fchaffen  überkomen 
1725    Mit  lefen,  fchreiben  und  glofieren, 
Mit  hin  und  wider  difputieren, 


243 


Da  mit  uns  bei  der  nafen  fZLren, 

Daß  man  der  bibel  hat  gefchwigen, 

Sie  undem  Renken  laßen  ligen 

1730    Und  ir  gar  nichts  geachtet  mer, 

Dan  lie  nit  gelt  hat  tragen  her. 

Do  mit  fie  uns  den  klaren  brennen 

Der  heiigen  fchrift  hand  ab  gewonnen, 
Den  zu  geworfen  und  uns  graben 
17S5        Cißernen,  die  kein  waßer  bhaben, 
Hand  mfißen  trinken  uß  den  lachen, 
Das  ift  irm  geifer  den  fie  machen. 
Der  meißer  von  den  fpitzen  finnen 
Hat  fer  geholfen  ^s  grab  gewinnen, 
"40    Dan  ör  gefchriben  hat  fo  vil, 

So  hoch  verßendig  und  fubtil, 
Daß  die  da  gwefen  find  gelert, 

Ir  meiße  zeit  drin  hand  verzert, 
Dan  fie  dem  meißer  ob  berurt 
1M5        Hand  all  fein  wort  interpretiert, 
Beim  quintlein  als  uß  ponderiert 
Mit  irer  klagen  fophißrei 

Und  iren  fiben  kiinßen  frei, 
Gfogen  uß  Arißotile 
1750        Und  ander  gierten  beiden  me. 
Da  mit  fie  uns  die  heilig  gfchrift 

Der  bibel  der  maß  band  vergift, 
Daß  nieman  ir  me  hat  begert. 
Ja  nit  geaoht  eins  hellers  wert. 
17&5    Scotus  und  Thomas  hand  gewacht 

Bei  difem  grab  beid  tag  und  nacht, 
Biß  fie  mit  queßen  und  commenten. 

Mit  difiinction  und  argumenten 
Das  grab  der  maß  hand  in  genomen, 
1760       Daß  wir  dar  zu  nit  mochten  komeu, 
Dan  fie  mit  ireu  fpitzen  f linden, 

Mit  den  fies  als  hand  wöln  durchgrunden, 
Uns  fo  vil  hand  zö  fchafien  geben, 
Daß  wir  die  bibel  nit  dar  neben 

16* 


244 

1765    Lefen  konten  ein  einich  moL 

Do  mit  was  dan  dem  Entchrid  wol, 
Dan  da  mit  bleib  deft  lenger  ligen 

Die  warheit  und  die  lüg  verfchwigen. 
Hugo  und  Nickel  von  der  Leiren 
1770       Die  band  gethon  aucb  wenig  feiren. 
Biß  fie  uns  band  mit  irn  commenten 
Vom  bronnen  gfürt  zu  bloen  enten. 
Es  feind  auch  fonft  vil  wilder  tier 
Mancberlei  gfcblecbten  und  monier, 
1775    Die  difer  greuwel  bei  im  bat 

Und  für  in  fecbten  fr&  und  fpat, 
Als  efel,  feu,  bock,  katzen,  fcbnecken, 

Die  all  die  zen  tbund  gein  mir  blecken. 
Drum  daß  icb  in  das  beilig  grab 
1780       Mit  hilf  gots  hab  gewonnen  ab, 

Dem  icb  ein  teil  der  maß  hab  troffen. 
Daß  in  der  rotz  ins  maul  ift  gloffen. 
^  Es  find  auch  fonft  der  wolfen  vil. 
Die  ich  nit  nennen  kan  noch  wil, 
1785    Die  unfer  feien  folten  weiden 

Mit  dem  wort  gottes'  uß  den  beiden 
Teftamenten  gottes  genomen: 

So  iß  es  leider  dar  zu  komen, 
Daß  fie  nit  weiden,  fonder  fcheren, 
1790       Mit  bannen  uns  den  feckel  leren, 
Ja  uns  mit  büß  fo  hart  th&nd  binden. 

Daß  fie  uns  haut  und  bar  ab  fchinden. 
4  Des  gleichen  find  vil  andre  gfellen. 
Die  wir  nit  all  erzelen  wollen, 
179S    Die  uns  mit  klAger  fopbiftrei 

Ycrblent  band,  daß  wir  ir  bubrei 
Nit  band  gefehen  noch  erkant, 

Biß  daß  uns  got  fein  liecht  hat  gfant, 
Das  heilig  evangelium, 
1800       Das  wir  dan  iezt  band  widerum. 
Daß  man  nu  wider  fehen  mag 
Die  warheit  die  verborgen  lag. 


245 

Die  dan  iezunt  eröffnet  iA, 
Eröffnet  auch  der  Aniicbrift, 
190&    Der  uns  das  evangelion 

Mit  btrug  (wie  gfagt)  hat  underthon. 
Das  aber  iezt  zö  difer  ßund 

Eröffnet  ift  und  worden  kunt, 
Eröffnet  auch  fein  btruk  und  lift 
1810       Durch  dwarheit  die  got  felber  ift, 
Eröffnet  ift  fein  gleifnerei, 

Eröffnet  auch  fein  tirannei, 
Die  er  durch  fchwere  gfatz  und  gbot 
Uns  uf  gelegt  hat  wider  got, 
181&    Erofinet  iA  der  menfch  der  fiind, 

Der  uns  durch  Paulum  iß  verkiint, 
Eröffnet  ift  fein  faifch  und  lift, 

Sin  gleifneri  mit  gift  vermifcht, 
Da  mit  der  greuel  iez  gemelt 
mo       Von  got  bot  abgefflrt  die  weit, 
Der  greuwel  der  fich  gfetzet  hat 

Uß  Übermut  an  gottes  ftat, 
Ja  iich  erhebt  hat  über  got, 
Der  ift  eröffiiet  iezt  mit  fpot, 
1825    Dan  got  hat  in  zerknitfcht  on  hend 

Und  mit  dem  geift  fins  munds  gefchent, 
Hat  im  die  fchafshaut  ab  gezogen, 

Da  mit  er  hat  die  weit  betrogen. 
Daß  man  in  kent  nu  bei  den  oren, 
1830       Wie  müllers  efel  gfchach  vor  joren. 
Drum  foUen  wir  (wie  billicb  ift) 

Uns  freuwen  all  mit  Jefu  Chrift, 
Daß  er  durchs  evangelion 

Die  warheit  uns  hat  kunt  gethon 
1895     Und  uns  da  mit  fo  gnediglich 

Erlofet  von  des  Entchrifts  rieh, 
Erloft  auch  von  lim  regiment, 

Mit  dem  er  uns  von  got  hat  gwent 
Durch  feine  gfatz  und  menfchen  gbot, 
1840       Mit  den  er  uns  beherfchet  hot. 


246 

Da  vor  uns  fürtbin  got  bewar 
Und  f&r  uns  an  der  engel  fcbarl 
Sprecbt  amen,  daß  es  werde  war. 

SALVATOR 

leb  bin  der  dem  da  aller  gwalt 
1S45        In  bimel  und  erd  zä  iß  gßalt, 
leb  bin  der  weg,  warbeit  und  leben, 

Dureb  mieb  würt  alle  fünd  vergeben, 
leb  bin  des  vaters  ewig  wort, 

leb  bin  das  liecbt,  die  tür  und  pfort: 
1850    Wer  dureb  mieb  ingebt^  würt  weid  finden, 
Die  in  erlofl;  von  feineu  fünden. 
Wer  mein  red  bort  und  glaubt  in  mieb, 

Der  fiebt  den  tot  nit  ewiklieb. 
Dan  ieb  bins  lieebt  das  eueb  ift  komen, 
i»5        Daß  all  die  mieb  band  angenomen, 
Den  bat  got  geben  gwalt  und  maebt, 

Daß  fie  feind  feine  kind  geaebt 

Drum  all  die  an  mieb  glauben  find. 

Sind  dureb  den  glauben  gottes  kind. 

im    leb  bin  der  gfit  birt  der  fein  leben 

Für  feine  febaf  in  tot  bat  geben. 

Drum  feind  ir  gweft  biß  her  verirt, 

So  kompt  zä  mir!  ieb  bin  der  birt, 
Ders  febeflein,  das  verloren  was, 
1B6&        Gef&ebet  bab  on  underlaß, 

Bin  aucb  das  lamb  gots  das  die  fünd 
Der  weit  bin  nimpt,  wie  das  min  frünt 
Jobannes  dem  volk  bat  verkünt 
leb  bin  der  einig  gottes  fon, 
1870        Der  für  üeb  got  hat  gnfig  gethon, 
Das  gfatz  erfült  mit  eignem  gwalt, 

Den  fläeb  vertilkt,  die  fünd  bezalt. 
Den  tot  der  fünden  überwunden. 
Die  bell  zerftort,  den  teufel  bunden. 
i»7&    Drum  ir,  min  aller  liebften  kiut, 


247 

Ir  die  mit  fünd  beladen  Hot, 
Kompt  her  zä  mir  on  alls  ebifetzeu! 

Ich  wil  üch  alles  leids  ergetzen, 
Mein  grechtigkeit  fol  euwer  fein, 
i960        All  euwer  fünd  fol  wefen  mein. 
Ich  hab  mich  unders  giaiz  getbon, 

Daß  ich  erlolte  euch  dar  von. 
Ich  hab  auchs  gfatz  erfüll  alein 

Und  das  euch  gfchenkt  alin  in  gemein. 
itvHA    Darum  ob  euch  die  fund  fchon  nagt, 

So  feit  doch  gtroft  und  unverzagt, 
Dan  ich  hab  euch  mit  got  verfönt 

Und  euch  das  himelreich  verdient, 
Hab  üch  durch  meinen  bittern  tot 
1890        Bei  got  erworben  huld  und  gnod, 
Bei  got  (fprich  ich)  dem  vater  min. 

Vor  dem  ich  euer  f  urfprech  bin. 
Daß  euch  kein  fünd  fchlechts  mag  verdammen. 

So  fer  ir  glaubt  in  meinen  namen. 
1W5       Daß  es  euch  gfchech,  fo  fprechen  amen. 

LOB  UND  DANKSAGUNG 

DER  HEILIGEN  MARTERER 

VON  WEGEN  IRER  ERLÖSUNG 

Dich,  got  von  himel,  loben  wir. 

Dir,  Jefu  Chrill,  bekennen  wir, 
Daß  du  alein  uß  lauter  gnod  I 

Uns  haft  erlolt  mit  deinem  tot 
1900   Von  fünd,  tot,  hell  unds  teufeis  gwalt,  j 

Von  pein  und  marter  manigfalt, 
Die  wir  band  deinet  halb  erlitten 

Und  menlich  durch  dein  hilf  erAritteii, 
On  welche  wir  in  folcher  pein 
1905       Kit  betten  mögen  bßendig  fein, 
Und  aber  doch  uß  lieb  und  gunft, 

Uß  lautern  gnaden  und  umb  funß 
Dein  eigen  werk  in  uns  gethon, 

Befoldet  haft  mit  reichem  Ion, 


248 

1910  Daß  wir  iczt  und  in  ewigkeit 
Bewaret  find  vor  allem  leit 
Und  uns  am  letften  tag  wilt  geben    ^ 

Mit  leib  und  fei  das  ewig  leben, 
Das  du  von  anfang  baß  bereit 
1915        Uns  allen  und  auch  zä  gefeit. 
Drum  fei  dir  lob  in  ewigkeiti 

ANDREAS  CAROLSTAT 

Wie  wol  ich  armer  würd  veracht 

Und  Luther  alein  f&rt  den  bracht, 
Als  der  den  Entchrift  hab  gezwagen 
1980       Und  in  mit  dem  wort  gots  gefchlagen, 
Seins  reichs  ein  großen  teil  zerftort, 

Wie  iezt  ift  in  der  leng  gebort: 
So  fag  icfas  doch  in  warheit  ganz, 

Daß  würt  geraten  mir  mein  fchanz, 
1925    Die  ich  angfangen  hab  mit  fchreiben, 

Sins  reichs  fol  nit  ein  ßützen  bleiben. 
Des  ich  mich  dan  auch  wü  befleißen, 

Und  folt  der  teufel  mich  drob  bfcheißen. 
Dans  groß,  davon  der  bepfljich  häuf 
1930       Ift  worden  gmert  und  komen  auf, 
Daß  iezund  pÜAiSen  find  on  end, 

Das  ift  die  melis  unds  facrament, 
Die  wil  ich  gar  zä  boden  ftoßen, 

Ja  nit  ein  mit  dran  bliben  loßen, 
19S5    Dan  Luther  hats  nur  angedaft 

Und  doch  drum  ghabt  kein  r&w  noch  raft 
Von  münchen,  pfaffen  und  fopbiften 

Und  fonderlich  von  den  Thomißen, 
Von  den  er  fich  vil  hat  erlitten, 
i»4o       Biß  er  zu  letft  doch  hat  erftritten, 
Wie  daß  die  mefs  kein  opfer  fei 

Sonder  ein  teftament,  dar  bei 
Man  den  tot  Chrifti  fol  bedenken 

Mit  dankbarkeit  on  alles  wenken. 


249 


i9%i   Er  hat  gdiabt  «och  manchen  ftreit 
Mit  den  tophi&esa  haige  zeit 
Von  wegen  der  opinion 

Die  Hiomas  bat  aß  loßen  gon, 
NemHch  daß  in  dem  Xacrament, 
iMo       Das  man  des  herren  naditmal  nent, 
Do  bleibe  weder  win  nach  brot, 

Sonder  alein  war  menfdi  und  got, 
Doch  bleib  do  beiderlei  gefialten. 
Dar  wider  Lnther  bat  erhalten, 
19»   Daß  do  bleib  beide  brot  und  wein, 

Und  doch  m^  fleifch  und  bl&t  do  fein. 
Hat  des  ein  gleichnis  (merkent  eboi) 

Von  eim  giftenden  ifen  geben« 
Fürs  erA  fo  hat  er  fchrift  genfig, 
19C0       Fürs  ander  er  baß  omb  fidi  13g, 
Dan  ich  das  opfer  nit  alein. 

Sonder  auch  fleifch  und  blfit  Temein, 
Als'  ich  dan  das  hoff  zfi  erhalten 

Mit  heiiger  fchrift  vor  jung  und  alten, 
IM»    Hab  mich  des  halb  auch  nids  verwegen, 
Wie  wol  mir  klein  dran  ift  gelegen, 
Dan  ich  das  alt  gemein  fprichwort 

'Worheit  bringt  nit*  oft  hab  gebort, 
Kan  auch  wol  bei  mir  felbs  betrachten, 
1970       Daß  wan  ich  werd  die  meGs  yerachten, 
Daß  fie  kein  opfer  fei  vor  got 

Weder  für  lebend  nach  für  tot, 
Auch  daß  do  fei  nur  wein  und  brot 

Und  nit  war  fleifch,  bl&t,  menfch  und  got, 
1975    Wie  fie  dan  hand  biß  her  gelogen 
Und  alle  weit  do  durch  betrogen. 
Daß  ich  werd  nngunft  uf  mich  laden, 
Dan  es  würt  in  nit  wenig  fchaden, 
Man  würt  nit  halten  vil  von  in 
1900       Und  gmindert  werden  ir  gewin, 
Den  fie  biß  her  erfchunden  haut 
Von  mefTen  und  der  gleichen  dant. 


250 

Ir  würdikeit  würd  fin  veracht 

Und  werden  andern  gleich  geacbt. 
1985    Man  würt  fie,  gwin  Ichs  fpil,  nit  me 

Heißen  gnad  herr  her  domine. 
Drum  wil  ich  all  befchornen  knaben 

Mit  ganzen  truwen  gwamet  haben, 
Daß  fie  got  bitten  mit  gedingt 
1990       Daß  mir  min  mnmfchanz  nit  geling. 
Dan  gwin  ichs  fpil  (als  ich  verm&t), 

Wil  ich  den  Luther  machen  g&t: 
Dan  was  er  hat  lan  über  bliben 

Ans  bapßs  reich,  wil  ich  gar  vertribeu, 
1995    Ja  nit  ein  Itützen  bliben  Ion, 

Sonder  mfiß  gar  z&  trummem  gon, 
Und  doch  on  fchwert  und  feuers  flammen. 

Got  geb  das  bald  gfchech.    amen  amen. 

BESCHLUSZ  MIT  ENTSCHULDIGUNG  DES 
DICHTERS 

Nempt  hin  (bit  ich)  diß  gdicht  fär  g&t 
^N)oo       Von  mir  bans  ubinrich  freibrmut, 
Geborn  bei  Nurmberg  uf  dem  fant, 
Wonhaft  bei  Zürch  im  Schwitzer  land, 
Meinen  biwonern  wol  erkant, 
Dan  ich  als  ein  unglerter  man 
2005       Nit  vil  gebl&mter  werten  kan, 
Do  mit  zu  fchmucken  min  gedieht, 

Als  ich  folt  han  gethon  vilicht. 
Plump  fohlechts  heruß  nach  gfit  geduoken 
Als  einer  der  wol  hat  getrunken. 
2010    Drum  ob  ich  im  zä  vil  hett  gthan, 

Bit  ich,  man  mirs  zu  gut  wöll  han, 
Dan  ich  habs  guter  meinung  thon, 
Verhoff  yon  got  darum  den  Ion. 
Dan  ich  weiß  wol,  daß  folt  die  weit 
aui5       Mir  darum  geben  widergelt, 
Vorauß  die  ich  hab  griffen  an, 


251 

Das  lachen  wiird  mir  bald  vergan. 
Doch  weiß  ich  gwislich  daß  nieman 
Mir  fchaden  thfin  mag  oder  kan, 
»»0    Ja  nit  ein  bor  (ift  wie  ich  fag) 

On  gottes  willen  krimmen  mag, 
Dweil  unfer  hör  all  find  gezelt, 

Dem  keins  on  gottes  willn  ab  feit. 
In  des  gewalt  hab  ich  mich  gßelt: 
2025        Der  machs  mit  mir  wies  im  gefeit, 
Dan  er  am  bellen  wißen  mag, 

Was  mir  nutz  fei  und  im  behag. 
Drum  mach  ers  mit  mir  wie  er  woll 
In  •glück  oder  in  ungefell, 
2030    Dan  wie  ers  macht,  fo  bin  ich  fin 
Und  er  der  liebße  vater  min 
Durch  Jefum  Chrift,  der  durch  fin  bißt 
Uns  all  beh&t  vor  hellen  glät: 
Wünfch  ich  hans  Heinrich  freikhmüt. 
Amen. 


XXIU. 

EIN  KLEGLICHE  BOTSCHAFT 

AN  DEN  BAPST  DIE   SELMESS  BETREFFEND 

WELCHE  KRANK  LIGT  UND  WIL  STERBEN 

SAMPT  EINEM  GESPRECH  ETSUCHER 

PERSONEN. 


Der  Cardinal  redt  zum  bapft 
Aller  heiligifter  yater,  mir  ift  auß  deutfchen  landen  ein  epi- 
ftel  zu  gefchriben  worden:   fommer  box   marterl   erfchreok- 
licfaer  graufamer  ding  hab  ich  nie  gehört,  iß;  meiner  Vernunft 

5  auch  nie  für  komen.    beßer  wers,  daß  das  ganz  Jerufalem 
zu  trümmern  gink  und  auf  einen  häufen  verßoret  wurde. 

Bapß 
Box  angft,  herr  cardinal,  fart  fchoni  erfchreckt   mich  nicht 
fo  ferl  ich  bin  zu  dem  bade  geweß:  laßt  mirs  wol  bekomenl 

to  Cardinal 

Es  fei  gebadt  oder  gefchadt,  fommer  box  erdrich !  fo  bin  ich 
erfchrocken,  daß  mir  die  bofen  zene  im  köpf  wackeln  und 
leiden  fer  fch  windelt 

Bapft 

15  Mein  lieber  herr,  was  ift  es  dann?  betrifffcs  das  ganz  erdreick 
oder  fonderliche  leute,  oder  gehet  es  über  einen  gemeineu 

ftAUd? 

Cardinal 
Ja  freilich  betrifils  den  heften  fterkften   ftein   im  fundament, 
30  darauf  unfer  ganze  pfaffeit  erbauet  ift. 


253 

Bapft 
Dad  walt  alle  die  teufel  die  zwifchen  himel  und  erden  fein, 
daß  ee  nur  nicht  die  melTe  feil  wo  das  armbroß  ab  ginge, 
fo  find  wir  alle  erfchoßen. 

Cardinal  s 

Warlich,  aller  heiligfter  vater,  euer  beplllicfae  heiligkeit  ha- 
bens  erraten,  nicht  alein  die  weisgelarten,  ja  die  groben 
bauern  fpeien  die  meffe  an  und  ift  inen  ein  affenfpil  und  ein 
crgerlicher  greuel  darauß  worden. 

Bapft  10 

Box  fchweiß,  wie  Aehet  es  dann  umb  die  melTe?  iA  nicht  rat 
und  hoffnung  zu  finden?  entgehet  uns  der  fchemel,  fo  ligen 
wir  gar  im  dreck  und  wjrd  unfer  prangen  und  hofiart  auß  fein. 

Cardinal 
Ich  bin  ganz  verßumpt.    radt  ir  zu!   ich  hab  weder  ver-  i& 
nunft  noch  othem.    mich  fcheißert,  hofier  ich  anders  nicht 
gar  in  die  hofen. 

Bapft 
Was  ift  doch    der  unfal   oder   welcher  geßalt  erhebt    fich 
das?    leidt   denn  die   melFe  folche  große  not?    ei  das  got  90 
erbarm  I 

Cardinal 
Sie  iß  angeklagt  und  berichtigt,  fie  fei  ein  menfchen  tant, 
ein  falfcher  gottes  dienft,  ein  greuel  und  gots  lefterung  und 
betrüglich  geltnetz,  bauchgot,  ja  ein  große  abgotterei,  fo  23 
under  der  fonnen  ift  nie  erwachfen. 

Bapft 
Box  hirni  ift  es  aber  gewis  war  oder  ift  es  nur  einabfchrecken? 

Cardinal 
O  ho!  es  ift  gewis  war  als  der  tot  allem  irdifohen  leben:  so 
alhie  ift  kein  lüge. 

Bapft 
Was  feind  es  denn  für  leute  die  unferer  melTe  fo  widerfetzig 
feind? 

Cardinal  ss 

Der  bauptfacher  ift  das  nacfatmal  Chrifti  und  feine  beiftän- 
der,  die  die  chriftliche  tauf  empfangen  haben  fampt  den  an- 
dern gelarten  leien  und  burgern. 


254 

Bapft 
Das  ift  uns  erbärmlicher  und  Tchadlicher  denn  die  verderbung 
Sodoma   und    Oomorra  vom  hellifchen  feuer.    izt  i^ril  uns 
das  waßer  ins  fchif  rinnen  an  allen  orten:   ich  befolg,  das 

&  fchif  werd  uns  gar  under  gehn. 

Cardinal 
Ich  furcht,  es  helfe  kein  verftopfem    die  gegenwinde  feind 
zu  groß  und  die  mder  feind  uns  zerbrochen,  fo  feind  wir 
auch  der  fee  ungelert. 

10  BapA 

Wer  iß  aber  in  difer  fach  für  einen  richter  angerufen  oder 
fiirgefchlagen,  der  difer  fach  abhelfen  könte? 

Cardinal 
Es  feind  fünfzehen  epiftel  der  zwolfboten,  die  gefchicht  der 

i&  apofieln.  und  ob  die  mefs  fich  wolt  anfprechent  fetzen,  fo 
wollen  fie  alle  propheten  zu  zeugen  nemen  und  fürftellen 
und  trollen  fich  ßark  der  epißeln  zun  Hebreem,  auch  fol 
das  teßament  pbman  fein. 

Bapft 

10  Box  hurel  das  erfreuet  mich  eben  wie  die  ftotzmäre  der 
trottertanz.  do  würden  wir  fo  vil  an  gewinnen  als  einer 
der  ein  meßer  am  f  eur  wetzen  wil.  dife  richter  find  ver- 
dächtig und  von  anfang  alle  weg  wider  uns.  ße  würden 
unfer  meife  eben  fo  gefund  fein  als  dem  konig  Pharao  das 

95  rote  mer.  wo  wir  aber  den  anfpruch  mochten  für  der  geiü- 
lichen  recht  bringen,  fo  würde  der  fachen  on  zweifei  gera- 
ten und  geholfen. 

Cardinal 
Das  iß  fommer  box  angft  fchön  vorfehen  und  ein  verlorne 

30  rede,  dann  bei  difem  volk  ift  nichts  unwerders,  argweni- 
gers  und  Verleumders  denn  die  geiftlichen,  ja  fie  haltens 
fchnoder  denn  das  bret  an  gemeinem  fprachhaufe,  da  die 
bauren  die  unluftigen  zollen  über  werfen. 

Bapft 

35  Ich  weiß  noch  ein  lißige  Zuflucht,  wir  wollen  dapfere  man- 
dat  und  trutzliche  leute  anrufen,  die  es  den  kl^ern  ab- 
fchrecken  mit  fauer  fehen  und  dreuworten,  auch  pochen  und 
ftreichen,  und  die  felbigen  bereden,  daß  dife  kleger  feind  die 


255 

crgiften  ketzer  fo  die  weit  ie  getragen  bab,  die  Chrifium 
von  allen  feinen  eren  Iloßen  wollen,  vorleuknen  gottes  al- 
mechtigkeit,  fchmchen  die  wirdige'muter  gots  und  alle  liebe 
heiligen  und  lernen,  man  Fol  nichts  guts  thun,  die  oberkeit 
außroden  und  niemand  das  feine  geben,  aber  zu  difem  be-  5 
triege  muß  man  die  felbigen  vermeinten  trotzleute  vorhin 
mit  gelde  wol  fchmircn,  daß  man  fie  mit  einem  fehweinfpieß 
mochte  wol  erfreuen. 

Cardinal 
O  heilger  vater,  folt  das  helfen,  fo  wer  nichts  verfeumpt  lo 
und  kein  unkoß  zu  fparen.    wir  habens  zwar  der  maßen 
bereit  verfucht  und  mit   merklichem    unkoften   beßalt,    die 
auch  als  die  groften  fophifien  ir  beftes  gethan,    aber  fo  vil 
außgericht,  als  betten    fie   die  weil  nach  dem  regenbogen 
geworfen,     es  geht   hie  zu   nach   dem  gemeinen  fprichwort  i5 
*einer  pucht,  der  ander  gibt  nichts  drauf.^    fo  iß  das  das 
aller  ergiße,  daß  die  arm  ttoßlofe  meife,  als  fie  gefehen  hat, 
daß  von  ir  gewichen  find  ire  bundsgenoßen,  als  bogrebnus, 
vigilien,  dritt,  fibent,  d^eißigfi  und  alle  jarzeiten  fampt  dem 
Opfer  fo    biß   her    darzu  getragen,  hat  fie   den   handel   fo  20 
fchwer  zu  herzen  gezogen,   daß  fie  totlich  krank    leit  und 
iß  ires  lebens  wenig  ho£Pnung  und  groß  zu  beforgen,  ob  fie 
fchon  nicht  für  gericht  kome,  fie  ßerbe  dennoch  funßen  abe. 
fo  wird  dann  unfer  brangen  auch  auß  fein  und  werden  un- 
fere  feiße  huren  miißen  faren  laßen.  S5 

Bapß 
Ei  lieber  herr,  wer  ir  nicht  indert  mit  einem  warmen  qucll- 
bade  tu  helfen  oder  mit  einem  guten  firop?    fommer  box 
leberl  es  koße  was  es  wolle,  es  fol  uns  kein  gelt  reuen. 

Cardinal  .10 

Ja  ich  meine,  es  habe  genung  geJcoß.  es  iß  vergebens  und 
auch  bereit  verfucht.  fie  iß  aber  für  und  für  kretzig  und 
reüdig  und  foUer  blättern  außgefchlagen  und  iß  nichts  da- 
von geheilet,  es  find  fider  her  erß  große  feulän  und  fched- 
liche  locher  in  fie  gefallen  und  hat  alsbald  den  fchwcinen-  »'. 
den  fichtumb  überkommen  und  hat  fich  gebeßert  wie  der 
pelz  vom  wafchen. 


256 

Bspft 
Ich  wil  fie  dem  weitleuftigen  arzt  doctor  EVanzen  Nirnfehft 

■  bevelen  und  im  doctor  Worft  zugeben  den  apoteker:  die 
foUen  ir  bald  helfen. 

5  Cardinal 

Wolan,  haben  wir  fo  vil  verbadt,*  fo  laßt  uns  recht  den 
koften  auch  daran  wagen  und  glücka  gewarten,  gebt  inen 
nur  ein  häufen  fchmer  in  die  büchfen,  dann  fie  müßen  vil 
verfalben  an  der  armen  kranken  melTe. 

10  Als 'fie  nu  dife  izt  bemelte  beide  doctoren  dermefle  zu 

helfen  befialten,  waren  fie  fleißig  und  handelten,  wio 
ir  hernach  werdet  vermerken. 

Doctor  Franz  Nirnfehft 
befahe  ir  den  harn,  begreif  ir  die  bulsader  und  fprach 

1»  Warlich  die  mefs  ift  fer  fchwach.  fie*  ift  etwan  unter  den 
weißgerbern  geweft,  die  haben  ir  die  rippen  zußoßen  und 
ift  ir  auch  ein  groß  tötlich  gefchwür   am  canon  gewachfen. 

Doctor  Worft  apoteker 
Es  ift  ein  alter  fchade.    fie  hat  den  gebrechen  an  die  weit 

so  gebracht  und  ift  anfangs  irer  geburt  inwendig  nie  gefunt 
geweft,  wie  fchon  fie  von  außen  geglißen  hat.  es  find  vil 
berumpte  erzte  daran  zu  fchanden  worden,  darumb  ift  uns 
not  guts  rats  zu  gebrauchen  und  vieiß  an  zu  keren.  moch- 
ten wir  fie  in  einen  aufhält  brengen,  fo  wer  unfer  fau  feift 

n  und  der  feckel  wol  geraten,  darumb,  herr  doctor,  eilet 
fchnel  mit  eur  kunfti  auch  fo  hab  ich  hie  allerlei  oonfect, 
romifche  gewürz  und  geweihete  kreuter,  die  ir  wol  wißet 
mit  bracht  weltweifer  klugheit  zu  temperieren  nach  ariftote- 
lifcher  weife  und  fophiftifcher  art.    thut  den  rucken  darhin- 

so  der!  ich  wil  mich  auch  nicht  fparen.  mir  ift  neulich  fchmer 
von  Rom  gcfchickt  worden,  damit  wil  ich  falben,  es  muß 
gehn,  und  wer  es  als  rauch  als  ein  igel. 

Doctor  Franz  Nirnfehft 
Nu  wol  her!  wir  wollen  vor  der  fach  raten,   erftlich  wil  mich 

S5  anfehen,  di^  meife  fei  in  einem  bofen  zeichen,  nemlich  im 
fcorpion  empfangen,  im  krebs  und  fchweinenden  monde  ge- 
born,  es  regiert  fie  auch  der  böfe  wankelmütige  planet  Mars 
und  zwar  fie  hat  über  achtzehen  veter  gehabt,  die  an  ir 


257 

gemacht  haben,  das  zeiget  ir  harn,  geßalt  und  wefen  an« 
daromb  wil  uns  not  fein  und  gebären  große  forgfeldigkeit^ 
denn  fie  iß  von  mancherlei  naturen,  fpecien  und  qualiteten 
zufamen  geplezt,  izt  warm,  dann  kalt,  feucht  und  trucken, 
und  womit  man  eim  hilft,  vorderbt  man  das  ander.  s 

Doctor  Werft  apoteker 
Ja,  herr  doctor,  ir  redet  recht  und  von  der  wurzel  difer  fache, 
es  haben  vil  ir  kunft  daran  unnützlich  verfchißen.    ich  be* 
forge,  wir  gewinnen  auch  als  vil  ere  an  difer  erbeit  als  der 
honig  im  fprachhaufe  fucht:  des  Ion  feind  befchißene  hende.  lo 

Doctor  Franz  Nirnfehft 
Nu  feind  wir  im  bade,  got  gebe  wir  fchwitzen  oder  nicht, 
darumb  erfordert  die  not  einen  guten  rat.  dann  difer  meffe 
tot  ift  unfer  und  aller  pfaffen  wäre  peßilcnz,  ja  ein  vorzerend 
feuer,  welches  außtrucknet  den  luftigen  brunnen^  auß  dem  i5 
da  fleußt  unfer  gewachfam  feiß  verfichert  und  überflußigs 
leben. 

Barfüßer  münch 
Herre,  bis  gelobet!  die  melTe  hebet  an  zu  fchwitzen,  es  geht 
warlich  ein  bofer  ßinkender  fchweiß  von  ir.     ich  hoff,   es  20 
fol  beßer  umb  fie  werden. 

Hauk  Hafenbart 
Ja  ja  iie  beßert  fich  wie  ein  zwenzigjerig  roDs,  wie  der  fifch 
an  der  fonnen  und  das  körn  im  hagel.  es  iß  der  totfchweiß 
als  gewis  als  got  lebet.  2& 

Doctor  Franz  Nirnfehß 
Mir  iß  ein  guter  zufal  fürkomen.  es  vormag  die  natur  daß 
die  lewen  ire  jungen  tot  geberen  und  demnach  mit  ßarkem 
gefchrei  lebendig  und  kreftig  machen,  nun  iß  die  mefle  ein 
gefchöpf  vom  romifchen  ßul  gebom,  darumb  wollen  wir  uns  30 
mit  ßarkem  gefchrei  der  romifchen  kirchen  darüber  ßellen, 
mit  großen  werten,  kreftiger  ßimme  der  lerer,  veter  und 
condlien  und  fie  auch  widerumb  erwecken,  fünft  iß  wider 
hoffnnng  noch  Zuflucht,  alein  das  mittel  wird  helfen,  nu  nu 
fcbrei,  doctor  I  fcbrei  eines  fteten  fchreiens!  3s 

Doctor  Werft 
Ich  furcht,  wir  werden  uns  ganz  heifer  und  müde  abfchreien, 

17 


258 

ehe  dann  die  meffe  gefund  und  lebendig  werde,   ich  furcht, 
uns  werd  othem  gebrechen,    idoch  was  fchadt  verfuchen? 

Doctor  Suppenfchmit 
Wir  müßen   andere  fchreier   auch  bellellen,   es  were  fünft 

&  über  unfer  macht,  und  die  felbigen  wol  falben  mit  hammer- 
fchmalz:  fo  geht  es  glat  von  Hatten. 
Doctor  Worft 
Wir  haben  des  hammerfchmalzs  fo  vil  verfchmirt,  daß  ich 
mocht  leiden,  die  falbe  wer  wider  in  der   buchfen,  betten 

10  wir  eine  gute  ablaßkifte  mit  gelt. 

Doctor  Suppenfchmit 
Ei  box  marter,  feit  unerfchrocken!  ich  wil  fchreien  daß  die 
erde  fol  erbidmen,  und  folt  mir  gleich  der  bauch  auf  berßen. 
Fridel  Fürntanz 

IS  Was  feit  ir  für  leutel  fie  fol  wol  mer  krank  und  blöde  wer- 
den von  eurm  gefchrei  denn  ftark  und  lebendig,  ir  gebet 
ir  eril  fordernus  zum  tode.  folch  toben  und  fchreien  gehö- 
ret nicht  zu  den  fchwachen,  denn  ire  natur  vergleichet  mer 
den  hafen  dann  den  lewen. 

90  le  lenger  fie  fchrien,  ie  fchwecher  die  meffe  ward  und 

runge  mit  dem  tode. 

Hans  Früauf 
Ei   boret  auf  zu  fchreien  in  gottes  namen!   fehet  ir  nicht 
daß  die   meffe  mit  dem   tode  ringet,    fo   verßeht  ir  euch 

25  nichts  aufs  ßerben.  ich  merke  wol,  ir  feit  nicht  vil  bei 
kranken  und  fterbenden  leuten  geweft. 

Herman  Mumefchanz 
O  zeter!  die   meffe  ift  fchwach  und  dem  tode  neher  denn 
Schafhaufen  dem  Rein,    fehet  zu,  wie  zucket  fie  mit  den 

so  achfeln,  die  äugen  feind  ir  eingefallen,  fie  ift  als  bleich  umb 
den  fchnabel  und  fo  röslicht  umb  die  backen  wie  ein  unge- 
backen  weißbrot  oder  ein  wolgefoten  ei.  wie  ift  ir  die  na- 
fen  fo  fpitzig  und  gehn  ir  die  nafenbelge  fo  fchnel,  der  buls 
fchlecht  ir  nicht  mer,  das  ift  ein  bos  zeichen,  fie  holt  den 

35  othem  tief  und  mechtig  kurz,  trefflich  fchnel.  fie  ift  voller 
totenflecken,  fie  wirds  nicht  lang  treiben,  die  fuße  find  ir 
fchon  erkaltet 


259 

Doctor  Suppenfcfamit     x 
Wir  wollen  einander  getreulich  helfen  und  fie  zum  fegfeuer 
tragen,  ob  lie  widenunb  erwermbt  mocht  werden,  und  mit 
warmen  tüchem  wol  reiben. 

Ludwig  Meuskorp  '         s 

Ja  die  bauern  haben  das  weiwaßer  darein  gefchüt  und  das 
fegfeur  gar  außgelefcbt,  und  fitzen  nu  darinne  munch,  betler 
und  nonnen,  denen  die  äugen  überlaufen,  demnach  feind  et- 
liche des  freveis  geweft,  daß  fie  in  keßel  gefchißen  haben, 
das  heißt  das  waßer  geweihet.  lo 

Nickel  Fülsloch 
Box  himi  das  iß  der  melTe  der  aller  fchedlichfte  todlUch, 
denn  vom  fegfeuer  hat  fie  gelebet  wie  der  fifch  vom  waßer. 
das  was  die  rechte  falbe  und  weide,  davon  fie  fo  feift  wor- 
den iß.  nu  mag  fie  ja  lenger  nit  leben,  ob  ir  funßen  is 
nichts  gebreche,  fo  müße  fie  doch  forthin  hungers  ßerben, 
dann  man  wU  ir  nichts  mer  opfern  noch  geben. 

Doctor  Worß 
Wir  wollen  fie  zu  den  lieben  heiligen  geloben,  zu  bifchof 
Benno  gen  Meifen,  zum  fchwarzen  kreuze  gen  Drefen,  zu  so 
unfer  lieben  frauen  bei  den  fiben  eichen,  dem  taucher,  da 
iß  gar  ein  gnadreich  bild. 

Nickel  Seidenreich 
Da  würden  wir  gleich  verforget  fein  wie  ein  nackenter  mit 
dem  winter.  dann  die  hex  fo  die  felbe  wolfart  auß  geheiß  ss 
ires  bulens  des  teufeis  angericht,  hat  man  zu  Bern  verbrant, 
demnach  die  capellen  famt  haus  und  hof  zerßort  und  die 
wurmßichichten  götzen  gar  hinwek  gereumet  auß  den  kir- 
dien,    nun  rat  wo  hinaußl 

Doctor  Worß  *> 

Wer  hat  folchs  nur  angericht?  die  bauern  feind  darauf  ge- 
weiß worden  als  gewis  als  got  lebet,  ich  fchmecks  und  merks. 

Ullein  Sihinsfpil 
Ich  weiß  wol,   Chrißus  hats  gethan  Matthei  am  XI,  do  er 
inen  genift  und  gefprochen  'kompt  her  zu  mir  alle  die  ir  ss 
arbeitet  und  beladen  feit,  ich  wil  euch  erquicken.'  fie  haben 
auch  gelefen  das  evangelium  fampt  allen  epißeln,  befunder 
Johannes  am  I  und  XVII ,  Exodi  am  XX,  £faie  am  XIV, 

17* 


260 

Timothei  am  II,  Joau.  am  XIV,  Jerem.  am  XVIII  und  alle 
pfalmen  durcbauß. 

Doctor  Kochlöffel 
Der   teufe!  und   feine  muter  hat  die  bauern  in  die  fchrift 

5  gefiirt.     nu  wirds  mit  uns  nimmer  gut,  weil  fie  die  heim- 
lichkeit  wißen  und  erfaren  haben. 

Cunz  Affe 
Ir  herrn,  ir  herm,  laßt  die  erznei  gelingen,  denn  die  melTe 
ift  ie  lenger  ie  fchwecher.    fie  kurbelt  und  fchlürket  an  der 

10  rede  und  wird  gar  fprachlofe. 

Doctor  Suppenfchmit 
Der  friimefler  brenge  uns  unfern  herrgot,  daß  wir  fie  ver- 
forgen  und  befchicken. 

Frumeffer 

1»  Herr  doctor,  ich  kan  in  nicht  erlangen :  der  himel  ill  fein  Aul 
und  die  erde  fein  fußfchemel.  wie  möchte  ich  in  erwifchen, 
er  fitzt  zu  der  rechten  band  gottes. 

Doctor  Suppenfchmit 
Ich  meine  ^  du  feifl;  ToUer  narren  dann   der  fomer  mucken. 

M  breng  uns  unfern  herrgot  oder  du  muft  auf  die  fchuppen 
bei  dem  got  den  ich  heute  gehebt  und  geleget  habe! 

Frumeffer 
Herr  doctor,   habt  ir  in   heute  gehebt,    wo   habt  ir  in  hin 
gelegt? 

15  Doctor  Suppenfchmit 

Ich  meine,  herr  doctor,  ir  feit  voller  fantaften  denn  ein 
zöttichter  hund  ilöe  im  augßen,  unfinniger  denn  die  feu  die 
fich  im  mer  ertrenkten  (Matthei  VIII).  habt  ir  in  heute 
geßen,   wo  fol  ich  in  dann  nemen?    ja  lieber  fchickt  mich 

30  nach  dem  winde  der  euch  fert  das  hütlein  abwarf  und  heißt 
mich  gleich  auch  S.  Bernharts  berk  zum  goldfchmide  tragen, 
daß  ern  thu  in  einen  gülden  rink  faßeu,  an  einen  finger  zu 
Recken,     das  feind  mir  ja  gute  poflen  und  lame  zoten. 
Doctor  Worft 

s»  *Vil  gefchreis  und  wenig  wollen'  fprach  der  teufel  da  er 
eine  fau  befchore  mit  einem  börer.  ich  fage  euch,  nemet 
die  fchlüßel  und  bringet  uns  auß  dem  facraments  faäuslein 
den  zarten  fron  leichnam  Chrißi  unfers  gots. 


261       ' 

Prumeffer 
Er  ift  leiplich  zu  himel  gefaren  und  fitzt  zur  rechten  feins 
vaters,  oder  unfer  artikel  des  waren  chrifilicheri  glaubens  muß 
falfch  fein,    er  ift  auferßanden  und  nicht  hie  (Luce  XXIIII). 
greifet  hinauf  und  nemt  in  herab!  ich  bin  im  vil  zu  kurz,  ir  s 
aber  feit  dapfere  große  Hänfen. 

Doctor  Worft 
Capellan,    brengt  uns  fchnel  das   heilige  geweibete  ol  und 
brcnget  auch  ein  geweiht  licht  her,  dann  der  tot  nahet  fich 
und  wil  fant  Veiten  haben.  lo 

Capellan 
Ich  merk  wol,  ir  meint   das   61,   das  man   vom  bifchof  er- 
kauft bat.    des  ift  aber  nichts  mer  im  buchslein:   der  kußer 
hat  die  fchu  damit  gefalbet. 

Doctor  Worft  u 

Ei  daß  in  die  veifel  befiehe!  fo  ift  er   im  banne,    das  mag 
niemand  erweren,  er  muß  es  teuer  genug  bezalen. 

Doctor  Suppenfchmit 
O  lauft  wunderfchnel  und  brengt  ein  licht!  lauft  zum   bein- 
liaufe  bei  den  lampen  und  zündt  an!  lauft  wunder  behend !      20 

Paul  Stechdenbrei 
Da  ift  wider  feuer   noch   licht,  kerzen  noch  lampen.    meua 
und  rattcn  müßen  des  orts  hungers  fterben  und  des  glock- 
ners  hausfrau  küchlet  nit  halb  fo  vil  als  vor  vier  jaren. 

die  metten  ift  gefungen,  » 

der  teufel  hat  den  bapft  erwifcht, 
im  ift  ganz  wol  gelungen. 

Doctor  Worft 
So  hör  ich  wol,  man  brennt  den  lieben  heiligen  wider  wachs 
noch  öl,  wider  lampen  noch  unflet  und  thut  inen  nichts  guts«  ao 
ach  das  got  erbarm!  warzu  ift  es  doch  koment  wer  hat  den 
irtumb  gepflanzt  oder  warvon  hat  fichs  geurfacht?    ich  glaub, 
der  Luther  fei  die  grofte  urfach  daß  die  mefs  ins  hellbad  muß. 

Six  Watinbach 
Als  der  romifche  verfprocben  aplaß  fo  vil  fchuldig  was  und  ss 
gelten  folt,  daß  er  mit  den  fcbelmen  außm  lande  muft  lau- 
fen,   hat  er  vor  und  ehe  den  nachtlichtern  große  ding  ver^ 
heißen,  danimb  feind  iie  im  nachgezogen,    aber  fie  werden 


262 

alle  erlefchen,  fo  fie  nicht  zufchub ,  ßeucr  und  hitze  vom 
fegfeuer  haben. 

Linie  Schmirnbels 
Was    darf  man    der    nachtlichter?    die   totenfchädel   fehen 

5  nicht,  fo  tanzen  die  hiilzene  gotzen  nicht,  Co  hat  got  er- 
fchaffen  alle  lichter,  himelifch  und  irdifch,  bei  im  ift  die 
ewige  klarheit  und  kein  finllernus.  darumb  ift  es  ein  beid* 
nifche  torheit  ime  mit  lichtem  zu  dienen. 

Doctor  Thom  Eatzenbart 

10  Brengt  uns  doch  ein  wenig  würz  oder  palmen ,  daß  wir 
einen  gefegneten  rauch  machen  für  das  bofe  gefpenß. 

Wolf  Fideler 
Die  weiber  haben  das  flelTch  damit  gereucht  und  fider  keine 
laßen  befchweren. 

15  Doctor  Eckftein 

Wo  nu  auß?  fprach  der  fuchs  in  der  fallen,  izt  feind  wir 
im  mer  on  fchif  und  rüder,  wer  kan  backen  one  feuer  oder 
one  flügel  fliegen?  es  wer  gleich  als  müglich  das  ganze 
mer  an  regenbogen   zu  henken,    als  difer  mefle   zu  helfen, 

90  fo  fie  fchon  verloren  hat  die  rechten  herzader ,  nemlich  das 
fegefeuer,  welchs  in  feiner  flucht  mit  im  hinweg  gefurt  hat 
begrebnus,  dritt,  fibenden,  dreißigiften,  vigilien  und  jarzeit, 
fampt  iren  opfern,  lichtem,  weiwaßer,  51  und  palmen.  nu 
rat  reter  gut,  wie  wir  ungebrant  von  difem  keßel  komen« 

25  es  hilft  doch  wider  fchreien  noch  falben  und  ift  unfer  mühe 
und  arbeit  alle  umb  fonft  und  vergebens. 

Doctor  Werft 
Solt  fie  uns   denn  under  den   henden  fterben,   fo  wird  uns 
nichts  fürs  ürztlon.    darumb  wil  not  fein  daß  wir  uns  auß- 

ao  drehen  und  davon  machen,  ob  fie  denn  in  unferm  abwefen 
ftirbt,  fo  wollen  wir  fprechen,  die  bauem  haben  fie  er- 
fchlagcn. 

Doctor  Suppenfchmit 
Ich  folge,    ir  habts  erraten   und   wol  getroffen,     betten  wir 

ts  die  hammer falbe,  fo  wir  ^erfchmirt  haben,  wider  in  der 
büchfen,  wir  weiten  uns  felber  damit  falben  und  noch  ein 
guten  mut  mit  unfern  kochinnen  haben,  aber  diß  ift  ein 
verlorne  rede,  brengt  eben  fo    vil  frücht  als  vogelleim  im 


263 

pfeffer.  ich  rat,  wir  reiten  von  hinnen  und  wer  uns  fragt 
Vie  ßehet  es  umb  die  mefle?^  wollen  wir  antworten  'wol, 
wol,  marterleiden  wol:  fie  hat  geftem  einen  furtanz  mit  dem 
legalen  von  Campeflor  gehabt^ 

Doctor  Eckfteins   knecht  Veit  Suchdenftifel      5 
Box  marter,  berr  doctor!   wo   wolt  ir  mit  den  feuen  allen 
nauß,   die  ir  diß  jar  mit  euch  heimbringet?    man  wird  uns 
vor  furkaufer  au£fahen. 

Doctor  Suppenfchmit 
Ei  laß  mich  ungefetzt!  daß  dich  fant  Veltens  arbeit  beftehe  10 
als  bubenl  ich  hab  fünft  gnug  das  mich  betrübet,  wiltu  noch 
mein  darzu  fpotten?    hab  dir  den   Ciprian   und  die   gicht! 
damit  fei  es  bericht.    aide!  ich  bleib  die  lengc  do  nicht 

O  zeter  mordio! 
Die  felmefs  leit  und  wil  fterben,  i& 

So  wil  die  vigilg  auch  verderben. 


XXIV. 
DER  PAPISTEN  HANDBÜCHLEIN 

FLEISZIG  ZU  MERKEN  UND  HEIMLICH  ZU  LESEN 

DAMIT  ES  DIE  LEIEN 

DENEN  DEE  BAPST  DIE  HEILIGE   SCHRIFT  VERBOTEN  HAT 

NICHT  ERFAREN. 

MIT  D.  M,  L.  BENEDICITE 

FÜR  DEN  BAPST  UND  SEINE  SCHUPPEN 

UND  DER  BARFÜSZER  MÜNCH  ZEHEN  GEBOT 

AUCH  DES  BAPSTS  VATER  UNSER 

GRUSZ  UND  GLAUBEN. 


SECreta  SACerdotuin 
Baal. 

Wie  fol  lieh  ein  geiftlos  papiflifcher  birchof,  pfarherr, 
prediget  halten  in  feinem  beruf? 
5  Ein  geiftlos   papiftifch  bifchof,  pfarherr,   prediger,  tumber, 
vicarius  fol  ungelert  und  eines   bofen  lebens  fein,  fol  fich 
des  evangelions  befchemen  und  fein  leben  in   aller  b&berei 
und  Icbanden  zubringen. 

Wie  fol  er  leren? 
*o  Er  fol  gottes  wort  verfelfchen,  fiind  und  fchande  erleuben 
und  felbs  treiben  und  daß  er  ja  das  evangelion  Chriili  nicht 


JJ65 

dorfte  predigen  noch  die  chriftenheit  helfen  bau  wen  und 
beßern,  fein  pfarr  verlaßen  und  ein  vertnmbter  herr  werden, 
lieh  in  aller  bosheit  als  ein  getreuwer  haushälter  Baals  be* 
weifen,  fleißig  darnach  ßreben  daß  gottes  er  zfi  gnmd  und 
zu  boden  gehe.  5 

Wie  fol  er  leben? 
Ein  papißifch  bifchof,  pfarrherr,  prediger  fol  ein  unyer- 
fchampter  hfirer  und  ehebrecher  fein,  keinen  tag  nüchtern, 
ein  weinfeufer,  fpiler,  beißig,  neidifch,  zenkifch,  geizig, 
unerlich  hendel  treiben,  der  haushalte  mit  huren  und  hüben,  10 
mit  heuchlern  und  ßocknarren,  baftart  und  hurenkinder  habe, 
und  in  allen  lailern  und  fchanden  erfunden  werde. 

Wann  handlet  ein  papiftifch 
bifchof,  pfarrher  oder  prediger  wider  feinen  beruf? 
Wann  er  die  warheit  fagt,  das  evangelion  prediget  und  nach  w 
gottes  wort  gedenkt  ein  erbar  chrißlich  leben  zu  füren  und 
fuudert  fich   von  den  römifchen  geiiUichen  und  helt  fich  zu 
den  evangelifchen  predigern  und  chrißen. 

W^ie  foUen  fich  die  papiUifchen  suhorer 

halten  in  irem  beruf?  ^o 

Ein  Zuhörer  der  papißen  fol  alle  prediger  götlichen  worts 
leßern,  verachten,  fcbmehen,  fchenden,  hinderreden,  belie- 
gen  und  helfen  verfolgen  und  verjagen. 

Wo  ßeht  das  gefchriben? 
,  Alfo  fagt  Chrißus  'der  jünger  iß  nicht  über  feinen  meißer.*  25 
die  weil  nun  der  teufel  ein  mörder  und  lügner  iß  (Johannis  8), 
fo  mußen  feine  diener  der  maßen  auch  fein,  darfur  follen 
fi  zSi  Ion  haben  vil  lehen,  prebenden,  tumerei  und  den  fr&- 
meifen  altar  in  der  belle:  dann  ein  arbeiter  iß  feins  Ions 
wert.  »0 

Wann  handien  die  papiftifchen  zfihörer 
wider  Iren  heruf? 
Wann  Si  gottes  wort  hören  und  den  evangehfcheW  predigern 
gut«  thän  und  freuntlich  feint,  ftebn   ires  unchrilUichen  le« 
bens  ab  und  beßern  fich,  fingen  pfalmen,  bleiben  nicht  hal*  ^ 
ßarrig,   verftockt    und  verblendet,   halten  fich  der  1er  und 
ordennng  Glurißi. 


_266 
DAS  ANDER  TEIL. 

Wie  rollen  üch  die  geiftlofen  halten 
gegen  weltlicher  oberkeit? 
Die  geißlofen  foUen  weltlicher  oberkeit  nicht  gehorfam  fein, 
5  kein  fchoß  noch  zol  noch  tribut  geben,  irer  aufs  ärgst 
gedenken,  gemeinem  nuz  oder  policei  keinen  dienft  thün. 
und  wann  die  oberkeit  dem  Entchriß  nicht  wollen  anhan- 
gen, fol  man  fie  verbannen  und  ins  dritt  oder  viert  gefchlecht 
verflfichen. 

10  Wo  ßeht  das  gefchriben? 

Alfo  fchreibt  der  bapft  in  feinem  decret.  dit  22  Omnis: 
Ich  bin  ein  herr  des  himlifchen  und  erdnifchen  keifertumbs. 
alle  keifer,  konig,  furßen,  herren  feind  mir  underworfen.  ich 
wil  auch  mit  den  meinen  frei  fein  und  der  keifer  maß  mir 

15  ein  eid  fchweren  als  feinem  herren,  daß  er  mir  wolle  un- 
derthenig  fein,  mich  erhohen  und  eren.  Dif.  60  Tibi  do- 
mino:  mir  gebürt  ein  gülden  krön,  ja  drei  uf  einander, 
daß  man  fehe,  daß  ich  ein  herr  bin  im  himel  und  auf  er- 
den und  im  fegfeur.     ich  gebiete  den  engein  im  himel  und 

80  verbanne,  verflache,  vermaledeie  auf  erden  alle  die  jenigen, 
fo  von  mir  oder  meinen  plettingem  zol  heifchen  und  nemen. 
De  confec.  dif.  1  Si  quis. 

Wie  fol  üch  weltliche  oberkeit 
widerumb  halten  gegen  die  geiftlofen? 

25  Die  weltliche  oberkeit,  weil  fie  an  gottes  ftat  fizt,  fol  fie 
gottes  er,  wort  und  namen  furdern  und  hanthaben,  funden 
laftern  und  fcbanden  weren  und  allen  ergemüITen  furkomen. 
und  wo  die  geiftlofen  nicht  folgen  wollen  und  ander  leut 
dulden,  foUen  fie  mit  inen  das  compeUe  intrare  fpilen  und 

30  das  depofuit  mit  in  fingen,  zinfe  und  rente  verbieten,  biß 
daß  auß  den  bauchdienern  widerumb  Chriftus  diener  werden. 

Wo  fteht  das  gefchriben? 
Alfo  fagt  Chriftus  Math,  am  V   'wann  das  falz  tumb  wirt, 
ißs  zfl  nicht  hinfort  nätze  dann  daß  maus  hinauß  fchüite 

35  und  laß  es  die  leut  zertreten,*  und  Math,  am  XVIU  *wer 
da  ergert  der  geringften  einen  die  an  mich  glauben,  dem 
were  beßer  daß  ein  mülftein  an  feinen  hals  gehenkt  wurde 
und  er  erfeufet  würde  im  mer  da  es  am  tiefeften  ift.^ 


267 


Wie  follen  Üch  die  nnderthanen  halten 
gegen  den  geilllofen? 

Die  undcrthanen  und  gemeinen  chriften  Tollen  die  verftock- 
ten  geilUofen  meiden,  als  beiden  halten,  fi  nicht  gr&ßen, 
auch  kein  gcmeinfchaft  mit  inen  haben,  ir  mefle  undgottes  s 
dienß  fliehen,  fi  zä  keiner  erlichen  bandlung  furdern  noch 
bitten. 

Wo  ftebt  das  gefchriben? 
Alfo  Tagt  Chri(hi8  Math,  am  XVIII   'boret  er  die  gemeine 
nicht,    fo  halt  in  als  ein  beiden  und  zolner,*  und  Johannes  lo 
in  der  andern  epiftel  'wer  die  lere  Chrifti  nicht  bringt,  den 
nemet  nicht  zu  häufe,   gr&ßet  in  auch  nicht!   dann  wer  in 
grüßt,     der  macht  fich   teilhaftig  feiner   bofen  werke.*    fo 
fagt  das  decret.  diß.  32  Praetor,    daß  kein  hurenpfaff  fol 
mefs  haben,   auch  nicht  dre  epiftel  oder   evangelium  fingen,  15 
auch  in  der  gemein  nicht  geduldet  werden,  und  cap.  Nullus 
lagt  die  felbige  diftinction,    daß  man   keines    bfirers   mefs 
boren  noch  fehen  fol  beim  banne. 

DAS  DRITTE  TEIL. 

Wie  Tollen  ficb  die  geiftlofen  halten  so 

gegen  die  kochinnen? 
Ein  geiftlofer  foU  feiner  hären  underthan  fein,  irer  wol  pfle- 
gen und  furßehn  als  feiner  gehilfin,  die  im  in  allen  fchanden 
und  b&berei  hilft   verzeren  und   umbbringen  was  er  durch 
feinen  gottes    dienft  und  larvenwerk   von  fromen    chriften  »5 
fchindet  und  fchabet. 

Wo  fteht  das  gefchriben? 
Alfo  fagt  der  prophet  Micheas    'was   von  hfirenlon  verfam- 
let  ift,  fol  wider  zu  hfirenlon  werden;'   und  wie  die  Walen 
oder  WelTchen  fagen  male  quaefit  male  perdit :    dann  fchad  so 
were  es  daß  g&t  folt  anders  verzert  werden. 

Wann  handelt  ein  geiftlofer  pfaff 
wider  feinen  ber&f  ? 
Wann  er  mit  feiner  h&ren  in  fride  lebt,  nicht  flocht,  fchilt 
und  alle  tage  fich  krimmet  und  kratzet,   rauft  und  fticht,  sa 
daß  maus  übers  dritte  haus  hört. 


•  270 

und  gebcßert,  fo  ift  es  billich  daß  lie  auch  mit  dem  ewig 
haushalten ,  dem  fie  gedient  haben  und  allen  feins  willens 
gefolget. 


DAS  WER  AUCH  WOL  EIN  GEBET  FÜR  DIE 
6  PFIFFEN 

D.    M.    L. 

BFNEDICITE 

Aller  raben  äugen  warten  auf  dich,  bapft,  daß  du  ir  fpeis 

werdft  in  kurzer  zeit,     du   thuil  auf  deine  milte  band  und 
10  ftileft  alles  was  dir  wol  gefellet     der  galge  ift  dein  reich, 

darzfi  das  rad  in  ewigkeit. 

GRATIAS 

Dank  dir,  bapft,  der  teufel  daß  du  biß  fo  greulich,  dann 

dein  lüge  und  mord  weren  ewiklich.    und  haft  uns  alle  ge- 
15  fpeifet  mit  gift  und  hellifchem  feur.    du  haft  nicht  luft  an 

chriftlichem  glauben   noch  leben,    fonder  haft  luft  an  allen 

die  got  leftem  und  fchenden. 

DAS  VATER  UNSER 

Bapft,  vater  aller  verlougneten  chriftent 
so  Gefchendet  werd  dein  verfluchter  nam! 

Zä  kum  dein  rieh  in  der  helle! 

Dein  teufelifcher  will  m&ße  bald  underligen  wie  im  himel 

alfo  auch  auf  erden! 

Unfer  taglich  brot  gebe  dir  got  niti 
25  Und  verlaß  uns  unfer  fundc  nit  durch   dein  verlognen  ab- 

laß,  wie  wir  auch  nit  wollen  Vergebung  von  dir  haben. 

F&r  uns  nit  mer  in  verfächnus,  fondern  got  erlös  uns  von 

deinem  übel. 

DER  GRUSZ 
10  Ave,  rabi,    du  heilige  junkfrau  S.  Paula ,  bapft  vol  Ungna- 
den gottesl     der  teufel  mit  dir!    verflucht  feieft  under  allen 

menfchen!    verflacht  fei  die    frucht  deins    reichs,    cardiuäl 

pfafien,  münch,  nunnen!     amen« 


271  • 

DER  BARPÜSZER  MÜNCH 
ZEHEN  GEBOT 

Das  feind  die  helfchen  zehn  gebot, 

die  Franciscns  der  münichsgot 

bat  geben  in  feinr  regel  neu  5 

durchs  teufek  liß  und  triegerei. 

kirieleien. 
Got  fol  nicht  alein  fein  dein  herr, 
fonder  folg  auch  Francifci  lerl 
dem  folt  du  ganz  vertrauwen  dich,  10 

lo  wirft  du  lÜlig  hinder  fich. 

kirieleion. 
Du  folt  Francifcus  namen  em 
gleich  dem  namen  gottes  deins  herrn, 
geloben  bei  feim  namen  milt,  is 

daß  du  dein  regel  halten  wilt. 

kirieleion. 
Du  folt  heiigen  Francifcus  tag', 
darzu  ein  graue  kutten  trag! 
trag  holzfchäch!  mit  eim  ftrick  dich  gürt!  20 

das  heißt  ein  geiftlich  leben  gf&rt. 

kirieleion. 
Du  folt  nit  ern  noch  ghorfam  fein 
dem  vater  und  der  m&ter  dein: 
th&  was  dich  heißt  der  gardian!  as 

fo  wirft  dus  hellifch  leben  han. 

kirieleion. 
Du  folt  verdammen  zomiklich 
die  dein  orden  haßen  und  dich, 
du  folt  lieben  mit  fanftem  m&t  »u 

all  die  dein  br&dern  thänd  das  gut. 

kirieleion. 
Den  eeftant  halt  ßät  für  unrein, 
ob  fchon  dein  herz  vil  weiber  mein! 
halt  dich  from  als  ein  fchalk  im  fchein:  3% 

Jens  thu  nur,  wenn  du  bift  alein! 

kirieleion. 


272 

8    Greit  anrftren  acht  nit  far  göt, 

verzer  der  annen  fchweiß  und  blut! 

laß  fi  aufthän  ir  milte  band! 

fetz  in  darfur  ein  mefs  /.ü  pfanti 
kirieleion. 
9.     Du  folt  gots  falfcher  zeuge  fein! 

verkauf  dein  werk  und  ablaß  fein! 

das  fegfeur  folO;  auch  lefchen  du, 

mit  beten,  faAen  decken  zfu 
kirieleion. 

10  Ob  du  deins  nächften  weib  und  hau8 
begerll  und  wird  doch  nichts  darauß: 
daran  du  kein  gewißen  hab, 

dein  regel  wäfcht  dirs  alles  ab. 
kirieleion. 

11  Die  gbot  den  münchen  geben  find, 
daß  fi  als  Entechrißes  kind 
erkennen  nicht  noch  leren  wol 
wie  man  vor  gote  leben  fol. 

kirieleion. 

12  Vor  in  bh&t  uns,  herr  Jefus  Chrifi:, 
der  unfer  mitler  worden  ifti 

mit  Ordens  thun  ifis  gar  verlorn: 
all  müncherei  verdient  gots  zorn. 
kirieleion. 

DES  BAPSTS  GEBET  VOLGET 

Die  weil  der  bapll  zäwider  ift 

dem  wort  unfers  herrn  Jefu  Chrift, 

als  in  S.  Peter  und  Paul  thut  nennen, 

fo  mögend  wir  in  für  den  rechten  Entchrifi  erkennen, 

wo  er  uns  die  fpeis  und  ehe  verbeut 

umb  feines  fchantlichen  nutzes  und  geit, 

damit  er  dwelt  befcheißt  und  betreugt« 

mit  gfchwulftigen  Worten  einher  fleugt. 

fo  fprich  im  das  gebet  zu  aller  zit, 

dann  fein  verdamnus  verfaumpt  fich  nit. 


273 


Sein  VATER  UNSER  fprich  im  mit  »ndacht, 

die  weil  er  gottes  wort  und  den  heiligen  geift  veracht. 

Bapß  vater  unfinnig,  der  du  biß  ss&  Rom, 
vertilget  werd  dein  hochfertiger  (&ntlicher  nami 
verbrennet  werde  dein  rieh 
iezund  und  ewiklich! 
dein  will  nimmer  gefcheh  alfo 
weder  zu  Rom  noch  anderswo! 
unfer  täglich  fpeis  verbeut  uns  nit 
weder  iezund  noch  zfi  andrer  ziti 
dein  zius,  ablaß  und  bullen 
mögen  nicht  bezalen  unfer  fchulden. 
auch  f!lre  uns  nimmer  in  des  bannes  fimonei, 
fonder  erlös  uns,  got,  auß  der  pfaffen  b&berei! 
amen. 

Sein  GRÜSZ  volgt 

Gegrfißeß  feiß  du  bapß  hoher  romaniß! 
du  biß  warlich  der  recht  Entchriß, 
wie  das  in  der  gefchrift  von  dir  gemeldet  iß. 
dein  lupißerei  iß  dir  befetzet  wol, 
daß  dir  iß  kißen  und  kaßen  worden  vol, 
und  biß  erhöcht  under  der  pfaffheit: 
iß  allen  fromen  chrißen  auf  erden  leit. 
amen. 


Sein  GLAUB  befchleußt 

Ich  glaub  in  den  bapß  geitig, 

in  blutdurft  tobend,  unfinnig  und  veitig, 

als  man  täglich  fpürt  on  feien, 

fanipt  feinen  unmilten  cardinälen, 

erzbifchof  und  bifchof  famt  der  ganzen  geißlicheit: 

vi]  huren  zu  machen  und  feien  zd  morden  feind  fi  bereit; 

empfangen  .vom  bofen  geiß, 

der  fi  zö  aller  bosheit  reizt; 

18 


274 


geborn  uß  gotes  zorn, 

an  Judas  {äßßapfen  außerkorn, 

ander  dem  kriegsvolk  gelitten, 

die  weil  ii  wider  gottes  wort  babent  geßritten. 

icb  glaub  bäpftiiche  bocbfertigkeit,  wolluA  des  fleifchs, 
gemeinfchaft  der  teufel,  ablaß  der  feckel  und 
nach  difem  leben  das  hellifch  ewig  feur: 

fo  braten  und  fieden  fie  und  band  das  holz  zu  ßeur. 

amen. 


ANMERKUNGEN 


I. 

28  BiüUer  (7  Uo^en)  iu  4®.     Auf  der  vordem  Suite  d«a  cdWu  Blatten  fteht 

tiel'prech    biechlin   ueüw 

Karftbans. 

Z{k  dem  Lefer. 
^  Ein  neüwer  Karftbans  kom  icb  her 

Vol  gdtter  manung  /  rechter  1er. 
Mit  Edlen  bin  icb  worden  eins 

Als  was  icb  weiß  /  do  fchweig  ich  kein». 
Vnd  ward  mit  benden  greyffen  zu 
Ein  Ander  auch  fein  beftes  th&. 
Die  Kückfeito  des  erften  Blattes  ift  leer.     Auf  dem  zweiten  Blatte  ob^n  be- 
ginnt nach  Wiederholung  des  Titels  der  Dialog.    Er  geht  bis  gegen  Ende 
der  Rückfeite  des  26ßen  Blattes  ununterbrochen  ohne  Abiktz  (32  Zeilen  auf 
der  Seite)  fort^  worauf,  noch  die  Cberfchrift  zu  den  30  Artikeln  folgt,   die 
mit  Blatt  37  beginnen  und  3  Seiten   füllend  bis  unten  auf  die  vordere  Seite 
des  letzten  Blattes  reichen.    Die   Rückfeite  delTelben  ift  leer.     Ohne  Zweifel 
einer  der  fchönften,  fauberften  und  correcteAen  Drucke  der  damaligen  Zeit, 
ohne  Angabe  von  Ort  und  Jahr. 

Der  Druck  gibt  2,  10  r&tt'er.       2,  24  RandgloiTe:  KarfthiTs  hat  fein 
pferdt  gekuffet.         2,  2S   im  fünd.         2,  31    die  fehlt.        2,  36  ge- 
betten.         3,  1  geweßt.         3,  17  in   der  geytigkeit.        3,  29   in  ßc. 
3,  31    Wirt   ßc.  4,   4  geiftlich?  /  fo    vil    in  auch   fchntzen 

w&lt.  Vom  im  Texte  zwifchen  geift liehen  und  fchützen  ift  einznfchal- 
ten  fo  vil  in  euch.  4,  7  Am  Rande  Doctor  Martin  Luther. 
4,  14  gotes  ßc  4,  17  Am  Rande  Virich  vö  Hütten.  4,  24  grünt- 
lieh;  Tgl.  12,  5.  4,  25  geacht,  und  fo  Tom  zu  lefen  für  e rächt. 
4,  37  am  Rande  Die  pfaffl^  an  ftat  der  Apofteln.  5,  5  m&ß  und 
fo  beßere  Torn  Im  Texte  für  mdß.  5,  9  Am  Rande  Die  pfaff?  geyt- 
zig  wolff.  6,  21  gotes  fic.  5,  23  criftus.  6,  29  Am  Rande  wie 
Chrißns  die  Afteln  (fio)  ußgefchickt  hat.  6,  13  rd  üc.  6,  14 
büß.  6,  16   Am    Rande  Die   geiftliehen   prelaten.  6,  24  Am 

Bande  Birefaoff  in  teütfohland  yelst.         6,  27   frawen.         6,  28 


278 

t'lürr«D.  6,  31  cleinoter  £c.  ß,  32  thü;  and  fo  vorn  den  Drnck- 
fehler  thu  zu  beßcrn.  6,  34  Am  Rande  wie  Chriftas  die  Ap oftein 
beriefft.  7,  2  Am  Rande  Der  apollel  gewiii.  7,  4  beßere  voro 
den  Druckfehler   fich  in  ficb.  7,  14  Am  Rande   Der   apoßel  forg- 

feltigkeit.  7,  28  lies  z{L  für  zu.  7,  31  vatter.  8,  1  Am  Rande 
Eyge  nutz  Tuchen.  8,  8  fg.  vff  daß  ir  in  m.  n.  b.  wären.  8,  11 
Am  Rande  Paulus  hat  mit  henden   gewirckt.  8,  15   Am  Rande 

Sant  Peters  reychtnmb.        8,  26  Am  Rande  ffifchoff  vnd  prieller 
ampt.         8,  30  Am  Rande  Chrtftum  vTI  nit  fich  felbs  predigen. 
9,  6  Jhenen.  9,  9  Am  Rande  Den  weg  der  warheit  kiefen. 

9,  17  fürHenthümb  iic;  während  meiß  tumb.  Die  Ansfprache  mag 
fchwankend  gewefen  fein.  9,  19  Am  Rande  Priefter  gottes.  9,  25 
vff  das    nit   die.        9,  27   feine   priellern.  9,  29  Am  Rande  was 

Cbrillns  feinen  prießern  gebeut.  9,  30  Hinter  priellern?  einzu- 
fchalten  hört,  und  darauf  vor  wer   Anführungszeichen.         9,  33  kärfen. 

9,  38  Am   Rande  warum   yetzundt   pfaffe   werden.  10,  16   Am 

Rande  war  geiftlicheit.  10,  18  waifen  fic  mit  ai.  rhat.  10,  20 
Am  Rande  Die  yetzigenn  geilllichen.  10,  24  zwüfchen.  10,  24 
Am  Rande   Geilllich  vnd  weltlich  fein.  10,  26   Rh&mern. 

10,32  rhat.  Am  Rande  wie  fant  Paulus  gelebt.  Von  jetzt  an 
geben  wir  die  RandgloITen  nicht  mehr  an.  H«  7  lies  zu  für  Z&.  11,  IL 
g&te.  11,  29  verbotten.  12,  1  Rh^mern.  12,  5  grüntlich 
fic.     VgL  4,  24.        12,  21  Luterifche.         13,  1  thenr.        13,  4  jhenen. 

13,  14  agil.        14,  14  der  kunig  als  den  fürtr.   oder   feine  f. 
14,  16  jhenen,  und  fo  weiter.         14,  21   fchantlich.         14,  37   hinter 
als  fetze  noch  in.  lö,  4  Colonieenfern.  15,  7  fchrybt  fic. 

16,  27  betten.  vatter,  und  fo  immer.  16,  29  einen.  lies  him* 
lifch  ohne  e.  17,  3  gefindt.  frewet.  18,  21  tr5we.  18,  28 
fehch&chworten.  18,  38  folt  fic.  19,  18  verflfichen.  20,  38 
fr&nenlich.  21,  5  getr&wet.  21,  15  zerftr^wet.  21,  24  gicht 
fic.  22,  6  verlnhen,  und  fo  Z.  14.  22,  32  md  fic.  23,  16  ver- 
leürt  fic.  24,  6  apffelgraw.  25,  15  gebotte.  25,  19  ange- 
bettet.       25,  25  matter.        26,  C   gem&lts  fic.        26,  28   pfr&nden. 

27,  5  gebotten.  29,  6  pfrunden,  und  fo  öfter.  29,  21  heißt 
für  hat.  30,  21  fo  vorn  im  Texte  zu  ftreichen.  33,  12  habft,  und 
fo  vorn  zu  beßem  für  hall.         34,  18  menfches.  35,  16   volkome- 

lichen.  85,  20  geülen.  36,  20  weyßt  er  fie  die.  37,  20  würt, 
und  fo  vorn  zu  fchreiben.  38,  6  aller  fic.  40,  9  aldo  das.  40,  20 
Wee  wol.  41,  1  er  für  der;  und  fo  vorn  zu  beßem.  41,  18   ab- 

trinnung.  41,  23  reümet.  43,  8  dem.  43,  14  tr&tten. 

43,  24  beßere  vom  zfi. 

Erklärungen.  1,  2  from  nicht  in  unferer  heutigen  Bedeutnng  got- 
tesfürchtig,  fondem  brav,  wacker.       1  7,  darf  ich  bedarf  ich.       vall  fehr. 

1,  8  d außen  draußen,  wie  dinn  drinn  z.  B.  bei  Pamph.  Gengenbach 
NoUh.  1485.  Nov.  481.  ernftifch  ernßhaft.  2,  1  für  und  für  im- 
mer lu,  unaufhörlich.        2,  4  übermachen  übertreiben  Schmeller  2,  541. 


279 

2,  5  fich  leiden  fich   in   Geduld  fchicken.  wart.     Ich  habe  die 

Trübung  des  i  und  e  ^n  u  und  ö  tcmt  Liquiden  bewahrt,  wie  fie  der  alte 
Druck  gibt,  der  unßreitig  zu  den  forgfaUigßen  gehört,  die  ich  kenne.  So 
fteht  ich  würd=:ich  wird,  ich  werde  3,  24.  4,  28.  14,  6.  15,   18.  17,  31. 

21,  32.  36,  16.  40,  10.  du  wurft  7,  20.  10,  4.  22,  22.  29,  33.  würt  3 
Perf.  Sing.  Prief.  2,  5.  6,  9.  3,  12.  24.  6,  23.  7,  32.  8,  24.  9,  3.  10,  12.  11, 
29.  33.  35.  14,  28.  29.  17,  21.  28.  18,  27.  19,  7.  15.  16.    37.  20,  1.   21,  3. 

22,  9.  11.  12.  26.  23,  14.  15.  16.  25,  5.  38.  30,  24.  31,  3.  32,  2.  33,  37. 
35,  4.  37,  20.  39,  37.  40,  26.  41,  17.  20  während  wirt  nur  zweimal  vor- 
kommt 3,  31.  25,  27.  Ferner  gefchmört  26,  10.  würken  8,  21.  12,  19. 
mnnder  28,  34.  Mit  5  merke  ich  an  wölcher,  nie  welcher,  mör  mare 
24,  11.  12.  13.  wör  Wehr  25,  9.  Nicht  vor  Liquiden  fteht  ü  noch  in  der 
Endung  nüs  llet^  und  in  zwürchon  10,  24,  verlühen  22,  6.  14.  Bei  den 
beiden  letzten  Worten  habe  ich  i  hergeftellt.  etwa  hier  in  der  Bedtg 
vielleicht.  2,  7  daß  ich  z.  in  Verdruß  kom  daß  es  mir  zuletzt  über- 
lang, überdrnßig  wird.  2,  9  Gott  wird  in  die  Sachen  fehen,  d.  h.  fich 
derfelben  annehmen.  2,  11  ungeber  d.  i.  ungebsere  übles  Gebaren, 
fchlechte  Au£führung.  ie-ie,  das  fpätere  je-je,  immer -immer.  2,  15 
dannocht  (mit  unorganifchem  t)  zu  dem  Zeitpuncte   noch,  jetzt  noch. 

2,  18  bo eben  auf  etwas  f.  v.  a.  trotzen.  2,  19  ob  wenn.  2,  22 
fchwär  fchmerzhaft.  2,  26  geftr eicht  und  geliebelt  gellreichelt  und 
geliebkoß.  2,  28  das  im  fünd  des  Druckes,  was  keinen  Sinn  gab  und 
das  ich  deshalc  in  in  fünd  änderte,  wird  im  fent  zu  beßern  fein.  Der 
Nachbar  hatte  ihn  im  Sent  angeklagt,  d.  h.  im  geilllichen  Ruge^e-^ 
rieht,  das  der  bifchöfliche  QffirjfrlJbijft^  Vgl.  unter  den  unferem  Dialoge 
angehängten  Artikeln  No  18.  S.  43  Z.  24  fgg^  2,  31  uf  ein  zil  auf 
einen  gewiflen  Termin.  2,  38  beiten  warten.  3,  4  abentenrer  iA 
hier  etwa  was  wir  heut  zu  Tage  'Schwindler'  im  weiteren  Sinne  nennen. 

3,  6  vertädingen  verteidigen.        3,  7   kein  fug  noch    urfach  hat 
er  geh.  es  hat  fich  weder  geschickt  noch  war   ein  Grund  vorhanden. 

3,  11  ie  jemals.  3,  13  Über  den  Accuf.  cum  Infin.  nnd  infinitivifühe  Con- 
ftructionen  f.  unten  zu  XXII,  928  S.  221.         3,  18  ie  noch    immer  noch. 

3,  20  der  gewalt  faß  ausfchließlich  im  16  Jhdt  als  Masculinum. 

3,  23  darin  d.  i.  darin  darein,  drein.  3,  26  dem  wefen  eine  ge- 
ftalt  geben  fich   manierlich  auffuhren   daß   es  eine  Art  hat.     So  heißt  es 

4,  35  fg.  der  pfaffen  wefen  hat  als  gar  kein  form  noch  geftalt. 
Bei  Encliarius  Eyrlng  2,  56  Hebt  in  dicfem  Sinne  einer  lügen  ein  ge- 
dalt  machen,  mendacio  fucum  addere,  mit  Manier,  mit  Anßand  lugen. 

3,  29  für  in  erwartet  man  im,  auf  den  gemeinen  Mann  bezogen;  aber  in 
ift  richtig,  der  gemeine  man  i(i  collectivifch  gefaßt.  4,  1  weißt  wie 
16,  7.  18,  24.  30,  13  mit  unorganifch  angehängtem  t.  4,  3  vergwalti- 
gung  gewaltthätige  Behandlung.  4,  13  gefordert  aufgefordert.  4,  21 
Inter  lauter.  4,  28  unbillichen  unbillig  beißen.  4,  29  vergwal- 
tigen  gewalthätig  bebandeln  f.  Z.  3.  4,  35  kein  irgend  ein.  5,  1.  2 
das   fich  das   Vieh.  5,  2   enthaltung   Erhaltung,    Nahrung.         5,  3 

geiz  Habfucbt.         abetzen  abweiden.       5,  l|0  z\l  inen  ziehen  an  fich 


UK.  T  /  r  *i 


280 

reißen.  in  fordern  einfordern.  5,  11  xneken  hier  entreißen,  rftuben. 
fch linden  (alter  flinden)  fchlucken,  nhd.  fchlingen  mit  Übergange  de« 
nd  in  ng.  5,  20  gefchwindigkeit  wie  21,  U  Gewantbeit,  Lift,  Scblau- 
heit  Schmeller  3,  540.        anzeigung  geben  beweifen,  dokumentieren. 

5,  31  werfent  aß  d.  t.  treibt  die  Teufel  aus.  5,  34  watTairk  Reire- 
fack,  Keiretafche,  Koffer.  6,  4  wer  den  verftand  hett  wer  es  Ter- 
Aünde.  6,  12  niergen  nirgend.  6,  13  da  beimet  ftatt  des  gewöolt- 
eben  da  beime  (ahd.  heimi,  heime  als  adverbialer  Dativ  von  beim  Hei- 
mat); da  beimet  läßt  fleh  nur  erklären  als  entllanden  aus  da  ze  hei- 
muoie,  oder  da  ze  beimode,  woraus  da  ze  beimede  und  endlich  da 
beimet  geworden  ift,  das  beutige  bairilcbe  dabaemt  Schmeller  2,  19«i 
Z*  13.        der  luft  faß  immer  als  Mascul.  in  diefer  Zeit.       6,  14  in  ihnen. 

6,  15   zu  irer  zeit   zu   der  Zeit  die  fie   feftgefetzt  haben.  6,  18 

große  Hänfen  große  Herren.  6,  21  Der  Umlaut  ö  in  öberßen  be- 
ruht auf  der  eigentlich  falTcben  Superlativform  in  ift,  oberift,  Ilatt  des 
richtigen  älteren  ob  er  oft.         6,  24  zu  voran  vor  allem,  am  meiften. 

6,  25  das  gejagt,  mbd.  dag  gejagede»  gejegede,  daa  ein  ahd.  jagidi 
vorausfetzt,  die  Jagd.  6,  28  flüßen  Fluß  fpielen,  ein  Kartenfpiel,  das 
im  Anfange  des  16  Jhdts  aufgekommen  und  namentlich  am  franzöfifchen 
Hofe  fehr  im  Schwange  war.  Vgl.  Gödeke  zu  Pamph.  Gengenbach  S.  533  fg. 

6,  30  das  küffen  (franz.  confün)  jetzt  Kiflen.        6,  32  es  th&  (fo  zu 
beßern  vorn  für  thu)  ift  der  Conjunctiv,  es    thüe.  6,  34  beruft   vom 

fchwacben  Vcrbum   r&fen,   mbd.  rüefen,   ahd.  ruofjan.  7,  2    teufen 

mit  erft  fpät  durchgedrungenem  Umlaut,  ahd.  toufjan  baptizare.  7,  10 
der  gezeug  der  Zeuge,  mbd.  geziuc;  fo  in  einem  Spruche  des  Mamers 
ich  vorder  zuo  geziuge  von  Heinberc  den  berren  min,  wo  die  Bedeu- 
tung alfo  nicht  mehr  zweifelhaft  fein  kann,  fiebe  Wack.  Lef.  I  GloITar  S. 
CCXLVII   f.  V.  geziuc.  7,  12  die   trachtung    das   Trachten.         7,  22 

geitigkeit  Habgier.  7,  24  hent  Hände.  Der  angezogne  Spruch  fteht 
aber  nicht  im  8  fondern  im  9  Capitel  daf.  V.  62.  7,  25  bequem  paf- 
fend«    Vulg:  aptus  eft  regno  Del.  7,  31  der  bauman   agricola. 

7,  36  gefitt  gelittet,  befchaffen.  8,  11  wat  Kleidung.  9,  10  händel 
treiben,  durchaus  nicht  an  uafer  'Handel  treiben'  zu  denken,  fondern  fich 
zu  thun  machen,  auf  etwas  aus  fein;  h.  tr.  uf  gewin  (liier  gewinne  mit 
unorgan.  Verlängerung)  auf  Gewinn  aus  fein.  9,  12  oder  aber  fondern 
auf  der  andern  Seite,  fondern  vielmehr.  forgfältigkeit  Kummer,  Sorge 
und  Gefahr  vgL  Schmeller  3,  2^3.  9,  14  aber  f.  unangefehen  aber 
ohne  darauf  Rücklicht  zu  nehmen ,  dejQTen  ungeachtet  9,  27  Mir  fcheint 
gegen  die  Überlieferung  feine  priefter  gefchrieben  werden  zu  mäßen, 
wenn  anders  meine  Auifaßung  richtig  ift,  nemlicb  als  latinifierende  Fugung: 
Pharao  enim  fuos  facerdotes  vult  poftefUones  terreftres  habere.  9,  33 
pflegel  für  flegel.  10,  2  etwan  früher  etewanne,  etewenne,  etes- 
wanne  manchmal,  zuweilen.  S.  Gramm.  3,  57  ^g.  10,  8  gefottens 
gekochtes.  darfft  nit  brauchft  nicht.  10,  9  leiden  ift  hier  ohne 
Object  zu  faßen,  fo  fehr  man  fioh  auch  verfucht  fühlen  möchte  kelt  und 
hitze  als  folcbes  zu  betrachten;   es  hat  alfo  die  Bedeutung  *Leid  ertragen,* 


281 

ans  dem  im  Tor  regen  ift  ein  in  Tor  kelt  imi  ergänzen:  in  Regen,  Schnee, 
Hitze  und  Kalte  Leid  zn  ertragen  und  zu  wandern.  10,  10  ichtes  ir- 
gend etwas.  10,  11  die  gewar  Sicherheit  und  in  Folge  deflen  Sorglofig- 
keit,  in  gwar  ohne  Sorgen.  Schmeller  4,  126.  Ahd.  diu  gawara,  mhd. 
diu  gewar.  10,  22  hart  und  veft  fehr.  11,  8  lAd,  leit  altes  rich- 
tiges Präteritum  von  liden  leiden,  jetzt  litt.  dannocht  hier  in  der 
Bdtg  unfers  dennoch,  trotzdem.         11,  10  gereit  bereits,  wie  29,  20.41,  7. 

11,  11  geilen  ilch  übermütig  betragen,  vgl.  6 raff  4,  183.  Benecke- 
Müller  1,  495t>.  11,  22  geiften  (jetzt  Geiftern)  mit  der  richtigen  Plu- 
ralflezion  noch  ohne  r,  ahd.  Nom.  PI.  geiftä  GeiAer.  11,  23  ein  ge- 
brent  con feien z  ein  verwirrtes  Gewißen,  vgl.  Schmeller  1,  260.  21,  36 
forcht  Furcht.  12,  13  ob  m.  tifch  über  Tifche.  12,  31  ich  nenße, 
mhd.  ich  ninge,  mit  richtigem  Übergang  des  iu  in  eu,  jetzt  verfchwächt 
in  ie,  nieße,  genieße.         12,  33  denwen  wie  mhd.   döuwen  verdauen. 

12,  34  zart  weichlich.  13,  9  langfam  fpät.  So  15,  34  es  ift  kein 
zeit  zu  langfam  etwas  zu  lernen,  es  ift  nie  zu  fpät  etwas  z.  1.  Daß  lang- 
fam diefe  Bedeutung  auch  40,  4  hat  'Gottes  ftraf  ift  langfam,  ße  ift  aber 
fcharpf  und  gefchwind*  zeigt  der  Gegenfatz  gefchwind:  Gottes  Strafe  kommt 
fpät,  dann  aber  hart  und  rafch.  13,  19  Kariin  fcheint  hier  fchmeichel« 
hafte  Deminutivform.  14,  3  Wir  erwarten  (trafen  wil,  wil  er  etc.  Das 
erfte  wil  hat  lieh  in  das  andere  hinein  veriteckt.  14,  9  fich  ziehen 
floh  beziehen.  14,  14  für  treffend  prsecellens.  1  Petr.  2,  13  nach  der 
Yulgata:  Subjecti  igitur  eltote  omni  humanse  creatursB  propter  Deum,  (ive 
regi  quafi  priecellenti  etc.  14,  16  fgg.  a.  a.  O.  Y.  15  fg.  Quia  fie 
eft  voluntas  Dei,  ut  bene  facientes  obmutefcere  fociatis  imprndentium  homi- 
nnm  ignorantiam,  quafi  liberi  et  non»  quafi  velamen  habentes  malitias  liber- 
tatem,  fed  ficut  fervi  Dei.  Zur  Vergleiehung  flehe  hier  die  Oberfetzung  dte- 
fer  Stelle  von  Luther,  Ausg.  v.  Meleh.  Lotter  1522  foL  LIb  Seit  unterthao 
aller  menfchlicher  ordiiung  umb  des  herren  willen,  es  fei  dem  konige  als 
dem  obirlten  odder  den  pflegem  als  den  gefanten  von  im,  zur  räche  der 
ubeltheter  und  zu  lobe  der  woltheter.,  denn  das  ilt  der  wille  Gottis,  das 
ir  mit  wolthun  Yerftopfet  die  unwißenheit  der  tonchten^menfchen,  als  die 
frü&n  tind  nicht  als  bettet  ir  die  freiheit  zum  deckel  der  bosheit,  fondem 
als  die  knechte  Gottis.  pflegel  wie  9,  33.  12,  32.  14,  20  verlegen 
was  lange  gelegen  hat  und  dadurch  verdorben  ilt.  derkolbe  der  Knüt- 
tel. 14,  21  fchantlich  (nicht  mit  ä,  wie  durch  Druckfehler  vom  Iteht) 
fchändlich,  fo  bei  Pamph.  Gengenbach  A.  Eidg.  158.  Fünf  Juden  115.  158 
414.  XAlter  464.  Nollh.  360.  609.  779.  1489.  Gauchm.  227.  608.  *Ja- 
cobsbr.  910.  Nov.  338.  14,  34  er fc hießen  intr.  fruchten,  von  Nutzen 
fein,  erfprießlich  fein.  Schmeller  3,  409.  15,  8;  fürfichtlicheit  Yor-^ 
fehnng,  vorausfehende  Erkenntnis.  Weil  aber  diefe  Stelle  offenbar  Ober- 
fetzung von  Col.  2,  10  ift  *et  eßis  in  illo  repleti,  qui  eft  caput  omnis  prin- 
cspatus  et  poteftatis,'  fo  fcheint  fürfichtlicheit,  das  hier  für  principa- 
tu8  Hebt,  mehr  noch  die  Bedeutung  weisheitsvoller  weltlicher  Re- 
gierung zn  haben,  wie  ja  auch  für  ficht  ig  in  damaliger  Zeit  der  ge- 
wonliche  Titel  für  Magiftratsperfonen  war.         15,  11  gebauwen   ftarkes 

19 


282 

Part.  Präteriti,   die  einzige  Form  diefea  VerbutnS)   die  anch   in  der    Slteren 
Sprache    zuweilen   Aark    vorlcommt   als   gebüwen    und   gebonwen. 
15,  24  infchlüpfern  einfehlüpfen,    eiurchleichen.  15,  35   ffirtreffen 

priep ollere,  prießare.  15,  34  th&  fleiß  eine  eigentämliche  Conftmction, 
die  am  leicbteften' flurch  ein  weggefallenes  entfernteres  Object  daran  oder 
daraS  2a  erklären  wäre,  was  wir  jedoch  einßweilen  dahin  geftellt  fein  laßen, 
langfam  f.  zu  13,  9.  16,  12  einem  in  eine  fache  tragen  einem 
Eintrag,  Einhalt  in  etwas  thun,  ihn  nicht  nnbefchränkt  fchaltan  und  walten 
laßen;  f.  anch  91,  9.  16,  25  vergleichnng  Ausgleichung,  Gleichheit 
18,  2  befelch,  wie  in  der  alten  Sprache,  unfer  Befehl,  Auftrag,  Vor- 
fchrift.  18,  7  fohätsen   das  Qeld   abnehmen.         18,  7  achten,   mhd. 

iahten,  nhd.   ächten.  18,  16   nötigen   mhd.   nosten,  swingen« 

18,  16  pflag  das  richtige  Harke  Präteritum  (mhd.  ich  pflige,  ich  pfiac,  ge- 
pflegen) ,  jetzt  falfch  pflegte.  18,  17  fitlicher  weis  adverbialer  Ge- 
nitiv, anftäudig.         18,  20  mächt  nmgelanteter  Conjnnctiv  Prät.  foceret. 

18,  21  ttf  auf,  mit  dem  Begriffe  des  zeitlichen  Endpunctes,  der  %n  erwar- 
ten iß^  wie  wir  noch  Ikgen  ich  freue  mich  auf  etwas  ich  frene  mich 
daß  in  einer  beßimmteu  Zeit  etwas  eintritt;  got  truut  nf  das  ewig  feur 
er  droht  daß  in  einer  beßimmt  vollendeten  Zeit  das  ewige  Fener  sa  erwar- 
ten ßehe.  18,  80  antweders  wie  43,  16.  Urfprnnglich  ein  weder, 
dann  mit  Kürzung  des  ei  und  Einfchiebung  des  t  entweder,  im  14  Jhdt 
wol  fchon,  wie  fpäter  noch  häufiger,  mit  angehängtem  s  entweder«.  Die 
Form  antw.  beruht  auf  dem  mundartlich  oberdeutfchem  Übergange  des  ei, 
ai  in  a.  18,  32  für  wen  den  anwenden.  18,  35  fein  Genit.  der  3. 
Perfon  des  Pron.  jetzt  feiner.  18,  38  foltzrfoUn.  19,  6  keine 
irgend  eines.  19,  6  fch  einbarlich  offenbar.  19,  24  gift  Gabe,  hier 
aber  wol  doppelfinnig  zugleich  mit  Rückficht  auf  die  andere  Bedeutung  ve- 
nenum.  20,  6  infebon  Einficht,  Einfluß.  20,  |0  rülz  Iß  ein  grober 
Kerl,  Rüpel,  vgl.  Sohm.  3,  81.  knotaß  ein  dem  vorigen  wol  gleichbe- 
deutendes Schimpfwort,  aber  woher?  Hängt  es  mit  Knote  zuTammen,  dem 
Ekelnamen  der  Handwerksburfohen ,  der  aber  eigtl.  Genote,  niederdentfch 
für  Genoße  (Zunftgenoße),  fein  foil?  Iß  die  Endung  aß  diei^lbe  die  wir 
in  Poetaßer  n.  f.  w.  haben?  20,  11  haben  halten.  20,  14  bedaucht 
Part.  Prät.  von  bedünken.  20,  15niemants  =  niemant,  mit  nnorgan.  s. 
20,  22  dem  bapß  gen  Rom  dem  Papße  nach  Rom.  20,  23  fcbat- 
zung  hier  die  Abgabe  für  ein  Amt,  dem  Werte  deffelben  entfpreohend. 
ie  immer.  20,  24  untüglich  untüchtig.  20,  26  Das  Tun  der,  fondern, 
überrafcht  ein  wenig  nach  heutigem  Sprachgebranch,  weil  keine  Negation 
vorher  geht.  So  liegt  aber  im  Begriffe  des  Müßiggehens  und  wenn  wir 
dem  Satz  etwas  anders  faßen,  fo  wird  es  klar:  fie  nehmen  wol  ihre  Renten 
ein,  Arbeit  aber  wollen  fie  nicht  thun,  fondern  ßie  halten  fich  Stellvertreter. 

20,  37  brach tifch  prnnkhaft.         21,  1   fg.  unträglich  unerträglich. 

21,  9  mezgen  fchlacbten,  f  Schm.  2,  660  %.  vgL  nd.  matsken  Breoi' 
WB.  3,  137.  21,  14  gefchwindigkeit  f.  zu  5,  20.  21,  16  vei^ 
fcfalindung  Verfchlingung.  21,  24  für  es  gicht  erwartet  man  e.«  S«^^ 
oder  gat,  zu  dem  es  doch  koine   Nebenform  fein   kann.   cWas  iß  ea^  ' 


283 

21,  3S  bA  rnek  saräok.        89,  1  bifi  of  die   beim  bis  auf  die  Knochen. 

2%f  6  feine  gerechtigkeit  was  ihm  von  Rechtswegen  zukam,  Miete, 
FBcht,  22,  20  verlafien  nberlaßen.  22,  21  ich  £ebe  hier  nicht  etwa 
anibr  ich  fehe,  Tideo,  was  ich  Xihe  heißen  möfte,  fondern  ich  fashe, 
Conj.  Prat  Ttderem.  22,  32  werken  ahd.  werkon  wirken.  23,  1  die 
biltaüs  das  Bild,  Vorbild.  23,  3  einem  hofieren  einem  den  Hof  ma- 
chen. 23,  5  fär  gottes  gebot  ziehen  Gottes  Geboten  rorziehen. 
färkomen  verhindern.  Schm.  2,  299.  23,  16  verleart  verliert;  auch 
mhd.  verlinre  einige  Mal  ilatt  des  gewönL  verliufe,  f.  die  Stellen  Ben, 
Möller   1,    1032«   Z.  27  ^g.  23,  22   verfteinen  fteinigen.  23,  36 

Ich&tzen  biß  uf  den  grad  d.  i.  grat  Rückgrat,  einem  alles  abnehmen  bis 
auf  die   Knochen,  wie  es  22,  1    heißt  'einen  freßen   biß  nf  die   bein.' 
24,  4  x&  himel  geen  ganz  wie  in  der  altern  Sprache  ze  himcle  gen   in 
den  Himmel   eingehn.        24,  11   Plant,  Afinaria  a.  1  fc.  2  v.  6  Nam  mare 
haud  eil  mare,  vos  mare  acerrimnm.        24,  14  darin  d.  i.  darin  darein. 

24,  28  in  dem  darin,   in  diefem  Stücke.  24,  32  war  wohin,  ahd. 

wara;  war  x&  in  gleicher  Bedtg.  24,  34  wäfcben  mit  nnorgan.  Umlaut 
für  wafchen,  fo  auch  25,  1.  2.  25,  6  gar  nit  durchaus  nicht.  25,  IB 
uß  in  anß  lieh.  25,  27  eigentlich  ausdrücklich,  im  vollen  Sinne  des 
Wortes.  2i>,  38  reinlicheit  Schönheit,  Zierlichkeit.  26,  1  fcheiu- 

barlioh  glänzend.  26,  6  gemälts  Graff  2,  718  gemtelze  pictura. 
26,  8  unfpräohlich  unlaglich.  26,  10  gefchmürt  für  gefchmirt  T.  zu 
2,  5.  26,  13  nahent  mit  nnorgan.  t  für  nahen  beinahe.  26,  20  fr  un- 
lieb weiblich;  wir  haben  diefes  Adjectiv  noch  in  jungfraulich.  Unter 
bildungen  Und  nicht  Bilder,  fondern  die  hölzernen  Figuren,  die  Statuen 
und  Statuetten  der  Heiligen  gemeint.  Auch  Emfer  fprioht  in  feiner  Schrift 
gegen  Karlftadt  über  Abthnung  der  Bilder  (v.  J.  1522)  von  dem  Misbranche, 
daß  Maler  und  Bildfchnitaer  die  lieben  heiligen  Bilder  fo  ganz  unverfchämt 
hürlfch  und  bübifch  machen,  daß  aach  weder  Venus  noch  Cnpido  fo  fcfaänd- 
lieh  von  den  Heiden  gefchnitzt  oder  gemalet  worden  feien:  Panzers  Anna- 
len  2,  114  fg.  No  1545.  26,  30  fcbwärlich  fchmerzlich.  emberen 
entbehren.  26,  31  es  reicht  es  gereicht.  Man  bemerke  die  Conftruc* 
tion  sfi  erhaltung  mikßigganger,  wo  das  letztere  Wort  im  Genitiv 
fteht;  snr  Erhaltung  von  Müßiggangem.  26,  37  cormonius  abfichtliche 
EntAellong  im  Munde  des  Baaem.  27,  2  reu  eben  räuchern.  27,  3 
herunddar  hiebin  und  dahin.  27,  5  die  alte  ee  das  alte  Gefetz,  das 
alte  Teßament.  27,  13  das  beiwefen  der  Verkehr,  das  Leben  mit  An- 
dern. Die  Stelle  lautet  Jac.  3,  13  nach  der  Vulgata:  Quis  fapiens  et  disci- 
plinatus  inter  vos?  oftendat  ex  bona  converfatione  operationem  fuam  in 
manfnetndine  Xapientia».  27,  19  fcheuwen,  fonß  auch  fcheuhen.  mhd. 
fchinhen,  fohiuwen  Furcht  und  Grauen  empfinden.  27,  26  from 
brav.  27,  30  als  d.  i.  alles  adverb.  Genit.  omnino,  durchaus.  Ein  ande- 
res als  38,  20.  27,  31  mit  etwas  sä  fcbicken  haben  d,  i.  mit  etwas 
au  fchaffen  haben,  ficb  am  etwas  bekümmern.  27,  32  ßätlich  mhd.  ft»- 
teclichen  beJUndig.  27,  33  z&gang  zugehe  Conj.  Fraf.  f.  32,  15. 
VgL  Benecke  *  Müller  1,  462  b.        27,  35  einem  außw  arten  ihn  warten 


284 

in  Obacht  and  Obhut  nehmen.  27,  38  Chrillas  felbs  erkantnos  (der 
Teilangaßrieh  nach  felbs  ift  zu  tilgen)  Chrifti  ipflns  cognitio.  28,  2  ver- 
hüten wie  das  einfache  hinten  Z.  5.  28,  7  er  pfligt  reine  Form  cn 
ich  pflige  pflege.  fich  af  einen  ziehen  lieh  a.  e.  beziehen.  So  wird 
wol  aneh  Z.  1  zengt  zu  faßen  nnd  lieber  zeucht  sn  fchreiben  fein. 
28,  26  bezwänklich  gezwungen,  coacte.  28,  81  unzergänklich  nn- 
vergänglich.  28,  34  münder  f.  zu  2,  5.  29,  1  fich   gegenwegs 

halten  fich  ganz  entgegen  gefetzt  halten.        29,  3  fchimpflich  fchershalt. 

29,  10  der  genieß  der  Vorteil,  Nutzen.  29,  20  gereit  f.  11,  10. 
30,  13  am  haften  Adv.  am  heften.  30,  38  er  geftat  mich  er  kommt 
mich  zu  ftehn  auf,  koftet  mich.  31,  30  fie  i ollen  nichts  fie  nützen 
nichts,  vgl.  Schm.  3,  230.  31,  34  rech tgefch äffen  (Bildung  wie  wol- 
gefchaffen)  hat  wol  noch  nicht  die  heutige  Bedeutung  rechtfchafien,  probns, 
fondem  heißt  mehr  recht,  richtig  und  dann  erft  tüchtig;  ein  rech  tge- 
fch äffen  bifchof  ift  ein  richtiger  Bifchof,  der  fein  Amt  ausfüllt. 
32,  7  gewift  richtiges  Particip,  jetzt  mit  falfchem  Laute  gewuft.  32,  12 
die  warheit  fchweigen  de  verfchweigen.  32,  16  gang  Conj.  Prall  f. 
27,  33.  39,  14.  32,  17  Wefalin  vgl.  die  Form  Karlin  13,  19.  Gemeint 
ift  Johannes  Wefalia,  der  zu  Erfurt  und  Worms  Theologie  lehrte,  we- 
gen feiner  auguftinianifchen  Richtung  nnd  der  Polemik  wider  die  Misbrän- 
che  der  Kirche  vom  Erzbifchofe  von  Mainz  in  ein  Pranziskanerklofter  diefer 
Stadt  eingefperrt  nnd  1479  vor  die  Inquißtion  geftellt  ward,  die  ihn  in 
ihrem  GefängnilTe  fterben  nnd  feine  Bücher  verbrennen  ließ.*  S.  Ranke  1, 
282  fg.  Hieronymus  Savonarola  zu  Ferrara  1452  geboren,  zu  Flo- 
renz 1498  verbrannt.  32,  22  in  keinen  weg  auch  41,  16  niemals,  oder 
wie  jetzt  keineswegs  ganz  und  gar  nicht.  Vgl.  zu  89,  21.  33,  23  ge- 
letzt verletzt.  33,  33  nachvolgen  l^tzt  ein  der  nacbvolge  Nach- 
folger voraus,  was  fonft  gewönlich  mit  dem  Particip  der  nachvolgende 
ausgedrückt  wird.  34,  18  des  menfchens  (fo  zu  fchreiben  für  men- 
fchen)  wie  36,  25  des  gläubigen  menfchens,  falfcher  Genitiv  lur 
menfchen.  34,  21  der  pferrich  der  Stall.  84,  35  kriegen  zan- 
ken, hadern.  35,  1  enthalten  hier  in  der  heutzutage  allein  noch  übli- 
chen Bedeutung  abstlnere.  35,  20  fie  geilen  infolentes  Aiut:  hier  ift 
der  urfprnngliche  Begriff  der  Frölichkeit  fchon  in  den  des  Übermuts  über- 
gegangen. 36,  10  fg.  gel  icb=:  lieb,  feil.  ift.  36,  27  fc  he  inen  glän- 
zen. 37,  13  fteinen  und  holzen,  mhd.  fteinin  und  hülzin  von  Stein, 
von  Holz.  87,  33  fgg.  denfclben  Gedanken  mit  dem  Lobe  Zifkas  führt 
auch  Hütten  aus  im  Monitor  fecondus  (Opp.  ed.  Münch  4,  144  fg.):  (Fran- 
cifcns)  *Impoftores  iftos  mundo  exigamus  et  abjecto  gravi  ac  importabilt 
jngo  in  libertatem  nos  vero  chriftianam  adferamus:  ubi  bene  jnbeo  fperare 
te.  nam  ut  intelligas,  non  penitus  infeliciter  egilTe  omnes  qui  facerdotibus 
inimici  fuerunt,  e  multis  unnm  tibi  propone  Bojemnm  Ziscam,  tanti  tam- 
diu  belli  contra  facerdotes  ducem  invictifllmum.  cui  quid  deeft  ad  confnm- 
matam  fummi  imperatoris  gloriam?  nonne  haue  poft  fe  laudem  reliquit,  a 
tyrannide  patriam  quod  liberaverit,  tota  Bojemia  homines  nihili,  otiofos  fa- 
crificos  et  inertes  monachoe  ejecerit?  bona  illorum  partim  eorum  qui  con- 


285 

taleraat  bwredibns,  partim  reipnblieie  distribnerit?  Romanis  infeftationibns 
ei  pontifionm  rapinis  terram  clanferit,  miferabilem  ibneti  hOmiDis  Hnlli  tiite-> 
ritain  ßrenoe  ultas  fit?  in  bis  omnibns  prsdam  non  qafefierit  nee  fe  ipfmn 
unqaam  looopletaverit,  et  tarnen  in  hoo  nnnqnam  interropto  felieitatii  earXb 
ex  fammo  popularium  deiiderio,  qaos  falntaribna  paulo  ante  mortem  admo- 
nitionibiu  eradiit,  fupremam  rit»  diem  claafit.  (Monitor)  Ego  vero  femper 
aadiW,  Zifc«  res  geftae  fceleris  et  impietatie  elTe  plenlüimas.  (Franc)  At- 
qae  ego  aadiW,  Ted  Tel  ab  illins  iuimicia,  rel  ab  iia  qni  hiftoriam  non  reote 
noYerant,  Ted  ex  mmore  populari  proferebant.  Verum  qnale  feelns  eft  pn- 
nire  noeentiflimoa?  ant  qnie  impietas,  homines  fnperbos,  cmdelee,  avaros, 
libidinofos,  infidos,  juTentatis  corniptores,  legum  publicarom  perverfores,  qni 
nemini  profint,  moltis  noceant,  cum  tantis  interim  criminibas  honeftiXBmam 
pnetendant  appellationem,  fpoliare  rebas,  qaas  non  recte,  egentibus  interim 
bonis  et  frngi  ciTibus,  otiofi  ac  inertes  ipfi  poIBdeant,  et  patria,  in  qua  o1» 
mnltitQdinem  annonam  gravent,  ezigere?  (Monitor)  Fnit  hoo  utile  Bojemis, 
pntas?  (Franc.)  Quantum  eventn  poftea  patuit,  fuit.  (Mon.)  Videris  velle 
imitari  factum  iUius,  fi  polfis,  hie  quoque?  (Franc.)  Non  omnino  nolim» 
ßquidem  propofitum  hoc  iUis  üt,  neque  parere  monitis,  neque  cedere  objur- 
gationi;  tunc  enim  cogi  eos  necefle  erit.  38,  9  verjehen  geftehen,  ans- 
fagen.  38,  17jarzeit  diefeibe  Zeit  bei  der  Wiederkehr  des  Jahrs,  anni- 
verrarium  ;jarzeit  beganknus  feierliches  Begeben  der  alljährlich  wieder- 
kehrenden £rinnerungstage  an  Todesfalle  u.  dgl.  38,  20  als  i&  hier  das 
mhd.  alleg  immer;    als  omnino  f.  zu  27,  30.         38, '28  fünfter  lieber. 

39,  10  Tafte r  mehr.  39,  29  Die  Koften  eines  FaÜiums  für  Mainz  be- 
trugen 20000  Gulden,  die  auf  die  einzelnen  Teile  des  Stiftes  umgelegt  wur- 
den. Ranke  1,  247.  Die  hier  gemeinten  fieben  Erzbifchöfe  find:  Diether 
Graf  von  Yfenburg  (auf  Dietrich  Freiherm  von  Erpacb  f  li59  folgend), 
abgefetzt  1463,  abermals  1475  f  1482,  Adolf  Gr.  ▼.  NaOau  f  147ö,  Albert 
Hersog  von  Sachfen  f  1484,  Berthold  Graf  ▼.  Henneberg  f  1504,  Jacob 
Freih.  ▼.  Liebenftein  f  1508,  XJriel  t.  Gemmingen  f  1514,  auf  den  Albrecht 
Idarggr.  v.  Brandenburg  folgte,  der  1545  darb.  40,  4  langfam  f.  zu 

13,9.  40,  28  wir  werden  uns  fant  Pauls  halten,  wo  fant  Pauls 
der  GenitiT  ift,  nicht  zu  oder  an  darror  einzufchalten.  41,  7  gereit  f. 
11,  10.  41,  16  in  keinem  weg  f.  33,  22.  41,  18  die  abtrünnung 
der  Abfall.  42,  38  gezeme  Conj.  Präf.  gezieme.  43,  13  gnugfam- 
lich  verur facht  durch  hinreichende   Urfache  genötigt.  43,  16  antwe- 

ders  L  zu  18,  30.  43,  22  unverf ebener  fach  abfoluter  adverb.  Geni- 
tiv, unverfebens.  43,  23  Das  Nachkehren  mit  dem  Befen  bezieht  fich  auf 
den  Aberglauben,  daß  man  hinter  Hexen  oder  fonlligen  böfen  Wefen  her  zu 
kehren  pflegt,  fobald  fie  ans  dem  Haufe  find,  um  fo  die  nachteiligen  Spu- 
ren y  die  fie  gelaßen,  zu  verwifchen.  43,  24  Man  könnte  faft  vermuten, 
ftatt  geben  müfte  geen  geleCen  werden.  Sonft  kann  die  Bedeutung  nur 
fein  *anf  keinen  Sent  mehr  Stücke  zu  halten,  ihn  nicht  mehr  zu  achten.' 
43,  26  rfigen   anklagen.         43,  30  kat   Kot  lutum.  43,  35  genügfam 

ausreichend,  hinreichend  tüchtig.  44,  13   Rationier  er  fahrende  geift- 

liehe  Betler,  vgl.  I,  V,  185  4(g.  S.  32.  44,  15  räumen  freien  Raum 


286 

worin  verXebaffen,  leer  machen.  traoken    Tohlege  wjkrea   tro^ene 

Seblage,    Wm  iß  du?  £«  fcheint  sn  beßem  mit  rucken  fchlegen    mit 
Bnekenfchlagen.        44,  16  heiligtnmb,  gemeint  iil  heiltnm  Reliquien,  die 
fie  mit  fich  fahrten,  vgl  a.  a.  O.  Z.  209  igg.        44,  28  der  abgänder, 
dae  Gegenteil  von  Gönner,  fonß  meift  durch  abgttnüig  anagedräckt. 
44,  29  lg.  der  gezeng  wie  7,  10  der  2^enge. 

Der   Name  nnfers  Dialoge  Neuer   Karfthane  nimmt  Bezug  auf  eine 
1620  erfcbienene  Flugfohrift  Karßhans,  die,   eine  der  beißendüen  Satiren 
gegen  Thomas  Murner,  unglaubliche  Verbreitung  und  Popularität  fand.     An 
diefe  Popularität  gewilTer  Maßen  anknüpfend  und  Ae  f&r  ficb  auch  beanfpru- 
chend,  hat  der  Verfaßer  feinem  Dialoge  diefen  Namen  gegeben,  obwol  der 
Inhalt  mit  jenem  früheren  nichts  gemein   hat.     Karfihans  war  damals   der 
gewönlicbe  Name  fnr   den   Bauer   als   Repräfentanten   feines  Standes:    der 
Hans   der   den   Karft  fuhrt.     Schon   diefer  Name  zeigt  alfo  im  Torans   an, 
auf  wen  die  Schrift  ganz  befonders  berechnet  war.    Sie  bezweckt  Yor  allem 
die  Bauerfchafi  im  Sinne  Franzens  tou  Sickingen  zu  bearbeiten  und  fie  für 
feine  politifchen  und  religiöfen  Plane  und  Abfiohten  zu  gewinnen.    Mit  fei- 
nem Bedacht  werden  diefe  Ablichten  dem   Bauern  hier,  der  fich  mit  Siekin- 
,        gen  befpricht,  teils   untergelegt,   teils  aus  ihm  heraus  entwickelt,   z.  B.  fo 
t   .   .         dem  Ritter  die  beabfichtigte  Oberleitung  gewiflermaßen   aufgenötigt,   der  fie 
!  politifch  genug  zuerft  ablehnt,  dann  aber  doch  beiftimmend  annimmt.    Diefe 

'   Schrift  kann  als  eines  der  feinfien,  auf  die  Mafle  berechneten  dipiomatirchen 
'  Dokumente  gelten.     Sie  gehört  dem  Jahre    1521  an  und  zwar  muß  fie  nach 

dem  Reichstage  zu  Worms  gefchrieben  fein,  denn  wenn  es  13,  22  fgg.  heißt, 
Kaifer  Karl  fei  gut  päpfiifch,  habe  Luthem  mit  grimmigen  Mandaten  in  die 
Acht  gethan  und  feine  Bücher  verbrennen  laßen,  fo  ifi  offenbar  mit  diefen 
I  Worten  das  Worüber  Edict  gemeint,   das  am  25  und  26ilen  Mai  die  Sanc- 

tion  des  Kaifers  und  der  wenigen  noch  anwefenden  Stande  erhielt,  freilich 
aber  vom  päpftlichen  Nuntius  Aleander  auf  den  8ten  trngerifcher  Weife 
zurück  datiert  wurde.  Ranke  1,  501  fg.  Vorm  Juni  alfo  kann  unfer  Dia- 
log nicht  entßanden  fein.  Nun  wird  aber  1,  4  fgg.  42,  5  fgg.  Sieklngen 
gedacht  als  mit  dem  Oberbefehle  zu  einem  bevorAehenden  Kriegszuge  be- 
traut. Damit  ift  der  Zug  gegen  Richard  von  der  Mark  und  Frankreich  ge- 
meint, worin  Franz  mit  Heinrich  Grafen  von  Naflau  gemeinfam  comman- 
dierte.  Ich  finde  keine  genaue  Angabe  des  Datums,  wann  er  den  kaifer- 
liehen  Befehl  dazu  erhalten.  Sicher  erhielt  er  ihn,  wenn  nicht  fchon  im 
Mai  von  Worms  aus,  doch  Anfimg  Juni,  überhaupt  als  der  Kaifer  noeh  in 
i  Dentfchland  in  feiner  unmittelbaren  Nachbarfchaft  verweilte,  ehe  er  nach 

I  den  Niederlanden  gieng.    Der  Feldzug  foUte  Ende   Juli  oder  ganz   im  An- 

I  fange  des  Auguft  beginnen,  f)     Unfer   Dialog  mnße  fonach    im  Juni  oder 


t)  Lettre  de  fa  Majefie  etc.  vom  1  Nov.  1531,  ausgefertigt,  den  5  Decem- 
her,  Mönchs  Sickingen  II,  109  fgg.  wo  es  S.  109  gegen  Kude  heißt:  Et  de 
puls  luy  (fc.  Francifque  de  Sickingen)  ayous  par  plufiuurs  nox  lettres 
efoript  et  mande  de  en  dedens  la  fin  de  Juillet  dernier  paffe  ou  Ic 
.  .  .jonr  d'Aonft  en  fhyvant  amener  a  aotre   dit  ferviee  en  notre  pays 


287 

Jnli  des  Jahres  löSl  entftanden  fein.  Wenn  es  13,  86  fg.  heißt,  da0  der 
Kftifer  Hotten  Jetzt  als  Diener  angenommen,  fo  kann  das  nur  mittelbar  ge- 
meint fein,  indem  ihn  Sickingen  in  feiner  Stellung  als  kaiferÜeber  oberfter 
Feldhauptmann  gewilFermaßen  far  die  kaiferlichen  Bahnen  (wenn  auch  nur 
dem  Namen  nach)  mit  angeworben  und  ihm  fcheinbar  oder  wirklich  Be- 
fchäftigung  beim  Heere  gegeben.  Der  verfloiäene  Winter,  in  dem  Hatten 
auf  der  Ebernburg  gelebt  und  im  Laufe  delfen  fie  die  lutherifchen  Bacher 
ftadiert  12,  7  igg.  ift  alfo  der  Winter  ron  1&20  auf  21,  wo  Hatten  nach 
feiner  Rückkunft  aus  BrüITel  vor  und  im  Laufe  des  Wormfer  Reichstages 
auf  benannter  FeHe  Sickingens  Obdach  und  Schutz  erhielt.  Die  Heimat 
unferes  Dialogs  kann  nicht  zweifelhaft  fein.  Schon  die  Schreibung  (immer 
ei  für  oberdeutfches  ai,  mit  einziger  Ausnahme  von  waife  10,  18),  der  Ge- 
brauch von  niergen  6,  12.  33,  17  für  das  eigentlich  oberdeutfche  ninder, 
laßen  ihn  nicht  tief  in  den  Süden  rücken ;  der  ganze  Inhalt  aber  weiß  ihn 
in  die  unmittelbarfte  Nähe  Sickingens,  ich  glaube  auf  die  Ebernburg  felbß, 
wo  er  vielleicht  auch  gedruckt  iß:  die  Typen  find  genau  diefelben  wie  im 
Gefprach  b&chlin  herr  Ulrichs  von  Hütten  mit  der  Widmung  an  Frans  ron 
Sickingen,  die  von  der  Ebernburg  vom  Nenjahrsabend  1521  (d.  h.  Silveßer 
1520,  Vorabend  des  1  Jan.  1521)  datiert  iß.  Wer  iß*  nun  aber  der  unge- 
nannte Verfsßer  des  neuen  Karßhana?  Ein  bedeutender  Mann  muß  er  ge- 
wefen  fein,  das  unterliegt  keinem  Zweifel.  Einige  haben  (was  nicht  fchwer 
war)  auf  Hütten  geraten  nud  andere  haben  das  nachgefprochen ,  wie  es  zu 
gefchehen  pflegt  und  bequem  iß:  bewiefen  hat  feine  Autorfchaft  niemand. 
Ich  meines  Teils  bezweifle  &e:  ich  vermUfe  das  ßürmifche  Wefen  des  Rit- 
ters darin,  auch  hat  diefe  Schrift  einen  andern  Wortvorrat  als  die  bis  da- 
hin von  ihm  edierten  deutfchen.  Ferner  wurde  er  fleh  auf  dem  Titerge- 
nannt haben,  wie  er  fonß  immer  zu  than  pflegte,  um  durch  das  Gewicht 
feines  Nameds  der  Sache  den  Ausfchlag  zu  geben.  Ein  Gelehrter  muß  der 
Yerfafler  gewefen  fein,  das  leuchtet  aus  allem  hervor,  auch  aus  gewÜTen 
fprachliehen  Liebhabereien,  fo  der  häaflgeren  Anwendung  infinitivifcber 
Conßruetionen  und  des  Accafativs  mit  dem  Infinitiv,  fo  wie  gewiifer  ande- 
rer latinifierender  Fügungen.  Auf  einen  Theologen  von  Fach  braucht  man 
aber  etwa  wegen  der  Citate  aus  Kirchenvätern  und  der  Bibel  nicht  zu  fal« 
len:  in  einer  fo  fpecififch  theologifcfa  geßimmten  Zeit  wie  die  damalige  war, 


de  Luxembourg  — jusque   au   nombre  de  denx  mil  quatre  cens  com-» 

batans  a  cheval  etc.  Näheres  befagt  der  Brief  des  Kaifers  an  Sickingen 
vom  4  Juli  ans  BrüITel,  Münch  a.  a.  0.  S.  116,  der  aber  fälfcblich  die 
Jahrzal  1522  (ßatt  1521)  trägt,  denn  im  Jali  1522  war  der  Kaifer  bereits 
in  Spanien,  nachdem  er  fchon  Ende  Mai  die  Niederlande  verlaßen:  Ranke 
2,  40.  Auch  ift  Tan  de  nos  regnes  le  lU*  das  JTahr  1521.  In  diefem  Briefe 
heißt  es:  Sur  les  paroles  et  affaires,  qne  nous  avons  prochainement 
a  Wormes  et  Mentz  propofe,  avons  conclu  de  vous  envoyer  avec  deuz 
mil  gens  darmes  a   cheval  et  quinze   mil  pietons   contre    le   roy   de  France, 

et  far  tous  les  affaires    tellement  a  dreffer,   qne   feres   certain 

avec  eulx  für  le  jour  de  faint  Jaques,  au  plus  tard  für  le  pre- 
mierj«ur  d*Aoaii  prochainement  venaat  a  Didenhoven  etc. 


288 

bethaten  (ich  auch  Laien  mit  derartigen  Citaten  leicht:  aus  Luthert  Schrif- 
ten allein  konnte  man  einen  reichen  Vorrat  gewinnen.  Jedes  Kalis  war  der 
VerfaBer  unferer  Schrift  aber  ein  intimer  Freund  Sickingens  ans  deflen 
allernilchfter  Umgebung. 


u. 

8  BIL  in  4^  o.  O.  n.  J.    Auf  der  TitelTeite 

Dyalogus  der  Rede 

vnnd  gefprech  /  So  Francifcus 

Ton  Sickingen  /  vor  des  himels 

pforten  /  mit  fant  Peter  /  vnd 

dem  Kitter  fant  J6rgen  ge 

halten.     Zuvor  vnd  ehe 

dan  er  jnngelaffen 

ift  worden. 

Damm  ein  breiter  Holzfchnittrahmen.  Rückfeite  leer.  Auf  der  dritten  Seite 
oben  beginnt  das  Gefpräch,  fortlaufend  gedruckt  (34  Zeilen  auf  der  Seite) 
mit  einem  einzigen  Abfatz  auf  Bl.  2  v.  bis  zum  Ende  auf  der  vordem  Seite 
des  letzten  Blattes,  delTen  Rückfeite  leer  ift.  Vgl.  Panzers  Annalen  2,  228 
No  2072. 

*Der  Drack  gibt  45,  2   dießem   thorhütter.         45,  4  nitt.         45,  7 
Wen.        46,  13  nochfolger  Ac.        46,  22  theüffel.        46,  30  l&ßt. 
47,  13  fchriefften.         47,  30  gethun.         48,  2  fchretb  hab  ich. 

48,  3  f5rtter.        48,  9  Nutz.        48,  12  h6res.       48,  25  erweyhteru. 
48,  27  kurtzweyl.        48,  29  erwythern.        49,  6  viell  gelte. 

49,  15  mehe.  49,  22  aber  viel.  49,  38  würdt.  51,  2  gerech- 
tigket.  51,  4  darwidder.  51,  10  zuuolzyhung.  51,  19  ge- 
thun. 52,  16  fg.  hat  er  fein  abfcheyd  in  deütfcher  n.  52,  27 
jugent.  53,  6  nachbaürn.  53,  7  liegen.        53,  11    16ßt. 

53,  22  und  fehlt.  jre  groffe.  53,  33  geth.  53,  38  meh. 

54,  1  mhe.         54,  5  fordern.         54,  6  haer.  54,  17  grynnen. 

54,  26  handln.       54,  29  gefchickften  lic.       vmbgeth.      54,  36  m6gt. 

55,  6  haüffen.        55,  7  replict.        55,  8  Duplict  /  Triplict. 

55,  10  kümpt.  55,  20  lantfreiden.  55,  35  hilfft.  56,  3  Bur- 
ger.      ,  56,  8  B&rger   oder  Baüersman.        zaüm.         56,  9  gemyn. 

56,  16  ern  lic.       57,  3  liegen.       57,  7  haüffen.       57,  13  bedrug. 

57,  16  haer.        57,  22  k{^m.       57,  38  yerfchlncket.       58,  10  zur 
reytten.         59,  5  Ewangelio.         59,  17  witwe.        59,  22  l&ßt. 

59,  24  gebaüwet.        59,  29  vertraüwen. 

ERKLÄRUNGEN.      45,    18    contrafehet    wie   conterfeit  adulterinns, 

nachgemacht,  faifch,  f.  Gr.  WB.  2,  635.      fich  hanthaben  wie  46,  2  ßch 


289 

verteidigen  X Wächter  657)  vgt.  tn  Z.  20,  wenn  es  nicht  allgeneiner  hier 
heißt  fich  bithnn,  fe  gerere,  leben.  46,  6  dieni^  für  dienfts.  46,  9 
ich  verftande  ahd.  ih  farftanta,  Inf.  farftantan.  46,  13  gefchwind 
hier  in  der  alten  Bedtg  kühn.  46,  fO  und  32  einem  das  feine  hant* 
haben  einem  das  Seinige  fchutzen,   Terteidigen,  wol  anch  verwalten. 

46,  31  der  fifchzeug  die  FirchergeratTchallen ;  anch  ahd.  und  mhd.  der 
gezinc  in  diefer  Bedtg,  ßarkes  Masc  46,  34  brauchen  wie  52,  38. 
53,  24  (neben  brauchen  48,  17.  Das  &u  für  au  aus  älterem  A;  für  au  ans 
mhd.  on  in  Tertranwen  47,  28.  haupt  52,  3.  4.  7.  k&nfen  53,  16. 
glauben  57,  7.  raufen  57,  16.  47,  16  der  kurris,  was  Tonft  küris, 
auch  knrifoh  der  Kiiras  frz.  cuiraffe.  reife  Zug,  häufig  in  der  fpeziel* 
len  Bedtg  Kriegssug,  reifig  was  zum  Kriegsiug  gehört,  der  reifig  zeug 
die  zum  Kriegszuge  gehörigen  Gerätfchaften.  47,  17  von  Hat  geen  von 
Statten  gehn,  Ton  der  Steile  gehn,  vorwärts  gehn.  47,  23  deiner  be- 
gere,  Genit.  Sing,  (mit  verlängerndem  e)  von  die  beger  mhd.  diu  ger 
das  Begehren.  47,  25  ferrer  Compar.  <von  ferre,  femer,  weiter.  47,  29 
däuglich  unfer  tauglich  mit  unorgan.  au  und  au  für  tüglleh  von  tu«> 
gen  fchieklich,  tauglich  fein.  47,  37  dem  aller  wenigllen  meinem 
nebenchrillen  =  meinem  a.  w.  neb.  meinem  geringften   MitchriAen. 

47,  38  das  weil  got  etc.  Das  wolle  Gott  als  ihm  felber  gefchehen  fich 
zurechnen.  48,  1  zft rechen  zurechnen,  vgl.  Gramm.  2,  168.  48,  3 
förter,  fond  fürte r,  jetzt  f arder,  Compar.  des  Adv.  fort,  fernerhin. 

48,  26  beißen  mhd.  beigen  (Pactitiv  zu  mhd.  bigen  beißen,  mordere, 
alfo  beißen  laßen)  jetzt  beizen,  Vögel  jagen.  mit  hnbfchen  frauen 
mit  feinen  Damen.  48,  29  anß warten  in  forglicher  Pflege  und  Obacht 
haben;  hier  mit  dem  Dativ  (denen),  Z.  34  mit  dem  Genitiv  (ir).  48,  87 
in  was  weg?  in  wiefern?  49,  3  gefch lagen  hier  nicht  Part.  Prat.  fon- 
dem  Infinitiv  =ifc hl agen.  49,6  gelte  Genitiv  abh&ngig  von  vil.  49,14 
▼  erbankieren  f.  v.  a.  verbanketieren  (verbrauchen  im  Banquett#ren). 
Vielleicht  Fehler  des  alten  Drucks?          49,  16  es   briü  es  gebricht. 

49,  25  fnrtel  Tortetl,  wie  heute  noch  mundartlich  Vortel.  49,  33  es 
leSt  es  liegt.  49,  37  ein  naß  er  knab  ein  Menfch  der  viel  trinkt,  «of 
Zeeligelagen  hemmliegt.  50,  4  fnnll  in  diefer  Hinfieht.  50,  5  daß 
man  fie  es  zeicht  daß  man  fie  delfen  zeiht,  befcbnldigt.  50,  9  iur  alle 
erwartet  man  auf  den  erften  Blick  alles,  auf  Inkomen  bezogen;  es  ift 
aber  der  Plural  alle  in  Ordnung  als  mit  auf  die  folg.  (Zins,  rent  etc.  ge- 
hend, einer  kan  über  fein  inkomen  nit  reichen  er  kann  über  fein 
Kinkommeo  nicht  hinaus  reichen  und  nichts  erreichen,  neml.  weil  es  zu 
knapp  ift:  Im  Grunde  dasfelbe,  nur  anders  gedacht,  wie  mit  feinem  in- 
komen  nit  reichen.        50,  15  entlehet  für  entlehent  enttohm 

50,  25   der  gnoß  der   Genuß,   Nutzen.        der   mitteil   der  Anteil. 

50,  27  zimlieh  angeroeßen.  50,  37  heßig  geh&ßig,  feindlioh.  51,  9 
ttfnement  glfiok  in  Aufnahme  kommendes,  emporkommendes  Glück. 

51,  10  g ehern  hervorbringen.  51,  16  die  gemein  die  Menge  des  nie- 
dem  Volks,  f  ö  nicht  conditional  als  Anfang  des  Vorder  -  oder  Nachfataet, 
fbndera  relativ  meßend:   dnrch   Anhang  des  Volks,  in  fo  fern  diefe  di» 

20 


290 

Gewaltthätigkeit  der  Farften  eingeibhn  und  mir  beigeftanden   hätten. 
51,  33  verdrießlich  Qberdraß  bereitend,  langweilig.        61,  38  und  drü- 
ben   am  nechRen   beim    nächften,   bei  dem  was  zunächft  Hegt        52,  5 
verhalten  zurückhalten,  vorenthalten.        52,  28  zimlich  wie  öO,  27. 
53,  3  übermögen  an  Macht  übertreffen.        fchübt  richtige   Form,  mhd. 
ich  fchiube   ich   fchiebe.  53,  5  dafchen   TaTchen,  entftellt  wie  wä- 

fcheu  für  wafchen,  vgl.  widerfächer  53,  35.  55,  18.  53,  9  daß  da- 
rum daß,  weil,  wie  auch  im  Mhd.  vgl.  Wack.  Lef.  GlolTar  S.  X€.  53,  14 
rück,  üe  Tollen  der  Fürßen  Rücken  Tein,  d.  i.  ihr  Rückhalt,  Tollen  ihnen 
den  Rücken  decken.  die  hantfeft  die  Urkunde,  durch  die  handfchrift- 
lieh  ein  Yerfprechen  befeftiget  wird.  Der  Adel  foll  die  leibhaftige  Urkunde, 
der  Treuebrief,  die  Garantier  fürftlicher  EzÜiens  und  Macht  fein.  der 
ufenthalt  die  Erhaltung.  53,  16  der  hirß  ahd.  hirug,  mhd.  hirg, 
jetzt  Hirfch:  an  die  Stelle  des  auslautenden  g  ift  s  getreten  und  dies  in 
fch  verdickt  worden.  Neben  hirg  eziftiert  die  Form  hirz,  davon  das  De- 
minutiv hirzel  Hirfchchen,  das  auch  als  Eigenname  gebräuchlich  iü  53,  17 
bedorft  hätte  das  Bedürfnis,  könnte,  war  im  Stande.  53,  21  man  wer 
des  überik  man  wäre  deüen  überhoben,  brauchte  das  nicht  zu  gewärtigen. 
53,  35  der  widerfecber  der  "Widerfacher  f.  z.  Z.  5.  der  gegen- 
teil   der  Gegner,   fo   auch   54,  7.  fuppenfreßer  hier  im  Sinne  von 

Schmarotzer.  jaherr  ein  Men/ch  der  zu  allem  ja  Tagen  muß.  53,  36 
ußtragdes  rechten  annemen  die  rechtliche  EntTcheidung  auf  beider- 
Teits  gewälte  Schiedsrichter  ankommen  laßen.  Die  Reichsfürften  unterlagen 
in  bürgerlichen  Sachen  keiner  Gerichtsbarkeit,  Tendern  wählten  fieh  bei 
Streitigkeiten  ihre  Schiedsrichter,  meil^  ergebene  YaTallen.  Das  find  eben 
die  angeführten  Suppenfreßer  und  Jaherm.  Teins  widerT.  — jaherrn 
ift  als  erläuternde,  verbeßernde  Appofition  zu  fürften  zu  faßen:  Tor  den 
Fürßen,  d.  h.  nemlich  vor  den   Creaturen  feines  fürUlichen    Gegners. 

54,  8  antworter  der  Beklagte,  der  dem  Kläger  (der  rechtes  begert) 
zu  antworten  hat.  54,  10  fg.  vier  ho  Ten  eins  dfichs  zur  Bezeich- 
nung daß  etwas  unter  verTchiedener  Geftalt  doch  in  Wahrheit  immer  das 
nemliche  iß,  wie  wir  jetzt  Tagen  'es  ift  Maus  wie  Mutter.*  54,  29  gefchik- 
den  d.  i.  geTchiktllen  54,  32  Titzt  über  die  Tuppl.  hält  Sitzung 
über  die  Bittfchriften.         54,  34  Asverns  conviTium  T.  EHher  1,  3  ^. 

55,  14  inen  für  in  eum.         55,  16  unaußdre glich  was  nichts  aus- 
trägt, unergtbig,  wobei  nichts  zu  gewinnen  ift.      pracht  hier  Aufwand." 

55,  17  vede  mhd.  vehede,  Fehde.  55,  21  ift  es  dann  ber&ren  be- 
rührt es,  d.  h.  geht  es  an.  55,  22  ein  buntnus  =z  eine  b.  als  Femi- 
ninum. 55,  23  daß  ita  ut,  dergeftalt  daß.  Tie  Nom.  Sing.  Femin. 
zunächft  auf  die  büntnüs,  dann  auch  auf  commun  und  ftat  (alles  Feminina) 
bezogen.  ein  =  einen  aliquem.  b rocht  gebraoht  55,  34  ein 
rücken  (vgl.  53,  16)  einen  Rückhalt.  56,  10  der  fürkauf  der  Vorweg- 
kauf um  dann  mit  Wucher  wieder  zu  verkaufen.  die  bedeurung  die 
Verteurung.  56,  11  die  gewar=war  58,33  Waare.  die  kauf- 
manTchaft  verkäniliehe  Waare.  Schmeller  2,  285.  56,  12  es  Tel  wie 
mhd.  eg   enfi,   es   Tei  denn,  außer  daß  es  Tei.          56,  13  verbünnttfüs 


291 

AlTociAtioa.        56,  17  gl  übt  Gelübde,  Verabredong.        her  tik  lieh  Tehr. 
56,  20  in  ihnen;  vielleicht  ift  aber  ir  zn  leren.  56,  24  fcfaamlot 

fira.  camelot,  ein  feiner  WoUenftoff.  Vgl.  zu  diefen  Klagen  Sickingens  die 
▼on  Eberlin  Ton  Gnnzbnrg  in  feiner  Schrift  Mich  wundert  daß  kein 
gelt  im  lant  iftsf)  Der  krieg  th^t  ans  merkliehen  und  befindlichen  fcha- 
den,  davon  wir  reden  nnd  gedenken  mögen;  aber  die  kaafleut  verleckern 
nns  fo  heimlich,  daß  wir  mit  Inft  und  frenden  nnbefindlich  verderben  und 
alfo  verderben  daß  wir  niemant  dann  nns  felbB  m&ßen  die  fchnld  geben. 
ift  nit  nnfer  Verderbnis  auß  nnfer  fchnld?  fihe  in  unferm  dentfchen  land 
haben  wir  lent  genfig  sfi  allen  nötigen  hantwerken  wol  gelert,  wir  haben 
alle  nötige  materien,  darzfi  wolle  und  flachs  zu  tuch,  underzug  von  geiß- 
heaten,  von  fchafheuten  etc.  wir  haben  eifen,  gold,  filber,  kupfer  gruben, 
-wein,  kom,  allerlei  obß,  wurelen,  vihe,  vogel,  vifch,  kurz  aller  nötiger  lu- 
ftiger ding  haben  wir  genfig.  wir  laßen  anß  dem  end  der  weit  zfi  uns 
f&ren  zu  vil  köftUche  nngenante  t&cher,  edel  geftein,  fpecerei,  wein  etc.  und 
darzfi  hantwerkleut,  die  allen  lift,  witz,  weis  erdenken,  wie  R^  das  feltfam 
sfi  mfitwillen  zfi  richten,  dodurch  wir  gereizt  werden  als  die  äffen  williglich 
unfern  fchweifl,  arbeit,  gfit  und  gelt  anßzfifchütten.  und  wann  wir  nit  mer 
haben  auß  zfi  geben,  feint  aber  gewon  des  gefchlechts  und  der  köftlicben 
ding,  fo  fahen  die  menner  alles  übel  an,  ftelen,  morden,  rauben,  in  krieg 
laufen,  eigne  weiber  verfetzen,  falfch  zeugnüs  geben,  den  reichen  fchmeich- 
len,  nnd  den  herren  zfi  aller  bfiberei  helfen,  mit  fol ehern  reizen  durch  köft- 
Uche ding  werden  junkfranen  gefchendt,  eefranen  zu  bfilerin,  laufen  zfi  den 
pialfen,  zfi  reichen  apten,  thon  was  man  wil,  darumb  daß  lie  auch  hübfche 
goUerlin,  meßerlin,  Xchfilin,  ketlin,  henblin,  ja  mechlifch,  lundifch  feiden 
rock,  mantel  etc.  haben,  gfite  bißlin  eßen,  malwafier,  Reinfal  etc.  trinken, 
alfo  fagt  man  *pfaffen  kol  fchmecken  wol.'  es  wil  niemant  mer  erlich  arbeit 


t)  Mich  wundert  das  |  kein  gelt  ihm  |  land  ift.  |  Ein  fchimpt- 
lieh  doch  vnfcbedlich  ge-  |  fprech  dreyer  Landtfarer  /  vber 
yetz  ge-  |  melten  tyttel.  |  Leße  das  buchlin  fo  wirdfta  dich 
furo  I  hyn  verwundern  /  das  ein  pfennig  ihm  |  landt  bliben  ift  | 
H.  D.  XXiiij.  I  Diefer  Titel  in  breiter  Hoizfchnitteinrahmang.  Auf  der 
Bückfeite  des  1  Bl.  beginnt  der  Text.  16  Blätter  in  4,  die  drei  erften  Bo- 
gen und  der  letzte  vollftandig  zu  4  Blättern,  der  vorletzte  vierte  nur  zu 
zweien  fign.  di  und  Dij.  Auf  der  Ruckfeite  des  letzten  ISten  Blattes  Jo. 
Eh.  dann  die  Beßerung  von  3  Druckfehlern  und  die  Bezeichnung  des  Orts 
und  Druckers:  Getruckt  zu  Eylemburg  durch  |  Jacob  Stöckel.  | 
Vgl.  Panzer  2,  282  No  23S5.  Ein  anderer  fpäterer  Druck  vom  Jahre  1565, 
5  Bgg.  in  8,  Sign.  A2  —  £5.  Auf  der  vordem  Seite  des  erften  Blattes 
Mich  wundert  das  kein  |  Geld  im  Lande  ift.  ]  Ein  fchimpffli-  | 
che  /  doch  vnfcbedlich  Ge-  |  fpreche  /  Dreyer  Landfahrer  /| 
ober  Jetzt  gemeltem  Tittel.  I  Lefe  mit  vleis  difs  Bfichlein  aufs/( 
Wirftu  gar  fein  verftehen  draufs  /  |  Wie  mancher  vnkoft  gros 
vnd  klein  /  |  Erwachfen  ift  durchaus  gemein  /  |  So  wirftu  fehr 
verwundern  dich  /  |  Das  ein  Pfeng  im  Land  blieben  ift,  |  1565.  | 
Die  Rückfeite  leer.  Auf  der  erften  des  folg.  Blattes  oben  beginnt  der  Text. 
Die  Seite  26  Zeilen.  Am  Schluße  auf  der  Rückfeite  des  feehften  Blattes 
von  Bg.  £  fteht  Jo.  Eb.    Die  2  letzten  Blätter  leer. 


292 

tboA:  man  mag  ee  ein  weifieu  nibeu  bekomen  dann  einen  fleißigen  acbeitor. 
iedennan  wil  Acb  mit  k ramerei  oeren,  feltfam  ding  far  «&  ftellen,  der  Jeat 
«ngen  und  herz  %^  Helen  und  amb  das  g&t  bringen  x&  grodefn  fchaden  der 
land.  alTo  werden  wir  arm,  das  gelt  feagt  man  uns  aii0  und  fiert  da«  in 
frembde  lant,  in  die  ftet  am  lee,  am  mer,  di>  man  die  war  nimbt.  die  fei- 
bigen  werden  reich  und  wir  verderben.  unTere  altfordern  haben  anoh  frend 
nnd  m&t  gehabt,  und  hat  einer  nit  fo  yU  klelder  gehabt  als  ies  einer  nmb 
ein  baret  oder  wommes  gibt,  darzu  madhen  wir  nit  nutze  kleider,  ner 
aber  fchedliche,  m&twillige,  und  die  kaufieut  bringen  formen  darzCl  und 
meifter  ssu  kochen,  zfi  machen,  laden  uns  zu  gai^  und  zeigen  iren  pracht, 
vor  Zeiten  einem  grafen  zu  groiä,  tragen  reizliche  kleider,  &e  und  ire  weib 
und  kinder.  dann  wollen  wir  auch  zierlich,  hübfcb,  höflich  fein  und  hin- 
nach  volgen.  dann  hebt  ficb  der  betler  tanz,  ein  jüd  und  ein  folcher  kra- 
mer feint  gleich  nutz  einem  lant  oder  Hot.  fobald  die  kramer  und  kanflent 
alTo  überhand  genomen,  ilt  der  adel  verdorben,  die  bnrger  in  Acten  haben 
Dicht,  das  lantYolk  get  betlen.  wer  einmal  anfocht  köftlich  zierlich  fbhein- 
lieh  geberden,  leßt  ungern  wider  ab,  biß  kein  pfennig  mer  do  iß.  dann 
fetzt  man  reichtumb  für  eer,  werden  die  gefchlecht  Yermenget,  die  edellent 
ander  die  foffernkremer.  olfo  feint  aufkomen  die  fchentlichen  fbhedlichen 
zinskeuf,  das  fubtil  wuchern,  domit  nnfer  lant  iezt  nmb  geet  z&  merkliebem 
fchaden  der  feelen  und  des  gfits.  ~  Vgl.  Bankes  Gefcb.  Deutfchlds  im  Zeit- 
alter der  Ref.  Bd  2  S.  42  fgg.  (2  Ausg.)  57,  12  loßent  d.  L  laßent, 
wie  59,  12  loßen,  68,  24  feierobent,  59,  17  üroßen.  Tgl.  gethon  47, 
aO.  48,  12.  51,  19  unterthon  55,  19.  58,  3  gelb  lilien  fhinsöflfche 
Goldftücke  mit  dem  Lilienwappen.  58,  10  zu  reiten  zubereiten.  oder 
vermittelt  die  Erklärung  des  Bildes :  das  heißt  ihn  daran  verhindern, 
68,  15  Anfpielung  auf  Sickingens  Fehde  mit  dem  Landgrafen  im  Herbil 
1518.    S.  Münchs   Sickingen   I   S.  90  fgg.  58,  32   verkomen  forgend 

zuvor  kommen,  dasfelbe  was  fürkomen  Z.  38.  59,  1  ob  hier  wol  in 
der  Bedtg  des  Übertreffens  an  Zal,  über,  mehr  als.  59,  4  das  anligend 
das  was  dabei  liegt,   in  daffelbe  Fach  fchlägt,  in   das   Bereich  gebort. 

58.  33  %g.    Über  das  projectierte  GrenzzoUfyftem  L  Ranke  2,  45  fgg, 

59,  5  daß  ift  uberflnßig.  59,  6  ver lenken  verlangnen,  mbd.  verlouge- 
nen.  59,  7  Über  die  Prozeflionen  f.  Ranke  2,  41  Anm.  59,  12  loßen 
f.  zu  57,  12.        59,  15  argwenig  geacht  fein  im  Verdachte  ßehen. 

59,  18  enthalten  erhalten,  nutrire. 

Was  die  Heimat  diefes  Dialogs  anlangt,  ^o  werden  wir  uns  nicht 
tanfchen,  wenn  wir  fie  nicht  fern  vom  Orte  der  Entfcheidung  der  ficking- 
fchen  Sache  fachen.  Das  Stück  wird  in  die  Gegend  von  Mainz  und  Frank- 
furt gehören,  vielleicht  noch  etwas  weiter  nach  Oden  dem  Frankifchen  zu: 
fadlicher  es  zu  fetzen,  verbietet  die  Sprache.  Die  Zeit  der  Abfaßnng 
beftimmt  üch  näher  dahin,  daß  fie  nicht  vor  den  Tod  Franzens,  der  am  7 
Mai  1523  erfolgte,  fallen  kann.  Aber  weiter  als  einige  Monate  von  da  hin- 
ab dürfen  wir  fie  auch  nicht  rücken:  es  bleibt  uns  fomit  der  Ausgang  des 
Frühlings  oder  der  Sommer  des  Jahrs  1523  dafür  übrig.    Die  Brwftfannng 


a93 

der  beiden  Beichatiige  zu  Nürnberg  ü9,  1  igg.,  sITo  des  rem  162S  nad  doe 

xweiteo  im  Winter  22  aof  23  gibt  nichts  Näheres  ftns,  da  der  letstere  finft 
ein  Vierteljahr  vor  Sickingeos  Falle  Xbhon  beendigt  war.  Ob  Uch  dnreh 
die  Erwähnung  Kiliingens  54,  16  Igg.  als  Sitz  des  Kelchsregiments  etwae 
beftimmen  laßt,  weiß  ich  nicht,  da  ioh  keine  genane  Angabe  über  die  Zeit 
der  Verlegung  delTelben  dahin  kwue.  Per  unbekannte  Verfaß  er  nnferes 
Dialogs  war  kein  Gegner  des  edlen  Todten  fo  wenig  als  ein  extremer 
Schwärmer  für  ihn.  Vielleieht  muHe  er  aber  auch  I^ine  Sympathien  ans 
Furcht  vor  der  Macht  der  Sieger  mehr  yerbergen.  Das  lietzterd  ift  wol 
das  wahrfobeinlichAe. 


ni. 

6  Bit.  in  4<».    Anf  der  TiteUMte 

Ein  Gefprech  eyneß  Fuchs 

vnd  Wolffs  /  fo  die  andern  F&chs  vnd  W&Uf  auff  den 

Stayger  waldt  zufamen  gefchickt  /  fich  zu 

vnder  reden  /  wo  ynd  wie  die  beyde 

parthej  den  wintter  Heb  haltr 

ynd  neren  wollen. 

MD.XXIIII. 

Holzfchnitt:  Fuchs  und  Wolf.  Auf  der  RückTeite  die  Vorrede  mit  den 
fechs  Verfen.  Auf  dem  «weiten  Blatte  oben  beginnt  das  Gefprech,  das  ohne 
Abiatz  bis  in  die  RückTeite  des  leuten  fortiiuift.  34  Zeilen  auf  der  rollen 
Seite.    Panzer  2,  337  fg.  No  2561  fg. 

Dieier  Druck  gibt  61,  15  Inmppen.  61,  17  windt  61,  18  fidein, 
wee  dem  und  fo  yorn.  61,  29  yamer.  62,  7  reyß.  62,  9  may- 
nang.  62,  11  getzimpt.  62,  21  mein  yerftand;  und  fo  vom  im 
Texte  zu  beßem.         62,  22  me;   und  fo  vorn  für  nit.         62,  32  wintter. 

62,  36  difem.  weyft.  62,  38  geweert.  feyndt.  63,  1 
wie  ein.          63,  3  rauffens.         63,  4  nenntr.          63,  7   lohaff. 

63,  9   roß;  und  fo  immer.  63,  16  fol;  fo  auch  lieber  vorn   im  Texte 

für  vol.        63,  23  mir  feh^d  nicht.        68,  27  feltzam,  und  fb  immer. 

63,  29  biirger  ße.  63,  84  burger.  63,  38  vnd  Jr  anft.  64,  1 
f&rften  jr  fpitzb&t        64,  12  weylln.        64,  15  wirß.        64,  17  haß. 

baucker.  64,  33  narheit  fic.  64,'84  new.  64,  36  bauren 
fie,  TonA  meift  bawren.        65,  4  vnentlich  fic.  65,  8  mir  fic. 

65,  18  tr^tz.        65,  19  gen  fic.        65,  30  gewane.        65,  32  die  fio. 

65,  36  tanren  fic.  65,  37  Weyßgaw.  Hnnlßrnck.  66,  15  ye 
mer  zweimal;  braueht  nicht  Druckfehler  zu  (bin.        66,  22  reißdi?ft. 

66,  27  Manaal  fic       68,  7  a&  jm.        68,  12  gefpeyen;  w<rf  Dmekfehler 


29* 

Ygl.  Z.  16  gefpyen.         68,  ^  wie  er  noch.        69,  23  daß.         69,  35 
Wetterer   aw.  70,  9  Tpred  flc.         70,  20   Terfchiner  Ao.         deli 

wie  bey.         70,  32   mir  fic.         70,  34   rath.         71,  8  geen.  71,  2d 

gefeldL  71,  26  radt  72,  2  pfnayrchfen.  72,  5  mher. 
BRKLARUNGEN.  61,  4  tunbanchet  dannbauchig  vgl.  häufet  70,  36. 
61,  8  etwa  hier  ftatt  etwan  fonft,  mitunter.  lachte  =  lachte  es. 
61,  10  etwa  hie  nnd  da.  61,  15  hinhecht  hinhangt,  mit  intr.  Bedtg; 
hier  alTo  ich  hahe  (ahd.  hähn  ich  hange),  dn  hechft,  er  hecbt  61,  18 
nngeiäck  hier  perfonificiert,  wie  anch  fonft,  fo  Hartm.  Lieder  16,  14  ee 
ift  ein  angelückes  gmog.  Flore  2296  ich  wasne  falde  fi  nnftiete,  wan  un- 
geläcke  ift  ir  gehag.  Lampr.  Alex.  3415  angelacke,  wag  ir  mir  leides  taot! 
So  wird  auch  Unheil  gebraucht:  Hartm.  1  BüchL  1671  unheil  mir  ober 
den  wec  fchreit  gelich  einem  hunde;  femer  Unfall:  Gurres  75  weich  von 
mir  ab  mit  fchellen,  trab  du  gewaltige  unfals  reiten!  83  unfal,  unfal,  du 
wildes  tier,  wie  thuft  dich  gegen  mich  fperren!  61,  24  heint  mhd.  hint 
zuT.  gez.  aus  htnaht  kann  für  fich  allein  fowol  diefe  beyorftehende ,  wie 
diefe  vergangene  Nacht  heißen;  in  letzterer  Bedtg  hier  mit  noch  ausdrück- 
lichem Zufatze.  62,  2  ich  acht  ich  achtete.  62,  11  fg.  d.  h.  wir  hät- 
ten mit  den  Fnrßen  ziehen,  mit  ihnen  es  halten  Tollen.  62,  13  pfnai- 
fchen  Jägeransdmck,  futtern  wie  72,  2.  62,  29  unrat  wie  Z.  36.  64, 
31.  70,  30  Hilflorigkeit.  62,  33  betagen  auf  einen  beMmmten  Tag  ein- 
laden. 63,  8  zum  dickern  zum  öftem.  63,  10  der  wetlchger  die 
ReifetaTche,  der  MantelTack  f.  zu  I  No  X.V  Z.  510.  63,  24  der  ßübich 
(Schm.  3,  605  kennt  nur  das  Neutrum)  Faß  zum  Verpacken  der  Waaren, 
die  auf  die  Märkte  geführt  werden.  63,  30  fgg.  i&  der  fchwäbiTche  Bund 
gemeint,  der  im  Sommer  1523  gegen  die  des  Landfriedensbruchs  angeklag- 
ten fränkifchen  Ritter  zu  Felde  zog.  Ranke  2,  123  fg.  64,  4  fg.  die 
Verfammlung  der  rheinifcben  Ritterfchaft  im  Frühjahre  1522  zu  Landau, 
wo  Franz  von  Sickingen  zum  Hauptmanne  gewält  ward  (f.  Z.  24).  Ranke 
2,  106.  Münchs  Sickingen  1,  220  fgg.  2,  188  fgg.  64,  19  in  den  rörn 
(Plur.  y.  ror  das  Rohr)  im  Rohre,   im  Geröricht,   d.  h.  im  Verfteck. 

64,  20  künden=ikünnen  können.  64,  37  tenr  werden  koftbar  nnd 
daher  feiten  werden,  endL  gar  nicht  mehr  geben.  65,  3  fürgang  Fort- 
gang. 65,  4unentlicb  d.  i.  unendelich  unwahrhaftig,  fchleeht;  wir 
würden  jetzt  Tagen  'ein  faules  Ende.'  65,  8  fgg.  Gemeint  ift  der  Einfall 
Sickingens  ins  TrierTche  im  September  1522.  Ranke  2,  109  fgg.  Müneh  1, 
229  fgg.  Das  buTiniereu  (poTaunen)  ill  im  eigentlichßen  Sinne  zu  neh- 
men. Ein  Augenzeuge,  Latomus,  erzält,  als  Franz  ins  Gebiet  der  Stadt 
Trier  gerückt  Tei,  hätten  die  benachbarten  Hügel  vom  Schalle  der  Tromme- 
ten  und  Pauken  Teiner  Kriegsmufik  To  furchtbar  wieder  gehallt,  daß  die 
Bewohner  der  Stadt  Zittern  und  Zagen  ergriffen.    Münch  1,  252  fg. 

65,  25  Über  den  VerTuch,  die  Fefte  LützelAein  durch  nächtlichen  Überfall 
zu  nehmen,  T.  Münch  1,  284  fg.  65,  31  Der  Falke  aus  der  Pfalz  iil  wol 
Gerlach  von  YTenburg,  der  das  trierfche  Heer  befehligte.  Münch  1,  262  fgg. 
Er  war  auch  Lehnsmann  von  Chnrpfalz.       65,  37  Weisgau  für  Wasgan. 

66,  3   die  bruch  die  HoTe.         66,  15  ie  mer  ie  mer  immer  mehr 


295 

und  mehr.  66,  22    reisdienft  Heerdienft,  f.  zu  47,  16.  66,  27  fg. 

Franz  von  Sickingen  in  feiner  Burg  Nanftal  den  7  Mai  1523.  67,  1  ro- 
biTch  iß  wol  daa  ran  big  das  Schmeller  3,  5  (f.  ▼.  ranbeln)  als  mittelrhei- 
nifch  mit  der  Bedtg   fchlecht,  elend*  anfuhrt        67,  17  nindert  nirgend. 

67,  21  Gemeint  ift  Wilhelm  Schenk  Ton  Tantenberg,  der  in  der  Ebem- 
burg  befehligte.  Münch  S.  312  fg.  67,  35  der  Bocksberger  Wolf  iß  Mel- 
chior von  Rofenberg,  mit  deiTen  thätiger  Unterltatzung  Sickingen  das  pfäl- 
zifche  Schloß  Bozberg  beim  Beginne  des  Frühjahrs  1523  nahm.  Mnnch 
S.  285.  68,  13  fchlecht  gerade,  glatt,  wie  wir  auch  noch  fagen  kön- 
nen: fie  wären  nicht  fo  glatt  durchgekommen.  68,  21  bürgifch? 
69,  5  rappen  Raben.  69,  28  kugel  einlegen  war  wol  eine  eigene 
Art  des  Wildfanges.  69,  84  Ich  weiß  nicht  ob  es  noch  ein  anderes  Eis- 
feld in  der  mainzifchen  Gegend  gibt,  fonß  könnte  nur  das  zwifchen  Thü- 
ringen, Helfen,  Brannfchweig  und  dem  Harze  gelegene  Ländchen  diefes  Na- 
mens, das  meiß  Eichsfeld  heißt,  gemeint  fein,  das  auch  chnrmainzlfeh 
war.  69,  35  t^  Adr.  dazu.  vergünten  concederent,  vergönnten, 
Conj.  Priet.  v.  vergünnen.  70,  5  nachlangen  lullern  hinter  her  fein. 
70,6  arenbergifche  refier  in  der  Eifel  zwifchen  Trier,  Jülich  und  Cöln. 
70,  9  fpred  muß  hier  heißen  dürftig.  Ich  kann  das  Wort  nicht  wel- 
ter weder  gleichzeitig  noch  früher  nachweifen.  Ift  es  nnfer  heutiges  fpröde 
(der  tibergang  des  e  in  ö  wäre  nicht  zu  verwundem),  fo  wäre  hier  ein 
älterer  Beleg  für  diefes  Wort,  den  Schmeller  3,  589  noch  nicht  geben 
konnte.  70,  25  verhauen  zerhauen,  weghauen,  durch  Hauen  befchädi- 
gen;  hier  fcheint  es  mehr  im  Sinne  unferes  Verhau  durch  Hauen  verfperren, 
überhaupt  verfperren  zu  fein.  70,  28  gez wagen  Part.  Prät.  von  zwagen 
wafchen,  mhd.  twahe,  twnoc,  getwagen;  uns  wirt  gezwagen  wir  werden 
gewafchen,  mit  demfelben  Bilde  wie  man  noch  jetzt  Xkgt  fagt  'uns  wird  der 
Pelz  gewafchen.*  70,  32  mir  =  wir.  70,  35  auf  euer  der  wölf 
beßern  in  Rüekficht  auf  eure,  der  Wölfe,  Strafe,  Buße,  die  ihr  nemlich 
erleide!)  müftet,  wenn  wir  in  Haufen  blieben.  70,  36  häufet  haufenweis 
f.  zu  61,  4.  als  (mhd.  alles  Genit)  durchaus,  wie  Z.  38.  71,  17  die 
fellüet  wie  Z.  24  die  Orte  wo  Wild  gefällt,  erlegt  wird. 

In  diefem  Dialoge  wird  mehrfach  der  Fehdezüge  Franz  von  Sickingens 
im  Jahre  1522  und  im  Frühjahre  1523  und  feiner  Befiegnng  durch  die  ver- 
bündeten Fürften  gedacht,  dann  der  Expedition  dss  fchwäbifchen  Bundes 
unter  Georg  Truchfes  von  Waldbnrg  wider  die  des  Landfriedenbruchs  an- 
geklagten fränkifchen  Ritter  im  Sommer  1523.  Der  benannte  Winter  kann 
kein  anderer  als  der  von  1523  auf  24  fein;  die  Abfaßungszeit  unferes 
Stückes  würden  wir  fonach  in  die  letzten  Monate  von  1523  zu  fetzen  ha- 
ben, wenn  der  alte  Druck  nicht  felber  auf  dem  Titel  die  Jahrszahl  1524 
nannte.  Aber  nur  ganz  der  Anfang  diefes  Jahres  kann  gemeint  fein;  weiter 
vor  dürfen  wir  nicht  gehen.  Als  Verfaßer  wird  am  Schlnße  Hans  Bech- 
1er  von  Scholbrunnen  genannt,  offenbar  das  heutige  SchoUbrun,  ein 
fränklfches  Dorf  im  Untermainkreife  das  zum  Herrfchaftsgerichte  Kreuz- 
wertheim gehört 


296 


IV. 

4  BU.  in  4^.    Auf  der  Titelfeite  obens 

Hie  kompt  ein  Befierlein  zu 

einem  reichen  Bürger  von  der  galt  /  den  wncher 

betreffen  /  Co  kompt  ein  pfaff  anch  dar  zu 

vnd  dar  nach  ein  manch  /  gar  kurtz* 

weylich  zn  lefen. 

Darunter  ein  Holzfchnitt:  ein  Mann  hinter  einem  Tifche  mit  Geldsalea  be- 
fchaftigt;  ein  Bauer  tritt  herein  mit  der  Keehten  den  Sack  aber  der  Schul- 
ter  haltend,  mit  der  Linken  die  Mütze  abnehmend.  Die  RackTeite  des  erften 
Blattes  i&  leer,  eben  fo  die  des  letzten:  das  Gefpräch  auf  Blatt  2,  3  und 
der  vordem  von  i,  ohne  Abiatz  fortlaufend.  Die  volle  Seite  zalt  34  Zeilen. 
Der  Druck  gibt  73,  7  zihe.  thetten.  73,  %  zell.  73,  12  her 
fio.  zu  anch.  74,  4  baldt.  74,  5  gutten.  daldt.  74,  6 
gntte.  guttr.  74,  7  feindt.  74,  8  gutt,  uitd  weiter*  mir  ein 
gnnden.  74,  9  fo  vill  ich.  74,  13  anßrichft.  74,  15  gült  lic, 
wechfelnd  mit  galt  nit  meher.  74,  23  gewendt  74,  26  nio- 
mantz.  74,  29  hawß.  blieb.  74,  32  vff  pfadt.  74,  33  heißt. 
76,  10  grofem,       75,  29  d ruß.        getraudt.        75,  31  befcheffen. 

75,  36  wit  zu.  76,  4  kump.  mitt.  76,  12  meiner.  76,  13 
mir  vber  ein.         76,  28  gildt.         vnß   dae.         77,  15  teaffell. 

78,  27  Ziegen.        78,  85  alfo  fehlL        Am  Schloße  Aeht 
Iß  vnd  drinck  wirck  gutt  ding 

Halt  dreu  vnd  eer  dir  wirt  nlt  mer 
Dan  fpeyß  vnnd  dran.ck  dar  bey  gewandt 
Vnd  waß  du  guts  vorhin  hall  gefandt. 
78,  7  einft   für  eines  adverb.  Genitiv  einmal.        73,  9  nicht  nichts. 

73,  13  kofen  reden  lat.  caufari.  74,  12  außriehft  d.  1  außrichtft 
leifteft,  bezallt        74,  13  wal  Nebenform  von  wol,  in  dieTem  Stacke  öfter. 

74,  15  die  galt,  gälte  (76,  23)  die  Abgabe  die  man  von  Geliehenem 
an  entrichten  hat,  die  Zinfen.  74,  31  gelaahen  wie  75,  3.  5.  19.  76, 
24.  78,  33  far  gelihen,  fetzt  ein  älteres  mitteldeutfches  gelühen  voraus, 
das  mhd.  ge  Hohen  heißen  moße,  vgL  Martina  in  Wack.  altd.  Lef.  758, 
1.  760,  29.  75,  15  der  rite  das  Fieber.  Eigentomliche  Fügung  als 
bauern,  vgl.  77,  16  als  anmechtigen  beuerleins.  75,  23  blitzen 
fich  fchnell  hin  und  her  bewegen,  von  Thieren  'ausfchlagen'  und  fo  hier. 
Schmeller  1,  241.  75,  27  k leiben  kleben.  ..  75,  29  drüfe  und  beule 
bedeuten  beide  Gefchwür,  Kiterbeule.  trauen  glauben,  hoffen,  erwarten, 
das  trüwen  der  altern  Sprache.  Man  erwartet  hier  het  ich  des  ge- 
traut mit  Nachdrucke  auf  des,  wie  wir  Jetzt  Tagen  *bätt  ich  das   gewaA.* 

76,  2  lecht  Conj.  Prät.  lachen  möchte.  76,  12  fallen  hab  wie 
78,  6  fällig  habe.         76,  38  geheien  plagen.     Schm.  2,  132;   du  wilt  u. 


297 

1.  g.     Du    willü  nns   reine  plagen.  77,   8   wir  derfen  wir  bedürfen) 

fchlecbte  Form  für  wir  dürfen  oder  dürfen.  78,  4  einher  fchmei- 
cheln  fchmieg(am  herzu  treten.  78,  12  ufgewüft  angefahren,  £  wi- 
Tchen   Schm.  4,  190.  78,  25  gleichnng   Yergleichung,   Beifpiei. 

78,  28  rerdreiben  durch  kauimännifchen  Betrieb  loa  werden. 

Man  kann  dielen  Dialog  getroft  in  den  Anfang  der  zwanziger  Jahre 
fetzen.  Er  behandelt  ein  damals  beliebtes  Thema,  .den  Wucher,  gegen  den 
auch  Luther  eifert,  befonders  in  einer  Schrift  vom  Jahre  1519  Bin  Ter* 
mon  Yon  dem  wucher  Doctoris  Martini  Luther,  Augußiner  zu 
Wittenberk.  14  BU.  in  4®.  Er  Tagt  ausdrücklich,  man  finde  welche  die 
lieben,  acht,  nenn ,  ja  zehn  Procent  nähmen ,  wodurch  das  arme  Volk  heim- 
lich ausgefogen  und  fohmerzlich  niedergedrückt  werde.  Er  entfcheidet  fich 
nach  Luc.  6,  34.  35  geradezu  dafür,  ohne  Zinfen  zu  leihen:  Chriftns  fpricht 
Venn  ir  nur  denen  leihet,  von  welchen  ir  wartet,  daß  fie  euch  wider  lei- 
hen, was  ift  das  für  ein  wolthat?  leihen  doch  die  böfen  funder  einer  dem 
andern,  daß  fie  gleich  des  felben  mügen  wider  haben.'  item  folt  ir  leihen  und 
nichts  darfnr  gewarten,  ift  mir  wol  bewuft,  daß  faft  vl\  doctores  dife  wort 
dahin  ziehen,  als  het  der  herr  Chriftns  darin  geboten,  alTo  zu  leiben  daß 
niemant  nichts  anfletz  oder  gewins  daran  fucht,  fonder  frei  hin  leihen  folt. 
die  meinnng  wol  nit  unrecht  ift.  dann  wer  alfo  leihet  daß  er  auffetze,  der 
leibet  nit,  fo  verkauft  er  auch  nit,  darumb  muß  es  ein  wucher  fein,  die 
weil  leihen  von  art  und  natur  nit  anders  ift,  dann  etwas  far  einen  andern 
darftrecken  nmb  fünft,  mit  bedingen  das  felb  oder  des  gleichmeßigen  und 
nit  mer  über  ein  weil  wider  zu  nemen.  aber  fo  wir  dem  wort  Chrifti  recht 
unter  angen  fehen,  fo  leret  er  nit  leihen  on  auffatz,  dann  das  ift  nit  not 
za  leren,  feintemal  kein  ander  leihen  ift  dann  on  auffatz.   oder  ifts  mit  auf-- 

fats,  fo  ifts  nit  leihen. darauß  volget,  daß  die  alle  fampt  wuchrer 

fein,  die  wein,  kom,  gelt  und  was  des  ift,  Irem  nechften  alTo  leihen,  daß 
fie  ubers  jar  oder  benante  zeit  die  felben  zu  zinfen  verpflichten  oder  doch 
befchweren  und  überladen,  daß  fie  mer  oder  ein  anders  wider  geben  müßen 
das  beßer  ift  dann  fie  geborget  haben,  und  daß  dife  menfchen  felbs  grei- 
fen mügen,  wie  unrecht  fie  thnn  (wiewol  es  laider  gemein  worden  ift),  fetzen 
wir  für  ir  äugen  dreierlei  gefetz,  zum  erften  diß  gegenwertig  evangelium, 
das  gebeut,  wir  foUen  leihen,  nun  ift  leihen  nit  leihen,  es  gefchech  dann 
on  allen  auffatz  und  einigem  vorteil,  wie  gefagt  ift.  und  wie  wol  der  tücklfch 
geiz  unter  weilen  im  felbs  ein  färb  anftreicht,  als  neme  er  das  übrige  für 
gefchenk;  fo  hilfts  doch  nit.  fo  das  gefchenk  ein  urfach  ift  des  leihens  oder 
fo  der  borger  lieber  nit  fchenkt,  wo  möcht  er  frei  bofgen?  und  besonder 
ift  das  gefchenk  verdechtig,  fo  der  borger  dem  leiher  oder  der  dürftige  dem 
habenden  Xchenkt,  dann  es  natürlich  nit  zu  vermuten  ift,  daß  der  dürftige 
auß  freiem  willen  dem  habenden  fchenke,  fonder  die  not  dringt  in.  zum 
andern  ift  das  wider  das  natürlich  gefetze,  welche  auch  der  herr  Luce  VI 
und  Matthei  VI  anzeigt  'was  ir  wölt  daß  euch  die  leut  thun  foUeu,  das 
tbüt  auch  in.'  nun  ift  on  allen  zweifei  niemant  der  da  wölt  daß  im  rocken 
anf  kom,  böfe  münze  auf  gute,  böfe  war  auf  gute  war  gelihen  wurd.  ja 
vi!  ee  wölt  ein  ieder  daß  im  gute  war  auf  böfe  oder  ie  gleich  gute  on  auf- 

21 


298     ^ 

fatz  gelihen  wnrd.  darumb  ifts  klar,  dafi  folche  leiher  wider  die  natnr 
bandeln,  totlich  fanden,  wuchrer  fein  und  ires  nechften  fchaden  fochen  in 
irem  gewin,  das  fie  doch  nit  widemmb  wölten  leiden  von  andern  nnd  alfo 
ungleich  handeln  mit  irem  nechften.  znm  dritten  ißt  es  anch  wider  das  alte 
und  neu  gefetz,  das  do  gebeut  *du  folt  deinen  nechÜen  lieben  als  dich  felbs.* 
aber  folche  leiher  lieben  fich    alein,  fuchen  das  ir   alein,    oder   Heben  und 

fuchen  noch  meinen  nit  mit  folchen  treuen  iren  nechften  als  fich  felbs. 

hie  bewegen  etlich  zwen  wlderfprnch.     der  erft  ift:  wann   es  alfo  gethan  ift 
umbs  leihen,  Xo  verlure  fich  das  intereHe,  das  ift  der  nutz  den  fie  die  weil 
mochten  fehaffen  mit  der  yerlihene '  war.     der  ander  ift  das  groß  exempel, 
daß  allenthalben  in  der  weit  fit  worden  ift,  auf  gewin  zu  leihen,  und  fon- 
derlich  die  weil  die  gelerten,  priefter,    geiftlicben  nnd  kirchen  alfo  thnn, 
angefehen  daß  der  kirchen  geiftliohe  guter  und  gottes  dienft  beßemng  dar- 
innen gefncht  Wirt,  anderft  weren  letzt  gar  wenig  chriften  in  der  weit  und 
wnrd  iederman  fchwer  fein  zu  leihen,    antwort:   diß  alles  ift  nichts  geredt, 
aut's  erft  mnftu   doch   das  interelTe  nnd  die    nutzung  verlieren,   wenn    dirs 
genumen  wirt  oder  du  iemant  gibft  umb  fünft,    warumb  wiltu   dann  in  dem 
leihen  das  fuchen  und  behalten?   dann  wer  üch   gebens  und  leihens  erwegt, 
der  muß  fich  des  interefie  zuvor  erwegen,  oder  wirt  weder  geben  noch  lei- 
hen heißen,    aufs  ander,  es  fei  fit  oder  unfit,  fo  ift  es  nit  chriftenlich  noch 
gotlicli  noch  natürlich,   und  hilft   kein  exempel  da  wider:   dann  es  fteet  ge- 
fchriben  'du  folt  nit  volgen  dem  häufen  böfes  zu  thun,  fondem  got  und 
feine  gebot  über  alle  ding  eren.'    daß  aber  die  geiftlicben  und  kirchen  das 
thnn,   ift  fo  vil  erger.     dann  geiftliche  guter  und  kirchen  haben  nit  gewalt 
noch  freiheit  gottes  gebot  zu  reißen,  den  nechften  berauben,  Wucher  treiben 
und  unrecht  üben,   wirt   auch  gottes   dienft  damit  nichts  gebeßert,  fonder 
verderbet,     dann  gottes  gebot  halten,   das  heißt  gottes  dienft   beßern:   kir- 
chen guter  mügen  auch  wol  bos    hüben  beßern.    nnd  wenn   die  ganze  weit 
mit  folchem  auffatz  zu  leihen   einen   branch  bette,  follen   doch   die  kirchen 
und  geiftlicben  dar  wider  handeln,   nnd  ie  geiftlicher  ire  guter   weren,  ie 
chriftlicher  nach  dem  gebot  Chrifti  leihen,  geben  und  faren  laßen,    und  wer 
anders  thut,  der  thuts  nit  der  kirchen  noch  geiftlicben  gutem  zu  der  beße- 
mng,   fonder  feinem  wucherfuchtigem  geift,  der  fich  fchmuokt  unter  folchen 
guten  namen.     dammb  ift  anch  nit   wnnder  daß  wenig   chriften  fein,   dann 
hie  ficht  man,   welche   rechter  guter  werk  fich  üben,   ob  wol  vil  fich  blen- 
den und  betriegen   mit  iren  eigen  erlefenen  guten  werken,   die   in   got  nit 
geboten  hat.    fo  aber  tcmant   auß    difen  allen  fich  befchweret  zu  leihen  fei- 
nem nechften,   ifts  «in  zeichen  feins  großen  Unglaubens,   daß  er  veracht  die 
tröftllch  zufagung  Chrifti,    da  er  fagt  'wenn  wir  leihen  nnd  geben,   fo  fein 
wir  kinder  des  aller  hochften  nnd  nnfer  Ion  ift  groß.'    und  foloher  troftli- 
cher  Verheißung  ift  nit  wirdig  der  &  nit   glaubt   noch  darnach   fich  mit  den 
werken  richtet.  —  Freilich  liegt  in  diefen  "Worten  nicht  die  leifefte  Anreizung 
zu    einer  gewaltfamen  Durchführung    diefes   chriftlichen   Grundfatzes;    aber 
es  reichte  hin  daß  Luther  ihn  ausgefprochen    nnd  aus   dem  Evangelium  be- 
wiefen  hatte,  um  andere  auf  die  practlfche    Verwirklichung  deifelben  hintn- 
leiteu.     Mehrere  Geiftliche  finden  wir,    die    bald  darauf  weiter  gehen.    So 


299 

predigte  J&cob  Strauß  ia  KiTenach  im  Jahre  1523  dagegen.  Uaubt- 
Huck  und  artikel  chriftlicber  leer  wider  den  unchriftlichen 
wfiober,  darumb  etlich  pfaffen  zu  Eifenach  fo  gar  unrüwig 
und  bemüet  feind,  gepredigt  zu  Eifenach  durch  D.  Jacob 
Straußen  MDXXIII  (4  BIL  in  4)  enthält  51  hieher  einfcblägige  Artikel, 
darunter  No  4:  Das  gebot  gots  Deuteron.  XV  und  Luce  am  VI  daß  ein 
iegUcher  feinem  nechlton  in  der  not  frei  und  willig  fol  leiben  on  allen  be- 
lieb, i£t  allen  cbrilten  bei  ewiger  Terdamnua  not  Z&  halten.  No  5:  Ein 
Pfenning  über  die  haubtfnmm  ußgelihen,  ingenomen,  ift  w&cher.  No  6: 
Wucher  ift  in  feiner  natur  als  wider  die  liebe  des  necbften  und  dos  verbot 
gottes,  ein  fchwärwichtig  und  offenbar  totfund.  No  7:  Alle  die  bewilligen 
in  totfünd»  noch  vil  mer  die  hilf,  fchutz,  fchirm  zur  totlund  thünd,  feind 
dets  tots  wirdig.  No  16:  Der  herr  Chriftus  hat  allen  reichtum  unrechtfertig 
genennet,  muß  von  nöten  der  chriften  guter  uß  dem  wucher  herliießeu, 
geraubt,  geftolen  und  aller  uneer  gemäß  erkant  werden.  No  17:  Unfelig 
und  des  glaubens  gar  entfetzt  ift  der,  der  in  feiner  armut  wucher  zu  rei- 
chen bewilliget  u.  f.  w.  VgL  Ranke  2,  184.  Eine  weitere  Ausführung  die- 
fer  Artikel  gab  Jac.  Strauß  in  einer  größeren  Schrift  des  folgenden  Jahres. 
Vergl.  Panzers  Annalen  2,  319  No  2484.  Im  Wirtembergifchen  fchlug  Dr. 
Johann  Mantel  denfelben  Ton  an,  ja  er  predigte  geradezu  das  ifraeli- 
tifche  Jubeljahr.  Sattlers  Gefch.  der  Herzoge  von  Wirtemberg  2  p. '104 
Ranke  2,  185.  Der  Einfluß,  den  derartige  Doctrinen  auf  die  Forderungen 
der  aufftändifchen  Bauern  üben  muften,  ift  in  die  Augen  fpringend.  Eineb" 
ihrer  Hanptbegehren  war,  keine  Gülten  und  Zehnten  zu  zalen  und  daß  alle 
Schulden  yerglichen  werden  foUten:  Benfens  Gefch.  des  Bauernkriegs  in 
Oftfranken  p.  104  fg.  121.  242.  Vergl.  ferner  De  ratione  decimarum 
Ottonis  Brunfelfii  propofitiones  (Ranke  2,  185),  wovon  auch  eine 
deutfche  Überfetzung  erfchienen  Von  dem  pfaffen  zehenden  hundert 
und  zwen  und  fierzig  fchlußreden  durch  Othonem  Brunfels. 
16  BU.  (4  Bogen)  in  4^,  o.  O.  u.  J. 


V. 

4  liil.  in  4«.     Auf  der  Titelfeite 

EPISTpLA 

DE  NON  APOSTO 

LICIS  QVORVN 

DAM  MORIBVS 

QVI  IN  APOBTO 

LORVM  SE  LO 

CVM  SVC 

CESSISSE 

GLORIAN 

TVR. 


300 

Auf  der  Ruckfeite  des  erften  Blattes  diefer  Titel  in  drei  Zeilen  wiederholt, 
worauf  unmittelbar  der  Text  folgt,  der  bis  unten  auf  die  Ruckfeite  des  l«iz> 
ten  Blattes  geht.  Daffelbe  Stück  aufgenommen  in  Job.  Wolfii  Irectt.  me- 
morab.  centen.  14  tom.  I  p.  654  fg.  Panzers  Annales  typograph.  IX,  410 
No  112r  c. 


VI. 

A.  5  Bll.  In  4,  ohne  Seitenzäinng  und  Cniloden  mit  Signatur  Aij —  Aiiij. 
Auf  der  Titelfeite 

Ain  groffer  Preifg 
fo  der  Fürß  der  hellen  genant  Lucifer   yetzt  den 
gayftlichen   als  B&bft  Bifchoff  Cardinel    vnd 
der  gleychen  zu  weyßt  vnd  empeüt  etc. 
Darunter  ein  Holzfchnitt:   Lucifer  in  ThiergelUlt  übergibt   dem   Papfte  mit 
den  Cardinälen  ein  Schreiben.    Auf  der  Rückfeite  beginnt  der  Text,  der  bis 
zu  Ende  des  fünften  Blattes  fortläuft.    Die  Seite  hat  31  Zeilen.   Siehe  Pan- 
zer 2,  50  No  1242. 

B.  6  BIL   in  4   ohne   Paginatnr  und  Caftoden  mit  Sign.  Aiij  nnd   A  üij. 
Auf  der  vordem  Seite  des  erften  Blattes 

Ain  groffer  Preifg  fo   der  Pfirft  der 
hellen  genant  Lucifer  yetzt  den  gayftllchen  als 
B&pft  /  Bifchoff  /  Cardinel  /  Tnnd  der 
gleychen  zu  weyßt  vnd  empeüt  etc. 
Darunter  ein  Holzfchnitt,   der  zu  diefem  Stücke   nicht  gehört:    auf   einem 
Throne  ßtzt  ein  Mann,  zu  deflen  Rechten  fich  von  hinten    vor  der  Teufel 
fehen  läßt,  davor  ftehen  der  Papft,   ein  Bifchof  und  zwei  andere  Geiftliche. 
Auf  der  Rückfeite  beginnt  oben  der  Text,    der   ohne   Abfatz   (32  Zeilen  auf 
der  Seite)  bis  über    die   Mitte  der   Rückfeite   von   Bl.  "b  reicht     Auf  Bl.  6« 
noch  ein  roher  Holzfchnitt:   der  Rachen   der  Hölle,   worin   die   Seelen  zer- 
malmt werden;  der  Teufel  davor.     Bl.  6^  leer. 

C.  6  Bll.  in  4   ohne  Seitenzälung  und  Cuftoden  mit   Sign.   Aij   und   Aiij. 
Auf  der  Titelfeite 

Neugetzeittung  auff 

das  Jar  MI>%XI  Eyner  fchrifft- 

liehen  werbunge  gothan  von  dem  furften  der 

lielle.    Seinen  lieben  getrewen.    Aller  vnd  ideß 

ftandes  feines  Reichs. 

Auf  der  Rückfeite  oben  beginnt   der  Text   und  geht   (36   Zeilen  auf  der 

Seite)  ohne  Abfatz  bis  über  die  Mitte  von  Bl.  5«.    Darauf  folgt  das  Stück, 


301 

das  wir  unter  No  VIII  mitteilen  und  das  bis  gegen  Ende  der  ▼ordern  Seite 
des  letzten  Blattes  geht^  deflen  Rückfeite  unbedmckt  iSt.  Panzer  2,  50  No 
1241.  Diefer  Druck  ftammt  offenbar  aus  einer  niederdeutfchen  Gegend, 
▼ieUeicht  gar  aus  Wittenberg. 

LESARTEN.  85,  1  ein  C,  und  fonft  immer  ei  wo  AB  ai  haben. 
Knenigk  C.  furlt  C.  finßernuß  B.  85,  2  der  trawrigen 
h.  C.  Tordamnus  C.  85,  3  enbieten  B.  Entpieten  C.  in 
Tonderb&it  B.  in  funderheyt  C.  fuenen  C.  85*,  4  der  prel. 
ABC.  85,  7  wuufchen  C.  die  Ten  C.  85,  8  tzu  C.  als  wir 
vorgen.    haben   zu  1.  C.  85,  9   gefetz   C.  diß  AB.   diefes  C. 

85,  10  hoff  C.        85,  11  tzwenunddreiffig  Beß  nach   im  C. 

85,  12  feinen  B.  f&ßftapffen  B.  fueßftapffen  C.  85,  13  de- 
mutiger C.  85,  14  dreyhundert  C.  85,  15  yre  C.  tugent- 
famen  C.  gantze  C.  86,  1  wiettender  A.  wittender  B.  weit- 
teden  C.        leer  C.        86,  2  erb  am  C.       tzu  C  und  auch  fonft  nie  & 

86,  3  zu  a.  z&fcherenden  vnnd  AB..     86,  4  in  denn  fy  C.      86,  5 
furßlichen  B.  nit  Terfchonet  h.    noch   gefchampt  Tuferm 

furftlichem   gew.   C.  86,  6   fchmelleren    A    fchmmelleren   B. 

fchmelern  C.  den  felben  tzeitte  C.  wier  B.  86,  7  oder 
trybut  nutzung  AB.    o.  tribut   n.   C.  emphangen  A.  entpfan- 

gen  C.        86,  8  der  yeindeu    (weinden  B)  follen   mit  AB.        86,  9 
▼  nferm  gepieten  ABC.        86,  10  weg  ynfer  hellen  fo  doch  C. 
gepant  iß  C.        86,  11  TUgewandert  C.        ains  foUichs  AB.    ein 
folches  C.  86,  12  dy  hellen  C.  follcher  C.         86,  13  grau- 

fame  vng.  Yufers  C.  86,  14  verdulde  C.  mug  C.  86,  15  für- 
zükomen  B.  furzukume  C.        anfehens  AB.        86,  16  gehebt  C. 

andern  AB  andere  C.  86,  17  das  zweite  und  fehlt  in  AB. 

86,  19  felber  gefagt  hat  C.  86,  20  Jefu  C.  86,  22  gelibdt  AB. 
gelubte  C.  86,  23  Ite  er  C.  86,  24  wych  AB  weich  C.  wol- 
len AB.  86,  25  tzeitliehem  C.  Für  aber  ir  die  lies  aber  in 
euch  die.  von  dem  C.  86,  26  der  alle.  obgerurt  C.  86,  27 
da  ytz  C.        86,  28  guter  C.        86,  29  Affter  aber  AB.        wiXfet  C. 

86,  32   zierlichen  alle.        86,  35  Mer   Tagt  der  apoßel  /  feit  C. 

86,  36  Sg,  ir  herr  vn  meißer  dz  felb  gepot  fpr.  C.  86,  38  ge- 
nant gewalthaber  AB.  87,  1  ab^r  ir  aber  B.  gefagt  do  ha- 
ben C.  87,  2  in  arbeit  ynd  dem  C.  87,  3  wir  fagen  C. 
befunder  C.  87,  4  trachtent  C.  reichtnmber  vnnd  h.  AB. 
reichtumb  ynd  C.  87,  5  vergifft  C.  dan  yetzund  C.  87,  6 
den  —  yetern  yorn  zu  lefen  mit  C.  AB  dem  yater.  87,  7  fnnder 
gennen  gants  C.  ynd  im  1.  ynd  über  C.  87,  9  noch  auch  got 
nit  was  C.  87,  11  gerichts  rn  tzwang  zu  yde  C.  87,  12  leyfche 
handel  C.         87,  13  auf  fehlt  ABC.         87,  14  ynd  auff  die  ABC. 

87,  15  befchaid  AB.         87,  16  d.  k.  gepeüt  AB.  d.  k.  gepaw  C. 
87,  20  benückig  B.  benugig  C.        yor  yr  yntertrucket  die  a.  C. 

87,  21  ir  fehlt  C.         87,  25  freiheite  C.         87,  26   ynk.  lebet  in 
begerli  chen  wollnften  des  C.        87,  27  und  fehlt  C.        leibs  feit 


302 

yr  gftDtz  ergeben  C.  87,  35  gefebet  C.  87,  38  farwur  anderf 
dan  dy  C.        dy  erften  k.  C.        88,  1  aUe'm  luA  mit  funderer  C. 

88,  3  betrachtamb  AB.  kuuftenn  B.  88,  4  ewer  iuften  be- 
girden  AB.  88,  5  fg.  fander  di  peyhknaben  vnd  C.  88,  6  ig. 
fchetz  /  nicht  als  Petras,  der  Tagt  C.  fander  ir  C.  88,  » 
gülden  Yu  filbre  C.  88,  10  in  groflich  C.  88,  14  aas  der  b. 
erlichen  m.  C.        88,  17  O  da  1.  C.       88,  18  ftat  fehlt  C.        O  fehlt  C. 

88,  19  Jer.  von  der  Hat  C.  88,  20  bilich  C.  88,  21.  22  Si- 
meonis  C.  88,  23  dy  haltet  vnd  vbet  ir  öffentlich  C.  88,  25 
zerbrecht  alle  gepot  Jhefu  Chr.  0.      yr  verleihet  pfrandt  td  C. 

88,  26  fg.  vmb  ganß  oder  Tm  pit  oder  Tmb  gelt  oder  von 
fohnoder  dienUb.  wegen  oder  aus  ganft  /  vn  za  kirchl.  C. 
88,  28  die  wirdigen  bf^ben  lotter  vnd  hadrer  AB.  die  vnwird 
hüben  lotter  vn  haderer  C.  88,  29  enigla  C.  vnbekat  C. 
88,  30  dg  alU  C.  88,  32  priefter  fehlt  C.  88,  33  perfone  vn  gab 
C.  88,  34  feel  C.  88,  35  morder  grueb  C.  89,  5  n.  ew.  ge> 
fale  C.        89,  6  aller  meift  zerütorung  des   chrißen  glanbens  C. 

89,  7  doch  hinleffiglich  pr.  C.  89,  13  meher  C.  groß  zu 
falle  C.  89,  14  an  fehlt  C.  89,  15  foliche  große  merckliche 
tzal  C.  nation  C.  89,  16  gefchlecht  C.  89,  17  wen  vnfer 
vnerfatllche  helle  C.        89,  18  vntzallich  Tele  einfchlickte  C. 

89,  20  fo  ir  von  alten  AB.  89,  21  erftatt  C.  89,  23  fg.  veßig- 
liehe  bellet  /  vorfart.  vn  aUo  far  vnd  far  C.  89,  27  fey  wir 
AB.        gemahet  C.        89,  30  den   weg  fehlt  C.        89,  32  freiheit  C. 

89,  33  einplawfangen  AB.  90,  1  vn  vermifohet  doch  oder 
vermenget  darein  urfach  d.  kr.  C.  aaß  fehlt  AB.  90,  3  be- 
raofft  C.  90,  7  h Inder  gel.   C.  90,  18  ßät  C.         90,  24  ewre 

auffetzige  betrag  C.  90,  26  dem  fo  ift  C.  90,  28  muft  es  mit 
erbet  C.  90y  ZO  fg.  geliebt  fo  fordert  vn  verlebet  das  ewer« 
von  dem  C.  90,  33  er  für  der  AB.  die  er  C.  90,  33  ench  fehlt 
ABC.  90,  38  fg.   gebärt  fich   z.  h.   diß   erften  /  gabens  /  Vd 

macht  alfo  f.  AB.  gebart  f.  za  handb.  diß  erften  gabes  vn  ma- 
chet a.  f.  C.  91,  1  für  vn  far  als  ir  wol  wifCet  treibet  C. 
verwaret  C.  91,  2  es  fehlt  ABC.  91,  3  doerifch  leyfch  volck 
folchs  nit  C.  verfteen  AB.  wirt  C.  91,  4  euch  für  aucb 
AB,  fehlt  C.  91,  5  za  ewere  vrteil  C.  vortail  vnfchickl.  vn<) 
vnbeq.  weyß  AB.  91,  6  verplamen  C.  91,  7  nyemandl  AB. 
91,  14   vergleichet  fich  dy   gefchrifft   C.  getroftlich   C.        ge- 

türfchlich  AB.        91,  15  vnd  bofe  fand  C.        91,  17  vnglewg«  C 

91,  20  fg.  vnuerfchempt  hertzlich  vn  getroftlich  alfo  darcb 
dracken  vn  C.         91,  21   verhindern  C.         91,  22  thnt  ir  vnfer  0 

91,  25  heimlichften  C.        andere  C.        91,  26  der  m.  fehlt  C. 

Aaffgenemlich  etlich  AB.  91,  27  elteften   oberften  C.         rati 

AB  rat  C.        91,  30  mit  ans  fehlt  C.        91,  31   dot  /  den  ir  di  weil 

ir  lebet  nit  farchten  Tollet  C.        91,  34  zertrant  C.    erdrent  AB 

91,  36   die  fich    bek.   AB.   dS  dy  pfaffe    dan  fie  fein  dy.    dy 


308 

fich  beker«.        91,  37  eingelegte  AB   einlegend«  C.        getroft  C. 
92,  1   gegen  im  AB.  92,  2  jnn  bey  AB.  darpey  feint  ein 

groß  menig  C.        92,  5  fg.  obgefchribenn  ding  C.       92,  7  Datum 
Anno  Domini.  etc.  Oeta  AB. 
ERKLÄRUNGEN.  85,  8  ze  zu,  vgl.  86,  15  ffir  ze  kamen.   90,  26  ze  famen. 

85,  6  Pfalm  25,  5.  85,  9  difs  Genitiv  difes.  85,  12  f&ßftaffen  wie 
87, 14  fftßftapfen.  85,  14  ob  dr.  j.  per  trecentos  annos.  Der  Begriff  des 
ränmiiehen  Verweilens  ift  in  ein  zeitliches  übergetreten.  Vgl.  dreihnndert 
Jahre  nber,  den  Tag  nber,  wo   das  adTerbielle  über  gleiche  Bedtg  bat. 

dren hundert  habe  ich  unangetaftet  gelaßen,  ohne  eu  in  ei  zu  ändern: 
es  könnte  das  Neutrum  dreu  eine  (für  diefe  ▼erhältnismäßig  tpkte  Zeit  im- 
merhin  merkwürdige)  richtige  Nachwirkung  des *althochd.  und  mhd.  drin 
fein.        SiWeßer  Papft  zur  Zeit  der  nicänifchen  Kirchenverfammlung. 
85,  15  nahen t  mit  unorgan.  t  für  nahen.  86,  2  erber  mhd.   Srbiere 

ehrbar.  86,  7  der  Genitiv  einkumens  abhängig  von  wenig.  86,  8 
z&fal  wie  in  demf.  Stücke  89,  13  nicht  in  der  abgezogenen  gewonlichen 
Bedtg  accidens,  Tondem  in  der  eigentlichen,  faft  f.  ▼.  a.  Zudrang,  Zulauf. 

86,  9  erlegen  was  nicht  vorhanden,  oder  hochft  mangelhaft  war;  ganz 
in  ähnlichem  Sinne  wie  unfer  darnieder  liegen,  wenn  wir  Xieigen  ein  Ge- 
fchäft,  eine  Kunft  oder  Wißenfehaft  Hegt  darnieder.  86,  12  entfetzung 
Beraubung;    entfetzen   aus    dem   Befitze    bringen,    berauben.  86,  20 

Matth.  4.  86,  25  ift  ftatt  aber  ir  die  gegen  die  Überlieferung  wol  zu 
lefen  aber  euch,  die  do  u.  f.  w.  86,  26  fg.  gelüpt  als  Masculinum  in 
beiden  Drucken;  mhd.  gelübede  ftarkes  Femin.  und  Neutrum.  86,  82 
in  zierlichen  (d.  i.  fchmucken,  prächtigen)  dingen,  ob  wol  von  den  drei 
alten  Drucken  geboten,  ift  ftark  anzuzweifeln;  wahrfcheinlich  ift  zu  lefen  in 
zeitlichen  dingen  vgl.  das  lateinifche  81,  21  in  temporalibus.  87,  2 
verfehmecht  mhd.  verfmsDhet  verachtet.  ftetigs  ununterbrochen. 
87,  3   mir  =  wir.  87,  6  für  dem  felb.   e.   vater  lies   den  felbigen 

erften  vetern,  wie  aueh  der  lat.  Text  81,  29  ipfis  primis  patribus 
gibt.  87,  7  wider  wert  ig  entgegengefetzt;  ja  nicht  an  unfer  abfolntes 
Adjeetivum  in   der  Bedtg  'unleidlich,  unangenehm*   zu  denken.  87,  12 

laifch  laicns.  ir  fint  ihr  feid.  87,  13  auf  die  fpitz  der  zierli- 
chen eeren  auf  den  Gipfel  der  prunkenden  Herrlichkeit.  Natürlicher  wäre 
auch  hier  (vgl.  86,  32)  der  zeitlichen  eeren.  87,  15  practifch  Adj. 
(franz.  practic)  hat  fich  von  feiner  eigentlichen  Bedtg  'gewandt,  umfichttg' 
in  'fchlau*  verfeinert;  practiken  (franz.  des  pratiqnes)  ßnd  Kniffe  und 
Pfiffe.  die  gefcheid  d.  i.  gefcheide  ift  Gewandtheit,  practifch  ge- 
fcheid  fchlane  Pineffe.  87,  19  der  Plural  möchten  (d.  i.  könnten)  be- 
ruht auf  dem  Collectivnm  gefeil fchaft.  dannocht  mit  unorg.  t  für 
d  an  noch.  überkumen  erlangen.  87,  20  benüegig  genügfam. 
Genauer  wäre  und  fo  ir  dann  das  felb  überkumen,  fint  ir  noch 
nit  benüegig.  Nun  ift  noch  gleich  vorweg  genommen  und  an  dann  ge- 
zogen. Zu  überfetzen  ift:  und  habt  ihr  es  dann  erlangt,  fo  habt  ihr  noch 
nkht  genug.  vor  Adverb,  zuvor.  87,  30  oder  —  oder  entweder  — 
oder.       87.  33  anfenthalt,  Erhaltung.       87,37  d.  ir  gefehen  w.  fürften 


804 

ze  fein  at  videamini  princlpes  eth.  Vgl.  unten  su  XXH  Z.  9^B.  88,  1 
der  wollnft,  wie  der  Inft,  auch  fchon  in  der  alten  Sprache  als  ftarkef 
Maecnl.  häufig.  88,  2  ertrachtung  ift  fcharfes  Sinnen  an f  etwas  bis 
man  das  vorgeAeckte  erreicht.  knnßen  fchlechte  Form  fnr  knnfte. 
88,  6  die  büebin  die  Bnbinnen,  meretrices.  88,  18  fgg.  Babilon  nnd 
Jernfalem  war  im  Mittelalter  ein  vielgebrauchter  Gegenfatz  des  wollen 
'Welttreibens  zum  chriAlichen  Frieden  hier  und  im  Jenfeite.  So  Fuudgr.  I. 
87,  25  mit  Babilonie  iß  bedintet  difiu  weit,  mit  JeruTal^m  ift  bediutet  da^ 
bimelriche.  Roths  Pred.  XX,  4  JernJGilSm  bedintet  die  heiligen  chrißenheit. 
Lampr.  Tochter  Syon  Fdgr.  I  S.  308  die  lele  die  got  lieben  hat,  heiget  ein 
tohter  Ton  Syone;  die  mit  der  werlte  umme  gat,  iß  ein  tohter  von  Babi- 
lone.  Vgl.  Babilon  heilet  die  fhant  unt  bediutet  dife  weit  Leif.  Pred. 
2,  30;  da  wirt  gebom  ein  würz  aller  busheit  Antichr.  192;  confufio  ClichL 
eine.  eccl.  f.  25;  lieh  in  Babel  aufhalten  braucht  Spee  328  iür  in  Sünden 
leben.  Jerufalem  bedintet  vifio  pacis,  eg  iß  als  vil  gefprochen  als  ain 
gefiht  des  vrides  Griesh.  Pred.  143«;  ein  anfchoue  des  vrides  Leif.  Pr.  12S, 
33;  fridefehung  Diut.  3,  487;  daf.  472  iß  in  coeleßi  Hierufalem  in  der 
himelifchen  frideburge  verdeutfcht;  Jerufalem  dutit  alfe  vil  alfe  ein  fcho- 
wunge  und  meinet  dag  ewige  leben  Myß.  I.  27,  6.  Glicht,  eluc.  eccl.  fol. 
25.  46.      88,  32  der  Gen.  Plur.  feil,  pfrunden,  abhängig  von  die  minßen. 

die  minßen  die  geringßen,  frum  brav.  88,  36  unrechtfertig 
iß  was  nicht  als  rechtlich  erklärt  iß  oder  fich  erklären  läßt,  unrechtmäßig, 
fchatzung  abgenommenes  Geld.  89,  2  rechtfertigen  nach  dem 
Gefetze  Gericht  halten  und  richten.  89,  4  ab  Präp.  weg  von.  89,  b 
faß  fehr.  89,  6  fg.  a.  minß  zu  her.  d.  chrißl.  gl.  den  chrißHcheu 
Glauben  moglichß  gering  zu  machen,  zu  ruinieren.  89,  13  zufal  f.  vom 
86,  8.  89,  16  gefc blechten  (jetzt  Gelchlechtem)  Plural  noch  nicht  in 
er,  ganz  wie  im  Ahd.  und  Mhd.  89,  17  die  hül,  hülle,  hnlli  (letzte- 
res die  alemannifch  fcbweizerifche  Form)  die  Höhlung,  das  Loch,  meiß  mit 
Waßer  angefüllt.  Staider  2,  61.  Schmeller  2,  174;  hier  bildlich,  viel- 
leicht fcherzhaft  fnr  helle  Hölle.  89,  19  bei  Beßand  erhalten.  89,  20 
nn  trag  lieh  unerträglich.  89,  21  fg.  in  vil  weg  (bei  Seh.  Franck,  Wack- 
Lef.  III,  327,  17.  328  20).  Wenn  all  weg,  alle  wege  *alle  Zeit,  ßet»' 
heißt,  fo  heißt  jenes  'häufig.*    Vergl.  zu  33;   22.  89,  26  die  menig 

(ahd.  menigt)  die  Menge.  89,  27  wir  fein  faß  gem^it  wir  haben  große 
Mühe  nnd  Befchwerde.  89,  32  der  ratgebe  fchw.  Masc.  der  Hatgeber. 
89,  35  gewon  wie  mhd.,  ahd.  giwon  Adj.  gewohnt.  89,  36  öbri- 
ßen,  wie  in  diefem  Stücke  noch  haimlichißen  91,25  eltißen,  obrißen 
dl,  27  mit  der  archaißifchen  Snperlativform  iß  für  eß,  die  auch  im  Mhd. 
ans  dem  Ahd.  fich  noch  vielfach  findet,  aber  da  fchon  nicht  immer  richtig, 
fondem  mit  für  die  andere  Form  6ß  gebraucht,  f.  Gramm.  3,  575.  89,  37 
erdicht  lieh  ficticie  f.  83,  37.  90,  2  auffetzlich  hinterlißig,  gehäßig. 
auffatzung  Z.  24  Hinterliß.  Vgl.  nffatz  Narrenfchiff  77,  28  nnd  dazu 
Zamcke  S.  423.  90,  4  ainicb  irgend  ein.  90,  7  hindan  weg,  bei 
Seite.  90,  8  dem  E.  zfi  warten  den  Antichnß  in  Acht  zu  haben,  auf 
ihn  zu  paßen,  d.  h.«die  Schätze  ihm  zn  geben  wenn  er  kommt.        90,  17 


305 

heftig  ßiperbn9,  f.  84,  10.  91,  1  Terwerren  in  Verwirrung  bringen, 

hier  'irriger  Weife  vormachen,  weis  machen.*        91,  3  laifeh  £  87,  12. 
91,  8  für  dem  ift  gegen  die  Überlieferung  wol  den  ku  lefen.       91,  9  einem 
in  eine   fache   tragen  fynonym  mit  dem  unmittelbar  Torhergehenden  in 
eine  fache   reden,  f.  zu  16,  12.  91,  13   die  zeit  tailen   d.  L  ans 

einander  halten:  was  zu  einer  Zeit  recht  war,  iH  es  nicht  zu  einer  andern. 
91,  14  getürftlich  knhnlicb,  fo  auch  Z.  21.        91,  16  dar  d.  i.  tar 
von  turren  fich  getrauen,  hier  aber  in  der  Bedtg  darf  nach  der  oft  wie- 
derkehrenden Vermifchnng  mit  dürfen.        91,  23  die  ftat  die  Stätte. 
91,  36  bekern  abwenden.        91,  37  tröft  getröftet. 

Diefes  Stück  iSt  mit  kleinen  Zuthaten  offenbar  Überfctzung  des  vorher 
gehenden  lateinifchen.  Die  Gegend  woher  fie  (lammt,  zeigt  außer  andern 
weniger  bemerkenswerten  Eigentümlichkeiten  befonders  das  Wort  büli  89, 
17:  fie.  gehört  dem  Elfaß,  nicht  etwa  der  Schweiz,  wo  diefe  Form  auch 
gebräuchlich  ift,  da  keine  andern  Formen  das  fo  leicht  kennbare  fchweize- 
rifche  Idiom  bezeugen.  Das  Jahr  der  Abfaßung  ift  1521,  das  am  Schluße 
felber  genannt  wird. 


VIL 

4  BU.  in  4^.    Anf  der  Titelfeite  mit  breitem  Holzfchnittrahmen  eingefaßt 

Den  grof- 

mechtigißen 

Furßen  vnnd  herrcn  / 

herrn  Luciffer  /  fampt  gantzer 

Hellifcher  verfamblung  vn- 

fern  gnedigften  herren  / 

vnnd  Junck- 

herrn. 

Ohne  Seitenzälung  und  Cuftoden,  mit  Sign.  Aij  und  Aiij,  31  Zeilen  auf  der 
Seite;  die  letzte  leer. 

Ein  anderer  Druck,  ebenfalls  4  EU.  in  49  mit  gleicher  Sign,  hat  den  Titel 

Ein  neuer  Send- 

brieff  von  den  bofen  geyftlic- 

hen  gefchickt  tzu  yrem  rechten 

herrenn. 

Einn  Antwort  vonn  yrem  erb 

hern  vH  ift  fall  Lufzig  tau  lefan 

Anno  M.D.XXI. 

23 


306 

S.  Panzer  2,  1243  fg.  Dtefer  zweite  Druck  ftammt,  wie  die  Sprache  seigt, 
offenbar  aus  Niederdeatfchland.  Beide  Drucke  änßerft  fehler-  und  lücken- 
haft. Da  fle  fich  erganzen,  fo  ift  ea  möglich  einen  rerftandlichen  Text  zu 
erhaben.  Ich  unterlaBe  hier  die  Aniuhrusg  der  Leaarten,  da  ße  noch  mehr 
Raum  einnehmen  wurde  als  beim  vorigen  Stucke  und  fchließlieh  doch  un- 
nütz wäre. 

94,  13  fgg.  bezieht  ßch  auf  die  berüchtigte  conftantinifcbe  Sehen» 
kung,  ein  untergefchobenea  Docnment,  daa  die  weltliche  Hoheit  des  Pap- 
lies  bewetfen  Tollte :  KaiTer  ConAantin  der  Große  habe  dem  Papfte  Silvefter 
zum  Danke  für  die  Ton  ihm  erhaltene  Taufe  unter  dem  Titel  eines  Patri- 
monium Petri  Italien  und  mehrere  andere  abendländifche  Territorien  auf 
ewige  Zeiten  gefchenkt.  Schon  Hadrian  thut  diefer  Schenkungsurkunde  ge- 
gen Carl  den  Großen  Erwähnung.  Wenn  auch  nicht  als  erHer,  doch  als 
heftigiler  Gegner  diefes  Falfums  war  der  bekannte  italienifche  Philolog 
Laurentius  Valla  (geb.  zu  Korn  1415,  f  dafelbll  1465)  aufgetreten  in  feiDem 
Libellus  contra  effictam  et  ementitam  Conßantini  donationem.  Mit  Mühe 
entgieng  der  unerrchrockene  Mann  dem  Scheiterhaufen,  doch  nicht  der  Strafe 
des  KutenpeitTchens,  die  die  Inquifition  in  Neapel  über  ihn  Tcrhängte.  Die- 
fes ftreng  verpönte  Buch  gab  Ulrich  von  Hütten  im  Jahre  1517  wieder  her- 
aus und  eignete  es  in  keckßem  Übermute  Leo  dem  X  felber  zu.  £r  ergeht 
fich  in  dtefer  Zueignung  in  ebenfo  großen  Lobfprüchen  Leos,  als  in  unge- 
meßenem  Tadel  feiner  Vorgänger,  die  er  dem  PapAe  ins  Geficht  Spitzbuben 
und  Räuber  nennt.  Am  Schluße  fagt  er,  wenn  ihm  diefes  Gefchenk  (wie 
er  gar  nicht  zweifle)  gefalle,  werde  er  fich  bemühen,  künftig  öfter  derglei* 
chen  darzubringen.  Auf  Lnthern  machte  die  Kraft  der  Wahrheit,  mit  der 
in  diefem  Bache  die  unverfchämteften  Lügen  aufgedeckt  werden  (impuden- 
tia  mendacia,  monUrofiirima  monftra),  einen  folchen  Eindruck,  daß  Ihm 
angft  und  bange  ward  und  er  den  Papft  von  Stund  an  für  jenen  der  Welt 
verkündigten  Antichriil  hielt.  (Epiß.  ed.  Jenie  1556.  1,  248).  94,  17  fgg. 
meint  fabelhafte  Gefchichten  über  KaiTer  Friedrich  BarbaroITa,  die  damals 
nmgiengen.  Vgl.  Bapfttreu  Hadriani  IV  und  Alexander  III  gegen  keifer 
Friderichen  BarbaroITa  geübt,  eine  Schrift,  die  auch  mit  einer  Vorrede  Lu- 
thers erTchien.  94,  25  Die  Togenannte  Reformation  des  KaiTers 
Sigismund  wurde  zuerft  gedruckt  von  Johannes  Bämler  mit  Twingere 
von  Konigshofen  Straßburger  Chronik  Augsburg  1476,  S.  Panzer  I,  90  fgg. 
No  67.  Eine  neue  Ausgabe  ward  recht  zur  Zeit  1520  veranftaltet  (vgl.  ebdf. 
437  No  961);  daher  die  Bekann tfchaft  auch  unTeret  Autors  mit  dieTer 
Schrift.  Später  ward  fie  Bafel  bei  Sebaftian  Henricpetri  1577  mit  den  Re- 
formationen Fridrichs  II,  III  und  Maxim.  I  zuTammen  gedruckt  und  1607 
von  Goldaft  in  die  Statuta  et  reTcripta  imperialia  daT.  S.  170  fgg.  wie  in 
die  Neue  Samml.  von  ReichsTatz.  II  S.  110  fgg.  von  Lünig  ins  Spicileg. 
ecclefiall.  des  teutfchen  Reichsarchivs  S.  257  —  275  aufgenommen.  Es  ill 
dies  aber  keine  Reformation,  die  weltlichen  oder  geiftlichen  Autoritäten 
zur  Annahme  je  vorgelegt  wäre,  auch  hat  Sigismund  höchft  wahrTcheinlich 
gar  keinen   Anteil  daran,    vielleicht   ill   es    nicht   einmal   eine   DenkTchrift, 


307 

überbanpi  hat  &e  durcbBus  keinen  amtlichen  Charakter:  fie  iA  eine  tendeu- 
siöfe  Parteifohrift  gegen  die  kirchlichen  Misbräuche  zar  Zeit  des  Basler 
Conoils,  um  1437  entftanden,  Yielleioht  ganz  ein  Werk  des  kaiferlichen  Ra- 
tes Friedrieb  von  Lancironü  oder  Landskron,  der  ßch  darin  nur  als  Über- 
Tetaer  ans  dem  lateiniTcben  bezeichnet.  Sie  enthält  bnXBtifche,  wenigftens 
durch  den  Hoilitismas  bedingte  Meianngen.  Sie  ward  lange  als  acht  betrach- 
tet nnd  In  der  Beformationvon  um  fo  größerer  Bedentang,  als  fie  kaiXarliche 
Autorität  dafür  beanfpruchte.  Trithemins  hatte  noch  kein  Arg,  daß  fie 
untergefchoben  fein  konnte,  f)  und  des  Johannes  Cochlieus  Schrift  gegen 
ihre  Ächtheit  (1533)  fcheint  wenig  Beachtung  gefunden  zu  haben.  Erft  die 
hiftorifche  Kritik  der  neuften  Zeit  hat  auch  fie  auf  das  Maß  ihrer  Bedeutung 
zurückgeführt,  wenn  gleich  über  ihre  Entftehnng  noch  nicht  Tollftändig  auf- 
geklärt. Vgl.  Giefelers  Lehrbuch  der  Kirchengefchichte  II  AbUg  4  S.  263 
Not     Afchbachs  Oefchichte  Kaifer  Sigismunds  Bd  4  Beilage  II  S.  419  fgg. 

95,  5  gerüewiklich  ruhig.        95,  17  bedrouung  Drohung.       96,  13 
ichts  irgend  etwas.        96,  23  ratlich  zum  Rate  bereit  und  behilflich. 
96,  26  die  gehorfame  ahd.  gehorrami  der  Gehorfam.      97,  5  fent  108,  6. 

97,  31  verhalten  vorenthalten.        9S,  3  ie  immer.        93,  8  «uffehen 
haben  aufpafien,  Acht  haben. 

Anch  diefes  Stuck  wird  ins  Jahr  1521  fallen  (vgl.  96,  28.  98,  18),  aber 
wol  ganz  in  den  Anfang  delTelben  noch  vor  dem  Wormfer  Reichstag. 

t)  Joannis  Trithemli  Chron.  Htrfang/  ad  ann.  1416  tom.  9  p.  344  fq. 
Anno  pr»notato  Sigismundus  rez  in  ooncilio  generali  apud  Conßantiam  per* 
fonaliter  exillens,  crematis  jam  igne  hssrefiarchis  Hufs  et  Hieronymo,  me- 
tnensque  ne  Hullitarum  error,  quem  per  Bohemiam  contra  dlvitias  et  bono- 
res  eleri  fimnl  et  ecelefiafticam  dignitatem  prsedicaverat ,  in  omne  tandem 
GermanisB  ferperet  regnum,  Aunmis  eonatibus  laborabat,  ut  novam  oleri 
qnandam  introduoeret  reformationem.  fnnt  qui  fcribant,  enm  non  fatis  in 
hac  reformatione  fynceram  pro  facerdotibus  mentem  habuilTe  ad  finem,  quod 
ex  eo  patet  libello,  quem  Fridericus  quidam  ejus  minifter  HuTIita  potius 
quam  chriftianns,  cleri  holHs  ut  adverfarius  in  lingua  theutonica  nomine 
ipüus  Sigilmandi  regis  compofuit  et  reformatorinm  cleri  praonotavit,  in  qno 
modum  dellruendi  eociefiam  et  clerum  omnem  potius  quam  reformandi  com* 
mendavit.  verum  patres  et  domini  cardinales,  epifcopi  et  cseteri  fidelium 
reotores  qui  aderant  —  —  unanimi  confilio  regis  contradixere  propoüto, 
qnl  ex  abnndanCibtts  Tab  reformationis   prastextn  intenderet  fticere  mendican- 

tes. fnemnt  multi  fJBcnlares  et  laict,    quorum  corda  incenderat  avari» 

tia,  qui  ut  bona  clericorum  Hullitarum  exemplo  fuis  applicare  ufibus  potuiT- 
fent,  magnis  apud  regem  precibus  inßabant  confulentes,  ne  incboatum  opus 

reformationis   intermitteretur. unde   ficuti  ex  memorato  reformationie 

elare  patet  libello,  regis  intentio  fuit,  S.  Pontifici,  cardinalibus,  epifcopis, 
abbatibas,  monachis  et  clericis  legem  ad  neoelTaria  hnjns  vitss  poHidenda 
reftrictam  conlUtuere  et  nnicuiqne  pro  conditione  fui  flatus  oertam  pecunia* 
rum  fummam  in  annos  fumptus  alTignare.  quicquid  autem  fuperelTet  ecciefife 
reddituum,  fifco  importaretur  communi  et  in  uTus  fervaretur  bellicos  contra 
Tnreas  Chrifti  adverfarios  pugnandi. 


308 


vm. 

Auf  Blatt  5  und  6  des  unter  Ko  VI  befchriebeneu  Druckes  C. 

Nenge  tzeittang  auff  etc. 

Der  Druck  gibt  99,  1  an  dy  g.  99,  3  vnend.  99,  4  bubrey.  ent 
fic.  99,  5  getrewen.  99,  8  Graffen.  99,  9  Junckfrawenn  wit- 
frawenu  elichenn  lewthenn  vnnd.  99,  10  allenn  anderenn  und 
folche  unorganlTche   Verdoppelungen    des  n  öfter.  yn  beide   Male. 

99,  11  bißß.  yn*,  und  öfter  neben  in.  99,  12  getrewen.  er- 
frewend;  und  fo  öfter.  99,  14  fleifig.  99,  15  vnends  Ilc,  daher 
Z.  3  gebeßert.          buberey;   daher  Z.  4  gebeßert.  99,  18  leben. 

100,  1  das.        100,  2  grlmige.         100,  6   gotzfortigen.        100,  9  alls. 
100,  10  dy.        100,  15   daß  ßc.         100,  21  armmen.        100,  22  und 

in   die  fehlt.  100,  24  heuffet.         alls.        100,  29   ietzlichen. 

100,  32  vntzellicher.  100,  33  will.  100,  34  nahen t.  100,  35 
ale.      100,  37  yer.      dy.       101,  3  yer.       101,  5  beer.      101,  6  feyth. 

99,  1  an  d.  1.  an  ohne.  99,  3  das  unend  wie  Z.  15.  100,  36  die 
Nichtsnutzigkeit   f.   Schmeller   1,  76  fg.   unendlich   100,  19  nichtsnutzig. 

99,  10  waferlei  f.  Anm.  S.  225  im  1  Bde  zu  XII,  64.  99,  18  nar- 
ret,  100,  13'  narrecht  narrenhaft.  100,  2  rofenfarbes  blut  iß  eine 
häufig  vorkommende  Benennung,  fo  Griesh.  Pred.  4*.  51*.  154^.  211*. 
225b.  235 <>.  Geft.  Rom.  42.  67.  Altd.  Bl.  2,  337.  Hanpts  Zeitfchr.  2,  116. 
Orendel  74.  138.  Clichtov.  eine,  ecclef.  fol.  38.  Wack.  Kl.  182,  5.  Eine 
überaus  zarte  Vorftellung  bezeichnet  die  Wunden,  bef.  die  Chrifti,  gerade 
tu  als  Rofen.  Frib.  Trift.  6866  der  die  röten  röfen  tnioc  durch  uns 
an  finem  herzen,  an  fliegen  unde  an  henden.  Görres  Volks,  u.  Meifterl. 
239  die  rofen  die  ich  euch  bedeut,  das  fein  fünf  wunden  rot  und  zart. 
Wack.  Kl.  719,  4  die  weißen  und  roten  rofen  am  krewz  halt  feft  in 
acht  Wnnderh.  1,  17  deine  Hände  tragen  Rofen.  Spee  Tmtzn.  S.  51 
(Ausg.  Ton  1817)  allda  (d.  i.  am  Kreuze)  pflegt  er  auch  brechen  die  roten 
Bö  Tel  ein;  ob  fchon  die  Domen  ßechen,  fich  trottet  er  der  Pein.  DaC  52 
die  Stirn  er  hat  beilecket  mit  roten  Blümelein,  in  Händen  ansgeßrecket 
er  trag  zwei  Rofen  fein.  Vgl.  daf.  318  fg.  Auch  weltlichen  Liedern  und 
modernen  Dichtem  iß  das  Bild  bekannt.  In  einem  Ittauifchen  Liede  wer- 
den die  Blutstropfen  den  Blättern  der  roten  Rofe  verglichen,  Dainos  No  44. 
Lenan  nennt  die  Wunden  einmal  Ehrenröslein;  und  in  demfelben  Sinne 
wird  das  Schlachtfeld  einem  Rofengarten  verglichen,  fo  von  Körner  im 
Schwertliede:  O  fchöner  Liebesgarten  voll  Röslein  blntigrot  und 
aufgeblühtem  Tod.  Herwegh:  Du  junges  Gras,  was  ftehft  fo  grün?  wirft 
bald  wie  lauter  Röslein  blühn:  mein  Blut  ja  foll  dioh  färben.  Geibel  im 
Sigurd:  Wol  auf  der  Walftatt  fteht  ein  Rofenhag,  da  ein  Mannesherse 
mit  Wonne  pflücken  mag.  100,  31  Widerlegung  maß  hier  fo  viel  als 
"Erlegung,  WiederTergeltang"  bedeuten.        100,  86  and  fo  weit  «b,  faß  wie 


309 

mhd.  unse:  aufs  bötilifte,  ib  weit  ihr  e«  nur  erdenken  könnt.         101,  8  on 
verxihen  ohne  Verziehen,  ohne  Verzug. 

Das  Stuck  ift  in  diefer  Faßnng  Hark  mit  Niederdeutfchem  verfetzt;  ob 
Üe  die  urfprÜDgliche  ift,  können  wir  nicht  Tagen.  Das  am  Ende  genannte 
Jahr  1521  iß  wahrfcheinlich  auch  daa  Jahr  der  Entftehung. 


IX. 

4  Bll.  in  4«.     Auf  der  TitelTeite 

Beelzebub  an  die 
Heilige  BepA- 
liehe  Kirche. 

Darunter  ein  Holzfchnitt:  ein  Liebespaar  Fitzt  auf  einem  Ruhebette,  hinter 
ihnen  eine  Geftalt  mit  Fledermauzfliigeln  und  einer  Tiara  auf  dem  Kopfe, 
die  fie  zuTammendrückt.  Unter  dem  Holzfchnitte  die  Jahrszal  MDXXXVII. 
Die  t^berfchrift  auf  der  Ruckfeite  des  erften  Blattes  wiederholt,  darauf  der 
Text,  der  bis  gegen  Ende  der  letzten  Seite  geht. 

Lesarten  des  Drucks:   102,  3  gelle  dorn.  102,  4  grus.         102,  7 

▼nfer.         102,  8  genand.  102,  9   Reihen.         102,  15  foddern. 

102,  18  Cardinal.  102,  20  vben.  102,  23  durchtrieben.  103,  1 
wellt.        103,  4  das  jr  ja  d.  Dr.  Beßere  er.       103,  11  narren  teidigen. 

103,  12   viel.         103,  19   ruAnngen.        feher  fic.  103,  20   Heg. 

103,  25  Aad.  103,  35  herrvolk.  104,  4  Deudfchen.  104,  16 
sber  vnd  fo.        104,  32  rh&met.        104,  37  mir  fic. 

102,  19  ehe   mit  unorganifchen  h,   wie  103,   19  feher.  103,  4  ift 

gegen  die  Überlieferung  daß  irja  in  daß  er  ja  zu  beßern.  103,  20 
gewifchlich  wie  auch  Z.  33,  gewislich.        103,  25  wendig  abwendig. 

103,  30  Ter  reter  lieh  verräterifch.  103,  36  erbeiten  (mit  dem  Hoch- 
ton auf  er)  arbeiten.  104,  15  regen  regnen.  104,  19  amechtig  ohn- 
machtig. 104,  28  unrügig  unruhig;  29  rüge  Ruhe.  104,  34  fchlechts 
durchaus. 

Nach  Sprache,  Schreibung,  auch  nach  den  Typen  des  Drucks  Tcheint 
diefer  Pasquill  aus  Wittenberg  zu  (lammen.  Die  auf  dem  Titel  angegebene 
Jahrszal  1537  wird  durch  die  Erwähnung  des  Concils  von  Mantua  104,  25. 
34  belUtigt,  das  am  23  Mai  1537  förmlich  ausgefchrieben  ward. 


310 


X. 

4  m\.  in  4«'.  o.  O.  Q.  J.     Auf  der  TitolTeite  oben; 

Ain  E- 

wangeliam 

Pafcuilli  Darin  d^  R6- 

mifch  leben  gegrändt 

▼ü  bellettiget  wärt 

Rückfeite  des  erften  und  das  ganze  letzte  Blatt  leer. 

Der  Druck  gibt  105,  1  Carpinelen   und  fo  immer.         105,  3    fag  er      | 
thürh&ter.  Fraind.  105,  16  ztL  105,  20  fchry.  105,  22 

allain  nach  thürh&ter.  106,  1  fy.  106,  6  thürhfiter.  106,  U 
ainen.  106,  15  darnach  als  difer.  106,  16  vererdt.  106,  22 
hat  fehlt.  106,  29  b&th.  106,  31  Das  erfte  hat  fehlt.  106,  38  phi- 
largarita.        107,  4  vnd  wirt  bekl.        107,  5  offenbaren.  107,  7      i 

m&rs.        107,  12  hantzü  gwalt 

105,  1  carpinelen.    Der  Witz  fcheint  darin  zu  liegen,   daß  das  Wort 
in  diefer  Qeftalt  mit  carpere  znlammen  zu  bringen  iü        105,  11  wann, 
das  ältere  wände  (ahd,   wanda)   denn,  fo   auch  Z.  22   und  107,  9. 
105,  12  th&t  d.  i.   thüet  wie  107,  17   Conjunctiv  Praf.  106,  10  ge-      i 

mefcht  gemäftet.  106,  16  einen  vereren  einen  befchenken.  106,  17 
fcbeinparlich  glänzend,   kollbar.  106,  26   die  behut  cuHodia;   man       I 

erwartet  behalt,  ahd.  diu  huota.  106,  38  in  der  ftat  auf  der  Stätte, 
Stelle.  Philargyria  (emendiert  für  philargarita)  griech.  Geldgier,  Hab- 
fhcht. 

In  dem  feltenen,  mir  eben   erft  zugänglichen   Bache   PaTquillorum   tomi       | 
dno,  Eleutheropoli    MDXLIIII  f)    findet  üch   diefer   PaTquili   S.  302  —  305 
lateinifch  wie  folgt.    Er  ifl  auch  aufgenommen  in  Wolfs  Lectt.  mem.  ceot.  6       | 
tom.  2  p.  806  fq. 

Evangelium  Parquilli 

olim  Bomani  jam  peregrini.    Dolus  Tobiscmn  et 

comiti  tuo,  frequentia  falfi  evangelii 

fecundum  archam  auri  et  argenti. 

Gloria  tibi  anro  et  argento. 


t)  •Pasquillornm  Tomi  dao,  Eleutheropoli  1544,  8^  Diefe  Paf- 
quille  find  wider  den  Pabß,  die  Bifchofe  und  die  Geiftlichkeit  überhaupt 
gefchrieben  und  zu  Rom  verbrannt  worden,  daher  üe  üch  fo  rar  gemacht, 
daß  Daniel  HeinAus  100  Duoaten  vor  ein  Exemplar  bezalet  hat.  Es  fcheint 
daß  Ciel.  fecundus  Curio  davon  Autor  iXl,  als  der  damals  zu  Bafel,  wo  das 
Buch  gedruckt  iß,  gelebet  und  viel  Verfolgung  der  Religion  wegen  in  Ita- 
lien ausgeftanden  hat.*  Anhang  zu  dem  bisherigen  fogen.  Recueil  von  aller- 
hand Collect,  und  Hiftorien  etc.  Das  I.  Hundert.  1723.  No  XXXII.  iS. 
14  fg.    Autor  könnte  der  Angegebene  nicht  fein,  höchftens  der  Sammler. 


811 

*Io  illo  tempore  (dixil  paps  rapax  carpinaUbos  Alis)  cum  yenerit  flUns  ho- 
minis ad  federn  majeftatia  noftne,  dteat  hoftiarins  illi :  amiee,  ad  quid  venifHf 
et  ß  pertranfierit  palfans,  nihil  dane,  ügatia  manibas  et  pedlbos  projidte 
eum  in  tenebras  exterioree.*  carpinales  vero  dixenint  ei  'magißer,  quid  fa- 
ciendo  poXfidebimns  pecaniam?'  illoTero  refpondit  in  lege  fcriptnm  eß:  di- 
ligite  aanim  et  argentom  ex  toto  corde  veßro  et  ex  tota  anima  yeftra  et 
pecnniam  licut  vosmet  ipfos.  hoc  facite,  nt  viTatis.  hoc  enim  mandatam 
do  Tobis,  nt  qaemadmodum  ego  facio,  Ac  et  tos  faciatis.* 

Tnnc  yentt  ad  cnriam  qnidam  clericns  valde  pauper,  qui  opprelTaB  ab 
eplTcopo  fao,  Teros  Ifraelita,  in  quo  dolos  inventus  non  erat,  non  poterat 
intrare  ad  papam,  qnia  paoperrimus  erat,  tunc  hoftiarii  percnlTerant  enm 
dicentes  *Yade  retro,  üubanasi  qnoniam  non  fapis,  qnia  paaper  es.  non  licet 
enim  in  confpectn  noftri  pap»  qnenqnam  racanm  apparere.*  panper  ille 
damabat  miferemini  meil  miferemini  Ijütemvos,  hoftiarii  pap»I  quia  mairas 
panpertatis  tetigit  me.*  at  illi  dixere  *paiipertas  tna  tecnm  üt  in  perditio- 
nem!  non  intrabis,  donec  foWeris  aoTiffimnm  qnadrantem.' 

Panper  aotem  iUe  abiit  et  vendidtt  omnia  qu»  habebat.  deinde  rediens 
dedit  pecnniam  boftiariis.  at  Uli  dixere  *qnid  hfec  inter  taatos?"  et  e{icle« 
bant  eum  foras. 

Tunc  Tenit  panio  poft  ad  cnriam  quidam  epifcopus  fymoniaens,  impfn« 
gnatos,  dilatatns,  inoraflatus,  qni  per  feditionem  homicidinm  fecerat,  et  erat 
▼aide  dives.  carpinales  aotem  clamavemnt  cum  Tiderent  eum  dicentes  'be- 
nedtctus  qni  venit  in  nomine  anri  et  argentil'  tunc  epifcopus  ille  apertis 
theiauris  Ibis  primo  hoftiariis,  fecundo  oarplnalibus  nranera  prieciofa  et  ve- 
ftes  prnciofas  obtulit  et  camerariis  et  cancellariis.  et  arbitrati  funt-,  quod 
plus  eflent  aeceptnri.  at  ille  volens  fe  jofttfleare,  dedit  decem  talenta.  an- 
diene hoc  papa,  qni  ad  mortem  infirmabatnr,  Itetatns  eß  ralde  et  conrerAis 
ad  carpinales  ait  Ulis  'amen  amen  dico  Tobis,  non  memini  tantam  fldem  fai 
Ifrael  et  omni  Jndmu* 

Tranßt  primam  et  fecmidam  cuftodiam,  venit  ad  portam^  quft  nitro 
aperta  eß  ei.  ridens  aatem  epifcopus,  qnod  papa  infirmabatnr  ad  mortem, 
ad  tectam  ejus  anrum  et  argentnm  mißt,  et  ßatim  liberatus  eß  homo,  et 
foTgens  dedit  gloriam  anro  at  argento  et  ofcnlatns  eß  eum  dicens  *bene  hne 
renißi.*  carpinales  vero  unanimiter  et  cooeorditer  dixerunt  *vere  hie  homo 
jußns  eß.'  es  papa  refpoodit  *ü  qnid  petierit  in  nomine  anri  et  argentf, 
ßatei.* 

Tnno  papa  fedsw  pro  trlbunali  in  loco  qni  dicitor  Phllargaritha ,  qnod 
eft  intorpretatam  aTmrieia.  dieebat  carpinalibus  fuis  'beati  donantes  et  qni 
polBdent  pecnniam,  quoniam  ipfomm  eß  curia  Romana.  et  qui  non  habet, 
id  qnod  habet  auferetur  ab  eo,  induatnr  (icnt  diploide  confolione  et  flt 
rabis  ficut  ethnicus  et  pnblicanus.  expedit  enim  ei  ot  mola  afinarfa  fof^en- 
dator  ad  coHum  ejus  et  projiciatur  ad  profondnm  maris.*  et  iterum  *ridete, 
na  quia  voa  fedacat.  quieunque  Tntt  pecnniam  dare  ad  yos,  enm  introdo- 
eitel  et  qui  ean  habet,  obthiebit  quodcnnqne  petit,  et  qni  non  habet,  ana- 
ßt.* carpinales  autem  dixerunt  'Mec  omnia  ferrabimus  tota  yirtute 
andiene  hoc  papa,  mirmtas  eß  Tahle  dicens  'amen  amen  dico  robis, 


312 

Don  memini  tantam  fldem  in  HleniflRlem,  qnaDtam  in  vobis.  hoe  enim  facite 
in  anri  commemorationem.  ezemplom  enim  relinqno  vobit,  nt  qaemadmo- 
dum  ego  facio,  fic  et  tob  faciatts  et  rapiatis.* 

Gloria  tibi  anro  et  argento. 

Wir  fügen  noch  ein  anderes  Stück  bei,  das  ebenfo  mit  biblifchen  VTor- 
ten  (ans  den  Klageliedern  Jeremiä)  das  Treiben  der  romifchen  Cnrie  und 
Clerifei  perfifliert.     Wolfii  Lectt.  memor.  tom.  2  p.  284  fqq. 

Lamentatlones  Germanicas  nationis 
ex  threnis  Hieremife  myfticatis. 

Et  factum  eß,  pol^nam  in  captivitatem  Romane  voraginis  dncta  eft  inclyta 
Germania,  fedit  evangeLicus  prieco  magnificns  et  amaro  fpiritu  ejuians  et 
flens  lamentationem  hanc  ex  imo  corde  ingemifcens  ait:  Quomodo  (merito 
miratur)  fedet  fola  Germania  (in  pulvere  defpectionis,  non,  nt  olim,  in  folio 
gloriie  et  honoris),  priedte  (curialium  Romani  epifcopi)  expofita  (qnia  nemo 
refidit  ißis  lupis  rapacibus),  plena  quondam  divitiis?  (qnando  bM»  natlones 
Romano  imperatori.  Germanico  contribuebant,  quando  non  emebantnr  pallia, 
beneficia,  facramenta).  Facta  eß  quafi  vidua  (qnia  ab  omnibus  laceratar  et 
nemo  ei  patrocinatur:  papa  omnes  vincit  chartnlis  fuis),  domina  gentinm 
(jnre  dominari  deberet  Germania  aliis  gentibus,  Ted  jam  fervit  Romanis  fta- 
bulariis).  ipfa  princeps  provinciamm  (quia  Romannm  regem  et  imperato- 
rem  habet  et  fortior  viribus  et  audacior  animis)  facta  eil  Tub  tributo  (cni? 
uni  homini  presbytero  et  hoc  parnm  eft,  quia  etiam  Romanis  popinariis, 
mulariis  etc).  plorans  ploravit  in  nocte  (plorat  jam  nocte  adveriitatia,  quia 
non  vigilavit  in  die  profperitatis ,  fponte  fe  fubjecit,  coacte  jam  fervit)  et 
lachrymsB  ejus  in  maxillis  ejus  (fed  rifus  in  maxillis  Romuliftamm,  qni  gan- 
dent  de  noUris  malis).  non  eA  qui  confoletur  eam  ex  omnibus  charis  ejna 
(Jude  hoc  permittit  dens,  qnia  volentes  confolari  Alemanni  perfeqnuntnr  et 
odiunt  et  remediari  volunt  ipßmet:  fic  fecere  imperatori  Friderico,  fic  Gnil- 
helmo  Ockam,  jam  Martino):  nam  omnes  amici  ejus  (qui  merito  deberent 
efie  amici)  fpreverunt  eam  (unde  quando  papa  excommnnicat  imperatorem, 
mox  Chartulfe  obedientes  papas  depofnerunt  eum  noftri  principe«  electores) 
et  facti  funt  inimici  (patet  in  Geldrenlibns  et  Snitenfibns).  migravit  hinc 
(fcilicet  ad  cnriam  Romanam,  ut  ferviat  in  ßabulis)  populns  maltns  (rcilieet 
clerus  indoctus,  volens  ditari  beneficiis  fimoniatft  poteftatis)  propter  alfiietio> 
nem  (quia  quafi  omnia  beneficia  noftra  funt  Romuli^mm  qua  gravant  ab- 
fentiis).  habitat  inter  gentes  (i.  e.  inter  Romanos  cnriales  neo  deum  nee 
homines  timentes  et  ideo  deteriores  gentibus)  neo  invenit  reqniem  (non 
enim  fatis  eß  RomuliAis  quod  noßri  eis  ferviunt  in  ftabulis,  fed  et  oportet 
anrum  noilrum  tribuant).  omnes  perfecntores  (hi  funt  curiales,  adulatores) 
Germaniae  (non  facinnt  taliter  omni  nationi  neo  pariuntur  ut  nos  alü  popnli) 
apprehendemnt  eam  inter  angußias.  (dicnnt  enim  Rom»  'o  fanctiffime,  Ale- 
manni multum  timent  excommunicationem  veßram,  igitur  fulminetis  in  eos  . 
et  obedient  in  omnibus.*)  vi»  Syon  cceleftis  lugent  (continens  pro  contento 
ponitnr  i.  e.  homines  volentes  ire  ad  coBleftem  Syon  i.  e.   beatndinem,  jam 


113 

merito  ivgeni),  60  qiiod  non  Amt  qni  yenimit  ad  ejus  Jocnndam  rolennitAtem. 
(hvjuft  ratio,  qaia  jam  nemo  falvatar  fecimdaiii  Homanos  cariales  niü  qnt 
abnndaTerit  peconiis  plus  qaam  fcrib»  et  phariitei  et  dederit  Romano  ponti«* 
fici.)  ornnes  port»  ejus  deftinetie  (feil,  in  Germania,  papa  enim  refenraTit 
folam  iinam  portam  apertam,  per  quam  intrat,  beatns  homo,  cni  hoo  tempo- 
ralia  fant  et  pap»  tribnit.),  Aicerdotes  ejus  (i.  e.  Germaniie)  gementes  (quia 
fmctum  beneficiorum  toUunt  abfentes),  virgines  ejus  fqualidte  (qnia  curtÜk- 
norom  concabinte  faotie)  et  Germania  (non  fic  aliie  nationes)  opprelTa  amari- 
tudine.  (qnia  enim  fante  mentis  non  doleat  lUtnm  ecdefise  fic  defnmtam?) 
holles  Germaniie  facti  fnnt  (Romanas  epifcopns  et  ejus  creatnra  ac  familia 
et  Franci  et  N.)  in  capite:  (Carolns  mazimus  locabit  eoe  nt  fperb  in 
cauda)  inimici  ejns  (feil,  adnlatorea  cnriales)  locnpletati  fnnt  (de  noftris 
beneftcÜB  et  palliis  emtis),  parvuli  ejns  (i.  e.  clerici  in  »täte  mediocri) 
dueti  (melins  diceretnr  fedncti)  in  captivitatem  (fant  enim  mancipia  qaafi 
eaptiva  Bomanomm).  principes  ejns  (Germaniie)  ficnt  arietes  (infenfati, 
qnod  bnjns  modi  patiuntnr  contra  omne  Jus),  non  invenientes  paTcna 
(qnia  paftor  idolnm  i.  e.  K.  depafcit  omnia).  recordata  eft  Germania  (ve- 
xatio  Romnliftamm  dedit  fero  intellectom)  aifiiotionis  fn»  (a  Romani  ponti- 
llcis  carialibtts)  et  prievaticationts  fna  (contra  primitiva  facra  concilia  obe- 
diendo  Romano  epifcopo  tanquam  univerfali  etc.)  et  omnium  libertatnm 
(quia  menfes  papales  non  erant  nee  pallia  emere  oportnit)  et  qnie  babet 
(feil,  priviiegia)  a  principio  (uam  olim  primae  Parthenopolitanns  confirmarit 
omnes  episcopos  .  Germaniie)  fed  jam  omnes  qni  glorificabant  eam  (Tnrei, 
Saraeeni,  Tartari,  Mofcovitie,  Rutheni  Arabesque)  fpernunt  eam  (nam  qno- 
tidie  irmunt  in  ecclefi»  regna  prsdantes)  videntes  ignominiam  ejus  (quia 
ignavi  facti  fnnt  reges  noftri  le  lacerantes,  infidelibus  parcentes).  Tide,  do- 
mine ,  (oculo  mifericordi»  tu»)  afflictionem  ejus  (injufUun  et  tyrannicam  a 
Romanis),  qnoniam  erectns  eft  (qitia  impinguatus,  dilatatns,  incraflatas)  ini- 
micus  (L  e.  Romanus  epUbopus  fpoliator).  manum  fbam  mittit  ad  omnia 
defiderabilia  ejus  (nam  factus  eil  fecundum  fuos  adulatores  omnipotens  do- 
minns  terra  et  ideo  non  reAat  ei,  nifi  dieere  et  mandare,  hoc  volo,  hoc 
nolo).  videt  Germania  (feil,  prohibere  non  audet  timens  Caypbinam  ez- 
commnnicationem  majorem)  cnriales  (feil.  Romani  epifcopi)  ingredi  (per  li> 
teraa)  ad  pingnia  beneilcia  (priepofituras  etc)  infulfos,  ineptos  (melius  feien* 
tes  mnlum  ftemere,  quam  evangelinm  legere)  de  quibns  pneceperas  (in 
eyangelio  Joannis),  ne  intrarent  (fimoniace)  ut  fnres  (quia  fnr  non  venit 
niA  nt  ftiret,  perdat  et  mactet)  ecclefiam  tnam.  dederunt  preciofa  fna  Ger- 
manici  ftnlti  (foiL  antiqnos  aureos,  quos  nee  matres  noßrse  in  puerperio 
andebant  ambire,  fic  alii  Tendnnt  domos,  agros  etc.)  pro  beneüciis  (a  no- 
Acis  parentibns  fundatis)  et  mulgentiis  (alias  indnlgentiis ,  licet  improprie) 
et  vindemiata  eSt  (i.  e.  deplumata,  depaaperata,  fpoliata)  Germania  (ficut 
raoemi  poft  vindemiam).  o  tos  omnes  (qui  diligitis  Germaniam)  qui  tranfi- 
tis  Germaniam  (per  civitates,  per  villas,  per  montes  et  dnmeta),  attendite 
(quales  fint  ibi  benefloiati  pralati)  et  videte  (qnod  fint  Romani  afini  bubu- 
latl)  A  et  gens  fimilis  mihi  in  ftulta  obedientia  (qnafi  dicat,  nulla  Üc  infa- 
tnatnr  in  papa  ficut  ego,  nam  cum  damno   animsB  et  corporis),    cui  com- 

23 


814 

parabo  te,  indjta  Germania?  (ref^ondeo:  popakr  ftnlto  et  inflpienti  nee 
intelligenti  neqne  norÜBma  damna  proTidenti)  in  qno  confelabor  te?  (re- 
fpondeo:  in  gladio  et  fuftibns  Caroli  mazirai,  jaftÜBoil.)  propbet»  tni  vide- 
runt  tibi  (feil,  pnsdicando  indnlgentias,  extollentes  pap»  poteftatem  fnper 
omne  qaod  dens  eH)  falfa  (aliqnando  bieretica,  ficat  ilie  qui  alt:  qnando 
pecnnia  imponitar  ciftte,  mox  anima  evolat)  nee  aperaernnt  tibi  iniqutatem 
(fed  tantnm  priedicant  de  magnitadine  mulgentiarnm,  mendaciom  fnper  men- 
daoinm)  ut  te  ad  poenitentiam  proTOcarent  (feil,  ut  te  ad  dandae  pecnniaa 
proTOcarent  &ve  pereat  anima  üre  falvetor.)  planfernnt  fuper  te  manibns 
(quando  Tidenmt  te  credere  fnis  fictidie  et  contribnere),  aperaernnt  fnper 
te  08  fnum  (comminando  ezcommunicationem  majorem,  fi  qnis  veritatem 
dizerit  contra  eomm  mendacia)  dizerunt  (intra  fe)  deTorabimne  (feil.  Ale* 
maanos  omnino  Q>oliando).  qnomodo  obfcnratnm  eft  anrnm  (apnd  Aleman- 
no8?  fciiicet  fnlget  in  frenis  et  meretricnlis  Romanis),  qna»  terra  iic  rinde* 
miata?  (quafi  dieat:  nuUa,  jam  enim  nee  facellnm  nee  altare  in  aemore 
fitnm  eH  tntnm  ab  iftis  cnrtifanis).  miferieordiie  domini,  qnia  non  eonfnmti 
(totaliter  ab  iftis  Inpis  rapacilHmifl)  nee  deftcerant  miferationes  cjns  (l^ra- 
mus  enim  jam,  qnia  Alemanni  incipiunt  damna  et  ftnltitiam  fnam  videre, 
ficnt  canicnli  nono  die  nativitatie,  per  Carolom  maximnm  libertatero  reddi 
nobit.) 

Oratio  Hieremi»  propbette. 

Recordare,  domine  (qui  potes  auziliari)  qaid  acciderit  nobie  (ab  iftit  ini- 
qnie  RomnlÜHs)  intnere  (oeolis  miferieordift)  opprobrium  noftmm  (injnße 
illatnm  a  Romanis  cnrialibne,  a  Francis,  a  Yenetis,  in  fandandis  benefieiis)! 
hnreditas  noftra  verfa  eft  (per  bancos  et  per  chartnlas  i.  e.  bnllas  Romani 
pontifici«)  ad  alienos  (feil,  cnrtifanos,  eardinales  etc.).  pnpilli  fiM^ti  fomns 
(papa  enim  hoftis  epifcopos  noftros  non  finit  eife  patres  fed  fervos)  absque 
patre  (selante  pro  flUis),  matres  noftrie  (i.  e.  dioecefes)  qnaA  viduae  (papa 
enim  captiroa  tenet  maritos  i.  e.  epifcopos  jurantes),  minamnr  nt  pecndes 
(yerbis  dnrie,  probrofis,  ezcommnnicatoriis  literis)  ante  faciem  perfeqnentis 
(quo  Tult  citat  nos  Romanna  pontifez  de  angnlls  mundi).  patres  noftri  (feil, 
epifeopi,  reget  et  principes)  peccarerunt  (omnia  fncceffori  Petri  tribnentes 
et  alionim  apoftolomm  fnccelTores  fpoliando)  et  nos  eomm  peecata  port»- 
mns  (cnm  damno  et  contamelia  noftra).  fervi  (feil,  enrlales,  ftabnlarii,  oat- 
tarii,  bubnlarii  etc.)  dominantnr  noftri:  non  foit  (ufqne  nnne,  fed  erit  eito) 
qni  erneret  nos  (a  tam  Tili  lerritute).  defecit  gandtnm  noftmm  (ftd  IsBtui- 
tnr  Romani  Ibper  fpoliia  a  nobis  fablatis),  ceeidit  corona  capitis  noftri.  (fed 
papa  triplici  corona  inflatnr,  an  et  Petras  fit?)  innova  dies  (tn  domine  per 
Carolom  tnnm)  ficnt  a  principio  (qaando  ignorafimas  cnrtifanos,  qnando 
epifeopi  non  cogebantar  jarare  Romano  epifcopo,  qnando  eoneilinm  Afriea- 
nnm  vignit)  domine  I  (propter  nomen  fanctnm  taum,  qai  Romanam  imperinm 
dedifti  filio  tno,  domino  noftro  Jefa  Chrifto)  falvnm  fac  regem  noftmm  Ijpe* 
rantem  in  te  (nt  in  adjntorem  fanm)! 


315 


XI. 

4  BU.  in  4».     Auf  der  TiteUeite 

f  Ain  fohöuer  uewer 
PaffioD. 

Auf  der  Rückfeite  des  erften  Blattes  begioDt  oben  der  Text,  der  ununter- 
brochen ohne  Abüatz  fortlaufend,  32  Zeilen  auf  der  Seite,  bis  Bl  4«  untep 
gebt.  Die  Bückfeite  des  letzten  Blattes  ift  leer.  Ohne  Seitenzälung  und 
CuAoden  mit  Sign,  aij  und  aiij. 

Der  Druck  gibt  108,  4  gleiffner.        fy.         108,  13  Caractiolies. 

108,  91  teglych.  109,  13  beAMt.  109,  15  frainde.  109,  19 
/.erftret.         109,  21   Saz.        109,  22   Loter.         109,  26   betröbtnnß. 

109,  27  vier.  109,  81  gefiert.  109,  37  bleberey.  109,  36 
Sa»  110,  14  firwar.  110,  18  geret.  110,  19  übell.  110,  22 
erzirnet.         110,  23  gelftftert.         110,  28  Sax.         110,  29  Litich. 

110,  33  fprache.         110,  34  vii   der.         110,  37  Saxen;  und  weiter. 

111,  4  wirtt.       111,  8  Luter:       111,  12  die  f&r  das.       111,  19  fprich. 
111,25  jren.         111,28   erleßt.  112,4  Cotsufinen.        112,6 

drüung.  112,  12  tS  rechte.  112.  19  fraind.  112,23  Cotza- 
fin.  112,  27  nichs.  112,  38  haubts.  113,  3  vo  beren  rfl  ket- 
zer  wTi  mit.  113,  4  Hut.         113,  5   ainr.        gUnchen.         118,  7 

geptckts.         113,  15  verfierer.         113,  17   reich  gehalten  werden. 
113,  18  l&ßt.        113,  23  heütygen.     Vgl.  über  Drucke  diefer  Schrift 
Panzers  Annalen  2  Bd  No  1176  S.  30. 

108,  6  read  lind  wie  109,  10.  die  gfata weifen  die  Schriftgelehr- 
tan.  108,  7  aber  fondern,  wie  109,  33.. 111,  17.  108,  12  In  den  Acta 
et  res  geüUe  D.  Mart.  Lotheri  in  comitiis  priacipum  Vormatiie  anno  MDXXI 
beißt  es  aij  Venit  ac  divertit  in  cnriam  Bhodienfium,  ubi  horpitio 
coUectos  eü.  Bbodier  konnten  damals  die  Horpitaliter  vom  heil.  Jobannes 
noch  beißen,  da  Be  die  InTel  Bbodus,  wo  ihre  Hanptniederlaßung  nach  der 
Eroberung  Jerufalems  durch  die  Sarazenen  war,  noch  befaßen.  £rft  im 
folg.  Jahre   1522   verloren  iie  die  Infel  an   Soliman.  108,  13   Carac- 

cioli  der  feit  1520  päpftlieber  Nuntius  in  Dentfchland  war;  er  erhielt  1535 
vom  Papft  Paul  III  den  Cardinalshnt,  f  28  Januar  1538  im  69.  Jahre. 
Der  SpiUname  Pedico  kam  wol  nur  vom  lat.  pedis  (ital-  pidocchio) 
Laos  her  zu  leiten  fein,  freilich  eine  eigentümliche  Bildung,  der  Bedtg  nach 
unfer  I^anekerl,  LaufeweazeL  108,  14  Hieronymus  Aleander,  der 
bekannte  papftlicbe  Nuntius  Papß  Leos  X  auf  dem  Wormfer  Reichstage, 
der  aneh  dann  das  JBdict  der  Aehterklärnng  gegen  Luther  auffetzte  und 
feine  Bücher  verbrennen  ließ.  £r  war  in  einer  kleinen  Stadt  auf  der 
Grenze  von  Iftrien  nnd  Friaul  den  13  Febr.  1480  geboren,  lernte  und  lehrte 
inerft  in  nördUohon  Italien,  dann   feit   1508  an  der  Univerfität  zu  Paris 


316 


Uuiuaiuora,  bis  er  1514  zum  Bifchofe  von  Lattich  Erhard  von  der  Mark 
aU  Secretar  und  Can^ler  kam  und  ein  Canonicat  erhielt.  Von  diefem  nach 
Rom  gefchickt  ward  er  Leo  X  bekannt,  der  ihn  bei  fich  behielt  und  xum 
Bibliothekar  am  Vatican  machte.  Im  Jahre  1520  fchickte  er  ihn  nach 
Deutfchland  als  Nuntius.  Einige  Jahre  daranf  erhielt  er  ein  £rzbi«tunx 
1531  wieder  eine  Million  nach  Deutfchland  und  dann  von  Paul  III  1538 
den  Cardinalshut.  Er  war  zum  Mitpraßdenten  auf  dem  Tridentiner  Conci- 
lium  beftimmt.  f  1  Febr.  1542.  Er  heißt  hier  und  Z.  19  Jud,  fowie  126, 
24  Judas.  Man  warf  ihm  nemlich  Seitens  feiner  Gegner  vor,  er  fei  gar 
kein  Chrift,  fondem  ein  ungetan ft er  Jude.  So  heißt  es  in  einer  gegen 
ihn  gerichteten  Schrift  vom  Jahre  1520  Acta  academi»  Lovanienfia  contra 
Lutherum  (6  BU.  in  4®,  das  letzte  leer)  in  der  Vorrede:  Venit  his  diebus 
Hieronymus  Aleander,  vir  fua  opinione  h>nge  maximus  non  folum  propter 
linguas,  quas  ezimie  callet:  üqnidem  Hebriea  illi  vernacula  eft,  Grseca 
a  puero  illi  coaluit,  latine  autem  didicit  diutina  profeHione.  nam  Ju'daeus 
natus  eft,  qum  gens  inmodice  gloriatur  de  Abraham  vetußillimo  fe  origi- 
nem  ducere.  an  vero  baptifatus  fit,  nefcitur.  certum  eß  eum  non  efle  pba- 
rifieum,  quia  non  credit  refurrectionem  mortuorum.  quoniam  vivit  perinde 
atque  cum  corpore  fit  totus  periturns,  adeo  nuilum  a  fe  pravnm  affectnm 
abAinens.  ufque  ad  infaniam  iracundus  eA,  quavis  occafione  furens,  impo- 
tentis  arrogantite,  avaritie  inexplebilis,  nefandie  libidinis  et  immodicae.  fum> 
mum  gloriie  mancipium  quanquam  mollior  quam  qui  poCTiC  elaborato  ftilo 
gloriam  parare  et  pejor  quam  qui  vel  conetur  in  argumento  honefto.  at  ne 
nefciamus,  celfit  feliciX&me  fimulata  defectio  ad  ChtiAianos,  nactus  enim  fic 
efl:  anfam  illuftrandi  Mofi  fui  et  obfcurandi  Chrifti  gloriam,  quie  hoc  feculo 
cQDpit  reflorefcere  flacceflente  fuperftitione  et  peßiferis  hominum  traditiun- 
culis.  itaque  inßructus  literis  pontificiis  nuper  yenit  perditnrus  quantum 
poteft  optima  qufeque.  109,  3  hinder  fich  zurück.  109,  5  Wer  ift 
mit  Capra  gemeint?  Schwerlich  wol  der  Dr.  Johannes  Bock  von  Straß* 
bürg,  der  bei  der  Unterredung  Luthers  mit  dem  Trierer  Erzbifchof  zugegen 
war,  f.  die  angef.  Schrift  Acta  et  res  geftie  D.  Mart.  Lutheri  lit.  C. 
109,  21  der  Sachs  Ul  Churfurft  Friedrich  der  Weife  von  Sachfen. 
109,  22  vor  zwen  tagen  ante  duos  dies,  ehe  zwei  Tage  vergehn.  109,28 
Ulrich  von  Pappenheim  des  Reichs  Erbmarfchalk ,  der  in  Begleitung 
des  Herolds  Cafpar  Sturm  Luthern  den  Tag  nach  feiner  Ankunft  zur  Reichs- 
tagsfitzung  einlud  und  abholte.  109,  34  Annas  Onrcenfis.  Gemeint 
ift  wol  der  Bifchof  von  Gurck  (Gnrcnm)  in  Kärnten.  110,  7  Joannes 
Sabula  ift  wol  der  Frankfurter  Theologe  Joh.  Cochlseas.  HO,  11  ant- 
werftu  antworteft  du.  110,  14  un  er  f  ehr  ecklich  uuerfchrocken. 
HO,  17  mit  lauterer  urfach  ratione  evidente,  ans  klaren  Vernunftgründen. 

HO,  26  gefpiben   gefpien.  HO,  38   hefteten   feft  verfichern. 

111,  26  krimpt  z=  gekrimpft  zufammengedrückt.  111,  37  er  wift  er 
wufte.  112,  5  die  römifch  driung  Trias  Romana,  Anfpielung  auf  Hat- 
tcns  im  Jahre  Torher  erfchienenen  gleichnamigen  Dialog.  112,  32  pfaf> 
halt  GeiftUchkeit.  113,  3  AnX^ielnng  auf  den  Scandal  zwifchen  den  Pre- 
digern und  Franziscanern  zu  Bern  im  J.  1509.       113,  18  der  left  der  letzte. 


317 

Es  ift  klar,  daß  diefei  Stück  unmittelbar  nach  dem  Erfcheinen  Luthers 
vorm  Reichstage  zu  Worms,  alCü  vielleicht  noch  Ende  April  1521  abgefaßt 
fein  wird. 


XU. 

4  Bll.  in  40.     Titclfeite 

EVANGELI 

VM  ET  EPISTOLA 

SECÜNDUM  PASQÜIL- 

LVM,  ROM^  IN  ADVENTV 

CAESARIS  EDITA 

M.  D.  XXXVI. 

Auf  der  Rückfeite  des  erften  Blattes  die  Überfchrift  EvangeÜTm  fecvn- 
dvm   Pafqvillvm,    darauf  nnfer   Stnck.    Auf  dem   dritten  Blatte  beginnt 
,  die   Epiftola   de    conTerfione    Pauli   III.  P.  M.   die  über  zwei  Seiten 

füllt.    (Siehe  nnfer  nächftes  Stück).     Die  letzte  Seite  leer. 

'  Unter  der  Anffchrift  Evangelium  fecundum  Pafquillnm   ift  die- 

fes  Stück  auch  in  die  PaTqnillorum  tomi   duo   (Eieutberop.  1544)  aufgenom- 
men, daü  S.  305  —  307  mit  folgenden  Varianten:  S.  114  Z.  3  adminiftra- 

>  bat  ei.        114,  4  nach  unguenti  fteht  noch   et  veniens  fudit  fnper 
I             pedes   ejus.  114,  5   diffamaturus.  114,  10  in   die.        114.  11 

>  Nach  femper  ein  Punct  und  cognovit  zum  folgenden.        114,  12  multa 
^  tnrba.         114,  13  effet.    Yenerunt  autem  non.        114,  16  in  fehlt. 

'  turba  multa.       114,  17  quia  für  qufe.       andiffet.         115,  4  oper- 

tuB  erat  115,  8  erant  par.  pr.  eum.  115,  11  ipfi  für  ei. 

115,  12  intra.  115,  13  poft  eum.  eum  fic  diut.  in  p.  effe  omnes 
f  er.         115,  14   omnes,    non.  115,  15   afcenderant.         115,  16   die 

i  fehlt.  accefferunt    ad    amicos    Hifpanos    dicentes.  115,   18 

rurfum.  115,  21  ibi  et.  115,  22  et  furgens  accepit  lint.  m.  prse- 
i         '    cinxitque.         115,  24  et  quod.        115,  25  fervato.        115,  31  et  ergo 

fi.  115,  33  Nach  ovile  folgt  Et  cum  hiec  dixiffet,  videntibus 
I  cMinctis  afcendit  Florentiam.     Damit  fcbließt  hier  das  Stück. 

Dies  wie  das  folgende  Stück  tragen  richtig  die  Jahreszal  1536:  fie  be- 
ziehen üch  auf  die  in  diefem  Jahre  ftattgehabte  Anwefenheit  des  Kaifers 
in  Rom.  Den  fpeciellen  Anl^ielungen  darin  auf  die  Spur  zu  kommen,  feh- 
len uns  für  jetzt  die  nötigen  Hilfsmittel.    . 


318 


XIIL 

Mit  dem  vorigen  Stücke  zufammen,  ßehe  dafelbß.  Auch  in  die  Paf* 
quill,  tomi  dno  anfgenommeD  S.  310  fgg.  mit  diefen  Varianten:  9.  117  Z.  6 
fubito  eum  circ.  lux  cum  fon.  117,  7  et  qnafi  cadens.  Von 
qui  dixit  Z.  8  bis  perfequeris  fehlt       117,  10  eft  tibi  calc.  eont.  ft. 

117,  11  ftupens  et  tremens.  qnia  me  vis  f.  117,  12  C.  dixit 
ad  eum.         117,  13  die.  tibi  quid.         117,  16  et  bis  videntes  fehlt 

117,  19  par.  vid.  fehlt  Z.  21  iile  bis  118,  1  Carolns  fehlt  118,  j 
fectatoribtts.     So   wird   auch    lieber  vom  im   Texte   zu  lefen  fein. 

118.  9  uenetis,  Mediolane.  Yrbini.  et  fehlt  118,  9  patriam 
fuam.  118,  15  fg.  ab  eo  ciecitas,  perfecutio  et  prau»  vol'tates 
furgensque  fyncero.  118,  19  confiftorio.  Zwifchen  Caroltim 
und  Hupe  baut  fteht  noch  quoniam  hie  eft  qui  propter  humilita- 
tem  mieretur  et  habebit  totius  mundl  imperium.  118,  20  fg. 
nonne  hie  erat  qui  etc.  und  fo  vorn  im  Texte  zu  beßeru.  118,  22 
Caroli  dicebant  et  ad  hunc  118,  23  expoliaret  118,  24  ot 
inj.  illatas  hinter  facerdotum.  118,  26  fg.  convalefcebat  und 
fo  vom  zu  be0ern.        118,  27  quoniam  hie  eft  Car. 

In  dem  PaTquillorum  tomi  dno  finden  üeh  S.  307  —  310  noch  zwei  hier- 
her einfehliigige  Stucke,  die  wir  nun  folgen  laßen. 

ALIUD  EVANGELIUM  SECUNDÜM  PASQUILLUM. 
Liber  generationis  Antichrißi  filU  Diaboli«  J>iabolus  gennit  Papam ,  Papa 
vero  genuit  Bullam,  Bulla  vero  genuit  Ceram.  Deinde  Cera  genuit  Plnm- 
bum,  Plumbum  vero  Indnlgentiam,  ea  vero  Carenam.  Carena  vero  genuit 
Qna4ragenam,  ex  qua  tandem  orta.  fuit  Simonia  ex  ea  qn»  fuit  Superftitio. 
Simonia  vero  genuit  Cardiiialem  et  fratres  ejus  in  captivitate  Babilonica.  et 
poft  captivitatem  Babilonicam  Cardinalis  genuit  CurtiDuium,  Curttfanos  Epi- 
fcopum  papiilicum.  EpiTcopns  vero  genuit  Sufi^aganeum,  OfficiaXem  cua 
Pedelloi  e  quibus  prodita  eft  Fenfio.  ex  Peniione  orta  funt  Letare,  Confi- 
cere,  Permutare,  Vendere,  qu»  genuit  OppreHlonem  ruftici.  Oppreüio  vero 
ruftici  genuit  luvidiam,  Invidia  vero  genuit  Tumaltum  rußicomm,  in  quo 
revelatns  eft  filius  Iniquitatis,  qui  vocatur  Antichrilhis. 

EVANGELIUM  SECÜNDUM  MARPHORIÜM. 
In  illo  tempore  Petrus  et  Curia  ibant  in  caltellum  dictum  Emaus.  quibos 
in  itinere  loquentibus  ad  invicem  de  omnibus  qute  Uomao  facta  fuerant,  ap- 
paruit  Clemens  dicens  'pax  vobis.*  oculi  autem  eorum  obturbatif)  erant, 
ne  eum  agnofoerent  et  ille  itemm  dixit  ad  illos  *qui  funt  ii  fermones  quos 
eonfertis  ad  Invicem  ambulantes  et  trilles  eftis?'  et  Petrus  refpondend  ait 
ei  'tu  folus  in  nrbe   es  et  nefcis  quse  facta  lint   ibi  diebus  iftis?*    ille  autem 

^)  obturati  im  alten  Drucke. 


819 

dixit  'quie?  Petras  ait  *de  Clemente  VIL  Wr  jaiHis  injoria  popnli  mor- 
tnus  eil.  noB  aiitem  timide  minores  fngimas,  quia  et  faeoeffifl«  Paalom  III 
andiTimiis,  qui  haoo  cnflodiain  remoTit  domnmque  orationis  capramm  cella- 
lam  fecit,  hujus  proventas  Alis  nepotibns  contolit,  ob  qnie  popolns  ftupet. 
quare  dementem  fnmmopere  cupimns  et  expectamus  refargere.*  ille  antem 
refpondens  dixit  *o  Ault!  et  tardi  corde  ad  credendam!  nonne  oportnit  de- 
mentem mori  et  alinm  furgere,  qui  in  vos  pejus  tyrannifaret?*  et  fic  inter 
loqnendum  appropinquarunt  ad  caftellum.  at  ille  ilngens  fe  longius  ire 
rogatus  fnit,  ut  fecum  maueret,  quoniam  jam  refper  erat  et  jam  inclinata 
erat  dies,  et  fic  intravit  cum  Ulis,  et  discumbentes  iterum  inter  fe  fermo- 
clnabantur  *quid?  ß  Clemens  vixiflet,  Petrus  cuHos  ovium  et  non  capramm 
bircommque  cullos  efTet.  curia  autem  de  non  difpenfatis  fuis  filiis,  offlciis 
Ravenn^  quibuscunque  beneficiis  officiisque  conqnereretnr  minime,  cum  biec 
non  vidilTet.  Paulus  autem  'Hebrseus  ftia  potentia  non  gloriaretur,  nee  ad 
manu  tenendam  in  tali  potentia  convertere  alios  ad  fe  Hebrteos  curaret.  fed 
Clemens  Ille  jam  ditifljmus  factus  ultionibus  aliisque  compos,  unicuique 
quod  ßium  eft  tribuebat.  üle  autem  tyrannifans  ad  priora  deteriora  adjicit 
et  iic  fub  cauda  draconis  fumus,  quare  ut  refurgeret  ille  vellemus.*  de- 
mens  fubridens  dixit  'refurget  ille,  Ted  vobis  in  majoribus  procedet  angu- 
ßiis.*  et  ßc  eranuit  ab  oculis  eoram.  tnnc  illi  trepidi  triftioresque  facti 
ad  inricem  loquebantur  'certe  ille  demens  fuit.'  et  fic  revertentes  narra- 
bant  omnia  quie  audierant  de  illo  !n  via  et  qusB  dicta  funt  discumbentibus 
et  qualiter  cognoverunt  eum,  dum  evanuit  ab  oculis  eomm. 


A.     4  Bll.  in  4«.     Titelfeite: 

Ain  fcb&ner  dialogus 

CAntz  Tund  der  Frits 
Die  branchent  wenig  wltz 
Es  gildt  Tmb  fy  ain  klalns 
So  felnds  der  fach  fehon  ains 
Sy  redent  gar  on  tranren 
Vfi  find  g&t  Luthrifcb  bauren. 

Auf  der  Ruckfeite  des  erßen  Blattes  oben  beginnt  der  Dialog  und  gebt  uu- 
uuterbrochen  ohne  Abfatz  bis  zu  Ende  der  vordem  Seite  des  letzten.  Rück- 
fette  von  Bi.  4  leer. 

B.     5  BIK  in  4«.     Auf  der  Titelfeite 

Ein  rch6ner  Dia- 
logus. 


320 

Darunter  die  feehs  Verie.  In  einen  Holsrahmen  ein^fafit.  Rückfeite  leer. 
Das  Gefpräch  beginnt  oben  auf  der  vordem  Seite  des  zweiten  Blattes  ond 
füllt  obne  Abfatz  (20  Zeilen  auf  der  Seite)  gerade  4  Blatter. 

Lesarten  der  Drucke:.  119,  2  ein  B  und  auch  fonft  ei  für  »i, 
was  Ä  bietet.  relt25amen  AB.  119,  3  wylknmmen  A.  wilkom- 
men  B.  119,  4  getraumbt  B.  119,  5  wollt  A.  nu  Wolt  ich 
doch  nit  gebratens  für  dich  effen  B.        119,  7  das  AB,  und  weiter. 

119,  13   Tibingen  B.*         119,  15  Dübingen  A.  Tibingen  B. 

119,  18  welcher  B.        fül  A.         pfrunden  B.         120,  8  heißt  B. 

120,  9  r&llichs  A.      baffer.       120,  10  for  A.       120,  12  dich  gicht  B. 

an   kom   B.  120,  26  Danhenfifcber   efel  /   fürtrer  B. 

120,  31  botte  B.         120,  34  nun  für  nur  B.         120,  36  Yergilij  B. 

120,  37  Danhcüfer.  121,  1  verfteen  B.  121,  2  w&ren  AB. 
fieffen  A.         121,  4  das  fie  üt  B.         121,  5  wo  B.       121,  7  rytzigen 
geyl  A.          121,  9  muß   A.          121,  10  vntrew  A.   vntreuw   B. 

121,  12  grawen  t>£e\  A.         121,  13  hüner  A.         121,  14  fchlieg  A. 

121,  21  Ich  gethar  B.  121,  22  wand  B.  geen  B.  121,  25  jn> 
uerften  AB.  121,  27  Wittemberg  B.  122,  1  find  B.  122,  4  er 
AB.         122,  5  gebe  B.         122,  13  lieffent  A.         vff  B  beide  Male. 

122,  14  vfffatzung  B.       122,  15  vß  den  leren  B.       122,  22  tr&um  B. 
122,  25  ward  B.        122,  27  erfündungen  AB.       122,  28  würden  B. 

122,  28  filtzhfitlin.  122,  29  würd  B.  122,  30  m&  B. 

122,  31    anßreyten   A.    vß  reuten   B.        122,  37   vß  B.        treiben  A. 
123,  5  nichs  A.        123,  20  Johani  A.        123,  22  Sein  B.         123,  23 
anzaigt  A.         123,  30   Predicant  B.         124,  4  b&chlin   B.        124,  b 
w&lchem   B.  124,  7    h6rt  A.  124,  21    w&lcher   AB.  124,  13 

pfuch  B.  124,  15  würden  B.  124,  18  auß  rieffer  A. .  Ewan- 
gelij  B.  124,  20  Das  B.  124,  23  fo  dil  vnr&w  B.  124,  27  In- 
goldftat  AB.  124,  28   Leypfig  A.  124,  30  warde  B.        124,  33 

artzney  B.  124,  35  würt  B.  124,  37  Kenneft  B.  126,  3  nar 
zweimal  A.  125,  9  ettliche  B.  125,  10  getragenn  B.  125,  IS 
Meynft  du.  125,  14  thar  B.  125,  18  pfennig  B.  125,  23  pfrAn> 
den  würde  nemen  /  fo  würd  B.  125,  26  lüt  A.  lit  B.  125,  29 
w&llen   B.         125,  31    verjianden   A.  125,  36  gefatzt  A.        126,  6 

yetz  k{L  mal  übergeen  B.  126,  6  geen  B.  126,  11  erfr&t  A. 
126,  15  würd  B.  126,  18  Das  muffen  wir  B.  mir  fio  A.  126,  19 
da  für  dann  A.  126,  23  tr&wet  B.  126,  24  thüren  B.  126,  86 
hutlin  B.  126,  34  geytzigkeit  B,  126,  36  w&llen  B.  127,  3 
fo  w&l  wir  A.  Vgl.  Panzers  Annalen  2,  43  fg.  No  1216.  1217.  S.  234. 
No  2091. 

ERKLÄRUNGEN.  S.  119  Z.  2  v erden  lung,  ein  dunkler  Ausdruck.  Aus 
dem  Gebrauche  des  ähnlich  gebildeten  verden  bl&t  Mumers  luth.  Narr 
714  o  guldin  leben,  ferdenblfitl  3720  verden  blüt,  das  fein  g&te  mer!  4130 
eßt  den  pfefier!  er  id  gut,  macht  fchmutzig  finger,  verden  bl&t!  es  ift  nicht 
fchleeht   ^ewürz  farwar,   von   Calicuten  kam  fie  har.     Narrenbelbhw.  Kap. 


321 

989  27  Verden  blilt,  wer  feld  ach  dae?  König  us  Engl,  bei  Scheible  S.  963 
Verden  blfits  willen!  wa  ift  dein  mckorb?  vergL  in  einem  rohweizerifchen 
Nenjahrafpiele  bei  Mone  2,  370  fammer  getz  forden  mift!  —  ans  dieXem 
Gebrauche  geht  hervor,  daß  v erden  lang  wie  Verden  hldt  n.  a.  Aus- 
rofe  der  Beteaerung  find.  Halt  man  aber  dazu  ebenfalls  Ausrufe  wie  gots 
lang,  gots  bl&t,  deren  gots  in  pots,  potz,  bocks,  um  die  Qottesläfte- 
lang  fcbeiubar  zu  meiden,  verändert  wird,  fo  liegt  die  VermutuDg  nahe,  daß 
jenes  verden  eine  ähnliche,  vielleicht  nach  grade  entgegengefetzte  Beden» 
tung  als  gots  habe  und  ebenfo  wie  diefes  vielfeicht  im  Munde  des  Volkes 
verändert  worden  fei.  Es  könnte  demnach  verden  entweder  auf  Gott 
oder  auf  den  Teufel  fich  beziehen.  Im  letztern  Falle  ließe  fich  an  ein 
verdorbenes  velten  (von  välant  Teufel)  denken,  im  erllem  käme  fron 
▼erglichen  mit  der  Kürzung  ver  (für  frowe)  in  Betracht,  [ver  Minne  Tocht. 
Syon  363.  ver  katze  Myft.  I,  293,  20.  28.  ver  Finte  Reinh.  56,  75.  89.  1469. 
2092.  ver  Herfant  ibid.  508.  520.  608.  627.  1035.  1053.  1156.  1168.  1195. 
1218.  1226.  1359.  1391.  1396.  1841.  ver  Spange  Osw.  Leb.  418  in  Haupts 
Ztfchr.  5.  ver  Triuwe  und  ver  Wärheit  Helbling  7,  38.  41.  ver  Valfcheit 
ib.  7,  756.  ver  Gitekeit  ib.  7,  785;  daneben  mach  vor,  £0  Altd.  BU.  2,  186 
df  dag  er  den  vluoch  vertribe  von  dem  erften  wibe,  unfer  aller  muoter  vom 
Evam;  und  vor  Spange  Haupt  Ztfchr.  2,  115.  117.  f.  Altd.  Bll.  2,  186. 
Haapto   Ztfchr.  2,  189   Schmeller   1,  630  fg.   596.]  119,  4   nachten   in 

▼ergangener  Nacht.  getrombt  (vgl.  122,  22  tröm)  allemanniTche  Form 
d  für  au,  älteres  on.  Die  Worte  fcheinen  lieh  auf  einen  Aberglauben  zu 
beziehen,  nach  dem,  wenn  man  von  einem  träumt,  diefer  ftirbt.  Dahin  zielt 
dann  auch  das  ich  wolt  nit  weggen  für  dich  eßen  der  nächften  Zeile, 
d.  h.  wie  ich  es  faße,  Todtenwecken,  Todtenbrot,  die  froher  ziemlich  allge- 
mein (jetzt  noch  nur  in  einigen  Gegenden)  beim  Leichenzuge  im  Traner- 
hanfe  verabreicht  worden.  119,  18  anders  adverbialer  Genitiv  der  Ord- 
nungszal  (aber  nicht  mit  dem  Begriffe  der  Zweiheit,  fondem  der  Verfchie- 
denheit,  nicht  alter  fondem  alius)  außerdem,  fonft;  anders  wa  (wä  äKere 
Form  für  das  verdunkelte  wo)  fonft  wo,  wobei  wo  nicht  das  räumliche 
Frageadverb,  fondern  das  unbeftimmte  räumliche  Adverb  (etswa,  etwa) 
ift  in  der  Bedtg  usquam,  uspiam.  fil  multam  wie  fili  multitndo  137,  9 
35.  fol  63,  16  (wo  es  für  vol  zu  fohreiben  war)  fich  5,  1.  2  befonders 
häufig  fchweizerifch  im  Anlaute,  fo  bei  Pamphijius  Gengenbach  f  ie  r  qnatuor 
Welfcher  Fluß  164;  der  fierd  quartus  28,  24.  Pract.  109.  folk  Buntfchuh 
94.  X  Alter  820.  fortail  W.  Fl.  224.  ferf&rt  X  Alter  518.  119,  20 
die   rot  die  Rotte,  Schaar.  120,  6  fgg.   Lemp    der   ehemalige   Lehrer 

Melanchthons ;  Spott  halber  fein  Name  mit  Lump  zufammen  gebracht,  Tan- 
genichts; der  lumpen  wie  hochd.  der  Fetzen  oder  oberd.  der  Hader 
d.  i.  ein  abgerißenes,  zerrißenes  Stück,  meift  von  Leinwand.  120,  10 
der  fuß  ha  der  das  Stück  Leinwand  das  ftatt  der  Strümpfe  um  die  Füße 
gefchiagen  wurde.  zwar  In  Wahrheit,  in  der  Thtit.  120,  11  fg.  heißt 
das:  er  lebte  damals  als  Schnlmeifter,  als  einer  der  Kindern  die  Vocale 
lemt?  120,  12  das  gicht  die  Gicht.  büffel  heißt  hier  wol  nicht 
Büffelrock:    daß  da  in   deinem  groben  Büffelrocke  die  Gicht  kriegft!    Viel- 

24 


322 

mehr  fcheint  daß  dichs  gicht  ankum  £q  allgemein  als  gang  und  gäl>e 
Verwünrchung  genommen,  daß  dabei  die  zweite  Perfon  gar  nicht  mehr 
gefpürt  wird,  als  ob  es  hieße  daß  ins  gicht  ankum  den  groben  büf- 
feil  krieg  er  die  Gicht  der  grobe  Büffel!  fo  daß  büffel  die  bekannte 
Schelte  ift.  Grimms  WB.  2,  492.  Yergl.  unten  Z.  25.  120,  17  fchrei- 
bung  kann  hier  nicht  feine  heutige  Bedeutung  (Orthographie)  haben,  fon- 
dern  n.  d.  Er.  fchr.  heißt  Vie  Erasmus  zu  fchreiben  und  zu  interpretieren 
pflegt'  d.  h.  nicht  als  Stocktheolog  nach  fcholaftifcher  Art,  fondem  nach 
des  Erasmus  Methode.  120,  21  Unter  Scotus  ift  nicht  etwa  jener  Jo- 
hannes Scotus  Erigena  des  9ten  Jhdts  gemeint,  fondem  Johannes  Dnns 
Scotus  (fec.  13—  14),  der  doctor  fubtilis,  nach  dem  die  Scotiften  genannt 
wurden.  Thomas  von  Aqnino  geb.  1224  f  1274  doctor  unirerfalis, 
Vater  der  Thomiften.  Tartaretus  ein  fcholaAifcher  Philofoph  im  loten 
Jhdt,  der  über  Petrus  Hifpanus  u.  AriAoteles  fchrieb,  f.  Panzer  Ann.  tjp. 
11,  140.  120,  25  Gerade  fo  zu  denken  wie  oben  Z.  12,  alfo  daß  dich 
der  teufel  fchend  allgemeiner  Fluch  ohne  daß  das  dich  gefühlt  wird, 
wie  wenn  wir  fagten  Fluch!   oder  Teufel!   Fluch  in  den  Fetzenlnmp  hinein! 

120,  26  tanhaufifch  und  Z.  37  Tanhaufer  muß  üch  wol  auf  den 
benannten  Lemp  beziehen,  der  fonach  aus  der  Stadt  oder  der  GrafTchaft 
Tanhaufen  (zwifchen  Augsburg  und  Ulm)  gewefen  wäre.  120,33  die 
alten  patres  nicht  etwa  hier  wie  fonll  gewönlioh  Kirchenvater,  fondem 
die  alten  Mönche  find  gemeint,  die  die  theolog ifchen  Lehrßühle  inne  hatten. 

fehle  cht  einfach,  fchlicht;  aber  an  diefer  Stelle  wird  der  Cbergang 
der  Bedeutung  in  unfer  heutiges  fchlecht  recht  klar.  120,  34  Pirlipara 
muß  der  abgekürzte  und  zufammen  gezogene  Name  eines  fcholaftifchen 
Lehrbuchs  fein,  etwa  wie  man  den  Kalender  in  Verfen  Cifiojanus  oder 
Gifianus  (d.  i.  Circumciiio  Januarius)  nannte.  Peter  von  Hifpanien, 
der  Ende  des  13ten  Jhdts  SummulsB  logicsB  fchrieb.  120,  38  fie  künden 
d.  i.  künnen  können,  poiFunt;  ein  anderes  künden  poHent,  könnten  124» 
15.  121,  6   hüpfe h  fein,  nett,  zierlich.  Gemeint  find   feine  Pars- 

phrafen  zu  den  paulinifchen  Briefen,  die  vom  J.  1518  an  erfchienen,  f.  Pan- 
zers Ann.  typ.  X,  314  fq.  121,  7  rützig  rotzig,  mit  dem  Rotz  behaftet, 
von  Pferden.        121,  14  kainnützig  nichtsnutzig.        121,  19  fg.  faft  febr. 

121,  21  ich  dar  ich  wage,  f.  125,  14.  121,  30  Mit  widerköpflin 
Widderköpfchen  fcheint  Emfer  gemeint,  f.  nnten  190,  8.  9.  121,  26  be- 
fc heißen  betrügen.  122,  2.  3.  Vier  Höfen  von  demfelben  Tuche  wie 
oben  54,  10,  dafielbe  wie  'fie  find  über  denfelben  Leiften  gefchlagen.* 
122,  13  (limplerei  und  dann  mit  Obergang  in  e  auch  ftemplerei,  fo 
Pamph.  Gengenb.  Gouchm.  457  du  feifi  mir  do  vil  fiemplerei:  ich  mein  das 
halb  erlogen  fei.  Eigentlich  fiümplerei,  jetzt  Stümperei.  Ahd.  ftam- 
bal  truncuSf  ßumbalon  truncare.  Graff  6,  685.  Stümplerei  ifi  Pfn- 
fcherei,  der  ftümpler  Pfufcher,  fiümpeln  pfufchen.  Anch  gewönlieher 
Handwerksausdruck :  von  den  Pfufchern  und  Stümplern  auf  dem  Lande 
um  Nürnberg,  Gatterers  technol.  Mag.  Bd  1  S.  129.  Durch  derfelben  aller 
Orten  verbotenes  Stümpeln,  ebdaf.  Bei  dergleichep  Stümplern  und 
Störern    eb<iaf.     Die   Rede   des   Ladengefellen   der  Schneider  in  Nürnberg 


823 

bei  der  Auflage  begann  (ebdal.  2,  128):  So  etwan  fremde  GefeUen  oder 
Purfch  allhier,  die  nicht  bei  Meiftem  oder  Wittfranen  in  Arbeit  ftehen,  fon- 
dem  haben  fich  bei  Stümplern  oder  S türern  aufgehalten ,  oder  haben 
Tor  fleh   geftümpelt    oder  geftort  —   die  entweichen  etc.  122,  22 

tröm  Tränme,  f.  119,  4.  122,  28  rote  filzhfitle  Cardinäle.  123,  12 
frafchgarei  fcheint  dalTelbe  wie  Fratz erei  kindifches  Thnn,  Schmeller 
1,  632.  Ein  kalt  recht  ift  ein  Recht  das  kalt  läßt,  bei  dem  man  nicht 
warm  wird,  sn  dem  man  kein  Herz  hat,  weil  es  ein  fremdes  ift.  123,  16 
das  wnnder  ift  der  Gegenftand  der  Verwundernng ,  hier  auf  eine  Perfon 
bezogen,  nemlich  den  Z.  13  erwähnten  Doctor,  ein  Menfch  der  Verwunde- 
rnng erregen  muß,  aber  natarüch  hier  im  böfen  Sinne.  Man  kann  aber 
noch  eine  andere  Erklärung  finden,  wenn  man  nemlich  das  wunder  in 
anferer  Stelle  nicht  auf  der  doctor  Z.  13  allein,  fondem  auf  das  ander 
mer  der  folgenden  Zeile  mit  bezogen  denkt;  dann  könnte  wunder  die  in 
der  alten  Sprache  fo  gewönliche  Bedeutung  von  Menge  haben.  Es  hieße 
denn:  es  iß  dlefer  Menge  gar  nicht  zu  verdenken,  daß  fie  fich  gegen  die 
Freunde  des  Evangeliums  fetzt.  Vergleicht  man  aber  den  Gebrauch  von 
wunder  auf  der  folg.  Seite  Z.  31  fo  läßt  man  diefe  letztere  Erklärung 
lieber  fallen.  123,  32  Altenmunfter  eine  Abtei  des  Brigitten  Ordens 
im  Stifte  Freifingen  zwifchen  Augsburg  und  Münfter  gelegen.  124,  5  die 
erwähnte  Schrift  ift  Ein  funderliche  lere  und  bewerung  daß  die  beicht  einem 
chriften  menfchen  nit  bürdlich  oder  fchwer  fei  befchriben  durch  Jo.  Haus- 
fcheitt  faft  genant  Ocolampadius  fant  Brigitten  ordens.  Augsburg  1521  da- 
tiert vom  28ften  Auguft,  zugeeignet  an  Adelman  von  Adelmansfelden. 
124,  8  der  blaft   (mhd.  bläft,   ahd.  pläft  flatus   von  bläfen)  der  Zorn. 

124,  13  fpitzkopf  nicht  etwa  was  fpitzhut  ift  (Spitzname  des  Blfchofs 
Ton  der  fpitzigen  Bifchofsmütze) ,  fondem  in  der  Bedtg  Sophift,  betrügcri- 
fcher  raffinierter  Menfch,  der  fpitze  Deuteleien  macht,  vgl.  Spitzbube,  Spitz- 
knecht (miles  gloriofus)  und  Schmeller  3,  583.  124,  19  durch  ächten 
(mhd.  durchnhten)  mit  Peinigungen  verfolgen.  124,  29  Bononi  Bononia, 
Bologna.  124,  32  es  hat  fich  erhebt  ift  entfprungen;  erhebt  fchon 
im  Mhd.  eingedrungene  fchwache  Form  für  erhaben.  124,  36  Bollin- 
gen  Auguftiner  Probftei  in  Oberbaiern  unweit  dem  Städtchen  Weilbeim. 

125,  14  er  dar  geben  er  unterfteht  fich  zu  geben.         125,  22  hart  fehr. 
125,  31  hagei  wie  126,  1   bildlich   wie  wir  auch  noch  von  einem  Hagel 

von  Vorwürfen,  von  Schimpfworten  u.  dgl.  reden.  126,  2  etwas  für- 
komen  an  etwas  vorbei  kommen,  es  vermeiden.  126,  4  Scheint  auf  ein 
Sprichwort  zu  gehen,  das  ich  aber  nicht  kenne.  Mit  den  noch  jetzt  ge- 
bräuchlichen 'den  Fuchs  muß  man  mit  Füchfen  fangen'  oder  *man  fchickt 
Fuchfe  aus  um  Fnchfe  zu  fangen'  hat  es  wol  nichts  zu  thun.  In  die 
lucken  (d.  i.  lücken  Lücke  mhd.  lücke  ahd.  lucha  apertnra)  heißt  offen- 
bar hier  'zwifchen  die  aufgefpannten  Bügel  des  Fnchseifens.'  Man  legt  die 
fogenannte  Witterung  hinein,  einen  ans  verfchiedenen  Ingredienzien  befte- 
henden  Köder.  126,  5  ain  weil  einige  Zeit.  fparrounde  machen 
d.  i.  fparmundum  facere,  den  Sparmund  fpielen,  fparfam  fein  in  Bezog  auf 
den  Mnnd,    mit  Eßen  fowol  als  mit   andern    Dingen,   die  mit  dem  Mundo 


324 

gefchehen,  aUb  mit  Spreehen;  in  letzterem  Sinne  hier.  Es  ift  eine  komiTcbe 
Redeweife  und  Perfonification.  Schmeller  3,  573  gibt  dae  BeiTpiel  wir 
werden  müßen  SparmunduB  halten  und  Hanger  leiden/  Ähnliehe  Bil- 
dung ift  Tchleckmnnde  (Schleckmnnd ,  der  far  feinen  Schnabel  was  zu 
fchlecken,  zn  lecken,  za  nafchen  facht)  in  einem  folzfchen  Klopfan  und 
geeft  des  nachte  fchlekmnndi  nm,  f.  meine  Klopfan  No  25  Z.  37 
8.  47.  126,  6  ein  ranfch  Masc.  ein  plötzlich  heranziehendes  geränfch- 
Yolles  Unwetter  mit  Starm  und  Regen  oder  Hagel.  iez  mal  jetzt. 
126,  10  menfchen  gedieht  hominum  ficticiie,  MenA)hen  Erdichtang,  Men- 
fchen  Satzung.  126,  12  fg.  fnrnemen  =  fürnemens,  ohne  genitivifche 
Flexion.  126,  15  wurd,  wurde,  Conj.  Prät.  126,  18  mir  ==  wir. 
126,  20  Sigenot  und  Afprian  bekannte  Riefen  ans  der  deutfchen  Hei- 
denfage.  126,  21  freld,  freide  übermütige  Freude.  126,  24  tu r reo 
wagen.  die  rädlein  f&rer  jetzt  Rädelsführer,  Anfuhrer;  rädleln  war 
ein  in  der  damaligen  Kriegsknnft  gebräuchliches  Manöyer,  wahrfcheinlich 
eine  gewilTe  radformige  Schwenkung.  Schmeller  3,  47.  Judas  Alean- 
der, f.  oben  zu  108,  14.  126,  25  etlich  braite  hüetle  einige  Kardi- 
näle. 126,  26  Rölling  wol  dalFelbe  wie  Roller  Schm.  3,  80  unzüchtiger 
Menfch,  von  einem  Jägerausdruok  rollen,  der  bei  gewiffen  Thieren  in  der 
Brunft  fein*  bedeutet.  Wer  mit  diefem  Spitznamen  gemeint  ift,  weiß  ich 
nicht;  wenn  nicht  vielleicht  der  rö{lling  der  Mnrnar  za  lefen  ift,  als 
Appofition  zu  Mumar,  wie  der  rölling  Murnar.  Auch  153,  3  erhält  er 
diefen  Ehrentitel,  den  er  wol  nicht  durch  lüderliches  Leben,  Tielmehr  durch 
die  Obfcönitäten  in  feinen  Schriften  (ich  zugezogen  hat.  126,  27   Wer 

dieier  Lancilet  fein  foll,  weiß  ich  nicht.         126,  34  gang  Conj.  PräC  t 
27,  33.  32,  15.        126,  36  waißt  fclilechte  Form  für  waiß. 

Die  Heimat  diefes  Dialogs  dürfte  wol  die  Gegend  von  Schwaben  fein, 
die  ans  Bairifche  grenzt,  etwa  Ulm  oder  Augsburg:  darauf  laßen  verfchie- 
dene  Andeutungen  fchlicßen.  Der  Yerfaßer  foU  nach  Strobels  neuen  Bei- 
trägen 5,  265  Urbanus  Regins  fein.  Die  Zeit  der  Abfaßung  kann  nicht  Tor 
den  September  1521  fallen,  da  124,  5  eine  vom  28[len  Auguft  diefes  Jahres 
datierte  Schrift  Ocolampads  erwähnt  wird;  doch  fcheint  üe  noch  in  diefes 
Jahr  zu  gehören.  Der  Dialog  zeigt  deutlich  die  gedrückte  peinliche  Stim- 
mung, die  das  Wormfer  Ediet  mit  feinen  Verfolgungen  in  fo  manchen  Ge- 
genden zumal  Süddeutfchlands  hervorbrachte.  Karl  Hagen  Deutfchlands  litt, 
u.  relig.  Verhältniile  im  Reformationszeitalter  2,  151  fgg. 


325 


XV. 

4  BIl.  in  40.     Auf  der  Titelfeite 

Ain  fch&Der  dialo 

gas  TOD  Bwayen  gutten  ge* 

feilen  genant  Hans  Tholl.    vnnd  Clans 

Lamp.    fagendt  vom  Antechrift 

Tnd  feynen  jungem. 

Sytzendt  pejm  weyn 

guta  mfits  vnuer- 

holen  anß  der 

Epiftel 

pauli. 

Auf  der  Rückfeite  die  Vorrede.  Auf  dem  zweiten  Blatte  oben  beginnt  das 
Gefpräch,  da«  gerade  zwei  Blätter  fallt.  Das  letzte  Blatt  leer.  Panzer  in 
dem  Allg.  Litt.  Anz.  1801  No  43  S.  408. 

Der  Drack  gibt  S.  128  Z.  1  b rieder.  128,  2  myeffen.  b rie- 
dern, fy,  and  fo  öfter.  128,  6  dürffen  wartten.  128,  7  ein 
plewen.  128,  8  f6gen.  Satani.  128,  10  Petras.  128,  12  in 
geben.  129,  15  fyeren.  129,  18  in  fehlt.  131,  9  Pauli.  131,  15 
Hinter  menfcb  Reht  HannsThoU.       131,  29  h&rtte.       131,  32  ich  fehlt. 

ERKLÄRUNGEN.  S.  129  Z.  20  der  plappart  eine  Manze,  zu  Terfchie- 
denen  Zeiten  verfchieden  im  Werte,  damals  nicht  ganz  einen  Grofchen  gel- 
tend. Scbm.  1,  337.  130,  16—30.  131,  9  —  27.  132,  6  —  8  das  2  Gap. 
der  2  Epiftel  Pauli  an  die  Thellalonier,  iiberfetzt  nach  der  Vulgata,  wo  es 
lautet:  Rogamus  autem  tos  fratres  per  adventam  domini  noftri  Jefa  Chrilli 
et  nodrse  congregationis  in  ipfum,  ut  non  cito  moyeamini  a  Teftro  fenfa 
neque  terreamini  neque  per  fpiritum  neqne  per  fermonem  neque  per  epifto- 
lam  tanquam  per  nos  milTam,  qnafi  inftet  dies  domini.  ne  quis  vos  feducat 
nllo  modo,  quoniam  ni(i  venerit  discelUo  primum  et  revelatus  fuerit  homo 
peccati,  filius  perditiouis,  qni  adverfatur  et  extollitur  fupra  omne  quod  di- 
citur  deus  aut  quod  colitnr,  ita  ut  in  templo  dei  fedeat,  oftendens  fe  tan- 
quam üt  deus.  num  retinetis  quod  cum  adhnc  eflem  apud  vos,  hsec  dice- 
bam  vobis?  et  nunc  quod  detineat,  fcitis,  ut  reveletur  in  fuo  tempore,  nam 
myUerium  jam  operatur  iniquitatis,  tantum  ut  qoi  tenet  nunc  teneat,  donec 
de  medio  fiat.  et  nunc  revelabitur  ille  iniquus,  quem  dominus  Jefus  inter- 
flciet  fpiritu  oris  Tai  et  deftmet  illuflratione  adventus  fui  eum,  cujus  eft  ad- 
ventus  fecundum  operationem  Tatanse  in  omni  virtnte  et  fignis  et  prodigiis 
mendacibos  et  in  omni  feductione  iniquitatis  lis  qui  pereunt  eoque  charita- 
tem  veritatis  non  recepernnt,  ut  falvi  fierent.  ideo  mittet  illis  deus  opera- 
tionem erroxis,  ut  credant  mendacio,  ut  judicentnr  omnes  qui  non  credide- 
runt  Verität!   Ted   conlenfernnt  iniquitati.     nos   autem   debemus  gratias  agere 


326 

deo  femper  pro  Tobis,  fratres  dileeti  adep,  quod  elegerit  nos  deiu  primitla« 
in  falatem,  in  fanctificatione  fpiritna  et  in  fide  yerltatis,  ad  quod  et  voeavit 
no8  per  evangelium  noftrum  in  acquifitionem  glorite  domini  noftri  Jefu 
Chrißi.  Fügen  wir  zur  Yergleichung  die  Oberfetzang  Luthers  hinzu  nach 
der  erften  Ausgabe  des  neuen  TeAaments,  Wittenberg  1522  durch  Melchior 
Lotther:  Ich  bitt  euch  aber,  lieben  bruder,  bei  der  sukunft  unlers  herm 
Jefu  ChriRi  und  bei  unfer  Terfamlung  an  im,  das  ir  euch  nicht  bald  bewe- 
gen lallet  von  eurem  finn  noch  erfchrecken  widder  durch  geiH  noch  durch 
brief  als  Ton  uns  gefant,  das  der  tag  Chrifti  furhanden  fei.  lall  euch  nie- 
mant  verfuren  in  keinerlei  weife,  denn  er  kompt  nicht,  es  fei  denn  das 
zuvor  der  abfall  kome  und  offinbart  werde  der  menfch  der  fundeu  und  das 
kind  der  verderbung,  der  da  ift  ein  widerwertiger  und  fich  überhebt  nber 
alles  das  Got  odder  Qottis  dienft  heift,  aUb  das  er  fich  fetzt  in  den  tempel 
Gottis  als  ein  Got  und  gibt  üch  für,  er  fei  got  gedenkt  ir  nicht  dran,  das 
ich  euch  folcbs  läget,  da  ich  noch  bei  euch  war?  und  was  es  noch  aufhält, 
wÜTet  ir,  das  er  offenbaret  werde  zu  feiner  seit  denn  es  reget  fich  fchon 
bereit  das  geheimnis  der  bosheit,  on  das  der  es  Itzt  aufholt,  mnfs  enweg 
thon  werden  und  alsdann  wirt  der  boshaftige  offinbart  werden,  wilchen  der 
herr  erwürgen  wirt  nit  dem  geiA  feines  mundes  und  wirt  fein  ein  ende 
machen  durch  die  erfcbeinung  feiner  zukunft  des,  wilchs  zuknnft  gefchicht 
nach  der  Wirkung  des  teufeis  mit  allerlei  lugenhaftigen  kreften  und  zeichen 
und  wundern  und  mit  allerlei  yerfürung  zu  Ungerechtigkeit  unter  denen  die 
verloren  werden,  dafür  das  fie  die  liebe  der  wsrhelt  nicht  haben  aufigeno- 
men,  das  fie  feiig  wurden,  darumb  wirt  In  Got  kreftige  irtum  fenden  das 
Sie  gleubon  der  lugen,  auf  das  gerichtet  werden  alle  die  der  warheit  nicht 
gleubt  haben  fondern  haben  luß  gehabt  an  der  Ungerechtigkeit,  wir  aber 
f ollen  Got  danken  alle  zeit  umb  euch,  geliebte  bruder  von  dem  herrn,  das 
euch  Got  erwelet  hat  von  anfang  zur  felikeit  in  der  heiligung  des  geiftis 
und  im  glauben  der  warheit,  darein  er  euch  berufen  hat  durch  unfer  evan- 
gelion  zum  eigentnm  der   heilikeit   nnfers    herrn  Jefu   Chrifki.  130,  35 

zwu  maß;  zwu  =:  zwo  Femininum;  die  maß  wie  noch  jetzt  in  Ober- 
deutfchland  üblich,  Schm.  2,  623,  hochd.  das  Maß;  vgl.  134,  7  zw{L  gut 
nacht.  131,  7  durch  got  (wie  mhd.)  um  Gottes  willen.  131,  26  das 
Punctum  hinter  der  Klammer  zu  tilgen  und  hinter  hos  halt  der  nächßen 
Zeile  KU  fetzen.  132,  12  vich  Vieh.  133,  2  vifegunkel;  die  gun- 
kel  mhd.  kunkel  der  Rockenfiock,  Spinnrocken,  dann  auch  indem  das 
Attribut  für  den  Träger  deffelben  geradezu  fteht  (vgl.  Schürze),  Weib;  fo 
in  der  Zufammenfetzung  Run  kunkel  d.  1.  altes  zufammen  gefchuurrtes 
Weib  (zu  run  vgl.  runza,  runzila  ruga  Graff  2,  532  fg.  runken  corm- 
gare  Diut  2,  209).  Der  erfte  Teil  vife  hangt  offenbar  zufammen  mit  dem 
noch  heute  in  Baiern  gebräuchlichen  fifeln  kleine  Bewegungen  mit  den 
Fingern,  dem  Munde  oder  überhaupt  machen.  Davon  das  Gefifel  die 
Handlung  des  Fifelns,  dann  quisquilite.  Ahnlich  diefem  fifeln  wird  auch 
fufeln  gebraucht,  dazu  die  Fufel  eine  fahrige  Weibsperfon,  ein  altes 
Weib.  Schm.  1,  571.  Demnach  muß  vifegunkel  (offenbar  ein  Femini> 
num)   ein   altes  fahrtge«,   fasliges    Weib   bezeichnen.     MteV  geht  es  mit  ttm 


327 

fo  lULrkerem  Spotte  auf  M&nner  'Kerl  wie  faflige  alte  Weiber.'  Richtiger 
ala  vifegunkel  wäre  der  angegebenen  Ableitung  nach  wol  vifelgnnkel, 
▼ergl.  bei  SchmcUer  2,  641  f.  t.  Mäfchel  das  daTelbß  nicht  erklarte  fifl- 
gunkes.  133,  20  Mit  Luthers  Schreiben  iß   wahrfcheinlich    das   Buch 

an  den  Adel  deutfcher  Nation  vom  Jahre  1520  gemeint,  wo  der  Papft  nach 
2  ThelTal.  2,  3  als  Menfch  der  Snnde  bezeichnet  wird  (Luthers  Werke  1  T. 
Jena  1560  fol.  298  ^  p.  med.)  wenn  es  nicht  die  Schrift  delTelben  Jahres 
wider   die  Bulle  des  Entchriils  ift.  133,  25   Mit  Antdorf  iSt  doch  wol 

Antwerpen  gemeint;  daB  aber  damals  dort  Ketzerverbrennungen  Statt 
gehabt  haben,  kann  ich  nicht  finden.  Die  Notiz  fcheint  auf  einem  üalTchem 
Gerüchte  au  beruhen. 

Das  Stuck  fcheint  noch  ans  dem  Jahre  1520,  aber  ans  der  zweiten 
Hälfte  oder  dem  Ende  delTelben  nach  der  Veröffentlichung  der  päpftlichen 
Bulle  zu  ftammen.  Die  Heimat  läßt  fich  nicht  genau  angeben,  doch  zeigt 
die  Schreibung,  daß  ße  nicht  Schwaben,  Elfaß  oder  die  Schweiz,  fo  wenig 
wie  eine  uiederdeutfche  Gegend  ifti  fie  könnte  das  nordliche  oder  nordweft- 
liehe  Frauken  nach  dem  Mittelrhein  zu  fein. 


XVL 

Von  diefem  Dialoge  lagen  mir  fünf  verfchiedene  Drucke  Tor. 

A.  Ain  fcb&ner  Dialogns  vnnd  ge- 

rprech  zwifchen  eim  Pfarrer  viid  eim  Schnltheyß/ 
betreffend  allen  nbel  Stand  der  geiftlichen. 
Vnnd  b&ß  handlug  der  weltlichen.    Al- 
les mit  geytzigkeit  beladen  etc. 

Ift  der  Titel  auf  der  vordem  Seite  des  erßen  Blattes,  von  dem  die  Rück- 
feite  leer  ift.  Auf  dem  zweiten  Blatte  oben  beginnt  der  Dialog,  der  durch 
10  Blätter  und  eine  Seite  ohne  Abfatz  fortläuft.  Die  letzte  Seite,  die  Rück- 
feite  des  zwölften  Blattes,  ift  leer.    Die  Seite  hat  33  Zeilen, 

B.        12  BL  in  4<*.    Auf  der  Titelfeite  oben 

Ain  fch&ner  dialog' 
Vnd  gefprech  zwifchen  aim  Pfar- 
rer vnd  aim  Schulthayß  /  betreffend  allen  übel 
ftand  der  gayftlichen.    Vnd  böß  handlug 
der  weltlichen.    Alles  mit  geytzig- 
kayt  beladen  etc. 

Darunter  ein  Holzfchnitt:  Pfarrer  und  Bauer  im  Gefpräch  (zwifchen  beiden 
ein  Kind)  in  der  Straße   eines  Dorfes  beim  Wirtshaufe,  das   durch  einen 


328 


ansgeileekteii  Kranz  kenntlich  ift.  Rackfeite  cies  erften  Blattes  leer.  Auf 
der  vordem  Seite  des  zweiten  oben  beginnt  der  Dialog  nnd  geht  (39  Zeilen 
auf  der  Seite)  ohne  Abfatz  fort  bis  znr  Mitte  der  Rackfeite  des  letzten 
Blattes.  Diefer  Druck  mit  diverfen  Fehlern  bei  Scheible,  Klofter  Bd  10 
S.  301—320. 

C        10  Bll.  in  4®.     Anf  der  vorderften  Seite  oben 

Eyn  fchoner  Dialogns  vnd  ge- 

fpxech  Zwilchen  eym  Pfarrer  vnd  eym 

Schnltheyß  /  betreffend  allen  ubelßand  der  geyll- 

liehen  /  vnd  b&ßhandlang  der  weltlichen. 

Alles  mit  geytzigkeyt  belade. 

Darunter  derfelbe  Holzfchnitt  wie  im  vorigen  Drucke.  Auf  der  Rückfeite 
des  erAen  Blattes  beginnt  das  Gefpräch  nnd  geht  ohne  Abfatz  bis  unten 
anf  die  vordere  des  letzten  (zehnten)  Blattes,  deifen  R&ckfeite  leer  ift.  Die 
Seite  hält  35  Zeilen. 


D.  10  Bll.  in  4^.  Auf  der  vordem  Seite  des  erden  Blattes  ohne  Holz- 
fchnitt 

Eyn  fchoner  dialogns  vnd 

gefprech  zwifche  eym  Pfar* 

rer  vS  eim  Schulthes  be 

treffendt  alle  vbel  des 

ftands  d"  geyftlichen 

vnd  bofz  handlüg 

der  weltlichen 

alles  mit 

geytzig 

kelt  u- 

lad«u. 

Auf  der  Rflckfeite  beginnt  der  Dialog,  der  fortlaufend  ohne  Abfatz  (37  Zei- 
len auf  der  Seite)  bis  gegen  Ende  der  vordem  Seite  des  letzten  (sehnten) 
Blattes  geht.  Die  letzte  Zeile  hat  vor  dem  Amen  der  andern  noch  Gott 
fey  alleyn  lob  vnd  ehr.  Auf  der  Ruckfeite  des  letzten  Blattes  ein  rober 
offenbar  nicht  zu  diefem  Drucke  gehöriger  Holzfchnitt:  ein  bärtiger  Alter 
in  weitem  Gewände,  mit  einer  Art  Turban  auf  dem  Kopfe,  die  rechte  Hand 
lehrend  ausgeftreckt,  in  der  Linken  einen  Stab  fcepterähnlich  haltend,  fitzt 
auf  einem  Seßel,  neben  dem  zur  Rechten  ein  jüngerer  Menfch,  die  Hände 
über  die  Bruft  gekreuzt  wie  ein  Sclave  fleht.  Über  den  diefe  Figuren  ein- 
fchließen'den  Linien  (alfo  nicht  zum  Holzfchnitt  gehörig)  fteht  oben  über 
der  zweiten  Figur  Pfarrer,  über  der  erfleren,  der  fitzenden,  Schulthes. 
Diefer  Druck  hat  Randgloflen,  die  den  Inhalt  kurz  angeben. 

B.         10  Bll.  in  40.    Auf  der  vordem  Seite  des  erllen  fteht 


829 

Eyn  fchoner  dialogus  vn  goTpreph 

xtvirehen  äim  Pfarrer  vnd  eym  SobnltheB  /  betreffendt 

alle  vbel  des  Stands  d'  geyftlicheii.     Vn  b6ß 

handlang  der  weltliehen.    Alles 

mit  geytzigkeyt 

beladr.  etc. 

Wie  beim  vorigen  beginnt  anf  der  Rnckfeite  diefes  erden  Blattes  der  Dia- 
log, der  fortlaufend,  auch  37  Zeilen  anf  der  Seite,  bis  anf  die  letzte  (die 
Rückfeite  des  zehnten  Blattes)  geht.  Der  Dmck  hat  diefelben  BandglolTen 
wie  der  vorige. 

Vgl.  Panzers  Annalen  2,  44  fg.  No  1218—1223.  S.  124  No  1539.  AU- 
gem.  Litt.  Anzeiger  1801  No  42  S.  396  fg. 

LESARTEN.     136,  2  find  C.        136,  3  kriecht  C.    kopt  D.    kobt  E. 
136,  6  Schulthes   D.    Schniteß  £.  Hagenaw  G.        136,  7 

mer.         Jurckenn  DE.         135,  8   küng  B.    knnig  D.    knng  E. 

135,  10  montaw  C.  Mantua  DE.  136,  12  Wormbs.  136,  14  gabt 
D.  gath   E.        mnnich  DE.        reth  C.        136,  16   ward  fein  I6n  D. 

136,  16  anhangen  C.         136,  4  vergrundt  DE.     ergr&ndt  C. 

136,  6  fiert  B.    fierd  DE.   fürt  C.        136,  11  w&r  B.        fchuler  DE. 

136,  14  yrfcbal  A.  136,  15  fchwer  DE.  136,  20  chriften- 
lich  BC.        136,  25   gh6rt  DE.         136,  26  feine  BC.    feyne  DE. 

136,  32  paaren  BCDE.  136,  33  wandt  DE.  Fürs  aweite  an  BCDE. 
anff.        136,  36   an  des  C.    on  das  DE.    fanft  A.        137,  1  ft&ck  C. 

137,  2  Terkaaffent      137,  3  verdlnen  A.       137,  6  verbieten  DE. 

fchandlichen  C.    fcbendlichen  DE.         137,  9  fyli   der  pfr&n- 

den  A.   fylli  der    pfrftnden  B.    fylli  der  pfr&nden  C.    menge  der 

Pfründen  DE.        137,  13  grauffen   B.        th&nd  DE.        137,  16  fie- 

ret  AB.    farent  CDE.         137,  18  haffart  A.        137,  20  golt  DE. 

137,  21  noch  A.       137,  22  n6rent  BE.       weybe  C.       137,  23  hund  A. 

137,  26  groß  t&glichs  gen  ABC.    groß  tagleyften  gen  DE« 

137,  27  w6llens  BC.        ewigk  DE.        137,  81  61ter  B.       brilder  A. 
6ltern  brnder  DE.         137,  32  freind  AB.  frfin  dt  DE.        137,  36 

Ayner  E.       fyli  AB.  Tili  C.  vil  D.  viU  E.        137,  37  abgeßftrbne  B. 

138,  1  nfir  C.  138,  8  oaplan  C.  Für  helfer  haben  DE  Altari- 
Iten.  138,  6  tbnnd  C.  138,  9  etliche  A.  188,  16  Xollent  CE. 
rollend  D.  138,  17  gefehendt  D.  gefch&ndt  E.  holtzin  C. 
hultain  DE.        138,  21  gan  CDE.        138,  22  fcbendlichen  CDE. 

138,  22  rech  A.  £eh  DE.  138,  26  wo  es  CDE.  roliches  an  triefft 
D.  r  antrifft  £.        138,  31  gefengnngen  ABDB.  gefegongen  C. 

139,  4  nympt  DE.        139,  6   lafft  B.        ßuel  DE.        139,  6  krambt 
CDE.         139,  9  k6cheu  DE.        139,  10  pranne  C.  -     benttel  D. 
139,  11  kr6m  l&den  A.  far  die  kram  laden  D.       139,  16  g6t8  A. 
139,  18  ro  drollt  er  fioh  DE.         139,  20  falbuief  t  A.        139,  21  fye- 
renn  AB.  furenn  C.  füren  DE.        139,  24  mit  feyner  Elßen  DE. 
139,  27  rch6n  DE.         189,  28  gutt  vnd  gelt  DE.       189,  29  wie  fie  C. 

25 


380 

139,  31  foh&eben  D%.  139,  33  ia  b«!  DE.  140,  8  Schalt- 
hes  DE.  140,  13  Parchaillnm  A.  Pafchguillttiii  BC.  140,  15 
dorffte  A.         140,  17  gefehen  CDE.  140,  18  g&t  AB.         140,  20 

machten  BCDE.  140,  22  boad  B.  kain  fehlt  A.  141,  5  par- 
teggen  A.      partecken    CDE.  141,    18    offern   A.     opffern    die 

übrigen.  141,  25  er  wolt  in  alle.  141,  29  fchüldig  A.  141,  30 
eyger  DE.  141,  31  verfchlemmen  DE.  fftliches  B.  141,  33 
driegent  A.  dryegent  BDE.  dragent  C.  141,  36  fgg.  lautet  in  DE 
ea  fey  von  kornn  (körn  E)  allerley  treydt  /  kelber  tzygen  / 
fcfaaff  /  oder  lemmer  /  genß  /b&ner/  (hunder  E)  obeß  vii  alle»  / 
auch  nyder  vnd   ober  gericht   vö  alle   obirckeyt  (obrickeyt  E). 

141,  37  foderent  BCDE.        142,  1   kunder  AB.        machten  AC. 
mpchten  D.         142,  2  hilfft  A.         erzeychen  B.    erzlben  C.    erne- 
ren  DE.         142,  6  w&lt  C.  wolt  DB.        142,  6  nichts  nur  D.       142,  7 
vnd   vngelt   frey  A.   vii  vmb  gelt  frey  BC.    vnd   vmb   vngelt  frey 
DE.        142,  9  tb&r  DE.        d&ch  A.        142,  11  mbr  AB.  meh/  DE. 
142,  12  finft  AC.   fynft  B.    flndfta  D.   fingftu  E.        pfennig  DE. 
142,  14  weltlichen  D.        142,  19  erqnickent  DB.   erkuckent  C. 
142,  20  vergebens  C.   beide  Male.        enpfangen  C.   antpfangen  DE. 

142,  30  w&rt  AB.         142,  35  161  B.        143,  5  ordung  A.        143,6 
vnnd   noddurfft  willenn  DB.  143,  7  geh6rt   batt  D.    gehöret 
hatt  E.          143,  8  rayttung  BC.    rechttung  A.   rechnung  DE. 
th&n   DE.        143,  9  hendlen  BC.        wirt  DE.        143,  10  ßat  nur  A. 

143,  13  creaturen  DE  für  gefchopft.  143,  14  dem  h.  als  den 
C.  dem  h.  als  dem  A.      143,  21  fieren  ABDE.      143,  31  pfrüenden  B. 

143,  38   ordentlich   C.         144,  8  Jartag  B.         144,  13  kfi  CDE. 

144,  14  ain  AB.  144,  16  pfennig  B.  144,  17  trieg  A.  triegt 
B.  trüget  C.  triget  DE.  144,  18  fchäflein  CD.  gel&bt  B.  ge- 
lobt ACDE.        144,  19   fierendt  AB.   fnerendt  £.   furent  CD. 

144,  20  h&rt  ABE.  hert  CD.  für  fehent  CDE.  bezwingelicb  D. 
bezwyngelich  E.        144,  21  Tchnoden  D.        144,  23  gewiffen  C. 

144,  24  faft  C.  144,  28  von  fehlt  DB.  144,  33  müeffen  A.  my- 
effen  B.  muffen  C.  muffen  DE.  144,  34  wa  (das  zweite)  nur  B, 
die  übrigen  wo.          144,  38  vngelert  CD.  145,  13  beffer  DE. 

145,  16  weyde  DE.        145,  18  ertzney   CDE.        145,  19  nichs  nur  A. 

145,  23  belechnen  BC.  belenen  DE.  145,  24  furhin  A.  für  hin 
CDE.  145,  25  vnbefchätzt  B.  vnbefchatzt  C.  145,  30  Letzell- 
tiat  ABC.   Lecentiat  DE.        145,  31  kinlinß  tag  A.        feind  fehlt 

145,  32  gdwinent  A.    gewinnen  C.        145,  34  b6dern  AB.    bedern 
DE.        146,  2  platz  DE.         126,  7  Munch  B.  Munch  C.  Munlch  DE. 

146,  10  ir   werdt  fehlt  ABC;  in  DE  fleht   werth  hinter  zogen. 

146,  12  frumb  BDE.         146,  18  vergecht  C.   vergacht  DE.        146,  20 
pochent  C.  146,  23  muhe  CD.  fchwere  C.    fchwerem  ADE. 
fchwarem  B.        k&m  A.        146,  26  mügt  BCDE.         146,  29  an  B. 
146,  31   karacktores  BCDE.          146,  32  alfo  erfchreckt  BCDE. 
baffer  AB.  beffer  CDE.      146,  34  lig  B.  lyg  CDE.       146,  34  achte  A. 


331 

146,  3ö  w&T  AB.  14t>  1  weer  ABDE.  147,  2  ewr  B.  147,  4 
feantfchafft  B.  147,  5  feyend  B.  147,  7  kungklichen  DE.  ka- 
nigklichen  B.       147,  7  funderet  C.  fundert  DE.      147,  11  wenn  D. 

147,  17  den  mererteyl  DBB.  147,  18  teding  DE.  147,  30 
f&  A.  147,  24  gaben  CDE.  147,  27  plamer  C.  pUmmer  DE. 
147,  29  teyU  A.  147,  80  arem  B.  148,  24  für  fich  genomen  fehlt 
in  allen.  148,  27  Schulthes  DB.  148,  32  Tnornung  A.  har- 
fchaffte  A.  148,  35  gibt  A.  raycht  BC.  reycht  DE.  148,  36 
bl6eiien  A.  blocken  DE.  149,  3  bftften  AB.  dar  DE.  149,  ö 
gebawet  CDE.  ft&t  AB.  Bat  CDE.  149,  9  m&ß  A.  pfehützen 
B.  befchntzen  C.  fchntzen  DE.  149,  11  im  für  in  alle  Dr.  beide 
Haie.  149,  12  lafl  DE.  m&ßt  A.  mnft  CDE.  149,  25  zeemuß  A. 
seem&ß  BC.  tzngem&ß  D.  züigemnß  £.  rermifchft  A.  149,  28 
narck  A.  fierent  BDE.  fnrent  C.  149,  29  Stab  B.  ßa&b  vo- 
gelwicken  ratten  DE.  149,  32  es  kr&gk  eyn  k&  DE.  149,  33 
moßig  vn  reittig  A.  m.  t.  ryettig  A.  mofig  vnd  ryeteg  C.  m^fig 
vnd  ryettig  DE.        149,  34  fauel  DE.        149,  37  ift  DE  beide  Male. 

150,  2  fftlt  AB.        150,  6  befonder  BCDE.        150,  10  ahn  gab  DE. 

150,  14  henbt  DE.  150,  18  artzneyen  A.  150,  31  das  k5rt 
dem  AB.  150,  33  des  pfarrers  putan  A.  d.  p.  put  an  B.  des  Pf. 
pnt  ann  C.  des  Pfarrers  fpeyßkamer  DE.  161,  6  fruntfchafft  A. 
feantfchafft  B.         151,  15   potogra  ABC.        161,  18  n5n  D.  n&n  E. 

151,  20  rwbig  £.  151,  22  gan  CDE.  151,  25  h5ret  D. 
151,  31  worlich  A.  gerafft  B.  152,  1  Wnrms  A.  152,  11  fg. 
war  ift  das  Capitel  Pauli  2.  T.  im  II.  vn  IIL  Capitel  ABC.  das 
Pan.  zn  T.  2  epifc.  c.  3  D.  das  3  Ca.  Pan.  zu  Thim.  2  epif.  £. 
162,  22  furo  hin  BC.  fnrthin  DE.  152,  24  verzaihen  A.  153,  4 
winckel  prediger  A.  153,  7  fcharff  finnigen  C.  153,  10  iarßtag 
DE.     nlenfpigel  A.  vlenfpyegel  B.  Tlenfpygel  DE.  Eulenfpigel  C. 

153,  11  buchle  DE.  b&chleyn  C.  bybli  BDE.  ,bibli  C.  153,  12 
aligiredt  DE.  153,  13  kaldenfcher  A.  153,  15  fingt  DCDE. 
158,  18  bludrer  DE.  153,  22  aydßein  D.  eydilain  £.  154,  1  alt- 
foderen  BC.  alt  forfarn  DE.  154,  4  ein  woner  ABCD.  154,  6 
die  wil  ich  rrteyl  DE.  154,  10  Torfodern  BC.  vorfarn  DE. 
154,  20  furchten  C.  forchten  D.  farchtenn  £.  154,  22  monung 
CB.  154,  25  verziegen  A.  Verzügen  B.  vertzagen  DE.  154,  26 
auff  den  Snntag  C.  biß  Snntag  D£.  154,  30  fcheydt  DE.  ayn 
jeder  C. 

EBKLÄBUNGEN.  135,  2  feid  wilkum  ins  Wirtshaus  feid  nach  Wil- 
len, nach  Wunfch  ins  Wirtshaus  gekommen!  bene  veneritis  in  tabemami 
(Tgl.  155,  6)  wo  der  Accufativ  rom  Kommen  bedingt  iA,  während  wir  jetzt 
mtoder  finnlich  fagen  *feid  willkommen  im  Wirtshaus!'  wo  bereits  das  Da- 
rinnfein  gemeint  ift.  135,  3  ir  kreucht  ftreng  genonunen  falfche  Form 
for  ir  kriecht,  denn  nur  der  Singular  des  Prafens  hat  eu,  wie  mhd.  und 
ahd.  in.        neuwermär  GenitiT  von  was  regiert  (^uid  novi?)  und  zwar 


332 

noch' Genitiv  Pluralls  (novorum  nuntiornm)  vom  Neatrum  dag  mi»re  die 
Nachricht,  ans  deffen  Plnral  (diu  mtere)  erft  nnfer  Feminiaam  di«  Mähre, 
Mahr  geworden  iß.         verhanden  wie  152,  27.  153,  36  vorhanden. 

136,  3  nicht  nichts.  136,  9  Gemeint  könnte  Luthers  Schrift  v.  J.  20 
fein  'Kurze  form  wie  das  vater  unfer  zu  beten.'  Werke  von  1560  Bd.  1 
fol.  826  fgg.,  es  ift  aber  wol  die  von  1518  'Auslegung  dendfch  des  vater 
unfer  für  die  einfältigen  leien*  daf.  fol.  67—89.  186,  13  Wol  der  Seimon 
vom  8acrament  der  Buße  vom  J.  1518  gemeint,  daf.  fol.  62  ^  igg*  136,  26 
an  in.  186,  31  es  ftand  ConJ.  Praf.  (ftet)  von  der  vollen  unfyneofiierten 
Form  ahd.  ßantan  ßare.  Gramm.  1,  868.  136,  36  fünden  fändigen. 

136,  38   In  der  Schrift  vom  J.  20  an  den  Adel  deutfeher  Nation. 

137,  5  fchantlich  (wie  138,  22)  fchändlicb,  f.  zu  14,21.  137,  9  die  fiU 
wie  Z.  35  die  Viele,  Vielheit,  elfaßifche  Form.  137,  24  das  federfpil 
der  zur  Jagd  abgerichtete  Falke  (vergl.  wintfpil  Windhund)  Braute  Nar- 
renfeh. 8,  4.  74,  7.  Wunderh.  1,  98.  3,  365.  liberei,  wie  aus  dem  Zn- 
ftktze  und  bischer  (wovor  vom  das  Komma  su  tilgen)  erfichtlioh,  Bibliothek, 
vergl.  Schmeller  2,  417.  137,  26  tagleiften  hier  entweder  der  Genit. 
Plur.  (groß  ohne  Flexion  far  großer)  vom  Nom.  Sing,  die  tagleift  (vgl. 
im  Mhd.  volleift)  unfer  Tagleiftung  Schmeller  1,  434,  oder  fubftantivifcher 
Infinitiv  das  tagleiften,  wo  dann  groß  far  großes  (Genitiv)  fteht,  tag- 
leiften /heißt  den  Gerichtstag  leißen,  auf  ihm  erfcheinen.y  Hier  find  die 
vom  Papfte  ansgefchriebenen  Tage,  wie  Confiftorien,  gemeint,  anf  denen 
vacante  geiftliche  Ämter  vergeben  werden.  Das  gen  ift  gebraucht  als  ob 
in  leiften  der  Begriff  der  Bewegung  läge,  etwa  wie  wenn  tagefart  da 
ftünde.  137,  30  man  enzuckt  fie  man  entzieht  fie.  137,  34  der  bei- 
tel  das  Erbettelte,  im  Gegenfatz  zu  dem  durch  Arbeit  rechtmäßig  Erwor- 
benen. Schmeller  1,  217.  138,  1  betrachtnng  wie  Z.  8  =  trachtang, 
Trachten.  138,  3  die  mindern  die  geringeren.  138,  5  th(k  Oonjune- 
tiv.  Präf.  138,  9  etlichen  (Singular)  manchen.  139,  4  prefenz  Lei- 
ftung  far  eine  Seelmelfe,  f.  Z.  7.        139,  7  fprech  d.  i.  fpräcbe,  Conj.  Prät. 

139,  10  prunen  Braunen?  Ift  damit  eine  Münze  gemeint?        139,  16 
fluch 8   für  flugs    d.  i.    adverbialer  Genitiv,  im  Fluge.  139,  18  fich 

zapfen  fich  wegbegeben,  Schmeller  4,  278.        den  nachften  feil.  weg. 
139,  19  künde  Bekannter,   Schm.  2,  310  fg.         139,  22  ficht  er  ficht  er 
aus.         139,  24   Ger  traut,   feine   Haushälterin.  139,  26   mein  frauw 

fnr  das  bloße  frauw,  wie  im  Franz.  madame  gebraucht.  der  hats  der 
hält  fie.  139,  27  Sie  hat  fchon  viel  Ställe  durchlaufen,  hat  fchon  viel 
mit  durchgemacht,  fich  fchon  vieler  Orten  herum  getrieben.  139,  31  läp- 
pet iappicht  140,  8  im  allgemein,  neutral.  140,  13  zfigang,  f  27, 
33.  32,  16.  126,  34.  142,  11.  152,  21.  140,  15  Sunon  Heffus  als  Geg- 
ner Luthers  fcheint  ein  fingierter  Name.  Seckendorf  im  Commevtariua  de 
Lutheraniftno  (ad  indicem  I  fchol.  XXXVI)  weiß  nicht,  wer  er  gewefen. 
Es  eziftiert  eine  Schrift,  die  feinen  Namen  trägt  vom  J.  1521  (4  Bogen  in 
4*,  das  letzte  Blatt  und  die  Bäckfeite  des  erften  leer,  35  Zeilen  die  Seite) 
des  Titels:  Argumentum  Libelli.  |  Symon  Heffus  Lvtfaero  öften  | 
dit  cavffas,   qvare  Lvterana  |  opofcvla  a  Celonienfibvs  )  et  L«- 


333 

vADlenfib.    ilnt  conbv  |  fta.    id   ipfvon  eiiini  petit  Mar-  |  tinvs   in 
liballo  qvo  dam,  |  vbi  rationem  reddit  fa-  |  cti  fvi    nam  ob.  XXX« 
arti  I  ctIos   erroneos  inpajpalibvs   libris   inven  |  tos  ivs  cano- 
ni  -  )  cTm  fe   in  flam  |  mas  con-  |  ieciffe  |  fori-  |  pfit  |  Leotor  no 
pigoat   te  Ironias   Heffi  pellagore,  habes  qao  |  palmonem   exer- 
cea8,'flo    em  Heffna   Cvriam  de-  |  fendit,   ut  fi  deeem  fint  Heffi 
Romfle  I  propagnatores,  breni  perire  |  fame  nninerfam  Carl-  |  am 
nöceffam  |  fit.  |  Überfchrift  vorn  oben  auf  dem  2  Blatte:    Symon  HeiTre 
faerofanetn  fedis  Apoftolie»  Prothonotarius  S.  Pontificis  {amiliaris  Domiao 
ICartino    Luther  Doctori  Theologo  S.  D.   Schloß  auf  Bl.  Diij  ▼:   Sed  jam 
▼erbomm  iktis.    rationis  noftne  fi  tibi  elnmbee  et  inefficatiores  ridebantar, 
Büt  principiom  petere,  non  protinns  oblatra:   nam  in  frequentifiima  caapona 
inter  temuleatos  fedenti  nihil   aliad    reniebat  in  mentem.    cnm  in  feeeffum 
-renero  collectia  Jam  tom  feafibas,  quos  compotatlones  Briegoice  difperferaat 
robn  iora  afferam  pro  Curia  ingeniofiffima.    tu  Interim  bis  contentus  home- 
TOS  ad  pugnam  parato  et  ^ale.    £z  Zeringcn  Pago  Brisgau  die.  6.  Jannarii. 
an.  M.D.XXI.    Die  Sobrüt  ift  eine  ironifche  Widerlegung   der  lutherifchen  ' 
Rechtfertigungsrchrift  über  fein  Verbrennen   der  päpftllchen   BuUe  und  der 
DekretaÜen.     Wetter  gehört  hieher  ein  Dialog  xwifchen  Simon  Heflus  und 
Martinas  Luther  (5  Bll.  in  4,  Rnokfeite   des  letzten  leer)   des  Titels  Dialo- 
gus  Simonis  |  Hefli   et  Martino  (fic)  Lntheri  Wor  |  macie  nnper 
habitns:   lectn  |  non   inincundus.  |  Am  Schlußo:   Ex  Zeringen.  30 
Maij.   Anno  1521.    Diefer  Dialog  fchließt  fioh  unmittelbar  an  die  Torige 
Schrift  an,  er  bezieht  fich  fogar   auf  die  Schlußworte  derfelben,   indem  es 
im  Eingänge  beißt:  Salvus  tu  quoque  lis,  Mefle  chariflirae,  nam  etfi  hume- 
Tos  ad  pugnam  non  dum  fatis  appararim,   delectat  tarnen  me  hominis 
candidi  prefentia  magis  quam  .terreat  eraditio.    Von  beiden  liegt   mir  eine  ' 
dentfehe  Überfttzung   ror  o.  O.  n.  J.  aber   offenbar  gleichzeitig  vom  Jahre 
1521:   Argument  difes   bieohlins-  |  Symon  Heffns  aeigt  an  Doc- 
tori Martino  Lu  |  ther   vrfach,  warumb    die  Lutherifche  biecher 
▼  o  den  Colo-  |  nienfern   rn  Lonanienfern  Torbrent  worden  fein, 
da»  I  Martiaus   hat   das   begert  in  einem  biechlein,  dar  |  iu  er  Tr- 
fach  fagt  mit.  XXX.  articklen   im  geiß-  |  liehe  Recht   begriffen, 
warumb  er  dem  |  Bapft  feine   Recht  zu   Witten-  |  berg  verbrennt 
hatt.  I  Auch  eyn  |  newer  z&fatz  inn  |  etlichen  articklen  begriffen. 
)  Frag  vnd  antwort  Simonis    Heffi  |  vnd  Martini  Lutheri,  new- 
Hch  mit- I  einander  z&   Worms   gehal- |  ten,  nit  rnlieplich  |  zul- 
iefen. I  Rttckfeite  leer.   7  Bgg.  in  4«  und  2  Bll.  Signat  bis  Oiiij,  36  Zeilen 
4le  Seite.    Den   Dialog  ohne   die   erftere  Schrift  erwähnt  auch   Seckendorf 
a.  a.  O.    Vgl.  Panzers  Annalen  2  S.  34  fg.  No  1197^1201.     Man  hat  gc 
meint   Simon   Heflhs . fei   pfeudonyra   Urbanns   Rhegins,   Hagen   2,   188 
Aom.  140,  2p  mechten   Conj.    Prät.  faccrent.  140,  24  befnnder 

fondem.  140^7  n abermals  wie  nächft  93,  10.  97,  8  neulich,  }«ngß, 
▼or  kurzem.  140,  28  ßand  L  zu  136,  31.  140,  31  Pauls  für  Paulus 
«i^  im  Mhd.  f.  meine  Anm.  zur  Tochter  Syon  12  S.  51.  140,  34  ir 
w«nd  wie   141,  27  =  ir  wellent  Ihr  woHt  140,  86  fpitzli  (wie  Uli 


384 

137,  9)  eUaBiTche  Form,  Spitslein.  Vulg:  joto  unnm  ant  onofi  apex.  Luthen 
Neu  Ted.  v.  1522  der  kleiDiß  baohftab.  141,  &  partegdn,  fonft  parte- 
ken  die  Almofen  die  fich  die  Schüler  zu  beftimmten  Zeiten,  namentlich  sn 
Weihnachten,  vor  den  ThGren  erfangen,  die  meift  in  Naturalien  beftanden. 

141,  12  das  Waffen  wie  mhd.  da^  wäfen  das  Schwert.  141,  23 
der  merer  der  größere.  141,  31  bolilermiime  Bettooufinehen.  Die 
Pfaffen  geben  ihre  Haushälterinnen  meift  für  Verwandte,  Muhmen  aua. 

141,  33  ee  hört  es  gehört.  141,  37  die  imme  mhd.  imbe  Biene. 

142,  1  kinder  für  kindern.  meehten  für  möchten.  142,  3  mh& 
wir  wie  147,  30  für  m&ßen  wir.  142,  7  ungelt  Mafe.  eine  gewifle 
Abgabe  an  Geld,  höchft  wahrfcheinlich  (wenigdene  zumeift)  ein  Bingangs- 
nnd  Ausgangszoll  auf  Waaren,  Vieh  u.  dgl.  Vgl.  Schm.  2,  43  fg.  Ob  die 
Erklärung  bei  Benecke -Müller  1,  523^  richtig  ift  'was  noch  über  den  Wert 
einer  Sache  bezalt  werden  mnß,*  bezweifle  ich.  wacht  frei  frei  vom 
perlÖnlichen  Wachtdienfte  in  der  Stadt  als  auch  von  der  Abgabe,  die  für 
die  Stellvertretung  geleiftet  werden  muß.  142,  11,  gang,  Imperativ,  vgL 
140,  13.  142,  12  finft  d.  i.  findeft.  142,  13  gleichfner,  dann  auch 
gleifner,  mhd.  gelichefiere  Heuchler.  142,  16  es  ftand  f.  140,  28. 
Diefe  Form  ferner  noch  143,  10.  20.  146,  1.  147,  8.  148,  3.  7.  8. 16.  154,  4. 

142,  19  erkücken  neu  beleben,  lebendig  machen.  außetzig  d.  L 
außfetzig,  mhd.  ugfetze,  ahd.  ügfezeo  der  hinans  gefetzt  ift,  außer- 
halb der  Stadt  wohnen  muß,  leprofus.  Die  mit  dem  Ausfatz,  einer  damals 
unheilbaren  Krankheit  behafteten,  wohnten  im  Mittelalter  in  abgefperrten, 
nur  für  iie  allein  beftimmten  Siechhäufem  vor  der  Stadt,  um  die  Anfteckung 
zu  meiden;  Lazaruskapellen,  die  noch  bei  manchen  Städten  an  der  Grenze 
des  Weichsbildes  heutzutage  fich  finden ,  zeigen  den  Ort  an  wo  diefe  Un- 
glücklichen, von  allen  übrigen  Lebendigen  geflohen,  ihre  einfamen  Tage 
verbringen  muften.  142,  20  vergeben  fchenkweife,  gratis,  umfonft  (von 
vergeben  fcheuken)  mhd.  vergebene.  Unfer  heutiges  Adverb  verge- 
bens ift  in  die  Bedeutung  'ohne  Erfolg*  übergegangen.  143,  2  als  ain 
ietlich  kirchen  mit  weggelaßener  Flexion  für  als  ainer   ietlichen  k. 

143,  3  das  hailtum  Reliquien.  klainat  ft.  Neutrum  (wobei  ä   der 

Ableitungfilbe  ans  richtigem  ö  geworden  ift  wie  unfer  Heimat  ans  hei- 
möte)  mhd.  kleinöt,  auch  kleinoste  wegen  des  ahd.  kleinöti  etwas 
zierlich  gearbeitetes,    dann  jedes    zierliche   Gefchenk.  143,  8   raitung 

Rechnung,  raiten  rechnen.  143,  9  ich  wird  richtige  hochd.  Form,  ich 
werde.  143,  13  die  gefchöpft  creatura.  dem  vorgeer,  die  Vnig. 
gibt  prtecellenti.       143,  24  zwar  mhd.  ze  wäre  in  Wahrheit,  in  der  Tbat. 

143,  26  halbs  d.  i.  halbes  adverbialer  Genitiv,  müfte  ftreng  genom- 
men halben  heißen  vom  fchw.  Femin.  halbe.  143,  38  die  fiben  zeit, 
fonft  gewönlich  tagzeit  die  fiben  Tagzeiten,  hör»  oanonicse,  die  zu  be- 
ftimmten Zeiten  des  Tags  von  geiftlichen  Corporationen  gemeinfchaftlich 
gehaltenen,  in  Pfalmen  und  Lectionen  beftehenden  Gebete:  Metten,  Prim, 
Terz,  Sext,  Non,  Vefper  und  Complet,  vgl.  151,  18  fg.  144,  2.  7.  8  be- 
finknüs  die  Obfequierung  und  Befixittung  eines  Verftorbenen  unter  Abfin- 
gung der  Pfalmen,  befinknüs  halten,  befingen  jufta  ezequiarnm  facere 


835 

Schm.  3,  S7S;  die  vigilg,  vigil  vigUU  der  GotteBdienft  am  Vorabende 
einer  Beerdigung,  die  Todtenmette  beim  Gottesdienll  für  einen  Verftorbenen 
(fonft  auch  Gottesdienft  am  Vorabend  eines  Feftes),  Scbm.  1,  625;  der 
fibent  der  fiebente  Tag  nach  der  BeiTetzong  eines  Leichnams,  an  welchen 
ehemals  der  aweite  Tranergottesdienß  gehalten  zo  werden  pflegte,  denn 
diefer  zweite  Seelengottesdienft  überhaupt,  wenn  er  auch  nicht  gerade  am 
fiebenten  Tage  Statt  hatte,  Schm.  3,  186;  der  dreißigß,  dreißgift,  hier 
dreißgaft  der  dreißige  Tag  nach  der  Beerdigung,  dies  tricefimus  depofi- 
tionis,  an  welchem  ehemals  der  letzte  Seelengottesdienft  gehalten  zu  werden 
pflegte,  dann  auch  diefer  letzte  Gottesdienß  überhaupt,  felbft  wenn  er  nicht 
gerade  auf  den  dreißigllen  Tag  fallt.  Schm.  1,  410  fg.;  jarzeit  dies  an- 
nWerfarius  i^  hier  der  Jahrestag  der  BefUttung,  TgL  38,  17.  144,  6  er- 
füllen bis  zur  Sättigung  voll  machen.  144,  11  auffchlag  auf  wachs 
größere  Lieferung  von  Wachs,  d.  h.  Wachskerzen,  oder  entfprechend  er- 
höhter Betrag  von  Geld  dafür,  bei  rerfchiedenen  Gelegenheiten,  z.  B.  beim 
erften  Abendmalsgange,  bei  Einfegnnngen  u.  f.  w.  glockengelt  das 

Geld  fürs  Läuten  der  Glocken  bei  Taufen,  Einfegnungen  und  SterbefaUen. 
144,  18  fehon,  Adrerbium,  fchön,  mhd.  fchöne,  ahd.  fcöne,  daher 
kein  Umlaut  (oo),  der  im  Adjectivum  fchcene  eintritt  wegen  des  folgenden 
i  im  Ahd.  fodni.  144,  20  die  hart  ungewönliche  Schreibung  für  herd 
Heerde.  fürfehen  wie  Z.  18  verfehen  verforgen.  144,  23  gewißne 
ahd.  gewiggine  confcientia.  ergraben  wie  graben,  aber  intenÜTer, 
nemlich  dnrch  verfängliche  Fragen  mehr  herauslocken  als  man  Tagen  kann 
und  die  Sünden  dann  durch  größere  Bußen,  die  dem  GeiAlichen  zu  Gute 
kommen,  beftrafen;  ergraben  Uk  faft  fo  viel  als  erpreflen.  144,  26  fö- 
lich  red  hat  gar  kein  geßalt  folche  Rede  hat  keine  Art,  keine  Manier, 
ift  unanftändig,  vgl.  zu  3,  26.  145,  2  Die  CurtiDEmen  find  gemeint,  vgL 
Bd.  I  S.  184  fgg.  145,  13  weger  beßer,  Compar.  von  wsege  geneigt, 
vorteilhaft,  gut.        145,  18  ärznei  Arznei;  mhd.  arzenie  und  erzetie. 

145,  22  gelert  wer  etwas  gelernt  hat,  hier  nicht  in  unferm  gefteigerten 
Begriffe  der  Gelehrfamkeit.  145,  24  für  hin  fernerhin.  145,  25  er  ftat 
auf  die  k.  er  tritt  auf  die  Kanzel.  145,  27  bücher  für  buchern. 
anßrichten  öffentlich  ausfchelten  und  dem  boshaften  Gerichte  der  Leute 
preisgeben,  beinahe  verlänmden,  Schm.  3,  37.  das  klaffen  das  Ge- 
fohwlta.  145,  28  vons  L.  von  des  L.  145,30  Lezeltiat  Xpashaffee 
Verdrehung  des  Wortes  Licentiat,  das  fleh  der  Bauer  mundgerecht  macht. 
Lebzelten  iH  ein  Backwerk,  eine  Art  Pfefferkuchen,  das  am  Tage  der 
un£bhuldigen  Kindlein  (dem  4ten  Weihnachtstage,  dem  281^en  December)  den 
Kindern,  die  mit  grünen  Reifem  fchlagend  umherziehen,  noch  heute  verab- 
reicht wird.  VgL  meine  Abhandlung  Klopfan  im  Weimar.  Jahrb.  Bd  2  S. 
128  fgg.,  im  befondern  Drucke  S.  56  fgg.  145,  31  es  ift  wert  iß  ange- 
nehm, man  hat  es  gern.  145,  34  fölichs  wirt  von  in  zu  red  das 
wird  von  ihnen  erzält  146,  2  blatz  =  platz.  146,  3  fproUen  ein 
Wort  das  ich  fonil  nicht  belegen  kann.  Richtig  ift  es,  denn  alle  5  Drucke 
geben  es.  Es  muß  etwa'  lo*  viel  wie  unfer  räfonnieren  heißen.  146,  18 
fieh  vergäben  (mhd.  gfthen  ahd.  gäben  eilen)  durch  Eile  fleh  verfehen 


aä6 

fehlen;   hier  durch  7m  rafche,  hitxige   Worte   einen   Fehler  begehen. 
146,  20  allweg   immer.  146,  21   habenrr  habent  habt  146,   i^ 

mit  fchweren  koftung.  Den  alten  Dnicken  nach  mnfte  fchwerem  va 
lefen  fein.  Aber  was  (bllte  das,  da  koftnng  oiSenbar  nur  ftarkea  Femiiii* 
num  fein  kann,  vgl.  Gramm.  2,  350  fgg.  Ich  habe  fchweren  gefchrieben 
und  glaube  es  müfte  eigentlich  heißen  fchweren  ko (langen,  Dattiv  Plu- 
ralis,  mit  fchweren  Koften.  Die  Flexionsendung  des  Subfiantiva  iß,  wie  to 
häufig  auch  in  diefem  Stücke,  abgefallen.  Man  könnte  fcliweren  aber 
auch  als  fchwache  Flexion  faßenv  freilieh  ein  eigentümlicher  Qebrwicb. 
Vgl.  147,  1  mit  verkerten  kleidnng  und  wer.  146,  94  gesöt  d.  i. 
genötet  genötigt.  146,  25  fg.  Gebt  nns*  jetzt  einmal  Grund  mit  eurer 
bisherigen  Unbefchränktheit  und  verfücht,  ob  ihr  uns  noch  mit  dem  Banne 
erichrecken  könnt.  146,  27  wir  wißend  mit  unorganifchem  d  f^r  wir 
wißen.  146,  31  karakter  Unterfchrift.  147,  2  auf  euwer  h.  f.  v. 
fchatat  eure  Heiligkeit  fo  hocli  haltet.  147,  6  ir  find  ihr  foid;  Z.  9 
find  feidl  Conj.  Präf.  als  Imperativ.  147,  10  des  frids  richtig»  Flexion, 
jetzt  folfch  Friedens.  147,  12  die  marß  die  zugemeßene  Menge.  147,18 
menfchen  däting  =  täding  (elläß.  Form  für  teiding)  der  meafehen 
Verhandlung,  Satzung  der  Menfchen.  Vgl.  Bd  1  Ko  V  Z.  33.  147,  21 
der   kirchtag  das    Kirchweihfeft,   Schm.  2,  828.  147,  25  die  gäben 

nicht  etwa  umgelauteter  Plural  von  gäbe,  fondern  von  die  gäbe,  eigeat- 
lich  gebe  (ahd.  geba),  daflelbe  wie  mhd.  diu  gäbe.  147^  27  plaraär 
kann  ich  nicht  weiter  i>,elegea,  es  heißt  wol  fo  viel  wie  Oefohwäta.  hail- 
tumb  f.  143,  3.  147,  33  fie  liegen t  lle  lügen.  147,  34  Zentono- 
feile  d.  i.  Cento  novelle,  die  Novellen  des  Boccaccio.  Vgl.  Wackem. 
Lit.  Gefch.  S.  472  Anm.  36.  148,  2  widerwertig  entgegen  gefetst. 
148,  3   meim  =  meinem.  148,  4  fpitzlin  wie  140,  36  fpitslU 

148,  8  gerecht  dexter,  auch  im  Mhd.  gereht,  z.  B.  Grieshabers  Predig- 
ten 77  b  wag  iß  dag  gereht  ouge;  88«  und  fazte  Manaflen  den  eitern  Am  an 
des  Tater  gerehte  fiten;  88*  und  leget  die  gerehten  haut  uf  den  fun;  ze 
der  gerehten  haut  112^.  240^.  246«;  und  gab  ihn  herbömer  in  die  gereh- 
ten haut  205  a;  ze  der  gerehten  abüton  222*;  femer  Gefta  Rom  S.  8.  Myft. 
I.  123,  7.  Wackemagels  Kirchenlied  224,  6.  862,  3.  430,  8.  584,  10.  588, 
6.  626,  4.  653,  6.  663,  3.  züderglinkenf.  meine  niederrhein.  Ge- 
dichte S.  289.  148,  24  für  fich  genomen  fciL  hat  vorgenonunea  hat, 
gerügt  hat,  wie  Z.  28.  29.  für  hin  fernerhin.  148,  33  pfleg  er  Vor- 
fteher  eines  Pilegeamts,  Pflegegerichts,  Landrichter.  Schm.  1,  328.  148, 34 
waibel  Gerichtsdiener,  Gerichtsbote.  Hier  find  von  pfleg  er  bis  waibel 
die  verfchiedenen  Chargen  der  ländlichen  Gerichtsbarkeit  nach  ihrer  Rei- 
henfolge genannt.        148,  36  mit  dem   rechten   Tor  Gericht,  mit  ProcelC 

blocken  an  den  Block  legen.  turnen  in  den  Tburm,  ins  Gefäng- 
nis fperren.  148,  38  verlaßen  hinterlaßen.  149,  1  der  fal  das 
durch  den  Tod  des  Familienhanptes  erledigte  bäuerliche  Lehen.  149,  6 
geben  wen  f.  zu  15,  11.  149,  10  trib  und  trab  ablantende  Formel^ 
Weide.        fürfehen  verfehen,   verforgen.         149,  11  prunft  FeuersbrunfiL 

Wetter  Unwetter,  wie  Hagellchlag.  149,  21  Aeiges   auf  etwas 


387 

loflgebn,  ana  fein  auf  etwas,  wo  auf  den  Zweek  befeiolmet  149,  94  ge- 
rn acht  ctwae  gemachtes,  Machwerk,  wie  wir  hier  fagen  wurden  'mit  aller- 
lei Zeug;'  fo  dafi  der  Wein  durch  die  verfchiedenen  Ingredienzien  ein 
n%cbge machter  wird,  kein  reiner,  naturwächfiger  ift.  149,  25  zum&s, 
mhd.  snomüefe,  ahd.  znomuos,  znamnas,  zuomnofi  Graff  2, 871  pul- 
mentam,  pnlmentarinm ,  epifomen,  obfonium.  Bafil.  Faber  im  Thef.  ernd. 
TchoUft.  S.  661 1>  gibt  polmentum  Brei  und  allerlei  Zugemüs,  pulraentariam 
qoicqmd  inter  carnes  non  camenm,  fed  moUe  editur  Zugemus,  Vorkoß. 
Nicht  allein  die  verfchiedenen  grünen  Gemüfe  können  darunter  begriffSsn 
fein,  fondern  auch  andere  Speifen  (Vorkoß),  wie  Hnlfenf rächte,  Graupen, 
Heis,  Uirfe  n.  dgl.  und  auf  diefe  wird  fich  das  Vermifcht'  beziehen.  Ober 
das  Falfchen  der  Gewürze  f.  auch  Bd.  I  No  XV  Z.  533  fgg.  S.  169. 

149,  29  treffe.  Ein  Vocabnlar  von  1429  bei  Schmeller  1,  480  gibt  'träffs 
cilania.'  Bafil.  Faber  in  feinen  Thefifturns  S.  982  b  zissnia,  zizanium,  lolium 
Unkrant,  Lulch  oder  Xrefpen.  149,  32  es  fehl  uff  Conj.  Präter.  ron 
fchliefen,  mhd.  ich  fliufe,  ich  flouf,  wir  fluffen,  gefloffen  fchlüp- 
fen.  149,  33  mofig  oder  mofig  (wie  der  Druck  D  und  E  gibt)  ift 
fumpfig,  moraftig  von  das  mos  das  Moor,  eine  fumpflge,  moorige  Strecke 
Landes,  Schm.  2,  633  fg.  Diefelbe  Bedeutung  hat  rietig,  von  das  riet 
Riet,  mit  Schilf  und  Sumpfgras  bewachfener  Grund,  Schm.  3,  166.  In  Be- 
ang  aufs  Holz,  das  doch  nicht  in  folchen  Moor-  und  Bietgegenden  wächft, 
li«i0t  mofig  und  riet  ig  faulig,  von  Fäulnis  angegangen,  wodurch  es  alfo 
alle  Brenn-  und  Hitzkralt  verloren  hat.  149,  85  hagelfchlechtig  von 
HageUbhlag  getroffen  und  verdorben,  daHelbe  wie  Schm.  3,  429  wetter- 
fohlicbtig  vom  Wetter  verdorben.  149,  36^.  gerecht  richtig. 

150,  18  einen  erzneien  einem  Arznei  geben  um  ihn  zu  curieren. 
150,  26  nit  biß  nicht  eher  bis.        leut  hier  Singular,  wie  mhd.   der  nnd 
dag  Hut  das  Volk.        150,  28  irs  ihr  fie.        150,  31  meim  herr   pfar- 
rer  vgL  mein  frauw  richterin   139,  26.  150,  32    erfüllen  f.  an 
144,  6.        150,  at^patan,   ^o  für  die  Drucke  DE  ficher  wol  erklärend 
fobmtaieren  fneiskammer.    Isk  fcftnn  dw  W9rt  fopft  nicht  belegen. 
1^1,  11  kainer  befchwernus  warten  keine  Plage  gewärtigen.        übe- 
rig  überflüßig,  unnötig,  übertrieben,  Schm.  1,  16.    Wie  iß  aber  das  von 
und  der  darauf  folgende  Genitiv  zu  faßen,  was  alle  6  Drucke  geben.  Könnte 
man  von  ftreichen,  fo  wäre  alles  klar,  es  gehörte  dann  der  folgende  Geni- 
tiv SU  befchwärnüs;  ebenfo  wäre  es  klar,   wenn  man  nach  weiber  we- 
gen   einfchalten    könnte,    oder    epdlicb    von    uberigen    böfen   weibern 
fchriebe.        151,  12   ungefchläfeu  Participium  Präteritf  Activi,  wie   un- 
gegeßen,  ungetrunken.           151,  17    r&wig   wie   Z.  19.  20  ruhig. 
161,  18  f.  zu  143,  38.         151,  29  fider   temporale  und    dann  eanlkle  Con* 

janotion,  feitdem,  weil.  152,  3  er  ift  feiner  b&cher  heftend  ig  ge- 
weft  er  hat  feine  Bücher  nicht  verläugnet,  fie  nicht  widerrufen.  152,  16  fgg. 
Daß  fich  niemand  an  Luthern  gewagt,  ihn  zu  widerlegen,  galt  als  ein  Hai^- 
argument  der  Wahrheit  feiner  Lehre.  Die  übrigen  wie  Luther  felbft  erwar- 
teten eingehende  Difputation.  So  fchreibt  er  auf  dem  Rückwege  von  Worms 
zu  Frankfurt  an  Lucas  Cranach   (Werke  in  fol.  Bd  I  v.  J.  1560  fol.  554b): 

26 


388 

lob  meiMt,  keiferitohe  majeftet  foU  ein  doctor  oder  Üiiifsig  bsben  Terlkmlet 
nnd  den  manch  redlich  überwanden,  fo  ift  nichts  mer  hie  gehandelt  denn 
fo  vil:  'find  die  bücher  dein?*  ja.  Viltn  fie  widerrufen  oder  nicht?*  nein, 
'fo  heb  dich!'  o  wir  blinden  Dentfchen,  wie  kindifch  handeln  wir  nnd  laßen 
uns  fo  jemerlich  die  Bomaniften  effen  und  narren!  152,  27  Terhanden  f. 
KU  135,  3.  152,  36  eine  Tau  davon  tragen  nach  einem  Vocabnlar  Ton 
1618  bei  Schm.  3,  177  poßeriores  ferre,  ez  infimatibns  efle,  weil  bei  Pfer- 
derennen in  früherer  Zelt  als  letzter  Preis  eine  San  aasgefetzt   gewefen  fei 

153,  3  difer  röUing  f.  zu  126,  26.  153,  6  bengelprediger  mnfte, 
wenn  man  auf  diefer  Schreibung  beharrt,  ein  Prediger  far  Bengel  nnd  rot 
Bengeln  fein,  d.  h.  vor  rohen  bäurifchen  Menfchen,  und  daher  felber  grob 
und  ungefchlachter  Beden  fich  bedienend.  Man  könnte  aber  anch  g  für  k 
gefetzt  nehmen  und  benkelp rediger  vergehen  (wie  BänkeUanger,  Bin- 
keldichter),  das  wäre  ein  ordinärer  Prediger.  Dem  Sinne  nach  kommt  bei- 
des auf  eins  hinaus.  153,  8  fpecnlaz  fpeculatio.  153,  11  Ich  habe 
Ülenfpiegel  gefchrieben,  mit  dem  Umlaute,  nicht  Ulenfpiegel.  Ich 
hätte  es  nicht  minder  thun  mußen,  wenn  auch  A  das  u  nicht  gäbe,  hätte 
alfo  das  im  Anlaute  vor  Confonanten  gewönliche  t  (als  Vocal)  hier  nicht 
in  u,  fondern  in  ü  (wofür  es  zugleich  mit  fteht)  umfetzen  maßen,  da  wir 
hier  ein  oberdeutfches,  kein  niederdeutfches  Stück  vor  uns  haben.  Althoch* 
deutfches  iuwila  gibt  mbd.  iuwele  und  iule,  mundartlich  im  16  Jhdt 
wie  heute  noch  üle,  nhd.  Eule;  nie  aber  ift  die  niederdeutfche^Form.  Ds 
nun  Thomas  Murner  ein  Oberdeutfcher  war,  fo  mulle ,  Lappenber^  (wollte, 
er  anders  die  mundartliche  Form  der  jetzt  gäng  und  gäben  £  ulenfpiegel 
vorziehen)  gleich  auf  dem  Titel  feines  Buches  ÜLENSPI£6£L  fchieiben; 
hatte  er  es  mit  einem  niederdentfchen  Verfaßer  zu  thun,  fo  hieß  das  Buch 
ULENSPEQKL.  Das  ULENSPIE6EL  des  Titels  aber  iß  ein  Baftard  aus 
Nieder-  und  Hochdeutfchem,  ein  Fehler.  153,  19  biedrer  Schwätzer, 
garrulus.  Grimms  WB.  2,  140.  153,  28  fg.  auß  den  allen  ligt  der 
f  eh  atz  der  gefchrift  feil,  dar  auß  diefen,  d.  h.  durch  Hilfe  diefer  Spra- 
chen, durch  ihre  Erkenntnis  liegt  der  Schatz  der  heiligen  Schrift  zn  Tage, 
durch  fie  iß  uns  das  wahre  Verßändnis   der  Schrift  anfgefohloßen   worden. 

153,  35  ir  hond  gleich  war  ihr  habt  gleichermaßen  wahr,  neml.  im 
Verhältnis  zu  dem,  was  ich  früher  gefagt  habe.  ich  hab  darfür  ich 
halte  dafür.  154  des  geiftliohen  haufens  abhängig  von  gefangen, 
das  als  Plural  (ohne  die  Flexion,  wie  häufig  in  diefem  Stücke)  zu  faßen 
ift:  fbimus  captivi  turbie  ecclefiaftic»  i.  e.  eaptivi  clericorum;  betrieglicb 
ift  Adjectivum  zu  gefangen,  aber  in  paflivifcher  Bedeutung  'betrogen:'  be- 
trogene Gefangene;  hinder  euch  iß  iinnlich  erläuternder  Znfotz:  wir  find 
gewiHermaßen  von  euch  Ins  Schlepptau  genommen  worden.  154,  11  her- 
tiglich  fehr,  mit  fchwerer  Mühe.  154,  17   vaß  Adv.  feft.        154,  18 

dergolter  die  Bettdecke.       154,  19  hier  wie  Z.  11  ift  der  Übergang  der 
Bedeutung   von   fchier   (fchnell  —   bald  —   beinahe)   recht   fühlbar. 
154,  25  Terz  igen  verziehen,  mhd.  verzihe,  verzech,  v  erzigen. 


339 

Die  Heimat  diefes  fo  interelTaiiteo  and  wichtigen  Dialogs  iß  offenbar 
das  ElTaß  und  zwar,  wie  ßch  ans  135,  6.  137,  17  ergibt,  etwa  die  Gegend 
▼on  Straßbarg  and  Hageoau.  Die  Abfaßongszeit  beftimmt  üch  durch  die 
Bemerkang  135,  12,  daß  Lather  kurz  vorher  zu  Worms  gewefen  fei:  He 
kann  alfo  bereits  in  den  Mai  1521  fallen,  vielleicht  fchon  vors  Wormfer 
Sdict  (unterzeichnet  am  25ften  und  26ften  Mai)  das  hier  noch  nicht  erwähnt 
wird.  Der  Verfaßer  ift  nnbakai^nt^  daß  er  ein  Gelehrter  gewefen,  wird 
Diemand'lii  Anrede  ßellen  können\^     ^- 


<(l.hJ^' 


xvn. 

Ain  Schoner 
Dialogas  wie  ain  bawr   mit 
aim  fraw«  br&der  manch 
redt /das  er  die  Katten 
von  jm  würfft  /  vnd 
dem    Münch    ar 
bayt  zügeben  / 
luftbarlich 
vnd  lieb- 
lich zfi 
lefen 
M.D.XXV. 

4  Bll.  in  4®  mit  vorAeheudem  Titel  aaf  der  vordem  Seite  des  erften  Blat- 
tes: darum  ein  breiter  Hokfchnittrahmen.  Rackfeite  leer.  Das  Gefpräoh 
aaf  B1.  2  und  3  fortlaufend,  24  Zeilen  auf  der  Seite.  Das  letzte  Blatt  leer. 
Vgl.  Panzers  Annalen  2,  418  No  2939. 

Der  Drnck  gibt  155,  2  lyge.  155,  8  bawren;  und  fo  weiter  aw 
für  au.         156,  19  ge hotten.  156,  23  v&tter.  156,  35  alle. 

156,  36  er  den  fehlt.  157,  10  trewm.  geleernet.  158,  19  bet- 
ten. 158,  21  miliers.  158,  23  wider  fehlt.  158,  26  nit  /  ein- 
geen  im.         159,  8  der  Gott        159,  19  würff. 

ERKLÄRUNGEN.  155,  4  bftßen  eigentlich  beßern,  durch  beßernde 
Hilfleill  ng  befreien;  den  hunger  büßen  den  Hunger  ftillen.  155,  6 
benevenertis  d.  i.  bene  vaneritis  feid  willkommen;  dann  auch  ganz 
an  die  Stelle  von  *willkumen*  getreten  ohne  Erinnerung  daß  es  2  PerU 
Plur.  Conj.  Perf.  iß,  z.  B.  wer  aber  pringt  ein  feckel  hert  mit  gelt,  der  ift 
in  benevenert  Bd  I  No  V  Z.  84  S.  29.  155,  9  fürt  dafTelbe  was  fein 
Comparativ  fürte r  ift«  weiter.  156,  2  etwan  fonft.  167,  11  ir  feil 
bürden,  Qenit.  Plar.  abh&ngig  von  nit,    was  fnr  nicht  nichts  ftebt. 


340 


157,  13  mit  dem  minüen  fing  er  mit  dem  Icleinßen  F.  158,  10  ver- 
fch»ffen  verordnen,  befehlen.  158,  15  da«  beihel  mhd.  bihel  Beil. 
159,  8  die  kuchen  die  Küche.  159,  11  rorgfeiti.g  einer  der  viel 
forgt,  lieh  Sorgen  macht.  159,  19  ich  wirf  richtige  Präfensform,  ich 
werfe.  159,  31  Actor.  8,  20.  159,  25  Dathan  und  Abiran  Nam.  16. 
159,  26  r.  1  Reg.  4,  11. 


xvm* 

4  Bll.  in  ^^.     Auf  der  Titelfeite  oben 

Ain  kurtz  gedieht  fo  nenwlich  ain 
thurgftwifcher  Panr  /  Doctor  Martini  Luther   vnd  feiner 
ler  /  zd  lob  rnd  feine. widerwertige  /  zd  fpot  gemacht  hat. 

Darunter  ein  öfter  vorkommender  Holzfchnitt:  Lucifer  überreicht  dem 
Papfle  mit  Cardinälen,  Bifchöffen  und  fonftiger  GeiAlichkeit  ein  Schreibeu. 
Darunter  Hebt  noch 

Efaie        Yetz  ficht  der  blind  Ze  erkennen  / 

35  Vnd  die  vor  kind  /  vnd  fich  trennen 

Seind  hochgelert  /  Von  im  Zfl  got 

Der  gleychfner  gfe  rt  Der»  erlaßt  hat. 

Auf  der  Rückfeite  beginnt  das  Gedicht  oben,  in  zwei  Spalten  auf  der  Seite 
gedruckt,  jede  zu  30  Zeilen.  Er  geht  bis  in  die  Rückfeite  des  dritten  Blat- 
tes^   Das  letzte  ift  leer. 

Der  Druck  gibt  Z.  5  ge&bt.        24  feel:  queel.        42  fälens. 
44  zum.        50   gn&g:    vnf&g.        62    thäm.        81    ftelend.        87  fie^. 

88  S6licher.  90  F&ren.  100  zA:  k&.  113  z&  und  öfter  ü 
für  ü.        115   geßeck:    außreck.         119   balligen.  133  heeL 

145  Sitat        151  hymell.        157  gan.        166  feind.        193  Itell.  Vgl. 
Z.  203.        232  der.        283  Iren.        238  Deim  zwayer.        251  fier. 
254  Ewangelifch.        267  dftrt        270  Sophifchtifch. 

ERKLÄRUNGEN.  Z.  7  umb  ein  har  eine  von  den  vielen  bildlichen 
Bezeichnungen  um  den  verneinenden  Ausdruck  des  Satzes  zu  heben,  die 
ungemein  häufig,  auch  im  Mittelbochdeutfchen  vorkommt,  z.  B.  der  winter 
enfcbadet  noch  envrumt  der  linden  an  ir  fchoene  niht  ein  har  Hartmanns 
Iwein  579;  din  wünfchen  hilft  dich  niht  ein  har  1  BnchL  1257;  dag  fcha- 
det  ir  an  mir  niht  ein  h&r  2  Bnchl.  713.  750.  wan  dag  niht  fmmt  hie 
als  ein  har  Leben  Chr.  327.  Hpt  5;  em  ahte  niht  darnf  ein  har  Wigal. 
6197;  dag  hilfet  alles  niht  ein  häj  Reinh.  kl.  Stücke  1612;  er  weig  niht 
in  h»r  Altd.   Walder  2,   191 1    wir   hau    ans  gebefiert  nicht  ein  har 


841 

Wack.  KL  510,  6;  geriwet  fi  dich  eins  häre/ breit  Armer  Heinr.  1101; 

bei  ich  aller  meaheit  niender  eines  bares  breit  Brec  8864;  ich  wand 

d«5   weder  dort  noch   hie  gefeit  nit  wnrd  eins  bares  breit  Lieder£  3, 

309;  von  wiplicher  gfiete  kam  ir  gemdete  nie  eines  kleinen  bares  breit 

Helbl.  I,  1346;   dag  in  dag  niht  beldste  Tiner   manlicben  ftietekeit  gegen 

einem  bare  breit  Ereo  8144;  em  fchamte  ftch  niht  bares  grog  Wigal. 

5470;   er  entorfte  ir  wige  hüt  niender   ger&eren  bares  grög   Gate  Fran 

2017;  eines  bares  me  Ereo  117;  er  lebet  niht  eines  h&res  &nlter  daT. 

7798;  gegen    einem   bare  an    finen   vröaden  nnrrd   werden   Iw.   2641; 

gein   eim   bar  betriegen  Eracl.  776;  riten    deße   dräter  umbe    ein  b&r 

Iwein  4607;  dane  hat  fleh  der  bete  niht  rerrdmet  nmb  einbär  6063;  aU5 

grOs  als  nmb   ein  bar   Iw.  7260.  Greg.  1963.  Ereo  7337.  7520.  2.  Bacbl. 

573;  Ton  blute  aber  bnndert  Jar  gewancte  ichs  nimmer  nmb  ein  bar  Brec 

9520;   fi  worden    einander  nie  leider  nmb   ein  bar  Flore  7844;  d  ich  in 

arges  nmb  ein  h&r  iemer  ibt  gefprieche  Beinh.  kl.  Stacke  324;   wenc  als 

umb   ein  bar  ib.  1821;  icbn   liuge  dir  niht  nmb  ein   bar   WigaL  4806; 

da  ill  wandeis  an  niht  nmb  ein   bar  GotAr.  ML  II,  12;  manger  wetg  niht 

umme  ein  bar  wag  darinne  heiles  ißt  Heinr.  v.  KroL  99;  dag  wir  niemer 

gezwirelten  nmme   ein   bar  ib.  987;    den  gedurftet  nimmer  am  ein   bar 

ib.  2951;  dag  ir  herze  nie  getrat  von  gote  fö  tiure  als  umme  ein   bar  ib. 

3624;  man  endorße  in  niht  diuten  die  rede  als  nmme  ein   bar  ib.  4625; 

ich  mobte  mir  mit  lalben  gefrumen  fö  tiwer  als  nmb   ein   bar   Urll.  109, 

58;   wir  liegen  in  niht  um.  ein  har  ib.  114,  4;  flne  liegent  in  niht   umb 

ein  bar  ib.  120,  65;   ich  enwart  nie  müede  umb  ein  har  ib.  126,  4;  ich 

enfurbte  iwer  dr6  niht  tiwer  als  umb  ein  har  Kinth.  Chr.  73,  67;  ir  lege- 

Itclier  wefte  niht  nmb  ein   bar  wer   der    ander  was  Heinr.  Trift.  2091; 

umb   ein  har   die  ire  krenken  Altd.  Waid.  2,  140;   truwen  umb  ein  bar 

Konr.  Schwanr.  1216;  der  frouwen  rnochen  niht  um  ein  bar  Altd.  BL  1, 

243;   ich  wurde  niemer  befwieret  von  ir  fo  grog   als   nmb   ein  bar  Gute 

Fran  2219;  niht  liegen  nmb   ein  har  Pyramus  6.  348;  ich  forcht  mich  da- 

Tor  nmb  ein  har  nit  Teuerdauk  57,  20;  es  feit  nit  nmb  ein  har  ib.  58, 

54;    ich  weig  darumbe  niht  fo  grog   als  umbe   ein   cleineg   bar  Alex. 

873.  t)        11  dwunden  d.  L*die  wunden,  fo  die  als  Acc.  Flur,  gekürzt 


t)  Wir  f&hren  als  Ergänzung  sn  Gramm.  3,  728  ^g.  noch  weitere  derar- 
tige bildliche  Redensarten  an.  BLAT:  der  Ainnen  fcbtn  künde  dem  gras 
niht  gefchaden  wider  einblat  Kinth.  Cbrifti  88,  57;  wir  werben  mit  dem 
febalie  niht  fd  tiwer  als  umbe  ein  blat  Urftende  122,  15;  ez  enhalf  niht 
nmbe  ein  blat  EracL  4365.  LOUP:  föne  trüege  In  niht  ¥ur  umb  ein 
loup  fin  angeft  und  fin  arbeit  Triften  16097.  BAST:  fi  vorbten  den  kei- 
fer niht  ein  baft  Diut.  3,  364;  dife  vefte  ift  fo  vaft,  dag  fi  ne  vorhtent 
niht  ein  baft  Lampr.  AL  6644;  f.  Ben. -Müller  WB.  1,  92.  BEB:  f. 
Ben.-MülJer  WB.  1,  104  f.  r.  her  und  bramber.  BIESE:  fns  nemieh 
eine  biefin  mr  min  lebin  Athis  A,  44.  Jacob  Grimm  vermutet  Gramm. 
13,  187  für  biefe  juncns,  Binfe.  Wilb.  Grimm  fagt  zu  diefer  Stelle  S.  54 
▼ielleicht  ift  Beere  gemeint.'  Richtig  wie  mir  fcheint.  Es  ift  hier  wol 
nicht  das  nd.  befe  Brem.  WB.  1,  81  hoUftnd.  biefe,  biendfe  KUian  65i> 
jnaciia,  fondem  daa  gothifcbe  bafi  Beere,  was  fich  noch  im  niederdentfchen 


342 

Z.  67,  76  dfchäflin,  als  Aftc.  Sing.  dfchAl  191,  dban  244.  13  Hg  Conj. 
Prä£  fit,  fo  noch  283.  22  pen  poena.  23  gen  fchweixeriTch  für  ge- 
ben Infin.,  wie  Z.  48  fi  gend  fie  geben.  25  die  qnei  die  Qnal,  rgi. 
Stalder  1,  605.  32  abentenr  hier  im  Sinne  von  unfolidem,  unbegrände- 
tem  Wefen  und  Treiben,  etwa  Schwindelei,  vgl.  oben  3,  4  abentewrer 
Schwindler.        33  lear  umgelauteter  Plural  von  lanr  fchlaner  binterliftiger 


Namen  für  Heidelbeere  Befinge  erhalten  hat.  BIRNK:  Gramm.  3,  729 
Anm.  des  tnfeU  gwalt  ift  nit  fo  vü  daß  ich  dnimb  geb  ein  birenftil  Etter 
Heini  1058.  APFEL:  alle  oreatnren  di  ßnt  im  als  ein  toI  holsapfel 
Myft.  I,  171,  30.  STRO:  genäden  tinre  aU  ein  ftro  Altd.  BL  I,  81; 
ich  glaube  an  in  als  ein  ftro  d.  i.  ich  glaube  gar  nicht  an  ihn  Altd. 
SchauTp.  I,  2001;  wir  achten  iifen  nicht  ein  ftro  ib.  3122.  3132;  man 
rreget,  war  umme  gäben  di  heiligen  iren  licham  zn  den  liegen  alfe  ein 
Aro?  d.  i.  als  ob  er  nichts  wert  gewefen  wäre  Myft.  1,  79,  8.  KAF: 
noch  jetzt  in  Schießen  gebräuchlich  das  iß  mir  kaf  d.  h.  gilt  mir  nichts. 
BONE:  f.  Benecke  \VB.  1,  222a.  Grimm  WB.  2,  225.  WICKE: 
dag  was  im  als  ein  wicke  (nemlich  das  Schlachtgetümmel)  Athis  E  88; 
nmbe  eine  wicken  vnrbten  Ulrichs  ▼.  Türlein  Wilhelm  60b;  ir  ift  als 
ein  wicke,  fwer  fi  Teirchlich  ionget  an  heißt  es  Helbling  I,  1383  tod 
einer  keufchen  Frau.  KICHER:  er  hete  eine  kichirn  genumen  vur  Sa> 
lerne  Athis  B  8  mit  der  Anm.  dazu  S.  57.  LINSE:  und  hat  hem  Ifen- 
grines  wip  durch  Reinharten  verwert  ir  lip  fo  grog  als  umb  ein  linftn 
Reinh.  1407;  dag  fol  er  wegen  gein  einer  linTen  Renner  5087.^  In  Thü- 
ringen Tagt  man  nicht  ein  Linschen  d.  i.  nicht  das  kleinße  StndLchen. 
GRUZ:  und  verfweic  im  nibt  nmbe  ein  grüg  Jüdel  130,  80;  vgl.  des  in 
niht  g  rügwert  heftet  W^igal.  7575.  S.  Benecke-MüUer  WB.  1,  578. 
HIRSE:  der  untriuwe  nie  gewan  in  dem  reinen  herzen  fin  alfam  ein  hir- 
fenkornelin  Heinr.  Trift.  3148;  vgl.  Ben.  WB.  1,  691  f.  v.  hirfe.  EI: 
ir  gefchrei  vrumt  ße  niht  umb  ein  ei  Urftende  122,  6;  dront  einer  eime 
umbe  ein  ei  Helbl.  II,  1257;  we  zerganclichin  er,  wer  dich  koufet  nmb 
ein  ei,  dem  biftu  gar  ze  tiure  ib.  VII,  1072;  eg  bilfet  mir  niht  umbe  ein 
ei  Pantaleon  1070;  din  fträfe  ift  eins  eies  wert  Altd.  Bl.  1,  32;  die  wile 
ir  Jeht,  dag  er  in  fi  fchuldic  eines  eies  wert  Amis  2387;  im  wart  ein 
ilac  gemeggen,  dag  man  für  fin  erwelteg  leben  genomen  hete  ein  halbeg 
ei  Konr.  Schwann  1007;  dag  mohte  niht  in  allen  gefmmen  umb  ein  hal- 
beg ei  ib.  1269.  S.  Ben.  WB.  1,  413  fg.  BROT:  e  ich  iu  g«be  ein 
halbeg  brot  Helmbr.  1796;  ich  helfte  die^  frawen  umb  ein  brot  d.  i. 
buhlen  war  mir  wie  nichts  Altd.  Schaufp.  2*  401.  In  einem  Liede  auf  die 
Schlacht  bei  Granfon  von  1476  heißt  es  ich  kouft  nit  fruntfchaft  umb  ein 
brot  Erlach  2,  384.  Ben.  WB.  1,  263 »>.  Vgl.  unfer  heutiges  nicht  einen 
Bnff,  nicht  ein  Büffchen  (d.  i.  ein  Happen  Brot),  koan  Brefl  wert 
Balzb.  Bauemgf.  S.  33.  FUOZ:  dem  entwiche  ich  nlcmer  einen  fnog 
Wigal.  10149;  ir  enwederg  üg  dem  andern  trit  niemer  fuog  entwichet 
Poe.  Mifc.  2,  184;  Helbling  3,  182.  Rnolant  181,  7.  SCHRIT:  es  feit 
nmb  ein  fchrit  Teuerd.  53,  98.  TRIT:  er  wer  nit  komen  auß  feinem 
halt  umb  einen  trit  Teuerd.  93,  91.  FINGER:  fein  leben  hett  der  helt 
verlorn  für  war,  dann  es  nit  umb  zwen  finge r  gar  feit  Teuerd.  44,  36; 
es  feit  nit  nmb  zwen  finger  lang,  er  muft  den  fchwank  hau  genomen 
ib.  18,  54.  SPANN:  es  feit  nit  gar  umb  ein  fpann  Teuerd.  78,  65. 
MEIT:  f.  Sat.  u.  Pafq.  Bd  I  No  XUI,  2,  40  S.  231  fg.  Bd  II  No  XXII 
1598.  1934.  LOT:  ich  helfte  die  maid  umb  ein  lot  Altd.  Schaufp.  II, 
400.  PFENNING:  eines  Pfenninges  wert  Stricker  kl.  Ged.  XI,  36; 
der  nedorfte  umbe  dag  fin  leben  nimmir  einin  pfennic  gegeven  Rother 
6^;  enhette  fie  an  giften  noeh  an  16ne  nirgen  eines  phenniges  wert, 


843 

Meiilch.  Sehm.  8,  488.  39  air  far  ainr,  itner,  fchweizerilbh.  48 
finans  ift  der  Dativ:  kaafmännifcher  Speculation  ißt  alles  feil.  57  der 
fcliaab  Büfchel  Stroh.  Stalder  2,  310.  Schm.  3,  305.  62  them  Thema. 
65  girt  Begierde.  78  verziicken  hinwegrauben.  84  Nicht  Gna* 
tho,  der  Paraßi  im  Bunuch  des  Terens  hat  die  hierher  gehörigen  Worte 
im  Munde,  fondern  der  Jüngling  Clinia  (Heantontim.  II,  2,  5),  der  von  der 
Matter  eines  M&dcbens  fagt  'cui  nil  jam  prieter  pretium  dalce  eft/  86 
der  genieß  Vorteil  wie  29,  10,  dann  wie  auch  unten  Z.  111  gerade  zn 
Geld.  97    die   krei  (frans,   cri,  alter  crie)   das   Gefchrei.         107   der 

tonf  und  XIX,  283  (wie  mhd.)  die  Taufe.  111  treit  trägt.  118  lei« 
le^  119  der  baiige  ftock  der  Kirchenftock.  123  hinder  fich 
zurück.  132  vermiß.  In  Jacob  Rnffs  Adam  und  Heva  heißt  es  3470 
der  (feil,  got)  dann  den  dingen  kraft  kan  gen  (i.  e.  geben),  das  'fleifch  mit 
geiH  fo  wol  vermißen,  die  felben  regier n  und  s&rnften,  alfo  daß  der 
menfch  aller  gftalt  von  im  wider  dXund  mag  han  gwalt.  Hier  iß  rermi- 
ften  (er  kan  verm.)  der  Infinitiv,  alfo  ßebt  im  Etter  Heini  760  wie  waßer 
daa  mit  falz  vermiß,  diefes  letztere  Particip  (ur  vermißet,  und  fo  auoh 
in  nnferer  SteUe;  vermißen  vermifclien.  136  das  gfchel,  gefcheile 
der  Lärm.  137  steufels  d.  i.  des  teuf  eis.  144  der  w&l  das  6e- 
wühl,  Gedränge.  Herbort  6466.  Er.  thront  unter  großem  Gedränge  neml. 
feiner  Schranzen  und  Untergebenen,  feines  HoCßaatcs.  148  fich  erfchei- 
nen  lieh  zeigen.         149  berd  d.  i.  geberd.         153  inribel  muß  eine  Be- 


er hette  ir  gerne  gegert  Herbort  665;  und  brucht  die  holzfchu  uf  der  ga^ 
ßen,  do  er  ein  pf engwert  drecks  moebt  faßen  Seb.  Brants  Narrenfchlff 
44,  20  mit  Zarnckes  Anmerk.  dazu  S.  380;  dag  palas  und  die  kleider  din 
niht  zweier  phenge  wirdic  ßn  Viiio  Fhtliberti  B  125;  niht  fehs 
Pfenninge  geben  umbe  alle  kunß  Myß.  I,  273,  10.  KISELING:  eebre- 
chen  wigt  man  als  gering,  als  ob  man  fchnellt  ein  kifeling  Brants 
Karrenfeh.  33,  2  mit  Zarnckes  Anm.  S.  36C.  WINT:  dag  iß  gar  ein 
wint  Walther  56,  17;  eg  was  ir  aller  fchoene  ein  wint  Erec  8278;  dag 
iß  et  wider  in  ein  wint  ib.  8810;  im  iß  dag  leben  als  ein  wint  Flore 
2452;  diner  vinde  läge  mac  dir  fin  als  ein  wint  ib.  2905;  liep  iß  ze  jun- 
geft  als  ein  wint  ib.  3773;  ße  dübt  in  dem  linne  der  tot  erliten  als  ein 
wint  ib.  6533;  eg  iß  rehte  als  ein  wint  fwag  hie  trinkeus  iß  gefchehen 
Stricker  kl.  Ged.  V,  146;  do  duhtc  in  alleg  dag  ein  wint  ib.  VHI,  18;  ü 
dunket,  ir  fünde  £i  ein  wint  ib.  X,  10;  und  vjehter  mit  dir  umbea  wint 
Trißan  11313;  ßrit  mit  nieman  umbe  den  wint  Altd.  Bl.  1,  91;  alleg  leit 
dag  iß  ein  wint  Ulrichs  Triß.  3501;  alleg  migemach  dag  iß  ein  wint 
Heinr.  v.  Krol.  2074;  und  fo  ferner  Tundalus  64,  13.  Kindh.  Chr.  87,  14. 
Diut.  2,  92.  127.  Gute  Frau  2380.  Helmbrecht  378.  Herbert  5778.  9110. 
10101.  10583.  11931.  13091.  15005.  17675.  WIHT:  eg  was  im  alleg  ein 
wiht  Flore  1399;  min  fröide  iß  ein  wiht  ib.  1776;  eg  iß  ein  wiht  alleg 
dag  ich  guotes  gewan  ib.  4804;  min  arbeit  diu  iß  gar  enwiht  Reinh.  kl. 
St.  67,  vgl.  208:  einis  mannis  rede  iß  ein  wiht  Reinh.  S.  436,  174;  dag 
dunket  die  bcefen  gar  enwiht  Wigal.  95,  und  weiter  daf  1900.  2102.  4557. 
5381.  5832.  dag  iß  wider  die  frowen  enwiht  Stricker  kl.  Ged.  XII,  354; 
al  fin  fuocheu  was  enwiht  Trlß.  3769;  din  fmeichen  deiß  enwiht  ib. 
8190;  aller  der  plannten  fchin  fint  gein  ir  liebte  gar  ein  wiht  Heinr.  v. 
Krol.  1402;  diu  liebe  iß  alles  gar  ein  wiht  ib.  2249;  iwer  lantreht  iß  en 
wiht  Urßende  111,  41;  dine  lere  iß  uns  enwiht  Kindh.  Chr.  102,  37. 


844 

«eichnnng  der  Holle  fein.       154  fchnel  hier  in  der  alten  Bedentang  Aark. 

157  kaiuB  wegs  kann  hier,  wie  der  Sinn  ergibt,  nicht  die  Bedtg  "nie- 
mals* oder  *darehan8  nicht'  haben,  fondem  das  Gegenteil  jemals,  dnrehans,* 
d.  h.  kein  111  hier  nicht  negierendes  Pronomen  (in  welchem  Sinne  wir  ee 
jetzt  nur  noch  kennen)  fondern  unbeßimmtes,  das  alte  de  he  in  irgend  ein. 
Der  Satz  heißt:  fürwahr  der  Ranch  der  Hölle  id  nicht  fo  gewaltig,  daß 
des  Papftes  Gewalt  dermaßen  immer  (oder  dnrchans)  gehen  könne. 
165  gefchwind  etwa  durch  'alsbald'  (vgl.  Schm.  3,  540)  zn  geben,  fcheint 
hier  nur  Luckenbüßer  um  des  Beimes  willen.  175  ift  bericht  d.  t  ift 
berichten,  berichtet,  richtet  176  die  fchlichte  die  Geradheit. 
181  kon  fchweizerifch  für  komen.      197  hopt  rchweis.  far  houpt  Haupt. 

206  die  wal  die  Wahl,  neml.  deine  Papftwahl.  233  mit  im  tant- 
mer  mit  ihrem  Tantmärchen.  235  erftecken  erfticken  machen.  237 
der  gilf  das  Gefchrei,  gilfen  fchreien,  Schm.  2,  38.  261  frech  und 
keck  beides  noch  nicht  in  böfer  Bedtg,  fondem  kühn  und  lebendig. 
262  fi  wend  (weUent),  fie  wollen  f.  Bd.  I  S.  197.  264  die  mILid  (ahd. 
muoltra  alTColum,  capifterium,  Graff  2,  727,  mhd.  muolter)  das  Sieb  in 
der  Hnhle,  worin  das  Mehl  gebeutelt  wird.         brait  d.  i.  bereitet. 

Die  Cberfchrift  meint,  das  Gedicht  fei  von  einem  thurgäuifchen  Bauer 
gemacht,  im  Texte  Z.  277  werden  zwei  Bauern  aus  dem  Schweizerlande  als 
die  Yerfaßer  bezeichnet.  Daß  es  mit  folcher  Auto  rfchaft  nichts  ift  wo 
Terenz  und  Hefiod  citiert  werden,  liegt  auf  der  Hand.  Bauern  find  nur 
genannt,  um  das  Stück  populär  zu  machen.  Im  Tburgau  aber  wird  es  ent- 
ßanden  fein,  höchft  wahrfcheinlich  im  Jahre  1520  oder  21. 


XIX. 

8  Blätter  in  4®.     Auf  der  Titelfeite    von  Randleiften  rings  umgeben 

If^P    Kin  nenwer  fprnch  tII  warhaffts   bericht 
Wie  es  kompt  vnd  warumbs  gefchicht  / 
Das  fo  vil  münch  feind  priefter  worden 
An  fich  genömen~fant  Peters  orden  / 
Vnd  die  kutteu  ußgefchütt 
Kouff  den  fpruch  /  es  ruwt  dich  nit  / 

Yincit  veritas. 
Kückfeite  des  erften  Blattes  leer.     Auf  dem    zweiten  vorn  oben  beginnt  dss 
Gedicht:    die    Verfe  abgefetzt,   einer   um  den   andern  eingerückt,  28  Zeilen 
auf  dor  Seite  mit  Randleiften.     Das  Gedicht  endigt   mit  der    Rückfeite  des 
fiebenten  Blattes.     Das  letzte  Blatt  ift  leer. 


345 

Der  Dnick  gibt  Z.  9  anß.       20  hinein.       23  fchammen.      25  fein. 

28  beüthel:  trenthel.        32  fein.        33  fathein.        40  hanß. 
43  Bennacht.         fchemmen.        45  Diß   o.  ihens.        52  gleich. 
73  jn.        74  ]n.        79  fchwangk.         84  fchammen.        88   vßgerut- 
tert.         100   ihehen.         150   dretten.  167   zeitn.         171    ßroffen: 

leboffen.         174  den.         178  han.        201   freüd  iic.        208  nemmen. 

221  leüt.  243  deß  gleich.  245  geh  Ott.  246  leycht.  253 
deyten.  264  hymelreich.  275  Manches.  293  bleybt.  295 
befchleyß.        298   fein.        302    den   für  die. «      304  1  orten:   werten. 

306  zeyt  314  Ion.  328  fein:  vorhien  flc.  Vgl.  Panzers  An- 
nalen  2  S.  43  No  1214.    Hirfch  Milien.  lY  p.  4. 

ERKLÄRUNGEN.  Z.  7  die  hinweUbnd:  die  unter  den  Bettelorden 
meine  ich.  10  huppenbube  d.  i.  hippenb&be;  die  hippe,  hippen 
eine  Art  leichtes  Backwerk,  oblatformige  Kochen,  die  zufammengerolit  wer- 
den, jetzt  noch  auch  außerhalb  Suddeutfchlands  als  Holhippen  oder  Holip- 
pen  bekannt;  hippenböbe  ill  ein  Junge,  der  folches  Backwerk  austrägt 
und  damit  bandelt.  Weil  nun  derartige  Subjecte  (etwa  wie  fonH  Obfthoke- 
rinnen,  Markt-  und  Fifchweiber)  meill  lofe  Mäuler  haben,  fo  find  fie  fprich- 
und  fchimpfwörtlich  geworden.  Wie  die  hippenbuben  im  badhans 
d.  h.  wie  ein  paar  folcher  Jungen,  die  fich  in  einem  Badehaufe  treffen,' wo 
&e  beide  hingegangen  find,  um  ihre  Waare  feil  zu  bieten,  und  nun  ans 
Brodneid  fich  gegenfeitig  mit  lofen  Reden  wegbeißen  wollen.  Von  diefem 
Sabß.  hat  man  ein  Yerbum  gebildet  hippenbuben  es  wie  ein  Hippenbube 
machen  d.  h.  fo  fchimpfen.  So  fagt  Murner  im  König  von  England:  nun 
haßn  doch  den  frumen  künig  wol  ußgericht  und  gehippenb^lbt  d.  i. 
nun  haß  du  den  braven  König  verläumdet  nnd  gefchimpft  wie  ein  Hippen- 
bnbe.  Vgl.  Schm.  2,  221.  12  criminor  te  cratzinor  a  te  d.  i.  ich 
läftere  dich  und  dafür  werde  ich  von  dir  gekratzt,  eine  fprichwortliche  Re- 
densart die  Braut  im  Narrenfchiffe  52,  34  vom  ehelichen  Zwifte  zwifchen 
Mann  und  Weib  gebraucht,  die  aber  wol  fchwerlich  von  ihm  felber  erfun- 
den ift.  Vgl.  Zamcke  S.  388  fg.  Hier  ift  fie  auf  den  Zank  unter  den  Mön- 
chen verfchiedener  Orden  angewendet.  13  got  d.  i.  göt,  gät,  geht. 
14  fg.  Obfervanzer  und  Conventual  Glieder  verfchiedener  Zweige  der 
Minoriten.  off  lieh  wie  165.  217=  offenlich  offen  und  öffentlich. 
18  reinigkeit  Kenfchheit.  26  die  k nahen  die  jungen  Leute,  die  in 
den  Orden  noch  nicht  förmlich  aufgenommen  worden.     Vgl.  Z.  151  fgg. 

29  treutel  für   treuteln;  das   treutel   mhd.   triutel  die  Geliebte. 

30  mol  d.i.  mal  coena.  33  fatin  ein  feiner  Wollenftoff.  41  die  ober- 
keiten  feil,  der  orden,  fuperlores.  47  würt=wirt.  63  diefe  kug- 
1er  machen  fcheint  zu  heißen  tiefe  Bücklinge  machen,  um  fich  andüchtig 
zu  ftellen.  72  der  leige  der  Laie.  73  einem  eine  b rillen  auf- 
fetzen einen  betrügen,  Grimm  WB.  2,  383.  Die  Redensart  ift  wol  durch 
die  Betrügereien  der  Brillenhändler  entßanden,  die  jetzt  noch  in  diefem 
Pnnote  rerfchrieen  find.  74  einem  den  muff  zu  ruck  fchlagen  kann 
ich  weder  weiter  belegen  noch  genau  erklären.    Es  fcheint  einen  ähnlichen 

27 


34G 

Sinn    wio    die   vorige   Redensart  zu   haben.     Stalder   3,  221   gibt  mapfen^ 
ftoßen  bef.  in  die  Bippen,   der  Mupf  der  Rippenftoß.    Danach  konnte  der 
Sinn  der  beiden  Verfe  etwa   fein:   fie  machen  dem   Laien  ein  X  für  ein  U 
vor  und  geben  ihm  dabei  heimlich  einen  Knuff  in  den  Rücken  d.  h.  fie  be> 
trügen  ihn  doppelt.         79  ein    wilder  fchwank    ein   wilder    Streich. 
88  uBrütern  ausrenten,  ausroden.        91  verzollen  hier  wol  abfehneiden, 
wegnehmen,  f.  Schm.  4,  253  p.  m.        97   die   harre  die  Dauer,   Schm.  2, 
226;  die   harre  befton  die  Daner  aushalten,  lange  dauern;  in   die  harr 
293  auf  die  Dauer.         100  etwas   mit   der  warheit,  jehen  etwas  aus- 
fagen,    fo  daß  man  dabei  mit  der  Wahrheit  geht,   der  Wahrheit  gemäß  Ta- 
gen.    So  auch  Wolf  hiß.   Volks!.   S.  209.   216.  217.    219.  225   Wonderh.  l 
298.  3,  3.   Erlach  2,  40.         106  ftat  330.  ftot  141.   279  Stand.         118  die 
Tile  Vielheit,  Menge.         124  fpielten  Prät.  v.  fpalten,  f.  zu  XXII,  1676. 
145  quel,  r.  XVIII,  25.         146  verhüten  behüten,  hüten.         159  der 
alter  wie  Z.  300  für  das   gewönliche   das   alter.         160   ein  tomer    fit 
ein  dummer  Brauch.         173   leipgeding  was   einem  auf  feinen  Leib  und 
Leben   zur    Nutznießung   überlaßen   und    außgedungen  wird.         180  Gene- 
feos  falfch  angewendeter  Genitiv,  als  Nominativ  gefaßt.        184  zu  feinen 
tagen  komen  heißt  eigentl.  das  Alter  erreichen,   welches  gefetzUch  vorge- 
fchrieben  iß  um  eine  Sache  rechtsgtltig  zn  thon,  hier  aber   wie  unTer  hea- 
tigefl  *in  die  Jahre  kommen,*   älter  werden,  wie   auch   Z.  216.         198  mit 
keinen   eren  nicht  mit  Ehren.         199  Wegen  der  Gewalt  die  fie  hält  und 
der  Furcht   die  fie   vor  dem   Empfange  bei    den  Ihrigen  haben.        205  oft 
und   dick  oft.        206   trauwen    drohen.        209    ob  wenn.         über   jar 
wol  wie  unfer  'über  Jahr  und  Tag'  womit  wir  im  Allgemeinen  eine  längere 
unbeßimmte  Zeit  meinen,  dort  natürlich  in  dem  Sinne  wenn  fie  eher  kamen 
als  fie  ProfeiT  gethan.        223  Ter  heiter  verdorbener,  fchlimmer;  etwas 
verheien  etwas  verderben,  Schm.  2,  132.         246  licht  leicht       299  ver* 
ßanden  gefeilen  verßändige  Leute.        304  lortenrz  lärten  lehrten. 
312    eniß.    Das  en  iß  Negation  wie   in  der  altern  Sprache.        325  l&gea 
aufmerkfam  fehen.        329  vorhin  zuvor. 

Für  nähere  Angabe  der  oberdeutfchen  Heimat  diefes  Gedichtes  fo  wie 
der  Zeit  feiner  Abfaßung  fehlen  die  feßen  Anhaltpuncte ,  fo  lange  man 
nicht  die  Anläße  der  Entßehnng,  eben  die  erwähnten  Streitigkeiten  twi- 
fcben  den  verfchiedenen  Regeln  der  Minoriten,  näher  erkennt.  Daß  es  in 
den  Anfang  der  Beformation  gehöre,  fcheint  fich  aus  dem  Z.  312  fgg,  er- 
wähnten Verlaßen  der  Klößer  zn  ergeben.  Von  fprachlichen  Eigentümlich- 
keiten bemerken  wir  befonders  die  vorwiegende  Neigung  des  a  in  o  und 
zwar  nicht  allein  des  organifch  langen  (fo  möl  :  vol  30,  gelon:  Yppon  36, 
hon  :  profelTion  178,  verßön  :  conßitutiön  187,  gethön  :  profelTion  283,  j6r: 
vor  274,  j6  :  fro  214,  16t  :  gebot  244,  z{^16ß  :  bloß  135,  lörten  (für  lärten): 
Worten  304  und  dann  auch  ßon  :  entgon  218:abelon  255,  genohen :  entpfo- 
hen  20*2,  ßrofen  :  fchofen  171;  fondern  auch  des  organifch  kurzen  a  ßot 
(ßat):  got  141  :  fpot  279.  Der  Versbau  des  Gedichtes  iß  fehr  wild.  Auf- 
taute und  Senkungen  fehlen  oder  find  zu  viel   ohne   durchgreifende  Begel. 


347 

Khtn£o  ungenau  find  die  Keim«!  vocallTch  Towol  (h&ten :  verbieten  49,  hofie- 
ren ;  füren  165,  flreiten  :  deuten  253,  nit  :  lat  230,  gelert :  gehört  290,  fleiß : 
befchleuß  295,  forchtfamkeit  :  kleid  :  freud  200)  als  conronantifch  nngenau 
(fchemen  :  nennen  43,  keifer  :  meilter  120,  nit  :  blibt  292)  und  auch  fonft 
nicht  gefetzlich  (iß  :  iA  85).  Auf  die  Versausgänge  zwitracht  :  bracht  130, 
fchuldig  :  glich  51  :  ich  233,  felber :  mer  75,  obfervanzer  :  wer  125,  kugler : 
pharifeier  63  machen  wir  noch  befonders  aufmerkfam;  fie  werden  an  einer 
andern  Stelle  ihre  Erörterung  finden. 


XX. 

8  Blätter  in  4«.     Auf  der  Titelfcite  ßeht  oben 

Ain  ftraffred  vnd  ain  vnderricht 

Wie  es  des  bapßs  junger  anff  geytz  hond  zu  gericht 
Darwider  iß  auff  erßanden  ain  baur  vnd  ain  reitter 

Leeßt  fürbas  To  wert  ir  h^ren  weyter 

Darunter  ein  Holzfchnitt:  ein  Reiter  und  Bauer  im  Gefpräch,  im  Hinter- 
grunde eine  befelligte  Ortfchaft.     Unter  dem  HolzTchnitte 

Fac  mecü  fignum  in  bono  ut  videant  4  oderunt 
et  coufundantur  quoniam  ego  feruus  tuus  Tum.  Ps. 

Auf  der  Rückfeite  diefes  erden  Blattes  beginnt  oben  das  Gedicht,  das  35 
Zeilen  (die  Verfe  abgefetzt)  auf  der  Seite  bis  nach  der  Mitte  der  Rückfeite 
des  letzten  Blattes  geht.  Darunter  zwei  kleine  Ilolzfcbnitte  neben  einander, 
zwei  Apoftel  darfteUend. 

Der  Drnck  gibt  Zeile  3   daß  man  wenig  a.  g.  glaub.         5  nach  für 
an.        6  komen.        7  duch.         12  kündet.         13  new.         15  gült. 
30  beherbegert         34  früft.        38  niechter  lic.      41  vernomen.      4B 
Tchück.        50  thuen.         57  mir  Jic.         68  vnd  im  f.         69  flaifch. 
72  hab  genoßen.         73  thünd.         83  gaiAlichhait.         89  gethon. 
dO.trebents.         108  aplaß.         110  meine    reytern.         114  volk  fehlt. 

125rentter.  127  meim  herren  Balaam  ward.  130  Verma- 
ladeien.         137   Hit.  152   gel^ült:   erhält.         167   er   fehlt.         168 

reüter.         171    Weinreben.  177  warden.         182    vngel&rt.         184 

zwei  MaL         185  bekante.         190  finen.         196  frnft.         210  gepet. 
214  jo.        219  iß  fehlt.        230  reütter.         231  verTienen.        235  h an 
fehlt.         236   berieffen.         237   fraintlich.         239    th&n.        245  jren. 

270  applaß.         271   yedlichen.         272  Ingoldftat.         276  kündt. 

281  nur  für  und.  289  gethon.  291  wirderkert.  315  ni6r- 
hen.  320  Haben.  329  meiner.  333  biet.  336  leeßt.  339 
pharifeyern.      347  Wie.       353  jr  für  er.       367  XIII.       378  zeheten. 


348 

392  dem.        393  Das  fehlt        399  genomen.        405   nicbs  fic. 
41Ö  komen.        417  fgg.  lautet  im  alten  Drucke 

Hangen  an  den  geülen  wie  die  vollen 

Vnd  thünt  mit  den  genlen  herfnr  fprengen 

das  th{Lt  dann  der  Fürft  yernemen 

jA  im  dan  ain  wol  ge  fallen 

Der  landtfürfl  darff  es  nit  weren. 
429  erfroren.         434  ain  reütter.        435  Der  reutter.       440  ainem. 

441  jaren.        451    reütter.         461    aufliegen.        462  b&gen. 
466  geleerter  leefen. 

ERKLÄRUNGEN.     Z.  29   durchächten   mit   Peinigungen  verfolgen. 

38  niechter?  nüchter  jejunus?        71    der  laub  d.  i.  erlaub,  urlanb. 

80  mein  reiter  würd  dir  nit  fehmecken;  95  wann  mein  reiter  mn 
das  liecht  thät  komen;  110  foliche  fach  thät  furkomen  meine  reiter; 
125  darumb  fol  ich  ain  reiter  maehen;  168  darzu  wer  nun  mein  reiter 
gut;  186  darzu  wil  ich  dir  ain  reiter  geben;  206  darz&  th{L  ich  dir  ain 
reiter  machen;  230  darwider  thfit  mein  reiter  dienen;  260  die  reiter 
wurden  vor  allem  nbel  fein;  329  die  fach  bedärft  auch  meiner  reiter, 
379  wolt  ich  mein  reiter  zerprechen;  434  fg.  ain  reiter  f&r  ich  an 
meiner  hend,  die  reiter  iß  ain  ratfchlag:  der  hailig  gaift  thu  uns  verlei- 
hen, daß  die  reiter  künig  Karoi  müg  gedeihen;  451  wurd  auch  kainem 
die  reiter  wider  fein;  458  die  reiter  wurden  dir  nutz  und  giit.  Erwagt 
man  das  Wort  reiter  in  allen  diefen  Stellen,  fo  kann  man  fich  nur  den- 
ken, daß  damit  die  reiter  gemeint  ift,  eine  Art  Sieb,  und  daß  dies  dann 
bildlich  für  'Rüge'  genommen  ift^  wie  wir  etwa  noch  heute  'Hechel*  und 
'durchhecheln'  gebrauchen.  97  Genefis  4,  5  fgg.  98  hulden  hier  nicht 
in  der  frühern  Bedtg  Dienßbarkeit  geloben,  huldigen,  fondern  hold  fein. 
99   häßig  gehäßig.  106   niemant  bedarf  fp  rechen    niemand    darf 

fprechen.         110  furkomen   verhindern.         124    das  AccuT.  uneigentl.  für 
den  Genitiv  des.         127  fgg.  Num.  22  fgg.         142  lernen  für  leren. 
146  Bocksberg   das  feftefte  Schloß  in  Franken,  unfern  Mergentheim,  den 
Rofenbergen  gehörig.     Genommen  und   zerßört  durch   Georg  von  TruchTeß 
mit  den  Trappen  des  fchwäbifchen  Bandes,  Mitte  1523.    Vgl.  Ranke  2,  123. 

Hans  Thomas  von  Absberg  berüchtigter  fränkifcher  Raubritter. 
Ranke  2,  103  fg.  Sein  Schloß  durch  Trachfeß  zerftört,  ib.  S.  123.  152 
fi  wurden  Conj.  Prät.  fie  würden.  153  erhilt  Präfens  von  ich  er- 
hille,  ich  erhal,  wir  erhallen,  erlioln,  erhellen  erfchallen.  bei 
durch.        154  lied ehrlich  (ie  für  üe),  vgl.  Z.  307  leicht.    Schm.  2,  439  fg. 

156  ich  ward  verklagen  d.  i.  ich  verklagte,  ich  ward  klagbar, 
von  caufal,  durch,  wegen:  wegen  meiner  Brüder  ward  ich  vor  Jacot^  klag- 
bar.       158  in   Egipten   nach  £g.         160  der   war  hei  (  entweder  Dativ 
für  die  Wahrheit,  um  der  Wahrheit  willen»  oder  Genitiv  von  not  abhangig. 

167  der  warheit  genefen  nicht  wie  einer  krankheit  genefen 
von  einer  Krankheit  frei  werden,  wo  dann  die  Krankheit  weg  geht,  fondern 
wie  eines  kindes  genefen  von  einem  Kinde  frei  und  gefund  werden,  wo 


349 

aber  das  Kind  am  Leben  bleibt  So  hier  der  warheit  genefen  die 
Wahrheit  als  ein  Lebendiges  bekommen  and  doch  felber  dabei  nicht  zn 
Grunde  gehen.  175  einen  Aoßen  ßoßen,  anl^oßen  und  dabei  worauf 
aufmerklam  machen.  189  ich  wird  ich  werde.  190  fgg.  1  Sam.  2, 
22  fqq.  199  ain  wie  ä71  einig.  201  verleurft  f.  23,  16.  209  fgg. 
2  Kon.  Cap.  4  u.  5.         231  verf&nen  verfohnen.         233  fqq.  Kam.  16. 

239  than  für  tbfin,  damals  häufige  Form.  245  fie  bricht  an  irem 
gewalt  fo  hoch  für  das  gewonliche  fie  bricht  fich:  üe  erhebt  fich  in 
ihrer  Gewalt  fo  hoch.  Gr.  WB.  2,  350.  fich  hoch  erbrechen  Bd.  I 
No  XY,  440.  476.  280  an  den  bau  d.  i.  zur  Vollendung  der  yaticani- 
fchen  Baülika.  Vgl.  Ranke  1,  306  fg.  290  gen  Rom  nach  Rom  hin  d.  i. 
auf  der  Reife  nach  Rom.  291  widerkeren  (einem  etwas)  zurüokerAat- 
ten,  vergüten.  294  ßationierer  £  zu  44,  13.  295  neml.  mit  heil- 
t&m;  hier  ift  aber  ein  anderes  Heiltum gemeint.  315  die  morhe,  merhe 
(ahd.  meriha,    merha)  die  Stute.  329    bedarft  vgl.  266  därfte,   268 

dörffte.  336  zil  wie  367  Capitel.  358  der  zwölfbote  der  Apoßel. 
390  er  zug  unorgan.  Form,  er  zog.  396  Reinfal  vinum  Rifolium, 
Wein  Ton  Rivoglio  in  Ißrien,  Schm.  3,  95,  403  vor  alten,  f.  zu  XXII, 
1209.  441  Gemeint  fcheint  das  Gedicht  Sibillen  Buch,  von  dem  ich 
eine  niederrheinifche  Faßung  in  meinen  Gedichten  des  14.  und  15.  Jhdts 
Tom  Niederrhein  S.  291—332  mitgeteilt  habe.  Der  erwähnte  Fürft  ift  Kai- 
Ter  Friedrich,  der  das  heilige  Grab  gewinnen  und  alle  Ungläubigen  zum 
Chriftentume  bekehren  foU.  Vergl.  a.  a.  O.  S.  314  fg.  Z.  520  fgg.  476 
Mit  den  Juden  find  die  Feinde  des  Evangeliums  gemeint. 

Biefes  der  Form  nach  fehr  rohe  und  auch  im  Aufbau  und  der  Faßung 
der  Gedanken  nicht  fehr  durchfichtige  Gedieht  wird  aus  dem  Jahre  1521 
(lammen  und  zwar  währendes  Reichstags  zu  Worms  gefchrieben  fein,  als 
Luthers  Sache  dafelbß  bereits  verhandelt  wurde,  wie  man  ans  Z.  27  erficht, 
und  die  Vorladung  an  ihn  ergangen  war,  doch  noch  ehe  der  Reformator 
felber  eintraf,  wie  Z.  312  fgg.  lehren,  die  auf  der  damals  im  Volke  gäng 
und  gäben  Anficht  beruhen,  daß  es  zu  einer  Difputation  kommen  werde. 
Das  Gedicht  muß  alfo  im  März  oder  der  erllen  Hälfte  des  April  entftanden 
fein.  Der  Verfaßer  war  nicht  eben  gelehrt,  wenn  auch  kein  Bauer,  wie  er 
fich  Z.  479  nennt.  Er  bezeichnet  Z.  477  Weißenburg  als  feinen  Wohn- 
ort Ich  glaube,  daß  die  im  fränkifchen  Kreiße  halbes  Wegs  zwiTchen 
Nürnberg  und  Angsburg  belegene  Stadt  diefes  Namens  gemeint  ift,  nicht 
das  eUäßifche  Weißenburg  im  Wasgau  an  der  Lutter. 


XXL 

4  Blätter  in  4^.    Auf  der  Xitelfeite  oben 

Eyn  kurtze  anred  zu  allen  mißgnfti 

gen  Doctor  Luthers  vnd  der 

Chriftenlichen  freyheit 


350 

Darunter  ein  fchoner  Holzrcbnitt,  die  Widerfa&her  Latbets  mit  Tbierköpfen 
darftellend.  Vgl.  Panzers  Annaien  2  S.  34  No  1196.  Lappenbeii^B  Ulen- 
fpiegel  S.  416. 

Der  Druck  gibt  Z.  1  HErdt.  freyndt.  2  herdt  zwei  Mal. 
10  quellen  wydel.  27  vnd  der.  38  wurt.  41  verlembdte. 
42  Jha.        46  wurt  u.  fo  48.        49   anriebig.        54  wirt.        gr&ffer. 

62   w{irt.        73    geordnet   dem   alß.  82   wider.        94  gefp&t 

allezeit         100  Vnndt.         101   z&riuen.         103   eCfell.  111    tzu 

famnen.  140  fyren  lann.  145  freunden:  zynden.  153  ochf- 
chen.         157  Goth.        166  ftbe. 

ERKLÄRUNGEN.  Z.  4.  Wer  unter  den  Kreter  Wedel  gemeint  fei,  ift 
nicht  klar.  Er  fcbeint  derfelbe,  der  im  Mnmarus  Leviatban  als  Weddele 
auftritt;  Tgl.  Lappenbergs  Ulenfpiegei  S.  413  fg.  416.  Der  Beiname  Kre- 
ter fingiert  ibn  wol  als  Landsmann  eines  Volkes,  dem  Paulus  (an  den  Ticus 
1,  12)  die  bekannten  Prädicate  (Cretenfes  mendaces,  malie  beftise,  ventres 
pigri)  beilegt.  10  der  queftenwedel  Qnaßenwedel?  vielleicht  Attribut 
des  Narren  bei  beftimmten  Gelegenheiten?  14  ferlich  gefahrlich;  fer- 
lichkeit  Z.  17  Gefährlichkeit,  Zußand  der  Gefahr.  19  fg.~  Bezieht  ürh 
auf  den  Parquill  Eckius  dedolatus,  deOen  Verfaßer  Wilibald  Pirkheimer 
war,  r.  Hagen  2,  63  fgg.  Leus  iß  der  Engländer  Albert  Lee  aus  Kent, 
Caplan  und  Almofenierer  bei  Heinrich  VIII,  fpäter  Canzler  der  Kirche  zu 
Salisbury  und  Erzbifchof  von  York,  +13  Sept.  1544.  Er  war  ein  Gegner 
des  Erasmus,  wie  feine  Annotationum  libri  duo  in  annotationes  in  nov. 
teßam.  Erafmi  und  die  Epiftola  apologetica  contra  Erafmum  darthun.  Dafür 
wurde  er  von  den  deutfohen  Humanißen  hart  gegeifelt:  Eobanus  Heflos, 
Andreas  Camitianus,  FranciTcus  Faber  verfaßten  fcharfe  Epigramme  gegen 
ibn.  Vgl.  Duae  Epiftole:  He  |  rici  Stromeri  Auerbach!  |  et  Gre- 
gori  I  Coppi  Calui  medicorü:  que  ftatum  |  reipublicae  Chriftia- 
nae  hoc  fe  |  culo  degener  antis  attfgüt.  |  Adiecta  eft  Andree 
Franci  Camitzi-  |  ani  Epißola  ad  Pircheimeru*.  |  fnbiunctis 
etiam  in  fino  |  libelli  in  Leum  epigrammatis.  |  Lipfiie  apud  Mel- 
chiore  Lottherd,  Anno  etc.  M.D.XX.  (4  Bogen  in  4^)  daC  Diij  fg. 
Im  Dialoge  Dococtiof)  ift  er  mit  einer  der  Unter redner.  Auch  Hütten 
fchrieb  gegen  ihn  eine  harte  Epillel  (Opp.  ed.  Manch  3,  195  fgg.)  die  von 
Mainz  1519  datiert  ift.  67  Die  ganze  profkiTche  Anrede  bis  zu  diefer 
Zeile  ift   mit  Ausnahme   eines   kleinen  ZuXbtzes  Z.  8 — 10  (der   Anfahrnng 


+)  DIALO  I  GL  I  DECOCTIO.  |  ECKIVS  MONACHVS  |  Amico  |  Nutricem 
Anchifsie  fcis  dicere  amice,  noverce  |  Archemori  et  patriam,  1  Ipfe  tibi  dicam 
certo  quis  talia  primus  |  Luferit,  aude  aliquid  |  Vranopetes.  |  Auf  der  Rück- 
feite eine  Anrede  Bonis  Theologis.  Auf  dem  zweiten  Blatte  beginnt  der 
erfte  der  beiden  Dialogen,  der  bis  gegen  Mitte  der  vordem  Seite  des  4ten 
Blattes  geht.  Darauf  Defperatio  Lectori  und  ein  Diftichon  In  Eckium  mo- 
nachum.  Auf  der  Rückfeite  des  4ten  Blattes  beginnt  der  zweite  Dialog 
Monachns,  der  bis  zur  Mitte  der  vordem  Seite  des  7ten  Blattes  geht.  Rück- 
feite und  das  ganze  Ste  Blatt  leer. 


_351 

der  übrigen  vetgrandeiten  Perfonen  außer  Marner  und  Wedel)  Überfetznng 
der  Schlußrede  des  Murnams  Leriathan  Diij,  die  wir  hier  ausheben: 

Chrißianae  libertati  oforibui  univerfis  S.  , 

Adeße  quicunque  veritatis  et  eyangelii  ChriHi  hoßes,  adelle,  fpectate  mife« 
ro8  ao  deploratos  illos  Lutheromaßigae ,  Thomam  Murnar  et  Weddelum 
caußdicnm.  ante  p'aucos  dies  homines  fuere,  nunc  vero  prieftigio  quodam 
qnod  ßbimet  conßltuerunt,  diemonis  cnjnsdam  opera  et  incantamentis,  cni 
nomen  Flatus,  unus  in  draconem,  alius  in  porcnm  Terfus  eß.  quos  ideo  in 
palam  ezponimus  Tobis  omnibus,  ut  poßhac  metum  incutiat,  ne  et  tos  quan- 
doqne  transformemini  in  beftlas;  tutum  enim  non  eft,  veritati  refiftere  et  in 
leges  divinas  diu  impie  agere.  impune  non  cedit,  fadant  tos  cantos  aliena 
pericula,  qnia  nihil  profperatnm  eft  qnicquid  hactenus  a  quibnsdam  friTole 
tentatum  eß  contra  Lutherum.  Eccius  dedolatus  et  cum  hoc  exciCns  eß, 
Leus  Terfus  in  porcum,  cseteri  omnes  proßrati  fnnt.  et  per  Chrißum  bene 
res  habet,  dum  juxta  Teterum  opinionem  Pythagoricorum  in  beßias  migrant 
hominum  animie  et  de  corpore  in  corpus,  modo  non  femel  Tia  tota  praaclu- 
das  transformandi  fe,  gladio  nimirum  et  feditione  Taßante  omnia.  pericu- 
lum  fnbeß,  niÜ  quantocius  reßpueritis.  non  prophana  eß  quam  contemnitis 
doctrina,  Ted  cceleßis,  fed  eTangelica.  fi  recipitis  confilium,  bene  eß;  fin 
minns,  nos  quoqne  in  interitn  Teßro  ridebimus  dicemusque  Tobis  iilnd  CTan- 
gelicum  *cantaTimus  Tobis  et  non  faltaßis.'  compertnm  eß  in  hanc  diem, 
neminem  eruditorum  ac  bonorum  Tirorum  fe  oppofuifle  Luther o,  nifi  tantum 
craflbs,  indoctos  homines,  corruptos  mente  et  Tentri  deditos,  quorum  finis 
erit  fecundum  opera  eorum.  et  jam  fatis  didicimus,  quales  fe  prnbuerint  in 
eomm  disputationibus.  monachi  et  theologißie  repulfi  fnnt.  nihil  reliqnum 
eß  quam  ut  fpurios  et  infames  homines,  quin  nunc  lotrices  et  balneatrices 
Tideamus  coUuctari  in  hac  harena,  qui  et  accinxerunt  fe,  ut  andicimus.  me- 
ditantur  enim,  quomodo  articulis  HuTfio  falfo  impofitis  Luthero  laqueum 
injiciaat;  Ted  frußra  jacitur  rete  ante  oculos  pennatorum.  et  hi  ut  faciant 
allia,  ita  continget  eis  Ticiflim,  appetunt  enim  infames  efle.  quinqua- 
ginta  fumus,  jurati  in  hujusmodi  fpurios  et  Tanidicos,  et  li  nos  non  fuf- 
ficimus,  implorabimus  et  amicorum  opem.  de  Murnaro  hoc  obiter  prse* 
famur,  nunquam  nos  odilTe  hominem,  qui  cum  illo  Bafilee,  Francofordiie, 
TreTeris  amiclCfime  Tiximus  aliquando;  blaTphemiam  autem  deteßamur,  qua 
domini  noßri  Jefu  Chrißi  et  diTi  Pauli  eTangelica  documenta  conatus  eß 
contemerare.  ad  noßram  injuriam  ne  murmuraremus  quidem,  Ternm  in 
Chrißi  blasphemia  ne  patri  etiam  parcimus  et  matri  et  fratribus,  qui  idem 
et  rpiritum  nobis  fuum  largietur,  ut  filii  iniquitatis  non  apponaut  nocere 
nobis.  dies  enim  domini  adTcrfum  omnes  fhperbum  et  arrogantem  et  adTer- 
fum  omnes  naTes  Tharßs,  qute  funt  naTes  perfecutorum  CTangelic»  doctrinie. 

Valete  ut  meriti. 
100  der  glaß  der  Glanz.        fich  darauf  gelt  (geit  aus  git,  gibet)  ßoh 
darauf  begibt.         103  Wer  mit  dem  Efel  gemeint  iß,  laßt  fich  in  Ermange- 
lung näherer  Anhalbe  nicht  mit  Gewisheit  lagen.       106  Tormiß  Termifcht. 
118  fich  eines   dings   erwegen   hier  in   der   Bedtg  fich   woia  ent- 


352 

fchlidfien.  121  Mit  dem  Ziegenbocke  ift  Emfer  in  Leipzig  gemeint. 
122  Margreten  Warmer  (vom  Margaretentag  Mitte  Juli  genannt?)  fcheint 
üch  anf  ein  Sprichwort  oder  einen  Volksglauben  zu  beziehen.  warm 
Kom.  Plnr.  Warmer,  in  der  folg.  2.  warmen  Dativ,  niederdeutfche  Form 
ohne  Umlaat  124  fch warmen,  hd.  fch wärmen  fich  in  verwirrter 
Menge  bewegen,  fall  wie  Ichwärnien.  125  er  w oft  niederd.  Form  wie 

aach  das  heutige  hochd.  wufte  für  das  eigentliche  obercTwifte,  wefte. 
135  Friedrich  den  Weifen,  den  Befchutzer  Luthers.  142  das  gelfen 
das  übermütige  Gefchrei.  146  Nemlich  zwifchen  Herzog  Georg  nnd  Cbnr- 
fnrft  Friedrich  von  Sachfen.  154  fchroten  hauen,  fchneiden,  fich  en- 
zwei  fchroten  fich  in  zwei  Teile  zerfprengen,  zerplatzen.  157  got  geh 
hier  wie  auch  fonft  öfter  bei  diefer  Conftruction  rein  überfluBig.  160 
Eher  würden  die'  Baaernmägde  gegen  dich  fchreiben ,  Hyperbel,  alles  würde 
fich  gegen  dich  erheben.'       164  D reifen  Dresden. 

Die  Heimat  diefes  Stückes  ift  offenbar,  wie  man  namentlich  aas  den 
letzten  Anfpielungen  erficht,  Sachfen,  vielleicht  Wittenberg  felbft;  das  nie- 
derdeutfche Colorit  der  Schreibung  beruht  daher  nicht  anf  Umfetzung  aus 
dem  Oberdeutfchen.  Die  am  Schluße  angegebene  Jahreszal  1522  wird  auch 
wol  das  Abfaßungsjahr  richtig  angeben.  Im  December  1522  fchrieb 
Wolfgang  Richard  an  Mechobachus  (Schelhorn  Amoßuitates  literariie  1,  297) 
*Venit  ad  nos  Eckins,  Muroarus  et  relicjui  Luthero  zoili  in  beftias  picti, 
quos  ego  mihi  denuo  depingi  curavi'  —  womit  ohne  Frage  das  hier  behan- 
delte Stück  gemeint  ift,  das  alfo  (wenn  man  die  fchnelle  Verbreitung  diefer 
pasquillantiTchen  Schriften  in  Anfchlag  bringt)  nicht  vor  der  zweitep  Hälfte 
des  benannten  Jahres  erfchienen  fein  wird.  Der  Verfaßer  nennt  fich  am 
Ende  I  A:  man  denkt  fogleich  an  Johann  Agricola,  der  auch  wol  fonft 
nur  mit  diefen  Anfangsbuchftaben  feines  Namens  fich  nannte,  vgl.  Bücher- 
fchatz  S.  106  No  1628. 


xxn. 

8  Bogen  ^32  Blätter)  in  4<>.    Auf  der  Titelfeite 

TRIVMPHVS  VERI- 

TATIS. 
Sick  der  warheyt. 

Darunter  ein  Holzfchnitt:  Chriftus  in  Wolken  von  Engeln  umgeben,  Urteil 
fprechend  über  einen  feiften  Papft,  den  Teufel  emportragen,  wobei  ihm  die 
Tiara  eben  abfallt.  Unten  auf  der  Erde  rechts  und  links  Betende,  in  der 
Mitte  eine  Ortfchaft,  von  der  nur  die  Kirche  fichtbar  ift.  Unter  diefem 
Holsfchnitte  fteht 


Mit  dem  fcbwert  des  geyßs  durch  die 
Wittenbergufcbe  Nachtgall  erobert 

An  diefes  Titelblatt  ift  ein  Blatt  von  doppelter  Breite  angeklebt,  das  nach 
außen  leer  iA;  nach  innen  aber  zeigt  es  mit  der  Rückfoite  des  Titelblattes 
zufammen  einen  langen  Holzfchnitt,  der  alfo  drei  Qaartfeiten  der  Breite 
nach  einnimmt.  Er  Hellt  den  Trinmphus  veritatis,  den  das  Gedicht  feiert, 
bildlich  dar,  oder  vielmehr  umgekehrt,  das  Gedieht  ift  feiner  Haupteintei- 
Inng  nach  eine  ins  breite  gehende  Befchreibung  diefes  Holzfchnittes.  Vom 
Altane  über  einem  Thore  empfangen  Engel  mit  Blasinftrumenten ,  im  Thore 
eine  gedrängte  Volksmenge  mit  Palmenzweigen,  von  der  die  vorderl^en  ihre 
Oberkleider  ausbreiten,  einen  langen  Feftzug.  Auf  einer  Tragbahre,  die  R^ 
auf  den  Schultern  haben,  tragen  die  Patriarchen  und  Propheten  vorn,  die 
Apoftel  hinten  ein  gothifch  ausgeziertes  Gehäufe,  das  das  Grab  der  heiligen 
Schrift  vorteilen  foll.  Ein  Ritter  zu  Pferde,  in  der  Rechten  einen  Palm- 
zweig, Hütten  darftellend,  geleitet  den  Zug,  während  Kinder,  mit  Blumen- 
körben an  der  Hand,  Blamen  ßrcuen.  An  den  Schweif  von  Hnttens  Pferde 
iß  eine  Kette  befeiligt,  die  die  Feinde  der  Reformation  umfpannt:  voran 
ein  Papß,  dem  der  Stab  mit  dem  Doppelkreuze  zerbrochen  ift  und  die  drei- 
fache Krone  vom  Haupte  fallt,  neben  ihm  zur  rechten  ein  BiCchof  mit  dem 
Knimmftabe,  dem  ebenfo  die  Bifchofsmütze  entgleitet,  hinter  beiden  ein 
wfifter  Chor  von  Kuttenträgern  mit  Thierköpfen,  unter  denen  am  kennbar- 
ften  Murner  mit  dem  Katzenkopfe  und  geknebelten  Händen  fchreitet.  Da- 
rauf folgt  ein  Thiergefpann :  ein  Adler,  Ochfe  und  Lowe,  mit  dem  Heiligen- 
fcheine  alle  drei,  ziehn  einen  Wagen,  während  auf  dem  mittelften  ein  Engel 
mit  dei*  Fahne  fitzt:  es  find  die  vier  Evangeliften  in  ihren  Emblemen  dar- 
geftelit.  Zu  beiden  Seiten  geht  ein  Mann  in  der  Kutte  mit  einem  Palm- 
zweige, auf  der  rechten  Karlftadt,  auf  der  linken  Luther.  Auf  dem  bekränz- 
ten Wagen  thront  Chriftus.  Über  ihm  fliegen  Engel  die  trompeten,  andere 
die  eine  Tafel  mit  der  Infchrift  *Ego  fnm  via  veritas  et  vita'  halten.  Dem 
Wagen  folgen  die  Märtyrer  mit  Palmzweigen.  Unter  dem  Holzfchnitte  (auf 
dem  alle  Perfoncn  und  Gruppen  durch  Über-  und  Beifchriften  benannt 
find)  fteht: 

Diftychon  Hcrmanni  Bu.  Paf. 

Hec  vis  hoc  decus  eft  non  enarrabile  uerbi, 

Quo  premitur  plus,  hoc   vincit  ab  hofte  magis. 

Zu  diefem  Holzfchnitte  halte  man  den  Triumphus  Capnionis,  der  mit 
dem  unfrigen  viel  gemeinfame  Züge  hat.  Münch  hat  im  2ten  Bande  der 
Werke  Hnttens  ein  Facfimile  davon  gegeben. 

Mit  Blatt  aij  beginnt  das  Gedicht,  das  mit  abgefetzten  Verfen,  die  volle 
Seite  zu  34  Zeilen  bis  nnten  auf  die  Vorderfeito  des  letzten  Blattes  fort- 
läuft, deJOfen  Rückfeite  leer  ift.  Die  zum  Teil  merkwürdigen  RandgloITen 
geben  wir  alle  unter  den  Lesarten.  Bei  jedem  Hauptabfchnitte,  d.  h.  bei 
dem  Auftreten  jeder  Perlon,  ift  mit  einem  Bnchftaben  auf  die  gleicherweife 
bezeichnete  Figur  oder  Gruppe  des  Holzfchnitts  hingewiefen.  Ort  und  Jahr 
des  Druckes  ift  nicht  genannt.    Paginatnr  und  Cuftoden  fehlen,  die  Signatur 

28 


854 

gebt  von  aij  aitj  bis  biij.    Vgl.  Baeherfbhati  No  1470  8.  95.    GervinuB  2, 
380.     Gudekes  Grandriß  S.  204. 

Der  Druck  gibt  Z.  1  Gebenedeyt  feyfl  nnd  fo  bäofig  ey  fnr  ei. 
JheXu.         2  todt.         3    todt  b     yberwüdeu.    Am   Rande  Collorf.     1. 
vnd  2.        5  am  Rande  1.  Cor.  15.        6  am  Rande  Ro.  5.  yS  Jo.  4. 
9  freydt.    Am  R.  Luce  15.         14  am  R.  Coliofr.  1,  vnd  2.        15  fan- 
den.        21   gfuert.         24   verhütet.        29   gelert.        31    botten. 
39  Frewt.        40  fom  (:  from).        41  a.  R.  Gen.  3.      44  verHent.    Am 
R.  Colof.  1.  vü  Ro.  5.        48  triumphiert.    Am  R..  Hebre.  1  tu  2. 
51  gbünden.         52  am  R.  2.  Tbeff.  2.        56  Durch.         62  diefer. 
65  am.  R.    Gen.   22.        68   fürt.         74  am  R.   Ps.    137.        76  am  R.  2. 
Reg.  7.         77  bftetgin.         78  am  R.  Heb.  1.  vu  2.         84  getruwen. 
92  am  R.    Co  Hoff.    1.    vü  2.     Roma.   2  5.         101  am  R.  Daniel.    8.    2. 
Theffa.  2.       107  am  R.  ICor.  15.  Co  Hoff.  2.       111  Coloff.  1  vnnd.  2. 

113  fiert  und  fu  120.        123  am  R.  Johan.  14.        124  jbidem. 
125  Math.  1.         129  am  R.    Pfal.  18.        135  fgg.  am  R.  Luce.  2.  1.  Pe. 
1.  vH.  1.  Cor.  15.  Ro.  5.  vü.  1.  joh.  4.       139  heiligt.       140  verhüttet. 

143  btrng.  gfwind.  146  gewaltig.  triam phiren.  149 
verfient.       gnadt.     Am  R.  Colloff.  1.        150  am  R.  Colloff.  1.  vn.  2. 

153  verfient.  Am  R.  Hebre.  2.  174  %g.  am  R.  Efa.  10.  Roma. 
1.  1.  Johan.  2.  180  nü.  182  Yerhat.  189  am  R.  2.  Petri  1. 
vnnd  Heb.  6.  191  Ehe.  203  am  R.  Gal.  2.  206  fg.  am  R.  Efa. 
53.  Colof.  1.   vn.  2.        210  am  R.  Johan.  11.        213  am  R.   Johan.  3. 

216  Vff  das  /  das    wej   do    glaubt   in    jhn.         229  klug.         233 
zotteu:  gbotten.        243  gewalt        255  fg.  am  R.  Das  wort  Gotts  ift 
ein    fchwert    des    geyHs.   Ephe.  6.        260  zur.         263   bornnen. 
269  Nur.        Am  Rande  D%  iß  m4t  de  wort  Gottes.        272  künen. 
282  wyn.        293  fgg.  am  Rande  Suma  eins  gantzen   rechten  waren 
Chrilllichen  leben.         296  nach.         299  gleych.         306  btrieben. 
312  güts.        314  iderman.         315  fgg.  am  R.  Hab  Gott  lieb  etc.    Vii 
dP  nechßen  etc.     In   dießen    zweyen   gebotte   hangt  dz  gantz  ge- 
fatz  vTT  die  propheten  Mat.  22.        319  glaub.        321  fgg.  am  R.  Vn- 
derfcbeid  eins  wäre  vII   erdichten  glauben.         324  heyligen.    Am 
R.  Johan.  1.        325  Darum.         336  bewieffeu  hott.        339  fg.  am  R. 
Luc.  10.  Math.  13.    Als  abraha.  Jo.  8.         346  am  R.  Pfal.  18.        352 
verhietten.         355  verhüt.         361  thüren.        364  nem  on  an.        374 
am  R.  Johan.  5.        377  blüt.     Am  R.  Johan.  1.         378  herrn.        383 
am  R.  Johan.   3.        384  am  R.   Colof   1.         385  Roma.  1.   vn.  3. 
387  fg.  am  R.  Johan.  1.  Ro.  8.  vu  Gal.  4.       389  gütter.        390  am  R. 
Hebre  2.        391  fgg.   am  R.  Coloff.  2.    1.    Corint.    1.  Joh.  11.  Col.  2. 
vii   1  Cor.    15.  2  Cor.  5.   Colof.  1.         399   am  R.   ColoH  1.  vii  2. 
405    gfüch.  408    han.  414  glaübenn.  416  verkindt.         423 

frnndt.        424   heyligen.        435   wüß.        442   Vnd  Bopft.        447  %g. 
am  R.   1.  Cor.  12.   Ephe.  l.    vü  4  Col.  2.    Ro.  2.  Ps.  117    et  1.  Pc.  2. 

4h\  nn.     Ära  R.  Hie  vö  lefe  ei   büchlein  genant  vom  alten  vn 


355 

uewen  glauben.     462  Keyrerthom  gerungen.      4ö6  a.  K.  Mattb.  80. 

457  am  R.  Luce  22.      458  am  B.  Borna.  13.      459  am  B.  1  Petr.  2. 

462  am  B.  Actum  3.  465  drnms.  466  ^g.  am  B.  Aber  anders 
fcbreyben  darnö  Lauren.  Valla.  Nico,  cardi.  Ton  Cufa  Antho- 
nius   ertzbifcboff  tö  florentz  vn   andere.        476  J he.        479  Diß. 

reichem.  481  fg.  1.  Petr.  10.  vn  Actü.  20.  488  am  B.  1.  Cor.  9. 
491  fgg.  am  B.  Merck  dreu   ding   die   das   EndchriAifch  reych 

▼  fffl  meyll  hannd  geßerckt  vnd  vffbracht.  491  dreu.  495 
dreüen.  502  am  B.  Math.  16.  504  am  B.  Jobann.  10.  509  fgg. 
am  B.  Ein  cbriftliche  gemeyn  iß  die  chrißlicb  kirch.  517  am 
B.  Daru  fey  auch  der  gwalt  der  fchlffeln  in  allein  gebr,  ja  in 
irem  finn.  535  am  B.  Tehff.  2.  543  %g.  am  B.  Hie  tö  Itfe  her 
Virich  von  hatten  in  eym  büchlein  darin  er  anzeygt  wie  fich 
die  bepß  gege  den  teütfchen  keyfern  gehalten  habe.      554  m&ch. 

556  vatter.  557  fgg.  am  B.  Deren  einer  iß  gewefen  bapft 
jnnocentius  der  vierd  /  wider  keyfer  Fridrichen  des  namens 
dem  andern.  560  m5ch.  561  ehe  und  562.  563  fgg.  am  B.  Der 
bapß  verbaut  nymans  fünde  tu  vnglaubens  halbe  fonder  ymb 
land  vn  leut  /  vnnd  fein  gefatz  zu  halten.  571  a.  B.  Schlachten 
dz  ift  metzgen.  574  a.  B.  Johan.  21.  576  a.  B.Math.  7.  577 a.B. 
Bannen  von  geltf  chulden  wegen.  586  a.  B.  Mathei.  5.  vnnd  Luce. 
12.  588  am  B.  1.  Petr.  5.  Job.  21.  589  am  B.  Luce  22.  590  am 
B.  1.  Petri.   5.        591  am  B.   Math.   23.        595   weyther.        597  hatt. 

598  am  B.  Schlünig  das  iß  glücklich.  601  gleyh.  603  am 
B.    Dir.  25.  c.  jdeo   premittente.  606  gfetz.    Am   B.   Daniel.  9. 

▼  Dud  2  Teff.  2.  612  am  B.  2.  Petri.  2.  613  riert.  618  fgg.  am 
B.  Von  verbott  der  fpeyße  wider  Paulu  Collof.  2.  vnnd  Thi- 
mo  4.  620  zotten.  621  ver hotten.  622  am  B.  Math.  15. 
624  am  B.  Von  faßen  diß.  5  eap.  de  conferuatione  et  cap.  de  ob- 
feruatione.  ieinniorum.  631  am  B.  Von  feyren.  637  fgg.  am 
B.  Von  verbott  etlicher  grad  im  elichen  ßand.  643  fgg.  am  B. 
Von  der  verbotte  ehe  der  pfaffenn  münch  vii  nonnen  da  von 
diß.  27.  ca.  prefbiteris.       643  verniegen.        644  wyther.       645  ehe 

▼  erbotten.      650  am  B.  Gene.  1.      651  fleyß.      652  am  B.  Qene.  2. 
657  am  B.  Math.  19.      663  am  B.  Leyder.      668  viel.      675  verdawen. 

676  Dewt  679  am  B.  Nemlich  winfcht  er  der  tenffel  fols  jm 
geTegne.  mynthalben  wie  es  wiL  680  geraht.  686  wurt.  688 
hnrey.  Am  B.  Oalla.  5.  689  am  B.  Math.  5.  691  fgg.  am  B.  Hu- 
rerey  iß  vil  geringer  in  bapßs  regiment  /  dan  ehelich  zuwer- 
den.  696  verfiendt.  698  guttr.  699  ehe.  700  würt  Am  B. 
Jamers  willen.  701  verdrieben.  703  fgg.  am  B.  Dif.  28.  Si 
qnis  doenerit  Et  dif.  28.  c.  Si  quis  difcernit.  705  gfchwey.  Am 
B.  Math.  19.  707  am  B.  1.  Gor.  7.  vnd  1.  Thimo.  3.  710  am  B. 
Tit.  1.  716  am  B.  Von  diefem  künig  ließ  Lutherum  in  dem 
buchlein  genant  der  garnß  /  von  offenbornnng  des  endtchrißs. 
718  am  B.  Gene  1.         721  ehe  und  folg.        722  vndert  banck. 


356 

724  hfirerey.        725  ehe.        730   gethon.        732  am  R.  Math.  19. 
740  Crilten.        742   nnr.        746  am  R.  Genefis.  2.        747    eheftandt. 

749  am  R.  Galla.  5.  758  am  R.  Verbot  der  pfaffen  £e  /  tregt 
iars  den  berw61ffenn  groß  gelt  za.  762  am  R.  Vonn  ierlicher 
empfahrg  des  facraments  Ca.  Omnes  höines  vtriafqae  fezua  etc. 

767  am  R.  Von  der  heymliche  beycht.        771  am  R.  2.  Cor.  7. 
773   gethon.        775  am  R.  Johan.  15.        776  am  R.    Vo  der  heim- 
liche beycht.        780   yerniegen.        786  am  R.  Von   ymbßenden  der 
runden  ynd  jr.en  th6chtern  vu  eften.      790  Füften.        794  artznaj. 

796  am  R.  2.  Cor.  9.  '798  fgg.  am  R.  Vö  den  vor  behalt  nen 
feien  vnd  von  jerliche  erkaufften  gwalt  zu  abfolaire.  806  vor- 
behalten. 808  beychther  fic.  809  am  R.  Redimieren  /  dz  iR 
16ren.  813  am  R.  Validiert  bekrefftiget  825  am  R.  Remitiern 
dem  obern   zu  weyffen.        826   nur.        827   fcheflien.        831    that. 

833  buchßen  blafen.        834  lintfch.       838  ehelland  /  vnelich. 

843  befchorn.         844  fein  /  der  fie.         846  erwider.         851  Nu. 

an  fehlt.        854  nur.       855  fgg.  am  R.  Kin  treu  wer  raht  wie  mä 
fich  in  gemeltem  fall  halte  Toll.      858  veereterey.        860  beychR. 
fic.         862  fieren.         869  vndichtigen.         872  am  R.   Math.  8.        876 
am  R.  Ro.  8.        877   Ofee.  13.        878  am  R.  1   Cor.  5.        879  yhe. 
880  Efaie.  18.        884  h6ßen.   Am  R.  2.  Cor.  11.       885  am  R.  Math.  4. 

886  am  R.  Luce  21.  887  wüß.  889  am  R.  Roma.  8.  890  am 
R.  Hehr.  2   vnnd  Efaie   28.        893   fünft.        896  am  R.  2.  Theffa.  2. 

897  Solch  vnd.  903  am  R.  Von  fieben  jerige  buffep.  906 
am  R.  Als  fie  da  vö  rede.        910  hiemel.        912«findt.       919  gfiert. 

926  erdichten.  935  ihe.  937  leygt.  938  reylich.  949  am 
R.  Fledermeüß  find  bullen.  960  hymelreych.  962  obberiert. 
963  vnfuld.  966  am  R.  Ja  als  gewiß  als  die  gens  fcheyffen. 
968  das.  978  fchweyn.  990  Nur.  995  am  R.  Ofee.  13.  Efa. 
44  vnnd  45.  997  am  R.  Roma.  3.  vnd  Tito  2.  1000  am  R.  Math. 
22.  1003  am  R.  Math.  19.  1004  am  R.  Gene.  1  vnd  2.  1010 
wüß.  1011  fgg.  am  R.  Der  ablaß  ift  fchediich  /  da  er  fürt  vo 
gott  vff  menXchen  gedieht  vu  eygene  werck   vnd  vermeffenheyt. 

1014  am  R.  Ro.  3.  4.  vnnd  5.  Gal.  2.  1023  verzeigen.  1024 
fgg.  am  R.  Ro.  3  vn  Tito  2.  Chrißus  hatt  vns  gottes  guft  vnnd 
huld  erworben  Coli.  1.  Chriftus  warnet  vns  vor  dem  EndchriR 
vnnd  falfchen  prophete  Math.  24.  1036  am  R.  Roma^  14.  1038 
am  R.  Marci.  16.  1040  am  R.  Merck  weyter  vö  fchinderey  des 
ablaßs.  1044  fgg.  am  R.  Dan  wan  fie  fchö  lang  ablaß  uß  gethey- 
len  /  hannd  fie  nit  deft  minder  /  er  koß  fie  auch  nicht  dra  lie- 
ben fie  auch  nicht.  1046  Sihe.  1055  fgg.  am  R.  Alfo  m&ffenn 
wir  Teütfchen  des  endchrifts  diener  (die  vnns  fchindenn)  auch 
befoldenn.  1061  fgg.  am  R.  Wie  mä  de  ablaß  einfüren  muß  mit 
großemm  fpiegelfechten.  1074  ehe.  Am  R.  Ein  ander  kaoff- 
manfchatz  des  ablaß.  1075  hauß.  1086  am  R.  Von  widerker 
des  vnrechtfertigenn  guts.         1102  fgg.  am  R.  Mit  ablaß  befoldet 


357 

der  bftpß  die  /  die  Jm  helffea  kriegen  wider  feyune  fynd. 
1110  am  R.  In  dem  b&chlin  oben  angezeygt.  1116  des.  1121 
am  R.  Der  heyligen  kircben  folt  ich  Tagen.  1124  am  R.  Wie 
ein  kw  in  ein  metkßloch.  1132  am  R.  Math.  26.  1142  am  B. 
Vonn  offner  bnß.  1152  zur.  1160  am  R.  Was  nutz  tB  den 
offnen  bnßenn  zn  zeytten  rolgt.  1165  nnr.  1170  am  R.  Wie 
Xie  mit  den  armen  weybernn  ^u  zeytten  handeln.      1171  abgehet 

1182  am  R.  Vom  zehenden  £xod.  22.  Nnme.  18.  Hebr.  7. 
1195  am  R.  Nume.  28  1196  priellerthom.  gefeyn.  1197  Heh- 
re. 7.  1198  am  R.  Math.  5  vnd.  10.  vnd  Hebr.  7,  1201  am  R. 
Math.  5  Tnnd  pfal.  109.  Hebre.  7.  1206  prieAerthom  da  nab. 
1215  am  R.  Lenitici.  11.  1245  am  R.  Schiachten  dz  ift  /  metz- 
len.        1257  am  R.   Gene.  3.         1268   Jan.  1328  am  R.  Als  fie   es 

nennen.  1330  hürerey.  1331  am  R.  Vom  Endchriftifchen  gots 
dienft.  1342  am  R.    Dan   fie   nyemant  gehorfam  leyften  /   dan 

ihrem   obern.         1378  am  R.  Es   ift   ein  fegfeiir  /  aber  nit  dz  /  ds 
der  bapft  /  tu  die  reyne  erdicht  haben.       1389  am  R!  Vö  den  end- 
chriftifchen  gute    wercke.        1414  am   R.  Math.   15.   Efaie  29. 
1418  am  R.    Von  heylige   ehr.        1420   heyligen.        1428  in  fey:  ab- 
g5ttrey.         1436  am  R.    1.   Johan.  2.  1440  fgg.   am  R.    Hebre.  7 

Roma.  8.  1.  Thimo.  2.  vnd  Hebr.  9.         1446  am  R.  Actum.  4.        1450 
Johan.  3.        1454  Ofee.  13.         1462  zeytten.    Am  R.  Daniel.  14. 
1464  am  R.  Von  erdichter  erfchynnng   der  feelen.        1468  Muß. 

1474  am  R.   Vonn  mißbrauch   der   meffen.        1495  heyligen. 
1497   heyliges.        1509  am  R.  1.  Cor.  11.         1545  vnfere.        1553  fgg. 
am  R.  Aber  gottes   dienft  ynd   gutte   werck  /  von   menfchen   er- 
dacht vnd  erweit  /  find  fiind  ror  got.  Luce.  17.       1575  verfienen. 

1580  am  R.  Johan.  15.  1581  Johan.  6.  1583  2.  Gor.  3. 
'1Ö91  am  R.  Gott  yerbent  alle  menfchen  leer  vnd  gebot.  1595 
Deutro.  4.  1597  Deutro.  5.  1601  Deutro.  12  und  fo  bei  1603. 
1605  Math.  vlti.  1607  Johan.  13.  1609  2.  Johan.  1.  1611  am 
R.  Math.  3.  vü  17.  Marci.  9.  Luce  3.  2  pet.  1.  1614  han.  1617 
Gal.  1.  1618  hiemelrych.  1623  gbawen:  ruwen.  1637  Luce. 
21.  Math.  6.  1642  am  R.  Wie  Paul,  verkündiget  hat.  1.  The.  4. 
1652  am  R.  1.  Johan.  4.  1  Theffa.  5.  1658  gefünd.  1660  ver- 
hntt.  1665  gedacht.  1667  verhütten.  1672  am  R.  34.  q.  2  ca. 
Quos  dens.  1679  am  R.  So  doch  chriftns  der  felß  (als  auch 
das  fnndament)  allein  ift.  1.  Cor.  10.  Luce.  1.  Math.  17.  1687 
am  R.  Ja  in  feyner  kirchen  die  da  ift  einn  Sinagog  fathane. 
1693  am  R.  Daniel  9.  1708  am  R.  Dan  der  bapft  vergleycht  feyn 
recht  dem  heiligen  Euangelio  dif.  19.  c.  fie  omnes  etc.  1712 
bleyben.  1727  fieren.  1737  jhrn.  1738  am  R.  Der  meyfter 
vonn   hochen  finnen.  1744   obberiert.         1745    Interpretiert 

vßgelegt.  1746  am  R.  Ponderiert  vß  gewegen.  1747  Sophi- 
ftrey  Heydnifch  kunft.  1755  am  R.  Scotus  vnd  Thomas.  1765 
«in  fehlt.         1769  am  R.  Hugo  Cardinal.  Nicola,  de  Itra.       1783  am 


360 


than  leicht  in  das  häufigere  tbon  umzufetzen  wäre ,  fchwerlich  aber  wol 
man  in  mon.  Vgl.  übrigens  über  diefe  Trübang  des  a  zu  XIX  am  Schlnße 
S.  346.  20   der  gl  aß  wie  mhd.   der   Glanz.         22  auß    wie   auch  55. 

88.  158  und  vorauß  2016.  drauß  1U7.  1271,  während  fonft  faß  immer 
nß;  ebenfo  uf,  hus  (Haus):  muß  635:  uß  1075.  24  verhütet  wie  355 
verbot,  352  und  1667  verhüten,  neben  verhütet  140,  verhüt  182. 
1660,  letztere  Formen  alfo  mit  Rückumlaut;  t erbitten  fteht  in  allen  diefen 
Stellen  nicht  im  Sinne  des  einfachen  h&ten,  wie  wir  es  einige  Male  fchon 
gehabt  haben,  z.  B.  28,  2.  5,  fondern  heißt  'durch  Hüten  abwenden,*  nicht 
aber  im  guten  Sinne,  vielmehr  im  bofen,  gewiflermaßen  Veghüten*  d.  i. 
durch  Hüten  abhanden  kommen  laßen.  27  zu  im  zu  ficb.  29  nur 
wie  noch  156.  159.  162.  249.  269.  320.  487.  510.  544.  633.  721.  742.  826. 
990.  1165.  1192.  1194.  1196.  1300.  1538,  1571.  1594.1689.  1690.  1698.  1936. 
1973,  das  ältere  niur,  zuf.  gez.  aus  ne  wsere  es  wäre  denn,  außer,  im  14 
Jhdt  auch  fchon  nur.  35  zugeftalt  wie  536,  geftalt  (:  gewalt)  239. 
444.  1845,  beftalt  (gewalt)  1666,  alCo  mit  Rückumläut,  neben  geftelt 
(:  weit)  913.  36  glauben  wie  46.  209.  322  mit  Umlaut,  der  im  Mhd. 
den  Verben  in  oa  fehlt.  37  rieh  d.  i.  rieh  Reich,  und  fo  noch  i  fnr  ei 
durch  den  Reim  gefordert  in  fin  (efle)  :  Martin  85  :  gewin  1252;  fint 
(Feind)  :  hofgefint  49;  ziten  :  Beeilten  1462;  nicht  mit  Notwendigkeit  ge< 
fordert  in  fin  (elTe)  :  drin  733  :  in  917.  1050;  gefin  :  fchin  1196;  fin 
(Pron.)  :  fin  380  :  min  2030;  drin  :  Tchwin  977;  milen  :  wilen  1288; 
bliben  :  vertriben  1993;  glich  :  williklich  299;  fliß  :  paradis 
651;  und  außer  dem  Reime  findet  fich  min  1607.  2006;  din  31;  Hn  1829. 
1818.  144.  304.  394  fg.  713.  728;  fine  389;  fins  1826.  1926;  finr  1699; 
fim  223..  608.  1136.  1218.  1658.  1683;  bi  195;  bim  632;  biwonen  2003; 
in  1041;  win  1951;  dwil  251.  614.  758.  762;  witer  644;  fin  1193;  fint 
98.  478.  1127;  finden  79;  fin  (efle)  446  fg.  628.  1031;  bliben  1995; 
verzihung  1499;  lichtlich  1250;  villicht  2007.  40  fom  Saame. 
41  der  fch lange  Mascul.  wie  auch  im  Mhd.  59  allfant,  zunacfaft  für 
allefamt.  Ahd.  famant,  mhd.  fament,  fehr  früh  fchon  famet,  f am  t 
und  f)päter  mit  eingefchaltenem  p  (wie  kumpt,  nimpt,.  zimpt)  fampt.  Die 
Form  in  nt  findet  fich  auch  bei  Brant  (im  Reime  auf  lant  43,  19  mid  auf 
haut  (habent)  136,  18),  fie  fcheint  der  fchweizerifchen  und  ellaßifehen  Mund- 
art befonders  eigen.  Auf  demfelben  Wechfel  beruht  die  eben  diefen  Gegenden 
eigene  Form  kfunt  (venit)  für  kumet,  kumt,  die  fehon  bei  Boner  in  der 
erften  Hälfte  des  14  Jhdts  fich  findet,  z.  B.  3,  10  heimlich  diu  fträl  der 
Zungen  kunt  gefchoggen  üg  des  argen  munt.  15,  64  der  arme  ill  ficher 
zaller  ftunt,  der  riebe  ug  verebten  niemer  kunt.  16,  40  da  von  kunt  dik 
grog  erebeit.  19,  7  wenn  der  alt  kunt  an  den  tag.  42,  12  fi  fpracfa  'da 
kunt  ein  winter  bar.*  42,  14  vil  licht  kunt  etswenn  ouch  der  tag.  Ebenfo 
in  derfelben  Zeit  bei  Nicolaus  von  Straßbnrg:  wä  von  kunt  dag?  Mjlt  I, 
265,  19.  unfer  berre  fuochet  etliche  wife  in  der  er  ime  ze  helfe  kunt  ib. 
273,  6.  ie  merer  da  hellebrant  in  kunt,  ie  wirs  in  wirt  ib.  279,  11.  als 
menig  guotiu  begirde  von  dir  kunt  ib.  Z.  27.  nü  der  vater  ftirbet,  lo  k an  t 
der  fun  ib.  281,  7.    dag  eg   von   im  felben  kunt   ib.  294,  20.    fo  ir  vü  sno 


aefi 

einander  knnt  ib.  300,  13,  (neben  knmt  ib.  388,  6.  303,  40  und  knmet 
293,  37.  295,  26).  DieJTes  knnt  auch  in  Diocl.  Leben  5285  :  zu  ftnnt,  im 
Beichtbuche  (ed.  Oberlin)  S.  88,  wo  auch  künt  (ich  findet  S.  10.  72.  73 
(aus  kümet  72.  79),  'ferner  bei  Heinrich  Sufo  Wack.  Lef.  I,  888,  28  niut 
knnt  Ton  hertekeit,  eg  knnt  von  minneklicher  Zartheit.  Auch  in  Branta 
Narrenfchiffe  öfter  und  zwar  im  Reime  37,  5  ein  iedes  ding  wann  es  nf- 
knnt  z&m  höchften,  feit  es  felbft  zfi  grnnt.  38,  42  wer  krank  ift,  der  wer 
gern  gefunt  und  acht  nit  we  die  hilf  bar  kunt.  38,  62  und  daß  die  fei 
ror  werd  gefunt  e  dann  der  liplich  arzet  kunt.  57,  17  und  wart  wo  dir 
Ton  bimel  kunt  ein  broten  tub  in  dinen  munt.  71,  13  der  in  der  fchriber 
pfeffer  kunt,  der  vogt,  gwalthaber  und  fürmunt.  75,  7  zum  minft  er  s& 
▼erAechen  knnt,  doch  l&g  er  und  heb  nit  in  grünt  (wo  der  Text  kumbt 
gibt).  S2y  21  all  bfchiß  iez  von  den  buren  kunt,  all  tag  haut  lie  ein  nn- 
wen  funt.  93,  12  n-un  galt  der  win  knm  zehen  pfunt:  in  eim  monat  es  dar 
t^  knnt  daß  er  iez  giltet  drißig  gern.  25,  9  ir  wartet  biß  das  ftundlin 
knnt,  fo  bzalen  fie  bim  minften  pfunt.  94,  27  mancher  ein  erben  über- 
knnt,  dem  lieber  wer,  in  erbt  ein  bunt.  95,  65  es  ünt  noch  Werktag  vil 
und  mere,  wann  du  fchon  fnleft  in  dem  grünt,  nß  gitikeit  als  laßer  knnt. 
So  findet  fich  dann  auch,  wiewol  feiten,  für  die  3.  Plur.  kunt  und  kont 
ans  koment:  Boner  40,  39  in  der  Hs.  A,  der  Zürcher  Perg.  Hb.  des  14ten 
Jhdts,  wo  Benecke  kont  gab.  Auch  nint  für  nimt  findet  fich  fchon  bei 
Boner.  Das  find  Beifpiele  des  nt  aus  mt.  Aber  auch  auslautendes  m  wird 
bei  manchen  Schriftftellern  in  n  abgefchliffen  nach  Vocalen  und  Confonan- 
ten.  So  findet  fich  für  kam  oder  kom  des  Prät.  kan  und  kon,  fchon 
im  12ten  Jhdt  Wack.  Lef.  I,  191,  3  durch  dog  chon  der  vater  nnde  der 
fnn  nnde  der  beilige  geift  in  die  tougini  fancte  Mariün  libis.  Und  dann 
4»ater  Tochter  Syon  382  ich  twanc  des  den  gotes  Ibn  dag  er  her  abe  üf 
erden  kon.  Boner  48,  53  in  ein  hüs  ich  gelber  kan,  ein  wip  ich  marterön 
began.  82,  30:  hän.  Und  analog  jenem  kont=  koment  einkon=ko^ 
III  en  alfo  für  Particip  und  InfinitiT,  fürs  erftere  in  Halbfuters  Siegsliede 
▼on  Sempach  W.  Lef.  I,  932,  17  er  was  ein  frölich  man.  diß  lied  hat  er 
gedichtet,  als  er  ab  der  fchlacht  iß  kan.  Rnffs  Adam  und  Heva  3843  er 
iü  der  fom,  kon  von  der  fchlangen,  für  den  letzteren  im  Vorfpiel  zum 
Etter  Heini  350  ich  bin  i^  üch  gefant,  minem  herren  se  hilf  kan  und  wider 
den  Türken  helfen  fchlan.  Es  TerAebt  fich  von  felbft,  daß  hier  das  zwei- 
mal vorkommende  kan  in  feinem  Alaute  nicht  weiter  zu  argieren  iß,  es  ift 
Schreibweife,  gefprochen  iß  es  ficherlich  worden  kon.  Weitere  Beifpiela 
des  auslautenden  n  für  m  find:  Ternan  :  gewan  Hartmanns  Lieder  17,  13, 
und  bei  dlefem  Dichter  fonß  noch  rnon  (glorta)  :  tuon  Erec  900.  4357.  1 
Büchl.  971,  :  bnon  Kree  5481;  ob h ein  :  ßein  Erec  434.  :  Tulmein  ib.  1405. 
9720.  :  fchein  8017.  :  dehein  9407.  :  mein  Qreg.  565.  In  den  letzten  Wer- 
ken Hartmanns,  dem  armen  Heinrich  und  Iwein,  kommt  diefe  Freiheit  nicht 
mehr  vor.  Bei  Qotf^ied  Ton  Straßburg  begegnet  b6n  Ml.  2,  49,  boun  2, 
21;  in  der  Tochter  Syon  trdn  =  trottm  Z.  95  eg  wirt  alleg  als  ein  tron, 
des  gelonbet,  tohter  von  Syon;  bei  Bruder  Wemher  troun  MS  2,  163 
din  I6n  iß  als   ein  rieher  troun,   der  n&ch   dem   fläfo   fwindet.     du  htö  in 

29 


368 

minen  mant  geftricket  dinen  zoan  «te.  Forner  bei  Gotfried  honicfein  2, 
8.  47,  22;  bei  Ulrich  von  Türheim  he  in  :  Iwein  1416,  und  diefe«  Pi^tttal. 
667  (:  rerfwein),  Diociet.  Leben  7942  (:  geftein),  ebenfo  b*in  in  Griesh. 
Pred.  6*.  8«.  12^.  18b.  30».  38^.  84>».  lOU.  107».  115*».  118»  und  h»in- 
lich  dar.  60b.  loib.  I02b.  llib.  240«.  heinlich  T.  Syon  2.  und  iminer 
im  Beichtbache,  auch  Hpt  Ztfchr.  2,  228,  37,  wo  auch  Z.  27  diu  heinli. 
Chi,  das  aU  bain  liehe  in  Grtesh.  Predig.  145  «•  174^  lieht;  he  in  aach 
öfter  im  Narrenfchiffe,  fo  3,  7  der  verdut  daa  fo  im  got  bat  geben  hein, 
darin  er  fchaffher  ill  alein;  34,  33  und  gat  berämt  doch  wider  heia  and 
dreit  am  haU  ein  müleußein  (wahrend  33,  60  heim  :  keim  nemtni).  Ferner 
irretuon  Betcbtb.  S.  11,  71  (neben  irretuom  63);  ruon  :  tnon  Dioei. 
Leben  9105,  und  derfelbe  Reim  bei  Hugo  vpn  Langenftein  Diut.  2,  112,  wo 
auch  gezan  (decebat)  :  fürfpan  ib.  S.  123«  wie  im  Kother  295a  genau 
(iVimpßt)  :  man.  Sehr  häufig  lobefan,  fo  im  EckenUede,  im  Orendel  n.  f.  w. 
Von  au8)autendem  n  nach  Confonanten  merken  wir  an  und  zwar  aach  r 
das  gotiriediTche  ßurn,  wnirn  2,  4,  am  (pauper)  :  yarn  Ulr.  v,  Türh.  644, 
mir  iA  nieman  ze  arn  Hpt  Ztfchr.  2,  228,  37,  am  (braohium)  :  gevara  T. 
Syon  523;  nach  1  in  haln  MS.  2,  163  a  du  ziubeß  mir  den  ha  In  ab  eiaer 
jungen  katzen  vor.  Vgl.  übrigens  weiter  aber  diefen  GegenAand  K.  A.  Hahn 
zu  den  kleineren  Gedichten  des  Strickers  10,  9,  Emil  Sommer  za  Koarad 
Flecks  Flure  und  Blanfchflur  Zeile  307,  G.  Tb.  von  Karajan  zum  Botha  der 
Rügen  in  Hanpu  Zeitfchrift  2  S.  14,  Sommer  zur  guten  Frau  daf.  S.  391. 
84  getrüwen  wie  auch  1437,  langes  ü  noch  haftend  lur  nhd.  ea. 
fo  auch  in  türen  226,  nüwen  1210.  1262,  trüwen  (Subft.)  1988,  fründ 
1607,  lüten  1272,  fchlünig  598,  üch  1870.  1878.  1889,  verdroßt  270; 
und  in  b^weifenden  Reimen  frünt  :  Terkünd  331.  423  :  fand  386.  1498 
:  fünd  1517  :  verkünt  :  fnnd  531.  1866  :  verkünt  :  günt  550.  95  kreua 
ohne  genitiv.  Flexion  lür  kreuzs.  das  frone  kreni  das  Kreuz  daa 
dem  Herrn  (Chrifto)  gehört,    das  heilige  Kreuz.  99   serknltfcht   wie 

noch  1825  zerquetlbht,  zufammen  gedrückt  Schm.  2,  377  gibt  zerkBÜ%- 
fchen  contundere,  conqnaflare,  zerknitfehung  contaUo.  In  thüringiToliar 
Mundart   zerknetfohen  zu  Brei  drücken  oder  treten.  100   zerllrGt 

mundartlich  fchweiz.  für  zerftröut;  ob  für  ön  wie  6  für  ou,  vgl.  XVIU, 
197.  101  gedöt  getodtet;  mnndartlicb  Media  für  Tenuis  im  Anlaate,  wi» 
noch  öfter  in  diefem  Gedichte:  dnfent  164,  dant  200,  dapfer  254^  dre»- 
lieh  574,  gdorftig600,  Tordriben  701,  nndüchtig  869,  Yerdilkt  1656, 
angedaft  1935,  bedört  1418,  doli  1587,  dantelmere  1706,  Terdra- 
gen  741.  117  und  es  wider  haben  (neml.  wir  zu  haben  an  ergän- 
zen) wie  1662;  und  fcheint  hier  in  der  Bedtg  Viewol'  za  liehen.  VgL  zu 
273.  158  zthan  d.  i.  se  than.  Ober  die  Apocope  vgL  au  2029.  than 
wie  892  Infiniti?  für  thon,  th&n.  160  Juoh  Ausruf  der  Frende,  daher 
juchzen  jauchzen«  165  einchs  d.  i.  einichs  irgend  eines,  noch  Z. 
745,  oben  90,  4.  VgU  zu  1765.  174  anbeut  anbietet.  180  gehaben 
für  gehabt  gehapt,  alfo  ftarkes  Particip  für  fchwaehes,  fcheint  auf  einer 
Verwechslung  des  haben  mit  heben  (bebe,  huop,  bnoben,  gehaben)  sn 
beruhen.     Sonft  finden   fich   in   diefem   Stüeke  noch  ein  paar   Mal  fiillche 


863 

ftsrite  Partteipien ,  fo  gehören  fiir  g«börfc  Z.  334  der  gleich  wir  nie  me 
hand  gehören  fagen  (wo  wir  jetzt  freilich  einen  falfchen  Infinitiv  anwen- 
den Vir  haben  nie  Üagen  hören';,  gewöUen  Z.  ö44  was  lio  nur  hand  ge- 
wollen  (:indhellen),  gelofchen  für  gelöfcht  Z.  1547  fie  hand  den  glau- 
ben anfl  gelofchen  (:  getrofcben).  192  zu  Jeß  zuletzt.  Stellen  für 
diefe  Form  aar  Tochter  Syon  21  S.  Ö3.  204  uuangefehen  abgelehcn 
daTon  daß,  ungeachtet,  fo  anch  Z.  703.  1128.  219  nach  iftfolch  ler 
▼  ergeben  jedoch  ift  folche  Lehre  umfonft;  nach  Hebt  hier  für  noch  in 
der  Bedtg  doch,  wie  noeh  in  Ruffs  Adam  und  Ueva  309  wie  wol  hiA  gfin 
du,  Luciler,  vor  got  in  fulcber  großen  eer,  noch  hat  diu  zier  und  gwalt 
ein  end  und  blibft  verdampt  in  dim  eilend.  Etter  Heiui  3151  wie  wol  min 
vater  hurtig  was  von  Underwalden,  zMelchtal  faß  und  nit  vil  uf  den  her- 
ren  hatt,  noch  hett  ioi  dpencion  nut  gfcbatt  3496  groß  übelzit  wie  wol 
ich  batt,  noeh  han  ich  dpencion  nn  gnumen«  In  tfnferem  Gedichte  findet 
Geh  in  diefer  Bedeutung  nach:  823  wann  nn  Tcbon  der  pfarher  hat  dat 
fein  gethon,  wirt  im  nach  etliehe  uß  genomen,  als  ob  es  hieße  nach  wirt 
im  etc.  d.  i.  wenn  er  auch  bereits  das  Becht  der  Abfolntion  erhalten  hat, 
gleichwol  werden  gewifle  Fälle  ihm  entzogen.  675  das  er  nach  nit  ver- 
dauen kan,  deut  doch  wol  dreißig  jar  nu  dran  d.  i.  obwol  er  bereits  30 
Jahre  daran  Terdant,  gleichwol  (nach)  kann  er  mit  4ier  Verdaonag  nicht 
SU  Ende  kommen.  Die  Bedeutung  'gleichwol,  jedoch'  ftellt  fich  heraus,  wenn 
anch  im  Vorderfatze  nicht  ausdrücklich  Viewof  oder  ein  ähnliches  (lebt; 
ja  man  kann  es  als  trotzdem,  nichts  defto  weniger'  faßen  an  der  Spitze 
eines  neuen  Satzes,  zu  dem  aber  die  frühere  Rede  immer  die  Voraasfetzung 
liefert.  Unfer  obiges  Beifplel  Z.  219  erklärt  lieh:  wiewol  Johannes  lehn, 
daß  der  eingeborne  Sohn  Gottes  aus  Liebe  für  die  Welt  dahin  gegeben 
worden  ift,  ift  doch  diefe  Lehre  umfonft.  715  nach  ni&ß  der  g fändet 
han  etc.  d.  h.  wiewol  Paulus  ausdrücklich  fagt,  er  habe  über  die  Bewah- 
rung der  JungfrauTchaft  kein  Gebot  erhalten,  fo* erklärt  doch  der  Papft  den 
Friefter  für  einen  Sünder,  der  lieh  verheiraten  will.  735  nach  fecht  von 
difer  keufohheit  wegen  etc.  d.  h.  ob  wol  man  ße  zur  Hurerei  förmlich 
zwingt,  da  fle  ja  alle  nicht  wider  ihr  Fleifch  und  Blut  können  und  fleifich- 
lieb  handeln  mäßen,  fo  nennt  man  lie  doch  geiAlieh.  973  nach  band  fie 
gelockt  ete.  d.  h.  obwol  es  gar 'kein  Fegfeuer  gibt,  alfo  anch  keine  £r* 
löfnng  daraus,  etwa  dnreh  Geld,  trotzdem  haben  fie  uns  verfuhrt  den  Ablaß 
zu  nehmen.  1134  nach  hat  er  etc.  d.  t.  obwol  Chriftus  ausdrücklich  ge- 
waHfame  Selbfthllfe  nnterfagt  hat,  trotzdem  hat  der  Papft  IIa  in  feii^em 
Banne  angewendet.  Femer  bezeichnet  noeh  die  Fortdauer  einer  Handlang 
oder  eines  Zuftandes  in  der  Vergangenheit  (etiam  tunc,  tum),  in  der  Gegen- 
wafTt  (etiam  nnne,  adhuc)  und  in  der  Zukunft  (reliquuro  eft  ut  oder  bloßes 
Futurum).  Auch,  in  diefem  Sinne  Aeht  in  fchweizeriichen  Denkmälern 
nach;  fo  in  nnfbvem  Gediebte  1483  ja  uns  die  nach  hie  leben.  Yurfpiel 
cum  Etter  Heini  43  Ae,  thSnd  gemach,  jehnt  nach  nit  bu!  Etter  Heini 
2802  baft  du  dem  fchriber  nit  gefeit,  daß  er  bunt  hab  infunderbeit,  fo  thft 
es  nach  nnd  gang  fchnel  hinl  An  diefes  letztere  auf  die  Zukunft  gehende 
noch  fcbließt  fich  das   hinzufügende  in    der  Bedtg  'dazu,   weiter,,  ferner,' 


864 

das  ftttch  nach  heißt,  fo  b«i  uns  oben  Z.  798  naoh  weifi  ich  einen  iaiilen 
fratsen.  1182  naoh  ill  ein  griff.  1217  naoh  merkl  1418  naoh  weiter 
hand  fie  nna  bedört.  Das  wäre  das  adrerbielle  noch.  Aber  auch  das  ans 
anderen  Beßandteilen  begehende  gleichnamige  Bindewort  (ne^e)  wird  sa 
nach;  Z.  1604  du  folt  alein  dem  herren  thon  was  ich  dir  gbent,  nicbs  z& 
nach  Ton.  1972  weder  £ur  lebend  nach  fnr  tot.  Btter  Heini  619  nnt 
gilt  der  eid  nach  kein  gebot.  222  einig  einzig  f.  an  1765.  227  h*ts 
hier  MascnL  die  Hetze.  229  gefchwind  rchlao.  241  ^.nn über- 
wunden der  warheit  eine  fchwierige  Conftruction,  die  zweifach  erkl&rt 
werden  kann;  entweder  als  abfolnter  Genitiv  d.  h.  ans  diefem  yerdorben, 
als  wenn  es  hieße  unüberwundener  warheit,  inricta  Teritate  (vgL 
'während  des  Kampfes'  für  "währendes  Kampfes*),  oder  mit  kühnerer  Ver- 
wendung des  Genitivs,  vom  Begriffe  des  Überwindens  abhängig,  fo  daß  alfo 
unüberwunden  nicht  adverbieU,  fondern  adjectivifch  zum  vorangehenden 
i  n  (enm  nemlich  Luther)  ßeht.  Solche  Genitive,  bei  Verben,  die  den  Begriff 
des  Angreifen«,  Kämpfens  haben,  kennt  die  alte  Sprache:  er  beltuont  in 
kampfes,  er  fnochte  ftrites  u.  f.  w.  Siehe  Gramm.  4,  679  fg.  245  ver- 
fchoßen  muß  wol  fo  viel  als  zerfchoßen  Xein,  durch  Schießen  gewifler- 
maßen  zerläftert;  fo  noch  Z.  553.  248  achte  achten  möge.  256  ob 
Baumadv.  oben.  258  einem  zwahen  wie  1919  einen  wafchen,  figüriich 
ihn  gehörig  abfertigen,  f.  zu  70,  28.  269  die  ftrebkats  ziehen  mit 
einem  mit  einem  breiten,  von  einem  Spiele  hergenommen,  wo  awei  Teile 
an  einem  GegenlUinde  (vielleicht  einem  Stricke,  Taue)  nach  entgegengefetz- 
ten  Seiten  ziehen.  Vgl.  Schm.  2^  345.  Zarncke  zum  NarrenTchiff  64,  31 
S.  404.  263  das  gefchwürm  verwirrtes  Saufen  und  Schwärmen,  dann 
wie  1566  der  Schwärm.  das  hörnen  ift  wol  fo  viel  wie  bnrren  das 
Brummen,    Saufen.    Stalder  1,  246.    Schm.  1,  193.  273  und  während, 

wie  noch  729;  f.  zu    117.  die   hanbe,   hauben  Kopibedeckung   von 

Männern  und  Frauen;  es  greift  in  an  die  hauben  es  geht  ihnen  an 
den  Leib,  packt  üe.  274  fürher  hervor.  klauben  kleinere  Dinge 
mit  den  Fingern  auaefen.  Schm.  2,  349  fg.  fürher  kl.  heißt  hier  über- 
haupt ans  Tageslicht  bringen,  wie  das  folgende  offenbar  machen. 
282  bolz  in  diefem  Sinne  f.  Gr.  WB.  2,  235  No  8  und  229  ig.  f.  v.  hold, 
wo  es  als    ans  diefem  Worte   verderbt  hingeßellt  iffc.  284  metsbank 

Sohlachtbank.  323  anderwerb  wie  964  zum  zweiten  Male.  352  be« 
volhen  (fonA  auch  bevolchen  gefchrieben)  richtige  alte  Participform ,  mhd. 
ich  bevilhe  bevalch,  bevulhen,  bevolhen.  355  fo  veft  (wie  fonß 
vaft)  fo  fehr.  361  türren  was  eigentlich  'den  Mnt  haben*  heißt,  hier  in 
der  bekannten  Verwechslung  mit  dürfen  'die  Erlaubnis  haben."  369  an 
fch eitern  gon  wie  562  (vergl.  e{L  trümmern  gan)  in  Stücken  gehn;  das 
fcheit,  Flur,  die  fc heiter  die  Stücke  in  die  ein  Baumklohtz  gefpalten 
wird.  Wir  haben  heutzutage  bei  diefer  Redensarjt  das  Gefühl,  daß  fch  ei- 
tern Subftantiv  ift,  verloren,  es  klingt  uns  wie  ein  Verbum,  daher  wir  es 
auch  klein  fchreiben  (fo  z.  B.  Rückert  vor  der  Hamafa  St.  4  *das  enge 
Leben  freilich  geht  zu  fo  heitern*).  Dazu  trägt  namentlich  der  in  diefem 
Sinne  uns  nicht  mehr  geläufige  Gebranch  der  Präpofition  'zn*  bei  und  das 


365 

moderne  Verbnm  feh eitern  (s.  B.  ein  Schiff  febeitert,  ein  (Jntemebmeii 
Tc heitert),  das  Tielleicht  erft  ans  dierer  mitrerftandenen  Redensart,  aaa 
dem  Dat.  Plnr.  fleh  als  Yerbam  fellgefetst  bat.  379  der  furfpreeh  wie 
1433.  1435.  1438.  1892  der  Ffirfprache  tbnt.  Unfer  Farrprecher  ill neuere 
Bildung,  wie  ans  wi^age  propheta  Weisfager  (der  Weires  fagt)  mit  Um- 
dentnng  geworden  ift.  381  fin  fein  d.  i.  klar.  889  all  mit  ein  d.  I. 
alle  mit  einem  einer  wie  alle,  alle  mit  einander.  394  verfc blanden 
Yerfcblmigen,  mit  Übergang  des  nd  in  ng.  395  ledig  los.  396  die 
p rächt  (mbd.  braht)  das  lärmende  Qerchrei,  anders  als  444.  475.  398 
und  Ton  dem  HöUenrofte,  auf  den  wir  nemlich  gebraten  worden  waren  ^ 
daher  noch  nnfer  Ansdmck  Höllenbraten.        405  der   genieß  T.  29,  10. 

450  fleh  yerkretsen  fleh  wnnd  reißen  Stalder  2,  130.  464  bercho* 
nen  befchönlgen.  467  nemlich  Conßantin.  469  erheit  erlogen.  Stald. 
2,  81  gibt  erheien,  erhien  etwas  frecher  Weife  Ingen.  476  ie  hier 
weniger  in  der  Bedtg  immer,  alfo  an  aller  Zeit,  als  j  e  d.  i.  en  irgend  einer 
Zeit.  479  es  ben&gt  einen  an  einem  dinge  es  hat  einer  genng  aa 
etwas.  488  simlich  angemeßen.  492  der  fnrfchlag  das  Yorwärta- 
kommen,  Emporkommen:  fchlag  hier  im  Sinne  des  Verbums  fchlagen 
den  Ort  ändern,  fich  begeben,  geraten,  z.  B.  in  Redensarten  wie  ans  dem 
Weg  oder  in  den  Weg  fchlagen,  einen  Weg  einfchlagen,  nmfcblagen,  ansfchlA- 
gen,  naehlbhlagen  n.  a.  Schm.  3,  440.  494  obentear  f.  tu  XVIII,  32. 
503  in  alln  ihnen  allen;  Tgl.  389.  >  524  fnrgeben  yorgeben,  yorfchützen, 
wie  ffir wenden  597.  787.  549  das  gefert,  geferte  die  Qefammtheit 
derer,  die  mit  einem  fahren,  immer  bei  ihm  find,  alfo  Genoßen-  und  Die- 
nerfchaft;  Tgl.  das  ge finde  yon  find  Weg.  552  gunt  gegönnt. 
564  Ret  Städte.  566  der  fach  folcher  Sache.  580  jehen  fprechen* 
581  die  nngefaorfame  der  Ungehorfam;  die  gehorfam  781.  583 
der  befchiß  wie  1456  der  Betrug.  597  des  deflen.  598  fchlünig 
fehleunig  (abd.  fliumo  continno.)  Die  Randglofle  'gl^cl^l^ch*  f.  S.  355  med. 
beruht  wol  auf  Misyerlländnis.  600  gdorftig  d.  i.  getürßig  kühn,  yon 
tnrren  Mut  haben.  613  r{irt  berührt,  erwähnt.  620  die  eote  (abd. 
diu  zota  yillos)  eigtl.  Zotte;  hier  fchon  auf  dem  Übergange  in  unfer  nhd. 
Zote,  nur  daß  es  noch  nicht  fchmutzlge  Rede  ganz  in  unferem  Sinne  be- 
dentet;  bei  lame  zote  wie  260,  33  und  lamer  bofs  unten  Z.  1144  feheint 
in  lam  mehr  der  Begriff  ärmlicher  Schwäche  zu  liegen.  623  gecken 
muß  'gehen  machen*  heißen,  alfo  wol  zu  giehen,  gäben  gehören.  642 
yern&gen  wie  780' genug  fein.  654  globen  d.i.  geloben.  662  hurei 
wie  auch  684.  687  neben  bfirerei.  666  nach  feinem  f^g  wie  es  lieh 
ihm  eben  fugt,  je  nachdem  es  ihm  pafR.  669  fparnofelin.  Geht  auf 
das  Lied  in  Mumers  lutherifchen  Narren  Z.  3991  fgg.  (Ansg.  yon  Kurz  S. 
132  ^g.):  fo  wil  ich  das  fparnöffli  Jingen.  Der  Kehrreim  des  Liedes  ill 
Immer  fparndifli.  Mit  Bezug  darauf  heißt  es  in  Paraphil.  Gengenbachs 
Noyella  Z.  830  ir  weren  dannocht  in  üwer  zeli  bliben  bi  dem  fparnöff- 
11  n.  1082  der  meffner  X^rach  *o  Mvrnerlin,  fing  mir  ies  das  fparnöfflinl* 
1092  er  fitz  ies  bim  fparnöfflin  zart.  Aber  in  TJtz  Eckfteins  Reichstag 
(Schelble  8,  875):  Mumar  heU  lieber  ein  barnöffii.    Im  Karfthans  (Kurz 


366 

a.  a.  O.  167,  33):  das  laeB  mandel  «ins  hübfeheu  parnörel  am  gefeU. 
Gödeke  erklart  im  Gengenbach  S.  697  das  Wort  als  das  parnöfrii  (das 
in  s  gekürzt)  bos  ad  prefepe  natritnS)  von  der  barn  die  Krippe^  die  Raafe 
(Bea.  WB.  1,  89)  ond  öfru  Öcbslein.  Br  ftutzt  fich  dabei  aaf  die  beiden 
letzten  Stellen  und  aaf  das  fchon  von  Kurs  beigebraohte  parnofifch  in 
Kberlias  anderm  Bantsgenoßen  (anf  Bl.  1  p.  m.):  Ift  es  nit  ein  blinder 
yolg,  daß  ir  glouben  geben  den  ToUen,  bücbigen  predigem,  fo  B  euch  Tagen, 
ehriftlteh  kirch  hab  geboten  bi  totüund  se  halten  Co  tU  tag  nnulhörUoh  au 
isftenl  das  iA  aber  uoch  fcbimpflicher,  fo  fie  ufseichnen  in  mathematilcher 
nfirechnung,  welche  davon  entfchnidiget  liend  oder  nit,  und  doch  da  bi  all- 
wegen  ein  angel  der  fcrupuli  laßen  in  den  gewißen,  als  ob  man  viUicht 
eigner  blödigkeit  zft  vil  gloube,  do  mit  unnfhörlich  unr&w  bleibt  in  chrift- 
liehen  hersen  nnd  dodnrch  folich  bnehvater  und  m&rlin  prediger  allweg  x4 
fchaffen  haben  mit  den  lenten,  fo  fi  parnofirch  ire  gewißen  urteilen  nnd 
erfchrecken.  671  hätfchen  einen  fchleppenden,  fohleilmden  Oang  haben, 
Scbm.  2,  269;  er  hetfcht  mit  er  fchlendert  mit.  672  fcbl^cbts  wie 
1038.  1446.  1629.  1599.  1664.  1893.  (vgl.  zu  2008)  durchaus,  fchlechterdings. 

673  bei  Adv.  dabeL  676  er  deat  er  verdaut.  678  in  naehgen- 
der  frift  nachmals,  Tpäter.  681  lg.  Gemeint  iß  das  1615  erfchienene  Ge* 
dicht  Die  mule  von  Schwindelsheimund  Gret  muUerin  jaraeit. 
S.  Lappenbergs  Ulenfpiegel  S.  399.  DieTe  Bemerkung  fetct  die  Autorfchaft 
Murners  außer  Zweifel,  di«  bis  jetzt  nur  auf  der  einen  Angabe  im  Dialog 
zw.  Pfarrer  Und  Schultheiß  ruhte,  f.  oben  153,  11.  684  gewon   (wie 

mhd.)  gewohnt.  -  687  eiger  wie  ^hd.)  ahd.  eigir.  Flur,  von  ei.  Gramm. 
1,  679  ig.  692   die   magt  feit  zu  ßucken   die  Magd  geht  in  Stücke 

fcheiut  zu  heißen  *üe   kommt  nieder.'  698    domne  d.  i.  domine. 

715  mit  gf erden  mit  böfeu  Ablichten.  716  der  knnig  von  geb erden 
wie  753  der  nicht  von  Rechts  wegen,  fondem  nur  äußerem  Gebaren  und 
Anmaßung  nach  König  Ul,  neml.  der  Papft.  722  ander  die  bank  gon 
bei  Seite  geben,  aber  verächtlicher,  fleh  fortpacken.    Grimm  WB.  1,  1107. 

729  und  C  zu  273.  759  vaß  wie  Ter,  Verftarkung  dazu.  762  oa 
fchera  wie  fonil  äne  fpot  in  der  That.  770  got  ia  Dativ.  fröL 
geber  Nomin.  wert  lieb  und  angenehm.  775  nicht  nichts.  788  eß« 
von  aß  bildl.  Übertragung  auf  die  Verzweigung  des  GeCchlechts.  798  der 
Irats  die  Albernheit.  802  die  großen  köpf  wie  1167  die  reichen,  vor- 
nehmen JUente,  hier  die  höhere  GeiftUchkeit.  Ich  alten  ßoßen  (fchalta, 
fchielt,  gefchalten),  eigtL  von  Schilfen  gebraucht,  von  diu  Tchalte  die 
Stange  mit  der  man  das  Schiff  vom  Lande  ßößt.  808  er  gedar,  dar 
C  türren  361.  810  plapert  L  zu  129,  20.  825  berwolf  d.  i.  wer- 
wolf:  829  mit  gf  erden  f.  715.  833   ins   bnchrien  blofen  ins 

Bncbschen   blalen,  Strafe  bezalen.    Grimm.   WB.  2,  69.  477.  479.  884 

lundifche  hofen  Uofen  von  feinem  englifchen  Tuche,  das  von  London 
kam.     Schm.  2,  480.        836  fent  f.  zu  2,  28.        846  z^  jar  übers  Jahr. 

850  meinftend.i.  meiften  mit  unorgau.  £infchiebttng  des  n.  859 
gen  geben  f.  zu  XVIII,  23.  860  du  beichft  für  du  beichtß.  Weg- 
laßnng  des  t  wie   fchlechd   1599.    nichs   1604,  vergl.  iina  142,  1«. 


867 

865  der  pfeffer  die  ftark  mit  Pfefier  gewiinto  Brühe  beC  über  Hafen- 
nnd  Günfeklem,  Schm.  1,  306;  lafi  in  ein  pfeffer  daran  machen  t  t. 
a.  onfer  *lafi  &»  fichs  einmachen,  einbökein.'  867  den  braten  fchmecken 
den  Br.  riechen,  d.  i.  etwas  merken.  876  auf  etwas  bochen  feßes 
Vertrauen  worauf  haben.  883  wort  ohne  Flexionsendung  für  Worten 
Bau  Plan        892  tban  f.  sn  158.        898  das   widerrptl  das  Gegenteil. 

938  er  mach  uns  gottes  kinder  fein  kann  wol  nicht  als  rechter 
Acenfatiy  mit. dem  Infinitiv  gehen,  da  uns  Ton  mache  abhängig  an 
denken  ül,  ebenfo  wie  oben  7,  11  da0  ich  eneh  alle  in  dem  ingeweid  Chrifti 
a&  Xein  begere.  30,  23  das  haben  wir  alTo  gefohehen  mit  nnfern  äugen 
gefehen.  196,  29^  fie  werden  in  kürz  fefaen  Och  gefohent  fein.  Richtige  Bei- 
l^iele  des  Accnf.  com  Infin.  find  7,  26  daß  er  Si9  gar  bat  wollen  Üch  der 
weit  entfchlagen.  0,  27  Pharao  ift  der  feine  priefter  wil  befitoung  af  der 
erden  haben,  li,  12  von  dem  fie  nrfach  und  anfang  irer  freikeit  uf  fich 
komen  fagea.  33,  33  Teine  nachvolgen  wil  er  rolkomen  fein.  17,  6  und 
als  dann  thfit  er  nicht  wie  ir  gefagt  die  apofteln  th&n  follen.  35,  11  er 
hat  gewölt  die  apoftel  und  ire  nachkomen»  priefter  und  gelftlicben,  im  am 
neehften  naehvolgen  und  in  feinem  beifpil  leben.  110,  13  bekenn  die  dii^ 
war  foin.  Von  anderen  infinitlTifchen  Conftrnctionen  merke  ich  an 
8,  13  wie  ich  dann  hoffe  gefchehen  werden.  24,  6  ich  glaub  mügllcher  fein. 
37,  23  daß  fie  nit  übel  gethon  haben  gefehen  werden.  87,  35  daß  ir  gefe- 
hen werden  furften  s&  fein.  Siehe  Grimms  Gramm.  4,  114  fgg.  Zamcke 
anm  Narrsalbhiff  19,  8.  108,  1.  929  er  nemi.  der  Ablaß.  er  bat  im 
Til  gölten  er  hat  ihm  (dem  PapAe)  viel  eingetragen,  Diefe  Bedtg  von 
gelten  auch  im  Pfaffen  Amis  1325  46  riet  dem  phafen  fin  muot,  moht  er 
den  betriegen,  dag  wssr  ein  nüze»  liegen,  es  gulte  im  folhe  miete  dag 
er  fin  hüs  beriete  seinem  halben  järe.  932  eines  dinges  one  fein 
(&ne  fin  im  Mbd.)  ledig  fein.  935  es  zerrint  einem  an  gelt  (mbd. 
geldes)  das  Geld  geht  ihm  ans,  gebricht  ihm.  338  retlieh  (mhd.  rili- 
ehe)  reichlich.  948  Gemeint  find  die  päpftlichen  Bullen  mit  den  wach- 
lernen  Siegeln.  Die  Beseichnnng  fledermeufe  fcheint  hergenommen  von 
den  gleichnamigen  Steckbriefen  einer  Gefellenbruderfchaft  hinter  einem  un- 
ehrlichen Mitgliede  her.       952  goch  d.  L  gach  (mhd.  gäch)  fchnell,  eilig. 

958  wu  wo.        959  under  Xtch  hinab.       964  anderwerb  t  au  323. 

975  mit  gehets  locken  Ausdruck  von  der  Jagd  genommen.  989 
tauren   dolere«    onfer  danern.  1019  vertilket  wie  1872   und   1556 

verdilkl  vertilgt        1071  der  gleiß  der  Glans;  mit  gleiß   und  fchein 
glänsend  und  fichtbarlich.        1079  er  will  auf  das  Land  fließen,  übertreten. 

1080  trumpeltrei  von  trnmbe,  trumpel  Trommel:  thörige  Dinge 
die  mit  Lara  ausgefchrieen  werden.  1088  unrechtfertig  gut  unrecht- 
maßiges  Gut,  f.  zu  88,  36.  1102  der  lift  Mascul.  wie  im  Mhd.  1103 
der  zu  inr  dar  z&  mit  lautloferem  e  für  a.  1121  he If eben  d.  i.  hei- 
lifchen  höUifchen;  vgl   1124  fchebig.        1129  die  tröu  die  Drohung. 

1138  gefein   Part   gewefen.        1142   eins,   eines  adverbieller   Genitiv 
des  unbeßimmten  Pronomen,  einmal;  es  fpielt  aber  nach  'nun'  hinüber, 
1144  lamer  bofs  vergl.  620  lame  zote.        1151  fonft  (älter  fnnft  aus 


368 

ruft  iur  ftis  To)  fngt  hier  mit  einer  gewUTen  Unbeftlmmdieii  cn  den  Torigen 
Ausfegen  eine  neue  ähnliche,  mit  ihnen  unter  eine  Kategorie  fallende  hinan. 
Der  Sinn  wird  deutlicher,  wenn  wir  den  Sat^  auflöfen:  einer  der  einen 
Todfchlag  gethan,  oder  geraubt,  gemordet,  Brand  gcAifket  oder  Tonil  to 
eine  Sunde  begangen,  etwa  eine  Jüdin  gefchwangert  hat.  bekennen 
wie    fonft   erkennen   im   Sinne    wie   Heb  üeifchlich   Termtfchen.  1153 

menglicbf  d.  i.  menniglich,  jedem.  1178  pfueh  wie  1297  pfni,  auch 
in  Seb.  Branta  Narrenfchiffe  4,  27,  wozu  Zamckes  Anm.  S.  309.  Hbd.  in 
der  Tochter  Syon  259  nu  pfuch  dich,  Wcrlt,  du  fchanden  Tag.  1209  von 
alten  wie  XX,  403  vor  alten.  Liegt  ahd.  dag  alta  (fenectue  und  vetn- 
ftas  Graffl^  197)  zu  Grunde  oder  ift  es  Dat.  Plur.  des  Adjectivs,  wobei  ein 
Subft.  wie  ziten  ausgelaßeu  ift?  1216  zünfelwerk  gebort  wol  zn  sün- 
zeln,  zun  fein  flackern,  wovon  zünfelein  Flitterchen,  Schmeller  4,  276. 
Unfer  'Wort  hieße  danach  Flitterwerk.  1220  die  auf  priefter"  bezogen, 
was  in  prießertum  (leckt  1278  gebückt  gebogen  wie  1264.  12^9  -bei 
wilen  f.  V,  a.  under  wilen  zuweilen,  von  Zeit  zu  Zeit.  1290  vergoben 
f.  zu  142,  20.  1326  geßreckt  erftreckt  1337  apoßützlerei  Xnper- 
ßitio,  hypocrifis  f.  Grimms  WB.  1,  536  fg.  Zamcke  z^om  NarrenTchiff  106, 
21  S.  453.  1340  in  an.  1346  mumlen  die  Lippen  oft  und  leife  be- 
wegen, Schm.  2,  575.  Hier  vom  heimlichen  Patemofter-  und  Brevierbeten. 
kerren  durch4ringend  fchreien,  Schm.  2,  324,  wie  fonft  plerren,  auf 
das  es  hier  reimt  1347  fg.  die  fieben  Tagzeiten,  vgl.  zn  143,  38.  1361 
hofieren  ein  hofifches,  galantes,  feines  Wefen  treiben;  mit  fonft  hofie- 
ren wurden  wir  etwa  wiedergeben  durch  *mit  andern  freien  Künßen.*  Über 
den  Gebrauch  des  fonft,  vgl.  oben  zu  1151.  1364  der  roraff  war  eine 
Figur  an  der  Orgel  des  Straßbnrger  Munfters,  die  durchs  Windwerk  mit  in 
Bewegung  gefetzt  wurde:  fie  machte  dann  allerlei  komifche  Bewegungen 
und  Grimacen.  A.  Stöbers  AlTatia  1852  S.  189  —  242.  Sagen  des  Elfiaßes 
492.  Kurz  zu  Murners  luther.  Narren  S.  242.  Zamcke  zum  Narrenfohiff 
91,  34  S.  434.  Die  Zufammenfetzung  des  Wortes  iß  klar:  äffe  bedeutete 
fchon  im  Mhd.  einen  Menfchen,  der  durch  feine  Dummheit  den  Leuten  zum 
6potte  dient  (Ben. -Müller  1,  10)  wie  fpäter  und  bis  jetzt  einen  Thoren, 
der  alles  dumm  und  lächerlich  nachmacht  Gr.  WB.  1,  182.  Hier  iß  alfo 
die  grotesk- komifche  Figur  eines  lächerlichen  Grimaciers  gemeint,  die  durch 
ein  Wind  röhr,  eine  Windröhre,  (daher  ro  raffe)  in  Bewegung  gefetst  ward. 
Das  Straßburger  Mfinßer  wird  aber  nicht  die  einzige  Figur  diefer  Art  ge- 
habt haben,  wie  mtfn  überhaupt  in  damaliger  Zeit  und  fpäter  (noch  mehr  an 
Uhrwerken)  folche  einzelne'^Fignren  und  G nippen,  auch  Thlere  n.  dergl.  die 
fich  künßlich  bewegten,  fehr  gern  anbrachte.  So  zeigt  unfere  Stelle  einen 
folchen  Rohraffen  in  Zürich,  wo  der  Dichter  nach  Z.  2002  lebte,  denn  er 
redete  doch  ofit^nbar  von  dem,  was  er  tunachß  vor  Augen  hatte  und  es  iß 
nicht  anzunehmen,  daß  er  auf  den  Rohraffen  in  Straßburg  aiele.  Seb. 
Brant  braucht  das  Wort  zweimal,  91, 34  wo  es  klar  )ß  und  auf  den  Straß- 
burger  gehn  kann,  und  92,  17  wo  es  eine  allgemeinere  Anwendong  erfiUirt. 
Er  fkgt  da:  manch  narr  halt  floh  gar  hoch  dar  um,  daß  er  nß  welfohen 
landen  kura  und  ß  zii  fchfilen  worden  wis,  s&  Bononi,  Pavi,   Paris,   zftr 


369 

hohe  Sien  in  der  fapienz,  ouch  in  der  fch&l  z^  Orliens  und  den  roraffen 
gfehen  hett  nnd  Meter  Pier  de  Conniget,  d.  h.  mancher  rnhmt  lieh,  daß 
er  anf  ansländifchen  Schulen  (lädiert,  Kund  und  .Wunderwerke  gefehen  und 
mit  berühmten  Männern  verkehrt  habe.  Hier  ßeht  alfo  roraffe,  wie  ich  es 
auffaße,  überhaupt  für  einen  fehenswürdigen  Gegenßand.  Jene  Stelle  91, 
34  fetze  ich  hierher,  weil  ich  daran  die  vom  Herausgeber  abweichende  Er- 
klärung einer  andern  knüpfen  will.  Braut  Tagt:  do  werden  pfründen  wol 
verdient,  fo  man  dem  roraffen  z{l  gient  (gyent  d.  Dr.)  d.  h.  da  ver- 
dient man  fich  auf  gute  Art  Pfründen,  wenn  man  auf  dem  Chore  den  Rohr- 
affen angient,  gewiffermaßen  mit  ihm  um  die  Wette  gient;  gienen  iR 
fchreien,  Schmeller  2,  52,  hier  wol  mehr  unnütz  plaudern.  Und  zu  diefem 
gienen  ziehe  ich  das  giene  62,  33:  wann  man  ein  narren  glene  hieß, 
mancher  lieh  an  den  namen  ftieß.  Zarncke  nimmt  dies  giene  (wie  der 
Druck  gibt  gyene)  für  jene  illos  (f.  S.  400^.  282b)  «nd  bemerkt  dazu 
daß  trotz  diefem  Plural  der  Singular  ein  narren  gefetzt  fei.  Aber  gyene 
für  jene  ift  unerhörte  Form  und  Schreibung;  gener  wäre  denkbar  und 
ein  niederdentfches  gin  (vergl.  Wack.  Lefeb.  I,  776,  6  de  gin  derjenige), 
beides  aber  Brauten  durchaus  nicht  zuftändig;  gefchrieben  konnte  nach  den 
Eigentümlichkeiten  des  alten  Drucks  nur  fein  jene  oder  jhene,  denn  das 
yenen  112,  2  hat  Zarncke  felbft  S.  469  b  &ls  Druckfehler  für  eynen  er- 
kannt (vielleicht  könnte  es  auch  für  yeden  ßehn).  Ich  nehme  giene  für 
ein  eigenes  Sobftantiv,  das  ich  freilich  fonft  nicht  belegen  kann,  zu  jenem 
gienen  fchreien  gehörig  und  in  der  Bedtg  von  gienlöffel,  Schm.  2,  52, 
ginöffel  (meine  Klopfan  No  27  Z.  1)  Schreihals.  Diefe  Bedeutung  pafll 
auch  einzig  zum  Sinne  der  ganzen  Stelle,  wo  von  nächtlichem  Hofieren, 
gut-  und  bösartigem  Lärme,  Ständchen  und  Nachtmufiken  und  dergl. 
die  Hede  ili.  Brant  will  fagen:  es  liegt  nur  daran,  daß  man  das  Kind 
nicht  beim  richtigen  Namen  nennt:  hieße  man  einen  folchen  Nachtwandler 
nnd  Nachtzügler  Giene,  Schreihals,  dann  möchte  ficb  mancher  an  den  ver- 
ächtlichen Namen  flößen  und  von  der  Sache  laßen.  Eine  fpätere  Ausgabe 
(Bafel  1574)  fetzt  für  gyene,  das  alfo  damals  fchon  unverAändlich  gewor- 
den zu  fein  fcheint,  Lemphen  d.  i.  Lumpen,  das  man  aber  nicht  in  der 
fchlimmften  Bedeutung  'nichtswürdiger  Kerl'  zu  nehmen  braucht,  fondern  in 
der  auch  heute  noch  (namentlich  beim  Verbnm  lumpen,  herumlnmpen) 
üblichen  "Herumtreiber,*  besonders  'nächtlicher  Herumtreiber,'  wo  es  dann 
wol  für  giene  (das  nur  das  Lärmen  mehr  betont)  eintreten  konnte.  1366 
hülzen  von  Holz;  das  hülzcn  gelechter^baculi  in  ilramine  jacentes 
fymphoniaci,  die  Strohfiedel.  Frifch  1,  562  b.  Es  iß  bemerkenswert,  wie 
hier  das  Orgelfpiel  als  der  Würde  des  Gottesdienßcs  widerfprechend 
bezeichnet  wird.  In  diefem  Sinne  äußert  fich  auch  iin  Neuen  Karßhans 
Toben  S.  26,  11  fgg.)  der  Bauer:  *als  ich  ein  Jüngling  war  (fagt  er)  wenn 
man  da  in  den  Kirchen  orgelte,  gelüßete  es  mich  zu  tanzen.'  Auch  Agrippa 
von  Nettesheim  rechnet  das  Orgelfpiel  mit  zu  den  unwefentlichen  Ceremo- 
nien,  die  der  Kirche  eher  gefchadet  als  genützt:  De  vanitate  fcientiorura 
deelam.  cap.  60  de  ceremoniis.  1385  eim  d.  i.  einem.  die  ürte  die 
Forderung  des  Wirts   für   die  Zeche.  1395  ernauen  fetz^:  ein    älteres 

30 


370 

ernilwen  voraus,  erneuen.  1399  ufmutzen  anfputoen.  1402  der 
koft  der   Aufwand,  wie   die  koftung    14:6,  23.  1403  uf  die  welfch 

monieren  nach  welfcher  Mode.       1404  die  kappe  die  Kutte,  der  ManteL 

1460  es  trifft  einem  in  die  kuchen  es  kommt  einem  in  der  Köche 
zu  Pafle.  1472  vgl.  zu  144,  2.  1488  fünderlichen  befonders.  1489 
d.  i.  im  Todeskampfe.  1498  gtrauer  wie  fonll  getreuwer  und  ge- 
trüwer.         1577  gunft    hier   Masculinum.  1585    in  eim  fchwank    in 

einem   Schwünge,  fchnell.  1586   als  (alles   Genit.)   durchaus.         1594 

dem  wie  1736  Genit.  Sing,  unfer  deren,  für  das  damals  fall  einzig  noch 
geltende  richtige  der,  f.  zu  1781.  nur  gebraucht  wie  wir  noch  Tagen 
'und  deren  nur  zu  viel,'  vgl.  Z.  1698.  1598  umb  ein  meiten,  vgl.  zu 
XVni,  7  die  Anmerk.  1934  nit  ein  mit.  1622  1er  ift  Genitiv  von  was 
abhängig.  1623  gbuwen  wie  buwen  1680,  f.  zu  15,  11.  1624  nf 
erdichten  ruwen  auf  gemachte  Reue,  die  keine  ächte,  innerliche  Heue 
ift;  der  ruwe  fchwaches  Mascnl.  wie  Xcbon  im  Mhd.  einige  Male  ftatt  des 
gewönlichen  Harken  Femininum,  fo  auch  bei  Brant  im  NarrenTchiff  110^, 
92  fo  vocht  man  dann  den  ruwen  an.  1627  ein  feler  fchießen. 
Diefe  Redensart  gibt  feler  wol  in  feiner  eigentlichen  Bedeutung,  gebildet 
wie  das  Gegenteil  Treffer.  1628  klein  genießen  wenig  Vorteil  ha- 
ben, d.  i.  gar  keinen.  1632  vergl.  zu  117.  1634  das  mol  d.  i«  mal 
Malzeichen.  1638  fpitzlin  f.  zu  148,  4.  1641  er  vergicht  er  be- 
kennt, von  verjeheu.  1643  überhand  Oberhand,  Snbilantiv,  nicht  wie 
wir  es  jetzt  fälfchUch  faßen,  Adverb.  1670  bar  für  her  ellaßifch-fchwei- 
zerifche  Form.         1673  foufl   oder   fo,    das  alte  fiis  oder  fo  fo  oder  fo 

1676  die  gefchrift  fpalten  wie  ein  urteil  fpalten  XIX,  124  d.  i. 
etwas  in  feine  Teile  zerlegen,  analyfieren  und  daraus  eine  neue  Comhination 
machen,  daher  dann  erklären  und  urteilen.  1681  ftempenei  wol  iu  glei- 
cher Bedtg  mit  ßemplerei  f.  zu  122,  13.  1686  erbat  fich  in  orden 
gefchickt  hat  fich  in  den  Orden,  in  diefe  Ordnung  und  Stand  der  Dinge 
zu  fchicken  gewuft,   ßch   mit  ihnen   vertraut  und  fie  fich  zu  Nutze  gemacht. 

1706  ein  dantelmere  iiV  eine  alberne  Gefchichte,  dalTelbe  der  Bedtg 
nach  wie  dantmere,  tantmere,  obwol  es  nicht  zu  tant  (NarrenpoiTen), 
fondern  zu  tanteln  trödeln,  tantler  Trödler,  Altverkäufer,  Schm.  1,  448 
zu  gehören  fcheint.  1707  beweren  mhd.  bewieren  beweifen.  1719 
die  nas  biegen  in  dem  Sinne  wie  wir  Tagen  eine  Nafe  drehen.  1722 
fpecht   fpäht,    erl\)äht,   merkt  1729   undern    henken   ligen  laßen 

unbeachtet  und  verachtet  bei   Seite  laßen,   vgl.  zu  722.         1735    behaben 
behalten.         1736   die  lache   kleines   flehendes  Waßer,  Schm.  2,  431. 
1738   fpitz   wie  1761  fein,   fubtil,   vgl.  zu   124,  13.    Hier  fcheint  zonächft 
Scotus,  der  doctor  fubtills,  gemeint        1746  au£i  Quentchen  heraosgewogen. 

1765  einich  hier  =  einig  222.  1869  einzig;  ein  anderes  ein  ich  f. 
zu  165.  1769  Hugo  de  S.  Victore  f  1140.  Kicolans  de  Lyra 
Franziscaner,  doctor  planus  et  utilis,  Lehrer  der  Theologie  zu  Paris  und 
Verfaßer  tlieologifcher   Schriften,  fec.  14-- 15.  1772    bloe  (blo  =  blä 

blau)  enten    Lügen  f.  Kurz   zum  luther.  Narren  S.   198.    Gr.  WB.  8,  82. 

1777  die  Widerfechter  der  Reformation,  die  man  als  Thiere  karrikierte* 


371 

wie  auch  der  Holzfchnitt  zu  dielbm  Gedichte  zeigt  und  der  xu  dem  unter 
XXI  mitgeteilten  Stacke.  1781  dern  wie  2023  Gen.  P!ur.  für  der  nu- 
fer  jetziges  deren,  vgl.  zu  1594.  1782  d.  i.  fie  (leben  wie  die  Rotzjun- 
gen da,  verblüfft  wie  kleine  cfnngen,  die  fich  die  Nafe  noch  nicht  fchnäazen 
können.  1825  zerknitfcht  f.  zn  99.  1830  Änfpielung  auf  die  Fabel 
Tom  Efel  in  der  Löwenhaut.  1917  fgg.  Vergleiche  zn  der  Rede  Karl- 
Aadts  die  Randgloflen  oben  bei  den  Lesarten.  1919  f.  zu  258.  1924 
die  fchanz  (franz.  la  chance)  der  Glfickswnrf,   hier  nberhi^upt  bildl.  Spiel. 

1928  befcheißen  betrügen  f.  zn  583.      1934  ein  mit  f.  1598.       1944 
on  alles  wenken  ohne  Wanken,  feft.         1954  erhalten  feßgehalten. 
1965  nid  Haß.      fich  eines  dinges  verwegen  wie  erwegen,  lieh  wozu 
entfcb ließen,  es  wagen,  es  auf  fich  nehmen:  daher   dann  unfer  verwegen 
aadaz.       1980  wart  ans  der  vorigen  Zeile  zn  ergänzen  und  würt  gem.  w. 

1985  Ikip.  man  wird  fie  dann  nicht  mehr  ehrerbietig  grüßen,  überhaupt 
keinen  Refpect  mehr  vor  ihnen  haben.  1989  mit  geding  mit  Hoffnung, 
neml.  auf  Erhörung.  1990  die  mumfchanz  wie  das  einfache  fchanz 
19^;  mumfchanz  fchlagen  heißt  nach  einem  Vocab.  v.  1618  (Schm.  2, 
575.  3,  374)  parfonatum  aleatorios  nummos  ponere,  iis  pofitis  laceflere  col* 
lulbrem.  2008   fchlechts   geradezu  vgl.   zu  672.         2015   widergelt 

RmckerftattUDg.  2022  dweil  für  die  weil  wie  auch  596.  778.  800.  847. 
855.  1003.  1043.  1100.  1130.  1186.  1206.  1378.  1511.  1549.  1554.  1557. 
1654.  dwil  251.  614.  758.  762.  1245.  Sonft  findet  fich  diefe  Apocope  des 
Artikels  die  noch  im  Nom.  Sing,  dfchrift  319,  dfpeis  690,  dwarheit 
1644,  d lügen  1643;  im  Acc.  Sing,  dhanben  273,  d hellen  545,  dhel, 
878,  dbank  722.  1173,  dbeicht  847.  863,  dwelt  757,  dwarheit  1166 
1810,  dfünd  785.  1021.  1158.  1562,  dkißen  967.  1056,  dkuchen  1460 
dgötlich  hnld  887;  im  Nom.  Flur,  dbepft  442,  dheiden  741,  dgroßen 
köpf  802;  im  Acc.  Plur.  dpropheten  416,  dmünch  803,  dfinger  1335. 
Vergl.  zu  XVIII,  11.  Aphärefis  des  Artikels  findet  fich  im  Genitiv  Sing, 
des  Masc.  vons  teufeis  gwait  151.  396,  unds  teufeis  gwalt  878.  1900, 
durchs  Propheten  mund  1453,  ans  bapßs  reich  1994,  dans  glau- 
ben 1013;  im  Nom.  und  Acc.  Sing,  des  Neutrums  unds  evangelium  317, 
unds  unrecht  1474,  ins  büohflen  833,  umbs  gelt  982,  dans  halb 
1092,  ich  bins  Hecht  1854,  ders  fchäflein  1864,  anchs  gfatz  1883, 
unders  gfatz  1881,  *s  grab  1739,  und  in  Verfcbleifung  mit  dem  vorher* 
gehenden  Worte  dies  fehwert  459;  im  Dativ  Plur.  des  Mascul.  undern 
henken  1729,  und  verfchleift  z^n  toten  960.  (Vgl.  zun  Hebreem  254,  17.) 
Das  war  über  den  Artikel  zu  bemerken.  Souß  findet  fich  Aphärefis  im 
Neutrum  Sing,  des  perfönlich  gefchlechtigen  Pronomens,  es,  alfo  damits 
zuletft  1688,  mit  den  fies  als  band  w.  d.  1762,  wies  fich  bat  erfunden 
242,  und  endlich  noch  Apocope  in  der  Präp.  ze,  neml.  zthan  158,  zfchei> 
tern  562. 

Der  Verfaßer  diefes  Gedichtes  nennt  fich  Zeile  2000  und  2034  Hans 
Heinrich  FreiermSt:  es  muß  dahki  gellellt  bleiben,  ob  diefer  Zuname, 
der  einen  freimütigen  Mann  bedeutet,  nicht  (wie  es  fcheiuen  könnte)  erdichtet 


372 

iß.  Er  fagt  ferner,  daß  er  zu  Nürnberg  auf  dem  Sande  gebaren  fei, 
offenbar  einer  Straße  diefer  Stadt,  die  an  dem  vorbei  fließenden  Flnße, 
der  Pegnitz  liegt,  wie  gleichnamige  Straßen  fich  auch  in  andern  Städten, 
z.  B.  in  Erfürt  finden;  jetzt  fei  er  wohnhaft  zn  Zürich  in  der  Schweiz. 
Auch  wenn  der  Dichter  diefe  Nachricht  von  fich  nicht  gäbe,  würde  die 
Sprache  feines  Gedichtes  die  Gewisheit  bieten,  daß  er,  obwol  znr  Zeit  der 
Abfaßung  und  yielleicht  länger  Vorher  fchon  in  der  Schweiz  wohnend,  doch 
nicht  aus  diefem  Lande  ftammen  könne.  Es  müßen  fonft  die  Eigentümlich- 
keiten der  fehweizerifchen  Sprache,  deren  fich  kein  eingeborner  Dichter  ent- 
fchlagen  kann  und  mag,  ftärker  ausgeprägt  und  durchgreifender  gebandhabt 
fein.  Ja  ohne  die  nicht  zu  bezweifelnde  Angabe  nnrnbergifcher  Heimat 
hätte  man  verfucht  fein  können,  diefe  etwas  mehr  nach.  Norden  oder  rich- 
tiger nach  Nordweften  p  rücken,  ich  meine  nach  jenen  mittel rheinifchen 
Gegenden  zu,  in  denen  nieder dentfche  Einflüße  den  oberdentfcben  Idiomen 
begegnen,  die  noch  bis  auf  den  heutigen  Tag,  fo  fehr  fie  auch  zurück  ge^ 
drängt  find,  in  den  dortigen  Mundarten  fich  fühlbar  machen.  Ich  bemerke 
namentlich  in  unferem  Gedichte  den  Gebrauch  von  irgent  1061,  nirgent 
1042  (der  im  neuen  Karfthans  6,  12.  33,  17  feine  volle  Berechtigung  hat) 
und  der  Yocale  in  Unvermögen  (:  geflogen)  1049,  ernauen  (:  bauen) 
1395,  die  durch  den  Keim  außer  Frage  geftellt  find.  Doch  vielleicht  iJft  im 
Gebrauche  folcher  Wörter  und  Formen  die  Einwirkung  der  Sprache  Luthers 
fühlbar:  fie  find  alfo  angelernt,  nicht  angeboren.  Merkwürdig  aber  iß  es 
mit  dem  Druckorte  unferes  Gedichtes.  Er  ifk  nicht  angegeben  und  fcheint 
auch  durch  aus  nicht  in  der  Schweiz  gewefen  zu  fein:  das  zeigt  die  Anwen- 
dung des  u  für  u,  ü  för  &,  wobei  auch  fonft  noch  manigfache  Verwirrung 
herfcht.  Ein  anderer  Grund  iü  die  Polemik  gegen  die  Abendmahlslehre 
Carlftadts,  die  fich  gegen  den  Sinn  des  Dichters  in  den  Randgloifen  von 
Zeile  1917 — 1998  findet.  Wäre  aber  das  Büchlein  unter  feinen  Augen,  ja 
man  kann  fagen  überhaupt  in  der  Schweiz  gedruckt  worden,  wie  wären 
folche  Bemerkungen  möglich  gewefen?  Wenn  man  nicht  die  Oberfendung 
des  Manufcripts  in  eine  vielleicht  gar  mehr  niederdentfche  Gegend  und  den 
Druck  dafelbfl  (wo  man  u  und  &  nicht  kannte  und  die  Typen  dazn  kaum 
hatte)  annehmen  will,  fo  muß  man  fich  entfcbließen ,  den  uns  zn  Gebot« 
Gehenden  alten  Text  für  einen  Nachdruck  eines  älteren  aus  der  Schweiz  za 
halten,  der  aber  ganz  verloren  gegangen  zu  fein  fcheint  Die  kritifche  Be- 
handlung  verlangte  aber  die  Herftellung  des  Textes  im  Sinne  des  Dichters 
und  fo  ift  diefes  &  und  vk  richtig,  wie  es  in  allen  fehweizerifchen  Dmcken 
üch  findet,  durchgeführt  worden.  Der  Yerfaßer  war,  wie  er  Z.  2004  feiber 
fagt,  ein  ungelehrter  Mann  d.  h.  kein  Gelehrter  von  Profeffion.  Ungebildet 
aber  war  er  keineswegs:  das  zeigt  die  ganze  Behandlung  und  Ausführung 
feines  Gedichtes,  auch  der  nach  damaligen  Verhältniflen  keineswegs  robe 
Versbau,  der  fchon  weitere  Übung  verrät.  Er  ift  in  der  heiligen  Schrift 
fattelfeft  und  auch  in  der  polemifehen  Tagesliteratur  bewandert.  Die  Citate 
in  letzterer  Beziehung  vermitteln  uns  die  Abfaßungszeit  des  Werkchens.  So 
wird  in  der  Randglolle  zu  Z.  16  Luthers  Garuß  citiert,  eine  Schrift,  die 
der  Reformator  im  J.  1522  ausgehen  ließ,   vgl.  Panzer   2,  67.    254  Z.    669 


373 

(verg).  dazu)  wird  auf  Thomas  Mnrnes  großen  lutherifchen  Narren  ange- 
fpielt,  der  Mitte  Decembor  1582  die  Prefle  verließ.  Alfo  vor  dem  J.  1633 
könnte  nnfer  Gedicht  keines  Falls  entßanden  fein.  Nun  findet  ficb  aber  ein 
näherer  Anhaltpunct  in  Z.  1240.  Es  iß  vom  iTraelitifchen  Jabeljabre  und 
feiner  Anwendung  auf  chriftliche  VerhältnilTe  die  Rede  und  der  Dichter  meint 

dann  foltens  dem  iez  nach  geleben, 

all  keuf  der  g&ter  wider  geben 

im  jubeljar,  als  wirt  noch  heur, 

glaub  mir,  das  lachen  wurd  in  tenr. 
Damit  wird  offenbar  auf  das  eintretende  papiftifche  Jubeljahr,  1525,  ge- 
aielty  das  noch  heuer  wirt,  in  diefem  Jahre  bevorfteht.  Das  Gedicht 
muBe  alR>.  im  Anfange  diefes  Jahres  gefchrieben  fein,  oder,  wenn  man  das 
henr  nicht  au  fehr  betont,  wenigftens  doch  im  Winter  1524  auf  25.  Diefe 
Zeit  beilimme  (konnte  man  verfucht  fein  zu  glauf^en)  noch  eine  andere  Stelle 
nemlieh  Z.  676,  wo  es  von  Thomas  Mumer  heißt,  er  habe  ein  Stück  vom 
rohen  Narren  gefreßen,  mit  deffen  Verdauung  er  gleich wol  nicht  zu  Ende 
kommen  könne,  obwol  er  nun  fchon  dreißig  Jahre  daran  verdaue.  Hält 
man  dazu  die  Nachricht,  daß  Mumer  im  J.  14d4  Priefter  geworden  (Lap- 
penbergs  Ulenfpiegel  S»  389),  fo  käme,  30  Jahre  dazu  gerechnet,  das  Jahr 
1624  herans.  Allein  das  wäre  eine  falfche  AufCaßung  des  dreißig  an  die- 
fer  Stelle,  das  hier  vielmehr  eine  nnbeftimmte  größere  Zal  bedeutet:  er  ver- 
dant  fchon  eine  lange  Reihe  von  Jahren  daran.  Vgl.  J.  Grimms  Rechts- 
altertnmer  218  fg.    W.  Grimm  zu  Vridank  4,  17. 


xxin. 

11  Blätter  in  4.   (2  Bogen  und  3  Bll.)  o.  O.  u.  J.    Auf  der  vordem  Seite 
des  erAen  Blattes 

Ein  Klegliche  Bot 

fchafft  an  Babß  /  die  Seimes 

betreffendt/  welche  kranck 

ligt  vnd  wil  fterben. 

Sampt  einem  Gefprech  etzli 
eher  Perfonen. 
Daranter  zwei  kleine  Holzfohnitte  neben  einander,  einen  Bifchof  und  eineo 
Kardinal  darftellend.  Räckfeite  leer.  Auf  dem  zweiten  Blatte  oben  beginnt 
der  Text  und  geht  bis  in  die  Rückfeite  des  elften.  —  Varianten  des  Druckes 
außer  S.  256  Z.  27  geweyhete  Greutzer  und  257,  16  gewachfam  find 
nicht  anzumerken.  Diefer  Drack,  den  wir  vorn  mitgeteilt  haben,  ßammt 
offenbar  ans  NiederdeutTchland ,  wol  ans  Wittenberg  felbft.  Es  gibt  noch 
eine  andere  oberdeutfche  Bearbeitung,    die  Gottfched  Im'  nötigen   Vorrate 


374 

1,  83  ijs.  am  Sohluße  des  Jahres  1539  aufführt.  Sie  b&U  3  Bogen  (12  Bll.) 
in  4<>,  ohne  Seitenzilung,  mit  Cnftoden  nnd  Signatar  AiJ.  bis  Ciij.  Auf 
der  )'iteUeite  fteht: 

Ein  luftige  GefprEch  / 

Zwifchen  ettlichen  Perfonen  /  von 

wegen  der  Meß  /  Wie  fie  inn  t&dtlicher  vnnd 

fchw&rer  Kranckhayt   ligt  /  vnd  jr  nym- 

mer  mehr  zu  helffen  ift. 

Auf  der  Rückfeite  beginnt  oben  das  GefprAch  und  fcbließt  unten  aof  der 
vordem  Seite  des  letzten  Blattes,  delTen  Rückfeite  leer  iJft.    Varianten  diefes 
Druckes  find:  2SS,  2  heyligßer.        Teütfchen.        3  su.        Samer. 
errchrftcklicher.       4  gehört.      ö  kainen.       befrers.      6  su  thrfim- 
mern  gieng.        ein.        zerft&ret  wurde.        8  nit.        9  im  Bad  ge- 
wefen  /  laß.        11  Tamer.        12  das.      Zkn.       wagkeln.       15  Brdt- 
rich.        16  Lent.        geht.        gemaynen.        19  Stain.        20  Pfaff- 
halt  erbawet.        SS3,  2  feind.        3  das  immer.       Meß.        gieng. 
4  feind.        6  ewer.        7  weyßgeleerten.        8  Bawren.        Meß. 
9  grewel.        11  fehwayß.        fteht.        Meß  immer.        12  entgeht. 
13  brangen.        16  bin  gar.        rathen  jr  darzu.        16  Athem  /  mir 
ift  fo   angft  /  das   ich   m&cht   in   die   bofen   Icheiffen.         80  leyi 
dan.        folliche.        24  Gotes  dienft.      grewel.       26  ye.        31  kain 
Ingner.        33  dann.        leüt.        37   die  den   Chriftlich«  Tauff. 
haben   fehlt        38   geleerten.         tiiy  2   dan.        3   fewr  /  yetzt. 
6  gohn.        7  helff.        8   zu.        Ruder.        9  auch   feüch  giert. 
11  ein.        angerüfft         12kündte.        16  w&llen.        zu.        20  hure. 

21  wurden.        22  fewr.        feind.        25   Rotte   m&r.        für. 

26  wurde.  29  f  am  mer.  fchon.  30  red.  31  dann.  Von  ja 
fie  bis  Z.  33  werfen  fehlt.      35  wayß.       zufl.       dapffer.       36  Leüt. 

an  raffen.  37  fawr.  dr6  w.  bochen.  SS$,  1  ie  fehlt. 
2  w&Uen,  verleugnen  Gotes.  3  würdige  Matter  vnd.  4  leer- 
nen.  gütsthun  /  die  Obrikayt.  5  außreden.  fein.  z& 
difer  betrugknuß.  6  muß  man  fehlt.  vermaynte  vertrag  leü- 
ten.  7  gelt.  8  erfrewen.  10  Heyliger.  helffen.  wer 
es  nichts  verfaumpt.  11  vncoft  z&.  12  beftelt.  13  das  befte 
gethon.  15  zu.  16  einer  zürnet.  nichts  darumb.  17  er- 
gift.        troftloß   Meß.         18  feind.        20  darzä.        21   fchw&r  s{L 

22  z^.        23  nit.        k&m.        fterb  dann  noch  f.  ab.        25  H&rn. 
27  £y  1.  Herr  /  wan  jr  nicht  das  befte  thfind  /  mit  einem. 

28  zu.  guten.  famer.  29  koft  gleych  was  es  w6ll  /  fo  folt 
vns  k.  g.  rewen.  31  mayn  es  hab  gen^Lg.  33  reydig.  voler 
pL        nicht   daruon.         34  feüle   vnd   fch6dliche.  35   fehwin- 

denden.  37  Beltz.  tüy  2  fie  nur  dem  weytläuffigen.  Nürn- 
fechft.  3  benelhen.  zugeben  dem  Apotegger.  8  fchmftr  in 
die  Bixen.  10  yetzt  b.  bayde.  zu.  13  Nürnfechft  nnd  fo  im- 
mer.        14  befach.        den  bis.        B&chreyffier   die  Bnlß   ader. 


875 

15  Tehr.        otwann  yndter.       16  Ripp  surft  offen  /  rnnd.       17  jhr. 

gefohwftr.        18  Apotegger  ianmer.        19  fchnd.        gebr&chen. 

Wellu  80  ift  Ton  anf.  21  fobon.  feind.  22  berftmbter 
Artztet.  SU.  werden.  23  fg.  guts  Raths  sii  g.  vnd  fleyß 
an  sfikeren  /  ob  wir  m6cbten  £  in  e.  a.  bringen  /  fo  w&r  ynfer 
Saw.  25  eylendt.  26  ewer.  27  geweichter  Kreütter. 
wiffen.  28  mit  groffem  pracht  /  vnd  mit  weyfer  klfigbait  sfi 
dem  Probieren.        29  art  /  Darnm^b   thut   den  Ruggen.        30  nit. 

newlich  Schm&r.  31  damit  wirs  w&ilen  f.  m{lß.  34 
w6llen.        36  Krept.        fchweineünden  Mond  g.       37  es  r.  fieh  a. 

38  V&tter.  2S7,  2  forgf&ltigkait  3  dann.  4  gepeltst  / 
yetzt.  5  vnd  wann  man  jr  mit  eim  hnlfft  /  fo  yerd.  7  vnnd 
wol  von.  fachen.  8  verderbt  /  ich.  9  fg.  beforg  wir  er- 
langen aneh  wenig  Ehre  an  d.  arbayt  /  als  wann  wir  mit  bayden 
h&nden  inn  den  dreck  griffen.  12  Bad.  13  guten.  14  Ter- 
serend.  15  Fewr  /  weliehes.  d.  1.  Banme  /  als  dann.  16 
gewachfam  f.  y.  ynd  überflnffig.        18  Männich.        19  hebt.       zu. 

23  swayntzig  j.  25  lebt.  27  g&ter  siifall  f&rkumen  /  es 
yermags  die.  28  L6win.  geb&ren  /  ynd  dannocht.  30  Stfil 
geboren.  w&llen.  32  ftym.  Lerern.  33  conc.  die  werden 
fie  anch.  fonft  ift  weder.  34  zfifl.  wirdt.  35  ft&tten. 
37  m&d.  SSS,  2  Athem.  yedoch  was  fchadts  wir  w&Uens  yer- 
fachen.         4  w&r.  5  maacht.         8    Hamerfchmalz  fonil   yer- 

fobmirbt.        9  falb.        Bizen.         10  ein  g&tten.         12   rnuerfchr: 
13  Brd.      foll.      auff  brechen.       15  für  leydt.      Vnd  fchwach  w. 

16  ewrem  gefchray  dann.  gebt.  17  fnrdernnß  z.  todt  / 
folchs.  geh6rt.  18  nit  /  sA.  dann.  v.  fich  mehr.  2t 
rung.  23  Gotes.  24  todt.  25  merck.  27  Mnmfchantz. 
28  Todt  n&her  daii.  29  Schaffh.  an  de  R.  30  a.  yS  die.  31  fg. 
▼nd  fi«  iß  R6ßlecht  ymb  die  backhen  wie  weyß  Brot  oder  ge- 
fottnen  Ayr  /  ey  wie.        32  Naß.        33   nafen  belg.        die  Bnlß 

34  nit  mehr.        hoUet.        35  Athem.        kurtz   vnd  fchnell.    . 
36  Wirts  nit.        F&ß  feind.       37  erkaldt.      259,  2  w&llen.       trew- 
lieh.        Fegfewr.        3  erw&rmet.         4  tieohern.        5  Meüßkorb. 

6  Bauren.  Weycbwaffer.  gefchütt.  7  Fegfewr.  anß 
gel6fcht.  darinnen  Mnnnich  Pfaffen  ynd  Nunnen.  8  dan- 
nocht feind.  9  das  fie  den  Keffel  gar  yerunrainiget  haben 
ynd  darein  gefchiffen  /  das.  10  geweycht.  11  Nyggel  Fülß- 
loch.  12  fg.  fch&dlichfte  todt  /  dann  fie  hat  fich  von  dem  Feg- 
fewr gelabt  /  wie.  15  nun  m.  fie  anch  ja  nit  1.  1.  fünft.  16 
gebr&che.  19  ig,  w6llen  f.  z&  dem  1.  Heyligen  Gelban  /  ynd 
zum  B.  Benagen  Merffen  zum  fcb.  zu.  23  Willpoldt  feiten- 
reych.  24  wurden.  25  Hexo  fo  d.  f.  wol  fert.  26  Bälens. 
z&.        27  Capein  fampt.        28  wurmftichigen.        hinweg  gethon. 

31  gewifen.  32  gwiß.  33  Vlin  fich  ins  Spil.  34  gethon. 
35  gerfiffen.       herr  z^l.        37  ynd  alle  ep.        38  am  1.  vnd  16. 


376 

Efa.  43.  269,  4  fein  Meiner.  Bawren.  die  heylige  Sehr. 
5  nun  Wirts.  g^t.  6  haben  /  vnd  in  dem  auch  allen  anfern 
falfchen  betrag  vnd  verf&rang  deß  Menfohlichen  gefchlechts. 
7  Gontz  Affenmaul.  8  laßt  euch  die.  dann.  9  knrbelt 
vnnd  fchlurgket.  10  red.  fprach  loß.  15  Dann  der  Hymel 
i.  f.  Stul.  Fußfcb.  17  zu.  19  mayn  du  feyeft.  die  Somer. 
20  bringen  vnns  rnnfern  Herr  Qott  /  den  ich  heut  gehebt 
Tnnd  gelegt  habe  /  denfelben  mayn  ich.  23  heyt.  24  gelegt  / 
das  ich  in  nicht  finden  kan  /  an  keinem  orth.  Doctor  Suppen- 
fchmidt.  Ich  hab  yn  geffen  du  grober  Efel  /  wayft  das  nnn  ich 
hab  jhn  geffen  /  do  ich  hab  Meß  gehalten.  (Fr^meffer)  Ich  mayn 
herr  Doctor  u.  f.  w.  Dtefe  Stelle  ift  offenbar  vorn  einzufchalten  and  die 
Rede  Z.  26  fgg.  dem  FrühmelTer  zuzuteilen.  26  dann.  27  fg.  aottecb- 
ter  Hund  im  Augßen  von  den  Flehen  ynfinniger  wirdt  /  dann 
die  Sew  die  fich  im  M&r  felbs  ertrencken  /  Matthe.  18.  28 
hent.  29  folt.  30  euch  phend  das  h^itlln.  31  gleich  an 
Sanct  B.  B.  32  thfi.  guldin.  33  g&te  hoffen  vnd  lange  sot- 
ten. 36  ein  Saw  befchar  mit  einem  Beren.  37  bringt.  38 
Gotes.  t$if  2  zu.  feines.  3  oder  der  Artickel  vnfers  waren, 
m&ßte.  4  fein  /  Chriftus  ift.  5  Greyffet  jr  h.  vnd  nemet. 
zu.  8  Cappellen  mayßer  bringt.  geweychte  Ol.  9  bringt 
a.  e.  geweycht  liecht  h.  10  Veltin.  11  Cappellen  mayfter. 
12  maynet  das  Oel.  13  hat  /  es  ift.  inn  der  Bixen  /  der  Cn- 
ftor.  14  Schfich  d.  gefchmiert.  16  Feyffel  befteh.  17  weren. 
muß   thewr  gnäg.  19  fg.  bringt  ein   liecht  /  lanfft  zün- 

dens  im  Baynhaufe  bey  den  Lampen  an  /  laufft  wunder  bhend  / 
die  Meß  die  will  entfchlaffen  /  der  Teüffel  thut  fchon  nach  jr 
greyffen.  21  Paulin  ftich  den  Preyn.  22  Was  foll  ich  nur 
anzünden  /  es  ift  weder  Fewr  noch  Liecht  /  Kertzen  noch  Lam- 
pen /  an  dem  orth  /  dann  Ratzen  vnd  Meüß  m&ßten  wol  des 
orths  hunger  ft.  23  Glftghners.  24  nicht.  25  Mettin.  29  So 
her  ich  ich  wol.  weder.  30  Ol  /  weder  Lampen  noch  Kertzen/ 
vnnd  man  th&t  jnen  u.  guts.  31  war  zS.  32  eingepflanzt. 
33  m&ß.  35  verfprochne.  36  dem  Seh.  auß  dem  Land  mußt 
entlaufen.  37  hat  er  jnen  vor  liechtern  gr.  t$%  1  zufchu- 
be  /  ftewr.        3  Lienlin  fchmier  den  beltz.        4  Nacht  liechter. 

6  liechter  /  das  Himlifch.        7  Fünfternuß.        8  Liechtern  z&. 
10  Bringt.        Wurtz.        11  gefp&nft.        12  Wolff  Fidelbart. 

13  geraucht.  fiderher  kains  mehr.  14  befchw&ren.  16 
hinauß.  Jetzt  f.  w.  nun  mehr  im  Schiff  vnnd  Rudern.  17  ba- 
eben  on  Fewr  oder  fliegen  ohn  Flügel.  18  müglich  /  als  wann 
man  das  ganze.  19  M&r  an  einen  Reg.  wolt  N.  /  als  vnmug- 
lieh  ift  der  Meffe  zu  h.  20  fgg.  hat  das  rechte  Hertz  oder  die 
zu  flucht  mit  jr  hinweg  gefÄrt  hat/  als  n&mlich  jre  mitgehnlf- 
fen  /  wie  volgt  /  Begrebnnß  /  die  Dritt  /  Sibent  /  Dreyffigften  / 
V.    V.    Jar    zeyten    f.    jren    Opffern     Liechtern    Weyhwaffer   Ol 


m  _ 

vnnd  P.  Nun  rutbeu  jr  darzu  /  wie  wir  vug.  y.  d.  K.  machten  k.  / 
es  hnllft  weder.  25  m&h.  28  fo  word.  29  für  das  Artzet 
loD.  30  drähen  vnd  vns  daruon.  daü.  31  w&llen.  Baw- 
ren  h.  fy.        35  Terfchmirbt.      wider  inn  die  B.       37  g&ten  mütli. 

aber  diß  feind  v.  r.  3B  bringt.  frucht  als  klayne  Vege- 
iein  in  eim  Pf.         tfS,  2  fo  w&llen.         3    vortantz.         4  Campflor. 

6  Sewen.  8  für.  10  vngefatzt.  Veltins  a.  beftee.  11 
genug.  betrftbt/wilt  du.  12  darzfi.  das  Gicht.  13  ge- 
rtcht.        l&ng  da. 

ERKLÄRUNGEN.  252,  3  fommer  box  marter  d.  i.  fo  mir  gots 
marter  feil,  helfe  fo  wahr  mir  Gottes  Marter  helfe.  Ferner  fommer  box 
angft  254,  29.  fommer  box  leber  255,  28.  fommer  box  erdrich 
252,  11;  und  ohne  fommer:  box  marter  258,  12.  box  angft  252,  8. 
box  fchweiß  253,  11.  box  hirn  253,  28,  259,  12,  ja  mit  grober  Blas- 
phemie box  hure  254,  20.  Vgl.  zu  119,  2.  252,  4  Vernunft  hier  nicht 
in  der  heutigen  höheren  Bedeutung,  fondern  wie  früher  Kraft  und  Thätigkeit 
des  Vernehmens;  meiner  Vernunft  ift  etwas  fürkomen  (vorgekom- 
men) ich  habe  etwas  vernommen.        252,  8  fart  fchon  machts  glimpflich. 

252,  13  leiden  Adv.  für  das  ältere  leide  betrübender  Weife,  in  derf. 
Bedtg  wie  der  Compar.  leider,  vgl.  marterleiden  263,  3,  ein  verßärktes 
leiden.  252.  16  fonderliche  leute  befondere,  einzelne  Menfchen. 
der  gemeine  ftand  der  gemeinfame  Stand,  die  Geiftlichkeit,  wie  pfaf> 
feit  Z.  20.  253,  2  das  walt  alle  die  teufel  für  das  walten  a.  d.  t 
Der  Singular  ifi  formelhaft  beibehalten,  wie  wir  oben  120,  12.  25  eine 
ähnliche  Beibehaltung  der  Perfon  bemerkten.  253,  3  das  armbroft  die 
Armbmft.  Das  Wort  iA  aus  arcubalifta  mundrecht  gemacht  und  rhm  eine 
andere  Ableitung  unter  gefchoben,  etwa  wie  halsberc  (aus  albere,  der 
alles  birgt),  Xündflut  (aus  fintfluot  ftarke  Flut)  und  wol  auch  hant- 
werk (aus  antwerk).  253,  8  anfpeien  verfpotten;  fpeiworte  find 
Spottreden.  Vgl.  Bd.  I  S.  237.  253,  16  othem  niederdeutfch  für  atem 
fo  noch  258,  2.  25.  mich  fcheißert  Bildung  wie  mich  fchlafert 
mich  piffert,  die  die  eintretende,  beginnende  Neigung  zur  Handlung  oder 
dem  Zuftande  bezeichnet,  der  im  Verbum  liegt.  hofieren  hier  in  der 
heute  noch  üblichen  Bedtg  cacare.  Es  ift  das  Wort  aus  der  eigentl.  Bedtg 
(f.  zu  23,  3.  XXII,  1361)  mit  ftarker  Ironie  ins  Gegenteil  umgefchlagen. 
anders  f.  zu  119,  18.  253,  26  under  der  Tonnen  wie  wir  noch  heute 
fageu  'unter  der  Sonne'  d.  i.  auf  Erden.  253,  33  wider  fetzig  wer  fich 
wieder  etwas  fetzt,  ihm  feindlich  iSt.  253,  36  der  hauptfacher  der 
Hanptwiderfacher,  der  bedeutendfte  der  die  Sache,  den  Prozelf  gegen  die 
Melfe  fuhrt.  254,  7  die  gegenwinde  die  widrigen  Winde.  254,  15 
fich  anfprechent  fetzen  auf  die  Anfprache,  die  Klage  der  Gegner  ein- 
gehend zur  Schlichtung  des  Prozeifes  fich  gewiifermaßen  auf  die  Gerichts- 
bank fetzen.  254,  18  ob  man  war  der  über  die  von  den  Parteien  gewäl- 
ten  Schiedsrichter  im  Namen  des  Gefetzes  die  Oberaufficht  führte.  254,  20 
die   ilotzmäre  (ftotz  verhochdeutfcht  aus  nd.  ftot;  ßoten,  jetzt  ftöteu 

31 


378 

ßoßen)  ein  Gaul  der  ftoßt,  d.  i.  der  dem  Reiter  bei  jedem  Schritte  die  Alters- 
ßeifheit  feiner  Beine  fühlbar  macht.  Ein  folcher  Gaul  liebt  natürlich  nicht 
den  Trottertanz,  d.  i.  den  Trott,  das  Traben.  254,  32  das  fpraeh- 
haus  wie  257,  10  der  Abtritt.  254,  33  nn  luftig  eklig.  die  zollen 
die  Excremente,  fcheint  abertragene  Bedtg,  vgl.  Stalder  2,  478.  Tobler  460. 

255,  1  ergift  wie  Z.  17,  heiligift  252,  2  archaiftifch.  255,  4  ler- 
nen mit  der  oft  vorkommenden  Verwechslang  für  leren.  255,  11  und 
12  der  uukoft  wie  256,  6  fg.  der  koft  Mascal.  255,  34  fider  her  wie 
262,  13  fider  feitdem,  fpäterhin.  255,  35  der  fch weinende  fiech- 
tum  die  Schwindfacht;  fchweinen  (mhd.  fwinen)  fchwinden,  abnehmen; 
▼gl.  256,  36  der  fchweinende  mond  der  abnehmende  Mond.  256,  2 
weitleaftig  hier  offenbar  im  Sinne  von  weitberühmt,  etwa  der  weit  hemm 
läuft,  eine  große  Praxis  hat.       256,  14  begreif  altes  Prät.  jetzt  begriff. 

256,  16  der  canon  die  StillmelFe.  S.  Luthers  Werke,  Jena,  Bd  2  v.  J. 
1558  fol.  31  im  Büchlein  vom  Misbrauch  der  MeiTen.  256  24  der  auf- 
halt wie  fonft  aufenthalt  Erhaltung,  Genefang.  256,  34  vor  Adv. 
Torher.      der  fach  raten  über  den  Fall  beraten,  eine  Confaltation  halten. 

256,  35  mich  wil  anfehen  mir  fcheint.  257,  4  pletzen  flicken, 
Stalder  1,  183.  257,  8  feine  kauft  verfcheißen  f.  K.  befchmutzen, 
beflecken,  fie  zu  Schanden  werden  laßen.  257,  12  got  gebe  —  oder  es 
fei  denn  daß  —  oder.  257,  16  gewachfam  (was  auch  die  oberdeutfche 
Faßung  bietet)  ändere  in  gemachfam  (vgl.  Nie.  Manuel  S.  427)  gemäch- 
lich. 257,  35  eines  fteten  fchreiens  fchreien,  vgl.  über  diefe  Rede- 
weife  Niederrhein.  Gedichte  S.  152  fgg.  258,  5  u.  8  hammerfchmalz 
wie  262,  35  h am mer falbe  ift  wol  dalTelbe  wie  Glockenfohmals  (alfo 
in  der  erften  Form  von  Glockenhammer  genannt),  das  Schmalz  womit  die 
Zapfen  der  Glocken  eingefcbmiert  werden,  das  dem  gemeinen  Manne  als 
Heilmittel  gegen  verfcbiedene  Krankheiten  gilt.  Schm.  3,  470.  258,  9  lei- 
den hier  dulden,  zugeben,  gern  haben.  258,  13  erbidmen  erbeben. 
258,  15  blöde  fchwach.  258,  31  röslioht  mhd.  röfeleht  rofenfarb. 
258,  35  mechtig  u.  trefflich  Yerftärkungen,  fehr.  258,  32  fchmecken 
riechen.  260,  9  kurbeln  wol  dalTelbe  wie  kür  che  In,  Stalder  2,  145 
mit  Engbrüftigkeit  huften.  fchlürken.  Stalder  2,  333.  324  gibt  fchlurg- 
gen,  fchlargen  latfchen;  von  der  Rede  wäre  es  gebrochen  reden,  wenn 
die  Rede  nicht  mehr  heraus  will.  Nie.  Manuel  S.  430  gebraucht  hier  lurkeu 
was  Stalder  2,  186  erklärt  als  fchwer  reden,  namtl.  den  Buchftaben  r  nicht 
recht  ansfprechen  können.  260,  19  voller  narren  dann  der  fomer 
mucken  richtig,  wiewol  nach  unferem  jetzigen  Sprachgefühle  kühn;  nar- 
ren und  mucken  ift  Gen.  Plur.  von  voller  abhängig,  denn  vol  regiert 
den  Genitiv:  du  bift  fo  voll  von  Narren,  wie  der  Sommer  voll  von  Mücken 
ift.  So  ift  auch  Z.  26  fg.  richtige  Conftruction  ir  feit  voller  fantaften 
denn  ein  zöttichter  hund  flöe  im  augften,  wo  fantaften  und  flöe 
beides  von  voller  regierte  Genitive  find:  ir  feid  fo  voll  von  Phantaften, 
wie  ein  zottiger  Hund  von  Flöhen  im  Auguft.  260,  22  %.  ift  vom  offsn- 
bar  lückenhaft.    Wir  beßem  die  Stelle  nach  dem  andern  Drucke. 


379 


Frümeffer 
Herr  doctor,   habt  ir  in  heute  gehebt,  wo  habt  ir  in  hin  gelegt,  daß  ich  in 
nicht  finden  kan  an  keinem  ort. 

Doctor  Snppenfchmit 
Ich  hab  in  geßen,  du  grober  efel,  weiß  dus  nun,  ich  hab  in  geßen,  do  ich 
hab  melTe  gehalten. 

Frümeffer 
Ich  mein,  herr  doctor,  ir  feid  voller  fantaften  etc. 

260,  33  iame  zoten  f.  zn  XXII,  620.  261,  6  große  Hänfen  f.  zu  6, 
8.  Bd  I,  XV,  200.  261,  16  die  veifel  eine  Krankheit  namtl.  bei  Pfer- 
den, deren  Grund  in  den  Speicheldrüfen  liegen  folU  Vgl.  Kurz  lath.  Narr 
S.  215.  261,  19  wunderfchnel  u.  Z.  20  wunderbehend  fehr  fchnell, 
fehr  behend.         261,  22  wider  wie  Z.  29.  30  niederd.  Form  für  weder. 

261,  24  kttchlen  Kuchen  backen,  Schm.  2,  279.  261,  33  ins  hellbad 
müßen  f.  v.  a.  zur  Hölle  fahren  müßen.  262,  1  znfchub  das  was  zu- 
gefchoben,  zngefteckt  wird,  BegunHignng ,  fad  was  Vorfchub  ift,  Schm.  3, 
311.  262,  22  vgl.  zu  144,  2.  262,  24  rat  reter  gut  bei  Rätfein  ge- 
bräachllche  Formel.  262,  30  das  abwefen  die  Abwefenheit.  263,  3 
marterleiden  f.  zu  252,  13.  263,  10  fant  Veltens  arbeit  iß  die^ 
fallende  Sucht,  Epilepfie.  Agricola  fagt  in  der  Auslegung  gemeiner  deut- 
fcher  Sprichwörter  No  500  *Valten,  Valtin  knmpt  von  fallen  und  ifjt 
das  fallend  übel.*  So  iH  Z.  12  mit  Ciprian  gemeint  das  Zipperlein.  Schon 
Agrippa  von  Nettesheim  findet  in  feiner  Dedamatio  de  incertitudine  et  va- 
nitate  fcientiarum  Iblche  Ableitungen  nach  der  Ähnlichkeit  des  Klanges 
lächerlich,  f.  Cap.  57  gegen  Ende:  Kidendi  funt  qui  a  nominis  fimilitudine 
et  Tocum  confufione  et  per  fimilia  futilia  iuventa  Xanctis  illa  adXcribunt,  ut 
Germani  caducum  morbum  Valentine,  quia  hoc  nomen  cadere  ßgnificat, 
et  Galli  Eutropio  addicant  hydropicos  ob  vocis  conümilem  fonum. 
263,  11  als  buben  eine  Fügung  wie  oben  77,  15  als  bauern,  77,  16  als 
anmechtigen  beuerleins. 

Diefes  Stück  iA  Bearbeitung  eines  bekannten  Pafquiils  von  Nicolans 
\fanael  (vgl.  N.  M.  von  Grüneifen  S.  324  fg.  423—432),  das  vor  dem  J. 
1527  erfchienen  fein  muß,  vgl.  a.  a.  O.  S.  223  Anm.  1.  Diefe  unfere  Be- 
arbeitung kann  nicht  vor  1524  fallen,  da  259,  20  die  Canonifation  des  Bi- 
fchofs  Benno  von  Meifen  erwähnt  wird,  die  in  diefem  Jahre  erfolgte. 


380 


XXIV. 

8  Blätter  (2  Bogen)  in  4«.     Auf  der  Titelfeite  ftßht 

Der  Papillen  handt- 

buclilein  /  fleiffig  zu  merckeo  /  vnnd 

iieiuilich  ziälefen  /  Damit  es  die  Leyeu  / 

denen  der  Bapß  die  Ueylige 

Schrifft  zu  lefen  ver- 

botten  hat  /  nicht 

erfaren. 

Mit  D.  M.  L.  Benedicite  für 

den  Bapft  vnd  feine  Schuppen. 

Vnd  der  Barluffer  Münch  zehen  Qebott. 

Auch  des  Bapfts  Vatter  vnfer  / 

Grüß  YDd  Glauben. 

1559. 

Die  Kückfeite   des   erlleu   Blattes  leer.     Auf  dem  zweiten    oben  beginnt  der 

Text  und  gehl-  bis  in  die  vordere  Seite  des  letzten  Blattes,  delTen  Rückfeite 

leer  ift.     Ohne    Seitönzälung   mit    Cuftoden    und    Signatur   Aij    Aiij   B  Bij 

Aiij  (fic).     Die  Verfe  S.  270  fgg.  find   im  alten   Drucke  nicht  abgefetzt,  in 

dem  Liede  S.  271  fg.  nur  die   Strofen.     S.  270  Z.  29  fehlt   die  Cberfchritt, 

die  wir  ergänzt  haben.     In   dem  Liede   über   die    10   Gebote   der   Barfüßer 

habe  ich  die  beßeren  Lesarten   aus  Erafmus  Alberus  Der  Barfüßer  Münche 

Eulenfpiegel  und   Alcorau  (nach   der  Ausgabe   von   1573)  worin  es  auf  den 

zwei  letzten  Blättern  ßeht,  benutzt  und  den  Versbau  nach  den  Grundfat/en 

der  damaligen  Zeit  geregelt.    Für  den  Liebhaber  mögen  jedoch  die  Lesarten 

unferes  Druckes   hier  folgen:    Strofe  1  Zeile  1   Heiligen  zehen    Gebott. 

1,  2  Münchs  Gott.        1,  3  feiner  r.  neüw.        1,  4  liß  auß  tr. 
2,  2   folg   du  auch  Francifcus   1.        2,  4  f&llg.        3,  1  ehre.        3,  2 
deines  Herren.        3,  3  feinem.        4,  1  heiligen.        4,  2   grawe. 
4,  3  einem.        4,  4  l&ben.       5,  1  ehren  noch  geh.        5,  4  du  das  11. 
6,  2  vnd  auch  dich.         7,  1  haltu  &kt  vnrein.        8,  2  verzehre. 
9,  1    Du   thäft    Gottes    f.  9,  3   das   f&gfewr  folteft   lefcben 

tbd.  10,  2  begereft.  10,  3  gewüffenn.  11,  1  Gebott.  11,2 
Endechrifts.  11,  4  Gott.  12,  1  behut.  12,  3  Münchifch  thun 
ift  g.  V.  12,  4  alle  kiltzerey  verdiene  Gottes  z.  Das  Lied  iß  eine 
fatirifche  Umdichtung  eines  älteren  von  gleichem  Anfange  f  Yehes  Gefang- 
bnch  hrsg.  v.  Hoffmann  S.  8  fgg.  130. 

Eine  fpätere  Ausgabe  des  Handbüchleius    der  Papiften  vom  Jahre   156o 
erwähnt  Ph.  Wackernagel  im  Kirchenliede  S.  692  zu  No  818. 


SATIREN  UND  PASQUILLE 


SATffiEN  UND  PASQUILLE 


AUS  DER 


REFORMATIONSZEIT 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


OSKAR  SCHADE 


DRITTER  BAND 

MIT  EINEM  REGISTER  ÜBER 'ALLE    DREI  BÄNDE 


HANNOVER 

CARL    RÜMPLER. 
*       1863. 


SATIREN  m>  PASQUnXE 


Hjs  erfcheint  hier  der  dritte  Band  der  Satiren  und  Parquille 
aus  der  Reformationszeit.  Ich  bedaure  noch  immer  außer 
Stande  zu  fein,  die  in  der  Vorrede  zum  zweiten  gegebene  Hoff- 
nung, bezüglich  auf  Ergänzung  der  die  ßckingifchen  Handel 
berührenden  Schriften,  erfüllen  zu  können.  Dafür  treten  hier 
eine  Reihe  vielleicht  noch  interelTanterer  Stücke  auf.  Das 
erfle,  das  die  verfchiedenen  Arten  der  Kirchenfchädiger,  in 
Geftalt  Ton  Wolfen  verkappt,  zu  kennzeichnen,  zu  entlarven 
und  fo  vor  ihnen  zu  warnen  fucht,  führt  uns  in  den  Anfang 
der  Reformationszeit,  unmittelbar  nach  der  Bannung  Luthers 
durch  den  päpftlichen  Stuhl  und  wird  noch  dem  Jahre,  in 
welchem  die  Bannbulle  erlaßen  ward,  zugehören.  Das  zweite, 
das  nicht  ohne  Witz  die  WerkAatt  eines  Apothekers  zum 
Schauplatze  einer  Difputation  macht  und  Spezereieu  verfehle- 
dener  Art  als  Fechter  für  und  wider  die  reformatorifche  Sache 
auftreten  läßt,  iß  in  der  Nähe  von  Worms  und  währendes 
Reichstages,  doch  noch  vor  dem  Erfcheinen  Luthers  gefchrie- 
ben  und  fchildert  die  Stimmung,  Hoffnungen  und  Befürch- 
tungen der  durch  dies  große  Ereignis  bewegten  Gemüter. 
Nicht  von  einem  genannten  Verfaßer  wie  dies,  aber  von  ge- 
übter Hand  umlichtig  und  verfländig  in  demfelben  Jahre  noch 
gefchrieben,  verbreitet  fich  das  dritte  über  das  Pfründen  -  und 
Curtifanenwefen  und  zeigt  Mittel  und  Wege  diefen  Misbrauch 
abznßellen.  Die  beiden  folgenden,  IV  und  V,  haben  wol  den- 
felben   Verfaßer,    wie  fie  auch   beide  1524   gefchrieben  fein 


werden;  fie  geifeln  das  unchrißlicbc  Treiben  der  romifchen 
Pfaffheit,  das  erftere  unter  dem  Bilde  eines  verunglückten 
Himmelsßurmes,  das  andere  als  Gefpräch  zwifchen  einem 
Mönch,  Curtifan  und  Edelmann,  befonders  intereüant  für  da- 
malige ZuMnde.  No  VI  iß  ein  herber  Parquill  auf  die  her- 
vorragenden Gegner  Luthers,  die  hier  einzeln  vorgenommen 
und  nicht  eben  glimpflich  abgethan  werden.  Das  folgende, 
liebente  Stück  bezieht  lieh  auf  den  Regensburger  Convent 
(1524),  namentlich  auf  die  dafelbH  beratene  Reformation  der 
Geilllichen,  die  man  mit  Recht  als  den  erßen  thatlachlichen 
Einfluß  des  neuen  kirchlichen  Wefens  auf  das  alte  bezeichnet 
hat.  No  YIII  knüpft  an  denfelben  genannten  Convent  an, 
aber  nur  um  ßch  aufs  bitterße  über  das  weltliche  und  unfitt- 
liche  Treiben  der  hohem  Geißlichkeit  anszulaßen,  das  hier 
in  grellen  Farben  vor  Augen  gefuhrt  wird.  In  den  Anmer- 
kungen iß  daßelbe  Stück  nach  einer  fpätern,  vielfach  verän- 
derten Geßalt  mitgeteilt.  No  IX  bezieht  fich  auf  die  Errich- 
tung des  gemeinen  Kaßens,  wie  ihn  Luther  angeraten,  als 
einer  Hilfskaße  für  bedürftige  Gemeindeglieder.  Zwei  kleinere 
Stücke  machen  den  Befchluß. 

Behandlung  der  Texte  und  Anmerkungen  halten  den  in 
den  vorigen  Bänden  befchrittenen  Weg  ein.  Eine  willkom- 
mene Zugabe  wird  das  am  Ende  beigefugte  Regtßer  über  alle 
drei  Bände  fein,  dem  man  in  fpracbhcher  und  fachlicher  Be- 
ziehung moglichße  YoUßändigkeit  zu  geben  geßrebt  hat.  Möge 
man  es  als  Entfchädigung  freundlichß  anfehen  für  die  Mühe, 
die  der  Lefer  durch  Berichtigung  der  in  den  früheren  Bänden 
angezeigten  Druckfehler  hat  übernehmen  müßen  und  die  ihn 
auch  hier  abermals  nicht  verdrieße. 

Seite  3  Zeile  14  weit.*  (mit  dem  Anführungszeichen)  6,  20  lies  gottes 
7,  5  gfchriben  7,  7  einen  bifchof  7,  35  find  dife  9,  35 
got  12,  7  fo  iß  er  fo  17,  2  iren  duck  S.  IS  ftehen  von  Z.  25 
an  die  Zeilenzalen  um  eine  Zeile  zu  tief.  19,  8  lies  mer  gelt  21,  14 
fchafskleideren.  25,  2  ein  bofe  letz  29,  4  feUe  nach  veren- 
dert  ein  Punktum.  32,  9  lies  eim  ieglichon  33,  5  erbgüt 

37,  11  erdbedem        44,  3   erkent   worden   (in  zwei  Worte).        44,  12 
auf  fich        45,  6  difer  Zeil        59,  4  cardinäl       61,  6  nßlendigem 
62,  4  nnd  würd  oueh  64,  25   treten  fi  inher  mit  66,  3 

prieHers  mefs  nit  Tolt        66,  12  haben        77,  24  felbigeu        82,  8 


alten  84,  24  wißent  87,  34  würden  werden,  möchten 

90,  21  nnbillieh        91,  13  alle        96,  25  nit       104,  1  waa  Tagt  man 

105,  35  gepeten        108,  26  Janker,  fie  find  nit        108,  27  hartem 

113,  20  guten        113,  23  die  andere  113,  29  Ingelßadt 

124,  36  fie  all        125,  24  a&        126,  18  bdchftaben        126,  26  nach 
geeigt  fetz  ein  Komma.        142,  14  lies  begengnne        160,  26  fanrteig 

160,  30  gwefen        160,  34  nemen       230  Z.  12  ▼.  n.  lies  12,  36. 
274,  23  henker!        285,  36  daß  fie  die  waren 

Ich  fchließe  mit  dem  Wmifche,  daß  auch  diefem  dritten 
Bande  die  wolwoUende  Au&ahme  der  früheren  nicht  fehlen 
möge. 

Weimar  am  23.  Anguft  1858. 


D«   OSKAR  SCHADE. 


INHALT. 


Seite 
f.   JDas  wolfftefang 1 

C^  II.   Pialogufl  Qd«r  gefprech  des  apoßolieains  Angelica  und  anderer 

XJpecerei  der   apoteken  antreffen  doctor  M.  Lntters  1er  und  fein 

anhank 36 

in«    Von  dem  pfründmarkt  der  curtifanen  und  tempelknechten     ...       59 
IV.   Ein  nnderred  dea  bapfla  und  feiner  cardinelen,  wie  im  zu  thnn 
fei  und  das   wort  gottes  nnder  zu  trucken,  ein  ieglicher  ßch 

darauf  zu  bedenken    .    • 74 

V.   Ein  gel^rech  zwifchen  einem  edelman,  munch  und  curtifan    .    .     101 

VI.  Die  luterifch  ftrebkatz ,  .     112 

"^     VII.   Klag  und  antwort  von  lutherifchen  und  bepftifchen  pfaffen  über 
die  reformation,  fo  neulich  zu  Regenspurg  der  priefter  halben 

außgangen  iß  im  jar  MDXXIIII 136 

«    VIII.  Ein  wegl)prech  gen  Regenspurg  zS  ins  concilium  zwifchen  einem 

bifchof,  hfirenwirt  und  Kunzen  feinem  knecht  MDXXV  .  .  159 
IX.  Ein  gefprech  von  dem  gemeinen  Schwabacher  kaften  als  durch 
brfider  Heinrich,  knecht  Ruprecht,  kemerin,  fpuler  und  irem 
maifter  des  hantwerks  der  wullen  tfichmacher.  anno  MDXXIIII  196 
X.  Dialogus  von  der  zwitrachtnng  des  hailigen  chriftenliehen  glau- 
bens  neulich  entftanden,  darin  der  menfch  nnderricht  wirt,  wie 
er  fich  in  denen  und  andern  irrthumben  halten  fol.    Widerumb 

fleißig  nberlefen,  gebeßert  und  gemeret 207 

. .   XI.   Ain    fchoner   dialogus  oder  gefprech ,   fo  ain   prediger  munch 
BembuB  genant  und   ain  burger  Silenus  und  fein  narr  mit  ain- 

ander  haben 213 

Anmerkungen 319 

Regifter  über  alle  drei  Bände 299 


I. 

DAS  WOLFGESANG. 

Ein  ander  herz  ein  ander  kleid 
Tragen  falTche  wölf  in  der  heid, 
Do  mit  ü  den  genfeii  lupfen, 
Den  pflmn  ab  den  köpfen  mpfen, 
Magfta  hie  bi  gar  wol  verßon. 
Wo  du  liTeft  die  bftchlin  fohon. 


V  o  r  r  e  d. 

ünfer  fcfaopfer  uDd  erlofer  der  almechtig  ewig  got  fo 
dann  in  rat  finer  ewigen  wisheit  verfaßet,  in  zit  etliche 
gefchopf  zu  fetzen,  under  wolchen  er  zwo  in  fonderheit 
lieb  gemeint,  begäbet   mit  unußfprechlichem  kleinet  der 

&  verßentnus  nnd  Vernunft,  alfo  daß  die  ein  fampt  finer  er« 
fcbaffung  richliche  fchenkung  der  knnß,  wisheit,  verßent* 
nus,  iiner  fubßanz  unzerftörlikeit  entpfieng,  wart  fin  nam 
das  liecht  genant  die  ander  vernünftig  erfchöpfung  ge-* 
fchach  am  fechßen  und  letften  tag  der  werk  gottes.     als 

10  got  underfcheidlichen  alle  fin  gfitheit  in  der  oreatnr  ver- 
zeichnet, wolt  er  auch  finen  verfaßten  almechtigen  willen 
mit  völli  finer  glori  do  verfiglen,  den  befchluß  mit  fon- 
derer  wisheit  zu  befchaffung  mit  dem  anfang  etlicher  maß 
verglichen,  daß  der  ingang  finer  gotlichen  g&te  in  einer 

15  vernünftigen  creatur,  ouch  fin,  maß  der  fatzung  mit  einer 
vernünftigen  creatur  fich  endet;  nam  der  herr  das  ert- 
rich,  formieret  den  lib  des  menfchen  und  ingeißet  in  fin 
angeficht  den  geiß  des  lebens,  und  iß  worden  ein  leben* 
diger  menfch,  ein  vernünftig  gefchopf;   hat  dem   herren 

30  gefallen,  auch  alles  fo  das  ertrich  tregt  und  das  waßer 

1 


befchlüßet,  alles  leben  in  die  hend  des  menfchen  zu 
fetzen,  dem  zu  herfcben,  fich  des  ze  brachen  nach  gefal* 
len,  im  ein  vil  wunderliepliches  fcbons  wib  vereiniget,  in 
glichnus    natürlicher   anm&tigkeit   inen   zu   verßon  geben, 

5  wo  fi  fins  willen  in  gehorfami  lebten,  untötlikeit,  ein  klein 
gebot  furgehalten ,  nemlicb  ein  boum  fo  in  mitten  im  gar* 
ten  des  wolluft  ßiind,  fich  des  zu  miden,  fünft  alle  ding 
in  vollem  gewalt  laßen  bliben,  und  wie  dem  menfchen  eip 
mittel  der  bewernus   fines  frien  willens  furgefetzt  iß,    der 

10  glichen  vorgefagter  edlen  vernunftigen  creatur,  fo  das 
liecht  von  got  genant  wir  iez  die  engel  nennen,  auch  ein 
mittel  der  gehorfami  götliches  willens  furgefchlagen,  an- 
zeigen, daß  der  almechtig  got  zwungen  dienß  nit  haben 
wil,  fonder  in  gät  willen,  fri  in  zierde  der  lieb  fich  wol- 

15  gefeiliget,  wie  aber  die  zwo  edlen  creaturen  fich  irer 
gaben  gebracht,  ligt  leider  vor  äugen,  das  des  menfchen 
halb  ger^dt  wirt.  der  menfch  do  er  in  eren  was,  hat  er 
folichs  nit  war  genommen,  darumb  iß  er  den  unvernunf- 
tigen thieren  glich  worden  und  inen  verglichet,     o  Adam, 

90  Adam,  wie  haß  du  din  erentrich  küniglich  kleid  in  das 
kot  laßen  fallen,  dich  der  maßen  entblößet,  daß  du  zä 
fcham  kommen  biß!  wie  haßu  fo  ein  düre  irten  befeßen, 
daß  du  mit  allem  dinem  richtum  nit  zu  bezalen  haß  ein 
einigen  apfelbiß!  wo  iß  din  finriche  erkantnus  (do  durch 

S6  alle  gefchopf  ire  namen  entpfiengen)  domals  gewefen,  daß 
du  als  ein  künftiger  vater  viler  völker  din  kind  fo  mit 
untruwen  erbteil  überladen,  ewigem  tod  verfetzet  und  ver- 
pflichtet, allem  eilend  in  knechtlicb  dienßbarkeit  z&  eigen 
heimgefetzet,    dich  vom  holz   des   lebens   gefcheiden,  in 

80  den  flfich  des  ertrichs  kommen,  do  in  bitterkeit  dins 
fehweiß  mangelhaftige  narung  zu  fuchen,  ach  und  alles 
we  dinen  nachkommen  in  fteter  widerfprechung  leiblicher 
eigenfchaft  wider  den  geiß  fampt  aller  Undankbarkeit  fi^ns 
fchöpfers  zö  letz  gelaßen!  den  engel,  fo  fin  götlich  gebot 

35  übertrat,  mit  unwiderräfigem  urteil  verßoßen,  aber  dem 
menfchen  hilf  zugelagt,  im  benediung  in  künftigen  ver- 
(^rochen,  folich  verlünung  erßattet  durch  Jefum  Chrißum 
unfern   lieben   herren!   amen,     wölcher  in  verordneter  zit 


nach  gefallen  götliofas  rata  uß  der  fchoß  fias  yaters  fieli 
in  diß  jamertal  genidert,  in  annemung  menfohlicher  natur 
erzeigt  als  ein  menrch,  und  fo  er  warlich  got  was,  trug 
er  die  geftalt  eines  knecbts,  fich  fo  tief  genidert,  daß  im 

&  all  unfer  mißetat,  all  unfer  yerwürkung,  fcbaden,  aller 
zorn,  fo  der  ewig  got  wider  alle  kinder  Adam  hat,  uf 
finen  rucken  gelegt  ward,  der  verworfen  ift  nnder  allen 
menfchlichs  gefchlecht  geachtet,  uf  daß  er  im  fleifch  das 
fleifch  erlediget,  daß   nit  verloren  würd   fo  er  befchafiPen 

10  bat  dis,  lieben  br&der,  ift  der  einig  gerecht  fo  uf  dis 
ertrich  kommen  ift.  er  ift  der  fo  uns  verkuntfchaft  ift 
durch  die  heiligen  propheten.  er  ifts  fo  Johannes  der 
teufer  mit  dem  finger  verzeigt  bat  fprechent  'diß  ift  <)as 
lemli  gottes,  das   hinnimpt  die  ßnd  der  weit,     der  man 

15  ift  er,  daruf  der  heilig  geilt  in  geftalt  einer  tuben  ficht- 
barlich  vor  allem  volk  geruet  hat  das  ift  difer  edel 
menfch,  über  wölchen  die  himel  find  geöffnet  worden  mit 
großer  zierd.  das  ift  der  rein  man,  z&  dem  der  almech- 
tig   ewig  got  felbs  geredt  hat  'das  ift  min  vil  geliebter 

»  fon,  in  dem  ich  ein  wolgefallen  hab.'  in  follent  ir  hören, 
o  lieben  frommen  einfaltigen  chriften,  haben  acht  uf  den 
man,  der  fo  kreftig  ziignus  von  got  dem  almeohtigen  ge- 
nommen hat,  daß  er  der  wor  gottes  fon  fei,  uns  ernftlich 
entpfolen  in  zä  boren,  was  er   uns  fag  und  lerne,   dem 

»  glauben  und  geborde  zu  geben,  er  ift  der,  fo  wir  find 
gottes  waren,  hat  er  fich  für  ein  mitler  zwifchen  got  und 
uns  gefetzt,  uns  mit  im  verf&net,  und  das  dur(*h  fin  ro- 
fenfarb  blfit,  fo  er  umb  unfer  fund  wiUen  g&twillig  ver- 
goßen  hat,  fin  edel  leben  unfchuldiklich  für  unfer  fchuld 

ao  dar  geben,  in  meinung,  als  wir  in  einem  menfchen  Adam 
all  geßorben  find,  alfo  find  wir  all  wider  erftanden  in 
einem  menfchen  durch  Jefum  Chriftum  unferen  lieben  her- 
reu.  difer  fon  gottes,  als  er  unfer  dürftigkeit  menfchli- 
oher  natur  angenommen  hat,  ee  und   er  fich  dem  men- 

35  fchen  offenbaren  wolt  oder  etwas  lernen,  hat  er  vor  .allen 
dingen  glaubwürdig  kuntfchaft  uns  dar  thon  durch  kunt- 
fchaft  Johannis  des  töufers,  durch  eröffnung  des  himels, 
do  von  er  abgeftigen  ift,  durch  erfchinung  des  heiligen 

1* 


geiAee,  darch  die  ßinim  gottes  vaters,  do  mit  Dieinaot  an 
im  yerf&r,  nieman  in  fins  gwalts  witer  %&  forfchen  urüach 
het  und  ee  der  herr  ie  etwas  lernet  (wo  fich  zit  erhie- 
fche),  fo  Tolzeigt  ers  mit  eignen   werken,   uf  daß  im  nit 

5  yerwißen  würd,  er  lernet  yil  und  thet  felbs  nüt;  auch  da- 
rumb  daß  wir  lerneten  uß  finen  eignen  werken,  notwen- 
dig und  g&t  z&  fin  einem  ietlichen  ohriften  menfchen,  To 
er  wil  zA  Chrißo  in  das  rieh  kommen,  daß  er  auch  fich 
fliß  nach   allem  vermügen,  den   weg  zum  rieh   gon  mit 

10  werken  fo  im  herren  vor  gefehen  find,  wann  nit  ein  ieg- 
licher  ingon  wirt  in  das  rieh  der  do  fpricht  her,  her  etc. 
der  edel  furß  und  fon  gottes  ift  umb  zweierlei  urfach  uf 
das  ertrich  kommen,  die  erft,  daß  er  den  zorn  fins  Tä- 
ters, fo  er  wider  uns  hat,  hin  legt  und  uns  widemmb  mit- 

15  erben  machet  fins  ricbs  durch  fin  bl&t.  das  ander  iß, 
daß  er  uns  die  himlifche  warheit  lernet,  do  durch  wir  in 
difem  zit  gepflanzt  würden,  durch  yerßentnns  götlichs 
willen  und  wolgefallen,  fo  got  von  einem  iedem  erheifchet» 
on  wolchs    nieman  ingon  mag  in   das   ewig  leben,     nnn 

20  hat  Cbrifius  unfer  lieber  herr  zwei  ding  gelemet  in  aller 
finer  1er,  fo  wir  iez  das  evangelium  heißen,  das  ein  iß, 
was  wir  th&n  foUen,  das  ander,  was  wir  fliehen  foUen; 
bat  uns  alfo  fin  evangelifche  leer  hinder  im  z&  letz  gelon 
als  ein  mufter  und  fchnur  oder  richtfchit,  nach  wölichem 

95  ein  ieder  chrißen  menfch  als  fin  thän  und  Ion  meßen  und 
urteilen  fol,  und  hat  uns  das  mit  großem  ernß  entpfol- 
hen,  do  er  fprach  'ir  follen  wis  und  furfichtig  fin  als  die 
fchlangen  und  einfeltig  als  die  tuben,'  auch  do  er  fprach 
'h&ten  üch  vor  denen  fo  zfi  üch  konunen  in  kleidung  der 

30  fchaf  I  yon  innen  find  fie  zuckend  wölf :  doch  von  den 
werken  werden  irs  erkennen'  etc.  wie  künd  ein  einfal- 
tiger menfch  folich  betrug  und  zuckent  wölf  kennen,  es 
wer  dann  daß  er  etlich  zeichen  het.  dife  zeichen  lernet 
das  heilig  evangelium  luter,  daß  ein  ieglich  fchlecbter  lei 

ii  zu  gfiter  maß  folich  trug  und  wölf  erkennen  mög.  fit- 
mal iez  z&  unfern  ziton  folich  vil  trüg  und  verkleidet 
wölf  umb  laufen,  bereit  z&  zucken  die  frommen  einfalti- 
gen fchäflin,  fo  gern  recht  lerneten  und   theten,    bin  ich 


nß  chrißen  mitliden  bewegt,  inen  brfiderliche  geiftliche 
werk  der  barmherzigkeit  (das  iß  die  einfaltigen. underwi- 
fen,  lernen  die  erkantnus  wores  hirten  und  herren,  su  dem 
er  (ich  am  furderlicbften  keren  und  yertruwen   fol)  mit 

»  zfi  teilen,  do  mit  der  einfaltig  fcblecht  burs  oder  bant- 
werks  man  nit  fo  ganz  geergert  und  zwifelhaftig  im  glau- 
ben und  ander  chriAlicben  werken  kleinmütig  werd.  doch 
zä  vor  allen  dingen  fo  wil  ich  iederman  hie  zu  geöffnet 
und  gewarnet  han,  fo  min  fchriben  werden  lefen,  daß  ein 

10  ieglicher  nit  die  art  der  fpinnen  behalten  welle  und  der 
binen  art  vergeßen,  als  gemeinlich  gefchicht,  allein  das 
bofeß  merken  und  lernen  und  fich  do  durch  in  wider- 
fpennikeit  und  verfchmahung  gegen  finer  und  aller  ober- 
keit,   zfi  forderiften  gegen  der   priefterfchaft   fetzen  und 

15  halsftark  zfi  machen:  wann  man  oberkeit  haben  mfiß  von 
got  alfo  verordnet  und  wer  wider  oberkeit  und  fromme 
priefter  ftrebt,  der  widerßot  der  Ordnung  Chrißi  Jefn  un- 
fers  herren.  aber  die  wil  Chrißus  der  herr  in  fim  hei- 
ligen evangelio  uns  chrißen  die  friheit  geben  hat,  ja  not- 

90  türftikeit  anzeigt,  irer  werk  war  z&  nemen,  auch  der  hei- 
lig apoßel  Paulus,  propfaeten  der  glichen,  fo  mag  ein 
ieglich  chrißen  menfch  (wo  es  rechte  befcheidenheit  helt, 
als  hamach  kommen  wirt)  und  iß  fchuldig  fich  zu  wapen 
und  rußen  in  erkantnus  folicher  wolf,  do  mit  er  nit  durch 

9ft  El  Verderb  ewiglich,  fonder  fi  verjag  uß  dem  chrißlichen 
friden  in  die  w&ße.  fo  aber  einer  mocht  fprechen  'lieber 
bräder,  underricht  michl  nemlieh  die  wil  iez  bi  unfern 
ziten  fo  groß  zwitracht  im  glauben  fchwept:  als  einer  in 
Saxen,  der  heißt  Luther,  fagen  vil  from  redlich  lüt,  wie 

so  der  felb  fo  vil  und  troßlich  die  recht  evangelifch  warheit 
fchrib:  nun  bor  ich  dar  gegen,  daß  der  pabß  und  car- 
dinäl  zfi  Rom  in  für  ein  ketzer  in  ban  thon  haben,  auch 
unfer  prediger  etlich  die  fchelten  in  uf  der  kanzel,  er  fig 
ein  bfib,  ein  verfürer  und  ein  ketzer:   wirt  ich  ganz  ver- 

3j  irret,  weiß  nit  wo  uß:  wie  wol  mirs  herz  und  Vernunft 
ganz  ingibt  eben  wie  der  Luther  fchribt,  fo  gedenk  ich 
herwider,  fo  der  pabß  und  cardinäl  und  bifchof,  docto- 
res,   münch  und  pfaften  der  meiß  teil  all   wider  in   find. 


6 


fo  nun  iederman  (ußgenommen  der  gmein  man  und  etlich 
from  berren,  doctores  und  ratsherren,  auch  cdellüt)  wider 
in  ift,  was  fol  ich  thän?^  antwort  'lieber  frünt,  gang 
hinder  fich  in  die  gfchrift,  wirßu  finden,  eben  wie  es  dem 

»  döctor  Martine  Luther  (der  in  warheit  ein  from  cbriA- 
lieh  manfaaftig  herz  ift,  ein  einiger  rechter  pabft  und  apo- 
ßel,  wann  er  das  recht  ampt  der  apoftel  ofientlich  vol- 
fbret)  iez  gat,  alfo  i(l  es  den  heiligen  propheten  gangen, 
lis  Esaiam,    Hiereniiam,  Esechiam,    Arnos,  Efdram  etc. 

10  fo  find  fi  al wegen  von  der  geißlicheit  verfolgt  und  crtödt 
worden,  auch  Cfarißus  Jefus  felbs  von  der  obericeit  der 
geiftlichen  gekruziget.  befich  die  apoflel  al,  fo  find  fi 
förderlich  all  von  den  geiftlichen  verfolgt  und  getödt  wor- 
den, nit  als  from,  fonder   als  verf&rer  und  ketzer.     da- 

15  mmb  laß  dich  nit  ergeren  die  menig  der  geiftlichen  un- 
wifen,  verkerten,  wann  nit  iederman  verlihen  ift  von  got 
die  warheit  zft  lieben,  fonder  gar  wenigen  menfchen.  vil 
find  berSft,  aber  vaft  wenig  ußerwelt.  wan  der  firom 
man  Lutherus  der  weit  wol  gefiel,  wer  ein  gewis  zeichen, 

20  daß  fin  leer  nit  uß  got  wer;  wan  das  wort  gotes  iß 
ein  feurig  fchwert,  ein  bammer  der  die  fölfen  zerknitfcht, 
ift  nit  ein  fuchsfchwanz  oder  ein  ror  das  fich  ziehen  lat 
nach  unferem  gefallen.* 


^  Daß  ein  ieghcber  chriften  menfch  gewalt  hab,  fo- 

n  lieber  wolf  acht  ze  nemen  und   fich  vor   inen  h&ten,   be- 

wer  ich  durch  das  fo  nachvolgt  uß  dem  gotlichen  gefatz. 

^   ZSm   erften   ftat  gefchriben    Deutero.    ca.   XXX  *ift 

fach  daß  din  herz  abgewendt  wirt   und  nit  hören   wilt, 

euch    durch   unwißenbeit    oder   irrfal    betrogen,   daß   du 

30  anbeteft  frombd  götter  und  inen  dienft,   fo  fürfag  ich  dir 

heut,  daß   du   wirft  verderben,     ein  klein  zit  wQrftu  wo- 

non   uf  dem   ertrich,  in  wölchs  (fo  du  über  den  Jordan 

kümpft)   du  ingaft  zu   wonen.     ich  berfif  den   bimel  und 

das  ertrich    in   gezugnus,   daß   ich  üch   vorgehalten   hab 

35  das  leben  und  das  gut,   den  fegen  und  verflficbung.     da- 

nimb  fo  erwel  das  leben  und   daß   du  lebeft  mit  dim  fa- 

inon  und  daß  du  lieb  babcft  got  dinen  herren,  finer  ftimm 


anhangeß  und  geborfameft,  wann  er  ift  din  leben  und 
lange  diner  tag'  etc.  hie  böreft  wol,  daß  got  der  herr  in 
finer  götlicber  1er  und  lieb  vor  ougen  wil  gehalten  fin,  wil 
oucb  nieman  entfcbuldigt  han,  er  fei  betrogen  oder  nit. 

5  ^  Zum  andern  ßot  gefcbriben  in  Gzecbiele  am  lU 
ca.  'du  Tun  des  menfchen,  ich  ban  dich  dem  hua  Ilrael 
geben  zu  einem  ufTeber  (das  heißen  wir  iez  ein  bifchof 
und  den  pabQ)  und  du  wirft  hören  daS'  wort  uß  mim 
munt  und    wird  ins  von  mir  verkünden,     (lagt  nit  Tag 

10  was  du  wilt/  funder  'was  ich  heiß.')  fo  ich  fprieh  zfi 
dem  funder  'du  wirft  fterben  des  tods*  und  du  im  es  nit 
verkundeft  noch  fagft,  uf  daß  er  abkor  von  fim  verker- 
ten  weg  und  er  leb,  fo  wirt  der  iunder  in  ftner  bosbeit 
fterben,  aber  fin  blut  würd  ich  erfordern  von  dinen  hen- 

15  den.  ift  aber  fach  daß  du  folcbs  dem  funder  knnt  thuft 
und  aber  der  funder  nit  wirt  bekert  von  finen  (unden 
noch  von  finem  böfen  weg,  fo  wirt  der  Iunder  fterben  in 
ftnen  fünden,  aber  du  haft  erlediget  din  feeP  etc.  hie 
wil  got  den  iunder  nit  entfchuldiget  haben  durch  falfche 

30  1er  und  troftuogen  der  hirten  und  bifchoffen,  fo  fi  in  ver- 
fören,  funder  verdammen  beid  mit  einander,  vil  ander 
gefcbriften  fo  noch  in  den  götlichen  propheten  ußtrucken, 
wo  wir  nit  uf  den  munt  gottes  acht  nemen  und  fin  gebot 
halten,  daß  wir  darin  verderben,  doch  uß  lenge  z&  zelen 

35  underwegen  gelon,  wollen  wir  kommen  uf  das  heilig 
evangelium,  fo  durch  den  munt  gottes  in  angenommener 
menfcheit  felbs  ußgeredt  worden  ift. 

^  Stot  gefcbriben  Matth.  vil  'nement  üwer  war  von 
den  falibhen  propheten,  welche  zu  üch  kommen  in  fchaf- 

90  kleideml  von  innen  find  fi  zückende  wölf.  von  iren  fruch- 
ten werden  ir  fi  .erkennen,  ift  im  nit  alfo^  daß  man  trü- 
ben von  den  dornen  ablefe  oder  figen  ablefe  von  diftlen?* 
fambt  wölt  der  herr  fprechen  'nein.'  'alfo  ein  ieglicher 
guter  boum  bringet  gut  frucbt,  ein  böfer  boum  aber  bringt 

ti  bös  frucht.'  lieben  frünt,  feind  dife  wort  nit  luter  gen&g, 
fo  weiß  ichs  nit,  wil  gern  hören,  wölcher  wolf  den  zun 
zerrißen  mag,  die  fribeit  uns  chriften  nemen,  fo  Chriftus 
die  uns  entpfolen  und  geben,  uf  daß  wir  nit  verfurt  wer- 


den  und  fampt  inen  verderben,  nach  anzeigen,  to  got 
durch  Moifen  und  Ezechielen  ob  anzeigt  uns  gewarnet 
hat,  fo  der  herr  fpricht  'nement  flißig  war  von  den  fal- 
fchen  Propheten*  etc.     die  wort  find  in  gemein  z&  allen 

5  chrißgleubigen  geredt  iollen  wir  dan  ir  war  nemen,  mitß 
von  noten  nachvolgen,  daß  wir  ir  1er  und  werk  ermeßen 
und  urteilen  mfißen,  ob  fi  gotlich  oder  menfchlich  oder 
tiifelifch  fien.  daruß  volgt  witer,  daß  wir  nit  eim  ieg- 
liehen  glifner  lichtlich  glouben  foUen  finer  glatten  einfal- 
le tigen  tunklen  werten,  fo  fi  uns  unter  den  fchafkleidem, 
das  ift  in  geißlicher  gßalt,  als  het  es  got  alfo  geheißen 
und  wer  fölichs  zfi  gots  eren  dienen;  do  mit  wir  vaft  aUe 
betrogen  werden,  als  hernach  hören  wirft. 

^  Die  ander  urkunt  ßot  gefchriben  Matthei  xv.  do 

u  der  herr  den  gelerten  und  glifnern  yerweiß,  daß  fi  durch 
ire  eigen  und  menfchlich  gefatz  das  gotlich  gefatz  zer- 
trauten  und  undertruckten,  fprach  der  herr  nach  etlichen 
Worten  zu  finen  jungern  'loßen  fil  (vermeint  er  die  glif- 
ner) fi  fint  blind  und  f&rer  der  blinden,    ift  fach  daß  ein 

80  blind  eim  andern  blinden  den  weg  wifet,  fallen  fi  beid  in 
die  grüben.'  hören,  lieben  frünt,  wie  trüwlich  warnet 
Chriftus  Jefus  uns  vor  den  faKchen  leren,  uf  daß  wir 
nit  verArt  und  alfo  ewig  in  die  graben  fallen,  nun  find 
die,  fo  der  herr  alfo  ftrief  und  uns  vor  inen  warnet,  die 

n  oberkeit  under  den  Juden  gewefen,  als  doctores,  phari- 
feier,  prießer,  die  eitern  des  volks.  doruß  hat  der  her 
nit  gelert  noch  geheißen  fi  durchächten  oder  tod  zä  fchla- 
gen,  nein,  funder  ir  falfche  1er  nit  annemen.  wie  kan 
ein   chriß  fich   darvor  hfiten,    es  fi  dan  daß  er  war  nem 

80  irer  gebot  und  predig,  ob  fich  die  verglich  eigentlich  dem 
evangelio  und  gefchrifl  oder  nit;  miiß  von  nöten  fin,  daß 
(olich  ir  furhalten  von  uns  ermeßen  und  geurteilt  werd, 
ob  fi  uß  got  fi  oder  nit. 

^    Die   drit   urkunt   fiat  gfchriben    Matth.  XVI.    als 

<&  Jefus  mit  finen  jungern  über  den  fee  oder  mör  för,  redt 
der  herr  zä  inen  *hfiten  iich  und  fehend  uch  für  von  dem 
hefel  der  pharifeier  und  faduceierP  do  gedachten  die  jun- 
ger, daß  fi  nit  brot  mit  inen  betten  genomen.    do  ßrief 


9 


fie  der  herr  ires  groben  fins  und  verftentnus,  ßot  her« 
nach  gefchriben.  und  dan  do  verßunden  die  junger,  daß 
er  nit  den  hefel  des  liblicben  brots,  funder  yermoint, 
fi  fich  zfi  h&ten  von  der  leer  und  predig  der  pbarifeier 

5  und  fadnceier.  nun  hat  der  herr  do  zdmal  das  gefatz 
der  Juden  noch  nit  ufgehaben,  fonder  beftetiget  iedoch 
wiewol  ü  die  oberkeit  waren,  wolt  er  dennoch  nit,  daß 
naan  inen  gehorlam  wer  in  faifchen  und  menfchlichen  le- 
ren, do  durch  das   gots  wort  gehindert  und  geflUTchet 

10  wurd. 

^  Die  viert  urkunt,  und  vaß  ßark,  ßat  gefchriben 
Matthei  XXHII.  als  die  junger  dem  herren  das  koßlich 
gebüw  des  tempels  zeigten,  gab  inen  der  herr  antwivt 
'fehend  ir  die  ding  all?    furwar  fag  ich  üch,  es  wirt  hie 

»  kein  Hein  uf  dem  andern  bliben,  der  nit  zerbrochen  w«rd.' 
als  aber  der  herr  faß  am  ölberg,  giengen  fine  jünger  zu 
im  in  geheim  fprechent  *fag  uns,  wann  werden  die  ding 
und  was  wirt  fin  ein  zeichen  diner  zäkunft  und  end  der 
weit?*  antwurt  inen  Jefus  und  fprach  zfi  inen  'fehent  üch 

to  für,  uf  daß  nit  etwar  üch  verförl  wann  vil  werden  kom- 
men in  minem  namen  fprechent  Mch  bin  Chrifius,'  werden 
vil  verf&ren/  und  ein  klein  darnach  fpricht  aber  der  herr 
Jefus  'und  es  werden  vil  falfcher  propheten  ufflou,  wer- 
den vil  verftüren,  wann  die  bosheit  wird  überhand  nemen 

*»  und  die  lieb  wirt  in  vilen  erkalten,  welcher  aber  verhart 
biß  ins  end,  der  würd  feiig.  und  es  wirt  diß  evangelium 
gepredigt  in  aller  weit  zu  zügnus  allen  Völkern  und  dann 
würd  kommen  das  end  der  weit'  etc.  o  ir  chrißen  lüt, 
thAen  uf  die   orenl  fchließen  etwan  uf  die  ougen   üwer 

30  verftentnusi  wie  lang  wollen  ir  fchlafen  in  blintheit  üwers 
heils?  nement  zfi  herzen,  wie  vil  undoft'got  der  allmech- 
tig  fchriet  und  ußr&ft  'ir  föllen  üch  nit  uf  den  menfchen 
verlon,  wan  er  trüglich  iß;  foUent  nieman  glouben,  es  fi 
wer  do  well,  hoch  oder  nider,  in  gewalt  oder  on  gewalt.' 

35  fpricht  abermals  der  herr  und  gott  'fehen  üch  für!  ne- 
men acht,  daß  üch  niemant  betrieg!'  etc.  iß  das  nit  guug 
gepoten,  triben  z&  furfichtigkeit?  haben  wir  nit  gnög 
gewalt,  der  propheten  fürhalten  und  werk  zö  urteilen,  ob 


10 


fi  uß  got  fien  oder  mt?  wer  einen  verf&rt,  der  fftrt  ein 
nit  recht  wer  nit  recht  gef&ret  wirt,  der  gut  dan  oach 
nit  reclit.  wer  dan  nit  recht  gat,  der  gat  irr.  wer  dan 
irr  gat,  verfalt  der  Hat,  darzu   er  vermeint  zä  gan.     fo 

s  er  y erfeiet  hat,  kompt  er  niemer  in  die  Hat,  do  er  ver- 
meint zu  kommen,  folgt  daruß,  daß  er  ewig  dußen  hü- 
bet in  der  viniternus,  do  nut  ift  dann  weinen  und  kla- 
gen und  zenklaffen.  fpricht  doch  der  herr  'am  end  der 
weit  werden  vil  falfch  propheten   uflion  und  in  d^n  na- 

10  men  Chrißi  kommen  und  werden  vil  menfchen  verf&ren.' 
haß;  du  Vernunft,  fo  muftus  grifen  und  dich  mit  der  nafen 
doran  ßoßen.  du  fichfl;  iez,  daß  alle  laut  vol  propheten  lind, 
ja  all  ftet  und  dörfer,  trutz  daß  iemand  anders  fprech,  dan 
fie   komen  all  im  namen  Chrifti  und  föchen   nat  anders 

Ift  (nach  ir  fag)  dann  die  ere  Chrifti  und  din  feligkeit:  fo  du 
doch  warlich  fichft  und  täglich  erferß  das  widerfpil,  wie 
trüglich,  falfch  und  fcbedlich  fi  find,  die  wort  find  gfit. 
o  menfch,  wir  chriften  fcbmehen  die  Juden  irer  blintheit 
halb;  ja  wol,  wir  find  tufentmal  blinder  dan  fi  imer  find. 

20  was  macht  fi  blind  zäm  teil  dan  unfer  fcfaeudlich  leben, 
menfchlich,  geilllich  oberkeit,  daß  wir  in  einen  menfchen 
fo  groß  truwen,  fo  er  uns  doch  nit  feiig  mag  machen. 

^  Die  fünft  urkund  ßat  gefchriben  Matth.  XXIIII  alfo. 
dan  ift  fach  daß  man  üch  fagt  'nim  war,  hie  ift  Chrißua/ 

»5  oder  'dort  ift  Chrißus,'  foUen  irs  nit  glouben;  wann  es 
werden  ufftan  falfch  chriften  und  falfch  propheten  und 
werden  groß  wunderzeichen  geben,  wunderbarliche  ge- 
fchichten,  fo  groß  daß  ouch  die  ußerwelten  in  irrung 
bracht  werden,  wan  es  müglichen  ift;.  fpricht  Chriftus  Jefas 

so  offenlich  'nement  war,  ich  hab  üchs  vorgefagt.  darumb 
fo  fi  iich  fagen  'nemend  war,  er  (das  ift  Chriftus)  ift  in 
der  wfifteni,'  foUen  ir  nit  hinuß  gon,  'er  ift  in  ftetten 
oder  hüfem,'  follent  irs  nit  glauben  etc.'  die  wort  find 
fo  luter,  daß  die  hirten  mögen  verfton,  daß  fich  ein  ieg- 

35  lieber  frommer  chriften  menfch  in  großer  hutfame  hab,  nit 
glich  glouben  geh  denen  wölfen  fo  in  fchafkleidern  ko- 
men, fprcchen  'das  fagt  Chriftus,  das  ift  die  chriftlich 
kilch,  das  ift  der  vol  gwalt  des  babfts,  der  cardinäl,  der 


11 


biTchof,  das  iß  die  heilig  gefchrift.*    o  he,  es  feiet  uf  ein 
mil  wegs.    ftot  vil  der  glichen  offenbarliohe  wamung  in 
dem  heiligen  evangelio,  als  Marc.  XIII,    Luce  XXL 
^  Die  VI.   urkunt  gibt  der  heilig  zwölfbot  Paulas  zu 

b  Epbefiem  am  v.  cap.  fagt  alfo  'lieben  br&der,  nemen« 
üwer  war,  uf  daß  ir  ficherlichen  wandten,  nit  als  die  un- 
wifen,  funder  als  die  verftendigen,  die  erlöfen  die  zit, 
wann  es  find  bos  ziten  der  tag.  darumb  follen  ir  nit 
unwis  werden,  fonder  yerftendig,  was  de  fi  der  wille  got- 

lu  tes.'  fagt  der  heilig  Paulas  und  wil,  daß  wir  farfichtig 
ßgend,  mit  fliß  lernen,  was  der  will  gottes  fi.  follen  wir 
dem  geleben,  volget  daruß,  wann  iemand  uns  anders  zfi- 
mutet  oder  heißt,  das  nit  luter  den  wiUen  und  eer  got- 
tes ußweifet,   daß  wir  hinder  fich  ziehen,  uns  baß  doruf 

ib  befinnen,  uf  daß  wir  erlernen  mögen,  wo  hin  es  lend,  zu 
Chrißo  oder  kiften,  das  ift  dem  feckel. 

So  nun  luter  ift,  daß  iederman  erloubt,  ja  nottürftig 
zä  finer  feel  heil  ift,  gewarfamlich  in  den  geboten  gottes 

20  z&  gan,  bednnkt  mich  bequem,  daß  von  (olchen  Wolfen 
ein  anzeigen  befchech,  darumb  wo  fi  z&  hus  kemen,  daß 
ein  ieglicher  chriften  menfch  fich  ir  des  lichter  erweren 
und  ungefcbediget  von  inen  blib. 

Zöm    erftcn    iollen    wir   merken    der   wölf  geftalt    und 

2&  eigenfchaft,  zSm  andern  ir  verglichnus  z&  den  falfohen 
Propheten  und  chriften. 

^  Ziun   erßen  hat  ein  wolf  die  geftalt  mit  vil  dingen 
als  die  großen  fchäferhunt.  ^  Z&m  andern  fo  ver- 

meinen etlich,  daß  ein  wolf  ein  wilder  hunt  fi.         ^  Z&m 

so  dritten  fo  erneret  er  fich  des  raubs  wo  er  mag,  fünft  aber 
fo  frißt  er  leim  für  hunger.  ^  Zäm  vierden,  wan  ein 
wolf  in  ein  fchafftal  kompt,  fo  lat  er  fich  nit  gen&gen, 
wo  er  ein  fcLaf  zerrißet,  fim  hunger,  funder  er  ertödet 
fi  all.        ^  Zfim  fünften  fo  ift  ein  wolf  fo  vergünßig  dem 

35  anderen,  wan  fi  remlich  mit  der  wolfin  fint,  thar  keiner 
vor  dem  andren  zä  der  wölfin.  fo  gat  die  wölfin  zu  eim, 
der  felbig  handlet  mit  ir  und  fo  bald  darnach  fallen  die 
andren  wolf  über  den   felben   uß  vergunft  und  zerzerren 


12 


iu:   doruß  dann    das   fprichwort  kompt  'kein   wolf  ficht 

finen  vater/        ^  Zäm  fechften   iß:  ein   wolf  gemengter 

färb.        ^  Zfiin  vii.  fo  l&chten   im  die  äugen  z&  nacht. 

^  ZSm  VIII.  fo  er  großen  hunger  hat,  To  underßat  er 

&  onch  die  lüt,  fo  über  feit  gan,  an  zfi  fallen  und  ertoden, 
linen  hunger  zä  erfettigen.  ^  Zäm  IX.  wann  ein  wolf 
in  ein  grab  feit  und  ficht  daß  er  gfangen  ift,  fo  iß  er 
fchaniper,  daß  er  niemand  fchediget,  wan  fohon  ein  fchaf 
bi   im  leg.     auch  laßet  er  mit  im  umbgan   wie  man  wiL 

ao  wo  er  aber  entrint,  fo  ift  er  der  alt  wolf.  ^  Z&m  x. 
fo  er  ein  herd  fchaf  ficht,  eröffnet  er  fich  nit  von  ftund 
an,  funder  verbirgt  fich  und  fchlicht  uf  der  erden  nider 
getruckt  langfam  hinzA  und  nimpt  etwan  war  in  fonders 
der  hunt,  ob  die  do  find  oder  ob  fi  fcblafen,  mer  dann 

15  anderer  ding,  ficht  er  gät  wacker  hunt,  fo  gat  er  hin- 
der  fich  und  wartet,  ob  fich  ein  fchaf  von  dem  hufen 
ließ,  wo  das  gefchicht,  fo  verfScht  er  fin  kunft  und 
zwacks  hinweg.  ^   Zäm   xr.  fo    kent   ein   wolf  die 

feiftißen  fchaf  im  hufen:    den   fetzt  er  zä  för  ander. 

20  ^  Zäm  xn.  fo  hat  ein  wolf  einen  forchtüamen  gefcbmuck- 
ten   nidertrechtigen   fchlichenden  gang.  ^  Zäm  xril. 

hat  ein  wolf  faft  einen  gäten  geroch  der  nafen,  daß  er 
einen    keiben   oder  ein   hert  fchmeckt   von    ferren. 
^   Zäm  xilll.  fo  hat  ein  wolf  die   art,  wan   er  hundert 

25  fchaf  ertodet,  wo  er  nit  verjagt  würd,  fo  tr&g  er  die  to- 
den  fchaf  all  in  fin  hiil,  und  nlfo  ligt  er  unter  den  kei- 
ben freßen.  ^  Zäm  xv.  wann  ein  wolf  ein  geiß 
ankümbt,  fo  brucht  er  folichen  liß,  daß  ers  nit  glich  an- 
feit   mit  bißen,   funder  nimpts   bim  hart  mit   den  zenen 

30  und  mit  dem  fchwanz  fchlecht  ers  für  den  ars.    fo  loufi 
die  geiß  und  alfo  wifet  er  die  geiß  mit  dem  hart  dem 
holz  zä.     wan  er  aber  ins  holz  an  fin  geworfami   kompt, 
dan  fo  falt  er  die  nerrifch  geiß  recht  an  und  firißet  fi. 
^  Zäm  XVI.  fo  legt  fich  ein  wolf  etwan  in  ein  hürß  fambt 

35  er  tod  fi,  und  fo  ein  ros,  fwin  oder  hunt  dar  kumpt  und 
ficht  in  tod  fin,  beforgct  es  fich  nit  von  im  gelediget  zä 
werden,  dan  fo  luftert  der  wolf,  und  wann  man  am 
minßen  meint,  fo   iß    er  do  und  ergrift   das  arm  tbier. 


13 


%  Z&m  xvu.  die  wil  der  wolf  lebt,  ift  er  zä  nüt  nütz 
dann  z&  fchaden  und  verderben,  aber  fo  er  gejagt  wirt 
und  alfo  gfangen,  dan  bebt  er  nach  fim  tod  an  etwas  nütz 
zu  fin.  nemlich  Tagen  die  natürlichen  ineifter,  wan  ein 
&  menfch  das  grimmen  im  buch  hat,  wann  man  wolfsdreck 
derret  und  in  win  warm  trinkt,  fo  vertribt  es  das  grim- 
men, item  wan  am  fchafllal  ob  der  thür  ein  wolfshut 
hangt,  fo  werden  die  fchaf  forchtfam,  und  wan  ein  wolf 
an  die  thür  kompt,  fo  fchmeckt  er,  daß  do  ein  wolf  tö- 
10  det  iß  und  flucht  das  ort,  nit  darin  brichet,  förcht,  es 
möcht  im  ouch  alfo  gefchehen. 

Wiewol  noch  mer  eigenfchaft  ein  wolf  hat,  doch  von 
kurz  wegen  dife  anzeigt,  dorin  die  andern  ouch  verftan- 
den  mögen  werden. 

1»  Aber  vor  und  ee  Xolch  vergUchnus  eröffnet  werden,  fo  be- 
züg  ich  vor  vor  ieglichem  frommen  chriften  menfchen,  daß 
min  meinung  nit  anders  ift,  dan  wie  ich  im  anfang  glagt 
hab,  daß  ich  mich  erbarme  der  fchedlichen  einfaltigkeit 
und  Ilreflichen  unwißenheit  unfer,  fo  wir  billich  (nemlich 

ao  geißlich  und  weltlich  oberkeit)  des  verßant  haben  follen, 
do  durch  gewapnet  die  einfaltig  hert  der  fchaf,  als  die 
k&nen  ßandhaftigen  großen  rüden  und  bunt,  uns  gegen 
folcben  wölfen  fetzen,  die  verjagen,  fo  gefchicht  es  lei- 
der etwan,  daß  hunt  und  wolf  beid  ob  eim  fchaf  zu  ims 

2&  freßen,  ouch  wil  ich  in  kein  weg  die  notturftigen  ampt 
der  oberkeit  gefchmecht  noch  vermeint  haben,  weder  die 
fromen  trüwen  amptlüt,  fo  folich  ampt  nach  rechter  trüw- 
licher  meinung  verfehen.  diewil  aber  niemand  fchedli- 
eher  iß,  dann  wo  ein  feellofer   untüchliger  man  lolichs 

80  ampt  fich  unterzücht  und  in  geßalt  der  oberkeit  g&ten 
fcbin  anzeigt,  aber  heimlich  fich  felbs  fucht,  das  iß  ein 
böfer  wolf.  urfach,  ein  ieghch  amptman  iß  ein  gemeiner 
man  und  alles  fin  thiin  und  Ion  des  ampts  halb  fol  nit 
anders  lenden  noch  wollen  dann  nutz  und  heil  der  un- 

35  terdanen.  ouch  die  wil  er  am  ampt  ,iß,  fol  er  gar  nüt 
perfonlich  oder  eigenlich  handien,  wann  es  argwenig 
iß:   des  fol  er  ouch  von  finem  ampt   erneret  werden,  v£ 


14 


daß  fine  werk  unvcnnirchet  hüben  und  fin  war  mag  ge- 
numxnen  werden,  was  oder  wie  er  handelt  ouch  was  er 
in  dem  überkomht,  fol  nit  fin  fonder  gemein  fin;  wann 
es  iß  im  im  züfal  des  ampts  worden,  Fol  wider  an  dem 
5  ampt  hüben,  die  aber  fo  fchuldig  find,  woUen  umb  gots 
wiUen  hie  gedult  han,  wo  inen  der  eiß  angerfirt  würd,  und 
der  finUkeit  einen  zoum  inlegen,  nach  rechter  Vernunft  felbs 
ermeßen,  wo  fi  der  maßen  beleidiget  würden,  daß  inen 
folchs  überlegen  wer  fchwer  zfi  tragen,  ouch  gedenken, 

10  'thuftu  der  maßen  din  gewalt  bruchen,  wo  es  von  dir  ge- 
fagt  wirt,  daß  du  dich  des  fchembft,  fo  wil  ich  hie  urfach 
nemen,  folchs  misbruch  und  befchwerd  der  gemeinen  min- 
dern und  in  redlichem  ufrichtigem  götlichem  willen  und 
vorgefchribenen  fatzungen  heiliger  gefchrift  mich  under- 

»  richten  laßen,  demnach  min  oberkeit,  minen  mitbrfidern 
on  geferd  und  eigen  geffich  triUichen  zä  gfitem  erfchie- 
ßen  laßen,  uf  daß,  fo  und  ich  armer  menfch  an  minem 
letften  end  darvon  möß,  nit  bliben  mag,  auch  minem  her- 
ren   Chrifto  (fo  mir  vafl  fchwere  rechnung  vor  gehalten 

90  wirt)  g&te  rechnung  geben  mög,  in  vertruwen  zfi  hören 
'eia,  du  getrüwer  knecht,  gang  in  die  freud  dines  her- 
renT   amen. 

DER  ERST  WOLF. 
Es  ber&men  fich  der  heilig  vater  der  babß,  cardinäl  und 

86  bifchof,  daß  fi  an  ftat  der  belügen  zwölfboten  fitzen  in 
vollem  gewalt,  wie  die  felbigen  von  Chrifto  entpfangen 
han,  deshalb  fi  hirten  der  fchaf  genent  werden,  auch  die 
großen  fchäferhund,  daß  fi  durch  die  heilig  gefchrift  iu 
irem  rechten  einfaltigen  gefunden   verftand  und  meinung 

so  fchrien  und  pellen  gwaltigUch  wider  die  fünd  und  lafter 
der  menfchen,  wider  die  falfchen  propheten,  das  ift,  die 
die  gefchrift  zerrißen  und  von  finer  meinung  des  geifis 
gottes  geweitigen,  und  alfo  ftond  fi,  wie  Chrißus  für 
fine  fchäflin  Aund,  felbs  perfonlich  lernet  mit  werken  und 

S5  predigen,  auch  den  tod  flir  fine  fchäflin  annam. 

^   Gegen  denen  frummen   bäbfien  und   bifchoffen  fton 
zfi  wider  vaß  groß  grüslich  dückifch  wölf,  wölch  anzeigt 


15 


werden  durch  den  heiligen  propheten  iiß  dem  mund  gots 
Hieremie  vii  "das  Tagt  der  berr,  der  ftark  got  Ifrael.  machen 
gut  üwere  weg  und  üwer  bandiung,  fe  wird  ich  bi  üeh  an 
difer  Aat  woneu.    ir  foUen  nit  vertruwen  in  lugenhaftigen 
&  Worten   fprechent  Mer  tempel  gots,   der  tempel  gots,  der 
tempel  gots.'  ift  fach  daß  ir  recfatvertigen  und  gät  machen 
üwere   weg  und  bandlung,  fo  ir  gerechtikeit  halten  zwi- 
fchen   dem   man   nnd   finem    nechAen,    den    pilgram  und 
weifel  und  die  witwe  nit  befchedigen  noch  unfchuldig  blut 
10  vergießen  in  difer  flat  etc.    nement   war,   ir  vertruwen 
üeh  in  lugenthaftigen  reden,   wolche  üch  nit  nntzen  wer- 
den, fielen,  totfchlagen,  eebrecben,  lugenthaftigen  Tobwe- 
ren,  opfern  dem  got  Balaam,  nach  frembden  gottem  wand- 
ten, die  ir  nit  wißen,  und  find  kommen  und  find  geftan- 
15  den  vor  mir  in  difem  hus  (verlland  im  tempel  Salomonis), 
in  wölcbem  min  namen  iß  angerfift  worden,  und  haben 
gefprochen  'wir    find   erledigt   in   dem  fo   wir   volbracbt 
band  alle  befiimbten  bosheiten.""    iß  im  nit  alfo,  daß  diß 
hus  ift  worden  ein  fpelunken  oder  hiilen  der  mörder?' 
20  Die  erft  regel. 

%  Wölcher  babß,  cardinal  oder  bifchof  ßet  mit  fim  titel 
des  gwalts  des  prangt  und  bocht,  bäbfilicher  gwalt,  bäbß- 
liche  heilikeit,  der  volkommen  gwalt  fant  Peters,  fant 
Pauls,  der  ßathalter  Chrißi,  der  hochft  bifchof,  der  faerr 
2&  der  weit,  ein  gemeiner  hirt  aller  menfchen,  der  öbreft 
i^iber  alle  menfchen:  do  durch  verftand  des  wolfs  gefchrei, 
in  maßen  wie  der  prophet  fagt:  fi  fchrien  *der  tempel 
gots,  der  tempel  gots,  der  tempel  gots.'  do  durch  wol- 
ten  fi  anzeigen,  daß  fi  die  weren,  den  got  den  gwalt  hat 
so  geben  über  all  menfchen,  und  in  dem  titel  vermeinten  fi, 
es  wer  recht  was  fi  thäten.  was  redt  aber  got  zö  inen? 
Völlen  ir  daß  ich  bi  üch  fi,  fo  legen  üwer  bosheit  und 
tiranni  hinweg  I  halten  gerechtikeit,  fcbädigen  nieman, 
fchlahen  nieman  zä  tod,  kommen  den  armen  verlaßnen 
8.^  zu  hilf!  dann  wil  ich  bi  üch  fin:  funß  iß  üwer  tempel  ein 
hül  der  röuber  und  mörder/ 

Die  ander  regel. 
^  Wann  der  babU,  cardinal  oder  bifchoflP  zä  dir  kommen. 


16 


es  Bi  perfoulich,  durch  botfchaft  oder  buUen,  fo  gedenk, 
daß  du  dich  die  großen  titel  uud  namen,  großen  figel 
und  fidenfchn&r  gar  nüt  irren  noch  bewegen  laßeß;  wann 

,  die  titel  find  mer  zfi  betriegen  nütz   dann   zfir  warheit; 

&  wan  das  ilt  fin  art,  fich  der  gefpenft  zSl  bnichen,  ifl;  wi- 
der das  evangelium.    ouch  haAu  des  ein  exempel  (Danie* 
lis  Xlll)  von  der  frommen  Sufanna  und  den  zwen  alten 
Wolfen,    do  lisl  findeft  eben  dis  gefpenft. 
Die  dritt  regel. 

10  ^  le  größer  ir  pracht  und  herligkeit  ift,  ie  mer  folt  du 
dich  vor  inen  hfiten;  wann  es  ift  ein  wolf,  der  in  gfialt  eins 
gfiten  fchäferhunts  kompt,  vil  von  des  chrißenlichen  glou- 
bens  willen  fich  erzeigt  und  f ficht  fich  felb.  h&t  diofal  es 
ift  wider  den  bruch  Cfarifti  und  der  apoftel. 

15  Die  viert  regel. 

^  Wann  fi  mit  iren  römifchen  ftäl  kommen,  fagen  dir 
von  der  heiligen  römifchen  kilchen,  von  fant  Peters  erb- 
göt,  von  den  erbbechen  der  kilchen,  von  beiden  fch wer- 
teren, fo  gloub  gewislich,  daß  es  ein  fchalkhaftiger  wolf 

so  ift:  wann  Chriftus  hat  der  ding  nit  fant  Peter  geben, 
fich  in  zeitlichem  richtumb  zu  mfitwillen,  wan  f.  Peter 
fprach  'herr,  wir  haben  verlaßen  all  ding  und  find  dir 
nachgefolgt.^ 

Die  fünft  regel. 

25  ^  Wann  fi  nit  gerechtvertiget  wollen  fin  irs  begerens 
halb,  auch  fo  fi  anfprach  nemen  des  gewalts  halb,  es  fei 
wie  klein  es  wöl,  in  zitlichen  weltlichen  hendeln;  item 
fliehen,  daß  fi  niemans  firaf  irs  irrtumbs  halb;  item  wol- 
len in  allen  dingen  recht  haben,  des  doch  nit  urfach  dar- 

so  thun,  nach  götlichem  gefatz  anzeigen,  allein  fprechen  *der 
heiligft  vater  der  babft  uß  vollem  gwalt  hat  das  macht, 
wil  das  han';  item  wan  fi  iren  gewalt  und  friheit  uß  den 
geiftUchen  rechten  oder  uß  den  lerern  bewifen  oder  uß 
alter  langer  befitzung   und   bruch  alfo  gefunden,  fo  der 

35  dem  evangeho  wider  ift:  dife  ftiick  und  andere  der  gli- 
chen find  alles  wolfgelang,  gat  Chriftum  nüt  an,  noch 
den  ift  glouben  vil  nützen,  ja  wol  vaft  ergern  und  ußdil- 
ken.     und   in  folchen   dingen  haben   fi  kein   gewalt  uß 


17 


gotlidber  ordnong  über  dioh,  das  merk  ^}en^  wiewol  ß 
nit  laßen  iren  dink  naeh  alter  gewonheit 

DER  ANDER  WOLF. 
Wir  lefen  im  evangelio  Matthei  vi  *ir  (ollen  üch  nit  fem- 

ft  len  fchetz  uf  eriricfa,  fonder  femlen  &ch  fcbetz  im  himel. 
niemant  mag  zweien  berren  dienen,  got  und  den  rich- 
tumben  etc.  ir  follen  nit  forgfeltig  fin,  was  ir  efien  oder 
trinken'  etc.  item  Aot  Mattb.  x  gefchriben,  daß  Jefus 
finen  jungem  gewalt  gab  über  die  bofen  geiß,  über  die 

10  kranken,  fandt  fi  uß  zfi  predigen  das  rieh  gottes  (das  ift 
das  eyangelium)  und  fprach  der  herr  z&  inen  *ir  babens 
umb  Ainß  enpfangen,  umb  fünft  foUent  irs  wider  ußgeben. 
ir  foUent  nit  befitzen  weder  golt  noch  filber,  noch  gelt 
in  üwern  feckelen  tragen,  weder  tefchen,  noch  zwen  rock, 

15  noch  fehiich,  noch  gerten^  wan  der  arbeiter  ift  wirdig 
finer  fpis^  etc.  der  glichen  ftat  gefchriben  im  evangelio 
Luce  X,  Marci  vi.  uß  difem  anzeigten  heiligen  evangelio 
wirt  luter  anzeigt,  was  Chriftus  Jefus  den  apoftlen  für 
gewalt  und  ambt  enpfolhen  hat,  wie   fi  fich  halten  (ollen 

fo  in  irem  ampt,  nemlich  das  heilig  evangeltum  predigen, 
die  kranken  gefunt  machen,  kein  forg  umb  zitlich  g&t 
han,  weder  fchetz  noch  golt  noch  filber  iamlen,  ja  nit 
zwen  rock  han.  item  föUen  gedenken,  daß  fi  nit  gelt 
noch  fchenkung  umb  ir  1er  und  gewalt  nemen,  wan  fi  es 

ii  euch  umb  fünft  enpfangen  hatten. 

^  Dar  gegen  komen  bös  alenfenzig  wölf,  die  zeigt 
got  der  herr  durch  den  heiligen  propbeten  Micheam 
am  ni.  ca.  an,  fo  er  fpricht  'boren,  ir  (ärften  Jacob 
und  tnrßen   Ifrael!  fl;ot  üch  nit  zu  zfl  wißen  das  urteil? 

30  die  ir  haßen  das  gfit  und  liebent  das  übel,  die  ir  ge- 
waltiklich  abrißend  die  hut  von  inen  und  dorunter  das 
fieifch  biß  uf  das  bein,  die  ir  geßen  haben  das  fleifch 
mins  Volks  und  die  hut  darüber  abgefchunden,  ir  bein 
zerbrochen,  daß  fi  zerfallen  find  als  in  einem  hafen,  als 

SS  das  fleifch  in  mittel  des  hafen'  etc.  und  glich  hernach 
*^ri<!ht  der  herr  über  die  propbeten,  die  do  betriegen  und 
verfören  min  volk,  die  do  bißen  mit  iren  zenen  und  ver- 

2 


18 


kuodeu  den  firid;  und  ift  lach  daß  eiaer  lüt  etwas  iu  iren 
munt  gibt,  fo  heiligen  (i  über  in  den.ftrit.*  und  witers 
in  dem  capitel  Tagt  der  herr  'hören  z&,  ir  furßen  des  hu8 
Jacob  und  richter  des  bus  Ifrael,  die  ir  fchühen  das  ur* 

ft  teil  und  alle  biUikeit  rerkoren  ir,  die  ir  buwen  Sion  in 
deo  pKiten  und  Hierufalem  in  bosheitea.  ir  furlleo  ur- 
teilen in  goben  und  ire  priefier  lemeten  im  Ion  und  ire 
Propheten  £agten  wiß  im  gelt,  und  alfo  ruwen  11  u£  dem 
herren  fprechent  'ill  im  nit  aUb  daß  der  berr  ift  in  mit- 

10  tel  under  uns?  mag  auch  etwas  Übels  über  uns  kommen?* 
darumb  euweret  halben  fo  wirt  Sion  umbkert  wie  ein 
acker  und  Hierufalem  wirt  als  ein  hufen  ftein  und  die 
berg  des  tempels  in  hohe  der  weld.'  merken  uf  die  wort! 
witer  werden  die  wölf  durch  got  uß  dem  mund  Hieremie 

15  am  vr.  anzeigt,  ßot  alfo  'von  dem  mindren  biß  uf  den 
großem  hangen  fi  all  der  gitikeit  nach,  vom  propheten 
biß  uf  den  bricßer  bruchen  fi  all  betrug  und  heilen  die 
zerknitfchung  der  docbter  mius  volks  mit  fchmach,  fpre- 
chent 'frid,  frid,*  und  es  was  kein  frid*  etc.  £zeohiel  der 

90  heilig  prophet  zeigt  die  wölf  auch,  am  Xlil.  fpricht  er 
'we  die  ir  yerfchließent  die  külfelin  under  einem  ieglichen 
ellenbogen  und  machen  küflelin  under  das  haupt  eines  iegli- 
chen alters,  z&  fahen  die  feien,  und  fo  fi  fiengent  die  feien 
mins  volks,  machten  fi  die  feien  lebendig  und  geweitige- 
ten  mich  zä  mim  volk  durch  ein  hendlin  vol  gerften  und 

3&  umb  ein  ßuck  brots,  uf  daß  fi  ermördent  die  feien  die  do 
nit  Herben  und  machten  lebendig  die  feien  fo  nit  leben, 
liegent  minem  volk,  fo  es  gelaubt  iren  lügnen'  etc.  ver- 
ßond  bi  dem  külTelin  fchmeichelen.  Paulus  zeigt  das  auch 
an  in  der  andren  epifiel  zä   den   von   Corinthia  am   XI 

30  capitel.  Petrus  der  erfi  pabA  und  heilig  zwölipot  zeigt 
auch  die  an  in  finer  erfien  epiftel  am  letften  capitel  'ir 
follent  weiden  die  herde  gottes  gutwilliklich  nach  gott 
und  nit  umb  eines  fchnöden  gewins'  willen'  etc.  auch  in 
finer  andern  epifiel  am  anderen  capitel  faget  fant  Peter 

3&  'es  werden  under  üch  fin  lugenhaftig  meifter  etc.  und  in 
gitikeit  werden  G  kaufmanfchaft  mit  erdichten  Worten  von 
euch  triben.^  die  ganz  gefchrift  klagt  nahent  überal  ab  difen 


19 


verflachten  wolfen.  o  die  wölf  fohmeoken  licham  wol. 
68  ift  .kein  g&ter  fruchtbarer  fleck  in  taufent  mil  w^s 
wit,  den  diTe  wolf  nit  erCchmeckan.  darumb  merk  dife 
regel  und  zeichen!    wun  du  fi  fpureft,  hfit  du  didil 

&  Die  erft  regel. 

^  Wann  man  kunipt  von  Rom  mit  abloß  bullen  und  helt 
4ir  für  ein  almufen  z&  fanden,  an  laut  Petera  mimAer  z& 
buwen,  h&t  dich,  es  ill  ein  wolf;  wann  es  iil  me  gelt  z& 
difem  wolfßal  geben  dann  iez  keifer  Karle  und  Francif- 

10  eu8  kunig  uß  Frankrich  vermögen  zä  geben,  ift  dennocht 
nit  buwen.  o  Petre,  würA  ouch  in  die  wolfishut  swun- 
gen  wider  din  willen. 

Die  ander  regel. 
^  Wann  man  den   Türken  jagen  wil,  fo  eße  der  wolf 

u  gerne  rot^  fpis.  hut  dich!  wann  Chrifius  hat  nit  geler- 
net den  glouben  mit  dem  fchwert  und  kriegen,  funder 
durch  ein  from  heilig  leben,  gfit  ezempel  zu  meren,  wil 
auch  niemant  triegen  oder  geweitigen  z&  glauben,  aber 
der  wolf  hat  noch  den  gefchmack  nach  der  alten  feiften 

99  weid,  als  do  find  die  patriarcbaten  z&  Antiochia,  Conftan- 
tinopel,  Jerufalem  etc.    do  were  g&t  mel  vorhanden,  ligt 
im  nit  vil  am  glauben,  aber  ein*dri  milion  golts  jerlich 
thet  wol  in  der  küchen,  oder  mer. 
Die   drit  regel. 

»  ^  Wann  der  bapft  oder  bifcbof  zu  billicher  oberkeit  kom- 
men und  begeren  früntfchaft  und  verein  uf  z&  richten, 
püntnus  ingan,  fo  hat  der  wolf  ein  fchalk  hinder  den 
oren,  iß  kein  hirt,  fonder  ein  wolf.  urfach,  der  glouben 
darf  weder  püntnis  noch  biftand  einigerlei  weltliohs,  fon- 

30  der  er  r&wet  in  einem  dem&tigen  fridfamen  herzen,  uf 
Chrißo  durdi  die  lieb  verhafU 

Die  viert  regel. 
^  Wann  der  babft  (ich  nenn  in  darumb,  daß  er  folichs 
am  meiften  tribet  für  ander)  z&m  keifer,  furßen,  ßetten, 

33  lendem  kompt,  anr&fl  hilf  und  befchützung  der  chriftenli- 
ohen  kirchen,  des  ß&ls  zä  Rom,  helfen  der  kirchen  gflt, 
fant  Peters  erbgät  handhalien  oder  gewinnen,  h&ten  üchl 
er  ift  ein  wolf;  wann  fant  Peter  noch  all  fin  nachfaren 


20 


bi  dri  hundert  jaren  haben  weder  land,  noch  rieh,  noch 
lüt,  noch  trabanten,  noch  guarden  geban,  fint  all  heilig 
▼äter  und  marterer  worden,  het  Chriftus  ein  folchen  fiäl 
ttfriohten  wollen  als  fi  iez  band,  bei  er  dorlich  thon,  daß 

&  folcber  Ml  und  herfchaft  nit  ein  anzeigen  in  Petro  und 
▼ilen  nach  in  eriunden  wer  worden,  wil  gefcbwigen  vol- 
kommene  befitzung  als  iez:  find  dennocht  bäbft  gewefen, 
und  alfo  bäbfi,  daß  ir  namen  in  dem  canon  der  mefs  ver- 
griffen iß  worden,    iez  fo  fi  rieh  und   land  band,  find  ir 

10  Damen  nahen  all  mit  fchand  und  laßer  befleckt:  das  be- 
wifen  die  bißorien  von  inen,  darumb  h&ten  euch,  lieben 
chrißen!  ir  thäten  vil  ein  großer  gefallen  fant  Petem, 
daß  ir  fin  nacbfaren  wider  glich  machten,  wann  er  fich 
rcbämen  maß,  fo  er  fol  verloßen  han  fo  vil  furßentbäiD, 

1»  und  doch  das  evangeüum  von  im  fagt,  wi'e  er  zAm  her- 
ren  geredt  hat  'nim  war,  wir  (die  zwolfpoten)  haben  alle 
ding  verlaßen  und  find  dir  nach  gefolgt^  mfiß  entweder 
unrecht  han:  die  zwolfpoten  haben  alle  ding  verlaßen  und 
band  dem  herren  nach  gefolgt,  fo  befitzen  iez  ire  ßathal- 

so  ter  und  nacbfaren  nahen  alle  land,  fchloß  und  lüt,  und 
haben  fo  vil  do  mit  zfi  fchaffen,  daß  mancher  babß  und 
bifchof  fin  lebtag  lang  nie  die  vier  evangelia  hat  ußge- 
lefen  noch  viUicht  einen  evangelifien,  fprech  gern,  nit 
recht  kond  lefen ,  aber  wol  kriegen,  im  küriß  riten,  jagen, 

»  voglen,  zanken,  badren. 

Die  fünft  regel. 
^  Wer  min  rat,  daß  die  künig,  fürßen  und  herren  der 
bifchof,  Cardinal  und  großen  curtifanen  nit  vil  in  iren 
heimlichen  fachen  und  raten  bruchten  (wie  wol  fi  die  al- 
so 1er  lißigeßen  find),  iedoch  vüen  uß  inen  wolf,  die  lands- 
bifchofs,  fo  fi  nit  verpflicht  dem  babß  mit  eid  weren,  wil 
glauben  den  merern  teil  vaß  nutzlich  zfi  fin. 

Die  fechß  regel. 
^  Wann  die  geiftlicben  propheten  (das  find  die  prediger) 

86  nach  großen  predicaturen  und  canonicat  (gellen,  fich  gro- 
ßes titeis  der  gefchrift,  des  rechtens,  bi  großen  herren 
gewonet,  ber&men,  hftt  dich!  fi  feben  den  wolfen  (glich 
und  urteilen  nach  wotfifcher  art. 


21 


Die  fibent  regel. 
^  Wann  die  moncb  und  nnnnen  konunen  ungebeten  und 
früntTchaft  fachen,  nemlicb  in  den  hüfern  der  riehen  und 
erbieten  fich  vil  dienAs  fampt  allem  irem  hab,  aber  das 
in  kein  anderer  urfach  willen,  dann  allein  umb  br&derli- 

&  eher  lieb  willen,  ja  ir  orden  helts  in,  alfo  die  kranken 
und  betr&bten  beinirucben;  item  unter  andern  fo  fi  an- 
heben das  eilend  difer  weit  zö  klagen  und  große  not,  vil 
armdt  So  11  liden  teglicb,  dar  z&  die  ftrenge  irer  regel 
mit  yil  faßen,  langem  korfingen,   wie   große  friheit  der 

10  orden  in  helt  und  manig  der  molTen  für  all  g&tthater, 
auch  brfiderfcbaften  .fo  fi  haben  vom  babft,  ja  vil  from- 
mer kind  und  brfider,  die  vil  zä  Ilreng  inen  felbs  find, 
das  nit  eßen,  diß  nit  drinken  von  wegen  irs  ordens:  h&t 
dich!  es  find  die  verborgnen  wölf  in  fchafskleidern.     wilt 

15  du  fi  erkennen,  fo  gib  inen  nütl  gelt  die  br&derltoh  lieb 
hört  uf,  der  orden  difpenfiert  mit  der  lieb,  fi  ziehen  den 
hag  ab. 

Die  acht  regel. 
^  Wann   man  mit  dem  geifilichen  rechten  und  mit  den 

90  geboten  der  kilchen  kompt,  helt  dir  für  die  gebot  dar 
innen,  auch  die  verbot  (als  dann  iez  einer  kum  eim  fur- 
fetzen  mag,  er  hat  in  das  geifilich  recht  gefündet)  und 
wifet  dich  z&n  legaten,  vicari,  darüber  zSl  difpenfieren, 
auch  privilegia,  friheit  mögft  koufen,  folich  gebot  fürder 

S5  uit  verpflicht,  doch  m&ftn  des  dings  han  fo  die  münzmei- 
ßer  mit  dem  apfel  fchlagen,  fünft  hat  er  kein  gwalt  zfi 
difpenfieren  oder  frien:  gang  fin  m&ßig,  h&t  dich!  es  find 
wölf.  doch  magftu  iren  menfchlichen  gwalt  begr&ßen,  er- 
gemus  z&  vermiden,  wann  was  mit  gelt  gericht  mag  wer- 

30  den,  iß  vor  gott  on  gelt  gefchlioht.  man  fol  aber  nit 
trotzen  und  bodien,  fonder  notwendikeit  vor  äugen  han: 
das  merk! 

DER  DRIT  WOLF. 
Der  herr  zeigt  an  im  evangelio,  Marci  ix   fpricht  er  'ir 
36  foilen  das  falz   (das  ift  geißiiche  evangelifche  kunft  und 
leer)  in   üch  han  und  den  friden   band  under  einander. 


22 


dae  falz  ift  g&t\  auch  do  der  herr  fine  junger  lang  ge- 
lemet  and  underricht  hat  in  finer  evafigeKfofaen  leer,  do 
fprach  er  *ir  find  das  falz  des  ertricbs  (das  ift  der  men- 
fchen);   wann  aber  das  falz  ertaubt  oder  nnkreftig  wirde, 

ft  in  was  wirt  (verftand  der  unwißen  menfob  underricht)  es 
gefalzen?  es  foi  nütdann  daß  es  ußgeworfen  werd  und  nait 
f&ßen  vertreten'  eto.  darumb  ein  ieglicfaer  gelerter  doctor 
(▼erftand  in  gotlicher  gefcbrift  ein  Terftendiger  liebhaber) 
ift  glich  im  rieb  der  himel  (das  ift  in  chriftlicber  kilchen) 

10  einem  husvater,  wöKcber  uß  finem  fchatz  (verftand  der 
verftentnus  gotlicher  gefcbrift)  herfiir  bringt  nüw  und  alte 
ding  (das  ift  der  propheten  urd  evangelifcher  leer),  uß 
difem  allem  gibt  uns  Cbriftus  zA  verfton,  wie  ein  predi- 
cant  und  docter  heiliger  gefcbrift  gelert  fin  fol,  nemlich 

1»  daß  er  das  falz  bab,  den  rechten  verftand  der  gefcbrift, 
do  durch  den  gemeinen  man  falzen,  das  ift  underrichten 
in  dem  willen  gots,  fin  laßer  mit  knnft  verzeren,  fo  wirt 
er  boren  fo  gefchriben  ift  Danielis  xil  capi.  'es  werden 
fchinen  und  erglaften  die  gelerten   wie  die  fternen  im  fir- 

10  mament*  etc. 

^  Dar  gegen  find  auch  frevel  grim  wölf,  do  gar  gwar- 
famlich  mit  zd  bandlen  ift,  wann  fi  licbam  mäiig  und  un- 
verfcbampt  find,  die  wölf  zeigt  got  der  herr  an  durch 
den  heiligen  propheten  Hieremiam  am  vitl.  capitel,  fpricht 

»  er  alfo  *wie  fprechen  ir,  wir  find  wis  und  das  gefatz  des 
herren  ift  bi  uns.  warlicb  fo  hat  der  lugenhaftig  ftil  (ich 
acht,  es  fi  ir  fcbriben  und  lernen)  der  fchriber  oder  ge- 
lerten lügen  gewurkt.  die  wifen  find  sfi  fohand  worden, 
find   erfcbrocken  und  begriffen,  wann  fi  baben  das  wort 

w  des  herren  bin  geworfen  und  ift  kein  wisheit  in  inen«  da- 
rumb wird  ich  ire  wiber  den  frembden  geben,  ire  äcker 
den  erben,  wann  von  dem  wenigiften  biß  zfim  meiften  fo 
volgen  fi  dem  git  nach,  von  dem  propbeten  biß  zfim  pric- 
fter  würken  fi  all  lügenen  und  haben  gebeilt  die  zerknüt- 

sft  fcbung  der  dochter  mins  volks  z&  fchmach  und  fcband 
fprechend  'frid  fi'id',  fo  doch  nit  frid  was*  etc.  witers 
werden  folich  wolf  durch  difen  propheten  anzeigt  am  xxni. 
capitel  durch  uß,  fpricht  er  'und  ich  hab  dorheit  gefehen 


-i8 


in  den  propbeten  Samaria  und  fi  Tagten  wiß  in  Baal  und 
b^rogen  min  volk  Ifrael.  und  in  den  propbeten  Hieru- 
falem  hab  icb  ^efeben  glicbnüHen  der  ebreohungea  und 
den  weg  der  lügenen,  und  fi  baben  geßerkt  die  hend  der 

&  aller  böfefien,  uf  daß  nit  ein  ieglicber  ward  abkert  von 
finer  boabeit.  fi  find  mir  all  worden  als  Sodoma  und  fine 
inwoner  als  Gomorra  etc.  ir  foUent  nit  boren  die  wort 
der  propbeten  die  iich  wißagen  und  betriegen  iicb,  wann 
ü  reden   das  geficbt  irs    herzen   und  nit  uß  dem  mund 

M  des  herren.  11  Tagen  zu  denen  die  micb  lederen  'der  herr 
bat  geredt,  der  frid  wirt  mit  üch  fin;^  und  mit  allen  fo 
wandelen  in  Icbwere  irs  berzens,  baben  fi  gefprocben  'es 
wirt  nut  bös  über  iicb  kommen'  etc.  icb  bab  gebort 
(fpricht  got)  was  die   propbeten  gefprocben  band,   fo   fi 

n  wißagten  in  minem  namen  lugnen  und  fpraohen  'ich  hab 
gefcbla£en,  ich  hab  gercblafen"*  (das  iß,  im  troum  hab  ich 
gefehen  und  in  miner  vemunft  hab  ich  es  befchloßen). 
wie  lang  iß  noch  das  in  den  herzen  der  propbeten,  die 
do  lugnen  Tagen  und  verkünden  betrüglikeit  irs  herzen? 

so  die  do  wollen  machen  daß  min  volk  vergoß  mins  namen 
durch  ir  treum,  fo  einer  dem  andren  verkündt  und  fagt, 
als  ire  väter  mins  namen  vergaßen  durch  BaaL  ein  pro- 
phet,  wolcber  bat  einen  draum,  der  fag  ein  droum,  und 
der  fo  do  hat  min  red,  der  fprech  uß  min  red  warhaftig. 

S5  was  vergUcbnus  find  die  fpreuern  z&m  weizen?  fpricht  der 
herr.  ilt  im  nit  alfo,  daß  min  wort  find  in  maßen  als 
das  feur,  fpricht  der  herr,  und  in  maßen  als  ein  bamer 
der  do  zerknütfcht  einen  fölfen?  darumb  fprich  ich  zfi  den 
Propheten,   die   do    Aalen   mine  wort   ein  ieglicber  vom 

30  andren;  nim  war,  z&  den  propbeten,  fpricht  der  herr,  die 
do  nemen  ire  zungen  und  fprechen  'der  herr  fagt^  nim 
war,  zu  den  propbeten,  die  do  lugnen  treumen,  fpricht 
der  herr,  die  gefagt  haben  und  haben  verfuert  min  volk  in 
iren  lügen  und  in  iren  wunderzeichen,  fo  ich  fi  doch  nit 

9ft  gefant  hab,  weder  inen  das  geboten,  die  do  nit  nutz  dem 
volk  waren,  fpricht  der  herr.  ift  fach  daß  dich  das  volk 
fragt,  ein  prophet  oder  priefter  fpreobend  'was  iit  die  pürd 
des  herren?'  fo  fprich  z6l  inen  'ir  find  die  piird  und  ich 


26 


alfo  ij,  Tagt  got  <kr  herr  durch  den  propbeten  E&iam 
XLiii  'bring  mich  in  din  gedechtnas  und  werden  wir  mit 
einander  geurteilt.  Tag  au,  ob  du  etwas  habft  daß  da 
gerechtfertigt  fieß.  din  erßer  vater  bat  gefundt  und  din 
5  dolmetfchen  haben  fich  gegen  mir  überleben  und  ioh  hab 
unrein  gemacht  die  heiligen  furften'  ete.  auch  ftot  gefchri- 
ben  Efaie  LXIIII  Vir  find  all  unrein  worden  und  all  unfer 
frumkeit  und  gerechtikeit  als  ein  unrein  ftinkent  thuch^. 
item  Danielis  am  ix.  auch  Tagt  der  berr  cap.  xvil  im  evao- 

1»  gelio  Luce  'wann  ir  alle  dife  ding  (vermeint  er  das  evange- 
lium)  volbracht  band,  fo  fpreohen,  wir  find  unnute  knecht.* 
alfo  waren  die  pharifeier  und  rabinen  wolf,  daß  fi  ieder- 
man  mit  dem  thant  blendeten,  das  inen  der  herr  öffentlich 
verwiß  'ir  mit  euwern  gefatzen  übertreten  ir  das  gefatz 

15  gots.*  item  vermeinfi  aber,  das  evangelium  fi  ein  rotfofalag, 
allein  do  volkommen  zu  halten,  nit  iederman  geboten, 
fo  lis  den  heiligen  apoAel  und  erangeliften  Mattheum  am 
end  fins  evangeli,  fiot  alfo  gefchriben  im  evangelio 'gond 
bin,  lernen  alle  volker,  doufen  fi  im  namen  des  vaters, 

20  des  funs,  des  heiligen  geiftsi  lernen  fi  z&  halten  alle  ding, 
fo  ich  üch  geboten  banl'  das  find  die  wort  Chrifti  Jefu 
felbs,  yermeint  er  fin  leer,  das  iß  das  evangelium. 

DER  VIERD  WOLF. 
Unfer  beilmacher  Cbriftus  Jefus  do   er  von  difer  zit  su 

25  fim  himlifchen  vater  durch  den  tot  gan  wolt,  do  thet  er 
ein  fchöne  wunfame  und  lutere  predig,  was  fin  himlifcber 
vater  im  entpfolen  hat  hie  uf  erden  zA.  würken  und  ler- 
nen, wolt  alfo  ein  entliehen  abfcheid  finen  jungern  geben, 
under  andern  fprach  er  alfo  'iß  fach  daß  mich  einer  lieb 

30  bat,  fo  wirt  er  mine  red  behalten  und  min  vater  wirt  in 
lieb  haben  und  wir  werden  z&  im  kommen  und  werden 
ein  wonung  bi  im  machen,  der  aber  fo  mich  nit  lieb  bat, 
helt  auch  mine  red  nit.  ich  gib  üch  ein  nüwes  gebot, 
daß  ir  einander  lieb  haben  als  ich  euch  lieb  hab  gehebt, 

u  daß  fo  ir  einander  lieb  haben,  in  dem  zeichen  werden  fi 
üob  erkennen,  daß  ir  mine  junger  find,  fo  ir  lieb  under 
einander  find,  band  ir  mich  lieb,  fo  halten  min  gebot^  etc. 


27 


mit  cksm  ügel  ddr  lieb  find  alle  propbeten  von  Motfos  zi-' 
ten  bifi  af  Cfariftum  Terzeiehnet  worden  und  Ofariftus 
Jefus  hat  diß  figel  finen  zwöUpoten  mit  hochßem  emß 
an  ire  ßinie  getrockt  als  ein  zeichen,  fo  das  all  wdt  fe- 
5  hen  wurd,  daß  man  erkant,  daß  fi  die  rechten  junger  und 
boten  Ührißi  waren,  in  dem  figel  hat  Chriftus  ein  uß- 
truokte  underfcheid  gefetzt  zwifcfaen  im  mit  finen  jungem 
und  den  woifen  fo  in  fchafkleideren  wandlen,  und  allen 

>    menfchen  entpfolen,  wo  einer  kem   der  Chrißum  Jefum 

10  inen  prediget  und  lernet,  feilen  fi  die  leer  nit  glich  an- 
nemen,  es  fi  dann  zfiror  daß  das  zeiehen  lutbar  und 
wol  erkant  fi;  wann  kein  wotf  das  zeichen  liden  noch 
tragen  mag  in  der  warheit,  wol  nach  dem  fcbin.  fo  aber 
der  wolf  ficht^  daß  im  nit  eigen  nutz  wil  daruß  kommen, 

u  fo  flieht  er  und  loßt  fine  bofe  duck  merken;  wann  die 
werk  erkleren  das  herz  und  meinung.  folich  boten,  fo 
verzeichnet  find  mit  dem  rechten  figel  Cbrifti  Jefu,  das 
ift  die  recht  im  herzen  find  gegen  irem  herren  der  fi  ge- 
fandt  hat,  die  verküdden  weder  mer  noch  weniger  dann 

to  inen  der  herr  bevolen  hat,  fonder  loßens  do  bi  hüben 
bim  alten  hauptbrief,  fo  got  der  almeohtig  durch  Chri- 
Itnm  uns  vorgehalten  hat:  dar  zu  halten  und  triben  fi  die 
lut,  helfen  und  raten  iederman  dem  nach  zö  folgen,  alfo 
bat  thon   Moifes,  Samuel,  Efaias,   Hieremias,  Ezechiel, 

s&  £fdra,  David,  Daniel,  Ozeas,  Arnos,  Micheas,  Malachias. 
alfo  Chriftus  Jefus  unfer  heilmacher  felbs  von  im  bezügt 
Johannis  vi  *ich  bin  vom  himel  abgeftigen,  nit  daß  ich 
minen  willen  thfi,  fonder  den  willen  des  der  mich  gefant 
halt*    alfo  entpfal  auch  Chriftus  furter  finen  jungem,  daß 

so  fi  den  willen  fins  vaters  volbringen  folten,  nit  iren  willen, 
do  er  fprach  Johannis  am  x.x  'der  frid  fi  mit  üchl  als 
mich  min  vater  gefant  hat,  alfo  f^d  ich  üch*:  do  bi  lu- 
ter  anzeigt  wirt  der  gwalt  und  meinung  Chrifti.  alfo 
haben  die   Heben  zwolfboten   gehorfamet,  nit  anders  uf 

35  ertricb  dem  gemeinen  volk  fiargehalten,  denn  das  Chriftus 
geleraet  hat.  das  folchs  war  fi,  fo  lefe  man  ire  epiftel, 
fant  Peters,  Johanfen,  Jacoben,  Juda,  die  gefchicht  der 
apoftel,  die  epiftelen  des  heiligen  Pauli,  fo  wirftu  warhaftig 


kuntfcbaft  findeo,  daß  fi  nüt  anders  dann  luter  die  eere 
gottes  und  das  heil  aller  menfchen  gefiScht  haben,  nach 
den  apoßeln  nemen  wir  für  äugen  die  heiligen  frommen 
bifcbof:  uf  dri  hundert  jar  nach  Chriftus   geburt  haben  fi 

&  ob  bellimpte  einfaltige  leer  mit  irem  blät  beftetiget,  biß 
in  tod  umb  des  cvangelii  wegen  verhart,  do  durch  das 
zeichen  inniklicher  lieb,  fo  fi  durch  den  glauben  zd  gott 
hatten,  iederman  offenbar  erzeigten,  do  durch  kreftigUchen 
zugen  all  menfchen  in  erkantnus  gottes  des  herren,   mer 

10  mit  den  werken  dann  mit  werten,  das  find  die  rechten 
edlen  fighaftigen  fchäferhund,  die  edlen  hirten  der  fchäf- 
lin  gottes,  die  worlich  fo  kreftig  vor  vü  tufent  jareo  nach 
und  nach  gepoUen  und  gefchrien  band  wider  die  zocken- 
den wölf,  daß  uf  difen  tag  und  ins  end  der  weit  ir  man- 

i&  haftigs  gefchrei  ertonet,  dorab  fich  uf  difen  tag  die  ver- 
blendten  erßockten  wolf  entfetzen,  dem  nit  widerfion  mö- 
gen, allein  mit  betmg  zö  ruck  und  in  der  finftemos  nid 
und  haß  fchmiden,  in  verderbnus  aller  frommen  gerech- 
ten, vom  Abel  uf  den  letften  behalten. 

30  ^  Dar  gegen  find  die  aller  erfchröcklichiften  Kftigeften 
wolf,  fo  der  tüfel  felbs  ie  uirichten  mocht,  wöliche  gots 
und  aller  heiligen  nach  chriftlicher  meinung  vergeßen,  ja 
nit  mer  wißen  wollen,  doch  trutz  daß  ins  niemant  kant 
thä,   wil  gefchwigen  fagen,    wolch   fo  gering    find,    das 

35  menfchlieh  Ufit  zä  ußgießen,  fambt  es  waßer  wer,  und 
als  under  gäter  geftalt.  die  wölf  zeigt  got  der  almech- 
tig  an  durch  Hieremiam  den  heiligeten  in  mäter  Hb  am 
xviir.  capitel  'kommen  und  laßen  uns  gedenken  wider 
Hieremiam  anfchleg!  wann  das  gefatz  wirt  nit  yerderben 

ao  vom  priefter,  noch  der  ratfchlag  von  dem  wifen,  noch  die 
red  von  den  propheten.  kommen  und  laßen  uns  in  fchla- 
hen  mit  der  zungen  (alfo  fchlahen  fi  uf  difen  tag)  und 
nit  nemen  war  aller  finer  redT  etc.  o  wölf,  wölfl  auch 
wirt  difer  gewalt  der  finßemus  anzeigt  Sapientie  n  durch 

85  uß  'laßen  uns  den  frommen  gerechten  umbgeben,  wann 
er  uns  unnutz  ift,  ift  widerwertig  unfern  werken,  er  h^t 
uns  frevenlich  uf  die  lund  des  gefatz  und  fchriet  öffent- 
lich wider  uns  die  laßer  unferer  leer,  gibt  fioh  uß,  er 


29 


bab  die  recbt  kunA  gottes  und  nennet  iich  ein  Ton  got- 
te8.  er  ift  uns  worden  in  ein  verendrung  nnferer  gedan- 
ken,  ift  auch  uns  fcbwer  zä  fehen^  wann  ßn  leben  iA  den 
andern  unglich^  fine  weg  find  verendert,  wir  find  glich 

ft  ak  lugenhaftig  von  im  geacbt  und  er  entsücht  fieh  von 
unfern  wegen  gHch  als  von  unreinikeit  er  fetzt  Ar  die 
letAen  ding  der  gerechten  und  ber&mpt  fich  got  zit  einem 
Tater  ban^  etc.  fpricht  Efaie  i  got  der  herr  von  der  hülen 
der  woIf  alfo  'o  wie  ift  die  nüw  fiat  zS  einer  huren  wor- 

10  den,  die  do  was  vol  urteils  und  gerechtikeit.  die  from- 
keit  hat  in  ir  gewonet,  aber  iez  fo  wonen  totfchleger  da- 
rin, wie  iA  diu  filber  verkert  worden  in  kupfer  efch!  din 
win  ift  gemifcfat  mit  waßer,  dine  furften  find  ungleubig, 
gefellen  der  dieb.    fi  liebent  all  gaben,   hengen  der  ver- 

15  geltung  nach,  den  waifen  halten  fi  kein  recht  und  das 
anligen  der  witfrau  bat  kein  ingang  zu  inen.*  witer  zeigt 
die  w51f  got  an  durch  den  propheten  Arnos  v  'ß  haben 
gehaßet  den,  fo  fi  under  der  porten  geftraft  hat,  und  der 
volkomenlich  geredt  hat,  über  den  haben  fi  einen  Unwillen 

so  gehan'  etc.  ChriAus  zeigt  die  wölf  felbs  an  Matthei  x 
'hAten  üch  von  den  menfchen,  wann  fi  werden  iich  über- 
antwurten  in  iren  raten  und  in  iren  fynagogen  oder  tem- 
pel  werden  fi  üch  geifelen.  ir  werden  zä  den  amptlüten 
und  zö   den  künigen  gef&rt  von   minet  wegen,  inen  z^ 

»  gezngnus,  auch  den  volkem.*  Matthei  xxin  fagt  der  herr 
von  denen  grimmen  wolfen,  fpricht  'ir  gefchlecbt  der 
fchlangen,  wie  wollen  ir  das  urteil  des  feurs  entpfliehen? 
darumb  fag  ich  üch,  nemen  war,  ich  fend  z&  üch  pro- 
pheten und  die  gelerten,  und  uß  inen  werden  ir  ertöten, 

30  cr&sigen,  etlich  in  euwem  fynagogen  geifelen,  inen  Ver- 
folgung thdn  von  einer  Aat  zä  der  ander,  uf  daß  über 
üch  kom  alles  gerechte  blät'  etc.  daß  aber  nieman  mocht 
fprechen  'die  ding  find  all  gefchriben  und  gefagt  von  den 
Juden*,  fo  boren  den  heiligen  Paulum,  wie  er  fich  klagt 

»  fins  ellents  in  der  erAen  epiftel  zä  den  von  Corinthiis  am 
llir  capitel  'ich  acht,  daß  got  hab  uns  fine  apoftel  die 
letften  erzeigt,  als  die  fo  dem  tod  verordnet  find;  wann 
wir  find  worden   als   ein  gemein  zeichen   oder  Ipilvogel 


30 


der  weit  und  den  engelen  nnd  den  menf<Aen/  ein  klein 
bernach  fpricht  er  'biß  uf  die  ftnnd  fo  liden  wir  bunger 
und  dürft,  find  wir  aackent  und  bloß  und  werden  mit 
balsfchlegen  gefeblagen,  und  find  unftät  und  arbeiten,  wer- 

•  ken  mit  unfern  henden'  etc.  o  beia,  wo  iß  das  Patrimo- 
nium Petri,  libertas  ecclefiaftica  und  plenitudo  potoßatis 
und  gladinm,  Imperium? 

Die  erß  regeL 
^  Wann  der  babft  oder  cardinäl  oder  bifdiof  zä  dir  kom- 

10  men,  halten  für  iren  ordenUcben  vollen  gwalt  über  all 
keilerlich  und  furßen  recht  und  ordnung^,  halten  dir  für, 
daß  von  inen  das  keifertbüm  abßig  als  von  eim  haupt 
von  gott  geben,  fagen  alle  rieh  zu  fetzen  und  entfetzen 
macht  haben,  foltu  wißen,  daß  es  ein  wolf  iß  und  leugt. 

i&  Die  ander  regel. 

^  Wann  von  inen  felbs  die  eoneilia  ber&ft  werden,  doch 
all  bifchöf,  doctor,  miinch  und  fo  dar  in  fitzen,  man  zu  vor 
mit  eid  gefangen  hat,  fol  es  dir  argwenig  fin  als  von  Wol- 
fen befeßen:  magß  wol  gedenken,  was  der  eid  verpfiicht. 

90  Die  drit  regel. 

^  Es  fi  babß,  oardinäl  oder  bifbhof,  manch  oder  pfaffen, 
es  fi  ketzermeißer  oder  curtifanen,  wann  fi  fich  beolagen 
gegen  weltlicher  oberkeit  und  gemeinen  weltlidien  gewalt 
anrfifen  wider  d^i  oder  den  und  begeren  des  bl&ts,  wie 

»5  rechtlich  bullen  fi  bringen,  h&t  dich,  es  iß  der  böfißeo 
wolf  einer,  wann  eben  mit  der  geßalt  haben  die  wölf  mar 
dann  hundert  tufent  chrißen  lüt  ermordt.  alfo  räflen  fi 
Pilatiun  an,  Herodem,  da  durch  fi  Chriftum  z&m  tod  brech- 
ten.    alfo  rfiften  fi  Felioem  den  romifchen  furßen  an  wi- 

M  der  fant  Pauls,  alfo  erofinet  fich  die  hoffart  des  romi- 
fchen babßs  Bonifacii  des  dritten,  do  er  begert  und  erwarb 
von  dem  keiler  Foca,  daß  durch  keiferliche  erkantnus 
uß  gieng,  daß  die  romifch  kilch  das  haupt  aller  andern 
kilchen  genent  wurd.  iez  lagen  fi  fien  uß  götlichem  gewalt 

35  das  haupt,  und  haben  den  keifer  undertruckt,  im  dank- 
barkeit  bewifen:  was  fi  uß  keiferlichen  gnaden  entpfangen 
hau,  haben  fi  iez  ein  recht  gemacht  und  fchlahen  den 
beifer  mit  fim  eigen  fchwert,  ja  vertriben  und  ußtilgt,  und 


31 


fttrtcrbin  imer  naob  gwiüt,  lierfchaft  und  blät  gedurft,  ge- 
ben des  die  biftorien  kuntfcbaft. 

Die  viert  rege). 
^  £e  fol  nimmer  mec  d^i  geüUicben  gemattet  werden 
B  krieg  zfi  f&ren  oder  eigen  menfcben  zä  toten  noch  ver- 
klagen fo  zfim  tod  dienen  mag,  wie  groß  die  urfach  iO, 
wann  inen  all  ir  land  und  lüt  genummen  w&rd,  wann  fi 
kalb  z&  tod  gefchlagen  wurden,  wann  man  wider  (i  und 
ire  laßer  fchribt  oder  redt,  fonderlich  wo  es  war  iß.    des 

10  urlach  gib  ich  inen,  daß  das  evangelium  foliobs  inen  nit 
erlaubt,  fonder  öffentlich  verbüt,  auch  noch  Chrißus,  noch 
Petrus,  noch  Paulus,  noch  all  heilig  marterer  folichs  we- 
der in  bruch  noch  geheiß  hinder  inen  gelon.  meinen  fi 
aber,  daß  inen  unrecht  gefchech,  befeben  fi  die  gefchrift 

15  darumb. 

Die  fünft  regel. 
^  Wann   fi   mit  iren   römifchen  hofgericht  kommen  und 
mit  iren  fledermüs  underßon  uß  allen  landen  eitleren,  do- 
mit  undw  der  geßalt  der  heiligen  kilchen  gwalt^  alfo  wer 

so  inen  geliebt,  uß  dem  land  mögen  bringen  und  vil  coßen 
alles  gen  Rom  dienen  mog,  acht  ich,  es  fi  gUohnus  mit 
der  geiß  nnd  dem  wolf,  fo  ers  bim  hart  zöm  holz  leitet, 
darumb  iß  min  rat,  daß  alle  ßat  fich  entladen  folichs 
gwalts,  die  wil  gut  recht  fiinden  wirt  in  allen  ßetten  und 

n  orten,  ja  beßer  in  eim  dorf  dann  in  Lateranenfi,  vilmals 
er&rcn  wirt 

Die  feohß  regel. 
^  Wann  die  geißlichen  vätor  und  großen  prelaten,  fo  in 
fteten  wonen,  vermeinen  mit  iederman  zu  handien,  doch 

10  fi  nieman  des  rechten  dann  allein  zu  Rom  erwarten,  ur* 
fadi  irer  freiheit,  fo  merk,  es  iß  wolfsgelang:  fol  die 
weltlich  oberkeit  die  mit  folihem  fortel  nit  dulden,  fchä- 
men  fi  fich  vor  dem  weltlichen  gericht,  fo  leben  fi  nach 
dem  evangelio,  werden  fi  des  wenig  bedörfen,  die  wil  iez 

35  die  leien  beßer  recht  halten  dann  die  geißlichen. 
Die  fibent  regel. 
^  Wann  der  wolf  einen  betrug  underßat  zu  th&n,  auch 
fo  er  überilet  wirt,  daß  im  z&  hart  zwang  von  d«n  hun- 


32 


den  befchicbt,  fo  thut  er  eins  und  uitnbt  fich  aa  einer 
fridlichen  geßalt,  fchmuckt  den  fchwane,  etwan  Übhimpft 
er,  dann  zwackt  er  einen,  wo  im  luft  wirt  wo  er  dann 
gefcklagen  ift,  erdiobtet  er  fich  tod  fin,  und  alfo  durch 

»  mangerlei  betrug  fich  errettet  von  den  hunden  und  inrten. 
alfo  diß  obbeßitnpten  wolf  was  fi  inen  fumemen,  k&nden 
fi  ein  Icleid  entlehen,  darin  (i  uß  der  hülen  gon,  höflich 
uf  filzen  fchlichen,  der  weichen  küITelin  (do  von  Ezechiel 
fagt)  nach  not  mit  inen  tragen,  ein  ieglichen  elbogen  ver- 

10  i&glich :  fo  fi  ein  haupt  oder  elbogen  daruf  bringen,  iß  ir 
fach  richtig,  wann  fi  weich  und  vilen  anmAtig  fin  und  vil 
find  daruf  betrogen,  iß  dann  daß  dem  wolf  zfigefetzt 
wirt  etc.,  alfo  fo  inen  furgelialten  wirt  die  gefchrift,  das 
evangelium,  Chrifti  und  der  zwölfpoten  leben,  fo  kommen 

1»  fi  entgegen,  nemen  fich  an  eins  geißs  und  großer  heili- 
keit,  loben  Cbriftum  und  die  zwölfpoten  faß  irer  heilikeit, 
irer  armut,  irer  gedult.  in  dem  fo  laßen  fi  für  oren  gon 
fo  inen  furgelialten  iß,  wann  fi  merken  den  fchaden  vor- 
handen,    wil  man  aber  nit  ablon   und  tribt  fi,  antwurt 

90  daruf  z&  geben,  fo  kommen  fi  mit  dem  lifi,  nemen  ein 
wortlin  daruß,  dem  geben  fi  nach  gefallen  an  befnndern 
verßand,  fo  inen  wol  kompt,  ziehen  daruß  ein  geifäichen 
fin.  iß  kein  fin  in  der  gefchrift  fo  klein,  den  fi  nit  der 
maßen  ußlegen  können,  daß  fi  uß  einer  floch   ein  geiß 

n  machen:  do  mit  find  fi  aber  entgangen,  iß  dann  daß 
man  fi  darinnen  begrifl,  fo  fallen  fi  gar  von  der  meinung 
und  werfen  ein  andern  fpruch  der  gefchrifl  dargegen  (wie 
wol  er  fich  nit  rimbt),  uf  daß  uß  dem  antworter  ein  fra- 
ger werd,  und  Ugen  dann  ßark  uf  der  frag,    do  mit  fo 

30  tribt  der  wolf  abermals  die  Jäger  von  im.  ift  man  dann 
fo  gefchickt,  daß  inen  ein  verniinflig  antwurt  geben  wirt, 
dodnroh  ir  gegenfrag  zu  ruck  triben  wirt,  dann  fo  facht 
der  wolf  ein  fundem  liß  an,  helt  für  den  gwalt,  die  hei- 
lig kilchen,  bißand  des  heiligen  geißs,  die  hell,  den  ban, 

s&  wil  da  zA  verßon  geben,  daß  fich  nit  zim,  geifUioh  ober- 
keit  zu  ergründen  noch  rechtfertigen  (laßen  fri  die  göt- 
lich  gefchrift  r&wen),  do  mit  haben  fi  abermals  luft.  iß 
dann  ein  geßreifter  lei  fo  hart  an  fi  gefetzt,  helt  inen  für 


33 


ein  fprucb  der  gefchrift  (wie  dann  das  ganz  evangelinm 
wider  fi  itritet),  fo  hebt  der  woIf  umb  fich  zd  bißen  und 
zwackt,  wo  er  mag,  mit  fchmach Worten,  yerkert  alle  red 
ins  widerfpiL  ift  er  im  fin  git  verwißen,  fo  fchriet  der  wolf, 

»  man  entzücht  der  kilchen  ir  erbgfit,  fo  fi  nit  weißt  noch 
darf,  eigentlich  zu  reden,  redt  man  von  irem  beidnifchen 
gwalt,  hült  der  wol^  man  widerfprech  dem  evangelio  und 
Chrillo,  fi  ein  ketzer.  wirt  dann  red  gehalten  von  irem 
fchentlichen  leben,  krimbt  der  wolf  abermals  den  trüßel, 

20  man  haßt  die  priefierfchaft,  fi  ein  pfaffen  find,  wirt  er 
dann  allenthalben  mit  gefchrift  und  hiftorien  gefchlagen, 
daß  er  erlhimbt,  fo  nimbt  fich  der  wolf  des  letften  trug 
an,  als  ob  ers  got  klag,  der  fol  es  rechen,  er  fi  ein  armer 
diener  gottes,  ein  gefalbter  Chrifii,  die  fol  man  nit  an- 

u  rfiren,  es  fi  nit  wol  ie  eim  erfcboßcn,  fo  den  geiftlichen 
übel  geredt  hab.  alfo  iO;  er  tot  erdichtet,  biß  fich  der 
wolf  wider  erholt:  dann  fpringt  er  hinweg  und  laßt  einen 
fchalkhaftigen  übelfchmeckenden  geftank  hinder  im.  ver- 
meint etwar  daß  ich  lieg,   der  underAand  fich  ins  wolfis- 

M  goj^9  werden  im  der  glichen  geverlikeit  entgegen,  es  fi 
dann  daß  keiner  mer  zu  land  fi.  o  wolf,  wöIf,  gedenken 
des  endes  und  des  Urteils! 

Alfo  haftu  in  gemein  etlich  anzeigung  deren  fo  fich  mit 
Chrißo  verkaufen  und  in  finem  namen  alle  weit  fchädigen 

9»  und  triegen,  alles  zfi  inen  zappen,  machen  uß  inen  felbs 
abgöt,  daß  man  fo  vil  mit  inen  zu  fchafien  hat,  daß  lei- 
der der  war  ewig  got  nahent  gar  uns  unbekant  iß  wor- 
den, befchweren  iederman  mit  iren  unendlichen  gefatzen, 
daß  niemand  gelts  gendg  mag  erkratzen,  daß  man  fich 

10  von  inen  lofen  mög.  die  heilig  gefchrift,  der  munt  got- 
tes gilt  nüt  mer;  dann  wo  etwan  ein  wortlin  mag  gefun- 
den werden,  das  do  mocht  dienen  zu  irem  unerfettigen 
gwalt,  do  ligen  fi  uf  zu  lallen  alzit:  fo  doch  der  herr 
inen   nie  folichen    gwalt   zfi   geben   vermeinet,    auch   all 

sft  from  heilig  bifchöff  ie  dem  nach  gefteh  haben,  wer  es  gots 
meinung  gewefen,  der  maßen  ein  rieh  ufrichten.    iß  fant 

3 


34 


Peter  und  die  andern  7.wolfboten  nit  gnäg  erlücbt  und 
gelert  worden  am  pfingßag,  do  doch  der  heilig  geift  fi 
alle  ding  lernet,  claren  verflant  der  gefchrift  entpfiengen, 
inen  alles  in  gedecfatnus  bracht  ward,  wann  inen  Chriftus 

5  gefagt  bat?  noch  bat  ir  keiner  die  gefchrift  können  ver- 
ßon  als  iez  doötor  Geck  mit  den  lufigen  prediger  mtin- 
eben  und  andern  rcbmeichler,  murnarren  und  plotzharten. 
lieben  cbrißen,  loßen  ücb  nit  verf&ren  und  zwingen  witers 
dann  Chriftus  von  iicb  erfordert  und  ban  wil,  wann  wer- 

10  den  ir  Cbrifio  feien,  er  feiet  euwer  nit.  do  richten  ücb 
nach!  volgen  ir  aber  ulen  Wolfen,  wirt  es  ücb  kein  nutz 
fin.     domit  iezemal  genfig:  find  gewamet! 

Judas   Nazarei. 

Nim  hin  mit  freuden  diß  nüw  gdicbt, 
15  Das  dir  gibt  ein  kurzen  bericht, 

Wie  du  die  wolf  folt  erkennen. 
So  das  evangeli  thSt  nennen 
Falfcb  Propheten  und  ungerecht, 

Dann  ir  ift  faß  ein  groß  gefchlecht, 
20        Die  do  von  ußen  f&ren  fin 

Mit  falfcb  ein  erberlichen  fchin. 
Zückende  wolf  find  aber  fi: 

Das  magftu  wol  merken  da  bi. 
So  du  acht  haß  uf  ir  leben, 
S5  Wie  dir  denn  bericht  thüt  geben 

Diß  bfichlin  nüwlichen  gemacht 

Von  eim  der  do  hat  wol  betracht 
Den  nutz  einer  ganzen  gemein 
Und  mit  nicht  den  finen  allein, 
90         Wie  do  dife  wolf  ftets  fachen 
Allein  fo  dient  in  ir  kuchen. 
Aber  das  felb  in  gSter  gßalt 

Eben  als  betten  fi  des  gwalt: 
Das  doch  warliob  nit  alfo  iß. 
3^  Darumb  h&t  dich  vor  irem  liß 


85 

Und  nim  irer  1er  eben  war! 

Darnß  du  wol  magft  feben  dar, 
Was  ir  fäcb,  will  nnd  meinung  fi, 

Wann  fi  triben  groß  trügeri. 
Doch  wil  icfas  iez  laßen  bliben, 

Ein  ander  mal  darvon  fchriben. 

Got  fi  lob. 


3* 


IL 

DIALOGÜS  ODER  GESPRECH 

DES  APOSTOLICÜMS  ANGELICA 

UND  ANDERER  SPECEREI  DER  APOTEKEN 

ANTREFFEN  DOCTOR  M.  LUTTERS  LER 

UND  SEIN  ANHANK. 


Dem  wolgelerten  meifter  Jobanfen  ForduDg  Ton 
Haßfurt  meinem  gebietenden  herren  und  lantsman 
enbüt  ich  Ulricb  Boßler  von  Haßfurt  mei- 
nen willigen  dienß  mit  hochßem  vleiß,  bittent,  mir 
h  diß  mein  fchreiben,  darzu  mich  etwas  feltfamer 
unnaturlicher  gefchicht  urfacht,  nit  zu  verargen. 

jNacbdem  ir  hieyor  yerAendigt,  daß  ich  mer  umb  kunß 
dann  einiger  andern  urfach  willen  zu  dienen  mich  auß 
meinem  vaterlant  in   ander  nation  begeben  und  itzt  gut 

10  zeit  bei  einem  fumemen  herfarnen  man ,  der  nit  allein 
großmechtig  furften  und  herren  beherberigt,  funder  auch 
einer  koIUichen  wolgezierten  apoteken,  die  er  mir  zu 
verwefen  vor  aUen  andern  feinen  dienern  vertraut,  war 
iß,  der  ich  mich  gleich  wol  nachts  als  tags  nit  abwefig 

15  machen  darf,  nit  als  gar  daß  meiner  herfchaft  kein  un- 
treu, funder  den  kranken  zu  aller  zeit  förderlich  hilf  und 
hantreich  widerfar:  fo  hab  ich  mein  nachtrug  an  der  thure 
folicher  apoteken.  wie  wol  nun  das  befchwerlioh  über 
laut    zu   fchreiben   und    noch    fchwerlicher    zu    glauben, 

so  iedoch  (alfo  hergangen)  kan  ich  mich  folichs  euch  zu  er- 
öffnen mit  nichten  enthalten,  fruntlich  bittent,  den  nach- 
genden  dialogum  oder  wortlichen  krieg  (den  ich  furwar 


37 


den  xxviri  Marci  nechß  vergangen  iimb  mitnacht  von 
den  materialien  fimplicibus  und  compofiten,  fnnderlich  der 
ungenta,  radicum  und  herben  in  meiner  wolbefchloßen 
apoteken  gebort,  aufgeflanden ,  das  fchaltfeinftcr  ßill  ge- 
5  öfihet,  mein  oren  fleißlich  hinein  geboten,  ein  licht  ange- 
zündet und  von  werten  zu  Worten  wie  nachvolgt  begriffen 
hab)  euch  nit  allein  als  herfarnen  der  wurzeln,  kreuter,  fal- 
ben, funder  aller  meinfl  als  bochberümpten  übertreffenden 
aftronimum  dienftlich  bittend,  nach  verlefung  mich  euwern 

10  willigen  zu  underrichten ,  ob  doch  folichs  auß  lauf  des 
himels,  wie  finßernus,  erdbidem  und  der  gleichen  unge- 
wonlich  ding  zu  gefchehen  müglich,  von  got  oder  dem 
teufel  gewurkt  und  ob  ich  des  fiirter  offenboren  oder 
verfchweigen  fol;  welches  euers  treuen  rats  und  befcheits 

i&  ich  wartend  und  umb  euch  zu  verdienen  ungefpart  ganz 
willig  und  geflißen  bin. 

Datum  prima  aprilis  des  ein  und  zwenzigften  jars. 


Under  andern  fleug  funderlich   und  förtreflich  an  zu  re- 
den ein  ungent  dis  wort  *Ir  radices,  die  bißher  uns  al- 
so weg  doctor  Martin  Luthers  halb  oppofitum  gehalten  und 
hoch   auf  die  verfamelung  des  reichstag  zu  Wormbs  ge- 
bocht,  habt  ir  heinacht  umb  falvezeit  von  dem  poflboten, 
fo  vor  unferm  laden  under  einer  meinzifchen  botenbuch- 
fen  ftunt,  gehört,  daß   von  römifcher  keiferlicher  maje- 
2»  fiat,    churfurßen,   fnrften  und    den   ftenden    des    heiligen 
reicbs  verboten  fei,  Lutters  fchriften  zu  kaufen,  zu  lefen, 
noch  darmit  umb  zu  gan?  wer  hat  nun  under  uns   war 
gefagt?  wer  hat  die  andern  unbillichen  geftraft  und  zu  vil 
mol  gereizt?* 
•0        Daruf  fich   ein    gemurmel    under   den    wurzeln  erhub 
und  zuletzt  ein  wurzel  antwurt  'Ir  ftalbruder,  welche  un- 
der euch  hat  itzt  geredt?*  Da  antwurten  daruf  die  falben 
*Eine  auß  uns,  ill  brauner  färb,  genant  Apoftolicum.*   Dar 
gegen  die  würzten  antwui*ten   'Mein  Apoftolicum,  du  ha- 
»  beft  dan  beßern  grünt  dan   von  eins  poftboten    dantmer, 
fo  hoch  nit  fo  hoch!   begib   uns   dein  ßallbruder  (die  fo 


38 


vil  jar  fridlicb  in  difem  tabernakel  bei  einander  ge^i^ont, 
und  fo  lang  daß  euer  vil  verlegen,  ir  craft  verloren  und 
niemant  mer  kaufen  wil)  umb  folicher  unglaublicher  wort 
willen  nit   dann  zu   vermuten,  daß  doctor  Lnttera  (der 

5  gein  Vi  ormbs  berufen  und  hoch  verlaitet)  dief  gewurselt, 
wol  gegrundt  fcbrift,  mit  der  er  bei  nach  allein  Chriftus 
wort  entret,  in  folichem  geleit,  zuvor  und  ehe  er  gehört, 
verworfen  oder  verboten  werden  foltl  dann  alfo  wirt  der 
wagen   für   die  pferd   gefetzt  und  gefchech   exeonz  vor 

10  der  urtel,  die  urteil  vor  der  verhör:  das  fich  zu  folichen 
großmechtigen  dapfern  ftenden,  ich  gefchweig  den  aller 
gerechtigißen  chrißenlicbften  keifer  Karolo,  ganz  nit  zu 
vermuten,  darumb,  mein  lieber  ßalbruder,  eil  nit  fo  fer!' 
Apoiioliüum.     Welche  under    euch  wurzeln   laßt  fich 

i&  fo  fchmelich  hören? 
Radices.    Aine  auß  uns,  der  nam  Angelica« 
Apoftolicum.     Ir    radices   feind   fünft   eins    langfamen 
glaubens.     wie  ir  hart  in  der  erden  und  quöt,  alfo  han- 
gen ir  iez  auch   an  einem  kleinen  behilf,    warum  weiten 

so  ir,  ich  und  gleich  auch  Angelioa  dem  poftboten  nit  glau- 
ben,  fo  doch   keifer,  kunig,    teutfch  und  welich  nation 
alle  fcbnelle  erfarung  durch  fie  zu   wegen    bringen  und 
glauben  mußen? 
Angelica.    Du  fchlechft  per  deum  vivum   deinem  pfet- 

s»  tern  ganz  nach,  du  wilt  nur  glauben  was  dir  dienet  und 
uns  überreden,  einem  poßboten,  der  heut  den  tag  in  der 
funnen  geritten,  wol  daruf  getrunken,  nun  ein  müder 
menfch  iß,  und  nit  dem  evangelio  das  Lutter  fagt,  pre- 
digt, fchreibt,  druckt,  ruft  und  fohreit,  zu  glunben.    wir 

so  all  ander  fpecies  möchten  leiden,  du  wereß  etwati  funß 
von  einem  guten  gefellen  und  nit  dem  bapft  auß  dem 
dauf  gebaben,  oder  aber  daß  du  dich  deine  danfnamens 
nit  fo  hoch  uberbübß,  biß  fo  lang  du  feheß,  wie  es  deim 
pfettern  mit  feinen  oortifanen  gen  wurt. 

s^Apoßolicum,  Du  wilt  all  weg  in  dem  gefpreoh  neid- 
fchen.  was  kumert  dich,  daß  ich  einen  bepßliehen  na- 
men  hab?  bab  ich  dir  doch  noch  nihe  verwißen,  daß  du 
dich  nach  den  engein  taufen  laßen  baß  und  dich  under 


89 


allen  andern   wurzeln   die   boehft  dunkelt     wQrfeft   dich 

.  uf,  wider  mich  zu  ßreiten;  verweißeft  mir,  ich  fei  ver- 
legen und  unkaufbar:  zwar  du  reucheß  auch  nimme  fo 
wol  als  da  du  erftlich  in  dife  apotek  kamß. 

h  Angelica.    Ich  bin  dannoch  noch  nit  fo  lang  hin  ver- 
acht  und  unkaufbar  geweft  als  du. 

Apoltolicum.  Das  gefte  ich  nit:  du  redeft  mit  gewalt. 
Angelica.  Ich  red  nach  meiner  natur,  nicht  dan  das 
wol  gewurzelt  und  gegrundt  ift:  das  weife  ich  mit  deinen 

10  eigen  werten,  du  fagft,  ich  riech  nit  mehe  fo  wul  als 
da  ich  herin  kam.  werft  du  nun  nit  vor  mir  herin  ge- 
wefen/fo  kundeft  nit  wißen  noch  fagen,  wie  ich  am  in- 
herkumen  gerochen,  aber  das  ift  war,  ich  riech  auf  difen 
tag  wie  an  dem  erften.     daß  aber  leider  du  fo   nahe  zu 

15  mir  gefetzt  bift  und  fo  blutubel  fchmürbelß,  das  verdruckt 
mein  guten  geruoh.     ich   denk  aber,   unfer  herfchaft  hab 
uns  dar  umb  zu  häuf  gefetzt,  daß  dein  gefchmaok  durch 
mich  temperiert  werd. 
Apoftolicum.   Hört,  hört,  alle  ungental  die  wurzel  un- 

so  derftat  fo  vil  an  ir,  euch  mit  mir  zu  fchmehen.  wollen 
ir  das  leiden,  fo  kan  ich  es  meinem  namen  nach  nit  er- 
leiden, die  Wurzel  hat  begangen  crimen  lefe  majeßatis. 
hett  ich  den  poftboten  wider,  ich  fchrib  meinem  pfettern 
gein  Rom,  daß   er  dife  würz  in  bau  det.     doch    möcht 

25  auch  zu  vil  koßens  uf  ein  eigen   poßboten  gan.     darmit 
ich   aber  lenger  auf  difem  benklein  verhaft  wurt,   raten 
irs,  fo  wil  ich  es  durch  des  Fuckers   bank  eilens  zu  we- 
gen bringen. 
Ungenta.    Wer  fchier  als  gut,  du  fchribß  folichs  dem 

so  cardinal  oder  bapßlichem  boten  gein  Wormbs  zu  und  ließ 
fie  den  koßen  gein  Rom  auß wenden;  dann  fie  feind  be- 
girioh  mir  wul  zn  dienen  und  dem  Lutter  fer  feint. 
Apoßolioum.     Ich   volg   euere   rats.     die   ßulz   wurzel 
muß  in  bau,  oder  ich  wil  nimmer  Apoßolicum  heißen. 

35  Angelica.    Wie  kleiner  fchad!  erfparft  da  mit  vil  mühe. 
thul  funß  über  dem  öl  fchenkel  leiden  muß. 
Apoftolicum.     Hilft  nit,  du  muß  in  ban. 
Angelica.     Gleich   alfo  gefchacb  meim  frumen  diefgc- 


40 


ivurzelteB  wolgegrundten  doctor  Lutter.  du  eileft.  zu  fer 
mit  dem  ban  über  in  und  meinO;  in  darmit  zu  erfchrecken, 
von  dem  anfang  feiner  wort  der  warfaeit  zu  ftan«  alfo  haft 
es  nit  recht  erraten,  haft  es  mit  deim  ban  dahin  brocht, 
&  daß  der  anfang  und  das  mittel  der  warheit  rauß  fein, 
das  cnd  mit  warheit  auch  glucklich  der  ganzen  chriften- 
heit  zu  troft  und  zu  entrettung  vor  deinem  und  deiner 
cortifanen  fchatzung,  fchabung  und  fchindung,  ob  got 
wil,  auch  herauß  komen  fol  und  muß;  dann  das  groll  ift 

10  nun  heraußen. 
Apoftalicum.  Ift  kein  fcbnel  fpecies  hinnen,  die  mir  den 
brief  gein  Wormbs  trag,  eilents  gein  Rom  zu  fchicken? 
Ungenta.     Wir   wißen  nicht  fchneller  hinnen,    das   be- 
weglicher und   minder  zu  behalten   fei,   wan  es    in  lauf 

i&  kumpt,  dan  Mercurium. 
Apoftolicum.     Ja  wan  der  fublimiert  wer  und   doctor 
Lutter,  Angelica  und  wer  im  anhangt  ietlich  ein  halben 
dragma  im  magen  het! 
Huttrauch.   Opperiment.    Arfenioa.    Coloquinti- 

90  da.  Meferion.  Efula.  Diagridion.  Cantharides. 
Apoftolicum,  wie  umb  uns?  tochten  wir  nit  auch  zu  dem 
fchimpf? 

Apoftolicum.     Ich    furcht,    Scheurlein    von    Nürnberg 
werd  es  aber  innen,    gang  her,  MercuriusI  eil  mit  difem 

M  brief  gein  Wormbs  zu  dem  cardinal  und  furder  uns  fal- 
ben neben  dem  brief  in  deiner  reden!  doch  mach  kein  ge- 
fchrei  durch  nachfragung  des  cardinals,  dar  mit  wir  vom 
teutfchen  adel  und  gemeinem  frumen  volk  nit  feinifchaft 
auf  uns  laden! 

<o  Mercurius.  So  ich  nun  folichen  cardinal  nit  kenn,  auch 
nit  nachfragen  fol,  wie  kem  ich  dan  eilent  zu  im? 
Apoftolicum.     Hab  acht  vor  der  ratftuben,   wan  man 
doctor  Lutters  halben  handelt,   fo    tringt  er  fioh  (nach 
meinem  bevelch)  alweg  mit  dem  erften  in  rat. 

85  Mercurius.  Wie  ift  fein  geftalt,  glidmaß  und  kleidungr 
Apoftolicum.  Ser  ein  langer  man  und  gat  darzu  uf 
panto£Peln,  ftreckt  fich  hoch,  hat  fer  ein  groß  blat,  fchürt 
wul  fo  vil  hars  wöchlioh  dar  von  als  drei  die  geiftlichen 


41 


bMchoff,  Co  uf  dem  reichstag  feint,  hat  am  reiten  ein 
braten  hut  uf,  das  wameshembt  nbem  rock  angetbon, 
gat  mit  weiten  fchritten  in  zimlichem  fchwank,  als  wer 
er  hoffertig  (da  got  vor  fei),  ift   der  henden  nit  fonders 

5  milt,  doch  wirt  er  dich  an  gutem  drinkgelt  nicht  laßen, 
dan  er  iß  doctor  Lüttem  fer  feint. 

Mercurius.  Befcheits  genug,  aide,  ich  eil  gein  Wormbs 
und  herwider. 
Angelica.  Was  bedeut  derbreit  hut  und  weißes  hembt, 

10  dar  uf  du  dem  boten  anzeig  gethon? 

Apoßolicum.  Des  cardinals  ubertreflich  wiirde,  Ver- 
einigung gegen  meinem  pfettern,  herlangung  meher  bis- 
tum  und  daß  er  einen  bapß  mag  helfen  welen  oder  felbs 
gewolt  mag  werden. 

ift  Angelica.  Du  macheft  fchier  daß  ich  gedenk,  der  reim 
fei  von  genantem  cardinal  gemacht: 

breit  hut,  weiß  hembt  fein  wares  gift 
in  teutfchen  landen  dreier  fiift. 
Apoßolicum.    Du  meinß  aber  Meinz,  Meideburg,  Hai- 

10  berßat?  nit? 

Angelica.  Ich  mein,  dife  drei  ftift  geben  groß  gut: 

yerfchutt  in  kumpt  vom  breiten  hut. 
Apoßolicum.  Laß  dichs  nit  kumernl  iß  es  nit  aben- 
deurig,  daß  man  von  folichen  dreien  ftiften  golt,  gut  und 

95  gelt  mit  breiten  filzhuten  bringen  fol? 

Angelica.  Ich  geße  es  leider,  daß  ein  große  fubtilikeit 
mit  grobem  filz  zu  wegen  bracht  wirt.  iß  wul  zu  erbar- 
men, daß  Teutfchlant  alfo  erlofet  und  doch  nit  wul  an- 
gelegt wurd. 

30  Apoßolicum.    Lieber,  fchweigl   du  biß  unrecht  dran, 
der  fohwankent  fchrit  iß  des  gelts  wert. 
Herbe.  Mercuri,  verzugl  dan  eilend  und  folich  gefchund 
recht  (als  wir  von  etlichen  fcharpfen  fpeciebus,  die  fchnel- 
1er  wärkung  feint,   boren)  theten  nie  gut.     uns   geburt 

35  auch  zu  difem  unhöflichen  ßreit  zu  reden,  wißen  daß 
wirs  mittel  zwifchen  euch  fein,  dan  wir  komen  von  der 
wurzeln,  fo  kumpt  furter  die  falb  von  uns.  feit  wir  dan 
das  mittel,  fo  geburt  uns  auch  mittel  weg  in  difem  wort- 


'V 


42 


lieben  flreit  fiir  zu  fchlagen.  und  daß  ir  von  der  handlung, 
fo  ficb  zwifchen  doctor  Martin  Luttern  und  der  chrißen- 
beit  fchetzern  oder  fchefem  begeben,  zachtigliohen  difpu- 
tieren,  das  wuUen  wir  gern  boren,  docb  daß  von  beiden 

4  tbeiln  dis  fpitzigen  ßicb  und  fchmachwort,  fo  vi!  die  roa- 
teri  erleiden  mag,  und  funderlicb  des  ungefcbickt  boldern 
▼ermiten  blib,  ieder  teil  fein  furtrag  durch  gefcbrift  oder 
Ternunftig  urfacb  zu  beweren  und  auß  zu  füren  under- 
ßand.     wan   dan  von  eucb  befcbloßen,   wollen  wir  gern, 

10  fo  vil  not,  unfer  gut  bedenken  auch  eroffnen,  fahen  an 
mit  Vernunft  zu  reden!  legen  hin  all  ungeAüme,  dar  mit 
der  her  von  haus  nit  mit  dangen  (nach  Karßbanfen  be- 
ger)  fchiet,  daß  die  boxen  umb  fallen  und  die  fpecies 
under  die  fuß  rinnen! 

ifi  Apollo li cum.  Das  thut  er  nit,  dan  fein  fchad  wer 
auch'darbei. 

Herbe.    Wir  meinen  allein  die  verlegen  fpecies  Berthol- 
di,  dar  mit  unfer  her  on  das  niemant  verforgen  kan. 
Dar  uf  wart  gefchwigen. 

20  Herbe.  So  man  euch  vor  boldem  gebeten,  wolt  ir  dar- 
umb  gar  fchweigen?  wer  die  difputaz  vor  angefangen  hat, 
fach  fie  wider  an,  doch  züchtiglich! 

Apoftolicum.  Darmit  ich  dan  boldems  nit  verdacht 
und   bewerlichen  reden  an  mir  nit  mangel  gefunden,  fo 

25  wil  ich  wie  erihnals  aber  anfangen  und  beger  von  euch 
wurzeln,  die  fach  mit  guter  vergrundung  dem  Lutter  gleich 
achten  bericht  zu  werden,  was  doch  Martinus  Lutter  ie 
gut 8  oder  fruchtbare  gepredigt,  gelert,  gefchriben,  ge- 
druckt oder  auß  gen  laßen  haben. 

90  Angelioa.     Nicht  dan   die  wort  Chrifti   unfers  erlofers 
und  feligmachers,  do  mit  er  die  ganz  chriftenheit  gepflan- 
zet,    hat  der  übel  gepredigt  und  gelert,  fo  thut  doctor 
Lutter  das  auch. 
Apoftolicum.    Do  kumbft   mit  recht,     geftehft  du  dan 

S5  der  vier  Zeilen,  die  Karfthans  meldet,  daß  Chriftus  die 
geredt  hab,  nemlich  *tn  es  Petrus  et  fuper  hanc  petram 
etc.  pasce  oves  meas  etc.  omnia  que  dixerint  Tobis,  fer- 
vate  et  facite  etc.   quicunque  vos  fpemit,  me  fpernet*  etc.? 


43 


Ad  gell  ca.  Warumb  wolt  ich  der  wort  Clirifti  leokeln? 
ich  geße  alles  fo  die  evangeli  inbalten,  lag  mir  aber 
auch  eins,  wie  legft  du  die  wort  auß,  dar  mit  din  werk 
darneben  befteo  mögen? 

&  Apoßolicum.  Die  erft  zeit  *tu  es  Petrus'  etc.  Mattbei 
XYi  ift  nit  anders  auß  zu  legen  dan  alfo,  daß  Chriftus 
durob  das  wort  *tu*  anders  niemant  dan  mich  gemeint, 
daß  ich  der  Torderft,  der  oberß,  niemant  mich  zn  nnder- 
weifen,  niemant  mich  ßrafen  oder  zu  Gagen  hab,  warumb 

10  tbuß  du  das,  funder  daß  die  ganz  kirch  und  chriftenbeit 
allein  uf  mir  ften  fol. 

Angel i ca.  Warlicb  fo  wer  ganz  not,  daß  du  und  alle 
dein  pfettern  heilig  weren  wie  Petrus  und  nit  funden  kun- 
ten,  dar  mit  lie  nit  vil  feelen  mit  inen  zu  bellen  fürten 

»  oder  der  fels  ein  mol  wiche  und  die  kirch  umb  fiel,  aber 
ganz  ein  anders  fagen  die  warbaftigen,  nemlich  daß  Chri- 
ftus mit  dem  wort  *tu  es  Petrus'  allein  fant  Peters  perfon, 
als  ein  heiligen  man,  der  von  im  ufgenomen,  bewert  und 
vom  heiligen  geift   erleucbt,  gemeint  und  nit  alle  nach- 

so  gende  bepß.  dan  folt  man  es  alfo  yerfian,  daß  Chriftus 
me  dan  Petrum  dar  mit  bedeut,  fo  müße  er  dar  mit  alle 
apofiel  gemeint  ban.  das  wort  *tu'  bedeut  nit  weiter 
dan  uf  ein  menfch  und  das  wort  'ir'  dienet  uf  vil  men- 
fchen.    nun  ift  Chriftus  fo  volkumen  und  warbaft,  daß  er 

35  alle  fein  leben  lang  umb  ein  einig  wort  nie  misredt.  wo 
er  nun  mit  dem  wort  *tu  es  Petrus*  Petrum,  Alexan- 
drum, Jttlium,  dich  und  Leonem  gemeint,  bot  er  ie  gröb- 
lich misredt,  daß  er  du  zu  vil  perfonen  gefagt  hat  ich 
wolt  dich,  Apoftolicum,  nur  gern  etwas  fragen,     do  fich 

10  der  jar  ein  zweiung  begab,  daß  man  zwen  bepft  welet, 
nemlich  erftmals  bei  regierung  pfalzgraf  Ruprechts  als 
romifchen  konigs  Benedictum  xili  und  Gregorium  xir, 
und  darnach  bei  regierung  keifer  Sigmunds  abermals  Jo- 
hannem  xxill  und  Martinum  quintum,   welchen  achteftu 

»  den  Chriftus  mit  dem  wort  *du'  under  den  vier  bepften 
gemeint  hat? 

Apoftolicum.  Ich  halt,  Chriftus  hab  Jobannem  ge- 
meint 


44 


An  gell  ca.  Der  ift  feins  geiz  und  mishandlung  halb  in 
pfalzgrave  Ludwigs  gefenknus  und  tburn  gein  Manheim 
erkentworden,  drei  jar  im  thurn  enthalten  und  gleich  ein 
fchlechter  fels  geweft:    wer  alfo  die  chrißlich  kirch  folich 

&  drei  jar  zu  Manbeim  uf  dem  feilen  geftanden,  daruf  dan 
der  thurn  dafelbß  auch  ftet  mein  Apoftolicum,  nf  wel- 
chem fels  iß  die  kirch  geftanden  die  XXXIX  jar  als  die 
chriftenheit  bei  regierung  kunig  Wenzels  on  bapit  in  ir- 
rung  geftanden  und  die  cardinel  ieklicher  wo  er  fich  ficber 

10  bedeucht,  hin  geflogen  ift? 
Apoftolicum.     Da  hat  Chriftus  felbs  regiert,   die  kirch 
wider  uf  fich  geladen« 

Angel i ca.  So  dan  Chriftus  den  gewalt  ie  zu  zeit  Ton 
den  nacbgenden  apoßolicis,  wan  man  fie  in  thurn  gelegt, 

i&  auß  dem  laut  gejagt,  abgefetzt  und  iren  keiner  hat  wel- 
len regieren,  von  inen  auf  fich  genomen  und  aber  folichen 
gewalt  von  fanct  Peter  biß  in  fein  end  nie  genommen, 
fo  hoftu  klerlich  dar  ab  zu  nemen,  daß  er  mit  den  wer- 
ten Hu  es  Petrus'  allein  fanct  Petern  und  nit  feine  nach- 

10  faren  gemeint  hat. 

Apoftolicum.  Du  brechteft  mich  ficher  auf  deinen  wog. 
Angelica.  Sag  mir  doch,  ift  es  auch  möglich,  daß  fanct 
Peters  nachfar  ie  einer  oder  mer  verdampt  werden  und 
in  die  helle  komen? 

2ft  Apoftolicum.     On  zweifei  und  leider  ja. 
Angelica.     So    dan   dem  alfo,    fo  het  warlich   Chriftus 
fein  kirch  uf  einen  hellifchen  felfen  gehauen,  und  kleiner 
nnderfcheit,  ob  er  die  uf  Lucifern  felber  oder  feine  die- 
ner  gehauen,    wu  du  aber  warlichen  anzeigen  mochtefi, 

ao  daß  einig  apoftolicum  fein  vater,  muter,  weih,  kint, 
fohif,  gefchir,  ligent  und  farent,  weltlich  und  geiftlioh,  eer 
und  gut  verlaßen,  got  nachgevolgt,  umb  feinen  willen 
kumer,  not,  willig  armut,  auch  die  marter  gellten,  alles 
zeitlich  verfchmecht,   feine  fcheflin  tugentlich  geweit,  ge- 

S5  leitet,  uf  den  rechten  weg  gewifen,  alles  on  filber,  gelt, 
zeitlich  belonung,.  allein  umb  gots  willen,  und  Petro  alfo 
in  allen  dingen  nach  gefolgt  ift,  fo  wil  ich  dir  zu&llen, 
daß  Chriftus  das  felbig  apoftolicum  auch  gemeint 


45 


Apoftolicum.  Furwar  icii  hab  alle  eroniken  durch  le- 
len,  find  ir  keine  und  wil  mich  in  difem  ftucke  gütlich 
weifen  laßen,  allein  daß  ich  dannocht  nicht  gar  zu  armut 
kome,  dan  ich   furcht,  ich  würde  funß;  von  meiner  heili- 

5  keit  übel  eßen. 
Angolica.     Das  hör  ich    gem.    doch  wo  du   difer  zeit 
halb  im  evangelio,    davon  wir  difputieren,  nemlich  'tu  es 
Petrus^  nach  einigen  argwon,  daß  Chrißus  dich  auch  mit 
gemeint,  hetteß,  fo  lis  Luters  buoher,  was  der  fchreibt 

10  de   primatu:     da  wurdeft  du  darliehen  durch   die  heilig 
gefchrift  underricht,    daß  Chrißus  dich  mit  difen  worten, 
davon  wir  difputieren,  nit  gemeint  hat. 
Apoftolicum.    Laß  uns  nun  die  ander  zeil  im  evange- 
lio  vor  die  hant  nemen,  nemlich  'pafce  oves  meas%  Jo- 

15  hannis  XII;  dan  do  deucht  mich  ie,  ich  und  mein  diener 
haben  unfers  brauchs  durch  dife  wort  im  heiligen  evan- 
gelio  nur  ein  rechtmeßigen  guten  titel.  und  ob  wir 
gleich  des  titeis  nit  betten,  fo  feint  wir  fo  vil  jar,  nem- 

so  lieh  hundert  und  fiben,  feit  des  confiliums  zu  Coßenz,  des 
in  geruwigen  befeß  und  brauch  geweft. 
Herbe.     Scilicet  misbrauch. 

Angelica.  Entrichten  mir  den  man  nit!  er  ift  uf  gu- 
tem wege. 

25  Apoßolicum.  Lieben  ßalbruder,  machent  mich  nit  irr, 
dan  ich  bin  kurzer  gedechtnus.  ich  hab  mein  memori  in 
difer  apoteken  bei  gar  verlorn,  hets  gut  im  finne,  hoffet 
in  difem  fal  gefiget  haben,  weiß  ficher  nit,  wo  wirs  ge- 
laßen. 

»0  Angelica.     Des   orts  *pafce  oves  meas'.     nun   fag  mir, 
wie  verftan  die  cortifan  und  du  dife  zeil? 
Apoftolicum.    Nit  alein  ich  funder  der  meinft  teil  mei- 
ner furfarn,  alle  cortifan  und  etwen  vil  teutfcher  edelleut, 
fo  gut  zeit  zu  Rom  geweß,  die  practik  da  felbß  gelemet, 

8&  vil  pfrunden  dar  durch  bekomen,  die  überreden  mich  und 
ander  des  nachgenden  verftants  (das  ich  mich  dan  auch 
zweier  urfach  halb  liederlich  bereden  laß):  eins,  ich  hab 
gern  gelt,  das  ander,  fo  bin  ich  nicht  hochgelert,  nemlich 


46 


für  das  erß,  daß  ich  der  biK  und  alle  chriften  menfchen 
die  fchaf  feint,  am  andern,  daß  ich  die  nit  allein  weiden 
fol,  funder  gleich  einem  fchefer  2u  fcheren,  melken,  auß- 
werfen,  verkaufen  und  nach  meinem  gefallen  zu  nießen 
i  und  zu  brauchen  hab. 
Angel i ca.  So  hör  ich  wul,  du  meinft  durch  dife  zeile 
dein  und  deiner  cortifan  und  anhange  geiz,  fimonie  und 
misbrauch  zu  verantworten. 
Apoßolicum.     Ja   als  durch   ein   titel.     dar   zu  haben 

10  wir  longifßmum  tempus,  des  anfang  in  menfchen  gedecht- 
nus  nit  ift,  wie  wol  die  römifch  kirch  zu  prefcribieren  ge- 
gen laien  nit,  fonder  die  laien  gegen  der  kirchen  folicher 
lange  zeit  bedürfen. 
Angelica.     Du    weift  daß  man  mit  gewalt,    heimlich, 

li  durch  betlen  oder  bit  nimer  prefcribieren  kan.  nun  nemcn 
du  und  dein  cortifan  die  annata,  die  pallia,  die  piranden 
ins  bapß  monat,  als  du  es  nenneft,  zehenden,  nicht  min- 
der fchloß,  ftett,  lant,  leut  und  wul  ein  halb  teil  der  chri- 
ftenheit  mit  gewalt  widor  concordata  principum  und  ge- 

so  meinen  befchluß  der  heiligen  concilia.  am  andern  fo  ver- 
kaufen   ir   heimlichen   das    bapßum,    cardinalat,    bistum, 
thumprobßeien,   decanat  und    die  bellen   pfriinden,  fo  in 
unfern  teutfchen  landen  feint,  fonderlich  am  Reinßram. 
Apoftolicum.     Ich  mein   nit,    daß  man    am   Reinßram 

25  pfrunden  verkauft  hab. 

Angelica.  Neuling  hat  der  Fucker  ftinf  taufent  gülden 
umb  pfrunden  zu  Meinz  und  Collen  geben  und  ßeuer 
mußen  geben,  hoßu  nechten  gehört  vom  poftboten,  was 
er  von   verbietung  Lutters   bucher  gefagt  und   haß    das 

»0  nicht  gehört?  iß  eins  war,  fo  iß  on  zweifei  das  ander 
auch  war. 

Apoßolicum.  Warlich  das  were  zu  grob  und  ganz  ein 
neuwes,  daß  thumherren  pfrunden  mit  ander  fpecerei  in 
des  Fuckers  bank  komen  folten« 

s5  Herbe.     Streiten   das   nur  nit  hoch!    es   iß  leider  war. 
laßt  es  euch  in  euwer  flirgenomen  difputaz  nit  irren! 
Angelica.     Das  noch  mer  iß:    wer  da  wider  redt  oder 
fchreibt,   den  banneß  du  on  recht,   den  brenneft  du  on 


47 


recht;  und  iß  es  war  (als  Scheuerlein  von  Nurenberg 
fohreibt),  fo  beuteft  da  gelt  umb  bistnm  auß,  die  felben 
durch  etlich  anfer  fpecies,  fo  fchneller  Wirkung  feint,  umb 
zu  bringen,  alles  mit  gewalt,  durch  den  man  nicht  pre- 

5  fcribieren  kan.  am  dritten  fo  bringeß  alle  jar  vil  mal 
hundert  daufent  docaten  und  wol  zehen  mal  mer  dan 
keiferlich  majeftat  jars  vom  heiligen  reich 'hat,  durch  ein 
fchöne  kirchen  zu  bauen,  kirchen  zier  zu  erhalten,  glocken 
zu  gießen,  den  ofterftock  (das  doch  das  minß  ift)  zu  ma- 

10  chen,  bmderfchaften  uf  zu  richten,  biltftock  im  feit  ein 
zu  graben,  walfart  zu  machen,  aplaß  brief  zu  löfen,  die 
eitern  auß  der  pein  in  jener  weit  zu  kaufeu,  dreißig  Ion 
von  eins  boten  gang  zu  nemen  (kumpt  eben  ein  meil  umb 
andcrthalben  gülden),   die  leien  im  fent  zu  fchinden,  die 

16  götlich  ehe  zu  fcheiden,  die  knaben  in  der  ftuben,  die 
meitlein  in  der  kamern  uf  dem  lotterbet  zu  verhören,  ir 
beuch  zu  fchwellen,  daruf  unbillich  ee  zu  erkennen,  den 
pauren  das  weib  an  die  hant  das  kind  im  bauch  zu  ge- 
ben,  die  unreinen  ab  zu  fundern  (fo  doch  oft  der  pfaff 

80  malaziger  iA  dann  der  lei),  die  beiwonenden  außerhalb 
der  ee  zu  fchetzen,  fo  doch  der  oißcial  und  alle  geißlich, 
die  den  fent  halten,  keufcheit  gefchworn,  aber  doch  iet- 
licher  zum  wenigßen  ein  magt  hat,  von  der  er  morgens 
auf  wiß,  die  hend  wefcht  und  ungebeicht  meCs  liß,   der 

2ft  official  gelt  von  folichem  pfaffen  uf  zukunftig  jar  nimpt, 
fchreibt  das  uf  in  fein  zinsbuch,  und  fo  oft  die  magt 
kinds  in  leit,  tregts  dem  bifchof  zehen  gülden;  das  heißen 
gute  leibsherren,  das  heißen  gute  haubtrecht,  das  hei- 
ßen zukünftig  totfund  feint  herlaubt,  gelt  nemen  und  den 

80  pfaffen  meit  laßen,  gelt  nemen  und  die  pfaffen  kint  ma- 
chen laßen,  das  hat  Petrus  nie  gethon,  auch  nit  macht 
gehapt.  zeuchß  alfo  den  leien  durch  folichen  fent  alle 
ire  oberkeit  ab  und  bringß  vil  der  gleichen  on  alle  Ver- 
geltung in  deinen  fack,  alles  durch  bit,  geilen  und  bet- 

8&  len,  dar  durch  auch  niemant  prefcribieren  kan. 

Apoßolicum.  Fürwar,  Angelica,  ich  beforg,  du  irreß 
dich  und  thuß  im  zu  vil.  es  tregt  alles  nit  fo  vil  auß 
und  iß  kum  genung,  mir  mein  ßot  zu  erhalten. 


48 


Angelica.  Ich  nem  es  fiir  der  fechs  churfnrAen  einko- 
men  das  die  geiAlicben  auß  gemül  undem  fußen,  fpeichel, 
efchen,  waßer,  falz,  dem  bantfan  (wiewol  er  ir  bleibt), 
gemelter  betlerei  und  fcbinderei  jarlich  bringen,  weil  dem 
b  nun  alfo  i&  und  niemant  mit  gewalt,  heimlich  oder  auch 
bit  etwas  eriitzen  kan,  fo  iß  der  grünt  der  prefcription, 
der  geilUichen  geitigkeit  fohindung  und  fcfaabung,  halb 
abgelegt. 
Apollo licum.    Wen  nun  dem  alfo  (gefetzt  und  nnbe- 

10  geben),  fo  ift  dannoch  unfer  titel  lut  des  evangeUums  *pa- 
fce  oves  meas'  noch  unabgeleit  vor  banden. 
Angelica.    Liebs  Apollolicum,  difo  wort  haben  warlich 
den  yerftant  nit,  wie  es  du  und  dein   cortifan  außlegen, 
daß  du  als  der  hirt  dein  fcbaf  auf  unrechte  weid  triben, 

ift  zu  Unzeiten  melken  (und  fo  hart  daß  nit  milch  fonder 
plut  hernach  get),  zum  jar  nit  zwei  funder  etwan  zehen 
mol  fcheren  und  oft  im  winter  kein  wol  waohfen  laßen 
und  zu  letzt  die  baut  gar  über  die  oren  abziehen  and 
denen  fchofhunden,  die  den  wolfen,  das  iß  den  cortifa- 

so  nen,  weren  leiten,  hilfeß  und  retß,  daß  fie  die  fchaf  fei- 
ber  zerreißen,  als  ich  leider  vil  fcbeflein  zu  nennen  weiß, 
die  von  difen  fcbefem  in  armut  und  ellent  komen  feint, 
und  wider  aller  fromen  fchefern  und  hirten  brauch  be- 
heiß   du  die  böfen  grintigen   fchaf  über  jar,  als   doctor 

35  Geckius,  doctor  Murnar  und  Johan  Tiberinum,  dein  welfch, 
dein  teutfche  cortifan  et  ufque  in  infinitnm.  und  wo  du 
ein  frum  gerecht  vernünftig  gelert  fchaf,  das  die  warheit 
weiß  und  fagen  darf,  haß,  das  würfeß  auß,  banß  es, 
yeijagß  es  des  lants  oder  verbrenß,  nemlich  abbas  Joa- 

30  cbim  comes  de  Mirandola,  doctor  WeÜEtlia,  Johannes 
Reichlein,  doctor  Martin  Lutter,  doctor  Carleßat,  Ulri- 
cus  Hütten  reter  und  doctor  Erafmus  Rotterdam  etc.  und 
der  gleichen  frome  fruchtbare  fchaf.  des  verkaufens  halb 
weiß  ich  nit  fonders  mehe  darvon  zu  fagen,  dan  wie  ob- 

35  gefchriben,  das  Scheuerlein  deutfchlich  von  Venedig  her- 
auß  gefcbriben,  auch  etlich  cortifan  heuer  im  laut  umb 
gezogen,  die  gelt  uf  den  von  Hütten  und  doctor  Martin 
Lutter  außboten  haben,   fich  auch  etlich  fpecies  in  unfer 


49 


apoteken  (die  fchneller  Wirkung  feint),  wo  es  an  mich 
geweft,  dar  nf  beßellen  laßen  wolten  etc.  der  verftand 
kan  warlich  anß  dem  heiligen  evangelio  mit  nichten  ge- 
nomen  werden,  fonder  als  Cbrillus  gefagt  'ego  fum  pa- 

b  ftor  bonns',  als  auch  gleich  in  dem  evangelio  dife  wort 
'pafce  oves  meas'  etc.  uf  ftunt  nachgevolgt,  alfo  folteft 
du  und  dein .  fchafhunt  gut  hirten  und  huter  fein ,  fich 
mit  heuw  und  gutem  futer  verfehen,  guter-  weid  fleißen, 
iaifte  fchaf  machen,   oft  falzen,  tugentlich  underweifen, 

10  vor  den  wolfen  bewaren,  nacht  und  tag  verhüten,  nahe 
bei  dem  pferrich  bleiben,  gottes  acker  da  mit  pferrichen, 
die  grindigen  fchaf  (und  nit  die  guten)  außwerfen,  nit  zu 
hart  melken  noch  ?u  oft  fcheren,  auch  nicht  verkaufen, 
fonder  von  jar  zu  jar  gute  lemer  dar  von  ziehen,  dar  mit 

i&  die  chrißenlich  weid  tapferlich  und  wul  befchlagen  wer- 
den möcht,  und  alles  das  thun  das  eins  guten  hirten  und 
fchefers  eigenfchaft  erfordert,  den  wütenden  reißenden 
hunden  (id  efi  cortifan)  groß  bengel  an  henken,  wo  das 
nit  helfen,   ins  maul  binden  und  ins  waßer  fenken  und 

»  fich  fo  tugentfam  gegen  den  fchafen  beweifen,  wo  fie  dich 
hörten  oder  fehen,  daß  üe  dir  allenthalb  nachliefen,  und 
nit  To  graufam  fcheren,  fchinden  und  fchaben,  wo  fie 
dich  hören  oder  fehen,  daß  fie  fliehen,  einer  in  Böhem, 
der  ander  in  Türkei,  und  ehe  den  wolfen  in  rächen  lau- 

s&  fen  dan  fie  irem  fchefer  genahen,  es  folt  ein  ietlicher 
hirt  und  fchefer  bi  nach  alle  jar  den  viertel  im  die  fchaf 
nutzen,  wider  den  fchafen  zu  gut  umb  heuw  und  falz  ge- 
ben, du  legß  nicht  uf:  die  fchaf  mußen  dir  ein  jar  me 
umb  blei  gen  Rom  geben,  dan  du  zwenzig  jar  umb  heuw 

90  oder  falz  gibfi.  darumb,  liebs  Apofiolicum,  fo  verhaft  auf 
dein  verßant  der  wort  *pafce  oves  meas^  etc.  nit,  fonder 
verftant  die  mit  Chrifio,  Paulo,  Petro,  Auguftino,  Cipria- 
no,  Rotterdam,  Lutter  und  aller  erberkeit  uf  den  erbern 
beßeren  und  nit  uf  den   eigennutzigen  bofen  weg;   dan 

3»  Chriftus  hat  an  vil  orten  im  evangeli  die  felbigen  eigen- 
nützigen bofen  ftimemen  handlung  und  verftant  hoch  ver- 
boten. Rom  iß  hievor  eigens  nutz  halb  zerfiort  worden, 
wnrt  on  zweifei  wider  zerßort. 

4 


50 


Apoftolicum.  Wan  es  die  meinang  haben  Tok^  fokunt 
ich  warlich  nimme  meinen  Aot  erhalten  oder  der  kirchen 
vor  fein  und  wurd  mir  gefchehen  wie  Alaxandro  dem 
fünften,  dem  gelerten  frumen  bapß,  der  ein  ersbifchof  zu 

6  Meilant,  dar  nach  ein  kardinal  und  zuletzt  bapft  ward, 
kein«  gelte  achtet  und  oft  mit  warheit  Taget,  er  wer  ein 
reicher  bifcbof,   nachmals   ein  armer    cardinal,   damodi 
bapft  und  betler  worden. 
Angelica.    Ich  hab  nie  gebort,  daß  die  bepß  gelt  anß 

10  geben,  die  chriftlioh  kirch  zu  regieren,  fonder  nemen  es 
lieber  in«  fag  mir,  war  zu  bedarfeft  doch  du  fo  vil  gelte? 
Apoftolicum.    Die  ohriflenheit  vor  dem  Türken  zu  ret- 
ten und  in  wefen  zu  behalten. 
Angelica.    Ich  hau,  in  zeit  wir  beid  in  difer  apoteken 

u  geftanden,  vil  gelte  wider  die  Türken  fehen  lamelen  und 
innemen,  aber  nie  keine  brauchen,  er  nenne  mir  die  Tür- 
ken, die  du  von  deiner  fchatzung  erfchlagen  oder  Tertri- 
ben  haft. 
Apoftolicum.     Wan  ich  die  recht  warheit  fol  fagen,  fo 

90  kan  ich  kein  denken  dan  den  margrafen  von  Mantua, 
herzogen  von  Ferrer,  itzt  den  herzogen  von  Urbin  und 
dar  zwifchen  etlich  ftett,  laut  und  leut  dem  heiligen  reich 
ab  und  der  kirchen  zu  gezogen,  deshalb  auch  ich  noch 
heut  bei  tag  die  königlich   krön   von  Hungern   in   wel- 

t»  fchem  laut  zu  holen  komen  laß. 
Angelica.    Daß   du   felbft  die  warheit  bekennß,  gefeit 
mir  und  wil  die  uberigen  chriftenlichen  konig  und  ftirften, 
fo  du  umb  leib  und  gut  bracht,  iezt  nit  erzelen,  fonder 
es  eben  bei  deinem  felbs  bekennen  laßen,  hör  difer  evan- 

10  gelifchen  zeil  halb   Lutters  bücher  eigentlich,  fo  wirftn 
folich   zeil  nit  mit  deinen  cortifanen,  fonder  (wie  obftat) 
mit  Chrifio,  den  heiligen  lerem,  doctor  Latter  und  aller 
erberkeit  verftan. 
Apoßolicum.    Ich   bin  wul  zufriden  und   bit,  befcheit 

a&  mich  der  andern  zweier  zeilen  auch,  nemlich  'omnia  que- 
cunque  dixerint,  vobis  fervate  et  facite*  Matthei  xxili 
und  'quicunque  vos  fpernit,  me  fpemit*  Luce  X,  und  bit, 
kurz  die  red,  dan  mich  dunkt,  es  nahet  dem  tag,  daß  die 


51 


knecbt  komen  and  mich  deiner  voniger  anderweifung  ver- 
hindern möchten. 

Angelica.     Fürder  felbs  die  fach   und  die  weil   beide 
Zeilen  fer  mit  einer  verantwortang  zu  fertigen,  fo  Tag  mir 
5  uf  das  kurzft,  wie  dein  welfch  und  tentfch  cortifan,  auch 
du  folicfa  Zeilen  yerfton. 

Apoßolicnm.  Fürwar  an  meinem  verftant  ift  lützel  ge- 
legen, befind*  ich  durch  dein  1er  und  underweifnng;  aber 
mein  cortifan  verfiant  und  legen  dis   beid  zeilen  gleich 

10  der  erften  auß,  alfo  daß  Chriflus  alle  bepft,  dar  mit  auch 
mich  gemeint  ziehe  mich  des  orts  uf  deine  eigen  Ver- 
antwortungen, fo  du  erftmals  auf  die  zeil  Hu  es  Petrus^ 
geben,  da  du  am  hochften  fiir  dich  gezogen,  daß  Chri- 
Aus  in  fingulari  und  nit  in  piurali  mit  Petro  geredt,   nun 

15  redt  er  iezt  in  piurali,  ergo  ift  dein  foluz  in  difen  beiden 
Zeilen  tar  mich  und  wider  dich. 

Angelica.  Ich  geftee,  daß  ich  zu  der  erften  zeilen  mich 
(wie  du  fagß)  difer  foluz  für  ein  ftuck  beholfen,  aber  dar 
neben  vil  ander  und  befchlußlichere  auch  anzeigt,  die  zu 

90  Verantwortung  deins  verßants  in  der  erften  zeilen  genug- 
fam,  ob  ich  difes  gar  gefchwigen.  fag  ferner,  wie  wol 
Chriftus  hie  in  piurali  geredt,  hat  er  doch  in  keinen  weg 
uns  geheißen  noch  wollen  heißen,  dem  ungerechten  bofen 
verworfen  verdampten  Apoftolicum  gehorfam  zu  fein,  oder 

s»  daß  man  in  beleidige,  fo  man  wider  die  felben  bofen 
falbe  thü,  funder  findeft  im  evangelio,  daß  Chriftus  Pe- 
trum  und  andern  lein  apoftel  eigentlich  und  nemlich  ge- 
heißen *ite  in  nniverfum  orbem  et  predicate  evangeliuml* 
etc.  Marci  xvi.   fo  nun   Chriftus  fie  hat  das  evangelium 

M  heißen  fagen,  fo  hat  er  uns  auch  billich  heißen  thun 
was  fie  uns  fagen,  und  alfo  de  primo  ad  ultimum  uns 
nicht  anders  bevolhen  zu  thun  dan  das  evangelium;  da- 
mmb  idu  dan  doctor  Martin  Lutters  biltnns  und  bucher 
on  alles  recht,  ftig  oder  gelimpf  verbrent,  und  das  alfo 

SS  on  alle  recht  gethon,  das  ein  wißenhafter  diebhenker, 
nemlich  zu  Meinz,  on  vor  gegangen  urteil  nit  thun  hat 
wollen,    het  der  felh  meinßer  ie  fo  vil  lateins  gelernt  als 

4* 


52 


ein  fchlechter   dorfpfaff  kan,  fo   wer  er  ftirwar  des  na- 
men  und  ampts  wirdiger  dan  du. 

Apoßolicam.    Stot  aber  nit  auch  im  evangelio  'perfe- 
quuntur  vos  propter  nomen  meum,  flagellabunt,  crucifi- 

ft  gent  et  occident  vos*? 
Angelica.     Ja  folichs  Ret  Mathei  vigefimo  tercio. 
Apoftolicum.    Sei  got  gelobt  daß  doch  ich  mich  dem 
evangeli  auch  ein  mol   gemeß  gehalten,  da  ich   Luters 
bacher  und  biltnus  verbrent,  fein  perfon  teglich  zu  bren- 

10  nen  fleiß  thu. 
Angelica.  Gleich  im  felben  evangelio  volgt  aber  nach  *at 
veniat  fuper  vos  omnis  fanguis  juftus*.  do  findeft  du  das  ur- 
teil, fo  über  dich  fchon  gefprochen  iß.  wan  du  das  evange- 
lium,  do  du  es  vor  dich  zeuchß,  volAreckefi,  fuch  fleißlich 

i&  das  gut  uß  dem  evangelio,  als  Chriftus  Tagt  'ego  Tum  pa- 
ftor  bonus*  Johan.  x,  des  gleichen  'fuper  cathedram  Moifi 
federunt  fcribe  et  pharifei*  etc.,  'fecundum  opera  eorum 
nolite  facerel  dicunt  enim  et  non  faciunt,  ut  videantur  ab 
hominibus*  Mathei  xxiil.  da  erfcheint  derlich,  daß  Chri- 

90  ßuB  meinung  nie  geweft  iß,  daß  fein  volk  den  bofen  henp- 
tem  volgen  fol.  im  felben  evangelio  findeß  auch  *amant 
vocari  rabi,  vos  autem  nolite  vocari  rabi,  unus  eft  enim 
magißer  veßer,  omnes  autem  vos  fratres  eßis  neo  voce* 
mini  magißer.    qui  major  eß  veßrum,  erit  minißer  veßer; 

s&  qui  autem  fe  exaltaverit,  humiliabitur'.  diß  evangeUum 
lis  fleißlich,  liebs  Apoßolicum,  fo  findeß  clarlich,  wie  da 
dich  halten  folt,  nit  daß  du  aplaß,  cardinalat,  bistum, 
thumprobßeien,  canonicat,  pfarren  und  in  fumma  alle  pfrun- 
den  verkaufen,  fchatz  ex  Alemannia  famlen,  alt  wol  her- 

10  komen  frum  furßen  vertreiben,  Florentiner  burger  zu  fur- 
ßen  machen,  die  felben  furßenthum  in  verkaufen!,  dich  den 
heiligßen  fchreiben,  uf  einem  feßel  (wie  die  bauren  von 
Dittelbach  iren  feltfchutzen  durch  den  flur,  daß  er  die 
frucht  nit  vertret)  tragen,  deine  ßinkende  fuß  küflen  la- 

35  ßen,  dich  demutiglich  ein  knecbt  aller  knecht  nennen, 
doch  dar  neben  de  facto  ein  tirannen,  ein  felthaubtman, 
ein  herfcher  über  alle  herfcher  mit  der  that  erzeigen, 
acht  oder  zehen  taufent  Schweizer  eins  mols  von  almufen 


58 


veriblden,  einen  frnmeii  gebornen  furften  anverfchult  von 
lant  und  leut,  von   eer  und  gut  jagen,  das   Airllenthum 
einem  Florentiner  burger  verkaufen  und  der  gleichen  (wie 
obfiat)   handien,  funder  uns   allen  dienen  folt  und  umb 
5  fünft  empfangen  haß.    dan  wo  du  das   alles  nit  thutt,  fo 
findeft  clerlich  in  difem  evangelio  was  dein  ftraf  iß.    've 
autem  vobis  etc.  qui  clauditis  r^num  celorum  ante  ho- 
mines,  vos  enim  non  intratis  nee  introeuntes  finite  intrare. 
ve  vobis  etc.   propter  hoc  amplius  accipietis  Judicium:  ve 
10  vobis,  ve  vobis T  etc.  darumb,  liebs  ApoßoKcum,  lis  das 
evangelium  recht  und  verßant  das  (wie  obßat)  mit  Chrißo, 
Petro,  Paulo,  Augußino,  Cipriano,   Eralino  Koterdamo, 
Martine  Lutero  und  aller  erberkeit  und  wurkt  dem  auch 
nach,   fo  bot  dich  Chrißus  in  difen  vier  zeilen,   dar  von 
u  wir  lang  difputiert,  on  zweifei  auch  gemdint  und  werden 
alle  fachen  der  chrißenheit  klüchlicher  zu  verßon.   lieber, 
lis  doch  die  pronoßicaz^  fo  der  hochberümpteß  aßronimus, 
fo  bei  unfern  Zeiten  gelebt,  genant  Liechtenberg,  im  88. 
jar  mit  gottes  hilf  und  anrufen  gemacht,  die  biß  her  war 
80  worden  und  noch  deglich  war  wurt,  und  lis  das  in  fei* 
Dem  zweiten  capitel,  da  er  fchreibt  von  dir,  deinen  car- 
dinalen,  bifchoffen  und  funderlicfa  den  cortifanen. 
Apoßolicum.     Du   wilt  mich   lieb    han   mit  vil  lefens 
und  weift  daß   ich  difer   zeit,  fonderlich   tags,   nit   der 
s&  weil  han. 
Angelica.    Was  haßu  dan  fo  ernßlich  zu  thun? 
Apoßolicum.    Man  braucht  mich  difer  fleißiger  zeit  fer 
über  die  alten  fcheden. 
Angelica.    Was  fchaden? 
soApoßolicum.      Am    meinßen    difpenfation    der    frunt- 
fchaft  in  der  ee,  horis  canonicis  vil  pfrunden  bei  ein  zu 
han,  die  munoh  auß  den  kutten  zu  fchutten,  auch  daß 
die  mecbtigen  die  erßen  frauwen  fcbupfen  und  ander  wei- 
ber  nement,  thumhem  weiber  zu  erlauben,  gelubt  und  eid 
S6  nach  zu  laßen,  brief  und  figel  nit  zu  halten  und  der  glei- 
chen alt  fcheden  zu  heilen. 

Angelica.     Fürwar   folieh    fcheden    derften   wol   guter 
arznei  und  eins  harthangenden  pflaßers,  das  nicht  nach- 


54 


ließ,  fonder  uf  gelobden,  eiden,  brief  imd  figel  -h«rt  haf- 
tet,   ich  halt  gaii2  dar  fiir,  liechtenbeiigerB  proooßicaz 
werd  an  dir  auch  war. 
ApoHolicum.  Ich  bit  dich,  fag  mir  nur  ein  fam  darvon. 

>  Angelica.  In  fumma  fagt  er  'laborabunt  ad  excofandas 
ezculationefl  in  peccatie,  quibus  inhoneßatem  yite  fue  ope- 
riant  et  in  ligno  ecolefiaftioe  glorie  mirabiliter  fe  abfcon- 
daut,  non  contenti  lUpendiis  et  quibus  uti  licebant  uxo- 
rcfl  fibi  electamm  plebium  ope  luxurientium  oopolando. 

10  ejiciantur  communius  de  ecclefiaftice  dignitatia  fede,  fiant 
profiigi  fuper  terram,  habitent  in  terra  Chaim  veftiti  pei- 
liciis  confbfionis  et  ruboris  etc.  cum  ecclefia  romana 
deficiet  quo  ad  obedientiam  et .  pontifices  ex  AJeau&nnis 
thefaurum  extrahentes  iilioe  et  filias.  ad  culraen  digaitatis 

u  fecularie  promovent,  Tolante  matre  cum  pueUa  ad  erro- 
rem  ducetur  populns  chriflianaa.  tuno  fima  eß  clamor 
et  ululatus,  et  nifi  dominus  apparuerit,  Petrus  dubitabit 
quia  paftores  afBigentur,  ne  verbum  dei  predioent'  (exem- 
plum  doctor  Martiuus  Lutter),    ibidem  capitulo  in  *jufto 

so  judido  hoßilibus  in  curfibus  conculcabitur  naviciila  Petri 
et  derus  turbabitur:  neceffe  ut  tu  fucdnotus  efEugias,  ne 
fqualorem  publice  fervitutis  incurras«* 
Apoftolicum.    Mit  der  weis  wer  nit  alldn  Lutter,  da 
und  etlich  von  der  oberkdt  wider  mich,  fonder  der  kimel, 

2&  all  platteten  und  ßem  des  himels. 
Angelica.    Man  wider  dein  und  ddner   cdrtifan   mis- 
praudi,  dan   Chrißus   hat  drderlei  ßet  dir  und    ddnen 
geifilichen  bevolhen:  zu  beten,  nit  die  leut  au  fchetzen, 
dem  pauren  zu  arbeiten,  dem  keifer  und  reiOgen  uch  zo 

M  behüten,  nemiich  *tu  fupplex  ora,  tu  protege  tuq&e  laboraP 
Apoftolicum.  Für  war  du  haft  wich  fchon  uberredt, 
daß  mich  doctor  Lutter  oder  alle  feiM  lere  nit  bereden 
künden,  mag  villeicht  des  fdiult  fein,  daß  die  red  und 
widorred  als  difputationes  baß  eingend  dan  bloß  reden 

SS  oder  fchriften,  do  man  nit  fragen,  fie  auch  nit  antworten 
können,  oder  aber  daß  wir  als  ßalbruder  lang  zdt  bei 
ein  gewont,  mir  ddn  red  genemer  dan  einig  gefchrift 
etc.    nit  mer  dan  dns  bit  ich,  mir  M£m.  zu  geUmpfen 


&5 


und  TerAraten,  nemlidi  daß  ich  gelt  aafi  ^>lo6  loren 
fliag,  fo  doch  Chrißns  gelagt  'wen  ir  binden  uf  erden, 
toi  im  himel  auch  gebunden  fein*  und  faerwiderumb,  Jo- 
hannie  XX. 

A  Angelica«  So  du  dan  dein  eigen  köpf  hin  gelegt  und  dich 
in  allen  andern  Ihicken  fo  gutUch  weifen  laft,  fo  mtJU  ich 
dir  gern  (wo  ich  mit  einigen  fugen  mocht)  in  difem  ftuck 
auch  widerumb  helfen,  ioh  mag,  kan  oder  weiß  aber  des 
warlich  weder  mit  fug,  mit  got,  noch   warheit  zu  thun, 

10  dan  alle  evangeli,  wort  und  werk  ChriAi  feint  hoch  wi- 
der dein  beger.  und  wie  wol  Chriftue  (wie  du  meldeß) 
gelagt  'qnidquid  ligaveris  in  terra*  etc.,  fo  hat  er  doch 
niigen  gefagt.,  daß  du  gelt  dammb  nemen  folt,  dir  des 
auch  durch  fein   werk  nie  kein  ezempel  geben,   fonder 

u  lein  aplaß  on  all  gelt  auch  on  einig  fchwere  büß  millik- 
lieh  geben,  nit  me  gefagt  dan  'gang  hini  wölleft  nit  me 
fundenl*  er  hat  auch  dich  geheißen  Luce  x  'gratis  acce- 
piftis,  gratis  dateT  fo  hat  er  uns  allen  ein  gewiffen  leicht- 
lich  weg  gelernt,  wie  wir  on  gelt,  filber,  golt  oder  einig 

30  befchwerung  gewislich  aplaß  unfer  lund  und  das  ewig 
leben  erlangen,  und  das  nit  allein  mit  feinen  fchlechten 
Worten  noch  in  einem  codidll  oder  letzten  willen,  fonder 
in  einem  zierlichen  herlichen  krefUgen  teftament,  das  er 
uns   am  heiligen  grünen    donnerstag  gefetzt,  mit  feinem 

3»  fleifch  und  blnt  herlich  verfigelt,  am  karfreitag  one  alles 
widerrufen  dar  uf  geftorben  iß  und  dich  teglich  (fo  in  der 
priefter  under  dem  ampt  der  mefs  nach  verlefung  gemelts 
teftameots  ufhebt,  uns  allen  zeiget)  folichs  fein  teltaments 
und  Zulagen  wider  herinnert,   als  folt  er  JGsgen  'ich  bin 

io  der  dir  menfch  das  teftament  gefetzt  hab  und  on  allen 
fei  halten  wiT,  wie  den  der  heilig  geift  tufent  jar  vor 
dem  leiden  Chrifti  folichs  durch  den  propheten  David 
geweißagt,  nemlich  'neque  prophanabo  teftamentum.  meum 
ei  que  procedunt  de  labüs  meis,  non  £Msiam  irrita*  plal- 

w  mo  88.  das  teftament  weiftu  on  zweifei  wul,  nemlich 
'aodpite  et  come£te4  hoc  eft  corpus  meum  etc.  hio  eft 
calix  novi  teßamenti  in  meo  fanguine»  bihite  ex  hoc 
omnes  in  remiffionem  peccatorum  et  vitam  etemamr  Ma- 


&6 


tbei  XXVI.  Marci  Xllll.  weil  non  dem  alfo,  folt  ich  dan 
dir  dein  geiz  helfen  Terlfareichen,  fo  thet  ich  nicht  an- 
ders, dan  daß  ich  die  dirifien  hülf  betriegen,  nmb  gelt 
zu  kaufen  das  in  Chriftus  umb  fünft  geben,  zu  geben 
&  verheißen,  teiliert  und  dir  umb  fünft  zu  geben  beyolhen. 
darumb  auch  Petrus  wider  heller  noch  hellers  wert  nie 
genomen,  im  auch  kein  (und  zu  verzeihen  refenriert,  des 
auch  kein  bevelch  von  Chrifto  gehapt  (vide  Ambroiium 
de   peni.  libro  i  et  capi.  1),  die  chriften  menfchen  wider 

10  zu  bifchoffen  gein  Rom,  gein  Ach,  zun  Ainfideln,  noch  zu 
fanct  Jacob  gejagt,  darumb,  lieber  ftalbmder,  fo  du  umb 
ein  wenig  fchnods  guU  willen  Chrifto,  Petro,  Paulo,  Lüt- 
ter, aller  erberkeit  und  mir  folgen  wilt,  fo  volg  uns  auch 
on  gelt  lauterlich  umb  gottes  und  des  heiligen  evange- 

11  liums  willen,  ich  wolt,  du  hörteß  das  betlein,  fo  ein 
kaufinan  von  Brag  (das  doch  mitten  in  Behem  leit)  neu- 
ling,  bewegt  durch  doctor  Lutters  beüchreibung  der  mels 
etc.  gereimpt  gemacht  hat,  und  darumb  gereimpt,  daß 
folichs  dem   gemeinen   man   daß    lieplioher  und  ehe  zu 

»  lernen  wer. 
Apoftoli.cum.    Ift  es   etwas  guts,    fo   laß  michs  auch 
hören! 

Angelica.  Furwar  kein  unnutz  oder  uberig  wort  daran. 
Apoßolicum.    Wie  laut  es? 

»Angelica.  Ich  forg,  du  verachteß  das  auß  unverftant. 
Apoftolicum.  Mocht  fein,  wer  dein  bruderlich  ftraf 
nit  vergangen,  die  weil  aber  folich  dein  gegnmt  ftraf 
und  1er  mir  baß  dan  nie  kein  red  oder  fchrifl  zu  herzen 
gangen,  fo  bit  ich  dich  fleißlich,  verhalt  mir  das  gebet, 

30  fo  auß  Behem  komen  und  dannoch  chriftenlich  fein  fol, 
nit  lenger! 

Angelica.  Ich  kau  dich  uf  ddn  innerlich  ermanung 
lenger  nit  aufzidien  und  laut  das  gebet  alfo.  das  mag 
ein  ietlicher  andechtiger  menfch  beten,  fo  er  das  heilig 

3s  facrament  in  des  priefters  haut  -fidit  oder  vor  das  üacra- 
menthaus  get 


57 


O  k«r^  fchopfin*,  ewiger  got. 
Ich  halt  mich  deinem  zufag  und  gebot, 
Bezeug  mich  des  biß  in  meinem  end. 
Du  haft  gefetzt  ein  teftament, 
5  Daß  den  ich  do  leiplich  fich, 
Den  fol  zu  deiner  gedechtnus  ich 
Nießen,  fo  wolft  du  mir  geben 
Ablaß  meiner  fund,  ewigs  leben.  \ 

Daa  glaub  ich  troßlich  Air  und  für. 
10  O  hochftea  gut,  ich  wil  zu  dir 
Durch  dis  teftament  und  zufag. 
Daran  kein  chriflen  menfch  verzag, 
Dann  David  weißagt  uns  diß  wort 
Im  acht  und  achtzigiften  pfalm  dort, 
15  So  fchreibts  Johannes  im  fechßen  teil, 
Zeigt  uns  mit  den  werten  das  heil 
*Wer  ißt  und  trinkt  mein  fleifch  und  blut, 
Ewigs  tots  ]ß  er  behut 
Und  weckt  den  auf  am  jungßen  tag': 
so  Daß  ich  ganz  kein  zweifei  trag, 
Du  halteß  mir  dis  dein  zufag. 
Amen. 
ApoßolicuuL    Mein  Angelica,  fol  das  gebet  ein  Behem 
gemacht  haben? 

Angelica.  Das  fag  ich  nit,  aber  ein  chrißenlicher  kauf- 
sft  man,  der  zu  Brag  wonet,  hat  es  neuwlings  zu  fanct  Anna- 
berg in  feinem  namen  außgan  und  drucken  laßen. 
Apoßolicum.    Furwar  das  gebetlein  hat  mich  fo  herz- 
lich erinnert,  daß  ich  ee  außwendig  lernen  und  (ob  got 
wil)  fo  oft  ich  mein  fchopfer  leiplich  fich,  fagen  und  in 
30  auch  feiner  zufag,  teßaments  und  letzten  willens  herzlich 
erinnern  wil.     erß  verßand  ich  die  wort  des  Lutters,  die 
er  von  der  mefs  gefchriben,  die  ich  auß  bewegung  mei- 
ner cortafan  alweg  verachtet  und  v.erfpottet  hab.  nun  teu- 
fel  ab!  hell  abl  du  haß  mich   ganz  umb  gewendt.    ich 
»  wil  hin  für  mit  Chrißo,  Petro,  Paulo,  Augußmo,  Ambro- 
fio,   CÜpriano,   Lutter  und  aller  erberkeit   die  evangelia 
verßen   und  außlegen.    bitt  mich    dein  fireunt  zu  halten 


58 


und  mir  guter  underweifung  on  einig  Yerfpattaiig  nimer 

ab  zu  Aon. 

Angelica.  .  Das  bis  gewisl 

Herbe.    Sei  got  gelobt,  daß  diter  wortlicher  krieg  fo 

ft  wul  geendet,  fich  zu  einigkeit  gezogen,  und  damit  die 
eer  folicher  vereinigirag  nit  uns  funder  got  au  gemeßen 
werd,  damit  auch  alle  matcriaUa,  fimpUcia  und  compofita 
difer  apoteken  und  funderlich  die  toegen  fpede«  Bertoldi 
erwachen  und  hören  daß  folich  einigkeit  von  gott  kumpt, 

10  fo  helfen  einmondichlioh  fii^n  'te  deum  laodamii8\ 
Apoftolicum.    Hebt  anl  ich  fing  frei  mit 


Te  deum  laadamua. 


lU. 


VON  DEM  PPRÜNDMARKT 
DER  GÜRTISANEN  UND  TEMPELKNECHTBN. 


In  «Uen  ooncilien,  die  me  dann  in  sweflnindert  jaren  lieh 
verloufen  band  und  nmb  beßerung  chrißiichs  ftanda  an- 
gefeben^  find  die  oberkeiien  geißUcbs  Rands,  ak  babß, 
cardfaial,  bifciiof  und  andere  des  fdben  fiaads  bi  dem 
»  groften  darwider  gewefiso,  habm  ftfil  nnd  benk  darzwi- 
fchen  geworfen,  daß  üolch  beßerang  und  ehiißlieh  für- 
nemen  uadergetruokt  tmd  sA  nicht  ift  worden,  wie  dan 
IoücIm  in  den  Inftorien  und  gefehichten  der  concüieki,  fo 
dan  in  der  babßen  legend  kleriicb  und  offenbar  ift.  da- 
to rumb  kein  frommer  menfch  fich  in  ein  Terwünderen  Hel- 
len fol,  daß  cfi  dilen  unfern  ziten,  in  denen  got  der  berr 
den  glans  finer  gotlicben  warheit  über  uns  fendet,  vil 
widertfurecher  und  warlich  am  aller  treffenlichAea  die 
geiftlichen  boupter  mit  fampt  iren  verwanten  der  felbigen 
1»  gotlicben  warbeit  wtderwertig  find  und  gegen  dem  wort 
gots  ficb  traalichen  woran  und  mit  für,  waßer,  wafen, 
mit  trö«worten  des  tots  die  gotlicben  warbeit  widerfecb- 
ten*  wo  aber  das  barkom,  daß  die  die  gottes  ere,  lob 
und  pris  zA  fördern  geordnet,  am  alier  meiften  denfelben 
io  abAent  und  remkhieuj  mag  ich  keinen  verßand  eigent« 
lieh  haben,  wann  die  urteil  gots  find  aller  menglioh  ver- 
borgen, fo  vil  aber  ein  menfch  an  ußerlichem  fchin  kom- 
men mag  t&  bekantnus  das  er  vor  nie  gewift  oder  ge- 
aichtet  hat,  ift  wol  t&  merken,  daß  der  groß  git,  der  in 
»  inen  fteokt,  fi  darafi  trinkt  uml  swingt;  denn  So  £  l&ruß 


60 


zfi  hochfart  und  zfi  unküfcbeit  geneigt  find  und  aber  die 
zwo  lund  kein  ufenthalt  haben,  wo  das  zitlich  gSt  nit 
do  iß,  darumb  find  das  merer  teil  der  pfaffen  und  geift- 
liehen  uf  den  gits  gericht  und   ir   datum  haben  fi  damf 

5  gefetzt,  daß  fi  vil  gfits  überkommen  und  ein  geil  fiil 
üppig  leben  f&ren.  das  felb  zitlich  g&t  mögen  aber  fi  nit 
erjagen,  denn  daß  fi  nach  großen  pfrunden  und  geifili- 
eben  oberkeiten  ftellen,  es  fi  dem  tüfel  lieb  oder  leid,  daß 
numen  ir  fack  vol  werd.    darumb  fo   l&g  ein  ieglicher, 

10  wie  er  vil  pfrunden  uberkom,  daß  er  defter  baß  fin  hu- 
ren und  bankarten  erziehen  und  den  felbigen  bankarten 
an  fin  ßat  zu  letfl;  die  pfrunden  übergeb,  do  fromer  lüten 
kinder  hindergefchlagen  werden,  die  vor  den  felbigen 
fiiohlingen  nit  mögen  (ob  fi  wol  gefchiokter  weren)  fur- 

15  kommen. 

Diß  weiß  der  babQ  alles  und  ficht  durch  die  finger, 
daß  im  gelt  werd.  darum  mag  dem  geüUiohen  Hand 
nimmer  zfi  beßerung  geholfen  werden,  es  fi  dann  fach 
daß  weltlich  oberkeit   darin   fehe  und  unangefehen  den 

90  babß  mit  finem  decretal  und  bann,  unangefehen  cardinäl, 
bifchoff  und  ander  der  glichen,  hinfur  keinen  p&ffen  mer 
geßatten  über  ein  pfiründ  zö  befitzen,  keinem  m«r  dann 
ein  prelatur,  das  iß  oberkeit,  z^l  haben,  und  daß  keiner 
zwo  oder  dri  feelforg  uf  fich  neme  und  pfarren    befitz, 

S5  funder  ein  ie^che  pfarr  iren  rechten  kirchherren  bi  ir 
hab  und  der  recht  hirt  bi  finen  fchafen  wone.  es  mag 
Ucht  ein  pfründ  fin,  die  einen  frommen  pfaffen  wol  er- 
neren  möcht,  wo  ir  großer  unkoß  mit  fa&m,  bAben  und 
bankarten  nit  weren,  fo  dan  daß  fi  fich  koßlichen  beklei- 

30  den  witer  dann  in  zimpt,  das  macht  daß  fi  ein  pfründ 
nit  klebet  darumb  fo  laufen  fi  gen  Rom  als  jeucht  fi 
der  tüfel.  da  triben  fi  allen  befchiß  und  alafanz,  daß  fi 
vil  pfrunden  erlangen,  darumb  erweckt  ich  üch  frömen 
weltlichen  chrißen,  ir  figen  künig,  furßen,  landaherren, 

8s  ouch  üch  furfichtigeü  weifen  raten  in  fietten  und  allen 
Gommunen,  daß  ir  keinen  curtifianen  oder  romifchen  ha- 
ben in  üwer  land  und  gebiet  laßt  kommen,  pfrunden  an- 
fallen,  brief  und  anders    anibhlagen  geßatten;  und  wie 


61 


fichs  oft  begibt,  wo  ia  üwern  gebieten  pfiiffen  weren,  die 
iren  lehenherren  zd  Rom  betten  nnd  curtifanilbh  fchol- 
merei  wolten  triben,  die  felben  mit  gewalt  abtriben  und 
die  gemelten  leben,  fo  £  ledig  find,  durch  uch  felbs  from- 

&  men  gelerten  prieftern  und  die  in  ü weren  landen,  ftetten, 
dorfern  und  wilern  erboren  find  nnd  keinem  ußlendigen 
pfaffen  lihen.  damit  mag  man  die  pfründen  kremer  mit 
irem  finanz  vertilken  und  die  großen  übel  verbäten,  fo 
fich  leider  tegUch  begeben,   deren  ich  hie  etlicb  ufi  vilen 

10  bab  wollen  ufzeicben. 

Zöm  erften.  der  vil  pfründen  hat,  dem  ift  unmüglich, 
daß  er  da  und  da  gnüg  th&  und  an  iedem  ort  fin  gots 
dienll  verbring,  fi  betriegen  goi,  fi  berauben  in  der  eren 
und   fins   dienßa.     fi  folten   got  nach   zal   der   pfründen 

tb  eren:  das  th&nd  fi  nit.  item  fi  betriegen  iren  verwefer: 
der  hat  die  arbeit  und  fi  den  Ion.  ich  frag  dich,  du 
pfründen  Jäger,  den  verwefer  den  du  an  din  Hat  fetzen 
wilt,  ent weders  er  iß  minder  gdt  dann  du,  oder  ak  gut 
als  du,  oder   beßer  dann  du.    iß  er  minder  gät  dan  du, 

10  ib  fagt  die  Vernunft,  daß  er  nit  iß  dohin  zfl  fetzen,  iß 
«r  aber  als  gfit  oder  beßer  und  gelerter  dann  du,  wa- 
rumb  haß  du  dann  vil  pfründen  und  er  kein?  mit  was 
confcienz  und  gotsforcht  nemen  fi  gült,  zehend  und  an- 
ders von  den  vil  pfründen,  die  fi  nit  verdienen  wollen 

2&  oder  künnen?  dann  vil  uß  den  pfründkrämem  find  die 
ir  lebtag  nit  priefier  werden  und  alfo  nit  das  ampt  der 
heiligen  mefs  verbringen,  die  ouch  ir  lebtag  kein  predig 
nimmer  geton  haben.  *ja  (fprechen  fi)  wir  haben  verfe- 
her,  die  üolchs  ußriditen'.    haßu  nit  iez  gehört  was  ich 

80  dir  geiagt  hab  von  den  verfehem?  als  ungern  als  ein 
fromer  eeman  ein  verfeher  haben  wil  gegen  finem  ege- 
mahel  in  eelichen  werken,  noch  vil  unlidlicher  iß  es  got, 
daß  du,  gitiger  unflat,  gots  gaben  nemeß  unverdient  und 
einen  andern  darßelleß,  der  dich  gegen  got  verwefe. 

u  Das  ander  übel  das  da  entfpriägt  von  dem  daß  einer 
mer  dann  ein  pfründ  befitzt,  iß:  da  werden  dem  lib  heii- 
ger kirchen  fo  vil  glider  abgezogen  als  vil  difer  mer  dann 
ein  pfründ  befitzt,  wann  unfer  altfordem,  künig,  keifer, 


62 


edkn,  bfirger  und  ander  from  erber  Ifit  haben  pfr&nden 
geßift,  daß  man  do  fol  got  loben,  weren  nun  die  pfründ 
geteilt,  fo  weren  mer  gots  diener,  dann  fo  einer  allem  ix 
oder  X  pfiründen  hat,  nnd  würd  euch  getrüwUcber  den 
s  feien  nachgebetet  dann  difen  weg.  aber  fo  man  weißt, 
daß  gelt  sä  Rom  die  lofung  ift,  fo  iß  es  darz&  kommen, 
daß  vater  und  mflter  iren  funen  die  noch  under  Iren  ja« 
ren  find,  thdmherren  pfründ  und  ander  pfr&nden  und  cap- 
lanien   (ich  darf  nit  fagen  koufen,   funder  mit   befchiß, 

M  wie  ander  pfaffen)  an  fich  bringen;  uß  woloher  pfrftnden 
gät  die  oltem  leben  nnz  ir  kinder  groß  werden,  ach  got, 
wie  gat  es  zäl  wie  lang  mag  es  gelitten  werden!  wie 
lang  ä£%  man  und  betrügt  den  gemeinen  man!  wie  lang 
mdß  nuina  liden,  femlicben  offenliehen  misbruchl  dennocbt 

15  wil  man  den  armen  zinaman  wifen  uf  tödlich  fünd  und 
hell,  daß  fi  nach  irem  bl&tigen  fchweiß  und  fnrer  arbeit 
berouben  föUen  lieh  felba  irer  bloßen  notturft.  fdien  den 
großen  mangel  an  wib  und  kind,  trang  und  ban  von 
iren  fchuldner  und  ir  für  eramt  nottnrfti  foUen  bi  ir  fei 

20  heil  folchen  pfaffen  helfen  zfi  irer  bftberi,  m&twill  nnd 
fohentlichem  ergerlichem  leben,  das  bi  den  Juden  und 
Türken  ein  ungötlicha  ding  geachtet  würd,  wider  all  Ver- 
nunft und  billikeit  der  arbeiter  iß  wirdig  fins  Ions,  wer 
nit  arbeitet,  Ibl  nit  eßen.    wer  dem  altar  nit  dient,  fol 

»  vom  altar  nit  enthalten  werden. 

Das  dritt  übel  iß  beroubmig  armer  l&t  die  prießer 
find  Xchuldig  abnfifen  zä  geben  von  dem  das  in  übrig 
ift.  wo  nun  x  prießer  nf  x  pfründen  feßen,  würd  den 
armen  lüten  mer  gehantreicht  dan  wo  einer  allein  x  pfrün- 

so  den  hette.  der  felb  pfründen  gotz  thfit  wie  ein  mor,  die 
fich  in  einen  treckt  fperret  nnd  uf  allen  vieren  gradlet; 
ob  fi  fchon  nit  ißet,  fo  laßt  fi  doch  di  andern  fiaw  nit 
darzfi  konunen.  fi  find  all  nf  fich  felbs  gericht.  eigner 
zitlicher  nutz  hat  fi  fo  gar  umbgeben,  daß  fi  umb  gots 

9h  willen  nüt  tünd,  fi  haben  dann  den  baren  pfonnig  dar- 
von.  wo  ea  nit  gelt  giltet,  thfind  fi  nüt;  wo  aber  gelt 
zu  verdienen  iß,  do  loufen  fi  hin  als  ob  fi  imfinnig  we- 
ren.   umb  des  gelts  willen  find  fi  all  tag  geleliickt  meTs 


«8 


zfl  lefen  und  das  facrament  zfi  nießen,  ob  fi  joch  des 
naebts  betten  ein  käw  gefchunden* 

Das  vierd  übel  ift  wit  darafter  ußfchweifien.    wann  fo 
einer  tU  pfründen  hat,   ein   zfl  Straßburg,  ein  z5  Spir 

«  und  8&  Wurmbs  ouch  ein,  der  zücht  von  einer  z&  der 
andern,  wie  rin  lantfarer  von  einem  jarmarkt  zfi  dem  an- 
dern, daß  er  verdiene  das  corpus  der  pfr&nden,  got  weiß 
wol  wie  es  verdienet  wirt  vil  ander  misbrnch  laß  ich 
umb  kürz  willen  r&wen. 

10  Das  fünft  übel,  do  würt  denen  patronen,  die  die 
pfründen  geßift  haben,  groß  untrüw  erzeigt  ir  meinnng 
iß  nit  gewefen,  daß  man  ir  almfifen  alfo  folt  nßtheilen 
und  die  pfründ  einem  geben  der  fünft  ze  vil  hat  und  nim- 
mer nüt  g&ts  thAt  für  fi.    ja  ü  lugen,  wie  fi  komhürer 

15  und  keller  buwen  und  die  frücht  vom  zehenden  hinder 
fioh  legen  und  uf  thüre  warten,  fi  geben  nit  ein  körnlin 
den  armen  lüten,  butzen  und  ftil  nemen  fi  dannen  und 
lont  dem  armen  refaebigen  pfaffen  nicht,  der  fi  verwefet: 
er  mag  fich  koam  des  hungere  erweren. 

80  Das  fechft  übel,  wo  die  pfründen  reuber  überbaut 
nemen,  do  gat  aller  gotsdienft  zö  grünt,  die  gotshüfer 
nemen  ab  an  dem  gebüw,  an  gots  zierden.  do  würt  das 
chriftenlioh  volk  nit  mit  lolicher  dapferkeit  und  erhfl,  ge- 
lert  und  underwifen  und  w^den  die  fünd  nit  geftraft  wie 

95  not  were,  noch  das  gotswort  verkündet  als  fich  gebürt, 
wann  fi  fetzen  arm  pfaffen  dahin:  den  geben  fi  (wie  gefagt 
iß)  von  der  band  in  mnnd.  die  fdben  tagloner  m&ßen 
in  forcbt  ßan,  daß  fi  die  nit  erzürnen,  die  fie  dar  befol- 
det  haut   fi  mflßen  ouch  die  leben  forten  die  under  inen 

ao  find,  daß  fi  die  felbigen  nit  z&  hart  ßrafen  an  der  kan- 
zeL  do  mit  vergond  alle  chriftliche  recht,  und  fo  die  fel- 
ben  tagloner  arm  find,  lond  fi  ire  kirchen  öd  ßan  an 
fiertagen,  fo  es  an  eim  ort  kilchwei  iß,  und  rennen 
der  füll  nach  wie  die   hungerige  wölf.    do  find  fi  unz  zu 

»  der  naohkilwie,  da  gibt  man  eßen  und  gelt  darzd.  da 
fol  wol  ein  dorf  kilwihe  machen,  daß  in  vier  oder  in  fünf 
pfarrkirdien  uf  den  felben  tag  weder  mefs  noch  predig 
gehalten  wirt    das  urfachen  die  die  kirchen  haben  und 


64 


mt  felbs  verfeben.  ickt  fag  dir,  daß  weder  der  babft,  der 
mit  einem  folcben  pfaffen  difpenfiert  und  im  nachlaßt 
Pfründen  as&  befitoen,  noch  auch  der  fdb  pfaff,  der  (olche 
pfründ  zö  Rom  erlangt,  mögen  ßliohs  erlauben  und  be- 

«  fitzen  mit  heil  irer  feien,  wo  fi  aber  die  fchnfir  der  zim- 
Uchen  notturft  zerhauwen  (welche  notturft  fich  nit  witer 
ftrecken  fol,  dann  daß  der  pfafF  zu  finer  zimlichen  na- 
rang  gefant  und  krank  verfehen  fei  mit  finem  notturfti- 
gen  husgefind)  und  wo  das  angefehen  wurd  und  man  die 

M  kirchen  leben  recht  ußteilt,  beßunden  die  geiftlichen  ^ 
wol  und  möchten  bi  ein  ander  bliben  on  allen  mangel. 
aber  der.  Überfluß  und  unkoften  haben  den  herzritten. 

Das  fibent  übel,  das  uß  vil  pfründen  haben  erwacht, 
iß  werang  der  laßer,    zfi  dem  erßen  kompt  dahar  große 

ift  hoffart,  die  die  pfiiffen  triben,  allein  daß  ß  vil  g&ta  ban. 
da  wollen  fi  die  beßen  pferd  riten,  die  fcfaönßen  frouwen 
haben  und  befchlofen,  die  beßen  fchleckt  und  waa  gfits 
vor  der  hellen  iß,  freßen  und  fufen.  fi  raßeln  und  fpilen 
wie  die  hippenb&ben,  fi  tragen  guldin  ketdn  an  den  hel- 

90  fen,  feiden  und  damaß  iß  ir  gewant,  wammes  und  hofen 
Yornen  hargegen  der  fcham  wie  die  Riffianer.  fi  lond 
fich  fcheren  wie  die  kpegsknecht«  fi  haben  pater  nofier 
in  den  henden  wie  die  laien,  das  find  ire  betbücher.  kein 
fromme   dochter  blipt  unangefprengt  von  inen,     uf  der 

95  gaßen  treten  fi  mer  mit  Iren  knechten,  das  federi^il  tra- 
gen fi  uf  den  henden.  wann  fi  uß  und  in  riten,  fo  bran- 
gen  fi  nit  anders  dan  folt  fi  iederman  förchten.  und  das 
do  aller  fchimpfligeß  iß,  die  felben  großen  pfeffen  gebie- 
ten den  kleinen  dorfjpfaffen,  daß  fi  nit  fpilen  foUen,  daß 

so  fi  fich  mit  bekleidung  prießerlich  follen  ziehen  und  der 
weit  ein  gät  exempel  vortragen,  und  wan  die  felben  dorf- 
pfiiffen  in  die  ßat  kommen,  fo  fehen  fi,  wie  fich  ir  ober- 
keit  haltet;  und  denn  fo  mfißen  fi  fehen,  daß  es  alles 
bähen  teding  iß,  damit  man  umbgat,  daß  man  die  klei- 

sft  neu  funder  ßraft,  aber  den  großen  pfaffen  darf  niemant 
in  ir  fach  reden,  die  große  houpUund  der  hochfart  macht 
fi  ifertg  nach  vil  pfiiinden  und  verblendet  fi,  daß  fi  we- 
der an  got  noch  an   das  heil  irer  feien  gedenken  und 


65 


allein  dabin  ir  ßn  und  gedanken  riefaten^  wie  fi  der  kir- 
chen  gut  befitzeu  und  an  ficb  fappen,  ea  fi  reckt  oder 
unrecht,  es  fpricbt  ein  folcher  pfründen  freßer  'ich  bin 
ein  edelman  und  ein  tbfimherr,  ich  maß  zu  mines  redli- 
i  eben  Aands  erbaltung  mer  dan  ein  pfrund  haben\  bis 
got  wilkom,  lieber  Joannes!  du  möcbteß  diu  redlichen 
ftand  fo  groß  ußmeßen,  es  were^ein  ganz  land  nit  gnfig 
z&  diner  entbaltung.  laß  dich  eins  zimlichen  und  meßi- 
gen ßands  ben&gen,  daß  neben  dir  ein  ander  euch  etwas 

10  haben   möge!     tbü  ab  dinen  git  und   großen    unkoftenl 
vertruw  got!  du  würA  erlichen  und  wol  ußkommen. 
Z&  dem  andern  fo  kompt  von  befitzung  viler  pfründen 
nnkeufcheit,  hürerei  und  Üppigkeit  des  lebens;  wann  hoch- 
fart  wil  ungemeifiert  fin,  trabt  hoch  inher,  ißet  und  trinkt 

16  das  beß,  zartet  den  lib  mit  koftlicher  bekleidung  und 
mit  m&ßig  gan.  difen  dingen  volget  dann  von  not  we- 
gen, daß  fi  dem  lib  gönnen  den  luft  der  unluterkeit:  und 
den  zu  haben  wirt  kein  gut  gefpart  da  hat  irer  der 
merenüieil  ein  eigen  metzen  am  harren,  die  ziehen  fi  koft- 

90  lieber  dan  fromer  bnrger  wiber  gezogen  werden  von  iren 
eemannen.  die  gand  unverichempt  z&  kirchen  und'zA 
ftraßen,  fi  f&ren  fi  binder  inen  uf  den  rofien,  als  were  es 
ein  eer.  und  fo  das  groß  köpf  thfind,  fo  yolgen  die  an- 
dern mindern  pfaffen   all  hernach,     da  hat  iegliober  fin 

M  eigen  här  im  hus,  fin  bankart  loufen  offenlich  an  der 
gaßen.  moi^ens  ftrichen  die  lieben  herrlm  herfur  mit  un- 
gewefchen  henden  und  gond  mit  großer  andacht  über 
altar,  machen  große  kreuz,  zerdeneu  ire  arm  und  reißen 
die  felzamiOen  hoffen  über  akar,  als  weiten  fi   den  mo- 

10  rifchken  danz  fpringen.  was  fol  der  einfeltig  lei  daruß 
guts  nemen,  daan  daß  er  denken  muß  'bichteft  du  dem 
pfaffen  am  hoben  donßag,  da  hetteft  ein  h&r  über  nacht 
bi  dir  gehabt,  er  ließ  dich  nit  zäm  lacrament  gon,  und 
iez  ftat  er  da  und  empfacht  das  heilig  facrament,  und  er 

u  weißt  daß  mirs  leien  wißen  daß  er  die  kfir  im  hus  hat, 
und  fine  bankart,  die  offenlich  an  der  ftraßen  loufen, 
geben  gewisUch  kuntfchaft  finer  unkeufch^t'.  und  feß  ein 
weltlicher  man  bi  einer  folohen  hdm,  die  pfatfen  vertri* 

& 


66 


ben  in  für  all  crüz:  aber  difes  infiß  recht  fin,  es  fei  got 
lieb  oder  leid,  vor  ziten  was  geboten,  daß  man  eins  fo- 
licben  priefters  melTner  folt  hören,  da  ward  im  concilio 
zu  Coftenz  furgenommen,  wie  man  der  fach  thet,  daß  der 

5  pfaffen  hurerei  gemindert  würd  und  die  leien  mochten  ir 
mefs  boren,  da  ward  funden,  daß  es  nit  müglich  were, 
den  pfaffen  ir  metzen  ab  zu  firicken.  deshalb  ward  er- 
kant,  man  iolt  der  pfaffen  mels  boren,  ob  fi  fchon  metzen 
in  iren  hüfern  und  bankarten  betten,  die  wil  und  als  lang 

10  fi  ein  bifchof  duldet  alfo  Hat  es  noch,  daß  die  pfaffen 
hären  habent  und  feind  zum  theil  die  betten  melkk&w,  die 
die  bifchof  habent;  wann  des  bifchofs  fifcal  ftrafi  fi  der 
metzen  halben  in  feckel,  und  were  doch  dem  bifchof  leid, 

^   daß  fie  from  und  keufch  lebten*    und  daß  ich   red  als 

i&  ich  denk,  fo  were  es  tufent  mal  gotlicher,  die  pfaffen 
betten  eewiber  (wie  einer  onlang  ouch  treffenlich  und 
chriftenlichen  darvon  gefchriben  hat)  und  dienten  got  in 
der  ee  on  alle  ergerung  der  lut,  wie  ander  from  chri- 
ßen  man,  dann  daß  fi  do  fitzen  und  nacht  und  tag  totlicb 

90  fanden  und  die  bifchof  durch   die  finger  fehen  und  das 

*  übel  nit  weren  und  got  teglich  erzürnen. 

Die  wil  nun  die  bifchöff  und  ir  pfaffheit  an  inen  felbs 
fo  onmächtig,  fchwach  und  blöd  find,  gemelten  funden, 
hoffart,  gitigkeit  und  unkeu(cheit  zä  widerftan,  find  die 

n  felben  lafter  von  inen  gefloßen  in  all  ander  menfcheo. 
des  erften  in  die  kloßierleut,  daß  die  ir  regel,  gelübd  und 
geißlfch  zucht  an  vil  orten  zu  ruck  gefchlagen,  erger  find 
worden  dann  die  leien.  wo  findt  man  iez  vermchtere 
feellofere  wiber  dan   in   etlichen   unbefchloßnen   frouwen 

30  kloftern,  die  alles  das  ufriben  das  der  tufel  ie  gefcbäf, 
p&ffen,  münch,.  ftudenten.  den  frommen  eefrouwen  en- 
ziehen  fi  ir  eemenner  und  ift  nüt  fioher  vor  inen,  zu 
rechtem  yerftand  magftu  hieher  ziehen  die  unbefchloßnen 
mansklöfter.    fich   wie  die   gebrechen  der  pfaffen,  vorab 

85  der  bifcboff  und  ir  obem,  urlachen  hochfart,  wücher  und 
den  gemeinen  eebruch,  fo  augenfchinlich  ifi;  und  unter 
den  leien  furgat;  dann  hielten  die  pfaffen  ein  erber  leben, 
fo  wurd  die  ganz  weit  durch  fi  z&  beßerung  gefurdert 


67 


Es  möcht  einer  fprecheu  'du  fagß  tU  gäts,  and  wie 
da  fchribft,  kan  ich  erkennen,  daß  im  alfo  ift.  die  fach 
ift  aber  veraltet  und  fo  weit  kommen,  daß  fi  in  all  pfaf- 
fen  ift  gewurzelt,     nem  z&m  erften  die  pfaffen  in  Retten: 

5  do  vindelhi  uf  den  ßiften  etlicb,  do  einer  an  zweien  oder 
drien  orten  thämherr  ift,  item  einer  ift  an  einem  ort  thum- 
herr,  anders  wo  ift  er  ein  erzpriefier.  do  ift  einer  ein  de- 
cbend  und  darzä  hat  er  zwo  oder  dri  pfarren.  item  etlicb 
find   canonici,   das  ift,   fi  haben  thumherren  pfründen  uf 

10  andern  ftiften  und  da  bi  haben  fi  uf  dem  land  gut  reiche 
pfarren.  etlicb  find  von  der  armen  rot,  priefter  uf  den 
ftiften,  die  nennet  man  caplön,  zu  tütfcb  cborefel:  die 
lögen  ouch,  wie  fi  mer  dann  ein  pfründ  mögen  überkom- 
men,    etlicb  find  caplan   an  einem   ort   und  tbumberr  an 

15  einem  andern  ort.  die  ding  (fprich  ich)  find  iez  yil  jar 
ingcrißen  und  fo  wit  kommen,  daß  mit  krachen  wirt  z&- 
gan,  und  beforg,  es  werd  nüt  uß  der  fach,  der  tüfel,  der 
dife  ding  zä  wegen  bringt,  ift  fterkcr  dan  die  menlchen. 
wie    mocht    ein    pfaff    mit  einer  pfründ    gnäg    han,    die 

M  in  nit  mocht  erneren?  dann  es  ift  kuntlich,  daß  vil  klei- 
ner pfründen  fin,  fo  ring,  daß  eine  nit  mag  ein  pfa£Een 
erziehen."*  Antwort.  Du  haft  gar  kläglichen  erzalt,  und 
es  find  nit  allein  die  pfaffen,  die  du  gemeldet  haft,  man 
ficht  iez  an  den  erzbifchoffen  und  andern  bifchoffen,  die 

»  wollen  nun  inbruch  in  dutfchen  landen  machen,  fi  ver^ 
n&gt  nit  der  ftand  den  fi  baut,  fi  wollen  darzu  äpt  und 
cardinel  fin  und  rote  hfttlin  füren,  wo  fi  riten.  das  find 
die  die  aUes  übel  ftiften  zwifchen  keifern,  künigen,  lan- 
den und  lüten.    fi  erwecken  ufr&r  und  tragen  botfchaft 

ao  hin  und  wider,  heut  fin  fi  franzofifch,  mom  keiferifcb 
und  tragen  waßer  uf  beiden  achfeln.  fi  find  dem  babft 
mit  großen  eiden  verpflicht.  darumb  aller  furften  heim- 
ligkeit  erlernen  fi,  und  das  offnen  fi  dem  babft  und  ver- 
raten diitfch  laut  finer  heiligkeit,  was  hie  ußen  befchicht. 

35  darumb  ftraft  fi  got,  daß  ir  ein  theil  landrünnig,  die  an- 
dern mit  irem  brang,  den  fi  mit  den  roten  h&tlin  triben, 
verfeteen  und  verpfenden  ir  bisthum  mer  dann  ir  vorfaren 
ie  gethon  haben  und  mögen  doch  bi  iren  bistumen,  ouch 

5* 


adminiftrationen  und  commenden,  die  fie  haben,  nit  grünen, 
nüt  beßers,   man  thet  in  die  roten  h&tlin  ab,  daß  in  die 
fcbwart  kracht. 
Aber  daß  ich   wider  komm  uf  min  red  von   den  pfaffen, 

5  die  yil  pfründen  befitzen,  das  do  die  honptfaob  iß  difes 
fchribens.  ich  bekenn  mit  dir,  daß  die  fach  von  alter 
har  verhinleßiget  iß  und  uß  dem  großen  misbruch  vil 
ander  misbruch  ingefbrt  find  und  daß  der  tufel,  wie  du 
fagß,   darzii   das   fin   nit  hat    gefparet   und    daß    er   von 

10  natur  fierker  und  alifenziger,  kunßricher  und  wider  ge- 
meinen louf  aller  menfchen  gelerter  und  argliftiger  iß 
dann  wir  alle,  wie  dem  allem?  das  förnemen,  davon  ich 
fchrib,  triffb  got  den  herren  an;  wenn  da  würt  not  ge- 
facht dan  fin  gotliche  ere,  das  heil  der  feien,  für  die  got 

u  marter  und  tod  gelitten  hat,  und  die  volftreckungen  der 
letßen  chrifienlichen  willen  aller  geißlichen  leben  ßiß- 
herrn.  darumb  fo  got  der  allmechtig  ßerker  iß  dann  der 
tüfel,  hoff  ich,  er  werd  mit  uns  dran  und  wider  den  tu- 
fel fin.    und  fo  du  meinß,  die  fach  fei  veraltet  und  un- 

so  beilfam  wie  ein  alter  fchad  an  einem  lib,  das  laß  dich 
nüt  irren,  wann  keifer  und  künig  und  land  und  der  felben 
rät,  lantvögt  und  der  gemein  adel,  fo  dann  ouch  die 
hoch  dütfch  rät  in  allen  communen  und  ßetten  hoher  und 
nider  dütfcher  nation  darin   wollen  fehen,    was  meinßu? 

9»  es  ward  nie  kein  hus  fo  buwfellig,  fcfaickt  man  fich  dar- 
zu  mit  viler  luten  hilf,  es  würd  in  kurzer  friß  ein  fchön 
lußlich  hus  u%ericht  an  cui;  und  end  da  vormaln  ein 
ungefchaffen  hus  iß  geßanden.  alfo  iß  es  ganz  mügUcb 
die  misbruch  der  pfaffen,  die  vil  pfründen  wollen  befitzen, 

M  werd  abgethon  und  ein  werhaftige  Ordnung  furgcnummeo, 

wie  man  hinfür  all  kiroben  leben  fol  befetzen,  wann  die 

gemelten  houpter  die  fach  an  die  band  nemen  und  durch 

mittel,  wie  hernach  gefchriben,  werden  handlen. 

Zäm  erßen  follen  all  plarrkirchen   ir  eigen  kirohherrn 

3s  oder  libprießer  haben,  das  follen  fin  prießer  eins  guten 
verßands  ip  der  heiligen  gefchrift,  daß  fi  künden  das 
Volk  recht  mit  irem  predigen  leren  und  underwifen  was 
fi  tbün  und  laßen  föllen,  was  reobt  und  nit  recht  iß,  und 


das  volk,  froQwen  und  man,  daran  wifen,  daß  fi  got 
forcbten  und  lieb  haben  und  daß  fi  ficb  flißen  nach  zd 
volgen  dem  unfchuldigen  leben  Jefu  Chrifti  unCers  herren, 
▼an  dem  wir  all  den  namen  haben,  daß  mir  Chrißen 
5  heißen,  der  felbig  prießer  fol  kein  abfenz  oder  gült  von 
im  geben,  dann  er  fol  davon  leben  und  almfifen  geben 
umb  der  großen  forg  willen,  die  im  bi  verlierung  finer 
feien  ufgeleit  ift.  und  ob  fchon  ein  chorherr  kern  von  eim 
thämftift  oder  von  andern  ßiften  und  fprech,  die  pfarr  wer 

10  fin,  der  babß  hab  fi  im  geben,  iß  der  fclb  chorherr  der 
gefchrift  erfaren  und  kan  predigen,  fo  fol  man  in  anne- 
mcn,  doch  daß  er  all  ander  pfründ,  die  er  hat,  ufgebe  und 
fich  difer  pfarr  mit  perfonlicher  biwonung,  wie  gefagt  iß, 
underwinde.  wil  er  das  nit  annemen,  fo  fol  man  alle  zehend  in 

15  verbot  und  arreß  legen  und  im  kein  kornlin  davon  fin 
leben  lang  laßen  werden,  er  lauf  darnach  gen  Rom  und 
klags  fim  babß. 

Nun  fprichßu   Mas  hab  ich   wol  verßanden.     wie  gat 
aber  das  zä,   da  ein   ganzer  ßift  oder   ein  gauz  kloßer 

20  pfarren  haben,  und  das  klofier  oder  ßift  mag  nit  pfarrer 
fin?'  Antwnrt.  Do  fol  aber  die  welüiob  oberkeit  infehen, 
daß  das  ßift  und  kloßer  gfchickt  und  gelert  prießer  uf 
fölieh  pfarr  fetze  und  die  felben  anrucks  daruf  beßetige 
wie  recht  iß,   und  fol   man   dem  felben  prießer  mit  mAt- 

25  maßen  weltlicher  oberkeit  fo  vil  gäts  fchaffen  daß  er 
gefunt  und  krank  wol  verfehen  fi  und  fol  man  eim  pfar- 
rer in  die  verfehung  fiuer  notturft  kein  ßol,  das  iß  opfer, 
lipßü,  bichtgelt  oder  ander  zSfel  rechnen,  wan  die  zilfel 
gond  uf  und  ab  und  find   ungewis,   ich  wil  gefchwigen 

30  ungötlich.  und  ob  ein  pfarrer  m&ß  belfer  bi  im  haben, 
als  oft  befchicht,  den  fol  man  befonder,  nach  dem  und 
ir  vil  find,  z&  irem  ufenthalt  verfehung  fchaffen.  doch  fol 
man  förhin  keinem  ßift  oder  kloßer  me  gßatten,  foliche 
pfarr   zä    Rom  an   fich   zö  ziehen,    haben   fi  felber   der 

»  maßen  forg  hus  zä  halten,  daß  fi  der  fcholmerei  nit  dor- 
fen.    iederman  het  gnfig,  wo  der  git  nit  were. 
Begeh  es  fich  aber  daß  ein  pfarrkirch  nit  wol  mooht  ein 
eigen  prießer  erziehen,  als  oft  befchicht,  und  daß  da  in 


70 


einem  kleinen  cirk  iii  oder  mi  pfarkirchen  l^en  neher 
ungefarlich  dann  in  einem  fierteil  einer  mil,  da  Fol  man 
uß  II  oder  iii  pfarkirchen  eine  machen,  damit  man  einen 
gefchickten  und  gelerten  priefter  mög  dahin  fetzen,  der 

s  fich  do  mog  began  und  das  volk  mit  dem  wort  gottes 
und  den  facramenten  yerfehen. 

Nun  fprechen  die  caplanen  oder  vicarii  uf  den  lliften 
'unfer  caplanien  find  klein:  wir  mflßen  uns  umbthän  mit 
andern  pfründen\     Antwort.     Du  folt  thfin  das  recht  iß. 

10  wiltu  ein  iliftpfaff  fm,  nem  dich  der  pfarren  nit  an,  du 
fieft  dann  gefchickt  darzu  und  wöUeft  dan  andre  pfrün- 
den  yerlaßen  und  perfonlich  die  pfarr  verfehen.  wo  das 
nit,  hab  gdult!  warumb  haftu  dich  uf  nüt  laßen  prießer 
wihen?   doch   findt  man   ein  rat.     wo  caplanien  find,   die 

u  ir  befitzer  nit  wol  mögen  ertragen,  do  fol  man  ii  oder 
mee  zdfamen  fchlagen,  daß  fich  einer  druf  erneren  müg. 
und  das  widerfpricht  nit  dem  vernunftigen  willen  des  ftift- 
herrn.  dann  der  da  fiift  ein  pfründ  in  die  ewigkeit  und 
wil  daß  fi  befungen  und   belefen  werd,   der  iß  nit  wider 

so  diß  fiirnemen,  wo  fin  gotsgab  und  ftiflung  ?.&  klein  iß. 
Ich  fprich  witer,   es  iß  wider   der  feien  heil  daß  einer 
vil  pfrunden  hab,  got  geb  es   figen  caplanien  oder  chor- 
hern  pfrunden. 

Du  fpricheß '  was  gat  es  dich  oder  den  weltlichen  fiand 

25  an?  der  pfarrer  hab,  wie  du  fchribß,  gib  ich  zfi  daß  die 
weltlichen  darin  lehen:  aber  was  gat  fi  an,  wer  hie  oder 
anders  wo  caplon  oder  thumherr  fig.  die  caplanien  und 
thfimherren  pfrunden  haben  doch  gemeinlich  kein  felforg.' 
Antwurt    Du  fagß  wol  davon,  wann  du  und  dins  glichen 

30  wollen  not  zfir  fach  thfin,  fo  mfißen  von  not  wegen  die 
leien  darzä  thän  und  ufrichten  das  das  ir  umbwerfen. 
(ur  das  ander:  find  nit  all  pfaffen  von  den  leien  kommen 
und  der  leien  kinder?  darumb  gebürt  fich,  inen  darin  z5 
fehcn,  daß  die  groß  Unordnung  der  pfrunden  halb  abthon 

«5  werd  und  ir  kinder  üwer  nachkommen  ouch  verfehen. 
ißs  nit  ein  misbruch,  daß  einer  vi]  pfrunden  hat  und  ein 
ander  mer  gefchickter  gar  keine?  wie  hübfch  iß  es,  daß 
einer  z&  Coßnitz  und  hie  und  anders  wo  thdmherr  iß  und 


71 


bat  nit  me  dann  an  einem  ort  fin  wefen,  do  wol  m  tbflm- 
hern  Yerfeben  weren  mit  dem  das  difer  brütet,  alfo  ift 
einer  hie  tbfimherr  und  anders  wo  aucb  und  dafelbs  ver- 
fcblecbt  er  einem  andern  die  ßat.  fol  das  nit  einem  obri- 

ft  ften  menfchen  wee  tbdn,  daß  die  tbämftift  an  yü  orten 
(icb  maß  ein  red  in  die  andern  zieben)  ein  Ordnung  bä- 
hen angefeben,  do  man  keinn  zä  keim  thämherm  annimpt, 
der  von  der  felhen  Aat  gehom  und  erzogen  iß ,  oh  er 
fobon  ein  doctor  und  hoch  gelert  ill.     und  kompt  einer 

10  yon  Scbwoben,  von  Niderland  oder  anders  wo  bar,  den 
nimpt  man  au  und  fromer  lands  kinder  bat  man  kein  acht 
diß  magßu  nit  veraotwurten,  du  fieft  wer  du  welleß,  dan 
daß  es  wider  chriftlicb  und  brüderlich  lieh  iß.  und  da 
zfi  fol  der  weltlich  ßand  ßill  fcbwigen?  nein,  er  fol  dar- 

i&  zfi  thfin,  daß  diß  binfur  geendert  werde,  find  die  felhen 
ßatkinder  nit  als  wol  chrißen  lüt  als  ander  menfchen? 
darumh  iß  not,  daß  die  leien  euch  ein  ufleben  haben  uf 
thämberren  und  caplanen  pfründen. 

Dife  ding  hab  icb  nit  uß  argem  mät  wider  die  geißli- 

so  eben  gefchrihen,  noch  aucb  durch  dis  min  fchrihen  wol- 
len fchmeben  oder  fcbenden  die  würdige  prießerfchaft, 
wann  alles  das  obgemelt  iß  kuntlich  allen  menfchen  und 
offenbar  wie  der  buer  an  der  fonnen.  durum  wo  ein  off- 
ner breß  iß  an  einem  lib,  als  an  dem  baupt  oder  ange- 

35  ficht,  der  unverborgen  wil  fin,  dem  kan  kein  wundarzt 
zfi  hilf  komen,  man  wöU  fich  den  verziben,  daß  man  an 
die  felben  ort  pflaßer  bind  und  falben  anßricb,  unange- 
fehen  daß  es  den  menfchen  ungeßalt  macht,  uf  daß  doch 
zfi  letß  dem  menfchen   geholfen  werd  und  der  ganz  lib 

ao  nit  Verderb,  dis  bah  ich  gefchriben  und  dem  lefer  zfi 
g&t  all  gefchrift  und  gemelter  dingen  bewerung  abgefun- 
dert,  do  mit  der  gemein  man  im  lefen  durch  das  latin 
nit  zerßreuet  werd,  funder  von  ßund  an  den  verßant  in 
fich  faß.    wil  domit  all  regierer  des  weltlichen  ßands  bi 

3»  dem  heil  irer  feien  ermant  haben,  fo  fi  fehen  daß  allent- 
halb  kein  hilf  und  beßerung  fin  wil,  daß  fi  unverzagte 
gem&ts  alle  curtifanen  und  ir  boten  vertriben  und  ußja- 
gen,  keiner  romifchen  bullen,  keine  bans,  er  komm  von 


bäpften  oder  bifohofien,  antreffend  die  pfründen,  ouch 
keins  babftmonet  mer  achten,  und  daß  fi  die  geißficben 
leben  nnd  kirchen  gefatz,  £o  fi  baben,  fainf&r  keinem  pfaf- 
fen  üben,  er  fi  edel  oder  unedel,   er   wöll  dan  perfonlich 

6  uf  der  pfründ  fitzen,  und  ob  er  ander  pfründ  het,  die 
felben  fri  ledig  übergeben  und  kein  gült  daruf  fchlagen. 
von  andern  geiftlichen  leben,  To  bifcboff,  ftitt,  äpt,  äptif- 
fen  und  klofter  von  gewonbeit  oder  Fund  zu  üben  haben, 
wenn  deren  eins  ledig  würt  und  die  iez   gemeken  geifi- 

10  lieben,  fampt  oder  fonder,  einen  prießer  uf  lolch  leben 
fetzen,  fo  foUen  ir  all,  als  die  weltlicb  oberkeit,  darin  fe- 
hen,  daß  die  priefter,  die  alfo  angenummen  werden,  den 
titel  haben,  daß  fi  kirobbern  figen  und  daß  inen  alles 
nacbvolge   das   einem   kircbhern   gebürt  nach  zfi   volgen. 

15  ir  follen  ouch  keinem  pfaffen  geftatten,  als  wit  üwer  fur- 
ftenthum,  land  und  gebiet  begrift,  er.fig  pfarrer  oder  fünft 
verpfründt,  daß  er  kein  abfenz  oder  penfion  von  ioi  geb; 
dan  es  wider  der  feien  heil  ift,  daß  von  gots  gaben  und 
ftiftungen  frommer  menfchen  penfion,  abfenzen  und  refer- 

<o  vat  geben  oder  genummen  follen  werden  dobin  do  es  nit 
verdienet  wirt.  dan  diß  ifl;  der  letft  will  gewefen  aller 
ftifter,  daß  folicb  niitzungen  allein  dienen  und  bliben  fei- 
len dem  der  das  mit  fingen  lefen  und  predigen  verdient, 
fo  nun   under  allen  menfchen,  nemlich  bi   den  Chriften, 

25  der  letfl;  will  hoch  und  furnemlich  geacbt  und  man  in 
allen  rechten  bi  großer  penen  gehütet  den  letften  willen 
eins  menfchen  zä  volftrecken,  ift  ie  billich,  daß  ir  daran 
figend  daß  dem  volk  gefchehe  und  daß  denen  die  da 
verdienen  und  arbeit  haben,  die  gots  gaben  ganz  bliben, 

so  und  die  die  kein  arbeit  darumb  haben,  der  felben  keinen 
genieß  entpfaben.  thönd  ir  das,  fo  werden  all  pfrunden 
mit  eren  lüten  befetzt,  das  cbriftlich  volk  würd  wol  re- 
giert, die  zal  der  tregen,  iulen  und  geilen  pfaffen  gemin- 
dert und  würd  dabin  bracht  in  kurzer  zit,  daß  ein  pfaff 

85  fich  m&ft  Ion  ben&gen  mit  einer  pfründ  und  darft  nit  wi- 
ter  gedenken. 

Und  ob  man  fprechen  wölt  'die  weltlichen  haben  den 
geiftlichen  in  ir  fachen  nit  zu  reden,  noch  fi  zu  leren  und 


78 


weifen',  antwort:  wenn  ein  wifer  blind  ift  und  in  finer 
blindheit  an  ein  forglich  ort  gat  da  er  fallen  würd,  dem 
ift  es  glucklich,  ob  in  fchon  ein  un wifer  bi  der  band 
nimpt  und  in  uf  ein  fiebern   weg  bring,   do  er  nit  den 

ft  hals  abfeit,  alfo  ift  es  auch  in  den  misbruchen  der  geift- 
lichen.  denn  fo  fi  mit  offnen  ougen,  durch  den  git  ver- 
blendet, wider  got  und  der  feien  heil  handien  und  fich 
felbs  nit  wollen  beßern  und  vor  übel  h&ten,  ift  not,  daß 
der  weltlich  ftab  fi  wife  und  Are,  wie  ob  gemelt  ift,  und 

10  dorfen  darumb  keinen  bau  oder  geiftlich  fixaf  forchten; 
wann  in  difen  und  der  glichen  fallen  fol  man  all  bann 
▼erachten,  obgemelter  diug  hab  ich  zwen  gleich  lutend 
zedel  gemacht  und  uß  ein  ander  gefchniten,  den  geiftli- 
chen  und  weltlichen,   ieder  parthi  einen,  fich  wißen  dar- 

15  nach  £&  richten,    got  fie  mit  (ich  allen,  amen. 
Anno  domiui  MDXXI  menfe  feptembri. 


IV. 

EIN  ÜNDERRED 
DES  BAPSTS  UND  SEINER  CARDINELEN 

WIE  IM  ZU  THÜN  SEI 

UND  DAS  WORT  GOTTES  UNDER  ZU  TRUCKEN 

EIN  lEGLTCHER  SICH  DARAUF  ZU  BEDENKEN. 


DIE  VORRED  ZUM  LESER. 

Ob  wol  fchon  (als  gewonlich  ift)  oun  einer  Iprech,  da6  difes  ein 
fchimpfgedicht,  als  ein  fohantbuch  oder  famofus  libellas  möcht  genenot 
werden,  darinnen  du  nicht  findeft  lafter  oder  antbat  noch  iergent  du 
über  die  fo  wider  fchantfchrift  außgangen,  verpoten  fein,  die  weil  non 
i  alles  inhalt  götlicher  leer  und  bepftlichem  rechten  gemed,  fo  mag  wol 
nit  weniger  ein  jung  kint  bei  fchwacher  verftentnns  merken,  dafi  oni 
der  nnts  leibs  und  der  feelen  aü  geprauchen  durch  dan  bapft  and  an- 
dere der  ganzen  gemein  geiftlichs  lUnds  verpoten  würt  und  wißen  die 
unpilligkeit  ires  verpietens.     nun  wil   ie  Chriftus   nit   (wiewol    uns  die 

10  fchwech  der  Ternunft  fall  reizen  iß)  mit  dem  fchwert  des  zorns  ge- 
fochten haben,  fonder  mit  der  gleichen  Worten  ift  er  uns  unterweifeD 
'wo  etwan  mein  brüder  wnrt  fundigen,  würt  mir  gesimen,  in  brüder- 
lichen aA  ftrafen',  welches  dem  bapft  und  dem  ganaen  feinem  lanleo 
häufen   oft  gefchehen,  aber  kein  brüderliche    ermanen  iergent  helfen 

15  wil,  fondem  'hau,  ftich,  würg,  prenn  und  fchlag  tot  alle  liebhaber  dei 
Worts  Chrifti'  ift  er  ftetlich  gilfen.  fo  wil  uns  gelieben,  Chrifto  weiter 
nach  zu  volgen  und  ße  irer  böfen  mishandlnng  öffentlich  anßfchreieo. 
dammb,  du  lieber  lefer,  ob  dn  etwas  leeherlichs  hierinnen  finden  warft, 
magftu  das  z&  zeiten  wol  nmbkeren,  dann  anf  dem  weg  entlieh  die 

30  geiftlichen  r&en.  gof  wol  iren  ernftlichen  anfchlag  wider  Chriftum  wen- 
den! ob  dn  ie  fchon  nit  die  warheit  des  graufamen  mörzugs  ftndeft, 
vergleich  du  es  felber  als  ein  verftendiger  auf  ir  bös  fnrnemen,  damit 
unfer  lieb  gegroßert  gegen  dem  wort  gottes  und  genidert  gegen  dem 
faulen  häufen  der  geiftlichen  würt.    amen. 

95  Ob  ich  nicht  faft  künft^ch  bin  gemacht, 

So  haben  mein  vil  frummer  gelacht. 


li 


Dm  fnrnafflen  dM  ich  in  mir  hab, 

Hat  mich  gelert  der  bäpAIich  ßftb. 
Verliehe  mich  recht,   ob  er  gewünn, 
Mein  reim  heißt  Es  iß  alTann. 


ft  ^   Des  bapfts  rede. 

Ir  hochbegabten  mit  eres  und  reiohtamb,  ir  hochweifen 
und  vernünftigen  und  wolbedachten  lieben  br&der,  darumb 
wir  als  merer  und  als  ein  ftetlicher  aufenthalt  unfer 
eren,  reicbtumb  und  wirden  nit  wenig  betracht  und  z& 

10  herzen  genumen  die  grauTamkeit  und  das  groß  doben  und 
wAten,  fo  die  Cbrillen  zä  nidertnickung  unfer  aller  her- 
ligkeit  und  große  der  eren  fich  underftehen,  darumb  aber 
wir  all  z8  gleich  von  unrern  vorfarn  durch  manch  mittel 
und  fubtile  gfchwindlißige  behendigkeit  diefelben  Chrillen 

15  nach  unferm  willen  bedrungen,  das  dann  alweg  in  me- 
mng  unfer  großen  macht,  auch  erhöhung  unfer  großen 
eren  und  reichtumb  uns  gedient  bat,  fo  befinden  wir  doch 
folchs  in  keinen  weg  uns  nimmer  gelingen,  welchs  wir 
dann  als  ein  commun  und  ein   gewalt  des  heiligen  bepft- 

90  liehen  ftäls  in  hohem  gerücht,  reichtumb  mit  aller  zier- 
ligkeit  in  Weisheit  erhalten,  nit  unbillich  zum  höchften 
beherzigt  und  der  maßen  befchwert,  daß  wir  in  keinen 
zweifei  ßellen,  all  frum  ere  und  gelt  liebend  Temünftig 
geiülich  menfchen  tragen  folchs  überfcharpfen   andaftens 

SS  von  Teutfchen  kein  gefallen,  welchs  wir  dann  all  z&  gleich 
(zu  beforgen)  in  armfit,  tr&bfal  und  Verachtung  kummen 
möchten,  wo  wir  des,  dieweil  es  bei  etlichen  furften 
und  herren,  nit  eingewurzelt  werdent.  in  funders  aber 
kumpt  uns  nit  zu  ringer   entfetzung,  daß  durch  die  jeni- 

so  gen,  fo  uns  mit  werten  und  gedaten  widerwertig  und  die 
in  erweckung  vil  unfridlicher  gramfchaften,  zurüttung 
chrilllicher  einigkeit  und  teglicher  Vergiftung  ir  freud  und 
beliiftigung  fachen,  durch  die  gefchrift  dahin  follen  be- 
wegt werden,  als  die  öberften  furften  des  romifchen  reiche 

35  fich  gegen  uns  in  difen  fchmelichen  handlungen,  die  uns 
unfer  ere,  reichtumb  und  zier  on  mittel  belangen  und  der 
wir  unfers  achtens  und  bedacht  unfer  vilfeltigen  wider« 


76 


fprüch  und  biß  her  erzeigten  emftlichen  graufamkeit  bil- 
liger vertrag  halten  folten,  mit  grünt  irer  geßalt  ein  zu 
laßen,  wir  haben  auch  uns  gegen  den  vergiften  beftien, 
irem  fchinelichem  gedieht  und  offenbarem  anßfchreien  mit 

&  unfer  warhaften  Verantwortung  und  entfchüldigung  auf 
alle  ßück,  punkten  und  artikeln,  darinnen  unterfchiedlich 
vermeldet,  durch  unfer  hohe  und  wirdige  potfchaft  bereit 
gemacht  und  der  maßen  gefchickt,  daß  darauß  menikli- 
chen   das  unerfetlich  vergift  gem&t  des   verdampten  und 

10  vermaledeiten  munchs  vcrfteen  het  Tollen,  auch  wie  gar 
unpillich  und  neben  dem  weg  der  warheit  fein  Verach- 
tung gegen  uns  geftelit  würt.  uns  kumpt  auch  auß  gu- 
ten vernunftigen  urfachen  fein  fchreiben,  fo  lang  wider 
uns  gethon,   in  keinen  weg  zu  bewegen,     des    gleichen 

15  fein  wir  der  felbigen  fchrift  zum  teil  ganz  wenig  erfarn, 
der  uns  nie  gebraucht  und  die  auch  nicht  bekennen  und 
nicht  bekennen  wollen,  dann  uns  die  zu  graufamen  und 
merklichen  abbruch  dient,  belunder  des,  daß  uns  die  fel- 
big   fchrift  zä  bequemlicher   zeit  auß   alten   heiligen  ge- 

90  wonheiten  für  unfer  i&ß  gelegt  wurt  nun  befinden  wir, 
wiewols  noch  nicht  lang  gewert,  unfer  herligkeit  in  gro- 
ßem abbruch.  wir  wißen  auch  folch  ir  fumemen  in  kei- 
nen weg  weiter  z&  dempfen,  und  iß  ie  unfer  emftliche 
meinung,  ein  ieglicher  wol  fein  herligkeit  nach  dem  bellen 

35  befchiitzen  und  endlichen  durch  fin  und  Vernunft  beden- 
ken, wie  groß  der  abbruch,  fpot  und  z&  beforg^d  gar 
die  Vertreibung  fein  würt,  dann  ie  ein  alter  löblicher 
brauch  und  gewonheit  zu  hanthaben  ift.  wollet  darumb, 
wo  es  fein  kan,  euch   ein  g&t  bedenken  nemen  und  uns 

so  mit  gefaßter  und  endlicher  meinung  widerumb  verftendi- 
gen,  auch  hierinnen  kein  lilber  noch  golt  fparen*  des 
wollen  wir  uns  z&  einem  ieglichen  fonderlioh  in  zeit  dreier 
tagen  verfehen,  denn  uns  das  lenger  zu  z&  fehen  nicht 
zimen  wil. 

35     ^  Antwort  des  bedachts  des  erßen  cardinals. 
Allerheiligßer   vater,   nit  wenig   ift   uns  z&   erfreuen  die 
billiohen  beherzigung,  fo  euer  heiligkeit  in  difen  graufa- 
men fachen,  fo  die  Chriften  und  Teutfchen  in  allen  landen 


77 


sn  nndertrackung  unfer  großen  herligkeit  und  fohmele- 
rung  unfer  reichtnmb  fioh  underßehen,  welofas  dann  ie 
ein  anfenthaltung  unfers  gewalts,  ein  m«iing  unfer  reicb- 
tamb,  ein  zier  unfer  herligkeit  und  ein  woUuß  nnfers 
&  leibs  gewefen  ift.  nun  fo  befinden  und  merken  wir,  durch 
zwo  einig  perfonen  folch  unfer  lang  hergeprachten  löb- 
lichen gebrauch  nidergetruckt  würt  oder  werden  fol,  wel- 
ches ie  einem  ieglichen  unfers  gewalts  billicben  nicht 
wenig  zu   herzen  gehen  fol  und   bei  bewertem  glauben, 

10  vor  und  e  dann  weder  kiinig  noch  keifer  noch  niemant 
der  gleichen  zu  wegen  het  bringen  mögen,  daramb  wir 
aber  euer  heihgkeit  auf  nechfte  ermanung  in  aller  gefli- 
ßener  gehorfam  erfcheinen  und  uns  auch  zu  merer  ent- 
haltung  unfer   reichtumb,  herligkeit   und   zier  ganz  wol 

»  gezimen   wil,  haben  wir   auß   uns   endlichen  befchloßen 

und  vier  meinung  auf  peßerung  f&rgefchlagen,  darinnen 

wir  drei  erweit,  unfer  gem&t  und  gät  gedünken  zä  erzelen. 

und  ift  das  die  meinung. 

Allerheiligßer  vater,  wir  wißen  daß  unter  den  teutfchen 

M  furften  nirgent  keiner  ift,  der  unfern  brauch  und  loblichen 
unüberwindlichen  pomp  am  meiften  widerftant  thut  dann 
der  furft  auß  Sacbfen,  herzog  Friderioh  genant,  welcher 
die  beftien  lang  in  befchutz  und  fohirm  gehalten  hat,  daß 
man  den  feibigen  on  argwon  mit  fubtiler  befcbeidenheit, 

25  deren  dann  gar  manicherlei  bei  uns  gewonheit  fein,  auch 
die  in  fonderer  gewonlioher  äbung,  die  Teutfchen  oder 
•unfer  wider  wertigen  damit  zä  toten,  daß  dann  etwan  vil 
leichtfertigen  perfonen  beftelt,  verfoldet  und  auf  die  pan 
gericht  würden,  daran  wider  filber  noch  golt  fparten  und 

30  fehen  dem  feibigen  under  zu  kumen  mit  gift  oder  ande- 
rer thaten;  darinnen  wir  uns  auch  hochfter  befcbeiden- 
heit und  des,  des  wir  nach  geftalt  folcher  merklicher  fa- 
chen mit  f&gen  und  zu  der  plöße  unfer  notturft  nit  ge- 
raten, gebrauchen;  wölten   auch  gleich  wol  nicht  liebers, 

35  dann  daß  wir  das  alles  unbegeben  unfer  reichtumb  und 
herligkeit  gar  betten  übrigften  mügen,  als  wir  auch  et- 
wan vil  zeit  und  biß  lieh  die  außgebreit  berichtigung 
wider  uns  von  tagen   z&   tagen  gemanchfaltigt   und    bei 


i 


78 


menikliefa«  erweitert  bat,  demnach  alle  nnd  iegUche  der 
teutfchen  nation  yerwanten  auf  difen  furften  ßehen  und 
hanthaben.  fo  nun  der  in  mittel  weg  getodt  wart,  welcha 
dann  euer  heiligkeit,  des  gleichen  unferm  löblichen  brauch 

&  zu  gutem  und  hohem  nutz  erfchießen  würd.  dann  als 
bald  difer  furft  mit  tot  abgieng,  würden  alle  die  je- 
nigen, fo  nur  dem  yermaledeiten  mit  worten  oder 
mit  getaten  angehengig  gewefen  weren,  auß  forcht 
unfer    mandaten    widerumb    abfallen,     wir    wolten    auch 

10  als  bald  die  andern  furßen  umb  hilf  anrfifen,  die  ver- 
maledeiten beftien  in  unfer  band  zä  überantworten, 
und  als  bald  folchs  gefchech,  wolten  wir  den  durch 
martern  zu  widerrfifen  bringen,  wolt  er  aber  ie  nicht, 
künten  wir   denn   heimlichen  ertoten,  darnach  fprechen, 

15  er  were  eines  w&tendens  lebens,  auß  verdienft  daß  er 
euer  heiligkeit  alfo  gefchmecht,  oder  fünft  eins  fcheuzli- 
eben  lebens  gefiorben,  wie  wir  dann  das  bei  uns  in  fub- 
tiligen  rat  fünden.  und  wenn  das  folchs  durch  unfer 
beftelte  prediger  in  allen  landen  mit  weifuug  unfer  gna- 

so  den  dem  gemeinen  man  verkünt  würd,  würden  alle  men- 
fchen  in  forcht  bekert  werden,  würd  auch  unfer  gewalt 
und  macht  großer  dann  fie  vor  nie  gewefen  weren.  wir 
wellen  auch  zä  wegen  z&  bringen,  durch  lift  deren  die 
di    fch Warzen   kunß  künuen,   daß  nach   feinem   tod.  gar 

n  mancherlei  zeichen  gefchohen:  wolten  wir  dann  fagen  un- 
fern glimpf  und  unfer  dienende  meinung  in  ein  formlichen 
weg  fchicken.  folichs  auß  unierm  verftand  haben  wir 
euer  heiligkeit  und  der  ganzen  commun  nicht  wollen  auf 
beßerung  yerhalten. 

ao    ^  Bin  gemeine  Verantwortung  difs  ratfchlags. 
Ganz   wol   gegründt  und  beftendig   wer   difer  rat,   ganz 
hoch  und   wol   bedacht   mit   gezierter  Weisheit  bekleidet 
und  umbgeben,  wo  unfer  widerwertigkeit  bei  difen  furften 
fich  hochlichen  nicht  geweitert  het,  ßnd  auch  etliche  ar- 

S5  tikel,  die  folchs  fürnemen  ganz  nit  dulden  und  leiden 
wollen,  und  fein  die  wir  wißen  und  haben  in  gfiter  kunt- 
fchaft,  daß  difer  fürft  als  einer  von  der  chüf  bei  feinen 


79 


▼erwonten  oder  nnterthooen  löblich,  erlich,  auch  in  gro- 
fiem  auffehen  gehalten  würt,  darum  er  fein  voIk  fo  mit 
befcheiden  lobUohen  und  g&ten  tngeten  (wie  man  dar« 
▼on  Tagt)  regiert,     nu  folt   dann   folchs   gefchehen   und 

&  dem  romifohem  reich  wißen  und  man  dem  gemeinen  man 
▼erkuntfchaft,  daß  er  durch  unrer  kuntfchaft,  rat  und  that 
▼om  ld)en  zum  tot  bracht  worden  were,  fo  würden  unfer 
widerwertigen  heftiger  und  graufamer  wider  uns  und  ander 
der  ganzen  commun  geißlichs  ftands  werden,  denn  fie  vor 

i»ie  gethon  betten,  uns  wurd  auch  daranß  folgen  über- 
fallung, todung,  lefterung  und  was  fie  zd  fchanden  und 
fchmach  erdenken  künden  vervolgen.  fie  würden  auch 
den  vermaledeiten  in  peßer  h&t  halten,  dann  fie  vor  ie 
gethon  betten,  und  würden  fie  dann  die  ftrften  uns  z& 

n  g&t  etwas  begweltigen  wollen,  würd  rfi  beforgen,  es 
möcht  unrat  in  allen  landen  erwachfen,  alfo  daß  wir  hie 
kaum  ficher  fein  feiten,  darumb  ift  uns  difer  rat,  wie- 
wol  er  ganz  fubtil  und  wol  gegründt,  nicht  nützen  noch 
zimen  wil.    wir   wollen  aber  auf  beßerung  die  Weisheit 

so  des  andern  rata  auch  hören. 

^  Der  ratfchlag  des  andern  erweiten  car- 
dinals. 
Aller  heiligifker  vater,  wir  weiten  aber  und  befinden  in 
uns  beßers  und  nützers  nicht,  dieweil  aUein  unfers  hohen 
gewalts   niderdrucknng   und   große   herHgkeit    verderben 

»  auf  nichte  ftehet,  denn  auf  difen  verflachten  beftien,  die 
dann  auß  der  göüichen  fchrift  uns  allen  zfi  gefohickt,  z& 
beforgen,  Chriftus  der  oberft  got  werd  (wie  er  geredt 
hat)  fein  wort  wollen  behalten  und  nit  zergehen  laßen, 
es  ift  auch  lauters  in  unferm   vermügen  nicht,   denn  in 

so  einigen  weg  zu  tempfen,  uns  würd  dann  gelücken,  daß 
wir  etliche  leichtfertige  perfonen  überkemen,  die  wolt  wir 
mit  gelt  fo  wol  befolden  und  zu  vil  auf  in  feben,  ob  er 
in  in  feiner  wonung  möcht  begweltigt  und  vom  leben 
zum  tod  gepracht  werden,  dann  wir  die  leichten  leut  mit 

u  der  meng  unfer  reichtumb  ganz  wol  bekumen  möchten, 
und  fo  dann  folchs  gefchehen  wer,  als  dann  wölten  wir 
uns  underftehen  auf  die  zfl  tringen  mit  banbriefen,  mit 


80 


der  acht  und  anderen,  was  uns  dann  am  f&giicliften  fein 
würd,  und  wie  in  dem  vorigen  ratfchlag  Temerkt  ift,  als 
bald  mit  liften  unfer  Zauberei  zu  wegen  bringen,  daß  ans 
folcfas  gegen  dem  gemeinen  man  wol  erfchießen  folt  und 

t  fo  nun  der  umbkommen  wer,  welcher  wolt  ficb  mer  un- 
terßehen  wider  euer  heiligkeit  zu  fetzen?  fo  ift  keiner 
der  fo  wol  gegrundt  ift  als  difen  und  ob  einer  mefaer 
fchreiben  wnrd,  m&ften  wir  trachten,  daß  wir  in  allen  landen 
unfer  fpeher  betten,  die  wolten  wir  dann  reichlieh  begaben, 

10  die  mflften  mit  Vergiftung  oder  wie  fie  die  tat  fdiieken  würde, 
fie  umbringen  laßen,  daran  dorfen  wir  auch  gar  kein  gelt 
fparen.  ir  wiirdet  auch  befinden,  wo  der  gelertßen  einer 
oderetlich  umbkemen,  es  würden  lieh  die  andern  fchmiicken, 
und  als  bald  das  gefchehe,  m&ften  wir  predigcr,  die  dann 

15  uns  nutzten,  in  alle  ßet  befolden,  zuvor  in  die,  do  die 
einwoner  noch  gfit  auf  unfer  feiten  weren,  daß  die  felbi- 
gen  durch  die  that  nit  in  ergernus  vielen,  und  ob  lie 
fchon  auf  die  fcfarift  gründen  oder  ziehen  wolten,  m&ften 
wir   beftellen   heimlich   b&chdrucker,    die  bibel   und   das 

90  evangelion  auf  unfer  meinung  laßen  truoken,  die  felbigen 
in  alle  land  fchicken  und  naohvolgend  auf  den  canzeln 
fagen,  daß  der  recht  abtruck  were  von  dem  alten  und 
neuen  teftament,  des  gleichen  auß  dem  evangelio,  und 
was  inen  vorgefagt   worden  were,  weren  die  aken  alle 

t&  gefelfcht  worden,  und  m&ften  nennen  durch  Wikleffs  oder 
Hüften  gefchefaen  fein,  oder  wie  es  dann  ferrer  befübloßen 
würd.  wir  m&ften  auok  lagen,  daß  man  folchs  erft  neu- 
lich gefunden  hab«  uns  würd  auch  gezimen  etwan  ein 
alt  gemeiner  abbrechen  und  mit  Xubtiler  behender  liftig- 

30  keit  umbgehen,  welchs  on  gezweifelt  nit  feien  würde, 
dann  wir  biß  her  alfo  an  uns  gezogen  haben,  daß  die 
groben  vollen  dotten  Teutfohen  nie  gemerkt,  nnd  gewis- 
lieh,  wo  der  teufel  den  beftien  den  Luther  hin  hett,  uns 
würde  gelingen,  folchs  auß  meinem  verftand  hab  ich  euer 

t5  heiligkeit  nit  wollen  auf  beßerung  verhalten. 

^  Das  verantwort  ein  heiliger  patriaroh, 
den  fie  für  den  heiligften  hielten,  die  meinung. 
Aller  heiUgfter  vater,  uns  ift  entlich  kunt»  wie  Clmften 


81 


und  TeulTciieti  in  bIIoii  laaden  fo  gewaltig  und  h^kig  auf 
dem  wort  Chrifti  des  öberßen  gotts  halten,  auofa  was  für 
gcverligkeit  enlTpringen  mochten,  wo  wir  etwas  in  eini- 
ehe  weg  furnemen  möchten,  dann  fie  uns  in  keinen  weg 

&  weiter  glauben  werden,  und  ob  fchon  der  Luther  er- 
fchlagen  würde,  fo  find  ii  doch  fo  vil  in  allen  landen, 
daß  uns  hindenach  gelts  z&rinnen  würde,  des  gleichen 
wirt  folchs  wort  gottes  bei  dem  gemeinen  man  mer  ge- 
prancht  dann  bei   den  gelerten.     fo  fein   fie  wol  fo  ge- 

10  fcbickt,  wo  folche  that  ein  mal  oder  meer  befunden  würde, 
fie  würden  acht  und  gelt  auf  die  theter  logen,  da  mit  fie 
die  z&  wegen  brechten.  und  fo  dann  die  nun  zu  wegen 
bracht,  werden  fie  die  der  maßen  in  marterung  halten, 
villeicht  fo  würden  fie  auf  uns  bekennen,  welch  uns  denn 

15  glauben,  trauen  und  erft  merkliche  Verletzung  bringen,  und 
ift  den  fachen  in  keinen  weg  zu  furkomen  denn  mit  einer 
fach,  die  ioh  denn  euer  heiligkeit  und  uns  allen  zu  nutz 
erkleren  wil.  und  ift  die  fach  alfo  geilalt.  aller  heilig- 
ßtr  vater,  ich  weiß   mich  in  der  fcfarift  erfaren,   und  ob 

to  ich  darauß  dann  etwas  rathen  würde,  verhoff  ich  uns  zu 
nutz  erfchießen.  heiliger  vater,  eur  macht  iit  groß  und 
euch  ift  gewalt  geben  in  himel  und  auf  erden,  dieweil 
ir  dann  gewalt  habt  in  himel,  wolt  eueh  denn  nit  gezi- 
men   den  zu   befuchen,  dieweH  es  fo    ungeAalt  auf  der 

s»  weit  zu  gehet,  und  darinnen  euera  gewalt  fchaffen?  denn 
fo  ir  dann  den  gewalt  eionempt,  mocbt  ir  alle  die  jenen, 
fo  euer  heiligkeit  zfi  widerftand  geftand(^  find,  mit  dem 
fear  oder  ander  geftalt  toten,  nachfolgend  mocbt  unfer 
fach  wider  g&t  werden,    ob  euer   heiligkeit  wölt  fagen, 

30  wie  das  gefchehen  möcht,  gib  ich  rath  alfo.  man  findt 
klerlich  in  der  lügend  des  heiligen  fanct  Brandooe,  wie 
er  etliche  jar  auf  dem  mör  g^aren  und  ganz  feltfame 
wunder  erfaren.  nemlich  ift  er  vor  dem  paradeis  gewe- 
£en  und  zeiget  aa  alle  gelegenheit,  wie  es  geftalt  fei,  das 

35  uns  dann  z&  großem,  wo  wir  mdnem  rath  folgen,  nutz 
erücbießen  mocht  auch  fo  seigt  er  an,  wie  Chrißus  der 
öberft  got  etlicb  engel  verftoßen  hat,  der  dann  hundert 
und   72   kgion    find,   mAcht    in  famma   N.     die   felben 

ö 


82 


weren  ancb  gern  bei  irem  vorigen  gewalt.  nu  £o  wir 
weßen,  daß  uns  die  felbigen  nur  beiftant  wolten  ihfin,  fo 
dorften  wir  leicbt  noch  ein  tanfent  Schweizer  oder  fechs, 
die  ftünn   erfaren   find,   haben,  wolten   wir  doch    fehen, 

6  was  nnfer  gewalt  im  hiniel  were.  fo  haben  wir  auch 
ftarkes  gefchütz.  darnach  wolten  wir  ftir  das  paradeis 
faren,  uns  mit  Chrifto  underreden,  daß  er  uns  bei  unferm 
altem  brauch  beleiben  ließ  und  etliche  feiner  wort  wider- 
r&fet,   folchs   auß  unferm  gewalt  mit  im  zä  handeln  und 

10  uns  bei  im  im  himel  ließ,  gefiel  es  uns  dann,  mochten 
wir  doben  bleiben,  gefiel  es  uns  aber  nicht  und  er  wolt 
auch  nit  widerr&fen,  wie  er  dann  gefagt  hat,  ehe  feine 
wort  zergehen,  ee  m&ß  himel  und  erden  zergehen,  wolten 
wir  in    wol    lernen  und  im   mit  gewalt    einfallen,     doch 

i&  mfißen  wir  zävor  acht  haben,  wo  die  fchlußel  hin  kom- 
men weren,  die  Chriftus  Petro  het  geben,  da  er  faget 
'ich  wil  dir  geben  die  fchlußel  der  himeP,  wenn  fie  ie 
nicht  wolten,  daß  wir  mochten  auflpcrren,  unfer  gefchütz 
nein  richten,  darnach  mit  gewalt  hinein  dringen  und  zu 

so  entlieher  meinung  mit  im  handeln,  wolt  euer  heiligkeit 
fag^i,  fie  wefl;  des  wegs  nicht,  das  wolten  wir  alfo  ma- 
chen, wir  wißen  einen,  der  iil  der  fchwarzen  kunß  nit 
wenig  erfaren,  der  möcht  durch  fein  kunß  in  vierzehen 
tagen  auß  und  ein  faren,   möcht  ir  im  euer  meinang  zfi 

i5  verftehen  geben,  ungezweifelt  fie  werdens  nit  abfchlagen. 
dieweil  wollen  wir  uns  mit  volk,  fpeis  und  allem  dem 
das  wir  nottCirftig  fein,  fchicken  und  aufmachen;  damit 
mochten  wir  zu  unferm  alten  Aand  komen,  fünft  ift  es 
unmüglich,  dann  ich  das  entlichen  durch  die  erfamen  der 

M  bewerten  kunß  hab.  euer  meinung  zfi  erzelen ,  mag  ich 
g^n  hören. 

^  Des  bapßs  antwort. 
Wir  follen  billich  loben  und  lieb  haben  die  uns  in  unfern 
noten  durch  ir  Weisheit   zö  hilf  komen  mögen,   darumb 

w  difer  rath  und  pefte  uns  dienende  meinung  nit  wenig  er- 
freuet, ir  folt  auch  gewis  und  alles  zweifeis  on  fein,  wo 
wir  folchen  fig  bei  Chrifio  überfcemen,  daß  ir  difer  wol- 
bedachten   und    weifen    betrachtung   nit   wenig  genießen 


8H 


folt.  wir  befinden  auch  in  unfer  beiligkeit  beßers  nicht 
zä  gedenken  noch  gedacht  werden,  wie  kund  uns  auch 
immer  beßer  geTchehen,  denn  wenn  wir  den  himel  felber 
befeßen,  die  glori  und  eher,  wie  man  darinnen  fagt,  über- 

ft  kernen?  darumb  bitten  wir  folchen  guten  rath  wol  z&  be- 
denken, wie  im  z&  thfin  fein  werde. 

^  Die  gemein  der  cardinel  antwort. 
Allerheiligßer  vater,    wir  haben  betracht  und  mit  hoher 
gir  und  hoher  erfreuung  z&  herzen   genomen  die  wolbe- 

10  dachten  hochweifen  unvernünftigen  räth,  fo  uns  von  dem 
heiligen  vater  befchehen,  darumb  er  auch  billig  auch  aller 
eren,  reichtumb  und  zierd  wirdig  ilt  wir  follen  auch  als 
bald  den  verftoßenen  unfer  meinung  und  furnemen  zu 
fchicken;  und  wo  die  felbigen  wie  wir  weiten,  möcht  uns 

u  größere   nicht   erfreuen,     wir  weiten    auch    ongezweifelt 

folchen  fig  leichtlich   überkomen,    und  fo  wir   den   himel 

betten,  were  die  weit  vor  unfer.     hierauf  nach  rath  des 

hochweifen  follen  wir  alle  ding  unverzogenlich  anrichten. 

^  Ein  fendbrief  au  die  verftoßenen. 

to  Unfern  lieben  getreuen  lieben  befundern  auß  merklichen 
urÜAchen  und  freuntlicher  zfineigung  auch  funder  billig- 
keit  uns  z&  bedenken  des  unbilds  vor  Zeiten  euch  als 
den  rechten  erben  und  erbherren  des  himels  eurs  Vater- 
lands befchehen  wider  alle  recht,  umb  willen  daß  ir  auß 

s»  bewegnus  der  billigkeit  euch  euers  Vaterlands  mer  getroft 
dann  andere,  als  außlendifchen  und  frembden,  welchs 
dann  ie  g&tlicber  und  leichtlich  einem  ieglichen  verßen- 
digen  zu  wegen,  denn  das  übel,  fo  Chrißus  an  euch  be- 
gangen hat,  ift   uns   und  der  ganzen  commun  geiftlichs 

so  Aands  teglich  zä  beforgen,  auch  umb  willen  daß  wir  un- 
fer lang  hergebrachte  hochlobliche  gewonheit  unfer  eren 
und  zierd  unterlaßen  follen,  welches  uns  dann  als  unrecht 
fein  zu  euer  befchehener  unbilligkeit  ganz  tief  bewegt 
bat,  welches  auch  uns  die  tiefe  beforgimg  zu  euer  me- 

3»  rung  und  erhohung  z&  gedenken  nicht  aufbort:  darumb 
wir  aber  euer  herliche  verfamlung  mit  fchriften  euers 
heils  und  erlöfung  erinnert  haben,  folt  ir  euch  nicht  be- 
frembden,  denn  uns  die  Unbilligkeit,  als  wir  verhoffen,  in 

6* 


84 


ein  br&derlicbe  püntnns  und  einigung  bringen  fol,  damit 
wir  nicht  allein  filber,  gold,  eher  und  zterd,  fonder  auch 
den  himei  lelbe  befitcen  und  regieren  foUen  und  wollen, 
das  dann  euch,  als  billicb  were,  in  euern  alten  (Vand  ver- 

h  beßert  mit  einer  neuerung  bring#!n  Fol.  und  iß  unfer  ent- 
liche meinung  und  furnemen  alCo  geftalt  lieben  befon- 
dern  und  getreuen,  ir  feit  ungezweifelt  hoch  bewift  der 
großen  und  hohen  lang  hergebrachten  loblichen  gebrauch, 
fo  zSl  unfer  heiligkeit  und  dem  bäpftlichen  Ml  durch  vil 

10  uufer  Torfaren  loblichen  gefUftet  und  hergebracht,  fo  find 
doch  die  Teutfchen  und  fall  alle  fect  und  nation  bilflich, 
unfer  gemelte  lang  hergebrachte  heiligkeit  z&  verdrücken 
und  zu  inen  denn  die  wort,  fo  Chrißus  geredt,  vaft  die* 
nen   und  nutz  fein,     fo  well  ir   doch,    daß   Chriftus   auf 

u  erden  und  in  hioiel  fanct  Petro  und  allen  feinen  nach- 
kommen gewalt  eS  thAn  und  z&  laßen  geben  hat,  fo  le* 
gens  doch  die  Chriften  anders  dann  es  iß  auß.  auch  hat 
Cfarilhis  in  vilen  geredt,  das  zä  erftörung  und  vertrei* 
bung  unfer  heiligkeit   den  Chriften    ganz   feer   nutzt,     fo 

M  wißet  ir  auch ,  daß  Chrißus  fanct  Petro  die  fchHißel  des 
himels  und  allen  feinen  nachkomen  geben  hat.  was  find 
nun  die  fchlüßel  denn  aller  gewalt?  wie  dann  euer  her- 
ligkeit  Terfamlung  weiß  und  wo]  ermeßen  mag,  welche 
dann  euch,  wie  Chrilhis  geredt  hat,  wol  wißen  ift.    da- 

»  rumb  wir  euch  als  zeugen  furftellen  wollen  und  begeren 
mit  entlichem  befchlnß  folchen  feinen  gewalt  mit  uns  zA 
fiben  nimmer  gedulden,  vil  weniger  sfi  leiden;  und  ift  un- 
fer meinung  hierauf  gefielt,  wie  ir  uns  beißant  hett  wol- 
len thän,  weiten  wir  mit  macht  und  gewalt  ittr  den  himel 

•0  ziehen,  dieweil  uns  auch  nach  den  fchlüßel  erforfchen 
und  uns  un^Mrs  nutz  mit  Chrifto  underreden.    würde  dann 

•  Chrißus  feine  wort  verlangnen  und  die  welche  uns  fched- 
lich  fein,  nicht  widerHkfen,  weiten  wir  mit  gewalt  einfa- 
ren,   unfer  macht  dasiit  beweifen,   denn  wir  mechtig  an 

u  Volk,  filber,  gold,  gefcfautz  und  allem  dem  das  zum  ßür- 
men  dient,  fein  eta  weiter. 

Hierumb  wollet  eben  bedenken,  wie  groß  euch  unrecht 
für  euer  btUicheit  befchehen  fei,  euch  auf  das  beldeft  nach 


85 


guter  kriegskufiger  art  fdbicken,  desgleichen  euer  an- 
Tcbleg  dahin  fetzen,  welche  neben  unfern  (als  wir  ver* 
hoffen)  ungezweifelt  beftendig  fein  follen.  des  folt  ir  auch 
gewis  fein,  wo  wir  den  fig  bei  Chrißo  gewinnen,    ir  folt 

&  auch  alles  Zweifels  und  forgen  on  fein,  daß  irs  b^ßers 
und  höher  dann  vor  nie  begabt  werden  folt  das  mögt  ir 
unfer  botfchaft  aufs  treffentlichft  verftendigen,  uns  auch 
mit  unwiderr&fter  antwort  underrichten,  wollen  wir  un- 
fere  fegel  zu  euch  richten  und  auf  das   beldelt  bei  euch 

10  fein,  cuem  heiligen  genaden  mer  nach  gewunnen  fig  denn 
dar  vor  zä  bedenken. 

Datum  auß  Rom  am  abent  Johannis  des  tanfers  an 
dem  23.  tag  des  monats  Junii  in  dem  24  jar  der  min- 
dern zal  nach  Chrißi  geburt  etc. 

15      Den  gewaltigen   großmechtigen ,   von   Cbrillo  den  un- 
billichen  verftoßen,  den  zukunftigen  befitzern  der  biinel, 
unfern  lieben  getreuen  zu  gemeinen  banden. 
^  Ein  miffif  von  den  veriloßnen 
an  den  bapß  zu  Rom. 

30  Aller  heiligßer  vater,  heiligen  hochwirdigen  großweifen 
lieben  herren.  uns  ift  höchlich  mit  der  freud  der  wider- 
geltnus  hochbillichen  z&  betrachten  das  löblich  gnedig 
bedenken  des  großen  unrechtens,  fo  uns  von  Cbrifto  l9e- 
fchehen  etc.    aller  heiligßer  vater,  heiligen  hochwirdigen, 

3&  wir  haben  entpfangen  mit  unaufhörlichen  freuden  die  troß- 
lichen und  hocherlichen  botfchaft,  uns  von  euer  beiligkeit 
mit  verbüntnus  und  willen  der  ganzen  commnn  geißlichs 
ßands  zugefchickt,  neben  dem  als  meer  und  größer  die 
eerlichen  fchrift,  uns  von  hochgenanter  großwürdiger  bot- 

30  fchaft  iiberantwort,  darinnen  wir  befinden  erßlichen  des 
großen  von  uns  unverdienten  mitleidens,  £6  euer  beilig- 
keit, auch  ander  der  ganzen  commun  geißlichs  ßands  ge- 
habt haben;  zum  andern,  des  troßlichen  zäfagens  der 
bewilligten  g&tthat,   uns  als  puntsgenoßen  in  eur  gefel- 

35  fchaft  zu  nemen;  zum  dritten,  des  wolbetrachten  und 
hochweifen  furnemens  wider  Cbrißum  den  pberfien  got 
haben  wir  mit  b^girlichen  oren  und  hohen  freuden  ver- 
ßanden.    wir  wollen  auch  auß  grund  und  hoher  freuden 


gemAt  und  unwiderfprechlichen  finnen  hierauf  antworten, 
allerheiligfter  vater,  heiligen  faochwirdigen  unüberwintlich- 
den  herren.  erftlich  mit  gepognen  knien  danken  wir  euer 
heiligkeit  des  großen  und  unverdienten   bedenkens  wider 

5  Chrißum  des  an  uns  gefibten  unpills,  welches  wir  mer 
denn  uns  zfi  außfprechen  ift,  wo  wir  künnen,  zä  befchul- 
den  ganz  ging  weren.  zum  andern  Tagen  und  geloben 
wir  uns  gegen  euch  in  ftete  ewige  unzerbrechne  verbünt- 
nus,    als   wir  auch   all  wegen   lengft    hievor    gern    gethan 

10  hetten.  uns  iil  auch  von  vilen  und  langwiriger  zeit  ge* 
fellig  gewefen  die  groß  hoffart,  geitigkeit,  unkeufcheit, 
neid,  haß,  wilcher,  morderei  und  aller  Tchand  und  lafter, 
fo  bei  euch  teglichen  gewont  iß.  wir  haben  auch  her- 
liche belüftigung  gehabt    an   den  Tilimltigen   uneherlichen 

1»  Mcken,  bevor  die  Cfarifto  und  feinen  vertragenden  er- 
fchaffnen  menfchen  misfellig  geweß  find,  furnemlich  an 
den  verf&rten  feelen,  fo  von  der  ganzen  commun  geilUichs 
Rands  durch  den  neuen  glauben  euer  geboten  aufTetzun- 
gen  und  was  dann  die  wort  ChrifH  verdecken,  bat  mögen 

90  befchehen.  wir  haben  auch  unfer  heimliche  botfchaften 
heimlich  bei  euch  gehabt  und  faß  alles  was  Chrißo  un- 
ferm  feint  wider  gewefen,  durch  unfer  eingeben  und  euer 
außfprechen  volbracht.  fo  haben  wir  auch  wol  gewiß, 
daß  Chrißus  folchs  welchs  fie   für  laßer  halten   und  uns 

»ft  angenemer  nicht  fein  möcht,  lenger  nicht  dulden  werd. 
darumb  difer  anfchlag  ganz  zeitig  und  von  noten  geweß. 
hierumb  feit  ungezweifelt,  was  wir  Chrißo  und  feim  er- 
fchaffenen  menfchen  wider  unfere  gebot  etwas  zd  leid 
mochten  thfm,   weren  wir  alls   wol  als  ir  vor  langß  wil- 

30  lig  gewefen.  uns  iß  auch  difer  anfchlag  in  gdtem  bedacht 
ganz  zimlich  zä  thSn.  darumb  fein  wir  hochwillig,  an 
Chrißo  z&  rechen  alles  unbillich  verfchult.  uns  würt  auch 
von  noten  wollen  fein,  unfer  entlich  meinung  auf  den  an- 
grif  wol  und  weislich  zfi  bedenken,  dann  Chrißus  weislich 

3»  und  mit  großem  gewalt  nach  der  gotheit  uns  vorßehen  würt. 
darumb  uns  nicht  mer  dann  fein  angenomne  menfcheit  an  zfi 
greifen  zimen  wil,  denn  wir  der  gotheit  ganz  zA  fchwacb, 
als  wir  denn  wißen  folchs  ßurms,  wie  uns  vor  befchehen. 


87 


oder  gleich  wol  wolt  uns  Clirißus  nach  der  menfcbeit  das 
paradeis  übergdben,  daran  wir  uns  dann  billioh  ben&gen 
ließen,  würdens  ans  dann  etwas  zä  gewinn  weiter  erle- 
ben, mochten  wir  nach  volkomenem  rath  auch  angreifen. 
5  hierumb  wollet  in  vier  wochen  den  nechßen  bei  uns  mit 
ganzer  gewaltiger  macht  erfcheinen,  wollen  wir  unfern 
gewalt  nach  beider  anfchleg  nicht  fparen,  damit  uns  in 
ewige  Terbüntnus,  wie  fich  gebürt,  verfprochen  haben, 
euerem  willen  nach  zä  Tolgen  fein  wir  wertig  etc. 
10  Geben  auß  unfer  gewonlicher  wonung  den  zehenden  tag 
Julii  nach  menfchlicher  zalung  des  24.  jars  nach  der  er- 
litten marter  Chrißi. 

Dem  aller  beiligßen  vater,  unferm  z&künfligen  oberften 

gott,  dem  bapß  zu  Eom,  den  heiligen  hochwirdigen  fei- 
u      nes  des  bapßs  cardinälen,  den  neuen  befitzern  der  hi- 

mel,  unferm  heiligen  vater  und  gebietenden  herren  zfi 

eignen  banden. 

^  Antwort  des  bapßs  über  das  verlefen  miffif 
von  den  verßoßenen. 

so  Heiligen  vater,  wir  befinden  und  fein  gewis  aller  warheit, 
fo  uns  durch  rath  des  hochweifen  begegnet  iß.  wir  haben 
auch  erfaren  die  verbüntnus  und  verwilligung,  fo  fie  ge- 
than,  des  wir  uns  auch  billichen  zum  höchßen  erfreuen 
follen.    fo  befinden  und  merken  wir,  haben  auch  ab  z& 

2»  nemen,  daß  fie  in  iren  fchriften  uns  lauter  abfchlahen, 
daß  wir  Chrißum  nicht  geweitigen  mögen,  was  würde 
uns  dann  dienen  oder  unferm  fömemen  nutz  fein?  wie 
wol  wenn  wir  das  paradeis  hetten,  gefiel  uns  dann  das 
nit  darinnen  z&  beleiben,   möchten  wir  das  befetzen  und 

ao  jarliohen  ein  tribnt  darvon  nemen,  damit  unfer  macht 
größer  würde  dann  vor:  fo  fehen  doch  alle  völker,  daß 
wir  unler  fachen  dahin  geßelt  hetten,  lam  wer  unfer  fach 
nie  falfch  gewefen.  und  fo  wir  dann  der  weit  urderitz 
würden,   möchten  wir  einen   ewigen  hiß  und  wonung  da 

fts  haben,  dann  wir  ewig  zä  leben  und  nimmer  z&  ßerben 
gedenken,  aber  beßer  werd  uns  gefchehen,  wenn  wir 
den   himel  auch   mit  aller   zägehörung   hetten.     darumb 


h« 


wollet  euob  bedenken,  uns  hierauf  tinfers  sweifels  ver- 
ilendigen.  wir  feilen  auch  freuden  feuer  in  allen  unfern 
landen  difes  farnemens  laßen  aneunden,  damit  unfer  ge- 
walt  in  allen  landen  Terkündiget  würde,    dea  wollen  wir 

5  uns  nngezweifelt  Yorfeben. 

^  Antwort  die  gemein  der  cardinelen. 
Aller  heiligßer  vater,    wir  find  gleich  wol  unfers  a<^tens 
des  tröAlicben   zdfagens   der  ritterlichen  und  werden  ge- 
felfchai%   genzlich   nicht  verhoffens  gewefen,  betten  auch 

to  gemeint,  folch  unfer  lurnemen  zum  erden  und  hochften 
der  gleichen  nicht  alfo  bewilligt  haben,  wie  wir  dann  in 
der  erlichen  und  hochlöblichen  fchrift  mit  freuden  eu  ver- 
nemen  haben,  und  iß  uns  entlich  lieb  z&  hören  uns  des 
erlichen  underricht  und  billichen  zfi  gebrauchen,    und  ob 

u  wir  fchon  gleich  gar  nicht  außrichten  würden,  wölten  wir 
auf  das  minll  mit  Cbrüto  handeln,  daß  wir  bei  unferm 
lang  hergeprachtem  gewalt  bleiben  möchten,  fo  dann 
folchs  gefc hiebt  und  wir  die  weit  befitzeu,  fol  uns  auch 
geringer  weis  zu   verfteen  fein  und  wir  etwas  erlangen, 

90  das  Cliriftus  nach  unferm  willen  thfin  muß,  würt  allen 
menfchen  leichte  zweifeis  zu  gedenken  fein,  und  fo  dann 
das  ein  zeit  lang  anAen  bleiben  würt,  wollen  wir  alles 
das,  fo  uns  gelüß,  mit  Chrifto  unwiderr&flioh  handeln  und 
fagen,  bei   Chrißo  folchs  erlangt  haben   und  uns  für  ge- 

26  rechtigkeit  zäfchreiben,  wie  wir  dann  lange  zeit  mit  den 
Chriften  gehandelt  haben,  würt  dann  Chrißiis  unfern  gro- 
ßen macht  und  gewalt  in  maßen  und  geftalt  feben  fo 
wol  gerüß,  für  war  er  würt  fSrcbten  die  xerßormig  der 
fchönen  gepeu,  fo  Chrifius  im  himel  und  im  paradeis  ha- 

ao  ben  iß,  auch  die  forcht  daß  er  uns  zu  fchwach  in  der 
zSl  wegent,  wirt  er  fich  auß  forcht  mit  uns  in  ein  ver- 
trag geben,  wollen  wir  nngezweifelt  fo  1er  nicht  von  im 
weichen,  wölt  aber  euer  heiligkeit  erßrecken,  gleich  fam 
folten  wir  die  gotheit  nicht  angreifen,  fo  feit  ir  ah  wol 

u  ein  got  auf  erden  als  er  in  himel,  des   gleichen  wir  als 

wol  heilig  (wie  man  uns  nennt)  als  die  im  himel,  darumb 

.  uns  ime  zu  gleichen  wol  gezimpt.    des  gleichen,  das  mer 

und  höher  iß,  hat  euer  heiligkeit  den  namen  *aller  heili- 


89 


gifter':  fo  würt  ChriAas  an  keineai  ort  in  der  weit  mit 
Iblchem  titel,  nur  'heilig*  genennt,  des  gleichen  fo  man 
an  allem  unferm  einziehen,  fo  wir  teutfch  land  bef&cht 
haben,  Cfarißam  in  geftah  des  brots  entgegen  tragen,  das 

&  dann  ganz  ein  tapfere  tiefe  verm&tung  euer  heiligkeit  z& 
einer  merung  und  Chrifto  zfi  einer  nidemng  griintlichen 
anzeigen  ift,  wem  ift  aber  mit  wariieit  zu  widerfprechen 
daß  ein  heiliger,  als  ir  der  aUer  heiligft,  immer  fein  kan? 
danimb  ift  unfer  aller  meinung,  folchs  fumemen  xSl  vol- 

10  enden  und  des  dritten  tags  uns  auf  die  fart  machen; 
dann  fie  uns  den  titel  als  den  befitzern  der  himeln  gege- 
ben und  fchon  zugefchriben  haben,  do  dann  gar  kein 
zweifei  iß,  wir  wollen  folchen  lig  leichtlichen  überkumen. 
das  zä  Tolenden   fein   wir  alle  willig,     fo  ift  unfer  häuf 

u  ging  demnach  heiliger  antwort  und  gar  keins  Verziehens 
fein  wir  gewertig. 

^  Antwort  des  bapfts. 
HttUgen  Täter,   wir  fein  hohenlich  erfreut  des  gemeinen 
willigen  fäm^mens;  darumb  daß  unrerzogenltch  alle  not- 

»  turft  in  den  dreien  tagen  werden  zägericht,  wollen  wir 
uns  rerfefaen. 

^^  Der  morzug  für  den  himel  des  bapfts 

und  die  zäkunft  der  verftoßen, 

des  gleichen  die  underred  beider  partheien. 

u  AUer  heiligfter  unfer  got,  heiligen  hochwirdigen  gepieten- 
den  herren.  euer  aller  zfikunft  find  uns  als  den  armfeligen 
unpiUichen  rerftoßen  feer  und  großlich  zSl  erfreuen*  uns 
würt  aneh  billicfa  gefchehen,  als  unfer  gemfit  in  forgen  und 
engften  bei  euch  z&  laßen,  wir  wollen  euch  auch  in  di- 
so fem  forghchem  zug  an  gäten  raten  nicht  unfchedlioh  fein, 
ir  folt  auch  vergewift  und  ungezweifelt  fein,  uns  auch  der 
maßen  gefchickt  wißen,  daß  uns  menfchliche  natur  nit 
vorftehen  fol.  wir  beforgen  der  gotlichen  macht,  wir 
künnen  auch  erger  nicht,  denn  wir  fein,  geftrafk  werden. 

a6  darumb  wir  die  fach  aufs  beldeß  angreifen  foUen,  darin- 
nen kein  befchwerd  noch  entfetzen  tragen,  fo  fein  wir 
fertig  und  gefchickt  und  woUen,  daß  euer  heiligkeit  mit 
fampt  dem  geiftUchen  Aand  hinder  uns  bleiben,  fo  wollen 


90 


wir  vor  isrii,  dann  uns  der  weg  ganz  gewont  und  wiüen 
ift:  doch  daß  ir  das  gefcbütz  vor  und  neben  uns  bellel- 
let,  darzu  die  jenigen  die  mit  umb  zä  gehen  gefchickt 
fein,  dann  fo  wir  des  dritten  tags  end  erwartet  haben, 
»  haben  wir  einige  thal,  darinnen  wir  uns  keiner  beforgnus 
auf  der  feiten  gewarten  dürfen,  demnach  die  Teutfchen, 
die  Schweizer  in  der  mit  beleiben  und  der  groß  häuf,  als 
die  geidlichen^  im  nachtruck  alfo  verordnet  biß  fnr  das 
paradeis    bleiben,    wollen   wir  unfer   anfchleg  zum  ßurm 

10  aufs  peldell  machen,     nun  fchifft  an  in  gätem  windl 
^  Ein  gemeine  haltung  nach  kriegsleuftiger 
art,  fo   die    verftoßen,   der  bapß  mit   feinem 
häufen  und  feine   Schweizer  vor  dem   himel 
haben. 

15  Des  bapfts  rede. 

Ir  heiligen  hochwirdigen  und  wirdigen  der  ganzen  gemein 
des  geiftlichen  ilands,  ir  gewaltigen,  treffenlichen,  unpil* 
liehen  veriKoßenen.  wir  haben  in  gemein  ganz  merkliche 
und  unüberfcbwenkliche  artikel,   die  uils  dann,  als  einem 

so  ieglichen  guter  verftentnus,  pillich  zu  herzen  gehen,  hoch- 
lich und  nicht  unpillich  bewegt  haben  und  uns  auch  größ- 
lich der  gerechtigkeit  tröften,  die  wir  darzfi  haben,  da- 
rumb  wir  unerfchrocken  unfer  leib,  eher  und  gät  wagen 
und  fein  in  gemein  pitten  euch  frummen  eidgnoßen,  lie- 

^  ben  diener,  die  ir  der  dreit  erfaren,  uns  hierinne  g&tes 
z&  raten,  folt  ir  des  reichlich  und  erlich  nach  endung 
der  fchlacht  begabt  werden,  des  zfi  einem  anfang  fol 
ieglichem  zwen  monat  fold,  als  z&  einem  angriff,  gegeben 
werden:   des  wir  höchOes  hoffens  fein,  ir  werdet  uns  mit 

ao  höchfter  befchcidenheit  hierin  in  halt  ritterlicher  that  hilf« 
lieh  fein,  das  wollen  wir,  wie  uns  zimet,  mit  heiligen 
gnaden  befchuldep. 

^  Antwort  der  Schweizer. 
Allerheiligifter  vater,    heiligen   hochwirdigen  herren   und 

s&  andere  unfer  in  gemein  mithelfer.  euer  heiligkeit  follen 
uns  des  pillich  genießen  laßen,  wfi  wir  einiche  lach  bei 
Chrifto  überkemen;  dann  wir  wider  Chrifium  unfern  her- 
ren zä  kriegen   nit  willens  gewefen  fein,     darumb  aber 


91 


das  fprichwort,  fo  im  ganzen  land  zfi  Schweiz  fit  und 
gewonlich  zu  fprechen  iß,  wo  wir  geit  weften  und  des 
▼ergewiß  fein,  fo  kriegten  wir  und  hülfen  dem  teufeL 
aber  unferm  berrgot    fol   hierinnen    auf   erfullung  unfers 

5  fprichworts  nicht  abgefchlagen  werden,  darumb  fo  wol- 
let, damit  wir  redlich,  wie  wir  gebraucht  fein,  handeln, 
Chrifto  einen  abfagbrief  oder  widerfagung  z&  fenden,  da- 
mit fie  weften,  was  unfer  fumemen  fei.  fo  wollen  wir 
unfer  Ordnung  machen  und  die  fach  auf  das  gefchicktes 

10  unverzagt  angreifen. 

^  Antwort  hierauf  des  hochweifen  patriarchen. 
Alierheiligfter  vater,  heiligen  hochwirdigen  väter,  auch 
andere  all  unfer  mithelfer.  uns  wil  auch  auf  das  kürzeß 
außreden  lauters  nicht  gezimen  in   einige  weg  widerfag- 

15  brief  Chrifto  zu  fchicken.  dann  wenn  wir  das  theten,  fo 
würde  uns  Chriftus  alle  mit  dem  feuer  verbrennen  und 
verderben,  wir  m&ßen  in  fie  fallen,  fo  fie  etwas  in  fchlaf 
oder  funß  um  wenigßen  getrauen,  darzu  fein  fie  des 
kriegs  auf  unfer  art  nicht  gewont.    und   were   das  unfer 

ao  gfit  bedünken,  dieweil  wir  die  fchlüßel  verloren,  die  Chri- 
ftus Petro  geben  hat,  daß  unfer  einer  mit  etlichen  cardi- 
nelen  und  bifchofien  für  den  himel  giengen,  ob  uns  Pet- 
rus die  fchlüßel  wider  behendigen  het  wollen  und  unfer 
meinung   Chrifto   anzeigten,     villeicht  würt  fich    Chrißus 

as  funß  laßen  merken,  uns  in  unfern  gewalt  fetzen,  auch 
funß  thdn  was  uns  lieb  were.  was  weiten  wir  uns  dann 
zeihen?  es  möchten  villeicht  nicht  all,  wie  wir  verfamlet 
fein,  darvon  kommen. 

^  Verantwortung  des  ganzen  hellen  haufens 

30  durch  den  bapß  geredt, 

Heiligen,  hochvernünftigen  weifen,  an  den  allein  unfer  ge- 
win und  glück  leit.  wir  fein  auch  zö  gleich  größlich  lo- 
ben den  wolbedachten  rath.  wollet  darumb,  wer  euch 
gefallen  iß,    zö  euch    nemen    und   die  fach    mit    Chrifto 

35  handien;  doch  daß  er  uns  etlicher  feiner  gftter  zä  Über- 
fluß geb,  wollen  wir  die  Ordnung,  wie  ßch  gebürt,  die- 
weil machen,     würde  ers  dann  nicht  thfin,  wollen  wir  on 


9^ 


verrer  verzug  unerfchröckenlich  angreifen,    damit  der  fe- 
gen des  glüdke  fei  mit  euch! 

^  Hie  kummen  die  gefanten  für  den  himel 
fprecliende 

&  Heiliger  got,  die  z&kunft  des  aller  heiligllen  tft  auß  ur- 
fachen  und  merklichen  Bewegungen  gefchehen.  danimb 
unfer  begern,  wöUeß  du  Cbrißus  uns  zu  einer  g&tlicben 
verhör  kumen  laßen,  damit  wir  in  andere  weg  zä  han- 
deln nicht  verurfaoht  werden,  das  wir  doch  vil  lieber  ge- 

10  raten  wölten.  denn  der  gewalt,  fo  du  uns  z&  Rom  and 
all^a  unfern  nachkomen  geben  baft,  würt  uns  durch  alle 
fecten  und  natiou  verworfen,  darzu  fo  haftu  etliche  wort, 
welche  wider  unfer  gewalt,  geredt:  ift  unfer  entliche  mei* 
nnng,  die  felbigen   widerr&fb  zu   werden,     diß  ift   unfer 

u  beger. 

^  Antwort  des  engeis» 
Auß  was  urfaohen  iA  der  menfchlioh  gewalt  lieh  über  die 
gotheit  z&  erheben?  denn  der  der  aller  heiligft  heißt,  ift 
wouend  bei  uns.     wir    erkennen  auch  keinen  dann  Chri- 

20  fium  gottes  fun.  hierumb  ift  uns  euer  zukunft  unbekant, 
des  gleichen  die  zierlich  krön,  welche  trifeltig  ift,  unwi- 
ßent,  der  fich  Cbriftus  auf  erden  geeußert  hat  denn  do 
Jefus  innen  wart,  daß  iie  kiunen  würden,  in  zS  einem 
künig  machen,    ift  er  auf  einen   berg   geflohen,  wie  du 

35  gefchriben  findeft  Johannis  6.  darzu  ift  folcher  gewalt  den 
geiftlichen  verpoten,  wie  man  dann  gefchriben  findet  Luce 
am  22  'die  künig  der  weit  herfchen  und  die  gewaltigen 
heißt  man  gnedige  herren,  ir  aber,  als  die  geiftlichen, 
nicht  alfo,  fonder  der  größer  under  euch  fol  fich  nidern 

so  als  der  weniger',  darumb  fo  bekennen  wir  euch  nicht, 
ir  werdet  auch  von  uns  ewig  gehaßt  und  hierein  nicht 
gelaßen,  denn  du  findeft  Johannis  am  19,  daß  die  fold- 
ner  haben  geflochten  ein  krön  von  dornen  und  auf  fein 
faaupt   gedrückt    das  ift  die  krön  Chrifti  gewefen.    da- 

zh  rumb,  ir  unbekanten,  tret  ab  hinweg  I 
^  Der  Patriarch. 
Du  fagft  auß  Unvernunft  von  der  trifeltigen  krön,  fo  un- 
fer aller  heiligfter,  die  er  pillich  auß  gewalt  feiner  öbrig- 


93 


keit  tregt.  darzA  hat  uns  der  keifor  Conftantinits  die 
kroo  geziert,  kleider  und  foepter  zfi*  tragen:  co.  Con- 
ßantinus,  116  diftinctione.  fo  wiltn  auß  der  ichrift,  da- 
rumb  wir  dann  hie  fein,  welche  uns  z&  wider,  probiem: 

6  ift  unfer  meinung  nicht,  dann  wir  der  nicht  erfam  find; 
fonder  nimb  den  drittail  für  dich,  wirfiu  empfinden  den 
großen  gewalt  und  Zerrüttung  der  fchrifl,  fo  uns  iHipilii- 
chen  befchehea.  des  gleichen  fagßu  von  der  demJktigkeit. 
fo  weiftu  und  findefl;  klerlich,  daß  das  unfern  eren  z&  na* 

u>  hent  were,  uns  zd  demfitigen.  dann  wer  fie  zö  faft  de- 
mütigt, gedeit  ime  in  dem  regiment  zfi  Verachtung.  C. 
Qnando.  86.  diA.  darumb  wölleft  Chriftum  underrichten 
unfers  herkumens,  uns  widerumb  mit  antwort  verfl»ndigen. 
^^  Antwort  des  engeis. 

15  Dein  decret,  waiftu,  ift  nicht  von  Chrißo  gefetzt  noch 
geordenet.  du  würft  auch  folches  befinden,  daß  du  Chrifto 
dem  waren  got  nichts  leids  folteft  zfifSgen.  Chriftus  wie- 
wol  er  in  der  gotlichen  form  wäre,  hat  er  fich  doch  ge- 
eußert  und  genidert,  gethun  wie  ein  knecht,  auch  befun- 

20  den  ein  menfch,  der  fich  gedemfttigt  hat,  gehorfam  ge- 
wefen  biß  in  den  tot:  Philippenfes  am  andern,  auch 
findellu  Matthei  am  fechzehenden ,  daß  Chriftus  fagt  'der 
mir  wil  nachvolgen,  der  neme  fein  creuz  auf  fich  und 
volg  mir  nach!*   des  gleichen  hat  ei'  fein  creuz  felbs  tra- 

»  gen,  ift  z8  der  ftell,  die  Calvarie  genant  wurt,  gangen. 
Matthei  am  neunzehenden.  Johannis  am  dreizehenden: 
*fo  ich  euer  fliß  hab  gewafchen,  der  ich  euer  herr  und 
meifter  bin,  vil  mer  folt  ir  euch  unter  einander  die  fliß 
wafchen.     hiemit  hab  ich  euch  ein  beifpil  geben,  wie  ich 

30  im  thfin  hab,  alfo  folt  ir  furthin  auch  thfin.  warlich  fag 
ich  euch,  der  knecht  ift  nicht  meher  dann  der  herr.  nun 
wift  ir;  feiig  feit  ir,  wenn  ir  das  thun  werdet.'  Chriftus 
fagt  'ich  mdß  auch  andern  ftetten  predigen  das  reich 
gottes,   dann  ich  von  des  wegen  gefant  bin  und  hab  ge- 

»5  predigt  in  den  fynagogen  durch  Galilean' :  Luce  an  dem 
vierden.  welcher,  ir  tötUchen  verderbenden  menfchen,  un- 
ter euch  fich  des  troftllchen  worts  gottes  hat  unterftanden 


M 


— #  - 


zfi  predigen,  ir  feit  des  unwißent.  daramb  wir  euch  nicht 
bekennen,    euch  ift  auch  verfagt  was  ir  werbent. 

^  Der  Patriarch  fpricht. 
Du  weift  und  bab  dir  vor  gefagt  und  angezeigt  gnugfam, 

5  daß  unfer  ftatut,  das  decret  genant,  nicht  leiden  wü,  daß 
wir  uns  dem&tigen  Tollen,  demnach  deiner  unnützen  wort 
mögll  du  wol  gefcbweigen,  dann  ich  allein  von  underhal- 
tung  der  unainigkeit,  da  bei  du  fageft  auch  von  dem 
creuz,  das  Chrißns  getragen  hat,  hat  Chriftus  wol  m&ßen 

10  thun,  dann  er  von  den  Juden  gemüßigt  worden  ift.  aber 
das  capitel  'Si  quis  fuadente^  zeiget  an,  daß  der  bapft 
kein  creuz  tragen  Ibl,  fondern  in  foUen  lebendig  ver- 
nünftig creaturn  und  getauft  Chriften  auf  den  achfeln  in 
einem  feßel  tragen,    mer  fagft  du  mir,   wie  Chrißus  fei- 

i&  nen  Jüngern  hab  die  föß  gewafcben,  fam  foUen  wirs  auch 
thun.  du  weift  aber  nicht,  daß  Chriftus  arm  gewefen  ift 
und  nichts  gehabt,  fo  find  wir  an  ülber,  gold,  laud  und 
leuten  mechtig  und  reich,  und  das  meher  und  war  ift, 
fo  m&ßen  alle  keifer  dem  bapft  feine  fCiß  küflen,  gefchweig 

90  wafchen.  wo  du  zweifelft,  fo  lis  das  decretal  C.  Cum 
olim  pri.  cle.  Si  fummus  pontifex,  de  fententia  ezcom- 
municationis.  noch  ferftu  rein,  fam  were  ich  ein  paurn- 
knecht,  zu  beforgen,  wo  fie  die  fach  verkeren  wurd,  ich 
wölt  dirs   vergleichen,     du  fagft  auch  von  dem  predigen, 

s&  fo  Chriftus  gethon.hat,  und  wilt  nicht  bedenken  die  gro- 
ßen überfchwenklichen  gefcheft,  fo  wir  mit  renten,  zin- 
fen,  fteurn,  raifen  und  laut  und  leuten  haben  m&ßen.  wir 
haben  aber  macht,  andere  an  unfer  ftat  zu  fetzen,  wie 
wir  gethon  inter  cetera  de  oifi.  ordina.    damit  von  frides 

30  wegen  mein  rat  ift,  wölft  uns  hinein  laßen  oder  aber  uns 
entlichen  fagen,  wo  bei  er  beftehen  und  wes  wir  uns  hal- 
ten foUen. 

^  Antwort  des  engeis. 
üun  dieweil   du   und  dein  häuf  erfchaffen  von  got,  und 

a&  was  iß  dein  und  der  deinen  furfatz,  daß  du  fo  mit  großem 
menfchlicbem  gewalt  kumpft,  in  meinung  Chrifto  zfi  be- 
troen?  du  findeft  Matth.  am  ein  und  zwcinzigften  'fihe 
dein  künig  kumpt   dir  dem&tig  auf  einer  jungen   efelin*. 


95 


alfo  ift  Chriftiis  kumen  auf  einem  frembden  efel,  arm  und 
fenftmAtig,  und  reit  nicht  z&  regieren,  Tondem  uns  allen 
z&  einem  feiigen  dot:  Jobannis  am  zwölften,  des  glei- 
chen Matthei  am  zehenden  '  ir  folt  nicht  haben  golt  noch 

i  filber,  nicht  gelt  an  eueren  gürteln,  kein  darchen,  auch 
nicht  zwen  rock  noch  [ch&  noch  ein  wanderßab''.  des 
gleichen  fagt  fanct  Peter  'ich  hab  weder  filbcr  noch  golt'. 
was  Volks  feit  dann  ir?  dieweil  ir  alles  was  Chrifto  wider 
i(V,  handelt,  wollet  doch  gleicfawol  Chriften,  und  das  me- 

10  her  ift,  die  allerheiligiilen  und  heiligen  heißen,  und  ziecht 
euch  auf  euere  eußerliche  geperden,  welche  doch  Chri- 
ßns  ganz  hart  geßraft  und  verpoten  und  gefagt '  das  reich 
gottes  iß  nicht  in  eußerlichen  geperden,  befunder  das 
reich  gottes  ift  innerlich  in   euch':  Luce  am  fibenzehen- 

1»  den.  des  gleichen  'alle  eren  mich  vergebenlich,  die  do 
menfchen  gefetz  leren  und  gepot  halten' :  Matthei  am  fünf- 
zehenden  und  Efaie  am  neunzehenden.  ir  habt  an  dem 
kein  genfigen,  funder  ir  lerer  götlicher  fibung  ir  habt 
▼erkauft  eure  gepot,    die    wider   Chriftum  gewefen  find, 

20  darumb  wil  got  fich  über  euch  erbarmen,  ziehet  wider 
heim,  bekert  euchl  got  wil  bei  euch  fein,  unterlaßt  euer 
ftirnemen,  das  arg  und  totlich  ift! 

^  Der  Patriarch  fpricht. 
Du  würft  und  wilt  mein  getreue  wamung,   als  ich  fihe, 

25  nicht  z&  herzen  nemen,  welches  ich  ie  lieber  wolt  gevolgt 
haben,  du  fageft  mir  und  zeuchß  auch  an  die  wort  Chri- 
fti  und  andere  vil  meher  unerhörter  ding,  wie  Chrißus 
als  ein  kiinig  dem&ti^  kummen  fei  auf  einer  efelin.  du 
betrachft  aber  nicht,  daß  Chriftus  arm  und  kein  z&  kau- 

so  fen  gehabt  hat.  in  haben  auch  die  Juden  nicht  wollen 
regieren  laßen,  du  bewerft  auch  auß  feinen  werten,  wir 
folten  weder  golt  noch  filber  haben;  darumb  daß  er  nicht 
gehabt  hat,  ibllen  wir  auch  nicht  haben,  vermaint  ich 
anch  pillich  als  mit  einem  folchen  hochyemiinftigen  wei- 
ss fer  geredt  haben,  auch  meher,  wir  folten  nit  fch&ch  ha- 
ben, dieweil  er  nicht  gelt  gehabt  hat,  ime  zä  kaufen,  des 
gleichen  zeigft  du  Petrum,  er  hab  weder  filber  noch  golt 
gehabt,    kan  ich   wol   achten,   im   fei  das  oft  ganz  leit 


d6 


gevefen.  du  heiß  uns  auch  wi^er  heim  siehen,  als  we- 
ren  wir  unbefunnen  und  oii  allen  rathTcblag  aufzogen, 
welchs  alle  du  befinden,  mfißt  uns  verdroßen  haben,  dem- 
nach   begeren   wir  g&tiicher  meinung   die    fcblüßel,    die 

d  Cbrißus  Petro  zu  dem  bimel  geben  hat,  des  gleichen  daß 
Cbrißus  etlicher  feiner  wort  widerr&f.  oder  dieweil  ße 
ie  nicht  anders  wölten,  m&ßen  wir  nach  emß  gedenken. 

^  Die  antwort  des  engeis. 
Ich  bit,  laß  du  dein  bös  furnemen,  dieweil  die  erparmung 

10  gottes  und  feine  wort  ewig  bleiben  werden,  fo  g&tig  und 
groß  fein«  Cbrißus  hat  Petro  in  einer  meinung,  die  du 
auß  dem  wfiten  deins  unchrißlichen  geifts  nit  verßeeß, 
die  fchlüßei  der  himel  geben,  nu  haßu  vor  gelagt,  Cbri- 
ßus fei  arm:  demnach  hat  Cbrißus  nit  alweg  fchliißel  zu 

15  machen,  dieweil  ir  dann  die  fchlüßei  auß  eigem  mut- 
willen  und  bedachtem  furfatz  verlegt  und  nit  wider  fin- 
den möcht,  iß  die  meinung,  ir  weit  wider  heim  sieheu 
und  durch  euer  gewißen  und  Vernunft  die  gefcfaickligkoit 
der  vorigen  fchlüßei  art  bedenken,  diefelben,   dieweil  ir 

90  fo  reich  feit,  nach  der  art  machen  laßen :  £0  wil  fich  got 
euer  erbarmen  und  den  werkmeißer  der  fchlüßei  zu- 
fchicken*    folchs  möcht  ir  euch  zu  Chrißo  vertrößen. 

^  Des  weifen  patriarchen  antwort. 
Nun  haben  wir  erlernt  und  gefehen  die  blintbeit  deines 

»  gem&ts.  wir  verßeben  auch  anderß  von  dir  nicht  geredt 
dann  verfpotnus,  welchs  dann  euch  (als  wir  verho£fen) 
zum  nachteil  reichen  foL  dergleichen  geredt,  fo  wer  nie- 
mant  der  euch  bezwingen  möchte,  demnach  wollen  wir 
befehen,  wie  im  zu  thän  leL    ir  folt  auch  eines  ewigen 

10  neids  von  uns  gewarten  lein. 

^  Die  botfchaft  «les  cardinals 
von  dem  engeL 
Aller  heiligßer  vater,   heiligen  hocbwirdigen  vaier,   fur- 
trefflichen  gewaltigen  auch  förnemen  ber&mbten  in  gemein 

35  alle  unfer  belfer.  ich  bab  durch  Vernunft  und  verßend- 
licher  finnligkeit  mit  gefduckten  von  Chrißo  gehandelt, 
fo  befind  ich  anders  nicht,  dann  daß  die  wort  Chrißi 
unwiderr&flich    find,   des    gleichen   alle  unfer    recht   und 


97 


gerechtigkeit  durch  die  wort  Chnfii  umbgeftoßen  werden, 
demnach  nns  anders  nicht  dann  ernßlich  zu  handeln  ge- 
hurt, und  wer  den  fachen  alfo  zu  thun.  wir  haben  oft 
gehöret,  wie  es  einen  heimlichen  außgang  im  himel  hab, 
5  daß  wir  den  felbigen  verßellten,  wo  etwan  Chriftus,  wenn 
wir  den  lig  gewünnen,  darauß  kommen  mochte,  daß  wir 
nichts  erlangten,  darumb  folchs  gefchehe,  und  wir  unver- 
zogenlich  einfielen,    das  wer  unfer  rath. 

^  Der  Schweizer  anfchlag. 
10  Alfo,  heiliger  vater  und  andere  heiligen  der  ganzen  com- 
mun  geiftlichs  fiands  und  unfere  mithelfer,  wir  als  kriegs 
erfaren  wollen  das  gefchütz  brauchen  und  den    verloren 
häufen  beteidingen,  auch  den  angrif  am  beßen  volziehen, 
fo  fchaut  ir  als  mit  dem  gewaltigen  häufen  den  nachtruck 
i&  als  völlig  erftatten.    es  fol  auch  euer  loß  fein,  damit  wir 
uns  unter  einander  erkenten,  'pfründ\  und  das   gefchrei 
'fchone  weiber'.  des  gleichen  wollen  wir  haben  *golt*,  das 
gefchrei  ^plündern,  plündern\     fo  foUen  die  verßoßenen 
haben  'hoffnung',  das  gefchrei  'troft\    alfo,  dieweil  wir 
so  nicht  einerlei  volks,  ein  ieglicher  das  feine  merke,    nun 
find  wir  gefchickt:  her  her,  ir  lieben  bruder,  her  her! 
%  Der  engel  fpricht  auf  der  pforten  des  himels. 
Ir  erfchaffnen  menfchen  auß  gottes  haut. 
Seit  gerflrt  und  auch  ermant: 
»      Cbriftus  wil  nicht  des  lunders  tot, 

Got  wil  euch  heben  auß  aller  not, 
Got  wil  euch  geben  frißung  zu: 
Ein  ieglicher  ficb  erkennen  thu. 

%  Der  bapft  fchreiet 
so      Her  her,  lieben  knechtl  fie  furchten  fich.    her  her! 
^  Der  engel. 
Das  feuer  der  ewigen  verdamnus  zwar 

Ift  euch  bereitet  gar: 
Darinnen  nemet  euem  Ion, 
85        ^as  ir  Chrifto  zSl  leid  habt  gethon. 
^  Der  gemein  häuf. 
O  ewiger  got,  wir  begeren  fridl 
Allmechtiger  got,  nun  theil  uns  mit 


Dein  grundlofe  gnad  und  barmkerzigkeit! 

Wir  bitten  dich,  berr:  uns  iß  leit, 
Daß  wir  alfo  verf&ret  fein 

Von  dem  bapft  und  der  ganzen  gemein, 
ft  ^  Der  enget. 

Ich  hab  euch  geftraft,  ir  habt  nicht  than, 

Darumb  m&ft  ir  zum  feuer  gan. 
Das  iA  euch  bereit  immer  und  on  end, 
Dann  ir  habt  Chrißum  nicht  erkent. 
10  ^  Der  befchluß. 

Vergebens  bin  ich  zfigericht, 

Mich  hat  ein  fohlechter  doctor  dicht, 
Der  nicht  hat  der  kunß  fo  groß, 
Allein  ein  ding  in  ganz  verdroß. 
u      Es  fol  auch  th&n  einem  ieglichen  and 
Der  frevel  und  die  großen  fchand, 
So  die  geiftlichen  haben  getriben 

Und  noch  biß  her  in  I&nden  bliben. 
Auf  erden  ift  nichts  das  üe  bewegt, 
90        Der  teufel  hat  fie  all  erfteckt 
Sie  fehens  und  ift  entlich  war, 

Keiner  das  widerfprechen  dar: 
So  vil  Martinus  hat  gefchriben, 
Ift  alles  noch  die  warheit  bliben 
S5      Und  wurt  auch  bleiben  immer  on  end: 
Chriftus  fein  wort  ganz  nicht  zertrent. 
Man  hau,  fchlag,  ftecb  oder  prenn, 

Got  alle  unfere  herzen  erkent 
Das  mancher  gern  die  warheit  lagt, 
«0        Wann  er  nicht  föroht,  er  wurd  verklagt 
Gegen  den  feinden  des  höchften  got: 

Damit  fie  treiben  itm  fpot 
Und  haben  gelt  auf  fie  geÜBlzt. 

Wenn  dann  der  einer  wärt  verfekwetzl, 
u      So  möß  er  fterben  om  all  gnad: 

Sprechen,  folchs  in  got  geborten  hat, 
Dann  man  fol  fchoneq  der  bi^itigkeiit 
Die  uns  z&f&gt  allea  leit 


Verf&ren  uns  in  tiefe  not, 

Auß  der  uns  got  erlofet  hat 
Wo  ir  einer  nicht  mer  mag  haben, 

Dann  er  mag  föUen  feinen  magen, 
»      Von  den  faulen  armen  pfaffen, 

Die  got  nie  hat  erfohaffen, 
Der  redt  dann  übel  allen  den. 

Die  der  warheit  bei  thün  ßebn* 
Er  fei  recht  edel,  burger  oder  paur, 
10  Derfelbig  ficht  ganz  graufam  faur. 

Zuvor  der  etwan  ein  freont  hat, 

Der  do  ift  im  geilUicben  ßand, 
Der  maß  von  ßund  an  feintfchaft  tragen. 

Die  erangelifchen  zfi  tod  helfen  fohlagen. 
ift      Darzfi  fein  die  fchenk  fo  groß. 

Die  man  gibt  on  unterloß 
Furßen  und  herren,  ritter  und  knechten. 

Daß  fie  das  wort  gottes  widerfechten, 
On  alle  recht  verwerfen,  verftoßen. 
ao        So  mAß  wir  arme  fcheflein  verloßen 
Das  wort  gottes  uns  geben  zu  troQ, 

Welchs  der  bapft  zfi  boden  Itoßt 
Mit  feinen  leren  erdichten  gefetzen. 

Machen  uns  gemeinklich  fchwetzen. 
M      Burger,  pauren,  arm  und  reich. 

Keiner  von  dem  andern  weich, 
Dieweil  fie  uns  wollen  bezwingen. 

Uns  von  onferm  Chrißo  dringen. 
Das  wollen  wir  th&n  in  keiner  not, 
30         Ehe  leiden  den  bittem  tot 

Wollen  fie  dann  ie  uns  nngereekt  fein, 

So  bieten  wkr  uns  all  in  gemein. 
Künden  fie  mit  einem  wort  beweifen. 

Daß  wir  uns  eins  firevels  fleißen, 
35      Sonder  helfen  unfer  arm  feel. 

Daß  fie  nicht  leiden  ewig  quel, 
Auß  den  werten  Chrifti  klar, 

Die  niemant  widerfprechen  dar, 


100 


Die  wir  nun  wißen  und  find  uns  kunt, 

Auch  Chrißus  geredt  hat  auß  dem  munt, 
Sollen  wir  leiden  billich  das 

Was  uns  mag  bringen  neid  und  haß. 
fi      Wir  widern  uns  auch  zfi  geben  nit 

Was  von  alter  ift  der  fit, 
Zu  reichen  einem  ieglichen  das  fein: 

Das  find  wir  willig  all  gemein. 
Allein  dem  bapft  und  feinen  cardinalen, 
10  Des  woUn  wir  uns  ganz  nicht  verhelen, 

Nunnen,  münchen,  pfaffen  all, 

Oemeinklich  in  des  teufeis  fchafßal, 
Wollen  wir  geben  nit  ein  meit 

Und  hofieren  nit  der  babilonifchen  breit, 
u      Darumb  mein  rath,  daß  man  drein  fech, 

Daß  ein  reformierung  gefchech, 
Und  betrachten  unfer  ßerblich  leben, 

So  würde  Chriftus  ob  uns  fchweben, 
Wiewol  der  babß  und  all  die  fein 
»         Unterwinden  fich  all  in  gemein. 
Ein  ieglidier  fich  felbs  unterwindt 

So  thorecht  daß  oft  merkt  ein  kint, 
Sein  geben  außgelogen  fein, 

Den  himel  mit  dem  gewunnen  fchein 
»      Und  andere  ding  am  himel  hoch 

Ziehen  under  bäpftlich  joch. 
Darumb  wirt  hie  angezeigt  in  fchimpf, 

Daß  er  der  fachen  hab  kein  glimpf 
Und  nimpt  fich  an  das  er  nicht  kan: 
so         Darumb  m&ß  er  die  fohnuppen  hau. 
Darumb  iß  er  ein  feltfamer  kun* 

Hie  ßehet  mein  reim,  heißt  Es  ift  affunn. 


V. 


EIN  GESPRECH  ZWISCHEN  EINEM  EDELMAN 
MÜNCH  UND  CÜRTISAN. 


Edel  man.    Bona  dies,  monch. 

Münch.    Gnad,  junkcr.    femper  quies. 

Edel  man.    Wo  hinauß,  liebs  berlein,  wo  hinauß? 

Münch.     Weiß  nit,  lieber  junker.     ich   bin  außgangen, 

i  kes  und  rchmalz  zu  fammeln,  aber  es  hat  mir  weit  gefeit. 
Edelman.    Ei  wie  kumpt  das? 

Münch.  Wies  kumpt?  da  find  die  pauren  münchen  und 
pfaffen  fo  feind  worden;  wenn  fie  uns  in  eim  leffel  kün- 
ten  ertrenken,  fie  thetens  gern. 

10  Edelman.     Habt  irs  villeicht  verdienet? 
Münch.     Das  weiß  ich  nit.     es  hat  der  teufel  den  Lu- 
ther in  alle  laut  gefnrt.    fie  haben  in  mit  haut  und  bar 
gar  freßen. 
Edelman.    Wie  fo?   künden  die  pauren  denn  auch  von 

i&  fchrift  fagen? 
Münch.     Wie   fagen?    ich    mein,    fie  künden    von   der 
fchrift  reden,  fie  find  mir  zu  gefohickt,  wo  ich  hin  komm. 
Edelman.   Warumb  verwerft  ir  in  nit  die  gefohrift  oder 
thut  fie  in  ban  oder  in  die  acht?  wer  lerets  die  pauren? 

so  Münch.  Der  konden  wir  keins  thun,  denn  die  acht  und 
der  ban  iß  umb  fie,  als  pfiffs  ein  gans  an.  fo  künden 
wir  nichts  wider  das  wort  gottes  reden,  und  ob  wir  fchon 
probieren  auß  unfern  regeln  und  Aatuten,  fo  wollens  uns 
zu  tot  fchlahen  und  fprechen,  ob  das  wort  gottes  nit  mer 

n  fei  denn  der  bapA.    und  fragt  ir  dann,  wer  fie  es  lert, 


102 


wil  ich  euoh  Tagen:  alle  gelerte  prießer,   die   ein  rechten 

gewißen  oder  verftant  haben,  laufen  alle  aaß  den  clöftern, 

die   lernen  und   einbilden   den   bauren  das   wort  gottes. 

alfo  damit  müßen  wir  hunger  leiden. 
5  Edelman.    Bekent  ir  dann,  daß  das  wort  gottes  ift  das 

die  pauren  Tagen? 

Münch.     Ich  bekens  und   muß  von    rechts    wegen   be- 
kennen. 

Edelman.    Was  feit  ir  dann  für  poswicht,  daß  irs  nit 
10  annempt? 

Münch.     Ei,  junker,   fart  fchoni  unfer  regel  und  ßatut 

wils  nit  leiden. 

Edelman.    So  hör  ich  wol,  euer  ftatut  i(t  mer  dann  die 

wort,   fo   Chriftus   geredt  hat.     furwar,   wiewol   ich   bos 
16  lutherifch  bin,  gebet  ir  mir  auch  fchier  ein  ergemus. 

Münch.     Daran  dürft  ir  euch  nit  ergem.    unfer  regel 

ift  vom  bapft  beftett,  ift  alfo  wol  beftett,  als  hett  fie  Chri- 

ßus  felbs  beßett. 

Edelmann.     Ei,   lieber  münch,  da  fchweig  ftilll   das  ill 
so  erlogen,    wer  hat  dem  bapß  gewalt  geben,   andere  fect 

oder  glauben  auf  zu  richten  dann  wirs  in  der  tauf  ent- 

pfangen  haben? 

Münch.     Das  ift  recht,     find  denn  wir  nit  getauft? 

Edelman.    Ja,  getauft  feit  ir.    was  ift  aber  das  für  ein 
»  gugelfur?  der  hat  ein  Ichwarze  kutten,  der  ein  rote,  der 

ein  weiße,  der  ander  ein  grobe  und  der  felben  fecten  vil, 

und  ift  euer  Ueidung  doch  nit  anderft  (wers  nit  gewont 

und  vor  nit  gefehen  hett)    dann  wie  pur  lauter  narren 

und  ermant  mich  zu  gleich,   wie  der  geprauch  unter  den 
80  furften  ift:  einer  hat  einen  narren,  den  kleidt  er  in  fchwarz, 

der  ander  in  rot,  der  dritt  in  weiß,  und  kan  alweg  einer 

ein  befonder  abenteuer. 

Münch.    Ei,  junker,  verlundet  euch  niti  wir  haben  ein 

harte  regel:  wir  ligen  in  keinem  pett. 
85  Edelman.    Ja  auf  dem  pett  ift  euch  erlaubt 

Münch.    So  bald  wir  etwas  wider  unfer  ftatut  handeln^ 

müßen  wir  auf  der  erden  eßen. 

Edelman.    Ei  das  ift  ein  großer  dreck,    wenn  ieb  oft 


108 


zu  Zeiten   gnug  in  einem   feuftal  zu  eßen  hett,   fchmeckt 

mir  gleich  als  wol  als  auf  dem  tifch. 

Münch.    So  müflen  wir  une  der  weiber  maßen,    ift  fur- 

war  ein  herte  fach» 
&  Edelman.     Aber  nnunen,    pegeinen,  peurin  feind  euch 

erlaubt 

Muncb.     Da  fei  got  vorl 

Edelman.     Ich  weiß  wol,   wie  ir  boswicfat  thut. 

Münch.     So  haut  man  uns  mit  mthen. 
10  Edelman.     Ließ    man    meißer    Gilgen    üiber   euch,    der 

kund  euch  die  flöhe  abkeren. 

Munob.    Ich  weiß  nit,  wie  ich  im  thun  fol.    ich  befoi^, 

fol  ich  lenger  petteln  under  den  pauren,  fo  wurd  ich  er- 

fchlagen. 
15  Edelman.    Sich,  wer  ift  der  alfo  feintlich  hernachlauft? 

wenn  ich  wüft,  daß  er  vil  gelis  trüg,  ich  wolt  im  in  bu- 

fen  blafen,  und  münch  müft  mir  helfen:   woltens  darnach 

vertrinken  mit  einander. 

Münch.    Ach,  junker,  das  were  zu  vil. 
90  Edelman.     Sich,  pox  marter,  es  ift  ein  ourtifan. 

Curtifan.    Bona  dies. 

Edelman.    Guts  jar,  lantsman.     wannen  her? 

Curtifan.    Außen  von  Rom. 

Edelman.     Was  iß  dein  gefcheft  heraußen? 
u  Curtifan.    Ich   bin   auß  teutfchen   landen  gebom   und 

bin   zu  Regenspurg  da  beimen,    bin  ein  copift  zu  Rom 

gewefen.     unfer  handwerk  ligt  uns  ganz  darnider. 

Edelman.    Ei  wie  kumpt  das? 

Curtifan.     Das  ßnd  die  Teutfchen  der  römifchen  hübe- 
»  rei  innen  worden. 

Münch.    Junker,  fragt  den   gefellen,  wie  fie  die  Teut- 
fchen befchiflen  haben. 

Curtifan.     Ei,  lieber  gefell,   ir   habt  fein  gefeit:   es  ift 

kein  ding  auf  erden,   das  den  Teutfchen   mer  befcheißt 
M  dann  ir  klofterhengft. 

Edelman.     Da  fag   ich   auch    vil  von.     aber  vor  allen 

dingMi  muß  ich  eins  fragen  (dann  ir  all  beid  von  Nürm- 


104 


berg  ziehen),   was  gfat  man  von  den  veririben  imd  ver- 
prenten  edelleuten? 

Münch.    loh  hör   Dichten  befonders.     ioh  hör   wol,   ir 
feit  der  felbigen  fchnaphenlein  auch  eins. 

5  Edelman.    Was  fchnaphons  bin  ich?  man  hat  mich  wi- 
der  got,   eer   und   recht  von   dem   meinen  triben.     wann 
maus  euch  boswichten  ihan  het,  da  hielt  ich  vil  von. 
Münch.     Warumb?  wir   han  niemant  das  fein  genomen. 
Edelman.    Ei  heißt   das  niemant  das  fein  genomen,  fo 

10  weiß  ich   nit  was  genomen  ift.     wie  geheßu  iez  darumb 
petteln,    auf  die    meinung    fam  folt   dir   einer  kes   oder 
fchmalz  geben,  der  es  felbs  notturftig  wer. 
Münck    Ei,  junker,  es  gleicht  fich  euerm  guiz  nicht: 
ir  habts  mit  gewalt  genomen  auf  freier  ßraßen. 

u  Edelman.  So  habt  irs  den  leuten  heimlich  geftolen:  des 
find  wir  beßer  dann  ir.     dann  wann   man  unfer  ein  er- 
wüfcht  hat,  hat  man  im  den  köpf  abgefchlagen.    ein  diep 
henkt  man. 
Münch.     Wie?  haben  wirs  heimlich  geßoln? 

30  Edelman.  Habt  ir  nit  in  euern  kirchen  befondere  hei- 
ligen, die  man  anrufen  fol,  und  habt  den  leuten  das  fuß 
umbs  maul  geßrichen,  daß  fie  euch  flachs,  tuch,  fchmiilz 
etc.,  des  oft  einer  felbs  notturfbig  geweß  were,  geben, 
und  ift  lauter  fantafei  geweft,  der  gleichen  die  armen  zum 

s&  opfer  und  feelgeret  trungen  wider  alle  billigkeit,  darnach 
gefagt,  Chrißus  hab  iolchs  gepoten.  heißt  das  nit  heim- 
lich geftolen? 

Münch.    Wie  dann  ir?  wenn  die  kaufleut  von  Frankfurt 
oder  anders  wo  her  geritten  find,  habt  ir  inen  die  wagen 

80  au%ehauen,  das  beft  genomen,  das  ander  verwüft,  dar- 
nach auf  die  felbigen  gehalten,  inen  das  ire  genomen, 
habt  an  dem  nit  gnug  gehabt,  fonder  die  hinweg  gefurt, 
geßockt  und  geplöckt,  und  haben  euch  mer  müßen  geben« 
ift  das  redlich  gehandelt? 

u  Edelman.  So  habt  ir  nit  allein  wer  euch  ein  pfennig 
fchuldig  ift  gewefen,  die  fchult  von  im  genomen,  fonder 
wenn  er  euch  denn  nit  zur  rechter  zeit,  als  irs  habt  ha- 
ben wollen,  geben,  habt  fo  vil  koften  darauf  gewent  und 


10» 


in  umb  ecker  und  wifen  bracht  des  gleichen  habt  ir  die 
alten  mutterlein  umbs  gelt  bracht,  ir  habte  an  der  feel 
gemordet  und  fie  einen  diebifchen  morderifchen  weg  ge- 
wifen,  welcher  nur  euenn  feckel  gedient  hat.  wie  vil 
5  gelts  habt  ir  am  jüngßen  mit  euer  gnad  im  kloßer  zu 
wegen  bracht,  das  wider  all  recht  und  billigkeit  ift  und 
erger  dann  het  irs  einem  auß  dem  feckel  geßolen. 
Münch.  Es  iu  gleich  wol  nit  recht,  aber  daß  ir  euer 
pauren  fo  hart  nötigt  zu  fteuren,  reifen,  frönen  etc.  wider 

10  all  billigkeit  und  recht,  ift  das  billig,  fo  iß  das  ander 
recht. 

Edelman.  Wie?  thut  dann  irs  üit,  ir  feelmörder?  habt 
alfo  pauren  als  wir  und  mer  dann  wir,  und  fo  fies  nit 
bald  haben  wollen  thun,   habt  irs  in  pan  than.    und  ob 

u  wirs  fchon  than  betten,  fo  wölt  ir  doch  in  allen  dingen 
gerecht  fein,  folt  irs  nit  than  haben,  des  gleichen  habt 
ir  fo  yil  geltftrick  überal  aufgericht,  welches  zu  erbarmen 
und  nit  zu  wundern,  ob  fchon  der  arm  man  kein  gelt  hat. 
Münch.    Ei  das  habt  ir  gefchont,  fonder  wo  euer  einer 

»  nit  mer  dann  drei  heufer  auf  einem  flecken  gehabt  hat, 
ir  wollen  zoll  und  maut  da  machen,  welchs  dann  den 
gemeinen  man  und  alle  andere  hendel  feer  befchwert  hat. 
Edelman.  Wie  dann  ir  faulen  fchelmen?  fo  etwa  ein 
bifchof  ein  gleit  gehabt,   band   ir  ime  die  abkauft  und 

2»  nachfolgend  die  gleit  befchvf ert  nach  euerm  willen,  welchs 
zu  erbarmen,  daß  man  euch  nit  lengß  vertriben  hat  fo 
find  wir  nie  fo  unredlich  gewefen,  wie  etwan  ein  erbar 
man  zu  unfer  einem  komen  iß,  haben  wir  den  beleit  auf 
unfern  eigen  koßen  biß  zu  feiner  gewarfam. 

10  Münch.  Ha  ha  hal  ach  du  elends  barmherzige  plutigs 
gleitenl  behüte  got  frum  erbar  leut  für  eurem  geleiten! 
ir  gleiten  eben  wie  der  in  plowen  ermlen.  der  kam  eins 
tags  zu  unferm  apt  in  unfer  cloßer  und  rümet  fich  eines 
meißerßücks,  wie  daß  einer  were  zu  im  komen,   het  in 

8»  gebeten  umb  vergleitung,  het  er  im  zwen  knecht  zuge- 
ben, in  zu  verglaiten.  da  weren  feine  andere  knecht  zu 
gefaren  und  betten  die  zwen  unter  die  geul  geßochen, 
oder  wem  fonß  gern  gefallen,  und  betten  dem  frumnen 


106 


man  fein  gelt,  etwas  nmb  taofent  golden  genommen,    das 
heißt  trifaeh  ander  dem  pelnifohen  fchein  mit  dem  teufel 
geleit.    o  wee  euere  gleitensl 
Edel  man.    Bi,  lieber  munch,  das  felb  ift  reutereL 

s  Münch.    So  ift  das  mdnohwerk. 
Edel  man.    Nein,  wir  find  edelleut 
Münch.    Was  edelleut!   wer  hat  euch  den  adel  geben? 
ich  bin  bericht  worden,  wie  daß  die  tngent  und  frnmb- 
keit  vor  zeiten   den   adel  gemacht  hat.    fo  hat  es    Geh 

10  nmbkert  und  macht  iezt  püberei,  morderei  und  aller  fohand 
laßer  euch  edel,  und  welcher  nur  vil  geprent,  gemort, 
geraubt  hat,  der  iß  ein  frummer,  redlicher  und  wol  ver- 
fuchter  edelman,  den  ziehen  förßen  und  faerren  herfur. 
billichen  hat  man  euch  die  heufer  Terprent    acht  wol, 

15  wenn  man  euer  eins  teils  hett,  man  wurd  euch  den  pari 
im  gnick  fcberen.  ach  der  edelleutl  folten  wir  dann  nit 
beßer  fein  dann  ir? 

Edelman.     Wie  beßer?  da  behüt  euch  der  teufel  vor! 
wie  dann,  ir  pos wicht?  find  dann  die  doßer  zum  erßen 

so  der  maßen  geftift  worden,  daß  ir  auf  hohen  roflen  reiten, 
land  und  leut  haben,  huren  am  paren  halten,  tag  und 
nacht  vol  fein,  mit  großen  fteuren,  reuten  und  reifen 
umbgehen?  was  hat  zum  erften  manch  gemacht  dann  wil- 
lige Verzeihung  der  weit,    demut,  armut?   und   wo   fich 

n  fonft  einer  nit  zu  behelfen  hat  gewiß,  hat  man  in  einer 
ftat  ein  wonung  gemacht,  die  fdben  alten  verlebten  leut 
darein  gefetzt  (wie  man  dann  itzt  die  fonderfieohen  kobel 
macht),  got  zu  dienen,  und  hat  in  die  gemein  ein  »mlichs 
redlichs  außkomnen  geben,    fo  wölt  ir  des  teniUs  maß- 

10  fchwein  fein,  welcher  nit  arbeiten  mag,  wil  in  ein  clo- 
fter  komen.  allda  hat  er  freßens  und  faufens  gnug  und 
maßen  euch  die  armen  gemein  in  reicher  koft  halten, 
des  gleichen  hat,  ich  wil  Mv  Augepuif^  Hennen,  eilf  klö- 
ßer und  bruderiieufer.     die  haben  So  vil  aufliebens,   daß 

»  man  von  dee  wenigften  elofters  atifkeben  die  armen  d&rf- 
tigea  in  der  felbeü  ftat  davon  enthielt  nun,  wem  fielt  ir 
mite?  wenn  ein  armer  fnr  euer  doAer  kumpt^  ir  gebt  im 
mtt  ein  fuppen. 


107 


Münoh.    Ei,  Junker,  ir  fpart  die  warbeit    wir  geben  all 
tag  den  armen  Ton  unferm  clofter  zu  eßen. 
Edel  man.    Ei  daß  euch  pox  filzhut  fchend  mit  euerm 
eßen!    ich  w51t  mein  hund  nit  darmit   beleidigen,     was 

&  gebt  ir  in  anders  dann  euer  abgefchelte  vifchgreter,  tel- 
lerprot,  abgefchnitlich  und  waßerkraut,  iib^nechtige  ger- 
ften,  hirs,  ruben  unternander.  der  pitter  hunger  treibts 
in  die  armen  leut.  ich  hab  oft,  weil  ich  firolich  gen 
Augspurg  dürft,   meinen  wunder  gefehen.    und  ift  doch 

10  nur  ein  fchein,   damit  ir  den  gemeinen  man  bleut  und 
fprechent    'fecht,  lieben   leut,   wie   wir  teglichen  mit  vil 
arms  yolks  beladen  find',    o  ir  dieb,  wo  habt  ir  den  ge- 
meinen man  betrogen! 
Münch.    Es  ift  wol  war.    wie  fol  man  im  thun?   es  fei 

1»  dennocht  wie  im  woU,  fo  ifls  ein  groß  ding,  fich  der 
weit  zu  verzeihen,  folten  wir  dann  nit  beßer  fein  dann  ir? 
Edelman.  Wie?  der  weit  verzeihen?  muß  ich  mich  der 
weit  iezt  auch  verzeihen,  ich  darf  zu  keinem  piderman 
einreiten;    dann    welcher   mich   herbergt,    dem    wirt   fein 

90  haus  von  meinent  wegen  auch  zerbrochen,    dich  fol  auch 
wunder  nemen,  wo  ich  bleib  und  hab  kein  ftete  wonung. 
darumb  ich  beßer  bin  dann  du  und  deines  gleichen. 
Münch.    Ach,  das  ift  nichts,    wir  müßen  hart  ligen. 
Edelman.     Ach   daß   euch  pox   leber  fchend!  ich    bin 

35  nun  den  vierten  tag  in  regen  und  wint  geritten,  es  ift 
kein  tmckener  vadem  an  mir,  hab  nie  kein  fchlaf  than, 
weiß  auch  nit  wo  ich  ficher  bin:  hierumb  bin  ich  vil 
beßer.  fo  habt  ir  kalt  und  warm  biß  zu  euer  notturft, 
wißt  wo  ir  ligt,  fchlaft,  eßt  und  trinkt,  darzu  ich  weder 

ao  leibs  noch  lebens  ficher  bin.  darumb  ich  taufent  mal 
beßer  bin  dann  ir. 

Müncvh.    So  müßen  wir  zur  metten   aufliehen  und  den 
halben  tag  vaften. 
Edelman.  Ei  groß  wunder,  fo  muß  ich  die  ganze  nacht 

u  auf  dem  rofs  halten  und  oft  in  dreien  tagen  nichts  freßen 
weder  gel  ruben,  wann  ich  nur  der  zu  zeiten  auch  gnug 
überkomen  künd:  darumb  ich  aber  beßer  bin. 
Münch.  So  dürfen  wir  zu  untern  mit  einander  nil  reden. 


108 


Edel  man.  Wenn  aber  einer  ein  hum  in  der  zell  hat, 
darf  er  mit  der  reden,  ich  reit  nun  biß  an  den  dritten 
tag,  hab  mit  keinem  menfchen  ein  wort  geredt^  dann  was 
ich  mit  dir  red,  das  mir  oft  gefchicht 

5  Münch.    So  dürfen  wir  kein  leines  tragen. 
Edel  man.    Oho  deiner  feUgkeit!  ich  hab  ein  hembd  an, 
wil  mit  dir  taufchen,  es  lauft  fo  voller  leus,  peißen  mich, 
daß  ich  kaum  auf  dem  rofs  bleiben  mag. 
Münch.     So   müßen    wir   unfere   horas  beten    und  auf 

10  ploßen  knien  ligen. 
Edel  man.  So  druckt  mich  der  harnifch,  ich  mocht  amech- 
tig  werden,    darumb  ich  dir  in  allen  ßucken  oblig.    und 
wenn  iemant  ift,  der  mit  harten  werken  felig  wirt,  bin 
ich  der  auch  einer. 

15  Münch.  Ir  müßt  das  thun  und  feits  genöt,  habts  auch 
verdient. 

E  de  Im  an.    Darumb  püßen  wir.    das  thunt  ir  auch. 
Münch.    Ei,  lieber  Junker,  laßt  uns   gleich  waßer  an 
einer  Aangen  tragen. 

30  Edelman.     Nein,  das  thu  ich  in  keinem  weg.    irmußt 
vor  bekennen,  daß  ir  großer  fchelk  feit  dann  wir,  und 
ir  auch  wirdiger  feit  zu  vertreiben  dann  wir. 
Münch.    Nein,    wir  wollen  euch  als  gut  kßen  fein  als 
wir  und  daß  wir  als  billich  vertriben  werden  als  ir. 

35  Edelman.     Curtifan,  wie  meinßu? 

Curtifan.    Junker,  ir  find  nit  fo  wirdig  und  nit  fo  gut 
als  ir.    ich  fag  bei  meinem  glauben,  daß  ir  einen  harten 
orden  habt 
Münch.    Wie  gut  wiliu  dann  fein,  fo  der  erll  urfprung 

so  von  Rom  kumpt,  die  uns  gelert  haben? 

Curtifan.    Wenn  man  mir  und  einem  ietslichen  pfaffen 
nach  unfern  verdienßen  wölt  geben,    müft   man  uns   an 
den  höchilen  galgen  henken  der  doch  ift 
Edelman.     Wolan,  wir  feint  doch  alle  drei   groß  pös- 

»  wicht,  daß  wir  ein  unterfcheit  haben  und  einer  größer 
dann  der  ander,  und  wolt  ir  mir  folgen,  muß  es  alfo 
zugehen,  ich  bin  ein  großer  pöswicht.  der  curtifan  noch 
ein  größerer   und  du,  münch,   der   aller  groß,     nun  fo 


109 


wißt  ir,  daß  der  gemein  man  unfer  fchalkeit  aller  innen 
worden  ift.  wenn  dann  ir  mir  volgen  wollet,  wolten  wir 
reich  werden  und  gelts  leiden  überkomen. 
Curtifan.  Ich  hilf  darzu,  es  fei  was  es  woU.  ich  bin 
5  verdorben,  fo  mag  ich  nit  arbeiten. 
Manch.  Es  hat  mir  mein  apt  zugefagt,  er  woU  mir 
ein  ampt  verleihen,  als  bald  ich  heim  komm,  wenn  ich 
wüß,  daß  ers  mir  nit  halten  wölt,  fo  hulf  ich  auch 
darzu. 

10  Edel  man.     Ach,  lieber  münch,  du  wirft  am  aller  nütz- 
ften.    hilf  uns!  ich   wil   dir   ein  fchone   huren  am  paren 
halten,     dann  wollen  wir  fchlemmen  und  demmen  daß  es 
rauchen  muß. 
Munch.    Was  müften  wir  dann  thun?    ich   hab   weder 

lA  harnifch,  fchilt  noch  fper. 
Edelman.    Ach,  da  kümmer  dich  nit  umb!    iezunt  wirt 
mefs  zu    Frankfurt,  da  werden  vil  kaufleut  hinkommen, 
fo  muftu,  münch,  hinein  und  mit  dem  pettel  alle  herberg 
durchfuchen  und  damit  dich  erfragen,   wo  die  reichften 

M  kaufleut  ligen  und  wann  fie  auf  werden  fein  und  wie 
Aark  fie  reiten  werden. 

Münch.     Ach,  junker,  ße  reiten  im  gleit,     auch  fo  rei- 
ten irer  einer  oder  hundert  mit  einander. 
Edelman.    Ach  gleit,  gleit,  was  gleit!   darzu  wolt  ich 

SS  den  curtifan  brauchen,  dann  ich  oder  meins  gleichen  nit 
frolich  wandern  dürfen,  wolt  ich  in  hin  und  herwider 
fchicken,  wo  ich  dann  mein  kuntfchafb  weiß,  fo  ich  dann 
die  kuntfchaft  von  dir  hett,  traut  ich  mir  auf  einen  tag 
ein   pferd  oder  zwei  hundert  zufammen  bringen,     wann 

ao  mir  dann  einen  feiften  betten,  der  mocht  uns  ein  jar  hüb- 
fche  weiber,  guten  wein  und  hübfche  pferd  tragen,  fo 
möchten  wir  ein  jar  oder  halbs  darauf  ItiU  ligen,  fchlem- 
men und  denmien,  biß  es  wider  erlofch.  darumb  was 
euer  meinung  iß,  gebt  mir  zu  verftehen. 

t5  Münch.  Warlidi  es  were  ein  gute  meinung,  wenn  maus 
nit  innen  wirt 
Curtifan.    So,  lieber,  du  muß  es  auch  wagen. 


VI. 

DIE  LUTERISCH  STREBKATZ. 


£ifopu8  und  etliche  andere  fabelbefchreiber,  damit  fie  zu 
tugent  reizten  oder  aber  von  laßem  erfcbreckten,  dichten 
fie  aller  art  thierer  und  ietsliches  nach  feiner  natur  re- 
dend.    Lucianus  hat  den   künßreichen   Pythagoram   gar 

ft  lüftlichen  durch  einen  hauen  geftraft  umb  feinen  irthumb, 
won  und  meinung,  daß  er  helt,  des  menfchen  feel  werd 
nach  dem  abfchid  vom  leib  in  ein  ander  thier,  welche  die 
felb  ftund  und  augenblick  uf  die  weit  bracht  würt,  ver- 
ändert,   der  art  iß  auch  das  buch  Ovidii  metamorphofis, 

10  das  iß,  das  buch  der  Veränderung,  in  welchem  ein  iets- 
licher,  feines  lebens  fitten  noch,  in  ein  vieh  und  thier, 
feinen  fitten  und  gewonheiten  am  aller  änlichßen,  etwa 
auß  ßraf,  etwa  auß  gunß  Jovis  verändert  ward:  als  den 
ungetreuen  morderifchen  Lychaon,  der  die  geß,  fo  zu  im 

»  einkerten,  ermorden  pflag,  in  einen  wolf,  den  hundert- 
augigen  Argum  in  ein  pfahen  fchwanz.  folche  metamor- 
phofim  haben  die  propheten,  Chrißus,  Petrus  und  Paulus 
gebraucht  in  ircm  ßrafen.  David  vergleicht  die  unver- 
ßendigen  den  pferden  und  maulefeln.    Chrißus  nennet  die 

90  pharifeier  und  gleifner  fchlangen  gezicht,  teufeis  kinder, 
ein  fauer  teig,  von  wegen  ires  liegens  und  morderifchen 
gemüts  gegen  im.  die  frommen  nennet  er  fchaf,  item  fich 
ein  lamp  etc.,  item  den  Herodem  ein  fuchfen.  da  uns 
Paulus  die  falfchen  lerer  entwirft,  fpricht  er  'fliehent  die 

25  hundel^  die  heißt  Petrus  bronne  on  waßer.  die  unge- 
larten  bifchoff  nent  Efaias  ßumme  hund,  die  nit  bellen 


113 


konden.  and  der  gleichen  fechs  tanfent  überal  in  der 
gfchrift.  warumb  wurde  es  uns  nit  gebüren,  inen  nach 
ze  folgen  und  der  maßen  ze  reden?  verwunder  dichs  nit, 
lieber  lefer,  daß  du  hie  wilde  und  unflätige  thierer  fichfi, 

ft  als  ein  wolf,  fau,  bock,  hunt,  katz,  fchneck,  rattenkonig, 
und  horeft  fie  zu  unfern  zeiten  reden,  es  feind  lent  irer 
natur,  wefen,  geberd  und  fitien  nach  abkonterfeiet,  die 
des  creuzes  Chrilli,  ja  gemeines  chrifteUchen  nutzes  haupt* 
feind  feind,  die  da  wolten  daß  got  nit  wer,  darmit  nur 

10  ires  gottes  des  babßes  und  irer  falfch  ertichter  gewalt 
fampt  irer  yiehifchen  woUuIl  beharren  mocht.  was?  feind 
die  auch  menfchen?  warumb  nit  vil  me  teufel,  die  fich 
aller  lügen  fleißen,  der  warheit  feint,  des  Antichrifts  ge- 
fint  feint?  die  fich  in  allen  gefchlechten  der  Hinkenden 

u  nnkeufcheit  (mit  züchten,  lieber  lefer,)  in  h&rerei,  eebre- 
cherei,  fodomei  tag  und  nacht  welzen,  würden  fie  unrecht- 
lichen feu  genennet?  in  welchen  neid,  haß,  ungehorfam, 
frevel  und  mutwill  quillet,  und  vil  blinder  feind  dann  die 
bock,  fonderlich  bei  gflten  dingen,  folt  man  die  nit  bock 

80  außfchreien?  die  da  widerbellen,  widermurren  dem  guten 
und  felfchen  die  gefchrift,  liebkofen  dem  pabft,  beißen, 
zerreißen,  befcheißen  und  kratzen  den  unfchuldigen,  feinde 
nit  hund  und  katzen?  die  andern  hinderreden,  mit  glatten 
werten  den  einfaltigen  verfuren,  dem  frommen  nachfchlei- 

n  chen,  mit  gifb  oder  funA  umb  er,  leib  und  leben  ze 
bringen,  den  feind  die  namen  fchneck,  rattenkonig  vil  ze 
lind  und  erlich.  der  maßen  thierer  hat  der  romifch  Ly- 
chaon,  der  wolf,  pabft  und  Antichriß  an  den  boshafligen, 
bl&tgirigen,  gotlofen  beftien,  nemlich  am  Eck  zu  Ingoi- 
ao Aadt,  Emfem  zu  Leips,  Lempen  zu  Tübingen,  Mornar 
am  anderen  ort,  Cocleum  zu  Frankfurt,  Hochftrat  zu  Cöln, 
Henfel  Schmitknecht  zu  Coftenz  etc.,  und  andere  in  an- 
dern orten,  die  da  in  allen  landen  halftarrig  arbeiten  und 
weren,  daß  das  evangelion  nit  ufwachfe,  daß  ir  und  Sa- 

85  tans  reich  beftehe,  der  arm  leie  in  der  finfternüs,  thorheit 
und  irthumb  behalten,  nicht  aUein  feiner  guter  und  hab 
beraubet,  fonder  entlichen  fein  arme  feel  irem  hauptman, 
dem  teufel,  gewonnen  und  auch   überlifert  werde,    daß 

8 


114 


du  dich  vor  inen,  vor  iren  verförifohen,  deafelifchen 
lefen  und  irem  anhaog  hdten  mügeft,  lieber  lefer,  fo  ha- 
ben wir  derer  bildung,  nameii  und  handlung,  und  wes 
fidh  ein  itslicber  dem  bapft  zu  underdruckung  des  evan- 

&  gelii  verpflicht  bat  und  warumb,  kürzlicben  angezeigt  in 
difem  gefprechbuchin,  wie  fie  Genius  (das  iß  ir  eigene 
öonfoienz,  gewißen,  natura,  in  fumma  fie  felbft)  mit  Wor- 
ten und  werken  anfagt  und  fchuldiget,  wer  fie  feind.  es 
gerehicht  auch  auß  keinem  neit  und  zorn,  fonder  daß  fie 

lö  durch  fpot  (wo  fie  nit  got  Pharaoni  ze  gleich  verhertet 
het)  zu  beßerung  und  erkantnus  der  warheit  möchten 
gezwungen  werden,    die  gnad  gots  fei  mit  uns.    amen. 


Anruefung  des  Luthers 
umb  gotlich  hilf. 

15  O  Chrifi,  du  bifi  der  höchße  troß, 

So  ganz  menfchlichs  gefchlecht  erloft 
Allein  auß  gnad  und  gütigkeit, 

Wie  das  die  gfchrift  uns  klärlich  feit, 
Dein  vater  fer  erbarmet  hab 
)o      Menfchlichs  gefchlecht,  drumb  fchickt  herab 
Dich  einigen  geliebten  fun 

Und  wolt  damit  verlunen  thun 
Den  zorn,  darin  uns  Adam  ßieß. 
Derhalb  dich  hie  menfch  werden  ließ 
ii  Und  fterben  durch  fchmelichen  tot, 
Daß  die  all  kernen  auß  der  not, 
So  in  dich  glaubten  fein^i  fon; 

Verheißt  in  des  fein  reich  z&  Ion, 
Wie  uns  Johannes  das  befchreibt, 
w      Am  fechßen  theil  gar  herKch  treibt 
So  hafiu  an  eim  andern  ort 

Gar  öffentlich  durch  dife  wort 
Gefprochen,  daß  dein  reich  nit  fei 
Von  difer  weit,     drum  fag  ich  frei 
«5  Auß  deiner  red  in  meinem  mut, 


115 


Man  kauft  es  nit  amb  zeitlich  gßt, 
Wie  uns  bißher  geleret  bot 

Die  cntchrißifch  befchome  rot, 
Päblt,  bifchofiP,  monch,  all  pfaffen  gar, 
5      So  zogen  auß  in  großer  fchar 
Mit  römfchen  bulln  und  gnaden  brief. 

Darunder  einer  feintlich  rief, 
Ein  prediger  miinch,  Detzel  mit  nam 
Und  zu  uns  her  in  Sachfen  kam, 
10  Sagt  öffentlich,  man  wißen  folt. 

Wer  fallen  ließ  ein  münz  von  golt 
In  ablaßkillen  ufgeßelt, 

Daß  von  dem  klang,  fo  bald  er  feh, 
Far  uf  ein  feel  in  ewig  freid. 
15      Die  lügen  theten  mir  fo  leid. 
Daß  ich  es  nit  mer  thulden  kunt. 

Begab  mich  uf  den  rechten  grünt, 
Den  du  haft  giert,  herr  Jefu  Chrift, 
Und  durch  Mattheum  bfchriben  ift, 
10  Da  er  dann  fagt  auß  dem  bcricht 

*ümb  fünft  irs  habt,  verkaufente  nicht' 
Auch  hab  ich  durch  die  gfchrift  erfarn. 

Wann  fich  der  menfch  wil  recht  bewam, 
So  leg  er  dich  zum  iundament, 
»      Dann  wirt  fein  bau  nimmer  zertr^nt 
Durch  tot,  teufel,  auch  port  der  hdln: 

Die  mögen  in  nit  nider  felln. 
Das  hab  ich,  herr,  gefehen  an, 
Thet  mich  gar  fteif  irf  dich  Verlan, 
30  Der  du  am  creuz  haß  triumphiert, 
Durch  dein  erftehung  hingefurt 
Die  Sund  der  menfchen:  des  wir  hftü 

Gezeugnis  gut  Johannia  ftan, 
Daß  du  das  lemblin  gottes  biß, 
3&      Durch  welches  gar  entladen  iß 
Was  ie  der  menfch  gefundet  hat, 
So  er  in  ßeifem  glauben  bßat 
O  herr,  da  ich  das  offenbart, 

8* 


116 

Daß  (ich  der  menfch  uf  deine  wort 
Verlaßen  folt  und  druf  beßan, 

Von  ßund  thet  mich  der  pabß  in  ban, 
Stürmt,  leut,  verfchoß  mit  großem  graus 
5      Und  fchrei  mich  für  ein  ketzer  auß. 
Damit  er  uf  ein  neues  zwang 

Mich  in  die  gichrift  gewaltig  trang, 
Thet  im  noch  etwas  geben  zu. 

So  ichs  nun  recht  befehen  thu, 
10  Find  ich  im  grund,  wie  daß  er  iit 

Der  fchentiich  gi^aufam  Antichrift, 
Dann  all  fein  frucht  das  zeigen  an, 

Recht  wie  man  findt  gefchriben  ßan 
Durch  Danielen  an  manchem  blat 
i&      Wer  luß  da  felbs  zu  lefen  hat, 
Der  nem  die  bibel  zu  im  dar. 

In  meiner  dag  ich  further  far. 
Die  warheit  hat  mich  bracht  in  hatz, 

Maß  mit  im  ziehen  die  ftrebkatz. 
20  Uf  meiner  feiten  nit  mer  hab 

Dann,  herr,  dein  leiden  für  ein  ßab: 
So  hat  er  gar  ein  teufiifch  her: 

Sol  ichs  hin  ziehen,  wirt  mir  fchwer. 
Schau,  wie  der  eber  wetz  die  zen, 
>5      Der  bock  thüt  auch  herzu  her  fteen. 
Der  kochlo£fel  mit  feiner  fauf 

Dem  thut  der  pabft  vil  grieben  drauf. 
Der  Mumar  mit  feim  katzen  gfchrei, 

Der  Lemp  mit  belln  trit  auch  an  rei; 
30  Der  ratten  konig,  gnant  Hochftrat, 

Den  auch  der  pabß  gekronet  hat; 
So  wil  der  fchmit  von  Coflenz  dran. 

Noch  lih  ich  gar  ein  dapfern  man, 
Wolt  Geh  gern  mengen  in  die  klei: 
s&      Mich  dunkt,  wie  es  ein  eichhorn  fei. 
Es  iß  des  gfchwirms  on  zal  und  maß^ 

Die  ich  durch  kürz  hie  underlaß, 
So  all  vom  pabß  entpfangen  Ion 


117 

Und  offlich  wider  Chriftam  fton. 
O  tröfter  mein,  dis  rot  fih  anl 
Ich  weiß  9  du  wirft  mich  nit  Verlan. 
Chriftus  zum  Luther. 
4  Martine,  lieber  diener  mein, 

Bis  keck,  dann  ich  wil  bei  dir  fein^ 

Daß  dir  der  pabß  mit  feiner  cron 

Kein  widerßant  fol  mögen  thonl 

Mein  wort  fiat  fteif  uf  feßem  grünt: 

10      Das  haft  allzeit  in  deinem  munt, 

Daß  es  die  pforten  auch  der  helln 

Ja  nimmer  mer  zu  boden  felln. 
Dmmb  greif  den  Entchrift  dapfer  anl 
Es  ift  der  pabft  der  felbig  man, 
15  Der  fich  thfit  fetzen  über  got 

Mit  menfchen  leer,  glatz  und  gebot. 
Damit  er  thfit  mein  volk  regiern 

Und  fie  von  mir  zum  teufel  fnm. 
Davon  die  gfchrift  mit  häufen  fagt 
so      Und  manch  prophet  darüber  clagt 
Deshalb  fo  fchreil  erhöh  dein  ftimi 
Erlös  mein  volk  von  feinem  grim. 
Von  feinen  gfatzen  und  bezwang, 
Darinn  fie  fint  gelegen  lang, 
15  Und  fei  getroß!  ich  bin  mit  dir: 
Das  foltu  konlich  glauben  mir. 

Martinus  zum  babft. 
Die  weil  es  nit  mag  anderß  fein. 
So  geh  ich  mich  willig  darein, 
M  Wil  halten  mich  an  Chrißum  bloß. 
Und  wer  der  häufen  noch  fo  groß 
Vol  breiter  roter  fpitzer  hüt. 

Der  ieder  bfonders  in  mich  wüt 
Mit  fchreiben,  fchreien,  leßerwort, 
S5      Damit  fie  han  die  weit  verfort. 
Wie  wol  man  iez  den  braten  fchmeck 

Und  wo  der  has  lig  in  der  heck. 
Nun  weiter,    pabß,  ich  hab  gehört, 


118 

Du  habß  mit  gelt  fo  vaft  gemort, 
Das  Volk  zogen  zu  dir  mit  lift, 

Biß  daß  der  Teckel  gbrocbea  iA, 
Die  all  von  got  fein  tretea  bfeits, 
5      Ir  troß  gewendt  uf  deinen  geiz. 
Das  acht  ich  warlich  alles  klein 
Und  ßand  gerüßet  hie  allein, 
Das  ungezifer  nimmer  flieh, 
Die  ßrebkatz  weidlich  mit  euch  zieh« 
10  Hui,  zeuh  nur  dapfer,  dann  es  giltl 

Hör,  Murnar  murt,  der  Lemp  der  bilt, 
Der  feukopf  greint,  daß  widerhilt. 
Schnurr,  murr  und  bell  gleich  wer  do  wil, 
Es  fol  euch  all  nit  helfen  vil, 
15  Dann  ich  getrau  got  Jefu  Chriß, 
Der  dann  allein  mein  trößer  iß, 
Ich  wöU  dich,  pabß,  qnd  all  dein  gfello 

Mit  feinem  wort  uf  dnafen  felln. 
Dein  haupt  fich  fchon  zur  erden  beucht, 
90      Die  dreifach  krön  heraber  fleucht 
Drum  zeuch  und  zeuch  nur  faß  und  vill 
Laß  fehen,  wer  behalten  will 

Babß  zur  ßrut 
Helft,  helft,  ir  lieben  brüder  all! 
2b      Der  mönch  thut  ziehen  daß  ich  fall« 
Wo  ir  mir  nit  feit  helfen  halt, 

So  nimpt  er  hin  all  mein  gewalt 
Ich  zeuch  daß  mir  mein  aralooh  ßinkt. 
Doch  facht  das  haupt  mir  an  und  fiukt 
so  Ach,  lieber  bock,  thu  mir  hofiernl 
Gib  im  ein  guten  buff  in  ßimi 
Emfer. 
O  heiiger  vater,  weil  du  haß 
Zu  erß  gemant  mich  alfo  vaß, 
35  Daß  ich  ein  ßoß  im  geh  für  dßirii, 
Damit  zerknitfch  fein  dolles  him. 
So  weichen  ab!  ioh  dring  hinan, 
Dann  ich  bin  gar  ein  fpitzig  man. 


119 

Genius.  .  ' 
Das  ficht  man  bei  den  hörnern  w<q1, 
Sunß  billtt  aller  künAen  hoL 
Emfer. 
»  Durch  heimlich  neid  und  hiaderliß 
Er  ßetigs  von  mir  gfatzet  ift, 
On  was  ich  kurz  gefchrlben  hab 

Von  bifchof  Benn  und  feinem  grab, 
Den  ich  fo  hoch  hab  n%emiitzt, 
10      Daran  der  Luther  yaft  erftutzt. 
Genius. 
Das  fpürt  man  wol  in  feim  tractat, 

Den  er  die  zeit  betchriben  hat, 
Gnant  alt  teufel  und  neu  abgot, 
IS      In  dem  er  meldt  den  großen  fpot, 
So  die  zu  Meißen  triben  hau. 
Daß  fie  fo  dürftig  underftan 
Zu  machen  heiigen  hie  auf  erd^ 
Die  doch  nit  find  ein  meiten  wert, 
so  Wie  fein  legend  das  theutet  dar, 
Daß  nach  feim  tod  ein  ganzes  jar 
Hab  er  ein  raargrafen  ermort. 

Wo  ift  der  gleichen  ie  gehört 
Von  einchem  der  wil  Chriften  fei»? 
95      Des  widerfpils  wir  finden  fchein, 
Daß  Chrißns  felbs  gebeten  hot 

Für  die  fo  in  fchlugen  zu  tot 
Nun  hat  er  oftmals  zeiget  an, 

Daß  wir  auch  £blln  wie  er  hat  thaa 
30    Und  Stephanus  gleich  yolget  nach: 
Begerten  nit  ir  eigen  räch. 
Wie  reimpt  fich  das  gern  Benno  hie? 
Ich  faget  feiner,  ich  weiß  nit  wie, 
So  got,  fo  heüg,  all  teufel  ^eich. 
35      Die  weil  der  Entchrift  hat  ein  reich, 
So  maß  er  ie  auch  heiigen  hau, 
Die  er  im  felber  machen  kaa: 
Dann  Chrifius  warlich  gibt  im  kein. 


120 

Sie  kommen  gar  nit  überein: 
Dort  demnt  mit  graßer  gedult, 

ELie  hoffart,  roch,  keim  Chriften  holt, 
Emfer. 
&  Ach,  heiiger  herr,  irdifcher  got, 
Wie  bringt  mich  Genius  zn  fpot, 
Daß  ich  dir  nit  mer  helfen  kan. 
Und  folftu  gar  zu  fcheitem  gan. 
Bapft  zum  Ecken. 
10  O  heio!  hat  es  die  geßalt, 

So  kum  ich  gar  umb  mein  gewalt. 
Nun  hini  ich  muß  mich  fehen  umb. 
Wie  daß  ich  beßern  troß  bekam. 
Drit  du  herzu,  mein  lieber  Eckl 
ift      Dein  rüßel  ßoß  auch  in  den  drecki 
Thfl  rülen,  wulen  umb  und  umb! 

Lag  daß  ich  etwas  überkum 
Durchs  dreckental,  das  helfen  thü! 
Ich  wil  ergetzen  dich  der  müh. 
so  Eck. 

Das  thö  ich,  heilgfier  vater,  gern. 

Damit  dich  mögft  des  monchs  erwem. 
Nu  weifhi  wol,  wie  daß  ich  war 
Der  fich  zum  erft  gab  offenbar 
»  Zu  Leipzig  mit  im  in  den  hatz 
Und  thet  ein  heftig  difputaz. 
Darin  ich  in  bei  überwant. 
Genius. 
Feit  wol  fo  weit  biß  in  HoUant 
10  Ich  was  der  zeit  auch  nah  da  bei: 
Derhalb  ich  wol  darf  fagen  frei. 
Dein  difputaz  und  ganzer  grünt 

In  menfchen  1er  und  gfatzen  ftunt. 
Wo  man  dir  nimpt  das  felbig  fchwert, 
8»      So  biftu  nit  einr  leus  me  wert 
Der  keines  mer  iez  gelten  ift, 

Die  weil  wir  haben  Jefum  Chrüt 
Drumb  es  nit  weit  gefeiet  hat, 


121 

Du  werft  zu  Lieipzig  in  den  kat 
Oeftoßen  tief  mit  deiner  nas. 

Mein  lieber  dr  Eck,  wie  gfelt  dir  das? 
Eck. 
&  Dein  unfal  leit  mir  weiter  an, 

Daß  ich  anch  thn  noch  underftan 
Zn  Ingolftadt  mit  aller  macht 

Zn  wem,  daß  nit  werd  furher  bracht 
Das  eyangeli  gottes  wort, 
10      Wie  da  on  zweifei  haß  gehört, 
Daß  ich  bezwang  ein  jnngen  man, 

Der  fich  auch  nam  der  fachen  an 
Und  maß  es  widerrufen  gar, 
Wes  ich  im  thet  erzelen  dar. 
15  Genius. 

Da  her,  mein  Eck,  fo  far  hereinl 

Durch  dräuen  groß  totlicher  pein 
Ward  abgefchreckt  das  junge  plut. 
Das  fich  allzeit  erpieten  thflt, 
10  Man  fol  in  weifen  mit  der  gfchrift 

Und  nit  durchs  Entchrißs  fchwinnes  gift. 
Das  euch  gefelln  nit  fchmecken  wil, 

Darumb  ir  fchreit  on  maß  und  zil. 
Allein  zu  widerrufen  zwingt, 
ts     Mit  ßocken,  plöcken  darzfi  dringt 

Eck. 
O  pater  fancte,  das  betracht. 

Daß  ich  hab  gwert  mit  aller  macht. 
Daß  Luther  nit  beflecket  hat 
so      Die  hohe  fchftl  zu  Ingolßadt. 
6enius. 
Der  rfim  dunkt  mich  wol  fchekens  wert. 

Dann  uns  das  evangeli  lert 
Am  achten  als  Mattheus  fchreibt, 
S5      Da  Chriftus  fo  vil  teufel  treibt 
Von  menfchen  in  ein  groß  herd  fchwein, 

Drumb  er  nit  ward  gekßen  ein 
Ins  ßedtlin  Gadar,  alfo  würt 


122 

In  deiner  holien  fefail  gefpurt 
Weil  Geh  der  teufel  gfetcet  hat 

In  dein  feukopf,  deshalb  die  lladt 
Auch  Chrißum  bit,  daß  er  weich  ab 
&      Mit  feinem  wort  und  gotte«  gab. 
Diß  th&t  mir  we  im  herzen  mein, 

Daß  fol  die  gmein  beraubet  fein 
Des  hocbwirdigen  gottes  wort 
Und  ir  feien  fo  fchentlicb  gmort 
10  Von  wegen  eines  finten  fchwein, 
Das  beßer  wer,  es  leg  im  Keiii. 
Eck. 
O  heilgller  vater,  was  iil  das 
Das  mich  fo  kutelet  in  der  nas? 
15  Dis  ßimm  ift  meinem  geift  zu  fchwin. 
Such  ander  hilf!  ich  fiir  von  Unn. 
Babll  ^nm  Murnar. 
O  Murnar,  es  iß  nun  an  dir. 
Sich  zu!  fie  weicheo  all  von  mir. 
30  Zu  dir  hab  ich  noch  ftetfen  troft, 
Halt  nit,  daß  du  mich  ßecken  laß. 
Dein  fcharpfe  klahen^  hoff  ich  wol, 
Mit  deim  gefchrd  mich  retten  foL 
Murnun 
35  Mein  got  und  berr,  du  kon^  gar  reoht 
Ich  bin  allzeit  dein  willig  knecht: 
So  ißs  gerad  iez  au  der  zeit, 

Daß  ich  nü  mer  uf  liengfien  reit, 
Dann  alle  noblen  feind  verzert, 
30     Mit  den  mich  hat  gar  hoch  rerert 
Der  edel  kong  auß  Engellant, 

Da  ich  thet  retten  feine  foband. 
Die  Luther  im  hat  ziigewendt, 
Da  er  in  konig  Heinzeu  nent 
35  Was  du  der  gleich  begeren  thäft, 
(ledocb  mit  gelt  miofa  laden  muft) 
Wil  ich  gar  fleißig  fein  berat 
Und  wer  es  gleich  dem  teufel  leit. 


123 


Geniu«. 
Thu  gmach,  Murnar!  üchrei  nit  fo  tkü 

Als  wer  deio  gfchrift  des  teufeis  laß, 
Die  alfo  hoch  mit  im  ift  dran,  • 
&      Wie  fol  ers  daon  für  iibel  han? 
Ja  wann  du  betteß  got  genent. 

Der  wiirt  gar  oft  durch  dich  gefcbent, 
Dann  es  on  zweifei  ift  im  leit, 
Daß  du  dich  haß  allzeit  bereit 
10  Zu  bfchirmen  fchand  und  laßer  bie 

Durch  deine  gfchrift.   man  weiß  wol  wie 
Und  was  du  furß  in  deinem  fohilt 
Götliche  forcbt  bei  dir  nit  gilt 
Darumb  man  dich  fol  faren  lan, 
15      Kein  Chrißen  menfoh  auch  bei  dir  ßan. 
Zum  babß  gar  wol  dich  neigen  magß, 
Die  weil  du  dioh  an  zerung  dagß, 
Dann  all  fein  hilf  er  alfo  kauft. 
Kein  from  gelarter  zu  im  lauft. 
20  Wil  damit  nit  gemeldet  han, 

Daß  du  auch  feiß  ein  glarter  man: 
Von  dir  es  nie  iß  worden  kunt. 

Ganz  unverfohamet  iß  dein  mnnt. 
An  dir  fpürt  man  die  groß  vemnnft 
35      Durch  gauchmatten  und  fchelmen  zunft. 
Und  als  dich  kam  der  fchwindel  an, 

Begund  dein  kunß  eriurer  gan, 
In  der  du  dich  haß  felb  gefcbent, 
Der  lutrifch  groß  narr  wards  genent, 
10     Zu  Straßburg  durch  den  rat  verbrent 
Solch  unverfchampte  leßerwort 

Hab  ich  mein  lebtag  nie  gebort 
Als  in  dem  felben  buchlin  war. 

Durch  gfchrift  fo  thußu  niobtfet  dar: 
3»  Das  fchafil,  du  biß  ir  nit  geübt, 
Allein  zu  hippen  dir  geliebt 
O  got,  wie  iß  dein  reich  zertbeilt. 
Daß  fich  ein  folcber  mit  dir  geilt 


124 

Und  fol  befchinneii  dein  gebot, 

Der  mit  im  felber  treibt  ein  fpot 
Doch  wiltus,  herr,  der  maßen  han 
Darumb  ichs  auoh  wil  faren  lan. 
5  Man  weiß  wol,  wer  der  Murnar  iß: 
So  bald  feim  feckel  gelts  gebrift, 
Gar  fchnel  er  fich  befunnen  faet, 
Verriet  dich,  herr,  wie  Judas  thet 
Murnar. 
10  Bocks  Judas,  was  iß  das  für  gfangl 
Hie  bleib  ich,  heiiger  herr,  nit  lang. 
Wil  mich  thon  weiter  fehen  umb, 
Wo  ich  zu  maufen  überkum. 

Babß  zum  Lempen. 
15  O  Lemp,  du  lieber  alt  fophiß, 
Erdenk  etwa  ein  fcharpfen  liß. 
Damit  dem  mönch  mög^  kommen  beil 

Ich  mein,  daß  er  vol  teufel  fei. 
All  meine  hilf  er  gar  zertrent. 
80      Ich  bforg,  wir  werden  aU  gefchent 
Doch  hoff  ich,  daß  du  durch  dein  belln 

In  werdeß  zu  der  erden  felln. 
Wo  das  gefchicht,  fo  nim  vergut 
Mit  einem  breiten  roten  hüt 
25  Und  faß  ein  gät  cardinalat. 
Das  yil  ducaten  fallen  hat 
Lemp. 
Ach  vater,  aller  heilgfier  man. 
Ich  hab  allzeit  das  beß  gethan. 
30  Das  wißen  die  zu  Tübing  wol. 
Wie  ich  der  freien  künß  bin  vol 
Und  auch  doctor  in  heiiger  gfchrift. 

Ja  was  dein  heiligkeit  betrifft, 
Da  laß  ich  leib  und  leben  bei, 
tb      Mit  ganzer  krftft  darwider  fchrei 
Und  ruf  fi  all  für  ketzer  anß. 

Das  hat  mir  bracht  gar  großen  ßrauß. 
Da  Luther  und  manch  bofer  knab 


125 

Dir  underßund  zn  sieben  ab 
Die  fchlußel  zu  der  himelpfort 

Und  was  zu  deinem  bracht  gebort: 
Den  tbet  ich  zeitlich  widerftant, 
ft      Das  meniglich  iß  wol  bekant. 
Genius. 
Mein  lieber  Lemp,  du  fagft  gar  war. 

Dein  kunft  zu  Zürch  ward  offenbar, 
Da  dir  das  maul  fo  gar  verllumt, 
10      Daß  es  doch  weder  bal  noch  grumt. 
Kein  wort  von  dir  ward  ie  gefpurt, 
Das  recht  gotliche  fchrift  berürt. 
Dem  fprichwort  nach  allzeit  du  bift 
Ein  freidig  bunt  uf  deiner  mift. 
»  Und  wann  du  kumft  fürs  thor  hinauß, 
Gar  bald  fo  ßoßt  dich  an  der  graus^ 
Daß  dir  der  munt  nim  fprechen  kan. 

Darumb  ich  dich  in  treuen  man, 
Stand  ab,  dann  es  ift  an  der  zeit, 
so      Die  weil  dir  fchon  die  Aimm  geleii. 
Der  fpruch  an  dir  iß  wol  bewert, 

Den  uns  der  Efaias  lert, 
Da  er  von  ßumen  hunden  lagt. 
Die  zu  dem  beUen  iint  verzagt. 
SS  Doch  lesl  fo  würt  dir  offenbar. 

Daß  du  biß  auß  der  felben  Tchar. 
Nit  mer  ich  iezunt  Tagen  wil. 

Dein  hilf  iß  krank,  fie  gilt  nit  viL 
Bapß  zum  rattenkonig. 
ao  Hat  dann  der  teufel  her  gefchickt 
Den  Genium,  ab  dem  erfchrickt 
Mein  beße  hilf  und  ßet  mir  ab, 

Daß  ich  gar  nah  kein  beißant  hab? 
Drumb,  lieber  Hochßrat,  fich  das  anl 
35      Nit  laß  mich  hie  in  noten  ßani 
Bedenk  dein  ampt!  hau  dapfer  zäl 
Mit  inquißem  laß  im  kein  r&w! 


126 

Genins. 
Du  kumpft  zu  fpat  nun  uf  die  ban: 

Das  gmein  Tolk  kert  (ich  nichts  mer  dran. 
Sein  fchalkheit  ift  mir  gar  endeckt, 
s      Der  vil  in  feiner  kutten  fieckt 
Hoohftrat 
Die  weil  ich  ketzer  meiAer  bin, 

Durch  dein  heilgkeit  beßellt  dahin, 
So  hab  ich  allzeit  taßet  an, 
10      Wo  ich  erf&r  ein  glarten  man; 
Wie  folchs  an  tag  ligt  offenbar, 

Daß  ich  vor  etalich  zeit  und  jar 
Den  doctor  Reuchlin  hochlich  fchmeht, 
Darzu  mir  treulich  helfen  thet 
15  Ein  taufler  jnd,  hieß  Pfefferkorn, 
Den  ich  hab  leider  kurz  rerlorn, 
Dann  er  fich  nam  hebreifch  an, 
Des  ich  nit  ein  bucfaltaben  kan. 
Genius, 
so  Drumb  brachlhi  folchen  rfim  darren, 
Daß  du  dich  wolteft  underfton 
Der  fprach,  die  dir  was  unbekant. 
Und  biß  ein  folich  grob  bacfaant 
Meinftu  daß  got  entfchlafen  fei, 
»      Erkenne  nit  dein  biiberd 
Die  du  fo  lang  zeit  haft  geeigt 

Den  frommen  deinen  gifi  erzeigt? 
Sag  an,  was  wendet  dich  darvan, 
Daß  du  nit  auch  thetft  grdfen  an 
so  Die  fchentlich  teufeis  ketzerei, 
Gottes  leftning  und  dieberei. 
So  allen  frommen  ift  bekant, 

Gefchacb  zu  Bern  im  Schweizer  lant. 
Wie  fchweigßn  darzu  alfo  ftill? 
35      BeitI  haltl  ich  dir  es  fagen  wil. 
Die  weil  es  warn  dein  ordens  leut, 
Der  gleichen  du  bdb  in  der  heut 
Mit  inen  auch  haft  zdgeftimpt 


127 

I 

Derbalben  dir  init  nicbteu  zimpt 
Zu  ftrafen  das,  darin  du  bift 
Ja  über  dein  oren  yermiß» 
Ein  grinter  gern  den  andern  lauft 
6      Zertlicben  bin,  die  weil  im  grauft. 
Griff  er  den  recbten  butzen  an, 

Es  mocbt  der  gleich  im  auch  ergan. 
Drumb,  meißer  aller  ketzerei, 
Haft  wol  erfam,  ob  iergent  fei 
10  In  deutfcbem  land  ein  frommer  man, 
Dem  du  mit  liegen  hengteß  an 
Schmach,  fchand  und  was  der  gleichen  ift. 

Das  mocht  nim  leiden  Jefus  Chrift: 
Hat  dich  und  deinen  got  entdeckt, 
i&      So  kreftig  durch  fein  wort  erfchreckt. 
Daß  nit  mer  hilft  fein  großer  häuf. 

Dmmb  man  ich  dich,  wölft  hören  auf. 
Damit  got  nit  auf  dich  ergrimm. 
Hochftrat. 
so      Ach,  pabß,  ich  hab  gebort  ein  ftimm, 
Hat  mich  gemacht  fo  mat  und  krank, 

Ich  kan  nit  halten  einen  fchwank. 
Nach  ander  hiilf  fo  (ich  dich  umb! 
An  dis  ßrebkatz  ich  nit  mer  kum. 
2&  Babß  zur  fchnecken. 

Her  Kochlöffel,  fei  ingedenk 

Zu  Rom  der  dapfern  guten  Ichenk 
Und  was  ich  dir  hab  weiter  thoni 
In  keinen  weg  laß  in  darron! 
30  Kochlöffel 

Wie  wol  ich  bin  gemach  am  gang. 

Noch  th&  ich  im  gar  mechtig  trang 
In  meinem  buch,  darin  ich  funß 
Gefchriben  hab  von  gottes  gunfi, 
3»  Ab  dem  er  vaß  erbitteret. 

Genius. 
Gleich  wie  ein  backof  zitteret. 
Du  haß  es  troffen  gleich  fo  fchon. 


128 

Als  wer  von  Coln  gen  Rom  wolt  gon 
Und  fucht  den  weg  durch  £ngellant. 

Dein  thuck  die  feind  gar  wol  bekant. 
Du  thetft  zu  Worms  auch  fall  hofiern 
ft      Und  wolft  mit  Lutbem  difpuiiem, 
So  ferr  daß  er  verzeihen  wolt 

Uf  fein  geleit    vermeinft,  man  folt 
Als  dann  in  nemen  unverhort 
Und  wie  ein  ketzer  han  gemort 
10  Das  ift  dein  kunft  und  erberkeit, 
Durch  die  du  bift  allzeit  bereit 
Zerlangen  hie  zeitliches  gät: 

Verrietfl;  darumb  unfchuldigs  blut 
Ja  wer  das  gleit  gleich  wie  ein  maur, 
n       So  decht  ich  wol,  es  wer  dir  faur 
Zu  reden  daß  maus  boren  kund, 

Wann  ieder  uf  einr  feiten  ftund. 
Es  was  dir  nit  umbs  difputiem, 
Sunder  in  auß  dem  gleit  ze  fum. 
so  Deins  glaubens  diß  ein  Aücklin  ift 
Und  Judas  dein  evangelifi. 
Kochlöffel 
Mein  heiiger  herr,  nun  hör  fortan. 
Wie  daß  ich  heftig  underftan 
M  Zu  widerfechten  alles  das 

Durch  Melanchton  befchriben  was, 
Der  gleich  wie  Luther  ift  bekant. 
Auch  hab  ich  iezunt  nnder  hant 
Und  durch  den  truck  fchon  offenbort, 
10      Darin  ich  mit  vil  fchoner  wort 
firmanet  hab  teutfch  nation, 

Daß  fie  mit  ernft  woU  underfton 
Ze  halten  fich  in  einigkeit 

Mit  deinr  päbfilichen  heiligkeit, 
s&  Die  römfche  kirch  dabei  genant 
Ein  mfiter  ganzes  teutfchen-  laut 
Und  es  die  tochter,  als  folt  fein. 


129 

Het  fich  Luther  nit  gmengt  darein 
Dnd  fie  von  dir  gewendet  ab. 
Genius. 
BeitI  harr!  ich  auch  zu  reden  hab. 
ft  Du  fagft,  wie  durch  vil  fchoner  wort 
Verhoffts,  teutfch  lant  werd  widerkort 
Zu  underthenigkeit  dem  pabft, 

Da  bei  auch  Rom  genennet  babft 
Ein  mäter  teutfcher  nation; 
10      Das  wir  in  keinen  weg  geßan, 
Dann  iez  die  rot  här  iß  erkant 

Es  wer  den  DeutTchen  große  fchand, 
Daß  fie  dein  fchreiben  nemen  an: 

Die  nichts  dann  trieglich  fchmeicheln  kan. 
15  Sag  an,  was  er  teutfch  lant  bekem, 
Wann  es  den  babft  zum  yater  nem, 
Der  hochlich  haßt  eeUchen  (tat, 

Sein  kammer  ftets  yol  h&ren  hat 
Und  er  der  teuflifch  greuel  ift 
so      Der  fich  fetz  wider  Jefum  ChriA. 
Woltßu  uns  bringen  da  hinein. 

Daß  wir  all  folten  baftart  fein? 
Ehe  weit  ich  daß  ir  buferon 
AU  folten  an  den  galgen  gon. 
»  Und  wo  ichs  baß  hett  an  der  zeit, 
So  fagt  ich  mer,  woran  dirs  leit. 
Nem  iez  ein  kleins  mit  dem  für  gSt, 

Biß  fich  dein  gauch  baß  regen  thfit. 
Du  kumft  zu  fpat,  mein  liebe  fchneck: 
so      Kreuch  wider  heim  und  friß  ein  dreck  I 
Dein  babft  der  leit  fohon  uf  der  feit, 
Umb  ander  hilf  er  brult  und  fchreit 
Babft  zum  Sohmit  von  Coftenz 
Herbei,  Hans  Schmit,  es  ift  an  dirl 
K      Mit  hämem  im  fein  köpf  zerfchmir, 
Damit  fein  ftim  faU  uf  die  fchä. 
Dar  durch  ich  wider  kum  zu  rfiw, 

9 


180 

Dann  all  die  weil  ers  leben  bot. 
So  bringt  er  micb  in  aogft  und  not 
Hans  Sohmit. 
O  aller  heilgAer  vater  mein, 
&      Ich  halt,  es  fol  dir  wißent  lein, 
Daß  ich  mich  hab  gar  vaft  geübt, 

Durch  fchreiben  in  gar  vaft  betrübt 
Behielt  dein  kirch  in  hohen  ern 
Und  thet  die  ee  gar  heftig  wern, 
10  Da  Luther  von  gefchriben  bat 
Betreffent  ganz  geißlichen  ftat 
Genius. 
Das  zimpt  gar  wol  eim  folcben  man, 
Der  reine  keuTcheit  halten  kan, 
15  Als  du  biß  her  haß  wol  ereeigt. 

Biß  faß  den  jungen  nönnlin  gneiigt, 
Haß  fie  gar  zeitlich  vifitiert: 

Ein  alte  hur  dich  Kitzel  irt 
Dein  fchreiben  yil  von  keufcheit  fi^ 
fo      Und  gar  von  keiner  pfaffen  magt, 
Deren  das  bißumb  iß  fp  yol, 

Dar  durch  dann  järlicbs  (weiß  man  wol) 
Dein  bifchof  hebt  ein  großes  gelt: 
Die  fumm  fechs  taufeirt  gülden  helt 
s&  Dar  von  du  auch  dein  theil  ergr^ifß: 
Deshalben  mit  dem  Entcbriß  pfeifiß. 
Daß  nur  die  ee  nit  werd  geßatt, 

Dann  es  dir  in  der  kucken  fchatt 
Der  keufcheit  halb  achßu  es.  klein, 
80      Die  weil  man  ficht,  wie  fcbön  und  r^in 
Der  geißlich  ßant  lieh  taglich  helt, 

Die  weil  all  jar  fo  vil.  gefeit 
Von  h&renzins,  welche  nit  gefcheh, 
Wann  fie  fich  hielten  in  der  eo» 
SS  Doch  thet  ich  wol  ein  l^leins  gemach,, 
Die  weil  es  iß  ein  o^en  fachL 
Als  bald  ein  pfaff  fich  ijreil^n  la^t, 
Zuvor  er  im  beßellet  hat 


181 


Ein  h&r,  die  lang  bat  dranf  gewart: 

Dann  er  thet  ir  geloben,  hart, 
So  bald  er  gfing  fein  erßea  ampt, 
Dann  woU  er  fie  ganz  unTerfohampt 
&  Heim  nemen  zu  im  in  fein  haus. 

Ach,  lieber  Schmit,  was  würt  dann  drauß? 
Die  ee  im  nit  geßattet  haft, 

Und  doch  umb  gelt  iez  bei  im  laft 
Ein  weib,  das  got  verboten  hat, 
10      Und  klar  Mathei  gfchriben  ßat: 
Spricht  Chrillus  'wer  von  got  nit  hab 
In  feinem  fleifch  der  keufcheit  gab, 
Der  nem  ein  weib  im  zu  der  ee.* 
Mein  zarter  Schmit,  was  wiltn  me? 
1*  Der  herr  thfit  hie  nit  theiln  von  ein 

Euch  gfchmirte  jnnkem  anß  der  gmein : 
Dann  Paulus  das  auch  meldt  gar  fein, 

Wie  rechte  priefter  follen  fein 
Eines  weibs  man  und  tngenthaft: 
so      So  hat  dein  fträt  die  eigenfchaft, 
Daß  ieder  wil  vil  hdren  han, 

Da  bei  doch  fein  ein  keufcher  man. 
Reimt  fich  zu  häuf  in  gleichem  fWt 
Wie  Chriftus  und  der  BeHal. 
s&  Nun  hin,  es  wil  nit  anders  fein. 
Ich  fpart  gar  wol  den  atem  mein: 
Dann  wer  euch  iezt  die  warheit  fagt, 

Gern  regiment  würt  hart  verklagt 
Und  bei  dem  herzog  Ferdinand. 
^      Doch  hoff  ich,  daß  er  deiner  fchand 
Zum  teil  fei  worden  wol  gewar. 

Auch  wie  der  babß  mit  feiner  fchar 
All  weit  fo  fchentlich  hat  gebleut, 
Dar  durch  man  nun  euch  bäben  kent 
35  Got  fchickt  gar  bald  die  zeit  herbei, 
Daß  kumpt  an  tag  dein  büberei 
Und  dich  das  regiment  erkent. 
Von  inen  an  d^n  galgen  fent 

9* 


X 


132 


Damach,  wie  es  dann  hat  than 

Deine  gleichen  eim  erlofen  man: 
Es  ift  nit  nötig  daß  man  nent, 
Die  weil  in  alle  weit  wol  kent 
&  Schmit. 

Her  pabft,  fo  es  die  meinung  hat, 

Daß  ieder  knebel  underftat 
Zu  Tagen  als  was  im  geliebt 

Und  uns  fo  fchmelich  außen  hiebt, 
10  So  darf  ich  nit  mer  underfton 
Zu  retten  dich  und  deine  krön. 
Genius. 
Nit  fchmelich,  fonder  war  gefagt. 
Als  du  bißher  dich  haA  beclagt. 
15  Sohamftu  dich  nit  zu  leftern  got, 

So  furcht  man  auch  nit  menfchen  gbot, 
Und  richteß  noch  fo  graufam  an, 
Zu  würgen  manchen  biderman. 
Ich  bit  durch  got,  bedenk  dich  fehler, 
10      Daß  bald  die  aeit  ift  auch  an  dir 
Zu  fcheiden  hin  auß  difer  weit: 

Als  dann  got  mit  dir  rechnung  helt 
Und  fordert,  wie  er  Cain  th&t. 
Von  dir  auch  das  uofchuldig  bl&t. 
M  Drumb  beßer  dich,  nim  aa  die  bäß. 
In  treuen  ich  dir  fagen  muß, 
Schmit 
Weils  dann  die  meinung  haben  wU, 
So  werd  ich  furthin  fchweigen  (ÜlL 
•0  Es  geh  dem  pabfiumb  wie  es  kau: 
Ich  hab  mein  befts  dar  zfi  gethan. 
Pabft. 
Vermaledeit  ins  neunt  gefpblecht 
Sei  du  Geni  und  Satans  knecht, 
M  Daß  du  mir  all  mein  hilf  entwenft, 

Mein  gewalt  und  reich  gar  zertrenft, 
Damit  ich  bhalt  kein  ft&tz  darvon, 
Und  feit  ins  kat  mein  gülden  krön: 


188 


Des  fei  verbant  in  ewigkeit 
Und  alles  das  mir  widerfeit! 
Genias. 
Der  knöpf  ift  fchon  vom  ban  zertrent: 
s      So  kan  ich  auch  nit  werden  gfcbent, 
Noch  maledeit  von  gottes  feint. 

Die  weil  mir  fein  gnaden  fcheint. 
Du,  grenel,  nit  zu  laden  hall 
In  d^hell,  da  du  bift  oberft  galt. 
10  Mein  herr  mich  wol  erretten  kan 
Vor  dem  edict  und  teufeis  ban. 

Babft  zum  gmeinen  häuf. 
Ift  niergent  mer  ein  dapfer  man, 
Der  mir  uf  diß  mal  bei  wil  ftan? 
1»  Ich  theil  mit  im  mein  halbes  reich, 
Daß  er  den  monch  redlich  beftreich. 
Eichhorn. 
Ach,  heiiger  herr,  ich  wer  geneigt 
Daß  ich  dir  ftetigs  hülf  erzeigt, 
^  Wuft  ich,  wo  mit  im  wer  zu  thon; 
Du  folft  an  mir  kein  zweifei  hon. 
Ich  wolt  mich  üben  faft  und  fer. 
Wie  dann  gefohehen  iß  bißher 
Durch  kifen,  nagen,  beißen,  grein 
3&      Und  bauen  umb  fich  wie  ein  fohwein. 
Wie  wol  ich  nit  folch  wafen  hab 

Eim  eher  gleich,  dodi  nag  ich  ab 
So  vil  ich  kan  von  feiner  kot 

und  fchend  und  fchmeh  die  luthrifch  rot 
so  Genius. 

Das  weiß  ich  wol,  mein  lieber  Henn, 

Dar  zu  ich  dein  fermones  kenn: 
«Sie  fint  nit  faft  zn  1er  gericfat 

Und  was  Chriftns  zun  jungem  fpricht. 
u  Allein  wann  du  ein  gans  verzetß. 
Ein  ganzes  jar  zu  fchelten  hetß, 
Verfcheuft,  verleutft,  vermaledeift, 

All  menfchen  auß  f&r  gensdieb  fchreift. 


184 

Darin  dein  geiß  würt  hocli  gefp&rt 

Und  Chrißus  ßeif  Matthei  rürt 
'Ob  einer  nem  dein  rock,  dar  zA 
Im  auch  den  mantel  geben  thfl.' 
6  Dein  hilf  iß  klein  in  difer  fach : 

Dmm  bleib  daheim  in  deim  gemach 
Und  kauf  ein  pfenwert  hafelnußl 
Dein  hoch  erbietena  iß  umb  fus. 

Eichhorn  znm  häufen. 
10  Ir  lieben  herren,  hört  mir  zfi, 
Was  ich  in  gheimnis  fagen  thS. 
ich  forcht,  die  fach  fei  gar  yerdort, 

Die  weil  nun  mer  iß  offenbort. 
Wie  fich  der  pabß  gehalten  hat 
15      Gegen  keiferlich  majeßat, 
Von  dem  er  iß  gefallen  ab. 

Derhalb  ich  zu  beforgen  hab, 
Es  fei  eins  tbeils  umb  uns  gethan, 
Welch  fint  dem  pabß  gehangen  an. 
90  Der  häuf. 

Nun  find  wir  doch  nit  fchuldig  dran, 

Daß  difer  iß  ein  erlös  man. 
So  fint  man  auch  wol  heimlich  liß, 
Daß  er  ein  welfches  föpplin  ißt 
2»  Und  weit  ein  andern  an  die  ßat, 
Der  beßern  ganß  beim  keifer  hat: 
So  gwünn  die  fach  ein  ander  gßalt 
Und  bliben  wir  bei  unferm  gwalt. 
Genius, 
to  Ir  redent  recht,  mein  liebe  hern. 

Nun  wolt  ich  doch  ie  wißen  gern. 
Ob  auch  in  vier  hundert  jorn 

Ein  pabß  zu  Rom  fei  außerkom. 
Der  bßanden  wer  beim  römfchen  reich. 
u      Und  ob  ir  fchon  vermeinten  gleich, 
Den  keifer  zu  bereden  des. 

Daß  er  folch  that  ßell  in  yergeß, 
So  wil  es  got  nit  lenger  han 


185 

Cod  blaft  in  mit  feiin  athem  an. 
Dadarch  wirft  ^  den  greüel  umb, 

Daß  er  zfl  keim  gewalt  mer  kam, 
Wie  dife  ftrebkatz  uns  bezeugt, 
s      Daß  im  all  fein  gewalt  entfleugt 
Allein  durchs  wort  das  Luther  treibt 

Darumb  wer  bei  dem  herren  bleibt, 
Würt  nit  gefchent  in  ewigkeit, 

So  alles  aeitlicbs  wurt  zerßreut. 
10  Des  bitten  wir,  herr  got,  dich  faß. 

Die  weil  du  uns  gezeiget  haft 
Und  offenbart  den  Enteohriß, 

Daß  er  nit  mer  durch  feine  liß 
Uns  zieh  von  dir  uf  fein  gebot, 
15      Durch  die  er  uns  gemartert  bot. 
Und  helf  auch,  daß  wir  aUe  zeit 

In  deim  geheiß  on  widerllreit 
Beharren  th&n.    o  gfiter  hirt, 

Wen  du  geleitft,  der  Dimer  irt 

80  AMEN- 

Gelobet  fei  der  herr  mein, 
Durch  den  wir  nun  erlofet  fein 
Vons  fibenkopfichts  drachen  gift, 
Alfo  in  nennet  die  heiig  gfchrift. 


VIL 

KLAG  UND  ANTWORT 

VON  LUTHERISCHEN  UND  BEBSTISCHEN  PFAFFEN 

ÜBER  DIE  REFORMATION 

SO  NEULICH  ZU  REGENSPURG 

DER  PRIESTER  HALBEN  AUSZGANGEN  IST 

IM  JAR  MDXXim. 


Lutherifche  und  papißifche  pfaffen  klagen. 

Grfamen  weifen  lieben  herren.  ir  habt  da  in  dem  con« 
cilio  zu  Regenspurg  wider  uns  armen  pfaffen  ain  refor- 
mation  laßen  außgeen,  gleich  üam  feien  wir  fchuldig  dar- 
s  an,  daß  die  weit  bei  vier  hundert  jaren  her  yerfört 
worden  ift,  und  wöUent  uns  die  fach  gern  in  bufen  fchie- 
ben  und  euer  fchand  gern  mit  uns  zSdeoken,  des  wir 
dann  nit  ain  klaine  befchwämus  an  euch  tragen,  dieweil 
ir  dann  über  uns  ain  reformation  habt  laßen  außgeen, 

10  als  folt  man  denken,  wir  betten  die  weit  verf&rt,  darumb 
ir  uns  iezt  reformiert  habt,  daß  furohin  nicht  mer  ge- 
fohehen  folt:  fo  könden  wir  mit  nicbten  darzfi  Aill  fchwei- 
gen,  und  ift  not,  daß  wir  unfere  eer  auch  be waren  und 
uns  widerumb  gegen  der  weit  purgieren  und  verantwor- 

u  ten.  und  fagen  alfo  darzfi,  (wie  wir  dann  auch  ain  con- 
cilium  gehalten  hau  und  euch  auch  widerumb  ain  refor- 
mation zfifcbioken  werden)  daß  ir  bapß,  cardinel  und 
bifchoff  die  rechten  hauptfacher  feit,  dann  was  ir  uns 
armen  efeln  aufgelegt  band,  haben  wir  alles  m&ßen  tra- 

10  gen  und  feind  bißher  von  euch  ringer  gehalten  worden 
dann  die  ftallbuben.  fo  nun  iezunt  die  warhait  an  die 
fonn  kumpt,  daß  ir  die  feind,  durch  die  die  weit  ift  Ter- 


187 


Art  worden,  fo  facht  ir  uns  armen  pfaffen  an  zfl  refor- 
miern,  z&  ainem  fchein,  als  ob  wir  daran  fchuldig  feien 
gewefen.  das  haben  wir  nit  mögen  gedulden,  danimb 
haben  wir  lutherifche  nnd  päbftifohe  pfaffen  auch  ain  con- 
5  cilinm  gehalten,  darin  ain  iede  partei  fein  antwort  und 
befchwärnns  auf  ain  ieden  artikel  dar  gelegt  hat,  in  mai- 
nung  wie  hernach  voIgt. 

^  Der  erfi;  artikel  difer  neuen  reformation. 
EriUich,  dae  evangelium  zu  verkündigen,  daneben 

10      Angnßinum,  Hieronymum,  Gregorium  mit  ein  z& 
mengen  und  in   allweg  auf  der  alten  manier  zu 
ßeen,  wie  vorhin  in  den  alten  concilien  und  durch 
die  alten  väter  beratfchlagt  und  befchloßen  iß. 
Lutherifch  pfaffen. 

16  Haben  uns  fchier  z&  bloß  gelacht  ob  euer  [reformation 
und  doch  daneben  ernßlich  z&  herzen  genommen  die 
Wunderwerk  und  den  zorn  gottes,  daß  euch  got,  als  die 
weifen  und  klagen,  fo  plagt,  fchendt  und  plendt  und  fo 
gar    ob  feinem    gotlichen   wort    z&  kindem   und  narren 

90  macht  und  wir  narren  von  gottes  gnaden  ob  feinem  wort 
fo  weis  und  klag  werden,  du  unfeligs  conciliabuluml  m&ß 
man  Augnßinum,  Gregorium,  Hieronymum  mit  einmengen? 
wie  haben  dann  die  apofteln  gethan?  die  haben  das  evan- 
gelion  predigt,  ee  die  bemelten  lerer  feind  geporen  ge« 

n  wefen.  Chrillus  bevalch  inen  das  evangelion  zu  predigen, 
hat  aber  von  kainem  mengen  gefagt.  was  hat  uns  von 
der  warhait  geflürt  dann  das  mengen,  daß  man  immer- 
dar menfchen  leer  und  das  wort  gottes  gemengt  und  ne- 
ben eingef&rt  hat,  die  uns  von  der  warhait  gef&rt  haben. 

«0  feit  ir  recht  bifchoff,  fo  werdt  ir  euch  von  uns  armen 
pfiEiffen  nit  fchemen  zSl  lernen,  wie  dann  in  euern  gaifl;- 
lofen  rechten  begriffen  iß,  da  es  fpricht  *nullus  epifcopus 
propter  opprobrinm  fenectntis  vel  nobilitatem  generis  a 
parvulis  vel  minimis  eruditis  inqnirere  et   difcere  negli- 

»  gat*  etc.  wißent  ir  nit,  daß  fich  die  hailig  gfchrift  an 
allen  orten,  wo  fie  etwan  dunkel  iß,  felbs  aaßleget?  laßt 
difen  fprach,  wie  euch  dunket,  gleich  dunkel  fein,  nem- 
liob  'tu  es  Petrus  et  fuper  hanc  petram  edificabo*  eta 


188 


mAfi  man  iee  Augaftiniiin,  Grbgoiinin  odcfr  Hteronjmum 
räths  fragen,  ob  durch  petram  Chriftus  oder  fant  Peter 
und  nach  im  alle  päbH  yerftanden  werden?  nain.  Cbri- 
flu8  Tagt  Tcrutamini  fcripturas!*  er  weift  uns  in  die  (chrift, 
&  nit  anf  Augußins,  Oregorii  oder  Hieronymus  leer,  da- 
rumb  maß  man  ficfa  in  der  hailigen  fchrift  wol  erfaren 
und  umbfehen,  fo  wirt  man  an  ainem  andern  ort  klarlich 
finden,  daß  difer  petra  Chrißus  ift  und  nit  fant  Peter 
und  nachTolgends  die  bepß,  dann  es  hats  der  bailig  gaift 

10  felbft  außgelegt,  daß  petra  Chriftus  fei.  fo  m&ß  man  in 
allen  pnncten  th&n,  die  uns  des  erften  anlaufs  tunkel  und 
verporgen  dünken,  fo  findt  maus,  daß  fi  fiob  an  ainem 
andern  ort  felbs  außlegt:  qnia  palTus  dubius  debet 
declarari  per  paffum  qui  eft  oertas  et  determinatus,    da- 

n  rumb  maß  das  wort  gottes  unvermenget  bleiben,  wol 
mag  man  der  lerer  fentenz  darüber  lefen.  ftimmen  fi  mit 
dem  wort  gottes,  fo  ift  es  gät;  wo  nit,  fo  laß  mans  fa- 
ren.  fie  haben  mit  irem  glofieren  nichts  gäts  aoßgericht, 
aber  wol  haben  fi  das  wort  gots  damit  verwftft  und  ver- 

20  derbt.  feint  ir  nit  kinder,  fo  feind  die  pauren  kein  leut. 
ir  fagt,  man  fol  das  evangelion  predigen  und  doch  auf 
der  alten  geigen  bleiben:  fo  ifts  eben  wie  ror.  wie  daß 
ir  die  alten  propheten  und  lerer,  nemlich  Mofen,  Hiere- 
miam,  Efaiam,  Ezechielem  und  ander  mer,  item  die  evan- 

2&  gelitten  und  apofteln  Petrum  und  Paulum,  die  gewidich 
auß  got  und  dem  hailigen  gaift,  wie  mans  mit  der  war- 
hait  beipringen  mag,  gefchriben  und  gelert  haben,  hin- 
derm  ofen  fitzen  laßt,  die  elter  feind  dann  die  drei  lerer 
Auguftinus,  Gregorius  und  Hieronymus,  die  ir  den  heili- 

to  gen  gottes  propheten  f&rfetzt  und  vor  inen  herf&r  zeucht, 
und  fi  doch,  wie  man  auch  mit  der  warhait  weifen  mag, 
nit  auß  dem  hailigen  gaift,  fonder  auß  iren  aigenfinnigen 
köpfen  gefchriben  und  gelernt  liaben,  ja  auch  geirret,  wie 
Auguftinus  felbs  in  libris  retractationum  bekennt  und  yil 

85  feiner  fchrift  und  leer  widerr&ft  hat  und  prot^ert,  wo 
fein  leer  dem  wort  gottes,  das  die  obbemelten  propheten 
durch  und  auß  gol  geredt  «nd  gelerat  hab«o,  nit  gemeß 
ift,  fol  man  fi  mit  ntefaten  annemen.    aber  ir  keni  euch 


188 


nichts  daran,  welobe  leer  enerm  gewalt,  eer  und  herlig- 
kait  mer  dienet  und  f&glioher  iß,  got  geh  fie  fei  auß  gott 
oder  aufi  dem  teufel,  es  habs  Claus  Manr  oder  Niclas 
Pfriem  geredt,   die  nempt  ir   an,  da  fragt  ir  nit  nach. 

»  hört  ir  nit?  das  iß  eben  der  ftreit,  daß  die  concilien  vi! 
gefetzt  und  die  väter  vil  gehalten  und  gefchriben  haben, 
die  dem  evangelio  ganz  widerwertig  find,  wie  ir  felbs 
wol  wißt.  lolten  wir  darnmb  auf  irer  irrung  beßeen  und 
nit  von  lügen  und  irrung  auf  die  warhait  fallen?  der  hai- 

«0  lig  gaiß  hat  die  apoßeln  alle  warhait  gelemet  und  die 
fchrift  felbs  außgelegt,  ee  die  obbemelten  drei  lerer  (die 
ir  maint,  man  folt  fi  einmengen)  feind  geporn  gewefen. 
darnmb  keren  wir  uns  an  kain  alts  mußer:  auf  dem  pur 
gottes  wort  wollen  wir  beßeen  und  pleiben. 

n  Papißifch  pfaffen.  ' 

Wir  wöltens  gern  halten  und  auf  der  alten  manier  blei- 
ben, aber  in  dem  find  wir  befchwärt:  wir  haben  weder 
Angußinus,  Oregorius  oder  Hieronymus  b&cher  und  wißen 
nit,  ob  fi  von  gr&nem  oder  dürrem  holz  fchreiben.  da- 
to mmb  bitten  wir  ain  erfams  conoilium  z&  Regenspnrg, 
wollet  mit  uns  difpenfiern,  daß  ain  ieder  für  Augußinum, 
Gregorium  und  Hieronymum  fant  Difcipulum,  der  ander 
fant  Meffiret,  der  dritt  Bigam  lalutis,  der  vierd  Thesau- 
mm  novum,  und  was  dann  ain  ieder  hat,  predigen  mög: 

M  dann  wir  feind  arme  prießer,  wir  haben  der  bibel  nit  ge- 
wont  und  haben  mit  dem  beten  zu  fchaffen.  dann  wann 
wir  unfer  horas  oder  fiben  gezeit  nit  beteten,  fo  kemen 
wiir  umb  nnfer  pfründ:  darumb  konden  wir  der  bibel  nit 
obligen.     aber  bald  mag   ain   prießer  ain  kurze  fermon 

10  oder  exhortation  auß  dem  Dormi  fecure  (darumb  es  alfo 
genennt  wirt)  klauben  und  den  pauren  ain  yiertail  ainer 
ßunt  ains  machen  und  damit  ain  end.  darnach  hat  man 
mer  zfi  fchaffen,  daß  man  die  zeit  verkünd  und  für  die 
feien  und  umb  ain  fchöns  weiter  bitt. 

n  i|  Der  ander  artikel  difer  reformation. 

Item,     daß  die  prießer  hinf&ro  ainen  eerlichen 
babit  tragen  foUen  und  fioh  aines  erbam  wan- 
deis befleißen. 


uo 


liutherifch  pfaffen. 
Was  kümmert  ir  euch,  was  die  priefter  üollen  anlegen. 
wißt  ir  nit,  daß  verpoten  iß  Matth.  vi  *ir  lolt  nit  Tor- 
gen  was  ir  wolt  anlegen'  etc.  fecbt  anf  ench,  Heben 
&  berrni  ir  reit  und  geet  daher  in  purpur  und  bilTo  und 
lebt  tag  und  nacbt  im  faus,  und  die  armen  ligen  vor 
euern  bifchofshofen ,  die  laßt  ir  da  ligen  und  wenig  wirt 
ir  geacht  wie  euer  winden  und  jaghund  yierfoi^  und 
gefpeift  werden,  habt  ir  mer  forg  und  acht,  dann  wie  die 

10  armen   elenden   leut,   die   da  an   Chrülus    ßat  ligen  ^    mit 
fpeis  etc.  verfehen  werden,    fecht  daß  euch  nit  gefchech 
wie  dem  reichen  mani  Luce  am  xvi. 
Papißifch  pfaffen. 
Hochwirdigs  concilium.    difen  artikel  mit  dem  habit  kon- 

1»  den  wir  nit  verftan.  es  hat  fich  darob  under  uns  ain 
ßreit  erhebt  etlich  Tagten,  ain  erbars  concilium  mainte 
durch  den  habit  die  chorröck;  etlich  mainten,  nain,  fon- 
der es  fei  das,  daß  wir  loUen  lange  rock  biß  über  die 
knoden  antragen;   etlich  mainten,  uns  werden  durch  den 

so  habit  rot  rock  (exceptis  doctoribus  utriusque  juris)  und 
rot  und  grünhofen  an  zä  tragen  verpoten;  etlich  mainten, 
nain,  dann  das  fei  uns  vorhin  in  ßatutis  fynodalibus  ver- 
poten. nun  wolten  wir  ie  nit  gern  wider  die  pot  der 
haiügen  chrißlichen  kirchen  thün;   darumb  wir  über  das 

3&  wörtlin  'habit'  ain  declaration  begem.  doch  wann  wir 
foUen  auf  der  alten  geigen  bleiben,  wißen  wir  wol,  was 
der  habit  deut,  das  iß,  daß  wir  nit  rot  oder  grftn  hofen 
antragen  foUen  und  nit  auf  holzfchuchen  geen,  wann  wir 
den  leuten  das  facrament  in  die  heufer  tragen,     daß  ir 

30  aber  von  ainem  erbam  wandel  fagt,  den  wir  f&ren  foUen, 
wißen  wir  nit  anderß,  dann  daß  wir  uns  des  bißber  red- 
lich beflißen  haben. 

Lutherifoh  pfaffen. 
Ei,  was  lagt  ir  da?  wir  wollen  begeren,  daß  das   hailig 

3&  concilium  uns  kurze  rock  vergünd  und  den  pauren  lange 
rock  zä  tragen  gepiet,  fo  ficht  man  dann  die  pauren  für 
pfaffen  und  uns  vor  pauren  an.  dann  fo  wollen  wir  lagen 
'  die  in  langen  rocken  haben  die  weit  verfOirt*;  fo  wil  man 


141 


dann  wenen,  die  panren  habens  than.  fio  ars  deluditur 
arte,  ir  folt  auch  an  ain  erbars  concilium  begeren,  die- 
weil  fi  euch  auf  ain  erbarn  wandel  treiben  wollen,  das 
doch  bißher  nit  fit  und  gewonhait  gewefen  ift,  fo  haißt 

5  euch  erlauben,  daß  ir  mögt  zfi  dem  eelichen  (taut  grei- 
fen, wie  kont  ir  fonft  ain  erbarn  wandel  fEiren,  fo  ir  an 
offner  unee  fitzent  und  halt  mit  hären  haus  und  feit  un- 
▼erfchempt  hdrenf&rer.  darumb  fuppliciert,  ir  woltent 
gern  ain  erbarn  wandel  f&ren,  fo  wollen  fl  euch  nit  laßen 

10  darzü  kommen. 

Papiftifch   pf äffen. 
Warlich  das  ift  ain  gfite  mainuhg.    wir  m&ßen  den  bi- 
fcboffen  unfer  hären  halben  vil  gelts  geben,     wann  wir 
eeweiber  hetten,  dürften  fi  uns  nit  mer  ftrafen.    doch  ifts 

ift  zä  beforgen,  daß  fi  uns  eben  dammb  in  die  ee  zu  grei- 
fen nit  wollen  vergünnen,  daß  fi  furchten,  inen  werde  ain 
jarUcher  härenzins  abgeen.  doch  wollen  wirs  yerf&chen. 
▼il  verdirbt,  daß  man  nit  wirbt 

^  Der  dritt  artikeL 

M      Sich   aach  aller  kaufinanshendel  zfi  entfcUaben 
und  fich  der  nit  z&  geprauchen. 
Lutherifch  und  papiftifoh  pfaffen. 
Hie  autor  tangit  fe  ipfnm.    das  iß  euch  felbs  gefagt   lie- 
ben herren,  ir  felbs  treibt  kaufinanshendel.  der  bapft  ver- 

i^  kauft  bisthumb,  probfiei,  ^[»tei,  pfirund,  aplaß,  pallium  und 
alles  das  nur  gelt  tregt:  fo  m&ßen  wir  -  armen  pfaffen 
von  euch  bifchoffen  auch  alles  kaufen,  was  wir  haben 
m&ßen.  die  pfirund  m&ßen  wir  von  euch  kaufen  wann 
wirs  empfahen.    wir  mfißen  von  euch  den  gewalt  zfi  ab- 

90  folviem  kaufen,  wir  und  die  armen  lent  mflßen  von 
euch  den  kirchhof  kaufen,  wir  mflßen  von  euch  die 
weihe  kaufen,  daß  ir  uns  die  zigel  auf  dem  tach,  die 
glocken,  glockenCailer,  kelch,  melsgewant,  hantzweheln, 
rauchfeßer,  ßain  und  holz  weihet  und  taufet,    deshalben 

sft  habt  ir  uns  darzfl  yerurfaoht,  daß  wir  auch  wie  ir  kauf- 
leut  worden  feind  und  haben  facrament,  befingnns  und 
anders  mer  den  pauren  mflßen  verkaufen,  damit  wir  gelt 
loften,  euch  euer  gaukelwerk  ab  zfl  kaufen,  darumb  wann 


142 


ir  nit  von  euer  kaufmanfchatz  wolt  abßeen,  bitten  wir, 
ir  wölt  uns  aach  lenger  laßen  kanflent  fein,  damit  wir 
euer  kaufinanfchatz  haben  zfi  beaalen.  wo  nit,  wollen 
wir  alles  das  verkaufen,  was  nur  gelt  tregt    und  wenn 

&  euch  nur  ain  heller  zerrint,  fo  legt  ir  ain  fteuer  anf  uns 
armen  efeL  fo  ir  dann  fteuert,  m&ßen  wir  die  pauem 
auch  fieuem.  wie  wol  ir  ain  furftlichs  außkomens  habt, 
noch  kont  irs  nit  laßen,  ir  mfißt  uns  den  armen  das  prot 
▼orm  mnnt  abfchneiden  und  feit  dennocht  fo  keck  und 

10  verpiet  uns,  wir  lollen  nit  kaufinanshendel  treiben,  ir  feit 
an  euch  felbs  und  wölt  uns  armen  pfafFen  für  die  lucken 
Hellen  und  euch  mit  uns  verkaufen. 

^  Der  IUI.  artikel. 
Hiniurter  kainen  mer  zSlt  begegnus  zu  zwingen, 

IS  -allain  was  auß  freiem  willen  gefchidiit. 

Lutherifch  pfaffen. 
Da  kumpt  ain  mal  'dormiunt  in  fomno  paois'   heraußl 
got  fei  lob,  die  weifen  wollen  auch  lutherifch  werden,    fi 
haben  die  fchrift  von  gottes  gnaden  erfehen,  daß  fi  den 

so  chriftgiaubigen  feien  frid  und  rfiw  gibt  nach  irem  abfcldd 
von  dem  leiebnam.  fi  wollen  die  fohinderei  gemach  laßen 
abkommen,  vor  ifts  adn  gepot  gewefen,  daß  die  pfaffen  die 
leat  mit  gewalt  darafi  genötigt  haben,  daß  fl  die,  die  in 
dem  herren  entfchlafen  feind,  m&ßen  laßen  befingen:  iez 

*»  ift  ain  concilium  daranß  worden,    ee  wirt  bald  beßer. 
Papiftifoh  pfaffen. 
Oot  feis  Uagt,  daß  unfer  oberften  wöOen  auch  lutherifch 
oder  evangelifch  werden  und  daß  fi  fo  gar  unfinning  wor- 
den teind«    oben  haben  fi  gefagt,  man  fol  bei  der  alten 

to  monier  bleiben:  da  fallen  fi  gerad  wider  darvon.  fo  ift  das 
die  alt  monier,  daß  man  die  toten  befingen  fol,  es  helf  oder 
helf  nicht,  aber  mit  der  weis  wirt  uns  abgeen  laib,  kes, 
kerzen,  opfer,  feelgeret,  vigilg  und  mefsgelt,  eßeii  und 
trinken  etc.    o  zeter,  zeterl  bißher  haben  die  pauem  die 

85  k&w  auß  den  ftallen  mftßen  verkaufen  und  die  toten  la- 
ßen befingen,  ja  der  teufel  dank  inen!  fi  m&ßens  wol 
tbAn:  aber  iez  laßt  irs  fipei.  o  herr  got,  es  wirt  mit  dem 
beflngen  auch  auß  fda!    wer  wil   nun  mer  ain   pfkrrer 


148 


feiD.  o  morde  jol  o  rette  jol  wir  betten  gemaint,  fi  lol- 
ten  daa  befiogen  erft  recbt  aufgericbt  baben,  fo  tbun  fies 
ab.  o  wie  lang  baben  wir  uns  auf  ditz  concilium  gefreuet 
und  mainten,  die  berge  worden  kinder  geperen:  fo  ift  ain 
»  maus  drauß  worden,  parturient  montes,  nafcetur  ridicu- 
lu8  mus. 

^   Der  V.  artikel. 
Item,   der  gleicben  umb  kainer  fcbult  willen  die 
lacrament  (wie  bißher  befcbeben)  vorhalten. 
10  Lutberifch  pfaffen. 

Gloria  in  ezcelfis  deo.    fi  kommen  aber  mit  ainem  luthe«' 
rifcben  oder  eyangelifchen  Huck,  es  wirt  ie  lenger  le  beßer. 

Papiftifch  pfaffen. 
Got  feis  klagt  im  obrifien  thron  unfers  Verderbens!   wir 
15  betten  gemaint,  fi  würden  unfer  lach  gfit  machen:  o  herr 
got,  fo  haben  fies  nur  erger  gemaoht  und  fagens  da  aller 
weit    wir  haben   die  facrament   den  leuten   bißher  von 
des  gelte  wegen  vorgehalten,    es  ift  laider  war,  fi  foltens 
aber  dennocht  nit  fagen.    o  ir  lutherifchen  bifcho£f,   du 
20  lutberifch  concilium!  fagt  ir  auß  der  fchäl,  peit,  wir  wol- 
len auch  fagen  was  wir  wißen.   ir  fagt,  die  peicht  fei  ain 
facrament    warumb  m&ßen  dann  wir  den  gewak  zä  ab- 
folviem  von  euch  kaufen  und  anders  mer?  zeterl  zeterl 
onme  regnum  in  fe  divifum  defolabitnr. 
»  ^  Der  VI.  artikel. 

Item,  in  fechs  monaten  nach  außgang  difes  man- 
dats  oder  reformation  foUen  Ordinarien  darzu  ver- 
ordnet werden,  die  mit  rath  der  weltlichen  für- 
ften,  herren  und  oberkaiten  ditz  werk  der  hant- 
ao  habung  und  anders  halben  bandeln  werden. 

Lutberifch  und  päbftifch  pfaffen. 
Wir  pfaffen  hoffen  und  trauwen,  alle  weltliche  furßen 
und  herren  werden  an  euch  anfahen  als  an  hauptfachern 
und  als  denen,  den  reformierens  taufent  mal  nöter  thüt 
86  dann  ui^a  armen  pfaffen:  dann  alle  fchinderei  und  verfö- 
rung  von  euch  auf  uns  kommen  ift. 

%  Der  vi;i.  axtikel. 
Item,  was  allenthalben  für  mengel  üonft  wider  die. 


144 


gaiftlichen  find,  daß  die  felbigen  durch  den  bapft 
oder  legaten  hier  außen  abgekert  werden  lollen. 
Lutherifch  und  päbftifch  pfaffen. 
O  herre  got,  wie  wirt  es  denn  fo   wol  außgericht!  ain 
s  kräw  beißt  der  andern   die  äugen  nicht  auß.    wann  die 
weltlichen  furllen    und   herren    difes   wol   fSg  und  recht 
betten  und   die  fach  nit  under  die  hend  nemen  und  alle 
ding  nach  beftem  vermögen  dem  evangelio  gemeß  machen, 
fo  lils  verloren  et  noviffimus  error  erit  pejor  priore.    wie 
10  wolten  die  leut  ain  chrilUich  reformation  machen,  die  dem 
wort  gottes  fpinnenfeint  find,     es  ifl;  eben  als  wann  got 
dem  teufel  w51t  bevelhen,  er  folt  die   chrißglaubigen  fe- 
ien gen  himmel  f&ren.     fo   ifts  doch  wider  fein  art  und 
würd  mit  inen  gen  hell  faren. 
u  ^  Der  VIII.  artikel  difer  reformation. 

Item,    wenn  fi  hinfuro  begengnus  haben,  nit  in 
den   tabernen,  fonder  in  herren  heufern  orden- 
lich z&  leben. 
Lutherifch  pfaffen. 
20  Ja,  lieben  herren,   das  fpil  habt  ir  auß  der  haut  geben 
und  ift  fchon  verloren,   ir  habts  den  pauren  haim  gefetst, 
es  ift  fchon  auß  mit  dem  befingen,    ir  wolt  erß  den  ftall 
zä  thän,  fo  die  k&w   hinanß  fein,     darum  betten  ir  die 
m&he  wol  erfpart,    daß  ir  erft  forgt,   wo  die  pfaffen  auf 
8&  die  toten  freßen  und  trinken  foUen  und  habts  oben  frei 
gelaßen,     fi  werden  über  euch  deus  laudem   beten,  da- 
mmb  thät  nur  das  creuz  für  euch:  ir  habt  euch  ungün- 
ftig  pfaffen  gemacht. 

Papiftifch  pfaffen. 
so  Ja  freilich  deus  laudem.  ich  wolt  daß  fi  der  teufel  gar 
hinfört,  daß  fi  das  principal,  das  ift  die  befingnus,  haben 
fallen  laßen  und  wollen  erft  vom  acceflbrio,  das  ift, 
von  eßen  und  trinken  auf  die  toten  reden,  fi  (ölten  wol 
gedacht  haben  'fublato  principali  toUitur  et  acceflbrium*, 
s&  das  ift,  laßen  wir  die  befingnus  der  toten  fallen,  fo  wirt 
es  vergebens  fein,  daß  wir  ain  ftat  ftimmen,  wo  man  auf 
fi  freßen  und  trinken  fol.  flent  amare:  fi  konden  vor 
wainen  nichts  mer  reden. 


145 


^  Der  IX.  artikel. 
Item,   es  (ollen  auch  hinforo  alle  priefter  in  aUen 
feilen  2Ü  abfolviern  haben,  allain  totTohlege,  ketze- 
rei  und  den  ban  außgefchaiden.  es  Toi  auch  kai- 
s      ner  zum  beiehtgelt  genötigt  werden,  allam  was 
anß  g&tem  willen  gefchicht 
Lutherifche  pfaffen. 
Es  feit  umb  ain  klains,   fi  weren  da  gar  lutherifoh  oder 
eyangelifeh  worden,    wolan,  haben  fi  all  feil,  biß  an  drei, 
10  auf  ain  mal  abthan,  fo  werden  fi  die  drei  noch  über  drei 
jar,  da  man  aber  ain  concili  halten  wirt,  ob  got  wil,  auch 
abthAn  und  werden    xum  letften  gar  lutherifoh   werden, 
habt  dank,  lieben  herren,  fo  dürfen  wir  doch  aucterita- 
tem  ad  plebem,  das  ifi,  den  gewalt  in  vorbehalten  feilen 
15  z8  abfolviern,  nit  mer  von  euch  kaufen,    vor,  wenn  wirs 
zur  rechter  zeit  nit  redimiert  haben,  find  wir  de  facto  im 
ban  gewefen.    find  wir  doch   aber  ainer  bürd  los  wor- 
den, etwan   wirts  beßer.     wie   daß  ir  den    eepruch  nit 
auch  vorbehalten  habt?  oder  ifi  er  villeicht   kain   fund? 
10  antwort  folt  man  den  eepruch  granfam  machen,  wie  wol- 
ten  fi  und  die  pfaflTen  hindcr   hSren  kommen?  ain  iede 
hraue  würde  fich  vorm  eeprechen  fcheuhen,  wann  fi  große 
(&nd  auf  den   eepruch    fchlahen   weiten,     aber  den  tot- 
fchlag  m&ßen  fi  groß  machen,  ob  fi  bei  den  franen  oder 
t>  hüren  begriffen  würden,  daß  man  fi  nit  zä  tot  fchl&g. 
zwar  ir  hettent  den  ban  mit  eeren  auoh  wol   laßen  fal- 
len:   er   gilt   nichs  mer,   wie  er   von    euch   bißher  übel 
praucht  worden  iß.  man  wirt  fich  des  evangelifchen  bans 
halten,  wie  Matthei  am  xvni.  lUt    fo  thät  euer  ketzern 
10  auch  nichts  mer,   dann  ir  keret  eben  das  hinder  herfur. 
wer  das  wort  gottes  predigt,  den  ketzert  ir.    wer  euer 
decreta  und   fiatnta  fynodalia   und   provinciaUa  predigt, 
den   haißt  ir   hochgelert  und  ainen  außpündigen  g&ten 
Chriften. 
u  Papiftifch  pfaffen. 

Ir  feit  da  aber  fdbier  lutherifoh  wortfen,  und  woUent  doch 
alle  weit  von  des  Luthers  wegen  creuzigen«  wie  wolt  ir 
iez  hind&r  gelt  hommen?  hett  irs  bei  der  alten  monier 

10 


146 


laAeB  bleiben,  fo  hetten  wir  die  leiit,  wo  fich  ainer  rer- 
fchnapt  het,  zö  euch  remittiert,  fo  hett  ir  inen  ain  feder 
zohen,  oder  hetten  im  aufgelegt,  etlich  gelt  an  die  yenien 
z&  geben,  ee  fi  zfi  euch  weren  gangen,  ee  hetten  fi  ein- 
s  gelegt,  was  man  nur  inen  angemfit  hett.  fo  ift  es  tina 
auch  nachtaiKg,  dann  es  mocht  leieht  ain  fal  fein  ge- 
wefen,  fo  mflÄen  fi  fich  in  der  beicht  mit  uns  auch  ver- 
tragen haben  oder  wir  betten  fi  nit  nußgericht.  fo  fehlacht 
ir  das  beichtgelt  auch  ab  und  haben  gar  kain  gewinnes 
10  mer  darauf,  welcher  teufel  wil  mer  beicht  hören?  doch 
darf  es  TiUeicht  des  kriegs  gar  nicht;  man  mftft  darauf 
gedacht  haben,  ob  man  hinfuro  mer  beichten  wiirde  oder 
nit,  wie  bißher  gefchehen  ift. 

^  Der  zehent  artikel. 

18      Item,    daß  auch  kain  abfenz   befchwärt,  fonder 

die  furan  mit  den  bifchoffen  gefetzt  werden,  und 

alfo,    daß  man  defter  gefchickter  leut   auf  den 

pfarren  und  pfrunden  haben  und  in  ßatlich  auß« 

kommens  geraicht  werden  mag. 

M  Lutherifch  und  papißifch  pfaffen. 

Ir  diirfent  nit  furpauen,  man  wirts  euch  fein  weren,  daß 
ir  kain  pfarr  oder  pfründe  mer  mit  ziufen  befchwäret  wer 
hat  die  pfi-ünd  mit  zinfen  überlegt  und  befchwäret  dann 
ir  päbft  und  bifcho£f  und  die  fchndden  romifohen  curtilan? 
»  wir  armen  pfaffen  haben  wein  gen  hof  tragen  und  haben 
m&ßen  waßer  trinken,  ir  habt  den  keren  genommen  und 
habt  uns  die  fpreuer  gelaßen,  was  fagt  ir  von  außkom- 
men,  fo  ir  doch  felbs  die  pfründe  ringert  und  befchwärt 
mit  zinfen  und  refervaten,  daß  kain  gefchickter  man  da- 
to rauf  bleiben  kau  noch  mag.  man  maß  nur  butzen  und 
llil  aufklauben,  die  fich  des  bettelns  darauf  kaum  erwe- 
ren  mögen,  das  beß  mfiß  alles  denen  werden,  die  es  nie 
verdienet  haben,  das  doch  wider  das  wort  gottes  iß,  daß 
der  fol  der  pfarr  genießen,  die  er  felbft  nit  verficht  ir 
w  wißent  nit  was  ir  lallt 

f  Der  ailft  artikel. 
Item,  es  fol  kain  münch  kain  pfarr  mer  befitaen, 
es  fei  dann  daß  er  alle  nacht  in  tStiu  clofWkom- 


1« 


men  mag,  es  were  dami  faob  dßQ  sin  doller  fo 
arm  were,  daß  im  lolicha  auß  der  noth  aägela- 
ßen  wurde« 
Lutherifch  pfaffen. 
s  £i  wie  ain  treflPenlicher  und  nötiger  punct  ift  daa,  alme 
deosi  wie  wann  aber  ain  münph  verfpert  wurde,  daß  er 
die   felbe  nacbt  in  fein  cloßer  nit  kommen  mocbt,  m&ft 
man  im  pritToben  fcblaben? 

^  Der  XII.  artikel  difer  reformation. 
10     Item,  daß  Juan  priefter  sfi  der  weibe  mer  zfige- 
laßen  werde,  er  fei  dann  vorbin  gnngfam  ver- 
bört  und  darzi  gefcbiokt 
Lutberifcb  pfaffen. 
Ir  dürfen  der  forg  nicbt,  daß  man  lieb  umb  euer  weihe 
u  mer  dringen  werde,    ir  m&ßl  darauf  gedacbt  baben,  ob 
euer  weiben  aucb  von  noten  wer  oder  nit,    die  panren 
werden  iez  aucb  pfaffen  macben«    man  wirt  eueb  nicht 
mer  in  die  bende  fehen,  als  man  vil  hundert  jar  tban  hat 
Papißifob  pfaffen. 
90  Ja  der  teufel  und  das  wilt  feuer  laß  fich  mer  ^(reihen, 
die  pauren  fagen,  fi  feien  aucb  geweicht,  und  haben  den- 
noebt  kain  platten,  und  fcblaben  in  uns  wie  in  die  hund 
und  wollen  dennoobt. nicht  im  ban  fein. 
^  Der  XIII.  artikeL 
»      Item,    daß  kainem  binfurter  unordenlicb   z3hi^ 
ben  geßattet  werde. 
Lutherifch  pfaffen. 
Die  gemain  prießerlbbaft  Terftat  difen   artikel  nit:   ideo 
▼ult  eum  fuper  dare  et  petit  in^lbrmarL 
»  %  Der  xiin.  artikel. 

Item,  es  Ibllen  auch  kain  ftationierer  hii^&ro  z&- 
gelaßen  wtoden,  es  befcbehe  dann  mit  maßen 
und  alfo,  daß  fdchs  wol  angelegt  werde. 
Lutherifch  pfaffen. 
31  Ir  hettent  difer  forg  auch  nichs  bedurft,    ir  dfirfeiis  nit 
verpieten:  der  {wiren  kolb^ii,  knittiel  und  flegel  hinder 
der  hansthur  Werdens  den  ftreiobam  fein  weren^  kommen 
fi  ain  mal,  daß  hinf&r  nit  mer  kommen  werdetit 

10  • 


14S 


Papiftifcli  pfAffen. 
Wir  lüshens  auch  gem.    et  ift  fihidert  kadtt  ftationierer, 
er  hat  in   ainem  iden  dorf  am  hfiren  am  baren,     an  die 
legen  fi,   was  fi  den  armen  leoten  mit  dem   ftreicheiTeo 
«  aUiegen  und  triegen.    zwar  ünfere  küebin  werden  A  hin- 
f&r  ancb  mit  waßerftangen  anß  nnfem  pfitrhSfen  bringen, 
damn  &  fohen  inen  alle  ftation  ain   gelbs  par  henfcbnch 
geben,    das  wollen  fi  inen  ancb  \rdrbeha!ten.    ich  main, 
nnfere  kftcbhi  foRen   fi  nit  mer  admittiem  oder  zi&laßen. 
10  man  dfirft  darumb  kain  con^tÜnm  gehalten  haben. 
^  Der  XV.  artikel  difer  reformatio». 
Item,    daß   kain    priefter  hinlüro    angenommen, 
auch  kain  mefs  e&  lefen  geftaltet,  er  hab  dann 
▼orhin  gnngCra»  beweift,  wo  luid  vxm  wem. 
u  Ltttherifoh  pf äffen. 

Da  Unken  fi   wider  mid   wollen  nimmer  lutlierif^li  fein 
und  mainen,  fi  wollen  den  lutiierifohen  oder  enmgeHfchen 
pfiiffett  alle  bisthmnb  afl  eng  maehe». 
Papiftifeh   pfaffen. 
•••  Ja  ts  were  wo!  fein,  wann  fi  in  etlichen  Anoken  nk  Ton 
der  altes  monier  gefalle«  weren,  daß  man  modert  kain 
luiberifchea  pfiiffen  het  laßen  c4nkümmen,  Ib  w^ten  wir 
die  panren  noch  wol  ain  w«il  am  narreRfliü  umbgei&rt 
haben,    alfo  aber  ifts  verloren:  fi  feiöd  felbs  ain  tails  g&t 
sft  lutlurifehi 

^  Der  xvf.  aartikel. 
Daß  auch  nicht  allain  die  kirohett  probft  mit  dem 
kkcbengelt  «oibgean,  fonder  mit  wißen  aines  pfar- 
rers,  der  aaA  aia  IbUflißel  dai^A  habe»  M. 
10  LatkeriXehe  pfaffen. 

Waclidi  weie  difinr  artikel  liberfisken  und  mit  boMitfchlagt 
und  befcUoßen  worden,  fo>  mocht  Lotfaers  fapefc  firei  für* 
dmngen  hm,  nkeg  nfia  hat»  kmn  noi  mer.  cHfer  artikel 
gibt  erß  Luthers  beb  ab»  npfteft.  was  Col  man  lagen? 
u  XiKthor  ift  ain  kateer  vmi  fiuU  iioren»  dhuraft:  d«r  bat  on 
wißen;  vuA  wülen  der  kiHDbenpsiblt  md  d«i  pAurrers 
ift  Bob  der  Ürchen  gtlt  den  «inMH  \Mt&m  gebe«  und 
außtaüt    anß  MI  den  keimik    da  habt  ir  dan  grant, 


149 


wie  man  mH  iW  Urohaii  gelt  fei  mnbgeen.    ^  Im  lob, 
(kfi  die  wwrheit  an  tt^  knmpll 

Papiftifck  pfaffen. 
Warlich,  Heben  berren,  ee  ift  <lennoeht  aia  artikel,  da 

k  groß  an  gelegen  ift.  reobaet  ira  felbe  aufi,  wirdigea  lie- 
ben harren!  wann  iez  aii»  pfiurrer  rechnnug  wil  bähen, 
fo  wollen  die  pfleger  mir  dar  bei  fein,  ift  ee  nil  ain 
febwere  (aob,  daß  Ach  die  weltUohen  in  gaiftlioba  fach 
fehlaben  woUmi?  ift  ie  von  unfern  gnädigen  banren  den 

10  bifoboifen  in  ftajtutis  rynodalibus  verpoten,  ifts  i&  irariicb 
kain  fcheras  nit.  man  mfiß  dennoehl  TeheD,  daß  man  den 
ekriftlicben  glauben  erhalt  fo  ift  dae  auch  ain  meriLÜcbs 
ftnek.  die  kirebenpröbft  find  bißher  allein  mit  der  kir- 
oben  gelt  nmbgangen  und  bat  der  pfiurrer  kain  fehlüßel 

15  darzd  gehabt  fecbt  sjS,  wann  une  fchon  got  plagt,  fo 
ifta  kain  wunder,  wil  man  doch  gar  niehta  mer  auf  den 
glauben  haken,  got  fei  gelobt,  iea  mfißen  die  kirchen- 
probft  uns  pfarrern  anoh  ain  fehftßel  laßen,  und  wanns 
in  laid  were.    ift«  ie  klarUoh  außgetruckt,  daß  der  pfar- 

»  rer  auch  ain  fohl&ßel  haben  fol  und  nur  er  und  kireben- 
pröbft mit  der  kirohen  gelt  IbUen  umbgeen,  die  pauren 
wollen  fieh  auoh  ain  weil  darein  gefehlaben  haben,  nein, 
da  bats  die  chrißKob  kireh  fein  ftikommen«  dammh,  lie- 
ben harren,  biß  fontag  fo  i^edig  ain  ieder  dar  von^  was 

Ift  die  chriftlioh  kiroh  des  gdte  und  der  fehlüßel  kalb  zA 
Kegenapurg  befcUeßen  hat,  fo  kommen  die  lent  auf  und 
hinder  die  warbait 

%  Der  XVII.  artikaL 
Item,  daß  aueh  kain  weidhbifohof  von  de»  wei 

w     hen  nichts  mer  «&  fordern  hab,  allein  xwung 
und  uakoßea.  Dk  dae  &brig  Collen  fi  die  bifehoff 
erhalten, 
liutherifoh  pfaffen. 
O  lieber  got,  des  armen  weihensl  ir  m&ßeat  torhim  ge- 

M  dacht  habeA,  ob  man  euch  fladenweiher  mar  fordern 
wfird,  ftain  und  hole,  ftrick  tmd  alt  keßel  etc.  a&  weihen, 
wir  merken  wol,  wo  euch  wee  ift.  ir  woltet  gern  dae 
minft  iur  dae  maiaft  nemen,  daß  man  nur  nochaaf  euer 


160 


gankelwerk  etwas  bi^It.  lieben  fladenweiiier,  bleibt  da- 
haim  mit  euerm  weihen,  das  raten  wir  euch,  oder  man 
wirt  euch  eben  empfahen  mit  euer  infein  und  weihen  wie 
die  llationierer  mit  irem  heilthumb  und  ßreichholz:  laßts 

h  euch  gefagt  fein,  der  panren  trifchel  wartet  auf  euch, 
kumpt  oder  bleibt  auß.  wollen  aber  die  pauren,  die  nit 
lutherifch  und  des  worts  gotes  noch  nit  underricbt  find, 
narren  fein  und  euer  begeren,  daß  ir  inen  fiain,  holz  und 
glocken  weihet  und  taufet,  fo  iß  der  fach  noch  gSt  zfi 

10  rathen.  ir  fchlagt  wol  fo  tiI  serung  und  unkoßen  darauf^ 
daß  ir  zä  der  hauptfach  kumpt  das  mögt  ir  wol  thfin, 
dann  difer  artikel  melts  klärUch,  daß  fi  euch  zerung  und 
unkoßen  m&ßen  außrichten.  fo  wolt  ich  fo  yü  unkoßens 
darauf  fchlahen,   daß  es   mir  wol  on  nachiail  were.    fo 

IS  mog^  ir  euch  fünft  auch  b5fer  ftuck  prauchen,  damit  ir 
hinder  gelt  kumpt,  wie  ain  mal  ain  weichbifchof,  der  kin- 
der  firmet.  der  man,  der  dem  jungen  knaben  wolt  die 
firmbinden  umbftricken,  hieß  mit  namen  Hans  und  der 
knab  hieß  Jörg,    da  fraget  der  weihbifchof  *wie  haißs?' 

so  da  maint  der  toth,  er  hett  in  gefragt  und  antwort  dem 
weichbifohoff  *herr,  ich  haiß  Hans/  da  fagt  der  weich- 
bifchof 'ei,  ich  hab  euch  nit  gemaint  wie  haißt  der 
knab?'  antwort  der  tothe  *herr,  er  haißt  Jorg\  fagt  der 
weichbifchof  'ei,  wie  habt  ir  die  fach  überfehen:  ies  mfiß 

»  der  knab  Hans  Jörg  haißen.'  fagt  der  tothe  darauf  'herr, 
ich  kan  im  ie  nit  thän.  ich  maint,  ir  betten  mich  ge- 
fragt, darumb  antwortet  ich,  ich  hiuß  Hans.'  fagt  der 
weichbifchof  *wolan,  wollen  des  knaben  eitern  xx  gülden 
darauf  wagen,  fo  wil  ich  im  den  namen  Hans  widerumb 

10  abnemen,  fünft  mAß  er  fein  lebtag  4Ians  Jörg  haißen.* 
zum  letften  ift  es  auf  zefaen  gülden  komen,  die  der  weich- 
bifchof nemen  wolt  ie  die  eitern  betten  gefagt  'got  geb 
er  haiß  Hans  Jörg  oder  Hans  Seitz,  fo  vil  wollen  wir 
nit  darauf  legen.'    alfo  haißt  der  knab   noch  Jörg  und 

sft  der  regen  hat  im  rilleicht  den  ain  namen  Hans  ab  ge- 
wafchen.  fo  ift  es  warlich  gefchehen.  der  weidibifchof, 
der  knabe,  tothe  und  die  eitern  leben  noch,  fo  feit  ir  fia- 
denweiher.    fo  geet  ir  mit  den   armen  leaten  umb.    pre- 


151 


tilgt  das  woii  goHesI  nach  euerm  fladenweihen  wirt  man 
nichts  mer  fragen. 

Päbftirch  pf äffen. 

Hettent  ir  fladenweihcr   auch  beratfchlagt  und  gepoten, 

»  daß  man   alle   fontag  das  waßer  und  lalz   weihet,   und 

wer»  nit  thet,  daß  der  felb  ain  ketzer  were,  fo  betten  ir 

euer  weihen  auch   damit  bekrefUget   und    erbalten   oder 

ain  glauben  gemacht    fo  man  aber  waßer,  falz,  fladen,- 

aicr,   flaifcb,  kraut  und   ruben  etc.  nit  mer  weihet,  vil 

10  minder  werden  die  pauren  holz  und  ftain,  glocken  und 

alt  haderlumpen  weihen  und  taufen  laßen,    hettent  aber 

ir  erjiAlich  gepoten,  daß  man  falz,  waßer,  palm,  kraut 

etc.  weihen   lolt  bei  Vermeidung  ketzerei,  fo  betten  die 

pauren  gemaiiit,   es  lege   etwas  daran  und  hettent  euerm 

u  weihen  damit  auch   deßer  ain  beßeru  fchein  und  glauben 

gemacht,    alfo  feit  ains  mit  dem  andern  und  ill  eben  ain 

narr  wie  der  ander. 

^  Der  XVIII.  artikel. 
Item,    es  fol  auch  ain  verendrung  mit  der  haili- 
so      gen  eerung  und  feiertägen  inrgenommen  werden, 
aUain  an  den  orten,   da  befonder  hailigen   und 
patron  find,  als  zu  Salzpurg  fant  Ruprecht,  z& 
Meifen  lAnt  Benno  etc. 
Lutherifoh  pfaffen. 
»  Was  werden   aber  die  andern  hailigen  darzfi  lagen,  die 
auch  mit  roter  dinten  im  kalender   gefchriben   find?    es 
wirt  fchiUet  br&der  machen,    halt  euch  unpartheifchl 

Papiftifch  pfaffeiu 
Wolan,  was  die  hailig  chriiUich  kirch  fetzt,  m&ß  man 
ao  dennocht  halten,  mit  den  lieben  hailigen  iß  nit  g&t  z& 
fcherzen.  thät  ttkßa  fchon  etlich  feiertäg  ab,  fo  maß  maus 
dennocht  verkünden,  wer  fi  eeren  und  feiren  wil,  der 
mags  wol  thän;  dann  die  lieben  hailigen  find  unfer  für- 
bitter  gegen  got  man  mach  eben  drauß  was  man  wil, 
3».  uns  gefelts  gar  nichts  daß  man  die  feiertäg  abthfit«  wir 
betten  gemaint,  man  folt  erß  mer  aufgericht  haben,  wol- 
an, erbarme  got,  es  wil  doch  alles  zfi  trümmern  geen. 
wann  vil  feiertäg  weren,  fo  wers  unfer   nut^,  dann  zfi 


l»t 


Seiten  betten  die  frommen  menfohen  den  lieben  hailigen 
laßen  mefs  lefen;  fo  gats  uns   als  ab^    es  gat  me  das 
beicbtgelt,  das  befingen,  prefenz,  opfer  ab.   aoh  got,  wer 
wil  mer  ain  piießer  feini 
s  ^  Der  XIX.  artikel. 

item,    daß  die  faßen  hinföro  nit  beim  ban,  fon- 
der bei  dem  geborfam  der  kircben  gepoten  werde. 
Lotherifch  und  pabftifcfa  pfaffen. 
Ja,  lieben  harren,  ir  kumpt  z&  fpat,  es  ift  nns  fcbon  ver- 
10  poten.    wann  wir  ain  feir  oder  faßtag  beim  ban  pieteD, 
fo  pfeift  man  und  plerret  über  uns  wie  über  die  Juden. 
^  Der  XX.  artikel  difer  reformation. 
Item,   ob  ain  pfaff  von  ainer  perfon  tot  gefcbla^ 
gen    würde,   fol   des    die  gemain  mit  dem  ban 
n      nit  entgelten,  es  fei  dann  daß  die  gemain  mit* 

thäter  fei. 
Lutherifch  pfaffen. 
Hat  doch  der  pabß  vor  gepoten,  wann  ain  lolcber  fal 
gefcbehe,   fo  fol  man  interdiot  legen,    wie,   daß  ere  iezt 
M  anderft  macht?  fagt  er  doch,  der  pabß  mog  nit  irren,  fo 
mAß  man  ie  in  allen  artikeln,   damit  er  allda  umbgeet, 
geirret  haben,  fo  ers  anderft  macht     ja  freiKch  geirrt, 
es  ift  wol  mer  dabinden.    wie  daß  er  fo  eben  mit  den 
pfaffen  exempliflciert?  mößen  fi  dann  alle  Incken  bftjßen? 
M  ich  hör  wol,   es  m&ßen  nur  pfaffen  erfchlagen  werden, 
warumb  fetzt  ir  euch  nit  zA  ainem  exempel  alfo:  wams 
ain  fladenweiher  (dann  es  feind  nur  fladenweiber  in  difem 
concili  gewefen)  tot  gefcblagen  ^rt.    ir  (olt  nit  fetxeo, 
daß  man  die  leut  zfi  tot  fohl&g;  ir  folt  alfo  gefeUt  ha- 
«•  ben  *non  occides,  du  folt  nit  töten.' 
^  Der  XXI.  artikel. 
Item,    die  priefter  fo  weiber  nemen,  efl  ftrafen 
und  den  bifchoffen  sfi  fchioken. 
Lutherifch  pfaffen. 
ift  Ir  verpiet  uns  ins  Ehatchriften  nämen  weiber  cd  nemen, 
fo  verpieten  wir  euch  in  Chriftus  namen  bSren  sn  haben 
und    niemants    fein    tochter  oder   eefrauen    leftern   oder 
fehenden. 


IM 


PapiUiroh  pfaffen. 
Oben  piet  ir  1100,  wir  loUen  uns  ains  erbaro  wandele  be- 
fleifieD:  fo  wirs  ihfin  wollen,   fo  wölt  irg  nit  leiden,    iea; 
wolt  wir  von  unferm  fchentlicben  bArifchen  und  p&biTchen 

h  leben  laßen  und  zur  ee  greifen  und  ain  erbars  leben  an- 
fahen,  fo  verpiet  ir  uns,  weiber  zä  nemen.  wie  könden 
wir  ain  erbarn  wandel  fören,  wenn  wir  mit  hären  m&ßen 
baoien.  wölt  ir  aber  lagen,  wir  verpieten  euoh  die  huren 
nnd  baißen  euch  nit  mit  h&ren  haus  haben,  fonder  ir  folt 

10  keaCßhait  halten,  antworten  wir:  warumb  geet  dann  ir 
der  h&ren  auch  nit  m&ßig?  findt  man  doch  wol  under 
euch  folch  eunuchen,  die  alle  jar  iil  oder  im  hundert 
gülden  auf  die  huren  dürfen  wagen,  fo  dann  gut  keufchait 
zfi  halttti  iß,   warumb   facht  irs   nit  an?    wie  vil  feind 

ift  bepß  gewefen,  die  all  pfaffen  kinder  gewefen  find,  ir 
gleifner,  ir  legt  uns  unträgUch  bürden  auf,  die  ir  mit 
ainem  finger  nit  anr&ret.  maint  ir  nit,  wann  zwai  eeleut 
ir  ee  nit  prechen,  fo  halten  fi  keufchait?  ja,  nit  anderß. 
wir  wolten  auch  gern  eeliohe  keufchait  halten,  fo  wolt  ir 

90  uns  nit  laßen  darzfi  kommen,  on  ain  eefrauen  z&  lein, 
iß  ie  von  got  nit  gepoten,  wie  die  fchrift  klarlich  laut 
'de  virginibus  preoeptiun  domini  non  habeo.  qui  poteß 
oapere,  capiat*  wie  feit  dann  ir  fo  dnrßig  und  unfinnig, 
daß  ir  dürft  an  gepot  auß  ainem  ding  machen,  das  got 

»  frei  gelaßen  hat.  ir  feit  doch  die  rechten  EntchrUlen.  ir 
maint,  wann  ainer  nur  kain  eeweib  hab,  er  niete  fich 
funfi  allerlai  hürerei,  wie  er  woll,  fo  fei  es  keufchait  ge- 
halten, nain,  lieben  herren,  mit  euch  wollen  wir  des  teu- 
feis nit  werden,    die  hüren  wollen  wir  faren  laßen,    lußs 

ao  uns,  fo  wollen  wir  weiber  zfl  der  ee  nemen.  aber  unfer 
eeweiber  wollen  wir  euch  nit  zAfchieken,  aber  felbs  dür- 
fen wir  vor  ettch  erfeheinen  und  das  wort  gots  euch  flugs 
under  die  meiiler  ftoßen  'oportet  epilcopum  unius  uxoris 
effe  Tirmn*  etc.    lieber  thüt  im  alfo.    bat  ain  pfaff  ain 

M  hfiren,  fo  ftrafet  in;  hat  er  ein  eeweib,  Araft  in  auch;  hat 
er  aber  kain  hfiren,  anoh  kain  eeweib  und  lebt  keufch- 
lieh,  So  ftraft  im  aneh|  daß  ir  nur  s&  Arafen  habt 


IM 


^  Der  xxviiL  artik^L 
Wider  die  ketzer  z&  verfareD,  wie  dann  biUioh 
und  reckt  ift. 
Lutherifcb  pfaffen. 
^  Difer  fpeis  eßen  wir  nit    ir  maint,  ir  wolt  uns  thAn  wie 
deo   zwaieQ  Augußiner   manchen  zä  BrulTel.     naan,    wir 
appelliera  a  jure  hnmano  ad  jus  divimini,  a  fede  apofto- 
lica  et  romana  ad  federn  dei  et  ad  tribnnal  CbrißL 
^  Der  XXIX.  artikel. 
10      Von  dem  glauben  nit  frevenlicb  binder  dem  wein 
zfi  difputieren. 
Lutberifcbe  pfaffen. 
Ja  warlicb,  es  iß  balt  vaß  not|  dann  kinder,  narren  und 
die  trunken  reden  gern  die  warbait.     exempli  gratia.    ich 
is  (oder    wir,   ich    dauz   mich    nit  gern)   hört  ain   mal  von 
ainem  trunken  vollen  pfaffen ,  der  zwar  bos  lutherifch  iß, 
es  were  kain  fegfeuer.   zfi  morgens  da  er  nüchtern  ward, 
hett  in  der  fchimpf  gereuen,     fo  reden   warlich   die  paa- 
ren   auch   fcbeuzlich  von  fachen,   wann  fi   vol  fein,   und 
so  fagen    überlaut,  Luther  fei   ain  prophet  gottes  und  der 
bapß  out  feinem  anhang  fei  der  Antichriß.    darumb  were 
gfit,  daß  man  den  pauren  hinderm  wein  ßlentium  gepöt 
aber  hinderm   wein  ißs  mit  in  verlorn,  fi  fchweigen  nit 
wann  fi  den  pflüg  h&ben,  möchten  fi  ee  fchweigen  dann 
M  bei  dem  wein. 

^  Der  XXX.  artikel. 

Daß  die  pfarren  hinf&r  mit  gnugüamer  underfaal- 

tong  verfehen,  damit  die  getoain  von  inen  unbe- 

fohwert  fei. 

80  Lutherifche  pfaffen. 

Difer  artikel  iß  vaß  tod  noten,  dann  die  pauren  woSan 
nit  mer  opfern,  auch  daß  ir  pracht  and  b&rerei  deßer 
baß  erhalten  werde. 

Päpßifch  pfaffen. 
M  Ja  warlieh,  fi  haben  halt  uns  das  beiohtgelt,  befingnas 
vmA  die  laerament  zSl  verkaufen  angehebt:  fo  woUen  die 
alten  weiber  Ott  mer  meia  fraaimea  und  befteUeii  und  ift 
unler  gewiBnnng  fobmal  worden,    got  erbanosl 


I.t 


ist 


^  Der  XXXI.  artikeL 
Item,     ain  leder  bifchof  in  feinem  bisthomb  fol 
järlicben  ain  rerbor  in  allen  ungepürlichen  hen- 
dein  und  TÜitation  balten,   mit  fleißigem  auffe- 
gt »  hen,  daß  die  boshait  gellraft  werd. 

Lntherffche  pfaffen. 
Was  macht  ir  da?  es  were  ainem  bifchof  ain  fchand,  folt 
er  mit  denen  fachen  umbgeen.     er  fehickt   fein  pedellen 
und  flfcal  herauß:  die  werden  wol  fehen,  welcher  priefter 
10  ain  fchone  küchin  hat  oder  nit.    fo  fol  inen  der  pfarrer 
die  meuler  föllen  und  dem  frißgar  ain  par  gülden  fchen- 
ken  und  dem  pedellen  drei  kes  geben  und  den  bufen  vol 
flachs  etc.,  fo  fchweigen  fi  ftill  und  fagen  Varlich,   die 
prießer  halten  fich   ganz   recbtfchaffen.*    fo  ift   es    dann 
^  fchon  aufs  beü  vifitiert  und  alle  übel  aufe  bell  geftraft. 
Papiftifch  pfaffen. 
Ja  warlich,  wenn  man  den  buben  nichts  gibt,  fo  ifts  auß, 
fo  m&ßen  wir  innerhalb  acht  tagen  vor  Annas  und  Cai- 
phas  erfcheinen  et  fuper   articulis   ex   officio  objiciendis 
jo  refponderi.  und  wir  feind  warlich  arm  tropfen,    mir  käme 
fchier  ins  hirn,  ich  wolt  auch  lutherifch  werden,  ja  wann , 
fi  uns  kain  hfiren  wollen  laßen,   fo  wollen  wir  mit  ge- 
mainem  rath  alle  luthrifch  werden  und  nach  dem  evan- 
gelio  alle  eeweiber  nemen. 
»  ^  Der  XXXII.  artikel. 

Item,    was  den  prieftern  und  fonß  zur  zierlich- 
kait  gefetzt,    daß  folchs  fo  tU  den  gepoten  und 
fonft  der  gepür  gemeß  pleiben  fol. 
Lutherifche  pfaffen. 
10  Das  thSn  fi  warlich  vleißig.   was  ir  inen  gepiet,  das  hal- 
ten fi  mit  großem  emft,  als  kain  hart  ziehen,  die  platten 
fcheren,  lange  rock  antragen  etc.   nur  allain  mit  dem  thfit 
ir  im  z&  vil,  daß  ir  inen  die  hfiren  verpiet     das  konden 
fi  lauters  nit  halten,  dann  es  ift  gottes  gepot  und  wort. 
u       ^  Der  XXXIII.  und  letft  artikel  difer  refor- 

mation. 
Item»    daß  hinAr  kain  gelt   zur  ftraf  von  den 


158 


pfaffen  genommen,  fonder  mit  gepürlicher  ftraf 
on  gelt  g^en  inen  gehandelt  werde. 
Lutherifch  pfaffen. 
Wann  das  eoer  fifcal  und  fchreiber  mögen  leiden,  fo  la- 

ft  ßen  wirs  auch  gefohehen,  fo  ift  es  wider  euch  und  euer 
officiäl.  ir  habt  ie  all  mal  den  zwaiten  und  euer  official 
den  dritten  tail  von  der  pfaffen  härengelt,  darumb  ir  G 
ftraft.  üts  doch  wider  euch,  es  gibt  ain  pfaff  alle  jar 
gern  x  gülden,  daß  man  in  bei  der  huren  fitzen  laßt 

10  Papillifch  äffen« 

Ja  yil  lieber  wollen  wir  alle  jar  ain  genants  gelt  gebeni 
dann  daß  wir  unfer  küchin  laßen  und  ad  carceres  geen 
foUen.  hoffen  und  trauen,  ir  werdent  uns  bei  der  alten 
monier  bleiben  laßen,  wie  ir  felbs  am  anfSftng   gefcbafit 

u  und  gepoten  habt,  in  gefenknus  wollen  wir  nit,  anfere 
kücbin  laßen  wir  nit,  an  geld  fols  nit  abgeen.  wie  die 
alt  monier  ift,  fo  bleibs  zu  aller  frift.  gramen,  du  tA 
durrer  gaul. 

^  Getruckt  zä  Lumbitfcfa  auf  dem  federmark. 


i:  vm. 

I 

et  EIN  WEG8PRECH 

GEN  REGENSPÜRQ  zt  INS  CONCILIüM 
M  ZWISCHEN  EINEM  BISCHOF 

HÜRENWIRT  UND  KÖNZEN  SEINEM  KNECHT, 

$  Conftitoe  foper  enm  peccatorem  et  diabolas  ftet  a  deztris  ejus. 

i>  Fiant  dies  ejna  paac!  et  epifoopatum  ejus  accipiat  alter. 

Pfiamo  108. 
^'  MDXXV. 


H&renwirt    KfinzI  KfinzI 

K&nz.    Meifier,  was  begerfiu? 

Hürenwirt.    Sint  die  rofs  gefallet? 

Kfinz.    Ja  langft. 
ft  Hfirenwirt.    Nan  wol  an,  fürs  ußer  und  laß  uns  auf- 
fitzen! 

Kunz.    Es  gelt  woL    wo  wiltu  aber  hin  riten? 

Härenwirt     Gen  Regenspurg,  mein  fach   des  bifchofs 

halb  do  felbft  zfi  erklagen. 
10  K&nz.    Nun  fo  laß  uns  in  dem  namen  gottes  reiten. 

H&renwirt    K&nz,  mein  lieber  gefel,  was  vor  ein  gro- 
ßer raifiger  zeug  zeucht  do  vor  uns  hin? 

K&nz.    Es  iß  unfer  gnediger  herr  der  bifchof. 

H&renwirt.    Wo  wil  er  hin,  maifter? 
i&  K&nz.    Er  wil  auch  gen  Regenspurg  in  concilabulum. 

H&renwirt.    Wo  wil  er  hin?  ad  diabolum? 

K&nz.    Ei,  die  bifchof  wellend  ein  concilium  halten  und 

ratfchlag  thon,  wie  man  widerumb  das  heilig  eyangelion 

und  Chriftum  binder  fleh  druckt. 


160 


Hdrenwirt    Ich  hab  gemeint,  es  (oUe  ein  yerfamlniig 
aller  teutfchen  furßen  und  bifchof  do  werden. 
Kfinz.    Nein,     es  kompt  niemant  dar  dann  nur  Gaiphas 
und  Annas,  fchreiber  und  gleifner,  Pilatus  und  Herodes, 

ft  das  Feind  drei  bifchof  und  der  ander  bifchof  klage   rate 
und  zwen  furften. 

Härenwirt.     Meinllu   als  ob  fie  im   hailigen  gaift   und 
dem  namen  Chrißi  werden  verfamlet  fein? 
Kunz.    Das  wirt  man  nach  der  1er  Chrißi  uß  iren  oder 

10  an  iren  fruchten,  das  ift,  an  iren   Ordnung  oder  fatzung 
wol  erkennen. 
Hfirenwirt    Wie  das? 

KSnz.   Iß  es  fach  daß  ire  Ordnung  nach  iuhalt  gotlicher 
fchrift  zu  forderuDg  des  heiligen  evangelium  und  der  ge- 

15  boten  gottes  gefetz  werden,  wer  wolt  dran  zweifeien,  daß 
fie  nit  in  heiligen  geiß  und  in  dem  namen  Chrifti  ver- 
famelet  weren  geweferi?  wenn  aber  ire  Ordnung  zfi  hin- 
dernüs  des  heiligen  evangelium  in  gotlicher  gfchrift  fin 
werden,   fo   fint  fie  blint  und  werden  in  ein  grimmigen, 

20  nnfinnigen  und  fchelligen  geift  und  ins  teufUs  namen  ver- 
famelet  gewefen  fein,  item  fo  ire  Ordnung  werden  innen 
halten,  daß  man  neben  dem  heiligen  evangelio  und  gots 
wort  menfcheu  ungegründte  glofen  und  a&fets  predigen 
Cbl,  So  werden  fi  im  Leyiatha»  und  in  der  gleiferei  namen 

n  verfamlet  gewefen  fein,  item  fo  ir  decret  menfchen  nffetz, 
die  Chriftus  lauerteig  nnd  gleükerei  nennt,  als  netnlich 
underfchid  der  fpeis,  der  tagen  und  andere  eußerlichen 
dingen  antreffen  wirt,  fo  werden  fi  im  irrigen  geift,  Ton 
dea  fanct  Paolus  fagt,  in  gleifeera  tmd  ins  bapfts  namen 

ao  verfamlet  gewefen  fein,  item  £o  ir  Ordnung  und  erkle- 
rung  uf  menfchen  Weisheit  (wie  des  ooncili  aü  Coßitz) 
gegründet  werden  fein,  fo  werden  fi  in  Mkierva  oder 
Pallas  und  ins  Ariftoteles,  Thomas,  iScotUB  nnd  Bonaven- 
tura namen  verfamlet  gewefen  lein,    item  fo  II  dareh  ire 

35  Ordnung  nit  werden  der  p&ffen  effenliohe  bflrerei  abfiel- 
lern  und  de»  pfarrherren  die  ee  frei  erlanben^  fo  werden 
fi  in  fpititn  fomicationis  und  ins  Beelphegwr  oder  ins 
Priapi  namen  verfandet  gewefen  fein,  item  fo  ire  cffdnung 


16t 


dienien  wenkn,  daß  ir  pracht  und  hoffiurt  erhalten  werde, 

fo  werden   fi  in   Lucifero  und   ins  Antioolii  oder  Crefi 

namen  Terramlet  gewefen  fein,    item  Ib  fi  mit  oder  durch 

ire  Ordnung  iren  eigen  nuts  und   geiz  fachen  werden,  fo 

5  werden  fi  in  Mamon  und  Baal  und  ire  eigen  namen  ver- 

famlet  gewefen  fein,    item  fo  ir  Ordnung,  weltliche  regi- 

ment  yermeinen  werden,  fo  werden  fi  in  Remmon  und  ins 

großen  Alexanders  namen  verfamlet  gewefen  fein,    item 

fo  ir  Ordnung  z&  aufentbaltung  des  faulen,  m&ßigea,  toI- 

'  10  len  und  unkeufcben  lebens   dienen  werden ,  fo  werden  fi 

^^  im  Nefrach,  Diana  oder  Aftarot  und  ins  Epiouri  namen 

verfamlet  gewefen  fein,     item  fo  ire   Ordnung  ireu  grim 

und  zorn  anzeigen   werden,  nemlich  daß  man  die  evan- 

"^  gelifchen,    die  fi   lutrifcb   nennen,  ftocken   und   plocken, 

^  15  kerkern,  tbürnen  und  vertreiben  fol,  fo  werden  fi  im  Da- 

gon  und  ins  Diocletiani  und  Decii  namen  verlamlet  gwe- 

'^  fen    fein,      item    fo    ire   Ordnung    dahin    dienen    werden, 

'  daß  man  den  luterifchen   ir   zeitlich  gfit  nemen  fol,  lo 

'  werden  fi  im  Sathan,  der  den  heiigen  Hiob  alles  zeitli- 

»•'  20  chen  gfits  beraubt  hat,  und  ins  keifer  Jnliani  des  apofta- 

ten  namen   verfamlet  gewefen  fein,     item  fo  ir  Ordnung 

'  oder   decret  dahin   Aimmen  werden,  daß  man   die  lutri- 

fchen   oder  die  evangelifchen  toten  fol,   wie  denn  fchon 

i.  uf  bau  iß,  fo  werden  fi  in  dem  fchalkhaftigen  oder  bos- 

p  .»  haftigen  geift,  der  den  Saul  bewegt  und  reizt  hat,  den 

^  heiligen  Davit  zu  töten,  und  ins  keifers  Neronis  namen 

^  verfamlet  gewefen  fein. 

^  Hurenwirt    Ich  wil  dir  fagen,  was  fi  machen  und  ord- 

nen werden. 
^  30  Känz.    Nun  fo  fag  anl 

^  Hfirenwirt.    Die  bifchof  werden  im  ror  fitzen  und  pfif- 

lin  machen,  wie  es  in  gefeit  fi  werden  nit  ordnen,  daß 
got  geredt  und  das  heilige  evangelium  gefördert  werde, 
fonder  nur  daß  man  in  der  faßen  nit  alt  fchAch  pletz,  am 
35  freitag  kein  fleifch  und  am  famstag  kein  bein  eße,  und 
daß  die  buren  redlich  zu  opfer  gangen  und  der  pfarrer 
alter  beginen  thant  (wie  bißher),  predige  und  daß  man 
gotes  vergeße  und  nicht  achte  und   die  lieben  heiligen 

11 


ist 


mit  filbem  und  lebendigen  opfer  hin  und  her  fleifiigUch 
räche  und  nimmer  finde,  die  lieben  feelen  mit  zinfen  jar- 
kcb  uf  den  ackern,  wifen  und  wingarten  gefetset  uß  dem 
fegfenr  lofe  und  daß  die  pfaffen  qnart  und  Text  geben. 

9  dife  Aeur  werden  die  bifchöf  dem  fihften  uß  and«:  leuten 
feckel  th&u  und  dargegen  wirt  er  inen  mit  gwalt  die 
ei^ngelifche  1er  (under  dem  namen  Lutherei)  helfen  weren 
und  under  trocken,    ich  hoff,  als  ir  ratfoblag  werd  zu 

'  Biobt  werden,    meins  bedunken  das  conoHinm  bat  Haos 

10  8cbmid  von  Collitz  in  feiner  elTen  und  uf  feim  ambo£ 
gefchmidet  und  zä  wegen  bracht  und  hat  im  doctor  De- 
doleat,  der  ber&mpt  difputierer  und  held  von  Ingelftat 
darzfi  geblafen. 

Känz.    Es  Hgt  mir  zwar  auch  alfo  in.    man  wirts  wol 

15  merken  am  decret,  fo  es  wirt  ußgon,  ob  es  Schmids  ge- 
dieht und  Weisheit  fein  wirt  oder  nit. 
Hfironwirt    Was  für   ein  gefpenß  reitet   dem   bifchof 
nach? 
Kfinz.    Es  ift  der  capelon. 

90  H&renwirt.  Es  ift  der  teufel,  es  mag  wol  fein  ca- 
pelle  fein. 

Kflnz.    Es  ift  feiner  gnaden  concubin. 
Härenwirt    Was  heißt  ein  concnbin? 
Känz.    Bin  beifchläferin  oder  ein  beiligerin. 

tsHflrenwirt.     Ich  merk  wol,  es  ift  des  bifchofs  hfirlio. 
Känz.    Ei  jo,  geb  im  got  beul!  er  hat  nach  alle  monst 
ein  neue;   denn  ich  weiß  es  wol,  er  befchenßt  manchem 
bnrger  fein  weib  und  tochter. 
«Hfirenwirt.    Wo  her  weiftu  es? 

ao  Känz.  Do  ich  im  ilift  cfaoraUs  gwefen  bin,  hab  ich  im 
didt  mftßen  kuplen.  darnach  bin  ich  fein  k&merling  wor- 
den, da  hab  ich  erft  erfaren,  was  der  bifchoffen  keu- 
fcheit  ift.  ich  hab  aufs  bifchofs  hof  freßen,  faufen,  fpi- 
len,  raßlen,  fchweren,  flächen,  härerei  und  alle  leichtfer- 

»  tigkeit  erfaren  und  gelert;  dann  da  hört  man  (gleich  wie 
uf  anderer  weltlichen  fSrften  hofen)  feiten  oder  nimmer 
von  got  reden,  auch  fiber  tifch,  fonder  nur  von  kriegeo 
und  hären;  das  nit  aBein  wider  das,   das  der  lierr  im 


IM 


erAngelio  redet  thh  uimfitatak  wort,  M,  SnA&r  aooli  wi- 
dere geiftlioh  reofat. 

H  Aren  Wirt.  Nwi  wol  anl  wir  wöHen  dufter  Mmeller 
reiten,  daan  icb  maß  mi  Infcbof  oad  mit  im  di^mtieren. 

ft  fag  nit,  wer  icb  fei;  hilf  mir  aber,  fo  mir  not  wirt  fein, 
etwas  uß  geiftlicbem  rechten  z&  beweren,  dann  da  bif^ 
ein  yerdorbner  ftudent  «nd  baß  ril  ins  bapft  bftebem 
geftttdiert  nnd  gelelen.  mit  goilioher  gefebrfll  wil  kk  den 
Ölgötzen  auß  meinem  neuen  teftament  mechtig  ganfig  fein. 

10  Känz.     Nur  redliob  an  tnl   icb  wil  dir  treuwbob  helfen 
auß  des  bapft  decMret. 

Hfirenwirt  So  wir  in  bezogen  haben,  fo  wil  ich  mich 
Hellen,  als  wift  icbs  nit,  daß  es  der  bifchof  fei,  wil  in 
für  ein  bauptman  anfprecben. 

n  K&nz.    Es  gelt  wol. 

Hie  kompt  der  härenwirt  mit  feinem  knecht  ztm  bifchof. 
Hären  wirt.    Got  gr£ß  euch,  herr  bauptman,  got  gr&ß 
euchl 
Bifchof.    Got  dank  dir,  gefelll 

so  Hurenwirt    Herr,  ir  haben  ein  großen  reifigea  zeug, 
ich  mein,  ir  wellen  in  krieg  oder  uf  raub. 
Bifcbof.    O  nein,  bebfit  uns  gotl  dann  mm  gebnrt  we- 
der zA  kriegen  noch  zä  rauben. 
Hären  wirt    Lieber  herr,  zürnen  nitl  wer  find  ir? 

95  Bifchof.    Wir  find  der  bifcbof  z&  N. 

Hfirenwirt.    Adi,  aller  gnedigAer  herr  und  förfl,  ha- 
ben mir  nichts  für  &bel,  denn  ich  hab  euer  gteden  nit 
kennt. 
Bifchof.    Niobts,  nidita,  mein  gfeU. 

ao  Hfirenwirt.   Wo  wil  enmr  gnad  hin  mit  fo  tU  pfifii'den? 
Bifchof.     Wir   wetten   gen   Regenspurg  ins  oon^um, 
ratfohlag  zfi  thfin  wider  die  Lutherei  mit  dem  römifchen 
legaten. 
Hfirenwirt.    leb  bor  wol,  der  legat  ift  der  fiaeheo  halb 

ü  von  Rom  gefendt 
Bifcbof«    Ei  jo,  denn  es  ift  keia  fach  lez  zfi  mat,  die 
UBÜwn  heiligen  Tsiter  bapft,  der  ein  gemeitte  fatig:  tragen 
mfiß  für  die  cbriftliche  kirche,  fo  hart  angelag4ti  ali  eben 

11* 


164 


'    Ae  Lnllierei,  md  uit  tmbillidi,  dann  großer  und  merk- 
licher fchaden  dem  ßfil  zfl  Rom  darufi  tagKob  erwachfi, 
des  gleichen  den  bifehoffpn  nnd  aHen  geiftKchen. 
Hflrenwirl     Was    wirt   euer  gnaden   difer    zeng    wol 

s  koOen? 
Bifchof.    Nit  minder  denn  zwei  taufent  goidin. 
Hflrenwirt.    Gnediger  faerr,  es  ift  vil. 
Bifchof.     Der  fifcal  wA&  es  bezalen« 
H&renwirt.    Kfinz,  was  heißt  ein  fril^ar? 

10  Kinz.  Es  heißt  nit  frißgar,  fonder  ein  fifcal,  das  ift 
meins  gnedigen  herrn  geltfamler  oder  einzieber  oder  feckel- 
meifter. 

H&renwirt     Gnediger  herr,    wo  her   kompt  aber  dem 
fifcal  folich  gelt? 

19  Bifchof.    Im  fallend  jerlich  über  die  2800  gülden  nur 
von  den  prieftem  umb  die  abfolnz. 
Hfirenwirt.    KAnz,  lieber,  was  ift  abfolnz? 
Känz.    Es  ift,  fo  ein  priefter   ein  kind  macht,   fo  wirt 
er  irregularis,  das  ift  ungefchickt  meft  halten,  mftß  fich 

M  darnach  abfolvieren  laßen  und  umb  die  abfoluz  m&ß  er 
dem  fifcal  iii  oder  im,  v  guldin  geben,  macht  aber  einer 
einer  nunnen   ein   kind,    fo   er   ein  gefpons    Chrifti   ge- 
fchmecht  bat,  mfiß  x  guldin  geben. 
Hären  wirt.     Was  mfiß  aber  einer   geben,  fo    er   eim 

25  müncb  ein  kind  macht? 
Kfinz.    Adi  der  mfiter  feichl  du  fragß  fo  thorlich,   man 
-macht  den  manchen  kein  kind,  die  munch  machen  aber 
den  nonnen  kinder. 
Hfirenwirt.   Nun  gond  doch  vil  müneh  daher  mit  gro- 

M  ßen  beuchen  wie  die  fchwanger  frowen. 
Kfinz.    Es  find  die  gfite  bißlin  und  fchleck,  die  in  die 
beuch  groß  machen. 

Hfirenwirt.    Nun  fo  gefegene  es  in  mein  naohbanr  der 
henkerl  fag  mir  weiteiH,  laßt  man  dem  priefter,  nach  dem 

u  fo  er  die  abfolnz  bezalt  hat,  die  metz  im  baue? 
Kfinz.    O  jo,  denn  nach  der  abfoluz  wirt  er  wider  ge- 
fchickt,  meifB  sfi  lefen  umb  gelt  und  die  lacrwBeut  mit 
zfl  teileo. 


Uf 


g  Häreawirt  ÖMdigerherr,  wmm  ich  aa<A  bAcerai  tribe 

,^  und  fo  ich  ein  luiid  gmachet  hei,  mocht  ioh  nit  auch  ein 

abfohix  beealen   und  fw  und  für  in  hfirem  mit  fieherer 
^,  conTcienz  Terharren? 

ft  Bifchof«    Nein,  dann  es  ift  nur  den  geweiehten  EÜge- 

laßen. 

H  uren wirt  Wer  ablblriert  aber  die  f,  JohanCer^  die  teut- 

Tche  herren  und  ander  ordenaleut,  fo  die  kindar  maehen? 

Bifchof.    Si  find   gefriet  und  unfer  jurisdietion   durch 
K  10  bapftUche  bullen  empfirent  und  abzogen,    uns  geb&rl  nur, 

0  unfer  priefterfchaft  zu  ftrafen. 

HSrenwirt.    Ich  merk  wol,  inen  ift  frei,   on  alle  ftraf 
i  Ycrbengt  hfirerei  zfl  treiben,    gnädiger  herr,   zürnen  nit! 

mich  bedun^t,  euer  gnad  fige  überfichtig  und  bruche  ein 
15  brill    oder  augenfpiegel  uf  der   nafen,   in    die   weite   zA 

fehen;  dann  ir  gefehen  die  armen  dorfpfefflin  ußen  uf  dem 

land  und  find  inen  gar  ungnedig  und  überfehen  den  thum- 
r  probß,  den  vicarium  und  thfimherm. 

i  Bifchof.    Ja,  mein  gefell,  wir   haben*  d^m  capitel   ein 

i  90  jurament  gethon,  fi  bei  alter  gwonheit  z3  laßen, 

t  Hfirenwirt.    Kunz,  was  iR  ein  jurament  und  capitel? 

f  Kfinz.     Capitel  ift  der   thumpropft  und   die  thumherren« 

jurament  ift  ein  eid. 
^  Hurenwirt.    Gnediger  herr,  euer  gnad  ift  folichs  jura- 

n  ment,  fo   es  unzimlich  ift,  nit  fchuldig  zä  halten;  dann 

1  bofe  gwonheit  lol  man  nit  vertragen. 

'  Bifchof.     Wir  m&ßen  gefton  bi  geiftlichem  recht. 

Hurenwirt  K&na,  weiftu  nichts  auß.  gföftlicdiem  recht, 
ob  bofe  gwonheit  lige  z&  dulden? 
so  K&na.  Ja  ich  weiß  etwas,  es  ftot  gefcbriben  alfo :  ein 
ietliche  gewonheit,  fi  Jfige  alt  oder  gemein  wip  fie  well,  fol 
gana  und  gar  der  warheit  lyichen,  und  der  brauob,  der 
der  warheit  wirdig  ift,  fol  abg^thpn  werden,  daß  nonn  fol 
achten  das  der  herr  fpiicht  'ich  bin  di^  warheit'..  hftt 
sft  nit  gefproohen  'ich  bin  die  gew(Nibeit\ 
HArenwirt  Gnädiger  barr,  gehöre»  iv,  daß  man  fchul- 
dig ift,  gewonheiten  die  wider  goties  worti  lintt  gaitf  und 


IBt 


gar  ab  A  «hdii.     fwn  ia  die  hfimd  der  ^efterlbhaft, 
wie  wol  fie  alt  imkI  g«meiQ  ift,  wider  gottes  wort. 
Kfins.    Meifler,   du  kanft  nit  merken,  was  finer  gaaden 
angelegen  iß. 
»  Hi&reBwirt     Wag  ligt  in  an? 
Känz.  Solt  fein  gnad  dem  tlifimbprobß,  dem  vicario  und 
den  thAnibherren   ire  metsen  und  faSren  ▼ertreiben  und 
fie    umb  der    h&reri   willen   ftrafen    wie  die   dor^iAifien, 
fein  goad  wArd  bofen  luft  n(  leim  ftift  haben,    und    fo 

m  fein  gnad  allw«g  für   fein  leib  auch  ain  rolaliB  am  ba- 
ren  hat  fton  und    ein  fina  b&rü   bei  im  hat,  fa  wurden 
feiner  gnaden    capitelbr&der    fprecben   'medice,  cura    te 
ipfum!' 
Hürenwirt    Was  iß  das  geredt? 

u  K&nz.    Es  heißt:  du  arzet,  mach  dich  i^lber  gefunt! 
H&renwirt.    Es  iß  wol  geredt 

Bifchof.     Dein  knecht  hat  die  ßich  erraten,  wir  m&ßen 
umb  der  red  willen  durch  die  finger  feben. 
Hfirenwirt.    K&nz,  weißu  nichts  im  geißUch  reehi,  ob 

so  ein  bifehef  nit  fcbuldig  fi,  fein  und  feiner  undertbonen 
hSrerei  und  ander  laßer  zu  bcßern? 

Kfinz.  Ein  bifchof  der  fine  fund  nit  abtilget  und  finer 
(&nd  laßer  nit  beßert  odet  firaft,  der  fol  nit  bifchof,  fon- 
der ein    unzüchtiger   oder  unTcrfchempter  hund    genent 

tt  werden. 
Hfirenwirt     Gnediger  herr,  euer  gnad  m&ß  das  übel 
in  euch  und  audh  in  den  andek^n  firafen  und  beflem  und 
der  prießerfchaft  und  allen  uienTchen  ein  chrißlichs  er- 
lania  TOrbild  und  exempel  vortragen,  danti  derherr  fpricht 

»  zfi  feinen  apoßeln,  an  deren  ßat  ir  bübhef  euch  fitzen 
berAnlen  %  find  das  falz  der  erden.  Ib  nun  das  fak 
ibom  wfirt,  was  kan  man  danuit  fidzenP*  item  *ir  find 
das  Becht  der  weit  alfo  l^Bt  euer  lieabt  knatA^tm  vor 
den  lenten,  duß  fi  euer  gfitie  werk  fehen  und  euem  rater 

^  im  himel  breilbn.*  und  £  Paulus  fprieht  ^ein  bifebof  fol 
onftrailicb  fein,'  und  %&  Tito  hgt  er  ^ein  bübhof 'fol  on 
laftsr  f^in.*  aA»  ilfc  ein  iaIlMiber  offralicher  kArer  firiflich, 
te  ift  Mob  UrsMs  laftef;     diMialb   wUwr  bübkaf  ein 


16T 


kfirer  iß  oder  mit  andern  l«fteni  behenkt  and  fioh  nit 
befiert  und  nit  lebt  naoh  form   md  weis  wie  f.  Paulug 
anzeigt,  der  ift  nit  bifchof. 
Bifcbo£  £8  iß  vor  alter  zitein  anders  mit  den  bifcbof- 

i  fen  gwefen  denn  es  ieauadr  iß. 
H&renwirt    Das  dunlLt  mich  warlioh  auch,   dann  die 
alten  biCohof  feind  from,  erjam,  geleri  lent  gtsinefen. 
BifoboC    Ob  wir  Dehon  das  leben  der  erßea  bifcbof  nit 
haben,  fo  haben  wir  deonocht  den  oamen  und  die  war- 

M  digkeit,  und  darumb  feind  wir  auch  Ufchol 
Kuna.  Mit  der  namen  und  wiirdigkeit,  foader  ein  recht- 
fchaffen  leben  macht  ein  bifishof. 

Hurenwirt    Gnediger  herr,  ir  feind  der  hurerei  und 
ander  ungefchiokter  lachen  halb  in  vil  weg  ßjr&flioL    das 

lA  fol  ein  bifchof  nit  fein. 
Bifchof.    Uafer  weiohbi&hof  und  unfer  Ticaras,  oo  de- 
ren rat  wir  nichte  handien,  beriektan  uns,  difi  wort  in  f. 
Pauli  epißel  'unßreflich'  fol  man  Yevfton,  da&  ein  bifchof, 
ob  er  auok  dem  evangelio  nit  gemefl  lebete,  ibl  nit  von 

»  feinen  underthonen  geßraft  werden,  wie  iesnnd  die  lutei- 
fishen  furßen^  ßet  und  rat  uaderßon  zfi  th&n.     walcher 
teufel  bat  in  doeh  gewalt  &ber  die  bifehof  gaben? 
Kfin&     Die  weil  euer  gnad  bei  gaißlofem  reckt  geßon 
wil,  folften  enr  vicarius  und  fuffraganeui  dem  gaißlofen 

IS  recht  baß  ins  underhembd  lägen  und  euch  draoft  berich- 
ten, daß  den  underthonen  erlaabt  iß,   iren   büSohof  und 
prelaten  umb  fuod   c&  firafen^  ja  fie  feios   fohnldig  sfi 
thun  und  iß  inen  geboten« 
Bifoho£    Wo  kaßus  gdefen? 

90  KAaz.    u  q.  vil.  oa.  leouti  fiint  und  oa.  admo« 
Hfirenwirt.    Dife  bopfiliohe  iatzong  feind  gleiohiSrmig 
dem   erangelio^   do  der   hevr  gebeut,   den  neekften   z& 
ßrafen. 
Kons.    Euer  gnaden  nearius  iß  ein  groAer  härett}eger: 

SS  das  wifien  jnng  und  alt  woL  o  kund  fein  ßAbKn  reden 
als  wol  ah  er,  man  wurd  wunder  kören,  er  tft  nit  taug- 
lich säfli  rat  und  ir  JbUen  finna  rats.uit  pflegeiH  dann  euch 
iß  jratboleo  im  daemtlbkher  laiisktfertigen  lant.geiUfchaft. 


168 


H&renwirt.    Ja  ieber. 

K&nz.    Der  bifisiiof  acht  der  grohrift  iiit.     im  ift  verbo- 
ten im  gaiftlichen  recht  2.  q.  7.  e.  perveifit. 
Bifehof.    Wann  es  die  gefltalt  hett,  wie  ir  darvon  reden, 

ft  fo  weren  wir  in  einem  gferUohen  ftant 
Kflnz.    £8  ftat  in  geiftUcheni  recht  gefehriben,    daß  in 
difem  leben   und  bfonder  z&  difer  ztt  nichts   fo   geringe 
£b  leicht  und  den  menfchen  fo  angenem  tft  als  eins  bifchofs 
oder  mDS  priafters  oder  eins  diacons  arapt,  fo  die  fach 

10  hinleßiglich  und  mit  fchmeiehlerei  verriebt  wirt,  aber  Tor 
got  ift  nichts  dürftigere,  betr&bters  und  verdamlichers. 
widerumb  ift  nichts  fohwerers  und  arbi^amers  und  ver* 
lichors  als  eins  bifchofs,  priefters  oder  diacons  ampt,  vor 
gott  aber  ift  nichts  feligers,  fo  man  thfit,  wies  unfer  kei* 

u  fer  Chriftns  gebeut 
Bifckof.    Nun  werden  wir  von  unfem  bichtvater  onfers 
ampts  halb  keiner  ding  verCSoht  od^  gftraft. 
H&renwirt.    Wer  ift  aber  euer  gnaden  biohtvater? 
Bifchof.    £in  frommer  geifilicher  vater  ven  der  hailigen 

M  obfenranz. 

HSrenwirt.  Axk  got,  feint  ir  audi  mit  denen  gleifneni 
und  fehmaichlern  behenkt  dife  gleiflier  verftren  bapft, 
keifer,  kunig,  fiirften  und  herm,  bifichefffen  und  alle  men- 
fchen mit  irer  gldüberei.    eoeh  wer  vil  be&er  ein  gtawer 

u  efel  im  hus  dann  ein  grawe  kut 

K&nz.  Grnediger  herr,  ^e  weil  fi  euer  gnad  i&Ut  und 
tractiert,  verhalten  lie  euch  die  warheit  fchlahen  inen 
den  hof  ab  und  laßen  in  verbieten,  im  ganzen  bistum  zu 
ftunzlen  und  termenieren,  denn  fo  Ibhidcens  an  ire  predig, 

so  fo  werden  ir  boren,  wie  ir  im  gferlichen  ftand  ieiad. 
EL&renwirt     Ir  foHen  fdlch  fchmeichler   bei  euch  nit 
haben,  foader  from  dapler  warhaftig  menner,   die  euch 
diirfen  die  warheit  fagen  und  nit  den  fiüben  hengft  ftri* 
eben,  in  der  grawenkutten  fteeken  fohmeioUer  und  gleifner. 

u  Bifcho£    Wie  feind  aber  cEe  predige  m&icb? 
H&renwirt  Prediger  feind  toU,  tanb  ond  unfinnig  leut 
fl  seigan  den  iehalk  £0  grob,   daß  fidi  iederman  weifit 
vor  in  ad  h&ten«    inen  ift  vom  rofnifoken  laabftAl  gwalt 


16» 


geben,  die  lent  zA  yerbreonen.  wo  in  aber  brennen  nit 
eriangen  mag,  da  brachen  fi  Vened^r  fSplin.  ein  brA- 
der  zä  Ben  im  Sohweizerland,  den  fi  gern  xäm  Fran- 
oifco  mit  den  v  zeiehen  gemacht  betten,  hat  in  knnft  ge- 

»  feit     h&ten  ench  vor   den  kutteo  wie  vor   dem   teufel! 
Känz.     Gnedigeor  benr,    euch  wirt  und  allen  bifchoffen 
nach  Inhalt  geilUiehe  rechts  geboten^  reditTchafien  leut 
bei  euch  z&  haben. 
Härenwirt    Be  gzimpt  keim  cluriften  (ick  gfcfawig  ein 

10  bifchof)?  der  ein  felforger  fein  fol,  mit  leicbtvertigen  ver- 
bunden oder   Argwenigen   perfonen  bans  z&   halten    und 
gmeinfchaft  mit  h&ren  und  h&rem  zfl  haben,  dnimb^  lie- 
ber herr  bifehof,  thänd  das  dierfin  von  eudil 
Künz«     Lieber  mein  meüVer,    fein   gnad  ift  auch   von 

u  fleifoh  und  blfit  und  mags  fich  nit  an  himel  heben« 
Bifcbol     Tu  dizti.     lieben  gfellen,  wir  boren   daß  ir 
btriüch  ieind*  nun  werden  wir  bricht,  die  Intrifehen  pre- 
diosnten  fugen,  fehreUien  nndleren^  niemant  möge  on  fon- 
derlioh  gnad  keolcheit  haken,  wir  finden  der  gnaden  nit 

M  H&renwirt    Ich  find  im  neuen  teßamcnt,  daß  es  nit 
die  Ittknfehen,  fonder  Chriftus.  unfer  herr  und  laut  Paulus 
Ibin  apofM  fagen.    die  lutrifioben  aber  die  lerens  und  re- 
dens  der  gfohrift  nack 
Bifchof.    Wir  wifien  Mehs,  wir  feind  alfo  berieht 

iftK&nz*    Gnediger  herr,  die  dodores  lagen,  ein  Ufckof 
trag  danunb  ein  impM  oder  h&t  mit  zweien  horneni,  die 
denten  follen,  daß   ein  bifchof  im  alten  und  neuen  tefta- 
ment  gderi  und  wißead  fol  fein. 
H&renwirt  Was  bedfiten  aber  die  zwen  zi|pfel,  die  am 

io  h&t  ab  her  hangen? 
Känz.    Man  fprioht,  fi  deuten  zeitlich  forg  und  weltlich 
eer,  oder  bedeuten,  daß  die  iezigen  biücböf  weder  das 
neu  noch  das  alt  teftament  wißen  oder  künden. 
H&renwirt     Es  Iblten  cUe  iezigen  bifchof  ein  narren- 

»  kappen  mit  zweien  langen,  efelsoren  für  die  bifekofsk&t 
tragen:  das  ziert  die  roraffan  wol:  fo  feeh  man,  daß  fi 
naoren  und  efel  wereo,  die  niohta  in  goüioher  gibhrift 
wißen  oder  künden. 


170 


H&renwirt  Die  fummißen  üagen  nach  der  mcianng  Ri- 
cbardi,  wann  ainer  zfim  bifcbof  ordiniert  wirt,  £0  fragt 
man  in,  ob  er  wiße  oder  künde  das  alt  und  neu  tefta- 
ment,  fo  fpricbt  er  jo  und  aber  leogt,  der  fimdet  totlich. 

ft  Bifcbof.     Wir  feind  von  unfern   beidityälern   mit   dem 
romiTchen   ablaßbrief   von    der  totfnnd    langft   abfolviert 
worden,    wir  dürfen  umb  die  totlund  kein  gewifien  mer 
baben. 
'Hurenwirt    leb  bor  wol,  daß  die  bifdiöf  ir  ampt  mit 

!•  Uegen  erlangen. 
Bifcbof.    Nein,  es  ift  ein  romüofae  practik. 
Hürenwirt    K&nz,  was  ift  die  romifcb  {Mractik? 
Runs.    Es  ift  as;&  Rom  fit  und  gwonheit,  daß  einer  mag 
jo  fagen,  fo  er  nein  im  berzen  vermeint,     des  gleicben 

u  mag  einer  ein  jorament  oder  eid  tbfin,  den  er  nit  willen 
bat  sfi  balten,  allein  daß  er  ficb  damaob  mit  bapftHcbem 
gewalt  laßt  ad  cantelam  abfolvieren  und  über  den  eid 
difpenfieren.  man  branebt  mit  den  Venedigem  (umb  daß  fi 
gemmafobaift  mit  den  Sacaeener  baben)  alle  jar  am  hohen 

M  dornatag  gar  ein  feine  römsfcb  und  bäpftKchs'  ftückHn.  es 
jft  mir  aber  iec  e&mal  nit  eigentlich  eingedenk,  wie  es 
sflgeet.  euer  gnad  mag  den  vicarinm  und  den  tibum- 
probß  fragen,  die  feind  curtüanen  und  baben  vil  romi- 
Cdber  fohehaerei  er&ven«    mfere  bif(d»f  haben  auch  die 

»  romifehe  practik  im  braoch,  denn  fi  legen  iren  {rfaien 
aitoh  vil  eid  nf.  denn  fo  einer  pfarfaerr  wirt,  m&ß  dem 
bifohof  ein  juranaent  thon,  darnach  dem  capitel  feiner  de- 
canei,  z&  left  der  brSderfchaft.  da  fchwert  und  gelobt 
einer  wol  handevt  ftnck  s&  halten  und  hiüt  nit  eins,    fi 

so  fagen,  einer  fol  nur  fchweren  und  fol  kein  coafciettz  ha- 
ben, db  ers  fdicm  nit  hek,  denn  es  fei  fo  in  der  practik 
aüeathalb. 

Hären  wirt    Geet  man  mit  foleher  bAben  pradik  umb 
a&  Rom  nf  des  bapfts  bof  und  unfer  bifoboffen,  fo  fehend 

u  got  den  bapft,  fein  gewalt,  die  bifioböf  und  üsioe  hüben 
alle,  iez  merk  ich,  daß  der  bapft  fiuDpt  flnnem  ftAl  und 
bof  ein  warer  Antiohrift  ift,  und  ift  ewiglteb  war,  daß 
die  xolner  (und  meine  b&ren),  wie  der  berr  fprieht,  werden 


171 


ee  ins  himelreich  komen,  dann  dife  NorzglciCDer  und  pha- 
rifeer.  dann  iofa  bin  ^n  verachier  hSrenwirt,  ich  wolt  mich 
aber  gar  übel  fchemen,  mit  foHclier  bäberei  und  fchelme- 
rei  umb  sfi  gon. 
s  Kfliiz.  Mein  meißer,  das  iSk  ein  geringe  fache  zä  Rom, 
fo  fich  einer  laßt  abfolvieren  umb  daß  er  mit  liegen  ein 
bfisturabpfirfind  klangt  hat  und  über  gethanen  eid  difpen- 
fiert.  eid  und  gel&bt  thSn  und  nit  halten,  ift  bei  pfaffen, 
münch   und    nonnen    als    gemein   als   leiis    und  fleoh  im 

10  augften. 

HÄrenwirt.  Gnediger  herr,  ich  gib  zä,  daß  ir  von  der 
totl&nd  der  lugen  halb  abfolviert  find,  ir  feind  aber  nit 
abfolviert  von  der  fchuld,  die  weil  ir  ins  bilbho&mpt 
fitaen  wellen,  das  neu  und  alt  teftament  z3l  wißen;  dann 

»  ein  bifchof  fol  lerhaftig  fein,  fol  meohtig  fein  zä  ermanen, 
dorch    die    heUfame    1er    vSl    ftrafen    die    widerfprecher. 
Kfinz,  mein  gefel,  iß  nit  etwas  ins  bapfts  fecret  von  difer 
ikchen  auch? 
KAne.    Ich  mein,  du  macheft  geren  uß  bapßs  recht  ein 

M  fpracbhus.  ,  es  heißt  nit  fecret,  fonder  deoret. 

H&renwirt.    Ee  heiß  Bärbel  oder  Gret;  mir  ift  nichts 
dran  gelegen,  wie  der  cbreck  heißt,    fag  du  nur  mir,  ob 
etwas  von  iez  gemalter  meinung  drinnen  ftand* 
Känz.    Bs  -ftat  im  deoret  gefohriben  das,  üb  einer   wil 

ts  ein  biföhof  fein,  der  fol  zwei  werk  ußrichten.  er  fol  die 
godich  gefchrift  lefeo  und  dick  betrachten,  oder  £bl  fein 
Tolk  leren  und  fol  die  ding  leren,  die  er  von  goilt  in  der 
gfchrift  erlernet  hat  und  nit  uß  eigem  herzen  oder  uß 
menfohlichein  fin,   fonder  die  ding,  die   der  heilig  geiß 

tt  lert  er  fol  nit  kriegen  und  wider  die  feind  ftreiten,  fen- 
der  fol  ftats  für  fein  voUc,  wie  Mofes,  got  bitten,  moi  daß 
fi  die  unfichtbare  feind  Amalechitas,  das  feind  die  teufel, 
fitberwinden  etc.  diß  ftat  im  decret*  item  ein  bifchof  fol 
md  maß  mu  lerer  fein  und  fol  foliebs  nit  verfnmen. 

tt  Hfirenwirt.  Sei  ein  bifchof  «in  doctor  und  lever  fein 
und  meohtig  in  der  heilfamen  ler,  fo  mfiß  er  von  not  im 
alten  und  neuen  teftament  giert  Sem.  diarzä  zwingt  in 
gotlichs  und  bäpftliohs  gfetz.    - 


172 


,  Bifoho£    Lieber  gefell,  wir  verriehten  unfer  anpt  durcb 

unfer  foffragaDeuS)  ofificial,  vicarium  in  fpirituaiibiis    xxnA 

durch  ander  unfer  amptlente. 

Hurenwirt.    Kfinz,  was  ift  das  für  ein  thier  liifi^(ftniß? 
&  Kfinz«    Es  beißt  nit  fufsgaruß,  fondern  foffiraganetta.  es 

ift  feiner  gnaden  wdehbifohof  oder  belfer« 

Hurenwirt    Was  Terricht  odw  was  fcbaflä  an  der  felb 

an  Hat  des  bifohofii?     warinnen   iß   er  fein  helfer?    ich 

mein,  er  bilft  im  die  banren  bfobeißen  nnd  fchinden* 
10  Känz.     Er   weihet   glocken,    bülzen  und  fteine  kirohen 

und  capcllen,  kelcb,  corporalia,  tifcblachen,  mefsgwand, 

und  wefebt  die  wend  und  maobt  feobs  oder  fiben  mal  im 

jar  Ölgötzen  und  des  dings  vil. 

H&renwirt.    Wie  welbbt  er  wend  und  wie  maoht   er 
Ift  Ölgötzen? 

Kunz.    Haftus  me  gefeben,  wie  man  akar,  kirohen  und 

und  pfaffen  wihet? 

HÄrenwirt    Ich  bin  nie  bei  Iblichem  affenIpU  gewefen. 

K&nz^    Es  geet  berlieb  und  foknnitor  z&»    man  miß  tU 
so  gefcbirs  haben  «md  möß  alles  neu  fein*  das  felbig  mftfien 

die  banren  beftellen  und  nimpts  den  damaoh  des  weich- 
.  bübbofr  ho%efind,  darafi  dem  weichbifohof  über  alle  koften 

40  oder  öO  guldin  zu  loa«    da  gfi^aet  er  ein  aubor  toI 

waAers,  weibbt-  darnach  damit  die  muren  und  befobat  die 
^  bauren,  daß  fi  gelt  fohwüaen.  des  gleieben  ib  er  prießer 

treieht,  die  nichts  könden  umb  aueh  mt  wellen  das  beilig 

eraageliom  predigen,  wde  wol  ers  inen  umb  aker  gwon- 

beit  wülen  furhalt,    daß   der  prießer  ampt  fei,   evange- 

lium  predigen,  wenn  fi  nur  die  formata  und  ander  Ichin- 
io  derei  ußrichien  und  zalen  und  die  finger  mit  öl  laßen 

fdmurben,  fo  find  fi  dennocht  priefter  und  mögen  umb 

gelt  meis  leüen. 

Büren  wir  t    Und  £6   hat  denn    der  weicbbilübof  neu 

Ölgötzen  und  neu  hdrenfürer  gemacht,  die  nnt  irem  un- 
tt  nutzen  gotlof^m  meCdeÜen  die  armen  bauren   ombs  gelt 

bfcbeißen. 

Kfittz.    Bat  baß,  du  baft  das  erraten. 


178 


fiiBrenwirt.     Und    tMt    er   Tiitift   nklits   anders  denn 

nur  das? 

KÄnz.     Dunkt  dichs  aber  nichts  fein? 

Härenwirt.    Wie  do  fagft,   dann  das  femd  nit  nach  f. 

&  Pamli  beCbhreibimg  eins  bifchoft  reehte  hendel  und  werk, 
es  ift  eitel  alter  beginen  und  apoßeirier  gl^nerei,  kow- 
belwerk,  ich  woH  gern  fpreohen  narren  werk« 
Kän2.    Bä  red  nit  alfo,  du  faliell  anderft  ins  bapßs  ban. 
Hürenwirt.    Man  hofiert   dem   bapß  ein  k&bel  vol  uf 

10  feinen  falTcben  ban.  feiig  find  alle,  die  ins  bapfts  ban  feind 
nnd  drinnen  ßerben. 

Kfinz.  Lieber,  fcbweigl  es  feind  die  weiohbif<Aof  gwon- 
lieb  prediger  ordens.  wo  fi  folche^  red  von  dir  innen 
wurden,  du  mfißeft  ficher  die  katze  heben,  fi  wurden  dich 

IS  warlich  für  ein  katzer  verbrennen  laßen,  dann  fi  haben 
gr^er  acht  nf  die  ding  die  wider  d^i  biq>ft  dann  die 
wider  got  feind. 

H&renwirt  lieber,  ieh  förcht  die  prediger  munch  nit 
umb  dn  har,  dann  got  hat  (wie  Dwirid  fpricbt)  ir  fohwert, 

»  damit  fi  lang  gefoohten  haben,  in  ir  eigen  herz  kert  und 
gericht.  mit  der  maß  fi  andern  gemeßen  habra,  mißt  in 
got  widerumb.  fi  haben  die  im  Coilitzer  concilio  aber 
£e  kaizer  erdacht  und  uf  ban  bracht,  daß  man  die  kätzer 
▼erbrennen  fei,  und  ift  doch  kein  kätz^  der  gfdirift  halb 

M  nie  verbrent  worden,  on  allein  die  4  prediger  münch  zSl 
Bern  im  Sehwitzer  land. 

K&nz.    Du  wirft  nit  ufhoren  z&  reden,  biß  dich  ungluck 
angeben  wart. 
Hflrenwirt    Nun  wol  an,  £ig  mir  auch,  was  rieht  nur 

»  der  ailencial  ans  bifchofr  ftat  anß? 
KAnz.  Et  haißt  nit  affendal,  fonder  offidal,  das  ift  meine 
gnedigen  herm  amptman  und  ift  ein   geißUcher  richter, 
fdbioket  nß  monitoria,  citadones,  ezoommunicadones  pri- 
mum,  fecundum,  terdnm,  monitoria,  interdict  und  abfolu- 

M  dones  etc. 
Härenwirt.  Schinderei,  jo  fchindereL  lieber,  gefchweigl 
du  taubft    mich  mit  ditem  natTenwerL     fiig   mir   aber, 


174 


was  geilUidier  Tachm  (fo  er  ein    geifUfekar  riiAtdr  ift) 
richtet  er? 

Känz.    Wann  einer  den  andern  umb  febuld  oder  aoib 
ander  unrichtige,  zenkifche   oder  hadrige  facke  ffamimpt 

ft  und  fürs  geilUidi  recht  in  geladen  hat,  fo  mfift  er  an  Aat 
meina  gnedigen  herm  des  bifchofs  urteil  feilen  oder 
fprechen. 

H&renwirt.    Das  feind  mir  feltfein  geißlieh  lacken  und 
geilUich  recht,    es  ift  der  teufel  und  fein  m&ter.   es  feind 

10  eitel  werk  des  fleifchs,  nit  des  geifis,  daa  C  Paala  groß- 
lieh  ßraft  und  verwürft  undern  obrtften.  es  gezimpt  und 
gebürt  foHcb  zanken  yor  dem  gericht  nit  waren  ckrillen 
zfi,  und  wie  wol  von  wegen  der  nnvolkoBuier  nnd  bofer 
chrißen  gericht  in  der  chriftenbeit  gehalten  m&ßen  wer- 

u  den,  fo  gebnrt  dock  folichs  den  bifchoffen  nit  uß  z&  rich- 
ten, fonder  der  weltlichen  oberkeit  IbliGli  ampter  sfi  be- 
fitzen nnd  zfi  verwalten  und  foliche  aenküche  dii^  z& 
handien,  dann  f.  Paulus  fpricht  *wean  ir  nur  recfaftahan- 
del  haben  von  der  namng,  fo  nemen  die  verachteßen  in 

10  der  gemaine:  die  felben  fetzen  zä  riohtem.^ 
Kflnz.    Ich  laß  diß  und  anders  die  bifekof  vor  got  ver- 
antworten. 

H&renwirt.    Nun  fag  an  weiter,  was  thfit  aber  an  ftat 
des  bifchofs  fein  vicarins  in  fpreuertalibns? 

sa  Kfinz.    Du  bift  doch  mir  ain  iUtfamer  knnd.    es  heißt 
nit  in  fpreuertalibus,  fonder  in  Ipiritalibns. 
Hfirenwirt.   Du  weift  doch  wol,  daß  iob  nit  icUapper- 
tinifch  kan.     ir  gierten  oder  verkerten  kaben  uns  leien 
alle  ding   mit  dem  latein  verfehlagen,    wie  die  gaukler 

so  thfind  'verfchwind  als  der  wind,  daß  keiner  wider  findr 
darumb  verdr&ßt  die  pfiffen  und  mikneh,  daß  man  tent- 
£bhe  b&chUn  druckt  und  ir  bUe  da  durch  fiirbar  bricht 
Nun  lag  an  vom  vioario  nnd  acht  meins  latekis  nitl 
KAns.    Der  vicarins   in    fpiritoatibus   ift  feiner   gnaden 

S5  Aathalter  in  geiftlichen  dingen  oder  fachen« 
Hflrenwiri.    Was  feind  nur  die  geiftlieke  faobeö? 
Känz.    Er  bat  des    bifekofii   figd.     der  kalb  iederman 
mfiß  zu  im  (uf  daß  der  bifchof  ganz  unbekumert  bleibe) 


17» 


umb  figel  nnd  mnb  «nder  Ikolien  lattfeny  waA  iß  g<ftt  man, 
dann  fo  ein  pfaff  kompt  und  fchon  ein  großer  eCel  und 
idiot  iß  nnd  fiob  einer  pfeirr  suverfehen  underseucht  und 
nur  die  inveßitur  zfi  bezalen  hat,  wirt  Yom  Tieario  zage- 

&  laßen;  des  gleichen  So  der  curtifanen  vicari  hin  nnd  her 
uf  den  pfiirren  alle  jar  umb  ein  commis  komen,  To  fi  gelt 
haben  und  geben,  werden  auch  zägelaßen. 
Hfirenwirt    Frilich,  das  fchaflFIt  daß  der  Tioariue  auch 
ein  efißl  und  geltföchtig  iß. 

10  Künz.    Tu  dixti. 
H&renwirt.     Wae  thät  er  mer? 

Kunz.  Es  komen  die  mentiris,  das  lind  die,  die  auf  der 
heiigen  bst  umher  reiten  und  leut  befcheißen,  auch  zfim 
yicario  und  kaufen  von  im  ein  admifs,  das  iß  ein  brief, 

15  der  koßet  dick  XL  guldin«    da  wirt  inen  zügetaßen,  daß 
fi  mögen  im  ganzen  bistnm  fi*ei  die  bauren  befcheißen. 
item  der  Yicarins  maß  auch  die  caßis  referratos  helfen 
handien. 
H&renwirt    Was?  feind  es  faul  käs? 

90  Kftnz.    Es  find  nit  käs,  es  feind  des  bifchofr  felL 
Hfirenwirt.   Was  fall  feinde  denn,  geißen  oder  bocken? 
K&nz.    Der  mäter  dreck,  es  iß  ein  fal,  das  iß,  ein  fund 
dem  bifchof  Yorbehatten. 
H&renwirt.    Es  mag  wol  ein  fal  heißen,  denn  es  feit 

»  der  bifehof  und  fein  gezote,  die  folchs  erdacht  haben,  in 
abgrunt  der  hellen,  aber,  lieber,  fag  mir,  was  iß  es  für 
ein  gefpenß? 

Kftnz.    Es  iß  kein  gefpenß,  denn  es  bringt  gelt 
Härenwirt    Lieber,  wie  geet  es  aber  z&? 

00  Kfinz.  Wann  ein  pfaff  on  manipel  oder  on  humeral 
oder  on  ßol  oder  on  bröch  mefe  helt,  oder  fo  er  zäm 
Opfer  geet  und  den  manipel  nit  küß  oder  ror  der  meb 
ein  fnplin  oder  nägeli  oder  zuckererbiß  ißet  und  es  der 
decket  innen  wirt,  möß  ers  dem  fifcal  anfagen;  dann  der 

05  dechet  iß  der  cafus  vor  dem  fifcal  ein  anfager  nnd  f&r- 
bringer.  und  fo  es  der  fifcal  weißt,  fo  mfiß  er  den  fchul- 
digen  pfaffen  bei  gefchwomem  eid  fornemen*  und  wo 
der  pfaff  unwill^  iß,    gelt  zu  geben,    mJU3  in  für  den 


176 


offioial  citieri}.  denn  fo  mfifi  der  pfidF  geen  sA  eim  pro- 
eurator  und  mfiß  fich  verfeben  mit  eim  advocat,  und  wirt 
ein  folicher  eafus  gehandlet  durch  meine  gnedigen  herm 
amptleut,   nemlich   durch  den  canader,  of&dal,  Tioarium 

A  und  ttotarium.  der  fiCcal  ift  in  der  fach  kleger  und  der 
official  richter,  der  abfolviert  auch  den  fohuldigen.  and 
fo  er  abfolviert  ift,  mflß  vom  notario  ein  abfoluz  in 
gfchrift  haben,  die  felbe  verßgelt  der  vicarius,  und  das 
bringt  gelt  mit  häufen,     und  wo  der  pfaff  reidi  ift,   de 

10  zeucht  man  in  fextam  generacionem  die  lach  u£  es  iß 
in  eim  bistumb  nit  fer  lang  befchehen,  daß  ein  pfaff  von 
eim  andern  angeb^i  und  verklagt  ward,  er  folt  vor 
der  mefs  ein  luplin  geßen  haben,  und  ift  uf  fblchen  ca- 
fum  wol  CC  guldin  gelaufen,  dann  der  pfaff  war  feaft,  hat 

ift  ein  fchweren  feckel,  mäft  die  fuppe  bezalen. 
H&renwirt.    Mir  nit,  der  katsen  folich  theure  fuppen 
eüen.  wie  wer  es  erft  gangen,  wann  er  fleifch  zär  fuppen 
geßen  het  es  ift  freilich  kumpoftbr&  gewefen,  hat  im  den 
magen    erkaltet   und    hat   ins    kriimmen    und    die   gelt- 

10  facht  im  feckel  angeßoßen.  darumb  haben  in  des  bifchofs 
feckelfeger  kriftieren  mfißen  und  ims  kriimmen  und  die 
gehfucht  im  feckel  vertreiben,  wo  die  leut  gelt  hinder 
einem  wißen  und  inen  zu  erber  wirt,  fprechent  fi  *reus 
eß  in  ortis,  ipfe  eß,  tenete  eum\    er  kompt  nit  bald  wi- 

2»  der;  wir  mfißen  fchneiden,  die  weils  emde  ift. 

Kfins.    Die.  fach  ift  noch  auf  difen  tag  nit  aoßtragen. 
Huren  wirt.    Das  fchaffb  daß   den  pfafien  die  geltfucht 
im  feckel  vergangen  ift  und  ift  ins  krümmen  im  köpf  an- 
komen  und  wil  nime  gelt  geben. 

so  H&renwirt.  Lieber  mein  Kunz,  was  thfit  man  aber 
eim  prießer,  der  vor  der  mels  bei  feiner  kellerin  oder  bei 
einer  anderen  hfiren  gelegen  iß,  oder  fo  er  gefchworen, 
got  leftert  und  den  leuten  nach  geredt  oder  vol  wie  ein 
fchwein  gewefen  ift,  oder  fo  er  die  halbe  nacht  gefpilt  hat, 

w  wie  die  pfaffen  thund,  fo  fi  jarznt  begon  und  tote  fireßen  und 
bei  den  bauren  vor  der  fasnacht  bei  gfiten  feißen  fchwinen 
bratwürften  und  bei  gätem  Erankenwein  jarzeit  bfgeend. 
KJt  nz.    Was  gmein  iA^  geet  ab  indnoas.  es  nimpts  ein 


s 


17T 


weiehwafier  oder  ein  ablaßgebetüii  Tor  ckr  mts  gtffpro- 
chen  ab.  es  find  alle  fachen  die  gar  gemein  feind,  die 
acht  man  iez  niohts  meen 

Hären  Wirt.  Ich  faör  wol,  vank  daß  die  bflrera  fe  ge- 
mein ift,  und  befondern  bei  den  pfaffeo  nnd  feelfoi^em, 
fo  ftellent  fi  die  bifohof  anob  nit  ab. 
Kflnz.  Die  weil  ein  pfaff  in  der  faAen  und  am  fireitag 
nit  fieifch  iflet  und  feiner  kellerin  oder  einer  andern  hfl- 
ren  kein  kind  macht,  fo  gilt  es  nichs;  wann  aber  im  ein 

10  kind  wirt,  das  fehreit  denn  fo  bal  daß  es  der  fifoal  in  x 
meilen  hört,  nnd  denn  fo   mflß  der  pfaff  die  abfolua  be- 
xalen  oder  löfen,  wie  ich  dir  vor  auch  gefagt  hab. 
Härenwirt  Ach  got  der  großen  blini^t  und  thorheit, 
daß  man  die  kleine  und  lufige  ding  £6  hert  Araft  und 

15  aber  die  groben  fohwere  Innd  und  lafter  kßt  fo  hin  geen. 

-  nnfer  herr  möcht  auoh  zä  unlem  geiftliohen  regeirten  wo! 
fprecben  *ir  blinden  fiHrer,  die  ir  mucken  fiiugent  und 
kamel  verfchlnckend.'*  lieber,  lag  mir  noch  ein  ft&cklin 
Ton  bifcbofs  fiuil  kaa! 

90  Kflnz.  Das  iß  auoh  ein  oaTos,  wenn  ein  arme  beuarin 
etwas  heimliehs  getbon  hat  und  aber  kein  aUaßbtief  im 
haus  hat  und  in  der  fallen  irem  pfieirrer  beicht,  der  felb 
wil  fi  nmb  heimliche  fund  nit  beimliefa  ußrichten  und  ab- 
Iblvieren.    er  weift  fi  sflm  deean  felns  capitele,  der  decan 

3&  z&m  lipriefter  des  ftifts  feines  biftnmbs.    der  felb  verhört^ 
die  fach  fo  heimlieh  und  grunilich,  wiß  es  der  baar,  er« 
wurd  fein  nit  gelaohen.     darnach  fchickt  fi  der  lipriefter 
zflm  ärzpneßer,    der  fprioht  ir   denn  die  lange  i^foluz. 
und  fo  er  fein  fach  verricfat  hat,  heißt  er  fi  denn  zA  den 

ao  fcbreibem  geen  umb  ein  brief.    darnach  fchreiben  ir  die 
fchreiber  einen  abfokiz  (umb  geh)  brief,  und  fo  das  arm 
freoHn  nit  gelt  hat,   mflß  es  alles  mit  dem  underbembd 
bezalen. 
Hflrenwirt.     Wo  her  wetftn  foUchs? 

SS  K&nz.  Ich  bin  ein  zeit  lang  auch  ein  lubftitnt  gwelbn: 
da  ift  mir  auch  dick  ein  warms  trinkgelt  worden  «fl  Ion. 
zfl  letft  kompt  fi  wider  zflm  vioario,  der  ir  den  brief  im 
fibblin  mit  rotem  wachs  verfigelt,  und  fo  &  heim  kompt, 

12 


ITS 


mfiß  uram  pfarrer  4dn  brtef  geben  z&  Mem:  dkr  wil  denn 
tiißh  Gna  tefl  iuin. 

Hären wirt.  Nun  f&r  der  wfiadig  teofel  des  bifchofs 
eafue  larratoe  hin  und  die  darmit  mnb  gond.  es  wer  ie 
^  i  kein  tmader,  daft  der  Karfthana  mit  dem  pflegel  drein 
fchl&g  und  die  raippennäfter  alle  ^erflorte. 
Käns.  Lieber,  es  geb&rt  dem  bifohof  nach  der  leer  f. 
Faulig  die  funder  vor  aUeo  zu  (trafen,  auf  daß  die  ander 
anoh  forehi  haben. 

M  H&irenwirt  Jo  im  gebiirt,  die  (ander  die  offenlich  go« 
tes  gebot  übertreten  und  verachten,  vor  allen  zu  ftrafen; 
heimlich  And  aber  fol  got  allein  ^ßen  und  Anfen  und 
nii  der  bifehol  warumb  ftraft  er  nit  die  offenlieh  gots- 
Iflftrer,  eebrecher,  bfirer,  zutrinker  und  ander  l^ohfertig 

^ft  lent?  wann  kdrßu  den  bilbhof  die  leut  in  der  kirchen 
vor  allen  aut  Worten  ßrafen  oder  wann  r&ft  er  den  welt- 
Uohen  gewatten,  denen  foliohs  gburt  zd  Orafen,  daß  fi  die 
offenUoh  laAer  abftellen,  weren  und  nit  geftatten?  wann 
dem  bifchof  nur  v  fchiliing  hinderhalteo  werden,  er  wurd 

»  kein  r&w  haben,  fonder  die  woltliah  oberkeit  emfiUch 
mnb  hilf  anr&fen;  was  aber  feelen  heil  antrifft,  des  acht 
er  nit.  ich  hab  all  weg  gemeint,  es  wer  kein  bo£ar  volk 
nf  erden  als  meine  armen  bfiren ,  aber  es  ift  alles  fohimpf 
g^en  denen  phatfifeiem^  ichreibern  und  gleilnem,  fi  feind 

SS  arznequam  per  omnes  cafus. 

Kunz.    Das  gefiel  mir^  wann  du  fo  latein  kmideft  reden. 
Härenwirt    leb  m^,  ich  werd  hindenaeh  etwas  von 
dir  begreifen. 
K&nz.    Solich  geüUmh  lachen  und  deren  glichen,   wie 

ao  du  iez  gehört  haft,  hat  der  vicarius  ans  bifchols  Hat  uß 
sA  riohten  und  hat  auch  fein  teil  darvon. 
HArenwirt.    £i  jo,  geb  im  got  drfis  und  beul  in  den 
feiften  bauch!   der  fchelm  hat  vil  g&ter  grundel  verderbt, 
die  weil  er  vicarius  gewefen  iA.    find  aber  das  gdftlich 

u  iachen?  meinfiu? 
KSns.    Si  fiigeas. 

Härenwirt  Es  iß  der  teufel,  der  flkr  fi  hin!  es  ift  eitel 
fehinderei  und  fo  fi  es  für  geiftlioh  ding  achten  und  aber 


w» 


iimb  gdi  ^«rkattfen,  iit  ea  fidioiiei,  SimMs  dee  xadbrers 
gwerbe.  man  Fol  geiftlich  gaben  nit  vefkanfi»,  dana  der 
herr  fpricht  'umb  foaft-  habend  irg  empfangen,  nmb  fonft 
gebent  im  aoob.' 

&  Kfliisc.    8i  verkaufcos  nit,  fi  nemen  nur  gek  dmmb; 
H&renwirt    Bs  feind  in  der  warkeit  die  keibenfeUnder 
und  die  hfirenwirt  und  ftraßrauber  frötniner  nnd'  beßer 
dann  die  leut  feind.  der  viearius  gibt  einem  ein  ftiiok  von 
einer  kalbshant  und  wenig  wadis  daran  umb  h  dd«r  lx 

10  goldin.  mein  nacbbaur  der  kundfchlachter  und  keiben- 
febinder  geb  eim  ein  ganz  robbaut  und  xx  pfond  wacbs 
dran  umb  v  gUdin.  ich  gib  eim  ein  ganee  baut  und 
fleifchs  lebendig  um  iih  oder  v  guldin;  und  wer  es  nur 
ein    weil  braudien  wil,   dem  gib  ichs  nmb  ein  kreuzer. 

15  eins  ftraßrauber^  mag  lieh  einer  mit  gwah  exweren;  dife 
kansrauber    aber   rauben   und    mfiß    einer   ftill  felvfrigen 
nnd  groß  gramafen  darz&  machen:  fo  ift  meine  undmeins 
nachbaurs  und  des  raubers  hantierung  nit  fimoni. 
Kfinz.    8i  geben  umb  gelt  die  facrament.  • 

so  JETArenwirt    Was  find  (aorament? 
Känz.    Es  ift  krüam  und  beiligs  oL 
Hurenwirt.    Ich  kab  es  doeb  Tor   gefagt,   es  Ift  got 
und  alle  ding  bei  denen  arzpharifeiem  feii 
Könz.    Lieber,  der  bifchof  und  fein  hof  m&ßend  fioh  uß 

31  folcbem  gwerbe  emeren. 

Härenwirt.  Nerend  fich  die  bilbhof  fampt  iren  fehrei« 
bem  und  gleifnern  mit  fo  fchantlioher  fohinderei,  fo  mag 
ich  mich  auch  wol  mit  der  hfiren  wirtfehaft  begon.  lie- 
ber mein  Känz,  du  bift  gelidert  im  degret:   nun   weiß 

ao  ich  wol  auß  g5tlicber  gefchrift,  was  ein  bifehef  fehuldig 
ift,  und  was  im  gebfirt  feins  ampts  halb  zä  tbftn^  feg  mir 
aber,  was  ift  dooh  eigentlioh  nach  des   bapft  reeht  der 
bifefaoffen  ampt  und  was  feind  fi  fehuldig  zä  tkänP 
Ranz.    Ein  bifohof  fol  beten,  beilig  gefehrift  lefen  und 

86  predigen,  item  ein  bifchof  fol  gaftung  halten,  foi  gaftirei 
fein,  und  welcbers  nit  tbät,  der  fol  nit  bifehof  ordiniert 
werden. 

12» 


lao 


Hftrenwirt.    8i  Cnml  gaftfrei,    fi  babw  gar  nach  alle 
tag  frembd  und  berlich  gell. 

Känz.    Das  decret  yermeint  nit  folich  geß,  fonder  mr  fol 
gafifrei  fein  gegen  den  armen  die  not  leiden,  nnd  wdcher 

»  bifebof  der  armen  dürftigkeit  nit  a^te  Ar  (ein  eigen, 
der  bat  yergebens  den  namen  eins  bifcbofe.  ein  bifchof 
fol,  als  vil  im  mügliob  iß,  den  armen  nnd  den  kranken 
deek  und  namng  mitteilen,  und  fo  im  gebriß  leina  gAts 
nnd  not  erfordert,   fol  filber  nnd  gold  von  der  kircben 

10  nemeo  nnd  den  armen  geben«     item  glori  und  eer   eins 
bifcbofe  iß    (fpricbts   deoret)  den  armen  belfen  und   nit 
tempel  und  die  wende  und  tempel  gefobir  mit  gold,  filber, 
marmor  und  edlen  geßein  zieren. 
HÄrenwirt    Unfer  bifebof  feind  gaßfrei,  dann  fi  haben 

ib  TÜ   boigfinds,   nemlich   fpringer,   ri^er,  fecbter,  luten- 
fehlaber,  trometer  und  des  leichtfertigen  volka  nur  gar 
yil.    fi  haben  auch  vil  rofs,  bund,  jeger,  und  jagen  vil 
lieber  dann  daß  fi  zär  kircben  gand. 
K&nz.    Die  ding  fdnd  den  bifchoffen  verboten,  d.86.  c 

10  donare  c.  qui  ve.  a  vident.  c.  E^au.  c.  quid  und  c.  an 
puta  etc. 

Härenwirt.    Die  bifchof  feind   gaßfi-ei,    denn  an  iren 
hofen  iß  alle  fülle. 
Kfinz.    Nein,  nein,  es  hat  nit  die  meinung.    ein  bifchof 

2b  fol  haben  ein  arms  oder  nacbgiltigs  husgefchir,  ein  nach- 
giltige  tifchsierd  und  ein  arme  leibsnaruag  oder  koß.    er 
fol  f&eben  mit  dem  verdienß  des  glaufoens  und  des  lebens 
den  gewalt  und  rfim  feiner  wirdigk^t  etc. 
H&renwirt.    Ich    weiß  wol,  daß  nach  inhalt  der  ge- 

ao  fchrift  Chrifius  allein  unfer  haupt,  hirt  und  bifebof  iß 
und  die  bifchof  diener  feind  und  foUen  arbeiten  im  win- 
garten  des  herren,  nenUich  uns  weiden  mit  dem  wort 
gots  und  gAten  exenqpel.  ich  wolt  aber  auch  gern  wißen, 
ob  doch  das  geißlich  recht  (daruf  die  bifchof  mer  halten 

M  und  gründen  dann  uf  götlich   gefchrift)  zfllaßt,   daß  fi 
weder  dürfen  predigen  noch  ander  forg  und  arb^t  tra- 
gen und  nur  gnedige  herren  fein. 
K&nz.    Ich  habs  doch  iezund  eäm  tail  angeaaigt,  daß 


181 


es  nit  zfilaßt,  dami  es  gründet  fich  uf  die  wort  f.  PauK 
und  Tagt  *ein  bilbhof  beißt  cm  ufleher,  der  halb  im  ge- 
bfirt,  daß  er  acbt  hab  und  forg  anf  das  leben  nnd  litten 
feiner  lauten.'  item  'welcher  eins  bifcbofs  ampt  begert,  den . 

5  gehiftet  eins  gäten  werks/  hie  Tagt  das  gdftioh  reeht,  bifcbofs 
ampt  iß  ein  namen  eins  werks  und  nit  der  würdikeit.  item 
ein  bifchof  fol  felber  prießer  ordinieren  und  fol  an  feiner 
feiten  haben  prießer  und  ander  klSg  und  gelerte  menner, 
die  im  gefetz  gots  geftbt  feind,  die  follen  denn  deren,  die 

10  man  cdn  prießern  ordinieren  wil,  erfaren  gcfcbiecht,  Va- 
terland, alter,  ßat,  und  ob  fi  wol  giert  find,  und  vor 
allen  dingen  foUend  fi  fleißiglioh  erfaren,  ob  fi  im  gefetz 
gots  underwifen  feind.  item  ein  bifchof  fol  on  rat  feiner 
gewichten  niemant  ordinieren,    des  gleichen  fol  ers  thfin 

15  mit  gunß  und  zeugnus  der  burgerfchaft.  item  ein  bifchof 
fol  alle  jar  die  pfarren  in  feim  bistumb  vifitieren  oder 
heimischen  und  fol  zfim  erßen  fragen  und  erkunden,  wie 
fich  denken  halten,  zfim  andern  fol  er  die  gemeind  be- 
rAfen  und  fol  in  die  ding,  die  not  feind  zur  felikeit,  f&r- 

M  halten  etc. 

Härenwirt.  Unfer  bifchof  (hör  ich  fagen)  fo  fi  vifitie- 
ren,  beforgen,  dem  armen  dorfpfa£fen  werd  der  wein  (das 
er  doch  wenig  im  keller  hat)  feiger  und  auflaufen  und 
das  brot  fchimHg  und  die  wiblen  freßen  inen   den  haber 

%  und  die  rofs  das  hau,  die  f&chs  die  h&ner,  nemen  mit 
inen  vil  hofsgefinds  und  fcharianten.  die  felben  entbin- 
den denn  den  armen  pfaffen  von  fpen  und  holz  und  von 
allem  dem,  das  er  im  haus  hat,  ein  ganzes  jar  z6r  not 
brauchen  folt  und  denn  fo  fragt  mein  gnediger  herr  der 

30  bifchof  ernlUich,  ob  die  hftner  gachzgen,  ob  fi  fil  eier  le- 
gen und  ob  die  gens  feugen  und  ob  die  ampel  vor  den 
hfilzin  gotzen  brennen  und  ob  der  fprengkeßel  waßer  be- 
hebe und  Wie  vil  glockenfeil  feind.  nit  vil  tapferer  &chen, 
denn  die  feind,  fragt  er  nach,  und  in  fonderheit  fragt  er 

u  fleißigüch ,  ob  der  pfarrer  alle  fonntag  unfern  frauen  bau 
und  den  ablaß  verkünde  und  ob  die  bauren  redlich  dran 
ßeuren  und  wie  man  die  ßatuta  fimonialia  oder  fynodalia 
halt  nnd  befonder  die  gelt  bringen,  und  vor  allen  dingen 


18t 


fragt  er  eigemKoh,  ob  die  bam^n  recht  und  volkomenlich 
▼on  allen  dingen  ssebettd  geben,  befiloht  dem  pfarrer»  daß 
er  ^ck  vom  seh^ideo  predigen  und  den  leutea  in  der 
beieht  confoiens  dnimb  maobe.  2fi  letft  fragt  er,  wie  vil 
ft  körn,  haber  und  weinxebend  geMIen  oder  worden  iß. 
item  fo  der  pfaff  ein  mets  oder  kellmn  aad  kiader  im 
baue  bat,  fo  maß  er  gdt  fcbwitzen,  fo  es  fchon  ioi  kal- 
ten Winter  ift.  zfir  leta  oder  zäm  valete  fo  fegt  dee  bi* 
febofs  kameriing  der  kellerin  das  bmder  kemoHcht^    daß 

10  ir  der  baucb  gfebwilt^  darnaob  maß  der  arm  nnfohiddig 
dorfyfaff  fcbdch  und  tbäch  yerfetxen  und  dem  fifonl  für 
die  fobwnlA  4  gülden  geben:  es  heißt  ins  UTchoft  hof 
die  abfoluz,  in  meinem  frauenhafter  heißt  es  das  hfiren- 
gdt  besalen  oder  ußricbten  etc.   als  denn  fo  bat  der  gne- 

i&  dige  herr  fein  yifitas  berlicber  volf&rt  und  leineBa  ampt 
gnäg  gethan ,  darumb  er  bifchof  und  gnediger  berr  heißt 
und  vil  hüpfoher  hengß  reitet  und  vi!  mäßiger  uaoSiizer 
leut  b«  im  bat.  o  der  eilenden  yifitaz!  da  wirt  neut  uß- 
gericht  und  gebandelt  das  got  angeet  und  die  liebe  und 

M  nutz  des  necbßen.  man  macht  nur  Übels  nodi  abier  und 
arge  noch  ärger.  K&nz,  fag  weiter,  was  eim  bifchof 
gebort  zd  thän! 

Künz.  Ein  bifchof  fol  witwin  und  weifen  bCchotzen  und 
bfchirmen  und  inen  bmfton.    item  man  fol  and  m&fi  ein 

»  bifchof  fQr  ander  gehören  und  von  im  em{rfahen  die  leer 
des  glaubens. 

Hflrenwirt.  Auß  dem  yolget,  daß  ein  bifohof  yor  aller 
priefterfehaft  in  götUeher  gfohrift  (fo  der  glauben  kompt 
durch  das  wort  gattes)  gelert  fol  fein. 

<o  Känz.    Es  folt  alfo  fein. 

H&renwirt    Weiftu  niehta  mer? 
K4nc.    Wer  zäm  bifchof  erwölt  fol  werden  und  was  er 
k&nden,  lernen  und  th&n  fol,  ift  in  einer  fumma  yei^ffeo. 
d  28.  0.  Qui  epi. 

»  H&renwirt  Ich  bor  wol^  daß  ma  bifoho&ampt  nicht 
ein  m&ßigs  dis^,  fonder  uberauß  große  folg,  m&h  und 
arbeit  wee  ewiUioh  eim  bifobof,  der  den  namea,  wfirdig- 


18t 


ktü  und  deo  nate  haben  wil,   und  aber  tmmB  anfUls  nit 
pfltgt  wie  er  foL 

Bifchof.    Oeb  euch  got  alles  utigliickl  ir  maehen  uns 
fißhier  confcienz  mit  eurem  gefcbwetz.    uns  wundert  faß, 

6  daß  folidie  ding  gefchriben  ftaud,  und  aber  unfer  vicarins 
und  aucb  uafere  beiohtväter  folifihs  uns  nioimer  förbalten. 
Hurenwirt  Ich  babs  doeh  vorbin  gefagt,  euer  Tiearius 
und  der  beichtvater  feind  fchmeichler,  ftreicben  den  fUben 
bengft,  fingen  euch  (fpricbt  mein  K&ns)  ein  plaeebo  five 

10  dilexi.    was  feind  ir  aber  ffir  «in  bifehof,  daß  ir  weder 

das  gotUch  noch  des  bapfts  gletz  wißen? 
•  Bifehof.    Wir  mögen  der  gfohrift  nit  gewiavten  und  le- 
fen,   dann   wir  feind  mit    andern    weltlichen  fachen  und 
handien  ßets  bekümert  und  beladen,   fo  m&6eo  wir  dick 

i&  auch  uf  tag  reiten  etc. 
Hurenwirt    Samt  Paulus  Jbhreibt  s&m  bünhol^  daß  nie- 
mant  (breitet  gott  und  flieht  fich  in  die  lehens  gefoheft. 
Känz.    Bs  ßeet  auch  im  geifllich  recht,  daß  ein  Infchof 
oder  ein  denk  nit  foUend  befitzuog  empMien  nad  fich 

10  in  weklioh  bfitsung  ndfchlen. 
Bifchof.    Wir  feind  nit  allein  bifehof,   wir  leind  auch 
ein  f&rft,  wie  alle  bifehof  leind,  und  haben  iand  und  leut 
zSl  regieren. 
Hären wirt    Das  wolt  der  teufel  und  fem  großmäter, 

t5  dann  fcddbs  ifie  wider  got,  fo  nit  f.  Paulus  (den  ir  nit 
achten)  fonder  Chriftus  hat  fett>er  den  apoAeln  (deren 
ftathalter  ir  btCchöf  fem  wollen  und  euch  deffen  berfimend) 
yerboten  weltliche  regiment  und  fpricht,  es  gehör  den 
furften  difer  weit  zfi.    do  ir  haben  wellen  ein  förft  fein, 

w  foken  ir  nit  bifehof  fein  worden,  wann  nun  der  tenfel 
den  furßien  wirt  hinftinMi,  wo  wirt  denn  der  bifehof  hüben  ? 
Bifchof.  Wie  foUen  wir  uns  des  weltUohen  regfanents 
anßem  oder  entfddagen,  fb  wir  doch  nf  riehilagen  mit 
andern  churfurften  helfen  des  keifertknms  nod  ander  weit- 

tt  Ueh  gefoheft  handien  ittd  ußriohten? 
H&renwirt    Kftnz,  isdber,  bg  an,  ift  nit  ioa  bapE  bAch 
den  bifehoffen  auch  foliohe  verboten? 
Kunz.    Das  deeret  gebent  dem  bifohof,  alle  lein  gofcheft 


184 


J&B  lebens  von  im  zA  vrerfen  und  fol  kein  bürg,  k^n  ad- 
vocat  fein  oder  werden,  er  fol  ganz  nnd  gar  nit  inge- 
wicklet fin  in  facten  weltliche  ampts,  fol  weder  ricbter 
noch  in  keiner  weltlicher  gefcheft  fein,  auf  daß  er  nit 
»  mit  zeitlichen  fachen  verhindert  werde  am  wort  gottes. 
Hurenwirt.  Bei  mein  cid,  ich  hett  nimmer  genaeint, 
daß  fo  gät  Ordnung  ins  bapft  verbrent  recht  weren  ge- 
ßanden. 
Bifchof.  Das  fint  alte  fatzung  des  geiftlichen  redits  und 

M  gelten  nichts  mer,  dann  es  find  durch  die  aller  heilt^ften 
▼eter  bopft  Bonifacins  den  acht^  und  Johannes  xxii 
und  Clemens  den  fiinften  und  ander  bäpfte  me  im  de- 
cretal  Sexti  und  Clementis  neu  Ordnung  ufgericht,  die 
dick  wider  dife  fint. 

i&  Hfirenwirt  Es  ligt  nichs  drMi,  was  der  Malefacius 
der  VIII  und  der  Demens  der  v  (die  groß  bäben  gewe- 
fen  fint)  und  andere  böpft  gefetzt  haben  wider  dife.  dann 
fö  dife  alte  fatzung  dem  heiligen  evangelio  gemeß  find 
und  in  götlicher  gefchrift  mögen  g^rfindt  werden,   feind 

so  alle  neue,  die  dar  wider  fint,  falfch  und  komen  vom  teii- 
fel,  und  find  die  bäpft,  die  fie  gmaoht  haben,  des  teu- 
feis boten  nnd  find  wäre  Entiehrift.  dann  Chrifius  unfer 
lieber  herr  und  meifter  fpricht  'wer  nit  mit  mir  daran 
ift,  der  ifi  wider  mich."*     fiimma  fummarum,   dem  bifchof 

»  gebürt  mit  dem  wort  gottes  und  nicht  mit  welUichai  ge- 
fcheften  umb  zfi  gehen,    ich  weiß   aber  wol,  was   mein 
bifchof  förderlich  hindert  am  wort  gottes  nnd  an  der  lec- 
tion  götlicher  gfchrift. 
Könz.    Lieber,  was  ifi:  die  urfach? 

m  HArenwirt.  Der  bilchof  muß  feiner  metzmi  die  capell 
bfingen  und  ir  den  fpalter  lefen« 

Kdnz.  Du  bift  ein  grober  filz,  ich  mein,  es  hab  dich 
ein  hfitmacher  gemacht,  lieber,  bis  züchtig  and  red  nit 
fo  grob  vor  dem  bifchof! 

sft  Härenwirt.  Lieber  mein  gefell,  ich  bin  nit  t&  grob  und 
unzüchtig  nach  gelegner  fachen,  dann  die  bübhöf  nichts 
th&nd,  das  waren  ohriftenen  bifcfaöffen  nach  gots  und 
auch  nach  des  bapfts  Ordnung  gbtirt  zfi  thfin,  und  leben 


185 


nit  wie  befchoffen  gesimpt  su  leben,  die  hurerei  under 
gots  gfetz  gefiatteu  und  handhaben,  die  ee  verfolgen  und 
mit  gwalt  wider  gots  Ordnung  und  chrifiliche  freiheii  und 
wider  biUigkeit  und  viler  menfchen  felenheil   werden  die 

&  trunkenen,  bfirifchen  und  leichtfertigen  pfaffen  bfchiitsen 
und  laßen  fi  feelforgen  zur  fchmach,  fchand  und  großem 
nacbteil  der  chrißenheit  fein,  die  fiob  uß  not  naob  got« 
lieber  gfcbrift  und  gebeiß  der  eelichen  gfenklich  anne- 
men,  fi  irs  priefterlichs   ampis  brauben  und  vertreiben, 

10  die  fie  doch  haben  laßen  pfarrer  fein«  und  uf  daß  die 
fchantliche  offenliche  burerei  und  ander  b&berei  erhalten 
werd,  underftant  fi  fampt  irem  haupt  dem  bapft,  kaifer, 
k&nig  furfien  und  berreu,  fiet  und  ander  weltlich  oberkeit 
mit  fcbmeichlerei  zu  hindergeen  und  etlich  mit  fohenken 

lA  und  mit  der  terz,  quart  und  fext,  die  nit  fi,  fonder  ire 
pfaffheit  geben  muß,  zu  erweichen,  daß  fi  inen  band  bie- 
ten; geben  für  die  zuckend  wölf,  weltlich  oberkeit  fol 
inen  die  ere  un£er  lieben  frauen,  der  lieben  heiligen  und 
chriftlich  Ordnung  helfen  fchutaen  und  bfchirmen,   fo   es 

90  nichtB  ift  denn  nur  ir  heidifober  bracht,  geiz  und  &lfcher 
erdichter  gewalt  und  tirannei.  des  forchten  fi«  iß  inen 
unfer  lieben  firau  und  der  lieben  heiligen  ere  fo  hart  an- 
gelegen, warumb  habent  fi  nit  langeß  ire  botfchaft  auch 
auf  die  tage  gefchickt  und  die  weltlich  oberkeit  ermant 

»  und  umb  hilf  anger&ft,  daß  fi  die  gemein  gote  leftrung 
und  gotes  uneere  in  der  chrifienheit  abgefielt  bette,  wo 
fi  folchs  gethon  ketten,  fo  mocht  man  fich  iez  guts  z& 
den  bifchoffen  verfeben.  die  geilttichen  herren  haben  biß 
här  mögen  fehen  die  gebot  gots  £b  ofPenlich  und  fchant- 

30  lieh  fibortreten,  veracht  und  gleich  mit  f&ßen  treten,  got 
und  fein  fän  unfern  herren  Jefum  Chrifi  fo  jämerlicb  le- 
fiern,  aber  ieas  nemend  fi  fiob  an  unfer  lieben  frauen 
und  der  heüigen  eere  zu  erretten,  fo  inen  an  unfer  frau 
und  den  heiligen  nichts  glegen  ift.     unfer  liebe  firau  und 

s&  die  heiligen  haben  biß  her  mfißen  in  uf  den  hoben  üiften 
und  allenthalb  im  bistumb  gelt  kutsen  und  in  die  buchfe 
geltfamler  fein,  raiibg&t,  geßolen  gät  und  gefiinden  gut 
an  fich  ziehen  etc*    unfer  liebe  firau  mag  wol  got  loben 


IM 


und  danken,  daß  £  fo  an  einer  fiebern  ftat  im  himel  ift; 
dann  wo  fi  noch  hie  auf  erden  were  und  die  Intrifchen 
nit  alle  ließ  zd  grond  geen  und  den  bifehoffen  nod  den 
pfaffen   nit  mer   gelt  gfamlet,   mocht  fi   Yor   den   Bolzen 

s  gizigen,  unreinen  bifehoffen,  pfaffen  nitgnefen  und  ficfaer 
fein,  fl  wurd  m&ßen  in  Egypten  fliehen,  wie  fi  Herodem 
geflohen  iß.  item  fi  geben  der  weltlichen  oberkeit  für 
(wie  dann  der  bapfi  Adrian  in  feinem  ungelerten  briefe 
an  die  von  Bamberk  getban  hat),  es  fi  iez  an  der  geiR- 

10  liehen  oberkeit;  wo  aber  die  weltlieh  oberkeit  nit  "weren 
werd,  fo  werden  fi  die  neohften  fein  die  leiden  m&ßen.  es 
ift  dennocht  in  all  weg  der  weltlich  gwalt  liederlicher  dann 
der  falfch  geifilich  ift  die  weltlichen  nemen  fich  der  fee- 
len  und  oonfcienz  nichs   an,   inen  ift  nur  umbs  zeitlich« 

16  dife  aber  wollen  gwalt  haben  über  nnfer  feelen  und  un- 
derfteen  uns  mit  iren  tollen  unnützen  geboten  und  Ord- 
nung zfi  verdammen,  darasö  zeitlich  gut  uns  ab  zu  nemen, 
nit  minder  dann  die  weltlichen,  imd  was  fi  nit  mit  ge* 
walt  und  tirannei  mögen  z8  wegen  bringen,  das  thfind  fi 

M  mit  gleifnerei  und  underm  namen  und  fofain  unfer  lieben 
frauen  und  der  lieben  heiigen  und  mit  dem  fidfdien  er- 
dichten gots  dienft.  und  ob  fchon  die  weltlichen  biß  her 
zfi  Zeiten  dem  gemein  man  mer  abgenommen  haben,  denn 
in  von  recht  gebürt,  fo  ifts  aber  vertraglicher  denn  von 

K  den  falfchen  geiftlichen.  dann  fo  land  und  ftet  mit  kriegs- 
leufen  angefochten  werden,  mftßent  fi  auch  ir  fiim  dar- 
heben, fo  die  bifcAof,  die  große  feiße  abt,  die  reichen 
tiiumherren  und  chorfaerren  und  ander  pfaffheit  hinder 
hüpfchen,  feiften  und  glatten  hüren  ficdier  ligen.    auch  fo 

80  haben  die  weltlichen  der  fchinderei  ein  exempel  von  den 
geißliehen  genomen.  dann  do  der  bapft  mit  feim  fal- 
fchen und  erlognen  ablaß  und  mit  andern  falfchen  fimlen 
alefanzen  geh  mit  hufen  uß  dem  tütfohen  land  hat  laßen 
f&ren,  haben  die  furften  und  herrn  zol  und  ander  bfiohwe- 

85  rung  angefangen  uf  zSl  richten  und  zä  meren,  habend  gedacht, 
ift  den  geiftlichen  nit  (und,  fo  wer  es  inen  andi  recht  noch 
dennocht  ift  der  f&rflen  bfchwerd  gar  vil  gringer  vor 
got  denn  des  bapfts,  fo  er  uns  nit  allein  umb   zeitliob 


18T 


g&t  bfcfaifien,  fonder  aoch  an  unfer  feeleo  fohftniKeh  ver- 
flbrt  hat  darumb  hat  got  fein  volk  angefeben  und  fich 
ober  fi  erbarmet  und  wil  fi  von  dem  w&triob  Pkaraone 
und  Yon  den  zaubrem  Egypti  erlofen,  daan  Cbrißus  Je- 

»  fus  nach  der '  prophetien  lant  Pauli  hat  mit  dem  geift 
feine  munds,  das  ift,  mit  dem  heiigen  eyugelio  d^i  men- 
fohen  der  fiind  und  den  fSn  der  Verderbnis  geiftUchen 
getödt,  das  ift,  des  bapfi  und  feine  ganzen  anhMigs  we- 
fen  und  regiment  ift  und  wirt  nut  dem  wort  gots  erclärt 

10  und  gezeigt,  daß  es  ein  falfch  erdichte,  erlogen,  gotlos, 
teufelifch  gefpenß  i(L  des  leibliohen  ufrärs  und  bunt- 
fcbflobs  oder  tods  darf  der  bapß  mit  der  piaffheit  nit 
forchten  und  gewarten  von  den  waren,  obriGiea  und  von 
denen   das  heilig  evangelinm   treuwlicb  geprediget  wirt; 

i&  dann  cim  waren  chriften  gezimpt  nit  mit  dem  fchwert  zu 
fechten,  fonder  wo  er  an  den  rechten  backen  geCoblagen 
wirt^  fol  den  andern  darheben,  und  fo  im  der  rock  gnom- 
men  wirt,  fol  den  mantel  auch  laßen,  es  ift  nie  befcbe- 
hen  und  wirt  nit  darz&  komen,   daß  die  waren  chriften 

so  die  unchriften  oder  lalfch  dirißen  verfolget  oder  zä  tod 
gefchlagen  haben,  dann  foUcb  ampt  ift  der  unchriften, 
der  tirannen  und  der  falfehen  chriften.  denen  gbikrt  uß 
gots  verhenkniS)  daß  &  die  waren  chriften  verfolgen,  ver- 
bannen, vertreiben,  kerkwn,  ftocken,  blocken,  fieden,  bra- 

^  ten,  martren,  verbrennen  oder  fnnß  töten,  wann  aber 
got  wirt  erachten  und  wellen  die  falfehen  geilUüchen  und 
die  weltlichen  tirannen  hie  in  zeit  ßrafien,  fo  wirt  er  ein 
nfrär  und  buntfoh&ch  durch  den  Türken  oder  dnroh  felfch 
chriften  über  fi  erwecken  oder  anrichten« 

ao  Kfina.    Lieber  mein  meifter,  du  haft  fo  emfthafiig  und 
lang  geredt,  daß  ich  gleich  gedacht  hab,  du  fieft  verzuckt 
im  geift  gewelen  und  hab  dich  gern  gehört 
Härenwirt.  Ich  muß  noch  mer  reden,  das  verwandert 
mich  überauß,  daß  die  weltlichen  (wie  wol  ich  acht,  et- 

36  Ikdi  mit  gaben  beftochen  nnd  geblendt,  ellich  dnroh  die 
gleifner  veiftrt,  und  elhch  nß  «nverftanl  und  onwißen- 
heit  götlicher  gefchrift)  de  hin  bracht  ieind,  daß  A  lieber 
oflenlicb   h&rer   zfim   pfarrer  und  felfoi^er  haben  dann 


188 


from  eeman  und  helfen  gar  ernftlich  die  bäpfttiche,  fel- 
mordifehe,  ärgerliche,  (nach  roeinung  f.  Pauli)  tenfelilcbe 
fateung  von  der  p&ffen  unkenfobe  keufoheit  faanthaben. 
fünft  find  fi  (was  zitlich  gfit  antrifft)  dem  bapft  und  den 
s  bifchö£Pen  gar  frei  und  tapferlich  in  iren  falfchen  gewslt 
gefallen,  habend  ins  decretal  gar  ritterlich  griffen,  ver- 
achten den  ban  und  ander  unnütze,  fchedliche,  gdtfuch- 
tige  und  nnbilliche  des  bapfts  und  der  bifeliiffen  bfchwer- 
den,  fatzung  und  tirannei  und  thänd  gar  recht  dran;  aber 

10  fi  feiten  großem  emft  erzeigen  und  fleiß  ankeren ,  die 
ding  ab  zii  Hellen,  die  nit  nur  zeitliche  fonder  gar  vil 
mer  die  feelen  verderben,  fi  folten  und  gebürt  inen  nit 
geftatten  dem  bapft  und  den  bifohöffbn  fo  offenlich  hu- 
rerei  (die  fi  umb  gelt  den  pfiiffen  nachlaßen)  z&  erhalten, 

IS  fonder   fo  es  der  bapft  und  bifchof  nit  th&nd,  folten  fi 
das  fcbantlich  offenUch  h&renleben,  das   ergerKch  iß  yor 
Juden  und  T&rken  und  vil  feelen  dem  teufel  heim  fürt, 
ganz  abthän  und  mit  gewalt  weren. 
Känz.     So  man  nit  wil  böfers  warten,  fo  kann  man  den 

90  pfaffen  die  hären  nit  weren,  man  wolt  denn  inen  die  ee 
frei  laßen. 

Hürenwirt.     Das  wolt  ich  doch. 

K&nz.     Die  weltlichen  aber  beforgen  und   fbrohten,  fo 
die  pfaffen  allweg  dr&s  und  beul  mit  irem  lift  und  geiz 

»  haben,   wann  fi  eekind  betten,  fi  wurden  underfton,  vol- 
lent  allen  gewalt,  eere  und  g&t  zd  iren  henden  x9l  sie* 
hen  und  under  fich  z8  bringen,  und  mocht  niemant  vor 
inen  gnefen. 
Hären  wirt.    Es  m&Il  die  weltlich  oberkeit  den  bifohof- 

90  fen  gebieten,  daß  fi  kein  Ölgötzen  mer  maditen  und  daß 
man  nit  mer  priefter  z&ließ  dann  nur  einem  ietKchem 
flecken  ein  bifchof  oder  pfarrer  und  diaconus,  wo  es  not 
erhiefch,  und  m&ll  man  das  ander  gefchwdrme  der  un- 
nützen m&ßigen  pfaffen  und  münchen  alle  abßerben  laßen 

35  und  ire  pfründ  in  gemeinen  nute  wenden,  und  Keß  do 
zwifchen,  biß  die  unnfttze  pfifeffen  abgefturben,  aaoh  ire 
eeliche  kind  eerlioher  ämpter  nit  empfenkKeh  fein,  diß 
ftat  in  gewalt  der  oberkeit,  gleich  wie   man  in  etHohen 


18» 


Aetien  kein  frembden  in  rat  empfacht  eo  mag  die  weh* 
lieh  oberkeit  den  und  andern  fchaden,  der  nß  dear  prie« 
fter  ee  dem  gmeinen  nuta  und  frommen  mochi  erwaehfen, 
mit  fataung  Taft  wol  furkomen,  allein  dafi  nur  den  feelen 

»  geholfen  werd. 
Kfinz.    Uf  mein  eid,  durch  das  mittel  würd  den  (eelen 
geholfen  und   der  gemein  nuta  überauß  gefurdert,  denn 
wol  der  dritteil  zitlicbs  gAts  falt  den  unnütaen  m&ßigen 
pfaffen  und  münchen  heim. 

M  Härenwirt.  Das  verwundert  mich  nit  minder,  dafi  auch 
die  veter  (wie  du  fagft)  die  bigami  fo  groß  geachtet  ha- 
ben, daß  ü  verhindert,  daß  einer  nit  Tel  bapA,  bifchof 
oder  priefter  werden  und  aber  die  fodomi  (umb  deren 
willen  got  hat  das  ganz  land  Pentapolim  vertilget  und 

u  allwegen  hart  geftraft,    die    doch    on  fonderliche  genad 

von   herzen  nit  wol   mag  on  ee   vermiten   werden)  fo 

ganz  vergeßen  haben,  dann  fi  an  keim  geiilliohen  ampt 

iemants  verhindern  mag.    des  gleichen  wann  einer  fchon 

hundert  hären   (auch  öffentlich)  gehebt  hat,  möcht  den- 

30  nocht  bapft,  bilohof ,  priefter  und  pfarrherr  werden. 
KAnz.    Ich  mein,  die  bifchof  werden  iez  in  der  verfam- 
lung  zä  Regenspurg  voo  denen  fachen  chrißlichen  handeln. 
HArenwirt    Nit,  nit.     fi  werden  in  fpiritum  fomica- 
tionis  bei  ein  andern  fein  und  nit  wider  die  hfireri  han- 

n  deb.  mein  bißfchaf  (ich  folt  fagen  firißfobaf)  ift  ein  hären- 
jeger,  ein  priefter  Priapi  und  ein  bfonderer  patron  der 
häreri.  der  halb  wirt  er  helfen  die  h&rerei  erhalten,  du 
wilt,  ich  fol  zächtig  vor  im  reden :  ich  fcbetz  in  nit  beßer 
denn  ein  härenwirt.    darumb  gebärt  mir  vor  im,  als  vor 

ao  meinem  landshären  wirt,   nit  züchtiger  zä  reden,    fo  ge- 
bort er  (das  weiftu  wol)  gar  vil  lieber  von  härenwerk 
fagen  denn  von  den  gefcfaichten  der  xu  boten  und  von 
£  Martins  kgend. 
K  ä  n  z.     Du   wUt    aber    iemerdar   fein    gnad    mii   der 

u  motzen  vexieren,  du  bekenneß  doch  felber,  daß  nach  in- 
hah  des  heilgea  evangelinms  niemand  möge  on  gnad 
kenfch  leben,  fo.  ift  der  nat&urliohen  meifter  ein  gemeine 
fentenz  daß  £  i|>rechen  *qaod  natura  docet,  nemo  n^are 


190 


poten:\    darumb  mAß  der  bifobof  diok  von  not  die  renes 

purgieren,  dann  es  iß  f&r  das  grün  gfit. 

Härenwirt.    Du  redeft  aber  naob  der  tabulatur.     was 

ift  renes  purgiem? 
»  Kfinz.   Es  ift  uf  der  großen  zeben  der  natur  Inft  laßen. 

H&renwirt     Wol  verftan. 

Kftnz.    Nfin  ifts  weger,  fein  gnad  bab  ein  Jungs  metzlin 

bei  im  sär  laßerin  denn  nach  roBiifcben  litten  ein  jungen 

knaben. 
M  Härenwirt.    Vach  teufel,  fi  er  zä.   der  bifchof  folt  aber 

nach  der  1er  1*.  Paulus  einer  frauwen  eeman  fein  und  folt 

z&chtige  kinder  ziehen    und   folt  in   finem   bistumb  den 

pfarhem  die  ee  frei  laßen. 

Bifchof.     Wir  mögens  nit  thftn. 
15  Härenwirt     Uß  was  urfach? 

Bifchof.  Die  ee  ift  uns  und  der  priefterfcbaft  naob  bäpß- 

Hoher  ordenung  verboten. 

Hfirenwirt.    Känz,  wo  wirt  die  ee  im  decret  den  pfaf- 

fen  verboten? 
90  Känz.    XXX   di.  c.  placuit  und  xxvii  di.  c.  prefbyteris 

und  XX  Ell  dift.  c.  nuUum. 

Härenwirt.    Lieber,  fag  mir,  haben  nit  vor  alten  ziten 

die  bifchof  und  priefter  ewiber  gehabt? 

Kdnz*    £i  ja,  dann  der  groß  lerer  Gregorius  Nazianze- 
t5  nus  ift  zä   Nazianzon  an  feins  vaters  ßat  (der  auch  ein 

frommer  bifchof  gewefen  ift)  nach  feinem  tod  zum  bifchof 

erweit  und  gefetzt  worden,  und  der  heiUg  martrer  Biapfy- 

cbins  auch  zä  Oeferea  priefter  geweß,  hat  gleich  vor  dem 

ee  daß  er  gemartert  ift  worden,   fioh  vereelichet.     item 
30  im  conciKo  Niceno  der  from  heilig  man  Paphnucius  (der 

doch  der  ee  nnerfaren  was)  wolt  nit  verwiüigto,  daß  die 

priefter  folten  nit  bei  iren  eefranen  nit  ligen  und  fprach, 

der  eeleuten  beiligin  wer  ein  küfch^t.    und  im  wart  von 

der  ganzen   verfamlung  gjehet.    am   zwifel    difer    heiiger 
35  man  ift  ingedenk  gweft  der  wort  Chrißi  Mat.  am  xix  c. 

und  I  Cor.  vir,  do  die  ktifcheit  gelobt  und  geraten  und 

niemant  geboten  wirt     aber  uß  gots  verhenknis  hat  der 

bapft  mer  ttß  unwißenheit  nnd  nfl  unaohtfamkeit  (glaub  ich) 


191 


götUoher  giefdirift  und  nß  menfehliolieai  gAtem  bedanken 
dann  uß  frevel  gemeiniklich  den  prießern  und  fubdiacon 
und  diacon  die  beilig  ee  verboten  und  inen  küfcbeit  (die 
doch  in  niemands  gewalt  ßat)  geboten« 

ft  Hfirenwirt.  Ich  glaub  auch,  es  fei  auß  giiter  menfch- 
lieber  meinung  und  göt  bedunken  befcheben.  es  iß  als 
von  got  verboten,  unferti  gät  bedunken  nach  zfi  faren, 
fonder  wir  lolen  nur  das  thun  das  uns  got  geheißen  hat 
und   inen   gezeigt,   daß   dife  bäplllicbe  fatzung  ergerlich 

10  vor  Juden  und  beiden  und  feelmordifch  iß.  und  er  aber 
foliche  fatzung  uß  luter  frevel  und  tiranni  nit  widerrftft, 
nit  nachlaßt,  acht  ich  in  für  den  waren  Entchriß,  und 
die  bifchof,  die  folich  teufelfche  leer  und  fatzung  umb 
fchentlichs  gewins  willen  hantbaben,  für  Entchrißs  boten 

la  und  junger,  mich  wundert  gar  vaß,  daß  die  bifchof  und 
prießer,  die  götlicher  gefchrift  wol  kennent  gewefen  find, 
daß  fi  dife  des  bapßs  fchädliche  fatzung  angenomen  haben. 
Kunz.  Die  griechifche  prießerfchaft  haben  dife  römifche 
fatzung  nit  wollen  annemen. 

M  Hären wirt.  lez  merk  ich  wol,  daß  die  Romer  billich 
uns  Teutfchen  beßieu  und  narren  heißen  und  fchelten.  es 
iß  ie  meins  bedenkens  ein  große  narheit  an  unfer  pfa£f- 
heit  gewefen,  die  weil  fi  als  wol  Adams  kind  feind  als 
die  €brie(Aen  und  fich  aber  haben  den  bapß  von  gotli- 

SA  eher  gefchrift  laßen  treiben  und  die  leer  der  teufein  (wie 
f.  Paulus  fpricht)   vom  bapß  angenomen.    es  folten  fich 
noch  auf  difen   tag  die  bifchof   wider  dife  unchrißliche 
Ordnung  legen,  verachten  und  nit  halten. 
K&nz.    lieber,  es  habend  fich  die  bifchof  mit  eid  ver- 

ao  pflicht,  verbunden,  dem  bapß  fein  gefetz  zu  halten,  zfi 
befchiitzen  und  handhaben. 

Hurenwirt.  Die  weil  götlich  gefchrift  und  des  bapßs 
fatzung  und  befonder  von  der  ee  wider  ein  ander  feind 
und  der  herr  fpricht  'niemant  mag  zw^en  herren  dienen, 

95  Tolgen  maß,  daß  gleich  in  der  ßund  fo  einer  bifchof 
würt  und  fich  mit  eid  verpflicht,  dem  bapß  verhaftet  oder 
verbfini,  gottes  verlangnen  mfiß  und  an  got  treulos  und 
meineidig  werden,  dann  fein  geihaner  eid  bindt  *in  des 


198 


bapfts  gdetz  (das  da  wider  got  in  dem  ftoek  ift)  z& 
erhalten,  daruznb  fo)  mn  bifdiof  difen  falfdien  unbilKcfaeD 
eid  d^n  bapft  oit  leiften,  fonder  fol  die  ee  der  priefier- 
fchaft  nach  gotlicher  gefchrifl;  frei   laßen  und  die  fa&reret 

5  keiner  dingen  geßatten,  die  an  vilen  orten  der  heiJgen 
gefchrift  verboten  iß. 

Känz.  Ja  auch  im  geifÜich  recht  und  befonder  den  bi- 
fchoffen  und  prießern;  dann  fo  ein  biichof  oder  prieAer 
oder  diacon  hfirerei  treibt,   Fol  er  abgefetzt  werdeo  and 

le  auß  der  kirchen  geworfen  under  die  leien  b&ß  tA  thun. 
item  es  fol  keiner  eins  priaßers,  der  gewislich  bei  im  hat 
ein  concubin,  mefs  boren. 

H&renwirt.  Lieber,  fag  mir,  was  yerfchult  ein  bifcbof, 
der  folich  und   andere  bapfiliche  Ordnung,  die  chriftlich 

1»  feind,  nicht  halt  oder  fchafft  daß  fi  gehalten  werden, 
wann  er  fchon  from  iß? 

Känz.  Er  würt  meineidig,  dann  er  halt  &n  eid  nit  und 
fol  feins  ampts  beraubt  und  entfetzt  werden,  die  fommi- 
ften  fagen,    er    werd   meineidig,   und   der   Paoormitanus 

20  fpricht  Von  einem  folichen  prelaten  mögen  die  undertha- 
nen  weichen.* 

Härenwirt  Darumb  thänt  die  ftet  im  reich  nicht  un- 
recht, die  iez  ire  iMfohöf  für  hirten  nit  erkennen,  ire  läu- 
fige mandat  nicht  achten,   inen   felbs  wäre  bifehof  oder 

f9  feelforger  erwelen  und  fetzen,  unangefehen  des  bapfis 
blitzen  und  donnern. 

Bifehof.    Wir  flrafen  doch  die  prießer  umb  der  härerei 
willen. 
Häreawirt.    Ja  ir  firafead  fi  wie  ein  härenwirt  feine 

30  hären:   er  nimpt  härenzins  von   in  und  laßt  fie  fik  and 
für  in  der  bärerei  bleiben,    alfo  thänt  ir  bitchof  auch. 
Bifehof.    Es  iß  der  brauch. 

Härenwirt.  Ich  weiß  wol,  daß  ein  bifehof  die  fnnder 
Tor  allen  ßrafen  fol,  das  iß,  fo  er  die  <^entUch   härer 

M  und  ander  funder  (nach  dem  heiligen  evangelio)  zwifchen 
im  und  inen  geßraft  hat  und  fi  aber  nit  hören  wollen, 
fol  fie  in  bau  tbän.  fag  mir  aber,  gibt  das  geiMidi  recht 
zfi,    daß  ein  bifehof  möge  umb  bit  oder  umb  Ion  oder 


193 


nmb  gelts  willen  den  prieftem  hureri  gftatten   oder    vei- 

willigen. 

KAnz.    O  wee,  nein,  keins  weg;  dann  welcher  bifchof 

foliohs  thut,   fol  vom  ampt  gfetzt    werden  und    Fol   ein 

s  unzüchtiger  hunt  und  nit  bifchof  gnent  werden. 
Hfirenwirt.     Lieber,  fag  mir  nur  noch  eins,    fo  die  bi- 
fchof fo  hart  uf  die  alten  lerer  dringen,  fint  fi  für  die 
bifchof  oder  nit? 
Kiinz.  Die  lerer  von  drei  oder  zwei  hundert  jaren,  nem- 

10  lieh  der  betler  örden,  als  Thomas  und  Bonaventura  und 
ander  me,  feind  zum  teil  für  den  bapß  und  bifchof.  da- 
rumb  hat  fi  auch  der  bapft  geheiliget  oder  canonifiert.  die 
ganz  alte  lerer,  die  got  geheiliget  hat,  die  mögen  bapft 
und  bifchof  minder  leiden  dann  f.  Paulus  gefchrift,  dann 

IS  die  obgemelt  fpriich  uß  dem  decret  feind  den  meren  teil 
uß  den  alten  heiligen  lerem  gezogen,  fant  Bernardus  iß 
under  den  alten  lerern  der  letft  und  hat  id  concilio  Ke- 
menfi  ein  colaz  oder  predig  gethon,  folt  es  iez  zu  Re- 
genspurg  Chrißus  felber  (ich  gefchweig  fant  Bernardum) 

so  thän,  er  wurd  mit  dem  leben  von  liegenspnrg  nit  moge^ti 
komen,  dann  er  fchilt  und  heißt  die  bifchof  rauber,  blut- 
fauger,  vergleicht  fi  den  fchreibern  und  pharifeern,  dem 
bofen  künig  Hieroboam,  dem  Judas  Schariot,  dem  Herodi 
;und  Pilato,  und  zeigt  in  iren  pracht  und  hoffart  frei  an. 

2&  des  gleichen  iiber  den  xc.  pfalmen  in   der  vi.  predig  da 
rtirt  er  den  misbraucli  der  iezigen  kirchen  und   fchonet 
niemants.   dem  bapft  fagt  er  auch  fein  teil  in  der  epiftelii, 
die  er  gefchriben  hat  zfim  bapft  Eugenio  dem  iii. 
Härenwirt.    So  nit  gemeine  achtung  und  von  der  weit 

90  fonder  eigen  bofe  that  und  werk  foUend  einem  ietlichen 
vor  got  und  auch  vor  den  menfchen  billichen  fchenden, 
der  halb  feind  die  iezige  bifchof  in  all  weg  fchand  wür- 
diger dann  die  Lurenwirt  feind.  dann  ob  fich  die  hären- 
wirt  von  hfiren  neren,   das  thund  die  bifchof  auch,     die 

35  hfirenwirt  feind  nit  fo  manigfeltig  meineidig  an  got  und 
am  bapft  als  die  bifchof.  die  hfirenwirt  treiben  nit  foli- 
che  fimonei  und  fohinderei,  feind  nit  fo  blfitfauger,  ir  vil 
nit   fo   hfirer   als   vil   bifchof  feind.     lofen   hie  her,    herr 

13 


194 


bifchof,  ich  mocht  wol  fagen  fafircnwirt,  Tagen  an,  wa^ 
haben  ir  on  yäterlichs  erb  vom  bistumb,  das  ir  mögen 
mit  got  und  ficber  confcienz  haben,  fo  ir  euch  auch  von 
hitren  m&ßen  begeen  und  neren.    daß  ir  zina  und  zehend 

»  einnemen,  das  tbund  ir  nnbillich  und  wider  got,  dann  ir 
treibents  nit  uß  wie  fichs  gebürt  den  armen,  und  wel- 
cher bifchof  das  evangelium  nit  verkündet,  der  fol  auch 
Tom  evangelio  nit  geleben,  ir  predigen  das  eTangelium 
nit  und  fchaffent  nit,   daß  es  von  andern  treulichen  und 

10  lauter  rein  geprediget  werde,  unfer  herr  fpricht  'der  ar- 
beiter  (und  nit  der  faul  fchalkhaftig  knecht)  ift  feins  Ions 
wert'  fant  Paulus  fpricht  'wol eher  nit  arbeitet,  fol  auch 
nit  eßen.'  daß  ir  land  und  weltlichs  regiment  haben,  iß 
wider  got,  dann  es  gezinipt  den  bifcfaöffen   nit  (wie  ichs 

15  vor  anzeigt  hab),  fo  ift  das  ander  teil  fchinderei,  blfitgelt 
und  milchzins  von  huren,    quid  rundes,  herr  bifchof? 
Künz.    Qui  tacet,  confentire  videtur. 
Härenwirt    Was  ift  das? 
Kunz.  Neut,  neut,  ich  hab  gehaftet  fein  gnad  fchweigt 

so  zur  fachen,  das  man  vil  mit  fchweigen  verantwort 
Hörenwirt    Er  fchweig  oder  nit,  fo  wil  ich  gen  Re- 
genspurg  für   den  römifchen  legaten.    fo  mich  der  felb 
mit  feiner  pfaffheit  berichten  wirt  uß  gotlicher  gef<dirift, 

25  daß  fich  bifchof  mit  guter  und  fichrer  gewißne  von  hu- 
ren neren  mögen,  wil  ich  in  meinem  ampt  auch  lenger 
bleiben  und  verharren  und  wil  meine  fchweftem  des  gro- 
ßen gefchlechtes  oder  ordens  meins  convents  trotten,  daß 
fi  gfits  mfits  fien,  wil  inen  raten,  daß  fi   lieh  mit  irem 

ao  hörenwerk  weiter  frolich  neren,  dann  es  kompt  fi  vil  ge- 
ringer an,  hörenwerk  zö  treiben,  dann  mit  den  henden 
zö  fpinnen  und  arbeiten,  es  ift  ie  minder  fchantlich  und 
ärgerlich  in  der  chriftenheit,  daß  ein  rat  einer  ftat  ge- 
meine hurenheufer  duldet  und  ich  mit  hören  haus  halt, 

35  dann  daß  die  bifchof  den  pfarrer,  die  feelforger  fcind  und 
nach  der  leer  Cfarifti  ein  liecht  der  weit  fein  foUcn,  in 
offenlicher  hörerei  geftatten  zö  fitzen,  wil  zöm  andern 
die  zwen  furften  erkennen  und  urteilen  laßen,  ob  es  nit 


195 


biUich  ß,  fo  die  bifcbof  im  ganzen  land  den  bfiren  bei 
den  prieftern  härrig  (wie  ich  im  franenbaus)  yergunnen, 
gRatten  und  naeblaßen  und  für  die  bürerei  gelt  nemen, 
daß  der  bapft,   der   mit  feim   gefetz  der  pfaflFen  b&rerei 

ft  erbalt,  vil  biiren  macbt,  die  fünft  from  eefrauen  gern  weren, 
und  der  .bfirerei  ein  vater  ift,  daß  er  der  aller  bocbfter 
Täter  und  bSrenwirt  genennt  fol  werden,  die  ärzbifcbof 
ärzburenwirt  und  die  ander  bifcbof  landsbfirenwirt  feind 
und  ich  und  meine  geleicben  der  bifeboffen,  die  landsbS- 

10  renwirt  feind,  in  carnalibus  ir  vicari,  und  daß  man  uns 
aucb  zfi  eeren  braucbe,  wie  man  denn  inen  tbfit«  wurd 
ich  aber  nit  beriebt  mit  gfchrift  mögen  werden,  daß 
lemant  von  burengelt  möge  mit  fichrer  gewißne  geleben, 
wil  ich   mit  gots    hilf  von    meinem  ampt  Hon  und  bfiß 

li  thun  und  meinen  febweftern  in  der  burenzunft  allen  frei 
urlob  geben,  fi  dabei  cbriAIich  und  ernftlich  ermanen, 
daß  fi  von  fcbantlicbem  bfirenleben  abAon  und  umb  ver- 
gangne lund  bfiß  mit  mir  wurken.  diß  feind  die  fachen, 
die  ich    zd   Kegenspurg  hab    auß   z8   richten,     darnach 

30  wißent  euch,  ir  bifcbof,  z&  richten I  aide,  aide,  ich  far 
dabin,  zu  Kegenspurg  beim  hfirenwirt  im  kränz,  da  man 
faur  hier  fcbenkt,  kommen  wir  wider  zfifamen. 


13* 


IX. 

EIN  GESPRECH 

VON  DEM  GEMEINEN  SCHW ABACHER  KASTEN 

ALS  DURCH  BRÜDER  HEINRICH  KNECHT 

RUPRECHT  KEMEIUN  SPULER 

UND  IREM  MAISTER 

DES  HANT WERKS  DER  WÜLLEN  TUCHMACHER. 

Anno  MDXXIIH. 


ßr&der  Heinrich.     Bonus  dies. 
Meiller.    Semper  quies.    bene  yeneritis! 
Brfider  Heinrich.     Deo  gratias.  o  meiller,  ich  bab  et- 
was gfits  gehört. 

5  Mailler.    Was  ill  das? 
Bröder.    Man  hat  den  gemeinen  kaßen  aufgericht. 
Maißer.     Got  fei  lob  und  dank,    daß  die  armen  auch 
betracht  werden  I  wer  fein  die  vorlleer? 
Bruder.    Hans  Heller  und   Hans  Volkmer.    die  haben 

10  gelobt  und  gefchworn  in  den  gemeinen  kaßen  z&  fanden, 
und  Walpurgis  wird  man  das  almufen  den  armen  auß- 
teilen. 

Kemerin.    Ja  fi  werden  famlen  und  außteilen  der  Hel- 
ler z&  feinen   klingen  und  meßern  und  der  Volkmer  zu 

lA  feinem  bierbreu. 
Meißer.    Ei   die  zwen  werden  das  nicht  thön,  dan  II 
fein  gAt  lutherifch. 


197 


Brfider.    Es  heißt  nit  lutherifch,  fonder  chriftircb  oder 
evangelifch.    auch  wirt  man  fant  Johans  nit  mer  famlen, 
denn  er  darf  keins  eßens  noch  trinkens. 
Mai  Her.    Das  hör  ich  gern. 

5  Kemerin.    Wie  wil  man  dann  das  gotshaus  pauen? 
Maifter.     Was   heißt   gemein,    wen    das    wortlein    bei 
einem  andern  fteet,  als  bei  dem  kaften  oder  nutz,  fo  heißt 
es  ein  gemeiner  kaften  oder  nutz,    darauß  kan  man  alle 
brechen  der  kirchen  und  der  ßat,  fo  fonft  kein  gelt  ver- 

10  banden  were,  pauen. 
Kemerin.    Yil  menfchen  werden  das  ire  unnutzlich  ver- 
zeren  und   denken  'fo  ich  nichts  mer   hab,  itt  man  mir 
leihen,  helfen  und  rathen  auß  dem  gemeinen  kaften.'  da- 
rumb  wirt  er  keinen  beßant  haben,   dann  niemants  ift  z& 

15  fblchem  unrath  gern  helfen. 
Maifter.    Er  ift  zu  beforgen,  aber  ich  hoff,  mein  herren 
lind  die  gemein  werden  iolchem  unrath  vorkommen. 
Brfider.     Danimb  ift  got  allein  zö  pitten,  daß   fie  die 
lieb  goites  und  des  nechften  betrachten,  als  Chriftus  fagt 

90  Joan.  XY  Mas  ift  mein  gepot,  daß  ir  einander  lieb  habt, 
wie  ich  eoch  geliebt  hab.     niemants  hat  ein  größere  lieb 
dann  welcher  fein  feel  fetzt  für  die  freund,    ir  fdt  mein 
freunt,  ob  ir  tfaun  werdt  das  ich  euch  gepeut. 
Kemerin.     Chriftus   hat  fein  feel  für  uns  gefetzt,  aber 

25  unfer  herren  wurden  das  gar  fchwerlich  thun  und  fonder- 
lich  fo  mein  gnediger  herr  marggraf  darwider  wirt  fein. 
Bruder.     Warumb   wölt   fein    gnad    darwider  fein?  hat 
man  doch   zfi  Onolzbach,   zu  Kitzingen   und   yilleicht  in 
andern  feiner  gnaden   ßetten   auch   gemeine  kaften   auf- 

ao  gericht. 

Kemerin.    Ei,  der  pfarrer  wirt  es  nit  leiden,   dan  man 
wil  im  den  dritten  pfenning  nit  danron  geben,     darumb 
wirt  er  freund  und  frembd  anr&fen. 
Meifter.  Ja  den  dritten  pfenning  von  den  vifchfchuppen. 

35  Br  Ader.    Ir  feit  zornig. 

Meifter.     Ach,  unfer  pfarrer  hat  uns  bei  vil  jaren  kein 

predig  gethan. 

Bräder.    Alfo    haben   die  unfleißigen  hirten  uns  gewei- 


198 


det:  wee  in,  als  Hiere.  am  xxiil  and  an  vil  oriem  der 
heiligen  fchrift  fteet. 

Kemerin.    Ach  nim  dich  felber  bei  der  naTen,  du  aus- 
gelaufner mnnch! 
&  Brfider.  Ha  ha  hal  ich  fchäme  mich  des  nicht,   furvrar, 
got  weiß  nichts  von  den  pfaffen,  mnnchen  und  nnnnen, 
dan  fie  glauben  nit  an  Chrißnm. 
Kemerin.    Warumb? 
Bruder.    Ein  iglicher  der  einen   zuchtmeißer    hat,    der 

10  glaubt  nit  in  Chriftum.  fi  haben  zuchtmeifter,  als  den 
bapft,  Cardinal,  bifchof  etce.  darumb  glauben  fie  nit  in 
Chriftum. 

Kemerin.    Wo  ßeet  das  gefchriben? 
Brfider.    Zu  den  Galathern  am  m.  alfo  'das  gefetz  iß 

ift  unfer  zuchtmeifter  geweft  auf  Chriftum,  daß  wir  durch 
den  glauben  rechtfertig  werden,  nun  aber  der  glaub 
kommen  ift,  fein  wir  nicht  mer  under  dem  zuchtmeifter, 
dan  ir  feit  alle  gottis  kinder  durch  den  glauben  an  Chri- 
ftum Jefum,  dan  vil  euer  tauft  feind,  die  haben  Chriftum 

fo  angezogen,  hie  ift  kein  Jud  noch  Krieche,  hie  ift  kein 
knecht  noch  freier,  hie  ift  kein  man  noch  weib,  dan  ir 
feit  all  z&mal  einer  in  Chrifto  Jefu.  feind  ir  Chrifti,  fo 
feit  ir  ja  Abrahams  famen  und  nach  der  Verheißung  erben. 
Kemerin.     Ach    mit    deiner   genspredig    uberredft    du 

»  mich  nit. 
Brfider.    Alfo  thfit  ir  unnutze  leut,   die  den  gemeinen 
haften   wollen   hindern,     wer  weiß,   folche  leut   möchten 
des  almufen   noch  notturftiger  werden  dan  iez  ein  armer 
petler.  dann  heut  wirt  einer  gefangen,  der  ander  beraubt 

so  und  der  drit  mit  krankheit,  als  Franzofen  und  der  glei- 
chen, beladen,    niemants  hat  für  armut  ßgel  und  brief. 
Kemerin.    Ja  es  ift  war,  aber  etliche  wollen  ir  almu- 
fen geben  den  fi  vor  in  fehen. 
Brfider.    Ja  den  gotlofen  petlem,  davon  Paulus  fchreibt 

35  1   Timoth.  V    'die  faul   feind  und  lernen  umblaufen  von 
haus  zu    haus,     nicht    allein    feind   fi    faul    fonder    auch 
fchwetzig  und  furwitzig  und  reden  das  nit  fein  foL 
Kemerin.    Aber  der  gemein  kaft  wirt  noch  arme  leut 


199 


machen,  dan  mancher  wirt  darin  yerfchaffen,  des  er  fei- 
ber  vor  feinem  end  nottnrftig  möcht  werden,    aach  wirt 
manchem  erben  das  fein  entzogen. 
Knecht  Ruprecht    Es  ift  z&  beforgen. 

^Meißen  Ja  wenn  unfer  herren  wolten  handeln  wie  die 
pfieiffen,  munchen  und  nunnen:  die  haben  der  leut  gut  an 
fich  gezogen  und  nichts  wider  geben,  wie  arm  und  eilend 
einer  dardurch  worden  iß.  aber  mein  herren  werden  ver- 
ftantlicher  und  weislioher  handeln. 

10  Brfider.  Darumb  (oUen  wir  got  bitten  umb  yerßantund 
weishrit,  fo  werden  wirs  von  got  erlangen,  als  Jacobi 
an  dem  erften  fteet  %  einer  Weisheit  notturfbig  iß,  der  bit 
von  got,  der  iederman  uberflußig  geit,  und  rucks  niomants 
auf,  fo   wirt  fie  im  geben  werden,    er  bit  aber  im  glau- 

ts  ben  und  zweifei  nicht.* 
Meißer.    Es  iß  große  zeit,  daß  wir  got  bitten,  auf  daß 
der  teufel  mit  feinem  gefpens  uns  nit  fchad  an  der  lieb 
gottes  und  des  nechßen. 
Knecht.    Ja,  es  iß  auch  wol  von  uoten,  daß  man  mer 

20  dan  zwen  vorßeer  verordne. 
Bruder.     Auch  daß  meine  herren  darin  nit  verdäcfatlich 
wurden,   feiten  die  vorßeher  bei  gelubt  und  ait  kein  re- 
chenfchaft  on  willen  und  wißen  der  ganzen  gem^n  thfin 
oder  ao&  aUer  wenigß  vor  zwölf  oder  fecbzehen  burgern, 

n  von  der  gemein  erweit  ire  rechenfchaft  zu  thun,  erlaubt 
werden,    auch  Collen  die  vorßeer  alle  jar   abgefetzt,   on 
den  elteßen,  und  ander  eingefetzt  werden. 
Knecht.     Alfo  wirt  ein   gemein   willig  und'  helfen  mit 
leib  und  gut. 

so  Me  iß  er.  On  allen  zweifei,  mein  henen  werden  all  not- 
turft  ordenlich  betrachten. 

Bruder.  Ich  bit  euch,  lieber  meißer,  leß  das  b&cblein 
von  der  Ordnung  des  gemeinen  kaßen  vom  Luther  auß- 
gangen. 

3b  Meißer.    Ich  wil  es  lefen. 

Knecht    Ich  wölt  aber  gern  wißen,  ob  man  ein   bru- 

derfchaft,  wie  man  dan  lagt,  wirt  machen. 

Bruder.    O  es  were  evangelifch,  daß  ein  bräderfchafl 


200 


fölt  fein  und  niobt  genent  werden  üait  Annen  ttfftder- 
fcbaft  oder  Taut  Johans  brAderlbhaft  und  der  gletchen,  Ton- 
der  allein  Chrifti  bruderfchaft,  als  Paulus  fpricbt  1  CorL  i 
'dan  got  ift  getreu,  durch  welchen  ir  ber&ft  leind  z&   der 

5  gefelTchaft,  das  iß  2&  der  bräderCcbaft  feines  funs  Jefu 
Chrifti,  daß  ir  alzumal  einerlei  uns  feit  und  laßt  nit  scwi- 
traobt  under  euch  fein,   fonder  daß  ir  feit  Tolkommen  in 
einem  fin  und  in  einerlei  meinnng. 
Meifter.     Üarumb  iß  wol  angefehen,  daß  man  einen  ge- 

to  meinen  kaßen  hat  aufgericht. 
Bräder.    Ja  man  findt  gar  oft  in  der  heiligen  gfohrift, 
daß  den  rechtgläubigen  menfchen  alle  ding  gemein  waren, 
als  Act.  IUI  *  es  was  ein  herz   und  ein  feel  der  glaubigen 
fchar.^    keiner  auß  in  ward  fprechen,  als  yil  er  het^  daß 

15  es  fein   eigen    were,  fonder   difem  menfchen  Waren    alle 
ding  gemein. 

Maifter.  O  daß  mein  herren  und  ein  gemein  in  götli- 
eher  und  brüderlicher  lieb  vereinigt  wurden,  fo  kant  nic- 
mands  wider  lle  feinl 

3u  Bruder.    Alfo  fagt  Paulus  zä  den  Körnern  am  viit  'fo 
got  mit  uns  iß,  wer  wil  wider  uns  fein.^ 
Maifter.    Ich  glaub,  die  lieb,  die  ein  wurzel  aller  ding 
iß,  m&ß  wir  haben. 
Brfider.    Ja,  Paulus  1  Cori.  ^^^^  fpricht  aUb  *wea  ich 

3»  mit  menfchen  und  mit  engein  zuogen  redet  und  het  die 
lieb  nicht,  fo  were  ich  ein  dönende  erz  oder  ein  klingende 
fchel.  und  wen  ich  weißagen  könd  und  wüfte  alle  heim- 
lichkeit,  auch  alle  erkantnus  und  hett  allen  glauben,  daß 
ich  die  berge  verfetzte,   und  het  die  lieb  nicht,  fo  were 

10  ich  nichts. 

Maifter.     O  wie  ein  kreftig  ding  ift  die  lieb. 
Bruder.    Ja,  es  ßeet  auch  im  gemelten  capitel,  daß  die 
lieb  iß  langm&tig,  freuntlich,  eifert  nicht,  betreugt  nicht, 
li  hiebet  lieh  nicht,  fi  ßellt  fich  nit  hönifch,  fi  fucbt  nit 

3&  das  ir  iß  fonder  des  nechßen,  fi  denkt  nit  arges,  fi  freuet 
fich  nit  über  die  Ungerechtigkeit,  fi  freuet  fich  aber  mit 
der  wai'heit,  fi  vertregt  alles,  fie  glaubt  alles,  fie  hofft  alles, 
fi  gedult  alles  und  der  gleichen. 


201 


Maifter.    O  Telig  ift  der  meDfch,  welcher  die  frucbt  der 
Heb  betracht  und  darnach  thdt 

Br&der.    Paulus  fagt  auch  zä  den  Römern  am  xrii  *ir 
feit  niemants  nichts  fchuldig,  dan  daß  ir  euch  under  ein- 

»  ander  liebet.'  darumb  wollen  wir  got  bitten  durch  Jefum 
Chrilhim,  daß  er  die  gnad  des  heiligen  geifts  unfer  her- 
ren  und  der  gemein  verleihe,  daß  die  gotliche  und  brä- 
derlicbe  liebe  betracht  werde,  on  alle  zweifei  wir  wer- 
den erhört,  dan  Chrißus  fpricht  Joan.  xvi  *farwarftirwar 

10  fag  ich  euch,  fo  ir  den  vater  umb  etwas  bitten  werden 
in  meinem  namen,  das  win  er  euch  geben,  auch  fpricht 
got  felber  Hiere.  am  xxxil  Mch  wurd  in  geben  ein  herz 
und  ein  weg,  auf  daß  fi  mich  alle  tag  furchten,  und  in 
wirt  wol  fein  und  iren  kindem  nach  in  etc. 

u  Maifter.  Darumb  darf  man  nit  großer  kunll  oder  liilig- 
keit  prauchen  zfi  unferm  glauben,  fonder  allein  die  lieb 
laßen  erfcheinen  auß  dem  glauben. 

Bröder.     Das  ift  war,    dan   wie   man  Chrißo  glaubet, 
alfo  erzeigt  man   die  lieb    den   necbften,   auch  wie   man 

ao  dem  nechften  hilft,  alfo  erzeigt  man  Chrifto  den  glauben, 
welcher  glaub  allein  in  Chrifto  und  in  feinem  wort  ift. 
Knecht.  Nun  wil  ich  anch  darzu  helfen  rathen,  daß  alles 
gelt  in  unfer  brAderfchaft  in  den  gemeinen  kaften  kum. 
Kern  er  in.   O  du  großer  narr,  laß  dich  überreden  1  haftu 

n  nit  gehört,  daß  man  allein  den  hausarmen  lenten  helfen 
wirt?  warum  wollen  die  frembden  darzä  helfen,  fo  in 
kein  troft  und  hilf  mitteilet  wirt? 

Bruder.     Das  were  nicht  evangelifch,   dan  es   fteet  ge- 
fchriben  zu  den  Galath.  am   vi  *ir  folt  tragen  einer  des 

so  andern  bürde.'  auch  Mat.  am  fibent  'alles  das  ir  be- 
geret,  daß  euch  die  leut  thun,  das  folt  ir  in  auch  tbfin, 
nicht  allein  euern  freunden,  fonder  auch  euem  feinden, 
habt  einander  lieb:  darbei  erkent  man  euch,  daß  ir  meine 
jüngere  feit. 

id  Meifter.  loh  hoft*,  meine  herren  werden  das  auch  wol 
betrachten. 

Knecht  Ich  beforg,  etlich  des  raths  feind  auch  nit  gut 
evangelifch. 


202 


Bruder.  Von  den  die  nit  gnt  evangdifch  feind,  fteet 
gefchriben  Act.  XXVIII  and  Efaie  am  vi  'mit  den  oren 
werden  irs  hören  und  nit  verßeen,  und  mit  den  au^en 
werdent  irs  fehen  und  nit  erkennen,  dan  das  herz   difes 

ft  Tolk«  ift  verftockt 
Meiller.    Es  ligt  nit  alles  an  den  papißen. 
Kemerin.    Ja,  lieber  meißer,  es  iß  nie  gefchehen,   wen 
ein   amptman  etwas  hat   aufgericht,    fo  dann  ein  ander 
kumpt,  der  zerreißt  es  wider. 

10  Meißer.    Ei  fo  muß  maus  ordenlich  aufrichten. 
Kemerin.    Ja  wen  der  eigen  nutz  nit  were,  dan  man- 
cher wurd  begeren  Torßeer  zu  fein,  daß  man  im  leihen 
fol.    auch  werden  die  reichen  allein  das  nutzen. 
Knecht    Es  were  gut,  daß  man  dem  vorkeme. 

15  Br&der.    Ach,  darzu  bedarf  man  allein  gottis   hilf,    als 
Johan.  am  xv  ßeet  *on  mich  kond  ir  nichts  thun.* 
Knecht.    Es  were  wol  gut,  daß  man  mefs  umb  gottes 
hilf  ließ  Gngen  und  lefen. 
Meißer,  Darzu  wil  ich  nit  rathen,  dan  der  fmm  Luther 

20  fchreibt  feer   erfchröcklich  und   graulam   ding  von  dem 
misprauch  der  mefs. 
Knecht    Ja,  wen  es  war  were. 
Bruder.    Ach,  es  iß  leider  zu  war. 
Kemerin.   Ich  wölt,  daß  der  teufel  den  Luther  mit  leib 

S5  und  feel  hin  fikret 
Bruder.    BehAt  in  got  und  alle  liebhaber  evangelifcher 
warhaitI 

Meißer.    Amen. 
Spuler.  Ach,  man  folt  pfaffen  und  munchen  alle  zu  tod 

10  fcblahen. 

Kemerin.     Man   folt  dir    einen    paurentreck    ins    maul 

fchlagcn. 

Spul  er.    Ja,  ich  mein,  die  pfaffen  und  munchen  feind 

dir  lieber  dan  gottes  wort  und  der  gemein  kaßen. 

36  Bruder.  Man  fol  die  pfaffen  und  munchen  nit  erfchla- 
gen,  fonder  got  für  fie  bitten  und  mit  in  ein  gedult  haben. 
Späler.  Aber  man  kaus  in  die  lenge  nit  mer  dulden, 
dan  fie  wollen  herren  fein  und  feind  lauter  petler. 


Brfider.  Du  fagß  recht,  man  fol  aber  fie  nit  zu  tot 
fchlageh,  fonder  in  und  andern  petler,  die  von  haus  z& 
haus  umblaufen,  nichts  geben,  dann  got  bat  den  pettel  in 
der  heiligen  gefchrift  verpoten,  als  Deuter,  am  XV.  Pro- 

&  yerbiorum  am  xxx.  Thimothei  am  xvi  Ifa.  am  v  und 
der  gleich. 

Knecht.  Hab  ich  doch  gehört,  man  fol  einem  ieklichen, 
der  pitten  ift,  geben. 
Brfider.    Das  ßeet  Luce  am  vi  'wer  dich  bit,  dem  gib,* 

10  wie  auch  Thobias  feinen  fun  lernet,  Thobias  KU  *du  folD; 
dein  angeficht  nit  wenden  von  irgent  einem  armen'  etc. 
das  ift  nicht  zu  verßeen,  als  muß  man  behalter  haben 
nnd  einem  ieklichen  gnug  geben,  dieweil  doch  den  geiz 
niemants  erfüllen  mag,  fonder  daß   man   fol  einem  iegli- 

15  eben  notturftigen   helfen  und   ratben,   wie   Chriftus  Mat. 
XXV  fpricht  Yurwar  fag  ich  euch,  was  ir  than  habt  einem 
under  difen  meinen  geringeßen  brfideren,  das  habt  ir  mir 
gethan.^ 
Knecht.    Es   were  gut,   daß  die  faule  lentspetler  auß 

»  dem  lande  oder  zu  der  arbeit  getriben  wurden. 

Brfider.  Älfo  hat  got  gepotcn  Gene,  m  *im  fohweiß 
deines  angefichts  folftu  nießen  dein  brot.  aber  wen  einer 
krank  wirt  oder  on  das  almufen  nit  wider  in  fein  vater- 
lant  könd  kommen,  fo  follen  wir  thun  als  der  Samarita- 

25  nus,  als  Luce  am  x.  fteet. 

Knecht.  Man  wil  aber  mit  dem  almufen  gefefaen  und 
gelobet  fein. 

Brfider.  Ja  wie  der  gleifner,  als  Luce  xvill  ftet,  der 
da  fprach  'got,  ich  fag  dir  dank,   daß  ich    nit   bin  wie 

90  die  andern  meufchen*  etc.  aber  es  ßet  Mat.  vi  'wen[^du 
almufen  gibft,  fo  laß  deine  linke  hant  nit  wißen,  was  die 
recht  band  tbut,  auf  daß  dein  almufen  verborgen  fei,  un  d 
dein  vater,  der  in  verporgenheit  ficht,  wirt  dirs  vergelten 
öffentlich.^   ach  wir  können  "für  gottes  angeficht  nit  kom- 

35  men,  als  Gen.  XLlii  ßet,  wir  bringen  dan  unfern  gerin- 
geßen brfider  mit  uns.  got  wirt  nit  geert  und  geliebt  on 
die  lieb  und  dienß  des  nechßen. 


204 


Knecht.     Ach,   wen   wir   einen   eyangelircben    prediger 
hetten,  alle  fach  ward  noch  gut. 
Kemerin.    Was  mangelt  dir  an  nnrerni  prediger? 
Knecht    Ach,  er  kan  nichts  anders  predigen  dan  'das 

•  ßeet  gefchriben  am  erßen  diftinx,  am  andern  diftinz.* 
Br&der.     Ach,  er  fteckt  der  jurißrei  und  Ibphiftrei  zu 
vol,  darumb  iß  im  fchwärlich,   evangelifch  sfi   predigen, 
dan  es  geit  einem  zu  fcbaffen,  der  etlich  jar  darauf  ftu- 
diert  hat 

10  Meifter.  Eis  iß  nit  leichtlicli,  auf  fchwar/  weiß  zu  malen. 
Bruder.  Chrißus  hat  uns  zu  den  PhilL  zft  den  Colo.  Ii 
gar  treulieh  gewarnet  fprechende  'fehet  zu,  daß  euch  nit 
widerfar  ein  raub  durch  die  philofophei  und  unnutze  ver- 
f&rnng  nach  der  menfchen  fatznng   und  nicht  nach  Chri- 

u  fti  lere. 
Kemerin.   Ach,  die  neu  lere  wirt  noch  große  zwitracht 
und  aufr&r  machen. 

Maißer.   Ja  den  menfchen,  die  gottes  wort  nit  annemen 
und  gar  wenig  oder  gar  nichts  an  die  predige  geen.   da- 

so  rumb,  liebe  kemerin,  laß  von  deinem  annutzen  gefohwetz ! 
Bruder.  Ja,  annutz  gefchwetz  ift  verpoten,  als  zfi  den 
£phefier  am  iiir  ßet  '  laßt  kein  faul  gefchwetz  auß  eurm 
mund  geen*,  dan  all  fchwetzer  fein  eitel  tenfel  geneot, 
wie  fanctus  Petrus,  fo  fie  die  goüich  and  br&derlich  lieb 

M  verhindern  wollen. 
Knecht.    Ift  dan  Tant  Peter  ein  tenfel  geweft? 
Bruder.  Ja,  als  Mat  am  xvi  fteet,  do  Chrißus  anzeigt 
den  jungern  fein  zukunftig  leiden,   fo  für  in  Petrus  an 
und  fprach  'herr,  fchon  dein  felbft!  das  widerfare  dir  nur 

30  nicht!'  aber  Chrißus  wand  fich  umb  und  fprach  'heb  dich, 
Sathan,  von  mirl  du  biß  mir  ergerlich,  dan  du  meineft 
nicht  das  gotlich  fonder  das  menichlich  iß.' 
Maißer.  Haftn  das  gebort,  kemerin,  fo  ßoß  dich  daran! 
Kemerin.    Ja,  ich  habs  gehört   aber  folten  die  all  teu- 

3&  fei  fein,  die  Widerreden  der  neuen  lere  und  dem  gemei- 
nen kaßen,  fo  were  ir  vil  hie. 
Bruder.     Chrißus,  und  ich  nit,  hat  das  gefagt 


205 


Meißer.     Waiftu   dich  des,   mein   liebe  kemerin,   nicht 

fchuldig? 

Kemerin.    Ja  ich  weiß  und  gib  mich  des  fchuldig. 

Maifter.    Darumb  red  nicht  mer  wider  die  heiligen  ge- 

&  fchriflt  und  den  gemeinen  kaften. 
Kemerin.  Ja  ich  wil  mein  leben  lang  nimmer  mer  dar- 
wider  reden. 

Meifter.  Du  haft  auch  den  br&der  Heinrich  einen  ent- 
laufen munich  geheißen,    bit  es  im  ab! 

10  Kemerin.    Ich  hab  das  im  zom  geredt,  lieber  br&der 
Heinrich:  verzeich  mir  und  biß  fontag  zeche  mit  uual  ich 
wil  dir  ein  maß  weins  bevor  geben. 
Br&der.    Belan,  ich  wils  thun,  aber  ich  wird  mit  dir 
handeln  nach  dem  fpruch  1  Thefla.  v  alfo  lautende  'wir 

i&  pitten  euch,  lieben  br&der,  ermanet  die  ungezogen,  tro- 
llet die  kleinm&tigen,  nempt  an  die  fchwachen,  feit  gedul- 
tig  gegen  iederman«'  ach,  es  ill  zeit,  daß  ich  heim  gehe. 
Knecht.  £i,  bleib  noch  ein  weile  und  lag  mir,  ob  ich 
zfim  facrament,   fo   man  das  nit  in  zweierlei  geßalt  ift 

»  geben,  fol  geen. 

Bruder.  Biß  fontag  wil  ich  darvon  fagen.  ich  mfiß 
iez  heim  geen.  aber  wir  alle  follen  bitten  got  den  al- 
mechtigen,  daß  er  feine  fterk,  gnad  und  Weisheit  unfern 
benrn  und  der  ganzen  gemein  wöl  verleihen,   damit  die 

2s  gotlich  und  br&derlich  lieb  werd  betracht  mit  einem  gu- 
ten anfang,  peßer  mittel  und  aller  beßem  end.  darzu 
helf  in  got  der  vater,  got  der  fun  und  got  der  heilig  geiß. 
amen,  damit  bewar  euch  got  und  habt  mir  nichts  für 
ubell 

so  Meifter  und  knecht.  Got  behfit  uns  vor  übel  und 
bewar  dich  got  auchl 

Bräder.  Amen,  mein  liebe  kemerin,  rede  nicht  mer 
wider  den  gemeinen  kaßen,  fonder  verkauf  das  dein,  als 
Mat.  am  ix.  ßat,  und  reiche  es  armen  leutenl 

36  Kemerin.    Ich  wil  dir  fonß  gern  volgen,  aber   daß  icb 
das  mein  lol  verkaufen  und  armen  leuten  geben,  da  über 
wil  ich  fchlafen. 
Br&der.    Got  erleucht  dich  und  uns  allel 


206 


Kemerin.    Amen« 

Knecht.     Got   fei  lob    und    dank,    daß   ir  zwei  wider 

eins  feit. 

Kemerin.    Mein  lieber  meifter  und  mein  lieber  knecht 
»  Ruprecbt,  ich  bit  euch  umb  gottes  willen,  vergebt  mirs, 

daß  ich  euch  erzürnet  hab. 

Maißer  und  knecht.    Vergeh  uns  got  unfer  fund! 

Kemerin.    Amen. 

Maißer.     Wil  gleich  heut  am  freitag  zum  wein  geen. 
io  Knecht.     So  wU  ich  mir  ein  maß  pirs  laßen  holen  und 

kes  und  prot  darzu  eßen. 

Kemerin.     Du  haß  heut  nii  wol  geßen.   laß  ein  fierteil 

holen,  fo  wil  ich  uns  ein  pierfuppen  machen  und  kuch- 

lein  darzu  pachen. 
15  Knecht.    Gee  hin,  fpuler,  und  hol  uns  ein  fierteil  pirsl 

Kemerin.    Gee  hin,  lieber  Tun,  und  vergib  mirs  auch! 

ich  wil  nichts  mer  wider  dich  thun. 

Späler.   Ja,  mein  liebe  kemerin,  und  vergib  mirs  auchl 

Kemerin.     O  ja,  gans  gem. 
so  Knecht.    Dank  hab,  mein  lieber  bruder  Heinrich,  daß 

du  uns  alfo  einig  haß  gemacht. 

Meißer.    Gottes  wort  hat  alfo   gewurkt     got  fei  lob, 

ere  und  dank!  amen. 


X. 

DIALOGUS  VON  DER  ZWITRACHTUNG  DES 

HAILIGEN  CHRISTENLICHEN  GLAUBENS  NEULICH 

ENTSTANDEN  DARIN  DER  MENSCH  UNDERRICHX 

WIRT  WIE  ER  SICH  IN  DENEN  UND  ANDERN 

IRRTHUMBEN  HALTEN  SOL. 

Widerumb  fleißig  überlefen  gebeßert  und  gemeret. 


Perfonen  die  in  difem  büechlin  reden. 
Ain  lai.    Ain  prieAer.    Chrißus.   David.    PanluB.  Moifes. 

Johannes. 


Der  lai.  Es  feind  neulich  die  chrißen  im  glauben  zwi- 
trecbtig  worden  und  fchreibent  der  maßen  wider  ainan- 
der,  daß  fi  mich  auch  irrig  gemachet  habent,  alfo  daß 
ich  nit  waiß,  was  oder  wem  ich  glauben  Fol.    ainer  gibt 

6  dem  Luther  recht,  der  ander  dem  bapft.  fo  hon  ich  des 
gfit  und  urküntlich  wißen,  daß  etlich  umb  gelt  gefchri- 
ben  und  geprediget  habent,  was  man  gern  gehört  hat  fo 
dann  die  weit  als  falfch  ift,  wil  ich  niemants  glauben, 
fonder  nur  was  die  chriftenlich  kirch  glaubt 

10  P  r  i  e  ft e  r.    Was  gelaabt  ß? 
Der  lai.    Ich  waiß  nit 
Prießer.    Bißu  denn  fo  ain  richtiger  Chriß? 
Der  lai«    Wie  fol  ich  im  thfin?  ich  bin  nit  gelert 
Prießer.    Bedarfeß  darumb  das  ewangelium  nit  wißen? 

15  es  iß  nit  gen&g  daß  du  gelaubß:  du  muß  die  werk  auch 
thfin. 
Paulus.    Der  glaub  on  die  werk  iß  niendert  lur. 


208 


Chridus.  Nit  ain  ieder  der  z&  mir  fpricht  'herr,  herr* 
Wirt  eingon  in  das  reich  der  himel,  aber  welcher  thut  den 
willen  meins  vaters  der  in  den  himeln  iß,  der  felbig  wirt 
eingon  in  das  reich  der  himel.     Math.  7. 

5  Prießer.  Wie  thuft  du  feinen  willen,  fo  du  das  ewangeli 
und  ander  der  zwölfpoten  gefchrift  nit  kauft? 
Der  lai.  Mich  bedunkt  in  meinem  fin,  ich  thue  ganz  recht. 
Paulus.     Wir  bitten  aber  euch,  br&der,  durch  die  Zu- 
kunft unfers  herren  Jefu  Chrifti  und  unfer  verfamlung  in 

10  im,  daß  ir  nit  bald  bewegt  werden  von  euern  finnen  oder 
nit  erfchreckt  werden  weder  durch  gaift  noch  predig,  noch 
durch  epiftel,  als  ob  fi  durch  uns  gefendet  fei,  daß  euch 
niemant  veriuer  ainicherlai  geßalt.    Theflalonicenf.  2. 
Der  lai.     Wer  wirt  uns  verfueren? 

15  Paulus.    In  den  letßen  zeiten   werden  etlich  abweichen 
von  dem   glauben,  aufmerkende   den   gaifteft  der  irrung 
und  leren  der  teufel  die  lugen  reden  etc.,   verbieten  den 
eelichen  ßand.    1  Timoth.  4. 
Der  lai.    Die  prophecei  ift  fchon  ains  tails  erfult  wor- 

20  den,  dann  die  prießer  haben  nimme  eeliche  weiber.  mich 
bedunket  aber,  es  wer  vil  beßer,  fi  hettens  noch,   fo  be- 
liben   manches  bidermans  weib  und  kind  frum,  dann  fi 
kommen  leicbtlich  hinder  fi  in  der  beicht. 
Paulus.   Es  fol  ain  bifchof  ain  man  ains  weibs  fein  etc. 

s&  1  Timoth   3. 
Prieller.     Die  bäpft  habens  aber  uns   verboten  und  ift 
Caliztus  freilich  der  erß  gewefen. 

Der  laL  Mit  der  weis  wern  fi  die  gewefen,  die  vom 
gelauben  abgewichen  feind,  wie  Paulus  ies  gelagt  hat 

aoPriefter.    Schweig  der  red! 
Paulus.   Und  abbruch  ze  tbän  mit  fpeis  die  got  befchaf- 
fen  hat,   zu   empfahen   mit  dankfagung   den  feiigen  und 
denen   die  erkent  haben   die  warhait,  fo   doch   ain  iede 
creatur  gut  iß,  und  nichts  hin  ze  werfen  das  mit  dank- 

3&  faguDg  empfangen   wirt,   dann  es  wirt  gehailiget  durch 
das  wort  gotes  und  gebet. 

Der  lai.  Si  feinds  warlich,  dann  fi  hond  flaifch  und 
aier  zu  etlicher  seit  verboten. 


209 


Priefter.  Red  nit  zfi  vil!  dv  verftaft  es  nit:  oder  man 
th^t  dich  in  den  ban. 

Der  lai.  Herr,  aUmechtiger  goi,  woH  ich  dennodit  gern 
wißen,  wer  die  feind,  die  uns  verffiercn  werden,  der  Lu-» 

5  ther  oder  bapft,  damit  ich  mich  wift  zu  h&ten. 
Chriftus.    Si  werden  Tchwer  nnd  unträ^ich  bürden  auf 
der  menfcfaen  fchultem  binden,   aber  mit  iren  fingern  nit 
anrfiren.    Math.  23. 
Der   lai.     Herr,   das  thfint  warlich  die  oberften  priefter, 

10  dann  fi  haben  das  flaifch  verboten  und  eßens  doch  felbs 
in  der  faften  und  sä  andern  verboten  Zeiten,  und  ich  main 
ernßüch,  herr,  fi  feien  die,  von  denen  du  iez  gefagt  haß, 
und  fi  feien  auch  die  die  uns  verlieren  werden,  dammb 
gib  uns  ain  worzaichen,  daß  wir  fi  recht  miigen  erken- 

15  nen  und  uns  vor  inen  h&ten. 
Chriftus.     Auß    iren   fruchten    werden  ir    fi   erkennen 
Math.  7. 

Der  lai.  So  fihe  ich  laider  nit  vil  gSts  von  der  prie- 
fterfchaft.     fi  waiden  fich  felbs  und  nit    die  fohaflen,  fi 

20  enziehen  uns  ftits  unfer  leibnarung.  iez  mfiß  man  in 
das  geben,  iez  Jens,  und  folten  doch  nur  vom  zehenden 
leben,  fo  geben  fi  uns  das  facrament  und  anders  nit  on 
gelt,  als  du  in  geboten  haft,  und  folten  wir  immer  on 
fterben.     darzfi   wenn  wir  von  dem   ewangeli  reden,   fo 

8&  haißen  fi  uns  winkelprediger  und  m&gen  nit  leiden,  daß 
wir  darvon  fagen. 

Chriftus.  Ich  fag  aber  euch,  es  fei  dann  daß  euwer  ge- 
rechtikait  iiberflüßiger  fei  dann  der  fchreiber  und  gleichf- 
ner,   fünft  werden  ir  nit  kernen  in  das  reieh  der  himel. 

ao  Math.  5. 

Der  lai.  Darumb  wirt  mir  not  fein,  daß  ich  der  fach 
weiter  nachfirag,  damit  daß  ich  nit  vileicbt  gar  dem  End- 
chrift  aiihang  und  feiner  verföerung  nacbvolge.  wie  fol 
ich  doch  den  f eibigen  erkennen,  wenn  er  mir  zfikompt? 

»6  Paulus.  Er  wirt  erhöcht  und  geert  über  alle  ding  das 
da  got  ift,  wirt  im  tempel  gottes  fitsen,  fich  erzaigen  als 
ob  er  got  fei.     2  Thefl^Ioniconf.  2. 

Der  lai.  Es  ift  vileicht  der  bapft,  det  fitzt  in  fant  Peters 

14 


310 


Idrohen  zSl  Rom  oncl  wirt  ain  irdifoher  got  gebaißeti  und 
erlich  und  hoch  gehalten,  alfo  dal^  man  in  tragen  muß 
and  in  den  aller  hai%ißen  haißen,  das  eririeh  vor  feinen 
£&ßen  und  feine  ffiß  küffen,  es  wer  aim  engel  gnfig:  fo 

5  hat  got  folich  prenk  und  hoffart  von  dem  oberften  engel 
nit  leiden  wollen,  er  ficht  im  nit  ungleich,  darumb  waiß 
ich  fchier  nit,  wie  im  ift. 

Priefter.  Es  feind  vier  lerer  der  chriftenlichen  kirchen, 
die  künden  dich  wol  berichten,  wes  du  irr  gaft;  doch  fo 

10  lert  der  bapft  recht 
Der  lai.    Ir  geben  atnander  felbs  zenknus  und  machen 
uns  alfo  irr.    feind  fi  dann  leerer  des  glaubens,  bat  man 
in  doch   recht  und  wol  gelert,   ee  daß  man  gewift  bat, 
wer  die  vier  gewefen  feind.    darzä  ßat  gefchriben  1  Ti- 

15  moth.  1  'es  irren  etlich  am  rediten  glauben  und  w^en 
dennocht  lerer  des  chriftenUchen  gelatz  gehaißen  fein  und 
verftond  nit,  was  fi  reden  noch  betteten.*  fo  hond  ir  et^ 
lieh  ir  irrung  felbs  bekent  und  b&oher  darvon  gefchriben, 
daß  die  zwolfyoten  und  propheten  nit  gethon  haben,  da- 
to rumb  wil  ich  kain  doctor  und  fohreiber  außerhalb  der 
bibel  annemen. 

Priefter.     Wolteft  dn  des  vil  treiben,  fo  wirt  man  dich 
in  der  beicht  nit  abfolvieren. 
Der  lai.   Ir  werden  demiooht  Panlum  nit  zfi  aim  lügner 

ts  machen. 

Priefter.     Es   machet  in  niemant   z&  aim  lugner.     du 

m&ft  in  aber  auch  redit  verfton:   er  bat  den  liuther  ge* 

maint. 

Der  lai.  Wie  kan  das  gefein?  begeret  doch  der  Luther 

90  nur  zu  dem   hailigen  ewangeli  und    darbei  z&  beleiben, 
aber  du,  o  herr  unfer  erlofer,  fprieh  bie  urtail,    damit 
niemant  dem  falfchen  und  ungerechten  glaub. 
Chriftus.    Weldier  entlediget  ains  meiner  mindiAen  ge- 
boten und  leret  die  leut  alfo,  der  wirt  der  mindeft  gehai- 

M  ßen  in  dem  reich  der  himel.    Hat  5. 
Moifes.    Verflfloht  fei  der  nit  beleibt  in  den  fennonen 
des  gefatz  und  fi  volbringt!  und  loflen   alle  Völker  fpre- 
chen  amen.     Deutero.  27. 


211 


Der  lai.  Darumb  fol  man  dem  glauben,  der  dem  ewan- 
geK  am  nechßen  zä  lendet,  und  das  thät  der  Luther,  fo 
wil  ich  anch  darbei  beleiben  und  kain  ander  gelate  oder 
glauben  aufnemen. 
6  P riefte r.  So  wirt  man  dich  nit  abfolTiern,  fonder  in 
ban  thän. 

Chrißns.  We  euch,  fcbreiber  und  gleiohfner,  die  da 
Isäfchließen  das  reich  der  himel  Tor  den  menfohen,  dann 
ir   komen   nit  darein   und  laßen  niemant  darein  komen. 

10  Math.  23. 

Der  lai.  So  wil  ich  lägen,  wa  ich'ain  beichtvater  find, 
der  mich  gern  abfolvier. 

David.  Beichten  dem  herrn,  der  himel  und  erd  befchaf- 
fen  hat,  dann  fein  barmherzikait  ift  ewiklich! 

15  Prießer.  Der  bapft  hat  gewalt  alle  gefatz  Chrifti  zer- 
brechen und  machen  wie  er  wil. 

Der  lai.  Es  ift  g&t  zä  glauben,  daß  got  der  priefter- 
fchaft  nit  hab  gewalt  geben,  fein  gefatz  zä  brechen  oder 
ain  anders  machen,  fonder  zä  hanthaben.     auch  fo  lauten 

15  die  wort  Chrifti  und  Moili  hie  oben  und  an  andern  orten 
nit  alfo.    ir  nemen  euch  des    gewalts   nur   felbs  an.    ir 
möchten  fchlecht  verftendig  lent  als  irr  machen,   daß  fi 
nit  wiften,  wen  fi  hören  folten. 
Johannes.     Welcher  got  kennet,  der  hört  uns.   welcher 

90  nit  auß  got  ift,  der  hört  uns  nit.  in  dem  erkennen  wir 
den  gaift  der  warbait  und  gaift  der  irrung.  1  Johan.  4. 
Der  lai.  Nun  hon  ich  auß  difen  und  allen  andern  wer- 
ten wol  verftanden  und  auch  klerlich  Math.  23  und  1  Jo- 
han. 2  gelefen,   daß  die   Terf&rer    auß  der   priefterfcbaft 

to  entfion  werden ;  und  ift  gfit  zä  glauben ,  dann  es  fchreibt 
niemant  faUch  denn  die  fcbreiber.  wer  wolt  auch  falfch 
leren  und  predigen  dann  die  lerer  und  predigen  fo  fihe 
ich  auch  nit  anders,  wenn  ich  das  ewangeli  mit  den  pfaf- 
fen  wölt  außfechten,    fo   m&ft  ich   nimmer   fchwert   ein- 

95  Recken,  nun  wil  ich  ie  bei  den  prophetem^  und  apoßeln 
bleiben,  dann  ich  bin  berichtiget,  daß  Thomas  von  Aquin 
(der  felbs  ain  brunn  der  hailigen  gefchrift  geachtet  was) 
vil  gefcbriben  hab,   doch  an  feinem  letften   end  verfigen 


212 


fei,  die  bibel  an  feine  arm  genomen  and  gefprochen  'ich 
glaub  was  in  dem  bAcb  Hat',  fo  wil  ich  ainem  ieden  ra- 
ten, daß  er  auch  darbei  beleib  und  all  ander  doctores, 
fcbreiber  und  lerer  unnötig  achte,  dieweil  niemant  on  den 

5  hailigen  gaift  volkomenlich  fchreibt.  ich  hon  darför,  die 
zwölfpoten,  die  gefchriben  haben  durch  einfprechung  des 
hailigen  gaifis,  haben  nit  vil  vergeßen  oder  verfaumpt, 
das  die  münchdoctores  erft  herf&r  bringen  wollen  und 
gebracht  haben,    fo  bedürft  es  nit'  vil  difputierens,   daß 

10  man  denen  und  andern  irrungen  furkomen  möcht.  wenn 
die  prielterfchaft  das,  ewangeli  und  epiAel  der  zwölfpoten 
prediget,  wa  uns  das  felbig  hin  wis,  folten  wir  billicli 
auch  nachkomen;  doch  daß  fi  uns  mit  irem  glofiern  und 
außlegen  unbekinnert  ließen  und  bezeugten  fich  mit  kai- 

u  nem  lerer  außerhalb  der  bibel,  als  mit  Scoto  und  Thoma 
von  Aquin,  mit  Bernharde,  Ambrofio,  Bonaventura,  Augu- 
ßino  etc.,  noch  nit  mit  haiden,  als  mit  Arißotele  und 
Averroe  und  andern  mer  der  gleichen,  die  nit  dureh  den 
hailigen  gaiil  gefchriben  haben,  dann   fi  fagen  nit  alweg 

90  gleich«  fo  entfpringt  unglaub  darauß,  es  ficht  oft  ain 
ding  aim  gäten  gleich  und  iß  bös:  £6  nrtailet  auch  ma- 
niger  ain  ding  recht,  der  ander  fpricht,  es  fei  nit  recht, 
dann  alle  menfchen  feind  lugenhaftig,  fpricht  David«  fo 
hat  man  in  baiden  tefiamenten,  daß  niemant  feinem  köpf 

2&  und  gedunken  nach  predigen,  leren  noch  glauben  fol,  nit 
beßern  noch  böferen,  fonder  der  hailigen  gefchrift  nach- 
komen, wi  fi  außweifet,  nit  daß  wir  mainen,  wir  k&nden 
baß;  und  m&ft  uns  auch  die  prielterfchaft  kain  fabel  (als 
Paulus  leret)  furhalten.    wir  lefen,  daß  got  der  herr  die 

so  Übertretung  und  Verachtung  feiner  gebot  hertiklich  geftra- 
fet  hat:  das  loUen  wir  billich  zu  herzen  n^nen,  daß  uns 
nit  auch  der  gleichen  gefchech,  als  dann  vor  äugen  iß, 
nit  von  der  bibel  zä  weichen  und  kain  uider  gefata  und 
glauben  annemen,  ob  fchon  ain  engel  von  bimel  herab 

as  keme  oder  Paulus  felbs,  wie  Paulus  Jagt,  der  uns  anders 
leret  denn  fi  uns  vor  gelert  haben,  fonder  foU  verdamuDg 
und  Verfluchung  fein. 


XL 

AIN  SCHÖNER  DIALOGÜS  ODER  GESPRECH 

SO  AIN  PREDIGER  MÜNCH  BEMBUS  GENANT 

UND  AIN  BÜRGER  SILENüS 

UND  SEIN  NARR  MIT  AINANDER  HABEN. 


Bembns.    Bona  dies,  weifer  herr. 

Silenus.  Gnad,  herr  der  cuftor.  wie  zeucht  euwer  wirde 

fo  M  umb? 

Bembus.    Herr,  es  war  vil  darvon  z&  redeif  und  würd 
5  weil  brauchen,  darumb  wil  ich  euch  fleißig  bitten,  mir 

advertenz  zfi  geben. 

Silenus.    Herr,   ir  wißt,   daß   ich  euch   und   euwerem 

gotshaus  allweg  berait  bin  zS  dienen;  darumb  redent  was 

ir  wolt.     kan  ich  euch  dann   etwas   darin  beholfen  fein, 
10  (oH  ir  darför  haben,  daß  ich  fleiß  wurd  ankeren,  als  ob 

es  mein  aigne  fach  war. 

Bembns.  Gnad,  weifer  herr.  ich  waiß  wol,  ir  folt  auch 

glauben,   daß  ich  und  meine  brftder  nichts  g&ts  thfind, 

euwer  tail  fei  auch  darbei. 
»  Narr.  Freßents  felbs  was  ir  thfLndl  gebeut  meinem  her- 

ren  nichts  darvon  I 

Bembus.    Herr,  der  narr  hat  etwas  gefagt,  ich  waiß 

nit  was.  ich  mocht  leiden,  daß  er  vor  der  ftuben  daußen 

wer.    ich  forcht,  er  werd  merken,  was  wir  handleten. 
10  Silenus.     Ei,    er  redet  wider  fich  felbs  alfo.     er  verftat 

nichts,    feind  nur  on  forg! 


214 


Bembns.  Nun,  weifer  herr,  aamit  und  ir  verftandent, 
warumb  ich  da  fei,  fo  wißt  in  kürz,  daß  mich  mein  wir- 
dig  berren  prior  und  fubprior  prediger  zfi  euwer  weia- 
hait  fchicken,   rat  und  hilf  bei  euch  z&  fachen,   dann  es 

&  wil  uns  laider  neher  gon  dann  fünft  iemants. 
Narr.     Das  geb  gotl  ich  furcht  aber  nur,  es  werd  un- 
derßanden. 

Silenus.  Ir  furchten  euch  fünft  als  übel:  es  ßat  noch  woL 
Narr.    Ja  laider,     got  erbarms!   ich  hoff  aber,   es  werd 

10  fchier  beßer  werden. 

Bembus.    Euwer  weishait  waißt  wol  was  iez  vor  äugen 
ift.     aber,  herr,  darf  ich  reden  was  mir  not  ift? 
Silenus.    Warumb  nit?  wenn  ich  wifte,  daß  ir  das  ver- 
trauwen  nit  zfi  mir  betten,   daß  ich  fchweigen  künde,  fo 

15  m&ft  mich  reuwen  was  ich  euch  ie  geben  hab.    ir  wißt, 
daß  ich  euch  oft  vil  geben   hab  und  hab  mein  fchwefter, 
br&der  und  ander  gefipt  freund  not  laßen  leiden. 
Narr.    Das  hat  dich  warlich   das  ewangeli  noch  Paulas 
nit  gelert:  darumb  hab  dir  den  Ion,  gib  mir  nichts  danron! 

>o  Bembus.  Herr,  wir  wollen  iezund  nidits  von  denen 
dingen  reden,  wir  wißen  wol,  daß  wir  euch  vor  ieder- 
man  foUen  vertrau  wen.  nun  aber  daß  ich  es  kür&e,  fo 
merkt  mir  zu!  ir  bort,  was  der  ungelert  gugelfritz  Mar- 
tin Luther  zugericht  hat  mit  feim  anhang,  als  der  Bothe* 

25  rodamus.  ich  wen,  er  haiß  Te  deum  laudamus.  es  baißen 
in  unfer  br&der  alfo. 

Narr.  Hör  ainer  den  fodomitifchen  bfiben  z&l  fi  nach- 
nament  die  frumen  leut  und  haißen  den  Luther  ain  gu- 
gelfritzen.   nemen  lie  fi.ch  felbs  bei  der  nafen:  fi  feind  doch 

30  felbs  nit  all  glasfchön. 

Bembus.  Item  was  auch  der  Bodenßain  und  der  von 
Hütten  (der  waißt  doch  unfern  gehaim  gar)  und  vil  an- 
der mer,  deren  namen  zfi  erzelen  zfi  lang  wer,  zfigericht 
haben,  mit  dem  fo  fi  fich  underßond  mer  von  got  zfi  hal- 

86  ten  dann  vom  bapft.  item  ft  wollen,  das  ewangeli  fei 
mer  dann  die  doctorcs  die  darüber  gefchriben  babent 
mit  dem  haben  fi  gemachet,  daß  man  auf  unfern  Thomam 
und  auf  der  Barftßer  Scotum  nichs  oder  gar  wenig  halten 


215 


wil,  fo  &  dooh  wariich  hulig  lerer  ieind.  und  wenn  fi 
nit  geTchriben  betten,  fo  känd  man  das  ewangeli  und 
Paulom  nit  verAon« 

Narr.    Wenn  liegen  ain  orden  wer,  fo  wolt  icb  lengft 
&  apt  fein  worden,  wenn  icb  Ibbon  nocb  als  narret  wer. 
aber  icb  maß  micb   nit  merken  laßen,    icb  wil  gfit  fpil 
boren. 

Bern b US.  Das  bat  unfer  vater  prediger  wol  bedacbt  und 
faß  darwider  gefcbrien  und  geprediget,  und   das  nit  auß 

10  aignem  köpf,  fonder  er  bat  an  die  bend  genomen  jnnker 
Ecken,  den  Empfer,  den  Mumar  mit  leim  fobaobzabel  und 
den  Fetzelumper  von  Tübingen,  der  aueb  mer  vom  Tar- 
taret  belt  dann  von  Paulo* 
Narr.    Das  geb  im  got  die  leus  in  die  baut  bineini  icb 

»  main  aber,  man  bab  im  das  wapen  vor  ain  mal  fifiert. 
Silenus.    Das   frind   warlicb  gelert  lent  und  befonder 
der  zä  Tübingen,  den  ir  den  Fetaelnmper  .nennent.    icb 
wen  aber,  er  baiß  doctor  Lemp,  iß  mir  anders  recht 
Bembus.    Ja  warlicb,  er  baißt  alfo.   daß  mirs  got  ver- 

»  geb,  daß  icb  in  alfo  genent  babi  icb  bon  ficber  gemaint, 
er  baiß  der  Fetzelumper,  mm  aber,  weifer. berr,  bedunkt 
uns,  es  wöll  alles  nichts  helfen,  was  des  Luthers  wider- 
fecber  fchreiben,  fonder  fein  ding  wil  .ain  förgang  haben, 
das  uns  dann  zä    aim  großen  fobaden  dienet,     und  als 

»  ich  bor.  Üb  klagt  Heb  der  pfanrer  auch,  man  wol  nimmer 
als  faft  opfern  als  vor  zeiten.  nun  het  es  kain  not,  wir 
beten  dennodbt  zfi  eßen.  unfer  alt  vordem  haben  wol 
gebaufet,  haben  eben  vil  zins  und  gült  kauft,  fo  haben 
wir  vil  geftifter  jartag,  die  tragen  uns  ain  jor  in  das  an- 

30  der  wol  biß  in  die  vier  hundert  guldin.  auch  fo  wißen 
die  pauren  an£  dem  land  noch  nit,  wie  die  lach  ftat«  da 
laasien  wir  auch  ain  erbere  bab.  und  wenn  wir  nichts  bet- 
ten dann  das  felbig,  fo  beten  dennoch  unfer  dreißig  ain 
berlich  außkomen.    nu  aber  die  all  iez  genant  rent  und 

B5  gült  haben  wir  alle  jar,  on  das  das  uns  die  andechtigen 
brfider  und  fobweftern,  unfers  ordens  liebbaber,  und  ander 
gfit  freund  fchenkent  und  teglich  gebent,  als  ir  wol  wi- 
ßen, wer  uns  jerlioh  auch   nit  ümb  ain  klains  fail.    das 


216 

felbig  ift  mer  dann  wir  niemants  lagen  dann  ench  allain. 
das  alles  kan  man  uns  nit  nemen.  nimpt  mans  uns  fclion 
ain  jar,  fo  haben  wir  es  das  ander  jar  wider. 
Narr.  Wolt  got,  daß  fo  vil  Juden  fiir  euch  im  kloßer 
&  weren!  fi  würden  gemainer  Hat  nit  fo  fchedlich  fein. 
Bembus.  O  herr,  darf  ich  außlaßen,  darf  ich  euch 
trauen?  iez  gat  es  eril  an  das  recht,  darumb  ich  z&  euch 
bin  komen« 

Narr.    Hör  zä!  fi  hond  gewis  ain  fchatz. 
10  Silenns.    Warumb  wolten  ir  mir  nit  trauen?   es  fol  als 
verfchwigen  fein  als  fagten  irs  den  ßainen. 
Bembus.    O  hailiger  Dominice,  hailiger  Thoma,  gebent 
mir  ein,  was  ich  reden  fol,  damit  ich  im  nit  zö  tU  noch 
2Ü  wenig  thüL 
u  Narr.    Wenn  du  den  fchneider  von  Bern  mit  fein  brfi- 
dem  anr&ftefi,  die  möchten  dir  wol  helfen.    &  feind  groß 
marterer:  die  zwen  feind  nur  beichtiger. 
Bembus.   Lofent,  herri  der  narr  lagt  warlich  von  Bern. 
Silenus.    Er  ift  euch  gleich  als  dem  der  die  gaiß  ftaL 
•0  der  narr  redt  im  fchlaf. 

Bembus.   Nun  wolan,  es  möß  gleich  herauß.    Ir  haben 

gehört   das   einkomen  das  wir  jerlich  haben,     über   das 

alles  haben  wir  etlich  taufent  guldin  in  aim  großen  baie- 

rifchen  hafen  in  unferm  doüer  vergraben  und  haben  in 

M  iez  am  vierden  ort.     wir  furchten,   es  habens  die  br&der 

gemerkt   (wann  es  wißens  nur  unfer  vier),  die  möchten 

uns  vileicht  ain  gefchrai  ins*  volk  pringen,  die  weU  man 

uns  iez  ßinß  nit  hold  ift,   daß  man  uns  das  gelt   aUes 

nem,  dann  wir  th&nd  nit  alweg  das  den  gemainen  br&. 

w  dem  gefeit    wir  eßen  oft  in  den  ft&blein  baß  dann  fi  im 

refent,  und  billich,  als  die  voi^enger  im  cloßer. 

N  arr.  Ja,  mir  ift  kain  zweifei,  ir  eßen  oft  forhenen  und 

hocht,  fo  die  korefel  kaum  ain  bering  eßen. 

Silenus.   Was  fol  ich  darzfi  thun?  künden  ir  in  nit  he- 

u  halten? 

Bembus.     Wir  furchten,  es  gefchech  uns,  wie  vor  auch 

brüdem  unfers  ordens  gefchehen  ift,  — 

Narr.    Gefchicht  es  nit,  fo  ift  es  mir  von  herzen  laid. 


217 


Bembus.  daß  man  uns  das  gelt  nem  und  laß  uns  den 
hafen.  das  wer  dennocht  das  mindeß,  wir  wolten  bald 
anders  gefamelt  haben;  wir  werden  aber  den  lenten  in 
hals  kommen,  daß  man  uns  gar  nichts  mer  wirt  geben. 

5  Narr.  Wenn  es  niemants  wiß  dann  ich,  fo  mftft  es  euch 
dennocht  fcbaden.  ich  wü  nit  lenger  fchweigen  dann  biß 
ich  an  markt  kern,  fo  wil  ichs  niemant  fagen  dann  ieder- 
man.    es  waißts  warHch  der  recht. 
Bembus.     Ich  wolt  euch    von   gemaines  convents   und 

10  gotts  willen  bitten,  daß  ir  fo  wol  theten  und  den  hafen 
mit  dem  gelt  zu  euwern  banden  betten  genomen  und  uns 
den  felben  behalten  als  ob  er  euer  wer,  biß  der  ftrudel 
hinüber  kern,  und  uns  alain  euwer  handgefchrift  darumb 
geben,    das  alles  weiten  wir  und  der  ganz  convent  umb 

15  euch  verdienen,  dann  wir  künden  nit  rechnen,  daß  wir 
das  gelt  erretten  mügen  noch  kiinden.  fo  wißen  wir  in 
der  Hat  niemants,  dem  wir  baß  vertrauen  dann  alain  euch. 
Silenus.  Wirdiger  herr,  es  wil  mir  nit  züfton,  euwer 
gelt  zS  behalten,  fonderlich  dieweil  es  fo  vil  ift,   es  wer 

90  dann  ain  gnldin  oder  hundert  ongevarlich.  ich  wil  euch 
aber  ain  guten  rat  geben,  ir  habt  ain  erfamen  rat  hie, 
hinder  den  legent  esl  da  ligt  es  licherer  dann  hinder  mir. 
Bembus.  O  herr,  fcbweigent  der  redl  fagent  nichts 
dirvon!    es  feind  ir  vil  uns  nit  faß;  hold,   und  dennocht 

3&  die  die  vornen  daran  fitzen. 

Narr.   Das  walt  der  teufel!  ir  kbndens  wol  verdienen. 
Silenus.    Ir  mainent  es  fnnft  alfo.    es  ift  ir  kainer,  er 
günn  euch  alles  gfits. 
Narr.    Ja  das  feur  oder  den  galgen. 

so  Bembus.  Ich  wils  dennocht  nit  abfchlahen.  fie  günnen 
uns  gäts,  aber  wir  wollen  unfer  gelt  nit  hinder  fi  legen, 
fonder  hinder  euch,  und  wollen  das  nit  umb  fnnft  bege- 
ren.  wir  haben  zwai  feßlin  gfits  welfchs  weins:  da  wol- 
len wir  euch  ains  fchenken  und   euwer   hausfrauwen  ain 

S5  fchonen  ftrüpenbelz,  und  folt  er  zehen  guldin  gefton. 
Silenus.    Nun  dieweil  ir  mich  fo  hoch  ermanent,  fo  wil 
ichs  euch  dennocht  zfi  dienft  thun.     lond  uns  nur  beden- 
ken, wie  wirs  herumb  wollen  bringen. 


i 


218 


Narr.  Es  hat  des  haidniTch  poet  Ovidius  noch  mt  an- 
recht  gedichtet  und  gefprochen  'fohenkung,  miet  und  gab 
erwaichen  die  gotter  und  menfchen',  und  der  Virgilias 
'du  verfluchter  hunger  des  goldes,  was  zwingß  du  doch 
ft  die  menfchlich  tötliche  herzen  nit':  iß  an  meinem  herren 
wqI  fchein.  als  bald  der  gugeliritz  vom  wein  und  beiz 
Taget,  do  ward  mein  herr  fchon  überwunden,  aber  ich 
wil  lugen,  er  mfiß  mir  ain  roten  rock  ins  maul  fohieben, 
wil  er  daß  ich  fchweig,  und  folt  die  gugel  den  ritten  hon. 

10  Bern b US.    Wie  wollen  wir  aber  angreifen,  daß  das  gelt 
herumb  kom? 

Silenus.    Wie  vil  iß  doch  des  gelts,  oder  wie  groß  ifi 
der  hafen? 
Bembus.     Es  iß  dennooht  (da  geredt  im  ß&blin)  acht 

i&  taufent  guldin  neher  dem  ßbnen. 
Narr.    O  du  frummer  Türk,  hetteß  du  das  gelt  mit  den 
munchenl  daß  mirs  got  vergeh,  fei  es  mir  fund:  ich  halt 
warlich  mer   auf  den  Türken  dann  auf  die  müncb,  ich 
het  fchier  gefagt  bähen,  follen  fi  fo  vil  rent  und  gült 

ao  haben  und  fo  vil  guldin  darzfi  und  dennoch  nimmer  ab 
den  armen  leuten  komen  mit  betlen,  pfei  der  fchandl  fech 
ainer  zä,  wie  fi  den  vogelherd  befcUahent,  wie  ain  vog- 
1er  der  mit  ainem  kauzen  vöglet  o  wie  groß  geltnarren 
das  feindl    wenn  fi  ains  befingen,  fo  wifchen  fi  in  der 

25  Ordnung  herauß  für  das  volk  und  hat  ain  ieder  ain  weiße 
binden  allwegen  am  hals  hangen  und  bU^eren  denn  da 
ob  dem  grab  umb  ain  pfund  haller  und  nemen  nit  ains 
hallers  minder,  fol  das  den  feien  gen  himel  helfen,  das 
geb  got!  ich  halt  aber  wenig  darauf,    ich  mainet,  wenn 

30  fi  die  armen  leut  nit  alfo  peinigten  und  freßen  das  ir,  es 
wer  wol  beßer. 

Silenus.  Ziecht  hin  haim  und  bringents,  wenn  ir  wdllen! 
Bembus.    Herr,  vermeren  mich  nit  bei  leibl 
Narr.  Herr  Bembus,  fchauwent  daß  ir  mir  ain  roten  rock 

S5  bringent  mit  dem  wein  und  beiz,  oder  ich  lag  den  gehaim. 

Ich  het  fchier  gelachet 


ANMERKUNGEN 


I. 

22  Blätter  (ö^t  Bogen)  in  4^  Sign.  Aij  bis  Eiiij.  Auf  der  vordem  Seite 
des  erften  BUttes 

Das  Wolffgefang. 
Darunter  ein  Holzfchnitt:  oben  der  Papft  auf  dem  Throne,  um  und  neben 
ihn  Cardinäle,  Bifchöfe  n.  dgl.,  alle  mit  Wolfsköpfen,  die  ein  Netz  ausge- 
fpannt  halten,  in  das  fioh  Ganfe  fangen  Tollen.  Ein  Mönch  mit  dem  Katzen- 
kopte  fchlägt  die  Laute  dasu:  offonbar  ift  Mnrner  damit  gemeint.  Unter 
dem  Holsfchnitte  lieht 

Eyn   ander  hertz  /  ein    ander  kleid  /  Trage  falfche   w&Iff 

in  d*  heyd 

Do  mit  £y  den  gofen   Inpffen  /  Den  pflam  ab   de   kröpffen 

rupfen 

Magftn  hieby  gar   wol   yerfton  /  Wo   du   lifeft   die  bfichlin 

fchon 
Rnckfeite  des  erllen  Blattes  leer.    Auf  dem  zweiten   oben  beginnt  der  Text. 
Die  Seite  hat  33  Zeilen.     Auf  der   Rückfeite   von   Bl.   21    fteheu  die  Verfe. 
BI.  22  leer.    Ohne  Ort  und  Jahr. 

LESARTEN.  2.  27  nntrüwen  fic.  2,  31  Ich  weis.  mange  haff* 
tige.  2,  37  yerfünung.  3,  1  fchos.  3,  5  aller  vnfer  miffe- 
tadt.  3,  14  Nach  weit  ift  das  Anfuhrungshakchen  beim  Drucke  heraus« 
gefallen.  4,  1  vatters.  4,  5  Terwirfen.  4,  19  Vor  nun  im  alten 
Drucke  das  Paragraphenzeichen.  5,  26  Mit  fo  beginnt  im  alten  Drucke 
eine  frifche  Zeile  und  davor  das  Paragraphenzeichen.  6,  10  f  o  fehlt  im 
a.  Dr.  6,  13  getöd.  6,  16  ydermS.  6,  20  fchreib  gottes  für 
gotes.  6,  27  ZYm  mit  großem  verzierten  Anfangsbnchllaben.  7,  6 
be0ere  gfchriben  für  gefchriben.  7,  7  lies  einen  für  ein.  4,  35 
lies  find  für  feind.        8,  9  glyßner.        8,  24  ftrieff*        8,  32  werdt. 

9,  1  groben  finds   vnd   v.  9,  18   endt.  9,  35  lies   got  für 

gott.        10,  28  irrtnng.        12,  7  fg.  lies  fo   ift   er  fo   fchamper. 
12,  16   huffen.        12,  17  verX&cht.        12,  18  Der  alte  Druck  hat  hier 
nochmals  die  Zahl  X  und  kommt  «Üb  im  Verlaufe  nur  bis  XVI  (13,  1).  Die 


222 


falfche  Zahlung  ift  geändert.  18,  23  f  er  rem.  13,  34  h&rll.  13,  a8 
meind.         13,  5  buch.  13,  26  ▼ermeind.         13,  32  Am  Rande  ftebt 

Was  eyn  amptma  fey»  14,  5  Im  a.  Dr.  beginnt  mit  die  eine  friTcbe 
Zeile  mit  dem  Zeichen  davor.  14,  6   eyßs.         14,  25    Am  Rande  Die 

rechten  hyrten.  14,  34  ßnnd  fic.  14,  37  Am  Rande  Die  b6ren 
Wftlff.  15,  2  fteht  falfchlich  die  Zahl  viij.  15,  8  fyn?.  dem  pil- 
gram.  15,  22  Am  Rande  Brkentniß    der  b&fen  «r5lff.  15,  38 

Am  Rande  Groß  namen.  16,  3  fydenfchnür.  16,  11  Am  Rande 
Groffer  pracht.  16,  15  vierdt.  16,  16  iren  fic.  16,  18  erb- 
bechen  fic.  16,  28  Vor  item  das  Paragraphenzeichen  im  a.  Dr.,  ebenTo 
vor  diefem  Worte  Z.  32  n.  Z.  35  vor  dife.  17,  2  lies  duck  für  dink. 
17,  17  evanlio.  18,  5  die  ir  buwen   fynd  in.  18,  11  Am 

Rande    Merckent   ir  geifi liehen   oberkeiten.  18,   19  Mit  Kse- 

chiel   Abfats  und  Zeichen.  18,  22   Am    Rande  Ir  abloß   brieff   r  ü 

refervatores    merckent.         18,  23  vii  fo  fyß  f.         18,  25  eins. 
19,  8  für  me  lies  mer.  19,  14  Am  Rande  Den    türcke  kriegF. 

19,  18   trigen.         19,  21   Jhernfalem.        20,  11    h&ten   ouch   üben. 

20,  23  vilicht.        20,  32  z&.        2J,  1  Am  Rande  Fruntfchaft  der 
manch.        21,  16  Am  Rande  Wie  die  manch  vertriben  werden. 
22,  4  würde  fic.         23,  4  die  hund.         23,  23  Am  Rande  Merck  die 
wort  /  chrifte  mefch.  23,  27  Am  Rande  Krafft   des  wort  gots- 

23,  31    Am  Rande   Notate   fcholaftici    pharifai.  23,  88  Am 

Rande  Befwerd  d"  mefche.  24,  24  th6n.  24,  26  Am  Rande  Bru- 
derfchafften.  25,  2  Beßere  im  in  ein.  25,  35  Bei  wie  im  a.  Dr. 
Abfatz  und  Zeichen,  ebenfo  Z.  37  bei  diß.  26,.  9.  10  hat  der  alte  Druck 
mangelhaft  fo  Auch  Tagt.  XI.  im  Euangelio  /  wann  ir.  27,  18  Am 
Rande  Merck   ebv    hie  mit   fliß.  28,  5    byftetiget.  28,  7  Am 

Rande  Nota.  28,  10  Bei   das   Abfatz   und   Zeichen.     Am  Rande   Die 

rechte  Bifch&ff  vn  hirten.  28,  12  die  fehlt  im  a.  Dr.  28,  20 
erfchrocklichiften.  28,  21  Am  Rande   Die  aller   b6ften   w&lff. 

28,  33  Vor  auch  das  Paragraphenzeichen.        29,  12  kupferefch. 
29,  16  Bei  witer  Abfatz  und  Zeichen.  29,  19  ge red.  29,    20  Bei 

Chriflns  Abfatz  und  Zeichen.        29,  32  bei  daß  Abfatz  und  Zeichen. 
80,  16  Am  Rande  Concilia.        30,  17  man  ift  Ergänzung,  fteht  nicht  im 
a.  Dr.  30,  33  Am  Rande  Rom   iß  nit   die   haupt   kilch  nach  de 

Enageliti.  31,  11  verbündt.  32,  38  Am  Rande  Wie  die  w8lff 
entrann en.  33,  4   er   fehlt  im  a.  Dr.  33,  14  fg.  an   rierF. 

83,  36  yedem. 

ERKLÄRUNGEN.  Die  Oberfchrift  zeigt  gefang  als  Neutrum.  In  den 
Titelverfen  in  den  genfen  lupfe u  uberrafcht  der  Dativ,  man  erwartete 
den  Aecnfativ,  die  genfe.  lupfen  heißt  in  die  Höhe  heben,  vom  Boden 
empor  bringen,  vgl.  Ben.  Wb.  I,  1053  fg.  Scfameller  2,  487.  Stalder  2,  186; 
damit  verbindet  fich  dann  leicht  der  Begriff  des  heimlichen  Bewaltigens  und 
Wegfnhrens,  des  Oberliftens.  So  heißt  auch  noch  heute  in  der  Schweiz 
einen  überlüpfea  einen  öberllften,  übervorteileo,   Stalder  a«  a.  O.s  den 


338 


g^nfen  lapfen  hieAe  fonaeh  aber  die  Gänfe  floh  her  machen,  fle  »ofbe» 
ben  ond  liftig  bei  Seite  bringen.  den  pflam  ab  den  kröpfen  rnpfes. 
Anfpielung  darauf  daß,  wenn  man  Gänfe  abfchlachten  will,  man  ihnen  erft 
die  Federn  von  der  Stelle  wegnipft,  in  die  man  mit  dem  lieber  einfticht. 
1,  1  Der  erße  Sats  der  Vorrede  iß  im  Anakolntb.  Die  ßrenge  Pafinng  des 
Gedankens  wäre  diefe  gewefen:  als  Gott  im  Bäte  feiner  Weisheit  befchlo« 
£en,  Gefohöpfe  in  die  Zeitlichkeit  zu  fetsen,  erfchnf  er  zwei  Klaffen  der- 
felben,  die  er  reich  begabte  und  ansftattete,  nemlich  Engel  and  Menfchen. 
1,  1.  3  fo  dann  beginnt  seitlich  und  caolkil  den  Yorderfatx,  als  da- 
mals, nachdem,  weil.  1,  2  in  rat,  nicht  im  rate,  was  r&amlich  wäre, 
fondern  in  mit  dem  Accufativ,  in  Besag  auf  den  Bat,  in  Gemäßheit  des 
Bates.  Die  Weisheit  iSt  perfonificiert  als  beiratend  gedacht,  gewiffer 
Maßen  beratendes  Mitglied  im  Confeil  Gottes,  in  welchem  die  einseinen 
JSigenfchaften  Gottes  als  folche  Mitglieder  Sitz  und  Stimme  haben:  eine  im 
Mittelalter  öfter  ausgefahrte  and  dargeftelite  Anficht.  verfaßen,  wie 
auch  Z.  11,  ift  feAfetzen,  befchließen.  in  zit  kann  in  doppeltem  Sinne 
ao^l^faßt  werden.  Entweder  es  ift  blos  adverbialer  Ausdruck,  wo  die  ältere 
Sprache  meift  die  gefchwächte  Form  der  Präpofition  (en)  braucht,  enzit 
d.  i.  alsbald,  fogleich;  oder  es  heißt  (mit  ausgelaßeuem  Artikel)  in  die  Zeit, 
in  die  Zeitlichkeit,  d.i.  in  die  Welt,  nemlich  von  fetzen  abhängig  gemacht. 
Im  erßeren  Falle  wurden  wir  f  e  t  z  e  n  etwa  'hinftellen*  abertragen,  im  Sinne 
von  fchaffen.  1,  3  gefchöpf  iß  hier  als  Femininum  gebraucht  (ahd. 
diu  gafcaffida,  mhd.  diu  gefchephde),  wie  man  aus  zwo  erficht  und 
aus  die  ein  Z.  5,  die  ander  Z.  8.  Auffällig  erfcheint  aber  Z.  5  finer, 
dalTelbe  Z.  7  nnd  in  der  nemlichen  Zeile  noch  einmal  fin,  wo  man  in  allen 
drei  Stellen  entweder  ir,  oder  dies  nur  in  der  letzten,  in  den  beiden  erfte- 
ren  aber  iror  erwarten  foUto.  Es  ift  dies  ein  lehrreiches  Beifpiel  für  den 
Verfall  ins  alte  Beflezivum  fin,  das  bekanntlich  fär  alle  drei  Gefchlechter 
galt,  gefchlechtolos  war,  aus  dem  fich  dann  das  nur  färs  Masculinum  and 
Neatrum  geltende  PofifelBvum  entwickelte,  während  fürs  Femininum  des 
Singular  und  den  Plural  aller  Gefchlechter  aus  dem  perlonlichen  gefchlech- 
tigen  Pronomen  heraus  das  unorganifche  PoflelHvum  entdand.  Diefer  Bück- 
fall iß  von  Grimm  in  der  Gramm.  4,  341  und  345,  von  Schmeller  in  den 
Mundarten  Baiems  S.  198  §  742  behandelt.  So  kommt  auch  vor:  fein 
Tor  kennt  jede  Kuh,  Untreue  fchlägt  feinen  eigenen  Herrn,  die  Schwefter 
liebt  feinen  Bruder  (für  ihren  Bruder),  die  Mutter  liebt  feine  Kinder  (für 
ihre  Kinder),  gute  Kinder  lieben  feine  Eltern  (für  ihre  Eltern).  1,  4  einen 
lieb  meinen  in  liebevoller  Abficht  anfeinen  die  Gedanken  richten, 
das  kleinet,  mhd.  kl  et  not,  klein  cete  zierlich  gefertigte  Sache,  Koft- 
barkeit.  1,  5  fampt  (wie  auch  8,  1)  Präpof.  c.  dat.  das  ältere  fament, 
nicht  SU  verwechfeln  mit  dem  auch  durch  die  Schreibung  gefchiedenen 
fambt,  das  wir  weiter  unten  7,  33  kennen  lernen  werden.  1,  7  ent- 
pfieng.  Die  Form  mit  ent  (ahd.  ant,  int)  ift  die  ältere;  erft  l^äter  wird 
t  ausgeftoßen  und  n  in  m  wegen  der  folgenden  Labiale  verändert.  1,  8 
das  Hecht.  Lucifer  ift  gemeint.  In  einem  Gedichte  des  11  Jhdto  heißt 
es:  er  h%  werdin  viarin  eingili,  geifti  hM  Jooh  vU  edili  —  der  aingU 


224 


alllr  herift  undlr  den,  Lucifer  gibeigen.  Diemer  94.  Sooft  faeifit  I^neiler 
auob  lieh  trag  Kaiferehr.  38 1>.  ],  10  a  n  de  rfcheid  liehen  Adr«rb,  auf 
charakteriftiTch  auazeichnende  Weile«  g&theit  Gate;  feheint  ntcbt  Torm 
15  Jbdt  vorzukommen.  Im  Liederbuche  der  Hätzlerin  ftebt  S.  82  wir  lo« 
ben  dich  mit  reichem  fcball  ja  nmb  die  gab  nnd  g  iL  ehalt  all,  die  do  uns 
giblt  uf  ertrich :  was  Wohlthaten  bezeichnet  verzeichnen  ift  f jmbo- 
lifch  darßellen:  Gott  hat  auf  alle  Creatoren  die  Abzeichen  feiner  Güte  ge- 
drückt. 1,  12  die  TÖlli  die  Folie,  mhd.  diu  volle.  AlemanDifcbe 
Form  in  i,  wie  aoch  in  diefem  Stücke  noch  die  gebor fami  3,  5.  12; 
die  geworfami  12,  32.  Vgl.  Bd.  I  S.  197.  201.  1,  12  fgg.  £r  wollte 
den  Befchluß  der  Scböpfuogztbat ,  die  letzte  Einzelthat  derfelben  mit  befon* 
derer  Scböpferweisheit  dem  Anfange,  der  erften  That,  gleich  oder  ähnlich 
machen,  d.  h.  dem  Menfchen  eine  Ähnlichkeit  mit  dem  Engel  verleihen. 
Mao  zieht  zft  befchaffung  wol  am  heften  zo  wisheit,  Schöpfongsweis- 
heit.  1,  14  — 16  will  Tagen:  damit  der  mit  einer  vernönftigeii  Oreatnr 
gemachte  Eingang,  Anüang,  auch  die  ganze  ünnreiche  Menge  der  Schöpfung 
(fatzung,  vergl.  Z.  2  fetzen)  mit  einer  vernunltigen  Creatur  fich  endete. 

1,  16  Wir  wurden  fortfahren:  deshalb  nahm  der  Herr.  1,  17  er  in- 
geiHet  in  f.  a.  den  geift  d.i.  er  geifiete  in  fein  Angefichi  hinein  den 
Geift  des  Lebens;  in  etwas  ingeiften  den  geift  heifit  alfo  etwas  mit 
Geifte  erfüllen.  Es  ift  diefe  fonderbare  Bedeweife  eine  wörtliche  Überfelzung 
von  Geneiis  2,  7  forma vit  igitur  dominus  deos  hominem  de  limo  terrae  et 
infpiravit  in  faciem  ejus  fpiracolom  vitie,  et  faetus  eft  homo  in 
animam  viventem.  Sonft  hatte  die  altere  Sprache  in  ähnlichem  Sinne  das 
einfache  geiften.  Reimar  von  Zweter  fagt  (MS  2,  139»)  den  felben  geiA 
la,  herre  got,  uns  geiften  d.  h.  begeiftern,  befeelen.  Aber  auch  in  etwas 
geiften  kommt  beim  Myftiker  Herman  von  Fritslar  vor  (Myft.  1,  171,  34): 
got  hat  deme  geifte  gegeben  ein  onvorleslich  licht,  darinne  her  irkenneo 
mac,  wie  dag  gotliche  licht  lochtet  ond  geift  et  in  diz  licht  d.  h.  wie  es  in 
das  menfchliche  Licht  hinein  geiftig   wirkt.  2,  2   he rf eben   mit  Dativ 

wie  in  der  alten  Sprache,  ahd.  herifön  GrafF  4,  999,  mhd.  herfen,  her- 
fen,  ge herfen  Grimm  Gr.  4,  692.  Ben.  1,  670.  Nhd.  mit  'ober'  con- 
ftroiert.  fich  eines  dinges  bruehen  es  genießen.  Mit  Genit.  auch 
Z.  16.  3,  3  feil,  hat  im  ein  w.  ver.  2,  3  fg.  in  gleichnos  (in  mit 
Aec.  modal,  nach,  gemäß)  nach  dem  Abbilde,  dem  Vorbilde.  anm&tig- 
keit  appetitns,  affectus,  Begierde.  Grimm  AVb.  1,  411.  inen  d.  i.  dem 
Menichen  und  feinem  Weibe..        2,  ö   gehorfami  u.  Z.  12  v^l.  zo  1,  12. 

ootötlikeit  Unftorblicbkeit.  2,  6  für  gehalten,  neml.  hat  farg., 
er  hat  ihnen  ein  Gebot  zum  Halten  vorgefetzt.  Eine  andere  Bedeotong  zn 
8,  32.  2,  8  Vor  ond  könnte  vielleicht  ftatt  des  Kommas  ein  Semikolon 
ftehen;  es  wirkt  aber  das  hat  immer  noch  fort.  2,  9  bewernos  Be- 
wabroog,  Beweis.  der  glichen  etc.  in  gleicher  Weife  hat  er  aoch  den 

Engeln  einen   Prüfftein  für  ihren  Gehorfam   hingeftellt.  2,  12   willens 

Gen.  während  oben  Z.  5.  4,  18  willen,  ein  Wechfel  in  der  Flexion,  wie 
er  in  diefer  Zeit  nur  zu  häufig  vorkommt.  anzeigen  ift  wol  eine  Erin- 
nerong  an  die  ältere  participiale   BedeweiTe:   anzeigende.    Oder  foUte  es 


gsr  TOlkBtnmlieher  Reft  de«  genindiTifclieD  DbÜw»  ohne  die  PräpoQtion 
feio?  VgL  Qrunm.  4,  118.  Vgl.  fpreehende  204,  12^  aufmerkende  208» 
16.  2,  14  in  g&t  willen  för  in  g&tem  w.  mit  Wegfkll  der  »djeet  Fle- 
xion, rieh  wolgefelligen  tdin  Wolgefallen  haben.  2,  20  er en trieb 
mit  onorgan.  t  far  erenrieh.  das  kot  ft.  Nentr.  wie  meld  in  der  alten 
Sprache  dag  kät,  feltner  wie  beatsotmge  ft.  Maaool.  2,  22  z&  fcham 

kommen  dahin  kommen,  dafi  man  fieh  fch&men  mnB,  in  Schande  kom* 
men.  ein  dare  irten  befitsen  eine  teure,  koAfpielige  Zeche  haben; 
dnre  liir  tfire;  irten  far  orten.  2,  27  mit  unträwen  erbteil  an* 

genan  für  untrawem.    Diefe  Ungenanigkeit  anch  16,  16.  2,  35  an  wi- 

derruf ig  anwiderrnflich.  8,  1  die  fcbo6,  mhd.  din  fehoge  II.  Fem. 
neben  der  fch6g  ft.  Masc.  3,  12  er  ifte  fo  Joh.  rerseigt  hat  Man 
bemerke  hier  fo  ata  Aceniktiv;   femer  noch  4,  14.  18.  21.  8,  13  t er- 

zeigen in  gleicher  Bedtg  wie  dae  Simplex  zeigen,  Tielleicht  nnr  mit  einer 
leifen  Intenfion.  Vgl.  Gramm.  2,  856  (Mo  6)  n.  869  (No  8).  3,  14  dae 
lemli  alemann.  Form  far  lemlin  Lämmletn.  3,  18  die  zierd,  zierde 
Pracht,  Glanz,  Herrlichkeit.  3,  20  in  wo  wir  Jetzt  an   branchen,  wie 

anch  2,  14.  3,  21   haben  mit  abgeworfenem  t  far  habent,   wa«  Heb 

mnndartllch  für  die  2.  Perf.  Plnr.  PraT  and  daher  auch  fnr  den  Plar.  dee 
Imper.  erzengt  hat;  Tgl.  in  der  Tortgen  Zeile  irfoUent.  3,  241ernen 
fnr  leren  nach  einer  damals  nnendllch  geläufigen  Verwechslong ;  fo  ferner 
noch  Z.  85.  4,  3.  5.  16.  20.  33.  5,  3.  14.  34.  18,  7.  19,  16.  22,  2.  27.  26, 
15.  26,  19.  20.  27.  27,  10.  34,  8.  In  No  II  55,  19.  In  Mo  IV  82,  14.  In 
Mo  V  102,  3.  In  Mo  VII  138,  33.  37,  189,  10.  155,  17.  In  Mo  IX  203,  10. 
Umgekehrt  finden  wir  leren  far  lernen  unten  162,  35.  3,  25  gehörde 
ß.  Fem.  Gehör,   ahd.  gahdrida  Graff  4,  1008.  3,  27  fg.  rofenfarb 

blSt,  Tgl.  die  Anm.  Bd.  2  S.  808.  3,  34  ee  und  er  wolte;  und  iWht 
hier  in  temporalem  Sinne  pleonaftifch.  4,  1   Man  bemerke  den  Mangel 

des  Artikels  in  die  ftimm  gottez  Taters,  wo  wir  des  Taters  erwarten 
wurden,  wahrend  aber  im  MominatiT  heute  noch  Gott  Vater  üblich  ift. 
4,  2  Terfaren  an  einem  Acht  hier  in  der  Bedtg  an  einem  irre  fahren, 
irre  werden.  einen  eines  ding  es  forfchen  einen  nach  etwas  fragen. 
Wir  wurden  jetzt  fagea  einen  nach  Ibiner  Gewalt  oder  ikber  feine  Gewalt 
ausforfchen,  oder  noch  beßer  (Indem  wir  den  Cafus  der  Perfon  Ton  der 
Sache  abhingig  machen)  nach  jemandes  Gewalt  forfchen.  4,  3  wo  fieh 
zit  erhiefche  Ift  ein  merkwürdiger  Gebranch  des  RefleziTs,  auf  den  hier 
einflweilen  nnr  hingedeutet  werden  möge;  man  erwartete  einfach  wo  es 
die  Sit  erhiefche,  wie  188,  32  fleht  wo  es  not  erhiefch.  4,  4  et- 
was Tolzeigen  etwas  zu  Ende  zeigen,  ganz  nnd  klar  zeigen  und  darlegen. 
4,  5  Terwißen  ft.  Verb.  Pr&t.  Tcrweiß  8,  15  neben  Tcrwiß  26,  14 
mit  DatlT  der  Perfon  und  Acc.  der  Sache,  jemanden  weshalb  befchaldigen 
und  tadeln.  nnt  ans   ninwet  (niowiht)   znfammen  gezogen,  nichts. 

Femer  noch  10,  7.  14.  13,  1.  35.  16,  3.  36.  21,  15.  22,  6.  23,  13.  24,  15. 
28,  1.  33,  31.  In  Mo  III  62,  35.  36.  63,  14.  66,  32.  67,  17.  68,  13.  70, 
13.  30.  4,  6  daß  wir  lerneta^i  notwendig  und  g&t  zfi  fin  einem 
menfchen.  InflnitiTifche  Conftriiction,  Tgl.  Anm.  in  Bd  2  S.  867  zu  Z.  928. 

15 


22B 


4,  7  iettioh  jeder,  fonft  a«e1i  letstich,  zafi  gex.  ans  le  etelieh  oder 
fe  eteslich.  4,  9  daß  er  Tich  fliß  den  weg  sum  riek  gon:  reiner 
InfinitW  ebne  die  Präpofition,  für  das  gewöhnKoliere  %n  goa  oder  xe  (2,3) 
gon.    Vgl.  e,  25.  8,  28.  19,  36  fg.  81,  IS.  33,  36.  211,  16  fg.  4,   10  mit 

Werken,  die  am  Herrn,  an  Cbrifto,  vorher  gelehen  worden  find,  dia  Chri- 
tkas  felber  vorher  geübt  bat,  4,  15  das  ander  Cooftrnction  nacfc  den 
Sinne;  wie  die  erft  Z.  13  Tollte  man  erwartea  die  ander.  4^  17  das 
r.it,  vgl.  die  in  melBen  niederrheinifchen  Gedtchtea  6.  368  gegebenen  Bei- 
rpiele.  4,  23  binde r  im  nach  mbd.  Spraebgebrancbe,  wo  wir  nach  neaer 
Art  das  refletxive  fleh  gebraacben  werden.    So  aach  81,  18.  au   lett 

mm  Abrchiede;'letBe  ft.  Fem.  bedeutet  Ende,  Abfcbied,  daaa  daa  wm 
cum  Abfohiede  verabroicbt  wird;  se  letse  geben  beißfc  zar  £i)geteiichkeit, 
als  Ablbhiedsgefobenk,  aneh  Schmaw  geben.  Vgl.  25,  2.  Sehmelier  2,  589l 
$;talder  2,  169.  Ben.  Wa  1,  943.  4,  24   das   richtrchit  Richtfcbeii, 

das  Lineal  der  Werklente.  Schmeller  3,  415.  4,  25  als  =  allen.  Ion 
r=  lan  Laßen.  4,  27  fg.  Mattb.  10,  16  eftete  ergo  pmdentes  fient  ferpen- 
tes  et  fimpliees  ftoat  colombie.  4,  29  fg.   Mattb.  7,  15   atteadiCe   »  fiUis 

propbetis,  qoi  veninat  ad  vos  in  veftimentis  ovinn,  intrinfecns  miteHi  Amt 
Inpi  rapacee:  a  frnetibns  eomm  eognofcetis  eos.  4,  30  Enckend  rapaz, 
7j.  32.   zncken  ranben.  4,  34  fchleeht  einfaltig,   Icbliobt«    So  noch 

5,  5.  4}  36  fg.  fitnal  feil,  da,  weil;  aua  fit  dem  male,  woran«  dana 
anch   feintmal  und  fintemal   geworden  Ift.  5,  3    die   erkaotnas 

wo  res  hirteii  und  herren.  Man  bemerke  den  €tenttiv  ohne  Artikel.  So 
IT,  26,  31  z{l  crhaltung  m&Oigganger.  183,  274  vergebang  pei« 
and  fchnld.  5,  5  der  einfaltig  feblecbt  bars  oder  baatwerks 
man.  Aas  mittellateinifchem  burfa  (dem  griecb.  ßi^a  xn  Grande  liegt), 
welches  crnmena  e  eorio  faeta  and  dann  contobeminm  bedeatet,  iÜ  des 
Wort  die  bare  dnrcb  Vniverfitätseiariohtangen  wol  erft  im  15  Jbdt  in 
Dentfehland  aufgekommen  mit  den  GolleetivbegriffB  einer  Rotte  oder  Schar 
von.  jnngen  Gefeiten  oder  ihres  Gelages.  Im  Laafe  des  17  Jbdte,  etwa  im 
zweiten  Viertel  defliilben,  bildete  fich  ans  dieftm  Collectlvnamen,  vermittelft 
des  ihm  anhaftenden  weibliehen  Gefchlechta,  das  man  ala  Plnrai  la&te,  die 
Bezeiehnung  für  ein  E^zelwefim  aua  folcb  einer  GefellTobaft  mit  dem  genitf 
mafcnlinum:  der  bnrs,  woraus  dann  fpäter  barfch  nad  barfcbe  wnrda 
der  bnrs  war  alfo  gleiehbedentead  mit  der  gefell.  So  lehrt  Jao.  Griatfi 
im  Wörterb.  f.  v.  bnrs  2,  546  %g.  Es  fragt  ficb,  wird  dies  dnrcb  aafere 
Stelle  beßatigt.  ICs  kommt  anf  die  Erklärnng  derSslbea  an.  Seheiabar  hin- 
dert nichts  der  burs  als  felbftändiges  Wort  neben  baatwerkmaa  anss- 
nehmen,  and  dann  hatten  wir  über  hundert  Jahre  frälier  ibhon,  als  dort 
gelehrt  wurde,  das  Maseulinam  in  der  Bedtg  eines  Binselwefens.  Aiiein 
es  ift  noch  eine  andere  Krk&arnng  möglich.  Ks  braucht  der  bars  keia 
felbilandiges  Wort  au  fein,  fondem  aar  der  erüe  Teil  eiaer  KcMnpoütioB, 
deren  zweiter  dos  man  im  folgenden  Subftaativ  ift,  alfo  am  die  Wiederho* 
lung  zn  meiden  für  der  bursman  oder  hantwerksmaa;  wie  wann  wir 
%.  B.  fagen  würden  *  jeder  Kanf^  und  Handelsaman'  oder  *  Manner«  und 
DametifolMieider,'    'Hof-  und  Leibfobneider*    und  dgl.     Nna  kaon  iah  iv*' 


2'i1 


hntsman  nicht  M<gen,  aber  et  Ift  de^  Analogie  nach  durchaus  hkthi  ve^-> 
«HUshtig  und  mag  wie  bnrsgerell  reeht  wol  gebnitieht  worden  fein.  Diefd 
«weite  Erlcläning  fcheint  ans  die  riebtigere  for  nnfere  Stelle  und  fd  Wird 
fiob   wol  gegen  jene   Annahme  Grimms  ans  ihr  nichts  folgern  laßen. 

5,  12  widerfpennikeit  (von  fpanan  allieere,  bortari)  Widerfpenftigkeil 

5,  13   Terrchmahnng  entehrende  Gerlngfchätsfung,  Verachtung. 

6,  14  s&  forderiften  Eutörderft.  SuperlatiT  in  Ift,  wie  noch  12,  19  fei« 
llift;  22,  82  Ton  dem  wenigiften;  28,  20  erfehröoklichift;  30,  28 
der  bdnrten;  36,  12  gereehtigiften;  66,  29  reltfamißen;  79,  22 
heiligifter  und  f»  69,  1.  90,  34.  95,  10.  210,  3;  obrißen  143,  14;  min- 
dlllen  210,  83.  In  Bd  I,  114,  129  n.  181,  159  gwaltigifler;  133,  248 
nnterth&nigift  (t  frift);  in  Bd  II,  54,  28  die  «Itiften,  lerner  obrill 
89,  36  ra.  A;  heimliohiH  91,  25;  e^ieh  der  eltiften  obrlfteil  rftt91,27$ 
dem  grofime cht! giften  f&rften  d.  98  Überfcfar.;  unfern  gnedt giften 
herren  ibid.;  dem  aller  he  IM  giften  henten  96,  38;  den  aller  he  ili  giften 
183,  2;  aller  heiligifter  Täter  252,  2;  die  ergiften  ketzer  265,  1;  das 
ergifte  255,  17.  Vgl.  ferner  ift  in  einiften  I,  146,  38,  der  dreißtgift 
IT,  262,  22;  aehtzigiften  III,  57,  14.  5,  15  halsftark  das  heutige 
halsftarrig,  ahd.  halsftarah,  collo  robnftus*  (wie  hantftare  n\ann  fortis), 
mit  ähnlichem  Bilde  und  Bedtg  wie  hartn&cfcig.  wann  Blndew.  denn, 
y/Hnü,  5,  20  war  nemen  eines  dinges  wie  auch  8,  5  Aeht  haben  auf 
etwas.  Vgl.  SU  7,  28.  5,  21  mag  ktan.  6,  22  es  zeigt  tn«nfeh  als 
Keutmm.    Vgl.  die  Bwtp.  in  meinen  niederrhein.  Qediehten  8.  358  fg. 

5,  28  hamaeh  =  hernach,  alemannlfehe  Form.  So  noch  harkom  59» 
16.  dahar  64,  14.  hargegen  64,  21.  har  68,  7.  71,  10.  fftrhar  174, 
89.  Weitere  Beil^ieie  in  Bd  1  S.  207  fg.  Vgl.  stt  9,  20.  5,  23  wapeli 
Ittfin.  f&r  wapenen.  Die  gekürzte  Form  aueh  mhd.  z.  B.  bei  Wolfrani 
124,  10  für  den  fehng  und  l&r  den  ftich  muo^  Ich  alAis  wapen  mich.  246, 
7  deis  wir  ich  toi  mieh  wftpen  drfn.  Vgl«  nfzeichen  61,  10.  In  Bd  II, 
48,  1  cflreehen.  5,  34  Wirt  Ich  fnr  wirde  ieh  ich  werde»  5,  38 
m.  n.  pf.  der  me ift  teil  monaehorum  et  clerieorum  maxima  pars.  Mit 
dem  Baue  des  Satzes  von  5,  25  bis  6,  3  ift  es  nicht  fo  genau  zu  nehmen, 
er  ift  anakolffthffch.  6,  3  gang  ImperatiT.  6,  4  hinder  fich  zurück. 
Vgl.  Gramm.  4,  319  fg.  Noch  11,  14.  12,  15.  63,  15.  159,  19.  In  Bd  I, 
39,  20  Bd  II,  109,  3.  162,  123.  Weitere  folehe  Bezeichnungen:  nnder  fich 
abwärts  I,  85,  901.  II,  222,  9'>9.  über  fich  aufwärts  I,  85,  206,  für  fioli 
Torwarts  H,  174,  325.  239,  1599.  6,  18  Taft  AdT.  fehr.  6,  21  zer  . 
knitfehen  contnndere.  So  noeh  118,  36.  Vgl.  Bd  2  S.  362  zu  Z.  99. 
Vgl.  zu  18,  18.  zerknutfchen  23,  28.  Die  Stelle  bezieht  Hch  auf  Je- 
rem.  23,  29  numquid  non  Terba  mea  funt  qnafi  ignis  (didt  dominus)  et  quaü 
mailens  conterens  petram  ?  6,  27  ~  7,  2  lautet  nach  der  Vulgato,  5  Mufe 
30,  17  fgg:  Sin  autem  aTerfum  lüerit  cor  tuum  et  audire  noiueris  atque 
errore  deceptus  adoraTeris  deos  alienos  et  fervieris  eis,  priedico  tibi  hodie 
^uod  pereas  et  parTo  tempore  morerts  in  terra,  ad  quam  Jordane  trans- 
miflb  Ingrediens  poflidendam.  teftes  iutoco  hodie  coelum  et  terram,  quod 
propolberim  Tobis  vitam  et  bonum,   benedicttonem  et  maledictionem.    ellge 

15* 


J 


2S8 


ergo  Titam,  a(  et  tu  yWtM  et  remen  tuttsn,  et  diligM  doniBmn  dmmm  tsea 
alque  obedia«  vocl  ejus  et  Uli  adbiereai  (ipfe  eß  enim  vUa  tna  «t  loagttiido 
hierum  taornm),  nt  babitea  in  terra,  pro  qua  juravit  dominns  pstribtts  mit 
Abrabam,  Ilaae  et  Jacob,  nt  daret  eam  illia.  6,  27  Ig.  ift  fach  daft 
wenn.  So  ancb  8,  19.  10,  34.  15,  6.  i8,  1.  23,  36.  34,  8.  26,  30.  et  Ci 
dann  Taeh  dad  60,  18.  ea  were  dann  fach  dafi  147,  1.  ill  ea  fach 
dafi  160,  13.  YgL  die  Stellen  Bd  1  S.  231  Z.  197.  6,  30  ioh  förfage 
dir  ioh  läge  dir  Torher*  6,  31  würAu  d.  1.  wirft  du*  Trnbiing  des  i 
In  ä  wie  19,  U.  6,  34  in  gesugnua  aum  Zeugnis,  sor  Zengenfebslt 

Das  Wort  kann  fowol  ft.  Fem.  als  Nentr.  ihtn.  6,  36  dim  zz  diaeak,  dei- 
nem. 7,  3  in  finer  götlioher  1er.  Man  bemerke  die  ftarke  Fleztoa 
naoh  dem  FolTeflivam,  Vgl.  Gramm.  4,  567  j^«  So  nocb  61 ,  1  fia  Terbia- 
dem  mich  deiner  ▼ölliger  nnderweifong.  7,  6  ^- 18  lautet  in  Heiekiel  3, 
17^19  naoh  der  Vnlgata:  Fili  hominis,  fpecidatorem  dedi  te  doauü.  IfraeJ 
et  andies  de  ore  meo  rerbnm  et  aanunoiahis  eis  ex  me.  £  dieeata  me  ad 
impium  'morte  morieris,'  non  annunoiaveris  ei  neqne  loeotus  laeris,  et 
avertatnr  a  via  Ina  impia  et  vivat,  ipfe  impins  In  iniqnitate  fu»  morietar, 
Cnnguinem  autem  ejus  de  manu  tun  requiram.  &  autem  tu  anaoneiaTeris 
impio  et  ille  non  iüerit  converfos  ab  impietate  fua  et  a  via  fua  impia,  ipfo 
quidem  in  impietate  fua  morietur,  tu  autem  animam  tuam  liberafti.  7,  S 
mlm  =  minem  meinem.  7,  9  ins  |ür  Ims.  7,  24  würd  ich  Tordun- 
fcelt  ans  wird  ioh.  7,  81*27  wieder  ein  Anakolufth.  Die  ftreage  Folgt 
w&re:  während  noch  Tiel  andere  Stellen  In  den  Propheten  anadräekaa,  da0 
wir  Terderben  mäßen,  wenn  wir  nicht  die  Gebote  Gtottes  thnn,  die  wir  je- 
doch der  Kürze  wegen  nbergeha,  wollen  wir  uns  nun  sum  neuen  TeiftamenU 
wenden.  7,  28*35  lautet  in  Matth.  7,  16*17  nach  der  Vnlgata:  At- 
tendite  a  falfis  prophetis,  qui  veniant  ad  vos  in  Teftimentis  oTium,  intrinle- 
cas  autem  funt  lopi  rapaoes:  a  fmctibna  aonim  oognoDcetis  eos.  noaiqutd 
coUignnt  de  fpinis  uras  ant  de  tribnlis  i&cus?  fio  omnis  arbor  boaa  iractni 
bonos  facit,  mala  autem  arbor  malos  Imctus  facit.  7,  28  nemeat  nwsr 
war  von  nehmt  euch  in  Acht  vor.    Eine  andere  Coaftmction  6,  20.. 

7,  33  fambt  (nicht  zu  verwechfeln  mit  der  PripoC  fampt  L  sa  1,  6>Cob- 
junet.  wie  wenn,  als  ob,  das  mhd.  fam,  ahd.  famo,  fama.  In  diefea 
Stücke  noch  12,  34.  28,  25.  In  No  IV  lautet  es  immer  fam,  fo  87,  33* 
88,  33  (gleich  fam).  94,  16.  22.  In  No  V  104,  11  (f.  die  Anm.  dasn). 
In  No  VII  136,  4  (gleich  fam).  In  Bd  I,  123,  404  fam  und  123,  403 
gleich  fam.  7,  36  zun  Zaun.  8,  6  ir  Genit.  eorum,  fctL  der  pro- 
pheten.  8,  10  tnnkel  trabe.  Worten  Gen.  Plnr.  fcbwach  flectiert. 
So  fi  uns  etc.  ein  unvoUftaadiger  SaU,  dem  das  Verbom  fehlt.  Vielleicht 
zu  lefen  fo  fi  z{l  uns  kommen  in  fcbafkleidern.  8,  16  TerweiA 
f.  zu  4,  5.  8,  18  %g.  Matth.  15,  14  Siuite  illos,  caeci  funt,  dnces  oitco- 
rom.   ciDcas  autem  ü  caco  ducatum  praftet,  ambo   in  loveam  cadnnt 

8,  23  Yerf{irt  feil,  werden.  8,  24  ftrief  und  daflelbe  Z.  38,  Prat.  von 
ftrafen  (mit  tadelnden  Worten  znrecbt  weifen)  zeigt,  wenn  anders  es  nicht 
nnorganifche  Bildung  nach  Analogie  ift  (fchlafe,  fehlief),  ein  verloren  gegu^ 
genes  ftarkes   Verbum,  und  man  könnte  vom  mhd.  fofaw.  ftroafe  ftriogo 


229 


ftiirnek  tm  ela  gotb.  Ar  aap«,  akd.  dronfn  (nach  der  dritten  Aarlten  Gon* 
jag.)  denken.  Gramm.  8,40  No627  wird  ein  Ilrinpaa  (nach  der  9tenCon}^ 
angenommen.  Die  Sache  verdient  weitere  Beaebtong.  Vgl.  Sehaeller  baü^ 
Wh.  3,  $83.  RA  680.  Graff,  6,  7^.  8,  26  die  eitern  fenioree. 
8,  27  darohächten  mit  Peinignngen  Terfolgen.  8,  82  furb alten  hier 
im  Sinne  von  Toi^en,  voiiehötaen.  8,  36  mor  nwodartl.  Forte  fir  nmr. 
So  verkörea  18»  5.   föllen  6,  21.  8«  36  fgg.  Matth.  16,  6  f^.  naeh 

der  Valgntas  Intaemini  et  oavele  a  fermento  pharitoomm  et  fadaenornmk 
at  Uli  cogitabant  inter  fe  dieoitee  *qnia  panee  non  aecepimat'.  feiene  autem 
JeTue  diiUt  ete,  tone  inteUezerant,  qnia  non  dizerit  cavendam  a  fermenta 
panumi  fod  a  4octfina  phar.  et  fad.  8,  37  der  hefel  n.  9,  3  die  Hefe» 
der  Sauerteig.  8,  12—28  liatth.  24,  1  —  14  nach  der  Valgata:  Et  egrelV 
X^  JeCaa  de  templo  ihat  et  aeceflenmt  diTeipaii  cjaa,  nt  oftenderent  ei  imU* 
fieationee  templi.  ipfe  aotem  relpondene  diait  illis]  *videtie  hiec  omniaf 
amen  dieo  Tobip,  neu  relinqnetar  hie  lapAs  Aiper  lapidem,  qai  non  deftma» 
tor.'  ledente  aatem  eo  fuper  montem  oliveti,  accelTerant  ad  enm  difcipoli 
leereto  dioentee  '  die  nobie,  quaado  hiec  erant  et  qnod  fignam  adventne  tal 
et  eonfamniationis  Ibaali?'  et  rel|»ondena  Jefoe  dUit  eis  *videte,  ne  qoia 
voa  fedaeatl  mnlti  enim  venient  in  nomine  meo  dicentea  ego  fam  Chrlilaa' 
et  maltoa  Moeent.  et  moki  pfendoprophetat  lurgeatet  fedoeeat  malioa.  et 
qttoaiam  ahandabit  iaiquSta«,  relHgeibet  earitao  molteram.  qni  antem  per^ 
CiTeraverH  nfqne  in  ftnem,  hie  Ihlva«  erit.  et  prmdicabitar  hoc  eTangeUaA 
Mgai  in  naiverfo  orbe  in  teükimonlom  omnibnt  gentibne  et  tone  Teaiet  eon« 
Aimmatio.  9,  20  etwar  lur  etwer  jemand,  alematin.  Form.  Noch  83^ 
19.  Vgl  an  6t  23.  9,  86  ward  8  Perf.  SüKg»  PraC  idr  wirt,  wie  aneh 
Z.  28,  Vgl.  7,  14.  9,  29  th4en  ior  th&jen,  dnrch  welche  enrefteita 
Form  der  Xlmlant  erft  möglieh  wird.  Gramm.  1,  966.  etwan  (alte  Spr^ 
etaa wanne)  Adr.  anweHen»  maaehmal,  wie  12,  18.  34.  13,  24.  24,  18. 
32,  2;  hier  wie  nnfer  *  einmal'  in  der  Bed^  tondem  allqnando.  10,  6  da- 
6en  foraa,  ana  d&  dgen  (ygL  213,  18)  wie  drnSen  ana  dar  ügen.  Vgl. 
doben  82,  U.  10,  13  trnta  daß,  wie  ancb  28,  23  trotadem  daß.  Sin 
lirähea  BeiTpiel  fdr  trata  aka  Conjunctlon.  Gramm.  3,  305.  10,  16  dae 
widerlpil  daa   Gegenteil.    So  aneh  33,  4.    119,  25.  10,  21   fg.  in 

einen  trnwen  anf  einen  tranea,  einem  Tertraoen.  10,  22  groß  Adr. 
mhd.  groge  Xehr.    Ben.  Wb.   1,  579.  10,  24  fgg.  liatth.  24,  23  —  26. 

Tnno  fi  qnia  vubia  dixerit  *ecce  bic  eft  Chriftua  aat  illie'  nolite  credere. 
lurgent  enim  prendochriAi  et  pfendoprophetas  et  dabnnt  figna  magna  et  pro«» 
digia,  ita  nt  in  errorem  indoeantar  (0  fieri  poteft)  etiam  electi.  ecce  prm« 
dixi  vobia.  fi  ergo  dixerint  Tobia  'eece  In  deferto  eft,'  nolite  ezire;  *eooe 
in  penetralibna,'  nolite  cradere.  10,  36  die  h&tfamer:  die  hAt«  Be- 
hntnng,  Bewahrung.  10,  38  die  kilch,  kilohe  alem.  Form,  Kirche. 
11,  4  der  swölfbote  der  Apoftel  14,  25.  18.  80.  20,  16.  18.  27,  3.  84.  32, 
14.  16.  34,  1.  208,  6.  11,  6—10  Epheü  6,  16  —  17  Videte  itaque,  fraU 
rea,  qaomodo  caute  amboletia,  non  qnafi  infipientea,  (cd  nt  Japientea,  redi«> 
mentea  tempna,  quoniam  diea  mall  fuat.  propterea  nolite  fleri  impradenteai 
aed  inteliigeatea  qua»  fit  Tolantaa  dei.  11,  11  wir  figend  (Hgen  mit 


280 


unorg.  d)  fimos.  11,  U  WtnderfUh  sieben  luroek  sl^hen,  nernl.  noc, 
snräok  treten.  Vgl.  su  6,  4«  11,  15  lenden  Itnden,  flgärlieh  ftvm  ZleU 
Abren,  enden.  Vgl.  13,  34.  311,  9.  11,  95  vergliehnns  b4  Ätiniieb- 
keit  mit.  11,  31  leim  Lehm,  limns.  Gnff  3,  218.  Ben.  Wb.  1,  998. 
Slalder  3,  165.  Inr  mit  dem  Begriffe  dee  Bntgegentreleni;  ffir  hang  er 
om  den  Hnnget  m   ftillen.  11,  33  fim  hnnger  dnrf  wol   nieht  som 

aJMhlWorliefgehettden  Zwifehenfatte  gesogen  werden ,  wo  er  ein  Sehnf  fir 
Xbinen  Hunger  serreidt,  fondem  gebort  sn  gen{lgen,  einllMlier  Dntir  ftstt 
des  gewönlicheren  Genitiv  oder  nn  mit  den  Dntiv:  er  lat  fieh  oft  ges. 
«n  rim  b«  11,   34  Tergitnßig  misgnniUg;  rergnnft  Z.  SS  Miagmil 

11,  34  remlicb  brünftig.  Stalder  3,  356  gibt  in  diefer  Bedtg  ramm* 
II g.  thar  kann  bier  fowol  in  feiner  eigtL  Bedtg  'getränt/  als  in  der 
anf  Verwechsinng  (mit  dnrfen)  bemhenden  *darf*  Heben.  11,  37  band- 
let  mit  ir  colt  cum  ea.  13,  8  fehamper  mbd.  (cbambiere  lehan- 

haft,  verfcbimt  Scbmeller  3,361.  Bin  anderes  febampnr,  To hamper  Pie- 
tor.  p.  346.  Sehmeiler  3,  361  bedeutet  gerade  das  Gegenteil,  unsttcbilg, 
lebandbar.  Vgl.  unten  34,  Sl.  13,  16  der  hnfe  fehw.  Mase.  der  Hanfes 
d.  i.  hier  die   Heerde.    Auch  Z.  19.  13,  16  swacbs  Ar  nwnekts  d.  l 

swaokt  es«  Wegibll  dee  t,  f.  sn  314,  38.  für  ander  mehr  als  nsMiereo, 
fei r  hl  Bedtg  der  Bevomgnng.  13,  30  gefehmno%t  gednekt;  fehms* 
eken  den  Körper  snIbmBen  sieben.  Stalder 3,  336  fg.  Sebmeller  3,  464  f^. 
Vgl.  83,  3.  80,  13.  13,  31  nidertrecbtig  bier  in  der  eigenllen  Bedtg 
(von  die  tracht  das  Tragen)  niederwärts  tragend,  naeb  unten  bin  ftrebend, 
niedrig,  gaas  iinnlieb  gedacht.  Daraus  erft  gebt  die  Bedtg  *  berablaßend, 
demutig'  hervor,  die  dann  erft  fpiter  in  nnferii  heutigen  wegwerfenden  Siss 
nmfebligt.  13,  33  faft  helBt  damals  noch  tasmer  *febr,  valde*  und  ift 

noch  nicht  in  unfer  heutiges  'isre'  fibergegangen.  geroeb  Gemeh. 
13,  33  der  keibe  fchw.  das  Aas.  So  noch  Z.  36  fg.  13,  36  die  bül, 
bnle  fchw.  Fem.  die  Höhle.  Noch  15,  19.  36.  39,  8.  33,  t.  19,  38  an« 
k  u mm  e  n  antreffen,  13,  83  die  g  e  w  o  r f a  m  i  der  Gewabrfam,  die  Sicher* 
belt.  Vgl.  zu  1,  13.  13,  84  die  burft  Bufeh,  GeftrSnch,  Hecke;  abd.  o. 
mbd.  hurft.  Graff  4,  1043.  Ben.  Wb.  1,  784  b.  Stalder  3,  66  gibt  berft 
und  hurft,  Schm.  3,  340  nur  das  erftere,  PrlTeh  1,  469«  hurft  e.  borft  sl< 
Masc.  und  das  ge hurft  etmctns  frntectoAis.  13,  35  dar  dahin.  13,  ^ 
ledigen,  wenn  anders  die  Lesart  richtig  ift,  ift  immer  fboderbsr.  Scbo. 
3,  437  gibt  einen  Ausdruck  der  altem  Reehtsfpraebe  *  einem  hut  und  bsr 
ledigen'  In  der  Bedtg  Ton  *  einem  b.  a.  b.  abfcMagen'  Ihn  von  Geriehu 
wegen  sn  Streichen  remrteilen,  S.  355.  Wenn  attfere  Stelle  anf  diefen 
Ausdruck  sielte,  fo  w&re  dann  die  alliterierende  Formel  weggelafien  vnä 
das  Verbum  euphemiftifcb  gebraucht  für  töten.  Mit  der  Beßemng  gel  cid  i- 
get  wäre  freilich  gleich  geholfen.  Es  fragt  fich  nur,  ob  din  Mundart  des 
Druckes  nicht  gelediget  iur  geleidig  et  sngibt.  Doch  das  besweifle  ich: 
e  liir  ei  ift  mir  in  fcbweiserifcben  Stucken  nur  bei  folgenden  Worten  begeg- 
net, (denn  fortel,  nrtel  31,  33  gehört  aus  dem  in  der  Anm.  dort  gege- 
benen Grande  nicht  bieher)  helg  faoer  und  bede  ambo.  So  belfg  Biter 
Heini  769.  963;  beiges  Btter  H.  398.  1076.  3586;  beige  E.  H.  354.  713: 


281 


lielig«  B.  H.  IM;  balge»  fi.  H.  18;  ktlgen  Spiel  t.  d.  Kf4gea.  699«  £• 
H.  »1  ad  leot  1084.  1700.  1885.  1966.  1994.  3039;  kelikeit  £.  H.  3168^ 
bede  Widi.  TeU  p.  60.  £.  H.  1295.  1449.  2621.  2914.  2918.  2940.  3383» 
beden  K.  H.  1297.  14&5.  1471.  1984.  Fef&er  in  leding  T.  Bd  1  S.  20^ 
XU  y,  33;  (danidediDg  noten  24,  26;  bubentediag  64,  34.)  12,  37 
lüfte rn  laoerad  horobeD^laoichen;  ahd.  läAeroBeD.  Wb.  1,  1061.  SebmeH 
leff  gibt  2,  609  laaftera  oad  bll  laftera.  18,  4  die  aaturlieben 
naifter  die  NaCarknndi«Bn.  13^  9  fcbmeeken  rieeben.  Vgl.  19,  1. 
3.  19.  13,  10  näebt,  mbd.  fUabet»  |etal  fliabU  daa  ort  Neatru« 
wia  in  def  altera  Bpraebe  immer.  13,  13  Bei  anaeigt  ift  daa  üitfiTer- 
bnm  aaegeli^eD,  'find*  oder  'babea  wir\  13,  24  im •  an  aaebft  für  imba 
ane  imblB,  inbißEße»^  von  enbigen  eßendgeniefien;  der  imbß  heißt 
In  Baiem  and  Franken  Jede  kleine  MaUeit,  in  der  Schweia  dae  ICittagmal» 
Scbmeller  1,  58.        13,  25  in  kein  weg   d.  i.  fn  keinen  w.  keine8wege*> 

13,  29  nntaeblicb  Ar  nntngUeh  naUaglieb.  Ben.  Wb.  3,  55. 
13,  30  töliobs  ampi  iar  föHebs   amptee  mit  WegliU  der  Flexion. 

13,  32  ein  gemeiner  man  eia  der  Gemeinen  aagebörender  Mann,  tir 
publmmi.  13,  34  Ibll  wai  nlcbta  änderet  aoe  fein  noch  andere«  wollen  ale« 
Vgl.  an  11,  16.  13,  36  pertonlicb  oder  eigealich  etwa«  band* 
len  heißt  hier  in  feiner  perlonUchen  £igenfclialt  alf  Privalmann  (neben  rei<» 
aem  Amte)  ein  Gefohäft  betreiben.  argweaig  mbd.  arcw»neo  wie 
aaofa  30,  18,  169,  11  verdächtig.  JSe  erweckt  reich  ein  Privatgerehäft  Vor» 
daebi  gegen  ihn,  ale  ob  er  Ibiae  öffentliche  SleUnag  damit  Tenaenge  an4 
diefe  au  feinem  PriTatTorteUa  amibente.        13,  37  dea  darum,  deshalb. 

14,  1  Ig.  rin  war  mag  g.  w.  er  pontceliert  werden  könne.  14»  2  fg^ 
Kr  feil  eine  fixe  Befoldang  für  feine  Amtethikigkeit  erbalten,  toa  der  et 
leben  kann.  Wae  er  aber  darüber  hinan»  in  feiner,  amtlioben  Stellttng  ga* 
winnt,  etwa  durch  Amteaccidensien  a.  dgl.,  da*  feil  nicht  fein  Bigentom 
fein,  löndein  aar  liaOa  dee  offentlicbeii  AmUTermögene  gefeblagen  werden, 
ans  dar  er  beColdet  wird.  14,  4  im  su/al  dee  ampta  (nicht  an  nafer 
jetBt  geläaftgea  ZafeU,  fen,  an  denken)  in  dem  wae  dem  Amte  aU  folcheai 
anfalll.  14,  6  der  eiß  die  Biterbeide,  ahd.  n.  mbd.  der  eig  nlcae  Graff 
1,  541.  Ben.  Wb.  1,  428.  SchmeUer  1,  116^  einem  den  eiß  anriiren 
einem  an  den  wanden  Fleck  /aßen.  14,  7  der  finlikeit  einen  sou.m 
in  legen  (fir  anlegan)  glekbfem  in  den  Mand  der  Leidenfebaft  einen  Zanns 
hineinlegen^  14,  8  wofern  fie  £o  beleidigt  wurden  wie  fia  andere  beläßi- 
gen. 14  9  überlegen  im  eigtL  Sinne  mit  etwas  bedecken,  YerhülleaL 
daß  ihnen  dae  an  bedecke»  nad  daaa  ftille  zn  fehweigen,  unerträglich  £^ 
würde*  14»  16  on  geierd  ohne  böfe  Abfiobt.  on  eigen  gefuch. 
ohne  Bgoiamue.  zu  gutem  er Ic hießen  laßen  von  Nutsen  fein  laßen. 
Vgl.  33,  16.  78,  6.  80,  4.  81.  21.  36.  14,  32  and  von  finer  meinung 
dee  geiße  gottee  geweitigen  eine  lehr  fehwierige  Conßruction.  Zu* 
nächft  iß  der  Genili?  dee  geiße  (i^ml.  gottee)  abhängig  von  geweiti- 
gen, daa  ihn  regiert  im  Sinne  einee  Verbame  dea  Beraubens;  die  die- 
Schrift  dee  göttlichea  Geißea  beraaben»  Sodann  iß  von  finer  meinang 
ein  adterbieUer  Zafeta  daeu:  von  feiner,  neml*  Gottee  Meinung  weg  d.  h 


2Bi 


in  anderem  Sinne  als  er  es  gemeint  bat.  Die  Sebwterfgkeit  lieg:t  beAmdert 
Sn  der  Voranftellnng  dlelee  ZnfatMe.  14,  57  graslieh  graaali«h,  mbd. 
dia  grlnfe  das  GranTen.  Vgl.  24,  27.  15,  2-*I9.  Jerem.  7,  Z^U: 
Hiee  ^cit  dominvs  exercitoam  deas  Ifrael:  bonas  iacHe  rias  veftrsa  et  Ila- 
dia veftra,  et  babitabo  Tobiscnm  in  loeo  iBo.  noiite  conidere  in  verbis 
mendaeli,  dicentes  'templam  dominl,  templam  domini,  templam  doosini  eft.* 
qnoaiam  fi  bene  direzeritis  Tias  Teftras  et  ftadia  yeftra,  fi  Isceritia  jodiciafli 
ioter  Tiram  et  prozimam  ejus ,  advensB  ei  popillo  et  ridasi  noa  faceritis  ea- 
hminiam  nee  fangninem  innoeentem  efibderitie  ia  loeo  boe  etc.  ccee  tos 
confiditie  Tobis  in  termonibas  mendaeti,  qni  non  proderont  vobi«,  Airari, 
occidere,  adnlterari,  Jnrare  mendaciter,  libare  Baalim  et  ire  poft  deoa  atie- 
BO0,  qaos  ignoratis;  et  veniftis  et  ftetÜlis  eoram  me  in  domo  bac.  In  qaa 
kiTOcatam  eft  nomen  menm,  et  dizükis  'iiberati  Ibmns  eo  qaod  fecerimos 
•mnes  abominationee  iftas.*  nnmqaid  ergo  fpelunca  latronam  üactm  eft  do- 
mas  ifta?  15,  8  der  pilgram  der  Pügrfm,  Pilger,  mbd.  bllgerin,  fn. 
pelerin,  vom  lat.  peregrinas*  16,  9  weife  1  wol  Maae.  (Artikal  anage- 

laßen,  weil  er  vorm  Torangehenden  Sabft«  fteht),  mbd.  der  weife,  abd. 
weifo  febwr  M.  orphanas.  Die  Ableitung  in  1  fH  im  Abd.  and  Mbd.  nicbt 
überliefert.  15,  1&  namen  Nomin»  Hatt  des  organ.  ricbtigea  nnme,  wie 
Z.  19  fpelnnken  lEir  fpelnnke  nad  bnien  far  bäle.  16,  Sl   ftet 

AdVi  Aets,  beftändig.  15,  29  des  prangt  and  boebt  danmf  fleh  grofl 
that  und  prahlt.  15,  26  verftand  ImpenitiT,  verfteb.  16,  5  —  8  ge* 
fpenü  eigtl.  blos  Yerloekang,  dann  verloekendes  Tragbild»  Ana  diefea 
Stellen  seigt  ficb  niebt,  ob  das  Wort  noefa  Femin.  wie  frnher,  oder  bereits 
Neutram  ift.  16,  14  brach  Brauch.  16,  18  erbbeoben9  vieUeieht 
fir  erb  hechten?  von  pacht  pactum.  16,  21  fleh  m&twitlon  In  ßt^ 
tenlofer  M^Ukühr  leben.  16,  26  anfpraehneraen  Anfprüehe  arhebea. 
16,  31  das  für  des.  So  6S,  8  das  bis  gewis.  65,  6  das  mögt  ir  uo- 
Ihr  botichaft  TerAendigen.  92,  8  das  wir  lieber  geraten  wolten.  181,  2i 
das  er  wenig  hat.  215,  14  das  geh  im  got  die  leoe  in  die  baut  hinaln. 
16,  36  fg.  noch  den  iA  gl.  ▼.  nütaen  noch  nntst  es  denen  so  glaabea. 

Ja  wol  fondem  vielmehr.       ergern  febleehter  machen,  verderben, 
aßdilken  luv   nßtilgen  wie  80,  38  delere,   vertllken  61,  8.        17,  2 
iren  duck  (dink  vom  lA  Dmckiehler)  ihre  Xfieke«  17,  4-*.8.  Mattb. 

6,  19 — 25  paOim:  NoUte  thefanricare  vobis  thelburos  In  teira,  —  theftari- 
zate  aatem  vobis  thesanroa  fn  crnlo;  —  nemo  potest  dnobns  domlnis  fer- 
vire.  non  poteAis  deo  fervire  et  mammonsi  —  ne  follcitl  fitia  aaimse  ve< 
Ar»,  quid  maadacetls.  17,  4-  a.  5  femlen  lar  famlea;  e  l&r  a  wie 
gehebt  für  gehabt  26,  34;  fegen  für  Agen  (r=  angelegen)  Stter  Heini  1476- 
17,  .9  die  gel  A  richtiger  aller  Plural.  17,  11  — 16.  Matth.  10,  8—10: 
Gratis  aceepiAls,  gratis  datel  n<^ite  poifidere  aurum  neque  argeataa  aeqas 
pecaniam  in  sonis  veAris,  noa  percam  fn  via  neque  dnas  tunicaa^  neqae  cal* 
cearaenta,  neqae  vlrgam:  dignns  enim  eA  operarias  eibo  fae.  17,  26 
alenfenzig,  fcblechtere  Form  als  alefenalg  24,  21  alifenaig  68,  10. 
febalkbaft,  betriegerifch.  Jacob  Grinun  belehrt  ans  lai  Wh.  1,  203  Ijsg.  ds0 
das  Wort  keineswegs,  wie  man  geglaabt,  ein  ucfprangUeb  romaniiebes  fsi 


233 


I  (itai.  »11  avanzo,  tn.  h  TaTAnce),  fondern  ein  Seht  deatfehes,  7.um  ahd.  f  e  n- 

I  zon  gehörige«   niU    vorgefetKtem  ali   fremd,  fo  daß  alifans  einen  frem- 

den Schalle,  dann  überhaupt  einen  Schalk,  betrugerifchen  Landftreicher  be- 
dente.  Die  Form  alafane  in  der  Bedtg  nequitia  6,  32;  alefans    186,  33. 
I  17,  28 — 85.    Micha  8,   1  —  8:    Andite,   prineipes   Jacob   et  duces  do- 

I  mas  Ifraell    nnmqoid    non    Teftram  eft    fcire  jndicinm?    qo!   odio    habetis 

I  bonnm  et  diligitie   malnm,  qni  violenter  tollUis  pelles  eomm  defaper  eis  et 

earnem  eortim  deftiper  olHbns  eorum;  qni  comederunt  camem  popnli  mei  et 
pellem  eomm  defaper  ezcoriavenint  et  ofla  eomm  confregemnt  et  eoneide- 
,  mnt  Acut  in  lebete  et  qnaft  earnem  in  medio  ollie.        17,  34.  35    der  ha- 

I  fen  irdenes  Qefftß.    Hier  ibhwaoh  decllniert,   oder  mit  Wegfall  der  genitir. 

,  Flexion.        das  mittel  die  Mitte.    Vgl.   über  das  Wort  meine  Anm.  snm 

,  Bnofal.  ▼.  d.  Tochter  Sion  Z.  52  8.  60  fg.    So  noch  anten  18,  9.  40,  5.  41, 

36.  38.  205,  26.  17,  86  —  18,  2.  Ibid.  r.  5:  Hiee  dicit  dominns  fuper 
prophetas  qni  fedncnnt  popnlam  menm,  qni  mordent  dentibns  fbis  et  predi- 
oant  paoem,  et  fi  qnis  non  dederit  in  ore  eomm  qnippiam,  fanctiAcant  foper 
enm  prielinm.  18,  3 — 13.  Ibid.  v.  9  n.  f:  Andite  hoc,  principes  domns 
Jacob  et  Jndices  domns  Ifrael,  qni  abominamini  Judicium  et  omnia  recta 
perrertitls,  qni  aedificatis  Sion  in  fiingnfnibns  et  Jerafalem  in  iniquitate. 
principes  ejns  in  muneribus  Jndicabant  et  facerdotes  ejus  in  mereede  doce- 
bant  et  propbetie  ejns  in  pecania  dirinabant  et  fuper  dominum  requiefce« 
bant  dieentes  '  nnnqntd  non  dominus  in  medio  noftrüm  ?  non  venient  fuper 
nos  mala*,  propter  hoc,  caufa  yeftri,  Sion  quafi  ager  arabitur  et  Jerufalem 
qnaA  acervns  lapidum  erit  et  mons  templi  in  excelfa  filvarnm.  18,  4  ir 

fchühen  d.  i.  ir  fchühent;  etwas  fchühen  Furcht  und  Grauen  wovor 
empfinden,  fcheuen.  18,  6  in  den  pll^tenin  fanguinibns  Plur.  von  pl8t, 
ift  gewis  ein  ana^  ktytfitvov,  p  für  b  findet  ßch  häufig  in  fchweizerifchen 
Stücken,  fo  punt  Etter  Heini  1,  3448.  Wilh.  Teil  p.  70.  103.  gnaden- 
pnnt  Jac.  Fünkelins  Nenjahrsfpiel  828.  püutnns  Spiel  v.  d.  Eidg.  553. 
660.  Etter  H.  417.  3290.  3345.  puren  Plur.  W.  Teil  p.  52.  54.  55.  65. 
nach  pur  Fünkelin  Neujahrsfp.  1227.  purt  ib.  348.  18,  15 — 19.  Je- 
rem.  6,  13  ^:  A  minore  ufque  ad  majorem  omnes  avaritife  ftndent  et  a 
pTopheta  ufque  ad  facerdotem  cuncti  facinnt  dolum,  et  curabant  contritio- 
nem  filiSD  populi  mei  cum  ignominia  dieentes  *pax,  pax',  et  non  erat  pax. 
18,  17  briefter  für  priefter.  b  für  p  auch  in  brifen  fpreifen)  Et- 
ter Heini  1074.  2148.  2731.  3036.  18,  18  Eerknitfchung,  anch  zer- 
knütfchnng  22,  34.  contritio.    Vgl.  zn  6,    21.  18,   20  —  28.  Hefefciel 

13,  18  fg:  Vie  qni  confuunt  pulvillos  fub  omni  cubito  manus  et  faciunt  cer- 
▼icalia  fub  capite  univerfie  letatis  ad  capiendas  animas.  et  cum  caperent 
animas  populi  mei,  vivificabant  animas  eorum  et  violabant  me  ad  populum 
menm  propter  pugillnm  hordei  et  fragmen  panis,  ut  interfieerent  animas  qnte 
non  moriuntnr  et  Tirificarent  animas  qusB  non^Tirunt,  mentientes  populo 
meo  credenti  mendacüs.  18,  31  fg.  1  Petr.  5,  2:  pafcite  gregem  dei  pro- 
▼identes,  non  coacte  Ted  fpontanee  fecnndum  deum,  neque  tnrpis  hicri  gra- 
tia,  ftd  roluntarie.  18,  35  fgg.  2  Petr.  2,  1  —  3:  erant  in  vobfs  magiftri 
mendaces,  —  et  in  araritia  fictis  verbis  de  Tobis  negotiabuntur.  18,  37 

#  16 


234 


naheiitfür  nahen  (wie  80,  10.  30)  betnmh«.  ab  Prap.  e.  dat.  caaTal, 
wie  jeut  ob.  19,  3  erTchmecken  mit  Geruch  auafindig  naeheD. 

19,  14  eße  äfie,  ederet.  19,  25  billiche  oberkeit  rechtmäßige  Obrig- 
keit. 19,  29  einigerlei  weltlicfas  eine«  Weltlichen  irgend  waleber 
Art;  lei,  leie  Femin.  modus.  Gramm.  8,  79;  einig  Irgend  ein;  einiger 
leie  CQJusvis  modi.  19,  31  Terhaft  feft  geheftet.  SO,  3  gnardea 
Leibwächter,  ital.  guardia  die  Wache.  30,  8  fg.  Tergrifen  in  mit 
einbegreifen  worin;  der  Tcrgrif  der  Inbegriff,  Umfang.  Vgl.  Schaeeller 
3,  106.        20,  33  fprech  gern  ich  fpräche  gern  d.  h.  oder  vielmehr. 

20,  24  küriß  ft.  Mafc.  der  Harnircb,  Jetzt  Knraß.  20«  2b  roglea,  wie 
noch  318,  23,  aaouparl.  20,  30  fgg.  Jedoch  will  ich  wol  glauben  daß 
vielen  derfelben  (der  weltlichen  Fürilen)  Wölfe,  nemlich  LandbiTchöf«, 
lie  dem  Papße  nicht  verpflichtet  wären,  mehrenteUt  fehr  nutsslich  fein 
den.  Für  die  landsbifchofs  ift  wol  beßer  za  fohreibea  die  lands- 
bifohof.  21,  3  f.  allem  irem  hab  zeigt  hab  ala  Nentr.  während  es 
fonft  Femin.  ift.  21,  4  in  —  willen  (mhd.  dnrch  —  willen)  wegen; 
in  der  folg.  Zeile  umb  —  willen.  21,  5  in  halten  als  Fordemng  ent> 
halten.    Statt  helts  in  erwartet  man  indirecte  Rede  halte  in.   Vgl.  3,  la 

31,  Ib  gelt  verbales  Adverb:  es  gelte,  3  Sing.  Präf.  Conj.,  wo  wir 
anch  noch  fagen  'was  gilts?'  21,  17  Heißt  hag  hier  Umsännang?  Zeigen 
fich  ohne  Verhüllung  in  ihrer  wahren  Geftalt?  Oder:  lie  ziehn  den  Hag  ent- 
lang weg?  21,  26  der  apfel  ein  Inftrnmeut  in  der  Münze  beim  Geld- 
prägen. 21,  34  fgg.  Marc.  9,  50:  Habete  in  vobis  fal  et  pacem  babete 
inter  vos.  bonum  eft  fal.  22,  3  fgg.  Matth.  5,  13  Vos  eftis  lal  terr«. 
quodfi  Tai  evannerit,  in  qno  falietnr?  ad  nibilum  valet  ultra,  nifi  ut  mItCatvr 
foras  et  concnlcetur  ab  hominibns.  ir  find  eftis.  22,  5  menfch  mil 
Wegfall  der  Flexion,  Gen.  Plnr.  =  menfchen.  28,  7  fgg.  Matth.  13,  62 
Ideo  omnis  fcriba  doctas  in  regno  csslorum  fimilis  eft  bomini  patrifamilias 
qni  profert  de  thefauro  fuo  nova  et  vetera.  22,  14  docter   für  doctor, 

noch  25,  18.  20.  22,  18  fgg.  Daniel  13  Qni  antem  docti  fnerint,  fuigebant 
qnafi  fplendor  firmamenti.  erglaflen  glänzen,  der  glal^  der  Glanz. 
32,  21  frevel  Adj.  wie  rohd.  vrevel  verwegen.  33,  32  lieh  am  mfitig 
begierig  auf  Leichname.  32,  25  fgg.  Jerem.  8,  8 —  11:  Quomodo  dicitis 
'fapientes  nos  fumus  et  lex  domini  nobiscnm  eft'?  vere  mendacinm  operatos 
eft  ftylus  mendax  fcribarum.  confufl  funt  fapientes,  perterriti  et  capti  fnnt; 
verbum  enim  domini  projecerunt  et  fapientia  nulla  eft  in  eis.  propterea  dabo 
mulieres  eornm  exterts,  agros  eomm  hnredibus,  quta  a  minimo  uTqne  ad 
maximum  omnes  avaritiam  fequuntnr,  a  propheta  ufque  ad  facerdotem 
cnncti  facinnt  mendscinm.  et  fanabant  contritionem  filisB  popnlt  mei  ad  igno- 
miniam  dicentes  *pax  pax*,  cum  non  elTet  pax.  22,  29  begrifen  ergrei« 
fen;  diefe  Bedtg  auch  im  Mhd.  Ben.  Wb.  1,  571.  23,  38—24,  1.  Jerem. 
23,  13  fgg:  Et  in  prophetis  Samari»  vidi  fatuitatem  et  propheubant  in 
Baal  et  decipiebant  populom  meum  Ifrael.  et  in  prophetis  Jerufalem  vidi 
fimilitudinem  adnlterantinm  et  iter  mendacii  et  confortavemnt  manus  pe0i- 
morum,  ut  nou  converteretnr  unnsqnisque  a  malitia  fua.  facti  mihi  fnnt 
omnes  ut  Sodoma  et  habitatores  ejus  qnafi  Gomorrha.  nolite  audire  vorba 
prophetarnm  qni  prophetant  vobis   et  decipiunt  vos:    vifionem  cordis  fui  lo- 


235 


qnanter«  not»  d«  ore  doniiaU  diottoi  bis  qut  bUii^h«iiiAtit  m«  ^locutoa  eil 
doraintifl,  p*x  erit  vobto'  et  ofinai  qui  ambuLat  In  prayicate  oordU  fui,  dUe«* 
raat  'aon  Yeniei  fnper  voe  auUnai.'  audiW  qu»  dtxeranl  prophetie  prophe- 
tantee  in  nomine  meo  meadadum  atqae  dicentes  'IbmaiaTi,  fomniaTi.'  oiSgne 
q«o  iftad  eft  in  eorde  propfaetarum  Taticinantiom  mendaeiasi  et  prophetan** 
tinai  fiidaotioaee  eordie  IUI.  qai  volont  feeere,  nt  oblivifcatur  po^nlas  mena 
Biwünia  mei  propter  fomala  eoram,  qnm  narrat  onueqaisqne  ad  proximam 
Ainm,  fieat  obliti  fmit  patrea  eoruia  nominis  mei  propter  Baal,  propbeta 
qoi  habet  Xomninm,  narret  Xomntnm,  et  qai  habet  fermonem  meum,  loquatar 
Xarmonem  menm  rere.  quid  paleie  ad  triticum?  dielt  domiaaa,  numquid  non 
verba  moa  lünt  qnaA  ignie,  dieit  dominus «  et  quafi  malieas  oonterene  pet- 
ram?  propteraa  eoce  ego  ad  prophetae,  ait  dominue,  qni  furantnr  Terb» 
mea  naae  quisqae  a  prozimo  fao.  ecce  ego  ad  prophetae,  ait  dominns,  qai 
jüTQmnnt  lingavt  faaa  et  ajunt  *  dielt  dominns.*  eoce  ego  ad  prophetae,  fom* 
niantes  mendacinm,  ait  dominus,  qai  narrarerunt  ea  et  iednzemnt  popnlum 
neam  in  mendacio  fao  et  in  miraonlis  fuis ,  cum  ego  non  mifiJTem  eos  nee 
■aaadaffem  eis,  qui  nihil  profaeruat  pepnlo  hnic,  dicit  dominns.  A  igitnr 
interrogaverit  te  popnlas  ifte  Tel  propheta  vel  faoerdos  dioens  'quid  eft 
onas  domini?*  dkes  ad  eos  *ut  qoid  Tobis  onus.'  projictam  qnippe  voe,  dioit 
dominus.  33,  33  verfüert.  Diefe  Sebreibuag  üe  aeigt  für  diefes  Stuck 
die  Ausiprache  des  Diphthongen,  der  noch  nicht  %n  langem  ü  geworden  ift. 

33,  36  tveder  im  zweiten  Satzgliede  für  noch.  24,  10  für  c.  Acc. 
vorbei  an.    So  noch  Z.  27    82,  17.  24,   18  es   rimbt  fich  umb  ein 

parenfprnng  es  fehlt  ein  tüchtig  Stück  bis  es  fich  reimt  d.  i.  reimt  lieh 
gar  nicht.  Vgl.  Qrimms  Wb.  1,  1128  I.  t.  bauemfchritt,  baaernfchuh, 
banem^imng.  34,  19  fchädig  Sehaden  bringend.  24,  21  fc hamper 
heißt  hier  wol  nicht  'Terfehamt'  wie  12,  8,  fondern  i&  das  dort  auch  er- 
wähnte fohandbar.  alefensig  f.  17,  26.  24,  24  nothel/er  Heilige 
die  in  Nöten  helfen.  Vgl«  Frifch  2,  22*.  24,  25  kütslin,  mhd.  kö zo- 
lin bei  Gotfr.  t.  Neilbn  MS.  1,  28t>,  Demin.  von  kotze  fchw.  Masc.  gro- 
bes WoUenaeng  zur  Bekleidung  und  Bedeckung.  Hier  ift  eine  Tifchdecke 
gemefait.  24,  27  grnfelieh  wie  grüslich  14,  37.  24,  32  ufrolgen 
kann  hier  Ibwol  InflnitiT  fein  als  Plural  (in  fchwacher  Flexion)  Ton  uf- 
Tolge,  wozu  dann  das  Verbum  halten  gehörte.  In  beiden  Fallen  bliebe 
die  Bedtg  die  nemlicbe.  Aber  welche?  nfvolgen  heißt  fuccedere.  Tgl. 
Jac.  Grimm  Wb.  1,  646  1.  t.  an  ff  o  Igen,  der  dies  Verbum  aber  kaum 
dem  Mhd.  Tindiciren  möchte.  Hier  foheint  (was  die  Verbindung  mit  jarsit 
glaablieh  macht)  auf  eine  kirchliche  Obliegenheit  des  SucoelTors  als  Erben 
eines  Verdorbenen  gezielt  zu  werden,  nach  der  er  für  dlefen  am  Gedenk- 
tage müße  MeiTen  leTen  laßen.  24,  35  dantdeding  albernes  Zeug.  S. 
zu  12,  36.  I,  203  zu  V,  38.  hier  werk  unnütze  Schreierei  Nicht  in 
Grimms  Wb.  2,  108  verzeiebnet.       25,  1  doch  ir  gethön  feil,  fchrien  Jia 

25,  2  ein  (im  Dmckf.)  böfe  letz  einen  fchlimmen  Abfohied.  Vgl.  zu 
4y  23.  warten  hier  m.  Aco.  f.  t.  a.  gewärtigen.  25,  5  artlich  AdT. 
apta.  Grimm  Wb.  1,  574  ig.  verwart  verwahrt,  achtliun  and  forglal- 
tig  Terdedkt.      35,  10.  gefehen  foil.  fin  erfcheiaen.      25,  14  obgeftimpt 

16* 


2S6 


^  ob  beftimpt  38,  6.  83,  6.  35,  15  da«  fprü  (mb<L  fprin)  die  8prM. 
Plttr.  die  rpröwer,  fprenwer,  Mob  rpreuwern  (33,  35).  96,  31 
ped«l  Pedell,  Scberge  der  Pfaffen.  35,33  den  TOlkomAea   obM 

Flexion  für  Tolkommenen.  36,  3.  Jet  43,  36  Ugg.  Redne  me  in  bm- 
moriam  et  judiGemue  fimnl.  narra,  ii  quid  babee,  ut  jnfttfieeris.  pater  tarn 
primns  peccarii  et  interpretes  tai  praratieati  fönt  in  me,  et  rirntatinaTJ 
prindpet  fiuictoe.  36,  7  i%.  JeC  64,  6  Et  ftusti  Inaoa  at  immandva  oauMt 
Boe  et  qnafi  pannne  menftroat«  naiverf»  juftiti»  noßr».  36,  10.  Lioe.  17, 
10  Cum  feceritis  omnia  qn»  pnefcripta  fiiBt  vobie,  dielte:  feiTi  iaaülaa  Ib- 
mne.  36,  15  rotfohlag  d.  i.  ratfcblag.  36,  18.  Mattb.  38,  19  ^ 
Euntee  ergo  docete  omnes  gentee,  baptiiantes  eoe  In  nomine  patria  et  filü 
et  fpiritas  Iknoti,  docentee  eos  ierrare  omnia  qnmcanqne  maadaTi  Tobia. 
36,  34  heilmacber  Seligmaeber.  36,  36  wunfam  d.  i.  wannafan 

anmntig.  36,  39  —  37.  Job.  14,  33  4-13,  34.  14,  15.    6i  qnia  diliget 

me,  fermonem  menm  fervabit  et  pater  meoe  diliget  enm,  et  ad  evm  Tenie- 
mne  et  manAonem  apod  enm  laciemu«.  qni  non  diligit  me,  fermonea  aieot 
non  fervat.  mandatnm  novam  do  vobie,  at  diligatSt  invicem;  fieat  dile» 
vobie,  nt  et  tos  diligatie  invtcem.  in  boc  cogaoTceat  omnee,  qaia  difclpali 
mei  eftie,  11  dilecttonem  babneritis  ad  in?t6em.  fi  diligitia  me,  maadate  mea 
iervate.  36,  34  gebebt  L  s.  17,  4.  37,  7  für  daa  überlieferte  nß- 

truckte  ift  wol  beder  nAtrnokten  zu  fetzen,  da  naderXcbeid  llaae.  ift. 

ußtruckt  aoegedrüokt,  ausdrückUob.  27,  37  Job.  6,  88:  I>ercendi 
de  c»lo,  non  nt  ÜMiam  roluntatem  meam,  fed  voluntatem  que  qoi  oiiAt  me. 

37,  31  fg.  Job.  20,  21.  Paz  Tobis.  ficat  miüt  me  pater,  et  ego  mitto 
▼oe.  28,  13  gepoUen  far  ge bellen,  riehUgee  Partie.  Perf.  tob  bel- 
len: ieb  bille,  bal,  wir  ballen,  gebollen.  38,  19  Ton  Abel  bii  auf  den 
lotsten  Behaltenen.  28,  27    den  beiligeten  d.  i.  gebeiltgetan;  fo 

126,  15  ein  taufte r  jud.  161,  35  der  den  Saal  reizt  bat.  198,  19  dan 
tU  ener  tauft  feind.  201,  27  fo  in  kein  troil  mitteilet  wirt.  In  Bd  II, 
91,  37  tröft.  28,  28  Jerem.  18,  18  Venite  et  oogitemoe  contra  Jeremiam 
eogitatione«  I  non  enim  peribit  lex  a  facerdote  neqae  oonAiiam  a  fbpiente 
nee  fermo  a  propheta  ▼enite  et  percutiamue  enm  lingna  et  non  attendamos 
ad  uniyerfo«  fermonet  ejas.  28,  36—29,  8.  Weish.  Saiom.  3,  12  —  16: 
CircumveniamuB  juftum,  qaia  inutilis  eft  nobis  et  contrario«  eft  opertbu» 
noftrie,  et  improperat  nobis  peccata  legis  et  dÜ&unat  in  not  peecata  dilei- 
plinia  noftriB,  promittit  fe  fcientiam  dei  babere  et  filium  dei  fe  nominat. 
£Rctat  eil  nobis  in  tradoctionem  cogitationmn  noßrarum.  gra?lii  eil  nobis 
etiam  ad  videndum,  quoniam  dilBmilis  eft  alüs  Tita  illins  et  immalat»  fiiat 
vis»  ejus,  unquam  nngaces  »Itimati  fiunns  ab  illo  et  abüinet  fe  a  vils  noAris 
tanquam  ab  immanditiis,  et  prasfert  novillima  jnllomm  et  gloriatnr  patrem 
fe  babere  denm.  38,  37   des  gefats  für  des  gefataes  mit  Wegfall 

der  genit.  Flexion.  39,  9  —  16.  Jef.  1,  31  —  33:  Qnomodo  iaata  eft  me- 
retrix  eivitas  iidelis  plena  jndicü.  juftitia  babitarit  in  ea,  nnne  aatem  bo- 
mieid».  argeatam  tnnm  verfam  eft  in  fcoriam,  vinom  tuom  miftam  eft  aqna. 
prinoipes  toi  iafideies  ,  foeü  fnmm.  omnes  dilignnt  manera,  feqnantar  retri* 
butiones.   papillo  non  jndicant  et  cauTa   vidass  non  ingreditar  ad  illoe. 


2S7 


29y  IS  ift  dM  faorU  der  Vnlgato  daroh  kapfor  efeh  HberAtsI,  eigtl. 
Seblaoke.  89,  17—20.  Arnos  5,  10  Odio  habwniBt  corripientein  in  porU 
e$  loqoeatom  perleete  abomiiMiit  fiiDt.  89,  21—85.  Mtttlh.  10,  17.  18  Ca« 
▼ele  ftb  hoaitttbM,  tradent  onim  tos  in  eoDciliie  et  in  lynagogis  Aus  taget« 
labnnfe  tos.  et  ad  pneAdes  et  ad  reges  dooemlBi  propter  me  in  teftimoniiia 
iUie  et  geatibae.  29,  86  —  1^8.  Matth.  83,  88«*  96  Serpentee,  geotmina 
▼fperamm,  qoemodo  lagietie  a  Jadieio  geheniM?  ideo  eioce  ego  mitto  ad  Toe 
propktetas  et  fopientee  et  fcHbas,  et  ex  ülie  ooeidetie  et  emoillgetlf  et  ex 
ek  flagellabitie  in  fjnagogie  Teftria  et  -perfeqiieiiiini  de  eivitate  in  eiritateni, 
ut  veniat  Aiper  Toa  omni«  fangois  jaftna.  29,  36<^30, 1.  1  Cor.  4,  9  Pato 
qaod  den«  noa  apoAoloa  noviffimoa  oAendtt,  tanqaam  morti  deftlnato»,  qnia 
rpectaealvm  iMti  Aunna  mvndo  et  aogelfa  et  bominibaa.  89,  87  fpllvo* 
gel  «berietst  fpectaenlnm.  Ift  fpiivogel  ein  naehgemachter  Vogel,  naoii 
welehem  anter  Zadraage  fishaalaftiger  Menge  ge(bho0ea  oder  geftoehen  wird? 
80  9  2  —  6.  Ibid.  Z.  11  fg.  UHina  in  hanc  horam  et  eforiaraa  et  Atiiama 
et  nndi  Xomaa  et  oolapbia  casdinnr  et  inAabilee  Auana  et  lalnmunaa  operan- 
tea  maaibna  noftria.  30,  39  Siehe  Apoftelgefeh.  e.  28  nad  24.  30,  81 
Bonüaeioa  III,  606  erwählter  Papft,  erhielt  vom  griechifcben  KaiTer  Pho- 
kaa  den  Titel  einea  epifcopaa  OBcamenicna  mit  der  Yerordnnng,  da0  die  rö- 
miCche  Kirche  daa  Haupt  aller  übrigen  fein  foUte.  31,  11  noch — noch 
Inr  weder  —  noch.        31,  18  fledermna  vgl.  Bd  II  S.  367  zu  Z.  948. 

31,  21  dienen  n&hert  fich  fchon  in  der  Bedtg  hier  nnferm  *cu  etwaa  die- 
nen, dieaüoh  fein,'  aptom  efle.  31,  80  für  nieman  erwartet  man  ninder 
(nirgend),  wenigftena  doch  von  nieman:  &e  erwarten  Recht  nur  von  Rom. 

arfaeh  ana  Urlaeh,  anX  Qrnnd  ihrer  von  dort  her  erhaltenen  Freiheit. 

31,  82  fortel  fnr  forteil  wie  nrtel  far  arteil  38,  10  111  nicht  ale 
Obergang  dea  ei  in  e  zn  faßen  (vgl.  zn  12,  36),  fondem  ala  Abfchwächnng 
der  tieltonigen  Silbe  in  eine  unbetonte.  32,  2  den  Tchwans  fohmncken 
den  Schwans  einziehen.     Vgl.  zu  12,  20.        32,  2  fehimpfen  fchersen. 

32,  6  fg.  Was  die  Wölfe  üoh  auch  vornehmen,  dafür  verliehen  Si^  (kan* 
den  für  künnen)  ein  Kleid  zn  borgen,  in  dem  ^9  unerkannt  aus  ihrer 
Höhle  gebn.  32,  9  nach  not  nach  Bedürfnia.  Für  ein  lieft  man 
beder  eim.  32,  20  der  lift,  in  der  alten  Sprache  meift  Maac.  32,  22 
fo  inen  wol  kompt  der  ihnen  zu  gute  kommt,  ihnen  nützt.  32,  24 
Man  bemerke  flocb  ala  Femin.  32,  36  fri  ganslich.  38,  5  fo  fi  nit 
weißt  n.  d.  e.  z.  r.  von  dem  Sit^  um  die  Wahrheit  zn  X|>rechen,  niehto 
weiß  and  daa  ihr  nicht  erlaubt  ift.  33,  9  der  tra fiel  rictna,  von  Thie*- 
ren,  von  Menfchen  nur  verächtlich.  33,  19  der  underftand  fich  der 
begebe  fioh  kühnlich.  Ina  wolfagejägt  auf  die  Wolftjagd;  mhd.  dag 
gejegede  die  Jagd.  33,  25  z^  inen  zappen  an  fioh  reiBen.  83,  26 
abgöt  idola,  nnorgan.  umgelauteter  PloraL  88,  83  lallen  hier  in  wei- 
tei«m  Sinne  ala  gewönlich,  fchwatzen.  33,  35  ie  immer.  nachg. 
habea  naebg.  haben  würden*  84,  7  plotzhart  ift  daffelbe  wie  blotz* 
b rüder  (vgl.  nollhart).  Ea  waren  Laienbrnder.,  die  ala  Krankenwärter 
nad  Leiohenbegleiter  fungierten.  Vgl.  Zamcke  sum  Narrenfchiff  102,  47  8. 
447.     Grimm  Wb.  II,  152  fg. 


Der  Verlifier  ditfer  Schrift  nettat  A«li  sieht;  fein  Staad  »her  U0t  ü^ 
wenigfteDs  TeminteD.  Wean  er  13,  19  ig«  Agt  *wir,  nemlieh  g«iftli«li 
und  weit  lieh  oberkeit*,  (b  geht  deMiiie  hervor,  daß  er  tn  einer  diefer 
beiden  Obrigkeiten  gehört  hebe,  alTo  entweder  Geillllcher  oder  weldiefaer 
Beamter  geweTen  fei.  Daß  er  QeiAlicher  gewelbn,  und  »war  an  der  Spiiie 
einer  Geneinde  geftanden,  fcfaeint  in  34,  S3  sn  liegen.  Die  ZeH  der  Ab- 
faönng  beAünmt  fich  durch  die  in  der  Staleitong  5,  29.  82  gethnne  Krwah- 
nnng  der  Bannnng  Luthers;,  die  (roai  16  JonI  1620  datiert)  mit  Beginn  der 
»weiten  Hüfte  dee  Jahre  1690  in  DentCbhlnnd  bekannt  ward,  wenn  dlo  Ver- 
öffantliohnng  deiTelben  and  die  Verbrennung  der  Bieher  dei  Refbrmaton 
attoh  erft  leit  dem  dritten  Viertel  des  Jahres  Statt  ftmd.  Ans  diefbm  Um- 
ftande  ond  andrer  Seits  daraas,  daB  der  Wormftr  Befehetag  nioht  erwahst 
wird,  läBt  fich  XchlieBen,  daB  die  rorMegende  Schrift  in  der  zweüen  Halte 
dee  genannten  Jahrs  1620  abgafaBt  (bin  m6Be.  Die  Heimat  detfblheffi  Ibtsea 
wir  in  die  oberrheinlTohen  Gegenden,  Baden  oder  JSUhB,  nioht  In  die  Sohweis, 
wosn  die  4>raohiichen  Formen  keinen  Anlaß  geben.  Die  Unbeholfenheit 
des  Stils  £eigt  einen  mit  der  dentTohen  Feder  noch  wenig  geftbten  Mann. 


u. 

12  Blätter  (8  Bogen)  in  4^  unpagioiert  mit  Signatur  B^CiiJ  (der  erfte  Bo- 
gen hat  keine).    Anf  der  vordem  Seite  des  erften  Blattes  oben 
Dialogns   oder   gefprech   des   Apofto 
licums  Angelics   vnd   anderer  Specerey   der  Appotecken  An- 
treffen Doctor   M.  Lntterers   1er   vnd  fein  anhanck  etc. 
Darunter   ein  großer  Holzfchoitt,    das   Innere  einer  Apotheke   darßelleod. 
Hückfeite  des  erften  Blattes  leer.    Aaf  dem  zweiten  oben  beginnt  der  Text, 
der,  34  Zeilen  auf  der  Seite,  bis  über  die  Mitte  der  vordem  Seite  des  leu- 
ten  Blattes  geht,  delTen  RückTeite  leer  ift.     Ohne  Ort  und  Jahr. 
LESARTEN.    36,  11  bereu  beherberrigt.       36,  12  wolgezirten. 
36,  13  verthraut.        36,  14  abweßfig.        36,  20  Jedooh.        37,  5  fg 
licht  angeaindet.        37,  9  verleffung.       37,  11  Ar  erdbidem  vorn 
lies  genauer  erdbedem.  37,  17  Prima  apprilie  fic.  K.  Gödeoke  im 

Grundriß  aur  Gelbhichte  der  deutfcben  Ihchtung  S.  246,  6  lieft  dalnr  Pir- 
na, als  ob  es  Angabe  des  Orts  wäre.  37,  22  heinnmcht.  37,  2j 
Churfirften.  38,  37  ha b  einmal.  39,  13  ich  rieh.  39,  26  Rat- 
ten.  39,  29  Ichriebft.  39,  33  Anita.  39,  36  fohadL  40,  9 
das  gr6kft.  40,  14  fein.  40,  16  Merorinm.  40,  24  yell. 
40,  30  ken.  41,  22  ^n*  ^^f  ^^  er6ret.  41,  31  das.  41,  33 
llercurij.  42,  3  begeben  fehlt.  42,  6  diß.  42,  U  vngellnm- 
me.        42,  28  gutz.        43,  2  Knangelij.        43,  11  Aenn.        43,  9  mit 


i  ienea  «a  beillen  t       4a»  16  ein  »nder  ftig^n  die.        48,  SB  pot- 

i  r«8  in  Pelmm.       44,  3  Die  beiden  erAan  Wofte  der  Zeile  find  fiUrchlieb 

I  anlbiBnen  gerückt.        44,  9  facber.       44»  13  F&r  uf  &breib  vorn  auf. 

L  44,  ai  gefebier.        46,  2  #iadt.        ftncb«.       46,  8  eiaigam.      46,  19 

!  ander.        46,  16  ie  Ae^  niebt  je.        46,  91  bela».       45,  S5  jr.       46,  9$ 

gedecbnnß.        46,  3  faader  /  su  gleleb  ein«  fcJiaffer  fcberf. 
,  46,  11  prefcbribieren.        46,  13  badirffen.        46,  16  pTeforibirdn. 

46,  93  pfriadaa.        46,  27  fteyar.        46,  d6   niebte  gabart  vB 
I  p&abour.        47,  4  fg.  prefchribiven.       47,  10  bildt  Aecfc.       47,  19 

{  jbe»er.        47,  16   vff   den  1.        47,  20  dan  dar  ley.        47,  31  dar  aa. 

[  47,  83  fcefi&beifc.        47,  34  anCf  wielL        beadl  weft.        X'f^* 

;  47,  30  a.  lodt  feindt  b.        47,  34  deinam.        47,  37  zarebalten. 

^  48,  14  trieben.        48,  19  eynem  foboffbnnden.        48,  31  neneau 

,  48,  32  Retter.        48,  33  forme.        48,  36    obgeXebriabatt. 

49,  10  nabea.        49,  16  fg.  bterten  vnd  Xebiffere.        49,  36  jeram. 
49,  36  blert,        49,  36  virieU       49,  36  Snangelij.       49,  37  aer- 
ftert.        60,  2  ft&tt.        60,  16  jnnome.        60,  3^  b6er.        61,  4  rar-* 
antwortnng.        61,  7  litael.        ^1,  11   aybe.        61,  30  Terantwer« 
tnag.        61,  37   appftel.        63,  38  tbuprobft  /  dein  Canonieat. 
63,  38  ftima.        63,  33  belligift^n.        63,  3  des,        63,  33  i^.  ander 
Werber.        64,  1  figil.        64,  2  prenoftioatz.      64,  6  fiima.       64,  27 
da   dicb.   Cbriftue.        ftett.         54,  33   vilieicb.         66,  1   lefen. 
56,  0  wedder.        65,  10  Enangelij.         66,  19  gelrant.         wie  wie« 
on  gelt   fielber   g.        66,  3  bielff   betrigan.         66,  4  ien.        66,  7 
Hndt.        66,  12   fcbaedta.         66,  34  fo  ebe  das  /  da«  beylig. 
67,  9  glab.        67,  30  telkments.        68,  9  vnd  berinn  dg. 

ERKLÄRUNGEN.  36,  10  berfaren  wie  37,  7  iß  zwar  anorganiTcbe,  abar 
aaf  Anefpracbe  rnbende  Afpiration.  Diefelbe  noeb  in  b ergangen  36,  20, 
b erlaubt  47,  29,  berlangung  41,  12,  b erinnert  65,  29:  alfo  in  aUev 
diefen  Beifpielen  bei  Compofitionen  mit  der  untrennbaren  Partikel  er.  YgU 
Gramm.  1,  188.  437.  Unorganifcbe  Sinfcbiebnng  des  h  zwifchen  zwei  Vo«* 
cale  im  Inlaute  f.  zu  38,  37.  36,  11   beherberigt  für   beberbergt 

erw^cbte  Anefpraohe  des  rg  durcb  Einfebiebnng  eines  i.  36,  13  war 
ift  foUte  woi  beißen  warn  ift  (warn  fcbw.  ▼.  c.  gen.  achten  aof  etwas,  be* 
wahren).  36,  14  abwefig  abfens;  fich  eines  dinges  abwefig  ma« 
eben  wovon  weggehen,  es  Terlaßen.  36,  15  nit  als  gar  dafi  durcbana 
nicht  damit.  36,  17  bantreich  alliterierend  zoTammen  mit  hilf  und  in 
eben  der  Bedtg.  Schmeller  2,  206  med.  nachtrug  Nachtruhe,  g  ver* 
härtet  ans  h,  das  feiner  Seite  für  oberdeutfches  w  eingetreten  ill  (mhd. 
rnowe  Hube).  37,  4  das  fchaltfeinfter  ift  daCTelbe  wie  der  fcbalter, 
das  Feniler  oder  Türchen  zur  Verroblie&ung  der  Wandöffnnng,  die  dia 
Commnnication  zwifoben  zwei  anftoßenden  Zimmern  bildet.  Man  bemerke 
das  ei  für  e  vor  der  Liquida.  G^amm.  1*,  185.  37,  8  malttft=  meift. 
Unorganifcbe  Binfchiebung  der  Liquida  n  zwifchaa  den  Diphthong  ei  and 
den  Doppelconfonanten  ft.    In  demfelben  Worte  noch  46«  32.  63,  30,  mein* 


240 


fter  fTir  m«ifter  magiAer  51,  87.  Fsnier  das  minft  fftr  da«  na  in  11  149, 
38»  übertreffend  der  andere  übertrifi^,  TartreiAieh.  Vgl.  Bd  1  8.  199 
SU  lY,  124.        37,  9   nach   yerlefang  naeh  Dnrchlefting.  mich  ee- 

wern  willigen  mich  enern  dienftwilligen,  gefaorlanien.        37,  11  ardbe* 
dem,  erdbidem  Erdbeben.    Die  ganze  Periode  ill  anakohithifch.       37,31 
ftalbrnder  Gefährte.    So  noch  Z.  36.  38,  13.  46,  25.  54,  36.  6^,  11. 
37,  35  das  dantmer  die  alberne  BreiUiing.  37,  36.  38,  4  begib  oai 

nit  dann  zn  Termuten  laß  nnt  darauf  nicht  ▼ermaten.  38,  5  ver- 
leiten wie  beleiten  iwd  geleiten,  fb  daß  ver  nnr  den  Begriff  varllailt; 
hoch,  weil  er  im  kaiferlichem  Geleite  gieng.  38,  7  entret  d.  I.  enu 
redet;  entredenein  gerichtlicher  Ausdruck,  gegen  eine  Anklage  Tertn- 
digen.  38,  9  den  wagen  für  die  pferd  fetten  Xt»richworCllehe  Re- 
densart, etwas  umgekehrt  und  daher  falfch  anfangen.  38,  10  dta  urteil 
hier  ilarkee  Fem.  (während  es  fonft  meift  ft.  Neutr.  ift).  die  verhör  /l. 
Fem.  wie  92,  7  fg.  (jetst  das  Verhör)  eigtl.  Ter  höre.  Pemin.  wie  aoeb 
die  andern  Compofita  die  überhöre  contumacia,  widerhöre;  von  die  höre, 
mhd.  diu  höre  das  Hören.  8o  heifit  es  In  Wolframs  Titurel  160,  4  er 
wart  von  dem  winde  der  höre  verirret  (wo  der  jüngere  Titurel  erklärend 
gibt  *b<Brens  rerirret*)  d.  h.  er  ward  ron  dem  Winde  irre  gemacht,  fo  ds0 
er  nicht  hören  konnte,  wo  Wild  und  Hund  hingekommen.  38,  18  quot. 
Was  bedeutet  es?  Hat  es  mit  dem  niederd.  queten  quatere  Brem.  Wb.  3, 
406,  Tgl.  quöfen  411)  zu  thun?  Mit  quat  böfe  bat  es  wol  nichte  gemein, 
hart  und  quöt  muB  heißen  feft  und  zähe.  38,  24  pfetter  (Vetter),  fo 
immer  in  diefem  Stucke  gefchrieben,  Z.  34.  39,  23.  41,  12.  48,  13.  Abd. 
fataro,  fetero,  mhd.  veter«  Gäbe  für  ein  acht  deatTches  Wort  ein  metic- 
würdiges  Beispiel  des  anlautende  pf.  Vgl.  Gramm.  1,  396  fg.  8ol1te  ei 
wirklieh  aus  patruns  entllanden  fein?  38,  31  fg.  der  dauf,  tauf,  in 
der  alten  Sprache  immer  ß.  Ufasc.  38,  35  neidfchen  gehäfiig  fbin;  fetzt 
ein  mhd.  nitefen  Ton  n!t  Ha0  voraus;  Tgl.  gitefen  Ton  git.  Gramm.  9, 
872.  38,  37  nihe  for  nie.  Solchem  unorganifch  eingefchobenen  fa  be- 
gegnen wir  in  diefem  Stücke  noch  bei   m ehe  39,  10.  48,  34  (m^),  meher 

41,  12  (mer),  ehe  47,  15  (ö  Snbft.),  ehe  (Part.)  49,  24,  56,  19,  aifo  beia 
Diphtholig  i  e  and  dem  langen  Vocal  e,  der  auch  e  e  gefchrieben  wird.  Die- 
hB  eingefchobene  h  zeigt  fich  am  ehellen  in  Stücken,  die  niederdeutfcbeo 
Gegenden  entftammen.  Sein  Urfpmng  und  erfte  Bedeutung  muß  näher  an- 
terfncht  werden.  Vgl.  in  No  IV  zu  80,  7;  in  VI  zu  129,  23.  In  Bd  H 
lefea  wir  ehe  Hand  102,  19.  feher  103,  19.  ehebrecber  265,  8.  ehe- 
lich 268,  26.  39,  1  würfe A  für  wirfeft  wie  noch  48,  28.  39,  2  f^ 
Ter  legen  durch  Liegen  Tcrdorben.  38,  2.  42,  17.  zwar  mhd.  ze  wnre 
in  der  That.  39,  10  wul  für  wol  faft  immer  in  diefem  Stücke:  39,  31 
40,  38.  41,  27.  28.  46,  6.  18.  49,  15.  50,  34.  55,  35.  58,  5.    Vgl.  sa  Z.  3S. 

42,  4.  44,  29.  In  Bd  11  wul  häufig  in  Nr  IV.  74,  13.  23.  75,  8.  76,  31. 
78,  9.  Es  xeigt  allemal  niederdeutfchen  Einfluß.  39,  12  am  infaerkn- 
men  beim  Hereinkommen.  39,  15  blutubel  blntübel,  fehr  übel.  Eine 
Ton  den  nrfprünglich  ftarkfinnlichen  Verftäricungen  des  AdjectiTS,  deren 
eigentliche  Bedtg  I^äter  Tergefien  worden.  fchmürbeinfßr  fchniir- 


241 


bein  nMh'Fbtt  (Sduner,  abd.  Anero  Qtn.  Anerwes),  meift  Terdorbenem  rie- 
ebea  imd  fobmedcfiii;  daffelbe  wm  maa  in  Tburiogen  f  eh  mar  mein  nennt, 
vim  der  Butter,  wenn  &e  im  Sommer  den  bekannten  widerlichen  Beige* 
fobmacfc  hat.  39,  90  fo  tu  an  ir  foil.  ift,  waa  ße  nur  kann,  aae  Lei* 
beekvaften.  39,  85  koftene  Genit.  von  vil  abh&ngig.  39,  86  damit 
ieh  lenger  anf  difem  benklein  verhaft  wnrt  damit  ich  daran  ge* 
knüpft  bleibe  d.  h.  davon  nicht  ao&nAehn  branehe,  damit  ich  die  Bank 
länger  halten  kann,  mich  nicht  far  infoWent  ond  bankerot  erklaren  muß. 
*  Von  der  Bank  anffteben'  hieß  fie  nicht  langer  hahen  können,  bai^erot 
rein.  Es  ift  aU6  ein  vom  Hasardl)piel  genommener  bildlioher  Auedmek. 
Vgl.  Orimme  Wb.  1,  1109.  39,  30  lieft  d.  i.  ließeft.  39,  31  anflwen- 
den  anlWenden  nnd  aussaien.  In  dem  Wb.  1,  1014  aua  Lntber  gegebenen 
BelTpiele  beißt  es  verwenden.  39,  33  ftnU  üir  ftols,  niederd.  Binflnß. 
VgL  oben  wnl  au  39,  10;  wir  wallen  42,  4.  39,  36  aber  dem  öl 
fehenkel  leiden  ein  figärlicher  Ausdruck,  den  ich  nieht  verftehe. 
40,  16  rublimieren  (fablimare)  heißt  in  der  Chemie  die  fsAen  Teile  eines 
Körpers  durchs  Feuer  in  die  Höhe  treiben,  zum  Unterfehiede  vom  DeftiiUe* 
ren,  wo  nur  die  fläßigen  Teile  in  die  Höhe  getrieben  werden.  40,  37 
er  fohürt  für  fchirt  40,  38  Bemerke  die  Fügung  drei  die  geiftli- 
eben  bifchof  für  drei  der  g.  b.  41,  82  verfchutt  lA  fo  viel  ids 

Verwäftang,  Verderben.  Ich  kann  das  Wort  Tonft  nicht  nachweifen.  Vgl. 
Schmeller  3,  418  fgg.  41,  28  anlegen  hier  im  Sinne  von  behandeln, 
wol  anlegen  gut  behandeln.  Der  Sinn  muß  fein:  Deutfehland  iffc  swar 
erlöft  worden,  aber  die  Erlöfung  ift  auch  danach:  es  ift  von  feinem  Gelde 
erlöft  worden.  40,32  fcbün den  antreiben;  gefchnnd  recht  gewalt* 
iamea  Beeht.  42,  12  besieht  üch  anf  die  im  Jahre  vorher  1520  erfchie- 
neneXcharfe  Satire  Karftbans.  42,  17   Mit  der  fpecies  Bertholdi, 

die  auch  58,  8  genannt  wird.  Toll  wol  das  canoniTche  Recht  gemeint  fein. 
Man  dachte  dabei  an  Bartolus,  den  bekannten  berühmten  Bechtelehrer  im 
14  Jhdt.  42,  29  Für  haben  erwarten  wir  habe.  42,  35  fgg.  Besieht 
fich  auf  die  Stellen  im  Karfthaas,  wo  derfelbe  Tagt:  Es  find  eben  bi  vier 
seilen  im  ganzen  evangelio,  die  halten  fi  fo  ftark,  daß  A  im  vil  z&  vil  thon. 
die  erft  sil  *du  bift  Petras  und  uf  den  üant  Peter  wird  ich  buen  min  ktt* 
eben.'  die  ander  zil  'weid  mine  fchaf!'  die  drit  zil  *was  Gl  ucb  fagen,  das 
tb^len.'  die  viert  sil  *wer  üch  veracht,  der  varaebt  mich.*  lenk  ein  läng» 
neu.        43,  27   bot  für  het  hatte.  44,  29  wu  für  wo;   wA  in  No  IV 

90,  36.  Vgl.  zu  39,  10.  45,  4  fg.  von  einem  dtnge  eßen  wie  eines 
dlnges  niegen:  ich  würde  fooft  von  meiner  Heiligkeit  wenig  Genuß  haben. 
45«  6  für  seit,  was  auch  der  alte  Druck  gibt,  lies  seil.  45,  8  nach 
fteht  nicht  etwa  für  noch  (vgl.  Bd  2  S.  363  f.  f.),  was  die  Mundart  diefes 
Druckes  nicht  zulaflen  würde,  fondern  ift  das  Adv.  nach  was  beinahe 
heißt,  hier  in  den  Siun  von  *etwa,  vielleicht'  übergeht.  45,  23  entrich- 
ten aus  der  Bichtnng,  Ordnung,  Faßung  bringen,  irre  und  fkirchtfam  ma- 
chen. 45,  27  bei  adverbiell,  beinahe;  bei  gar  vgl.  mbd.  begarwe, 
begerwe  gans,  völlig.  45,  33  etwen  mitunter.  45,  37  liederlich 
leicht.  46,  23.  24  Reinftram  Reinftrom.    Schmeller  ^,  684  fg. 

17 


242 


46,  96  nenling  neulich,  wie  56,  16.  nevlings  57,  25..  46,^M^necb« 
ten  Adv.  in  vergangener  Nncht.  Hier  ift  die  eben  Tergangene  oder  noch 
vergehende  gemeint:  der  Tag  bricht  bereits  an  50,  88.  46,  29  verbie- 
tnng  Lntters  bncher:  bemerkenswerte  Conftruction  ohne  Artikel«  Vgl. 
SU  Unterdrückung  Chrifti  er  I,  113,  68;  zu  erwerbnng  gottes 
huld  II,  183,  275.  47,  7  jars  Adverb,  ans  Qen.  dee  Snbft.  V^.  mor- 
gens Z.  23.  tags  53,  24.  difer  fleißiger  seit  53,  27.  der  drit- 
ten tags  89,  10.  Gramm.  3,  129.  47,  12  Ion,  lone  Plar.  Ton  Ion, 
alfo  der  4.  ft.  Decl.  des  Masc.  angehörig.  Der  nmgelantete  Plural  fcheint 
fich  erß  im  13  Jhdt  entwickelt  zu  haben.  MS  2,  203^  (Konrad  v.  Wirs- 
barg)  Tchoene  :  losne.  2,  22  b  (Winli)  Inege  loene  in  ir  hersen  lebrina  treit 
ß  tongen.  Im  Ahd.  lautet  der  Plural  lonä  Qraff  2,  220;  daa  Wort  geht 
alfo  nach  der  erften  ft.  masc.  Decl.  47,  14  der  fent  Z.  22.  32  £  Bd  2 
8.  279  zu  2,  18.  47,  18  ihndn  das  Weib  anzutrauen,  während  es  bereits 
vom  Pfaffen  gefchwängert  ift.  47,  20  malazig  mittellat.  malatae,  ans* 

latsig,  dann  überhaupt  krank.  die  bei  wonenden  außerhalb  der  ee 
die  zufammen  wohnen  ohne  verheiratet  zu  fein.  Das  Wort  beiwonen 
hat  noch  nicht  feine  heutige  Bedeutung  coire.  47,  24  auf  will  für  auf 
wifcht;  aufwifchen  fchnell  auffahren.  Schmeller  4,  190.  47,  24  Wa- 
fchen  der  Hände  als  Reinigung  von  fündhafter  Befleckung.  Vgl.  65,  25. 
In  den  Artikeln  der  Udeßedter  Burfchenfchaft  heißt  es  (Junglings weihen 
S.  150  No  12.  Weimar.  Jahrb.  Bd  6  S.  390):  'Wenn  einer  mit  einer  Jung- 
frau vom  Tanze  nach  Haufe  geht  und  iangfam  bei  die  Gefellfchaft  kömmt, 
fo  foll  er  die  Hände  wieder  wafchen,  ehe  er  fich  zu  Tifche  fetzt.^  47,  27 
kinds  iniigen  wie  mhd.  kindes  ligen  mit  einem  Kinde  niederkommen. 
48,  2  gemul  Staub.  48,  3  der  hantfan  panula  et  ftola  in  brachio 
Ikcerdotis  celebrantis:  Vocab.  an.  1482.  Frifch  1,  410^.  Für  ir,  was  der 
alte  Druck  gibt,  iSt  wol  in  zu  fchreiben:  ob  wol  er  ihnen  bleibt,  fie  geben 
ihn  nicht  einmal  weg.  48,  6  er  fitzen  temporis  praefcriptione  acquirere 
Frifch  2,  262b.  48,  9   unbegeben   ohne    au&ugeben:    ich  gebe   meine 

Bede  keineswegs  auf,  ich  fetze  nur  den  Fall,  du  hätteß  recht.  S.  zu  77,  35. 

48,  10  Int  c.  gen.  AdjectivpräpoQtion.        48,  16  zum  jar  jährlich. 

48,  24  fg.  du  behelft  für  beheltft.  S.  zu  214,  38.  über  jar  per  an- 
num.        48,  28  darfrztar  wagt.        48,  32  reter  d.  i.  rhetor,  orator. 

49,  7  Das  Keflexivum  fich  ift  hier  bemerkenswert.  Man  erwartet  foltet 
euch.'  Vgl.  Qramm.  4,  319.  Schmeller  die  bair.  Mundarten  S.  196  fg. 
§  739.        49,  10  verMten.    Die  Partikel  ver  fchärft  hier  nur  die  Bedcg. 

49,  11  der  pferrich  der  Stall.  pferrichen  düngen.  49,  15 
befchlagen  verfehen,  einrichten,  beftellen.  Schmeller  3,  441.  49,  19 
helfen  feil,  wnrd  oder  möcbt.  49,  26  den  viertel  im  die  fchaf 
nutzen  suf.  gez.  aus  den  viertel  des  das  im  d,  fch.  n.  49,  33 
alle  erberkeit  d.  i.  alle  ehrbaren  Leute,  wie  50,  33.  53,  13.  56.  13. 
57,  36.  49,  38  wurt  für  Wirt.  50,  14  in  zeit  während.  52,  38 
eins  mols  auf  einmal.  53,  33  fc hupfen  einen,  ihn  entfernen,  abdan- 
ken. 53,  37  derften  Conjunct.  Prät.  von  darf.  53,  38  harthan- 
gend fefthaftend,  feftklebend.        54,   26  Ich  weiß  diele  Stelle  in  der  Tbat 


243 


nichl  anderf  zu  erklären,  als  indem  ich  man  fnr  das  heute  in  Norddentfoh- 
land  übliche  Wort  nehme,  welches  *nnr'  bedeutet  und  su weilen  auch  mant 
lautet.  Grimm  ftellt  Gramm.  3,  840  diefe  plattdeutfche  Partikel  su  'mein* 
und  'meine  ich';  könnte  fie  nicht  leichter  ans  hd.  wan  (für  niwan)  ge- 
worden fein  mit  dem  bekannten  Übergange  des  w  in  m.  ?  54,  27  ftet  feft, 
beflandig.  54,  88  gel  impfen  paffend,  angenehm  machen.  55,  1  rer* 
ßreiten  durch  Streit  beftatigen  und  gültig  machen.  55,   3   herwide- 

rumb  umgekehrt,  im  Gegenteile.  Besieht  ftch  neml.  auf  *  binden',  delfen 
Gegenleu  Möfen'  ift.  55,  13  nirgen.  Bd  II,  6,  22.  33,  17  niergen. 
56,  2  verftreichen  durch  Streichen  ausbeßern  oder  zudecken,  rimae 
oblinere;  den  geiz  yerftreichen  in  ähnl.  Sinne  wie  den  Geiz  bemän- 
teln. 56,  6  wider  —  noch  wie  Z.  9  und  77,  29;  wider  niederdeut- 
Icbe  Form.  56,  15  das  betlein  das  Gebetlein.  56,  19  daß  deß. 
56,  27  vergangen  =  ergangen.  57,  2  fich  halten  mit  Dat.  der  Sache 
wie  mit  an  und  dem  Acc.  deinem  zufag  und  gebot.  Das  Gefchlecht 
des  Polfellivs  ift  durchs  Masc.  beftimmt,   nicht  durch  das  ihm  nähere  Fem. 

57,  15  teil  Capitel,  wie  114,  30.        58,  3  das  für  des.  S.  zu  16,  31. 

Die  Zeit  der  Abfaßuog  diefes  Dialogs  ift  darch  die  datierte  Vorrede 
(37,  17)  als  auf  den  Anfang  April  1521  feftgefetzt.  Ebenfo  ift  der  Ver- 
faßer  außer  Zweifel,  der  ßch  felber  (36,  3)  Ulrich  Boß  1er  nennt  und  als 
von  Haßfnrt,  einer  kleinen  Stadt  im  Stifte  Wirzbnrg  zwifchen  Schwein- 
furt und  Bamberg,  ftammend  bezeichnet.  Er  befand  ßch  dermalen  nicht  in 
feiner  Heimat,  fondern  ftand  im  Dienfte  eines  vornehmen  mächtigen  Herren  * 
(36,  7  fgg),  wohin  er  fich  *nmb  knnft  willen'  begeben:  er  war  alfo  jedes 
Falls  ein  wißenfchaftlich  gebildeter  Mann.  Als  feinen  Aufenthalt  ftellt  die 
Erwähnung  der  meinzifchen  Botenbücbfe  (37,  23)  das  Erzbistum  Meinz  her- 
aus, vielleicht  daß  er  in  der  Refidenz  felber  wohnte.  Keineswegs  war  er 
weit  von  Worms  entfernt  (nur  fo  weit  als  man  einen  Boten  fchickt,  der 
bequem  an  demfelben  Tage  znrückkommt  40,  11  fg.  24  fg.  41,  7  fg),  und 
fo  konnte  er  das  große  Ereignis  des  Tages  aas  der  Nähe  betrachten.  Sein 
Landsmann,  dem  er  den  Dialog  zugefchrieben  (36,  1  ft),  Meifter  Johan- 
nes Fordung  ift  ein  auch  fonft  bekannter  Mathematiker,  von  dem  na- 
mentlich auf  die  Conjunctur  von  den  Planeten  bezügliche  Schriften  erwähnt 
werden:  fo  eine  ^Refolution  Franzens  von  Sickingen  auf  das  zukünftige 
1523fte  Jahr'  (gedruckt  bei  Mfinch  2,  320  fg),  auf  der  er  als  Meifter  Hans 
Verdung  von  Hasparg  genannt  ift;  ferner  'Practica  über  die  neue 
erfchrockliche  vor  nie  gefehen  Conjnnction  aller  Planeten  im  J.  1524,*  auf 
der  er  fich  als  * Werkmeinfter  difer  Practic  Meinfter  Job.  Virdung  von 
Hafsfurt  Mathematicus*  nennt.  (Hirfch  Milien.)  Die  niederd.  Färbung 
der  Sprache  unferes  Dialogs,  die  in  Formen  und  Worten  wie  nachtrug  36, 
17,  cortifan,  wul  39,  10  u.  o.,  nirgen  55,  13,  man  54,  26  u.  a.  hervortritt, 
ifi  bemerkenswert. 


17* 


244 


UL 

10  Blätter  in  4^  Ohne  Paginatar  und  Cuftoden.  Sign,  m^— •bbiiij.  Auf 
der  Tordem  Seite  des  erften  Blatte« 

Von  dem  pfründt 

marckt  der  Curtifanen 

▼  nd  Tempeikne 

ohten. 

Anf  der  Rückfeite  beginnt  der  Text,  der,  33  Zeilen  auf  der  Seite»  bis  in  dk 

RuckTeite  des  letzten  Blattes  geht.    Ohne  Ort.     Jahr  nnd  Datom  iß  am 

Schlnße  angegeben. 

LESARTEN.    59,  2  vli  ym.       59,  4  lies  vorn  cardinäU       59,  16  fäer. 

61,  2  leenherren.  61,  6  lies  ußlendigem.  62,  4  für  eacb 
lies  onch.        62,  30  thud.         63,  13  pfand.        63,  14  thud.       lagen. 

63,  26  funfft.  65,  11  wurft.  65,  14  yner,  wie  auch  64,?^ 
iner  gefchrieben  iß.  65,  18  gefpart.  66,  3  Für  meffner  lies  mefs 
nit.        66,  12  lies   haben  für  habent.        fifchal.        66,  17  dieneoL 

66,  36  auggenfchinlich.        67,  9  pfänden.        68,  25  f&Ue. 
69,  14  anneme  /  vn  alle  z.         69,    38   erzyhen.        71,  6   zihen. 
'  72,  14  nachaolgen  das  e.        72,  29  verdihen. 

ERKLÄRUNGEN.  59,  9  der  b  ab  den  fchwache  plaralifehe  Flexion  Bat! 
der  eigentlichen  ftarken,  wie  in  diefem  Stücke  noch  in  mehreren  Worten,  fo 
der  tempelkneehten  (Überfchr.),  der  Inten  60,  12.  68,  26.  der  din- 
gen 71,  31;  und  weiter  unten  der  kauften  119,  3,  der  tagen  160,  27i 
der  dingen  160,  28,  keiner  dingen  192,  5,  der  bifchoffen  162,32. 
196,  9.  168,  23  (Acc),  der  lenten  181,  4,  mit  engein  sangen  200,  2d, 
der  teufeln  191,  25,  der  geboten  210,  36.  59,  16  traslichen  «i* 
derfetzlich,  trotzig,      wören  für  weren.  Tgl.  fc h ö  1  m e r e i  61,  2,  69,  3^* 

59,  18  harkom  f.  zu  5,  23.  69,  25  trinkt  d.  i.  dringt.  drio- 
gen  und  zwingen  reimende  Formel  wovon  wir  noch  folgende  anmerken*- 
rat  und  that  III,  79,  6.  es  fei  gebadt  oder  gefchadt  II,  253,  H- 
fchlemmen  und  demmen  III,  109,  12.  32.  fchenden  und  plendeo 
III,  137,  18.  eren  und  neren  II,  14,  24.  weit  und  breit  I,  134,  26B. 
U,  183,  267.  200,  129.  239,  1605.  beißen  zerreißen  befcheißen  Ui, 
113,  21.  fingen  u.  fpringen  II,  191,  33.  fpringer  u.  ringer  III,  1^> 
16.  liegen  u.  triegen  I,  4,  115.  41,  100.  55,  33.  II,  95,  3.  103,  1.  lie- 
gen u.  betriegen  I,  8,  26.  abliegen  u.  triegen  III,  148,  6.  ^o^^ 
tt.  toll  in,  80,  32.  hölzei  n.  pölzel  I,  145,  8.  ßocken  n.  plöcken 
UI,  104,  33.  121,  26.  161,  14.  187,  24.  fchnurren  u.  murren  III,  Ü^) 
13.  rülen  u.  wülen  III,  120,  16.  fch&ch  n.  t&eh  (TerfeUen)  III,  1^') 
11.    S.  übrigens  meine  niederrein.  Gedichte   166  —  158.    Grimms  RA.  13- 

60,  8   lieb  oder  leid.    Von  confonantifchen  Alliterationen  bemerken 


245 


«rir  in  dtojbn  drei  Binden  der  PnrqmUa:  bannen  u.  verbieten  II,  ^OS^ 
351.  bapft  n.  bifchof  I,  3,  77.  5,  144.  II,  19,  10.  88,  b.  III,  19,  S6,  80, 
81.  72,  1.  14e,  84.  186,  8.  15.  189,  18.  80.  193,  11.  13.  banwen  n.  be- 
0ern  II,  865,  1  ig.  869,  36  fg.  durch  bellen  oder  bit  III,  46,  15.  47, 
35.  beßern  noch  böferen  III,  818,  36.  bl&t  n.  bein  n,  807,  377. 
ball  n.  ban  II,  113,  80.  III,  71,  38.  bärger  n.  baner  II,  56,  8.  63,  30. 
34.  III,  99,  9.  85.  b&ben  n.  bankarten  III,  60,  88.  b^Ae  n.  belebt« 
II,  183,  881.  808,  199.  884,  1016.    did  a.  dae  U,  170,  806.   doli  n.  dnm 

II,  839,  1587.  faft  n*  tu  IU,  118,  3L  fleifob  n.  fifch  II,  43,  17. 
fraß  n.  fiillerei  U,  63,  89.  frennd  oder  feint  U,  68,  38.  freund 
n.  frembd  III,  197,  33.  frifch  frei  frolich  I,  89,  345.  gans  n.  gar 
I,  5,  160.  9,  78.  43,  174.  63,  880.  71,  88.  73,  165.  77,  8.  117,  883.  173, 
634.  U,  166,  51.  168,  187.  169,  138.  150.  178,  871.  176,  38.  193,  118.  338, 
1571.  IU,  165,  38.  37.  184,  2.  gelt  a.  gnt  I,  3,  85.  5,  139.  149.  89,  98. 
161,  258.  II,  6,  14.  33,  17.  35,  89.  53,  33.  56,  85.  59,  16.  74,  80.  75,  9.  30. 
96,  13.  36.  136,  7.  gdt  n.  gelt  II,  888,  935.  830,  1373.  golt  n.  gelt  I, 
3,  81.  5, 138.  U,  809,  468.  golt  n.  gut  1, 156,  68.  golt  gut  a.  gelt  111,41, 
34.  gnad  u.  gütigkeit  III,  114,  17.  ganft  u.  gnade  1,83,111.  hanbt  n. 
herr  II,  181,  808.  hanpt  o.  hirt  III,  180,  30.  hane  n.  hof  I,  118,  854. 
U,  259,  37.  baut  u.  har  I,  9,  73.  (10,  114).  II,  381,  922.  225,  1083.  344, 
1792.  III,  101,  12.  her  u.  hin  I,  32,  187.  hin  u.  her  I,  42,  149.113,  101. 
120,  335.  167,  464.  UI,  162,  1.  175,  5.  hin  u.  herwider  III,  109,  96. 
hilf  u.  hantreich  III,  36,  16.    hirt  u.  herr  III,  5,  3.  hirten  u.  bnter 

III,  49,  7.  himel  u.  helle  III,  103,  5.  keifer  u.  könig  I,  72,  140.  163. 
U,  24,  30.  103,  3.  143,  27.  811,  543.  548.  366,  13.  III,  38,  81.  61,  38.  67, 
38.  68,  31.  77,  10.  168,  33.  185,  18.  kiften  u.  kaßen  I,  38,  186.  II,  378, 
81.  kirchen  klöfter  klanfen  II,  234,  1394.  kramer  u.  kanfleat  I, 
38,  45.  fiefa  krimmea  u.  kratsen  II,  367,  35.  laut  u.  leute  I,  3,  3a 
3,  74.  63,  842.  69,  14.  84,  145.  113,  92.  II,  6,  19.  88,  14.  46,  15.  48,  86. 
34.  53,  36.  103,  3.  184,  338.  209,  460.  478.  212,  567.  III,  31,  7.  46,  18. 
50,  82.  53,  2.  67,  28.  94,  17.  27.  106,  9l.  183,  22.  leib  u.  leben  I,  14, 
28.  25,  294.  70,  64.  112,  63.  II,  55,  89.  IU,  107,  30.  113,  25.  124,  34.  1er 
u.  leben  U,  192,  77.  lieb  oder  leid  II,  23,  2.  193,  69.  194,  157.  III, 
60,  8.  65,  2.  loben  u.  lieb  haben  III,  82,  33.  das  minft  für  das  meinft 
III,  145,38.  pfeifen  n.  plerren  UI,  152,  11.  prangen  n,  pochen  UI, 
15,  83.  recht  n.  gerecbtigkeit  II,  58,  83.  III,  96,  M.  regel  n. 
recht  II,  166,  50.  r{i  u.  raß  I,  24,  186.  II,  248,  1936.  fampt  oder  fon- 
der III,  72,  10.  femptlich  u.  fonderlich  I,  93,  479.  gefaag  u.  ge- 
fchrei  II,  225,  1066.  faner  u.  füß  II,  145,  31.  205,  300.  fchad  n. 
fchande  I,  135,  300.  fcham  u.  fchande  U,  181,  184.  fchmach  n. 
fohande  IU,  22,  35.  79,  11.  185,  6.  fpot  u.  fchande  II,  182,  253. 
fnnd  u.  fchande  I,  120.  336.  U,  100,  25.264,10.  fchenden  n.  fchme- 
hen  I,  95,  584.  II,  265,  23.  IU,  71,  31.  133,  89.  fehwechen  u.  fchen- 
den I,  130,  138.  fchetsen  n.  fchenden  I,  8,  59.  bfcheiBen  u. 
fohinden  UI,  173,  9.  fchinden  u.  fchaben  I,  36,  333.  158,  148.  II, 
367,  36.    fchindung  u.  fchabung  III,  48,  7.    fcbafsrnng  fchabang 


246 


Q.  fchindang  III,  40,  8.  Tcheren  rchiadon  u.  fchabon  III,  49,  21 
fchinden  u.  fchereo  II,  219,  827.  rchinden  u.  fehetzen  II,  10^  2. 
Terfchlindfin  n.  verfchlioken  U,  159,  24.  fchilt  u.  fper  III,  109, 
15.  /chud  u.  ftieh  I,  149,  143.  fchnts  n.  fehirn  I,  10,  133.  II,  53, 
8*  befchatz  u.  fchirm  III,  77,  23.  fchntien  a.  b^rehirineii  in, 
186,  19.  berchutzon  u.  befchirmen  IX,  53,  20.  149,  9.  III,  182,  23. 
leide  u.  Tsmet  II,  56,  24.  üch  fetzen  u.  fperren  wider  einan  II,  191, 
36.  figel  u.  ndenfcho&r  III,  16,  2.  fimonei  u.  fehinderei  lU, 
193,  37.  fonft  oder  £o  II,  241,  1673.  ftet  u.  fchloß  II,  46,  15.  dO, 
23.  III,  46,  18.  ßock  u.  ßein  I,  72^  152.  ftrftfen  n.  fehelten  ICI,  24, 
15.  fünd  u.  fchald  U,  201,  175.  237,  1506.  fand  n.  ftraf  II,  »2,  962. 
tiehten  u.  trachten  I,  55,  22.  tief  u.  teuer  I,  131,  164.  foll  «. 
taub  in,  168,  36.  tot  n.  teufel  II,  204,  296.  236,  1486.  UI,  115.  26. 
trib  n.  trab  II,  149,  10.    tur  u.  tor  II,  142,  8.    waffen  u.  wer  II,  25, 

9.  wann  oder  wie  II,  210,  499.  518.    was  oder  wie  III,  14  2.     weg  n. 
weit  I,  114,  117.  121,  385.    gewie  u.  war   II,  240,  1635.    wife  u.  win- 
gart  III,  162,  3.    witwen   n.   waifen   II,  10,    17.  53,20.   59,    17.  IIX, 
182,  23.    wißen   u.   willen  II,  103,  31.  III.  148,  36.  199,   23.     wol  o. 
weislich   III,   86,  84.    gewon  u.  wißen   fein  III,  90,  1.    dn  wirft  o. 
wilt  III,   95,  24.    wiinfchen  u.   wollen  I,  132,  189.    wort  u.  werk 
U,  146,  38.  147,   3.  173,   290.  305.  200,    130.  III,  25,  34.  28,  10.  55,  m 
114,  7.    Zins   n.   zehend  III,  194,  4.    zins   u.    zol  II,  141,  14.  —  Vob 
confonantifcher  Alliteration  des    Snbftantivs  mit  feinem  vorhergehenden  in- 
gehörigen Adjectiv  bemerken  wir  nur  heller  häufen  III,  91,  29.  fohant- 
iiche  fehinderei  III,  179,  27.         60,  9  nnmen  nnr,  mhd.  ninwan. 
60,  11  bankart  filius  illegiümns.    Diefe  Form  ferner  in  diefem  Stacke  2. 
29.  65,  25.  36.  66,  9.        60,  13   hinderfcblagen  zornckfetsen.         60,  H 
ßichling  parthenio«,  ante  nuptias  genitus.  Frifeh  2,  334b.        60,  31  j ro- 
chen  mnndart.  fchweiz.  jagen.    Stalder  2,  71.        60,  32  alafanz   f.  x» 
17,  26.        61,  10  ufzeichen   f.  zu  5,  23.        61,  12  da  u.  da.     Anderes 
derartigen  Verdoppelungen  begegnen  wir:   an  u.  an  I,   140,  518.    ein  n. 
ein   I,  115,  167.    fort  n.  fort  J,    124,  500.     für  u.   für  II,  2,  1.  54,  28- 
57,  13.  58,  8.  78,  36.  89,  24.   91,  1.  255,   32.  lU,   17,  9.  165,   3.    192,  30. 
ie  n.  ie  I,  113,  85.    ie  mer  u.   mer   II,  35,  20.  38,  20.  24.  39,  37.    omb 
u.  nmb  III,  120,  16.    zeuch  u.   zeuch  III,  118,  21.     Diefe  Verdoppelun- 
gen find  auch  im  Mittelhochdeutfchen  fehr  häufig,   wozu  wir  einige  Belege 
geben:  aber  u.  aber  Trift.  3830.  13557.   bag  unde  bag  Ereo  1493.  2645. 
Hartra.  Buchl.  1,  1496.    Flore  7207.    Reinhart  754.  Trift.  1448.  2848.  7292- 
13290.   Gotfr.  Ml.  2,  45.   Ghidr.  1018.  1.  1608,  1.  Lanz.  2908.  Bari.  19,  38. 
Jüdel  130,  34.    Hpt  Zf.  2,  410.   Myft.  I,  390,  22.    Kuol.  1,  24.  159,  2.  265, 

10.  Herb.  2525.  2718.  3889.  4117.  4615.  6199.  7065.  8629.  16877.  da  o. 
da  Trift.  9215.  dar  u.  dar  Trift.  854.  Heinr.  y.  Krol.  2704.  DiuL  1,  351. 
dan  u.  dan  Doc.  Mifc.  2,  173.  dag  u.  dag  Heinr.  Trift.  2147.  dorh 
u.  durh  Konr.  Schwanr.  1087.  Babenfchl.  761.  gar  u.  gar  Leb.  Clir. 
286.  Hpt  Zf.  5,  1.  Gotfr.  Mi.  2,  63.  Geft.  Rom.  58,  74.  Myft.  I,  394,  13. 
ie  u.  ie  Ruol.  90,  14.   Antichr.  22.   Leif.  Pred.  82,  19..  Diod.  1836.  8975. 


247 


me  UBde  mg  Trift.  13716.  19369.  Helmbr.  1662.  Herb.  5405.  4f  n.  Üf 
Uelmbr.  1344«  unibe  n.  ambe  Flore  6432  Anm.  S.  329,  dasu  Wigsl. 
6734.  10879.  AUd.  Wald.  2,  91.  Geft.  Bom.  78.  95.  109.  118.  147.  148. 
149.  150.  Diocl.  Leb.  1315.  2886.  5035.  5863.  7458.  8093.  Myft.  I,  93,  21. 
ml  umbe  und  ombe  Flore  a.  a.  0.  Geft.  Bom.  95.  Otte  149.  Diod.  564. 
Auch  fpäter  iftumb  n.  nmbdie  b&nfigfte  diefer  Verdoppelungen:  Narren - 
fchiff  103,  57.  108,  45.  111,  92.  Efcter  Heini  117.  148.  313.  849.  901.  2263. 
2898.  3120.  3536.  3561.  um  n.  um  Wack.  Kl.  255,  1.  427,  3.  Spee  327. 
Vgl.  anch  Salzb.  Bauerngf.  5,  96«  119.  128.  ITcbiTcbka 48.  üg  u.  ug  Heinr. 
T.  Krol.  17.  Yil  u.  Yil  Trift.  13165.  Heinr.  Trift.  1615.  6556.  Stricker  in 
Doe.  MÜb.  2,  213.  Myft.  I,  152,5.  wa  n.  wa  Trift.  6^.  3886.  3997.  7513. 
S819.  9214.  10084.  10986.  11123.  Gote  Frau  2806.  wol  u.  wol  Trift. 
8084.  62,  5  difen  weg  boo  modo,  adverb.  AccuT.  Gramm.  3,  140. 
weißt  f.  zu  214,  11.  62,  11  uns  bis.  So  aucb  63,  34.  62,  14  fem- 
lieh,  mhd.  remelicb,  abd.  famalib  fo  befchaffen,  eben  folch.  62,  19 
erarnen  durch  Dienftleiftnng  und  Mühe  ▼erdienen.  62,  25  enthalten 
erhalten.  62,  30  die  mor  die  Sau,  mhd.  diu  more,  auch  altniederl. 
moor,   morre  fcropha.  Kilian  401b.  63,  31   treckt  für  treck  mit 

angehängtem  unorg.  t,  wie  64,  17  fehle ckt  far  fehle ck.  ge radeln 

iich  tummeln,  lieh  wälzen,  hier  von  einem  Schweine,  das  Ach  im  Kote 
wälzt.  Vgl.  mhd.  geradikeit.frifche  Leibesgewantheit  Schmeller  3,  49. 
Stalder  2,  253  f.  ▼.  radelen.        63,  1  ob  wenn.        joch  Adr.  auch,  fogar. 

63,  2  ein  kuw  fc binden  wol  hier  fo  viel  als  ein  feiftes  und  lecke- 
res Mal  hallen.  Die  Geiftlichen  durften,  um  zur  FrühmeHe  nüchtern  su 
kommen,  von  Mitternacht  an  nichts  mehr  genießen.  63,  3  darafter  hin- 
terher, neml.  hinter  ihren  Pfründen  her  laufen,  von  einer  zur  andern  ziehen. 

63.  19  koum  für   kam,  kaum,  mit  unorgan.  on.  63,  29  förten 

ziförchten.  64,  12  der  herzritt  cardiaca.  Frifch  2,  139«.  Schmeller 
3,  165.  64,  14  Für  wer nng  (Währung,  Dauer)  könnte  man  faft  verfucht 
fein  mernng  zu  lefen.  64,  17  der  fehl  eck  Leckerbißen,  wie  164,  31. 
Schmeller  3,  432.  Das  t  f.  zu  62,  31.  64,  19  die  hippenb&ben  vgl. 
Bd  11  S.  345  zu  XIX,  10.  64,  21  Biffianer,  auch  ruffianer  daflelbe 
was  das  ital.  rnffiano,  fpan.  rnfian,  frz.  ruffien,  Kuppler,  Lotter- 
bube, dann  liederlicher  Menfch  im  Allgemeinen.  Siehe  die  Belege  bei  Schm. 
3,  62  fg.  Wir  ziehen  hieher  eine  Stelle  ans  Seb.  Braute  Narrenfchiff,  die 
uns  noch  nicht  genügend  erklärt  fcheint,  deren  Erklärung  wir  hier  verfu- 
eben.    Der  16  Abfchnitt  von  füllen  und  praffen  beginnt: 

Dw  dut  eim  narren  an  die  fohu, 
der  weder  tag  noch  nacht  hat  ruw, 
wie  er  den  wanft  füll  und  den  buch 
und  mach  uß  im  felbs  ein  winfchluch, 
als  ob  er  dar  z{l  wer  geboren 
daß  durch  in  wurd  vil  wins  verloren 
und  er  wer  ein  täglicher  rif: 
der  ghört  wol  in  das  narre nfchif. 


248 


Zaracke  zu  diefer  Stelle  S.  328  Tagt,  es  fei  wol  nicht  so  sweifeln,  daA  hwr 
nnter  rlf  su  verfteheo  fei  reif  pniin»,  der  dem  Wein  wie  dem  Oefereidt 
fehr  fch&dlicb.  Was  aber  Reif  dabei  foU,  kann  ich  nieht  begreifen.  BbenTo 
wenig  fpricht  dafnr  die  angezogene  Stelle  ans  Mumers  Narrenbefchwomng 
f^  der  in  Anlehnung  an  die  Worte  Brants  Tagt:  der  eine  riffen  nengen 
hat  und  meint,  er  mie0  Til  wins  Terderben.  Bei  beiden  kann  der  rif  Gen. 
dee  riffen  nur  eine  Perfon  beseiobnen  und  zwar  lehrt  der  Zefamnenhang 
die  Bedtg  von  Schlemmer,  Saufer«  Dieles  rif  aber  wird  gleiches  Urfprwa^ 
mit  riffianer  fein,  wie  im  Ital.  neben  rnffiano  wol  ein  rnffo  hargcht. 
2u  diefer  Herleitnng  (iimmt  die  Bedtg,  die  nnr  aus  einer  Lüderlicbkeit  asf 
die  andere  übertragen  ift.  Wenn  auch  rif  tanaohft  dem  Romanifcb«n  ent- 
lehnt ill  (an  i  für  n  darf  man  fich  nicht  ftoden,  es  wird  durch  die  nmlan- 
tende  Ausfprache  des  a  der  Lombarden  und  Fransofen  yemritteU),  fo  fcheint 
es  doch  auf  ein  germanifches  Wort  zurfickzufuhren:  ahd.  hripa  mhd.  ribc 
prollituta  Graff  IV,  1146;  woron  offenbar  altlra.  riber  Weiber  TerfiUiren. 
Daher  Aammt  ebenfalls  das  fpan.  u.  portng.  ribaldo,  pror.  rlbant,  f^nx. 
ribaad,  ital.  rubaldo,  mittell.  ribaldas  im  Sinne  von  liederlichem  Ge» 
Andel  überhaupt,  was  fpater  im  Neufranz,  nur  auf  (bortator  eingefchriuikt 
worden.     Vgl.  Dies   roman.    Wb.  387.  64,  35  Für  mer   lies  in  her. 

das  federfpil  der  Falke.  65,  8  an  fich  Tappen  an  fieb  raiten. 
Vgl.  Scbmeller  3,  375.  65,  15  zarten  i.  aec.  yerweichliehen.  €6,  19 
der  bare,  harre,  barn,  harren  die  Krippe.  Vgl.  Grimms  Wh*  1^  1137 
fgg.  Die  Redensart  am  barren  halten,  die  häufig  vom  Ansbaltea  der 
Huren  gebraucht  wird,  wie  106,  SO.  109,  11.  148,  3,  ißt  ohne  Frage  von  den 
Pferden  hergenommen.  160,  10  heiflt  es:  und  fo  fein  gnad  aUweg  für  lein 
Idib  auch  ein  röfslin  am  baren  bat  Hon  und  ein  feins  hikrli  b« 
im  hat.  65,  22  d.  h.  6e  ia&en  üe  hinter  ihnen  her  auf  Pferden  nachrei- 
ten. 65,  SC  mit  ungewefchen  henden  f.  zu  47,  84.  65,  38  dons- 
tag  für  donerstag.  Vgl.  dornstag  170,  30.  65,  35  mir  =:  wir  wie 
auch  69,4.  Vgl.  Scbm.  3,  611.  66,  3  Für  mefsner  lies  mefs  nit. 
67,  4  nem  wie  70,  10.  67,  30  hin  u.  wider,  wie  noch  11,  65,  9.  342, 
1736;  aflbnierende  Formel,  dergleichen  ßch  in  den  PaTquiUen  eine  Reibe  fin- 
den: tag  u.  nacht  I,  9,  94.  33,  194.  63,  386.  93,  46a  93,  489.  107,  846. 
118,  99.  186,  540.  133,  309.  185,  898.  136,  848.  145,  15.  153,  835.  166, 
408.  448.  11,  8,  7.  38,  32.  99,  18.  101,  10.  166,  31.  178,  90.  384,  1045.  834, 
1397.  848,  1756.  III,  84,  38.  86,  14.  49,  10.  66,  19.  106,  81.  113,  16.  140, 
6.  angft  u.  quäl  I,  114,  139.  141,  538.  twang  n.  macht  I,  123,  452. 
f  ohand  n.  plag  I,  136,  539.  macht  u.  gewalt  I,  148,  589.  II,  53,  10. 
811,  537.  346,  1856.  III,  84,  39.  88,  37.  lafter  u.  fchande  I,  156,  47. 
163,  304.  II,  15,  3.  89,  5.  95,  4.  38.  96,  13.  14.  98,  3.  168,  107.  189,  478. 
365,  13.  366,  27.  III,  80,  10.  86,  13.  133,  10.  ban  u.  acht  III,  101,  19. 
20.  bannen  u.  achten  III,  18,  7.  i^ewalt  u.  ampt  II,  143,  28.  markt 
u.  fchragen  II,  184,  304.  in  maßen  u.  geftalt  III,  88,  87.  leßern 
u.  fchenden  II,  270,  17.  III,  153,  37.  frech  u.  keck  II,  163,  361.  hert 
n.  fchwer  II,  193»  84.  der  weg  u.  das  leben  II,  300,  184.  ie  lenger 
le  beßer  III,  143,  18.    die  leng  u.  quer  I,  140,  489.    reft  n.  ftat  II, 


249 


39,  26.  ordnang  u.  gebot  11,  280,  1266.  fchoß  u.  zol  11,  266,  6. 
groß  0.  hoch  I,  124,  487.  Ion  n.  koft  I,  170,  573.  geftoben  oder 
geflogen  I,  59,  161.  hunger  u.  dürft  T,  140,  534.  159,  163.  knnft  u. 
Ternnnft  II,  153,  4.  eeit  n.  weile  I,  87,  275.  mit  gleiß  n«  fchein 
II,  225,  1071.  h&ren  u.  büben  II,  87,  35.  265,  10.  67,  35  Isndrfin- 
nig  von  ihrem  Lande  entronnen,  reijagt.  Vgl.  das  ahd.  antrnnnio  pro- 
fngos  Graff  2,  521.  68,  7  verhinleßiget  was   man  fo  hat  hingehen 

laßen,  yemachläßigt.  68,  27  ort  u.  end  vocalifche  Alliteration,  derglei- 
chen wir  noch  folgende  anmerken:  auf  u.  ab  I,  145,  16.  II,  66,  1.  nf  n. 
ab  III,  69,  34.  anß  n.  ein  III,  82,  24.  ng  n.  in  II,  169,  166.  armnt 
u.  ellent  III,  48,  22.    arg  n.  übel  II,  126,  1.    alle  u.  iegliche  III,  78« 

I.  er  n.  eid  I,  48,  2.  75,  242.  der  ein  n.  ewig  H,  229,  1201.  ein  tag 
n.  all  tag  II,  150,  24.  immer  u.  on  end  IH,  98,  8.  25.  68,  28  ange- 
fchaffen  misgeftaltet,  häßlich.  69,  13  mit  perfonlicher  biwonung 
indem  er  perionlich  dafelbft  feinen  V^ohnfitx  hat.  Vgl.  47,  20.  69,  23 
anrucke  Adr.  e  veftigio.  Grimme  Wb.  1,  430.  70,  2  fierteil  wie 
anch  206,  12.  Über  diefee  anlautende  f  f.  II,  321  zu  119,  18  und  dazu 
noch  fieren  IT,  129,  15.    forn  II,  75,  24.    fölker  II,  235,  1448.    foller 

II,  255,  33.  £il  III, '181,  30.  70,  22  got  geh,  wie  noch  139,  2.  150,  8« 
mit  folg.  ConjunctiT  =  es  fei  der  Fall  daß;  tou  allem  Ungewißen  und  Un- 
beßiramten  gefiigt,  deiTen  Beftimmung  fomit  gleichfam  der  höchllen  Hand 
anheim  geftellt  wird.  S.  Zamcke  zum  Narrenfchiff  37,  21.  71,  3  fg. 
▼erfchlagen  rerfperren.  Schmeller  3,  442.  71,  24  der  breft,  breße 
Mangel.  71,  26  verzihen  heißt  hier  geTchehoa  laßen,  über  fieh  gewin- 
nen. 72,  17  Terpfriindt  mit  einer  PMnde  Terfehea.  72,  35  darft 
Ar  darf.    Vgl.jtu  214,  11.        73,  2  forglich  angftUch,  Furcht  erregend. 

Daß  die  Abfaßung  diefer  höchft  wertvollen  Schrift  im  September  1521 
Statt  gefunden,  fagt  ihr  datierter  Schluß.  Wer  der  Verfaßer  fei,  ift  nicht 
bekannt:  Gödeke  im  Grundriß  S.  279  No  10*vermutet  Wurm  von  Geydert- 
feira.    Die  Sprache  ift  ftreng  oberdeutfch  und  zeigt  alemannifche  Firbung. 


IV. 

16  Blätter,  4  Bogen  in  4«,  ohne  Paginatur  und  Cuftoden,  Sign,  aij  bis  diij. 
Auf  der  vordem  Seite  des  erßen  Blattes  oben 

Ein  vnderred  des  bapfts  vnd 
feiner  cardtnelen  wie   im  zu  thun 
fey  /  vnd  das  wort  Gottes  vnder  zu  trucken 
eyn  yeglicher  fich  darauff  zu  bedencken. 
Damnter  ein  Hobfcbnitt:  der  Pabft  auf  dem  Throne  von  X)ardiaalen  umge- 
ben, vor  Ihm  ein  brennender  Holaftoß,  vor  dem  ein  Mönch  ftebt.    Auf  der 
Rüekfeite  die  Vorrede.    Auf  Bl.  2  oben  der  eigü.  Text,  der,  84  Zeitoii  auf 

18 
I 


i 


250 


der  Seite,  fortläuft  bis  gegen  die  Mitte  der  Räckfeite  des  Torletst^  Blatte». 
Anf  der  Vorderfeite  des  letzten  der  Titelholzfchnitt,  Rncfcfeite  leer.  Ohne 
Ort  und  Jahr. 

LESARTEN.     74,  21  m&hrzugs.        75,  3  gewfin.        75,  4  Affufi. 
75,  5  Die  Überfchrift  fehlt.        75,  8   wir  auß   merer.         75,  28  eygc- 
wurtzelt,  76,  9  unerfedlticb.  76,  12  khumpt.  77,  24  lies 

felbigen  für  feibigen.  78,  1  erweyter.  78,  8  werden.  79,  3 
tugetten.  80,  24  were  /  werden.  81,  3  fg.  eintche  weg. 

81,  8  mher.  81,  26  die  jhenen.  82,  32  m6hr.  82,  8  lies  alten 
für  altem.  83,  12  ehren.  83,  12  ehren.  83,  25  mher.  84,  13 
fg.  dienet  84,  19  heyligkeit  /  denn  Chriftus  gantz  f.  84,  U 
lies  wißent  für  wißen.  84,  31  vnderreden  wurden  /  Dann  Chr. 
85,  10  mher.         85,  21  freudt.         87,  14  Gott  jch  cyn  ßapft. 

87,  34  Nach  würden  fchalte  werden  ein.  87,  36  gefehen.  89,  lö 
heylige.  89,  22  mftrhzÄg.  89,  25  fg.  gepieten.  89,  28  gefe- 
hen. 90,  21  Lies  unpillicb.  91,  13  alle  lies  für  all.  91,  19  ge- 
wond.        96,  25  Für  nicht  fchreib  nit. 

ERKLÄRUNGEN.  74,  3  iergent  wie  Zeile  14;  nirgent  77,  20.  74,  6 
jung  nnorgan.  Umlaut,  wie  noch  in  diefem  Stüeke  in  belüftigung  75,  3S. 
86,  14;  runder  fondem  95,  18;  befünder  76,  18.  95,  13;  entfehüldi- 
gung  76,  5;  die  chür  78,  37.  74,  7  geprauchen  p  für  b,  wie  in  diefen 
Stücke  noch  in  gepracht  Part.  77,  6.  88,  17.  prenn  74,  15  plöße  77,  3S. 
gepogen  86,  3.  verpoten  74,  8.  92,  26.  95,  12.  verpieten  74,9.  pot- 
fchaft  76,  7.  pitten  Inf.  90,  24.  gepot  Subft.  95,  16.  19.  pillich  90, 
20.  36.  92,  38.  95,  34.  nnpill  86,  5  unpillich  76,  IL  89,  27.  90,  17. 
93,  7.  unpilligkeit  74,  9.  peßer  79,  13.  pefte  82,  35.  peßerung 
77,  16.     pan  via  77,  28      püntnus  84,  1.    puntsgenoß   85,  34.    gepeu 

88,  29.  peldeft  90,  10.  geperden  95,  11,  13.  erparmung  96,  9. 
paur  99,  9.  25.  74,  8  würt  3  P.  Sing,  für  wirt,  noch  in  diefem  Stüeke 
Z.  12.  24.  76,  12.  20.  27.  77,  7.  78,  3.  79,  2.  86,  32.  35.  88,  20.  22.  26. 
28.  89,  1.  28.  91,  24.  92,  11.  93,  25.  98,  25.  34;  du  würft  74,  18.  93,  16. 
95,  24.  74,  16  gilfen  übermütig  fchreien,  oberdeutfch  gelfen.  74,  21. 
ie  im  hypothctifchen  Vorderfatze,  wie  78,  13.  VgL  96,  7.  74,  21  mor- 
sug,  ö  für  e,  wie  mör  81,  32.  75,  10  doben  toben,  d  für  t,  wie  nodi 
in  diefem  Sfücke  andaßen  75,  24.  gedat  75,  30.  dot  95,  3.  dafche 
95,  5.  75,  11  nidertruckung.  t  für  d,  fo  noch  undertrucknng  77,1. 
nachtrnck  90,  8.  97,  14.  abtruck  80,  22.  trucken  80,  20.  triugen 
79,  37.    betroen   94,    37.    nottnrft   89,  20.     nottürftig   82,   27. 

75,  18  in  keinen  weg  wie  5t,  22.  76,  14.  22.  81,  4.  16.  127,29.  129,  10* 
Vgl.  Bd  II,  32,  22  m.  A.  in  keinem  weg  II,  41,  16.  III,  108,  20.  in 
kein  weg  III,  13,  25.  Vgl.  weiter  in  mittel  weg  TU,  78,  3.  in  einige 
weg  III,  81,  3.  91,  14.    in  andere  weg  92,  18.    in  tu  weg  167,  14. 

76,  20  gernoht,  wol  Neutr.  fama  (Schmeller  3,  38;  Tgl.  das  gerüeh, 
geraeh  S.  18.)  75,  25  welche  adverbieller  OenitiT  (relaüvifoh,  wie  des 
demonarativ)  worüber.        75,  31  grnmfchaft  Feindfehaft.        aftrüttung 


251 


Zerrattung.  Vgl  Zarinnen  81,  7.  75,  34oberft,  umgelaatet  wie  noch 
79,27.  81,2.  37.  85,  36.  133,  9.  75,  36  on  mittel  unmittelbar.  belan- 
gen angehn,  betreffen.  76,  17  fg.  zu  graufamen  und  m.  abbr.  ohne 
datiy.  Flexion,  wie  78,  18  in  Tab til igen  rat;  und  oben  2,  17  mit  nn- 
triwen  erbtail,  16,  17  mit  Iren  romifchen  ilul,  und  nnten  180,  13  mit 
edlen  geftein.  76,  23  ie  immer,  fo  auch  Z.  27.  77,  2.  8.  77,  5  Naeh 
merken  wir  mnß  wol  daß  eingefchoben  werden.  77,  28  vil  leicht^ 
fertigen  perfonen:  bemerke  die  fchwache  genitiy.  Flexion.  Vgl.  78,  38 
durch  lift  deren  die.  77,  35  nnbegeben  f.  zn  48,  9.  78,  3  in 
mittel  weg  mittler  Weile.  78,  9  auß  foreht  unfer  mand.  Genit  aus 
Furcht  vor  unfern  M.  78,  15  ff.  eins  w&tenden  lebens,  eins  fcheuz- 
lichen  1.  Herben,  Genit.  bei  den  Verben  des  Sterbens,  Gramm.  4,  673, 
d.  h.  an  einem  wütenden  Leben  zu  Grunde  gehen.  Weitendes  leben  ift 
wol  Tollheit,  Wahnfinn,  Raferei.  Das  Adj.  fcheuzlich  (noch  155,  21. 
156,  19]  nhd.  fcheuslich  fetzt  ein  ahd.  Verbum  fci'uhazan,  mhd.  fchiu- 
hezen,  IntcDfivnm  von  fciuhan,  fchiuheu,  voraus.  78,  25  gefcbö- 
hen  für  gefchsehen.  79,  3  tuget  zeigt  Einfluß  des  Niederdeutfchen, 
für  hd.  tugent.  79,  10.   13   ie  jemals.  79,  33   in  (das  erfte)  d.  i. 

ihnen  Dat.  =  7on  ihnen.  80,  7  meher  wie  noch  93,  31.  94,  18.  95,  9  fg. 
27.  35;  und  fo  ehe  Conjunct.  82,  12.  Adverb.  99,  30.  eher  bonos  83,  4. 
84,  2.  90,  23.  uneherlich  86,  14.  Vgl.  in  No  II  zu  38,  37.  80,  10 
Für  fie  wäre  einfacher  zu  lefen  fich,  auf  tat  zurückljezogen ;  aber  fie  ift 
auch  zu  erklären,  es  geht  auf  fpeher.  80,  13  fch mucken  f.  zn  12,  20. 
80,  33  beftie  als  Masc.  81,  27  zii  widerftand  fteben.  Über  diefe 
Verbindung  von  Verbum  und  Subßantiv  gleiches  Namens  f.  in  meinen  nie- 
derrhein.  Gedichten  S.  152  fgg.  81,  31    die    lügend  ironifch  verderbt 

aue  legend;  damals  fehr  häufige  Verdrehung,  auch  bei  Luther.  81,  38 
in  fumma  N  d.  h.  macht  znfammen  fo  und  fo  yiel:  man  überläßt  dem 
Lefer  die  Berechnung.  82,  3  ein  taufen t  oder  fechs;  wir  fagen  jetzt 
ein  Taufender  fechs.  109,  23  irer  einer  oder  hundert.  109,  29  ein  pferd 
oder  zwei  hundert.  Z.  32  ein  jar  oder  halbs.  HO,  2  ein  heiligen  oder 
zwen.  217,  20  ain  guldin  oder  hundert.  In  Bd  I  88,  302  es  gilt  ein  och- 
fen  oder  vier.  151,  220  ein  creuzer  oder  drei.  168,  508  ein  rock  oder 
drei.  In  Bd.  II  30,  38  ein  guldin  oder  fechs.  74,  14  ein  jar  zwei  oder 
drei.  104,  22  ein  unglück  oder  zwei.  82,  4  ftürm  Gen.  Flur,  von  er- 
faren  abhängig.  82,  11  doben  f.  zu  10,  6.  82,  19  nein  gekürzt  für 
hinein.  85,  6  das  für  des  f.  zu  16,  31.  85,  13  die  mindere  zal 
d.  i.  die  Jahrszahl  ohne  Taufende  und  Hunderte.  86,  6  uns  ill  zu  auß- 
fprechen  für  uns  iß  auß  z&  fprechen.  Vgl.  102,  3  die  lernen  und 
einbilden  den  bauren  das  wort  gottes  für  bilden  den  b.  d.  w.  g. 
ein.  86,  15   vertragend   nachfichtig.        87,   5   den  nechßen,   wo[ 

weg  zn  ergänzen,  adrerbialer  Accufativ.        87,  32  fam  Tgl.  zu  7,  33. 
87,  33  urderitz  d.  i.  nrdrütz  überdrüßig.       89,  31  eines  dinges  ver- 
gewtft  fein  wie  91,  3   einer  Sache  gewis,  überzeugt  fein.    Vgl.  bewiß 
fein  c.  gen.  84,  7.  90,  8   der  nachtruck   wie  97,   14  der  Nachfchub 

d.  i.  Nachtrab.  90,  36  wfi  =wo  f.  zu  44,  29.        91,  9  auf  das  ge- 

18* 


252 


rehicktet  für  a.  d.  gefohickt^eft.        98,  8  die  verhör  L  in  38,  10. 

92,  9  geraten  hier  für  entraten,  und  das  f&r  des  £  m   16,  3t. 

93,  18  er  wäre  für  war.  93,  19  geth&n  Partie.  Perf.  wie  Z.  30  thuo 
=  getban.  93,  36  tötiieh  fterblich.  94,  10  mäßigen  swingen. 
96,  17  Das  19te  Capital  des  Jefaias  ift  hier  nUTchlich  eitiert,  gemeint  ia  dis 
39fte  und  darin  Vers  13:  Et  dizit  dominus:  eo  qnod  i^propiaqnat  populu 
iße  ore  fao  et  labiis  fais  glorificat  me,  eor  autem  ejos  longe  eft  a  me  ei 
timuerunt  me  mandato  hominom  et  doctrinis.  95,  S5  welches  Neiiir. 
allgemeiner,  nicht  aliein  au/  warnung  bezogen.  96,  29  du  betrach& 
f.  48,  24.        96,  15  e ige m  unrichtige  Zufammeniiehnng  aus  eigenem« 

96,  36  finiigkeit  Sinn,  Verftand.  97,  12  der  Terloren  haofe 
die  das  Treffen  eröffnenden  leichten  Truppen,  die  enfants  perdns.  97,  13 
bet  ei  dingen   verteidigen.  97,   16    das   loß    Loßungswort,    Loßnog 

Scbmeller  2,  603.  98,  15  mir  thut  and  mtoh  TerdrieOt.  98,  80  er* 
ft ecken  fchw.  V.  fcheint  hier  fo  viel  su  bedeuten  als  erftocken  im  Siaac 
von  verftocken.  Vgl.  Scbmeller  3,  613.  99,  6  d.  h.  deren  Stand  Gott 
nicht  geboten  und  fanctiouiert  liat.  99,  12  Pur  ftand  wurde  das  gleich- 
bedeutende Hat  zu  fetzen  Tein  (:  hat),  wenn  die  Reime  hier  überhanpt  genss 
waren.  99,  20  m&ß  wir  inr  mußen  wir.  100,  5  widern  reff.  Beb 
widerfeUen,  weigern.  100,  13  nit  ein  meitf.  Bd2S.  342  Anm.  T.  ▼• 
meit.  Ferner  im  3.  Bde  119,  19.  100,  14  breit  zunäcbft  für  bränt,  wai 
wieder  unorg.  für  braut,  alt.  Spr.  brüt  fponTa*  100,  23  fein  gebes 
feine  Gaben,  fchw.  Fl.  fonft  ftark;  gebe  Gabe,  Befehenkung.  ^^,  30  die 
fehnuppen.  Scbmeller  gibt  3,  492  die  fchnauppen  (vgL  fehnaupen 
156,  22)  in  der  Bedtg  von  Schnabel,  Schnauze  und  dann  anzügliche  Rede. 
Darum  mufi  er  diefe  anzügliche  Rede  haben  d.  h.  deshalb  ift  auf  ihn  diefer 
Pafquill  gemacht.  100,  31  der  knn  wol  ükr  kaut,  Kunde  im  allgemei- 
neren Sinne,  Menlbh.    174,  25  ain  feitfamer  kund. 

Diefes  Stück,  das  nicht  unwefentlfehe  EinfluBe  des  niederdeutfeben 
Idioms  zeigt  (vgl.  die  Formen  irgent  und  nirgent  74,  3,  wider  —  noch  77, 
29,  tnget  79,  3,  eingefchobenes  h  zu  80,  7  u.  a.),  hat,  wie  es  felbft  fsgt, 
einen  ichlichten  Doctor  zum  Verfaßer,  der  die  Mängel  feiner  Behandlnog 
in  Darftellung  und  Stil  wol  eingefeben  bat  74,  25.  98,  12  fg.  und  nur  aas 
Begeifterung  für  die  reformatorifche  Sache  fchreibt.  Ein  Name  ift  nicht  ge- 
nannt. Ob  er  vielleicht  in  feinem  Reime  es  ift  affnnn  75,  4.  100,32  fteckc, 
oder  was  diefe  Worte  überhaupt  befsgen  wollen,  ift  mir  ganzlich  unkUr. 
Diefelben  Worte  fteben  mit  den  Bucbftaben  J.  M.  unter  dem  näcbftfolgen- 
den  Stücke,  das  fonach  wol  den  gleichen  Verfaßer  hat.  Daß  die  Erwäh- 
nung des  24ften  Jahres  85,  13  und  87,  11  die  Abfaßnngszeit  des  Stucket 
ins  Jahr  1524  fetzen  läßt,  kann  wol  keinem  Zweifbi  unterworfen  fein. 


253 


V. 

8  Blätter  in  4^  2  Bogen.  Signatur  Aij  bis  BiJ.  Anf  der  vordem  Seite  de« 
erften  Blattes  in  breitem  Holzfehnittrahmen  (rechts  und  links  Adam  und 
Bva)  fteht 

Byn  newer  Dialo« 

gu8  oder  gefprech  /  zwifch? 

einem  verprenten  /  rertrib- 

nem  Edelman  /  vnd  ey- 

nem  M&nch  /  welche 

am  ynrechftenn  ge- 

fchech  /  wann  die 

felben  bey- 

de  Ter- 

triben  /  vnd 

dy  Münch  clftfter 

auch  rerbrant  wurden. 

M.D.XXV. 

Rudcfeite  leer.    Auf  dem  zweiten  Blatte  oben  die  Überfchrift 

£yn  gefprech  zwiffcben  einem 

Edelman  /  Müncb  /  Tud 

Curtifan. 

Darauf  der  Text  fortianllBnd  ohne  AbXatz,  38  Zeilen  anC  der  Seite  bis  io 

die  Mitte  der  Tordera  Seite  des  letsten  Blattes,  gegen  delTen  Ende  noch  fteht 

Hie  rath  zu  piderman  kauft  errathen 

Ob  man  beyder  gefehleeht  k6ndt  gerathen 
Dieweyl  fye  fynd  fo  redlich  vnd  frnm 

LiB  mich  bitt  ich  /  kers  pletlein  vmb. 

Auf  der  Rückfeite  diefes  letzten  Blattes  ein  Fuchs  und  Wolf,  gegen  einan- 
der zugekehrt  fitzend.  Vgl.  den  Holzfchnitt  in  dem  Drucke,  der  Bd  2  S* 
293  No  III  befcbrieben  ift. 

LESARTEN.     101,  10  yhrs.  101,  12  gefurt.  101,  18   yhr  yhn 

tt.  r.  w.        101,  22  Widder.         102,  4  mÄffen.        102,  16   durfft. 
102,  27  yft.        102,  27  ewer.       102,  33  verfundet.       102,  86  widder. 

102,  37  muffen.        102,  38   das   iß  ein.         103,  3  muffen.        yft 
fnrwar.        103,  5  Peggeynen.       103,  22  lantzman.       103,  23  Bhom. 

103,  27  darnidder.        103,  29  buberey.        104,  1  fchreib  fagt  für 
gfat.        104,  11  fambt  folt.        104,  14  yr  und  öfter.        104,  17  er- 
wufcht.        104,  32  gefurt.        105,  4  wilcher.        106,  5  yftagften. 
105,  9  Widder.        105,  34  meifter  ftncks.        105,  35  fehreib  gepeteu. 

106,  5  mnnchwerk.        106,  10  yetzt.        p&berey.      106,  11  viel. 
106,  13  herfnr.        106,  18  beb  nett.        106,  32  m&ffen.        196,  35 


254 


durfftigen.        107,  39  wider.        107,  36  wider.        108,  4  redt. 

108,  13  wird.  108,  15  muft.  108,  26  Für  ir  lies  fie.  108,  27 
Für  harten  lies   hartem.         109,10   nutzten.         109,24  gleyd. 

109,  '25  odder.        109,  26  herwidder.        109,  30  yar.        habfohe. 

109,  33  Widder.        110,  1  Cuftor.        110,  11  durffen. 

ERKLAKUNGEN.  101,  12  d.  h.  ^9  haben  ihn  förmUch  verfcblongen,  mit 
Heißhunger  in  fich  anfgenommen.  101,  16  fg.  zeigt  den  Unterfchied  Ton 
Tagen  und  reden:  das  letztere  ift  ein  geßeigertes  Sprechen,  mit  Vemiuift 
fprechen,  RechenTchaft  worüber   geben.  101,  21   als   pfiffe  ein   gans 

an;  Tgl.  in  Bd  2  No  I  42,  24  als  ob  fie  ein  gans  anblies.  102,  2 
gewißen  Wißen.  Ob  Femin.  oder  Neutrom,  das  folg.  Mascalimun  wirkt 
▼or  auf  das   Gefchlecht  des  nnbeß.  Artikels  und   des  Adjectivs.  103,  3 

einbilden  f.  zu  86,  6.  102,  25  gugelfnr  Fem.  Narrenart,  Narrentracht. 
Qu  gel  iß  Kapuze,  wie  fie  namentlich  ein  wefentliches  Stuck  der  Narren- 
kleidnng  ausmachte.  103,  3  fich  eines  dinges  maßen  lieh  Maß  wo- 
rin fetzen,  fich  enthalten.  103,  10  Gilg  Aegidius.  Bedeutet  meißer  Gilg 
den  Scharfrichter?  103,  16   fg.   einen  in   bufen  blafen  nach  einem 

fchießen  um  ihn  zu  töten.  und  münch  müft  m.  h.  =  und  du,  münch, 
müßell  m.  h.  103,  20  poz  marter,  vgl.  poz  filzhut  107,  3.  pox 
leber  107,  24.  bocks  Judas  124,  10.  S.  Bd  2  S.  321.  103,  39  das, 
wo   wir   es   brauchen   würden.  104,  11    fam   habe  ich  gefchrieben  für 

fampt  des  alten  Druckes,  weil  das  vorhergehende  Stuck,  das  denfelbeo 
Yerfaßer  zu  haben  fcbeint,  die  erftere  Form  bietet.  S.  zu  7,  33.  104,  33 
ßöcken  u.  plöcken  wie  noch  121,  25  in  den  Stock,  überhaupt  ina  Ge- 
fängnis fetzen.    Schmelier  3,  613.  105,  2  habts  d.  i.  habt  fie. 

105,  19  das  habt  ir  gefchont  das  habt  ihr  wol  nnterlaßen,  ironifeh. 
fonder  befonders.         105,  21  die  mant  Abgabe.         105,  28  belelten  z= 
geleiten,  vergeleiten  Z.  35  fg.        106,  1  etwas  nngelahr.        106,  2  pel- 
nifch?       106,  24  Verzeihung  VerzichtleiAung;  fich  eines  dinges  ver- 
zeihen (mhd.  verzihen)  worauf  verzichten,  107,  16,  17.  18.  128,  6. 

106,  34  das  aufheben  der  Aufwand.  107,  6  abgef chnitlich  Abfall, 
was  beim  Putzen  und  Schneiden  des  GemüTes  und  der  Speifen  überhaupt 
abiallt.  übernechtig  über  Nacht  fiehen  geblieben,  alfo  nicht  mehr 
frifch  und  fchmackbaft.  107,  9  wunder  als  Masc.  107,  12  wo  für 
wie.  Die  niederdeutfche  Form  fallt  wol  nicht  auf  den  Yerfaßer.  107,  26 
vadem  alte  Form,  Faden.  107,  28  notturft,  wie  n^tturftig  104,  12. 
23.  Sonfl  noch  t  für  d  in  diefem  Stücke  ertrenken  101,  9.  trungen 
Part.  104,  25.  trifach  106,  2.  107,  36  weder  als.  107,  38  zu  un- 
tern zur  Mittagszeit,  beim  Mittagsmale.  Schm.  1,  87.  108,  11  amech- 
tig  ohnmächtig.  108,  20  in  keinemwe«,  vgl.  zu  75,  18.  109,  3 
leiden  leidlich.  109,  10  für  du  wirft  fcheint  zu  beßem  du  werft,  du 
warft.  109,  12  und  Z.  32  fchlemmen  u.  demmen  in  Sans  und  Braus 
leben.        109,  18  der  pettel,  bettel  das  Erbettelte,  hier  die  Bettelei. 

110,  13  die  kürb,  jetot  kürben,  Schmelier  2,  327,  korbforaiges  GaÜecht, 
das  auf  dem  Rücken  getragen  wird.    VieUeieht  iß  hier  nooli  ein  anderes 


255 


Flcchtwerk  gemeint,  das  die  bildliche  Redensart  zu  Wege  gebracht  hat. 
110,  18  nobishaus  bezeichnet  hier  eine  abgelegene  Schenke  und  hat  kei- 
neswegs den  Begriff  von  Holle  (Ygl.  Grimm  Myth.  954),  den  es  fonft  meift 
fnhrt.  Stellen  za  nobishaas,  nobiskrug  etc.  gibt  Grimm  a.  a.  O.  und 
Godecke  im  Bomoldt  S.  75  fg.  Wie  fchon  Kilian  S.  418  Anm.  deutet 
Grimm  a.  a.  O.  S.  766  das  nobis  aus  en  abis,  en  obis,  in  abyrfnm 
entftanden  und  mit  Abgrund  der  Holle  gleichbedeutend.  Vgl.  Stalder  3,  240. 
111,  3  panren.  Die  Schreibart  diefes  Stuckes  gibt  (häufiger  als  t  für 
für  d)  fehr  oft  p  für  b:  vor  r  in  gep rauch  102,  29.  verprent  104,  2. 
106,  14.  geprent  106,  11.  tellerprot  107,  6;  vor  1  in  plutig  105,  80. 
plow  blau  105,  32.  ploß  108,  10.  geplöckt  104,  33;  vor  Vocalen 
pauer  101,  7.  14.  19.  102,  6.  103,  13.  105,  9.  13.  HO,  22.  111,  3.  peu- 
rin  103,  5.  peißen  108,  7.  pau  Bann  105,  14.  part  106,  15.  paren 
106,  21.  109,  11.  pet  Bett  102,  34.  35.  gepeten  Part.  105,  35.  petteln 
103,  13.  104,  11.  pettel  109,  18.  pegeinen  103,  5.  pitter  107,  7. 
piderman  107,  18.  gepoten  Part.  104,  26.  pox  103,  20.  107,  3.  24. 
poswicht  102,  9.  106,  19.  108,  34.  37.  Regenspnrg  103,  26.  Augs- 
pnrg  106,  33.  107,  9.   pnberei  106,  10.   pußen  108,  7.   gepürt  110,20. 

Nach  104,  1  fgg.  fallt  die  Zeit  der  Abfaßung  diefes  Dialogs  hinter  die 
Expedition  des  fchwäbifchen  Bundes  unter  dem  Feldhanptmanne  Georg  von 
Trochfeß  gegen  die  friedensbrüchigen  fränkifchen  Bitter  (von  Mitte  Juni 
1523  en),  deren  ein  guter  Teil  fluchtig  vtrard  und  im  Lande  umherirrte: 
Ausgang  1523  oder  Anfang  24.  Was  die  Heimat  anlangt,  fo  konnte  die 
Erwähnung  von  Joachimstal  110,  23  vielleicht  einen  Anhaltpunkt  gewäh- 
ren. Der  Verfaßer  ift  nach  dem  Motto  es  ift  affnu  S.  111  höohß  wahr* 
fcheinlich  ein  und  derfelbe  mit  dem  des  vorigen  Stückes.  Das  am  Schloße 
(lebende  J.  M.  leitet  vielleicht  auf  feinen  Namen. 


VL 

16  Blätter  in  4^  4  Bogen.     Signatur  Aij  bis  D.     Ohne  Ort  und  Jahr.    Auf 
der  vordem  Seite  des  erften  Blattes  lieht  oben 

Die  Lttterifch  Strebkatz. 
Darunter  ein  fcböner  Holzfchnitt:  ein  Mönch  (wol  Luther)  hält  ein  hohes 
Kreuz ,  gegen  das  ein  gegnerlTcher  Haufe  losgeht  und  es  ihm  zu  entwinden 
fucht.  Der  Papft  ftürzt  hinterrücks  um,  feine  Krone  fallt  ihm  vom  Haupte. 
Ein  Bifehof,  ein  Mönch  mit  einem  Katzenkopfe,  ein  anderer  mit  einem 
Bockskopfe  verfnohen  den  AngriiF.  Dahinter  andere  zum  Teil  mit  TIei- 
köpfen.  Auf  der  RüekTeite  des  erften  Blattes  beginnt  oben  die  profaiTche 
Eidleitang,  die,  24  Zeilen  auf  der  Seite  ohne  Abfatz  bis  in  die  Mitte  der 


i 


256 


Riickrefte  de«  zweiten  Blattes  fortlauft.  Anf  dem  dritten  besinnt  «las  Ge- 
dicht, das  bis  ZQ  Ende  der  Tordem  Seite  des  15ten  Blattes  gebt,  nnf  deflen 
Rückfeite  oben  die  4  Schlnßrerfe  ficb  finden.  Das  ganze  letzte  Blatt  lA  leer. 

LESAKTEN.     112,  2   efchreckten.  112,   18  fgg.   am   Rande    Pfal. 

XXXI.  Mattb.  iij.  Johan.  tüj.  Mattb.  zvj.  Johan.  ritt.  Johao. 
j.  Luc.  ziij.  Philip,  iij.  ij  Pet.  ij.  Efa.  Lvj.  112,  21  fawer. 
112,  22  iem.  113,  2  ienen.  113,  12  meb.  113,  24  eyfaltigen. 
113,  38  Tberliefert.  114,  1  ienr.  114,  2  liber.  114,  10 
Am  Rande  Ezod.  iz.  Rom.  iz.  114,  19  ratter.  fehr.  114,  SC» 
drum.  114,  33  nitt.  114,  34  differ.  115,  30  trinmphirt: 
hingefirt.        116,  6  newes.         116,  24  Schaw.        116,  27  gribe. 

116,  35   danck.         117,  17  fg.   regirn  :  firn.         117,  36  bratten. 

117,  37  leig.         118,  4  bfeitz.        118,  6  aller.        118,  8.  9  flih  :  zib. 
118,  10  Hwi.        118,  30  hoffirn.        118,  33  vatter.         119,  6  ge- 

fatzet.        119,  32  gebm.        119,  33  Tcbir.        119,  35  Entdcbrtft. 
120,  19  mübe.        120,  29  Feiht.        121,  3  Mein   lieber  (dreck)  £ck 
wie  gefeit  dir  dg.         121,  13  widderraffen.         121,  17  drawen. 
122,  15   fchwiS.         123,  34   nichzet.        123,  36   bieppen.         125,  23 
Unmend.       126,  10  gelarten.       126,  11  leigt  (vgl.  die  Lesart  117,37). 

126,  13  fcbmet.        126,   18   eynen.        126,    23  folcb.        126,  2ü 
Erkenn.         126,  26  lange.        126,  29  theteß.        126,   31  leßerung. 

127,  3  orn.         127.  8  Darumb.         128,  4.  5   hoffirn  :  difputiro. 

128,  14  fg.  mawr  :  fawr.       128,  18  fg.  difpatirn  :  gleyd  zefirn. 
109,  17  haa.        129,  19  teuffelifch.        129,  27  ig.  gut  :  th&t. 

129,  30  bem.        130,  6  fg.  gelebt  :  betriebt.        130,  16  genejgt. 
131,  14  meb.         131,  25   hien.         131,  28  Gebm.         132,  21  bien. 
133,  9IndbeU.        133,  21  han.         133,  24  kiefen.        133,  35  fg.  v er- 
setzß:betzft.         133,37    Yerfcbeaßt.         134,22    differ.         134,22 
differ.        134,  27  gewann.         135,  9  zerßreyt.        135,  15   bat. 

ERKLÄRUNGEN.  112,  3  aller  art  thierer  omnis  generis  beßiaa. 
tbierer  Plar.  in  er  als  ft.  N.  erfter  Decl.  So  noch  113,  4.  27.  IIS,  4 
iiB;g.  Lacian  im  Gefpräcbe  '  der  Hahn* ,  wo  er  diefen  feine  Wanderang  durch 
▼erfchiedene  Leiber  erzälen  laßt:  feine  Seele  fei  znerft  ans  dem  Apoll  aof 
die  Erde  hernnter  geflogen  nnd  in  einen  menfcblieben  Leib  gekrochen,  am 
ein  Verbrechen  abzabüßen.  Dann  fei  er  Bnphorbos,  des  Trojaners  Pantbos 
Sohn  geworden,  darauf  Pythagoras,  ferner  die  Bahlerin  Afpafia,  hierauf  der 
Cyniker  Krates,  weiter  ein  König,  ein  Betler,  ein  Satrap,  ein  Pferd,  eine 
Dohle,  ein  Frofch  und  noch  Tieles  andere  mehr,  endlich  ein  Hahn,  und 
letzteres  mehr  als  einmal,  da  ihm  diefe  LebensweÜb  ganz  befonders  gefallen« 
112,  5  Ififtlichen  luftig,  komifch.  hauen  fehwaehe  Flexion,  wie 
auch  durchgängig  in  der  alten  Sprache  bei  dieftm  Worte.  113,  8  wftrt 
wie  noch  123,  7.  125,  25.  131,  6.  28.  184,  1.  185,  8.  9,  im  Reime  a»f  ge- 
fpnrt  121,  38,  neben  wirt  115,  25.  116,  23.  112,  14  Lyehaon  f.  0?id. 
Metam.  1,  168  —  252.  112,  16  Argns  ib.  1,  625  —  790  ^.  IIS,  19. 
Pfalm.  31,  9  (nach  der  Z&hlmg  der  Vnlgata,  fonft  Pf.  8B)  N«Hta  fieri  Aeut 


257 


I         eqvms  et  mnlus,  qnibiis  non  eft  intellectas.  in  eaaio  efc  f^no  mAzillas  eoram 
[  conftring^,  qai  non  approzimant  ad  te.         112,  19  fgg.  Matth.  3,  7  Yidens 

I  antem  maltos  PharifsBorom  et  Saducieorain   Tenientes  ad  baptiTmum  faum, 

dizit  eis  'progenies   viperarnm,  qnis  demonßraTit  vobis  fugete  a  Ven- 
tura ira?'    Joban.  8,  4i  Vos   ex  patre   diabolo  eftis  et  defideria  patris 
▼eftri  valtis  faeere.    Matth.  16,  6  Cavete  a  fermento  Pharißeoram  et  Sad- 
'  dncseornm.        112,  20  gezicht  d.  i.  gezücht        112,  22  fg.  Job.  21,  15. 

16.  17  Pafce  agnos  meos  —  pafce   otos  meas.    Job.  1,  29.  36  Vidit  Jo- 
hannes Jefnm  et  ait  *ecce  agnns  dei.*     Lncas  13,  32  AccelTeront  quidam 
dicentes  Uli  *ezi  et  vade  binc,   qnia  Herodes  tuU  te  occldere.*    et  ait  Ulis 
'  *ite  et  dicite    vnlpi   UH   etc.'         112,  24   Paolos   ad  Philipp.  3,  2  Videte 

'  canes.        112,  25.  2  Petri  2,  17  Hi  Tont  fontes  fine  aqoa.        112,  26 

'  Jefaias  56,    10   Specnlatores    ejos    cfeci  omnes,   nefcierunt  oniverU,   canes 

mnti  non  Yalentes  latrare.  113,  1   Nach   dem  Latein,  fexcenties. 

113,  3  ze  folgen,  ze  reden.    Diefes  ze  noch  Z.  25  ze   bringen,  Z.  26 
ze  lind,  114,  10  ze  gleich,  128,  19  ze  fürn,   128,  33  ze  halten,  208, 
31  ze  tbun,    208,  34  ze  werfen;    nnd  verfcbmolzen  mit  folg.  Tooal.  Ao- 
'  laote   zerlangen   128,  12.         113,  21   pabft.    Die   in  diefem  Stacke  ge- 

'  w5nliche  Schreibung,  wie  fle  denn  aberhaapt  in  allen  aus  Mittel  -  oder  Nie- 

r  derdeatfcbland  ftammenden  yorherfchend  Ul.     So   aoch   Z.   28.  115,  4.  116, 

^  3.  27.  81.  117,   7.   14.  38.   118,   17.   127,   20.  132,   6.  30,  134,  14.  19.  33. 

'  Daneben  die  Schreibung  babft  113,  10.  129,  16.  31.  131,  32;  bapil  114,  4, 

'  113,  23  andere   (nicht  andern)  blinder  reden   andere  yerlenmden 

'  c.  acc.        113,  30  Lemp  Lehrer  der  Theologie  zu  Tübingen.     Siehe  unten 

^  124,  15  —  125,  28.    Befonders  erwähnt  im  Dialoge  *Kanz  nnd  Fritz'   Bd  2 

No  XIV.  S.  daf.  S.  120,  6  fgg.  113,  31  am  anderen  ort.  Diefer 
Beifatz  zeigt,  daß  der  Yerfaßer  den  damaligen  Aufenthalt  Thomas  Mor- 
ners  nicht  kannte.  114,  1  verf{irirch  rerfuhrerirch.  deufelifcb. 
Anlaotendes  d  for  t  findet  fich  in  diefem  Stacke  noch  in  dapfer  116,  33. 
117,  13.  118,  10.  125,  36.  127,  27.  doli  118,  36.  dürftig  119,  17.  drit 
Imper.  120,  14.  Vgl.  t  für  d  zu  116,  7.  115,  2  bot,  wie  hier  im  Reime 
^  noch  119,  26  (:  tot),  130,  1    (:  not),  135,  15   (:  gebot)  neben   dem  gewonli- 

cheren  hat  :  blat  116,  15.  :  kat  120,  38.  :  Ingolliat  121,  29.  :  ftat  122,  2. 
134,  26.  :  ftat  (Stand)  129,  18.  130,  10.  :  ftat  (fteht)  131,  9.  132,  6.  :  car- 
dinalat  124,  26.  :  majeftat  134,  14.  Weitere  Trübungen  des  a  in  o  finden 
fich  in  gon  Inf.  (:  buferon)  129,  24;  hon  Inf.  {x  thon)  133,  21;  fton 
Olon)  117,  1;  offenbort  (:  wort)  115,  38.  128,  29.  (:  verdort)  134,  13; 
loft  (:  troft)  d.  i.  laft  (lägeß)  122,  21.  115,  6  brief  für  b riefen  mit  ab« 
ge&llner  Flexion.  115,  16  thulden;  th  für  d,  wie  noch  in  theutet 
119,  20.  115,  29  fteif  feft,  wie  beut  zo  Tage  noch  in  fleif  und  feft. 
Ferner  Z.  37  in  fteifem  glauben;  117,  9  mein  wort  Hat  fteif  uf  feftem 
gront;  122,  20  fteifer  troft;  134,  2  Chriftus  fteif  Mattbei  rürt.  115, 
33  igg.  r.  zu  112,  22.  116,  7  trang,  anlautendes  t  ihr  d.  In  diefem 
Stücke  feiten,  nur  noch  in  trang  Snbft.  127,  32.  truck  128,  29.  Auch 
Labiaitenois,  es  feiten  für  die  Media:  plot  121,  18.  erpieten  121,  19. 
116,  19   die   ftrebkatz   ziehen   wie  118,  9;  vgl.  127,  24  an  dis  ftreb- 

19 


258 


kstc  ich  ntt  mer  kam;  135,  4  difi»  ftrebksts  bezeugt.  Ober  den  Ao»- 
drnck  f.  Bd  S  S.  364  xu  XXII,  259.  Danach  der  Titel  diefei  Stackes 
*liitberirch  ftrebkats'  d.  h.  Luther  «ieht  mit  andern  diefe  Strebkatz.  ^Tie 
der  Holzfchnitt  zeigt,  ift  es  hier  das  Kreuz,  an  welchem  gezogen  wird  und 
woran  beide  Parteien  ihre  Kräfte  erproben.  116,  26  die  fauf  Fla6ig- 
keit,  die  man  mit  dem  Löffel  genießt.  Schmeller  3,  204.  117,  26  kön- 
lieh  niederdentfche  Form  fnr  kanlich,  wie  Z.  35  yerfort  für  Terffirt. 
118,  10  zeuh  r.  Bd  1  S.  230  zu  No  XIII,  1,  269.  118,  10  fgg.  Drei- 
facher Reim,  wie  noch  123,  28  fgg.  118,  18  dnafen.  Apokopa  des  Ar- 
tikels wie  noch  Z.  35  dftirn;  133,  9  dhell.  Vgl.  Bd  2  S.  371.  Apbarefis 
des  Artikels  nnd  Verfchleifiing  mit  der  Präpofition  In  gern  d.  i.  gen  dem, 
gegen  dem  119,  32.  131,  28  nnd  in  znn  d.  i.  zn  den  133,  34.     VgL  abend. 

118,  23  die  ftrnt  nnd  131,  20,  wo  es  (Irut  gefchrieben  ift.  Die  Be- 
deutung ift  Haufe  von  Menfehen,  Rotte,  vielleicht  mit  dem  Nebenfinne  des 
Räuberifchen.  Ahd.  ftrudian  fraudari  Qraff  6,  745,  ziftrudian  deftmere; 
ags.  Arn d an  fpoliare.  Mundartlich  heißt  (Irütten,  ftrotten  eilen,  äber- 
eilt  verfahren,  ßoren,  ftobern,  wühlen.  Schmeller  3,  690.  FrlTch  gibt  2, 
350*  aus  einem  alten  Vocabular  von  1482  ftrotten  latrocinari  und  dann 
ftr Otter  latro.  Luther  überfetzt  Hofea  6,  9  die  Priefter  find  wie  die 
Ströter,  fo  da  lanren  auf  die  Leute  und  würgen  auf  dem  Wege.  Vnlg.: 
et  quafi  fauces  virorum  latronum  in  via  interficientinm.  Grimm  warf  RA 
635  die  Frage  auf,  ob  von  ßrnot  filva  ftruotäri  Waldränber,  Strauch- 
dieb käme,  bemerkt  aber  gleich,  daß  das  ags.  u  dazu  nicht  ftimme.  118, 
36  zerknitfch  f.  zu  6,  21.  118,  38  fpitzig  fnbtilis.  119,  7  fgg. 
14  fgg.  Bezieht  fich  auf  die  Schriften  Luthers  und  Emfers  über  die  Cano- 
nifation  des  Bifchofs  Benno  von  Meißen,  die  1524  erfolgte,  wogegen  Luther 
dies  Pamphlet  ausgehen  ließ  *  Wider  den  neuen  abgot  und  alten  tenfel  der 
zu  Meifen  Col  erhaben  werden,  1524',  und  Emfer  in  demfelben  Jahre  ant- 
wortete '  Antwurt  auf  das  lellerliche   buch  wider  bifchof  Benno  zu  Meifen.' 

119,  17  dürftig  für  türftig,  wie  153,  23  dürftig,  kühn.  119,  19 
ein  meiten  vgl.  Bd  1  S.  231  zu  XIII,  2,  40.  Bd  2  No  XXII,  1598.  1934. 
Gramm.  3,  733.  788.  119,  24  der  chriften  der  Chrift,  aus  lat.  chri- 
ftianns.    Vgl.  Ben.  mhd.  Wb.  1,  833.        119,  25  widerfpil  f.  zn  10,  16. 

119,  29  Daß  wir  auch  folten  thun  wie  er  gethan  hat  119,  32  gern 
r.  zu  118,  18.        120,  8  zu  fcheitern  gan  £  Bd  2  S«  364  zu  XXII,  369. 

120,  18  thü  Conj.  Präf.  120,  27  bei  Adv.  betnahe.  120,  35  nit 
einer  leus  wert  gar  nichts  wert.  Über  derartige  bildliche  Bezeichnun- 
gen r.  Bd  2,  340  fgg.  zn  XVIII,  7  mit  Anm.  131,  3  Der  Witz  liegt 
darin,  daß  man  dr.  Eck  (Doctor  Eck)  als  ein  Wort,  alfo  dreck  lieft. 
Vgl.  oben  die  Lesart  und  120,  18  dreckental.  121,  11  fgg.  Gemeint 
fcheint  Ar fa eins  Seehofer,  der  in  Ingolftadt  nnd  Wittenberg  ftndierte 
und  1522  an  erfteren  Ort  zurückkehrte,  wo  er  Magifter  ward  und  bibUfche 
Ezegefe  las.  Wegen  feiner  Anhänglichkeit  an  Luthers  Lehre  angeklagt, 
ward  er  eingekerkert,  verhört,  verurteilt  und  ins  Klofter  Ettal  eingefperrt. 
Später  wufte  er  zn  entfliehen  nnd  entkam  nach  Wittenberg,  wo  er  Schutz 
bei  Luther  fand.     Hagen,  Deutfehlands  litterarirche  und   religiüfe  Verhält- 


Bifle  im  fieform.  Zeitalter  2j  388  ijs«  121,  91  fchwinnee  gift.  122«  Ib 
dis  iUmm  Iß  meinem  geift  zu  Ich w in.  Hd.  fwinde  in  der  alten  Bedtg 
(Vark.  122,  8.  10  An  wort  und  Tchwein  fehlt  die  genitivifohe  Flexion. 
122,  10  f inten  iH  Gei^itir  Sing,  der  fchwaeben  Flexion,  Nomin.  f In- 
no t  für  finnecht,  finnicht  (Qramm.  2,  382,  vgl.  su  215,  5.)  was  Finnen 
bat:  fne  pußnlis  laborane.  122,  11  Bemerkenswert  ift,  daß  hier  der  Bein 
genannt  wird,  fo  ferne  er  anch  dem  Yerfaßer  lag,  dem  die  Blbe  gewis  nä* 
her  gewefen  wäre:  er  Aeht  hier  fpricbwörtUch  als  der  große  deutTche  Strom. 

122,  29  nobel  (vom  lat.  nobilis,  moneta  ex  auro  nobilUTimo)  eine  eng- 
lifche  Goldmünze,  latein.  nobile,  nobulns,  noblns.  Frifch  2,  20«.  122,  80 
fgg.  König  Heinrich  VIII  von  England  hatte  ihm  bei  feiner  Rackreife  nadi 
DentTdUand  100  Pfund  Sterling  gefchenkt.  Lappenbergs  ClenTp.  S.  406. 
Gegen  König  Heinrichs  Buch  nber  die  üeben  Sacramente  hatte  Luther  1522 
eine  Schrift  ausgehen  laßen  *  Contra  Henricum  regem  Angli»  Martinus  Lu- 
ther' und  in  deutfcher  Überfetznng  'Antwort  dentfch  Mart.  Luthers  auf» 
König  Heiorichs  von  Bngeland^  buch.'  Martini  1522  erfchien  Thomas  Mar-* 
ners  Schrift  *0b  der  kunig  uß  Engelaut  ein  Ingner  fei  oder  der  Luther.' 

123,  25  Die  geuchmat  erfchien  zuerft  1519.    S.  Läpp.  a.  a.  O.  398» 
Die  fchelmen  zunft  v.  J.  1512.  Läpp.  397  fg.        123,  27  erfürer 

mit  abgefallenem  anlautenden  h.    Zur  Endung  vgl.  herdurcher  I,  142, 
569.  123,   29    Von   dem  großen    lutherifchen    narren   erfchien 

Ende  d.  J.  1522.  Daß  diefe  Schrift  durch  den  Straßbarger  Rat  verbrannt 
worden  fei,  Hebt  meines  Wißens  nur  hier.  Murner  war  vom  Bifchofe  von 
Straßburg  nach  dem  Reichstage  zu  Nürnberg  gefandt  worden  und  hatte 
dafelbß  beim  päpiUichen  Legaten  den  Rat  verklagt.  Zurückgekehrt  ward  er 
von  diefem  verfolgt  und  man  fuchte  üch  feiner  Perfon  zu  bemächtigen,  um 
ihn  wegen  Aufruhrs  ins  Gefängnis  zu  fetzen.  Die  Ratsdiener  drangen  in 
feine  Wohnung  und  nahmen  mit  was  ^e  von  feiner  Habe  fanden,  die  iie 
öffentlich  verkauften,  Lappb.  S.  407.  Möglich  daß  bei  diefer  Gelegenheit 
auch  einige  feiner  Schriften  ins  Feuer  geworfen  wurden.  123,  36  hippen 
fchmähen,  läilern;  mundartlich  noch  jetzt  holhippen,  holhippeln  aus» 
holhippeln  in  derfelben  Bedtg.  Vgl.  Bd  2  S.  345  zu  XLX,  10.  Das 
hiebt  was  wir  132,  9  lefen,  fcbeint  für  hippt  zu  ßehen,  die  Bedtg  wenig- 
Xlens  iß  diefelbe.  Das  außen  davor  ift  wie  auszanken,  ausfcbimpfen,  wir 
hatten  fo  eben  auch  aus  holhippeln.  125,  8  Danach  fcheint  Lemp  mit 
auf  dem  Religionsgefpräch  zu  Zürich  (Januar  1523)  gewefen  zu  fein,  aof 
welchem  auch  der  weiter  unten  verfpottete  Faber  gegenwärtig  war  und  auf 
dem  ZwingU  einen  entfcheidenden  Sieg  über  feine  papiAifchen  Gegner  da- 
von trug.  Hagen  2,  367.  125,  14  miß  hier  als  Femin.  Das  Sprichwort 
ift  von  Hunden  genommen,  die  von  ihrem  Hofe  aus  Vorübergehende  anbel- 
len und  üch  übermütig  geberden,  Jich  aber  nicht  hervor  trauen.  Vgl.  Bd  I 
S.  51  Z.  95—100.  125,  17  nim  wie  127,  13.  125,  31  ab  Präp.  wie 
127,  35.  126,  13  fgg.  Über  den  Handel  Reuchlins  mit  den  Kölner  Domi- 
nikanern und  Pfefferkorn  f.  Hagen  a.  a.  O.  1,  424  fgg.  David  Strauß,  Ul- 
rich von  Hatten  1,  194  %g.  126,  15  taufter  f.  zu  28,  27.  126,  20 
braohftu  mit  ausgefallnem  t.    Vgl.  su  214,  38.        126,  23  bachant  ein 

19» 


260 


angehender  Student,  der  noch  nicht  deponiert  ift,  daher  überhaupt  ein  roher 
nngefchliffener  Menfch.  126,  26  geeigt  d.  i.  geängt;  äugen  ollendere. 
Grimma  Wb.  1,  801.  126,  33  Gemeint  ift  der  bekannte  Jezerhandel  ▼.  J. 
1609.  126,  36  beiten  wie  129,  4.  143,  20.  warten.  126,  37  heut 
far  haut,  vgl.  120,  35  ieus  für  laus.  b&b  in  der  heut  im  Sinne  von 
leibhaftiger  Bube,  Bube  .wie  er  leibt  und  lebt.  So  heifit  es  bei  Brant  im 
Narrenfchiffe  76,  19  fie  ßnt  dooh  narren  in  der  hut.  127,  3  über 
die  oren  vermift  fein  in  etwas  bis  über  die  Ohren  darin  ftecken.  Die 
Bedtg  ift  klar;  aber  wozu  gehört  Termift?  Ift  es  ==  vermifcht?  alfo  du 
bift  darin  vermengt.'  Bd  2  S.  193  No  XXI,  106  fteht  auch  in  einem  mit 
Niederdentfchem  Terfetzten  Stücke  vermift  mit  giftrz  vermifcht;  aber  es 
findet  fich  anch  aleman.  f.  dal.  No  XVIII,  132  u.  dazu  Anm.  S.  343. 
127,  4  ein  grinter  ein  Grindiger.  127,  5  s ertlichen  fanffc.  127,  22 
der  fchwank  ift  die  fchwingende  Bewegung,  die  der  Körper  beim  Schrei - 
•ten  macht;  dann  das  A usfch reiten ,  der  Schritt  überhaupt.  Ich  kan  nit 
halten  einen  fchwank  ich  kann  keinen  PuB  mehr  vor  den  andern  fetzen. 
So  heißt  41,  3  er  gat  mit  weiten  fchritten  in  zimlichem  fchwank  er 
macht  große  gemeßene  Schritte.  127,  35  fg.  Man  bemerke  den  dreilU- 
bigen  Reim  mit  zwei  uubetonteu  Silben  erbitteret  :  zitteret.  Lach> 
manns  Auswahl  S.  XVIII  W.  Grimm  zur  Gefchichte  des  Reims  S.  90  ^. 
128,  6  verzeihen  f.  zu  106,  24.  128,  29  fgg.  Seine  Schrift  Pia 
ezhortatio  Romie  ad  Germaniam  filiam.  Man  kennt  davon  (Godekes  Grund- 
riß S.  209  No  56)  nur  eine  Ausgabe  von  1529:  es  muß  aber  eine  frühere 
gegeben  haben.  128,  37  es  feil,  teutfches  lant.  129,  6  widerkort, 
nicht  etwa  für  widerkert  zurückgewendet,  zurückgebracht,  fondern  für 
das  fonft  übliche  widerkört  d.  i.  durch  Überredung  zurückgebracht.  Vgl. 
Brem.  Wb.  2,  848  fg.  129,  14  die  fcheint  fich  zurück  auf  die  rot  h&r 
zu  beziehen.  129,  15  was  er  d.  i.  was  ere  was  für  Ehre.  129,  23 
ehe  einfilbig,  wie  der  Vers  zeigt.  S.  zu  38,  37.  129,  33  Johann  Fa- 
ber, Generalvicar  des  BiTchofs  von  Conftanz.  130,  10  Gemeint  ift  Lu- 
thers Schrift  Vom  eelichen  leben,  Wittenb.  1522.  130,  18  lützel  Adv. 
wenig.  131,  20  ftr&t  f.  zu  118,  23.  131,  28  Das  Reichsregiment,  das 
in  Abwefenheit  des  Kaifers  eingefetzt  war.        132,  1  fgg.  Wer  ift  gemeint? 

132,  7  knebel  muß  hier  einen  groben  ungebildeten  Kerl  bedeuten, 
loh  kann  es  in  diefem  Sinne  nicht  weiter  nachweifen.  Kilian  gibt  304^, 
kneveler  graflator,  latro.  132,  9  hiebt  f.  zu  123,  36.  133,  17  Wer 
ift  unter  dem  Sichhom  gemeint?  Er  wird  Z.  31  Henn  genannt  und  die  fol- 
gende lehrt,  daß  er  fermones  gefchrieben.         133,  24  grein  für  greinen. 

133,  28  Wie  man  aus  dem  Verbum  nagen  fieht,  muß  die  kot  etwas 
Eßbares  bedeuten.  Es  ift  wol  das  was  man  in  Oberdeutfeh land  die  kut- 
teln  nennt,  die  Kaidaunen,  die  Gedärme  famt  Wanft  und  Magen.  Vgl. 
Schmeller  2,  344.  Das  brem.  niederf.  Wb.  gibt  2,  901  in  diefer  Bedtg  küt. 
Frifch  1,  561»  kuttel  Flur,  inteftina.  133,  35  verzetten  einzeln  fallen 
laßen  und  verftreuen.  Schmeller  4,  291.  Stalder  2)  469.  Hier  wol  in  der 
von  Frifch  2,  472«  angefahrten  Bedtg  etwas  unvorfichtig  fallen  laßen  und 
daher  verlieren.        133,  37  verfc hießen  candelas  projiciendo  ezcommu* 


261 


nicationem  iiidicare.  Frifcb  2,  180».  DalTelbe  Wort  oben  116,  4  u.  Bd  IT, 
203,  245  band  in  yerfchoßen  und  rerbant,  211,  553  hat  fie  Terleumt,  yer- 
baat,  verfchoßen,  wo  es  in  der  Anm.  zur  erften  Stelle  S.  364  falfch  er- 
klärt iß.  verlauten  (vgl.  leuten  116,  4)  eampanis  ezcommnmoationeni 
alicoJQs  indicare.  FrlTch  1,  589«.  Beide  Worte  in  einer  dafelbft  angeiabr« 
ten  Stelle  aas  Pomarius  Magdeb.  Chronik  anno  1463:  man  that  im  bar- 
foßer  clofter  den  könig  in  Behmen  in  den  ban  Tarnt  feinem  anhang,  ver- 
Tchoß    fie    mit    lichten,    verläutet   He    mit  glocken.  134,   7 

pfenwert  =  pfennigwert.  134,  8   nmb  fus   umfonft,   vergeblich. 

134,  24  ein  woirches  fupplin  eßen  f.  v.  a.  vergiftet  werden.  Sifelein 
584.  Das  welfch  wird  dabei  auch  ausgelaßen.  .So  in  Mich.  BehaimsBuch 
von  den  Wienern  15,  23  ich  weiß  nit  wie  ee  gieng:  ains  mala  der  fmm 
verlos  fein  leben,  im  wart  ain  fnplin  geben.  Brants  Narrenfcbiff  64,  86 
des  wibs  wil  ich  gefchwigen  gar,  die  zurichten  ein  fuplin  gtar,  ab 
Foncia  und  Agrippina.  Pampb.  Gengenb.  Nov.  262  (God,  S.  269)  zn  Rom 
find  wol  alfo  viKbfiben,  die  gdenken  werden  tag  und  nacht,  nf  daß  im 
werd  ein  füplin  gmacbt.   Sonß  auchVenediger  fuplin,  f.  unten  169,2. 

Die  Heimat  dlefes  merkwürdigen  und  fo  vielfach  lehrreichten  Stackes  ift 
ohne  Frage  Niederdentfcbland ,  vielleicht  ift  es  in  Wittenberg  felber  oder 
doch  in  der  Nähe  des  Heerdes  der  Reformation  entflanden.  Formen  wie 
konlich  117,  26,  verfort  (:  wort)  117,  35,  lens  120,  35,  heut  126,27,  dräuen 
121,  17,  van  (:  an)  126,  28  beftätigen  diefe  feine  Herkunft.  Das  darin  auf- 
tretende u,  das  wir  genau  bewahrt  haben  wie  es  der  alte  Druck  gibt,  be- 
ruht nicht  auf  einer  dipbthongifchen  Ausfprache  diefes  Lautes,  es  ift  immer 
zu  fp rechen  wie  n.  Der  Yerfaßer  ift  unbekannt.  Die  Zeit  der  Abfaßnng 
beftimmt  (ich  durch  die  119,  8  gethane  Erwähnung  der  Contraverfen  Lu- 
thers und  Emfers  bei  Gelegenheit  der  Canonifation  des  Bifchofs  Benno  von 
Meißen  im  J.  1524;  ferner  durch  die  Nachricht  vom  Abfalle  des  Papftes 
vom  Kaifer  134,  14  fgg.,  der  wol  fchon  Ende  1524  in  Deutfchland  bekannt 
ward.  Das  Beglaubignngsfchreiben  des  päpftlichen  Gefandten  Hieronymus 
Aleander,  durch  welchen  das  Bündnis  mit  dem  Könige  von  Frankreich  zu 
Stande  kam,  datiert  vom  15  Oct.  1524:  Ranke  2,  334  mit  Anm.  So  wird 
wol  im  Winter  1524  auf  25  unfer  Gedicht  entftanden  fein. 


VIL 

14  Blätter  in  4^    Signatur  Aij  bis  DiiJ.   Bogen  C  hat  nur  2  Blätter  mit  der 
Signatur  C  und  Cij.    Auf  der  vordem  Seite  dds  erften  Blattes  ileht 

KLag 

▼  nd  ant- 

wort  von 

Lutherirchen 

vn  Bebßifchenn 

pfaffen   vber  die  Refor 

macio  fo  nenlich  zu  Reg- 

enfpnrg  der  priefter  halben 

außgange  ift  im  JarMDXXIIIj' 

Rückfeite  leer.    Auf  dem  zweiten  Blatte  oben  beginnt  der  Text,    der  unten 

auf  der  vorderen  Seite  des  14ten  Blattes   endigt.    Die  Rückfeite  des  leUten 

Blattes  leer.     Ohne  Ort  und  Druckjahr. 

LESARTEN.    136,  7  z&decken.      136,  9  vber  u.  f.  w.      136,  11  yetst. 

136,  12  khftnden.  darzi&,  und  fo  öfter  &  für  &.  136,  19  mief- 
Ten.        136,  22   khumpt.        137,  8   newen.        137,  9   verkhündigen. 

137,  36  Laft.  138,  20  verdirbt.  138,  29  die  er  den.  139,  9 
heilig.  139,  13  m&ßer.  139,  33  verkhünd.  140,  21  grün  und 
fo  Z.  27.  140,  28  holtzfchuchen.  141,  10  khommen  n.  fo  vreiter 
öfters  noch  kh  für  k.  141,  12  mieffen.  141,  23  author.  141,  26 
mieffen  u.  fo  Z.  28.  29.  30.  31  u.  f.  w.  140,  32  die  ziegel.  142,  36 
mießens.  143,  20  fchul.  145,  22  fchewhen.  146,  9  gewin- 
nets.  146,  31  (tili.  147,  16  notten.  148,  33  n&n«  149,  11 
muß.  150,  23  Jörg.  151,  9  ruben.  151,  35  feyertag.  153,  6 
konden.        153,  8  hawßen.       154,  27  entfetzt       154,  31  bettbncb. 

154,  38  Jw  /  jw  /  jw.  155,  8  jheling;  155,  17  muß.  156,  15 
dawtz.        156,  21  Anthichriß.       156,  24  hieben.        157,  10  fchone. 

ERKLÄRUNGEN.  136,  3  Reg;en8pnrg  u.  fo  149,  26,  wie  auch  Salz- 
pnrg  151,  22.  Augspurg  155,  28.  Ferner  p  für  b  in  diefem  Stücke  vor 
Vocalen  in  pawren  138,  20.  139.  31.  140,  35.  37.  141,  1.  37.  142,  6.  34. 
144,  21.  147,  16.  21.  148,  23.  149,  21.  150,  5.  6.  151,  10.  155,  16.  22.  156, 
18.  22.  31.  fürpauen  146,  21.  außpüudig  145,  33.  gepür  157,  28. 
gepürlich  158,  1.  ungepürlich  157,  3.  peiten  143,  20.  peicht  143, 
21.  p&bifch  153,  4.  pieten  152,  10.  153,  2.  pot  Gebot  140,  23.  ge- 
pieten  140,  36.  156,  22.  157,  30.  gepoten  Part.  151,  4.  12.  152,  7.18. 
153,  21.  154,  25.  158,  15.  gepot  Subü.  142,  22.  153,  24.  157,  27.34. 
verpieten  142,  10.  147,  36.  152,  35.  36.  153,  .6.  8.  157,  33.  verpoten 
140,  3.  21.  23.  149,  10.  151,  10.  geperen  143,  4.  geporen  137,24. 
139,  12.  verporgen  138,  1*2.  Vor  1  in  platte  157,  31.  plenden  137, 
18.     plerren   152,    11.    pleiben    139,  14.  157,  28.    Vor   r  in  prechcu 


263' 


153,  18.  pritfcheii  147,  6.  prächt  156,  33.  beipringen  138,  27. 
geprauchen  141,  31.  145,  28.  150,  15.  154,  28.  prot  142,  8.  eepre* 
chen  145,  92.  eepruch  145.  18.  20.  33.  P  ift  alfo  hier  im  Anlaute  ror- 
herfchend  tot  b.  Über  pabft  f.  xo  136,  17.  Über  anlautendes  t  für  d  f. 
zu  138,  11.  136,  8  befchwärnus  wie  noch  137,  6  und  befchwart 
189,  17.  146,  28  mit  richtigem  organ.  a,  mhd.  fwiere,  jetzt  fchwer. 
136,  17  bäpft  nnd  diefe  Schreibung  noch  141,  24.  144,  1.  153, 15.  156,  21; 
neben  päbft  138,  3.  146,  14.  152,  18.  20.  päbftifch  137,  4.  143,  31.  151, 
3.  162,  8.  päpftifch  156,  34;  aber  papiftifch  139,  15«  140,  13.  141,  11. 
22.  142,  26.  143,  13.  144,  29.  145,  35.  146,  30.  147,  19.  148,  1.  19.  149,  3. 
151,  28.  153,  1.  154,  29.  155,  14.  157,  16.  158,  10.  136,  18  bauptfa* 
eher  der  der  romehrnfte  Grund,  die  Urfache  woron  ift,  die  Schuld  wovon 
tragt.    So  noch  143,  33.     hanptfach   150,  11.  136,  31    Aallbuben. 

So  gibl  der  alte  Druck  und  nicht  ^  oder,  wie  er  dafür  fetst,  fi.  Da  auch 
157,  17  hüben  ßeht,  haben  wir  nicht  geglaubt  {i  herftellen  zu  dürfen»  Übri- 
gens gibt  er  noch  n  für  u  in  gnngfam  147,  11.  148,  14.  156,  27;  ferner 
in  fchneh  :  holzfchuchen  140,  28.  henfchnch  148,  7;  in  rnben 
151,  9;  femer  immer  im  Compofitionsworte  —  tum'  und  in  sum  und  anr 
(während  die  Prapofition  ohne  Verfchleifung  und  Aphärefie  des  Artikels 
immer  s&  lauten  muß).  Diefe  Ausnahmen  abgerechnet,  zeigt  der  lUte  Druck 
immer  den  organiTchen  Diphthong  und  drückt  ihn  durch  ft  ans,  wahrfchein- 
lich  nnr  ans  tTpographlTchen  Mangel  des  Zeichens  {1,  das  wir  deshalb  im^ 
mer  hergeftellt  haben.  137,  5  fein  ift  hier  nicht  Pron.  poIT.  für  feine, 
fondem  Genit.  des  gefchlechtlichen  Pronomens  der  dritten  Perfon.  137,  15 
fich  zfi  bloß  lachen  gibt  auch  Grimm  Wb.  2,  148  mit  Belegen  aus 
Frank,  Sachs  und  Scheit.  Mir  fcheint  es  durchaus  nicht  im  Geifte  der 
alten  Sprache,  das  z^  für  ein  Adverb  (nimis)  zu  nehmen,  vielmehr  ift  es 
gewis  hier  die  Präp.  und  bloß  ein  Subftantiv:  fich  zur  Entblößung  lachen 
d.  h.  fo  ftark  lachen,  daß  einem  die  Kleider  am  Leibe  platzen.  138,  11 
tnnkel.  Anlautendes  t  für  d  findet  fich  in  diefem  Stücke  wenig;  außer 
diefem  Worte  noch  in  tach  141,  32.  ußgetruckt  149,  19.  trifchel 
150,  5.  138,  22  anf  der  alten  geigen  bleiben  wie  noch  140,  26 
beim  Alten  bleiben,  es  laßen  wie  es  gewefen  Ift.  140,  5  nach  Luc  16, 
19  Homo  quidam  erat  dives  qui  induebatur  purpura  et  byflb  et  epulabatur 
quotidie  fplendide.  140,  8  der  wint  Windhund.  140,  16  erhebt. 
156,  36   aufgebebt.    Siehe    Bd  2  8.  323  zu   124,  32.  140,  19  der 

knode  fcbw.  der  Knöchel.  •  Schm.  3,  371.  Ben.  Wb.  1,  853  fg.  141,  33 
die  bantzwehel  das  Handtuch,  Tellertoch,  Tifohtnch.  142,  34  zeter» 
wie  143,  23.  143,  3  ditz  wie  noch  Z.  29  Neutrum  diefes.  144,  21 
haim  fetzen  anheim  Hellen.  145,  33  au  ßp und  ig  mufterhaft,  f.  I, 

219  zu  Z.  51.        146,  26  keren  d.  1.  k«rn  (vielleicht  kernen  zu  lefen?) 
da«  reine  Getreide  im  Gegenfatae  zur  Hülfe.  Frifch  1,  511.  Ben.  Wb.  1,  800. 
147,  8  pritfchenfo blähen  Sehlage  geben.    Vgl  Schm.  1,  272.  345. 

147,  20  das  wilt  feuer   der  Wetterftrahl,  Blitz.    Sehm.  4,  64. 
147,  31  ftationierer.   148,  1  fgg.  150,  4.  Vgl.  fid  2.  44,  13.  No  XX,  294. 

148,  30  fgg.    Diefe  ganze  Rede  der  lutherifchen   Pfaffen  ift  ironifeh 


264 


gemeint.  149,  38  mainß  f.  zu  37,  8.  IM),  20.  83.  26.  37  dar  totb. 
tothe  der  Pathe.  151,  27  fchillet  für  fchillicht  (TgL    sn  915,  5:. 

wol  To  Tiel  als  fehellig  wie  160,  20  somig,  aufgebracht.  Sehm.  3,  344  ^ 
Zamcke  Narrenfchiff  zu  110b,  8.  465.  153,  6  wir  könden  wie  136,  Vj 
für  wir  können.  153,  23  dürftig  f.  bu  119,  17.  154,  10  on  eueri. 
dank  gegen  euem  Willen.  154,  38  jn  ju  jnl   der  fchreiber    wa» 

ain  man  offenbar  ein  Stuck  (wol  der  Refrain)  eines  Volksliedes.  155,  2i' 
bifi  jar  nbers  Jahr,  wie  149,  24.  205,  11.  21.  biß  fontag  naehftefi 
Sonntag,  hier  aUb  biß  nicht  einen  Zeitraum  tou  jetzt  an  bis  an  eincoi  ge- 
wiffen  Ziele  ausdruckend,  fondem  dies  Ziel  felber.  S.  Grimm  Wb.  2,  43  f^ 
r.  T.  bis  I,  3.  155,  21  fchenzlich  und  156,  19  f.  zu  78,  15.  155,  2:* 
die  fchnaapen  hinein  ziehen  die  Schnauze  einziehen,  d.  h.  keine 
übermütigen  Reden  mehr  führen.  Vgl.  zu  100,  80.  155,  36  anßörteta 
Pickor:  einen  Bau  angeben,  metari  Frilbh  2,  34*;  genau  nach  mUeä  Seiten 
bin  unterfachen,  jetxt:  erörtern.  Schm.  1,  114.  156,  6  Am  1  Juli  1523. 
Lieder  auf  diefe  Märtyrer  f.  Gödekes  Grundriß  S.  220,  4.  156,  13.  3ü 
halt  bekräftigendes  Adferb.  156,  15  ich  da  uz  mich  nit  gern  ich 
dutze  mich  nicht  gern,  d.  h.  hier  ich  fpreche  Ton  mir  nicht  gern  in  der 
erften  Perfon.  156,  16  Der  Gebrauch  des  zwar  an  diefer  Stelle  leitet 

fchon   Yon  feiner  eigenti.  beteuernden  Bedtg  in   die  Jetzige  einfehriuik«nde 
eines  Allgemeinen  über.    Der  Sinn  ift  hier:   Ton   einem  Plaffsn,  der   swar 
keineswegs  lutherifch  iA,  horte  ich  gleichwol,  es  gäbe  kein  Fegfener. 
156,  18  gereuen  ft.  Part,  wie  mhd.  geriuwen.  157,  11    der   friß- 

gar der  Nimmerlatt. 

Diefe  wichtige  Schrift,  die  einen  Teil  der  Conftitution  des  Regensbar- 
ger  Convents  über  Lehre  und  Leben  der  Geiftlicbkeit  enthält,  wird  bald 
nach  dem  Schluße  der  Sitzungen  (lle  begannen  im  Juni  1524)  entfianden 
fein,  hatte  alfo  wol  ficher  fchon  im  Herbft  diefes  Jahres  die  Prefle  verlaßen. 


vm. 

A.     Alter  Druck  in  4®.     Auf  der  vordem  Seite  des  erften  Blattes  lieht 

Ein   Wegfpreoh  gen  Hegenfpurg 

z&  /  jnß  Concilium  /  zwifohen  eynem  Byfchoff 

H{iren  wirt  /  vnd  K&nzen  feinem  knecht. 

Darunter  ein  Holzfchnitt,  die  drei  Unterredner  zu  Pferde  darfteilend.  Unten 

^  Conßitue  ftiper  cum  peccatorem  etc. 
mit  der   Jahrssal   MDXXV.     Auf  der  Rnckfeüe    des    Blattto  beginnt  der 
Text,   fortlaufend  gedruckt,   33  Zeilen  auf  der   Seite.    Von   diefem  Drucke 
liegt  mir  ein  unvollftäiidlges  Exemplar  vor,   das  nur  <lle  erften   drei  Bogen 
(12  Bit.)  enthüt. 


86» 


B.  Ein  zweiter  Oraek  gibt  ds§  Gefpr&eh  ▼ollftftodig.  6  Bo^ea  in  4^ 
20  BU.  Der  Titel  genau  fo  wie  beim  vorigen.  Sign,  aij  bis  eiij»  mit  dem 
er,  ein  paar  Dmekfehler  abgerechnet,  wörtlich  nbereinlliamt,  Ja  bacbft&b- 
lieh;  Seite  deckt  Heb  genan  mit  Seite,  Zeile  mit  Zeile.  Der  Text  endigt 
auf  dem  vorletzten  Blatte,  an  deflen  Ende  fteht 

Gedruckt  z&  Arnaw  an  der  Blb  in  Bfthem 
durch  Hans  HoA  von  Brawn. 
Anno.        M.    D.    XXV. 
Das  letzte  Blatt  ift  leer. 

Diefen  Druck  benutzte  ich  für  den  Text  vom  4ten  Bogen  an,  unferer 
Zälnng  182,  24,  von  den  Worten  an  ^ond  inen  beifton.* 

LESARTEN  nach  A.     159,  2  wafibeger  ftu.  159,  12   zeycht. 

159,  15  Am  Rande:    Pfalra  21   concilium  malignätium  obfedltnm. 

160,  1  r511en.  160,  7  ob  fey  im.        Am  Bande:   Math.  7. 

160,  9  Chrifti  werden  vß.  160,  13  fgg.  Am  Rande:  Dentero.  29 
percutiet  te  dominus  amentia  et  cecitate  ao  furore.  Efaie  19 
Dominus  inllituit  in  medio  eorum  fpiritnm  vertlginis.  160,22 
gotzs.  Am  Rande:  Hiob  3.  160,  27  Am  R.  Matth.  16.  160,  34 
nemen.  160,  29  Am  R.  1.  Thim.  1.  160,  30  Am  R.  Efa.  29.  Per« 
da  fapietiä  fapientnm.  160,  36  Am  R.  Ofea.  5  Quia  fpiritus 
fornicationum  in  medio  eorum.  161,  2  Anthiochi.  161,  5  igg. 
Am  R.  Mat.  6.  4.  Reg.  9.  4.  Reg.  6.  Efa.  87.  Act.  5.  1.  Reg.  31. 
Mat  10.  Tradent  vos  in  coneiliis.  1.  Regnm  5.  161,  8  groTre 
Allex.      161,  9  m&rrigen.       161,  10  vnkeyfchen.      161,  Upleeken. 

161,  16   Dagen.         161,  19   Am  R.   Hiob    1.  161,    23   Am  R. 

Morti   vos  afficient  Mathe.  10.        161,  25  Am  R.  1.  Regu.  16. 

161,  31  pfilin.  161,  37  predygen  /  yn  das.  162,  4  fgg.  Am  R. 
No  eft  cofilinm  cötra  dominum.  Proue.  21.  Dominus  difipat 
cofilia  getiu  et  reprobat  eöfilia  principum.  Pfalo.  32.  162,  7 
den.  162,  12  berh^mpt.  Ingeltftatt.  162,  22  fein.  g.  Cocn- 
bin.  162,  26  beyl.  163,  l  Am  R.  Math.  12.  44.  Dift.  o.  Pro 
reuer.  163,  17  gryeß.  163,  26  aller.  G.  herr.  163,  27  £.  O. 
nit.  163,  30  £.  G.  163,  35  feg.  Am  R.  Math.  26  Cogregabütnr 
principes  facerdotum  et  fcribe.  vt  Jefum  dolo  capiSt  et  occi- 
dant.  163,  37  h.  vatter.  164,  4  e.  g.  difer.  164,  7  G.  h.  und 
fo  abgekürzt  femer.  164,  23  Am  R.  Abfolutz  besale  vm  kind 
mach^.  165,  10  empfrend.  165,  14  e.  g.  u.  f.  w.  abgek&rzt. 
bruehen.  165,  29  gwonhyet.  Am  R.  B6ße  gewoheit  foll  ml 
abthün  Dift.  8.  ca.  Que.  D.  8.  e.  mala.  D.  8.  c.  uer.  D.  8.  c.  qni 
contempta.  165,  31  fy  geallt.  165,  37  gewonheite.  166,  8 
finer  gnaden  lic.        166,  6  f.  g.  u.  fo  femer  abgekürzt.      166,  9  wyrdt. 

166,  12  Am  R.  Luce  4.         166,  22  Am  R.  bifeh.  hud.  166,  84 

vnzychtyger.         166,  27  Am  R.  2.  q.  7.  Qui   nee.  166,  31  Am  R. 

Nota  d.  68.  Quorum.  167,  2  fg.  Am  R.  Math.  5.  1.  Tlmo.  3.  d. 
25.  Primum   itaque.  167,  18  Am  R.  2.  q.  7.  Nö  omnes  epif. 

20 


167,   26  4*    Ain  ^'    ▼nderthonen    m&gn    ynd    foUen    jre    bifcbof 
ftraffen.  167,  28  thun.  167,  35  Hüblin.  168,  4  Am  R.   Bi- 

Tchoffs   ampt  gar  gferlich.  168,    8  ein.  168,  10  igg-    Am  K. 

maiedictus  qni  facit  opus  domini  fraudulenter.  Hiere.  48.   Di&. 
40  c.  ante   omia.  168,    11   betrübtteren.  168,  20  fgg.  Am  R 

Calapion.  obferyantz  des  keyfers  beychtvater.  168,  29  Tchi- 
cken  an.  169,  9  Am  R.  2.  q.  7.  cap.  peruenit.         169,  13  Am  R, 

1  Corin.  ö.        169,  18  Am  R.  Math.  19.  2  Corin.  7.  yemant. 

169,  21   Chriftus    t.  h.  vnnd.  169,  24  wür.  169,  25    d&ctores. 
169,  26  h&t.          169,  37  Am  R.  Rychard.  in  quodlibeto.  3.  q.  24 

169,  38  kinden.  170,  4  Am  R.   Bifchoff  lygegen.  170,  7 

gewirfe.  170,  11  Am  R.  R6mirch  practik  eid  nit  halten. 

170,  17  Abfolacio  ad  cautelam.        170,  19  hab.       170,  20  b&ftlichs. 
170,  29  Am  R.  vil  gelob?  vnd  lützel  haltten.         171,  1  Am  R. 

Math.  21.         171,  7  biftumbpfr&nd.        171,  15  Am  R.  1  Tim.  5. 

171,  20  fprachuß.  Am  R.  1.  Titü.  171,  23  Tor  jets.  Am  R. 
36.  dill.  c.  fi  quis  vult.  171,  24  Am  R.  Bifchoff  fol  vß  gütli- 
cher gfchrift  leeren.  171,  26  leefen.  171,  31  Etktz.  171,  33 
Amelechitas.  171,  34  leerr.  verfornen.  Am  R.  diß.  86.  ca. 
doctorem.          171,    37   teßment.          172,  4  Am  R.   Weiehbyfchoff. 

172,  10   Am  R.   Weychbifchoffs  werck   oder   th&n.  172,  12 

fybenn  mallenn.  172,  20  muffen.  172,  29  fortunata.  172,  29 
bßcheiffen.  173,    14   muffeß.  173,  16  Am  R.   Pfalm  36. 

173,  18  fircht.         173,  20  Am  R.  Luee  6.  173,  25  fgg.  Am  R.   4. 

Prediger  miinich  zu  Bereu  verbrent.         173,  31  Am  R.   OfficiaL 
173,  36  Am  R.   Schinderey  jo  fchinderey.  174,  10  Am  R. 

Gala.  5.    1    Cor.  6.  174,  13  ynuolkommer.  174,  20  Am  R.    1. 

Cor.  6.  174,  24  Am  R.  Vicarias.  175,  2  pfaffen.  175,  12  Am 
R.  Mentirifl  vff  der  heyigen   byt.         175,  17  cafoa   refernattos. 

175,   28   gefpenftfl.  175,  30  fgg.  Am  R.    On  manipel  od*  ßol 

meß  haltn.  Dechan    bifchoff  fparhand.  175,  36  Am  R.  Fifeal 

bifchoffs  hetzhund.  176,  2  fgg.  Am  R.  Proourator.  Aduocat 
Cantzler.  Notarii.  176,  11  Es  ift  ein  biftumb.  Am  R.  Exem- 
pel  Tor   der   meß    fuppe   effen  ymb  ij  hudert  gnlde.  176,  13 

folchem.  176,  21  Am  R.  Bifchoffs  feckelfeger.  176,  24  Am 
R.  Ait  latro  ad  iatrone.  176,  30  fgg.  Am  R.  Vor   d*   meß  bey 

huren  lige  yn  anders  tribe.        176,  32  gefworen.        177,  3  achte. 

177,  10  ßifcaL  177,  11  den.  Am  R.  Fifoal  hfirenfchney 
der.  177,  14  Inffige.  177,  17  Am  R.  Mat.  23.  177,  20  Am  R. 
Arm  bawren  Tmbtreyben.  177,  25  lyprießer  (wie  Z.  27).  Am 
R.  Lntpriell.          177,  28  Am  R.    Ertspri«.  177,  32  freulia  Cc. 

178,  7  bifchftff.  178,  13  Am  R,  Merck  bifchofl  178,  16 
wetUichen.  178,20  obegkeit.  178,  21  antrufft.  178,32 
dries  Tnd  beyl.          178,  34  ricerius.          179,  1    Am  R.  Symoney. 

179,  5  Am  R.  Actnum.  8.        179,  7  Am  R.  Math.  10.         179,  10 
nachtbaur.       keybefchinder.        Am  R.  Stock  Ton  einer  kalbt- 


867 


hantt  vmb  X  gnldin.  179,  24  mfiffend.  179,  89  fg.  Am  B. 

Was  ejn  bifchof  fohaldig  ift  z&  th^n.  179,  34  Am  R.  Di.  88. 

ca.  Epifco.  2.  q.  7.  c.  Epill.  180,  3  Am  B.  Dift.  87.  c.  horpitali- 

tas.  180,  5  aehtn.  180,  6  fgg.  Am  B.  Dift.  36.  c.  fratrnm.  DiftL 
82.  c.  Bpifco.  12.  q.  2.  c.  Aurum.  12.  q.  2.  c.  Gloria  £.  180,  8 
gebrüft.  180,  12  gefchier.  180,  18  zur.  180,  25  hafi  gefchier. 
180,  26  tifchzyrd.  Am  B.  Dißi.  41.  c.  Epifco.  Cor.  4.  Ephe. 
5.  Johan.  10.  Petr.  2.  Petr.  6.  180,  28  tu  trSm.  181,  5  Am  B. 
d.  21.  c.   cle.  181,  7  Am  B.    8.  q.  1.  c.   Qui  epifc.         181,  12  Am 

R.  d.  24.  c.  Quando.  d.  24.  c.  Epifco.  181,  16  pfaren.        181,  19 

zur  felikey.        181,  21  Am  B.  10.  q.  1.  ca.  Placait.         181,  25  haw. 
Am  B.  Yifitatz  d*   yetzige   byfchoff.  181,  27  fpecn. 

181,  28  zur.  181,  80  ob  die  hüner  g.  wen  fy.  182,  5  weyn  / 
zehend.          Am  B.  zehend.        182,  8  zur.        182,  13   die  bafolntz 

182,  17   hypfcher.  ^nutzer.  182,  19  fg.  Am  B.   bifchoff 

fol  d*  wittwin  forg  habii.  182,  23  wytwin  fio.  182,  25  Von 
hier  beginnt  der  Druck  B  die  Grundlage  unferes  Textes  zu  fein  und  bezie- 
hen fich  die  folgenden  Lesarten  auf  ihn.  Am  B.  Di.  8  7.  c.  nidnus 
ante.  Di.  25.  c.  audire  Bpifco.        182,  33  Am  B.  Bomano.  10. 

182,  36  m&d  rnd.  183,  4  wunder.  183,  11  g&tlich  /  noch  des 
bafts.  183,  12  leefen.  183,  13  Am  B.  Bifchoff  m&gen  nitt  ge- 
fchrifft  lefen.  183,  14  fteetz.  183,  7  Am  B.  2  Timo.  2. 

183,  25  Am    B.  d.  86.  c.  pernenit  ad  fanctam.  183,  28  welichs. 
183,  29  Am  B.  Dift.  68.  c.  Quo  mm.       183,  30  tueffel.        183,  39 

regimente.  Am  B.  Math.  22.         183,  36   Am  B;    11.  q.  1.  c.   te 

iiuidem.  184,  3  in  fehlt.  184,  4  noch  ir  k.  184,  5  Am  B. 

Bapft  yerbrent   recht.  184,  24  fg.   Denn  b.  geburt.  184,  38 

zychtig.        184,  37  dg  ma  wäre.         185,  1  Am  B.  Deut.  25.  Gene.  1. 

185,  4  wered.         185,  6  Am  B.    1.  Corin.  7.        185,  8  gfeck^ich. 

185,  9  brauben.        185,  10  habe.        185,  15  nit  fyn  /  fond«. 

185,  17  Am  R.  Bifohftff  rerffkren  weltlich  oberkeit.  185,  21 
fftrchte.  185,  25  das  fy  das  g.  186,  3  gr&nd.  186,  4  Am  B. 
Math.  2.         186,  7  Am  B.  Bapft  adriann.         186,  9  Bumberck. 

186,  13  fgg.  Am  B.  Der  weltlich  gewaltt  liedlioher  de  der  falfch 
geyftlich.  186,  14  zeytlis.  186,  27  b.  da  groffe.  186,  32  Am 
B.  Abloß.  187,  2  Am  B.    Ezodi   2.  c.  187,  3  wietrich. 

187,  5  Am  B.  2  Theff.  2.  187,  11  liebliche.  Am  B.  Lyblioh 
Tfrftr  errege  nit  oriften.  187,  27  hie  im  z.  188,  7  geltfych- 
tige.  188,  24  dries  und  beyl.  Am  B.  Sorg  rnd  forcht  der 
weltlichen  um  der  pfaffen  etc.  188,  36  Am  B.  Pfaffen  laffen 
abfterben.  189,  11  Am  B.  Bigami.  Origenes  fnper  Lu.  2.  o. 
Omelia  17.  189,  28  Yor  in.  189,  37  gemeiner.  190,  8  zur. 
190,  20  prefpiteris.  190,  25  fgg.  Am  R.  Ecle.  hifto.  li.  II  c.  9. 
Tripa.  bill.  ci.  6.  c.  14.  31.  Di.  c.  Nicena  finodus.  190,  30 
fr5mm.  190,  34  gfehet  191,  2  gemenicklich.  191,  7  Am  B. 
Den.  12.          191,  18  rftmeifche.          191,  26  Am  B.  1.  Timo.  4. 

20* 


191,  34  Am  R.  Math.  6.        191,  ^7  verbyntt.        193,  2  bifch5ff. 
198,  8  Am  R.  D«at.  28.  1  Cor.  6.  Bphe.  5.  192,  13  fg.  An  B.   81. 

d.  o.  Si   qnis  epifco.  32.    d.  c.  nuUas.        192,  23  hierten.  193,  1 

priftern.  193,  3  Am  R.    83.  d.  c.  Si  qnis   epifeo.  83   d.    c    Ne 

quippe.  193,  6  liber.  193,  14  aynder.         193,  15  Tpricb. 

193,  31  vnd  euch  vor.        194,  1  bifch6ff.        194,  4  neere.         194,  € 
Am  R.   82  Dill.  o.  Bpifc.  1  Cor.  9.  Lue.   10.  Math.  25.   2  Thefi:  3. 
194,  20  sur.        196,  1  byllch.        195,  21   Kratz. 

ERKLÄRUNGEN.  160,  14  der  geboten  gottes  gefets  der  gebotaoeii 
Gefetze  Oottee.  100,  20  fch ellig  somig  f.  zu  151,  27.  160,  34  Maa 
läßt  doch  wol  lieber  nemen,  wie  es  der  alte  Druck  gibt,  gelten.  160,  37 
Beelphegor  Gotce  der  Moabiter  4  Mof.  25,  3.  5  Mof.  4,  3.  Jo£  29,  17. 
Hofea  9,  10.  161,  2  Crefi  d.  i.  Crcefi.  161,  7  Remmon,  eio  Ab* 
gott  der  Syrer,  2  Kon,  5,  18.  161,  11  Nefraoh  affyrifdier  Gtötse  Jef. 
87,  38.  Aftarot  d,  i.  Aftarte,  phitiftaifche  Gottheit,  Riebt.  2,  13.  lO,  6. 
1  Sam.  7,  3.  12,  10.  1  Kon.  11,  5.  38.  161,  15  thürnen  einen  m  den 
Tnrm  gefangen  legen.  Dagon,  philiftäifeber  GotM,   Rieht    16,   S3.  1 

Sam.  5,  2.   1  Mach.  10,  88.  11,  4.  161,  24  nf  ban  wie  173,  28. 

161,  34  pletien  flicken.  162,  11  doetor  Dedoleat.  Gemeiat  Ul  Dr. 
Eck.  Es  beiieht  fich  diefer  Schimpfname  auf  den  bekannten  PaTquill  Pfsk- 
heimer*  Bekins  dedolatne.  162,  35  gelert  Ißr  gelernt.  163,  IS 
einen  besiehe«  durch  Ziehen  einen  einholen.  164,  26  die  feicli  uri' 
na;  der  mftter  feich  wie  75,  22  der  m&ter  dreck.  165,  10  em- 
pfrent  für  entfremdet.  165,  14  nge  ConJ.  Pr&r.  =  n,  fei.  166,  27 
gellon   bi  «iner   fache  an  etwas  feß  halten.  166,  10  rofeltA    am 

baren  f.  su  65,  19.  166,  82  thom  d.  i.  tum,  tnmb.  wärt,  wie 

noch  in  diefem  Stücke  173,  28.  191,  36.  192,  17.  Femer  &  für  i  vor  r  in 
würdiger  193,  32.  Würdigkeit  167,  9.  11.  181,  6.  182,  37.  er  ver- 
würft  174,  11.  wurken  195,  18;  vor  m  in  krümmen  176,  19.  28;  vor 
n  in  windig  178,  3.  167,  31  böpßlich  mit  6  für  e,  wie  böpft  184, 

II.  17.    orsgleifner  171,  1.   wolcher  181,  4.  194,  12.  erwolt  182,  32. 
169,  2  es  erlangt  einem  etwas  er  erreicht  es.         Venediger 
rüplin   f.  au  134,  24.        169,  33  fi  künden  =  künnen,  und  fo  Z.  38: 
ebenfo  er  künde  170,  3;  fie  k6nden  172,  26;  konden  infin.  82,  33. 
170,  20   dornstag  d.  i.   donerstag.  171,  K)  iin  augllen  «n  AnguA 

(Monat).  171,  17  das  Teeret,  wie  f^rachhaus  der  Abtritt.  174,  28 
eigem  fiir  eigenem.  172,  31  fchmirben  mhd.  fmirwen  fchraieren. 
173,  6  apoft«isler,  fonft  gewönlloh  apoftüsler  HeuoMer.  Vgl.  II 
S.  368  zu  Z.  1887.  kowbelwerk.  Die  eigtL  Bedtg  diefes  Wortes  ifl 
mir  unklar.  Naoli  Sohmeller  2,  276  mu0  der  Kobel  ein  Ausdruck  Ar 
eine  Viehkraakheit  fein.  Bbend.  iß  ein  die  Kobel  aufführt  als  Schimi»f- 
wort  für  eine  Frau.  Lettteres  wird  wol  das  an  einigen  Orten  gebränoh- 
liehe  Kobel  Inr  'Stute*  fein,  das  Frifch  1,  530b  Ton  caballus  hergeleitet 
TeruMtet.  173,  14   die  katze   heben   fcheint  ein   StrafiMt  gewefea  zu 

fein,  wie  im  «allen  Recht  das  Tragen  von  Hunden,  von  dem  Grimm  RA  715 


fgg.  htknMt.  174,  39  die  h&le^  mhd.  h&le  und  hnle  die  VerhefanU- 
clraiig.  175,  81  geißen  mhd.  geigin  Adj.  von  Ziegea,  capriniui. 

böeken  hircinos.  175,  25  das  gezote,  geiötte,  aacb  das  gehol- 
ter die  Menge  der  jemandem  nachxottemden,  naebzottelnden,  nachTchlep* 
penden  Perfonen,  der  Anbang  ron  jemandem,  meiSt  mit  yerächtlicher  Ne- 
benbedeotong.  Vgl.  Zarncke  in  Brante  Narrenfchiff  S.  480»  su  85,  93. 
175,  31  die  br&eh  Höfen.  *  175,  33  nägeii  Gewürsnaglein;  hier  eine 
Speile,  eine  Snppe  davon,  was  Brant  110»,  32  (mit  JOpöttiTober  Nebenbedtg) 
näglis  bräg,  gewürzte  Brnbe,  nennt.  175,34  ig,  der  dechet  Deobant, 
deoanns.  176,  18  knmpoftbr&  Brühe  von  eingeMaehtem  Krante.  Man 
fiehl  ans  diefer  Stelle,  dafi  anch  folcbe  Brühe  (aber  wol  nur  von  Unbemit- 
telten) als  Morgenfoppe  genoßen  wurde.  176,  21  krillieren  klyftieren. 
Schm.  2,  397.  176,  24  das  ort  war  der  vierte  Teil  eines  Gulden.  Schm. 
1,  113;  reus  eA  in  ortis  Toll  danach  überhaupt  wol  heißen:  er  muß  als 
fchnldig  Befundener  Stra^eld  zalen.  177,  10  in  X  m eilen  wo  wir  jetzt 
Tagen  'auf  zehn  Meilen.*  177,  14  Infig  laufig,  was  keine  Lans  w.ert  iß, 
120,  35.  177,  21  etwas  heimliohs  thun  fich  gefchlechtlich  mit  einem 
ehüaßen,  hier  natürlich  von  außerehelicher  Beiwonung.  177,  25.  27  li- 
p riefte r.  Man  follte  erwarten  lütprießer  oder  leutprießer.  68,  35 
ßeht  libprießer,  freilich  in  auderer  Bedtg  als  hier.  178,  6  rappen- 
näß Rabenneft.  '  178,  19  hinderhalten  zurückhalten,  vorenthalten.  ^ 
178,  27  binden  ach   d.  L    binden   nach  hinterher  nach  und  nach. 

178,  33  der  grundel  ein  Fifch,  Gründung  oder  Schmerle;  was  es  mit 
diefer  Redensart  grnndel  verderben  weiter  für  eine  Bewantnis  habe, 
weiß  ich  nicht.  179,  6  keibenfcbinder  Schinder,  Abdecker.  Vgl.  zu 
12,  28.  179,  17  gramafen  iß  offenbar  was  fonß  gramanzen  heißt 
(vom  ital.  garrimento  Schwatzerei )  in  der  Bedtg  von  unnütae  Ceremo- 
nien,   Umftande,  auch  geradezu  nug»  Frifch  1,  366«.    Schm.  2,  108. 

179,  28  fich  mit  etwas  begon  fich  womit  abgeben,  etwas  betreiben; 
conftruiert  mit  von  194,  3  fg.         180,  8  die    deck  Bedeckung,  Meldung. 

180,  25  nachgiltig,  wol  für  nachgültig,  was  beinahe  einen  Wert 
hat,  aber  nicht  ganz,  wenig  wert,  billig.  181,  23  der  wein  wirt  fei- 
ger, er  verdirbt,  wird  kahnig.  Schm.  2,  309.  auflaufen,  was  eigent- 
lich anfch wellen  heißt,  fcheint  hier,  von  verderbendem  Weine  gebraucht, 
'dicklich  und  trübe  werden'  zu  bedeuten.  181,  24  der  wibel  curculio. 
181,  25  das  hau  das  Heu.  Auch  im  Mhd.  houwe  und  hou  neben 
houwe  und  höu.  181,  26  fchariant,  mhd.   farjant  Diener,  auch 

Gerichtsdiener.  Wol  vom  latein.  ferviens.  Diez  rom.  Wb.  816  gegen  J. 
Grimm,  der  es  RA  766  aus  ahd.  fcarjo  (Scherge)  abgeleitet  vißen  wollte. 

182,  9  das  kemmicht  das  Kamin.  183,  4  fchier  zeigt  den  Über- 
gang aus  der  alten  Bedtg  'fchnell'  in  die  heutige.  So  auch  210,  7. 
183,  8  den  falben  hengß  ftreichen  (ßreicheln)  wie  fchon  oben  168,  33 
bedeutet  fchmeieheln.  Vgl.  über  die  Redensart  Zarncke  zum  Narrenfchiff 
S.  443  fg.  184,  37  chriften  chrißlich;  185,  36  kutzen  fcheint  hier 
in  der  von  Schm.  2,  347  angegebenen  Bedtg  '  hufien'  zu  ßehen;  Geld  bü- 
ßen, wie  Geld  fchwiuen  172,  25.  182,  7.      186,  12  liederlicher  leichter. 


378 


forsch  nnd  r«elit  yÜ  beBer  weder  ich,  der  nor  ein  kleing  foholAekiiii  fre- 
ien, du  aber  ein  swickifeher  loeat  lang  gewefen)   wöUeft  mir  z{lm  höchftcB 
bebilflieh  fein,   das  wil  ich  mein  leben  lang  omb  dich  verfcfaiildeii.        Cani. 
Ich  maint,  es  folt  ein  reistag  fein.        Hurnw.     Der  bapft  forehl  d«r  lang, 
wil  mich   bedanken:  des  woU  er  gern  die  fach   Tcrderben,   wie   dmnn  die 
b&pft  fehler  all  bisher  gethan.        Ganz.    Hat  es  die  mainong,  waa  ich  dir 
dann  helfen  kan,  da  wil  ich  mich  nit  fparen:  ich  weifi  aach  aoeh  etwas  ia 
eiftiichen   rechten,    blan,  fo   wol  nfl   die  pferd  feind  fchon  gafstlelt^ 
Hurnw.    Das  walte  got.   Ahe  da,  Cuns,  was  ift  das  lar  ein  reifiger  zeok? 
Cunz.    Ich  acht,  es  fei  auch  irgents   ein  geißlicher  watar  gerwli  aufs 
concilinm,  darin  gewis  Annas,  Caiphas  farapt  anderm  eiiUichem  gefchwnrai 
wider  got  nnd  feinen  gefalbten  zürnen  kommen.        Harnw.    Bi  fie  wer- 
den den  heiligen   geift    gar  bei  ihnen  haben,    darumb  mögen   ^^    oit    irren 
und  mir  in  meiner  fach  defter  ehe  zu  recht  helfen,  dann  ihe  der  heilig  geifi 
der  reinigkeit  nnd  nit  der  hurerei  ein  geift  ift.        Ganz.   Handeln  ß»  nach 
gottes  geilt,   des   vaters  geheiß.  und    Ghrilli  leer  und  leben,   fo  ift  ihr  ver- 
famlang  chriftlich;  wa  aber  widers  evangclium  fie  ihre  fatzongen,  menfebeik 
leer,  bracht  nnd  reich  difer  weit  mit  irem  gewalt  wollen  erhalten,   hnt  der 
geift  gottes  gar  nichts  mit  inen    zu  fchaffen.        Hurnw.    Ich  acht,    e«   fei 
vaft  dafelbft  umb   zu   thun:    drumb  wil  ich  dir  wol  fagen  was  fie  hnndelo 
werden,     der   bapft  fampt  feinen   cardinälen  und  bifchoffen  fitzen    ina    ror: 
des  werden  fie  pfeiflin  machen,  wie  es  ihnen  gefeit.    &e  werden  nit  ordnen 
das  got  befolhen  und   das  heilig  eTatogelium   gefördert  werde,  fonder    nur 
daß  man  in  der   faften    nit  alt  fchu  pletz,   am  freitag   kein  fleifch   und  am 
fambstag  kein  bein  eße;   daß   die  bauren  dapfer  zfim  opfer  gangen  und  der 
pfarrherr  alte  munchstranm  und  beginen    geficht  predige;    daß  man    gotte« 
vergeße  und  nit  achte,    aber  die  lieben  heiligen  mit  filberen  und  lebendigen 
opfern  hin  und  her  fleißiglichen  fuche,  doch  nit  finde;    die  lieben  feien  mit 
zinfen  järlich   auf  den  ackern,   wifen   nnd  Weingärten  gefetzt  auß  dem  feg- 
fewer  löfe  etc.,  wie   das   zum   f&rwurf  die  hohe  fchul  zd  Löven  fcbon  in 
aller  weit  auß  gefchriben  hat.        Gunz.    Ei  es  feint  aümal  ongelerte  teu- 
fei  zu  Löaen.    betten  fie  doch  etwas  auß  der  fchrift  dargethan  nnd  bewert, 
fo  het  man  beßer  hofnung  zum  concilio  gehabt;  aber  fo  weiß  ich  nit,    wie 
es  gähn  wirt.     Chrißus  wirt  da  nit  vil  helfen:  drumb  Ingen  üe  unb  ander 
hilf,    aber   meufchen  leer   müßen    auch  menfchen  beftatigen.     logen   doch, 
daß  inen  zuletft  der  rorßecken  nit  in  der    haut  zerbreche  und  &»   verletze 
biß  in  den  tot.    botz  lung,  ich  maint,  es  wer  irgent  ein  bifchof^  fo  fehe  ich 
erft  daß  es  ein  weltlicher  furft  muß  fein,    er  reit  ja  nit  geiftlich,  nnd  mich 
dunkt  auch,  es  fei  ein  weib   under  dem  zeuk,  dem  fitzen  nach.        Hornw. 
Ja,  lieber  Cnnrade,  die  bifchoffer  können  iezt  all  weltlich  reiten,  damit  man 
meine,   es  feien  weltlich  fTirften;   fo   thut  man  in  ehr  an,   das  fonft  nit  ge> 
fchehe;  fo  können  fie  auch  wol  huren  mit  Inen  f&ren  in  rofsbaren,   wie  bi> 
fchof  Hainz  lang  gethan  hat        Gunz.     Got  geh  ihnen   die  beall   ieh  waiß 
an  nnferm  bifchof  wol,   der  hat  alle  monat  ein  newe,   befcheißt  auch  man- 
chem burger  fein  weih  und  tochter.        Hurnw.   Das  wer  f.  Veitin!  waher 
weifta  das?       Gunz.  Da  ich  im  ftift  choralia  was,  hab  ich  ihm  oft  oi&ßen 


ST8 


kopton.  danweh  bin  ieh  fein  kemmerling  worden,  da  liab  ich  erft,  was 
der  bifchoffer  keofeheit  ift,  erfareiu  ich  hab  aach  auf«  bifchofs  bof  frefien, 
fanfen ,  4>ileii ,  fcbweren,  horerei  und  alle  leicbtfertigkeii  erfaren  und  gelert; 
dann  da  bort  man  (gleich  wie  in  anderer  welUichen  farften  höfen)  fallen 
5  oder  nimraer  Ton  got  reden,  anch  aber  tifch,  fander  nar  ^on  kriegen  und 
baren,  welebs  nit  allein  wider  Chrißam,  welcher  Ton  eim  ieden  onnalaen 
wort  rechnung  fordert,  fonder  auch  widere  geUUich  recht  ift.  Hurnw. 
Nnn  wolan,  wir  wollen  daft  fobneUer  reiten,  damit  wir  erfaro,  was  es  for 
ein  gefind  fei.    ift  er  geiftlicb  oder  auf  der  pfafien  feiten,  fo  wöUen  wirs 

10  balt^merken,  dann  er  wirt  uns  «war.  nnfer  reis  halb  kaum  ongefordert  hin 
laden;  fo  wü  ich  im  meinen  bände!  fagen,  wie  ich  mit  eim  bifohof  s&  diun 
hab,  dann  werden  wir  ins  gefprech  kommen,  da  muft  da  mir  auch,  wie 
ich  dich  s^vor  gebeten,  aoß  dem  geiHlioben  rechten,  wa  es  not  wil  feni, 
dann  dn  haft  darin  ßadiert,  behilflich  fein;  was  aber  fanü  die  gotlich  fchrift 

i&  antrift,  da  wil  ich  eim  ieden  ßack  genug  fein,  Cnna.  £i  nun  redlioh 
drani  ich  wil  dir  aoß  des  bapßs  decret  treulich  genug  helfen.  Hurnw. 
Du  muit  nit  vil  feltlamer  Wörter  brauchen,  daß  icbs  anch  verßahn  mag, 
dann  ich  weiß  wol,  wies  im  rechten  z&  gabt.  Cunz,  Ich  wU  dirs  alls 
wol  anfliegen,  forg  nur  nit.        Hurnw.    Ich  red  ihn  an  als  ein  weltlichen 

20  förften.  Cuns.    Es  mag  übel  anderft  fein,   böte  Ucham,  er  reit  als  wer 

er  geiftlicb,  ift  nun  verfaumbt. 

Hie  redt  der  humwlrt  den  bifchof  an. 
Hurnw.    Gnädiger  herr,  got  grüß  enohl       Bifchof.    Got  dank  dir,  gCbll! 
Hurnw.    Gnediger  herr,  wa  gabt  die  reis  hinauß  mit  dem  senk?  ift 

-"*  irgents  ein  gefchrai  furhanden  oder  aber  ein  fchnappens?        Bifchof.   O 

nein,   beh&t  uns  got,   dann  uns  gebnrt  weder  b&  kriegen  noch  zu  rauben 

Hurnw.    Iß  es  recht,  Cunrade?        Cuns.    Faron  forti  es  fchickt  lieh 

felbft  wol.        Hu  reu  w.  Lieber  herr,  zürnet  nit!  fo  feit  ihr  freilich  iergents 

ein  geiftlicher  pilat?      .Ganz.    Prelat,  roetfter.        Hurenw.    Ich  kans  fo 

30  eben  nit  reden.       Bifchof.  Ja  wir  folten  geiftlicb  fein;  fo  macht  man  uns 
iezt  fo  onfinnig,   daß  wir  fchier  auch  mit  lauften  folten  drein  fchlagen. 
Hurenw.   Ihr  feit  fchon  gerüft  darzu  nach  dem  heften  mit  difem  senk,  da- 
rumb  ich  euch  för  ein  weltlichen  fürften  auch   angefprochen.    des  TerzeiKet 
mir   und  euer  gnad  hab   mir  nichts  für  üt»el!         Bifchof.     Nichts,  gar 

•>•'•  nichts,  mein  gfell.  wa  habt  ihr  zwen  aber  will  hinauß?  Hurnw.  Gen 
Trent  ift  nnfer  reis.  Bifchof.  Da  wöUn  wir  auch  hin,  etwas  treflichs 
auß  x&  richten,  wil  es  mit  g&te  helfen,  wol  gut;  wa  nit,  fo  m&ßen  wir 
einmal  das  rauch  heraoß  keren.  hoff,  unfer  aller  heiligfter  vater  werd  ein 
mal  anderft  drein  fehen.  Hurnw.     Was   ift  es  für  fach?  Bifchof. 

40  Es  ift  der  luterifchen  diebifcben  keUerei  halben,  welch  uns  fchier  nmb  aH 
anfer  hab  gebracht,  da  ein''conciliam  angefteUt,  darin  bäpftliche  heiligkeit 
felbft  perfonlich  erfoheinen,  die  Luther!  Ton  grond  auß  zu  reuten;  darz& 
ich  dann  auch  helfen  muß  und  wil,  und  folt  ich  mein  bistumb  volle  dran 
lienken.      Hurenw.     Cunrade,  ifts  recht?      Cunz.  Faren  fortI       Hurnw. 

4A  So  behalten  ihr  den  reißgen  zeuk   bei  euch?        Bifchof.    Ja,  wauns  von 

21 


274 


noten,  ro  wem  wir  balt  gernft.       Hnrnw.  Es  gabt  aber  ein  großer  or. 
auf,  minder  nit  dann  ein  tanfent    gülden.        Bifchof.     Ja  wol  nocb  zv-i 
aber  der  fifcal  muß  es  alles  zalen.        Hnrenw.    Gnediger  herr,  euer  grj 
maß  mir  Teraeihen,   wann  ich  meinen  knenht  frag  aö  xeiten  umb  ein  »  i 

ft  das  ich  nit  verftali  oder  nit  recht  red.  Cfinzle,  was  heißt  fri0g»r?       Csr 
Es  heißt  nit  frißgar,   fonder  ein  fifcal,    der  bifchofPer  geltfamler,    etnrk  \ 
und  feclcelraaifter.        Hnrnw.     Gnediger  herr,  waher  kumpt  aber  deai  : 
cal  foleh  gelt?        Bifchof.    Im  fallent  järlich  über  die  vier  tanfent  gali  i 
nur  Ton  den  prieftern  mnb   die  abfolnz.        Hnrnw.     Cunz,  lieber,   was  i 

10  abfolna?        Cnnz.    Es  ift  fo  ein  priefter  ein  kint  macht,   fo  wirt  fr  ir 
gnlaris,   das  ift,    ongefchickt  mefs  zu  halten,   muß   lieh  darnach  abfoUi^M 
laßen  und  umb  die  abfolution  muß  er  dem  iifcal  V  oder  VI    golden  ^e^ 
gefchicht  es   aber    mit  einer    nunnen  (welch  iß  ein  gefpons  Chrifti),  mnii  i 
X   gülden  geben.         Hnrnw.  Gahts  fo  recht  naher?         Cunz.   Faren  if"^ 

li         Hurnw.    Was  muß  aber  einer  geben,  fo  er  eim  münch  ein  kint  msk-  ' 

Cunz.     Ach  der  muter  felch,    du    fragH  fo  närrifch.     man    macht  i 

mönchen  kein  kint,    die  mönch  machen  aber  den  nennen  kinder.      Hnrs- 

Gnediger  herr,  ir  woUont  uns  nichts  für  übel  hau,  daß  wir  fo  das  geg«*^' 

halten,  wir  m&ßen  ja  etwas   reden,    daß  uns  die   reis  nit  langweilig  fei  •' 

>0  der  großen  hitz.        Bifch.    Nichts,  faren  nur  dapfer  her!  Ilnrnw.  > 

gohnt  doch,  Cunz,  vil  mönch  daher  mit  großen  beuchen  wie  die  fchwaor 
frauen.  Cunz.  Es  feint  die  gfiten  bißlin,  die  machen  inen  die  be. 
groß.  Hnrnw.  So  gefegnes  ihnen  mein  nachbauer  der  henket!  fag  z 
weiter!   laßt  man  dem  priefter,  nach  dem  fo  er  die  abfoluz  bezalt  hat,  c 

S&  metz  im  haus?        Cunz.     O  ja,   denn  nach  der  abfoluz  wirt  er  wid«r  :^ 
fchickt  mefs  z^  lefen  umb  gelt  und  die  facrament  mit  zu  teilen.        Hnrs* 
Gnediger  herr,  wann  ich  auch  hurerei  trib  und  ein  kint  machet,  möcht  t 
nit  auch  ein  abfolnz  bezalen  und  für  und  für  in  hurerei   mit    lieberer  c** 
fcienz  verharren?        Bifchof.     Nein,  dann  es  ift  nur  den  geweichten  i 

ao  gelaßen.  Hnrnw.     Wer   abfol viert    aber  die  f.  Johanfer,    die   teut: 

herren  und  ander  ordenslent,  fo  die  kinder  machen?  Bifch.  Die  fe- 
gefreit  und  unfer  Jurisdiction  durch  bäpftliche  bullen  abgezogen.  Huro- 
Ich  merk  wol,  ihnen  ift  frei  on  alle  ftraf  hurerei  zu  triben  verhenkt,  gr- 
diger  herr,  zürnen  nitl    mich  dunkt,    hie  feien  die  brillenmacher  verdoii 

M  und  man  fehe  durch  die  finger.  auch  fliegen  die  großen  brommer  der 
die  fpinnweb,  iHe  kleinen  mück>ein  aber  müßen,  von  der  fpinnen  geftooh- 
drin  verderben,  ir  fehen  die  armen  dörfpfefflin  außen  auf  dem  land  t.- 
feind  ihnen  gar  ongeuedig,  überfehen  aber  dem  thnmprobft,  dem  vica: 
und  thumherren.        Bifch.    Ja,  mein  gfel,  wir  haben  dem  capitel  ein  pr* 

40  ment  gethan,  fie  bei  alter  gewonheit  zu  laßen.  Hurnw.  Cnnzle,  y. 
ift  ein  jurament  und  capitel?  Cunz.  Capitel  ift  der  thumprobft  und  : 
thumherren.  jurament  ift  ein  eit.  Hurnw.  Gnediger  herr,  folch  ju'j- 
ment  ift  nit  z&  halten,  dann  es  onzimlich  ift ;  auch  fol  man  bofe  g«wonb«i:<  - 
nit  vertragen.       Bifch.    Wir  mnßen  beftan  bei  geiftlicbem  recht.       Hnrsv 

4&  Cunrade,  waiftu  nichto  auß  geiftlicbem  recht,  ob  böfe  gewonheiten  feien  : 
dulden.         Cunz.     Ja,   ich   weiß  etwas,     es   ftaht  gefchriben  alXo  'ein  itz- 


275 


liehe  gewonheit,  üe  fei  alt  oder  gemein  wie  lie  wöl ,  Toi  ganz  und  gar  der 
wariieit  weichen,  und  der  braach,  welcher  der  warheit  nit  würdig  i(l,  Toi 
abgetbon  werden,  dann  der  herr  fpricht,  ich  bin  die  warheit,  hat  nit  geüagt, 
ieh  bin  die  gewonheit.'  Hurnw.  Hören  ir,  gnediger  herr,  daß  man 
b  fchuldig  iß,  gewonheiten,  die  wider  gottes  wort  feint,  ganz  nnd  gar  ab  zu 
thun.  nun  iß  die  tinrerei  der  priefterfchaft,  wie  wol  ße  alt  und  gemein  iß, 
wider  gotte«  wort.  Cunz.  Meißer,  du  kanß  nit  merken,  wan  feiner  gna- 
den angelegen  iß.  Hurnw.  Was  ligt  ihm  an?  Cunz.  Solt  er  dem 
tbumprobß,   dem  vicario   nnd  den  thumherren  ihre   metzeu  und  huren  ver- 

10  treiben  and  ße  nmb  der  horerei  willen  ßrafen  wie  die  dorfpfaffen,  fo  würd 
fein  gnad  bofen  luft  auf  dem  ßift  haben,  nnd  fo  er  allweg  für  fein  leib 
auch  ein  rd&lin  im  harren  hat  ßahn,  würden  feine  capitelherren  fagen  *^me- 
dice,  cura  te  ipfumi'  Hurnw.  Waa  iß  das  geredt?  Cunz.  Es  heißt, 
du  arzet,   mach  dich  felber   gefunt.  Hurnw.     Wol  geredt,  Bifch. 

ib  Dein  knecht  hat  den  ßich  errathen.  wir  m&ßen  nmb  der  red  willen  durch 
die  finger  fehen.  Hurnw.    Iß  dann  nit  ein  bifchof  fchuldig  auß  geiß- 

lichem recht  fein,  auch  feiner  underthanen  hurerei  und  ander  laßer  zfi  be- 
inern? Cunradus.  Ein  bifcliof 'der  fein  fand  nit  abtülgt  und  feiner  under- 
tlian  fund  und  laßer  nit  beßert  oder  ßraß,   der  fol  nit  bifchof  fein,    fonder 

20  ein  onznchtiger  oder  onverfchamter  hnnt  genaut  werden.  Hurenw.  Euer 
gnad  muß  das  übel  in  euch  und  auch  in  den  andern  ßrafen  und  beßem, 
auch  der  prießerfchaß  und  allen  u^enfcben  ein  chrißlichs  erfams  vorbilt 
nnd  exeropel  vortragen,  dann  der  herr  fpricht  zu  feinen  apoßeln,  an  deren 
ßat  ihr  bifchof  euch  litzen  berümen,    'ir  feint   das  falz   der  erdeo.    fo  nun 

25  das  falz  tbumb  wirt,  was  kan  man  darmit  falzen?'  item  *ir  feint  das  liecht 
der  weit,  alfo  laßt  euer  liecht  leuchten  vor  den  lenten,  daß  ße  ener  g&te 
werk  fehen  und  enern  vater  im  bimmel  preifen.'  auch  fpricht  fant  Paulus 
^  ein  bifchof  fol  onßräßich  fein ,'  und  zfim  Tito  fogt  er  '  ein  bifchof  fol  on 
laßer  fein.'    nun   iß    ein    ieglicher   öffentlicher   hurer  ßräflich,    fo  iß   auch 

30  hurerei  fund  und  laßer;  derhalb  welcher  bifchof  ein  hurer  iß  oder  mit  an- 
dern laßern  behenkt  und  fich  nit  beßert  und  nit  lebt  nach  form  und  weis 
wie  fanct  Paulus  fchreibt,  der  iß  nit  bifchof.  Bifch.  Bei  den  alten  was 
es  ein  anders  mit  den  bifchofern  weder  iezt.  Hurenw.  Das  dunkt  mich 
warlich  aach>   dann  die  alten   bifchoffcn   feint  from,  erfam,   gelert  leut  ge- 

35  wefen.  Bifch.  Ob  wir  fchon  das  leben  der  erßen  bifchof  nit  haben,  fo 
haben  wir  dannocht  den  uamen  und  die  Würdigkeit:  darnmb  feint  wir  bi- 
fchof. Cunz.  Nit  der  namen  nnd  Würdigkeit,  fonder  ein  recht  gefchaf- 
fen  leben  macht  ein  bifchof.  Hurenw.  Ihr  feint  der  hurerei  und  ander 
ongefchickter  fachen  halb  in  vil  weg  ßrÄüich.  das  fol  ein  bifchof  nit  fein. 
^^  Bifch.     Unfer  weichbifchof  und  unfer  vicarius,    on    deren   rath    wir 

nichts  bandlen,  berichten  uns,  wie  das  woft  Pauli  ^onßräflich'  fei  alfo  zu 
verfUhn,  daß  ein  bifchof,  ob  er  auch  dem  evaiigelio  nit  gemeß  lebte,  fol 
nit  von  feinen  underthanen  geßraft  werden,  wie  ieznnt  der  Luther,  die 
luthrifchen  fürßen,  ßat  und  rath  underßahn  zu  thun.  welcher  teufel  hat 
45  ihnen  doch  gewalt  über  die  bifchoffer  geben?  Hurnw.  Es  gabt  nocb 
reeht.         Cunz.    Dweil  euer  gnad  bei  geißlichem  recht  geßohn  wil,  folteu 

21* 


276 


euer  vtcariuB  and  fuffraganeas  dem  geiftlichen  recht  baß  ins  niiderbeaib« 
lagen  und  euch  daraaß  berichten,  daß  den  anderthonen  erlaubt  ift,  ihres 
bifchof  und  prelaten  amb  fand  z&  ftrafen,  ja  ile  feinfes  fchnldig  xfl  tliaii  nnd 
ift  inen  geboten.  Bifch.  Wo  haft  das  geleren?  Cans.  II  q.  VII  ca. 
»  fecutt  funti  und  ca.  admo.  Hurnw.  DiS»  bäpftliche  Iktiang  feint  gleich- 
förmig  dem  evangelio,  da  der  herr  gebeat  den  nechften  zu  ftrafen. 
Cuna.  Unfers  bifchufs  Ticarioe  ift  ein  großer  harenjäger,  das  weiß  ieder- 
man  wol.  o  künt  fein  ftublin  reden  1  drumb  fein  fie  nit  tangUch  sfioi  rath, 
und  ir  follent  euch  difer  leat   rath  nit  behelfen.    folche   ift  ench  im  decret 

10  verboten,  aber  gleich  and  gleich  geCellt  Ach  gern,  da  kam  der  teaüel  aus 
koler.  Bifch.  Wann  es  die  geftalt  hat,  wie  ir  darvon  reden,  fo  wereo 
die  bifchof  in  eim  gferlichen  (Unt.  Ganz.  £8  ftaht  im  geilUicben  recbt 
gefchriben,  daß  in  difem  leben  und  bfonder  zu  difer  zeit  nichts  fo  gering, 
fo  leicht  nnd  dem  menfchen  fo  angenem  ift  aU  eins  bifchofs  oder  eins  prie- 

16  ßers  oder  eins  diacons  ampt,  fo  die  fach  hinießiglich  nnd  mit  febmeiefalerä 
▼errioht  wirt;  aber  für  got  ift  nichts  dürftigere,  beträbters  und  ▼erdamli- 
ehers.  widerumb  ift  nichts  fchwerers  und  arbeitCiMners  und  Tcrlichera  als 
eins  bifchofs,  priefters  oder  diacons  ampt;  vor  got  aber  ift  nichts  feltgers, 
fo  maus  tbot,  wies  nnfer  keifer  Chriftas  gebeat.         Bifch.    Wir   werden 

10  doch  von   nnferem  beichtvater  unlers  ampts  halben  gar   nit  geftraft« 
Hurnw.    Es  ift  vileicbt  auch   ein   liederlicher  beichtvater.         Bifch.     E» 
ift  ein  frummer   heiliger  vater    von^  der  obfervanz.  Hurnw.    Ach  got, 

feint  ir  auch  mit  den  gleifnern  und  fchmeichlem  behenkt?  fi  verfuren  bapft, 
bifchof,  keifer,  künig,  furften,  herren  und  die  ganz  weit  mit  irer  gleÜaerei 

»  wann  ir  ße  wol  füllen  nnd  freuntlich  tractieren,  fo  verhalten  iie  euch  die 
warheit;  fch lagen  inen  aber  den  hof  ab  nnd  laßen  inen  verbieten,  im  gao- 
Ben  biftumb  zd  ftntzlen  nnd  .tetminieren,  dann  fo  fchicken  an  ire  pre- 
dig, fo  werden  ir  hören,  wie  ir  im  ferlichen  ftant  feint  ir  folleo  folcb 
fbhmeichler  bei    euch  nit  haben,   fonder  frum,   dapfer,   warhaftig   Biancr, 

SO  die  euch  dörfen   die  warheit   fagen  und    nit   den   falben    hengft   liteichea. 

Bifchof.    Wie  feint  dann   die  prediger  mönoh?         Hurnw  irt.     Das 

feint  die  ergften   bluthant,   die  in  der  weit  mögen  lein*    des  hant  fte  von 

bapft  erlangt,   die  leut  z^  verbrennen,     wa  fie   aber   das   nit  mögen  baa, 

da  brauchen  fie  Venediger  fupHn.    es  feint  aooh  die  erzvenweifeit  böswieh- 

U  ter  und  keifermörder,  welche  keifer  Heinrich  dem  fibenden  im  facraaient 
vergeben,  folt  nit  das&mal  das  feuer  vom  himel  gefiallea  und  Ce  all  eins- 
mals  verbrent  haben,  ße  haben  auch  ein  neuen  Francilbum  sft  Bern  ia 
Sehweiaerlant  wollen  machen,  aber  ße  fein  darüber  verbrant  worden. 
drumb  gähnt  der  bfiben  müßig  und  nemen  aß  euch  rechtgfehalfeo  lest  nach 

40  gebot  des  geiftlichen  rechtens  I  laßent  das  huren  und  buhen  volk  farea,  dann 
es  gezimbt  fich  keim  chrifteil,  gefchweig  eins  bifchofs  oder  feelforgers,  mit 
leichtfertigen  oder  argwönigen  perfonen  haus  sß  halten,  alfo,  habt  ir  nn 
auch  ein  thierlein,  fo  thunt  es  abwegl  dann  der  heilig  martirer  Sother,  den 
ir  under  die  bapft  aelen,  hat  geordnet,  daß  kein  frau  oder  junkfrau,  dar- 

^  von  ein  böfer  lümbd  oder  argwon  entfpringen  mög,  in  eins  priefters  haus 
fein  fol.    fo  fol  man  auch  der  concnbinarier  mefs  ait  hören.        Cuas.  Ei, 


277 


lieb«r  meifter,  tbu  gemach!  fein  gnad  ift  auch  blnt  und  fleifeb  und  mag  fioh 
nltjuD  bimel  hebea.  Bifch.  Tu  dizti.  Ganz.  Halten  1  wir  mfißen 
ein  mal  anch  ftallen,  die  rofs  haben  anßgehenlci.  Bifch.  Ja  wol,  fo 
erfchnanfen  wir  auch  ein  wenig.       Bifch.   Ja,  ihr  gfellen,  als  mich  dnnkt, 

5  fo  feit  ihr  anch  Intherifcb.  nn  werden  wir  bericht,  die  Interifchen  predl-» 
eanteu  fagen,  fehreiben  nnd  leren,  niemant  mog  on  fonderlich  gnad  keu- 
fcheit  halten,  wir  finden  der  gnaden  nit.  Hnrnw.  Chriftns  nnd  hei'-^ 
nach  Paulus  fagen  das  und  die  lotherifchen  fagens  denen  anß  der  fehrift 
nach.        Bifch.    Ich  bin  nit  weiters  bericht«        Cunz.    Sagen   doch  die 

10  doctores,  ein  bifchof  trag  darumb  ein  impfel  oder  hnt  mit  zweien  hörnern, 
die  bedeuten  follen,  daß  ein  bifchof  im  alten  und  neuen  tellament  gelert 
fol  fein.  Hurnw.  Was  bedeuten  aber  die  zwen  zipfel,  die  am  hut  ab- 
her  hangen?  Cunz.     Sie  folten  den   köpf  nnden  zubinden,   daß   die 

fehrift  droben  blib,  nit  in  die  f6ß  kern  und  nnden  auj^fchwitzt.       Hurnw. 

15  Unfer  farr  daheim  bat  auch  zwei  hömer  auf  feim  köpf,  ift  defto  gelertef 
nit.  ich  wolt,  welcher  bifchof  nit  gelert  wer  in  heiliger  fehrift,  daft  er 
mfift  efels  oren  aufhaben  wie  der  knnig  Midas:  (blchs  ziert  die  roralfon  am 
heften.  Cnnz.  Gnediger  herr,  die  Ibmmiften  fagen  nach  der  mainung 
Richardi,  wann  einer  z(lm   bifchof  ordiniert  wirt,   fo  fragt  man  ihn,    ob  er 

90  wiße  oder  kund  das  alt  oder  neu  teftament;  fo  l^richt  er  ja,  nnd  aber 
lengt,  der  I&odet  tötlich.  Bifch«  Wir  feint  von  nnferm  beichtvater  mit 
dem  römifchen  ablaßbrief  Ton  der  totfönd  langft  abfoWiert  worden,  umb 
die  totfand  darf  ich  kein  gewifien  mer  haben.  Hurnw.  Wie?  fiberkom- 
nen  dann  die  bifchof  ihr  ampt  mit  liegen?       Bifch.     Nein,  es  ift  ein  rö* 

»  milche  praetik.  Hurnw.  Cnnz,  was  ift  die  romifch  practic?  Cunz. 
Es  ift  zd  Rom  gewonheit,  daß  einer  mag  ja  fagen,  fo  er  nein  im  herzen 
▼ermeint,  des  gleichen  mag  einer  ein  jnrament  thun,  das  er  nit  willen  hat 
sfi  halten,  allein  daß  er  üch  darnach  mit  bäpftlichem  gewalt  laßt  ad  cau- 
telam    abfolviem   nnd   ober   den  eid    difpenfleren.     man   braucht   mit    den 

80  Venedigem  (umb  daß  fie  gemeinfchaft  mit  den  Saracenem  haben)  alle  jar 
am  hohen  donnerstag  gar  ein  fchöaes  römifeh  nnd  bapftlichs  ftücklen:  das 
wißen  die  großen  cnrtifanen  wol.  dife  römifche  praetik  haben  unfere  bi- 
fchof a  ch  im  branch,  dann  Ae  legen  ihren  plaifen  auch  ▼!!  eid  auf«  fo 
einer  ein  pfarrherr  wirt,   muß  er   dem  bifchof  ein  jurament  thun,  darnach 

»  den  capitel,  zfi  letft  feiner  brnderfehaft:  da  fchwert  und  jf^lobt  einer  wol 
hundert  ftuek  sü  halten  nnd  halt  nit  eins.  &e  fagen,  es  foi  einer  nur 
fohweren  und  kein  eonfeiena  haben,  ob  ers  fchon  nit  halt,  dann  es  fei  fo 
in  der  praetio  aUenthalb.  Hur^nw.  Gabt  man  mit  folcher  buhen  prac- 
tic zA  Rom  auf  des  bapfts  hof  umb,  und  auch  unlbr  bifchof,  fo  fchend  got 

^  den  bapft,  fein  gewalt,  die  bifchof  und  ihre  bAben  alll  iezt  merk  ich,  daß 
der  bapft  Aunpt  feinem  ftui  ein  warer  Antiehrift  ift,  und  ift  ewiglieh  war, 
daß^  die  zolner  und  huren  (wie  der  herr  fjpricht)  werden  ehe  ins  himelreich 
kommen  dann  dife  ersglelAier  und  pharifeer.  ich  bin  der  aller  ärgft  bub, 
noch  wolt  ich  mich  fehemen  mit  foloher  fchelmerei  umb  sä  gähn.        Cunz. 

46  I>as  ift  die  fchlechteft  lach  zA  Rom  liegen  umb  pfrnnden,  eit  thun  und  nit 
haHent  ifts  doch  nmbher  in  allen  geiftlichen  fo  gemein  worden  als  fleh  im 


278 


BUgft.  Hurnw.  Ich  Iftß  &&,  daß  die  totfand  mit  dem  liegen  bin  Tein; 
noch  dennocbt  glaub  ich,  fei  er  fcbnldig,  weil  er  ins  bifchofs  ampt  ataeeii 
wH,  wie  Paulus  rehreibt  1  Timoth.  III,  z^  leren,  zu  ermanen  und  su  Ära- 
fen  die  widerfprecher.   aber  doch,  mein  Cunz,  fag  mir,  ilaht  nit  etwas  auch 

.  5  darvon  ins  bapfts  Teeret.'  Cuns.  Ich  main,  du  machteft  gern  auß  bap- 
ßes  recht  ein  fcheißhaus.    es  heißt  nit  Teeret   fonder  decret.  Hurnw. 

Ks  heiß  Bärbel  oder  Gret,  mir  ift  nichts  dran  gelegen  wie  der  dreck  heißt. 
fag  mir  nur,  ob  nichts  von  difem  handel  darinnen  ftant.  Cunz.  Ks  liaht 
im  decret  gefchriben,  daß,  fo  einer  wil  ein  bifchof  fein,  der  fol  zwei  werk 

10  außrichten.  er  fol  die  götlich  fchrift  lefen  und  dick  betraehten,  fol  fein 
Volk  leren  und  furnemJich  die  ding,  die  er  von  got  und  heuach  in  der 
Ichrift  bezeuget  und  der  heilig  geift  beftetiget  hat.  er  fol  nit  kriegen  und 
wider  die  feind  fireiten,  Xonder  fol  ftets  für  Tein  volk  (wie  Mofes)  got  bitten, 
auf  daß  fie  die  onfichtbare  feind,  die  Amalechitas ,   das  ift,   die  teufel  über- 

u  winden,  diß  Habt  im  decret.  item,  ein  bifchof  Xol  und  muß  ein  lerer  fein 
und  fol  folichs  nit  verfaumen.  Hurnw.  Sol  ein  bifchof  ein  doetor  and 
lerer  fein  und  mechtig  in  der  heilfamen  leer,  fo  muß  er  von  not  im  alten 
und  neuen  teftament  gelert  fein.  darz&  zwingt  ihn  götiichs  und  bäpftlichs 
gefets.  Bifch.     Lieber  gfell,   wir   verrichten   unfer   ampt  durch  unfer 

20  fnffraganeus,  offlcial,  vtcarium  in  fpiritualibus  und  durch  ander  unfer  ampt- 
leute.  Hnrnw.  Cunrade,  was  ift  das  für  ein  thier  fufsgaruß?  Cunz. 
Es  heißt  nit  fu&garuß,  fonder  Aiffraganeus,  es  feint  die  weichbifchof  oder 
heiler.  Hurnw.  Was  thut  nu  der  felbig  an  ftat  des  bifchofs?  ich  mein, 
er  helf  ihm    die  bauern  befcheißen   oder  fchinden.  Cunz.    £r  weihet 

2&  glocken,  kirchen,  kelch,  corporalia,  ttfchlachen,  mefsgewand,  wefcht  die 
wend,  malet  Ölgötzen.  Hurnw.  Was  ift  das  für  ein  handel?  des  äffen- 
fpils  hab  ich  mein  tag  nie  gefehen.  Cunz.  Hilf  got!  haftu  nie  gefehen 
pfaffen  fchmiren,  kirchen,  altar,  heiligen  und  glocken  weihen,  fo  hift  gewis 
ein  fchlechter  cbrift,  dann  es  gabt  fo  audeebtig  und  herrlich  zu,  daß  du  es 

30  kaum  glaubeft,  weil  du  es  nie  gefehen.  man  muß  vil  gefchirs  haben  und 
alles  neu  fein,  das  müßen  die  bauren  beftellen,  darnach  ifts  des  weibifchofs 
gefind,  und  dem  weichbifchof  über  allen  koften  dar  zu  geben  XL  oder  L 
gülden  zu  Ion:  darumb  gefegnet  er  ein  zuber  vol  waßers,  wefcht  darnach 
damit  die  mauren  und  befchut  die  bauren,  daß  Ae  gelt  fohwitzen.    des  giei- 

S5  eben  fo  er  priefter  weicht,  die  nichts  können  und  auch  nit  wollen  das  hei- 
lig evangelium  predigen  (wie  wol  ers  ihnen  nmb  alter  gewonheit  willen  fur- 
halt,  daß  der  priefter  ampt  fei  das  evangelium  predigen),  wann  iie  nur  die 
formata  und  ander  fohinderei  außrichten  und  zalen  und  die  finger  mit  öl 
laßen  fchmiren,  fo  feint  fie  priefter  und  mögen  nmbs  gelt  mefs  eßen. 

40  Hurnw.  So  hat  dann  der  weibifchof  neu  Ölgötzen  und  neu  hnrenfurer 
gemacht,  die  mit  ihrem  onnutzen  mefs  eßen  die  armen  bauren  umbs  gelt 
befcheißen.  Cunz.  Das  ift  gerathen.  Hurnw.  Und  thut  er  nichts 
anders  dann  nur  das?  Cunz.  Dunkt  dichs  aber  nichts  fein?  Hnrnw. 
Wie  du  fagft,    dann  das   feint  nit  nach  f.  Pauli  befohreibung  eins  bifchofs 

4&  rechte  bände!  und  werk,  es  ift  alter  begutzen  apoftntalerei,  gleifnerei,  kü- 
belwerk,  ja  recht  nacrenwerk.        Cuns.    £i  red  nit  allöl    du  fällft  anderft 


279 


>  Ins  bapfts  ban.  Hnrnw.  Ein  knbel  vo\  ins  bapfts  banl  felig  Teint  alle 
■  die  ins   bapfts  ban  fein  und   drin   fterben.        Canz.     Lieber,   Tcbweig  der 

>  wort!  es  Teint  die  wethbiTchof  gewonlich  prediger  ordens.  wa  ße  Tolche 
(  red  von  dir  innen  wnrden,  da  mAft  brennen;  dann  Ue  haben  größer  acht 
}  5  auf  die  handei  fo  wider  den  bapft  dann  die  wider  got  Teint.  Uarnw. 
I  Ich  geb  nit  ein  Tcbnell  amb  die  mönch;  dann  got  hat  ir  Tchwert,  damit  fie 
I  lang  gefochten,  in  ir  eigen  hers  gefteclct  nnd  difer  monch  vier  Icetzer  z& 
I  Bern  laßen  verbrennen.  Gnnz.  Hut  dich!  dn  borft  nit  ehe  auf,  es  gang 
I  dir  dann  ein  rath  nbers  bein.        Hnrnw.    Wir  maßen  ein  mal  ftallen. 

10  Bifcfa.  Ja  wol.  darnach  mögen  wir  weiter  reden,  ich  hör  hie  mer  pre- 
dig dann  mein  lebtag  ie.  Hnrnw.  Blan  wider  dran!  maeht  gftte  roTs 
mfid!  Non  Tag  mir  anch,  Cnnrade,  was  rieht  der  aflencial  ans  biTchola  ftat 
anß?  Cnnz.  Er  heißt  offlcial  nnd  ill  der  geiftüeh  richter,  des  biTchofs 
amptman,  Tchicict  anß  monitoria,  citationes,  excommnnieationes,  primom  Te- 

15  candom  tertinm  monitoria,  interdict  nnd  abTointlones.  Hnrnw.  Lieber, 
Tchweig  der  Tchinderei!  Tag  mir,  To  er  ein  geiftlieher  richter  ift,  was  richtet 
er  für  geiftliche    Tachen    anß?  Cnnz.     Wann  einer   den    andeni  umb 

Tchalt  oder  Tnnft  zenkiTohe  Tachen  Turn  geiftlichen  rechten  famimbt,  fo  mnß 
er  an  ftat  des  biTchofs  nrteil  feilen.        Ha  rn  w.  Das  Teint  TeltTam  geiftliche 

SO  Tachen.    es  ift  der  tenfel    nnd  Tein  mater,    es  Teint  eitel  werk  des  fleiTehes 
nnd  nit  des  geiftes.    T.   Panlus   Terwirft   nnd    ftraft  Tolchs  heftig  ander  den 
chriften.    weil  aber  der  böTen  ehrillen  halb  gericht  gehalten  müßen  werden, 
To  gehört  es  doch  den  biTchoffem  nit  zA,  ibnder  der  weltlichen  oberkeit. 
Ganz.     Das  laß  ich  die  biTcfaoffer  verantworten.         Hnrnw.    Nu   Tag  an 

25  weiter,   was  thnt  aber   an  ftat  des  biTchofs   Tein   vicarins  in  Tprenertalibus? 

Cnnz.    Da  bift  ein  Teltfomer  Latiner:    es  heißt  in   Tpirttalibns. 

Hnrnw.    Es  Tei  in  f^aribas  oder  Tpiribaa.     ir  geierten,  ir  verkerten  haben 

ans  laien  alle  ding  mit  dem  latin  verTchlagen,   wie  die  gaakler  thant  *ver- 

Tehwind  als   der  wind,    daß  keiner    wider   find!'      Darnmb   verdreußt  die 

30  pfiiffen  und  manch,  daß  man  teutfche  bAchlein  tmckt,  darin  ir  halang  ber- 
ftr  bricht.  Na  Tag  vom  vicker!  acht  meine  lateins  nitl  Ganz.  Vicarins 
ift  ftathalter  in  geiftlichen  Tachen.  er  hat  des  biTchofs  figel,  nnd  anf  daß 
der  biTchof  onbekümmert  bleib,  To  mnß  iederman  zA  dem  nmb  alle  Tachen. 
ift  g{it  man,  wer  nur  gelt  bringt,  er  Tei  gelert  oder  nit,  ft>   wirt  er  zAge- 

s&  laßen  pfarren  an  zA  nemen.  item  wann  die  curtiTaner  amb  ein  commiTs 
auf  den  pfarren  alle  jar  kommen  nnd  im  nnr  gelt  geben,  To  wirt  es  ineu 
zAgelaßen.  Hurnw.     So   ift  der  vicker  auch   ein  eTel  nnd  geitig. 

Cnnz.    Da  ligft.    es  kommen  auch  die  mentiris,  die  ftntzenierer  sAm  vica- 
rio,  kaufen  von  ihm  ein  admiTs,   ein   zAiaßbrief,  der  koftet  oft  XL  gülden. 

40  da  wirt  ihnen  z^&gelaßen,  daß  fie  mögen  im  ganzen  bistamb  frei  die  haaren 
beToheißen.     item   er  mnß  auch   die  cafus   reTervatos  helfen  handien. 
Hureuw.     Was?   Teint  es  faal  kas?         Ganz.    Es   Teint  des  biTchofs  fall. 
Hurnw.    Was   fall,   geißen   oder  bocken?        Gans.    Der  mater  im  hlrn, 
es  ift  ein  fal  oder  Tand  dem  biTchof  vorbehalten.        Hurnw.    Es  mag  wol 

45  eia  fal  heißen,  dann  es  feit  der  biTchof  nnd  Tein  gezött«!,  die  Tolchs  erdacht 
haben,  in  abgrnnt  der  hellen,    aber,  lieber,  Tag  mir,  was  ift  es  f&r  ein  ge- 


280 


[jpeiift?  Cmis.  Ea  iA  kein  gel^penft,  dann  en  bringt  gelt,  wann  ein  pCtf 
on  nanipel,  on  hameral,  on  ßol  oder  brneh  mefe  helt,  oder  fo  er  sue 
Opfer  gabt  und  den  manipel  nit  kfifll,  oder  for  der  mele  ein  lublin  »eigeljs 
oder  ziickerbeß  ißet  und  ee  der  decban  innen  wirt,  ninß  ers  dean  ftleai 
5  anfagen,  das  ift  fein  ampt  dann  mnA  der  flfcal  bei  feim  ett  den  pUJftm 
onnemen,  und  wa  der  püaff  onwillig  ill  gelt  z(k  geben,  citiert  er  den  Inr  den 
offieial.  dann  mnß  der  pfaff  ein  proenrator  ban,  Terfelien  mit  eim  ndvoea- 
ten,  dann  gabt  der  caßie  dnrcb  des  bifcbdfs  amptlent  daher,  cnasler,  oA- 
dal,   Ticarinm  und  notarinm.    der  il£bal  ift  klager,  der  ofSeial  riehler,  der 

10  abfoWiert  auch  den  Xchuldigen,  nnd  fo  er  abfolTiert  ift,  muß  er  Toat  nota- 
rio  ein  abfolaz  in  fehriften  haben,  die  felb  verfigelt  der  Tiearina  nnd  dai 
bringt  gelt  mit  hänfen,  und  fo  der  .pfaff  reich  ift,  fo  aencbt  aana  die  Xaek 
auf  in  feztam  generationem.  es  ift  in  eim  bißnmb,  nit  feer  lang,  gefehehen, 
dafi  ein  pfaff  von  eim  andern  angeben  und  verklagt  ward,   er  folt  vor  der 

1^  meA  ein  InpHn  gefien  haben ,  nnd  ift  anf  folchen  cafum  wol  CC  gülden  ge- 
laufen, dann  der  pfaff  war  faift,  hat  ein  fchweren  feckel  nnd  kaut  die  fapp 
wol  besalen.  Hnrnw.  Mir  nit  der  katsen,  das  war  ein  thencr  Xnpp. 
wie  wer  es  erß  gangen,  wann  er  fleifch  s^lr  fnppen  gefien  het.  er  bstt  frei- 
lieb  die  geltfticht   im  feckel  gehabt,  daramb  haben  ihn  des  bÜcbels  feckel- 

10  feger  crißieren  m&6en,  und  alfo  das  panlen  im  Xi»ckel  vertriben.  wa  die 
leut  gelt  hinder  eim  wlßen  und  ihnen  aü  erben  wirt,  fo  fprechen  fie  *  reo« 
oft  in  faortis,  ipfe  eft,  tenete  enm!'  er  kompt  nit  halt  wider:  wir  ne&ßea 
fchneiden,  weils  emde  ift.    wie  giengs  aber?  Cuns.    Ja,  da  der  pfisf 

kein  gelt  mer  bau,  bleib  es  hinderm   riohter  hangen.  Hnrnw.     Lieber 

15  mein  Cnnrade,  was  thnt  man  aber  eim  priefter,  der  vor  der  maCi  bei  Deiner 
kellerin  oder  bei  einer  andern  hnren  gelegen  ift,  oder  fo  er  gefchworen, 
got  geleftert  und  den  lenten  nach  geredt,  oder  vol  wie  ein  fchwein  gewefea 
ift,  oder  fo  er  die  halbe  nacht  gefpilt  hat  oder  in  der  ÜMuacht  bei  des 
banm  g&te  feifte  fchweinen  braten  gefreßen   nnd  güiten  fränkifeben    weis 

so  darau  gefoffen?  Cuns.  Das  feint  generalia.  was  gemein  ift,  niabt  da« 
weichwaßer  hin  oder  ein  ablaßgebetlin  yor  der  mels  gefprochen.  auch  acht 
man  deffen  nit  mer,  dweil  es  fo  gar  gemein  worden.  Hnrnw.  Ich  bor 
wol,  umb  daß  die  hnrerel  fo  gemain  ift  und  befonder  bei  den  pfaffen  nnd 
feelforgem,  fb   ftellen  ße  die  bifchof  auch  nit  ab.  Cunz.    Dweil  ein 

Sft  pfaff  in  der  faften  und  am  freitag  nit  fleifch  ißt  und  feiner  keUerin  oder 

einer  andern  hnren  kein  kint  macht,  fo  gilt  es  nichts,    wann  aber  ihm  ein 

kint  Wirt,  das  fchreit  dann  fo  hell,  daß  es  der  fifcal  in  sehen  meilen  hört, 

und  dann  muß  der  pfaff  die  abfoluz  bezalen  oder  löfen,   wie  oben  geiagi. 

Hnrnw.    Ach  got  der  großen  blintheit  und  tborheit,   daß  man  die 

40  kleine  ding  fo  hert  ftralt  und  die  großen  groben  fand  fo  fchlecht  laßt  bis 
gähn.  Chriftns  möobt  auch  wol  sü  unfern  geiftiichen  regenten  tBgitn  *ir 
blinden  fürer,  die  ir  mucken  feiget  und  camel  verfchlnckent.  lieber,  noch 
em  boITen    tou  faulen  käfen   des   bifcbofs.  Cunz.     Wann  eins    armce 

baners  weib  etwas  beimlicbs  gethan  hat  nnd  aber  kein  ablaßbrief  im  baut 

4&  hat  und  z&r  vaftenzeit  folcbs  feim  piarrherren  beicht,  fo  wil  iie  der  pfarr- 
herr  nit  heimlich  umb  der  heimlicben  lund  willen  abfolviern,  fonder  fchickt 


281 


Ae  sibn  deeban  fetoM  capitelt,  der  deelmn  xftm  leutpriefter  des  ftifts  feines 
bistambs.  der  rerbürt  dann  die  &ob  fo  heimlicb  uud  gruntlich,  wift  es  der 
baoer,  er  wirt  fein  nit  lachen,  darnach  rcbickfc  fie  der  prieAer  zum  erc- 
priefter:  der  fpricht  ir  dann  die  lang  abfoluz;  und  fo  er  fein  fach  außge- 
&  riebt,  fcbickt  er  &e  s&n  rebreibem  nmb  ein  brief:  da  muß  ße  dann  aocb 
har  laden.  Hnrnw.    Wa  her  wetftn  doch  folcbe?  Ca  na.    Ich  bin 

ein  seit  lang  anob  ein  rublHtnfc  gewesen,  da  ift  mir  auch  dick  ein  warme 
trinkgoh  SU  Ion  worden,  sfi  leltß  knmpt  fie  wider  zum  Ticario«  der  verii- 
gelt  ir  den  brief  mit  rothem  wachs  im  ftnblin.     difen  brief  muß  fie  darnach 

10  irem  pfarrberren   z^  lefen  geben,    der   wil  dann  auch  fein   teil  bao« 
Hnrnw.    Mnn  hol  der  tenfei   des  bifohofs  cafns  larvatos  bin  and  all  die 
mit  nmbgabnl   es  wer  ie   kein  wnnder,  wann  fchon  der  teufel  ein  mal  gar 
iSrein  fcblAg,  Karßhans  mit  feim  pflegel  nnd   die  rappeunefier  all  zerßörte. 
ich  wil  ihnen  wol  fagen,  wie  äe  die  fand  ftrafen  foUen.    eim  bifchof  gebart 

15  die  f&nder,  die  öffentlich  gottes  gebot  Torachten  nnd  übertreten,  vor  allen 
z&  ftrafen ;  helmlich  fand  aber  fol  got  allein  wißen  und  Arafen  und  nit  der 
bifchof.  waramb  ftraft  er  nit  die  öffentlich  gotslefterer,  ehebrecher,  barer, 
zütrinker  nnd  ander  leichtfertig  leat?  wann  bürftn  den  bifchof  die  leat  in 
der  kircheu  Tor  allen  mit  worten  ftrafen,  oder  wann  r&ft  er  den  weltliehen 

90  gewalt  an,  denen  folchs  gebort  z&  ftralen,  daß  fie  die  öffentliche  lafter  ab- 
ßellen,  weren  nnd  nit  geftatten?  wann  dem  bifchof  nar  fönf  fchiUing  heller  hin- 
derbalten  wurden,  er  vrard  kein  ru  haben,  biß  ihm  die  weltlich  oberkeit  darzü 
gehülf ;  was  aber  feelen  heil  antrifft,  des  acht  er  nit.  ich  hab  allweg  ge- 
meint, es  fei  kein  ärger  volk  auf  erden  dann  ich  und  mein  gefind,  fo  iil  es 

25  fchimpf  gegen  difem  teafelifchen  volk.  fie  feint  gewis  ersneqnam  per  omnes 
cafhs.  Ganz.  Alfo,  mach  ein  mal  gtkt  lateinl  Hurnw.  Ich  main, 
ich  werd  hinden  nach  etwas  Ton  dir  begreifen,  dann  ich  waiß  nn  fobier, 
was  cafas  referrati  fein,  Ticarius,  fifcalis,  officialis,  notarius,  iampt  andern 
geiftlichen  iren  fachen,   die  Re  Taft  anßhin  umb  gelt  Terkaufen,  welche  bil- 

30  lieber  der  fchrift  und  dem  Simon  nach,  welcher  die  gaben  des  geifts  von 
den  apofteln  auch  nmb  gelt  wolt  kaufen,  Simonei  geheißen  wirt.  Ganz. 
Hei  Re  verkaafens  nit,  fie  nemen  nur  gelt  drumb.  Hurnw.  £s  ift  der 
teufel,  der  f&re  Fte  auch  bin!  es  feint  in  der  warheit  die  keibenfchinder,  die 
harenwirt  und  ftraßenräaber«  tU   beßer   dann   dife  leut.     der   vicarius  gibt 

3^  ein  ftttck  yon  einer  kalbshaat  und  wenig  waks  daran  umb  XL  oder  ^  gol- 
den, mein  nachbaner  der  hnntfchlager  geh  eim  ein  ganz  rolshaut  und  XX 
pfuut  waks  dran  umb  V  gülden.  Ganz.  Lieber  meifter,  der  bifchof  und 
fein  ho^efind  m&ßen  fich  aoß  dem  gewerb  erneren.  Hurnw.  Neren  üe 
fich  mit  folcher  fcbinderei,  fo  mag  ich  mich  auch  wol  mit  meiner  wirtfchait 

40  erneren.  Ich  glaub  aber,  es  hab  in  irem  rechten  weit  ein  ander  mainong, 
wie  ich  vor  etlicher  maß  rerftanden;  dann  folche  händel,  wil  mich  dünken, 
feint  nit  bifchöflich.  drumb  fag  mir  weiter,  was  doch  ins  bapfts  recht  die 
bifchoffer  fcbaldig  feint  z^  thun   uud  was   ir  ampt  fei.  Gunz.    Maifter, 

dein  rofs  hat  außgehenkt.    laß  uns  ftallen!        Hurnw.    Nun  antwurt  mir, 

45  auf    mein    frag!  Gunz.     Ein    bifchof   fol  beten,   beilig  gefchrift    lefen 

und  predigen,  ein  bifchof  fol  gaftung  halten,  fol  gaftfrei  fein;   und  welcbers 


282 


nit  thnt,   der  fol  nit  blfchof  ordiniert  werden.  Hurnw.     Ich  nmiii,   li- 

feien  gaAfrei,  fie  lian  gar  nahe  alle  tag  frembd  und  herrlich  geft.  Cum 

Das  decret  vermaint   nit   folich  gäft,    fonder  er  fol  gaftfrei  feio  gegen  de« 
armen  die  not  leiden,     und  welcher  bifchof  der  armen  dnrftigkelt  nit  achu-: 

r»  für  fein  eigen,  der  hat  vergebens  den  namen  eins  bifchofs.  ein  birchof  fvL 
als  vil  ihm  möglich  ifl,  den  armen  und  den  kranken  deck  und  namn^  mit- 
teilen und  fo  ihm  gebriß  feins  guts  und  die  not  erfordert,  fol  er  ßlber  ui*» 
golt  von  der  kirchen  nemen  und  den  armen  geben,  item  glori  und  eb' 
eins   bifchofs  iß    (fprichts   decret)   den    armen   helfen,   und  nit    tenapei,  d:« 

lü  wände  und  tempelgeXchirr  mit  golt,  ülber,    marmor   und  edelgeHein  xieres 

Hurnw.     Unfer   bifchof   feint  gaftfrei,    dann    fie  haben  vil  ho^efiod.v 

fpringer,  rioger,   fechter,   lautenfchiager ,    trometer   und    des    leichlfeitigea 

Volks  nur  gar  vil.    fie  haben  auch  vil  hund,  Jäger  und  jagen  vil  lieber  dann 

El9  zii  kirchen  gähnt.  Cunz.    Die    ding  feint    den  bifehoffem   verboten 

15  d.  LXXXVI  c.  donare.c.  qui  ve.  c.  vident,  c.  Efan,  c.  quid,  c.  ar 
puta  etc.  ein  bifchof  fol  haben  ein  nacfagnitigs  hausgefcHirr,  ein  nrchgn!:-£ 
tifchgezierd  und  ein  arme  leibsnarung  oder  koft,  er  fol  ftichen  mit  de^ 
verdienft  des  glaubens  und  des  lebens  den  gewalt  und  rum  feiner  würdLr- 
keit.         Hurnw.     Das   iß  der  fchrift  nach  geredt,   darin  iß  Cbrißna  alleir. 

so  unfer  haupt,  hirt  und  bifchof;  und  die  des  bifchofs  diener  feint,  die  foller 
arbeiten  im  Weingarten  des  herren,  nemllch  uns  waiden  mit  dem  wort  got- 
tes  und  guten  exempeln.  ich  woltaber  auch  gern  wißen,  ob  doch  d^^ 
geiftlich  recht  (darauf  die  bifchof  mer  halten  und  fich  gründen  dann  uf  göt- 
lich  gefchrift)  zulaßt,   daß   fie  weder   predigen  noch   ander  forg  und  arbe:: 

25  tragen  dörfen  und  nur  gnadherr  fein.  Cunz.  Ich  habs  fcbon  zum  teL 
angezeigt  und  fag  noch  weiter,  daß  es  nit  zulaßt,  dann  es  g^ündt  fich  ac^ 
die  wort  Pauli,  und  fagt,  ein  bifchof  heißt  ein  auffeher,  der  halb  ihm  g«^ 
bnrt,  daß  er  acht  hab  und  forg  auf  das  leben  und  fitten  feiner  leut.  iceo 
welcher  eins  bifchofs  ampt  begert,   den   gelnßet  eins  guten  werks.     hie  iar. 

30  das  geißlich  recht  'bifchofs  ampt  iß  ein  namen  eins  werks  und  nit  der 
Würdigkeit/  item  *  ein  bifchof  fol  f<;lber  prießer  ordinieren  und  toi  an  fei- 
ner feiten  haben  prießer,  klug  nnd  gelerte  männer,  im  gefatz  gottes  geübt, 
die  folleu  dann  deren  die  man  zum  prießem  ordinieren  wil,  gefchlecht,  vä- 
terlant,  alter,  ßat   und  ob  fie  wol  gelert  feint,  und  vor  allen  dingen  follec 

36  fie.  fleißig  erfaren,  ob  fie  im  gefatz  gottes  underwifen  feint,  item  ein  bifcj)ot 
fol  on  rath  feiner  geweichten  niemant  ordinieren,  des  gleichen  fol  era  tbun 
mit  gunß  zeukttus  der  burgerfcbaft.  item  ein  bifchof  fol  alle  jar  die  pfar- 
ren  in  feim  biftumb  vifitiern  oder  heimfuchen  und  zum  erßen  fragen,  vie 
fich  die  clerici  halten.     zSm  andern   fol  er  die  gemain  berufen  und  fol  inen 

40  die  ding,  die  not  feint  zur  feligkeit,  fürhalten.  Hurnw.  ünfer  bifchoter 
(hör  ich  fagen)  fo  fie  vifitiern,  beforgen,  dem  armen  dorfpfaffen  wcrd  der 
wein  (des  er  doch  wenig  im  keller  hat)  feiger  und  auflaufen  und  das  bro: 
fchimlig  und  die  wiblen  freßen  ihm  den  habern,  die  fuchs  die  hüner,  nemen 
mit  ihnen  vil  hofgefinds   nnd   fchariauten    hafen   z&  jagen,     die   felben  en(- 

♦5  binden  denn  den  armen  pfaffen  von  fpeh  und  holz  und  von  allem  das  er  im 
haus  hat  und  ein  ganzes  jar  zur  not  brauchen  folt.    und  dann  fo  fragt  mein 


283 


gncdiger  herr  der  bUcliof  emftlich,  ob  die  h&ner  jachsen ,  ob  die  gäos  feu- 
gen.  and  ob  die  ampel  for  den  holxneo  götsen  brennen,  ob  der  fpr^ng- 
keßel  «aßer  beheb,  wie  yil  glockenCsil  feint,  und  in  fonderheit  fragt  er 
fleifiiglich,  ob  der  pfarrherr  alle  fontag  unfer  frauen  bau  und  den  ablaß 
.">  verkände,  ob  die  bauren  redlich  dran  Aenren,  ob  man  die  ßatnta  fimonialia 
oder  fynodalia  halt  und  befonder  die  gelt  bringen,  und  ?or  allen  dnigen 
fragt  er  eigentlich,  ob  die  bauren  recht  zehnen;  be61cbt  dem  pfiarrherren, 
fol  dick  vom  zehnen  predigen  und  den  leuten  in  der  beicht  confcienz  dmmb 
machen,  und  zuletft  fragt  er,    ob  auch  vil  kom,   habern,  weizen,  wein  etc. 

lo  in  zehnen  gefallen,  item,  fo  der  pfaff  ein  kellerin  und  kinder  im  haus  hat, 
fo  maJß  er  gelt  fchwitzeu,  fo  es  fchon  im  wiuter  kalt  ift.  zur  letz  lugt 
dee  bifchoCs  kemmerling  der  kellerin  zum  kemmin,  biß  ir  der  bauch  ge* 
fchwilt.  darnach  muß  der  arm  onfchuldig  dorJpfaff  fchuch  und  tnch  Tor- 
fetzen ,   biß  er    dem  fifcal  vier  gülden   umb  die  ^efcbwulß  sü  wegen  bringt. 

ib  ine  bifchoffl  hof  heißt  es  die  abfoluz,  in  meinem  frauenzimmer  heißt  es  das 
burengelt  bezaien.  fo  ift  dann  die  yifitaz  herrlich  außgericht  und  hat  fei- 
nem ampt  genug  gethan,  darumb  er  bifchof  und  gnediger  herr  heißt,  vi! 
hubfcher  hengll  reitet  und  vil  onnützer  müßiger  lent  bei  ihm  hat.  o  der 
eilenden  vifitaz!    da  wirt  nut  außgericht  das  got  angabt,    die  lieb  und  nutz 

)so  des  nechften;  man  macht  nur  Übels  noch  übler,  args  noch  ärger,    fag  mir 
weiter,  was  eim  bifchof  gebürt  zu  thun.        Cuoz.     Ein  bifchof  fol  witwen 
und  weifen  befchützen  und  ihnen  beiftahn.     item,  man  fol  und  muß  ein  bi- 
fchof  für  andere  hören  und   von   ihm  empfahen   die  leer  des  glanbens. 
Uuriiw.     Auß  dem  folgt,   daß   ein   bifchof  vor  aller  priefterfchaft  in  götli- 

2S  eher  gefchrift  gelert  fol  fein.  Cunz.  •  Es  folt  ali'o  fein.  Uurnw.  Weift 
du  nichts  mer?  Cunz.  Wer  zum  bifchof  erweit  fol  werden  und  was  er 
künden,  lernen  und  thun  fol,  ift  in  einer  fumma  vergriffen,  dift,  XXIII  c. 
qui  epi.  Hurnw.  Ich  hör  wol,  daß  ein  bifchofs  ampt  nit  ein  müßig 
ding  ift,  fonder  ein  überauß  große  forg,  m&b  und  arbeit,     wee  ewiglich  eim 

30  bifvhof,  der  den  namen,  Würdigkeit  und  den  nntz  halten  wil  und  aber  feins 
ampts  nit  pflegen  wie  er  fol.  Bifch.  Mit  der  weis  folt  der  tenfel  be- 
geren  ein  bifchof  zu  fein,  ihr  machen  mir  fehler  ein  confcienz  mit  euerm 
gefchwetz*  ftahnt  nun  folche  ding  in  unfern  rechten  gefchriben,  wie  gabt 
es  dann  zu  daß  es   uns  weder   der  vicarins   noch  der  beichtvater  anzeigen? 

3S  Uurnw.    lezt  mag  euer  gnad  wol  fpüren,  was  es  für  fehmeichler  feint 

und  euch  ftets,  wie  mein  Cunz  fagt,  ein  placebo  oder  dilexi  fingen,  was 
feint  ihr  aber  für  ein  bifchof,  daß  ihr  weder  das  götlicb  noch  das  euer  geift- 
lieh  recht  wißen.  Bifch.  Wir  haben  nit  weil  der  fehrift  zu  warten  und 
die  KU  lefen,  dann  wir  feint  mit  andern  weltlichen  fachen  ftets  beladen  nnd 
40  bekümmert;  fo  ro&ßen  wir  auch  oft  auf  die  reicbstag  reiten.  Hurnw. 
Welcher  got  ftreitet,  wie  ein  bifchof  thun  fol,  der  flickt  fleh  nit  in  difer 
weit  gefchäft.  Cunz.  Es  ftaht  auch  im  geiftl leben  rechten ,  daß  ein  bi- 
fchof oder  clerik  nit  follen  befitzung  empfahen  noch  lieh  in  weltlieh  be- 
iUsnng  mifchcn.  Bifch.  Wir  feint  nit  allein  bifchof,  wir  feint  auch  ein 
4»  fürft  wie  alle  bifchof  feint  und  haben  laut  und  leut  zu  regieren.  ffnrnw. 
Das  wolt  der  tenfel  und  fein  großmutter,   dann   folobs   ift  wider  Chriftum 

22* 


284 


(wil  ieznnt  Pauli,  dann  ihr  fein  nit  tiI  achten,  gefchweigen) ,  der  hat  felbü 
feinen  apoftelen,  deren  (Uthalter  ir  bifchof  Tein  wollen,  weltlichs  reginieec 
Terboten  nnd  fpricbt,  es  gebor  den  förlten  difer  weit  zu.  da  ihr  wolies 
ein  farft  Tein,  folten  ir  nit  bifchof  fein  worden,  wann  nun  der  teufel  dn 
s  Inrßen  wnrd  hinf&ren,  wa  wurd  dann  der  bifchof.  bleiben  ?  Bifeh.  Vf'r 
können  nns  des  weltlichen  regiments  nit  entfchlahen,  dann  wir  m&ßen  ft>: 
reichstag  mit  andern  furften  helfen  des  keiferthums  und  ander  weltlich  ge- 
feheft  außrichten.  Hurnw.  Lieber  Cunrade,  ift  nit  auch  den  bifcfaofcL 
folchs  ins  bapils  buch  verboten.        Cnnz.     Das   decret  gebeut  dem  bifchui 

1»  alle  fein  gefcheft  dis  lebens  Ton  im  zu  werfen  und  fol  kein  biirg,  kein  ad- 
Tocat  fein  oder  werden,  er  fol  ganz  und  gar  nit  ingwickelt  fein  in  facb^n 
weltlichs  regiments,  auf  daß  er  mit  zeitlichen  fachen  verhindert  werde  am 
wort  gottes.  Hurnw.  Bei  meim  ait,  ich  hetfr  nit  gemaint,  daß  fo  fnt 
ding  ins  b.apfts   recht  wer  geftanden.  Bifch.    Ja  dife  fatznng  feint  qg 

U  Terait  und  gelten  nichts  mer,  feint  aber  andere  durch  die  aller  heiligfteo 
Täter  bapft  Bonifacins  den  achten  und  Johannem  XXII  und  dementen  dec 
fünften  und  andere  bäpfte  mer  im  decretal  Sezti  und  dementia  nea  orde- 
nung  au^erichtj   die   offen   wider  dife  feint.  Hnrnw.    Es    ligt   nichü 

dran  was  der  Malefacius  der  VIII  und  Demens  der  V,   die  groß  b&ben  ^e- 

SO  wefen,  und  andere  bäpft  gefetzt  haben  wider  dife.  dann  fo  die  alten  fatzua* 
gen  dem  heiligen  evangelio  gemeß  feint  und  in  götlicher  gefcbrift  möge.- 
gegrünt  werden,  feint  alle  neue,  die  darwider  feint,  falfch  und  kommen  tob 
teufel,  und  die  bäpft  fo  dife  gemacht,  feint  des  tenfels  boten  und  warer 
Antichrift,   dann  Chrißus  unfer    lieber    herr  fpricht  *wer  nit  mit  mir  draa 

S5  ifl,  der  ift  wider  mich.'  fnmma  fnmmarnm:  den  bifchofem  gebart  mit  des. 
wort  gottes  nnd  nit  mit  weltlichen  gefcheften  umb  z&  gähn,  aber  Ir  meczec 
bnchlin  ift  ihnen  mer  angelegen  dann  die  heilig  gefchrift.  Co  na.  Meifter, 
züchtig  auf  der  gaßenl  Hurnw.  Das  iß  nit  grob  nach  gelegenheit  irer 
fachen,   üe  thnnt  ja  weder  gottes  nach  ihrem  gefatz  nach,    damit  ift  es  oii 

M  genug,  fie  wollen  nit  hinein,  fonder  verbietens  andern  auch,  daß  Ae  nit  die 
fchrift  lefen,  predigen  und  erbarlich  darnach  leben,  fie  m&ßen  mit  gewah 
buben  bleiben,  und  fo  einer  frum  wirt,  muß  er  entlaufen  oder  den  nechftcs 
an  ein  bäum  gehenkt.  darz&  verfüren  ^e  dann>  die  weltlich  oberkeit:  die 
muß  ihnen  zfi  der  Verfolgung  Chrilti  helfen,  delTen  exempel  hieher  z€  Tetzea 

85  wil  iezunt  nit  von  nöten  fein,  es  mochten  fich  villeicht  noch  etllch,  wann 
Qe  ir  bubenftnok  recht  merken,  taglieh  beßem.  wann  fie  ie  mit  der  welt- 
lichen oberkeit  weiten  zu  thun  haben,  fo  folten  He  mit  der  verfchaft  d&fi 
fo  öffentlich  hurerei,  gotts  lefternng  nnd  onehr  feins  worts  nnd  der  heili- 
gen wer  abgethan  worden,    aber  nein,  fie  geben  der  weltliehen  oberkeit  Ar, 

40  wie  bapft  Adrian  an  die  von  Bamberg  gefchriben,  es  fei  iezunt  ander  geift- 
liehen  oberkeit,  wa  aber  die  weltlich  oberkeit  nit  weren  werd,  fo  werden 
fie  die  nechften  fein  die  hernach  leiden  müßen.  Bifch.  Es  ift  vaft  der 
felb.  Hnrnw.  Nein,  lieber  herr,  mit  der  wehliehen  oberkeit  haben  wir 
nichts  dann  alls  g&ts  zS  thun.    von  der  felbigen  haben  wir  in  götlicher .  ge- 

45  fchrift  gebot,  aber  von  des  bapfts  hudelmans  gefind  ift  nit  ein  b&chftab 
vorhanden,    es  ift  uns  in  alle  weg  der  weltlich  gewalt  leidlieher  dann  der 


285 


falfch  geiftUch.  die  weltlieben  nemen  lieh  der  leelen  and  coofciens  ntchu 
an,  ibnea  iAa  nur  umbs  zeitlich  9Ü  Uran,  dife  aber  wollen  gewalt  haben 
über  nnfer  feien,  underßan  una  mit  iren  tollen  onnützen  geboten  nnd  or« 
denungen  sil  verdammen,  darzu  das  zeitlich  gut  auch  zu  nemen,  nit  minder 

5  dann  die  weltlichen,  das  thant  fie  mit  gleifnerei  nnderm  namen  nnd  fchein 
unfer  lieben  Iranen,  der  lieben  heiligen  nnd  mit  dem  falfcheu  erdichten 
gottsdienft.  und  ob  fchon  die  weltlichen  biß  her  zu  zeiten  dem  gemainen 
man  mer  ab  genommen  dftnn  ihn  von  recht  gebärt,  fo  ifts  doch  yertragii- 
eher;   dann  fo  land  nnd  lent  mit  kriegslenfen  angefochten  werden,  m&ßen' 

10  fie  anch  ihr  üirn  darheben,  fo  die  bifchof,  die  große  faifte  äbt,  die  reichen 
Chorherren  und  andere  pfaffheit  hinder  hübfcben,  feiften  und  glatten  huren 
ficher  ligen.  Cunz.     Stolper  nit,    öchslinl  Uarnw.    Es  ift  hans. 

auch  fo  haben  die  weltliehen  der  fchinderei  ein  exempel  von  den  geiftlichen 
genommen ;  dann  da  der  bapft  mit  feinem  falfchen  und  erlognen  ablaß,  auch 

IS  andern  fanlen  alefanzen  gelt  mit  hänfen  anß  tentfchem  laut  hat  laßen  fü- 
ren, haben  die  fürßen  und  herm  zol  und  ander  befchwemng  angefangen 
auf  ziL  richten,  gedacht,  ifts  den  geilUichen  nit  fand,  fo  wer  es  ihnen  auch 
recht,  noch  ift  der  fürften  befchwerd  gar  yil  ringer  vor  got  dann  des 
bapfts,  der  uns  nit  allein  umbs  zeitlich  hat  befchißcn,  fonder  anch  an  unfer 

au  feelen  fchantlich  verfurt  hat.  das  kan  nun  got  nimmer  leiden,  hat  fein  volk 
angefehen  und  fich  über  fie  erbarmet  und  wil  fio  vom  Pharaone,  auch  den 
Zauberern  Egypti  erlöfen  durch  Chriftum  Jefum.  der  bat  iezt  mit  dem  getft 
feines  monts,  das  ift,  mit  dem  heiligen  evangelio  den  menfchen  der  fand 
und  den  fun  der  verderbnus  geiftlichen  getödt,  das  ift,   des  bapfts  und  fei- 

S5  nes  ganz  anhange  wefen  und  regiment  ift  und  wirt  mit  dem  wort  gottes 
erklärt  nnd  gezaigt,  daß  es  ein  falfch,  ertichts,  erlogen,  gotlos,  tenfelifch 
gefpenft  ift.  Bifch.    So  ift  der  lutherifchen  handel  gar  auf  ufmr  ge- 

rieht.  Hurnw.  Eins  leiblichen  aufrurs  oder  buntfchucbs  darf  der  bapft 
mit  der  pfafheit  nit  furchten  nnd  warten  von  den  waren  chriften,  dann  eim 

80  waren  chriften  gezimbt  nit  mit  fchwert  z&  fechten,  fonder  wa  er  an  den 
rechten  backen  gefohlagen  wirt,  fol  er  den  andern  auch  darheben,  und  fo 
ihm  der  rock  genommen,  fol  den  mantei  anch  laßen,  es  ift  nie  befchehen 
und  wirt  nit  darz&  kommen,  daß  die  waren  chriften  die  onchriften  oder 
falfch  chriften  verfolgt  oder  z&  tot  gefchlagen  haben,    dann  foleh  ampt  ift 

35  der  onchriften,  der  tyrannen  und  der  falfchen  chriften*  denen  gebnrt  anß 
gottes  verhenknus,  daß  fie  die  waren  chriften  verfolgen,  verbannen,  ver- 
treiben, kerkern,  ftdoken,  blöckto,  fleden,  braten,  martern,  verbrennen  oder 
fünft  töten,  wann  aber  got  wirt  eraehten  und  wollen  die  falfchen  geiftli- 
chen und  die  weltliehen  tyrannen  hie  in  zeit  ftrafen,  fo   wirrer  ein  aufrur 

40  durch  den  Türken  oder  durch  falfche  chriften  über  fie  erwecken  oder  an- 
richten und  ein  gotlofen  an   den  andern  hetzen.    Jefa.  XXI.    Jer.  LI. 
Bifch.    Es  dunkt  mich  wol,  die  kiitser  feient  fchon  auf  nns  gefchnitzt. 
Hurnw.    Nu   hör   doch  einer  wunder  zu,   weil  man   den  guten  herren  in 
ihr  hurn  und  gotlos  wefen  tregt,  fo  muß  man  tnrkifch  nnd  ketzerifch  fein. 

45  ich  muß  einmal  das  rauch  gar  herauß  keren,  auch  mit  der  weltliehen  ober- 
keit,    die  mit  dem  teuflifchen  volk   dran  feint  in   vilen  laftern.  Cnn« 


286 


Gemach,  d&ß  es  aach  zu  leiden  iü.  Uarnw.  ZwiOcben  der  lägen  uik 
warheit  ift  kein  mittel,  daa  yerwiinderti  mich  überauÜ,  daß  die  weltlicbei* 
(wie  ^-ot  ich  acht  etlich  mit  gaben  bellocben  und  geblendt,  etlioli  darch  die 
gieifner  verfart  und  etlich  aiiß  ouTerRaut,  auch  unwißenheit  gütlicher  ge- 
s  führift)  dabin  gebracht  Teint,  daß  fie  ihnen  fo  vil  öffentlicher,  fchentlicher 
laAcr  überfehen  und  zum  förderten  lieber  ein  öffentlicher  hnrer  zum  pfarr- 
herrn  dann  ein  frummen  ebeman  haben  ^  und  helfen  gar  cmftlich  die  bäplt- 
liche,  feelmörderirche,  ärgerliche  nach  der  main«ng  Pauli  teufeUfche  fatzuag 

'     von  der  pfaffen  onkeufche  keufcheit  hantbaben.    fünft  feint  üe»   was  xeiUich 

10  gut  antrifft,  dem  bapft  und  den  bifchoffern  gar  frei  und  dapferlich  in  ibrea 
fialfcben  gewalt  gefallen,  haben  ins  decretal  gar  ritterlich  griffen,  verachten 
den  ban  und  ander  onnütae,  fchedliche,  geltluchtige  und  onbilliche  de» 
bapfts  und  der  bifcUoffen  befch werden,  fatznng  nnd  tyranuei,  and  thunt  gar 
recht  dran,    aber  iie  folten  größern  ernft  und  fleiß  ankeren  die  ding  ab  zu 

i&  ftellen,  die  nit  nur  zeitlich»  fonder  gar  vil  mer  die  feelen  verderben.  Ii« 
folten  den  pfaffen  in  keinen  weg  gftatten  fo  öffentliche  hurerei,  fo  die  bi- 
fchoffcr  nachlaßen  umb  gelt,  fonder  das  fchantlicb  öffentlich  hurenleben, 
das  ergerlich  ift  vor  Juden  und  Türken  und  vil  feelen  dem  teafel  heimfürt 
ganz  abthnn  und  mit  gewalt  weren.        Gun«.    £i,  meifter,    nit  fo  bös!  e» 

20  feint  auch  ein  teil  unfer  vetter,  fchweger  und  fünft  nah  gefreunt.  man  kao 
den  pfaffen  die  huren  nit  wol  weren,  man  woit  dann  ihnen  die  ehe  frei 
laßen.  Uurnw.  Da  reiß  mirs  rauß.  Gunz.  Ja  die  weltlichen  be- 
forgen,  weil  die  pfaffen  all  wegen  drus  und  beul  mit  ihrem  geia  and  lift 
haben,  wann  fie  ehekint  betten,   Iie  w^urden  nnderftahn  voUent  allen  gewalu 

35  ehr  und  gut  zu  ihren  bänden  zu  ziehen  und  under  ßch  zu  bringen,  fo  mödit 
darnach  aber  niemants  vor  ihnen  genefen.  Hurnw,  Man  muft  den  bi- 
fchoffern verbieten,  kein  Ölgötzen  mer  zu  fchmiren  und  noch  die  überigen 
onnütze,  müßige  pfaffen  und  mönch  laßen  abfterben.  wann  iedes  dorfe  ein 
guten  pfarrherrcu  hett,    der  daa  evangelium  prediget,  wer  eben  genug,     wa 

^  dann  noch  fchätz  der  kirchen  überig  weren,  folt  mau  die  außteilen  wie  der 
levit.f.  Laurentius  gethan  hat.  Gunz;  Das  wirt  den  geiftUchen  herren 
noch  lang  nit  fchmecken.  Bifch.    Mir  nit  der  katzen,  dann  würd  ich 

ein  rofs  mußen  han,  das  hieß,  ite,  ift  mir  nit  wol  gelegen.        Hurnw.    Ift 
dann  das  fo  ein  feiner  ftant,  fodomitifeh   leben,    darnmb    got  Sodoma   und 

3fi  Gomorrha  verderbt,  heut  ein  hur,  morgen  ein  andere,  ja  öffentlich  2U  Zeiten 
vil  huren  haben  und  dannocht  mögen  bapft,  bifchof,  priefter  und  pfarrberr 
werden  wider  alle  gottes  and  Ghrifti  gebot,  ja  der  bapft  ihr  öberßer  ift 
der  höcbft  pfaff  Priapi  und  alle  die  ihm  anhangen  feint  der  hnrerei  patro- 
uen,  mit  welchen  Paulas   verbeut  zu  eßen  nnd    trinken.     1  Cor.  V.  wie  fo] 

40  dann  got  in  ihnen  wonen?  Ganz.    Far  fchon!  Hurnw.    Ich  woU 

daß  ich  bei  unf<u'm  bifchof  wer,   euer  gnad   muß  mir   verzeihen,   ich   wolt 
dem  erzhumwirt  anderft  t^r  heut  gähn.  Bifch.    Wa-ift  eaer  bifchof 

her?        Hurnw.    Der  landsharenwirt   ift  bifobof  zu  Noppenftat  im  laimcn 
tal.        Bifch.    Kenft  du  ihn  auch,  wann  du  ihn  feheft?        Harnw.     Nit 

4&  halt,  er  ift  nie  vil  in  nnfer  kleinen  ftat  gewefen,  es  ift  fonderlich  nit  vil 
guts  fchlecks  da,  auch   wenig  fuhöner  junkfrauen,   drnmb  acht  er  onfer  nit 


287 


vaft  mit  io(n<Mn  gotsdienfl.  aber  ich  hoff,  er  werd  mich  woi  lernen  kennen, 
euer  gnad  hat  aber  fein  kuntfchaft.  Bifch.  Ja,  ein  wenig.  Hurnw. 
Es  folt  ihn  keip  frummer  kennen,  auf  daß  er  nit  von  im  anch  verfurt  würd. 
er  hat  kein  rn,   man    fei   dann   ihm    in  alle  weg  gleich.  Bifch.     SoUen 

5  wir  dann  kein  aderläßerin  haben,    fo   waiß    ich  nit   wa  aiiß.  Hurhw. 

Paulns  räfh  eneh  alft)  'ein  bifchof  fol  einer  franen  eheman  fein,  fol  züch- 
tige kinder  ziehen'  etc.  Bifch.  Wir  dorfens  nit  thnn.  llnrnw.  Aiiß 
was  mfach?  Bifch.  Die-  ehe  Ül  uns  und  der  prießerfchaft  nach  bäpl\- 
licher   ordenun^  verboten.  Hurnw.     Cunrade,    wa  wirt  die   ehe   den 

lu  pfaifen  im  docret  verboten?  Cunz.     Dummel  dich,  mutz!  Hurnw. 

Wie   laut«?  Cunz.     XXX  di.  c.  placuit  und   XXVII   di.  c.  prefpiteris 

und  dift.  c.  nullum.  Hurnw.  So  feint  es  eben  die,  da  Paulus  von  fagt, 
fie  werden  die  ehe  verbieten,  lieber,  fag  mir,  haben  nit  vor  alten  zelten 
die  bifchof  und  priefter  eheweiber  gehabt?         Cunz.    Ei  ja,  dann  der  groß 

IS  lerer  Gregorius  Nazianzenus  ift  zu  Nazianzon  an  foins  vaters  Hat  (der  anch 
ein  frommer  bifchof  gewefen  ift)  naclf  feinem  tot  zum  bifchof  erweit  und 
gefetzt  worden,  nnd  der  heilig  martyrer  Eupfychins  zä  Cefaria  prießer  ge- 
weft,  hat  auch  gleich  vor  dem  ehe  duß  er  gemartert  ift  worden,  fich  ver- 
ehelicht, item  in  concilio  Niceno  der  frum  heilig  man  Paphnutius  (der  doch 

20  der  ehe  onerfaren  was)  wolt  nit  verwilligen,  daß  die  priefter  fulteu  nit  bei 
ihren  ehefrauen  ligen  und'fprach,  der  eheleuften  beiügen  wer  ein  keufcheit, 
nnd  ihm  ward  von  der  ganzen  verfamlung  verjatzt.  on  ift  difer  heilig  man 
ingedenk  gewefen  der  Worten  Chrißi  Matthei  XIX  und  l  Cor.  VII,  da  die 
ehe  gelobt,  geratben  nnd  niemant  verboten  wirt.    aber  auß  gottes  verhenk- 

^^  nns  hat  der  bapft  mer  auß  onwißenheit  nnd  auß  onachtfamkeit  (glaub  ich) 
gotlicher  gcfchrift  und  auß  menfchlicbem  gut  bedunkcn  dann  auß  frevel 
gemeinlich  den  prießern  nnd  diacon  die  heilig  ehe  verboten  und  ihnen 
keufcheit,    die  doch  in   niemants   gewalt  Ilaht,   geboten.  Hurnw.     Ich 

glanb  auch,  es  fei  auß  guter  menfchlicher  meinung  und  gut  bedunken  gefclie- 

HO  hen,  aber  folche  menfchliche  anfeng  gerathen  gewonlich  zum  böfen  end  und 
ifl  alfo  alle  gleifnerei  aufkommen  wider  gottes  wort,  dweil  man  mer  men- 
fchen  leer  dann  gottes  geheiß  angenommen,  darumb  i(l  gfit  bedunken  von 
got  Deut.  XII  verboten  und  follen  nur  das  thun,  das  uns  got  geheißen  hat. 
des  feint  dife  bäpftliche  fatznng  ergerlich  vor  Juden,  und   beiden,   und  daß 

35  ichs  mit  cim  wort  fag,  ganz  feelmorderifch.  nnd  die  weil  lie  der  bapll  fampt 
feinem  häufen  nit  widerrufen,  feint  ße  boten,  jünger,  ja  der  Antichrid  felbd. 
wie  ift  es  doch  immer  Zugängen,  daß  etlich  bifchof  und  priefter,  die  doch 
in-  gotlicher  fchrift  wol  erfaren  dife  fchädliche  fatznng  des  baplls  angnom- 
men.  Cunz.     Es  waiß  noch  mancher,    daß    vil  dings  onrecht  ill,  wolt 

40  dir  wol  etlich  nennen,  wollen  dannocht  den  bunt  nit  heben,    aber  die  grie- 
chifche  pricfterfchaft  hat  difer  bäpftlichen  fatzungen  nie  wollen  geleben. 
Hnrnw.     lezt  merk  ich  wol,    daß  die  Römer  bitlich  uns  Teutfchen  befticn 
nnd  narren    heißen,     es   }ft   meins  bedunkens   ein  große  narrheit  an  unfer 
pfafflieit  gewefen,    dweil   üe  als   wol  als   Adams  kint  feint  als  die  Griechen 

45  und  lieh  aber  den  bapft  haben  von  gotlicher  fchrift  laßen  treiben  nnd  die 
leer  der  tcnfel  vom  bapß  angenommen,     es    folten   fich   noch  auf  difen  tag 


288 


die  bifchof  wider  dife  onchrißliclio  ordenusg  legen,  verachten  nnd  nit  hal- 
ten.. Cunz.  Ja  wart  drauf,  die  bifchof  feint  all  mit  eit  Terpflieht  dcc 
bapft  fein  geßitx  zu  halten,  die  befchätzen  und  banthahen,  Hnrnw.  Ih«- 
weil  götlich  gefchrift  und  des  bapfts  fatzung  nnd  befonder  tob  dar  ehe  iri- 
5  der  einander  feint  nnd  der  herr  fpricht  ^niemant  mag  zweien  herren  di«- 
nen',  fo  mnß  folgen,  daÖ  gleich  in  der  ftnnt  fo  einer  bifehof  wirt  nnd  öci 
mit  eitpflicht  dem  bapft  verhaft,  gottes  verlangnen  mnß,  an  got  trenloe  es: 
meineidig  werden,  dann  fein  gethaner  eit  bindt  ihn  des  bapfts  geietz,  du 
da  wider  got  in  dem  (lack   ift,  zu  erhalten,    darumb   fol  ein  bifchof  difes 

10  falfchen  onbillichen  eit  dem  bapft  nit  leiften,  fonder  fol  die  ehe  der  prie- 
fterfchaft  nach  götUeher  gefchrift  frei  laßen  nnd  die  hnrerei  keiner  dingec 
geßatten,  die  an  vilen  orten  der   heiligen  gefchrift  verboten  ill.  Ganz 

Ja  auch  im  geiftlichen  recht,   befonder   den   bifchoffern  und  priellero,  daoa 
fo  ein  bifchof,  priefter  oder  diacon  hnrerei  treibt,  fol  er  abgefetst,  aoß  der 

15  kircheu  geworfen  werden  nnder  die  leicn  bnß  zu  tbun.    item,  e<  Fol  keiaer 
eins  prießers,    der  gewislich  bei'  ihm  hat  ein  concubin,   mefe   hören. 
Hnrnw.    Lieber,  fag  mir,  was  verfcholt  ein  bifchof,  der  folch  und  ander« 
bäpftlicbe  ordenung,  die  chriftlich  feint,    nit  halt  oder  ntt  fchalft   daß   je 
gehalten  werden,   wann  er  fchon    from   ift.         Ganz.    Er  wirt  meineidig. 

80  dann  er  halt  fein  eit  nit  und  fol  feins  ampts  beraubt  und  entfatzt  werden, 
die  fnmmiften  fagen,  er  w«rd  meineidig,  und  der  Panörmitanus  fpricht,  tc: 
einem  folchen   preisten   mögen   die   underthanen   weichen.        Hnrnw.     S 
thnnt  die  ftät  im  reich  nit  onrecht,   daß  iezt  ihre   bifchoffer  fnr  hirteo  oi: 
erkennen,  ihrer  läufigen  mandaten  nit  achten,  ihnen  felbft  wäre  bifchof  od«. 

25  feelforger  erwelen  und  fetzen,    onangefehen  des  bapfts  blitzen  nnd  donderc 

Bifch.    Wir  ftrafen  doch  die  hurerei  in  der  priefterfcbaft        finrn« 

Ja  wie  ein  hurenwirt  feine  huren,    er  nimbt-  hurenzins   von  inen   nnd  lai^t 

fie  für  und  für  in  der  hnrerei  bleiben,   alfo  thnnt  ihr  bifchof  auch.       Bifch 

Es  ift  der  brauch.         Hnrnw.     Strafen   und  abthun  fo  lanta;   wann  aber 

so  einer  nit  darvon  laßen  wil,  heimlich  ermant,  fo  fol  man  den.,  in  ban  thnru 
ich  glaub  auch  nit,  daß  ein    bifchof  mög  umb  bit,  umb  Ion  oder  mab  gelt» 
willen  den  prieftern  hurerei  geftatten  oder  verwilligen  auß  ihrem  decr«c 
Gunz.    O   wee   nein,   keins   Wegs;    dann  welcher  bifchof  folcha   tbvt,   fol 
vom  ampt  gefetzt,  ein  onznchtiger  bunt,  nit  ein  bifchof  genent  werden. 
85  Hurnw.    Noch  eins,    mich  dunkt,  die  bifchoffer  dringen  vaft  auf  die  alten 
lerer,    feint  fie  dann  auch  f&r  fie   oder  nit?        Ganz.    Die  lerer  yon  drei 
oder  zwei  hundert  jaren,   nemlich  der  betler  örden,  als  Thomas  und  Bona- 
ventura, auch  andere  mer,  feint  z^  teil  für  den  bapft  und  bifchof,  daromb 
hat  fie  der  bapft  auch  geheiliget,    aber  die  ganz  alten  lerer,  die  got  gehei- 
40  liget  hat,  die  mögen  bapft  und  bifchof  nindert  leiden,  fo  mögen  fie  anch  die 
obgemelten  fprüch  im  decret,   weil  fie  auß   den  alten  heiligen  lerern  gezo- 
gen, iezunt  nit  dulden,    fant  Bernbardus    ift  unter  den  alten  lerern  der  letä 
uud  hat  in  concilio  Remenfi  ein  predig  getban,  folt  es  iezt  zfi  Trient  Chri 
Aus  felber  (ich  fchweig  fanct  Bernhards)   thun,   er   würd  mit  dem  leben  nit 
46  darvon  kommen,    dann  er  fchilt  die  bifchoffer  ranber,  blntfauger,  rergleicht 
fie  den  fchreibern  und  pharifeern,  dem  böften  könig  Hieroboam,  dem  Judas 


Scariotb,  dem  Herodi  nnd  Pilsto  und  seigl  ihnen  ihren  praeht  nnd  heAirt 
frei  an.  dee  gleichen  über  den  XC  pfelnen  in  der  recbften  predig,  da  rürt 
er  den  miabrancb  der  lesigen  kirefaen  nnd  fehonet  niemante.  dem  bapft  fi^^ 
•r  aeeh  fein  teil  in  der  epiftel  die  er  gefchrtben  hat  xfim  bapft  Bngeaio  III. 
5  Hurnw.    AUb  feint  die  bilbhofibr  dnrch  ihr  eigen  lafter  bei  aller  weit 

billieh  gefehendet  und  ner  fchantlieher   dann  alle  hnrenwirt  in  der  gansen 
weit,  blntlkeger,  febinder  nnd  fchaber  der  amen  lent  mit  sinfen,  sehenden 
nnd  allerhand  fchelmerei  and  fcbinderei,   wie  Be  die  erdenken  mögen. 
Bifch.    Wir  haben  macht  ond  recht»  sine  und  sehen  ein  sfi  nemen,  dann 

10  iie  feint  one  alfo  geftift.  Hnrnw.  Domne,  qnod  non  eft  yemm,  per 
denm,  fant  Terbam.  Cnns.  BoU  long,  wie  ift  mehi  meifter  fo  toI  latin 
worden  in  knrsem.  Hnrnw.  Ita  yere.  daß  ihr  bifehof  sins  nnd  sehen 
nemen,  das  thnnd  ihr  onbillich  nnd  wider  got,  dann  dar?on  gehört  den 
armen  anch  ihr  theil.    das  leiften  ihr  nit,  ihr  mainen  dann  damit  ener  on* 

ift  ehrißlich  ho^elint,  hnm  und  bnben.  weiter  ftaht  gefehriben  I  Cor.  IX 
*  welcher  bilchof  das  cTangelinm  nit  Tcrkändt,  der  fol  auch  Tom  evangelio 
nit  leben,  ir  predigen  das  eyangelinm  nit,  fchaifen  anch  nit  daß  es  von 
andern  trenlichen  Unter  nnd  rein  geprediget  werd,  dammb  ift  es  pnbillich, 
daß   man  euch   etwas   von    geiftlichen   götern    folgen   laßt,    dem   arbeiter 

80  (fprieht  Chriftns)  fol  man  Ionen  nnd  dem  £ia  len  fchalkbaftigen  knecht  nichts 
geben,  nnd  Paolos  "welcher  nit  arbeitet^  fol  anch  nit  eßen.'  darnach  muß 
man  die  geiftlichen  regiftriern.  Bifch.  So  haben  wir  noch  lant  nnd 
lent.  Hnrenw.  Das  felb  ift  anch  wider  got  nnd  gezimbt  Beb  den  bt- 
fchofiem  nit,   wie  oben  anch  gemelt.    vos  antem  non  fic,  (Jpricht  Chriftns. 

95  fonft  ener  ander  gefell  von  den  pfaffen  ift  eitel  fcbinderei,  blntgelt  nnd. 
milthsins  von  hnren  nnd  pfaffen  kindem.  ei  der  heiligen  bifchoffer  haben 
wir  nn.  was  lagen  ihr,  gnediger  berr,  dars^L?  Cnnz.  Tacet.  qni  tacet, 
conlentire  videtar.  Bifch.  Mit  fchweigen  verantwnrt  man  tU.  ich  hör 
wol,  daß  ihr  auch  mit  der  ketzerei  befudelt  nnd  yergiffc  feint  anf  nns  geift- 

30  liehen,  fo  mocht  mich  nn  anch  wol  wunder  nemen,  was  ihr  z&  Tretit  wei- 
ten machen,  weil  ihr  fo  heftig  wider  den  bapft  und  nns  geiftlichen  feit,  ich 
glanb,  folt  man  ench  da  erfam,  es  ward  euch  nit  wol  ergahn.  Hurnw. 
Ks  gang  wie  es  wöU,  ich  mnß  dahin  meine  handeis  halben,  den  ich  nnn  £o 
lang  mit  unfern  bifehof  gehabt  der  huren  halben,  damit  ihr  aber  den  handel 

3&  recht  verftaht  nnd  mir  nit  onrecht  gebt,  daß  ich  fo  hart  wider  die  geiftlichen 
bilchoffer  der  hnren  halben  geweft,  fo  horchent  mir  ad  noch  ein  wenig,  darnach 
mag  ein  ieder  wol  fein  ftraß  reiten,  dann  wir  feint  fehler  anch  zjt  Trent.  ich 
bin  ein  homwirt  und  heb  von  mein  bnrn  hnmzins  auf.  das  tbnt  unfer  bifehof 
auch,    da  gefchicht   mir   z&   kurz,    nit  deft  minder  mnß  ihm  ein  jar  lang 

40  groß  gelt  vom  gemeinen  bans  geben,  fo  hab  ich  ihn  nn  oft  darfiir  laßen 
bitten,  daß  er  mir  kein  intrag  thn,  aber  alles  vergebens,  dammb  ihm  den 
hanssins  nn  an^efchlagen  biß  sB  anßtrag  der  fachen,  die  ift  die  nrfach 
meiner  rais  nnd  wil  den  |iendel  alfo  felbft  dem  aller  heUigften  klagen,  werd 
ich  dann  bericht  anß  götlicher  fchrift,   daß  fich  ein  bifehof  mit  g&tem  nnd 

45  ficherem  gewißen  von  hnren  neren  mag,  wil  ich  in  meinem  ampt  auch  len- 
ger bleiben  nnd  fo   fort  an  mit  meinen  fchweftem  in   aller  Üppigkeit  und 

23 


t90 


k«rer«i  leben,  und  ob  ich  dnnn  fobon  ein  hnniwnrt  blib,  Ib  ift  es  dmcb 
den  bilbboflbrtt  ud  feetfoigern  nit  recbt,  dnnn  Cbriftn»  fpriohi  '  tr  toll  kie 
tteebter  der  weife.'  ja  ße  lenebten  wie  ein  dreck  in  einer  Inoem.  Bifch 
Dn  Wirt  man  dir  nit  tU  andiens  geben,  dann  da   bnmmen  nnr  gviftüebfi 

i  Ikmpt  ibxem  baapt  dem  bapft  xftlaaien,  die  all  in  der  ibch  bebaft  fein  na 
dnrch  lange  gewonbeiten.  Hnrnw.  Weil  dann  nn  der  bapft,  icb  mn& 
encb  dae  yaiete  geben,  mit  feim  gefiits  der  pfaflbn  bareiei  erbala,  die  bi- 
fcboffer  im  ganxen  land  den  pHellem  bnm  yergnnne«,  geftafelen,  ■achlefk« 
nnd  gelt  dmmb  nemen,  fo  lag  icb,  daß  der  bapft  aller  höcbfter  Täter  nsd 

10  hnrenwirt  genent  fol  werden,  die  enbifobof  erzbarenwirt  nnd  die  aader  U- 
Tchofifer  lantabnrenwirt  nnd  icb  nnd  meine  gleichen  der  felbigen  vionrü  is 
eamaUbne  die  geringften  feint,  noch  dannoebt  ancb  in  ehren  sA  btsacbea, 
wie  man  dann  ihnen  thnt.  aber,  lieber  berr,  weil  ihr  dann  metiiea,  kb 
werd  nichts  fchalfen,  diewcil  ihr  all  bnmwirt  leint,   To  wil.  icb  meiner  klaf 

n  gefchweigen  und  in  dem  argen  leben  mit  eaer  Mlf  fo  forfefturen,  ■wintn 
fohweftem  weiter  erlanben  tu  mer  b&berei  b&  fereÜMn  dann  Yor  Bio;  dasa 
knmmen  ihr  in  bimel,  fo  wollen  wir  aneb  hinein,  dayoo  foltern  ihr  am 
billici^  ftrafen,  dweii  ihr  encb  geiftllch  lent  t{L  fein  berhikmt  und  ma  forter 
mit  bantwerken  zu  neren  nnderweifen.        Bifeh.    Solche  thnnt^  dach  swar 

10  nnfer  befclcbhaber  in  allen  uniern  kircben  ift  aneb  nnfer  befeleb,    ftote  vea 

hnrerei  efi  fiftgen.         Haren w.    Sie  mögens  Tilleiebt  woi  lagen,    aber  «f 

kert  fich  niemant  dran,   das  fihe  ich  woi.    wae  die  nrfiwh   ift,    ratben  ir' 

Bifeh.     Ich  und  fie  haben  das  nnfer  gethan.        Cnns..  Ihr  thnats  ji. 

ehe  einer  eine,  er  hett  ehe  zwo  bei  einander,   ob  ein  gfit  gefell  nach  etws» 

Sft  dorft.    es  heißt  doeere  nnd  facere,  ße  ibgens  und  thnnts  nit.     wann  ir  se 

euch  felbs  anh&ben,  griffens  an  nnd  tbeten  die  hnren  hinweg,   gebon  to  gu: 

exempel  wie  mit  den  werten  fo  auch  mit  den  werken,  nnd  nemeii  ehewei- 

her,  Tiileicht  beßerten  wir  ans  nach  nnd  ftiinde   auch  deft  baß  in  der  weit. 

Bifeh.   Paulus  fpricht  'wer  ein  weih  bat,  der  forget,  wie  er  dem  weib 

80  gefall,  wer  aber  on  ehe  ift,  der  forgt  was  den  herren  angehört,  wie  er  de» 

gefalle,    fo  mögen  wir   in    unferm  ftant  on   die  ehe  defter  baß  got  dienea 

Hurnw.     Sihe   da,   können    ihr   iezt    die  fchrift  auch  herlnr  bringen- 

hett  ich  das  lengeft  gewift,   wir  wolten  anderft  sfim  Hainzen  getreten  leie 

aber  es  ift  noch  zeit  genug,   wanns  nur  woi  wölt.        Bifeh.    Ihr   Intberi* 

n  fcben  macbens,  fünft  wüften  wirs  nit.        Cnn«.    Das  wer  gftt,   wnm  euch 

der  Luther  in   die  fchrift  möcht    bringen.  Hnrnw.    Bi  fie  feint  nit  fo 

einfeltig.    ich  merk  woi,  iie  nemen  nar  heranß  was  ihnen  gelelt  ftnek  wci^. 

Bifeh.     Die  lutherifcben  thnns  auch.         Hurnw.     Was  andere  tbant. 

laß  ich  fte  Tcrantwurten.    got   für   ons   all,   ein  ieder  fnr  Beb  ielbft.     ich 

40  hab  biß  her,  als  ich  hoff,  die  fchrift  mit  eneb  gebracht,  daß  ir  mir  folebi 
nit  anftrechen  können,  aber  euer  gnaden  wil  ich  nan  recht,  weil  ir  Icbrift 
gebraucht,  ins  bockshorn  treiben  auch  mit  der  Ibbrifi  habt  ir  eiaa,  wa- 
rnmb  habt  ir  nit  jiuch  das  ander  gelefen?  Bifeh.    Icb  hab   nie  nichts 

in  Paulo  glefen,  dmmb  nagftn  leicht  mit  mir  diQmtieiea.  aseine  Wbb  haben 

4»  mirs  fo  iogeben,  es   ftah  alfo   in  Paulo  gefchriben.    ich  weiß  all  wa. 
Hurnw.    In  gots  namen  folten  ^  euch   mer   fagen.    wie  ift  daa  got  ge- 


Ml 


diMt,  wwauk  9^  pltf  dM  faam  toI  bnni  oad  htti»kiM«r  hA  asd  fo  tÜ 
mw  TOD  in«!  genwtten  ilfc  dber  die  «he  dttn  «tfea  sniig««  möcbtea  «ofi- 
f^r«ck*D.  wcruinb  Tagmi  fia  ntt  euch  <l»a  fprneli  «Mh  im  Mtfiuig  dM  YII 
capltal«  s&i  Cor.  in  der  erBea.  der  wer  doob  aneli  wol  fir  eoch«  da  Faa- 
5  los  fprielii  *ee  ift  dem  menfcheo  g&fc  dafi  er  kein  weih  bernre.'  Bifcb. 
Der  wer  aach  nit  bö«.  Hamw.    Ja  fie  förehlen   deffen  fo  ball  draaf 

folgt,  aber  amb  harerei  willea  bab  ein  MgUeber  ünn  eigen  weib  aad  ein 
tegliehe  bab  iron  maa.  wer  ßcb  nna  nit  entbalten  kan,  der  freibe,  dann 
ef  ift  beAer  ireihea  dana  brenaen.    bie  ift  weder  bapft  nocb  bader  aadge- 

20  nommen,  er  fei  dana  recbt  yerlbbnitten  omba  reieb  der  bImmeL  Bifcb. 
Bae  ift  aach  fir  aae,   wir  tbvna  amb  dee  himelreichfl  willen.  Hamw. 

Ja  ibr  eotbalten  eaeb,  waaa  ir  aUeia  feit,  ja  folten  ir  belbfanitteo  Tein  amb 
gotta  willen,  betten  ir  billleb  nit  (b  dicke  köpf,  es  gilt  nit  ein  oder  awen 
oder  TÜleiebt  aebt  tag  fiob  enibalton  and  damacb  eia  wolftlüll  holen,   wann 

1^  daa  reobt  wer,  fo  aom  wol  aiemante  dae  ander  aad  bebälfea  fich  aaA  dem 
fteigrail.  dweil  aber  das  alles  barerei  ift,  Ib  fol  ein  ider  fein  eigen  arsnei 
han,  das  ift,  feia  eigen  eheweib.  aad  darin  fpriefat  Panlaa  weiter,  laß  ^eh 
keiner  verfareii,  dann  weder  die  baier,  aoch  die  abgottilbbea ,  noch  die 
Weichling,  aoch  die  kaabealbbänder  (daroa  habt  ir  Ro.  I  weiter)  noeh  die 

90  diebe,  noch  die  geitigen,  noch  die  tranken  böU,  noch  die  fchelter,  aoeh  die 
riaber  werden  das  reich  gottes  ererben,  wie  kfint  Ir  na  «gleich  dea  her- 
rea  and  der  hären  anbangen?  Cuns.  Es  gabt  %^  wie  Horatias  fiihribt 
*poftico  ftklle  clientem.'     die  meU  mnft  ein  weil   gedolt  habea.  Bifcb. 

Hat  aas  der  tealsl  da  mit  Paulo  befcbißen,  ftaht  das   darin,    Ib  weift  ich 

»5  nnfer  kein  rath.  Hnrnw.  Gewis,  dann  der  bapft  mit  Ibim  haaftn  ift  in 
den  ftaekea  gar  meifterllch  abgeoMÜet:  das  wolt  ich  wol,  wann  wir  die 
weil  betten,  dnrch  alle  paaetea  baß  darthaa.  Bifeh.  Es  ift  fehler  mit 
dem  %9l  rlL  redent  weiter  was  ibr  wöUeat.  ich  gib  miob  erwofcht,  dann 
wann  Ir  mir  fohon   lang  ron  Paalo  fagea,   fo  weiß  ich  ait,    ob   ee   fo  fei 

so  oder  nit,  and  darf  wol  Ibgea,  daß  ieh  meia  leben  laag  nie  über  acht  xeilea 
ja  Paalo  gelefea,  die  ftahn  In  meinem  mellibaeh,  die  fol  ich  Izunt  leCen  nf 
mein  erfte  mefs.  hat  er  mer  gefohriben,  da  weiß  ich  nichts  von.  Cnn- 
rad.  Bone  deas ,  ift  aber  das  nit  zA  ei%annenl  noch  wolt  ieh  lieber  ein 
hnmwirts  knecht  (nit  das  es  recht)  dann  ein  folcher  bilbhof  fein.      Huraw. 

S5  Hat  ener  gnad  noch  nit  fein  erft  mefs  gefangen,  fo  rath  ieh,  daß  irs  nim- 
mer thant,  dann  darin  treibt  der  bapft  mit  feinem  häufen  die  gröfte  gots- 
lefternng,  fo  ihe  ron  der  weit  anfang  her  begangen.  Bifch.  Ei,  lieber, 
fchweig  ftilit  es  wer  nit  ein  wander,  daß  ans  hellifch  feoer  rerbrent  oder 
die  erd  verfchlickt.        Hnrnw.    Ich  förcht  mir  nit  ror  der  weit  die  war- 

40  beit  z&  reden,  es  folt  wol  ehe  gefcheheo,  weil  ihr  die  warheit  nit  hören 
wöU  und  eben  nmb  des  meAbalteas  willen,  weil  ihr  noch  fnr  nnd  fir  in  der 
mefti  Cbriftnm  wideromb  crensigen  nnd  opfern.  Bifch.  Ir  feint  erzketser, 
das  hör  ich  nun  wol.  ir  hettent  mich  fehler  etwas  bewegt  mit  der  faarerei, 
fo  weit  ihr  erft  am  leften  ein  böfen  raaeh  binder  each  laßen   mit  rerach- 

46  tnag  der  beiUgea  meft.  Haraw.  ..Die  heilig  mels  ift  recht,  aber  ait  die 
papiftifeh  meft,  die  wol  fo  vU  ftaeklhi  als  eia  (bhneiderkailen  bletslin  hat. 

23  • 


Zum 


Bifch»    Dm  wU  ieb  Jarbsingea;   oail  w«rä  ieh  euer  eiaes  z&  Tric^ 
gewar,   er  mofi  brennoD,  musIi  wann  ein  lant  an  ihm  gdegea.  Cnaz. 

Da  wU  ieh  nit  relpondiern,  es  wer  dann  exoHifiTe.  weit  hindan  ift  g^  fir 
gefebüts.  Hurenw.  Ei,  lieber  berr,  nit  werdent  s&r  lata  sonrig,  iob 
ft  bit  ench  darfar.  habt  uns  niehts  Ar  übel,  es  ift  fm  Ichimpf  geradt. 
Bifeb.  Ja  im  fcbimpf  and  ernft  redt  man  die  warheit.  Onna.  Dtt  hei, 
gnädiger  herr,  laßens  auch  bleiben,  ea  ift  nun  seit,  fortan,  melAert 
Hnrenw.  Ade,  gnediger  herr,  habt  ans  niehts  für  «bei,  den  glaieben  wir 
euch  auch.  Bifch.    Hat  mich  der  tenfel   mit  dem  hnmwirt  belcliifi». 

to  er  und  fein  knecht  wißen  mer  dann  ich  nnd  all  mein  pihffen.  ea  ift  gur 
daß  mein  hofgeßnd  fo  weit  fomen  anßgeritten,  Sie  hettens  gewis  fanft  aaeb 
▼erfart  nnd  uns  in  ein  Terachtong  bracht,  daß  wir  fo  gar  ongelert.  wie 
£o\  ich  mich  aber  non  in  difen  ÜKchen  halten?  ich  maß  es  irem  bilchof  anfi 
wenigft  anzeigen,  daß  er  ihnen  filentinm  imponit,  daß  diß  gelpreeh  nit  wa- 
ll ter  außknmp,  es  were  fünft  der  teafel  gar  im  swilch  nnd  wolt  ein  iedsr 
ritter  an  uns  werden.  Ganz.  Wa  bleibt  aber  nnfer  haadel  ne,  meifter? 
wer  wil  ans  ein  anßfpmch  thon?  mit  difer  weis  ift  nnfer  koft  and  arbdt 
gar  Tcrlorn  and  weren  wol  daheim  bliben  bei  nnfem  jnnkfranen.  fiarnw. 
Der  bapft  fampt  feinem  befchoren  häufen,  als  ich  Tscftah,  Ueibea  für  mud 

10  für  in  ihrem  teofellfchen  leben,  des  folten  fie  nns  aneh  wol  mer  fterfcea, 
alfo  s&  bleiben  bei  ihnen,  dann  frummer  zu  werden,  oder  fo  wir  ihnen  ra 
hart  widerft&nden,  wol  verbrennen  als  ketzer  und  werent  doch  nit  defto 
beßer  bei  got,  weil  wir  noch  in  nnlerm  landlichen  leben  ftecken.  dnuab 
wer  mein  rath,    von  anferm  fchanüichen  leben  ab  zu  ftahn  bei  seit;   waaa 

15  nns  dann  etwas   widerfar,  fo  litten  wirs  doch  mit  beßerer  eonfciaiia. 
Cuns.    Ich  acht  wol,  es  wer  lang  zeit  gewefen,  hetten   wirs  nur  gelhaa. 
aber  der   fchoöd  gewin   ligt  dir  fo  wol  nndern  f&ßen  als  den  bilchotfen. 
H,urnw.    Verlnft  ift  för  lachen  gUt.  gewias  gemch  ift  wolfchaieckent,  aach 
▼om  haru ,  fpracl^  der  keifer  Yel^afianns.    doch  ift  dem  nit  anders.    wöUai 

10  wir  feiig  werden,  fo  maßen  wir  nns  beßem,  das  bös  irerlaßen  nnd  ^aa 
das  gut.  Ganz.  Hat  es  die  mainnng,  fo  ehe  deft  beßer,  dann  ea  Aaht 
alfo  gefchriben  Eccleßaft«  V  *  verziegs  nit  uf  von  tag  z&  tag  dich  zS  kerco 
in  herren,  dann  nrblützlich  v^rt  kommeo  fein  som  und  in  seit  dea  racba 
dich  zerftreaen.'   und  im  XGIUI   plalmen  ^heot  fo  ihr   hören  werdent  die 

SS  ftimm  des  berren,  fo  verftopfet  nit  eoeos  herzer.'  daromb  rath  ieh,  daß 
mir  den  ncchften  umbkeren ,  heim  reiten  jand  unfer  fach  beßer  dann  bißher 
anrichten.  Hnrnw.  Das  wil  ich  mit  der  hilf  gottes  thon,  von  meinea 
ampt  abftahn  und  büß  wnrken,  auch  meinen  Jnnkfranen  allen  ^rei  nrlaab 
geben,  fie  darz&  ernftlich  nnd  chriftlich  ermanen,  daß  fie  von  dem  fchant- 

40  lieben  hurenleben  abftahn  und  umb  begangen  fand  mit  uns  büß  wärfcea, 
auch  frummen  leuten  hin  forter  dienen  ombs  broi.  darnber  aUea  was  ich 
vom  hnrenfolt  bab,  dahinden  laßen  als  ein  verbaut  g&t,  nur  was  ieh  noch 
von  meinem  patrimonio  bab,  mit  mir  nemen  und  lugen,  wie  ich  mieh  daraoß 
mit  gots  hilf  nn  mög  redlich  emeren.    hat  got  im  fleifchliohan  Itoel  nit 

a  hurer  noch  huren  wollen  haben,  nit  ehebrecher  noch  ehebreeheria,  o  got, 
wie  wil  es  dann  mit  ualerm  chriftentum  z^ahn,  da  alle  weit  aiehia  aaderft 


898 


ih  dAM  Mebe  fthMtUcbe  w«rk.  was  wflt  «ber  da  ilnui,  Min  Gfinsle? 
Cans.  Wm«  ich  nor  ein  wenig  ehrliober  gtklddt  wer«  Co  woh  iob  wider 
heim  s&  meinen  frennden,  inen  heUbn  iineken  nnd  renten,  dfo  mioh  bei  den 
armen  banerelentUn,  ibfawarsen  l>ffot  and  wafierlKrag  leiden  bift  an  mein 
endf  vileicht  wirt  lieh  got  aber  ans  erlmrmea  and  feinen  Ibgen  in  onftr 
narong  oad  nach  düem  zergenUieben   da«  ewig  leben  geben.  Hnrnw. 

Amen,    febe  da  ander  icletder.    ade,  got  bewar  dicht         Cans.    Dank  dir 
got,  der  veneihe  ans  all  noTer  landl 

AMEN. 


IX. 

6  Blatter,  l^/t  Bogen  in  4.    Signatar  A!j  — B.    Die  TttelTeite  gibt 

Eyn   gefprech  /  Ton  dem  gemeynen 
Schwabacher  Kaften  /  als  darch  bruder  Heynrych  / 
Knecht  Ruprecht  /  Kemeri^  /  Sp&ler  /  vnd  jrem 
Maifter/des  Handtwercks   der  W  al- 
len Xiichmacber. 
▲  nno.  M.D.  XXiiij. 

Daranter  ein  Holsibbnitt,  die  onterredenden  Perfonen  in  der  Werhllatt  des 
Tucbmacbers  in  ihren  Qefcbaften  darftellend.  Bäckreite  des  erften  Blattes 
leer.  Anf  dem  2ten  beginnt  oben  der  Text,  der,  35  Zeilen  auf  jeder  Seite, 
bis  aas  Ende  der  vorderen  des  fechften  Blattes  fortl&nft.  Die  letste  Seite  leer. 

LESARTEN.  196,  6  Br&der  und  fo  mitanter  {i  för  fi.  196,  15  bteer- 
brew.         197.  1  Luthericb.        odder..        197,  3  ehr.       197,  8  odder. 

197,  26  darwydder  n.  To  Z.  27.         197,  33  ehr.        199,  7  wydder. 

199,  14  ebr.  199,  19  Jha.  199,  24  odder  a.  öfter.  199,  36 
w&I.  200,  4  yhre.  200,  14  ward.  200,  18  brüderlicher  u.  fo 
immer  &  in  diefem  Worte.  201,  5  Jhefum.  201,  11  ehr.  201,  19 
nehflen.  202,  31  T&l.  202,  34  lyber.  203,  3  yhnn.  203,  15 
noturfftigen.  203,  19  lentzpetler.  204,  4  ehr.  204,  15  lere 
fehlt.        204,  23  al.        204,  30  Hebt.        204,  34  al.        206,  15  Sebyn. 

ERKI.ARUNGBN.    196,  13  kemerin  eine  Perfon  die  die  WoUe  kämmt. 

197,  17  Torkommen  m.  Dat.  hindern.        198,  19  tanft  £  sa  28,  27. 

198,  83  den  iie  rot  in  fehen  d.  i.  den  die  tte  t.  i.  f.  199,  1 
Torfe baffen  in  der  aneh  fonft  üblichen  Bedtg  von  der  Beftimmang  als 
LegAt,  Schm.  3,  883.  199,  13  geit  gibt  wie  204,  8.  200,  9  es  ift  an- 
geXehen,  wie  man  heutsutage  in  S&ddeatfoblMidihgt:  es  Iftangeseigt  d.h. 


894 


ift  in  d«T  Ordnang.  80(K  ^  ^i^   döneade  er«   fir   döaeadcs   nut 

AbfaU  der  Endang  dea  Keutrimi.  SOO^  34  hontfch  (Vnlg.  1  Cor.  13,  5 
non  eft  mmbitioDi)  hoehfiahreiid,  oberttiUig.  505,  Id  beUn  woUn.  Vgi 
iber  diefes  fekOune  Wörtcben  Zarnckes  Kerrenfchiff  S.  CXI»  %g.  Gtimm 
Wb.  2,  63  fgg.  So  ift  mit  dtefer  Steile  denn  die  Heimetebereobticnng  die- 
fes  belan  entfcbieden  über  das  ünke  Uier  des  Oberrbeins 


Die  Heimat  diefes  Stückes  von  ungenanntem  Verfaßer  ans  dem  Jabre 
1524  gibt  ficb  darch  den  localen  Gegenftand,  den  es  behandelt,  felber  7n 
erkennen.  Scbwabach  liegt  2  Meilen  von  Nürnberg  und  gehörte  den  Mark- 
grafen von  Ansbach.  Das  Stück  ift  durch  feine  Schreibung  interelTaDt,  in- 
dem es  ftark  mit  niederdeutfchen  Formen  verfetzt  ift.  Dahin  gehört  du 
Vorherfchen  des  u  für  den  Umlaut  ü  in  für,  über,  furchten,  übel  n.  a.;  de« 
o  für  ö  in  können,  der  Genitivendung  is  in  gottis  198,  18.  202,  15  n.  dgt. 
Der  Wechfel  des  &  nnd  n  ift  genau  nach  dem  alten  Drucke  bewahrt. 


X. 

4  Blütter  in  4<*  o.  Ort  n.  Jahr.     Auf  der  Titelfeite 

Dialogns    Ton  der  zwitrach- 
tang   des   balligen   chriftenlichen  glaubens 
neulich  entftanden  /  dariü  der  menfch 
vnderricht  wirdt  /  wie  er  fioh, 
in  denen   vnd   andern 
irrtbombu   hal- 
ten  fol. 
Widerumb  fleyffig  überlefon 
gebeffert  vnd  gerne r et. 
RückTeite  leer.    Auf  der  folgenden  oben  die  Perfonenangabe,  darauf  beginbt 
Text,   der,  35  Zeilen  auf  der  Seite,   bis  gegen  Ende  der  vordem  des  vier- 
ten Blattes  fortlauft,  delTen  Rnckfeite  leer  ift. 

LESARTEN.  209,  5  hieten  u.  fo  Z.  15.  209,  16  früchen.  209,21 
jhens.        212,  15  Choma.        212,  33  s{i. 

ERKLÄRUNGEN.  207,  2  fchreibent  und  in  den  folg.  Zeilen  habent 
wie  215,  37  fchenkent  nndgebent,  218,  22  befchlahent  riditige  For- 
men mit  altem  t  der  3.  Perf.  Plnr.  207,  10  gelanbt,  wie  Z.  15  da 
gelanbft,  208,  29  Tom  gelaaben;  wie  aach  bei  bleiben  die  volle  Par- 
tikel 208,  21  fie  beliben,  210,  30  u.  811,  Z  belelben  Inf.,  210,  S6  er 
beleibt,  212,  3  er  beleih.  207,  12  fo  aof  diefe  Weife  d.  h.  wma  du 
den  eiaaben  der  Kirche  nicht  kenaft.  907,  14  bedarfeft  darnab  d. 


295 


e.  n.   wißen  branefaft  du  dftmmb   d.  fi.   nieht  zu  wiAen?  207,  17  ill 

n lindert  für  ill  nirgend  Torwarts,  hat  nie  den  Vorsag.  268,  2  aber 
bei  Toraoageliender  Negation  im  Vorder£»lBe,  fondern.  206,  7  ich  ihne 
Conj.  Präf^  Tollere  Form  tfieje.  208,  13  Torfner.  Sooft  noch  diaa  ne 
in  verfieren  208,  14.  209,  4.  13.  Terfüernng  209,  88.  ainteberlai 
geftalt  abfolafeer  Qenit.    Virig.:  allo  modo  2  TbelT.  2,  3.  909,  28  on, 

gans  abfolnter  Gebraoch  diefes  Adverbs.  210,  5  prenk  PI.  von  prank 
Prunk.  210,  9  känden=:  können.     So  216,  34.  217,  15.  16.  26. 

210,  16.  37  des  gefatz  mit  fehlendem  ■  des  Genitivs.  Von  diefem  damals 
baafigen  Abfalle  der  genitivifohen  ftarken  Flozion  im  Singnlar 
merken  wir  ans  anfern  drei  Banden  folgende  Beifptele  an.  In  Bd  I  S.  5 
Z.  189  Til  geldis  und  gut.  7,  3  am  ftam  des  creuz.  7.  21  md  andere 
g&te  frucht  des  glauben  (:  berauben).  13,  8  des  bölbn  Endecbrift 
(:  lift).  20,  32  alein  den  mangel  des  gots  wort  (:  ort).  ö&,  50  des  belli- 
fehen  grnnt  <:  außbnnt).  In  Bd  II  144,  19  des  bevelh  Cbrifti.  167,  87 
Ton  got  dem  fchöpfer  himel  und  erden.  199,  95  des  heiigen  kreuz.  In 
Bd  III  2,  7  des  wolloft.  2,  31  dins  fchweiß.  13,  30  lolichs  ampt 
fich  nnderzncht.  28,  37  die  fund  des  gefatz.  33,  12  des  letften  trug. 
37,  21  des  r eich s tag.  44,  1  feins  geiz  halb.  84,  31  anfers  nutz.  98,  31 
des  hochften  got  (:  fpot).  122,  8  des  hochwirdigen  gotes  wort  (:  gmort). 
122,  10  von  wegen  eines  finten  fchwein  (:  Rein).  184,  7  ins  bapft  recht. 
187,  8  des  bapft  wefeu.  193,  3  keine  weg.  Es  finden  fich  aach  Beifpiele 
fnr  den  Abfall  der  Flexion  des  Qenitivs  im  Plural,  fo  Bd  III  22, 
5  der  anwißen  menfch  nnderricht.  89,  23  die  zuknnft  der  verftoßen. 
Mitunter  begegnet  auch  der  Abfall  der  dativifchen  Flexion,  und 
zwar  der  ftarken  masculinifchen  im  Singular  beim  Adjectiv  oder 
Pronomen;  fo  in  Bd  I  69,  48  in  deotfcher  nation  mein  Vaterland;  in  Bd 
III  2,  14  in  g{it  willen.  160,  19  in  ein  grimmigen  geift.  184,  6  bei  mein 
eid.  (Die  Veränderung  der  ilarken  datir.  Flexion  in  die  fchwache  f.  zu  76, 
17  S.  251).  Auch  vom  Abfall  der  ftarken  dativifchen  Flexion  beim  Femi- 
nimum  im  Singular  merken  wir  ein  Beifpiel  an:  Bd  II,  143,  2  die  krön 
gehört  got  zu  als  ain  ietlich  kirchen  hailtom  oder  kleinatrz  ainer  i et- 
lichen kirchen;  wo  alfo  ftarke  und  fchwache  zugleich  abgefiillen  ift;  wäh- 
rend wir  Tom  Abfalle  der  fchwachen  dativifchen  im  Sing,  allein  noch  an. 
fähren:  Bd  III  29,  31  von  einer  ftat  z&  der  ander.  37,  3  itt  meiner  wol- 
befchloßen  apoteken.  166,  19  im  geii^lich  recht,  und  fo  192,  7.  Im 
Plural  fehen  wir  die  dativ.  Flexionsendung  fehr  häufig  abgefallen  bei  Sub- 
Aantiven,  aber  auch  bei  Adjectiven:  Bd  II  142,  1  von  neu  gebomen  k In- 
der. 142,  13  den  prieftern  oder  gleichfner  geben.  145,  26  mit  feinen 
gSten  bAcher.  147,  19  mit  Ariftot^les  und  der  gleich  heidnifche  bfi- 
eher.  148,  12  in  allen  ämpter.  166,  29  damit  fie  Ionen  iren  treutel 
(:  beute)).  304,  279  uns  armen  chriftenleut  (:  verbeut).  220,  883  uf  di- 
fen  nad  der  gleichen  wort  (:  bort).  Bd  III  25,  32  wann  es  allein  den 
volkomen  s&  gehör.  31,  18  mit  iren  fiedermüs.  34,  7  mit  andern 
fehffl eichler.  49,  18  den  wfitendea  banden  i.  a.  cortifan.  62,  19  Ton 
Iren  fchuldner.     85,  16  und  89,  27   den  nnbilUchen  verAoßen.     99,  35 


fondetn  helfen  nnfer  arm  feel,  da0  Re  nielit  leiden  ewtg  qnel.  115,  6  mit 
Tomfcben  bulln  nnd  gnadenbrief  <:  rief).  160,  lO'dns  wirt  mmn  an  irca 
fruchten,  das  ift  an  iren  ordnnng  oder  fatsnng  wol  erkennen.  l€lt,  1 
mit  filbem  nnd  lebendigen  opfer.  168,  16  von  nnfem  biehträter.  190, 
88  mit  g&ten  ezempel.  186,  17  mit  iren  geboten  nnd  ordnnng.  191,  3 
den  prieftem  nnd  labdiaeon  nnd  diacon.  204,  92  xfi  den  Bpherier. 
Abfall  der  fehwachen  Flexion  im  Accnfatlv  Sing,  xeigt  fidi  beiai 
Adject  III 65,  19  fo  bat  er  nne  allen  ein  gewiflen  leichtlich  weg  gelernt. 
Nach  folcben  Analogien  kann  es  nicht  wundern,  wenn  auch  die  Bnda^ 
des  Infinitivs  verloren  geht,  wie  Bd  III  138,  24  durch  kifen  nagen  bei߫a 
grein  (:  fchwein)  für  greinen.  210,  17  belleten  beftatigen.  Vnig.:  d« 
qnibus  alfirmant  1  Tim.  1,  7.  211,  2  der  dem  ew.   a.  n.  au  lendet 

der  die  Richtang  auf  das  Erangelinm  als  fein  Ziel    am  entfchiedenßan  rsf- 
folgt  und  dies  Ziel  erreicht.        211,  16  fg.  Infinitiv  ohne  lu  f.  an  4,  9. 
211,  17  als  durchaus.        211,  38  rerfigen  ft.  Verb.  &  hinfinken. 

Von  diefer  Schrift  aus  dem  Anfange  der  Reformationsseit  ron  einen 
unbekannten  Verfaßer  erhalte  ich  noch  einen  zweiten,  in  nichts  WefenUi- 
chem  von  dem  obigen  abweichenden  Druck:  4  BU.  in  4.  Auf  der  erfiea 
Seite  ßeht 

Dialogus   von  der  swLtrach- 

tljg  des  heyligen  Chriften- 

lichen  glaubens  neulich  entilanden  /  darin  der 

menfch   vnderrlcht  wirt  /  wie  er  fich 

ynn   denen   vnnd  anderen 

yrthumen  halten 

fol. 

Darunter   die   Auffuhrung  der  Ferfonen.     Auf  dem  zweiten  Blatte    beginnt 

der  Text,   der,  35  Zeilen  auf  der  Seite  bis  gegen  Ende  der   vorderen    des 

4ten  Blaues  fortläuft. 


XL 

4  Bll.  in  4®  ohne  Ort  nnd  Jahr.    Auf  der  Titelfeite  oben 

Ain  fch6ner  dialo- 
gus oder  gefprech  /  fo  ain  Prediger  münch  Bembne 
genant  /  vnd  ain  Burger  Silenus  /  vnd  fein 
Narr  mit  ainander  habent. 
Darunter   ein   Helzfehnitt,    die   drei  genannten  Ferfonen  im  Gefprach  dar- 
ftellend.    Ruckfeite  des  erften  Blattes   leer.    Auf  der  kweiten   oben  beginnt 
der  Dialog,  der,  36  Zeilen  auf  der  Seite,  bis  in  die  Mitte  der  vordem  Seite 
des  4ten  Blattes  geht.    Ruckfeite  delTelben  leer. 


m 


LrBBARTEN.  314,  87  Thoman.  216,  U  leiß.  216,  33  hetftde- 
noch.  216/ 17  bcichiger.  216,  31  relat.  217,  2  denocbt  nnd 
fo  317,  30.  217,  30  ginnen.  217,  34  euch  ain  fch.  318,  30 

denoeb. 

BRKLÄRUN6EN.  213,  2  för  enftor  TieUeicht  cnftos  zu  lefen?  313,  9 
beholfen   fein   behilfliob  fein.  313,  10  tr  fölt   darfur   haben   ihr 

rollt  dafSh*  halten,  folU  nberieugt  fein.  313,  18  danßen  draußen  f.  an 
10,  6.        214,  11.  32  waißt  nnorg.  f&r  weiß  und.  noch  in  diefem  Staeke 

217,  8;  aaßerdem  in  diefem  Bande  83,  5.  63,  5.  65,  35.  168,  37.  175,  36. 
In  Bd  I  29,  77.  In  Bd  U  4,  1  n.  A.  126,  36.  147.  35.  169,  161.  183,  387 
(:   gaift),  185,  354  (:  haißt).     Vgl.  er  darft  III,  72,  35.        314,  33.  36  n. 

218,  6  gttg  elf  ritz;  die  gugel  ift  die  Kapuze  am  Mantel  oder  an  der 
Kutte,  die  über  den  Kopf  gezogen  werden  kann,  dann  ein  Mantel  oder 
Kutte  felbil,  der  eine  folche  Kapuze  hat  Der  Ausdruck  geht  f^öttifch  auf 
Luther  als  Mönch.  214,  38  nichs  mit  Ausfall  des  t,  wie  noch  145,  27. 
169,  24.  177,  9.  184,  15.  186,  14.  In  Bd  II  239,  1604;  Tgl.  daC  fchlechs 
1599.  Sonßige  Ausfalle  des  t  oder  d  bemerken  wir:  in  der  3.  Perf.  Sing, 
wie  achßu  I,    122,  420.     wann  du  außrichft  II,   74,  12.    du  beichft 

219,  860.  .  du  finß  142,  12.  du  behelft  lU,  48,  24.  du  betrachß  95, 
29.  brachftu  126,  20.  achlln  130,  29.  yermeinft  (für  yermeintefl) 
128,  7.  du  entwenß  (:  zertrenft)  132,  35.  In  der  3.  Sing.:  er  zwacks 
für  zwackt  es  III,  12,  18.     Auch  im  Superlativ:   gefchickften  II,  54,  29, 

215,  5  narret  u.  dalT.  II,  99,  18  für  narrioht.  Solche  Kürzungen, 
wie  ßie  der  Volksmnnd  fich  erlaubt  (vgl.  Gramm.  2,  382)  merken  wir  noch 
an  aus  diefem  Bde  finnet  (Grenit.  fchwach  fleotiert  finten);  122, 10.  fchil- 
iet  151,  27;  aus  Band  II  tünbauchct  61,  4.  häufet  70,  36.  läppet 
139,  31.  315,  11  Murnar  mit  feim  fchachaabel  Anfpielung  anf  die 
wunderliche,  1511  zu  Frankfurt  erfehienene  ßohrift  Ludns  (luden tum 
Friburgenfium,  worin  er  die  Profodie  auf  einem  Bretfpiele  lehren  wollte. 
Lappenbergs  Ulenfpiegei  396.  315,  15  filieren  modellieren,  Bildhauer- 
arbeit machen.  Schmeller  1,  636.  316,  31  refent  (geändert  ans  refat) 
Neutr.  das  Refectorium,  Speifezimmer  in  den  Klöftem  Schmeller  3,  61. 

216,  32  die  förhen  die  Forelle,  mhd.  diu  vorhen,  vorhe,  vorhe;  ahd. 
forahana,  forbana  Graff  3,  678;  fchweiz.  die  Forne  Stalder  1,  391-, 
bair.  die  Forch,  Forchen,  Förohel  Schm.  1*,  560.  317,  20  onge- 
V  arlich  nngefiUir.        217,  24  dennocht  hier  in  der  Bedtg  'gerade'. 

217,  35ftrnpenbelz  heißt  wol  ein  mit  Strupfen,  Struppen  d.  i.  Bändern 
zum  Anziehen  verfehener  Pela.  Vgl.  Schmeller  3,  688  f.  ▼.  ftrupfen. ' 
gefton  zu  fbehen  konunen,  koOen.  218,  2  fg.  Ovidius  de  arte  amandi  3, 
653  Munera^  crede  mihi,  capiunt  hominesque  deosque,  placatnr  donis  Jupi- 
ter ipfe.datis.  Schenkung  miet  und  gab  erweichen  die  gotter 
und  menfchen  ift  offenbar  ein  Hexameter  und  wir  müßen  dahin  geftellt 
laßen,  ob  er  abfichtlich  gemacht  oder  dem  Yerfaßer  des  Dialogs  unwillkühr- 
lich  untergelaufen  ift.  Im  erllern  Falle  wäre  er  ein  merkwürdiges  und  für 
jene  Zeit  wol  einzig  daftehendes  Beifpiel  eines   richtig  gebauten   deutfchen 

24 


29a 


Hexameters,  der. nicht  «if  dem  Oranditoe  der  Neclwlimvi^  olafliftiher 
Quantität  rabt,  fondern  mit  guter  Beobachtung  von  Hebnag  nnd  Senknag 
gebildet  ift.  218,  4  %.  Virg.  Aen.  3 ,  56  %.  Qnid  non  mortalia  poetora 
cogis,  auri  Xacra  famesl  218,  5  tötlich  £terbUch.  218,  6  fchein  Adj. 
augenfcbeinlich,  fichtbar.  218,  14  dennocht  kann  hier  nicht  wie  217,  24 
*  gerade'  heißen,  weil  die  Zal  nicht  genau  ang«geben  ift,  ee  nähert  fich 
▼ielmehr  der  Bedtg  tou  *etwa,  ungefähr."  da  geredt  im  ftüblin  d.  L 
unter  ups  gelhgt  218,  22  berchlahen,  vom  Vogelheerde  getagt,  lieifit 
wol  ihn  mit  allerhand  Laubwerk  u«  dgl.  bedeoicen,  fo  daß  die  Vogel  ge- 
tiufcht  werden.  218,  38  Termeren,  mhd.  vermsren,  etwas  gehetBce 
kund  machen;  einen  vermeren  einen  rerraten.  218,  36  der  gehaim 
das  Geheimnis. 

Diefer  Dialog  flammt  ans  dem  Anfange   der  Reformationsxeit  und  seigt 
in  feiner  Sprache  oberdentfche  Abkunft. 


REGISTER 
Ober  alle  drei  bände 


A. 

a  =  6  =  ou  alemannirch  I,  36,  336 

Tgl.  6.  205. 
ab  Prap.  Ton  III,  218,  20. 
ab  Prap.  c.  dat.  canfal  IH,  18,  37. 

125,  31.  127,  35. 
abendearig  III,  41,  23. 
abentenr  I,  37,  373.  II,   160,  32. 

210,  494.  222,  969.  III,  102^  32. 
abenteorer  II,  3,  4. 
abeDttanz  II,  54,  36. 
aber  foadern  II,  108,  7.  III,  208,  2. 
aber  oder  I,  2,  24. 
aber  a.  aber  IIl,  246  zn  61,  12. 
abetzen  11,  5,  3. 
abfellig  n,  103,  25. 
abgerehaitlieb  m,  107,  6. 
abgot  Flor.  III,  33,  26. 
abgötri  II,  235,  1429. 
abgunder  il,  44,  22. 
abhar  harab  HI,  169,  30. 
abkoaterfeien  m,  113,  7. 
ab  laß  I,   35,  314  fgg.  39,  24.  41, 

104.   109.  n,  8,  34.  221,  915  ff. 

ni,  19,  6  «g. 
ablaAung  H,  149,  12. 
abfoUz  m,  164,  16  i^-  274,  9«g- 
Absperg  H,  18«,  146. 
abftrickea  HI,  66,  7. 
abtrünnang  II,  41,  18. 
abwefen,  das  II,  262,  30. 
abwafig  m,  36,  14. 


abzios  II,  144,  33. 
AccuTadT  mitd.IniisLlI,367  saZ.  928. 
aebfeL  nf  beiden  aehfelnwaßer  tra- 
gen Ul,  67,  31. 
achten  äebten  II,  18,  7. 
Adel  II,   10,  18.  88,  22.  39,  4.  63, 

13  fgg.  60  fgg.  187,  412  fgg. 
aderUfierin  m,  287,  5. 
Adrian  Papft,   Schreiben  deffelben 

an  die  von  Banberg  m,  186,  9. 
advertenz  geben  III,  213,  6. 
Affe,  Canz  Name  II,  960,  7. 
affenfpil  H,  227,  1147.  253,  8.  HI, 

172,  18.  278,  26. 
Agricola  Johann  II,  359. 
zun  Ainfideln  III,  56,  10. 
air  z=  ainer  11,  161,  39. 
alafanz  m,  60,  89  t  za  17,  27. 

285,  15. 
A 1  b  e  r  u  8 ,  EraOnns.  Sein  rerdeatfch- 

tes  Te  denm  auf  Papft  FwatoM  III, 

Bd  I  S.  44—47. 
aide  H,  79,  14.  III,  41,  7.  195,  20. 
Aleander   n,  108,  14.  19.    Ann. 

S.  315  fg.  126,  96.  190,  9. 
alenfenzig  m,  17,  26  m.  A. 
Alezander  d.  Große  III,  161,  8. 
Alezan4er  V  Papß  111,  50,  3  ff. 
alifenzig  Ol,  68,  1«  £  m  17,  26. 
alle  a.  legliehe  IIf,t49zn68,  27. 
alles  dinges  ein  maß  I,  63,265. 
Alliteration  cooTon.  III,  245  za60, 8« 
—  Toeal.  m,  940  za  66,  97. 


802 


all  mit  ein  H,  207,  389.  810,  &03. 

allfant  II,  198,  59  m.  A. 

all  voll  all  Toll  fingen  H,  187, 

411.  413. 
als  omnino  II,  27,  30.  70,  36.  239, 

1586.  UI,  211,  17. 
als  immer  n,  38,  20. 
als.  daß  dir  got  den  riten  geb  als 

baoem  II,  75,  15.  fcbweig  in  taa- 

fent  tenfel  namen  als  anmechtigen 

benerleins  II,  77,  16.    daß  dich  f. 

Veltens  arbeit  beftehe   als  bnben 

II,  263,  11. 
Tor  alten  II,  187,  403. 
Ton  alten  n,  229,  1209  m.  A. 
alter  Masc.  H,  169,  159,  173,  300. 
Altenmünfter  11,  123,  32. 
altreterifch  II,  47,  15. 
amacht  I,  143,  612. 
amafaten  I,  61,  201. 
ameohtig  II,  104,  19.  in,  108,  11. 
ampel  IH,  181^  31.  283,  2. 
amptleut  eines bifcbofs  m,  176,4iis. 
an  n.  an  UI,  246  an  61,  12. 
AnakoUtbe  III,  223  su  1,  1.  S. 

227  SU  5,  38.   S.  228  zu  7,  21.  8. 

240  SU  37,  11« 
anders  außerdem,  Tonil  II,  119, 18 

mit  Anm.  253,  16. 
anderwerb  H,  205,  323.  222.  964. 
angehengig  III,  78,  8. 
Angelica,eine  Wnrsel  in  der  Apo- 

teke  m,  88,  16  te. 
angefehen  I,  20,  5  m.  A. 
angewinnen  11,  78,  11. 
angll  n«  quäl  III,  248. 
anknmmen  in,  12,  28. 
anmuten  III,  146,  5. 
anmfttigkeit  HI,  2,  4. 
Annaberg  m,  57,  25. 
Annas  Garcenfis  n,  109,  34. 
L  Annen  br&derfehaft  III,  200,  1. 
an  red,  ein  kune  an  allen  misg.  etc. 

II,  No  XXI  8.  190—195. 
anregen  anrühren  II,  221,  902. 
anrneks  in,  69,  23. 


anrüchig  n,  191,  49. 
anrpeien  Terfpotten  H,  263i  S. 
anfprach  nemen  m,  16,  96. 
fieh  anfp rechen t  TetMn  U,  254,  15> 
ant  I,  22,  94.  m,  98,  15. 
Antichrift,    romiTcher    (Entehriß, 

Endchriß)  I,  1,  6.   21.   8,  87.  4, 

108.  6,  171.  39,  23.  n,  41,  11  igg. 

42,  27.  110,  9.  112,  22.    Gefprieh 

aber  d.  Antichrift  n  No  XV,  128 

»134.  176,  35.  198,  49.  802,  823. 

203,  228.  204,  275.  206,  848.  811, 

532.  216,  711.  222,  934.  883,  972. 

226,   1003.   228,    1183.   230,   1854. 

238,    1566.    241,    1657   fgg-    ^^ 

1804.  266,  7.  in,  113,  28.  116, 11. 

117,  13.  130,  26.  135,  12.  156,  21. 

170,  37.  184,  22.  191,  12.  877,  41. 

284,  24.  287,  36. 
antchriftifch  n,  132,  11. 
Antdorf,  dafdbft  drei  um  I«DtlMn 

Lehre  willen  verbrannt  n,  133,  85. 
Antiochia  IH,  19,  20. 
Antiochns  m,  161,  2. 
Antonier  I,  32,  198. 
antweders  n,  18,  30  m.  A.  43,  16. 
apfel  III,  21,  26. 
apfel  bUdL  snr  Bea.  d.  Negat.  n, 

342  Anm. 
apofteialer  m,  173,  6. 
Apoftolicnm,    eine   Salbe   Inder 

Apot^e  m,  37,  33  ^'. 
apoftütslerei  II,  232,  1837.  m, 

278,  45. 
arenbergifche  refier  n,  70,  6. 
arg  n.  nbel  rocal.  AlUt   lO,  848 

an  68,  27. 
Argus  in,  112,  16. 
argwenig  III,  13,  36  m.  A. 
Ariftoteles  n,  147,  18.  III,  160, 

33.  212,  17. 
Ariftotiles  II,  243,  1749. 
ariftotelifch  n,  256,  88. 
das  armbroft  n,  253,  3. 
die    armen  m6ßen    alweg   an- 

derligen  Spriohw.  II,  67,  8. 


SOS 


armata.  eilend  TocAlUt  III,24d. 

»rrms  II,  268,  17. 

arreft  III,  69,  15. 

ars  UI,  12,  30. 

arfenica  III,  40,  19. 

art  kan  Ton  art  nicht  laßen  I, 
107,  244. 

Artikel  apokopiert  II,  160,  11,  m. 
A.  871  zn  Z.  2022.  lU,  1 18, 18  m.  A. 
Aphärea«  deflelben  II,  371  sa  2S. 
2022.  III,  258  SU  118,  18.  AwilaU 
deflelben  bei  genittv.  Conür.  111,4, 
1.  5,  3  m.  A.  46,  29  m.  Anm. 

art  lieh  III,  25,  5. 

aratlon  II,  262,  29. 

Ana  II,  97,  37. 

Afprian  II,  126,  20. 

äffen oial  m,  173,  31.  279,  12. 

Aflbnierende  Formeln  III 248 1. 67, 30. 

Aftarot  in,  161,  11. 

aftronimns  III,  53,.  17. 

anf  n.  ab  ID,  249  au  68,  27. 

auf  enthalt  Erhaltung  II,  87,  33. 

anfenthaltung  Erhaltung  III,  77, 
3.  161,  9. 

aufhält,  der  II,  256,  24. 

aufheben,  das  lU,  106,  34.  35. 

aufklauben  III,  146,  31. 

auflaufen  III,  181,  23.  282,  42. 

aufrürifch  II,  104,  28. 

anffatsnng  II,  90,  24. 

auffchlag  U,  144,  10.  15.  150,29. 

a  uff  eben  im  I^il  I,  57,  88. 

auffehen  haben  II,  98,  8. 

in  anf f eben  halten  III,  79,  2. 

auffetalich  II,  90,  2  m.  A. 

auftrechen  III,  290,  41. 

aufwifen  III,  47,  24. 

Augen  aaeftechen,  Strafe  der  Wild- 
diebe I,  159,  238. 

augenfplegel  BriUe  III,  165,  15. 

Augsburger  Reiohstag  t.  1518  II.  57, 
33.  Die  Angsbusger  gegen  den 
Adel  II,  63,  36.  Im  hohen  Stift 
dar.  war  Okolaaq^  Prediger  123, 
30.  KloAer  daC  Ol,  106,  33. 


augft  Augullmonat  II,  260,  27.  in, 

171,  10. 
Augulli n  U,  166,  34.  UI,  212,  16. 
Augttftiner  I,  33,  235. 
au6  u.  ein  lU,  249  tu  68,  27. 
audbunt  I,  55,  51  m.  A. 
audpundig  lll,  145,  33. 
äußern  fich  eines  d.  III,  183,  33. 
außetzig  U,  142,  19  m.  A. 
außfechten  lU,  211,  34. 
anßhenken  (you  Pferden)  111,277, 

3.  281,  44. 
außhin  UI,  281,  29. 
außörtern  UI,  155,  36. 
auß richten  U,  145,  27.   193,  119. 
außfnnderen  U,  147,  7. 
auß  tragen  yerfchreien  II,  104,  33. 
außwarten  U,  27,  35.   48,  19.  34. 

54,  36.  55,  16.  151,  17. 
außwenden  UI,  39,  31. 
auß  wendig  extremus  II,  105,  6. 
außwufchen  lU,  110,  3. 
Averroes  UI,  212,  17. 
aß  Speife  I,  125,  522. 

(Siehe  weiteres  unter  £.> 

ärshcirenwirt  UI,  195,  8. 
ärznei  U,  145,  18. 
ärznequam  UI,  178,  25.  281,  25. 
ärzpharireier  UI,  179,  23. 
Eu  für  au  II,  46,  34   Annu   S.  289. 
197,  36  m.  A. 

B. 

(Siehe  auch  unter  P.) 

b  für  p  anlaut.  in  fchweiser.  StAoken 

UI  SU  18,  17. 
Baal  UI,  161,  5. 

BabilonBedeutiaigU,304  SU  88, 18. 
dIebabUonifehe  breit  UI,  100, 14. 
die  babilonifch  flaifchbaak  U, 

125,  13. 


SM 


babftmonet  lU,  72,  2. 
bftchant  lU,  126,  23. 
bffcken  i,  Ö5y  42  m.  A. 
badhaus  II,  165,  10. 
badmeid  II,  191,  42.  194,  160. 
badreiberin  Ur,  155,  36. 
Baldns  I,  119,  309. 
ban  u.  acht  lU,  248. 
bank  I,  2,  28.  U,   216,  722.   228, 

1173.  243,  1729. 
bankart  m«  60,  II  m.  A. 
baokpfol  I,  3,  93. 
bannen  n.  achten  III^  248. 
bannen  a.  verbieten  Aliit.  111,245. 
bapßefel  I,  46,  42. 
bapß  u.  bifchof  AUit.  lU,  245. 
barett,  läppet  U,  139,  31. 
barl{ißer  I,  33,  223. 

—  ihre  10  Gebote  U,  371. 

harren  III,  65,  19  m.  A. 
den  hart  im  genicfc  fche'ren  iU^ 

106,  15. 
bafabort  II,  57,  22. 
baft   bUdl.  z.  Verftarkung  d.  Negat. 

II,  341  Anm. 
am  haften  II,  30,  13. 
bag  unde  bag  III,  246. 
banchdiener  li,  266,  31. 
bauchful  I,  146,  27. 
bauohgot  II,  253,  25. 
Bauern  übermütig  I,  167, 455  fgg.  II, 

71,  15  fg. 
bäum  an  II,  7,  31. 

ein  baurendreck  einem  ins  maul 

fchlagen  lU,  202,  31. 
bau  wen  u.  beßern  AlUt.  III,  245. 
baurngjait  I,  145.  151,  228. 
Hans  Bechler  y.  Scholbrnnnen  II, 

72,  Verfaßer  des  Dialogs  v.  Fuchs 
.   n*  Wolf. 

hede  m,  231  su  12,  36. 
bedeurnng  II,  56,  10* 
Beelphegor  lU,  160,  37. 
Beelsehnh  Uy8^Z7.  JDerf.  an  die 

roa.  Kirche  102-^4. 
befelich  I,  134,  268. 


befriden  U,  318,  780. 
begeben  III,  37,  36  m 
begeen  fich  ron  etw.  fich  wovon 

nähren  lU,  194,  4. 
begengnns  UJ,  142,  18.  144,  16. 
begere,  die  U,  47,  23. 
begeweltigen  III^  79,  1&.  33. 
beginen  tant  IJI,  161,  37. 
beginen  gefiobt  lU,  273»  3«. 
begon  fich  mit   einer   C    etwas 

treiben  UI,  179,  28. 
begreifen  ergreiÜNi  III,  145,  35. 
begrifen  capere  lU,  22,  29. 
behaben  U,  243,  1735. 
behaglicheit  U,  25,  17. 
beheben  in  fich    haben,   eDth^ICen 

m,  181,  32.  283,  3. 
Behem  II,  37,  33.  38,  15.  lli,  56, 

16.  30. 
behendigen  UI,  91,  23. 
beherberigen  III,  36,  11. 
behilf  lU,  38,  19. 
beüolfen  fein  III,  213,  9. 
beh&t,  die  U^  106,  26. 
bei  Adv.  dabei,  beinahe  II,  315,  67^ 

UI,  45,  27  m.  A.  120,  27. 
beichtgelt  U,  141,  19. 
beichtiger  111,  216,  17. 
beide  ^  und  II,  210,  496. 
beihel  II,  158,  15. 
bei  leib  UI,  218,  33. 
beiligerin  III,  162,  24. 
bei  nach  lU,  38,  6.  49,  36. 
beifchlafetin  III,  163,  34. 
beißen  Vögel  jagen  U,  48,  36. 
beißen   aarreißen    befcbeißea 

reimend  UI,  344. 
beißig  U,  265,  9. 
beiten  U,  3,  38.  29,  7.  UI,  13«,  36 

m.  A.  143,  20. 
beiwelen  U,  37,  13.  59,  7. 
beiwonen  III,  47,  3a 
bekennan  keniien  UI,  94,  2. 
bokejinen  fehwaagem U, 327, 1151. 
belan  UI,  305,  13  a.  A. 
belangen  lU,  75,  M. 


305 


beleiten  lU«  lOö,  28. 
belefen  lU,  70,  19. 
Belial,  LiicifeT8Ratir,97, 19.103,37. 
Belli 8  Cardinal  ▼.  II,  110,  33. 
Belzeboch  Lndfers  Rat  U,  97,  19. 
Bembus  Unterredner  in  einem  Ge- 

fpräche  Ilf,  213— 18. 
Benedicite  parodiert  II,  270, 7  fgg. 
Benedict  XIU  Papß  III,  43,  32. 
beneveneritifl    U,    154,    6.    IIT, 

196,  2. 
beneyenert  1,  29,  84. 
bengel  III,  49,  18. 
bengelprediger  II,  153,  5. 
benklein  III,  39,  26. 
Benno  Bifchof  von  Meifeu  II,  259, 

20.  m,  119,  8  ^g.  151,  23. 
ben&gen  II,   9,  15.  24,   8.  142,  6. 
209,  479.  lU,  65,  9.  72,  35.  87,  2. 
ben&gig  U,  87,  20. 
beqnemlich  III)  76,  19. 
Bern  (der  JeOerfche  Handel dafelbA) 
I,  18,  187.  U,  95,  28.  113,  3.  259, 
26.  III,   126,   30  fgg.    169,  2  ^. 
173,  26.  216, 15  fg.  276,  37.  279,  8. 
r.  Bernbardein  I,  32,  200. 
f.  BernarduH  III,  193,  16.212,16. 
r.  Bernharts  berk  II,  260,  31r 
fpeijsies  Bertboldi  111,  42,  7  m.  A. 
berußen  I,  158,  129. 
berwolf  H,  219,  825. 
befc  heißen  II,  248,1928.  111,103, 

32.  34.  187,  1. 
befchemen  II,  264,  7. 
befchiß,  der  II,  212.  583.  235, 1456. 

IIJ,  62,  9. 
befc klagen  verfehen  III,  49,  15. 
befchorne  büben  II,  126,  12. 
befchoneu  U,  209^  464. 
befchonang  II,  14,  18. 
befchroten    befcfaneiden   II,    225, 

1059. 
befchwärnus  lU,  136,  8.  137,  6. 
befelin  II,  166,  22. 
befeß  Belitz  IXI,  45',  21. 
beringen  U,   144,  7.  160,  25.  28. 


UI,  70,  19.  142,  24.  31.  36.  38. 
143,  2.  144,  22.   152,  3.  218,  24. 

befingnue  UI,  141,  36.  144,  31. 
35.  156,  35. 

befinknüs  II,  144,  2.  8  m.  A. 

belolden  Uf,  79,  32.  80,  15. 

befondern  Adv.  III,  177,  5. 

befteten  II,  110,  38.  III,  210,  17. 

beftie  Maac.  lU,  80,  33. 

beftreichen  III,  133,  16. 

be runder  fondem  III,  95,  13. 

bießer  voller  tod  dann  hnn- 
gerigB  leben  II,  71,  14. 

(ich  beßern  wie  der  pelae  vom 
wafchen  II,  255,  37. 

beßern  noch  boIerenAllit.  111,245. 

be  tagen  II,  62,  33. 

betb&ch  III.  154,  31. 

betbfiohlein  III,  154,  32.  37. 

beteidingen  III,  97,  13. 

betlein  Gebetlein  III,  56,  15. 

betlen  n.  bit  AUit.  III,  245. 

betler  I,  32,  185  fgg.  172,  643  fgg. 

betöbern  I,  161,  251. 

betrachtung  II,  138.  18.  35. 

betrieg,  der  II,  255,  5. 

betrogenlich  II,  149,  32. 

b  et  tel,der,BetteleiIII,109,18. 203,3. 

den  bettel  freßen  II,  137,  34. 

betttfeln  I,  173,  669. 

beul  III,  272,  43. 

bevelch  II,  18,  2.  III,  40,  34. 

bevelhen  III,  144,  12. 

beweren  beweifen  II.  242,   1707. 

bewernus  III,  2,  9. 

bewift  III,  84,  7-,  f.  an  89,  31. 

beziehen  einen  III,  163,  12. 

bezwänklich  II,  28,  26. 

bezwnngenlich  II,  154.  9.    , 

bidern  I,  173,  685. 

bierbren,  da«  III,  196,  15. 

bierfnppe  III,  206,  13. 

biefe  bildl.  c.  VerfUrkni«  der  Ne- 
gation II,  341  Anm. 

bieten  hinein  die  oren  III,  37,  5. 

bigam  falutis  III,  139,  23. 

25 


306 


bigami  III,  189,  11. 

bildang  II,  26,  20. 

billiche  oberkeit  III,  19,  25. 

biUichen  Adv.  III,  193,  31. 

biltims  Fem.  II,  113,  6. 

biltßock  III,  47,  10. 

binder  II,  177  oben. 

birenftil  bildl.  z.  Verftärknog  der 

Neg.  II,  342  Anm. 
die  bifchoffer   Plarml    v.   bifcbof. 

III,  272,  40.  273,   2.   275,  33.  45. 

279,  23.  24.  281,   43.  282,  14.  40. 

284,  25.  286,  10.    17.  27.  288,  13. 

23.   35.    45.    289,   5.   24.   26.   36. 

290,  2.  8.  11.  292,  27. 
bifchöflieh  III,  281,  42. 
bifchtum  II,  163,  213. 
bifpel  III,  24,  16. 
biß  III,  149,  24.  155,  20  m.  A. 
bißfchaf  III,  189,  25. 
biwonung  III,  69,  13.} 
bUn  III,  272,  8.  279,  11. 
blaperen  III,  218,  26. 
blaß,  der,  Zorn  II,  124,  8. 
blat  Platte  III,  40,  37. 
blat  bildl.  z.  VerAark.    d.  Negation 

II,  341  Anm. 
dae  blat  wenden  II,  830,  1263, 
blatter  II,  255,  33. 
blaue  enten   I,    11,  144.  II,  244, 

1772  m.  A. 
bierwerk  III,  24,  35. 
bletzlin  III,  291,  46. 
blinde  maus,  ein  Spiel  I,  42,  151. 
blint  bei  der  bellen  Tannen  I, 

3,  60. 
blitzen,  binden  u.  forn  11,75,24. 
blöd r er  II,  153,  19. 
zu  bloß  fich  lachen  III,  137,15. 
blocken  II,  148,  36. 
blöde  fchwaeh  11,258, 15.111,66,23. 
blat  Q.  b  ein  AUit.  III,  245. 
blathnnt  III,  276,  32. 
bltttübel  III,  39,  15. 
bl&tgelt  III,  194,  15.  289,  25. 
bl&tfanger  III,  193,  21.  37.  289,  7. 


bochen  auf  etwat  feiles  Vertranefi 

haben  II,  220,  876. 
bocken  I,  171,  617. 
Bocksberger    wolf    11,    67,    Z^. 

(Melchior  r.  Rofenberg)  S.  295. 
ins  bocksborn  treiben  III,  290,  4:2. 
boeki  Judas  III,  124,  10. 
bocks  leiden  II,  67,  33. 
bocke  m arter  11,   66,  38.  252,  0. 

258,  12. 
Bockspurg  II,  180,  146. 
boldern  III,  42,  6.  20.  2a 
BoUingen  II,  124,  36. 
bolßerm&me  II,  141,  3K 
bolz  II,  204,  282. 
bolzlin  drehen  I,  56,  85. 
bona  dies  II,  135,  2.  212,  582.  III, 

101,  1.  108,  21.  213,  1. 
Bonaventura  III,  160,33.  212,  16. 
Bonifacins  HI  Papß  zu  Rom  111, 

30,  31.      . 
Bonifacius    VIII.    III,    184,    11. 

284,  16. 
Bononi  II,  124,29. 
bonus  dies  III,  196,  1. 
bornen,  das  II,  204^  263. 
bofs,  der  II,  226,  1086.227,  1144. 
hoffen  reißen  III,  65,  29. 
Boßler,    Ulrich,    Ton    Haßfurt, 

Verfaßer  des  Dialogs  des  Apoftul. 

Angelica  u.  anderer  Specerei  (111 

No  II)  III,  36,  3. 
botenbuchfe  III,  37,  23. 
botz  bauch  II,  76,  30. 
botz  haut  II,  76,  30. 
botz  licham  III,  273,  20. 
botz   lung   II,   76,  30.  78,  25.  III, 

272,  37.  289,  11. 
botz  Veitin  II,  67,  11. 
box  angll  II,  262,  8. 
box  erdrioh  II,  252,  11. 
box  hirn  II,  253,  28.  259,  12. 
box  hure  II,  256,  20« 
box  leb  er  II,  255,  28. 
box  fchweiß  II,  253,  11. 
bocken  AdJ.  III,  175,  21.  279,  43. 


807 


fiber  das  boglin  treten  II,  66,  IX. 

HGhem  IH,  49,  93. 

boTe  gwonheitfol  mannit  ver-* 

tragen  III,  165,  26. 
böfer  anfohlag  hat  bofen  fnr- 

gang,  bofer  furgang  ein  nn- 

entlieh  end  II,  66,  4. 
böferen  III,  313,  36. 
büße,  d.Snperl.  ▼.  böfe  III , 288, 46. 
B raminen  I,  4,  95. 
Brag  III,  56,  16.  57,  25. 
Brand  nmtragen,    Ki^chenllrafe    II, 

237,  1157. 
r.  Brandon  III,  81,  81. 
branger  I,  150,  176. 
br  ante  wein  I,  160,  214. 
den    braten    fchmecken    II,    60. 

220,  867.  III,  117,  36. 
Brann,    Ganz,  hat    ein   Gefpräch 

drucken  laßen  I,  48,  3.  52,   127. 

109,  306  fgg.  110,  333.  119  fgg. 
Brann  fchweig  bedrangt  vom  Her- 
zog Heinrich  I,  72,  156.  78,  25. 
Brant,  Sebaftian  I,  30,  135. 
brachtifch  II,  20,  37. 
brechen  hoch  II,  182,  245  m.  A. 
b reifen  III,  166,  35. 
breite  hfit  III,  117,  32. 
bremmen  I,  56,  7. 
breft,  der  III,  71,  24. 
brief  n.  Hgel  II,  237,  1512. 
briefverfelfclier  I,  181,  145. 
brill  III,  165,  15. 
eine  brille  einem  auffetzen  II,  167, 73. 
die  brillenmacher  find   hie  yer- 

dorben  ni,  274,  34. 
brot  bildl.  zur  Hebung  der  Negat. 

II,  342  Anm. 
des  brot  ich  iß,   des   lied  ich  fing 

1,  147,  76. 

bruchen  fich  eines  dinges   III,  2, 

2.  16. 

brnmmer,  die  großen,  fliegen  durch 
die  fpinnweb,  die  kleinen  mncklein 
aber  müßen  drin  verderben.  Sprich- 
wort III,  274,  35  fg. 


Brnnfels,   Otto   de   ratioue  deci- 

marum  II,  299. 
brnfttüoh  II,  268,  20. 
bruderhenfer  III,  106,  34. 
B rüff ei,  Augnßiner  Mönche  dafelbft 

Yerbrannt  III,  156,  6. 
br&oh,  die,  Hofe  II,  66,  8. 
br&derlich   III,   200,   18.   301.  7. 

204,  24.  205,  25. 
in  der  br&  bleiben  II,  68,  5. 
hucken  biegen  II,  231,  1278. 
Buhlerei  I,  163,  314  4g. 
bull  n.  ban  Allit.  III,  249. 
bnntfch&ch,  Avfrnhr  IH,  187,  11. 

28.  285,  28. 
ein  burenfprung  III,  24,  18  m.  A. 
burs  III,  5,  6  m.  A. 
bnrsman,  der  III,  5,  5  m.  A. 
in  bufen  blafen  III,  103,  16. 
buferon  III,  129,  23. 
buftnieren  II,  66,  9« 
butterweok  an  der  fonnen  II, 

193,  98. 
butze  (im  Obß)  III,  63, 17. 146,  30. 
butze  Poffe  I,  14,  46. 
ins  bttchslen  blafen  11,319,833. 
bnffel  II,  120,  12  m.  A. 
bnndifchebauren  11,66,31.67,14. 
bnrger  u.  bauer  III.  245. 
bnrgifoh  II,  68,  21. 
b&ben  n.  b an k ar ten  AUit.  111,245. 
die  Bübenbänm  II,  71,  19. 
bübenteding  III,  64,  84. 
bSße  n.  beichte  III,  245. 
büßen,  d.  hnnger  II,  155,  4. 


c. 

(Sieh  auch  unter  K.) 

Caiphas,  der  mainzifche  Erzbifchof 

II,  108,  5.  110,  10.  22. 
Caiikttck  I,  4,  96. 
Caliztus  Papft  III,  208,  27. 
Campeflor,  legat  ron  II,  263,  4. 
canon  II,  256,  17.  III,  20,  6. 

25* 


308 


Canonifiktion  II,  30,  16  fg. 
cantharidoB  III,  40,  20. 
caphun  I,  52,  154. 
die  capell  der  metaen  bfingen 

III,  184,  30. 
capitelbr^idcr  III,  166,  13. 
Capra  II,  109,  5  m.  A. 
Caracciolas  II,  108,  13.  19. 
cardinalat  III,  134,  36. 
cardinalifch  II,  102,  21. 
carene  II,  321,  904. 
Carleßat  III,  48,  31. 
Carmeliten  I,  33,  284.  II,  132.36. 
Carolftat  II,  113,  4. 
carpinel  II,   104,  1  m.  A.  6.  106, 

13.  17.  33.  83.  107,  1.  11. 
chür  III,  78,  37. 
Ciprian  II,  363,  13. 
cirk  III,  70,  1. 
Cifiojaiiiis  I,  160,  318. 
clag  tt.  bitt  der  deutfohen  natton  an 

den  almechtigen  got  umb  erlofung 

a.  d.  gefenknis  des  Anticbriß.   Kia 

Gedieht.  I  No  I  S.  1--6. 
non  clamor  fed  amor  II,  158,  23. 
Clane  Lamp  II,  128  fgg, 
Clans  Narr  III,  139,  3. 
Clemens    V,  Papft    III,    184,    12. 

284,  17. 
Clemens  VII,  Papft  I,   139,   457. 

II,  318  %. 
Clementin  U,  243,  1716. 
ehoralis  III,  162,  30.  272,  46. 
chorefel  III,  67,  12. 
Cochl«n8  lllj  187,   35  —  139,  32. 

Schnecke  137,  35.  139,  39. 
Cocleus  in,  113,  31. 
oodicifcfa  II,  122,  34. 
CO  las  III,  193,  18. 
Collen  III,  46,  27. 
coloquintida  111,40,  19. 
eomplet  II,  151,  19.  233,  1348. 
compotenz  II,  94,  37.  ' 
concilabnlnm  III,  159,  15. 
conciliabnlnm  HI,  137,  21. 
concilium  I,  37,  376.  II,  94,  2. 


97,  11.  168,  123. 

concnbinarier  III,  276,  46. 

Conftantinns,  Kaifer  II,  ^  H. 
III,  93,  1  fgg. 

conllantinifche  Sehenkong  II,  306  lu 
94,  13. 

Conftantinopel  I,  2,  51.  li,  ö^. 
30.  III,  19,  80. 

contrafehet  II,  45,  18. 

conventnal  II,  165,  15*  166,  66. 
167,  68.  89.  168,  125. 

oopift  III,  103,  26. 

cormonins  II,  26,  38. 

corpus  II,  144,  30.  33.  III,  63,  7. 

cortifan  III,  38,  34.  40,  8.  45,  31. 
33.  46,  7.  16.  48,  13.  19.  48,  26. 
36.  49,  18.  50,  31.  51,  5.  53,  22. 
54,  26.  57,  33. 

cortifaniXch  II,  176,48.  177  oben 

coßen  =  koften  III,  31,  Sa 

Coftens,  concilium  zu  II,  HO,  S. 
HI,  45,  20.  66,  4.  III,  113,  3i. 
116,  32. 

Coftiz  lU,  160,  31.  162,  10.  173, 2i. 

Coßnitz  III,  70,  38. 

Cölu  II,  203,  246. 

Credo  parodiert  II,  273. 

Crefus  III,  161,  2. 

criminor  te, cratsinor  a te  11, 165,  li* 

chrißen  SubO.  III,  119,  84. 

chriften  Adj.  III,  184,  37. 

chriftifch  III,  197,  1. 

crißieren  III,  280,  20. 

CnrtiXan  n.  pfrundenfrefier  1, 
7  — 12  Schilderung  d.  CartUaae  a. 
d.  Eegnum  pi^.  des  Naogeorg  I. 
184^186.  Nach  Bnrcard  WaldU 
Überfetsung  I,  186—191.  Vun 
einem  cnrtUan,  Bure.  Waldis  £r- 
zaluug  I,  191 -- 195.  Pfrnndmarkt 
d.  Curt.IIIN  111,59  —  73.  Gefpr. 
Kwifchen  einem  Mönch,  Edelm.  u. 
Curt.  No  V,  101,  111.  Ferner  er- 
wähnt II,  38,  31«  37.  43,  35  igg- 
93,  3.  97,  4.  111,  39.  11»,  4  —  15. 
III,  30,    38.    30,   32.  60,  36.   71, 


309 


37.  103,  20.  146,  34.  155,  38.  170, 

23.  176,  5. 
cuftor  III,  213,  3. 
cnrtifanifch  11, 186,  380.111,  61,2. 
Cfinz   a.  <L  Fritz,   Dialog  II  No 

XIV,  119  —  127. 


D. 

(Sieh  auch  unter  T.) 

d  anlaotend  för  t  II,  363  zn  Z.  101. 

III,  75,  10  m.  A.  114,  1  m.  A. 
da  u.  da  III,  61,  13  m.  A. 
Dagon  III,  161,  15. 
da  hetmet  II,  6,  13. 
Dam,  doctor  II,  190,  9.    , 
dank,  one  III,  154,  10. 
dantdeding  III,  24,  35. 
dantelmere  II,  243,  1706. 
dantmer  III,  37,  35. 
dar  n.  dar  III,  246. 
(larafter  III,  63,  3. 
darfin:  darf  III,  72,  35. 
darheben  III,  187,  17.  285,  31. 
da6  =  68  III,  103,  29. 
das  -=.  des  III,  16,  31  m.  A. 
dag  u.  dag  III,  346. 
daft=:  deß  III,  56,  19. 
daufen  II,  71,  33. 
danßen  II,  1,  8  m.  A.  III,  313,  18. 
Dautenberger  hag  II,  67,  31. 
dauzen  III,  156,  15. 
däuglich  II,  47,  39. 
decan,  der  III,  177,  34. 
deehan,  der  III,  281,  1. 
dechet,  der  III,  175,  34  fg. 
deck,   die   tegninentnm  III,  180,  8* 

383,  6. 
Decius  III,  161,  16. 
decreial  Sezti  n.  dementia  III,  184, 13. 
Decretales  11,  175,  14.  176,  36.  185, 

343.   343,   1717.  III,    60,   30.   94, 

5.  188,  6.  386,  11. 
decretalifch  II,  134,  7. 
decretifch  II,  133,  18. 


Dedoleat  Dr.  III,  163,  11. 
Delinghanfen  Dr.   von   Heinr.  ▼. 

Brannfchw.  ermordet  I,  73,  141. 
Demens  V.  III,  184,  16.  284,  19. 
denkzedel  I,  66,  383. 
denn  och  t  etwa  III,  318,  14. 
denn  och  t  gerade  III,  3.17,  34. 
wir  derfen  II,  77,  8. 
mich  deucht  Präf.  III,  45,  15. 
dens  laodem  III,  144,  36.  30. 
deatfchlich  III,  48,  35. 
den  wen  II,  13,  33.  315,  676. 
diagridion  III,  40,  30. 
Dialoge  f.  Oefpräcbe. 
Diana  III,  161,  II. 
dick  II,  170,  205.  III,  163,  31.  171, 

36.  175,  15.  177,  36.  183,  3.  183, 

14.  184,  14.  190,  1.  378,  10.  281, 

7.  283,  8. 
z&m  dickern  mal  II,  63,  8. 
diebhenke r  III,  51,  35. 
dieblich  I,  134,  470. 
Dienftboten,  ihr  Verhalten  [,  170, 

560  fgg. 
dilexi  üngen  UI,  183,  10.  383,  36. 
dinn  11,  l,  8  Anm.  S.  378. 
Mocletiannfi  III,  161,  16. 
f.  DifcipuUs  UI,  139,  33. 
dis  u.  das  III,  345. 
dispntaz  II,   109,  3.   III,  43,  31. 

46,  36.  130,  36.  33. 
diftinz  III,  304,  5. 
Dittelbach,  haaren  von  111,53,33. 
ditz  hoc  III,  143,  3.  29. 
doben  III,  82,  11  f.  Anm.  zu  10,  6. 
docaten  II,  109,  8.  III,  47,  6. 
doch   im   untergeordn.   Satze:    der 

doch  ift  III,  108,  33. 
docter=  doctor  III,  32,  14  m.  A. 
doli  n.  dumm  Allit.  III,  245. 
dolmetfch  III,  36,  5. 
Dominicas  II,  166,  39. 
donstag  III,  65,  32. 
dorfe,  da8=  dorf  III,  386,  38. 
dorfpfaff  III,  53,  1.  64,  39.  31. 
Dormi  fecvre  III,  139,  30.  155,  3. 


310 


doriistag  III,  170,  20. 

ein  dreck  freßen  III,  129,  30. 

dreckental  III,  120,  18. 

dreckig  U,  121,  3. 

Dreifen  II,  194,  164. 

dreißgaft,  der  II,  144,  8  m.  A. 

dreißig  n,  170,  185.  215,  676. 

dreißigft,  der  II,  256,19.  262,22. 

Orefen  II,  259,  20. 

dreo  hundert  II,  84,  14. 

drinkgelt  III,  141,  5. 

d ritt,  der  II,  255,  19.  262,  22. 

drittail,  der  III,  93,  6.  189,  8. 

dritter  pfenning  UI,  197,32.34. 

drinng,  die  römifch  11^  112,  5  m.  A. 

drnkfen  I,  125,  524. 

drum  I,  102,  90. 

drümlein  I,  88,  319. 

drns  Q.  beol  I,  65,  356.  II,  75,29. 

III,  178,  32.  188,  24.  286,  23. 
duck,  der  III,  17,  2. 
dummein  II,  268,  9. 
dumm  ein,  Hch  III,  287,  10. 
durch  u.  durch  III,  246. 
durchachten  III,  24,  4. 
durcbächten  11.,  124,  19.  176,  29. 

III,  8,  27.  • 

durnieren  II,  184,  313. 
dnßen  III,  10,  6. 
dürftig  kühn  III,  119,  17  m.  A. 
d weil  II,  371  zn  Z.  2022.  III,  280, 

32.  34.  287, 31. 44.  290,  18.  291, 16. 


E. 

(Sieh  auch  unter  Ä.) 

e  für  a  fchweiz.  III,  17,  4  m.  A. 
g  für  ei  fchweix.  III,  230  zu  12,  36. 
Eberburg  II,  12,  6.  12.  67,  22. 
£b erlin  von  Qünzburg.    Stelle  ans 

deflen  Schrift  Mich  wund.  IT,  291  fg. 
Eck,  Joannes   II,   110,  7.    121,   25. 

122,   5.   124,   2t   fgg.    125,  2  «g. 

126,  26.  152,  32  fgg.  183,  262  fgg. 

190,  10.  191,  19.  193,  97  fgg.  III, 


25,  20.  113,  29.  120,  9  —  122,  14^ 

215,  11. 
eekifeh  II,  121,  15. 
Eckßein  Dr.  11^  262,  15. 
Bcolampadi  II,  123,  20. 
ee  Gefetz,  Teftament  11^  97,  5. 
eekind  III,  188,  25. 
eerleifter  I,  160,  197. 
ehe  Part.  III,  272,  14. 
ei  für  e  vor  der  Liquida  n  III,  239 

zu  37,  4. 
ei  bildl.  zur  Hebnng  d.  VemetBiing 

II,  342  Anm. 
ei.  e einer  ein  el  fehalt  II,  188,470. 
eia  Anamf  lU,  14,  21. 
eichhorn  lU,  133,  17--134,  19. 
eid  reib  IV»ben  l,  51,  89  fg. 
eidgenoß  III,  90,  24. 
eigen  =  eugen  Verb.  III,  136,  36. 
ein  tag  n.  alle  tag  toc  Allit.  Ill, 

249. 
der  ein   u.  ewig  vocal.   Allit.    11!, 

249  zn  68,  27. 
ein  —  oder  —  III,  82,  3  m.  A. 
ein  u.  ein  III,  246  zu  61,  13. 
Einbeck  I,  105,  186. 
einbilden  lU,  102,  3. 
einblafnng  U,  89,  33. 
einer    pucht,     der    ander   gibt 

nichts  drauf  II,  255,  16. 
einfaltigkeit  UI,  13,  18. 
einich  irgend  ein  II,  201,  165  ra. 

A.   UI,  54,  37.   56,  5a  58,  1.  90, 

36.  119,  24. 
einig  einzig  II,  202,  222.244,  1765. 

246,  1869. 
einiilen  I,  146,  38. 
einmondicblich  III,  58,  10. 
einfprecbung  Infpirat.  111,312,6. 
eins  I,  59,  151.  123,  437.  II,  78,  19. 
einft  einmal  II,  73,   10.  76,  10.  77, 

32.  78,  3. 
einwurzeln  III,  75,  28. 
eifen  zungen  III,  291,  2. 
Eisfeld  II,  69,  34. 
eiftli<ch   III,  272,  8.    11 


»11 


eiß,  der  UI,  U,  6. 
eitpflioht,  die  lU,  288,  7. 
eitern,  die,  fenlorei  LH,  8,  25. 
«mberen  II,  26,  30. 
embieten  II,  85,  3. 
empfenklich  III,  188,  37. 
empieten  II,  93,  6.  96,  37. 
empiößen  II,  126,  22. 
Brnfer  II,  126,  27.  190,  8.  III,  113, 

30.  118,  30  —  120,  8.  215,11, 
en  Negat  enia  II,  173,  312. 
£DdchriftX:  Antichrift. 
enderang  geDchicht  in  allen  dingen 

II,  61,  12. 
enpfalien  II,  147,  32. 
enpieteu  II,  99,  5. 
entbinden  von  etwas  III,  181,20. 
Entchrift  f.  Antichrift. 
entohriftifchll,  125,9.111,115,3. 
enthalten  feftbalten  lU,  44,  3. 
enthalten  erbalten  II,  59,  18.  89, 

19.  III,  62,  25.  106,  36. 
enthalten  abßinere  11,35,1.  158,  8« 
enthaltang  II,  5,  2.  III,  65,  8. 

77,  13. 
entpfahen  III,  72,  31. 
entpfangen  III,    1,  7.  14,  26.  30, 

36.  34,  3.  85,  25.  102,21.  116,  38. 
entpfelenlll,  3,24.7,38.27,9.29. 
entpfinden  II,  100,  14. 
entpfiiehen  ILI,  29,  27. 
entreden  III,  38,  7. 
entrettung  III,  40,  7. 
entrichten  irre  machen  111,45,23. 
entletzang  II,  86,  12.  III,  75,  29. 
enzucken  II,  137,  30. 
Epicnrue  III,  161,  11. 
£  p  i  (l  o  l  a  de  non  apoftolicis  qnorun- 

dam  moribufl,  qni  in  apoftolorum 

fe  locum  ruccelBITe  gloriantur  II, 

No  V  8.  80—84.    Epiftola  de  con- 

▼erfione  Pauli  III  p.  m.  No  XIU 

S.  117  fg. 
er  o.  eid   Tocal.  Aliit.   III,   249  sn 

68,  27. 
er  (eher)  im  Reime  ^:  wer)  I,  132, 191. 


erarnen  III,  62,  19. 

Erasmus  v.  KoUerd.  I,  22,  116«  23, 

145.  II,  120,  17.   38.  121,  6.  123, 

24.  153,  22  fg.   161,  91.  163,  239. 

III,  48,  32.  49,  33.  53,  12.  214,  24. 
erbarkeit  Titel  III,  49,  33  m.  A. 
erbbechen?  III,  16,  18. 
erbeit  Arbeit  II,  257,  9. 
erbeiten  arbeiten  II,  103,  36. 
erbidmen  II,  258,  13. 
erboren  ILI,  61,  6. 
erbrechen,  fich  I,  167,  476. 
erdbedem  III,  37,  11. 
erdnifch  II,  266,  12. 
eren  o.  neren   LH,  244  zo  59,  25. 
eren  ackern  I,  41,  128. 
eren  löt  LLI,  72,  32. 
erentrich  ILI,  2,  20. 
erfaren,  (ich  III,  138,  6. 
erfreuung  LLI,  83,  9. 
ergerung  ILI,  66,  18. 
erglaften  III,  22,  19. 
ergraben  IL,  144,  23. 
ergrapen  I,  141,  550. 
erhebt  Partie.  ILI,  140,  16  m.  A. 
erheien  lügen  LI,  209,  469. 
erhellen  erlchalien  II,  180,  153. 
erklagen  ILL,  159,  9. 
erkratzen  II,  154,11.  III,  133,29. 
erkücken  IL,  142,  19. 
es  erlangt  einem  etwas  III,  169,  2. 
erlauren  II,  223,  990. 
erlichen  Adv.  ILI,  65,  U. 
erligen  11,  86,  9. 
der  Erliuger  wald  II,  71,  21. 
erlüften  I,  100,  19. 
er m als  I,  122,  401. 
ermel.    der  in  plowen  ermlen  III, 

105,  32. 
ermorden  III,  18,  25. 
ernaaen  U,  234,  1395. 
ernennen  II,  141,  25. 
ernßirch  II,  1,  8.  9. 
erfamlen  11,  156,  11. 
erfamlen,  fich  II,  108.,  4. 
erlchießen  U,14,34.III>14,16m.A. 


312 


errchinden  II,  249,  1981. 
erfchmecken  lU,  19,  3. 
erfchnappenll,  153,  lö.III,  111,3. 
erfchnBufen  III,  277,  4. 
erfchopfang  III,  1,  8. 
erfehen  III,  87,  3. 
erfitien  III,  48,  «. 
erfprießen  II,  177,  73. 
erftecken  II,  163,  235.  III,  98,  20. 
erßehüng  III,  115,  31. 
erftockt  III,  28,  16. 
erftörnng  III,  84,  18. 
erftrecken  Itl,  88,  33. 
ertanben  III,  22,  4. 
ertoten   III,   6,  10.  29,  29.  78,  14. 
ertracbtong  II,  88,  2. 
erwegen,  ßch  eines  dinges  I,  5,  130. 

II,  193,  118. 
erwäfchen  III,  110,  24. 
erzbub  II,  99,  2. 
erehnrnwirt  III,  286,  42.  290,  10. 
erzneien  Verb.  II,  150,  18. 
erzpriefter  III,  281,  3. 
erzverzweifelt  HI,  276,  34. 
es  ift  arrann  III,  100,  32.  111  fln. 
es  affis  I,  162,  282. 
efcbe  Afcbe  II,  113,8.  268,  23.  III. 

29,  12.  48,  3. 
£fel  mit  der  Lüwenhant,  Fabel,  An- 

fpielong  daran  11,  245,  1829. 
efelfütrer  II,  120,  26. 
efel  fchrappen  II,  269,  28. 
Efopus  III,  112,  1. 
Efslingen  U,  54,  16. 
efula  III,  40,  20. 
eße  II,  218,  788. 
efien   von    einem   dinge   bildl.   III, 

45,  5. 
_et  für  icht  im  Adject.  III,  215, 

5  m.  A. 
etwan  III,  9,  29  m.  A. 
etwar  =  etwer  UI,  9,  20  m.  A. 
et  wen  III,  45,  38. 
eul  anter  den  Yogeln  I,  158,  132. 
EnpfycbiQS  UI,  190,  27.  287,  12. 
e  n  fi  e  r  n ,  fich  =  entäußern  III,  93. 19. 


eTangeliom  Pafqaiili  II  No  X  llK 

—  107.    Ev.    fec.    Pafq.   No    XIL 

1 14-- 116.  Aliud  evang.  fec  Pafq. 

II,  318.    Et.  fec.  Marphoriom  II, 

318  %. 
evangeli«!  II,   198,  83.  900,  127. 

203,  224.  232.  250.  204,  371.  SOS, 

422.  431.  245,  1805.  1833.  364,  7. 

11.  265,  15.  269,   25.   UI,  80,  20. 

113,  34.  137,  25.  138,  21.  159,  If^. 
ewangeli,  das  III,  208,  5.  309,24. 

210,  30.  211,  33.  219,  11.  314,  \\ 

35.  215,  2. 
ewangelium  III,  207,  14. 


F. 

(Sieh  auch  anter  V.) 

f  im  Anlaute  ftatt  t  II,  331  so   119, 

18.  III  zu  70,  2.  383,  8. 
fabelbefchreiber  III,  113,  1. 
Faber,  Johannes  III,  113,  33.  129, 

33  —  132,  31.     Vgl.  Sehmidniecbt 

Henfel  u.  Schmit  von  Coftans. 
fal,  der  II,  149,  1. 
den    falben   hengft   ftraiehen    III, 

168,  33.  183,  8.  276,  30. 
falke  Gefchüte  I,  77,  11. 
fallen  haben  fällig  haben  II,   76, 

12.  78,  6. 
fantafei  III,  104,  24. 
fan tafle  II,  172,  2.')1. 
fantaft  I,  33,  132.   30,  119.  82,  60 

II,  124,  12.  260,  26.  268,  30. 
fantaftifch  II,  124,  9. 
fart    zu   keiner  fart  I,  100,  10. 

115,  176.  167,  443. 
—  zu  fteter  fart  I,  125,  538. 
fafelteding  I,  28,  33. 
fasnacht  III,  176,  36.  280,  28. 
fasnachtbutz  I,  28,  42. 
fasnachthnt  I,  152,  268. 
fasnachtfpil  I,  31,  158. 
Faftenzeit,  Beichte  während  derfelben 

m,  177,  82.  280^  45. 


313 


fatsen  lir,  119,  6. 
im  faulen  beiz  II,  153,  15. 
f echter  III,  180,  15.  282,  19. 
federmark,  der  III,  158,  19. 
federfpll  II,  137,  24.    III,  64,  26. 
Feder wifch,  Lucifer8RatII,97,19. 
fegfener  II,  232,  1319  fgg. 
feilen   I,   81,  25.   94,  537.   99,   7. 

102,  92.  129,  105.  130,  121. 
feldgejägt  II,  62,  12. 
ein  feler  fc hießen  II,  240,  1627. 
fellftat  II,  71,  24. 
felthanbtman  III,  52,  36. 
feltrehata  III,  52,  33. 
ein  ferblin  anftreichen  11,212,  579. 
Ferdinand   Erzherzog  ▼.  ößreicb, 

Bmder  Karla  V.   II,  52,   19  fgg. 

III,  131,  29. 
Ferrer,  Herzog  von  III,  50,  21. 
fort  II,  260,  30. 
fertigen  III,  51,  4. 
Fetz  Dr.  II,  120,  3.  8. 
Fetzelumper    von    Tubingen    III, 

215,  12.  17.  21. 
fetzen  Inmper  II,  120,  25. 
fenerzeug  I,  139,  467. 
fich  Vieh  II,  5,  1.  2. 
Fideler,  Wolf,  Name  11,  262,  12. 
fidein  den  danz  II,  61,  18. 
fierteil  III,  70,  2. 
fili  maltitndo  II,   137,  9.  35. 
filz,  grober,  ein  Schimpfwort  III, 

184,  32. 
uf  filzen  fchlichen  III,  82,  8. 
filz  hat  III,  41,  25. 
filzh&tl  II,  122,  28. 
finanz    II,   161,  43.  202,  186.  III, 

61,  8. 
finge r  bildl.  zur  Hebg  d.  Negation 

II,  342  Anm. 

durch  die  finger  fohen  11,233,1383. 

III,  60,  16.  166.  274,  35.  275,    16. 
finnet  III,  122,  10. 
firlefanz  II,  234,  1407. 
firmen  III,  150,  17. 

firmnng  II,  231,  1302. 


fifeal  III,  164,  8.  10  fgg.  176,  5 
fgg.  274,  6  fgg. 

fifchzeng,  der  II,  46,  31. 

fla  den  weihen,  das  III,  151,  1. 

fladenweiher  II,  67,  23.  III,  149, 
35.  150,  1.   37.  151,  4.  152,  27. 

flechten  lidh  in  eine  fache  II,  176, 
50.  m,  183,  17. 

fledermenfe  II,  222,  949  m.  A. 
III,  31,  18. 

fledermeufifch  I,  97,  646. 

flegeln  Verb.  I,  3,  66. 

fleifch  n.  fifch  UI,  245. 

fleißlich  m,  37,  5.  62,  14.  26. 
66,  29. 

fleiten  II,  233,  1867. 

Flexion,  Harke  nach  d.  Poflemv  III, 
7,  3  m.  A.;  nach  d.  beßimmten  Ar« 
tikel  III,  196,  6  mit  Anm.  280,  39 
fg  ;  nach  dem  Pron.  demonft.  ib.; 
fchwaebe  ▼orSabft.IH,  16,  16.  28, 
3.  69, 9  m.  A.;  bei  A^ject.  fohwacha 
ftatt  der  Harken  III,  77,  28  m.  A.; 
bei  Adject.  ungenau  fchwache  lUtt 
der  Oarken  III  zu  76,  17. 

Flezionsfilbe  abgefallen  beiftarkern. 
fchwacher  Declin.  im  Gen.,  Dat., 
Acc,  Sing.  u.  Plar.  f.  zu  210,  16. 

flicken  fich  =  fich  aechten  III, 
283,  41. 

uß  einer  floch  ein  geiß  machen  III, 
32,  24. 

Florentiner  burger  III,  62,  30. 
63,  2. 

die  flöhe  einem abkerenlU,  103, 11. 

flößen  1,  56,  87.  In  der  Anm.  8. 
219  iß  die  Erklärung  nicht  getrof- 
fen; es  fteht  für  flößen;  der 
fluß  war  ein  Kartenfpiel. 

fiuchs  II,  139,  16. 

Fluchen  I,  166,  412  fgg. 

Flüche  II,  377  zu  252,  2.  III,  103, 
20  m.  A.  162,  26  m.  A. 

flüßen  II,  6,  28. 

Focas  Kaiftr  I,  4,  114.  III,  30,32. 

f  o  r  de  rung  =  fürderung  III,  160, 14. 
26 


314 


Pordung,  Johann,  v.  HaBfart  IXI, 

36,  1.     . 
for  III,  283,  2. 

formata  UI,  172,  29.  278,  38. 
formlich  KI,  78,  26. 
fornen  III,  293,  11. 
f o  rfchen  einen  eines  dinges  UI,  4,  2. 
fort  u.  fort  UI,  246  zu  61,  12. 
fortel  Subft.  UI,  31,  32  m.  A. 
forthin  II,  259,  16. 
for  I,  9,  67. 
förhen  III,  216,  32. 
f orten  III,  63,  29. 
forte r  II,  48,  3. 
Francifcat  II,  166,  39.  271. 
Frankenwein  UI,  176,37.280,29. 
Frankfurt  UI,  104,  28. 
Frankreich  II,  112,20.  III,  19,  10. 
Franz  I  ▼.  Frankreich  II,  114.135, 

8.  III,  19,  9. 
Frans ofen  Krankheit  III,  198,  30. 
franzofifch  UI,  67,  30. 
frafehgarei  II,  123,  12. 
fraß  u.  fnllerei  III,  245. 
fr  atz,  der,  Albernheit  II,  218,  798. 
franenbr&der  mufich  II,  155,  11. 
frauenhans  III,  195,  3. 
frauenzimer  I,  105,  171.138,412. 

III,  182,  13.  283,  15. 
frech  u.  keck   III,  248    zu  67,  30. 
frei  I,  102,  106.  119,  297.  142,580. 

III,  120,  31. 
Freibnrg  II,  153,  15. 
freid  II,  126,  21.  196,  9  m.  A.  III, 

115,  14. 
freidenreich  II,  199,  96.  201, 160. 
freid  ig  I,  58,  135.  UI,  125,  14. 
freien  liberare  11,  156,  24. 
freien  heiraten  III,  291,  8.  9. 
Freiermut,    Hans  Heinr.    Dichter 

d.  Trinmphus  reritatis  II,  250, 2000. 

251,  2034. 
freudenfeuer  III,  88,  2. 
freulin  III,  177,  32. 
freund  u.  feint  III,  245. 
freund  u.  frembd  UI,  245. 


frevel  Adj.  UI,  22,  21, 

Fridrich  ßarbaroffa   II,   94,   17 

ff.  mit  A.. 
Friedr.  d.  Weife,  Cburf.  ▼•  Sacb- 

fen  11,    109,    21  ff.  38  £  110,  28 

fgg.  III,  77.  22  fgg. 
fridfam  III,  19,  30. 
frifch  frei  frölich  UI,  245. 
frift,  zn  keiner  fr.  I,  120,  33». 
friftnng  III,  97,  27. 
frißgar,  der   UI,   157,  11.  164,  9. 

10.  274,  5.  6. 
frißfchaf  lU,  189,  25. 
fro  fro  fro  fingen  I,  82,  78. 
fron  II,  199,  95.  236,  1495.  260,  38. 
Fronica  I,  ^1,  123. 
frölicher  geber  ift  got  wert  11* 

217,  770. 
frönlich  II,  26,  2a 
Früauf,  Hans,  Name  II,  25$,  22. 
frümmen  III,  24,  31. 
früfuppe  1,  71,  112. 
fr&g  früh  II,  172,  278. 
fr&melTer  II,  178,  79.  260,  12  igg. 
Fuchs  und  Wolf,  Gefpr.  II  No  UI 

S.  60—72. 
den  fuc  hs  beißen  I,  70,  85.  ü,  32,  8. 
fuchsrock  11,  71,  16. 
F  u  c  k  e  r  UI,  39, 27. 46, 26. 34. 155, 2$. 
furtel  II,  49,  25. 
fürt  er  UI,  37,  13.  41,  37« 
füchferei  U,  60. 
Fulslochy  Nickel, Name  11, 259,  11. 
für  Pr&p.  entgegentretend  111,11,31. 
—    —     bevorzugend  11 1,  12,  19. 
für  vorbei  an  111,  24,  10  m.  A. 
für  u.  für  UI,  246  zn  6t,  12. 
fürsn  UI,  146,  16. 
fürbändig  I,  111,  10. 
fürderlich  III,  6,  13. 
für  halten   vorfchntzen  UI,   8,   3?. 

30,  10. 
für  halten  verfetsen  UI,  2,  6.  9,  3$. 
fürhar  UI,  174,  32. 
für  her  U,  204.  274.  UI,  121,  «. 
für  hin  11,  145,  24.  148,24.  152,  22. 


315 


furkauf  II,  56,  10. 

fürkanfer  II,  263,  8. 

ffirknmen    vermeiden    If,    126,   2. 

179,  110.  266,  27.  III,  81,  16.  189, 

4.  212,  10. 
furnemig  II,  86,  34. 
Fürntanz,  Friedel, Name II, 258, 14. 
fürpanen  III,  146,  21. 
fnrfagen  prfedicere  III,  6,  30. 
fürfchlag,  der,  das  Emporkommen 

II,  210,  492. 
fürfprech,  der,  It,  207,  379  m.  A. 
farfehen  =  Terfehen    II,  144,   20. 

149,  10. 
f  nrficbtlicheit  il,  15,  8. 
filrt  II,  155,  9. 
fürt  an  111,  128,  23. 
jürther  III,  116,  17. 
färthin  III,  229,  1200.  III,  132,29. 
fnrtreffen  II,  15,  25. 
fürtreffend  II,  14,  14. 
fürwenden  II,  18,  32. 
fuo;  bildl,  z.   Hebung  d.  Negat.  II, 

342  Anm. 
f&ßhader  II,  120,  10. 

G. 

gachzgen  III,  181,  3a 

gagen=:jagen  I,  3,  86. 

galge  I,  92,  450. 

galgen.     wann    man  einen   bedarf, 

man  nimpt  in  von  dem  galgen  II, 

72,  9. 
G  alileer  II,   104,   7.    17.    21.   103, 

6.  13.  29.  104,  8.   16.    19.  23.  26. 

31.  38. 
galileifch  U,  103,  31. 
gang  Imper.  II,   105,  18.  142,  11. 

163,  191.  220,  871.  III,   6,  3.  14, 

21.  21,  27.  40,  24.  55,  Ift. 
gang  Conj.  Präf.   zu  gehen  II,  32, 

15  m.  A.  126,  34.  140,  13  mit  A. 

152,  21.  222,  959.  279,  8.  289,  33- 
gangen,  fie.  3.  Flur.  Conj.  Prai:  III, 

161,  36. 


ein  gans  bläft  einen  an  11,42,24» 

—   pfeift  einen  an  UI,  101,21. 
ganz  u.  gar  III,  245. 
gar  u.  gar  III,  246.  * 

gardian  II,  271,  25. 
das  garn  vor  den   äugen  der  vogel 

legen  II,  191,  46. 
gart  I,  165,  387.  173,  695. 
gallfrei   III,   179,  35.    180,   1.  4. 

282,  2.  3.  11. 
gaftnng  III,  179,  35.  281,  46. 
ganch  III,  129,  28. 
gaukler.    Spruch   derfelben:   *Ter- 

fchwind  als  der  wind,  daß  keiner 

wider  find!'   III,  174,  3a  279,  28. 
gäbe,  die  II,  147,  24. 
ge—  des  Partie,  ausgelaßen  III,  28, 

27  m.  A. 
gebe,  die  III,  100,  23. 
gebracht  II,  95,  19. 
gebrent  confcUnz  II,  11,  23. 
gebuft  I,  56,  69. 
Geck  (Eck)  II,  124,26.  126,  26.  lU, 

34,  6.  48,  25. 
gecken  Verb.  II,  213,  623. 
geding  Hoffnung  11,  250,  1989. 
gedorftig  II,  213,  600. 
gedunken,  das  III,  212,  25. 
on  geferd   ohne  bö£e  Abficht  lU, 

14,  16. 
mit  geferden  mit  bofen  Abfichten  II, 

216,  715.  219,  829.  225,  1058. 
gefert  Genoßenfchaft  jemandes  II, 

211,  549. 
gefreunt  III,  286,  20. 
ein  gefrorner  dreck   von   Rom 

I,  146,  54. 
gegen  teil  Gegner  II,  53,35,54,  7. 
gegen  weg  s  fich  halten  II,  29,  1. 
gegenwind  II,  254,  7. 
gehaben  ftarkes  Part.  =::  gehabt  II, 

201,  180  m.  A. 
gehaim,  der  III,  21«,  35. 
gehaß  II,  170,  207. 
gebebt  gehabt  lU,  26,  34  zu  17,4. 
'     189,  19. 

26' 


316 


geheien  I,  67,  123  m.  A.  U,76,38. 
mit  gehetz  locken  U,  223,  975. 
gehorlame  Fem.  II,  93,  7.  96,  26. 
•    173,  308.  217,  781.  III,  77,  13. 
gehorfamen  Verb.  III,  27,  34. 
gehorrami,  die  III,  2,  5.  12. 
gehörde  III,  3,  25. 
gehören  hören  III,  165,  36. 
geige,   auf  der  alten  geigen  bleiben 

III,  138,  22  m.  A. 
geil  III,  60,  5. 
geilen  äbermntig  fein  II,  11,    11. 

III,  123,  38. 
geile  n  betteln  II,  35,  20.  III,  47,34. 
gein  III,  39,  24.  30.  31.  40,  12.  25. 

41,  7.  56,  10. 
geiß  Plur.  III,  17,  9.  208,  11.  16. 
geifte  Plnr.  von  geiß  II,  11,  22. 
geißlichen  Adv.  111,187,7.285,24. 
geißen  Adj.  III,  175,  21.  279,43. 
geitig  III,  279,  37.  291,  20. 
geitigkelt  III,  86,  11. 
gejagt  II,  6,  25. 
gelanhen  II,  74,  31  m.  A. 
gelbe  lilien  freßen  II,  58,  3. 
geleohter  II,  233,  1366. 
gelerte   verkerte    III,    174,  28. 

279,  27. 
gelfen  II,  194,  142. 
gelieben  III,  74,  16. 
gelimpfen  III,  54,  38. 
gelink  II,  113,  5.  148,  8. 
Gelle r,  Herzog  von  II,  135,  8. 
gelt  Adverb.  III,  21,  15. 
gelt  u,  gut  III,  245. 

gelt  Tohwitzen  111,172,25.182,7. 
gelten  einem  vil,  eintragen  11,221, 

929. 
geltlin  II,  139,  19. 
geltnarr  III,  218,  23. 
geltßriok  11,213,610.111,105,17. 
die  geltfucht  im  feckel  haben  III, 

280,  19. 

gelüpt  Masc.  II,  86,  26  fg. 
gemachfam  II,  378  zn  257,  16. 
gemacht  II,  149,  24. 


gemalt«  II,  26,  6. 
gemein  pubiicas  III,  13,  32. 
gemeines  haue  III,  289,  40. 
gemein  als  leus  u.  flöh  im  *ag- 

ßen  UI,  171,  9.  277,  46. 
gemengter  färb  III,  12,  2. 
gemefoht^emäßet  II,  106,  10. 
gemül  lU,  48,  2. 
gem&t  fein  II,  89,  27.  99,  14. 
gen  =  geben  fchweiz.  II,   160,  23. 

219,  859. 
ß  gen d  =  gebeut  II,  161,  48. 
genahen  Verb.  III,  49,  25. 
genem  III,  54,  37. 
genieß,  der  II,   29,  10.    161,   86. 

111.  207,  405.  HI,  72,  31. 
g  e  n  i e t  en  fich  eines  dings  1, 148,  123. 
genoß  =  genoß  II,  50,  25« 
gensbeiii  für  heiltomb  1,  32,  309l 
gensdieb  III,  133,  38. 
genspredig  III,  198,  24. 
geordnete  haimligkaitll,  157,26. 
Georg,  Herzog  von  Sachfen  I,  64, 

316.  82,  68. 
geplärr  II,  146»  39. 
geradeln  III,  62,  31. 
geraten  III,  92,  9. 
gerecht  dezter  II,  148,  8  mu  Anm. 

S.  177  med. 
gereehtigkeit  II,  22,  6. 
gereit  bereits  II,  11,  10  m.  A. 
geremen  I,  124,  470. 
gereuen  Part.  ßark.  III,  156,  18. 
geroch  III,  12,  22. 
Gerfon  II,  25,  34.  32,  17. 
Gertraute    des    Plaffen  Magd    II, 

139,  24. 
gernwig  III,  45,  21 
gerächt  III,  75,  20. 
gerüewiklich  II,  95,  5. 
gefatzweife  II,  108,  6. 
gefcheide,  die  II,  87,  15. 
gefohelle  Lärm  II,  162,  136. 
gefchieft  I,  64,  306. 
gefchlagen  =  fchlagen   II,  49,  3 
wo  die  3.   Plnr.  Präf.  ßaht  (nicht 


S17 


^ 


Infin.  wie  e«  Airni.  S.  389  iaUbh- 
lich  heißt). 

gerchmaek  Qeruch  III,  39,  17. 

gefchmeiß  I,  64,  309. 

gelchmirte  janker  III,  131,  16. 

gefehnitzt  Teiu  auf  einen  III, 
285,  43. 

gerohmück  II,  26,  4.  36,  25. 

gefchnor  I,  117,  214. 

gelchöpf  Femin.  III,  1,  3  m.  A. 

geTcböpft,  die,  creatnra  II,  143, 13. 

gefchrei  Feldgefcfarei  III,  97,  16. 
18.  19. 

ich  gelchweig  11,  37,  27.  59,  3. 
II,  215,  705.  230,  1246.  III,  38, 
11.  169,  9.  193,  19.  ich  wil  ge. 
fchwigen  III,  28,  24.  69,  29. 

gefchweig  (ohne  ich)  III,  94,  19. 

gefchwind  kühn  II,  46,  13. 

gefch  wind  liftig  11,53,37.  203,229. 

gefchwindigkeit  Schlauheit  II, 
5,  19.  21,  14. 

gefchwindliftig  III,  75,  14. 

gefchwurm  III,  272,  11. 

geTchwürm  I,  55,  18.  127,  12.  II, 
204,  263.  238,  1566. 

gefchwnrme,  das  III,  188,  33. 

Gefelman  Hundename  I,  147,  65. 
83,  85.  S.  148  fgg. 

gefipt  II,  194,  145.  III,  214,  17. 

gefpeni,  das  III,  199,  17. 

gefpeuft  III,  16,  5.  8.  187,  11. 

gefpiben  II,  110,  26. 

gefpons  III,  164,  22.  274,  13. 

G  e  fp  r  ä  c  h  e.  Ein  loftig  gefpräch  der 
teufel  nnd  etlicher  kriegtlente  von 
der  flncht  des  großen  Scharrhan- 
fen  herzogen  Heinrichs  von  Braan- 
fchweig.  Bd  I  No  IX  S.  54—67. 
Drei  neue  und  luftige  gefpreche, 
wie  der  wolf,  fo  etwan  doch  nicht 
lang  ein  menfch  Heinz  Wolfen- 
biittei  genant,  in  abgrunt  der  hel- 
len verdamt  fei.  No  XIII  S.  90 
—  144.  Pafqnillus  Tom  falzburgi- 
fchen  baumgjait  No  XIV    S.  145 


—  153.  Bin  gefprech  des  herm  mit 
f.  Petro  von  der  iezigen  weit  lauf 
No  XV  S.  154  —  175.  6eQ»rech 
büechlein  Nen  -Karfthans  Bd  II  No 
I  S.  1--44.  Dialogns  fo  Franclf- 
cns  Ton  Sickingen  vor  des  himeis 
pforten  mit  f.  Peter  m  dem  ritter 
f.  Jörgen  gehalten  No  II  S.  45  — 
59.  Ein  gefprech  eines  Aichs  n. 
wolfs  1524  No  III  S.  60—72. 
Von  der  gült,  zw.  einem  bnrger, 
bauer,  pfiff  n.  manch  No  IV  S. 
73  —  80.  Ein  fchdner  dialogns, 
C&nz  n.  der  Fritz  No  XIV  S.  119 
— 127.  Ein  fchöner  dialogns  von 
zwein  g&ten  gefeilen  genant  Hans 
Toll  u.  Claus  Lamp.  No  XV  S. 
128  —  134.  Ein  fchöner  dialogns 
zw.  aim  p&rrer  n.  aim  fchulthaiß 
No  XVI  S.  135—154.  Ain  fchö- 
ner dialogus,  wie  ein  bauer  mit 
aim  frauenb rüder  manch  redt  No 
XVII  S.  155—159.  Ein  klegliehe 
botfchaft  an  den  bapft,  die  felmefs 
betreffend  No  XXIII  S.  252  —  263. 
Dialogns  des  apoftoKcams  Ange- 
lica  u.  anderer  fpecerei  der  apo* 
teken  Bd  III  No  II  S.  U  ^  58. 
Ein  nnderred  des  bapfts  nnd  feiner 
cardinelen  No  IV  S.  74  —  100. 
Ein  gefprech  zw.  einem  edelman 
münch  n.  curtifan  No  V  S.  101  — 
111.  Die  luterifch  ftrebkatz  No 
VI  S.  112  —  135.  Klagu.  antwort 
von  luthr.  u.  bepftifchen  pfaffen 
über  die  reformation,  fo  neulich  sa 
Regenspnrg  der  priefter  halben  anß* 
gangen  ift  1524.  No  VII  S.  136  — 
158.  Ein  wegfprech  gen  Regens- 
pnrg zft  ins  concilinm  zw.  einem 
bifchof,  h&renwirt  u.  Kftnzen  f. 
knecht  No  VIII  S.  159  —  195.  Ein 
gel^r.  V.  d.  gemeinen  Sohwabaoher 
kaften  No  IX  S.  196  —  206.  Dia- 
logns  von  der  zwitrachtung  des 
hail.  chriftl.  glanbens  No  X  S.  207 


318 


—  812.    Ein  Ichöner  dial.   Co  ain 

Prediger  munch  Bembns  n.  ain  bur- 

ger  Silemos  n.  f.  narr  mit  ainan- 

der   halten  No  XI  S.   213—218. 

Der  hurenwirt  S.  271  —  293. 
geßalt.  dem  wefon  e.  g.  geben  II,  3, 

26.  die  red  hat  kein  geft.  144,  26. 
es  geftat  mich  II,  30,  38. 
gehoben  oder  geflogen  III,  249 

an  67,  30. 
geßon  koften  III,  217,  35. 
geßon  bei  etwas  feilhalten  an  III, 

165,  27.  167,  23.  27ö,  46. 
geftrackts  I,  118,  270. 
geßreift  III,  32,  38. 
gefuch  Subft,  11,207,  406.  III,  14,  16. 
gethön  III,  25,  1. 
getüriliich  II,  91,  14.  21. 
gethun  =  gethan  Part.  III,  93,  19; 

▼gl.  thun. 
gewachfam?  II,  257,  16  f.  d.  An- 

merk.  S.  378. 
gewalt  u.  ampt  III,  248. 
gewar  Waare  II,  56,  11. 
gewar,  die  II,  10,  11. 
gewarfam  Subß.lII,  25,  22.  105,29. 
gewarfami,  die  III,  12,  32. 
gewarfamlich  III,  11,  19.  22,21. 
gewarben  einer  fache  II,    156,  7. 

III,  183,  12. 
gewarten    etwas    ton    einem    III, 

111,  187,  13. 
gewea  Part   III,  198,  15.  204,  26. 
gewinnang  III,  156,  38. 
gewis  n.  war  III,  246. 
gewifchlich  II,  103,  20.  33. 
gewiß ne  Qewißen  II,  144,  23. 
gewißne,  die  III,  194,  25.  195,  13. 
gewißen  Wißen  III,  102,  2. 
gewon  n.  wißen  fein  III,  246. 
gewont    haben    eines    dinges    II I, 

139,  25. 
gezeng  teftis  II,  7,  10  m.  A.  44,  29. 
gezote  III,  175,  25. 
gezottel  III,  279,  45. 
gezügttus  III,  6,  34. 


gicht,  das  II,  120,  12. 

gilfen  III,  74,  16 

Gilg,  meiOer  III,  103,  10. 

gir  III,  83,  9. 

git  avaritia  III,  59,  24.  69,  36. 

gits  III,  60,  4. 

gjait  I,  147,  80. 

Glas  freßen  I,  162,  296. 

glasfehön  III,  214,  30. 

gl  aß,  der  II,  193,  100.  197,  90. 

gtatze  I,  126,  1. 

Glaube  parodiert  II,  273. 

gleich  n.  gleich  gefeilt  fich  gern, 
da  kam  der  teofel  zum  koler  III, 
276,  10. 

gleichförmig  111,  167,  31. 

gleichfner  II,  142,  13. 

gleichfnerei  II,  160,  36. 

g  1  e  i  c  h  n  n  g  II,  78,  25. 

gleiß  u.  fchein  III,  249. 

glichnns  III,  2^  4. 

glockengelt  II,  144,  11. 

glori  III,  83,  4.  180,  10. 

das  glöcklein  nach  dem  klang  je- 
mandes gießen  I,  56,  66. 

gnad  als  Titel  III,  No  VIII  häufig 
197,  27.  273,  34  n.  weiter. 

gnadherr  II,  250,  1986  III,  282, 
25  =  gnediger  herr,  vgl.  mit  180, 37. 

gnad  her r  Gruß  II,  79,  13. 

Gnatho  der  Parafit  in  Ennnch  des 
Terenz.  II,  161,  84. 

gnippen  I,  126,  3. 

gnugfam  lU,  94,4.  147,11.  156,27 

gochzrgach  II,  222,  952. 

golt  n.  gelt  Ili^  245. 

golt  u.  gut  ebdf. 

goltcr,  der  II,  154,  18. 

goltnetz    U,    203,   233.   223,   973. 

253,  25. 
Goslar  von  Herz.  Heinr.  ▼.  Brann- 
feh weig  d.  j.  angegriffen  I,  49,  11 
fgg.  56,  72.  72,  156.  78,  25. 
got  geh   11,  194,  157.  257,  12.  UI, 

70,  22  m.  A. 
got  weiß  wol  wie  UI,  63,  7. 


319 


gotwilkomen,    der,  beim  Trinken 

I,  162,  285  fgg. 
gramafen  IIC,  179,  17. 
gramen,  du  vil  dürrer  gaul  IIF, 

168,  17. 
gramfchaft  ILI,  75,  31. 
grat,  der  II,  23,  36. 
Gratiae  parodiert  II,  270. 
Gregoriufl  XII,  Papft  III,  43,  32. 
Gregorioe     Nazianzenoe     III, 
-     190,  24  fgg.  287,  15. 
greif! ich  I,  143»  615. 
gremplen  I,  9,  83. 
griebe  III,  116,  27. 
grimgramen  I,  127,  20. 
grimmen  im  banch  III,  13,  5. 
den  grind  abreißen  II,  69,  11. 
ein  grindiger  kraneit  den  aki- 

dem  fanft  II,  76,  21. 
grintig  III,  48,  24.  49,  12. 
Grobianus  I,  160,  219.   163,  329. 

Vgl.  S.  243  fg. 
groß  Adv.  fehr  III,  10,  22. 
groß  dick  III,  164,  32. 
groß  n.  hoch  III,  249  zn  67,  30. 
große  Hanfeu  I,  160,  20a  II,  6, 

18.  54,  5.  261,  6. 
großliohen  II,  100,  23. 
größlich  II,  94,    11.   III,   89,  27. 

90,  21.  91,  32.  174,  10. 
grnbenkücker  I,  127,  30. 
grnbenfacher  I,  126,  3. 
grnndel  UI,  178,  33. 
Gmß,  der   engliTcbe,    parodiert  II, 

270.  273. 
grng  bildlich  s.  Hebg  d.  Negat.  U, 

342  Anm. 
gründen  uf  etwas  III,  180,  35. 
grüner  donnerstag  II,  19,  7.  18. 
grüfelich  III,  24,  27. 
grüslich  III,  14,  37. 
grün,  das  (Krankheit)  III,  190^  2. 
guarde  III,  20,  2. 
gugel,  die  III,  218,  9. 
Gugelfritz  III,  214,  23.28.218,6. 
gngelfnr  III,  102,  25. 


gnldin  III,  164,  6.  21.  23.  172,  23. 

176,  14.  215,  30.  216,  23.  217,  20. 

35.  218,  15.  20. 
ganH  Masc.  II,  239,  1577. 
GurcenTis  II,  109,  34. 
gut 8  jar  n,   73,  4.   174,  335.  UI, 

103,  22. 
güldin  III,  175,  15.  179,  10.  12. 
galt  V.  d.  II  No  IV  8.  73—79.— 

74,  27.  30.  75,  18  ff. 
gürtel  Fem.  I,  108,  259. 
gutheit  III,  1,  10. 
gutthäter  III,  21,  10. 


h  anlautend  nnorgan.  Tor  der  Par- 
tikel er  III,  36,  10  m.  A. 

h  nnorgan.  eingefchoben  III,  38,  37 
m.  A.  80,  7  m.  A. 

hab,  die,  Hanfe  I,  58,  136. 

h ab,  das,  die  Habe  III,  21,  3. 

haderlumpen  ILI,  151,  11. 

hadrer  II,  88,  29. 

h  af  en,  der,  ird.  Gefehirr  III,  17,  34. 

hagel  II,  125,  31.  126,  1. 

der  hagel  fchlage  einen  in  bo- 
den  II,  121,  14. 

hagelfchlechtig  It,  149,  35. 

Hagenan  11,  135,  6. 

hagfchelm  II,  63,  4. 

hailtum  II,  143,  3%  147,  27.  233, 
1355.  III,  150,  4. 

haim  fetzen  III,  144,  21. 

halber  II,  149,  34. 

halbs  II,  143,  26.  242,  1705. 

haller  II,  183,  280.  184,  297.  III, 
218,  27.  28. 

in  hals  kommen  einem III,  217,4. 

balseifen  I,  126,  1. 

mit  halsfchiegen  fchlagen  III, 
30,  4. 

halsftark  lU,  5,  15. 

halftarrig  III,  113,  33. 

halt  m,  156,  13.  35. 


320 


hammerfalbe  If,  2B2,  35. 
hsmmerfchmalz  IL,  258,  5.  8. 
Handböchlein    der   Papillen   II,   No 

XXIV,  264^274. 
handgefchrift  UI,  217,  13. 
handhalten  UI,  19,  37. 
handlen  mit  einer  coirelll,  11,37. 
Hans  Toll  II,  128  fgg. 
Hans  Worft  I,  83,   118.  85,  203. 

88,  310.  89,  331. 
bansworftifch  l,  82,  60. 
hantfan  ILI,  48,  3. 
hantfaß,  Trinken  aus  denfelben  I, 

162,  295. 
hanthaben   etwas   II,  46,  20.  22. 

53,  27.  III,  76,  28.  78,  3. 
hanthaben  fich  II,  45,  18.  46,  2. 
hanthaber  II,  90,  22. 
hantieren  II,  213,  612. 
hantreieh  SubA.  III,  36,  17. 
hantreichen  III,  62,  29. 
haiitwerk  I,  174,  711. 
hantzwehel  UI,  141,  33. 
bar  =  her  alem.  I,  41,  112.  Tgl.  8. 

207  fg.  241,  1670.  lU,  5,  23  m.  A. 
bar  Umfchreibg  t.   nicht  I,  40,  74. 

146,  31.  II,  160,  7  m.  A.  S.  340 

ig.  UI,  173,  19. 
bar  breit  II,  104,  20. 
harr^,  die  II,  168,  97.  173,  293. 
harthangend  ILI,  53,  38. 
has  in  der  heck  III,  117,  37. 
Hafe,  Conrad-I,  245. 
hafelnuß  bildl.  III,  134,  7. 
Haßfurt  III,  36.  2.  3. 
hatz  II,  203,  227.  III,  120,  25. 
hau,  das  lU,  181,  25. 
haubtrecht  III,  47,  28. 
haubtfchloß  II,  103,  24. 
häufet  II,  70,  36. 
Hank  Hafenbart Name II,  257,22. 
hanpt  u.  herr  III,  245. 
haupt  u.  hirt  ebdf. 
hanptbrief  III,  27,  21. 
hauptgelt  II,  78,  29.  35. 
hauptfacber,  der  II,  253,  36.  III, 


136,  18.  143,  33. 
haus  n.  hof  UI,  245. 
bausarm  III,  201,  25. 
auf  Hanfer  fteigen  II,  71,  21. 
Haufierer  I,  169,  525. 
hansranber  UI,  179,  16. 
baut  n.  har  III,  245. 
haut,   b&b  in  der  heut  III,  186,  37. 
Hauzmtfr,    der,    bei   Bamberg   II, 

71,  20. 

häle,  die  III,  174,  32. 

häiung,  die  IH,  279,  30. 

händel  treiben  II,  9,  10. 

härrig  lU,  195,  2  m.  A. 

h eben  =  haben  I,  35,  308  m.  A. 

he  bei  Sauerteig  I,  24,  177. 

hefel  UI,  8,  37  m.  A. 

heftig  fhperbus  U,  90,  17. 

heidifch  III,   185,  20. 

heiliget  Partie.  III,  28,  87. 

heilmache r  III,  26,  24.  87,  86. 

betiramkeiti,  21,  55. 

heilwertig  I,  62,  848.  79,  78. 

heimifcb  I,  90,  380.  385  m.  Anas. 
123,  456. 

beimlichs  thnn  III,  177,  81. 
280,  44. 

beinacht  verfloß.  N.  III,  87,  88. 

heinen  I,  29,  94. 

h  e  in  t  kommende  Nacht  II,  78, 14. 19. 

heint  ▼ergangene  Nacht  II,  61,  24. 

Heinrich  VIII  König  ▼.  England 
III,  122,  30  ff. 

Heinrich,  Hers,  t,  Braunfchweig- 
Woifenbnttel.  Gedicht  von  ihm  I, 
48—53.  Gefpr.  über  feine  Flacht 
zwifchen  den  Teufeln  und  Kriegs- 
leuten I,  54  —  67.  Sein  Bekennt- 
nis u.  Klage,  ein  Gedicht  I,  68  — 
76.  Wahrhaftige  Contrafactar  feiner 
und  feiner  Gefellfchaft,  Gedieht  I, 
81—98.  Drei  Gebräche  von  ihm, 
inVerfen  I,  99—163.  Handel  des 
Herzogs  mit  Goslar  I,  49,  11   fgg. 

72,  156.    Seine  begrabene  Braut  1, 
50,  74.  72,  137.  105,  166  fgg.  138, 


321 


403  fgg.  Entflieht  an»  Wolfenbnt- 
tel  I,  59.  71,  119  fgg.  Hat  Dr. 
Delinghanfen  ermordet  72,  141. 
Hält  r.  Bmder  gefangen  I,  136, 
353  fgg.  Hat  dem  Chnrfürilen  von 
SachTen  n.  Landgrafen  von  Helfen 
nach  d.  Leben  geftellt  u.  Leute  in 
kaiferl.  Qeleite  ermorden  laßen  I, 
137,  375  4g.  Xft  ein  Harer  I,  138, 
435  fgg. 

Heinz  Jnß  v.  Warheitsbrnnn 
I,  91,  422.  92,  449  fg. 

Heinz  Jnftinui  I,  91^  406. 

Heinz,  reiter  II,  42,  14. 

Heinzlein  Koter  I,  88,  316. 

Heinzman  I,  89,  358.  91,  400. 

Heinz  Narr  I,  84,  142.  94,  528. 

Helferieh,  janker  II.  42,  13. 

he  lg  heilig,  fehweiz.  Form  III,  230 
4;.  SU  12,  36. 

hellbad  II,  261,  33. 

heller  bildl.  z.  Hebg  d.  Negat.  II, 
223,  1009.  243,  1754. 

Heller,  Hans  III,  196,  9.  13. 

heller  häufen  III,  91,  29. 

hellefchmid  I,  140,  496. 

hellflnß  I,  140,  499. 

hellpful  1,  130,  112. 

hellfchirgant  I,  125,  523. 

hellwütrin  1,  100,  9.  103,  125. 
113,  79. 129, 102.  135,  319.  142, 583. 

Holt  I,  109  fg.  120  ^g. 

Henegan  II,  65,  38. 

h engerei  I,  92,  448. 

der  henker  lonet  feinem  knecht 
I,  69,  26. 

henfchnch  III,  148,  7. 

her  u.  hin  III,  245. 

Heraclins  Kaifer  I,  4,  114. 

heraaßen  III,  40,  10. 

herdnroher  I,  142,  569. 

herfaren  III,  36,  10  mit  A. 

hergangen  III,  36,  20  f.  zn  36, 10. 

herinnert  III,  55,  29  £.  zu  36,  10. 

herlangung  HI,  41,  121.  zu  36, 10. 

herlanbt  III,  47,  29  f.  zu  36.  10. 


heroldifch  I,  128,  78. 
herfchen  c.  dat.  III,  2,  2. 
herfchung  U,  90,  3. 
hert  u.  fehwer  III,  248  zu  67,30. 
Hertfeld,  das  II,  71,  2L 
her  Volk  II,  103.  35. 
herwider  III,  41,  8. 
herwider  bringen  aufheben,  ver- 
nichten II,  196,  5. 
herwiderumb  umgekehrt  III,  55, 3. 
herzader  II,  262,  20. 
herzgefell  II,  131,  2.  133,  37. 
herzritte  III,  64,  12. 
heulbach  I,  140,  483. 
henlfluß  I,  100,  26. 
heut  bei  tag  heutzutage  III,  50, 24, 
Hefiodus   erwähnt  und  eine  Stelle 

aus  ihm  cltiert  II,  162,  171. 
heßig  II,  50,  37.  178,  99. 
hetrchen  U,  215,  671  m.  A. 
Hewenftreit  I,  57,  122. 
hex  II,  259,  25. 

Hexameter,  deutfcher  III,  218,  2  fg. 
er  hiebt  UI,  132,  9  vgL  zu  123,36. 
Hieronymus    v.  Ferraria   d.    i. 

Hieron.  Savonarola  II,  32,  17. 
Hieronymus  v.  Prag  II,  16.. 
H  i  1  d  e  s  h  e  i  m,  bifchof  von  1, 96,  596. 

97,  658. 
hilf  u.  hantreich  III,  245. 
hilflich  III,  84,  11. 
himel  u.  helle  III,  245. 
hin  Q.  wider  III,  248  zu  67,  30. 
hindan  II,  90,  7. 
das  hin  der  kemmicht  fegen  III, 

182,  9. 
das    hinder   lierfur    keren   III, 

145,  30. 
den  hindern  weifen  II,  61,  9. 
hinderhalten  III,  178,  19.  281,  21. 
hinderreden    II,    265,    22.    lU, 

113,  23. 
hiJiderfchlagen  III,  60,  13. 
hinf orter  III,  292,  41. 
hinfüro  III,  146,  12.  147,  31.  148, 

12.  152,  6. 

27 


322 


hinfurtorill,  147,  25, 
hinhanen  I,  69,  168.  79,  77. 
hinheeht  II,  61,  15. 
hinleßiglich  in,  168,  10.276,15. 
hiunen  III,  40,  11.  13. 
hippen  III,  123,  36  m.  A. 
hippenbfibe  II,  165,  10  m.  A.  III, 

64,  19. 
birfe  bildl.  z.  Hebg  der  Negation 

II,  342  Anm. 

hitziger  magen  II,  60  vgl.  63, 20. 
hobeln  11,  191,  20. 
die  Hochfcfaeiner  fteig  11,  71,  19. 
Hochftrat  III,  113,  31.  125,  29  — 

127,  24. 
hohenlich  III,  89,  18. 
den  hof  abfchlahen  III,  168,  28. 

276,  26. 
hofgericht  III,  31,  17. 
hofieren  II,  23,  3.  233,  1361.  lU, 

118,  30.  128,  4. 
hofieren,  einem  einen  kübel  vol 

III,  173,  9. 

hofieren, in  die  hofen  11,253, 16. 

hoffuppe  r,  148,  19. 

hofzucbt  IT,  152,  36. 

hohe  datfche  nation  111,68,  23. 

hohe  Schwaben  11,  63,  36. 

hoifcho  I,  146,  55. 

hol  c.  gen.  III,  119,  3. 

holz,  von  gr&nem  oder  dürrem  holz 

fchreiben  III,  139,  19. 
holzfchiich  11,271,20.111,140,28. 
honig  im    fprachhaufe   fuchen 

II,  257,  10. 

hölzel    u.    polzel   I,    145,   8.   S. 

III,  244. 

holzen  von  Holz  II,  36,  32.  37,  13. 

III,  283,  2. 
hönifch  III,  200,  34. 
hören  gehören  IT,  141,  33. 
horzen  I,  62,  244. 
hufe,  der  III,  12,  16.  19. 
Hugo  de  S.Victore  11,244,  1769. 
huhu  Eule  I,  140,  484. 
faulden  II,  178,  98. 


Hund  abgerichtet  I,  172,  655  fgg. 
Hund  nmtragen,  Strafe  11,227,  1157. 
Hunde,    versagte,   bellen   auf  ihrem 

Mifthaufen.     Sprichwort  I,  61,  98 

fgg.  UI,  125,  14. 
hundfchlaehter  III,  179,  10. 
hunger  n.  dnrft  III,  249'aa67,S0 
Hungern,  krön  von  III,  50^  24. 
hnnkr&ß  I,  26,  231. 
bunt  freidig  auf  feinem  mift.  Sprich- 
wort III,  125,  4  m.  A. 
den  bunt  hinken  lau  I,  126,  55a 
wie  bunt  n.  katzen  I,  1S9,  550. 
buntfchlager,  der  III,  281,  36. 
budelman  III,  284,  45. 
bundertaugig  Ul^  112,  15. 
Hunsrück  bühel  II,  65,  37. 
Hure,  Preis  «iner  III,  179,  12  %g. 
burenfolt  III,  292,  42. 
Hurenwirt,  der, Dialog  111,271  %g. 
hurifch  I,  136,  341. 
Hufs  II,  32,  16. 191,  45.  111,80,26. 
Hütten,  Ulrich  von  11,  4,  2  fgg. 

17  fgg.  6,  2.  12,  8.  13,  24.  37.  14, 
.    37.  19,  8.  24,  10.  26,  38.  42,  34. 

113,   4.   140,    14.   199,    114.   226. 

1110.  III,  48,  31.  37. 
buttraucb  III,  40,  19.  • 
bübfcblich  I,  107,  248. 
büle  I,  28,  60.  III,   12,  26  m.  A. 
hnli  II,  89,  17. 
balzen  II,   233,"  1366.  262,  5.  UI, 

172,  10. 
bülzin  11,  138,13.  17.  Hl,  181,32. 
bürft,  die  111,  12,  34. 
b^n.    minder  dann  ein  b&n  verfteeo 

II,  169,  158. 
hürei  II,  214,  662  m.  A. 
huren  n.  bftben  UI,  249. 
bürenbalg  II,  268,  28. 
h&renf&rer  III,  141,  8.  172,  34. 
b^irengelt  UI,  158,  7.  182,  13.  195, 

13.  283,  16. 
bdrenheufer  III,  194,  24. 
b&renjeger   III,  167,  34.  189,  25. 

276,  7. 


323 


h&reDleben  HI,   188,   16.  195,  17. 

286,  17. 
h&renlon  11,  267,  28.  29. 
hüreDpfaff  II,  267,  14.  268,  i. 
hdrenwerk  IXI,  189,31. 194,  30.31. 
b&renwirt  III,  159  fgg. 
h&renzins   III,   130,  33.  141,  17. 

192,  30.  288,  27.  289,  38. 
hUreDzanft  III,  195,  15. 
hütfame,  die  lU,  10,  35. 
b&rifch  lU,  153,  4.  185,  5. 


i  SubftantiTenduDg,    aleman.  I,   l97, 

201.  nX,  224  sa  1,  12. 
iz::ei  II,  360  ru  Z.  37. 
i  eingefchoben  zw.  rg  ILI,  36,  11. 
leb  kau  nit  vil  neuea  erdenken,   icb 

maß    der  katzen  dfcbellen  anhen- 

ben.    Gedicht  I  No  III  S.  13  —  18. 
icbt  I,  90,  375.  122,  395. 
icbts  I,  32,  189.  II,  10,  10.  12,  18. 

36,  23.  96,  13. 
idiot  III,  175,  3. 
ie  im  Heim:  die  I,  23,  126. 
ie  immer  III,  33,  35. 
ie  n.  ie  III,  246  zu  61,  12. 
ie  mer  n.  mer  ib. 
iemants  III,  189,  18.  214,  5. 
ietlicb   III,  4,   7.  47,  22.  49,  25. 

56,  34.  165,  31.  166,  37.  188,  31. 

193,  30. 
ietelicb  II,  100,  29.  III,  108,  31. 

112,  3.  10. 
iferig  III,  64,  37. 
ihe  III,  272,  14. 
imme  U,  141,  37. 
immer  u.  od  end  III,  249. 
impfel  III,  169,  26.  277,  10, 
ima  III,  13,  24. 
in«    Eigentöml.    Grebraucb   delTelben: 

da6  dichs  gicht  ankum  in  groben 

boffel  II,  120,  12.    daß  dicb  der 


teafel  lebend  in  fetzenlomper  bin- 

ein  ib.  Z.  25. 
in  fcbwacbe  Flexion  III,  182,  23. 
indncas  III,  176,  38. 
infel  Uly  150,  3. 
Infinitiv  gekürzt  ^-en  für  — onen 

III,  5,  23  m.  A.  — en  abgefallen 

III,  210,  16  m.  A. 
Infinitivifche  Conßrnction  I,  157, 108. 

II,  367  zn  Z.  928.  III,   4,   6.  75, 

18.  83,  1.  92,  9. 
ingeißen  Verbum  III,  1,  17. 
ingewicklet  fein  in  facben   III. 

184,  2.  284,  11. 
Ingoiftat  II,  124,  27.  152,  82.  36. 

183,  273.  III,  121,  7.  30. 
Ingwer  getäircht  I,  169.  536. 

—        grünen  zn  Morgen  eßen  II, 

54,  17. 
Inhalten  III,  21,  5.  43,  2. 
inberkumen  III,  39,  12. 
inquifiern  III,  125,  37. 
inribel  II,  162,  153. 
infcblapfern  II,  15,  24. 
Inftrnmente,  mnOkal.  II,  100,  37  tgg. 
intrag  III,  289,  41. 
irregnlaris  III,  164,  21.  274,  10. 
irrfal  III,  6,  29. 
—  is  in  der  Flexion  des  Nomen  für 

—  es  I,  180.  HI,  198,  18,202,  15. 
Ifenburg,  Gerlacb  von  II,   294  zu 

65,  31. 
_  i  ß  Snperlativform  III,  227  zu  5, 14. 
ift  daß  III,  32,  12.  25. 
ift  fach  daß  III,  6,  27  m.  A. 
itslicb  III,  114,  4. 


J. 

j ächzen  III,  283,  1. 
zu  r.  Jacob  III,  56,  11. 
jagbund  III,  140,  8. 
jaberr  II,  53,  35. 
jamertal  UI,  3,  2. 
jar markt  III,  63,  6. 

27' 


324 


jars  adv.  Qenit.  II,  74,  12.  76»  12. 

III,  47,  7  m.  A. 
j  AT  tag  III,  215,  29. 
jarzeit  II,  38,  17.  144,  8.236,  1472. 

262,  22.  III,  24,  32.  174,  35.  37. 
j eh 6 n  II,  184, 324. 212, 580. 228, 1166. 
jeben  mit  der  warheit    II,  168, 

100  m.  A. 
jeling  III,  154,  8. 
Jerafalem  Bedtg  n,   304   zu   88, 

18.  —  m,  19,  21. 
jenchen  III,  60,  31. 
joch  Partikel  I,  25,  214.  III,  63,  1. 
r.Johansbr&derrchaftIII,200,2. 
Johannes  XII  Papft  I,  139,  442. 
Johannes  XXII  Papß   III,  184, 

11.  284,  16. 
Johann  XXIII,PapftIII,43,34.37. 
Jörg,  fant  II,  47  fgg. 
ju  ju  jul   der  fchreiber  was  ein 

man  III,  154,  38. 
jnbelieren  II,  233,  1360. 
j n  b  e  1  j  a  r ,  Gedicht  von  demfelben  I, 

38—43.  U,   222,  942.  223,  1006. 

224,  1040  fgg.  229,  1227.230,  1249. 

1266.  231,  1281. 
jubilieren  II,  200,  147. 
juch  II,  201,  160.  161. 
Juli  an  US  der  Apoftat  III,  161,  20. 
jurißerei  I,  119,  286.  lU,  204,  6. 
Juß  Henker  I,  97,  66^.  98,  668. 
Jußin  Henger  I,  89,  329. 


K. 

kaf  bildl.  zur  Verßärk.  d.  Negation 

II,  342  Anm. 
kainnützig  II,  121,  14. 
kalb  mit  der  ku  II,  161,  102. 
kalbskopf,  wie  ein  abgeftoch- 

ner  fehen  II,  139,  22. 
kalt  recht  II,  128,  12. 
kamerdiener  11^  145,  2. 
kamergericht  I,   48,   8.    49,   47. 

51,  119.  II,  54.  33  fgg.  55,  3  fgg. 


ein  kappen  kaufen  I,  57,  93. 

ein  kappen  Taufen  I,  145,  80. 

ein  kappen  fchneiden  I,  78,  S9. 

kappen  Zipfel  II,  268,  19. 

Karl  y.  KaiTer  I,  37,  383  fgg.  II, 
1,  5.  13,  19.  52,  7  fgg.  d3,  10  C 
94,  7.  96,  23.  97,  8.  97,21.  33.  98, 
3.  15.  6.114  fgg.  117  ^.  177.  180, 
153.  181,  183.  194.  187,  438.  188, 
457.  III,  19,  9.  38, 13.  134,  15.  26. 

Karl  in  II,  13,  19. 

ICarlßat  U,  113,  4.  184,  28.  153, 
24.  248,  1917  fM.        ^ 

Karßhans  I,  25,  209.^  Unterred- 
ner  im  N^u-Karfthans  UJ^  I  S. 
Ifgg.  153,^2.  III,  42,  12;35Jl78, 
5^281,  13.  ^         " 

kaßen,  gemeiner  III,  196  %g. 

kat,  das  III,  132,  38. 

katze  heben  III,  173,  14. 

Katzenbart,  Thom,Kamen, 263, 9. 

katzenelnbogifche  katze  I, 
78,  45. 

Kanflente  und  ihre  GeTelirchallen  II, 
56,  12  (gg.  Misbrauch  im  Etoadel 
149,  17  *g. 

kaufmanfchaft  Ul,  18,  36. 

kaufmanfchatz  lU,  142,  1.  3. 

kauz,  der,  ▼.  Vogelßeller  gebraucht 
HI,  218,  23. 

kämeltier  II,  24,  3. 

kämerling  III,  162,  31.  188,  9. 
273,  1.  283,  12. 

keib  I,  17,  172. 

keibe,  der  I,  30,  123.  III,  12,  23. 

keibenfchinder  III,  179,  6.  10. 
281,  33. 

keiner  dingen  III,  192,  5.  288,  11. 

keifer  u.  köntg  III,  245. 

keiferifch  III,  67,  30. 

kemeirinlU,  196  Oberfobr.  Z.  13  fgg. 

kemmicht,  das  III,  182,  9. 

kemmin,  das  III,  283,  12. 

keren,  der  lU,  146,  86. 

kerren  II,  232,  1346. 

Kertal  U,  62,  7. 


325 


kerwei  I,  57,  91. 

kerxßange  II,  225,  1065. 

ketiermeifter  III,  30,  22.  126,  7. 

ketzern  einen  III,  145,  31. 

kealenßreich  I,  90,  366. 

k  ich  er  bildl.  snr  Hebg  der  Negat. 

n,  342  Anm. 
kilehwei  UI,  63,  33. 
kilwihe  III,  63,  36. 
Kind  gebt   einer  Frau    ab  II,  228, 

1171  fgg. 
kinder  narrenand  trunkenre« 

den    gern    die    warhait    III, 

156,  13. 
kindlinstag  11,  145,  31. 
kinds  iniigen  III,  47,  27. 
kirchen  klöfter  klaafen  III,  245. 
kifeling  bildl.  z.  Hebg  der  Negat. 

II,  343  Anm. 
kißen  n.  kaßen  III,  245. 
Kitzingen  III,  197,  28. 
klaffen  U,  145,  27. 
klainat  II,  143,  3. 
klanben  II,  204,  274.  III,  139,  31. 
kleben  UI;  60,  31. 
kleiben  II,  75,  27. 
kleinet,  das  III,  1,  4. 
kloßerhengft  III,  103,  35. 
klofterlent  III,  66,  26. 
knabenfcbender  I,  45,  16. 
knebel  III,  132,  7. 
Knebiinscreoz  11,  71,  19. 
knode,  der  III,  140,  19. 
knotaft  II,  20,  10. 
Knotlinger  fteig  II,  71,  22. 
kobel  III,  106,  27. 
Kochertal  II,  71,  37. 
Kochlöffel   Dr.   II,   260,    3.    III, 

116,  26. 
kon  =komen  11,  162,  181.   S.  361 

p.  m. 
den  köpf  aQ0     der    fehlingen 

ziehen  II,  60. 
korefel  m,  216,  83. 
korrichter  II,  179,  140. 
korfingen  III,  21,  9. 


kofen  plaudern  II,  73, 13.  15.  79, 12. 

koll,  die  III,  106,  32. 

k oft,  der  II,  234,  1402.  256,  7.  HI, 

39,  25.  31.  105,  29. 
Koftnitz  I,  2,  48.  3,  59. 
koftnng  II,  146,  23. 
kot,  die  III,  133,  28  m.  A. 
koty  das  III,  2,  21. 
koam  m,  63,  19. 
kowbelwerk  III,  173,  6. 
konden=:  können  III,  283,  27. 
könlich  m,  117,  28. 
k5pf,  große  II,  218,  802  m.  A.  UI, 

65,  23. 
kraft  Menge  II,  222,  945. 
kramer  u.  kaaflent  III,  245. 
kränz,  der  (Gafthaus)  195,  21. 
kranein  II,  76,  22. 
kranen  I,  73,  170. 
ain  kräw  beiß't  der  andern  die 

angen  nicht  auß  III,  144,  5. 
krei  Gefchrel  II,  161,  97. 
mit  kreiden  an   der  wand   an- 

fchreiben  II,  136,  33. 
Kreter  Wedel  II,  190,  4. 
kretfchem  I,  172,  650. 
kretzig  II,  255,  32. 
Krieche  UI,  198,  20. 
kriechifch  II,  153,  13.  27. 
kriegen  hadern  II,  34,  35. 
kriegslenfig  III,  85,  1. 
kriegsleuftig  III,  90,  11. 
krimmen  II,  111,  26.  251,  2021. 
krimmen  n.  kratzen  III,  245. 
krimmen,  den  trüßel  III,  33,  9. 
kriftieren  lU,  176,  21. 
in  die  k neben  treffen  II,  235,1460. 
kngel  einlegen  II,  69,  28. 
kngler,  diefe,  machen  11,167,63. 
knmpoftbr^  III,  176,  18. 
kun  III,  100,  31. 
knnd,  der  III,  174,  25. 
kanft  n.  Vernunft  111,249 zn 67, 30. 
kunt  aleman.  =  kumet  I,  24,  165  m. 

A.  II,  360  fg.  zu  Z.  59. 
knntlieh  III,  67,  20.  71,  22. 


326 


knpferefch  UI,  29,  12. 
knpferwaßer  II,  57,  35. 
kntzen  III,  185,  36. 
kübelwerk  HI,  278,  45. 
k&chlen  Verb.  II,  261,  24. 
küchin,   die  III,   148,  9.  157,    10. 

158,  12.  16. 
künden  =:  künnen  III,  210,  9  m«  A. 
künig  Ton  geberden  11,216,716. 
künftreich  III,  112,  4. 
kürb,  die  III,  110,  13. 
kurbeln  II,  260,  9. 
Iknt  Kürifl  rauch  I,  58,  149. 
küriß  III,  20,  24. 
kürris  II,  47,  16. 
küffelin  111,  18,  21.  22.  28.  32,  8. 
kützlin  in,  24,  25. 
ein  k&w  fchinden  III,  63,  2. 


lache,  die,  ftehendes  Waßer  II,  243, 
.  1736. 

laimen  tal,  das  III,  286,  43. 
laifch  laicas  II,  87,  12.  91,  3. 
auf  ain  laift  gefchlagen  11,122,2. 
lallen  III,  33,  33. 
lam  II,  213,  620.  227, 1144.  260,  33, 
Lamentationefl  germanic«  nationia  II, 

312  fgg. 
Lamp,  Clans,  Unterredner  in  einem 

Dialoge  II,  128  fgg. 
Landan,  Yerfammlung  des  Adels  da- 

felbß  II,  60. 
Landgraf  von  Hellen  II,  58,  13.  65, 

20.  66,  27.  67,  24. 
landgraf  zn  hell  II,  99,  4. 
landrünnig  III,  67,  35. 
landshurenwirt  III,  189,30.  195, 

8.  9.  286,  43.  290,  11. 
Landsknechte  ihre  Art  I,  153,  286. 

164,  363  fgg.  173,  693  fgg.    Ihre 

Tracht  II,  139,  31. 
langfam  fpät  I,  130,   122.  11,    13, 

9  m.  A. 


lant  n.  leoie  III,  245. 

lantfarer  III,  63,  6. 

lantfürß  II,  145,  22.  187,  421. 

lantwer  I,  49,  20. 

Lanzilet  II,  126,27  fg. 

lar  I,  86,  242.  94,  525.   138,  199. 

lar  Ten  werk  II,  267,  25. 

lafter  n.  fchande  III,  248. 

lanb  Erlaubnis  I,  130,  128.  177,  71. 

der  laug  förchten  III,  272,  4. 

laur  I,  59,  170.  146,  48. 

laufen  I,  125,  524. 

läufig  III,  192,  23. 

lauskopf  II,  121,  15. 

lautenfchlager  III,  282,  12. 

läßerin  III,  190,  8. 

Läufe  in  den  Kleidern  III,  108,  7. 

ieckerlich  II,  100,  20. 

ledigen  III,  12,  36. 

in  eim    leffel   einen    ertrenken 

III,  101,  8. 
leib  u.  leben  III,  245. 
leibsherr  III,  47,  28. 
leichen  I,  30,  128. 
leiehtlich  III,  208,  23. 
leiden  Adv.  U,  252,  13  m.  A.  111, 

109,  3. 
leim  UI,  11,  31. 
leipgeding  II,  170,  173. 
Leips  III,  113,  30. 
Leipzik  IL,  152,  34  fg. 
Leipzig  III,  120,  25. 
lemli,  das  UI,  3,  14. 
Lemp  Prof.    d.  Theol.  in  Tübingen 

II,  120,  2  ff.  121,  20  UI,  113,  30. 

116,   29.  118,   11.  124,   14^125, 

28.  215,  12.  17.  18. 
lenden  III,  11,  15.  13,  34.211,2. 
die  leng  u.  quer  III,  248  zu  67,  30. 
lentspetler  III,  203,  19. 
Leo  X  Papft  I,   189,  457.  II,  92,  1 

ff.  96,  33.  97,  1. 
leren  =Iernen  III,  162,35.273,3. 
lernen  =  leren  I,  2,   36.   8,  36.  II, 

72,  1.  112,  13.  179,  142.  255,  4. 

in,  3,  24  m.  A. 


327 


lerhaftig  UI,  171,  15. 

leftern  u.  fchenden   III,  248  za 

67,  30. 
z^  letze  lan  III,  4,  23  m.  A. 
letzeltiat  II,  145,  30. 
lenkeln  III,  43,  1. 
lear  Plnr.  Ton  laaer  II,  160,  36. 
leas.  nit  einr  leus  wertlll^  120,35. 
Lena  II,    191,  20  (Alb.  Lee)  f.  d. 

Anm.  S.  350. 
leut  Sing.  II,  150,  26. 
leutbet  I,  9,  74. 
leutpriefter  III,  281,  1. 
liberei  II,  137,  24. 
libpriefter  III,  68,  35. 
Lichter  freßen  I,  162,  296. 
lieb  oder  leid  III,  245. 
lieb  meinen  III,  1,  4. 
liebeln  liebkolen  II,  2,  27. 
liebereden  Verb.  I,  5,  164. 
liecht,  da8  =  Lucifor  III,  1,  8. 
Liechtenberg,  Aftronom  III,  53, 

18.  54,  2. 
liederlich  II,  180,   154.  184,  307. 

lU,  45,  37.  186,  12. 
ein  liedlein  nach  eines  gefal- 
len fingen  I^  56,  75. 
liegen  q.  triegen  III,  244. 
linfe,  bildl.  z.  Hebg  der  Kegat.  II, 

342  Anm. 
liprießer  III,  177,  25.  27. 
lift,   der  II,  226,    1102.  233,   1379. 

III,    12,   28.  32,  20.   33.  34,  35. 

124,  16.  188,  24. 
loben  n.  lieb  haben  III,  245. 
lobefan  II,  194,  139. 
Ion  u.  k oft  III,  249  zn  67,  30. 
lofen  II,  121,  37.  130,  16.  28.  131, 

9.  IIL,  193,  38.  216,  18. 
loß  Loßang  III,  97,  15. 
lot  bildl.  zur  Hebg   d.  Negation  II, 

342  Anm. 
lotterbet  ILI,  47,  16. 
lonp  bildl.  zur  Verftärk.  d.  Negat. 

II,  341  Anm. 
löcheriger  fride  I,  62,  235. 


Ion  iPInr.  III,  47,  12. 

L  o  ▼  e  n ,  die  hohe  fchal  zu  III,  272, 30. 

Lnoianua  III,  112,  4. 

Lucifere  Schreiben  an  den  Papft 
11  No  V  S.  80—84.  Verdentfcbg 
delTelben  85  —  92:  Schreiben  an 
ihn  von  L«o  X.  93  —  96.  Seine 
Antwort  darauf  96 — 98.  Schrei- 
ben an  feine  Getreuen  No  VIII 
99—101.  —  II,  162,  138.  III,  44, 
28.  161,  2. 

die  Incken  büßen  III,  152,  24. 

für  die  lucken  Hellen  III,  142,  11. 

Ludwig,  Pfalzgraf  III,  44,  2. 

luft,  der  11,  159,  12.  HI,  166,  9. 
275,  11. 

luge.nfch&le  II,  122,  21. 

Lumbitfeh  III,  158,  19. 

lupfen  III,  1. 

lupifterei  II,  273. 

lupperei  I,  28,  33. 

lufig  III,  34,  6.  177,  14. 

lud  Masc.  11,  6,  13.8,20.111,65,  17. 

lußern  III,  12,  37. 

luAlich  III,  68,  27. 

lut  c.  gen.  III,  48,  10. 

lutbar  III,  27,  11. 

lutenfchlaher  III,  180,  15. 

Luther  I,    18,    184.   23,   130.  154. 

24,  167.  51,  115.  94,  519.  II,  2, 
14.  4,  1.  2.  8.  12,  7.  14.  21.  13, 
22.  14,  37.  16,  2.  22,  25.  44,  23. 

25.  59,  4.  Sermon  von  dem  Wu- 
cher S.  297  fg.  102,  8.  Seine  PaT- 
fion  108—  113.  In  effigie  verbrannt 
ib.  112  unten  u.  113  oben.  119, 16 
ff.  120,  4.  121,  26.  122,  5.  8  fgg. 
123,  3.  124,  28.  125,  16.  31.  126, 
31.  133,  20.  135,  12.  136,  2  fgg, 
136,  38  fgg.  140,  5.  145,  26  fgg. 
146,  7  fgg.  147,  16.  148,  22.  27. 
150,  20.  151,  30  fgg.  152,  1  fgg. 
17  fgg.  25.  30.  34.  153,  4.  18.  156, 
3.  13.  31.  36.  158,  35.  Gedicht 
deBthurgäuiTchen  Bauern  No  XVIII 
S.  160—164.  160,  1.  28.  161,  101. 


328 


163,  240.  175,  10.  17.  176,  23. 
183,  264  fgg.  184,  312.  190,  3. 
191,  19.  36.  45.  192,  88.  193,  109. 
197,  31.  198,  57.  71.  199,  84.  200, 

119.  145.  201,  169.  203,  227.  205, 
329  fgg.  248,  1^18.  1935.  249, 
1954.  250,  1992.  261,  33.  III,  5, 
29.  36.  6,  5.  19.  25,  19.  37,  20. 
26.  38,  4.  28.  39,  32.  40,  1.  17. 
33.  41,  6.  42,  2.  26  fgg.  33.  45, 9. 
46,  29.  48,  31.  37.  49,  33.  50,  30. 

32.  51»  33.  52,  8.  53.  13.  54,  19. 

23.  32.  56,  12.  17.  57,  31.  36.  76, 
10.  81,5.  98,  22.  101,  11.  114,  12. 
118,  22.    119,   10.   121,   29.   122, 

33.  124,  17  fgg.  38.  128,  5.  27. 
129,  1.  130,   10.  135,  6.  148,  32. 

34.  199,  33.  202,  19.  24.  207,  5. 
209,  4.  210,  27.  29.  211,   2.  214, 

24.  275,  43. 

Latherei  m,  162,  7.  163,32.  164, 

1.  273,  42. 
Lutringen  II,  65,  38. 
lügend  III,  81,  31. 
lündifch  II,  219,  834. 
lüHlichen  III,  112,  5. 
Lütich»  Bifchof  von  II,  110,  29. 
lützel  III,  130,  18. 
L  ü  t  z  e  1  ft  e  i  n ,  A nfall  deßelben  darch 

SicklDgen  II,  65,  25. 
liigen  II,  174,  325.  240,  1622.  249. 

1960.  III,   60,  9.  63,   14.  111,  3. 

120,  17.  211, 11.  218,  8.  272,  24.  25. 
Lycaon  (Heinr.  d.  j.  y.  WolfenbO 

I,  103  fgg. 
Lychaon  III,  112,  14. 


M. 

m  für  w  im  Anlaute  III,  248  zu  65, 

35.  54,  26. 
m  auslautend  wird  zu  n  II,  361  fg. 
Machomet  I,  4,  111.  II,  101,  9. 
macht  n.  gewalt  III, 248  zn 67, 30. 
der  maculiil  prediger  II,  126,28. 


madeofack  I,  88,  232. 

Magdeburg  I,  84,  158. 

magifter  im  weinglaall,  146,32. 

die  magt  feit  zu  ftucken  II,  215, 
692. 

Mainzer  Stift  hat  binnen  kurzem  7 
Bifchofmäntel  v.  Rom  kaufen  mä- 
ßen II,  3a,  28.  Tgl  S.  285.  III, 
41,  17  fgg. 

Mainzer  Erzbifchof  II,  108,  5.  110, 
10.  22. 

malazig  III,  47,  20. 

Malefacina  VIU.  III,  184,  15. 
284,  19. 

M  am  man  Lucifers  Rat  II,  97,  19. 

Mamon  III,  161,  5* 

man  nur  HI,  54,  26. 

manchfaltigen  III,  77,  38. 

manhaftig  III,  6,  6.  28,  14. 

Manheim  III,  44,  2.  5. 

mansklößer  III,  66,  34. 

Mantel,  Johann,  predigt  daa  ifrael. 
Jubeljahr  II,  299. 

Mantua,  Concil  dafelbft  II,  104, 
25.  34. 

Mantua  Markgraf  von  III,  50,  20. 

Manuel,  Nicolans  II,  379. 

Margreten  wurm  II,  193,  122. 

Marie  y.  Burgund  I,  59,  160. 

markt  u.  fchragen  III,  248. 

Marphorius  I,  44  fgg.  II,  318  fg. 

marterleiden  Ady.  II,  263,  3. 

Martin  V.  Papft  III,  43,  34. 

maA  Ich  wein  des  teufeU  III,  106,29. 

maß,  die,  das  Maß  II,  130,  35. 

maßen  fich  c.  gen.  fich  enthalten 
III,  103,  3. 

maultafche  I,  152,  262. 

maufen  II,  215,  672.  III,  124,  13. 

maut  III,  105,  21. 

mS  unde  me  III,  247. 

mechtig  fehr  II,  258,  35. 

f.  Meffret  III,  139,  23. 

Meideburg  III,  41,  19. 

Meilant  UI,  50,  5. 

mein  frauw  II,  139,  26. 


mein   herr    monfteur  II,  150,-  81. 

III,  181,  29. 
ineinft=:meift  11,219,  850.  111,37, 

8  m.  A. 
meinAer  magifter  III,  51,  37. 
MeiDs  III,  46,  27.  51,  36. 
meinzifch  IU,*37,  23. 
meit  bei  der  Umfchreibang  für  nichts 

I,  112,  40  m.  A.  II,  342  A.  IH, 

100,  13.  119,  19. 
MeUnchton  III,  128,  26. 
menig,  die,  Menge  II,  89,  15.  26. 

III,  6,  15. 
mengen,  das  III,  137,  26.  27. 
menfch  Nentr.  III,  5,  22. 
mentiris  III,  175,  12.  279,  38. 
Menz  II,  203,  246. 
menzifch  II,   69,  32.  38.   108,  5. 

109,  35.  110,  22. 
melkk^  II,  218,  817.  III,  66,  11. 
memori  III,  45,  26. 
mercnrins  III,  40,  15.  24. 
merentheil,  der  III,  65,  19. 
merlin  II,.  130,  8.  17. 
mertail,  der  II,  144,  33.  147,  38. 
meferion  III,  40,  20. 
meffen  II,  56,  15. 
meßer    am     fener     wetzen    II, 

254,  22. 
motten  II,  151,  18. 
metz,  die  III,  164,  35.  166,  7.  184, 

30.  189,  35. 
metze  III,  65,  19.  66,  7.  8.  13. 
metzbank  II,  204,  285. 
metzenbnchlin  III,  284,  26. 
metzlin  lU,  190,  7. 
menchelbrennerei   I,    130,    133. 

139,  460. 
Measkorp,  Ludwig, Name 1 1,  259, 5. 
mezgen  II,  21,  9. 
michel  I,  36,  338. 
milchzins  III,  194,  289,  26. 
milion  III,  19,  22. 
Ifinerva  ni,  160,  32. 
minft  —  meinft  III,  245. 
der  minfte  finge r  II,  157,  12. 


mir  =  vir  II,  65,  8.  70,  32.  104, 
37.  126,  18.  III,  65,  85  m.  A. 

Mirandola,  abbas  Joachim  eomes 
de  UI,  48,  29. 

mifehlen  lU,  183,  20. 

mishellnng  II,  130,  24. 

miH  Fem.  III,  125,  14. 

mitViacht  III,  37,  1. 

mitteil  II,  50,  25. 

on  mittel  unmittelbar  III,  75,  86. 

mittel,  das,  die  Mitte  III,  17,  35 
m.  A.  286,  2. 

mitterfaften  II,  71,  30. 

morde  >o  III,  143,  1. 

mordio  I,  82,  92.  II,  263,  14. 

z{l  morgen  eßen  £1,154,27.156,26. 

den  morifchken  dans  Tpringan 
III,  65,  29. 

mortbrennifch  I,  90,  374.  94,  523. 
95,  554. 

mor,  die  III,  62,  30. 

morn  III,  67,  30. 

Mornar  III,  113,  30. 

mortgrfibe  II,  88,  35. 

mofig  II,  149,  33. 

mörderei  III,  86,  12.  III,  106,  10. 

mörderifch  III,  105,3. 112,  14.  21. 

mörbe,  die  II,  184,  315. 

den  muff  zu  ruck  fchlagen  II, 
167,  74. 

mumlen  11,  232,  1346. 

mumfohanz  II,  250,  1990. 

Mumefchanz,  Herman,  Name  II, 
258,  27. 

Murmau  II,  215,671. 

Murnar  II,  126,  26.  152,  29.  190, 
7.  215,  671.  m,  34»  7.  48,  25. 
116,  28.  122,  17.  18.  24.  123,  2. 
124,  5.  215,  11. 

Murnarns  Leviathan  II,  351. 

Mnrner  II,  153,  2.  190,  3.  191,  53 
fgg.  III,  122,  17^124,  13.  Hat 
Ach  in  BaTel  n.  Trier  aufgehalten 
II,  191,  54.  Seine  Narrenbefehwö- 
rnng  I,  30,  134.  153,  10.  Sein 
Sehachl^iel  für  d.  Metrik  III,  215, 
28 


830 


II.  Schdmeozimft  II,  153,  10.  III, 
123,  26.  Der  Qret  MiUerin  Jahr- 
tag  II,  153,   11.    Die  Malierin  ▼. 

.  Sehwindelsheim  II,  215,  69L  Ölen- 
fpiegel   II,    153,    11.     GaachmaU 

III,  123,  25.  Der  luthrifch  groß 
Narr  III,  123,  26  fgg. 

mutieren  II,  58,  2. 

mntz  III,  287,  10. 

mile,  die  gotliche,  ein  Gedieht 
I  No  IV  S.  19—26. 

münch,  Urfach  warnm  fie  es  Ver- 
den I,  34,  256  %g. 

mnnchdoctores  III,  212,  8. 

münoherei  II,  272,  12. 

münchstranm  III,  272,  26. 

münzmeißer  III,  21,  25. 

muld,  die  II,  163,  264. 

m^me  II,  166,  22. 

mlis  II,  186,  384. 

kein  mflter  /ol  an  irem  kiad 
▼  erzagen  II,  61,  11. 

m&twilien,  lieh  Verb.  III,  16,  21. 

m&ßig  gen  c.  gen.  III,  153,  11. 

m&fiigen  zwingen  III,  94,  10. 

»{itelin  II,  214,  670. 


N. 

n  eingefchoben  nach  ei  ror  Tt  III, 

239  zu  37,  8. 
n  anslantend  ans  m  II,  361  fg. 
N  Bezeichnung  für  einen  Namen,  den 

man  ansläßt  II,  121,  22.  37. 

—  fir  eine  Zal  III,  81,  38. 

—  für  einen  Ort  III,  163,  25. 
nach,  noch  Terfchiedene  Bedenton- 

gen  II,  363  fj^^.  zu  Z.  219. 
nach  Ad¥.  etwa,  Yielleicht  111,45,8. 
nach  beinahe  III,  162,  26.  180,  1. 
naohbaur  UI,  164,  33.  179,  10.  18. 
nachfar  II«  210,  617.  III,  19,  38. 

20,  13.  20.  44,  19.  23. 
nachforfohnng  I,  97,  629. 


nachfragang  lU,  40,  27« 
nachgende  frift  U,  215,  673. 
nnchgiltig  III,  180,  25.  282,  16. 
nachkeren  mit  befem  If.  43,  23 

m.  A. 
nachkilwie JII,  63,  35. 
nachlangen  II,  70,  6. 
nachfchlagen  III,  38,  24. 
nachtliehter  II,  261,  37.  262,  4. 
nachtruck  III,  90,  8.  97,  14. 
nachtrug  III,  36,  17. 
naohtigal     fchwerea    Gefcliöts    I, 

77,  11. 
nachTolge,  der  11,  33,  33- 
nah  beinahe  III,  125,  33. 
nahen  beinahe  III,  20,  10.  20. 
nahent  beinahe  UI,  18,  37.  33,  27. 
namen  Nomtn.  III,  15,  16. 
N  anaai,  Sickingeae  Burg  II,  66,  27. 
Narr,  Unterredner  in  eiaem  Geipr. 

m,  213—18. 
narr,    ein  ftack  vom  rohen  aar* 

ren  freßen  II,  215,  674. 
Narren,  ihre  Tracht  llf,  102,  29  te- 
den  narren  fchneiden  laßen  II, 

124,  35. 
na r renkappe  III,  169,  34. 
umb   die   narreakappen    reißea 

II,  145,  36. 
narren  köpf  II,  120,  26. 
narrenpredigt  II,  103,  6. 
narrenteiding  II,  103,  8.  II. 
narren  werk  III,  173,  7.  37. 
narrenwoche  III,  101,  8. 
narrenfeil  I,  32,180.  111,143,  2X 
narret  IT,  99,  18.  UI,  216,  6. 
die  naz  biegen  II,  242,  1719. 
eine  nafen  drehen  II,  104,  3. 
bei  der  nafen  f&ren  II,  221,  919. 

243,  1725. 
mit  der  nafen  daran   ßoßen  UI, 

10,  11. 
nafenbelge,  die  II,  258,  33. 
naß  er  knab  II,  49,  37. 
die  naturlichen  meifter  UI,  13, 

4.  189,  37. 


331 


nacfaft  II,  93,  10.  97,  8. 
nachten  II,  119,  4L 
nageli  III,  175,  33. 
oähermals  II,  140,  27. 
neohten  III,  46,  38.  271  f.  fln. 
neidfchen  III,  38,  85« 
neigelln  III,  280,  3. 
oeigligkeit  I,  135,  295. 
nein  =  hinein  III,  82,  19. 
Bern  Imperat.  =  nim  III,  67,  4.  70, 

10.  129,  27« 
n  e  m  I  i  c  h    namentlich ,   anadriicklich 

III,  51,  27.  72,  24. 
oerlich  I,  128,  7». 
nerlichen  II,  269,  6. 
Kero  nr,  161,  26. 
Nefrach  lil,  161,  11. 
Neues    Gefehirr    beim    Weihen    der 

Kirchen  lli,  172,  20. 
Nenbnrg  oblngelßat  11,152,36. 
Neu  Karßhans  Dialog  II,  1—44. 
oenling  III,  46,  26  m.  A. 
neulings  III,  57,  25. 
nent  I,  24,  169.  III,  182, 18. 194,  19. 
neu  Seiten  I,  58,  128. 
nieha  III,  214,  88  m.  A. 
nichten  III,  104,  3. 
niehtfet  lU,  123,  34. 
Nickel  Ton  der  Leiren  II,  244, 

1769. 
Niclas  Pfriem  III,  139,  3. 
niden  I,  75,   270.  154,  8.  155,  21. 

23.  156,  48. 
niderdütlche  nation*III,  68,  24. 
nidern,  fich  III,  3,  4.  93,  19. 
nidertrechtig  III,  12,  21. 
nieohter  II,  176,  38. 
niemants    III,    197,  21.   198,  31. 

199,   13.  203,  14.  207,   8.  216,  1. 

217,  17. 
niendert  III,  207,  17. 
nieten,  fich  c.  gen.  III,  153,  26. 
nihe  =  nie  III,  38,  37  m.  A. 
nim  Adr.  III,  125,  17.  127,  13. 
nimme  III,  208,  20. 
Nirnfehft  Name  II,  256,  2  fgg. 


nobel  III,  132,  29. 

nobishans  III,  110,  18. 

noch  —  noch  III,  31,  11. 

noch  dannocht  111,278,2.290,12. 

non  II,  151,  18.  233,  1348. 

Noppenftat  III,  286,  43. 

nach  not  III,  32,  8« 

nothelfe r  U,  235,  1430.111,84,24. 

notfenr  I,  62,  250.- 

nört  nur  I,  4,  99. 

nöten  II,  146,  24.  HI,  108,  15. 

—  nt  alem.  lär  — met  II,  360  Ij;. 

numen  nur  III,  60,  9. 

Nnrenberg  III,  47,  1. 

niir  I,  84,  133  m.  A.  II,  197,  29 

m,  A. 
Nürmberg  lU,  103,  37. 
Nürnberg,  Reichstage  dafelbH  11, 

59,  2  fgg.  — 250,  2001. 
Nürmberger  gegen  den  Adel   II, 

63,  37. 
nüt  Ml,  124.  43, 180.  III,  4,5  m.  A. 
n  fitsang  III,  72,  22. 


o. 

o  ffir  a  I,  205.  208.  n,  57, 12  Anm. 

S.  292.  S.  346.  8.  359  sn  XXII, 

17.  III,  257  sn  115,  2. 
6=:on  alem.  I   S.  205.  II,   119,  4. 

163,  197. 
ob  wenn  III,  62,  33.  63^  1. 
oberhenbtman  I,  69,  81. 
obman  II,  254,  18. 
obferyant  III,  168,  20.  776,  28. 
obrer ranser  It,  165,  14.  166,  55. 

167,  89.  168,  125. 
Ochs  n.  Kröte,  Fabel  U,  194,  153. 
der    Ton    Ochfenftein    fcfichen- 

meifter  II,  55,  12  fgg. 
oder  —  oder  entweder  —  oder  IL 

87,  30. 
offenbar  wie  der  baer  an  der 

Tonnen  lU,  71,  23. 
I  official  III,  173,  31  igg.  176,  1  i^^g. 
ose 


332 


offlich  11,165,14.169,166.  174,317. 

o  he,  Aaarnf  III,  11,  1. 

o  heia,  Aasrof  III,  30,  5. 

o  faeio  Inteij.  III,  130,  10. 

oho  Inteiject.  III,  108,  6. 

01er,  Verfaßer  des  Gediohta  vom 
Jabeljahr  I  No  VI  8.  38  —  43; 
akroitichifch  fein  Name  genannt  in 
den  vier  letzten  Zeilen  de»  Ge- 
dichte 8.43  Z.  189  %g.;  was  nicht 
bemerkt  worden  war,  daher  der 
VerftkOer  ale  ungenannt  beseichnet 
8.  307. 

on  Adv.  abfol.  gebraucht  III,  309,  33. 

one  fein  eines  dinges  II,  331,  933. 
III,  83,  36.  85,  5. 

onachtfamkeit  III,  387,  35. 

onangefehen  HI,  388,  35. 

onbekümmert  III,  379,  33. 

onbillich  III,  886,  13.  388,  10. 
389y  13.  18. 

onohrifty  der  III,  385,  33.  35. 

onchrißlieh  III,  388,  I.  389,  14. 

onerfaren  III,  387,  30. 

ongefordert  III,  373,  10. 

ongelert  III,  393,  13. 

ongenedig  III,  374,  38. 

ongefehickt  111,374,11.39.876,39. 

ongeyarlich  ungefähr  111,317,30. 

ongezweifelt  III,  80,  30.  83,  15. 

onkeufch  Adj.  III,  386,  9. 

onkoA  IIT,  2Uy  1. 

onlang  III,  66,  16« 

onmechtig  II,  130,  38. 

onnütz  III,  373,  6.  878,  41.  883, 
18.  385,  3.  386,  13.  38. 

Onolabach  III,  197,  38. 

on  recht  UI,  387,39.388,83.389,35. 

onfchuldig  III,  883,  13. 

onfichtbar  III,  878,  14. 

onfinnig  III,  873,  31. 

onfträflioh  III,  876,  88.  41.  Ifl, 
166,  36. 

onverfohamt  III,  376,  80. 

onrerAant  III,  386,  4. 

onwißenhelt  III,  886,  4.  887,  86. 


onzimlich  III,  374,  43. 

onanohtig  III,  376,  30.  268,  34. 

opperiment  III,  40,  19. 

ops  II,  141,  37.  149,  35. 

ordenman  I,  31,  149. 

ordenung  II,  169,  161. 

Ordnung  u.  gebot  III, 849 an 67,  30. 

orenbicht  II,  317,  766. 

Orgeln  getadelt  II,  36,  18    te-  369 

g.  Ende, 
ort,  das  III,  13,  10. 
ort  u,  end  III,  849  an  68,  87. 
oßerßook  III,  47,  9. 
othem  II,  353,  16  m.  A. 
Ottergezücht  I,  90,  378.  186,617. 
ou=:aQ  III  No  I.  III. 
ouoh  UI,  6,  39.  61,  37. 
Ovidii  motamorpbofis  III,  118.9  |gg. 
OTiditts  III,  318,  1  te.  (a.  d.  ars 
kdi). 


ö. 

o  für  e  U,  3,  5  Anm.    8.   879.  III, 

8,  35  m.  A.  74,  31  m.  A.  167,  31 

mit  Anm. 
ö  =  on  alem.  II,  133,  33.  199,  100. 
öberkeit  U,  51,  17.  94,  4.  3a 
Obern,  die,  Plur.  III,  66,  36. 
öberft  I,  88,  56.  93,  481.  II,  6,  81 

m.  A.  9,  16.  14 1  4.  33,  36.  68,  3. 

168,  113.  III,  75,  34  m.  A. 
Obrigkeit  III,  93,  38. 
öbriß  II,  89,  36. 
Okolampadias,  Johann  II,  133,  30 

^g.    Seine  Schrift  von  d.  Beichte 

134,  6.  —  163,  35. 
ölgöta  II.  146,  36.  III,  178, 13.  15. 

34.  188,  30. 
ölgötz  Sehimpfwort  III,  163,  9. 
orden  Plur.  II,  165,  7.  UI,  193,  la 
orte,  die  I,  88,  303. 
örter  Plur.  von  ort  III,  198,  1. 


388 


P. 

(Sieh  auch  unter  B.) 

p  far  b  anlaatend  in  fchweis.  St&eken 
III,  233  zu  18,  6;  in  andern  an 
74,  7;  an  111,  3;  au  136,  3. 

pabll,  Schreibung  dee  Wortes  III 
zu  113,  21. 

p  alier t  I,  150,  184. 

Pallas  m»   160,  33. 

Pangedirn  I,  145,  11  mit  der  ge- 
rechten Erklärung  S.  240  wird  klar 
durch  d.  Emendation  panketiern 
d.  i.  Banqnete  halten. 

Panormitanus  111,192,19.288,  21. 

Paphnucius  III,  190,  30.  287,  19. 

Pappenheim,  von  II,  109,  28. 

partegen  II,  141,  5. 

Participinm,  ftarke  Formen  für  fch wa- 
che It,  362  fg.  zu  Z.  180. 

Partikeln,  trennbare,  beim  Verbum 
nicht  getrennt  III,  251  zu  86,  6. 

Pafquillus  im  Tedeum  Ton  Papft 
Paul  III  Bd  I  S.  44  fgg.  Pafq. 
vom  falzburg.  baurngjait  I,  145 — 
153.  Evangelium  Pafquilli  II  No 
X,  105—7.  Lateinirch  S.  310. 
Evangel.  fecundum  Pafquillum  II 
No  XII,  114—116.  ParquiUorum 
tomi  duo  II,  310  Anm. 

Palfion  Luthers  II  No  XI  S.  108 
—  113. 

Paul  III.  Papft,  Te  deum  von  ihm 
I,  44  —  47.  Sein  Hurenfobn  ib. 
45, 22 ;  bat  eine  Nonne  gefchwän- 
gert  45,  28.  Sonft  erwähnt  I,  139, 
458.  Bpift.  de  eonverf.  Panli  II, 
No  XUI,  117  <|5. 

Pauls  II,  140,  31  m.  A.  141,  15. 

paufen,  das  III,  280,  2a 

pedell  I,  145  fgg.  II,  43,  31.  III, 
25,  21.  157,  8.  12. 

Pedioo  II,  108,  13  m.  A. 

pelnifch  UI,  106,  2. 

perlament  I,  134,  271. 


perfonlich  III,  13.  36.  16,  1.  69, 

13.  70,  12.  72,  4. 
Peter  t.  Hifpanien  II,   120>  34. 
Peterskirche  in   Rom   II,   222,  941. 

III,  19,  7,  209,  38. 
pfaffheit  I,  112,  32.  II,  252,  20. 

lU,  66,  23.  1.85,  16.  186,  28.  187, 

12.  191,  22.  194,  24.   285,  11.  29. 

287,  44. 
pfaffenfcheroh  I,  145.  146,  50. 
Pfalzgraf  bei  Rein   II,   57,   33 

fgg.  58,  5  fgg.  '65,  10.  20.  66,  27. 

67,  36. 
pfeffer  II,  220,  865.  263,  1. 
Pfeffer  mit  Brotrinde  gefalTcht  I,  169, 

534  fg. 
Pfefferkorn  III,  126,  16. 
p fei  mit  Qen.  d.  Sache  11,216,739. 

UI,  218,  21.— abfolat  II,  231,  1297. 
pfeifen  mit  einem  III,  130,  36. 
pfeifen  u.  plerren  III,  245. 
Pfenning  bildl.  zur  Hebg  d.  Nega- 
tion n,  342  fg.  Anm.  218,  801. 
pfenwert  III,  134,  7. 
pferddreck  für  feigen  ins  maul 

gaukeln  II,  104,  4. 
pferrich  II,  34,  21.  UI,  49,  11. 
pferrichen  III,  49,  11. 
pfetter  UI,  38,  24  m.  A. 
pfiflin  machen  im  ror  III,  161. 

31.  272,  22. 
pfleget  II,   9,  33.  12,  32.  14,  90. 

III,  178,  5.  281,  13. 
Pfleger  II,  148,  33. 
pfnaifchen  II,  62,  18.  72,  2. 
pfrnndenfreßer,  der  curtUkn und, 

Gedicht  I,  7  fgg.  8,  48.  9,  78.  81. 

10,  116.  122.  UI,  65,  3. 
pfrnndengötz  UI,  62,  30. 
pfründettmarkt  der  eurtifanea 

und    tempelknechten    III   No 

in,  68—73. 
pfuch  II,  228,  1178  m.  A. 
phei  m.  Gea.  d.  Sache  U,  124, 18. 
phei  dich  I,  9,  85. 
Philargyria  II,  106,  38. 


334 


Philipp  Landgr.  v.  Heffen  I,  79,  67. 
philofopbei  III,  204,  13. 
Pikftrten  I,  159,  181. 
piUt  f&r  preist  III,  278,  29. 
pilgram,  der  III,  15,  8. 
Pirlipars  II,  120,  34. 
placebo  fingen  111,183,9,288,36. 
plamar  II,  147,  27. 
plappart  n,  129,  40.  24.  218,  810. 
plerreYi  III,  152,  11. 
plettioger  II,  266,  21. 
pletsen  flicken  II,  257,  4. 
plotsbart  III,  34,  7. 
plnmbAhalben  I,  121,  354. 
plnnfehlicht  I,  101,  47. 
pluzling  I,  100,  32.  102,  97.  110, 

340.  139,  469. 
pl&te  Plur.  y.  pl&t,  Ibngnines  III, 

18,  6. 
polecei  II,  52,  18. 
policei  II,  266,  6. 
potK  macht  I,  58,  146. 
pota  Veiten  1,  58,  184.  59,  158. 
potz  wunder  I,  165,  395. 
poyel  I,  59,  159. 
poz  filzhat  III,  107,  3. 
poz  leber  III,  107,  24. 
poz  marter  III,  103,  20. 
praktik  I,  56,  78.  84.57,  103.  114. 

67,   384.  78,   24.    89,  345.  II,  52, 

10.  53,  37.   175,    9.   III,  45,    34. 
170,  n  fgg. 

praktifcb  pfifBg  II,  87,  15. 

prangen  n.  pochen  III,  245. 

prank  III,  210,  5. 

preces  I,  160,  208. 

predig,  die  II,  269,  23.  III,  8,  30. 

24,  6.  168,  29.    193,    18.  25.  197, 

37.  208,  11. 
predige,  die  III,  204,  19. 
preferibieren  II,  63,  1.  lU,   46, 

11.  15.  47,  4.  35. 
prefenz  II,  139,  4.  7.  17. 
Priapns   UI,    160,    38.    189,    26. 

286,  88. 
prim  11,  151,  18.  233,  1348. 


pritfchen  fcblahen  lU,  147,  8. 
pronofticaz  III,  58,  17.  54,  S. 
proceffion  II,  225,  1063. 
prophecei  Fem.  II,  21,  93.  25,24. 

III,  208,  19. 
propheti  III,  187,  5. 
der  prnne  im  feokel  II,  139,  10. 
prunft  Brand  II,  149,  U. 
pntan  II,  150,  33. 
pythagorifob  U,  191,  2S. 


Q. 

quadragene  II,  221,  904. 

qnadrant  II,  lOI,  11. 

qnart  III,  162,  4.  185,  15. 

quat  I,  82,  62.  72.  95,  555. 

quatwer  I,  162,  282. 

queit  II,  221,  934. 

quel,  die  IT,  160,  25.  168,  145.  lli, 

99,  36. 
qnellbad  II,  255,  27. 
quellbrunn  II,  269,  29. 
qaeße  II,  243,  1757. 
queftenwedel  II,  190,  10. 
quintlein  II,  243,  1746. 
Qttirin,  fant  II,  67,  28. 
quöt  III,  38,  18  m.  A. 


R. 

rabwarts  I,  137,  398. 
räch,  der,  Zorn  III,  292,  33. 
raiinng  Secbnnng  II,  143,  8. 
ran  fchrnftehtig  I,  150,  178. 
den  rang  ablaufen  I,  57,  92. 
rappennaft  III,  178,  6.  281,  13. 
raßlen  III,  162,  34. 
rat  n.  that  III,  244  zn  59,  25. 
rat,  reier  gnti  II,  262,  24. 
ratgebe,  der,  II,  89,  32. 
ratlich  II,  96,  93. 
ratftube  III,  40,  32. 
rattenkönig   III,  113,  5.  26.  116, 
30.  125,  29. 


33& 


ranbft&l,  romUbher  lU,  168,  38. 
dagrauoh  herauf  keren  111^273, 

38.  385,  45. 
raufcfa,  der  U,  126,  6. 
räumen  II,  44,  15. 
rantenkranz  I,  62,  252. 
raatenkraat  I,.  78,  42. 
radlein  f&rer  II,  126,  24  m.  A. 
Reoept  som  Speien  II,  68,  30  fgg. 
recht  n.  gerechtigkeit  III,  245. 
rechtfertigen  II,  89,  2.111,15,  6. 
rechtgefchaffen  II,  31,  34. 
rechtTertig   III,  198,  16. 
das    redlein   treiben  I,  57,  116. 

65,  347.  70,  61. 
refent  lU,  216,  31. 
BeflezlTam  III  sn  1,  3;  225  zu  4,  3; 

242  zu  49,  7. 
Reformation  der  Geiülichen  auf  dem 
Regensbarger  ConTente,  Klag  und 
Antwort  die    Inther.  u.  päpftlichen 
GeilUichen    darüber   III   Ko   VII 
136  —  158. 
regel  a.  recht  III,  245. 
regen  regnen  II,  104,  15. 
an    regenbogen    das    mer    hen- 
ken II,  262,  19. 
nach  dem  regenbogen  werfen  II, 

255,  14. 
Regenspnrg  III,    103,  26.    Conoi- 
Uum  dafclbft  lU,  136  Cberfchr.  u. 
Z.  2.  139,  20.  149,  26.  159  Über- 
fchrift  u.  Z.  8.  15.  163,31.  189,  22. 
regiftriern  III,  289,  22. 
reiblg  I,  25,  217. 
Reichlein,  Johannet  III,  48,  30. 
Reichzregiment  III,  131,  28. 
der    reien    ift    ganz:    pfeif  nf, 

pfeif  er!  II,  77,  13. 
reilich  II,  222^  938. 
Reime  ungenaue  I,  180.  184.   198. 

201.  205.  208.  216.  U,  347. 
—  dreifilbige    mit    2    unbet.    Silben 
m,   127,  35. 

Drei  Zeilen  durch  den  Reim  ge- 
bunden I,  184«  I,  37  Z.  371  fgg. 


55,  19  fgg.  II,   166,  33  Ux-  l^C 

199  fgg.  184,  320  fgg.  198,  57  fgg. 

203,  230  fgg.  205,  311  igg.  826  ff. 

206,   367  fgg.  209,  451  «g.  470 

fgg-  .311,  531  ff.  550  igg.  212,  577 

fgg.  213,  624  fgg.  215,  683   %g. 

686  fgg.    216,   737  fgg.  219,  826 

fgg.  224,  1027  fgg.  226,  1102  fgg. 

1109  fgg.  228,  1174  fgg.  1179  fgg. 

231,  1292  igg-  232,  1343  fgg.  237, 

1502  fgg.  240,  1637  fgg.  242, 1712 

^g.  243,  1744  fgg.  246,  1841  %g. 

1866  fgg.  247,  1893  fgg.  248,  1914 

fgg.  251,  2032  %g.  lU,  U8,  10 

igg.  123,  28  ff. 

Vier  Zeilen  gebunden  I,  88,  301  fgg. 

99,  1  fgg.   129,  91  fgg.  208,  413 

fgg.  II,  219,  851  igg. 

Größere  Reihen  Reime  I  No  XU. 

Z.  335—41.  342—355.  356—369. 

370—383.   384^397.    398—411. 

412  —  425.    426—439.    440—454. 

499—515.    516—529.  530  —  543. 

544—557.   558  —  571.    572  —  585. 

586—599.    600  —  613.    614  —  625. 

626—639.  640—653.  654—667. 
Rein  Fluß   I,  51,  93.  85,    187.  U, 

108,  2.   225,   1079.    258,  29.  III, 

122,  11. 
Reinftram  III,  46,  23.  24. 
Reinfal  II,  186,  396. 
reinlicheit  II,  25,  38. 
reiuigkeit  Keufohheit  II,  165,  18. 
reisdienft  II,  66,  22. 
reifen  I,  28,  50. 
reis  tag  UI,  272,  4. 
reiter  II,  178,  80  m.  A, 
remlich  lU,  11,  35. 
Remmon  III,  161,  7. 
renes  purgieren  III,  190,  1^  4. 
reter  rhetor  III,  48,  32. 
rette  jo  III,  143,  1. 
rauchen   räuchern  II,   233,    1358. 

262,  13. 
Renchlin  Dr.III,  126,  13.  S.  auch 
Reichlein. 


886 


rendig  Ü,  265,  33. 

reaterei  III,  106,  4. 

reaterfpil  I,  60,  187. 

riehtfchit,  das  IH,  4,  24. 

rietig  II,  149,  33. 

rif,  der  UI,  247  ig.  zu  64,  21. 

Riffianer  III,  64,  21. 

ring  gering  III,  67,  21.  75,  29. 

ringer  III,  180,  15.  282,  12. 

fingern  III,  146,  28. 

ripftoß  III,  148,  34. 

ritte   I,  157,   106.  II,   75,  15.  III, 

218,  9. 
rocke nftaben  I,  170,  586  fgg. 
R o man ift  1,29, 72.  II, 36,  38. 273, 17. 
ropfen  II,  24,  15:  90,  3, 
ro raff  II,  233,  1364  m.  A.  III,  169, 

36.  277,  17. 
rofenfarbes  blut  LI,  100,2  m.  A. 

III,  3,  27. 
Rofenberg,  Melchior  t.  II,  295 

zu  67,  35. 
Tofsbaren  III,  272,  42. 
rote  h&t   (Cardinäle)  III,  117,  32. 

124,  24. 
rote  hfitlin  III,  67,  27.  36. 
roter  rock   für  einen  Narren  III, 

218,  8.  34. 
rote  fpis  III,  19,  15. 
rots  länft  ins  manl  11,244,1782. 
rotzig  II,  137,  28. 
röbifch  II,  67,  1. 
Tölling  II,  126,  26.  153,  3. 
rö alicht  II,  258,  31. 
rüge  II,  104,  29. 
rnmieren  II,  67,  15. 
Ruprecht  III,  196  fgg; 
Ruprecht,  Pfalzgraf,  deotfcher  Kö- 
nig IH,  43,  31. 
rnwe  Masc.  UI,  240,  1624. 
Rückumiaut  II,  360  sa  Z.  35. 
rüde  III,  13,  22. 
rülen  u.  wülen  III,  244. 
rfilz  II,  20,  10. 
rütsig  n,  121,  7^ 
rü  n.  raft  III,  245. 


rüohen  I,  42,  146. 

r&ren  erw&hnen  II,  913,  613. 

r&wig  II,  151,  17.  19.  SO. 

S. 

Sabula,  Joannes  II,  110,  7.  * 
fach,     iß  fach   daß  I,  73,    197  ait 

A.  III,  228  SB  6,  27. 
Sachs,  der  (Chnrf. Friedrieh  dL  W.^ 

II,  109,  21.  38.  110,  28.  37.  111,  3. 
fackpfeifer  II,  139,  6. 
facramentgelt  II,  141,  19. 
facramenthaus  III,  66,  35. 
facraments  hänslein  11,260,37. 
Safran  gefälfcht  mit  Eidotter  a.  Man- 
deln I,  169,  537. 
Tag,  die  n,  237,  1516. 
lagen  und  reden  Unterfehied  III, 

101,  16. 
fal  =  fol  I,  8,  47.  50,  75.  84,  138. 

128,  58. 
falle  I,  78,  42. 
falpeter  I,  102,  88. 
ralyezeit  III^  37,  22. 
ralzbnrgerifch  I,  146,  45. 
falzburgifches    baarngjait    I, 

145—153. 
falzmant  I,  151,  207. 
fam  CoBJ.  UI,  228  tu  7,  83. 
fambt  Conjnnct.  UI,  7,  33  m.  A. 
fampt  u.  fonders  III,  246. 
fan  Sühne?  I,  31,  169. 
rant  =  raraet  U,  S.  360  zu  Z.  59. 
fappeo  III,  65,  2. 
rat«lganl  II,  184,  816. 
rat  in  U,  166,  83. 

eine  faa  davon  tragen  11,152,35. 
faner  n.  faß  lU,  245. 
lauer  fehen  II,  254,  37. 
fauf^  die  lU,  116,  96. 
Sauferei  I,  162,  277  igg. 
gasen,  Land  III,  6,  29. 
fcantiern  II,  68,  16. 
Seotns  II,  120,  21.  248,   1766.  UI, 

160,  33.  212,  16.  914,  88. 


337 


Tchsbab  I,  69,  36. 

mit  fcbaden   wirf  man   weis  11, 

31,  3. 
fchad  n.  fohaud«  III,  246. 
Sohafhaaren  II,  358,  39. 
fch äffen  I,  147,  64.  153,  880. 
Tob af hont  III,  49,  7. 
fcbafshaiit  abziehen  11,345,1887. 
fchalk    bioder    den     oren    III, 

19,  27. 
febaltfeinfter  III,  37,  4. 
fcham  u.  febande  III,  245. 
aft  Tob  am  komen  III,  2,  22. 
fchamlot  II,  56,  24. 
fchamper  yerfcbämt  III,  12,  8. 
fchamper  fchandbar  III,  24,  21  f. 

zu  12,  8. 
febaod  o.  plag  III,  248. 
rchandbncb  I,  144,  628. 
fchandbücblein  I,  141,  527. 
fchandlafterlicb  I,  104,  162. 
rcbantb&oh  III,  74,  2. 
fehantlappen  11,  268,  28. 
fobtntlicb  II,  14,  21  Anm. 
fehantrchrift  III,  74,  4. 
fcbsnz  feiet  I,  56,  83. 
die  Tob  an  z  ▼  er  lehn  I,  125,  528. 
fchariant  III,  181,  26.  382,  44. 
fcbarrer  I,  78,  39. 
Scbarrbans  I,  54  OberTohr. 
fcbatzung  U,  145,  9. 
fcbanb,  der  II,  161,  57. 
fcbädig  III,  24,  19. 
fcb atzen  II,  18,  7.  56,  34. 
fchebig  II,  287,  1124.  III,  63,  18. 
rchellig  III,  160,  20. 
fcbelmetrea  I,  131,  146. 
fcbelter,  der  III,  291,  20. 
Tobenden  n.  plenden  III,  244. 
fcbenderei  I,  92,  445. 
fcbenk,  die,  Scbenknng  III,  185, 14. 
ScbenkenfteU  11,  71,  32. 
fcb  ein  Ac^'eet.  III,  218,  6. 
feheinparlicb  gUinzend II,  106, 17. 
fobeiBen,    einem   ins   manl   II, 
67,  3. 


es  Tcbeiöert  einen  II,  353,  16. 

feheißbaus  III,  378,  6. 

zu  reheitern  gehn  II,  206,  369  m. 

A.  813,  563.  ni,  130,  8. 
lebenden  u.  fcbmehen  III,  345. 
fcberge  II,  113,  6. 
on  fcbera  rron  Xpot  II,  217,  763. 
fc hetzen  n.  lebenden  UI,  345. 
Schearlein   von  Nürnberg  III, 

40,  23.  47,  1.  48,  85. 
fcbeüterparcb  I,  22,  lli. 
fo  heu  wen  II,  87,  19. 
fcbenzlich  III,  78,  16  m.  A. 
ücb  fchicken  in  orden  II,  341, 

1686. 
fehler  Obergang  in  die  jetzige  Ba- 
dentang III,  183,  4. 
fohiUet  III,  151,  27. 
fobiU  n.  fper  UI,  246. 
rcbinden  n.  fcbaben  UI,  245. 
rcbindnng  n*  fehabnag  ebdH 
fchinden  n.  foberen  III,  246* 
fcbiirden  n.  fchetzen  ebdC 
fchimpf  Seherz   III,  40,  22.   100, 

27.  156,  18    178,  23.  293,  5.  6. 
Ich  impfen  III,  32,  2. 
fcbimpfge dicht  lU,  74,  2. 
fchimpf  lieh  fcherzhaft  U,  29,  3. 
Scholbrnnnen  II,  72,  25. 
Schert  I,  60,  178  fgg. 
fchoß  Femin.  III,  3,  1. 
fcbölmerei  UI,  61,  2.  69,  35. 
fchuh  Trinkgefchirr  I,  162,  295. 
fchnldigen  UI,  114«  8. 
fcbulmeiAer  I,  160,  196  %g. 
fchulfecklin  freßen  lU,  272,  1. 
fcbnmpfiern  II,  75,  17. 
fchnpfen  UI,  53,  33. 
Xchntten,  die  manch  auß  den  kot- 

ten  IIL  53,  32. 
fchühen  III,  18,  4. 
fchnnden  UI,  41,  32. 
fch&ch,     außgefebnitten    U, 

139,  30. 
ain   fcbncbriemen  auflöfea  II, 

145,  29. 

29 


838 


rchUnge,  der  IT,  197,  41. 
fohlange,  Qefohfits  I,  77,  11. 
rcElappertinireb  UI,  174,  37. 
fchlecht  I,  30,   121.  37,  389.  11, 

120,  33.   nif  4,   34.   5,  5.  52,  1. 

65,  21.  98,  13.  311,  17. 
fc  h  1  e  c  h  t  im  hentigen  Sinne  III,  44, 4. 
fchleehts  II,  315,  673  m.  A. 
fehleckmnnde  II,  324  oben, 
fchleck,  der  TU,  286,  46. 
fehl  eckt  III,  64,  17. 
fchlemmen   n.  demmen  III,  944. 
Schlefing,  die  II,  71,  9. 
reblichte,  die  II,  163,  176. 
fcblnnig  II,  213,  598  m.  A. 
fchlurken  U,  260,  9. 
Tchmach  n.  fcbande  III,  245. 
fcbmachwort  III,  33,  3.  42,  5. 
Tchmale  fnppea  I,  149,  128. 
fchmecken  riecben  III,  13,  9  m.  A. 
fohmeichlerei  III,   168,  10.  185, 

14,  276,  15. 
fehmeigeln  II,  78,  4. 
fchmettern  I,  65,  331. 
fchmirben  III,  172,  31. 
Schmirnbelz,  Liolell,  262,  3. 
fchmit  Ton  Coftenz  III,  116,  33. 

129,  33  fg.  162,  10.  15. 
fchmitknecht,  Henfel  Ton  Ooftenz 

III,  113,  33. 
fchmucken  III,  12,  20  m.  A. 
fch mucken  III,  80,  13. 
rchmfirbeln  III,  39,  15. 
nach  fein«  fcbnabela  art  fingen 

n,  153,  16. 
fchnaphenlin  III,  104,  4. 
fchnaphon  III,  104,  5. 
fchnanpe,  die  III,  155,  32.- 
fchneiderküffen,  das  III,  291, 46. 
ein  fchnell  nmb  etwas  geben  III, 

279,  6. 
fobnuppe,  die  III,  100,  80. 
fchnnrren  n.  murren  III,  244. 
fchoß  u.  zol  III,  249  sn  67,  30. 
fcbragen  II,  184,  304. 
fchrappen  II,  269,  28. 


fchreibnng  11,  120,  17. 

eines     fobreiens     fchreien     II, 

257,  35. 
fchriftweife,  der  II,  33,  26.  34,  9- 
fchrit  bildl.  zur  Hebnng  der  Negat 

II,  348  Anm. 

fch  roten,  fich  enswei  II,  194,  154. 

fchnß  n.  ftioh  III,  246. 

febnta  ti.  febirm  ib. 

fchützen  n.  fcbirmen  ib. 

fcb&ch  u.  t{lcb  Yerretzen  Hl,  244. 

Schwabacher  gemeiner  kaßen, 
Qefpräch  darüber  III,  196^206. 

fch  wank  III,  41,  3.  127,  29. 

fch  wank,  wilder  II,  167,  7S». 

Schwarz,  Albrecht  I,  73,  löO. 

fchwarze  engel  II,  100,  10. 

fchwarze  kunft  I,  72,  151.  III, 
82,  23. 

fchweben  I,  51,  116. 

fohwebifeb  fcbfirs  I,  168,  509. 

fehwebifch  erml  I,  168,  510. 

fchweohen  n.  fchenden  1X1,245. 

Schweiz  II,  70,  11  (gg. 

Schweizer,  Sprichwort  ron  ihrer  Geld- 
gier III,  91  fgg. 

der  Ichweinende  mond  11,256,36. 

der  fchweinende  fichtamb  II, 
255,  35. 

fchweinfpieß  II,  255,  7. 

fchwenzen  II,  70,  23. 

Schwert  nmtragon,  Strafe  11,227, 1157. 

fchwetzig  III,  198,  37. 

fch  Win  III,  121,  21.  122,  15. 

fehwind  I,  118,  278.  122,  411. 
142,  566. 

fchweftern  (Huren  im  Hurenbaafe) 

III,  194,  27.  289,  46.  290,  16. 
fchwnlAy  die  III,  182,  12. 

fch  warmen  (:  wnrmeQ)lI,  193, 184. 
feckelfeger  III,  176,  21.  8B0,  19. 
feckelmeiaer  III,  164,  11. 
fecret  III,  171,  17.  278,  5.  6. 
Seele  n.  Leib,  Streit  beider  U,  836, 

1489. 
feelgeret  III,  104«  25.  142,  33. 


8S9 


religmaeher  11,  S35v  U54.    lU, 
42,  31. 

feelmörder  III,  105,  22. 

feelmörderircb  111,286,8.287,35. 

feelforg  fotLur.  Masc.  III,  185,  6. 

feelverforger  II,  145,  14. 

feher  II,  103,  19- 

feide  o.  famet  III,  246. 

feiger  Adj.  III,  181,  23.  282,  42. 

felbdch  I,  11,  111. 

Seldenreich,   Nickel,    Name    XI, 
259,  23. 

feiig  jar  II,  61,4.  72,  17. 

relmeffe.     ein   kleglicbe    botfchaft 
etc.  II,  252  —  263  No  XXIII. 

relmördifch  II,  231,  1298.  III,  188, 
1.  191,  10, 

fei  trager  II,  137,  14. 

feltfam  feiten  I,  3,  62. 

renalen  III,  17,  5  m.  A. 

remlicb  III,  62,  14. 

femper  quieft  III,  196,  2. 

femptlieb  u.  fonderliob  111,245. 

Seodbrieie.   De  non  apoAolieis  qao- 

mndam  moribue  etc.  II  No  V  S.  80 

—  84.  Überfetznng  diefes  Stückes : 

AiD  großer  preis  fo  der  furft  der 

hellen    genant    Lncifer    iezt    den 

geiftlichen  z&weift  nnd  embeut.  No 

VI,  85  —  92.  Ein  neuwer  fendbrief 

▼on  den  böfen  gaiftlicben  gefehickt 

z^  irem  rechten  berren.    ain  ant- 

wort  Ton  irem  erbherm:   No  VII 

S.  93—98.    Eine  fchriltliche  wer- 

bnng  gethan  von  denn  iurßen  der 

helle  No  VIII  99  —  101.    Beelze- 

bab  an  die  heil,  bepftl.  kirohe  No 

IX  S.  102—104. 

Ten dpf äffe  II,  43,  28. 

Senie  II,  126,  28. 

fent  Snbft.  II,  2,  28  m.  A.  219,  836. 

III,  47,  14.  22.  32. 
fent,  d.  ballige  zu   Strasburg  II, 

95,  34  ff. 
fent  3  Plnr.  Fraf.  y.  fein  II,  97,  5. 
108,  6.   109,  10. 


Ach  fetzen  u.  fperrea  III,  246. 
feagen  (von  Qänlen)  III,  1814 -31. 

283,  1. 
fenftal  III,  103,  1. 
fezt  II,  151,  18.  233,  1348.  lU,  162, 

4.  185,  15. 
Sieben  freie  Kanfte  II,  243,  1748. 
fiben  gezeit  III,  139,  27. 
nbenköpficht  III,  135,  23. 
fibent,  der  II,  144,  8  m.  A.  262,  22. 
fibentail,  der  II,  184,  299. 
fiben  zeit,   die  II,   143,  38  m.  A. 

151,  18  fg. 
Sibillen  bnch  II,  349  ^uZ.  441. 
fidenfchn&r  III,  16,  3. 
Sickingen.    Unterredner  in  Neuen 

Karftbens  II  Uö  I  8.  1  fgg.    tai- 

ferl.  Feldbaaptmann   II,  1,  4  |gg. 

42,  6.   S.  286  m.   A.    Gefpr.  mit 

S.  Peter  und  S.  Jürgen  II,  No  11 

45_59.   Verbündet  Heb  dem  Adel 

zu    Landau    II,    60.     Einfall   ins 

Trierfche  65,  8.   Anfall  auf  Lützel- 

ßein  65,  25.  Zu  NanAal  erfchoßen 

66,  27. 
fider  II,  262,  13. 
fider  her  II,  255,  34. 
Sigenot  II,  126,  20. 
Sigmund,  Kaifer  1,2,  53. 111,43^33. 
Sigmund  Kaifer,  feine  Reformation 

II,  94,  25  ff.  mit  A.  S.  306  fg. 
fighaftig  III,  28,  11. 
Sihinsfpil,  Uliein  II,  259,  33. 
finligkeit  Sinn  und  Verftand  III, 

96,  36. 
mit  der  lilbern  büchfen  fchie- 

ßen  I,  56,  67. 
-Sile'nus  Unterredner  in  einem  6e- 

fpräch  in,  213  —  18. 
SiWefter  Papft  II,  85,  14.  94,  18 

209,  467. 
Simon  Hefa  II,  140,   15  m.  A.  S. 

332  i^. 
Simon  der  zauberer  I,  42,  163. 

II,  88,  22.  III,  179,  1. 
fimonei  II,  178,  91. 
29* 


840 


fingen  n.  fpringen  III,  944. 
der  firop  hftt  6mb  hen  abgefto6en 

n,  56,  28, 
fitmal  III,  4,  36. 
Siztns  IV  Papft  I,  8,  68. 
f  o  AccnC  Sing.  III,  3,  12  m.  A. 
fodomi,  die  III,  189,  13. 
fodomifeh  I,  149,  132.  151,  229. 
So  dornt t  I,  45,  23. 
fodomitifoh  UI,  214,  27.  286,  34. 
foUen  ^vert  fein)  II,  31,  80. 
folBE  UI,  51,  15.  18. 
fommer  box  marter  11,  252,  3 

in.  A. 
fonderfieeh  III,  106,  27. 
Tonne ncron  I,  160,  186. 
fonft  oder  fo  III,  246. 
Top  biß  II,  248,   1937.   249,    1946. 

256,  13.  III,  124,  15. 
fophifterei  I,  29,  95. 
fopbiftifob  U,  164,  370.  256,  29. 
fophiftrei  II,  243, 1747.  244,  1795. 

UI,  204,  6. 
forgf&Uig   TorgenToU    II,    7,    14. 

159,  11.  III,  17,  7. 
forgfältigkeit  Sorge  II,  9,  13. 
forglich  UI,  73,  3.  89,  30. 
fpalten,  die  gefchrift  11,241,  1676 

m.  A. 
den  rp alter   der  metaen   lefen 

UI,  184,  31. 
rpanioifoher  drank  II,  57,  35. 
fpann  bildL  zur  Hebg  d.  Negation 

II,  342  Anm. 
fparmnnde  II,  126,  5  m.  Anm. 
fparnöreltn  11,   214,   669  m.  A. 

S.  365  fg. 
Specerei   nnd   Gewan    gefaUeht  II,. 

149,  25. 
fpecnlaz  II,  153,  7. 
es  fpeiert  mich  I,  119,  297. 
Speir  II,  140,  18.  III,  63,  4, 
fpeiwort  I,  135,  321. 
fpeokbube  II,  101,  9. 
fperlin  II,  63,  16. 
fperren,  fich  II,  191,  36.  211,648. 


Speffert  U,  69,  34. 

fpiegelfeobten  II,  26,  35. 

das  fpil  anfi  der  hant  geben 
UI,  144,  20. 

fpilrogel  III,  29,  38. 

fpinnenfeint  III,  144,  11. 

fpitz  fubtilifl  II,  843,  1738.  1761. 

fpitze  h&t  m,  117,  38. 

fpttzh&t  U,  64, 1.  70,  7. 11.  105, 15. 

fpitzig  fnbtiUsII,  153, 16.m,  118, 38. 

fpitzköpf  U,  124,  13. 

fpitz li  U,  140,  36. 

fpitzlin  U,  148,  4.  840,  1638. 

fpot  n.  fchande  III,  246. 

fpot,  on  aUen  U,  173,  316.  176,63. 

fpötlicb  U,  147,  34.  148,  31.  152, 
8.  153,  2. 

fprachhans  II,  254,  38.  257,  10. 
III,  171,  80. 

fprech  gern  III,  20,  23. 

fpred  II,  70,  9. 

fprengkeßel  UI,  181,  32.  883,  2. 

fprener  UI,  23,  25.  84,  11.  86,  15. 

in  fprenertalibus  lU,  174,  24. 
26.  279,  25. 

fpringer  III,  180,   15.  288,  18. 

fprollen  II,  146,  3. 

Sprnehgedlchte.  Ein  dag  and 
bitt  der  dentfchen  natton  an  den 
almeebtigen  got  nmb  erlofnng  anß 
dem  gefenknie  des  Aatiehrill  Bd. 
1  No  I  S.  1  —  6.  Der  eartifan  n. 
pfrnndenlreßer  No  II  S.  7—12. 
Ich  kan  nit  vil  nenec  erdenken, 
ich  mAB  der  katzen  dibhellan  an* 
henken  No  UI  S.  13  —  18.  Die 
götliche  mnle  No  IV  S.  19  —  26. 
Ein  r)[>nich  von  dem  bofon  mis- 
brauch  in  der  helL  ehrifienh.  entft. 
No  V  8.  27  —  37.  Von  d^n  Jih 
beljar  No  VI  S.  38—43.  Sin  ge- 
tichte,  darin  angeseigi  vird,  wie 
fhnn  hen.  Heinrieh  V.  Brannfehwetg 
n.  wie  böfe  die  hitherifohen  foin 
No  VIII  8.  48  —  63.  Bekentnie  n. 
dag  herz,  fieinriefas  t.  Braonfehw. 


841 


d.  j.  No  X  S.  68 --76.  Bruder 
Veits  treuliche  WarouDg  No  XI 
S.  77  —  79.  Wftrhaftige  contra* 
foctur  herz.  Heiaricbs  dee  jung.  ▼» 
Bnumfchw.  and  feiner  GeTelircbaft 
No  XII  S.  80—98.  £in  knrs  ge- 
dieht, fo  nenlich  ein  thnrgoaifoher 
banr  dr.  M.  Lnther  n.  feiner  1er 
x&  lob  n.  fein  widerwertigen  zfl 
fpot  gemacht  hat.  Bd.U  NoXVIII 
S.  160—164.  Bin  nenwer  fpraoh 
u.  warbaft  bericfat  etc.  Mo  XXX 
S.  166  — 17i. 

ans  d.  fpnnde  mit  einem  ftro- 
halm  fanfen  U,  268,  10. 

ftaffiert  I,  101,  46. 

ftalbruder  II,  37,  31  m^  A. 

den  ftall  z&  th&n,  fo  die  k(iw 
hinanß  fein  III,  144,  22. 

ftallbnbe  III,  136,  21. 

aallen  IH,  277,  3.  279,  9.  281,  44. 

ßand  3  Sing.  PräC  Conj,  zu  ftehen 

II,  136,  31.  140,  28.  142,  16  mit 
Anm.  lU,  171,  23.  278,  8. 

ftationierer  I,  32,  207.  11,44,  13. 

184,  294.  III,  147,  31.  148,  2.  150, 

4.  175,  12  fgg. 
Eatlich  m,  146,  18. 
wil  ftall  darchloffen  haben  II, 

139,  27. 
Stechan  I,  73,  175. 
Stechdenbrei,    Paul,    Mame   II. 

261,  21. 
aeiir  III,  115,  29  m.  A. 
ileigraif,  der  III,  291,  16. 
Stoinbacher  meBer  II,  63,  24. 
deinen  Adj.  II,  36,  31.  37,  13. 
ftempenei  II,  241,  1681. 
fterben  eines  w&tenden  lebens 

III,  78,  15  mit  Anm. 
ftet  Ad7.  ftets  III,  15,  21. 
aet  n.  fehl  00  III,  246. 
Aetgelt  II,  184,  305, 
ftetigs  AdT.  III,  183,  19. 

die  ftioh  erraten  III,  166,  17. 
275,  15. 


ftiehling  III,  60,  14. 
ftimplerei  II,  122,  13  m.  A. 
aipendinm  II,  120,  22. 
ftock  n.  ftein  III,  246. 
aocknarr  II,  145,  12.  265,  11. 
ftolpern  III,  285,  12. 
ftotzmare  II,  254,  20. 
aöcken  n.  plöcken  III,  244^ 
aören  n.  pfnfoben  I,  174»  719. 
aöBen  II,  180,  175. 
ftrafen  u.  fchelten  III,  246. 
Straßbnrg,  der  beilige Sent  dalblbft 

II,  95,  33«    Sonft  erwähnt  137,  17. 

140,  18.  144,  34.  162,  29.  III,  63, 

4.  123,  80. 
Strauß,  Jacob,  Schrift  gegen  den 

Wucher  II,  299. 
araßranber  III,  179,  7.  15. 
arebkatz   ziehen  II,  203,  259  m. 

A.  III,  116,  19  m.  A. 
arebkatz,  die  Interifeh,  Gedieht 

III  No  VI  S.  112  —  135.. 
areic helfen,  das  III,  141$,  4. 
areicher,  der  III,  147,  37. 
areichholz,  das  III,  150,  4. 
arenglin  II,  268,  13. 
arief  Prät.  Ton  ajiafen  III,  8,  24 

m.  A. 
aro  bildl.  zar  Yeraarkung  der  Ne- 
gation II,  342  Anm. 
1er  aro  trefchen  II,  238,  1548. 
aroern  hart  I,  2,  40. 
aroern  kolen  I,  3,  71. 
aröern  kränz  I,  157,  115. 
arudel,  der  III,  217,  12. 
arnt,  die  III,  118,  23  m.  A. 
arfipenbelz  III,  217,  35. 
zn  ftuQken  fallen  II,  215,  692. 
andeuten  III,  66,  31. 
andent,  ein  verdorbner  III,  163^  7. 
auls  UI,  39,  33. 
aunslen  III,  166,  29. 
an tsen lerer  III,  979,  38. 
autslen  m,  276,  27. 
aübich  H,  63,  24. 
l  aäcklin,  das  UI,  170,  20. 


342 


ft&l  u.  benk  dsrzwifcben  wer- 
fen III,  59,  5. 
fablimieren  III,  40,  16. 
lubAitut  III,  177,  36.  «Sl,  7. 
fubtil   II,   74,   33.  III,  75,  14.  77, 

24.  79,  18.  80,  29. 
fubtil  ig  III,  78,  18. 
Sucbdenftifel  Name  II,  263,  5. 
fafegaruß  far  fuffraganens  III, 

172,  4.  5.  278,  21  fg. 
fammiilen  lU,    170,   1.    192,   18. 

277,  18.  288,  21. 
Superlativ  ohne    t:   auf    das    ge- 

fchicktee  III,  91,  9. 
in  der  Tappen  (tan  laßen   I,   59, 

163. 
fnppenfreßer  II,  53,  35. 
Suppenfchmit  Name  II,  258  fgg. 
fublin  III,  280,  3. 
fand  n.  fchande  III,  245. 
fnnd  n.  fchuld  III,  246. 
fünd  n.  ftrafe  ib. 
f ü  n  d  e  n  i  n  (fündigen  gegen)  III,  2 1 ,  22. 
fünden  Verb.  II,  136,  36. 
fnnderlichen  II,  236,  1488. 
fnnd  er n,  fich  II,  265,  17. 
fnplin,    Venediger   III,    169,  2. 

276,  34. 
füpplin,    welfches   III,    134,   24 

m.  A. 

T. 

t  für  d  III,  75,  11  m.  A.  107,  28 
m.  A.  116,  7  m.  A.  138,  11  m.  A. 

t  anageftiUen  III,  214,  38  m.  A. 

tabernakel  III,  88,  1. 

tag  tt.  nacht  III,  248  zu  67,  30.  • 

zu  iren  tagen  komen  II,  170,  164. 
171,  216. 

tagleift  11,  137,  26. 

Tan  häuf  er  II,  120,  37. 

tanhaufifcher  efelffttrer  11, 
120,  26. 

tantmer  II,  1639  ^33. 

Tanz,     den    morifchken     danz 


fpringen  III,  65,  29. 
Tartaretna  II,  120,  21.  III,  215,  12. 
tauben,  einen  III,  173,  87. 
tauf,  der  II,   161,   107.    178,   283. 

Ul,  38,  32. 
taufgelt  II,  141,  19. 
tanren  dolere  II,  223,  989. 
tau«  im  Spiel  II,  57,  11. 
Tautenberg,    Wilhelm   Schenk  v. 

n,  295  zu  67,  21. 
t&ding  II,  147,  IS. 
Te  deum  von  bapft  Paulo  III 

etc.  I  N.  VII  S.  44—47. 
teding  I,  203  zu   V,  38.  in,   230 

fg.  zu  12,  36. 
teil,   das   II,   266,   1.  267,  19.  269, 

1.  III,  60,  3. 
teil  Capitel  III,  57,  15  m.  A. 
tellerprot  HI,  107,  5. 
temperieren  III,  39,  18. 
Terenz  citiertIT,  161,  83  fgg.  868,  2. 
termenieren  III,  168,  29.  276,27. 
terz   II,   151,   18.    233,    1348.   III, 

185,  15. 
der   tenfel    ift    im    zwilch    III, 

292,  15. 
der  teufel  u.  feine  muter  11,260, 

4.  ni,  279,  20. 
der  tenfel  und  fein  großmuter 

III,  183,  24.  283,  46. 
th=:d  III,  115,  16  m.  A. 
than  Infin.  II,    182,  239.  801,  15S. 

205,  312.  220,  892. 
them  IE,  161,  62. 
theologill  II,  191,  40. 
thefaurns  novus  III,  139,  23. 
thierer  Plnr.  befti»  III,  112,  3  m.  A. 
thom  dumpf  III,  166,  32. 
Thomas  ▼.   Aquino  II,  180,  21. 

243,  1755.  249,  1948.  III,  160,  33. 

211,  36.  212,  15.  214,  37. 
Thomiil  II,  248,  1238. 
thnrgÖnifcher  bauer,  GMieht  t. 

demC  II  No  XVm  S.  160<-I64. 
th{Ln  Partie,  n:  than  III,  93,  30  f. 

geth&n. 


843 


Tiberinns,  Johsu  iU,  48,  35. 

tichten  a.  trachten  111,  246. 

tief  u.  teuer  ib. 

tifchsierd  III,  180,  26. 

toll  u.  taob  III,  246. 

Toll,  Hans,  Unterredner  in  einem 

Dialoge  II,  128  fgg. 
tom  dnimn  II,  169,  160. 
torlich  III,  164,  26. 
tot  u.  tenfel  III,  246. 
tote  freien  III,  176,  3d. 
totenfleck  11,  258,  86. 
toth,  der,  Pathe  IU,  150,  20.  23.  25. 
totfchweiß  U,  257,  24. 
törifch  II,  91,  3. 

tötlich  fterbUch  IU,  93,  36.218,5. 
trabant  IU,  20,  2. 
trachtung  II,  7,  12. 
tragen  einem   in  etwas  II,  16,  12. 

162,  120. 
traid  Getreide  II,  141,  37.  187,429. 
trazlicben  Adr..  III,  59,  16. 
treckt  III,  62,  31. 
trefflich  (fchr)  U,  258,  35, 
treftfl  II,  149,  29. 
Trent  ILI,  273,  36,  289,  30.  37. 
treulichen  Adv.  IU,  194,  9. 
treutel  II,  166,  29. 
trib  n.  trab  II,  149, 10  f.  zu  III,  246. 
Trient  III,  292,  1. 
Trier,  ChurfurU  von  II,  57,  21  fgg. 
66,  27.  67,  23.  111,  9  ff.  112,  1  ff. 
Trier,  der  heUige  Bock  dafelbft  11, 

30,  27. 
trifchel  III,  150,  5. 
trit  bildl.  s.  Hebung  der  Negat.  U, 

342  Anm. 
Trithemius  über  die  Reformation 

Sigmunds  II,  307  Anm. 
Triumphus  veritatis.  Gedicht  II 

No  XXII,  196  —  251. 
Triumphus  Capnionis  II,  353» 
trometer  IU,  180,  16.  282,  12. 
tropf,  der  III,  157,  20. 
trottertanz  II,  254,  21. 
trouleute  II,  255,  6. 


tröft  in  got  nnd  ete.  II,  219,  833. 
tröu,  die,  Drohung  II,  227,  1129. 
tröuwort  III,  59,  17. 
trucken  II,  257,  4. 
Irumeircheit  II,  101,  1. 
trnmpeltrei  II,  225,  1080. 
trunken  bolz  III,  291,  20. 
trutz  daß  III,  10,  13.  28,  23. 
truzlioh  II,  91,  20.  254,  26. 
truwen  in  einen  IU,  10,  21. 
trüßel  IU,  33,  9. 
tuck,  der  I,  102,  102. 
tuget  III,  79,  3. 

tum e  r  e  i  I,  2, 35.  II,  265, 28.  269,  27. 
tunkel  III,  8,  10. 
turnen  Verb.  II,  148,  36. 
turft,  die  I,  104,  162. 
Tubingen    II,    119,    13.    15.    III, 

124,  30. 
tünbauohet  II,  61,  4. 
tnr  u.  toc  III,  246. 
türe  TeuruDg  III,  63,  16. 
Türke  II,  222,  939.  IU,  19, 14.  50, 

12.  15.  16.  187,  28.  188,  17.  218, 

16.  18. 
der  türkifehe  Kaller  II,  58,  30. 

142,  31. 
Türke,  römifcher   II,  206,  347. 

362.  208,  433. 
turnen  III,  161,  15. 
türren  II,  126,  24. 


u. 

u  für  o  niederdentTcher  Sinilnß  f.  zu 

m,  39,  10. 
uf  u.  ab  UI,  249  zu  68,  27. 
nf  u.  üf  III,  247. 
uferftentnüs  II,  7,  1. 
uf  erwogen  I,  41,  96. 
ttfmutzen  II,  234, 1399.  UI,  119, 9. 
ufnement  glück  II,  51,  9. 
ufTolgen  UI,  24,  32. 
ufwüfen  auffahren  II,  78,  12. 
nfzeichen  IU,  61,  10. 


344 


Vlrioh  TOti  HuttoB    f.  Hotten, 
umb  fos  m,  134,  8. 
nmb  n.  nmb  III,  346  tn  61,  12. 
ambe  n.  nmbe  III, -347.  (mhd.) 
unangefehon  I,  70,  64.    II,  9,  14. 

96,    7.  302,   204.  215,   703,  327, 

1128.  III,  60,  19.  20.  192,  25. 
nnangefprengt  Iir,  64,  24. 
nnaoßdregliob  II,  55,  16. 
OD  begeben  III,  48,  9  itf.  A. 
anbefchetzt  II,  145,  25. 
nnbezwänklieh  11,  29,  6. 
nnbild  III,  83,  22. 
nnbillichen   lU,  37,   28.  85,   15. 

93,  7. 
unbillichen  Verb.  II,  4,  28. 
nnchriil  II^I,  187,  20«  21. 
nnd  nicht  eopidativ  II,  100,  36.  200, 

117  m.  A. 
und  pleonaftlfch  III,  3,  84. 
nnderrook  II,  268,  18. 
ander  die  fnß  UI,42,14.Tgl.48,2. 
ander  fich  I,  85,  201.  H, 222, 959. 
ine  nnderhembd  lAgen  III,  167, 

25.  276,   1. 
mit    dem    vnderhembd   beialen 

III,  177,  32. 
nnderfeheidiiehen  III,  1,  10. 
underfchären  I,  113,  80. 
nnend,  das  II,  99,  3  m.  A. 
nnentlich  II,  65,  4.  100,   19.  III, 
.  33,  28. 
nnerfohrecklich  anerfohrocken II, 

110,  14. 
nnerfchröckeniich  III,  92,  1. 
nnerfettig  III,  33,  83. 
Unfall  perfontf.  II,  294  in  61,  18. 
onflat  Beseichnong  einer  Perlon  III, 

61,  33. 
nngeachtet  I,  186,  834. 
nngebar  II,  2,  11. 
nngefell  11,  201,  155.  236,  1487. 

251,  3029. 
angefetzt  II,  263,  10. 
angehorfam,  Fem.  II,  213,  581. 
angelt  n,  148,  7. 


angemeiftert  U(,  65,  14. 
angefe baffen  III,  68,  96. 
nngefchlafen  II,  151,  13. 
angefpart  III,  37,  15. 
nngezifer  III,  118,  8. 
Unglück  perfonif.  II,  61,  IS  Ana. 
angelack  wii  ane  den  d«B2  fi- 

dein  II,  61,  18. 
Unheil  perfonif.  n,  394  an  61.  18. 
anheilfam  III,  68,  19. 
nnkaafbar  III,  39,  3. 
ankoft,  der  11,255,  11.  13.  ni,  60, 

36.  64,  13.  65,  10.  150,  13. 
anlaft  I,  103,  131. 
onlaftig  II,  254,  33. 
onnatarlieh  III,  36,  6. 
nnpill  III,  86,  5. 
anrät  II,  62,  29  m.  A.  III,  79,  16. 

197,  15.  17. 
anrechtfertig  11,88,36.336, 1088. 
anrfigig  H,  104,  38. 
anfinning  UI,  143,  38. 
nnllet  II,  361,  30. 
nnfpraeblich  II,  36,  8.  39,  37. 
antern  UI,  107,  38. 
anter nemen  I,  77,  18. 
antotlikeit  III,  2,  5. 
anträglich  11,21,  1.  157,  II.  III, 

158,  16.  209,  6. 
untächlig  III,  13,  99. 
nntfiglich  II,  20,  24. 
annberfchwenklioh  Hl,  90,   19. 
anäberwanden  der  warheit  II, 

203,  241  m.  A. 
an  Termogen  im  Reime  11,335, 1049. 
anverzogenlioh  llt,  89, 19.  97,  9. 
anwiderr{Lfig  UI,  2,  95. 
nni  III,  62,  11.  63,  34. 
anaergänklich  U,  28,  31. 
Urbin,  heraog  Ton  III,  60,  31. 
arblätilich  III,  293,  33. 
nrderita  III,  87,  39. 
arkantlioh  III,  207,  6. 
arfach   ratio,    VemosAsHinde     II, 

110,  17. 
arfaehen  Veib.  UI,  86»  6.  66,  95. 


u& 


nrftent  I,  IM,  Se. 
urtel,  die  Ul,  36,  10  L  aa  31,  39. 
Ü5  n,  fig  lU,  247. 
nfidilken  III,  16,  37  m.  A. 
ufiher  II,  315,  694. 
nßlendig  III,  61,  6. 
uBpopdarieren  II,  243,  1746. 
nßreiben  II,  166,  9. 
ußrütern  II,  167,  88. 
nBfehnß  II,  54,  18  %g. 
nßtruckt  III,  27,  7. 


ü. 

a  mandartlieh  haftend  =  en  II,  199, 

84  m.  A. 
a  Träbnng  aus  i  II,  2,  5  Anm.  S. 

279.   S.  368  fg.  zu  XXII^  9.  III, 

6,  31  m.  A.   7,   14.  9,  26.  89,  1. 

40,  37;  zu  74,  6$  xa  112,  8;  zn 

166,  32;  275,  18. 
ü  nnorgan.  Umlant  f&r  n  III,  250  zu 

74,  6. 
überkomen  11,  218,  822.  269,  11. 

UI,  14,  3.  60,  5.  10.  67,  13.  83, 

16.  89,  13.  109,  3. 
überlegen,  eine  fache  mit  et- 
was, über   Gebühr   daranf  legen 

ra,  146,  23. 
überlegen  Terhüllen  III,  14,  9. 
übermachen  11,  2^4. 
übermögen  II,  53,  3. 
übernächtig  I,  35,  302« 
überneohtig  III,  107,  6. 
überfcharpf  III,  75,  24. 
überfcbwenklich  III,  94,  26. 
über  rieb  I,  85,  206. 
überfichtig  III,  165,  14. 
übertreffend  III,  37,  8. 
übertreffenlich  I,  22,  114  m.  A. 
übertrefUch  III,  41,  11. 
übrig  ßen  III,  77,  36. 
ürte  II,  234,  1385.  III,  2,  22. 


V. 

(Sieh  auch  unter  F.) 

▼  adem  III,  107,  26. 

▼  alete,  das  lU,  162,  8. 

▼  alidieren  n,  218,  8U. 
Valti»  Toa  Bnfaeh  I,  33,  308» 
Vater  unfer  parodiert  II,  270.  373. 
velfel,  die  n,  261,  16. 

Veit,  br&der  I.  77   t^bterfohr.  78, 

52.  79,  61.  79,  79. 
Teitlg  n,  373,  27. 
f.  Veiten  II,  261,  10. 
fant  Veiten«  wunden  I,  68,  147. 

165,  392. 
f.  Veltent  arbeit  11,263, 10  m.  A. 
Venediger,  Bündnis  derfelben  mit 

den  Saracenen  III,  170, 18. 277,30. 
Venediger    fqplin    HI,    169,   3. 

276,  34. 
▼enie  UI,  146,  3. 
Ter  Kfirsung  für  rronwe  II,  321, 
verbankiern  II,  49,  14  mit  Anm. 

Vielleicht  doch  richtig  u.  XI  ▼.  a. 

durch  Bankhalten  (im  Glüokafpiele) 

▼erthun. 
verbietnng  III,  46,  29. 
verblümen  II,  6,  6.  91,  6. 
Verbrennen,   Kirehenftrale    II,  238, 

1163. 
yerbrent  recht   des  bapA*  UI, 

184,  7. 

▼  erbringen    vollbringen   HI,    61, 

13.  27. 

▼  erbüntnus  III,  86,  8.  87,  22. 

▼  erdämpf en  II,  82,  19. 

▼  erden  lung  U,  119,  2  m.  A* 

▼  erdilken  II,  238,  1556. 
Verdopplung  durch  u  n  d  III  zu  6 1, 1 2. 
▼erdrieBHch  langweilig  II,  51, 33. 

▼  erdrücken   unterdrücken  III,  39, 

15. 

▼  ereren,  einen  II,  106,  16. 

▼  erfaren  an  einem  III,  4,  2. 

▼  erfaßen  III,  1,  3.  11. 

l  ▼erfreßen  II,  141,  31.  166,  362. 

80 


346 


▼  erfl^glieh  III,  82,  9. 

▼  erfftrifch  III,  lU,  1.  * 

▼  ergähen,  fich  II,  146,  18. 

▼  ergeben  gratis  II,  142,  20. 

▼  ergeben- ohne  Grond  11,  152,  8. 

231,  1290. 

▼  ergebens    ohne    Pritenfion?   III, 

98,  11. 
▼ergehen  =z ergehen  III,  56,  27. 

▼  er geleiten  HI,  105,  86. 

▼  ergeleitnng  II,  105,  85. 

In  vergeß  Aellen  III,  134,  37. 

▼  ergewaltigen  II,  4,  29. 
▼ergewaltigong  II,  4,  3. 
vergewiß  III,  89,  31.  91,  3. 

▼  ergleichüng  II,  16,  25. 

▼  erglichnuB  III,   11,  25.    13,  5. 

23,  25. 

▼  ergrifen  III,  20,  8  m.  A. 

▼  ergründen  II,  136,  4. 

▼  ergründnng  III,  42,  26. 
▼ergrifen  BoTammenfaßen  III,  182, 

33.  283,  27. 

▼  erganft  III,  11,  38. 

▼  ergot  III,  124,  23. 
▼ergünnen  III,  141,  16. 

▼  ergÜQftig  III,  11,  34. 

▼  erhaft  III,  19,  81.  39,  26. 

▼  erhaftet  III,  191,  36. 

▼  erhalten  ▼orenthalten  II,  97,  31. 

104,  22.  lU,  56,  29.  78,  29.  80,  35. 

▼  erhanden  II,  135,  3. 152,  27. 153, 

36.  m,  197,  9. 

▼  erhaßen  II,  240,  1645. 

▼  erhaoen  II,  70,  25. 

▼  erhinleBiget  III,  68,  7. 

▼  erheitier  Compar.  II,  171,  223. 

▼  erhör  Fem.  III,  38,  10  m.  A. 
▼erhnfeln  I,  173,  668. 

▼  erh&ten  I,  9,   70.  II,  28,  2.  25. 

29,  2.  169,  146.  197,  24  m.  A.  8. 
360.  lU,  49,  10. 

▼  erh&tnng  11,  28,  19. 

▼  er Jason  III,  287,  22. 

▼  erjehen  II,  38,  9.  206,  366.  233, 

1382.  240,  1641. 


▼  erkertmntig  II,  191,  37. 

▼  erkomen  II,  58,  32. 
▼erkretzen,  fich  II,  209,  450. 

▼  erlaugnen  III,  288,  7. 
▼erlaoten  III,  133,  37  m.  A« 

▼  erlegen  III,  39»  2  m.  A. 

▼  er leiten  geleiten  III,  38,  5. 
verlefnng  III,  37,  9.  55,  27. 

▼  erlenken  II,  59,  6. 

▼  erlich  III,  27«,  17. 

▼  erliegen  II,  167,  68.  i 

▼  erleumd  Adj.  II,  254,  31. 

▼  erlenrA  2    Perf.    Sing.   Präf.  H, 

181,  201. 

▼  erlenrt  3  Sing.  PräT.  II,  23,  16. 

▼  ermaohen  I,  102,  100. 

▼  ermailigen  I,  150,  172. 

▼  ermeldea  dennocierenII,219,831. 

▼  ermeren,   einen,    ▼erraten    III, 

218,  33. 
▼ermift  II,  162,  132.  193,  106.  UI, 
127,  3. 

▼  ermüg  II,  239,  1584. 

▼  ermügen  II,  239,  1586. 

▼  ern^gen  I,  8,  25.   162,  266.  II, 

214,  643.  217,  780.  lU,  67,  25. 

▼  erpfründt  III,  72,  17. 
▼erreteriich  II,  103,  30. 

▼  erfalben  II,  256,  9. 

▼  erfanmen  III,  278,  16. 

▼  erfc baffen  ▼erordnen,  laßen   II, 

158,  10. 

▼  erfc baffen    suteilen,    aalen    III, 

199,  1. 

▼  erfcheißen,     Teine    knnft    II, 

257,  8. 

▼  erfchießen  III,  133,  37  n.  A. 

▼  erfchlagen  etwas  mit  etw.  III, 

174,  29.  279,  28. 

▼  erfchlagen  ▼erfperren,  111,71,  3. 

174,  29. 

▼  erfchlicken  III,  291,  39. 
▼erfcblinden  11,182,243.207,394. 

▼  erfchlinden   n.    ▼erfchlicken 

III,  246. 

▼  erfchlindang  II,  21,  16. 


847 


▼  errchmahang  III,  5,  28. 

▼  erfohnappen  III,  146,  1. 
verfobntt  III,  41,  2$i. 

▼  erfehwetaeo     dennocieren    III, 

98,  34. 
verfeher  III,  61,  30.  31. 

▼  erfehang  III,  69,  27.  32. 
verfigen  III,  211,  38. 
▼erfolden  III,  t7,  28. 

▼  erfpotnus  III,  96,  26. 

▼  erftande,  ich  II,,46,  9» 
Terßanden  gefellen  (▼«rftäodige) 

II,  173,  299. 
T^rileiaen  II,  23,  22.* 
verftentOQs  III,  22,  11. 
Terftreichen  III,  d6,  2. 
y«rftr«it«n  III,  55,  1. 
Terfünden,  Höh  III,.  102,  33. 
Terf&ohBus  II,  270,  27. 
Tertädiagen  II,  3,  6. 

▼  ertilken  II,  224,  1019.  246,  1872. 

III,  61,  8. 

▼  ertragend  III,  86,  15. 
verträglich  ertraglich  III,  186,24. 

285,  8. 

▼  ertutobter  herr  II,  265,  2. 

▼  erwegen,   fich    eines   dinge« 

II,  249,  1965. 
verwenden,  fich  II,  191,  24. 

▼  erwerren  II,  91,  1. 

▼  erwefen  III,  36,  13. 

V  e  r  w  i  ß  e  n  tadelnd  befchnldigen  III, 

4,  5  m.  A. 
fich  in  ein  yerwnnderen   ftellen 

III,  69,  10. 

▼  er  sei  ebnen  III,  1,  10.  27,  2.  17. 

▼  erseigen  zeigen  III,  3,  13. 

▼  erseihen,  fich  c.  gen.  III,  107, 

16.  17.  18. 

▼  erieShnng    Versieh tleißnng    III, 

106,  24  m.  A. 

▼  erzetten  I,  153,  288. III,  133,35. 

▼  erziben  gefcbehenla0enlll,71,26. 

▼  ersollen  II,  167,  91.  > 

▼  ersuoken  wegranben  II,  161,  78. 

▼  efper  U,  161,  18.  233,  1348. 


▼eft  n.  Hat  III,  248  z«  67,  30. 

▼  exieren  III,  189,  35. 

▼  iearins    in    fpiritualibna   III, 

174,  34  ^. 

▼  icker  III,  279,  31.  37. 

vier  bofen  eines. t&oht  II,  54» 
10.  122,  2. 

▼  igilg  II»  139,  15.  20.  144,  8m.A. 

236,  1472.  255, 19  262,  22.  263, 16. 

▼  U  u.  yil  III,  247. 

▼il  gefohreis  nnd  wenig  wol- 
len etc.  II,  260,  85. 

▼  il  ▼erdirbt  daß  mi^n  nit  wirbt 

III,  141,  18. 

▼  ile  maUitodo  II,  168,  118. 

▼  inans  1,55,40.11,50,7.9.12.53,87. 

▼  inanzer  U,  49,  12.  20.  31.  50,  5. 

20.  24. 
Yirgilinfl  citiert  II,  269,  34.  lU, 
218,     3 

▼  ifchgreter  III,  107,  5. 

▼  ifchfchnppen  III,  197,  34. 

▼  ifegunkel  II,  133,  2  m.   A.    S. 

326  fg. 

▼  ifitaz  III,  182, 15.  18.  283,  16. 19. 
den   Togelherd   befchlahen  III, 

218,  22. 

▼  ogelleim  im  pfeffer  11,262,38. 

▼  oglen  III,  20,  25.  218,  23. 

▼  ogler  II,  138,  38.  III,  218,  22. 

▼  olger  II,  150,  21. 
Volkmer,  Hans  UI,  196,  9.  14« 

▼  oU  u.  toll  III,  244. 

▼  ollent  I,   133,  218.  lU,  188,   25. 

286,  24. 

▼  olzeigen  III,  4.  4. 

▼  or  Ad^.  ehemalB  III,  145,  15. 

▼  or  und  e  ILI,  13,  15.  77,  10. 

▼  orgeer,  der  II,  143,  13.  16. 

▼  orbalten    ▼orenthalten   III,    143, 

9.  18. 

▼  orhin  zu^or  II,  174,  329.  214,  660. 

lU,  147, 11.  148, 14. 149,  24.  183,  7. 
vorkommen  hindern  III,  197,  17. 

202,  14.  . 

den  Yortanz  anfangen  I,.  5€,  80. 
30* 


848 


Torthin  I,  146,  89. 
Tolli,  die  m,  1,  12. 

w. 

wa  11,  144,  84. 

wa  o.  wa  (mbd.)  III,  247. 

^aehs  n,  144,  11.  233,  1366. 

waehi  n,  142,  7. 

Waffen,  das,  Schwert  11,  141,  12. 

der  wagen  wirt  für  die  pferd 
gefetzt  III,  38,  9. 

waibel  II,  148,  84* 

waidne  Imper.  U,  145^  16. 

Waldis,  Bnrcard,  eine  Stelleaas 
feiner  Überfetsnng  des  Regnnm  pa* 
piftienm  Ton  Naogeorg  über  die 
CartUknen  I,  186 — 191.  Erzilnng 
TOtt  einem  Cnrtifan  ans  Ainem  Bfop 

1,  191  — 195;  Ton  einer  römifchen 
Reife  ans  dem  £Ibp  I,  208^210. 

Walen,  die  U^  267,  29. 
Walpnrgle  Almofen  anegelheilt  III, 

196,  12. 
#ame8henibt  III,  41,  2. 
wann  denn  II,  105,  11  m.  A.  107, 

2.  109,  1.  144,  35.  III,  6,  15.  17, 
15^  22,  29.  216,  26. 

wann  oder  wie  III,  246. 

da»  wapen    einem  fifieren  III, 

215,  15. 
wapen  Infin.  III,  5,  23. 
warbeit  bringt  nit  Sprichw.  II, 

249,  1968. 
war  nemen  mit  Gen.  III,  5,  SO.  8, 

6.  14,  1.  35,  1. 
war  nemen  von  III,  7,  28.  8,  8. 
warmes  trinkgelt  III,  177,  36. 
warten  gewärtigen  III,  188,  19. 
warten,  einem  II,  90,  8. 
was  oder  wie  III,  246. 
was  fcbats  wann  mans  vorfn* 

eben  tbar  I,  7^,  260. 
Wafeben  der  Hlbide  HI,  249  tn  47, 24. 
wafcberin  II,  191,  42. 
waferlei  IT,  99,  10. 


mit  waffer  weis  I,  82,  64. 

das  wafier  fteigt  iiber  die  karb 

UI,  110,  12. 
waBer  an  einer  ftangen  traget 

II,  100,  12.  III,  108,  18. 
waßerkrant  III,  107,  6. 
waßerßange  III,  148,  6. 
wat  II,  8,  11. 

Watinbaeh,  Siz,  Käme U, 861,34. 
watfack  II,  5,  84. 
w&fcben  II,  24,  34.  25,  1.  8. 
webe  der  fpin  I,  161,  264. 
wecbfen  bild  II,  236,  1426» 
Wedel,  Kreter  II,  190,  4.  8. 
w  e  d  e  r  im  «weiten  Satagliede  =  nock 

III,  23,  36. 

weder  als  UI,  107,86. 272,1. 876, 83. 
weg  n.  weis  III,  246. 
weger  II,  145,  13.  UI,  190,  7. 
weggen  für  einen  eßen  11, 119,5. 
o  wei  o  we  II,  216,  700. 
weicbbifchof  III,  172,  6  1^.  178, 

wei  lieh  I,  106,  220. 

mit  dem   weingias  Terfigeln  II, 

66,  25. 
weinfeufer  II,  266,  9. 
wei  fei  pnpillns  III,  16,  9. 
Weisgan  O,  65,  37. 
weisbait,  enwer  TÜel  III,  214, 

3.  11. 
weiß  anf  fohwars  sn  malen  tft 

nicbt  leicbtlich  III,  204,  la 
weiße  moren  II,  100,  10. 
Weißenbnrg  U,  189,  477. 
weiegelari  II,  258,  7. 
weißgerber  II,  266,  16. 
weißt  III,  214,  11  m.  A. 
weit  u.  breit  III,  244. 
Ib    weit   ein    ban    fobraitet  I, 

74,  208. 
weit    blndan    Ift  gftt   für  ge- 

f  ob  Uta  Sprlebw;  UI,  292,  3. 
weit  davon  iß  für  den  fehvß 

gvt  I,  69,  166. 
weitem,  Beb  III,  78,  34. 


849 


weitleuffig  II,  966,  9. 
velchs  adT.  Geo.  III,  75,  36. 
velfches  fäpplin  III,  134, 24 m.  A. 
weltweife  Adj.  II,  256,  28. 
wemerleichen  I,  117,  214. 
fie  wend=:  wellent   II,   163,  262 

m.  A. 
wendig  U,  103,  25. 
went  alemann.  Form  1, 197,  11^  140, 

34.  141,  27. 
Wenzel,  König  III,  44,  8. 
werlt  I,  2,  38. 
werfchaft  I,  43,  17& 
wertig  III,  87,  9. 
Wefftlia  II,  32,  17.  HI,  48,  30. 
in  wefen  behalten  III,  50,  13. 
dem  wefen  eine  geftall  geben 

II,  3,  26  m.  A. 
Weterau  II,  65,  38.  69,  35. 
wetfehger  ü,  63,  10,  14.  16. 
wezker  I,  168,  510. 
wibel  III,  181,  24.  282,  43. 
Wicke  bildL  snrHebnng  der  Kegat« 

II,  342  Anm. 
Wiclef  n,  32,  16.  III,  80,  25. 
widerköpflin  U,  121,  30. 
wider  —  noch  II,  257,    33.  261, 

22.  29.  30.  III,  56,  6.  9.  77,  29. 
widerbellen  III,  113,  20. 
Widerfeehten  II,  153,  19.24.  153, 

6.  III,  59,  17.  99,  18.  128^  35. 
wider  gelt  II,  250,  2015. 
widerker  Snbft.  II,  236,  1093. 
widerkeren  einem  etwas  II,  183,301. 
widerkoren  III,  129,  6. 
Widerlegung  II,  100,  31. 
widermarren  III,  113,  20. 
widern,  fleh  weigern  III,  100,  5. 
Widerpart  II,  152,  28.  226,  1108. 
widerfagbrief  HI,  91,  14. 
widerfagen  III^  133,  2. 
widerfagung  III,  91,  7. 
widerfetzig  II,  253,  33. 
widerfpennikeit  III,  5,  12. 
widerfpil  I,  8,  45.  80,  15.  11,330, 

898.  UI,  10,  16  m.  A. 


widerrpreclier  111,59,13.171,10, 

widerfprechnng  III,  3,  32. 

widerwert  ig  contrarius  II,  87,  7. 
148,  2.  III,  59,  15.  75,  30.  77,  27. 
79,  8.  139,  7. 

widerWertigkeit  III,  78,  3S. ' 

wie  es  wirt  in  die  müi  ge- 
bracht, alfo  Wirts  auch  ge- 
rn alen  I,  162,  263. 

Wien  II,  124,  29. 

Wildbad  I,  27,  14. 

bei  wilen  II,  231,  1289. 

wilkomen,  der  I,  162,  390. 

wilt  fener,  das  III,  147,  30. 

wiht  bildU  zur  Hebung  der  Negat. 
II,  343  Anm. 

Winkelprediger  III,  309,  25. 

Winsheimer  hart  II,  71,  20. 

wiat  bildl.  zur  Hebung  d.  Negation 
II,  343  Anm. 

in  wint  reden  II,  9,  31. 

wint,  der  (Windhund^  III,  140,  8. 

wintloch  kuffen  I,  189,  453. 

wirde,  euwer  Titel  III,  213,  3. 

du  wirft  u.  wilt  III,  246. 

wirtenbergifche  Tocale  II, 
120,  11. 

wifchen,  herauf  III,  818,  24. 

wife  u.  wingart  III,  346. 

wißeu  u.  willen  ib. 

wißenhaft  III,  51,  35. 

Witfrau  III,  29,  16. 

Wittenberg  I,  84,  148.  94,  536. 
II,  131,  37. 

wittenberglTch  aaehtigal  II, 
196  Oberfchr. 

Witwen  u.  waifen  III,  346« 

wo  =  wie  in,  107,  13. 

wo  nu  anß?  fprach  d.  fuchs  in 
der  fallen  II,  363,  16. 

Wochenmarkt  II,  144,  9. 

woi  u.  wol  III,  347. 

wol  u.  weislieh  III,  346. 

Wolf  Strauch  I,  60,  189  fgg- 

kein  wolf  fleht  rtnen  rater 
Sprichwort  III,  13,  1. 


350 


Wolfenbentdl  I,  58,  143.146.59, 

165.  61,  207,  210- 
\\rolfenbtttt6l  I,  58»  127.  71,  109. 

76,  7.  10.  14  feg. 
wolfBbelz  II,  71,  15. 
wolffdreck  III,  13,  5. 
ein  wolfafüll  holen  III,  291,  14. 
w.olfgefang^,  das  III,  No  I,  I — 35. 
woifsgejagt  III,  88,  19.. 
wolfsgefang  III,  31^  31. 
wolfsgetön  III,  24,  11. 
wolfßal  III,  19,  9. 
wolfsthon  III,  25,  1. 
wolgefelligen,  fich  III,  2,  14. 
wolle  wie  ein  fchwein  I»39, 33. 
wollnft  Maec   II,   10,    33.  88,  1. 

III,  2,  7. 
Worms  II,  loa,  2.139,33.  140,17. 

162,  1.  17.  31.  176,  27.   184,  313. 

203,  246.  III,   37,  21.   38,  5.  39, 

30.  40,  12.  41,  7.  63,  5.  129,  4. 
Worft,  Dr.  Name  U,  256«  3  fgg. 
Worfthans  I,  81,  29.  83,  104. 
wort  a.  werk  III,  246. 
wörtlicher  krieg  III,  36,22.  41, 

38.  56,  4. 
worzeichen  III,  209,  14. 
Wölfe,  BigeoTchaften  derfelbea   IXI, 

11,  27  —  13,  11. 
wölfifcb  III,  20,  38. 
wn  I,  84,  133.  II,  222,  958.  UI,  44, 

29  m.  A. 
Wucher,  Lnthers  Sermon  darüber  II, 

297  fg.    Jacob  Strauß  Schrift  da- 
gegen S.  299. 
wulzzwol  lU,  39,  10  m.  A. 
Wulfenbuttelei  I,  92,  454. 
wunder  II,  123,  16.  124,  81. 
wunder  Maso.  III,  107,  9. 
wunderlieplicb  III,  2,  3. 
wunderfchnel  11,261,  19. 
wnnfam  lU,  .26,  26. 
wurmßichicht  II,  259,  28. 
wülfifch  U,  67,  i28. 
wunfchen  u.  wollen  111,  246, 
wütig  I,  156,  61. 


w&l  Maac.  das  Gewühl  11,  162, 144. 
w^illeiii,  die  III,  10,  32. 


z. 

z  Apokope  aus  se  11,  161,  12& 
zapfen,  fich  darvon  II,  139,18. 
zapfen  abhauen  (am  WeinCafi)  H, 

268,  9. 
zappen  III,  33,  25. 
zart  II,  12,  34.  III,  131,  14. 
zarten  e.  aco.  III,  65,  15. 
ze  II,  85,  8  m.  A.  93,  9.  95,  13. 16. 

96,  12.  13.  19.  97,  13.  98,  17.  ISO, 

154.  III,  63,  13.  113,  3  m.  A. 
ze  fehlt  beim  Infia.  III,  4,  9  m.  A. 
zechfrei  II,  154,  31. 
zedel  II,  138,  23.  III,  73,  13. 
zehen,  uf  der  grofien  der  na- 

tur  Inft  laßen  III,  190,  5. 
Zehn  geböte  der  Barfüßer  II,  271. 
mit  der  zeit  vergißt  man  vil  II, 

72,  7. 
die  zeit  teilen  II,  91,  13. 
in  zeit  in  der Zeitlichk^t III,  187,27 
in  seit  während' III,  50,  14. 
zeit  u.  weile  UI,  249. 
zen klaffen  UI,  10,  8. 
Zentoooielle  II,  147,  34. 
Zerbift  I,  84,  158. 
zerdenen  III,  65,  28. 
zerknitfchen    II,    199,    99.  245, 

1825.  UI,  6,  21  m.  A. 
zerknitfchung  III,  18,  18  m.  A. 
zerrinnen  II,  222,  935.  III,  81,  7. 

182,  5. 
zerfchmiren  UI,  129,  35. 
zetzerren  UI,  11,  38. 
zetr  I,  82,  92.  95,  585.  130,    129. 

II,  258,  28.  263,  14.  III,  142,  34. 

143,  23. 
zenber  U,  268,  12. 
zeuch  u.  zeuch  III,  246  au  61,  12. 
ze«g,  dexIII,  159,  12. 163,20. 164,4. 
zierd,  die  UI,  3,  18. 


351 


zigenbock  II.  193,  121. 
zil  Capitel  II,  185,  336.  186,  367. 
zimlich  II,  50,  27.  52,    28.  104,  5. 
141,  28.  151,  10.210,  488.  111,41, 
3.  64,  7.  65,  8.  106,  28. 
sinke  I,  162,  282  II,  57,  11. 
zins  n.  zehend  III,  246. 
zins  n.  zol  ibid. 
ziDBman  III,  62,  15. 
drei    zlpfel    am     bet   haben    II, 

154,  12. 
Ziska  II,  37,  38  fgg. 
zit,  das  III,  4,  17. 
in  zit  III,  1,  2. 
zochen  I,  102,  89. 
Zoll  von    allen  nach   Deutfchland  u. 
anßerhalb  gehenden  Waaren  II,  58, 
33  fgg. 
zollen,  die,  Ezcremente II,  254,  33 

m.  A. 
zoren  (:  verworren)  II,  175,  18. 
on  zorn  Formel  H,  229,  1204.; 
zoten,  faule  II,  203,  233. 
zoten,   lame   II,   213,   620   m.   A. 

260,  33. 
z Ottich t  Ily  260,  27. 
zuchtmeifter  UI,  198,  9. 10.  15.  17. 
zacken  III,  4,  37. 
zuckend   rapaz  III,  4,  30.  28,  13. 

185,  17. 
zuckererbeß  III,  280,  4. 
zuckere  rbiß  UI,  175,  33. 
er  zag  (zog)  II,  186,  390. 
zum  jar  III,  48,  16. 


zufchanzen  I,  55,  41. 
zufchub  Sabft.  II,  262,  1. 
zückend  III,  7,  30.  34,  22. 
Zückmentei  II,  71,  23. 
zünfeiwerk  II,  229,  1216. 
Zürch  II,  250,  2002.  ni,  125,  8. 
zufal  (was  zafallt)  III,  14,  4.69,  28. 
zufal  86,  8  m.  A.   (Zudrang.) 
zfigehörung  III,  87,  37. 
zd  haben  III,  147,  25. 
zS  band  II,  106,  29. 
z&  jar  II,  219^  846. 
zülaßbrief  III,  279,  39. 
z{l  left  II,  202,  192  m.  A. 
zS  morgens  III,  156,  17. 
z&in&B  II,.149y  25  m.  A. 
zunahung  II,  142,  18. 
zurechen  II,  48,  1. 

zSfchoppen  I,  33,  250. 

zütrinker  III,  178,  14.  281,  18. 

zwacken  III,  32,  3.  33,  3. 

z wagen  II,   70,   28.  203,  258.  248, 
1919. 

zwang  u.  macht  III,  248  zu  67,  30. 

zwar  Übergang  in   der  Bedtg    III, 
156,  16  m.  A. 

zweiung  III,  43,  30. 

zwickifcher  locat   III,  272,  2. 

zwilch,  der  III,  292,  15. 

Zwingler  I,  159,  181. 

zwir  I,  94,  533  fg. 

zwölf  böte   Apoftel    II,    185,   358. 
354,  14.  III,  11,  4  m.  A. 

zwfi  II,  130,  35.